Zülfü Livaneli Roman meines Lebens

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Inhaltsangabe zu „Roman meines Lebens“ von Zülfü Livaneli

Schon die Kindheit von Zülfü Livaneli ist geprägt von den Spannungen der türkischen Gesellschaft. Sie ziehen sich als Leitmotiv durch sein gesamtes Leben und Schaffen. Die glücklichen beruflichen Anfangsjahre als Verleger in Ankara finden mit dem Militärputsch 1971 ein jähes Ende. Er wird verhaftet und in einem Militärgefängnis interniert. Schließlich gelingt ihm eine abenteuerliche Flucht nach Schweden. Während des fünfjährigen Exils entwickelt er sich trotz Aufführungsverbot zu einem der beliebtesten Liedermacher der Türkei. Nach seiner triumphalen Rückkehr setzt er sich für die Kurden und die griechisch-türkische Aussöhnung ein, einige Jahre sogar als Mitglied des Parlaments. Parallel zu seiner Sängerkarriere begeistert das Multitalent auch als Filmregisseur und Romancier ein weltweites Publikum. Was für ein erfülltes, an Höhepunkten reiches Leben!

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  • Rezension zu "Roman meines Lebens" von Zülfü Livaneli

    Roman meines Lebens

    Clari

    29. May 2012 um 11:43

    Leben und arbeiten unter den Bedingungen politischer Repression. Schon in seinem Roman „ Glückseligkeit“ konnte man von Zülfü Livaneli einiges erfahren zur Befindlichkeit und zu den Lebensumständen in der Türkei während der letzten vierzig Jahre. In dieser Romanbiographie steht er selbst im Mittelpunkt seiner Erzählung. Livaneli ist als bekannter Liedermacher, Komponist, Sänger, Filmemacher und Schriftsteller zu Berühmtheit gelangt. Er berichtet, wie problematisch das Leben in der von verschiedenen zivilisatorischen Einflüssen geprägten Türkei auch heute noch ist. Livaneli ist ein aufgeklärter Europäer, der sich mit den politisch prekären Verhältnissen in seinem Land nicht anfreunden konnte. Zu viele Freunde und Kollegen sind ihm im Laufe der Jahre durch sich wiederholende politische Umbrüche verloren gegangen. Er selber saß mehrfach im Gefängnis und verbrachte 11 Jahre im Exil in Schweden, später in Frankreich und zuletzt in Griechenland. Die Liebe zu seinem Land und ihren Menschen aber ist ihm immer geblieben. Er sieht die Licht- und die Schattenseiten, die durch unterschiedliche Mentalitäten und krasse Strukturen verdeutlicht werden. Wie immer sind es gerade die in der Öffentlichkeit stehenden Künstler und Intellektuellen, die unter autoritären Regierungen um ihr Leben fürchten müssen. Gehört doch zu ihrer Profession die kritische Reflexion, die gerade von Autokraten gefürchtet wird. Zülfü Livaneli berichtet von Freunden, Politikern und Kollegen, die sich den Vorschriften ihrer Regierungen nicht beugen mochten und so in ihrer Lebensform beeinträchtigt wurden. Seine Erzählweise ist intensiv und leidenschaftlich und zeigt ihn als engagierten Künstler, der neben der eigenen Kunst immer auch das Leben in der Türkei im Blick behält. Warmherzig und liebevolle zeichnet er die Bilder derer, die ihm am Herzen liegen. Im Laufe seines Lebens schloss er zahlreiche Freundschaften mit bekannten Komponisten, Schriftstellern und Künstlern im In-und Ausland. Eine beeindruckende Zuneigung und Arbeitsgemeinschaft verband ihn mit Mikis Theodorakis, mit dem er die Feindschaft zwischen der Türkei und Griechenland zu überwinden trachtete. Illustre Namen tauchen in seinen Erinnerungen auf und man gewinnt den Eindruck, dass er wirklich eine Art Kosmopolit wurde. Das Leben schreibt die interessantesten Romane. Das von Zülfü Livaneli gelebte Leben gehört zu den wirklich lesenswerten dieses Genres. Er zeigt uns ein Stück türkischer Gegenwartsgeschichte. Die Abneigung in der EU, die Türkei in ihre Gemeinschaft aufzunehmen, wird verständlich, wenn man von den Repressionen gegen anders Denkende und von der strengen islamischen Ausrichtung des Staates liest. Der mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen und politischen Aufgaben bedachte Autor Zülfü Livaneli lebt seit 1984 wieder in der Türkei.

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  • Rezension zu "Roman meines Lebens" von Zülfü Livaneli

    Roman meines Lebens

    Daphne1962

    29. June 2011 um 00:04

    Zülfi Livaneli, Jahrgang 1948, geboren in der Türkei, erzählt seine Lebensgeschichte. In einer Beamtenfamilie in der Türkei aufgewachsen, Sohn eines Staatsanwalts, war mit Büchern groß geworden. Als Jugendlicher fing er natürlich auch an sich für die Politik zu interessieren, merkte aber, er war anders als andere Kinder. Es hat etwas gedauert, eh er seine Richtung gefunden hatte. Aber sein Leben sind und bleiben immer die Bücher. Die Bücher werden zu seinem Beruf. Er gründet mit einem Freund einen Verlag. Er lernt den Dichter und Schriftsteller Yasar Kemal und dessen Frau Thilda kennen. Es entwickelt sich eine lebenslange Freundschaft. Zülfi L. lernt das Musikinstrument SAZ kennen und spielen und hieraus ergibt sich ein musikalisches Talent. Er entdeckt seine musikalischen Wurzeln und wird Musiker. Er vertont viele Stücke von türkischen Schriftstellern der intellektuellen Szene. Nachdem in der Türkei ein Militärputsch ausbricht wird er das 1. Mal verhaftet. Es folgen weitere Verhaftungen, bis er nach Schweden flüchtet und seine Familie nachholt. 8 Jahre Exil werden daraus, aber seinem Bekanntheitsgrad steigt. Während man seine Musik in der Türkei heimlich hört und viele Raubkopien in der Türkei kursieren, kann sich Zülfi Livaneli nur wundern. Die türische Presse macht ihn nieder und seine intellektuellen Freunde ebenfalls. Die griechische Sängerin Maria Farantouri sucht den Kontakt zu ihm und singt viele türkische Lieder und es folgen jede Menge gemeinsame Konzerte in Europa. Was die Politiker nicht geschafft haben, vollbringen die Sänger beider Kulturen gemeinsam. Dennoch ist es ein steiniger Weg. Auch wird Zülfi Livaneli zum Filmemacher. Mit einem deutschen Filmteam entsteht in einem anatolischen Dorf sein 1. Film. Es ist eine sehr interessante Autobiografie eines außergewöhnlichen Menschen, der trotz widriger Lebensumstände eín recht erfülltes Leben bisher lebte und viel zur Völkerverständigung beitrug. Gelegentlich gibt er noch Konzerte in Deutschland.

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  • Rezension zu "Roman meines Lebens" von Zülfü Livaneli

    Roman meines Lebens

    michael_lehmann-pape

    21. March 2011 um 10:37

    Die zwei Gesichter der Türkei Regelmäßig wird innerhalb der EU beraten, wieweit die Türkei bereit ist, um der EU beizutreten. Eine aktuelle und ständig neu angefachte Integrationsdebatte geht seit Monaten durch die Medien und türkischstämmige Menschen spielen eine nicht unerhebliche Rolle darin. Der türkische Ministerpräsident tourt durch Deutschland und macht Stimmung für ein Festhalten an den alten Traditionen und, vor allem der Sprache, auch in der Fremde. Der europäische Teil Istanbuls mausert sich Jahr für Jahr mehr zur modernen Metropole mit hoher Anziehungskraft für gut ausgebildete Menschen aus aller Welt. Die Türkei ist ein Land der zwei Gesichter und in sich mit einer fühlbaren Spannung ausgestattet. Genau diese Spannung ist es, die die Memoiren von Zülfü Livaneli mit durchziehen und das Buch dieser Erinnerungen an ein bewegtes, künstlerisches Leben so wertvoll machen. Denn nicht nur taucht man ein in das Leben und Schaffen eines Autors, Filmemachers und Liederdichters, nicht nur lernt man einen der bekanntesten Künstler der Türkei aus eigener Sicht kennen (und dies literarisch wunderbar gestaltet, der Titel „Roman“ passt auf das Buch, obwohl es eigentlich eine Autobiographie darstellt), zudem erhält der Leser einen intensiven, hautnahen Einblick in eben jene Spannung zwischen Tradition und Moderne, Dogmatismus und Weltoffenheit, Neugier und Abwendung von vielen allzu liberalen Ideen. Lebenserinnerungen eines Mannes, der sein Leben lang gradlinig für seine Überzeugungen eingestanden ist. Was ihm insgesamt 11 Jahre im Exil und durchaus kritische Anwürfe auch späterhin bescherte, als er sich offen für die kurdische Minderheit im asiatischen Teil der Türkei einsetzte. Ein „Mann zwischen den Welten“, so kann man es sagen, wenn Livaneli schildert, wie er jeden Morgen auf den Bosporus schaut und beide Welten damit im Block hat. Auch zwischen den Welten seines immer noch hochaktiven künstlerischen Schaffens und seiner weltoffenen, politischen Haltung. Einer, der mit spürbarer Emotion davon berichtet, wie viele seiner Freunde und Bekannten im Lauf der Jahre in der Türkei ermordet wurden. Durchaus auch für den Leser sind manche der Schilderungen über die Unsicherheit für das eigene Leben auch in der modernen Türkei noch erschreckend, wenn auch eine langsame Entwicklung in den Augen Livanelis spürbar stattgefunden hat, die dieser auch politischen Gewalt langsam Einhalt gebieten. Gewalt und Gefahren auch für as eigene Leben, in manchen Teilen liest sich das Buch daher wie ein moderner Thriller, wenn Livaneli mittels gefälschter Papiere das Weite sucht und andererseits, einige Jahre später, im Parlament sitzt. Nicht zu vergessen aber, neben diesen politischen Einlassungen und dieser Darstellung eines „Innenbildes“ der Türkei der letzten 40 Jahre, ist der intensive Blick auf die Kunst, auf das eigene Schaffen. Livaneli gelingt es so, den Leser nicht nur zu einer inneren Reise durch die Türkei einzuladen, sondern auch zu einer Reise durch das Schaffen eines Kunstschaffenden, der seiner Kunst vielfältig Ausdruck verleiht.Den Ort, an den Livaneli an allen geographischen Orten wieder zurückkehrt und zu dem er bekennt: „.... dass ein Künstler sich am Besten durch seine Kunst ausdrückt und nicht durch ...... politische Aktivität, denn es besteht sonst ein hohes Risiko, missverstanden zu werden.“ Ein fulminanter, auch sprachlich mitreißender Blick auf ein fast übervolles Leben und Schaffen mit einem intensiven Blick auf ein spannungsgeladenes Land mit großer, innerer Reibung.

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