Der aufblasbare Engel

von Zaza Burchuladze 
4,0 Sterne bei7 Bewertungen
Der aufblasbare Engel
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TanyBees avatar

Sehr absurd... War mir zuviel.

itsjudiess avatar

Die Geschichte hat leider erst richtig begonnen als sie schon fast vorbei war. Sonst ziemlich verrückt und skurril.

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Inhaltsangabe zu "Der aufblasbare Engel"

Eine Frage des Glaubens.

Das junge georgische Paar Nino und Niko Gorosia führt aus Langeweile in ihrer Küche eine Geisterbeschwörung durch. Und der Geist erscheint wirklich. Es ist Georges Gurdjieff, der große Esoteriker und Scharlatan des 20. Jahrhunderts. Zur Bestürzung der Gorosias macht er keine Anstalten, wieder zu verschwinden.
Als sie ihn bitten, sich an den Haushaltungskosten zu beteiligen, verfällt Gurdjieff auf seine probaten Mittel: Betrug, Kidnapping, Hypnose. Auf einmal scheint alles möglich, nur eine Frage des Glaubens, und die Gorosias träumen vom großen Aufstieg.
»Der aufblasbare Engel« erzählt mit feiner Ironie von Schuld ohne Sühne im Georgien der Nullerjahre, wo Erfolg und Kriminalität so eng verbunden sind wie Glauben und Aberglauben.

"Zaza Burchuladze gilt in seiner Heimat als einer der wichtigsten Autoren seiner Generation. Dass er seit einiger Zeit in Berlin lebt, liegt an seinen Gegnern: Religiöse Extremisten verbrannten einst seine Romane und Essays." Spiegel Online

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351050580
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Blumenbar
Erscheinungsdatum:14.09.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    sar89s avatar
    sar89vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Skurriler Geist ; )
    Séance mit Folgen

    Nino und Niko Gorosias sind ein eher gelangweiltes Paar in der Sackgasse. Nino hat zwar einen Job aber einen, den sie nicht mag. Niko ist ein gescheiterter Künstler und weiss nichts mit sich anzufangen. Aus Langeweile starten die Beiden eine Geisterbeschwörug. Sie möchten den Geist von Georges Gurdjieff einem Esoteriker, Mystiker und Gauner. Zu aller Überraschung auch der Gurdjieffs führ die Beschwörung zum Erfolg und er steht bei den Gorosias in der Küche, unfähig oder unwillig zu veschwinden. Nach ein paar Tagen wünschen sich die Gorosias Nützliches von ihrem Geist. Sie wollen möglichst schnell an Geld kommen. Gurdjieff erfüllt ihnen diesen Wunsch. Doch die Art und Weise ist alles andere als legal, dies stört die Gorosias aber nicht im Geringsten, vor allem als die Million auf dem Tisch liegt, sie sich eine schöne Wohnung, einen Innenarchitekten und eine Bäckerei leisten können. Gurdjieff lassen sie vor sich hinvegetieren zusammen mit dem Foucault und des Entführten, nicht mehr ganz taufrischenTschikobawas. Geurdjieff verwandelt Tschikobawas in eine Art versteinerten Priester mit Laserauge. Witzigerweise stellen sie ihn in einer Kirche ab und de Aberglaube der Bevölkerung beginnt seltsame Blüten zu treiben....
    Alles in allem habe ich mich gut amüsiert, wobei die Lügen und Kriminalität einfach mal so hingenommen werden, solange Geld und Wohlstand daraus resultieren. Die Mitte der Erzählung als sie auf das Opfer warteten, konnte mich gar nicht packen. Anfang und Ende fand ich sehr gut! Ich muss noch sagen, dass ich bisher nicht dazu gekommen bin "Meister und Margarita" zu lesen, was dem Verständnis für die Figur Gurdjieff wohl nicht ganz dient. Es hat mich aber gefreut endlich Georgische Literatur zu lesen. Vermutlich wird es nicht das letzte Mal gewesen sein.

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    N
    Nadezhdavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ganz phantastisch :-)
    Ganz phantastisch :-)

    Selten ist es mir so schwer gefallen, eine Rezension zu seinem Buch zu verfassen, ohne zu viel über dessen Inhalt zu verraten.

     

    Ich habe es auf zwei Ebenen gelesen: Zum einen ist da diese absurde, zum Teil komische, zum Teil wiederum überdehnt groteske Geschichte um Nino und Niko, die mir Spaß gemacht hat, über die ich anfangs noch gut schmunzeln konnte und die mich in einer stressigen Arbeitswoche abends gut unterhalten hat – ein wenig nach dem Motto, bei anderen Leuten geht es auch ein bisschen verrückt zu im Leben.

     

    Auf dieser Ebene konnte ich jedoch nicht lange bleiben. Zu stark wurden die Anklänge zum einen an Goethes „Faust“, viel stärker jedoch noch an Bulgakows Faust-Adaption „Der Meister und Margarita“. An Bulgakows Roman erinnern mich schon der sprachliche Duktus, die skurrilen Figuren, zu denen eine gewisse Distanz gehalten wird und die sich in einem Moment vollkommen pragmatisch, im nächsten Moment komplett absurd verhalten; die spezielle Vermischung aus Realität, Fiktion, Schwarzer Magie und Hypnose, Träumen, Bezügen zu mythologischen Figuren und Geschehnissen; die bei allem stets vorhandene Ironie, ungewöhnliche Beobachtungen sowie eine z.T. schräge Situationskomik.

     

    Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, sei hier erwähnt, dass Burchuladzes Roman voll ist von Motiven, Figuren oder Szenenfetzen aus „Faust“ und mehr noch dem „Meister und Margarita“. Da ich beide Werke sehr mag, hat mir das beim Lesen natürlich viel Vergnügen bereitet. Ich bin mir jedoch nicht sicher, worin nun das neue Bild bestehen soll, das Burchuladze aus diesen ganzen Bruchstücken und Anklängen sowie eigenen Ideen zusammensetzt – der neureiche Mensch in Georgien als ein unredlicher Geisterbeschwörer, der gedanken- und gewissenlos buchstäblich über sämtliche Leichen seines vorherigen Lebens geht? Dreht es sich um Undankbarkeit? Um vollkommene Skrupellosigkeit angesichts des schnellen Reichtums? Und da Burchuladze diese verbrecherischen Mechanismen nicht konkret benennen will, packt er das Ganze mit Hilfe der Verweise auf „Faust“ und „Der Meister und Margarita“ in diesen mephistophelisch-teuflischen Kontext? Darüber werde ich noch ein wenig nachzudenken haben.

     

    Obwohl es sich beim „Aufblasbaren Engel“ um einen Roman handelt, ist das Buch wie ein Drama in fünf Akte gegliedert; diese haben jeweils vier Unterkapitel, die mit Überschriften versehen sind (auch hier wieder eine Mischung von „Faust“ und „Der Meister und Margarita“). Der titelgebende aufblasbare Engel taucht erst gegen Ende als eine Art metaphorischer Geist auf.

     

    Ich bin ursprünglich wegen des Covers auf das Buch aufmerksam geworden; die Motive und die kitschige Farbzusammensetzung waren für mich ein echter Blickfang. Aufgrund dieses Covers und auch des ersten Satzes im Klappentext („Eine Frage des Glaubens“) hätte ich stärkere Bezüge zur georgisch-orthodoxen Kirche oder zu Religion und Religiosität überhaupt erwartet. Diese tauchen jedoch erst ansatzweise im vierten Akt sowie dann vermehrt im fünften Akt auf, wobei auch hier stets die engen Bezüge zu „Faust“ und zum „Meister und Margarita“ gewahrt bleiben, jedoch auch biblische Texte aufgegriffen werden und ein unschuldig Getöteter zur Christus-Figur ausgebaut wird. Diesem perspektivisch am Ende chancenlosen Christus stehen Kälte, Verrat und Herzlosigkeit gegenüber.

     

    Ich habe das Buch sehr gern gelesen, werde sicher noch weiter darüber nachdenken und spreche auch eine klare Leseempfehlung aus.

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein herrlicher Spaß - völlig absurd, aber so ist das Leben bisweilen nun einmal.
    Zaza Burchuladze - Der aufblasbare Engel

    Langeweile ist der Grund, weshalb Nino und Niko in ihrer Küche eine Geisterbeschwörung durchführen. Ernsthaft daran glauben tun sie beide nicht und als der Geist von George Gurdjieff vor ihnen steht, sind sie einigermaßen überrascht. Dieser würde gerne nach einer kurzen Stippvisite wieder verschwinden, aber das will einfach nicht klappen und so muss er wohl notgedrungen für ein paar Tage bei dem georgischen Pärchen unterkommen. Nino und Niko sind fasziniert von dem Mann und seinen Fähigkeiten, eine Internetrecherche enthüllt ihnen, dass sie es wahrhaftig mit einem erstaunlichen Mann zu tun haben und als dieser ihnen Reichtum in Aussicht stellt, können sie das kaum ablehnen – auch wenn dafür eine Entführung notwendig wird.

    Zaza Burchuladze konnte mich mit „Der aufblasbare Engel“ einmal mehr durch seinen lakonischen Schreibstil mir subtilem Humor begeistern. Die Handlung ist hochgradig absurd, aber viel entscheidender als das, was erzählt wird, ist das wie und damit kann der Schriftsteller, der seit Jahren im deutschen Exil leben muss, punkten.

    Die Figuren sind allesamt auf ihre Weise schräg, allen voran der Geist: ehemaliger Gymnast, Heiler und auch Magier, der nun ein therapeutisches Korsett tragen muss, da er eben auch nicht mehr der Jüngste ist. Seine magische Mütze hilft ihm leider nicht aus dem Dilemma aus der Wohnung der Gorosias verschwinden zu können. Aber das ist nicht das Einzige, was ihn akut belastet, denn auch seine Erinnerung funktioniert nur noch mäßig, wenn er seinen unfreiwilligen Gastgebern seine Lehren nahebringen will, zeichnen sich immer wieder große Lücken ab:

    Insbesondere vom vierten Weg. Neben dem Weg des Fakirs, dem Weg des Mönchs und dem Weg des Yogis, sagte er, der sich von den anderen dreien prinzipiell unterscheide. Doch an den Unterschied könne er sich leider nicht mehr erinnern. Übrigens könne er sich ebenfalls nicht erinnern, wie die letzte Folge von Dr. House ausgegangen war, die er am Vorabend gesehen habe.

    Das schnelle Geld ist verlockend für Nino und Niko und so stimmen sie der Entführung Nugsar Tschikobawas zu, der in ihrem Haus immer seine Geliebte besucht. Um eine Million reicher halten sie Ausschau nach einer besseren Wohnung, aber nun haben sie neben dem Geist auch noch einen weiteren Mann an der Backe und dieser beginnt auch schon zu stinken und die Polizei wird ebenfalls auf das Treiben in der Wohnung aufmerksam...

    Eine kurzweilige Geschichte, die von der Situationskomik und vor allem dem trockenen Humor des Autors lebt. Die Absurditäten und Ironien des Alltags in Georgien, das zwischen Vergangenheit und Zukunft steckt und wo Aberglaube und Kriminalität genauso ihren Platz haben wie das rechtschaffene Leben der einfachen Leute, wird so glaubwürdig abgebildet.

    Kommentare: 1
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    yellowdogs avatar
    yellowdogvor 2 Monaten
    beißende Satire

    Zaza Burchuladze hat eine beißende Satire über die Verführbarkeit der Menschen geschrieben.
    Dabei zielt er weniger auf den Scharlatan und Verführer Gurdjieff, der immerhin viel Ausstrahlung hat, als auf die Menschen, die so leicht verführbar sind, die fast darauf zu warten scheinen.
    Das Paar Nino und Niko haben Gurdjioff bei einer Geisterbeschwörung herbeigerufen. Jetzt haben sie ihn am Hals. Gurdjieff fühlt sich wohl bei ihnen, mag auch ihren kleinen Hund Foucault, aber sein Hang zum beeinflussen lässt ihn schließlich wieder tätig werden.
    Zaza Burchuladzes Spott wirkt, weil man als Leser sich ggf. fragt, wie man selbst sich verhalten würde, wenn ein heraufbeschworener Scharlatan Reichtum ermöglichen kann.

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    Simi159s avatar
    Simi159vor 2 Monaten
    Der aufblasbare Engel

    Georgien 2010. Nino und Niko Gorosias aus einfachen Verhältnissen versuchen sich spirituell. Sie lassen einen Esoteriker aus dem 20.Jahrhundert auferstehen. Über ihre eigene Kunst, dies hinzubekommen staunt das Paar ebenso, wie auch ihr Gast. Sie nehmen ihn bei sich auf, denn verschwinden will Georges Gurdijeff auch nach ein paar Stunden, Tagen nicht.  Auch wenn dieser ein paar komische Eigenarten hat, gewöhnen sich die frei schnell aneinander und vor allem der Hund der Gorosias weicht dem Gast nicht mehr von der Seite. 

    Gurdijeff kann nicht nur sehr viele Sprachen sondern kann auch zaubern und Wünsche erfüllen. Und so wünschen sich Nino und Niko eine Million um sich ein besseres Leben leisten zu können. 

    Doch sie hätten ahnen können, dass sie mit ihrem großen aber nicht unerfüllbaren Wunsch ein paar verrücke Dinge lostreten…


    Fazit:

    So skurril wie der Titel ist auch die Geschichte darin. Die einem teilweise vor Lachen die Tränen in die Augen treibt, da die Charaktere so abgedreht und irgendwie doch ganz normal und liebenswert sind. 

    Das Ehepaar mit ihrem, eigentlich, bescheidenen Wunsch auf ein besseres Leben. Und dass sich in seinem Leben eingerichtet hat , sich einen Spass mit der Wiedergeburt macht und ihre Chance, es dauert etwas bis sie diese begreifen, die es ist, auch zu nutzen. Dieser Georges Gurdijeff der Vieles zu wörtlich nimmt, und dadurch einfach nur tut, und das System nutz in  dem er gelandet ist. Erstaunlich schnell und gut findet er sich in dieser Welt zurecht, und macht sch, wenn es mal nicht so leicht geht, erfindet er einfach seine eigene Lösung.

    Man hofft für das Ehepaar, dass alles gut geht und sich Lösungen für all die daraus resultierenden Probleme und das Chaos ergeben, möglichst eine Gute.


    Toll ist diese verrückte Welt in die man da eintaucht, die Autorin weiß zu überraschen. Ob es in Georgien vor 10 Jahren  wirklich so zuging, wie im Buch beschrieben, wer weiß.


    Mir hat diese verrückte, zeitlose und unterhaltsame Geschichte sehr viel Spass gemacht. 

    4 STERNE.

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    TanyBees avatar
    TanyBeevor einem Monat
    Kurzmeinung: Sehr absurd... War mir zuviel.
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    itsjudiess avatar
    itsjudiesvor einem Monat
    Kurzmeinung: Die Geschichte hat leider erst richtig begonnen als sie schon fast vorbei war. Sonst ziemlich verrückt und skurril.
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    Schmiesens avatar
    Schmiesenvor 4 Monaten
    Burchuladze steht für Satire und genau Kenntnis seines Landes. Auf sein neues Buch bin ich sehr gespannt!
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