Zdenka Becker

 4.4 Sterne bei 27 Bewertungen
Autorin von Samy, Der größte Fall meines Vaters und weiteren Büchern.
Zdenka Becker

Lebenslauf von Zdenka Becker

Zdenka Becker wurde in Tschechien geboren, wuchs in der Slowakei auf und übersiedelte 1975 nach Österreich. Sie ist Absolventin der Wirtschaftsuniversität in Bratislava, in Wien studierte sie am Dolmetschinstitut. Ehe sie sich dem kreativen Schreiben zuwandte, arbeitete sie als freie Journalistin, Übersetzerin, Dolmetscherin und unterrichtete in verschiedenen Kursen Deutsch als Fremdsprache. Der Faszination für fremde Länder, Menschen und unterschiedliche Sprachen folgend bereiste sie Europa, USA, Korea, Indien, China und Teile von Afrika, schätzt aber das Familienleben, den eigenen Garten, die Natur und die kleine Welt rundherum. Sie spricht fünf Sprachen, in denen sie auch denkt und träumt und fühlt sich in ihrem Dasein als Slowakin, Österreicherin, Europäerin und Weltbürgerin.

Neue Bücher

Ein fesches Dirndl

Erscheint am 13.02.2019 als Hardcover bei Gmeiner-Verlag.

Alle Bücher von Zdenka Becker

Samy

Samy

 (19)
Erschienen am 07.02.2018
Der größte Fall meines Vaters

Der größte Fall meines Vaters

 (4)
Erschienen am 25.02.2013
Die Töchter der Róza Bukovská

Die Töchter der Róza Bukovská

 (2)
Erschienen am 04.01.2013
Taubenflug

Taubenflug

 (2)
Erschienen am 01.09.2009
Ein fesches Dirndl

Ein fesches Dirndl

 (0)
Erschienen am 13.02.2019
Die Töchter der Róza Bukovská

Die Töchter der Róza Bukovská

 (0)
Erschienen am 10.08.2006

Neue Rezensionen zu Zdenka Becker

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Blausterns avatar

Rezension zu "Samy" von Zdenka Becker

Samy - Zdenka Becker
Blausternvor 7 Monaten

Samy wächst in den 70er Jahren in der Slowakai auf. Er ist der unehelicher Sohn von der Slowakin Olga und einem Inder, der in Österreich lebt. Die beiden hatten während eines Berlinaufenthaltes eine kurze Affäre, aus der nicht mehr wurde. So hat Samy eine andere Hautfarbe, die ihn überall in seinem Leben zum Verhängnis wird. Seine Großeltern lehnen ihn ab, die Mutter schlägt sich allein durch. Im Kindergarten und in der Schule wird er wie ein Aussätziger behandelt. Seinen Vater lernt er kennen, auch der kann ihm keinen Halt geben, trotzdem er Psychiater ist. Sein Ex-Freund setzt ihm zu, und seine erste große Liebe wird ihm auch genommen. Schade, dass es seiner Mutter nie aufgefallen ist, wie schrecklich Samy unter all dem leidet und was wirklich in seinem Leben passiert. Lediglich ihre Freundin Hana ist ihm eine Hilfe. Aber das genügt nicht. So gerät Samy irgendwann auf die schiefe Bahn.
Die Geschichte soll auf einer wahren Begebenheit beruhen, was natürlich umso mehr berührt. Samy erlebt immer wieder, dass die Menschen ihm nicht wohlgesonnen sind, obwohl er nichts verbrochen hat. Er ist ein sympathischer Junge. Das prägt ihn und lässt ihn das Vertrauen in die Menschen verlieren, was dann zu einem ewigen Kreislauf wird. Das erschüttert einen sehr und ist sehr traurig. So ist es auch keine leichte Kost und nicht unbedingt zum nebenher lesen geeignet. Es macht äußerst nachdenklich. Samy sieht irgendwann keinen Ausweg mehr, und alles musste wohl so enden, obwohl man ihn da auch nicht ganz versteht. Wir erfahren aus dem Leben der sozialistischen Slowakai – Tschechesslowakai, und so manches Mal fragt man sich, ob man sich gerade dort befindet oder schon wieder in der Gegenwart. Das änderte sich laufend. Samy befand sich sein ganzes Leben auf der Suche. Eine sehr bewegende traurige Geschichte.

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chrikris avatar

Rezension zu "Samy" von Zdenka Becker

"Samy"
chrikrivor 8 Monaten

Kindergarten und Schule sind prägend, auch für "Samy".

Hier wird klar, das Kinder mit dunklerer Hautfarbe es immer schon schwer gehabt haben und es ist zu befürchten, das es auch so bleiben wird.

Razzismus und Fremdenhass ist auch heute noch ein Thema.

1970 oder 2018 !! Es hat sich nicht wirklich etwas verändert. Leider.

Dieses Buch bringt viele Emotionen zum Vorschein und regt zum Nachdenken an.

Auf jeden Fall keine Lektüre für so zwischendurch.

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lesefreude_books avatar

Rezension zu "Samy" von Zdenka Becker

Kein Platz für Samy
lesefreude_bookvor 8 Monaten

Samy schließt der Leser mit seiner Weltoffenheit und seiner zurückhaltenden Schüchternheit schnell ins Herz. Ein kleiner , der trotz der schwierigen Ausgangslage von seiner Mutter von ganzem Herzen geliebt wird.

Und dennoch wird Samy zu einer ganz schwierigen Zeit geboren. Sozialismus, der Fall des eisernen Vorhangs und die Angst vor Fremden (allen voran Roma) lässt Samy tagtäglich Abneigung und Anfeindung spüren.

Es ist ganz wundervoll wie ich mit „Samy“ mehr über die Geschichte des Nachbarlands Slowakei erfahren konnte. Dennoch musste ich während des Lesens für manche geschichtlichen Details und für eine zeitliche Einordnung das Internet zu Hilfe nehmen.

„Samy“ erstreckt sich über einen langen Zeitraum. Der Roman startet kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs und reicht bis in die aktuelle Zeit hinein. Mit mehr geschichtlicherem Hintergrundwissen hätten die Andeutungen der Autorin vermutlich gereicht, um die Abschnitte zeitlich einzuordnen. Ich musste immer wieder etwas nachforschen, was allerdings auch den positiven Nebeneffekt hatte, dass ich nun dadurch noch mehr gelernt habe.

Da ich erst vor kurzem „Abschied von Sidonie“ von Erich Hackl gelesen habe, war ich gedanklich immer auf der Such nach Parallelen. „Abschied von Sidonie“ erzählt die wahre Geschichte von einem Zigeunerbaby, das 1933 vor dem Steyrer Krankenhaus abgelegt wurde. Der Hass gegen die Roma in „Samy“ hat mich stark an das Buch erinnert.

Derartige Parallel zwischen einer Geschichten zur aktuellen Zeit und einer Geschichte rund um den Zweiten Weltkrieg zu sehen, jagt mir einen kalten Schauer über den Rücken. Ich möchte die Augen verschließen und mir einreden, dass Zdenka Becker nur einen fiktiven, grausamen Roman geschrieben hat. Doch erschreckend schnell wird mir bewusst, dass Zdenka Becker vermutlich gar nichts erfunden hat.

„Samy“ ist eine zutiefst berührende Geschichte von einem Jungen auf der verzweifelnden Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft. Blinder Rassismus und Fremdenhass, die den Leser verzweifelt zurücklassen. Nur ein Funken Hoffnungen bleibt, das derartige Schicksale verhindert beziehungsweise abgewendet werden können!

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Gespräche aus der Community

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Z

Am 7. Februar kommt mein neuer Roman "Samy" im Gmeiner Verlag heraus.

Diesen Roman zu schreiben, fiel mir nicht leicht, denn das Ereignis, das mich dazu bewogen hat, war für mich mit vielen tiefen Emotionen verbunden. Eine liebe Freundin, die ein Teil dieses Dramas war, erzählte mir immer und immer wieder die Details der wahren Geschichte ihrer besten Freundin, die ich natürlich stark verändert und in andere Länder mit anderen Ethnien verlegt habe. Und genauso wahr wie die Tragödie um die handelnden Personen ist, sind auch die Trauer und Wut, die sie bei mir und den Menschen, die die echte Olga und den echten Samy kannten, ausgelöst haben.


Inhaltsangabe:

Samy, der Sohn eines indischen Psychiaters, der in Wien lebt, wächst bei seiner slowakischen Mutter in der Nähe von Bratislava auf. Weil er dunkelhäutig ist und unter den slowakischen Kindern wie ein Roma-Junge aussieht, wird er von frühester Kindheit an mit Ablehnungen und Anfeindungen konfrontiert. Vor allem Harry, der Freund aus Kindertagen macht ihm sein Leben schwer. Wegen der schicksalhaften Verluste, die er erleidet – sein Vater, seine große Liebe Julia usw. - fühlt sich Samy entwurzelt. Er geht nach Wien seinen Vater zu suchen, wo auch Julia leben soll, aber auch dort erlebt er nur Enttäuschungen und Niederlagen. Seine fortschreitende Depression und Verzweiflung treiben ihn in die Hände der Drogendealer, doch der Rauschgiftkonsum und die Wahl falscher Freunde verschlimmern seinen psychischen Zustand noch mehr. Als Harry im Erwachsenenalter Leader einer Skinhead-Gruppe wird, spitzt sich für den schüchternen Samy die Situation dramatisch zu. In seiner Verzweiflung begeht er den größten Fehler seines Lebens.

 

Z
Letzter Beitrag von  zdenkavor 7 Monaten
Fein. Vielen Dank.
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