Zdenka Becker

 4,5 Sterne bei 82 Bewertungen
Autorin von Es ist schon fast halb zwölf, Ein fesches Dirndl und weiteren Büchern.
Autorenbild von Zdenka Becker (©Privat)

Lebenslauf

Zdenka Becker wurde in Tschechien geboren, wuchs in der Slowakei auf und übersiedelte 1975 nach Österreich. Sie ist Absolventin der Wirtschaftsuniversität in Bratislava, in Wien studierte sie am Dolmetschinstitut. Ehe sie sich dem kreativen Schreiben zuwandte, arbeitete sie als freie Journalistin, Übersetzerin, Dolmetscherin und unterrichtete in verschiedenen Kursen Deutsch als Fremdsprache. Der Faszination für fremde Länder, Menschen und unterschiedliche Sprachen folgend bereiste sie Europa, USA, Korea, Indien, China und Teile von Afrika, schätzt aber das Familienleben, den eigenen Garten, die Natur und die kleine Welt rundherum. Sie spricht fünf Sprachen, in denen sie auch denkt und träumt und fühlt sich in ihrem Dasein als Slowakin, Österreicherin, Europäerin und Weltbürgerin.

Alle Bücher von Zdenka Becker

Cover des Buches Ein fesches Dirndl (ISBN: 9783839223635)

Ein fesches Dirndl

(21)
Erschienen am 13.02.2019
Cover des Buches Es ist schon fast halb zwölf (ISBN: 9783990502204)

Es ist schon fast halb zwölf

(22)
Erschienen am 24.01.2022
Cover des Buches Samy (ISBN: 9783839222546)

Samy

(20)
Erschienen am 07.02.2018
Cover des Buches An einem anderen Ort (ISBN: 9783902717757)

An einem anderen Ort

(11)
Erschienen am 15.03.2024
Cover des Buches Der größte Fall meines Vaters (ISBN: 9783552062078)

Der größte Fall meines Vaters

(4)
Erschienen am 25.02.2013
Cover des Buches Tanzen im Kopf (ISBN: 9783990503041)

Tanzen im Kopf

(2)
Erschienen am 27.02.2026
Cover des Buches Die Töchter der Róza Bukovská (ISBN: 9783701743506)

Die Töchter der Róza Bukovská

(1)
Erschienen am 04.01.2013
Cover des Buches Taubenflug (ISBN: 9783854526452)

Taubenflug

(1)
Erschienen am 01.09.2009

Neue Rezensionen zu Zdenka Becker

Cover des Buches Tanzen im Kopf (ISBN: 9783990503041)
Anna_Lembergers avatar

Rezension zu "Tanzen im Kopf" von Zdenka Becker

Anna_Lemberger
das Leben einer 24h Pflegeperson

Die 66-jährige ausgebildete Krankenschwester Mara aus der Slowakei arbeitet als 24-Stunden-Pflegerin bei der ehemaligen Tänzerin Elvira, die an ALS erkrankt ist. Die eigentlich bereits pensionierte Pflegefachkraft kann zum einen den Verdienst gut gebrauchen, zum anderen ist sie froh, wenn sie sich von ihrem alkoholkranken Ehemann eine Auszeit nehmen kann. Mit ihrem  ausgeprägten Empathievermögen gewinnt Mara schnell das Vertrauen der knapp 50-jährigen, schwer kranken Frau und ihres an der häuslichen Pflege beteiligten Vaters. 

Die Autorin stellt zwei starke Frauen in den Fokus ihrer biografisch anmutenden Erzählung: Elvira, die sich nach anfänglicher, heftiger Auflehnung nun in ihre unheilbare Krankheit gefügt hat und dem verbleibenden Leben dennoch schöne Momente abtrotzt. An ihrer Seite steht unerschütterlich ihre Pflegerin Mara, die trotz ihrer eigenen bedrückenden Lebenssituation beginnt versucht der mittlerweile sprechunfähigen Klientin jeden Wunsch von den Augen abzulesen. 

Becker beleuchtet in ihrem Roman die oft unsichtbare Realität der 24-Stunden-Pflege: Sie erkämpfen sich ihre Freiheit, in dem sie ihre Heimat verlassen, um sich oftmals aber aber in der Ferne ihren Klienten und deren Angehörigen unterzuordnen.  

Ein feinfühliges und respektvolles Buch mit großem Tiefgang. Einzig die Wortwahl bei den pflegerischen Tätigkeiten – wie z. B. „Füttern“ statt „Anreichen von Nahrung“ oder „Wickeln“ anstatt einer professionellen Inkontinenzversorgung – ist etwas unglücklich gewählt. Diese Begriffe stehen im Kontrast zur ansonsten sehr wertschätzenden Darstellung der beiden starken Frauen. Trotz dieses kleinen Mankos ist es ein absolut gelungener, lesenswerter und gesellschaftskritischer Roman.


Cover des Buches Tanzen im Kopf (ISBN: 9783990503041)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Tanzen im Kopf" von Zdenka Becker

Bellis-Perennis
Ein berührender Roman von Ende und Neuanfang

Mara Balcovà hat bis zu ihrer Pensionierung in einem slowakischen Krankenhaus als Krankenschwester gearbeitet. Ihre Kinder sind erwachsen, der Ehemann ein Alkoholiker und die Pension gering. Sie macht nun das, was viele Frauen ihres Alters machen: Sie nimmt eine Stelle als 24-Stunden-Pflegekraft in Österreich an. Ihre neue Klientin ist Elvira, einst eine gefeierte Tänzerin und Choreografin, die vor drei Jahren die niederschmetternde Diagnos der tödlichen Nervenkrankheit ALS erhalten hat. Inzwischen ist ihr Körper vollständig gelähmt, dennoch nimmt sie rege an ihrer Umgebung teil. Sie kann nur mehr mit einen durch ihre Augenbewegungen gesteuerten Computer mit ihrer Umwelt kommunizieren, aber im Kopf tanzt sie noch immer.  

„Ich habe einen Vogel im Kopf. Er flattert in meinem Schädel herum und bringt alles durcheinander. Und er frisst, was er findet. Er frisst mein Gehirn. Die Hände und Füße sind dann machtlos. Sie tun nicht das, was der Verstand will.“  

Die Pflege von Elvira ist trotz aller technischer Hilfsmittel anspruchsvoll. Doch die beiden Frauen kommen einander näher, obwohl sie unter unterschiedlichen Vorraussetzungen aufgewachsen sind. Anders als ihre Kollegin Jolanka, mit der sich Mara alle zwei abwechselt, erzählt Mara Märchen, die sie aus ihrer Kindheit kennt. Für Jolanka ist der „Aufwand, den Mara mit Elvira treibt, völlig unnötig“. Vor allem, dass Elvira ihr Aussehen wichtig ist und es genießt, geschminkt zu werden, findet Jolanka unpassend. Daher freut sie sich immer, wenn Mara für die nächsten zwei Wochen die Pflege übernimmt. 

Mara und Fred, Elviras Vater, schenken der Elvira, die Vivi genannt, wird schöne Stunden. So wird mit dem Twin City Liner auf der Donau nach Bratislava gefahren oder ein Ausflug in die Wachau organisiert. Vivi hat eine Bucket-List, die sie gerne erledigen möchte, bevor sie sich dem Unvermeidlichen stellt. Ein Punkt ist der Besuch einer Freundin, die nach einem Bühnenunfall auf den Rollstuhl angewiesen ist und in London lebt. Doch Fliegen lässt Vivs Gesundheitszustand, der noch dazu durch die aktuelle Covid-Pandemie bedroht ist, nicht zu.  

Allerdings machen wir auch regelmäßig Abstecher in Maras Leben in ihrem Heimatort Modrany. Während sie zusätzlich Geld verdient, ergibt sich ihr Ehemann dem Alkohol. Als sie zu Weihnachten wegen des Dienstes nicht nach Hause kann, eskaliert die ohnehin angespannte Atmosphäre. Als dann wegen der Covid-Pandemie der mehrwöchige Lockdown verhängt wird, und Mara nicht nach Modrany fahren kann, fasst sie einen Entschluss ... 

Meine Meinung: 

Zdenka Becker spricht in diesem Roman gleich mehrere Themen an: Da ist z.B. die tägliche Arbeit der slowakischen Pflegekräfte bei ihren Klienten und Klientinnen, bei der sie häufig auch ausgenützt werden und zu Arbeiten herangezogen werden, die nicht im Vertrag stehen, oder die Entfremdung ihrer Ehemänner und Kinder in der Heimat. Gleichzeitig zeigt die Autorin, wie liebevoller und empathischer Umgang den Klienten und Klientinnen auch in aussichtlosen Fällen, ein wenig Lebensfreude schenken kann. Die rapide Verschlechterung Elviras Gesundheitszustandes betrübt auch Mara. Nicht nur, weil sie ihre Arbeit verlieren wird, sondern weil sie eine zutiefst empathische Person ist. 

Man kann sich nur wünschen, eine Mara als Pflegekraft zu bekommen, wenn es einmal notwendig sein sollte. 

Fazit:

Diesem berührenden Roman, der für mindestens eine Person ein neuer Anfang bedeutet, gebe ich gerne 5 Sterne und ein Leseempfehlung.

 

Cover des Buches An einem anderen Ort (ISBN: 9783902717757)
Klugscheissers avatar

Rezension zu "An einem anderen Ort" von Zdenka Becker

Klugscheisser
Zu Hause im Unterwegssein – Essays einer Lebensreise

In dieser Sammlung autobiographischer Essays mit dem Titel „An einem anderen Ort“ führt uns die Schriftstellerin Zdenka Becker auf 216 Seiten einmal rund um den Globus und durch ihr Leben. 

Geboren in Tschechien, aufgewachsen in der Slowakei und 1975 ausgewandert nach Österreich führen sie dann ihre meist literarisch motivierten Reisen auf alle Kontinente und sie wird zur Kosmopolitin.

Aus dem Blickwinkel der kultivierten Mitteleuropäerin mit großem Interesse und Verständnis für die Menschen, die sie trifft, erzählt uns Zdenka Becker von den verschiedensten Schicksalen, Begegnungen  und Situationen mit einer erstaunlichen Offenheit und Ehrlichkeit.

Sprachbegabt und -interessiert philosophiert sie über das Fremdsein, Fremdfühlen und Fremdbleiben, über das Ankommen und Nicht-Ankommen. Über die empfindliche Haut der Heimatsprache und die schützende Borke der neuen Sprache, des Deutschen, über Menschen aus anderen Ländern, die für sie Familie sind. Wo ist mein Herz, wo mein Kopf und wohin gehöre ich ? Und kommt am Ende dieses wunderschön gestalteten Buches zum Schluß „Ich bin zu Hause im Unterwegssein“.

Und das Unterwegssein beschenkt die Lesenden mit einer Fülle von Erlebnissen, Anekdoten, Perspektiven und Erkenntnissen. 

Gedanken über das Haus Europa und seine so verschiedenen Bewohner, die doch alle letztendlich nur die gleichen einfachen Träume haben, zu Freunden werden oder Feinde waren. Die Kindheit, der Genuß der kleinen Freuden des Lebens, Hoffnung und Enttäuschung nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, die Rolling Stones in Prag, die Donau die trennte und verband. 

Nicht alles war schlecht im Sozialismus und Vieles nicht so gut wie es von außen schien im Kapitalismus. Freiheit und Selbstbestimmung wollen gelernt sein und nicht jeder hat es geschafft.

Immer wieder Wortspiele, den Worten und der Sprache auf den Grund gehen, welche Ähnlichkeiten gibt es und welche Besonderheiten, wie ein Fisch im Wasser ist Zdenka Becker hier unterwegs.

Was ist typisch ? Für Österreicher, Tschechen, Slowaken, wer bin ich und wo bin ich wer ? Was ist Heimat, was Zuhause ? Reisen in die eigene Kindheit, in die Vergangenheit des Sozialismus.

Begegnungen sind es vor Allem, an denen Zdenka Becker liegt. Im Flugzeug, im Zug, nicht immer gewollt, nicht immer angenehm, oft überraschend anders, als erwartet, aber immer zutiefst menschlich. An keinem Schicksal geht sie vorüber.

Fremdenfeindlichkeit zweier Hunde in verschiedenen Kontinenten, die Ausbeutung des Planeten, weil alle immer alles wollen und das Messer mit der Aufschrift „Corona“, das die Gesellschaft und viele Leben zerschnitt.

Der Großvater mußte noch für den Kaiser kämpfen, harte körperliche Arbeit, Auswanderung, Heimkehr und erneut in den nächsten Krieg, Hoffnung auf und Enttäuschung durch den Sozialismus. Schicksale neben denen unsere heutigen Befindlichkeiten teilweise wie die quängelnder, verwöhnter Kinder wirken.

Auf den Reisen trifft sie John, der seine Tochter bei 9/11 verloren hat, eine alte Frau aus Albanien die nach 30 Jahren in den USA nur das Wort „Nice“ kennt, Katzen in IOWA, die laut Gesetz draußen angeleint sein müssen, ein verlorener junger Mann, der in einer Hippie-Kommune mit einem Kokain dealenden Vater aufwächst und voller Sehnsucht in die Normalität flieht.

Eine Schreibreise nach Venedig und Rom und viele Reisen zu literarischen Veranstaltungen nach Neu-Delhi in Indien, Helsinki in Finnland, Shanghai und Dublin in Irland mit den dazugehörigen Erlebnissen, Menschen und sonderbaren und bemerkenswerten Begebenheiten.

Vieles war nicht nur das reine Vergnügen, es war auch oder vor allem auch anstrengend, ermüdend, enttäuschend. So wie eben das Reisen ist, so wie das Leben ist. Doch wir Lesende können uns den Luxus leisten, all das bequem in unserem Zuhause in diesem liebevoll und ansprechend gestalteten Essay-Band nachzulesen. 

Die sensiblen Essays werden begleitet von farblich passend eingebetteten fotographischen Stilleben von Nikolaus Korab.

 

Gespräche aus der Community

Cover des Buches An einem anderen Ort
Z
zdenka

Zdenka Becker „spricht fünf Sprachen, in denen sie auch denkt und träumt. In ihrem Dasein fühlt sie sich als Slowakin, Österreicherin, Europäerin und Weltbürgerin“. So heißt es über die Autorin in der Zeitschrift „morgen“, in der sie die Europakolumne schreibt. In ihren Kolumnen reflektiert sie über das Reisen, vor allem aber über Begegnungen mit interessanten, oftmals andersdenkenden Menschen.

246 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Es ist schon fast halb zwölf
Z
zdenka

Macht der Erinnerung

Hilde und Karl könnten einen beschaulichen Lebensabend verbringen, wäre da nicht Karls zunehmende Demenz und die bevorstehende Übersiedlung ins Altersheim. Am Dachboden findet Hilde eines Tages eine Kiste mit alten Briefen - und während das Gedächtnis ihres Mannes immer mehr nachlässt, wird die Vergangenheit für Hilde umso lebendiger.

417 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Ein fesches Dirndl
Z
zdenka

Inhalt:

Wie lange dauert es, bis der innere Sturm, der während der Flucht in einem entsteht, verebbt? Wie lange dauert es, bis drohende Gefahr vergeht, ein sicherer Hafen in Sicht ist, bis man landet? Wie lange dauert es, bis Heimatgefühl entsteht, die verletzten Wurzeln regenerieren, sich mit der geborgten Erde vereinen, bis man die Sonne und den Mond entdeckt, aufblüht und gedeiht, bis man ein Teil des neuen Ganzen wird? Fragen über Fragen, die nur der beantworten kann, der die Flucht überlebt hat und bei sich angekommen ist.

Bea Burger, vor vielen Jahren nach Österreich immigriert, erlebt viele Stationen der Integration, kämpft gegen Bürokratie, verleugnet ihre Herkunft, wird krank, nimmt verschiedene Jobangebote an und wird schließlich Deutschlehrerin für Flüchtlinge. Je mehr sie sich mit Menschen beschäftigt, die ihr Zuhause verlassen haben, umso besser versteht sie ihre eigene Existenz. Sie, die vierzig Jahre gebraucht hat, sich als Österreicherin zu fühlen ohne über ihren Akzent und ihre eigene Identität nachzudenken, wird endlich „ein fesches Dirndl".

An meine Leser:

„Ein fesches Dirndl“ ist mein persönlichster Roman. Im Kopf begann ich ihn schon vor sehr langer Zeit zu schreiben. Damals war ich eine junge Frau, die Träume und gleichzeitig Ängste hatte, eine, die sich vornahm, das Leben „anderswo“ zu schaffen. Und trotzdem begann ich zuerst andere Geschichten zu erzählen. Erst nach 40 Jahren in Österreich war ich so weit, meine eigene Geschichte aufzuschreiben. Das Buch wird in wenigen Wochen erscheinen. Es ist all jenen gewidmet, die Ähnliches mitgemacht haben, offen für Neues sind und die das Fremde nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung ansehen.

278 BeiträgeVerlosung beendet

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