Zdenka Becker

 4,5 Sterne bei 70 Bewertungen
Autorin von Ein fesches Dirndl, Es ist schon fast halb zwölf und weiteren Büchern.
Autorenbild von Zdenka Becker (©Privat)

Lebenslauf von Zdenka Becker

Zdenka Becker wurde in Tschechien geboren, wuchs in der Slowakei auf und übersiedelte 1975 nach Österreich. Sie ist Absolventin der Wirtschaftsuniversität in Bratislava, in Wien studierte sie am Dolmetschinstitut. Ehe sie sich dem kreativen Schreiben zuwandte, arbeitete sie als freie Journalistin, Übersetzerin, Dolmetscherin und unterrichtete in verschiedenen Kursen Deutsch als Fremdsprache. Der Faszination für fremde Länder, Menschen und unterschiedliche Sprachen folgend bereiste sie Europa, USA, Korea, Indien, China und Teile von Afrika, schätzt aber das Familienleben, den eigenen Garten, die Natur und die kleine Welt rundherum. Sie spricht fünf Sprachen, in denen sie auch denkt und träumt und fühlt sich in ihrem Dasein als Slowakin, Österreicherin, Europäerin und Weltbürgerin.

Alle Bücher von Zdenka Becker

Cover des Buches Ein fesches Dirndl (ISBN: 9783839223635)

Ein fesches Dirndl

 (22)
Erschienen am 13.02.2019
Cover des Buches Es ist schon fast halb zwölf (ISBN: 9783990502204)

Es ist schon fast halb zwölf

 (21)
Erschienen am 24.01.2022
Cover des Buches Samy (ISBN: 9783839222546)

Samy

 (21)
Erschienen am 07.02.2018
Cover des Buches Der größte Fall meines Vaters (ISBN: 9783552062078)

Der größte Fall meines Vaters

 (4)
Erschienen am 25.02.2013
Cover des Buches Die Töchter der Róza Bukovská (ISBN: 9783701743506)

Die Töchter der Róza Bukovská

 (1)
Erschienen am 04.01.2013
Cover des Buches Taubenflug (ISBN: 9783854526452)

Taubenflug

 (1)
Erschienen am 01.09.2009

Neue Rezensionen zu Zdenka Becker

Cover des Buches Es ist schon fast halb zwölf (ISBN: 9783990502204)
Johanna_Paulinas avatar

Rezension zu "Es ist schon fast halb zwölf" von Zdenka Becker

Vergangenheit ruhen lassen oder aufarbeiten?
Johanna_Paulinavor 2 Monaten

Interessant, sowohl von dem Aufbau her als von der Geschichte. 


Zwei alte Menschen versuchen die Vergangenheit aufzuarbeiten oder sich zu  lösen von der Vergangenheit. Immer wieder kommen Unklarheiten an der Oberfläche. Es gibt ein verschwundenes Kind, usw. 

Zwischen den Zeilen liest man, wie sie beiden den zweiten Weltkrieg erlebt haben. Für mich war das interessant, weil ich wenig weiss von den Österreicher im Krieg. Sie fangen zusammen in Berlin an, und dann kehrt sie mit ihrer Tochter nach Österreich zurück, und er bleibt dort um in der Rüstungsindustrie (oder für den Krieg strategischer Industrie) zu arbeiten. Der Kontakt wird immer schwieriger, erstens weil vieles unplanbar ist, zweitens weil die Züge nicht mehr sehr viel fahren und drittens weil er fast keinen Urlaub bekommt. Nach der Krieg wird er in Österreich auch wieder "bestraft", weil er für die Deutschen gearbeitet hat. Obwohl es damals fast wenig alternativen hat. Am Anfang sind sie beiden recht pro-Hitler. Er ist der Mann, der endlich Aufschwung bringt. Aber im Laufe des Geschehens, wenn sie wieder in Österreich ist, geht sie immer mehr auf Distanz zum Nazi-gedanken. Am Anfang macht sie dort noch aktiv mit bei den Frauengruppen, aber je mehr gekämpft wird, je mehr sie sich fragt, für was das alles gut ist. Und wieso eigentlich "Bruder" bekämpft werden. Nach den Krieg geht ihr Leben weiter, und wird wenig über die Vergangenheit geredet. Nur über die Sachen die nachher passiert sind, wie das verschwundene Kind. Aber da bleiben für mich noch einige Fragen offen. 

Sehr schön finde ich die Zusammenhalt zwischen den Eheleuten. Obwohl er Alzheimer hat, bleibt sie ihn versorgen. 

Es gibt einige Erzählstränge, die für mich nicht immer gleich logisch sind, aber ja, sollte auch nicht. Am Ende wird einiges gelöst, aber nicht alles.


Die Geschichte ist sehr schön erzählt, und sehr interessant. Für mich war es eine Entdeckung und auch die Schriftstellerin hat mich sehr beeindruckt. Von ihr habe ich dann mehr Bücher noch gelesen, die mich sehr sicher nicht enttäuscht haben.

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Cover des Buches Es ist schon fast halb zwölf (ISBN: 9783990502204)
L

Rezension zu "Es ist schon fast halb zwölf" von Zdenka Becker

Ein historischer Roman, der auf vielen Ebenen funktioniert.
ludolpvor 8 Monaten

Hilde, die mit ihren dementkranken Mann lebt, findet eine Kiste mit Briefen. Diese Briefe dienen als Grundlage  für Zdenka Beckers aktuellen Roman. Durch diese Briefe lernt man die junge Hilde und den jungen Karl kennen. Von Beginn ihrer Beziehung  bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges bis zu dem Tag, an dem ihre Tochter Trude ihr Leben auf den Kopf stellt.

Es gelingt der Autorin, die Figuren sehr präzise zu zeichnen, ganz speziell was Hilde betrifft. Die junge Hilde hat eine andere Persönlichkeit als die in die Jahre gekommene Hilde.  Bei Karl ist es ähnlich, nur nicht so stark wie bei Hilde, weil er ja an Demenz leidet.

Eine weitere Ebene ist das Geschichtliche. Mit viel Detail schildert sie die Zeit zwischen 1939-1945.  Man kann richtig mitfühlen.

Ein besonderer Roman, den man eigentlich für die Bühne adaptieren sollte.

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Cover des Buches Es ist schon fast halb zwölf (ISBN: 9783990502204)
Literaturgalaxiens avatar

Rezension zu "Es ist schon fast halb zwölf" von Zdenka Becker

Briefe aus der Vergangenheit
Literaturgalaxienvor 8 Monaten

Hilde kümmert sich liebevoll um ihren an Demenz erkrankten Mann Karl, mit dem sie 70 Ehejahre verbinden. Kurz vor ihrem Umzug ins Altersheim bittet sie Markus, den Zivildiener, ihr die Kiste mit den alten Briefen vom Dachboden zu bringen. Denn Hilde hütet ein Geheimnis, von dem selbst Karl nichts weiß – aber an dieses muss sie sich  erst langsam  herantasten …

Zdenka Becker ist passiert, was wohl der Traum vieler Schriftsteller*innen ist – sie fand tatsächlich mehr als 500 Briefe und fast genauso viele Postkarten auf dem Dachboden ihres Hauses. Aus diesem echten Briefverkehr webte sie die  Geschichte rund um Hilde und Karl – jenem Ehepaar, das während der Kriegsjahre getrennt voneinander lebt, denn Karl arbeitet, da er zu Hause keine Arbeit fand, bei den Daimler-Werken in Ludwigsfelde, während Hilde – bis auf eine kurze gemeinsame Zeit in Berlin, in der auch ihre Tochter zur Welt kommt – in Fischbach bleibt. 


Leben während des Nationalsozialismus

Die Briefe und Postkarten lassen uns Lesende  nachvollziehen, wie es den beiden jungen Menschen in den Jahren 1938–1945 geht. Man merkt schon früh, dass Hilde alles andere als begeistert von diesem Hitler und seinen Eroberungsfeldzügen ist, dennoch  fügt sie sich, denn sie möchte eine brave  Ehefrau für ihren Karl sein, der in den ersten Kriegsjahren noch überzeugter Anhänger des Nationalsozialismus ist. 

Doch das Leben in Ludwigsfelde ist kein leichtes, Karl arbeitet viel, ist oft krank und vor allem viel zu dünn. Hilde wiederum muss mit der Schwester den heimatlichen Hof bewirtschaften, die Verantwortung für die Landwirtschaft, die geerbte Bäckerei und die Kinder wird den beiden bald zu viel. Als dann auch noch das Holz für den Winter ausgeht, nimmt das Schicksal seinen tragischen Lauf ...

Je weiter die Zeit voranschreitet, desto mehr Unausgesprochenes schwingt in den Briefen der beiden Liebenden mit – vor allem, als Karl nach der Verlegung der Daimler-Werke den Zwangsarbeitern aus dem KZ Neckarelz begegnet. Zdenka Becker hebt diese  Fäden behutsam auf und ergänzt nur sehr behutsam an einigen Stellen. 


Eine klare Leseempfehlung

„Es ist schon fast halb zwölf“ ist eine unglaublich schöne, zarte und zugleich erschütternde Geschichte eines jungen Ehepaares, das voneinander getrennt leben muss, weil die Zeiten es nicht anders zulassen. Eine Geschichte zweier Menschen, die Schuld auf sich geladen haben – eine Schuld, über die sie miteinander nie gesprochen haben  ...

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Gespräche aus der Community

Macht der Erinnerung

Hilde und Karl könnten einen beschaulichen Lebensabend verbringen, wäre da nicht Karls zunehmende Demenz und die bevorstehende Übersiedlung ins Altersheim. Am Dachboden findet Hilde eines Tages eine Kiste mit alten Briefen - und während das Gedächtnis ihres Mannes immer mehr nachlässt, wird die Vergangenheit für Hilde umso lebendiger.

Meine lieben Leser und Leserinnen, zwei wichtige Dinge führten dazu, dass ich diesen Roman begonnen habe zu schreiben: Wir fanden tatsächlich mehr als 500 Briefe aus der Kriegszeit auf dem Dachboden unseres Hauses und mehrere Dokumente über den gewaltsamen Tod einer Familienangehörigen. Das alles machte mich neugierig und ich begann zu recherchieren. Das, was ich herausgefunden habe und vieles mehr steht in dem Buch. Ich wünsche Euch Freude beim Lesen.

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Z
Letzter Beitrag von  zdenkavor 9 Monaten

Vielen Dank für die schöne Rezension und alles Gute weiterhin.

Inhalt:

Wie lange dauert es, bis der innere Sturm, der während der Flucht in einem entsteht, verebbt? Wie lange dauert es, bis drohende Gefahr vergeht, ein sicherer Hafen in Sicht ist, bis man landet? Wie lange dauert es, bis Heimatgefühl entsteht, die verletzten Wurzeln regenerieren, sich mit der geborgten Erde vereinen, bis man die Sonne und den Mond entdeckt, aufblüht und gedeiht, bis man ein Teil des neuen Ganzen wird? Fragen über Fragen, die nur der beantworten kann, der die Flucht überlebt hat und bei sich angekommen ist.

Bea Burger, vor vielen Jahren nach Österreich immigriert, erlebt viele Stationen der Integration, kämpft gegen Bürokratie, verleugnet ihre Herkunft, wird krank, nimmt verschiedene Jobangebote an und wird schließlich Deutschlehrerin für Flüchtlinge. Je mehr sie sich mit Menschen beschäftigt, die ihr Zuhause verlassen haben, umso besser versteht sie ihre eigene Existenz. Sie, die vierzig Jahre gebraucht hat, sich als Österreicherin zu fühlen ohne über ihren Akzent und ihre eigene Identität nachzudenken, wird endlich „ein fesches Dirndl".

An meine Leser:

„Ein fesches Dirndl“ ist mein persönlichster Roman. Im Kopf begann ich ihn schon vor sehr langer Zeit zu schreiben. Damals war ich eine junge Frau, die Träume und gleichzeitig Ängste hatte, eine, die sich vornahm, das Leben „anderswo“ zu schaffen. Und trotzdem begann ich zuerst andere Geschichten zu erzählen. Erst nach 40 Jahren in Österreich war ich so weit, meine eigene Geschichte aufzuschreiben. Das Buch wird in wenigen Wochen erscheinen. Es ist all jenen gewidmet, die Ähnliches mitgemacht haben, offen für Neues sind und die das Fremde nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung ansehen.

283 BeiträgeVerlosung beendet
W
Letzter Beitrag von  Waschbaerinvor 4 Jahren
Lange habe ich daran herumgedoktort. Jetzt steht meine Rezi. https://www.lovelybooks.de/autor/Zdenka-Becker/Ein-fesches-Dirndl-1874938510-w/rezension/2002180114/?showSocialSharingPopup=true Veröffentlicht wird - nachdem ich nochmals in Ruhe durchgelesen habe - auf weltbild, Thalia/buch.de, buecher.de, Lesejury und natürlich meiner fb Seite. Danke, dass ich dieses Buch lesen durfte.

Am 7. Februar kommt mein neuer Roman "Samy" im Gmeiner Verlag heraus.

Diesen Roman zu schreiben, fiel mir nicht leicht, denn das Ereignis, das mich dazu bewogen hat, war für mich mit vielen tiefen Emotionen verbunden. Eine liebe Freundin, die ein Teil dieses Dramas war, erzählte mir immer und immer wieder die Details der wahren Geschichte ihrer besten Freundin, die ich natürlich stark verändert und in andere Länder mit anderen Ethnien verlegt habe. Und genauso wahr wie die Tragödie um die handelnden Personen ist, sind auch die Trauer und Wut, die sie bei mir und den Menschen, die die echte Olga und den echten Samy kannten, ausgelöst haben.


Inhaltsangabe:

Samy, der Sohn eines indischen Psychiaters, der in Wien lebt, wächst bei seiner slowakischen Mutter in der Nähe von Bratislava auf. Weil er dunkelhäutig ist und unter den slowakischen Kindern wie ein Roma-Junge aussieht, wird er von frühester Kindheit an mit Ablehnungen und Anfeindungen konfrontiert. Vor allem Harry, der Freund aus Kindertagen macht ihm sein Leben schwer. Wegen der schicksalhaften Verluste, die er erleidet – sein Vater, seine große Liebe Julia usw. - fühlt sich Samy entwurzelt. Er geht nach Wien seinen Vater zu suchen, wo auch Julia leben soll, aber auch dort erlebt er nur Enttäuschungen und Niederlagen. Seine fortschreitende Depression und Verzweiflung treiben ihn in die Hände der Drogendealer, doch der Rauschgiftkonsum und die Wahl falscher Freunde verschlimmern seinen psychischen Zustand noch mehr. Als Harry im Erwachsenenalter Leader einer Skinhead-Gruppe wird, spitzt sich für den schüchternen Samy die Situation dramatisch zu. In seiner Verzweiflung begeht er den größten Fehler seines Lebens.

 

149 BeiträgeVerlosung beendet
Z
Letzter Beitrag von  zdenkavor 5 Jahren
Fein. Vielen Dank.

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von 29 Leser*innen aktuell gelesen

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