Samy

von Zdenka Becker 
4,3 Sterne bei19 Bewertungen
Samy
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Keine leichte Lektüre

Kritisch (1):
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Unangenehm, bedrückend und leider immer noch Realität.

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Inhaltsangabe zu "Samy"

Samy, der Sohn eines indischen Psychiaters aus Wien, wächst bei seiner slowakischen Mutter in der Nähe von Bratislava auf. Das Schicksal meint es nicht gut mit dem schüchternen Samy - sein Leben ist von Enttäuschungen und Niederlagen geprägt. Weil er dunkelhäutig ist, wird er von frühester Kindheit an mit Ablehnung und Anfeindungen konfrontiert. Vor allem Harry, sein Freund aus Kindertagen, macht ihm das Leben schwer. Als Harry im Erwachsenenalter Leader einer Skinhead-Gruppe wird, spitzt sich die Situation für Samy dramatisch zu ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839222546
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:264 Seiten
Verlag:Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum:07.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Blausterns avatar
    Blausternvor 5 Monaten
    Samy - Zdenka Becker

    Samy wächst in den 70er Jahren in der Slowakai auf. Er ist der unehelicher Sohn von der Slowakin Olga und einem Inder, der in Österreich lebt. Die beiden hatten während eines Berlinaufenthaltes eine kurze Affäre, aus der nicht mehr wurde. So hat Samy eine andere Hautfarbe, die ihn überall in seinem Leben zum Verhängnis wird. Seine Großeltern lehnen ihn ab, die Mutter schlägt sich allein durch. Im Kindergarten und in der Schule wird er wie ein Aussätziger behandelt. Seinen Vater lernt er kennen, auch der kann ihm keinen Halt geben, trotzdem er Psychiater ist. Sein Ex-Freund setzt ihm zu, und seine erste große Liebe wird ihm auch genommen. Schade, dass es seiner Mutter nie aufgefallen ist, wie schrecklich Samy unter all dem leidet und was wirklich in seinem Leben passiert. Lediglich ihre Freundin Hana ist ihm eine Hilfe. Aber das genügt nicht. So gerät Samy irgendwann auf die schiefe Bahn.
    Die Geschichte soll auf einer wahren Begebenheit beruhen, was natürlich umso mehr berührt. Samy erlebt immer wieder, dass die Menschen ihm nicht wohlgesonnen sind, obwohl er nichts verbrochen hat. Er ist ein sympathischer Junge. Das prägt ihn und lässt ihn das Vertrauen in die Menschen verlieren, was dann zu einem ewigen Kreislauf wird. Das erschüttert einen sehr und ist sehr traurig. So ist es auch keine leichte Kost und nicht unbedingt zum nebenher lesen geeignet. Es macht äußerst nachdenklich. Samy sieht irgendwann keinen Ausweg mehr, und alles musste wohl so enden, obwohl man ihn da auch nicht ganz versteht. Wir erfahren aus dem Leben der sozialistischen Slowakai – Tschechesslowakai, und so manches Mal fragt man sich, ob man sich gerade dort befindet oder schon wieder in der Gegenwart. Das änderte sich laufend. Samy befand sich sein ganzes Leben auf der Suche. Eine sehr bewegende traurige Geschichte.

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    chrikris avatar
    chrikrivor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Keine leichte Lektüre
    "Samy"

    Kindergarten und Schule sind prägend, auch für "Samy".

    Hier wird klar, das Kinder mit dunklerer Hautfarbe es immer schon schwer gehabt haben und es ist zu befürchten, das es auch so bleiben wird.

    Razzismus und Fremdenhass ist auch heute noch ein Thema.

    1970 oder 2018 !! Es hat sich nicht wirklich etwas verändert. Leider.

    Dieses Buch bringt viele Emotionen zum Vorschein und regt zum Nachdenken an.

    Auf jeden Fall keine Lektüre für so zwischendurch.

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    lesefreude_books avatar
    lesefreude_bookvor 6 Monaten
    Kein Platz für Samy

    Samy schließt der Leser mit seiner Weltoffenheit und seiner zurückhaltenden Schüchternheit schnell ins Herz. Ein kleiner , der trotz der schwierigen Ausgangslage von seiner Mutter von ganzem Herzen geliebt wird.

    Und dennoch wird Samy zu einer ganz schwierigen Zeit geboren. Sozialismus, der Fall des eisernen Vorhangs und die Angst vor Fremden (allen voran Roma) lässt Samy tagtäglich Abneigung und Anfeindung spüren.

    Es ist ganz wundervoll wie ich mit „Samy“ mehr über die Geschichte des Nachbarlands Slowakei erfahren konnte. Dennoch musste ich während des Lesens für manche geschichtlichen Details und für eine zeitliche Einordnung das Internet zu Hilfe nehmen.

    „Samy“ erstreckt sich über einen langen Zeitraum. Der Roman startet kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs und reicht bis in die aktuelle Zeit hinein. Mit mehr geschichtlicherem Hintergrundwissen hätten die Andeutungen der Autorin vermutlich gereicht, um die Abschnitte zeitlich einzuordnen. Ich musste immer wieder etwas nachforschen, was allerdings auch den positiven Nebeneffekt hatte, dass ich nun dadurch noch mehr gelernt habe.

    Da ich erst vor kurzem „Abschied von Sidonie“ von Erich Hackl gelesen habe, war ich gedanklich immer auf der Such nach Parallelen. „Abschied von Sidonie“ erzählt die wahre Geschichte von einem Zigeunerbaby, das 1933 vor dem Steyrer Krankenhaus abgelegt wurde. Der Hass gegen die Roma in „Samy“ hat mich stark an das Buch erinnert.

    Derartige Parallel zwischen einer Geschichten zur aktuellen Zeit und einer Geschichte rund um den Zweiten Weltkrieg zu sehen, jagt mir einen kalten Schauer über den Rücken. Ich möchte die Augen verschließen und mir einreden, dass Zdenka Becker nur einen fiktiven, grausamen Roman geschrieben hat. Doch erschreckend schnell wird mir bewusst, dass Zdenka Becker vermutlich gar nichts erfunden hat.

    „Samy“ ist eine zutiefst berührende Geschichte von einem Jungen auf der verzweifelnden Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft. Blinder Rassismus und Fremdenhass, die den Leser verzweifelt zurücklassen. Nur ein Funken Hoffnungen bleibt, das derartige Schicksale verhindert beziehungsweise abgewendet werden können!

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    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Unangenehm, bedrückend und leider immer noch Realität.
    Rezension: Samy

    In Zdenka Beckers Roman "Samy" lernen wir den zu Beginn kleinen Samy kennen und mit ihm seine Familie. Seine Mutter Olga wuchs zusammen mit ihrer besten Freundin Viera in der Slowakei auf: beide Mädchen verband stets eine tiefe Freundschaft, was sich aber in einigen Jahren ändern sollte, als Vieras Söhne zu Neonazis herangewachsen sind und Olgas Sohn, der mit seiner Hautfarbe nicht ins Bild der Gemeinde passt, penetrant diskriminieren und zusammenschlagen. Samys Vater ist ein österreichischer Arzt, der gebürtiger Inder ist, und Samy wächst so ohne einen richtigen Sinn für Identität auf. Wer ist er? Österreicher? Inder? Oder Slovake? Womit kann er sich identifizieren?


    Dadurch, dass Olga ihm nur häppchenweise die Wahrheit erklärt, dass ihre Eltern seinen Vater genausowenig akzeptieren würden wie sie ihn akzeptieren - nämlich zunächst gar nicht. Samy wächst in einem schwierigen Umfeld heran: Mobbing und Prügel in der Schule, daheim eine Mutter, deren Erziehung inkonsequenter kaum sein könnte, und dann noch Großeltern, die bereits bei Samys Geburt gesagt haben, dass Olga nicht länger ihre Tochter ist - also Samy von Grund auf nicht akzeptieren. Bei den seltenen Besuchen wird Samy anfangs vom Großvater völlig ignoriert; er wächst aus diesen Verhältnissen zu einem depressiven, missmutigen Jugendlichen heran, der sich für nichts begeistern kann und weder Arbeit noch Hobbys hat. Olgas bescheidene Versuche, ihren Sohn zu erreichen, scheitern kläglich. Und am Ende geschieht das, was geschehen musste.

    "Der Papa wird es nicht überleben, eine solche Schande, seine einzige gesunde Tochter ist eine ledige Mutter und noch dazu mit einem schwarzen Kind. Es wird ihm das Herz brechen. Er wird sicher bald sterben, und du allein bist dafür verantwortlich."

    Ein bedrückender Roman mit einer seltsamen Grundstimmung. Olgas Eltern und auch die gesamte Umgebung wirkt rückständig, scheint Rassismus doch an der Tagesordnung zu sein. Aber so ist es leider in der Realität noch immer. Die sozialistische Ideologie in Bratislava macht es Olga schwer, mit ihrem Sohn akzeptiert zu werden. Stets ist sie die Verstoßene, über sie wird getuschelt und getratscht. Dass sie einen Mann aus dem Westen liebt - undenkbar.

    Zdenka Becker zeichnet hier ein trauriges Familienportrait, das sich so oder so ähnlich garantiert schon irgendwo auf der Welt abgespielt hat, so traurig es ist. Man findet gut in die Geschichte hinein, doch etwas fehlt mir - der Punkt der Identifikation. Mit keinem der Charaktere konnte ich mich identifizieren, es war stets ein "von oben Zuschauen". Manche Passagen kamen mir seltsam vor, wenn in wörtlicher Rede ausschweifige Phrasen verwendet wurden, die so kein Mensch sagen würde - so gab es auch eine Stelle, wo der noch junge Samy mit seinen vielleicht acht Jahren Sätze sagt, die völlig unglaubwürdig erscheinen. 

    "[...] ich finde es sehr traurig, dass alle, sogar deine Kinder, Samys Hautfarbe mehr interessiert als das, was ihn tatsächlich ausmacht. [...] Hast du ihnen einmal gesagt, dass ein Mensch ein Mensch ist, egal, wie er aussieht?"

    Fazit: "Samy" war einfach nicht mein Buch. Natürlich, die aufgegriffenen Themen sind immer noch aktuell und immens wichtig, aber mir hat die Erzählweise nicht hundertprozentig zugesagt, es war auch mehr ein "Erzählen statt Zeigen". Große Emotionen wurden erklärt, statt die Charaktere sie einfach ausleben zu lassen. Vielleicht lag es auch nur am Zeitpunkt meiner Lektüre, für manche Bücher braucht man als Leser den Moment, wo alles passt und man sich voll auf ein Buch einlassen kann. Das war bei "Samy" leider nicht der Fall. Ich hatte das Gefühl, dass Zdenka Becker hier nur an der Oberfläche kratzt, sehr gern hätte ich mehr aus Samys Gefühlswelt erfahren. 

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    schlumelines avatar
    schlumelinevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: „Samy“ ist eine Geschichte die aufwühlt und dem Leser vor Augen führt wie leichtfertig der Mensch oft mit anderen Personen umgeht...
    Samy...

    Olga wächst vor der Wende in Bratislava auf. Der Kommunismus ist ihr bis dahin in Fleisch und Blut übergegangen. Nach Beendigung ihres Studiums lernt sie bei einer Reise nach Westberlin einen indischen Psychiater aus Wien kennen und lieben. Die Leidenschaft der Liebenden bleibt nicht ohne Folgen und so bringt Olga einige Zeit später in ihre Heimat den Jungen Samy zur Welt. Ihre Eltern sind über die dunkle Hautfarbe des Jungen entsetzt. Der Kontakt zu ihnen bricht ab. Olga schlägt sich mit dem Kind alleine durch, findet Unterkunft und Arbeit und immer wieder auch Unterstützung bei ihrer Freundin Hana. Diese ist auch für Samy stets da. Leider aber scheint Hana die einzige Person zu sein, die merkt wie schwer es Samy hat. Schon im Kindergarten wird er ausgegrenzt, in der Schule gemobbt und verprügelt. Sein ganzes Leben wird durch die Tatsache geprägt, dass er anders ist. Auch zum Vater, der zunächst überhaupt nichts davon weiß, dass er einen Sohn hat, kann Samy keine Nähe aufbauen. Auch wenn dies zunächst seinem eigenen Verhalten geschuldet ist, so gibt sich auch der Vater als Psychiater nicht gerade große Mühe für seinen Sohn da zu sein.

     

    „Samy“ ist eine Geschichte aus dem Leben. Laut der Autorin Zdenka Becker ist die Tragödie rund um Samy eine wahre Begebenheit. Dies erschüttert den Leser umso mehr, denn Samy ist zunächst ein sympathisches Kind und er entwickelt sich zu einem netten jungen Mann. Allerdings tut er sich schwer mit seinen Lebenserfahrungen. Sie erschweren ihm den Umgang mit anderen Menschen, auch wenn diese ihm wohl gesonnen sind. Zu seiner Orientierungslosigkeit tragen neben der Hautfarbe auch die sich mit der Wende verändernden Lebensumstände bei. So steuert sein Leben mehr und mehr in die Ausweglosigkeit und der Leser begleitet ihn dabei.

     

    Die Autorin präsentiert ihre Geschichte in Rückblicken. Dabei springt sie in der Zeit gerne hin und her, aber es fällt nicht schwer ihr dabei zu folgen.

     

    „Samy“ ist eine Geschichte die aufwühlt und dem Leser vor Augen führt wie leichtfertig der Mensch oft mit anderen Personen umgeht und wie schwer er es ihnen damit macht.

     

    Copyright © 2018 by Iris Gasper

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    NeriFeevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Die Geschichte von Samy spiegelt die bittere Realität wieder.
    Wachrüttelnd und emotional

    Ich bin schnell in die Geschichte gekommen und konnte mich ähnlich schnell mit den Charakteren identifizieren. Der Autorin gelingt es, den Leser in den Bann zu ziehen. Samy ist ein sehr liebenswerter, kleiner Junge, der mir sofort ans Herz gewachsen ist. Der Schreibstil ist flüssig, emotional und treffend. Die Handlungen waren durchweg nachvollziehbar und verständlich.

    Inhalt (Gmeiner Verlag)

    Samy, der Sohn eines indischen Psychiaters aus Wien, wächst bei seiner slowakischen Mutter in der Nähe von Bratislava auf. Das Schicksal meint es nicht gut mit dem schüchternen Samy – sein Leben ist von Enttäuschungen und Niederlagen geprägt. Weil er dunkelhäutig ist, wird er von frühester Kindheit an mit Ablehnung und Anfeindungen konfrontiert. Vor allem Harry, sein Freund aus Kindertagen, macht ihm das Leben schwer. Als Harry im Erwachsenenalter Leader einer Skinhead-Gruppe wird, spitzt sich die Situation für Samy dramatisch zu.

    Bis zum Ende hoffte ich auf einen positiven Abschluss, auf einen guten Ausgang fpr Samy. Das zeigt, wie nah mir die Geschichte, dass Schicksal des Jungen ging. Ich konnte ganz in die Geschichte eintauchen.

    Das Cover gefiel mir nicht ganz so gut. Es ist schlicht, was ich grundsätzlich mag, mir fehlte aber das gewisse Etwas.

    Das Buch, die Geschichte und auch der Charakter von Samy selbst, regen zum Nachdenken an. Und wenn ein Buch das schafft, muss es gut gewesen sein. Es gelingt der Autorin wachzurütteln, die fürchterlichen Spiralen von Rassismus und Gewalt zu zeichnen und den Leser geprägt zurück zu lassen. 

    Ich danke der Autorin und dem Gmeiner-Verlag für die Bereitstellung des Exemplaren. 

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    Diana182vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Roman, der mich sehr berührt hat!
    Samy - ein berührender Roman

    Das Cover zeigt einen kleinen Jungen, der einen Weg entlang rennt. Dieses Bild machte mich direkt neugierig und ich wollte mehr über die enthaltene Geschichte wissen.


    Der Klappentext weckte ebenso schnell mein Interesse und so musste ich direkt mit dem lesen beginnen. Auch wenn die Geschichte fiktiv zu sein scheint, ist sie an ein reales Ereignis angelehnt, welches die Autorin hier niederschreibt.


    Der Einstig in das Buch gelang mir nicht schwer. Schon nach wenigen Zeilen hatte mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich erfolgte sie mit wechselnden Gefühlen. Hier wird wirklich eine breite Palette an Emotionen angesprochen, welche mich auf eine wahre Achterbahnfahrt schickte.


    Samy habe ich schnell ins Herz geschlossen. Er wirkt direkt menschlich und authentisch und auf mich sehr sympathisch. Aber auch die anderen Figuren entwickeln schnell ein Eigenleben und werden passend skizziert.


    Die Autorin besitzt einen angenehmen, flüssigen Schreibstil, welcher sehr gut durch die Geschichte führt. Stets konnte ich mir alles sehr gut vorstellen und den Handlungen folgen.


    Stets wollte ich weiter lesen und mehr über Samys Schicksal erfahren. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt eine Vorstellung, was mich am Ende erwarten würde- hoffte aber sehr auf einen positiven Ausklang mit kleinem Hoffnungsschimmer für die weitere Zukunft.


    Mein Fazit:
    Ein Roman über eine Lebensgeschichte, welche mich sehr berührt hat und stets zum Nachdenken anregte. Leider ist dieses Schicksal heute sehr oft bittere Realität und Rassismus allgegenwärtig. Dieser Roman soll wachrütteln und die Menschen für ihre Mitmenschen sensibilisieren.

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    Mattdervor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Samy wird in eine Welt geboren wo ihn aufgrund seiner Haut Farbe Hass und Fremdenfeindlichkeit entgegen schlägt
    Sehr interessante Geschichte

    Zdenka Becker hat einen wahren, sehr ähnlichen Fall, als Grundgerüst für ihr neues Buch "Samy" angewendet. Diese Aussage hat mich umso betroffener gemacht, denn in diesem Roman geht es um Rassismus in vielen Formen. Der Inhalt macht bestürzt und nachdenklich und hält uns allen einen Spiegel vor.

    Die Geschichte beginnt vor der Wende in der kommunistischen Tschechoslowakei, genauer in Bratislava, der heutigen Hauptstadt der Slowakei. Dort wurde auch die Autorin geboren und gibt uns deshalb einen sehr authentischen Blick in die Zeit von 1970 bis heute.

    Samy Slowak ist der uneheliche Sohn einer tschechischen und linientreuen Studentin und einem indischen Medizinstudenten, der in Wien lebt und studiert. Die beiden lernen sich in Ostberlin kennen, doch der Kontakt bricht nach einer kurzen Romanze ab. Olga stellt fest, dass sie schwanger ist und zieht ihren Sohn alleine auf.
    Als Mischlingskind mit dunkler Hautfarbe wird er von klein auf abgelehnt. Sogar seine Großeltern wollen anfangs nichts mit dem Kind zu tun haben. Die immer wiederkehrende Feindseligkeit gegen "Zigeuner", wie Samy oft beschimpft wird, erfährt er bereits als Kleinkind und versteht sie nicht. Egal ob im Kindergarten, wo die Kindergärtnerin die Ausgrenzung bewusst herbeiführt, als auch in der Schule, bleibt Samy ein Außenseiter. Olga, seine Mutter, die nach der Wende als Sozialarbeiterin mit sozial schwachen Kindern, die auf die schiefe Bahn geraten zu tun hat, erkennt die Nöte und Hilflosigkeit ihres eigenes Sohnes nicht. Sie verharmlost das Verhalten der anderen Kinder ebenso, wie die der Erwachsenen. Dies macht den Leser sprachlos! Samy hat eigentlich von Anfang an keine Chance, obwohl er ein aufgeweckter und intelligenter Junge ist. Alleine durch sein andersartiges Aussehen ist er immer derjenige, der Schwierigkeiten macht und sofort als Täter abgestempelt wird.
    Einzig die kurze Zeit mit seiner Freundin verschafft ihm etwas Glück und sein Selbstvertrauen wird gestärkt. Aber auch dieser Liebe stehen andere Menschen negativ gegenüber...

    Samys Suche nach seiner Identität, nach Liebe und Freundschaft, wird ihm immer wieder unmöglich gemacht. Diese erschütternde Geschichte macht sprachlos und traurig.
    Immer wieder findet man Parallelen zur heutigen Zeit - die Verhaltensweisen vieler Menschen hat sich seit der 1970er nicht wirklich verändert.

    Einzig der zu schnelle Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der oft übergangslos mitten im Geschehen passierte, hat mich öfters verwirrt zurückgelassen. So wurde man hin und wieder unsanft aus der Geschichte gerissen. Auch zum Ende hin konnte ich Samys Verhalten nicht mehr ganz verstehen, der sich der Wirklichkeit immer mehr entfernte. Trotzdem lässt dieser Roman von Zdenka Becker den Leser erschütternd und sprachlos zurück. Ich wünsche der Autorin viele Leser für ihre eindringliche Geschichte!

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    Lilith79vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Eine bewegende Lebensgeschichte basierend auf realen Ereignissen
    Eine bewegende Lebensgeschichte basierend auf realen Ereignissen

    "Samy" ist der Titelheld von Zdenka Beckers Roman, der dem Buch auch gleich den Namen gibt. Am Anfang des Buches liegt Samy im Krankenhaus, offenbar hat es eine Art Unfall gegeben, aber Samy ist kaum ansprechbar und erinnert sich an nichts. Die Psychologin Hana, die Samy seit Jahren kennt, versucht ihm die Ereignisse zu entlocken und einen Zugang zu ihm zu finden. Entlang dieser Ereignisse wird die schwierige Lebensgeschichte von Samy erzählt, bis hin zu dem tragischen Ende der Geschehnisse.

    Samy wächst in der damaligen Slowakei auf, seine Mutter ist Slowakin, sein Vater ein Österreicher indischer Herkunft, den seine Mutter auf einem seltenen Westberlinbesuchs während eines Kongresses kennen gelernt hat und mit dem sie eine kurze aber intensive Affäre hat. Das Ergebnis davon ist Samy, der als einziger dunkelhäutiger Junge in seiner Umgebung in der Slowakei mit so einigen Anfeindungen zu leben hat. Besonders viel zu schaffen macht ihm sein ehemaliger Jugendfreund Harry zu schaffen und leider schafft es Samy nicht über die Kränkungen der Kindheit hinweg zukommen, so dass er sich je älter er wird immer mehr in einem Strudel der Hoffnungslosigkeit verfängt.

    Das Leben von Samy wird von früher Kindheit an erzählt, bis hin zu seinem Leben als Jugendlicher und als junger Erwachsener. Aber auch die Lebensgeschichte seiner Mutter Olga bekommt viel Raum und ich fand es besonders interessant auch Einiges über den Kommunismus und das Leben in der Slowakei zu erfahren. Man merkt, dass die slowakisch-österreicherische Autorin dort auf sehr viele eigene Erfahrungen zurückgreifen kann.

    Das Buch basiert anscheinend auf realen Ereignissen und manchmal merkt man das finde ich am Erzählstil, der ein bisschen wie eine Fallgeschichte daherkommt, was mich aber nicht gestört hat.

    Samys Lebensgeschichte und wie ihm sein Leben immer weiter entgleitet wird anschaulich und bewegend geschildert und viele Ereignisse des Buches lassen einen wütend und betroffen zurück, deswegen hat es mir insgesamt sehr gut gefallen.

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    tinstampvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Erschütternd, verstörend und leider noch immer brandaktuell. Kein einfacher Roman, der einem wütend, traurig und sprachlos zurücklässt.
    Leider noch immer Realität

    Zdenka Becker hat einen wahren, sehr ähnlichen Fall, als Grundgerüst für ihr neues Buch "Samy" angewendet. Diese Aussage hat mich umso betroffener gemacht, denn in diesem Roman geht es um Rassismus in vielen Formen. Der Inhalt macht bestürzt und nachdenklich und hält uns allen einen Spiegel vor.

    Die Geschichte beginnt vor der Wende in der kommunistischen Tschechoslowakei, genauer in Bratislava, der heutigen Hauptstadt der Slowakei. Dort wurde auch die Autorin geboren und gibt uns deshalb einen sehr authentischen Blick in die Zeit von 1970 bis heute.

    Samy Slowak ist der uneheliche Sohn einer tschechischen und linientreuen Studentin und einem indischen Medizinstudenten, der in Wien lebt und studiert. Die beiden lernen sich in Ostberlin kennen, doch der Kontakt bricht nach einer kurzen Romanze ab. Olga stellt fest, dass sie schwanger ist und zieht ihren Sohn alleine auf.
    Als Mischlingskind mit dunkler Hautfarbe wird er von klein auf abgelehnt. Sogar seine Großeltern wollen anfangs nichts mit dem Kind zu tun haben. Die immer wiederkehrende Feindseligkeit gegen "Zigeuner", wie Samy oft beschimpft wird, erfährt er bereits als Kleinkind und versteht sie nicht. Egal ob im Kindergarten, wo die Kindergärtnerin die Ausgrenzung bewusst herbeiführt, als auch in der Schule, bleibt Samy ein Außenseiter. Olga, seine Mutter, die nach der Wende als Sozialarbeiterin mit sozial schwachen Kindern, die auf die schiefe Bahn geraten zu tun hat, erkennt die Nöte und Hilflosigkeit ihres eigenes Sohnes nicht. Sie verharmlost das Verhalten der anderen Kinder ebenso, wie die der Erwachsenen. Dies macht den Leser sprachlos! Samy hat eigentlich von Anfang an keine Chance, obwohl er ein aufgeweckter und intelligenter Junge ist. Alleine durch sein andersartiges Aussehen ist er immer derjenige, der Schwierigkeiten macht und sofort als Täter abgestempelt wird.
    Einzig die kurze Zeit mit seiner Freundin verschafft ihm etwas Glück und sein Selbstvertrauen wird gestärkt. Aber auch dieser Liebe stehen andere Menschen negativ gegenüber...

    Samys Suche nach seiner Identität, nach Liebe und Freundschaft, wird ihm immer wieder unmöglich gemacht. Diese erschütternde Geschichte macht sprachlos und traurig.
    Immer wieder findet man Parallelen zur heutigen Zeit - die Verhaltensweisen vieler Menschen hat sich seit der 1970er nicht wirklich verändert.

    Einzig der zu schnelle Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der oft übergangslos mitten im Geschehen passierte, hat mich öfters verwirrt zurückgelassen. So wurde man hin und wieder unsanft aus der Geschichte gerissen. Auch zum Ende hin konnte ich Samys Verhalten nicht mehr ganz verstehen, der sich der Wirklichkeit immer mehr entfernte. Trotzdem lässt dieser Roman von Zdenka Becker den Leser erschütternd und sprachlos zurück. Ich wünsche der Autorin viele Leser für ihre eindringliche Geschichte!

    Fazit:
    Erschütternd, verstörend und leider noch immer brandaktuell. Kein einfacher Roman, der einem wütend, traurig und sprachlos zurücklässt.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Z

    Am 7. Februar kommt mein neuer Roman "Samy" im Gmeiner Verlag heraus.

    Diesen Roman zu schreiben, fiel mir nicht leicht, denn das Ereignis, das mich dazu bewogen hat, war für mich mit vielen tiefen Emotionen verbunden. Eine liebe Freundin, die ein Teil dieses Dramas war, erzählte mir immer und immer wieder die Details der wahren Geschichte ihrer besten Freundin, die ich natürlich stark verändert und in andere Länder mit anderen Ethnien verlegt habe. Und genauso wahr wie die Tragödie um die handelnden Personen ist, sind auch die Trauer und Wut, die sie bei mir und den Menschen, die die echte Olga und den echten Samy kannten, ausgelöst haben.


    Inhaltsangabe:

    Samy, der Sohn eines indischen Psychiaters, der in Wien lebt, wächst bei seiner slowakischen Mutter in der Nähe von Bratislava auf. Weil er dunkelhäutig ist und unter den slowakischen Kindern wie ein Roma-Junge aussieht, wird er von frühester Kindheit an mit Ablehnungen und Anfeindungen konfrontiert. Vor allem Harry, der Freund aus Kindertagen macht ihm sein Leben schwer. Wegen der schicksalhaften Verluste, die er erleidet – sein Vater, seine große Liebe Julia usw. - fühlt sich Samy entwurzelt. Er geht nach Wien seinen Vater zu suchen, wo auch Julia leben soll, aber auch dort erlebt er nur Enttäuschungen und Niederlagen. Seine fortschreitende Depression und Verzweiflung treiben ihn in die Hände der Drogendealer, doch der Rauschgiftkonsum und die Wahl falscher Freunde verschlimmern seinen psychischen Zustand noch mehr. Als Harry im Erwachsenenalter Leader einer Skinhead-Gruppe wird, spitzt sich für den schüchternen Samy die Situation dramatisch zu. In seiner Verzweiflung begeht er den größten Fehler seines Lebens.

     

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    Letzter Beitrag von  zdenkavor 5 Monaten
    Fein. Vielen Dank.
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