Zeruya Shalev

 4 Sterne bei 551 Bewertungen
Autorin von Liebesleben, Mann und Frau und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Zeruya Shalev

Zeruya Shalev kam am 13.04.1959 im Kibbuz Kinneret am See Genezaretz in Galiläa zur Welt und wuchs in Beit Berl auf. Sie ist die Tochter einer Malerin und Kunstdozentin und eines Literaturkritikers und Bibelgelehrten. Sie ist außerdem die Cousine von Meir Shalev. Nach ihrer Zeit beim Militär als Sozialarbeiterin studierte sie Bibelwissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem. Heute arbeitet sie als freie Autorin und Verlagslektorin in Jerusalem und wohnt dort mit ihrem Mann Eyal Megged und drei Kindern. Berühmt wurde sie mit ihren zwei internationalen Bestsellern Liebesleben und Mann und Frau. Späte Familie bildet den Abschluss der Trilogie über die moderne Liebe. Im Januar 2004 wurde Zeruya Shalev unweit ihres Hauses durch ein Selbstmordattentat schwer verletzt, als ein voll beladener Bus neben ihr explodierte und neun Menschen ums Leben kamen. Im September 2015 kam ihr Werk "Schmerz" auf den deutschssprachigen Buchmarkt. Im Jahr 2021 erschien ihr Buch "Schicksal".

Neue Bücher

Cover des Buches Schicksal (ISBN: 9783827011862)

Schicksal

 (44)
Neu erschienen am 31.05.2021 als Hardcover bei Berlin Verlag.
Cover des Buches Schicksal (ISBN: 9783869524801)

Schicksal

 (10)
Neu erschienen am 31.05.2021 als Hörbuch bei OSTERWOLDaudio.

Alle Bücher von Zeruya Shalev

Cover des Buches Liebesleben (ISBN: 9783833309199)

Liebesleben

 (255)
Erschienen am 11.06.2013
Cover des Buches Mann und Frau (ISBN: 9783570907351)

Mann und Frau

 (103)
Erschienen am 16.04.2010
Cover des Buches Späte Familie (ISBN: 9783827072290)

Späte Familie

 (58)
Erschienen am 11.09.2010
Cover des Buches Schmerz (ISBN: 9783833310768)

Schmerz

 (46)
Erschienen am 02.11.2016
Cover des Buches Schicksal (ISBN: 9783827011862)

Schicksal

 (44)
Erschienen am 31.05.2021
Cover des Buches Für den Rest des Lebens (ISBN: 9783833308956)

Für den Rest des Lebens

 (24)
Erschienen am 16.04.2013
Cover des Buches Mamas liebster Junge (ISBN: 9783407793454)

Mamas liebster Junge

 (1)
Erschienen am 15.02.2006

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Zeruya Shalev

Cover des Buches Schicksal (ISBN: 9783827011862)wacahas avatar

Rezension zu "Schicksal" von Zeruya Shalev

Anspruchsvolle und anstrengende Charaktere
wacahavor 7 Tagen

Die Geschichte zweier Frauen in Israel, die indirekt miteinander verbunden sind: Atara sucht nach dem Tod ihres Vaters, zu dem sie kein gutes Verhältnis hatte, nach dessen geheimnisvoller erster Frau. Über Rachel durfte nicht gesprochen werden und alles was Atara über sie herausfand war rätselhaft. Als es Atara schließlich gelingt, Rachel aufzuspüren verläuft die Begegnung ganz anders als verhofft. Und dann schlägt das Schicksal zu und schafft Verbindungen zwischen den Frauen und ihren ewig andauernden Schuldgefühlen.

Das Cover von „Schicksal“ ist schlicht gehalten und zeigt eine Frau, die melancholisch und geheimnisvoll auf mich wirkt. Das Cover ist stimmig zur Geschichte, in der es ja auch primär um Atara geht, ansonsten mag ich allerdings keine Gesichter auf Covern, da ich mir die Personen lieber selbst vorstelle. Gut gefällt mir allerdings die Farbgebung, das Gelb im Kontrast zum Schwarz-weißen wirkt eindrucksvoll. Seltsam erscheint mir lediglich, dass der Autorenname in Größe und Farbe den Buchtitel doch sehr stark überstrahlt.

Die Sprache des Buches ist sehr besonders und herausfordernd. Sie ist sehr literarisch, beinahe poetisch und voll von Metaphern – mal passend, mal weniger nachvollziehbar. Ich fand das Buch an vielen Stellen zäh und mühselig zu lesen. Viele Satzkonstruktionen waren kompliziert. Keine leichte Lektüre war es zudem, da über der gesamten Geschichte ein melancholischer Nebel aus Trauer, Sehnsucht, Ohnmacht, verpassten Chancen und verbrauchtem Leben hängt. Es hat mich schon etwas schwermütig werden lassen. Gut fand ich, dass ich als Leser nebenher etwas über die israelische Geschichte lernen konnte, insbesondere durch das Glossar zu verschiedenen Begrifflichkeiten im Anhang.

Im Buch wird abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt, der von Atara und der von Rachel. Innerhalb dieser Kapitel wird aber auch des Öfteren unvermittelt zwischen den Zeiten sowie Erleben und Reflexion gesprungen, so dass es mir an manchen Stellen schwer fiel den Kontext einzuordnen und die Handlung zu erfassen.  Noch dazu wird sehr viel Nebensächliches bis ins kleinste Detail beschrieben, dass es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte. Am meisten gestört hat mich allerdings, dass unglaublich wenig passiert. Das Buch hat sich sehr gezogen und die vielen (unnötigen) Geheimnisse voreinander, Streitigkeiten und die traurige Stimmung haben es mir nicht ermöglicht, mich wirklich auf das Buch einlassen zu wollen.

Was mich aber am meisten gestört hat war die Protagonistin selbst: Atara hat mich in ihrer Art unheimlich abgestoßen! Ständig kreist sie nur um sich selbst, bemitleidet sich und ist in unendlicher Reflexion und Aufarbeitung. Alles andere gerät ihr dabei völlig aus dem rein selbstbezogenen Blick. Sie ist sprunghaft, streitlustig und ruhelos, verlangt Dinge von anderen, die sie selbst nicht umsetzt. Diese Lebenskrise war mir zu ausgeschlachtet, ihr Selbstmitleid zu überbordend und ich wollte irgendwann einfach nichts mehr von ihrer Charakterstudie hören. Auch sämtliche andere Charaktere waren mir unsympathisch und wurden primär durch ihre negativen Eigenschaften charakterisiert.

Insgesamt empfand ich das Buch als ungemein anstrengend und Atara als die unsympathischste Protagonistin seit langem. Ich kann verstehen, dass anderen Leser sicherlich die Wortgewandtheit der Autorin und ihr literarisch-sprachliches Können gut gefallen, meinen Geschmack hat sie dabei leider aber überhaupt nicht getroffen. Schade, der Kern der Geschichte hatte Potenzial, aber die Ausführung konnte mich alles andere als überzeugen.

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Cover des Buches Schicksal (ISBN: 9783869524801)Magdas avatar

Rezension zu "Schicksal" von Zeruya Shalev

Begegnungen, die das Schicksal beeinflussen
Magdavor 9 Tagen

Das Hörbuch „Schicksal“ erschien am 31.05.21 im OSTERWOLDaudio Verlag. Der Roman von Zeruya Shalev wurde von Maria Schrader und Eva Meckbach gelesen. Die Sprecherinnen sprechen für Rachel und Atara, die beiden Hauptprotagonistinnen des Buches.

Die neunzigjährige Rachel taucht in die Erinnerungen an ihre Jugend und an den Kampf in der Untergrundmiliz gegen die britische Besatzungsmacht ein. Die fünfzigjährige Atara erzählt über ihre zwei Ehen, über ihre inzwischen erwachsenen Kinder und die daraus resultierenden Probleme. 

Rachel und Atara verbindet miteinander die Beziehung zu Meno, dem ersten Mann von Rachel und dem Vater von Atara. Auch die Geheimnisse und Lügen aus der Vergangenheit beeinflussen das Leben der beiden Frauen, denn beide wurden in Ungewissheit gelassen.

Ich konnte die Stimmen der beiden Frauen gut unterscheiden, denn die betagte Rachel spricht meistens ruhig über ihre gemeinsame Zeit mit Meno, ihre Jugendliebe und den Mitkämpfer bei Lechi, über die gemeinsame Ideale und Ziele. Rachel ist enttäuscht, weil Meno - ohne ihr ein Wort zu sagen - sie verlassen hat und weil ihre Träume und Visionen über den freien Staat Israel sind zerplatzt.

Die meistens unzufriedene, genervte Atara schimpft in Gedanken mit ihrem Mann Alex, führt nervenaufreibende Gespräche mit ihren Kindern, ist ständig in Sorgen und dementsprechend ist ihre Stimme oft aufgeregt und schrill. 

Die Sprecherinnen des Hörbuches können diese unterschiedlichen Stimmungen und Empfindungen der Protagonistinnen gut wiedergeben; ich hatte oft das Gefühl Rachel und Atara direkt zuzuhören. Gekonnt vermitteln die beiden Sprecherinnen auch die Atmosphäre des jeweiligen Schauplatzes des Romans. Es hat mir großen Spaß gemacht dem Verlauf der Geschichte zu lauschen.

Das Hörbuch „Schicksal“ dauert 576 Minuten, die Ausgabe ist gekürzt. Ich bewerte das Hörbuch mit 4 Sternen und empfehle es allen, die gerne den Geschichten lauschen

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Cover des Buches Schicksal (ISBN: 9783827011862)Magdas avatar

Rezension zu "Schicksal" von Zeruya Shalev

Schicksalhafte Entscheidungen
Magdavor 10 Tagen

Zwei unterschiedliche Protagonistinnen spielen in dem Roman von Zeruya Shalev entscheidende Rolle. Die eine von ihnen ist die betagte Rachel, die in den Erinnerungen an ihre Jugend und an den Kampf in der Untergrundmiliz gegen die britische Besatzungsmacht versinkt. Die andere ist Atara, die Tochter von Meno, der zusammen mit Rachel bei Lechi war. 

Rachel und Meno lebten für ihre Idee, sie träumten von einem freien Staat Israel, in dem Juden und Araber friedlich zusammenleben könnten. Sie liebten einander und haben spontan geheiratet. Eines Tages hat Meno ohne ein Wort zu sagen seine geliebte Rachel verlassen. Nach der Scheidung haben sie sich aus den Augen verloren.

Atara ist Menos Tochter aus seiner zweiten Ehe. Aus unerklärlichen Gründen hat Meno sie immer wieder schikaniert und misshandelt. Erst kurz vor seinem Tod hat sie über Rachel erfahren und jetzt will sie diese Frau unbedingt kennenlernen.

In einem aber sind die beiden Frauen gleich: beide hadern sie mit ihrem Schicksal, beide sind mit ihrem Leben unzufrieden, beide suchen nach Antworten über die Geheimnisse und Lügen aus der Vergangenheit. Und beide hoffen, dass sie einander helfen können.

Rachel und Atara erzählen ihre Geschichten, geben offen ihre Gedanken und Gefühle preis. Zeruya Salev kann die Erzählungen der beiden Frauen meisterhaft darstellen. Ich hatte oft das Gefühl selbst den beiden Frauen zuzuhören; der aufgeregten, in ihrer Ehe unzufriedenen Atara, die in Gedanken mit ihrem Mann Alex schimpfte oder wenn sie sich unnötig Sorgen um ihre erwachsenen Kinder machte. Und auch der enttäuschten Rachel hörte ich aufmerksam zu, der Frau, die von ihrem geliebten Meno so sehr verletzt wurde, und die über den „Verlust der Vision, für die sie gekämpft hatten“ (64) nicht hinwegkommen konnte. 

Ich bin in der Gedankenwelt der beiden Frauen versunken und viele von ihren Meinungen konnte ich bedingungslos teilen. Manchmal staunte ich auch über ihre Handlungen, trotzdem empfand ich sie als authentisch und nachvollziehbar. Mit großem Interesse habe ich über den Kampf von Lechi oder israelischen Bräuche und Traditionen gelesen; davon hätte ich gerne mehr in diesem Buch lesen wollen. Auch die Gespräche mit Achami, dem jüngsten Sohn von Rachel, fand ich sehr interessant. 

Der lebendige Sprachstil der Autorin hat mich überzeugt; je nach dem um welches Ereignis und die erzählende Person es sich gerade handelt, ist er intensiv, dynamisch oder auch poetisch:

„ihr gemeinsames Leben erscheint ihr plötzlich wie Zwangsarbeit in einem Bergwerk: stickig, die meiste Zeit dunkel, und doch blitzen manchmal wunderschöne Diamanten auf.“ (153)

„Schicksal“ von Zeruya Shalev ist, wie der Titel des Buches selbst verrät, ein Roman über das Schicksal, das oft erbarmungslos zuschlägt und gleichzeitig neue Wege öffnet, neue Chancen offenbart. Und über die Menschen, die mit den kompromisslosen Schicksalsschlägen fertig werden müssen, die neuen Wege erforschen und sich bietenden Chancen ergreifen. Über die Menschen, die ihr Leben leben, die Entscheidungen treffen und Konsequenzen ihres Handels tragen müssen.

Ich kann den Roman allen Liebhaber*innen der anspruchsvollen Literatur empfehlen. 

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Gespräche aus der Community

In ihrem neuen Roman "Schicksal" lässt die gefeierte israelische Autorin Zeruya Shalev ihre Protagonistin Atara auf Spurensuche in die Vergangenheit ihres Landes gehen, um die Gegenwart besser zu verstehen. "Schicksal" behandelt nicht nur ein Thema von ergreifender Aktualität – den Konflikt zwischen Juden und Arabern –, es ist auch ein höchstemotionales Buch über Schuld und Vergebung.

"Wie konntet ihr so blind sein?"

Möchtet ihr mehr über Atara wissen? Und darüber, was sie über die Vergangenheit erfährt?

Dann bewerbt euch für eins von 30 Exemplaren von "Schicksal", die wir zusammen mit Berlin Verlag für unsere Leserunde im Literatursalon verlosen.

Bewerbt* euch bis zum 06.06., wenn ihr an der Leserunde teilnehmen möchtet, indem ihr auf folgende Frage antwortet:

Habt ihr schon etwas von Zeruya Shalev gelesen? Wieso möchtet ihr den Roman gerne lesen?

Ich bin schon jetzt sehr neugierig auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

*Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

1915 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Zeruya Shalev wurde am 13. April 1959 in Kibbuz Kinneret (Israel) geboren.

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