Zeruya Shalev

 3,9 Sterne bei 602 Bewertungen
Autorin von Liebesleben, Mann und Frau und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Zeruya Shalev kam am 13.04.1959 im Kibbuz Kinneret am See Genezaretz in Galiläa zur Welt und wuchs in Beit Berl auf. Sie ist die Tochter einer Malerin und Kunstdozentin und eines Literaturkritikers und Bibelgelehrten. Sie ist außerdem die Cousine von Meir Shalev. Nach ihrer Zeit beim Militär als Sozialarbeiterin studierte sie Bibelwissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem. Heute arbeitet sie als freie Autorin und Verlagslektorin in Jerusalem und wohnt dort mit ihrem Mann Eyal Megged und drei Kindern. Berühmt wurde sie mit ihren zwei internationalen Bestsellern Liebesleben und Mann und Frau. Späte Familie bildet den Abschluss der Trilogie über die moderne Liebe. Im Januar 2004 wurde Zeruya Shalev unweit ihres Hauses durch ein Selbstmordattentat schwer verletzt, als ein voll beladener Bus neben ihr explodierte und neun Menschen ums Leben kamen. Im September 2015 kam ihr Werk "Schmerz" auf den deutschssprachigen Buchmarkt. Im Jahr 2021 erschien ihr Buch "Schicksal".

Alle Bücher von Zeruya Shalev

Cover des Buches Liebesleben (ISBN: 9783833309199)

Liebesleben

 (262)
Erschienen am 10.06.2013
Cover des Buches Mann und Frau (ISBN: 9783570907351)

Mann und Frau

 (108)
Erschienen am 16.04.2010
Cover des Buches Späte Familie (ISBN: 9783827072290)

Späte Familie

 (60)
Erschienen am 11.09.2010
Cover des Buches Schicksal (ISBN: 9783827011862)

Schicksal

 (65)
Erschienen am 31.05.2021
Cover des Buches Schmerz (ISBN: 9783833310768)

Schmerz

 (51)
Erschienen am 02.11.2016
Cover des Buches Für den Rest des Lebens (ISBN: 9783833308956)

Für den Rest des Lebens

 (24)
Erschienen am 16.04.2013
Cover des Buches Nicht ich (ISBN: 9783827014764)

Nicht ich

 (6)
Erschienen am 02.01.2024

Videos

Neue Rezensionen zu Zeruya Shalev

Cover des Buches Nicht ich (ISBN: 9783827014764)
AnclaMs avatar

Rezension zu "Nicht ich" von Zeruya Shalev

Eine verworrene und kreative Erzählung. Es bleibt eine Vielzahl an Fragen!
AnclaMvor 2 Monaten

**** Worum geht es? ****

Die Autorin berichtet von ihrem Leben, den Anfängen und dem emotionalen Chaos in dem sie nun steckt, ihrem Leben als Mutter und Ehefrau. Sie berichtet von ihrer Unzufriedenheit und dem wankelmütigen Entschluss sich scheiden zu lassen. Sie wird begleitet von Verlustängsten, dem Gefühl langsam vor sich hin zu sterben und den zertrümmerten Erwartungen in der Kindheit.


**** Mein Eindruck ****

Eine Erzählung die polarisiert und ich kann tatsächlich beide Pole nachvollziehen. Ist die Erzählung verwirrend? Ja, mir war häufig nicht mehr bewusst wo oben und unten ist, wo ich anfange und aufhöre. Ich denke aber auch, dass es genau das ist, was die Autorin auslösen möchte. Ich konnte mit ihr mitfühlen, dies ermöglichte mir ihr bildlicher Schreibstil ohne Wenn und Aber. Ist die Erzählung ein literarisches Kunstwerk? Ja, ich habe eine Vielzahl fantastischer Sätze markiert, die für sich ein ganzes Buch darstellen. Ist es Zeit für die 30 Jahre alte Geschichte? Ja, denn die Autorin war ihrer Zeit damals mehr als voraus und spiegelt mit ihrer Wortwahl und der Thematik ein Gefühl wieder, dass auch heute noch viele Menschen begleitet und bewegt. Lässt sich diese Thematik einfach von der Hand lesen? Nein, und ich glaube genau da fängt ein Kunstwerk an Lesende abzuschrecken oder eben auch zu begeistern. Mich konnte der Stil abholen und ins Staunen versetzen, allerdings bleiben für mich auch einige Szenen ungeklärt. Hierfür hätte ich mir ein klar formuliertes Nachwort fürs Verständnis gewünscht.


**** Empfehlung? ****

Wem empfehle ich das Buch? Einer offenen Leserschaft, die sich mit einem Buch auf der Metaebene befassen möchte. Lesende, die die Botschaft in der Verwirrung erkennen und literarische Kunst zu schätzen wissen. Das ist kein einfaches Werk, jemand der ein Buch rein genießen möchte, sollte hier wohl die Finger von lassen.

Cover des Buches Nicht ich (ISBN: 9783827014764)
KataRafs avatar

Rezension zu "Nicht ich" von Zeruya Shalev

Radikales Debüt
KataRafvor 4 Monaten

»Am nächsten Tag lag ich mit geschlossenen Augen im Bett... Manchmal liege ich bis zum Abend so da, manchmal bis zum nächsten Morgen. Ich habe nicht die Kraft, die Augen aufzumachen.« |30

Mit geschlossen Augen verfängt sich eine Frau in Traumsequenzen, die den Wunsch umkreisen auszubrechen. Oder ist sie schon gefallen? Befreit? Sie hat ihren Mann und ihre Tochter für eine neue Liebe verlassen. Oder ist die Tochter entführt? Eine Puppe? Hat sie eine neue Mama, selbst gewählt? Wartet die Tochter auf die Frau oder dreht sich »Nicht ich« um verschobene regressive Versorgungswünsche der Frau selbst? Liebhaber eins ist auch verlassen, nun gibt es einen neuen, ihre Haare fallen aus, sie pflanzt Teddybären, der Heiler verstummt nach seinem Rat, ihre Gebärmutter in den Exmann zu operieren, der wird vielleicht schwanger, auf jeden Fall dick, die Eltern versperren den Weg in die Regression, der Tod flirtet mit ihr, der Geheimdienst bleibt kühl und alles scheint darauf zu warten, dass die Figur wieder rund läuft oder reifen wird, zurück zur Tochter kehrt, ihre Haare und die Lächerlichkeit der Liebe erkennt.

Klingt schräg? Ist es. Vor dreißig Jahren debütierte die inzwischen etablierte israelische Autorin Shalev mit »Nicht ich«, einem assoziativen, Symbolgeladenen, strömenden Text, der im Titel auch mit den Worten Dazwischen, Flucht oder Übergänge hätte spielen können. Entgegen der konventionellen Form ihrer nachfolgenden Romane, steckt »Nicht ich« im Übergang von surrealer Lyrik in Prosa, flieht durch Gedankenstöme und Szenen und zerfällt immer wieder. Die brennende Intensität ihrer Figuren, die immer etwas an Anna Karenina erinnern, aber weder romantischem Kitsch noch Unterwerfung verfallen oder tragisch sterben, ist in »Nicht ich« pur, wenn auch fragmentiert. Die im Verlauf ihres Werkes immer expliziter ins Textbewusstsein drängenden Andeutungen auf eine permanente Bedrohung in Israel, bleibt im Debüt fast verborgen.
Träume und traumartig strömende Texte überwinden Zensur in Unschärfen. »Nicht ich« fließt durch sexuell explizite, komische, provokante Szenen, driftet in eine Biederkeit und unterwandert dann wieder gesellschaftliche Erwartungen und Regeln. Der dargebotene Bewusstseinsstrom bietet viel Stoff für psychoanalytisch und religionsgeschichtlich interessierte Leser:innen, auch liest sich »Nicht ich« anschlussfähig an aktuelle Diskurse zu Frauenbildern und Mutterschaft. Ist es nicht auch heute ein Tabubruch, dass einer Mutter der Kontakt zu ihrer Tochter abhanden kommt, dass sie ihren Mann betrügt, sich in Liebhaber stürzt, weitertreibt, ihre Eltern anklagt, und eins der Symbole der Weiblichkeit, ihre Haare, verliert?
.
Dennoch ist »Nicht Ich« ein unvollkommener Text, der trotz der erneuten Überarbeitung für die Neuerscheinung und Übersetzung unfertig erscheint. Er ist nur 200 Seiten lang, schafft es aber trotzdem, den Faden zu verlieren in seiner Mitte, um sich dann wieder zu fangen und den Bogen zu schließen. Dass er bei Ersterscheinung 1993 von der männlich dominierten Literaturkritik Israels gemischt aufgenommen wurde und bisher noch nicht ins Deutsche übertragen wurde, obwohl Shalev Bestsellerautorin ist, hat wahrscheinlich nicht nur mit der Form, der traumartig fragmentierten Erzählart und den provokanten Inhalten zu tun.
Doch gerade diese Unvollkommenheit verbunden mit bestechlicher Intensität und Humor macht »Nicht ich« lesenswert.

Cover des Buches Nicht ich (ISBN: 9783869525990)
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Nicht ich" von Zeruya Shalev

Verwirrend
sabatayn76vor 4 Monaten

Zeruya Shalev ist meine Lieblingsautorin, ihr wundervoller Roman ‚Liebesleben‘ zählt zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Umso gespannter war ich auf Shalevs Debütroman ‚Nicht ich‘, doch leider habe ich überhaupt keinen Zugang finden können.

Für mich war ‚Nicht ich‘ eine Aneinanderreihung von Sonderbarkeiten, die teilweise so zerfahren sind, dass ich überhaupt keinen roten Faden entdecken konnte und einfach verloren war. Auch ist der Roman oft vulgär, was ich nicht schlimm fände, wenn es passen würde, aber hier fand ich es aufgesetzt und wenig authentisch.

Ich bin große Liebhaberin des Magischen Realismus, ich mag Geschichten, die die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen, solange sie gut gemacht sind und ich sie trotzdem glaubwürdig finde. Auch das war hier nicht der Fall, Shalev erzählt hier anekdotenhaft von skurrilen Ereignissen, die für mich einfach nicht zusammenpassen wollten.

Die Lesung von Maria Schrader ist allerdings sehr gelungen, sie liest mit angenehmer Stimme und meisterhafter Intonation. Sie hat dafür gesorgt, dass ich der Geschichte weiter gelauscht habe, obwohl ich inhaltlich schon lange ausgestiegen bin.

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Zusätzliche Informationen

Zeruya Shalev wurde am 13. April 1959 in Kibbuz Kinneret (Israel) geboren.

Zeruya Shalev im Netz:

Community-Statistik

in 737 Bibliotheken

auf 62 Merkzettel

von 18 Leser*innen aktuell gelesen

von 19 Leser*innen gefolgt

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