Zeyn Joukhadar

 4.5 Sterne bei 33 Bewertungen

Lebenslauf von Zeyn Joukhadar

Träume von Frieden: Zeyn Joukhadar wurde in New York City geboren. Er studierte zunächst Pathobiologie und arbeitete in der biomedizinischen Forschung, wandte sich dann aber dem Schreiben zu.

Seine Texte wurden in verschiedenen Zeitschriften gedruckt, darunter der „Salon“, die „Saturday Evening Post“ und das „RANK Magazine“, und sein Debütroman „The Map of Salt and Stars“ erschien 2018. Das Buch wurde in mehr als 15 Sprachen übersetzt und erschien 2019 auch in Deutschland unter dem Titel „Die Karte der zerbrochenen Träume“. Der Roman wurde international sehr gut aufgenommen und in seiner Wirkung für Syrien häufig mit der von „Drachenläufer“ für Afghanistan verglichen.

Zeyn Joukhadar selbst ist das Kind einer christlichen Mutter und eines muslimischen Vaters. Er ist Mitglied bei RAWI, den Radius of Arab American Writers. Ursprünglich wurde Joukhadar als Jennifer Zeynab Joukhadar geboren, lebt aber heute als Mann. Er lebt und schreibt in Pennsylvania.

Alle Bücher von Zeyn Joukhadar

Cover des Buches Die Karte der zerbrochenen Träume (ISBN: 9783453271517)

Die Karte der zerbrochenen Träume

 (33)
Erschienen am 20.05.2019

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Rezension zu "Die Karte der zerbrochenen Träume" von Zeyn Joukhadar

Eine Erzählung von Flucht und Krieg verbunden mit einer märchenhaften Erzählung von vergangenen Zeiten.
Catastrophiavor 2 Monaten

Es gibt Bücher, die man sich schon allein wegen des Covers ins Regal stellen kann - dieses gehört definitiv dazu, denn in der Hardcoverversion sind die Mosaike etwas hervorgehoben und mit den Fingern fühlbar. Trotzdem lohnt sich das Buch aber auch wegen des Inhalts. 

Zeyn Joukhadar beschreibt in diesem Buch die Geschichte des Mädchens Nour, die in den USA geboren ist und deren Mutter sie und ihre beiden Schwestern nach dem Tod des Vaters mit nach Syrien nimmt, um mehr über ihre Herkunft zu lernen, denn die syrische Familie emigierte vor Nours Geburt in die USA. Dadurch hat Nour eine Sonderrolle inne, denn im Gegensatz zum Rest ihrer Familie war sie noch nie in Syrien, spricht arabisch nur in Bruchstücken und begreift die USA noch sehr viel stärker als ihr einziges Zuhause. Deshalb werden im Roman immer wieder Gefühle des Fremdseins thematisiert. Dieses Fremdheitsgefühl wird jedoch noch stärker, als das Haus der Familie in Homs im beginnenden Bürgerkrieg zerstört wird und die Familie fliehen muss. Es ist egal, dass sie eigentlich aus den USA gekommen sind, die Grenzen sind dicht und auch sie müssen auf Fluchthelfer zurückgreifen und sind der Gefahr des Kriegs ausgesetzt. Auf der beschwerlichen FLucht erzählt Nour sich selbst und ihrer Familie die Geschichte von Rawiya, die im 12. Jahrhundert mit dem berühmten Geografen al-Idrisi durch die arabische Welt gezogen sein soll, um dessen Handwerk zu lernen. 


Das Buch besteht aus zwei sich abwechselnden Handlungssträngen, der Situation von Nours Familie im Jahr 2011 und der teilweise auf historischen Tatsachen beruhenden, aber mit Fabel- und fiktionalen Elementen ausgeschmückten Erzählung über Rawiya und al-Idrisi. Eine enge Verbindung besteht nicht zuletzt, weil Nours Mutter selbst Kartografin ist. Neben einer reichen Geschichte islamischen Gelehrtentums erzählt der Roman eine Geschichte der Suche nach sich selbst, danach, was Heimat bedeuten kann, wie dramatische Erlebnisse besondere Bindungen zwischen Menschen entstehen lassen und welche Verzweiflung mit dem scheinbaren oder tatsächlichen Verlust der eigenen Identität einhergeht. Dabei liegt der Fokus vor allem auch darauf, wie man Karten lesen und verstehen kann und dass es bestimmte Dinge gibt, die auf Karten gar nicht verzeichnet sein können.

Ich gebe "nur" vier Sterne und das aus mehreren Gründen: Ich kann mir vorstellen, dass es für Leser*innen ohne historische Vorkenntnisse über die Region manchmal schwierig ist, alles zu verstehen.  Außerdem, das ist aber mein persönlicher Geschmack, war mir an ein paar Stellen zu viel Zufall enthalten, wenn Menschen, die auf der Flucht auseinandergerissen wurden, plötzlich und zufällig im gleichen Dorf wieder aufeinandertrafen. Das ist aber wohl eher der märchenhaften Erzählweise zuzuschreiben und heißt trotzdem nicht, dass die Erzählung deshalb leicht oder gänzlich fantastisch ist. Außerdem hatte ich aber an manchen Stellen das gleiche Gefühl, das auch in einer anderen Rezension genannt wurde: irgendetwas "fehlt", auch wenn nicht genau greifbar ist, was. Das schmälert aber nicht den bleibenden Eindruck, den dieses tolle Buch auf mich hinterlassen hat.

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Rezension zu "Die Karte der zerbrochenen Träume" von Zeyn Joukhadar

Im Auge des Betrachters.
Nilvor 6 Monaten

Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, von unterschiedlichen Lebensumständen und Sichtweisen auf die Welt macht dieses Buch einzigartig. „Die Karte der zerbrochenen Träume“ nimmt uns mit auf mehrere Reisen gleichzeitig. Zum einen auf eine Zeitreise in das 12. Jahrhundert rund um das Mittelmeer mit dem berühmten Kartenzeichner al-Idrisi und der furchtlosen Rawiya. Zum anderen auf die sehr aktuelle Flucht vor dem Krieg aus Syrien der amerikanischstämmigen Familie von Nour beginnend im Jahr 2011. Beide Geschichten laufen parallel beim Lesen und doch greifen sie ineinander.

Ein Roman, den Zeyn Joukhadar sehr poetisch erzählt in klassischer arabischer Tradition. Mal ist die Sprache blumig verwoben und ausufernd schön wenn die mittelalterliche Fabel kund getan wird und mal auch kontrastreich, hart und einschneiden, wenn es um die Kriegserlebnisse geht.

Ich muss bei allem Lob auch eingestehen, dass ich den Roman im mehreren Etappen gelesen habe und nun nach fast einem Jahr zu Ende gelesen habe. Die verschiedenen Ebenen und die Andersartigkeit machten es mir zum Teil recht schwer mal eine oder zwei Seiten zu lesen. Richtig Freude macht dieser Roman, wenn richtig viel Zeit zum Lesen ist und man auch mal für 2-3 Stunden abtauchen kann.

Besonders die sehr schön gestaltete Hardcover-Ausgabe sollte erwähnt werde. Ein Mosaik nicht nur auf dem Schutzumschlag, nein, auch auf dem eigentlich Buch mit Prägung! Solch ein farbenfrohes Buch habe ich lange nicht in den Händen gehalten. Auch die Karte auf der Innenseite vorne wie hinten lädt immer wieder ein zum Betrachten und lehrt uns, dass vieles Vertraute eine Frage der Perspektive ist.

Fazit: Ein Roman der einem auf fiktionaler Weise eine neue Welt erschließt.

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Rezension zu "Die Karte der zerbrochenen Träume" von Zeyn Joukhadar

Beeindruckend, aber etwas fehlt
Lilli33vor 10 Monaten

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten

Verlag: Heyne Verlag (20. Mai 2019)

ISBN-13: 978-3453271517

Originaltitel: The Map of Salt and Stars

Übersetzung: Andrea Kunstmann

Preis: 22,00 €

auch als E-Book erhältlich


Beeindruckend, aber etwas fehlt


Inhalt:

Die 12-jährige Nour wurde als Tochter syrischer Einwanderer in New York geboren. Kurz nach dem Tod des Vater beschließt die Mutter im Sommer 2011, mit ihren drei Töchtern nach Syrien in die Stadt Homs zu ziehen. Für Nour ist das absolutes Neuland, sie spricht nicht einmal die Sprache. Doch schon bald wird der Traum vom Leben in der syrischen Heimat zum Albtraum. Homs wird bombardiert und das Haus der Familie zerstört. Die Mutter entschließt sich zur Flucht nach Spanien, wo ihr Schwager lebt. Eine gefährliche Reise beginnt, während der Nour sich selbst eine Geschichte erzählt, die ihr Vater ihr immer erzählt hat. Die Geschichte handelt von Rawiya, die sich im 12. Jahrhundert als Junge verkleidet einem Kartografen anschließt und praktisch die gleichen Orte bereist wie nun Nour auf ihrer Flucht.


Meine Meinung:

Das Thema dieses Romans ist leider immer noch aktuell. Es werden auch die Probleme von Flüchtlingen und die Gefahren, die ihnen drohen, gut herausgestellt, ebenso wie die fehlende Alternative zu einer Flucht. 


Doch leider konnte mich Jennifer Zeynab Joukhadar, wie die Autorin mit vollem Namen heißt, nicht vollends mitnehmen. Die Idee mit der parallel verlaufenden Geschichte in der Geschichte ist im Prinzip gut, hat für meinen Geschmack aber zu viel Raum eingenommen. Ich habe jetzt nicht nachgezählt, aber das waren gefühlt ein Drittel der Seiten. Auch diese Geschichte hat ihre Weisheiten und Moral, mehr noch hat sie aber meinen Lesefluss gestört. Die Geschichte von Nour fand ich definitiv fesselnder. 


Allerdings war mir auch hier der Schreibstil zu wenig emotional. Es wird aus Nours Ich-Perspektive erzählt, wirkt aber trotzdem relativ nüchtern. Viele Ängste, Hoffnungen oder Schmerzen kamen nicht in vollem Ausmaß bei mir an, was mich etwas irritiert hat. 


Nichtsdestotrotz ist es ein gutes, ein wichtiges Buch, das von vielen Menschen gelesen werden sollte. Zudem ist es ein hübscher Blickfang mit seinem malerischen Cover. Auch ohne Schutzumschlag sieht es wirklich toll aus. Dazu kommt eine alte Karte auf dem Vorsatzpapier, auf der man gut die Reise verfolgen kann. 


★★★★☆

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