Zeyn Joukhadar

 4.6 Sterne bei 23 Bewertungen

Lebenslauf von Zeyn Joukhadar

Träume von Frieden: Zeyn Joukhadar wurde in New York City geboren. Er studierte zunächst Pathobiologie und arbeitete in der biomedizinischen Forschung, wandte sich dann aber dem Schreiben zu.

Seine Texte wurden in verschiedenen Zeitschriften gedruckt, darunter der „Salon“, die „Saturday Evening Post“ und das „RANK Magazine“, und sein Debütroman „The Map of Salt and Stars“ erschien 2018. Das Buch wurde in mehr als 15 Sprachen übersetzt und erschien 2019 auch in Deutschland unter dem Titel „Die Karte der zerbrochenen Träume“. Der Roman wurde international sehr gut aufgenommen und in seiner Wirkung für Syrien häufig mit der von „Drachenläufer“ für Afghanistan verglichen.

Zeyn Joukhadar selbst ist das Kind einer christlichen Mutter und eines muslimischen Vaters. Er ist Mitglied bei RAWI, den Radius of Arab American Writers. Ursprünglich wurde Joukhadar als Jennifer Zeynab Joukhadar geboren, lebt aber heute als Mann. Er lebt und schreibt in Pennsylvania.

Alle Bücher von Zeyn Joukhadar

Cover des Buches Die Karte der zerbrochenen Träume (ISBN:9783453271517)

Die Karte der zerbrochenen Träume

 (23)
Erschienen am 20.05.2019

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Rezension zu "Die Karte der zerbrochenen Träume" von Zeyn Joukhadar

Hier werden Wege beschritten die unmöglich auf Landkarten passen würden
fliegende_zeilenvor 3 Tagen

Inhalt

Sommer 2011. Nour ist als Kind syrischer Einwandere in New York geboren. Als ihr Vater stirbt, beschließt Nours Mutter, zusammen  mit ihren drei Töchtern in ihre Heimat Syrien zurückzukehren.

Doch das Syrien das ihre Eltern noch kannten, gibt es nicht mehr.

Schon bald erreicht der Krieg auch das kleine Viertel Homs in der Nour mit ihrer Familie lebt.

Als ihr Haus von einer Bombe getroffen und zerstört wird, beginnt die Flucht.

Ziel ist Spanien wo ein Onkel lebt.

Gleichzeitig beginnt Nour auf der Suche nach Trost und Ablenkung sich eine Geschichte ihres Vaters zu erzählen.


Bewertung

Rezensionsexemplar

Allein der Anblick dieses wunderschönen Covers versetzt einen in die malerischen Weiten des Orients. Doch wer hier ein Märchen aus 1001 Nacht erwartet wird leider enttäuscht. Konfrontiert mit der Wirklichkeit lässt dieses Buch nur wenig Spielraum zum träumen.

Die Protagonistin ist hierbei die 12-jährige Nour. Als Autorin hat Zeyn Joukhadar es wunderbar geschafft, in die Denkweise eines Kindes zu schlüpfen das immer mehr und mehr anfängt die Erwachsenenwelt um sich herum zu verstehen.

Als der Familie nichts anderes mehr als der Flucht aus ihrem zu Hause bleibt, beginnt der Schrecken.

Hierbei versucht Nour sich an die Geschichte ihres Vaters zu klammern. Denn der Tod dieses geliebten Menschen belastet Nour noch genauso wie ihre Schwestern und den Rest der Familie.

Ein zweiter Handlungsstrang beginnt

Es geht um die junge Rawiya, die sich als Rawi ausgibt und sich dem Gelehrten und Kartographen Al-Idrisi auf seiner Reise anschließt.

Was anfangs noch scheinbar willkürlich den Spannungsbogen unterbricht, bekommt im Verlauf des Buches immer mehr parallelen zur Hauptgeschichte.

Viele Orte die Rawiya durchquert liegen auch auf der Route von Nour.

Die Geschichten sind wunderbar miteinander verbunden.

Der Sprachstil zeilenweise fast poetisch. Dieses Buch liefert Stoff für Zitate.

Und dazwischen die junge Nour.

Während ihr bewusst wird, das die Welt nie wieder so wird wie sie sie kannte, beginnt sie zu verzweifeln.

Trotzdem ist die Message dieses Buches positiv.

Das Überleben wird immer wieder höchstes Ziel aller Dinge.


Fazit

Klare Leseempfehlung. Denn dieses Buch führt einem vor Augen was in den Nachrichten nicht erwähnt wird.

Hier fliehen Familien, jeder mit seiner eigenen Geschichte ins Ungewisse. Mit der letzten Hoffnung das es dort wo sie ankommen besser ist, als an dem Ort den sie verlassen mussten.

Zwischen Heimweh, Verzweiflung , Trauer und schier unendlichem Lebensmut spielen hier die Geschichten die der Krieg schreibt. Betrachtet aus den Augen eines jungen Mädchens.


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Rezension zu "Die Karte der zerbrochenen Träume" von Zeyn Joukhadar

Dieses Buch ist nicht nur eine Geschichte, sondern auch eine erschreckende Wahrheit.
Kriegsfedervor 2 Monaten

Inhalt des Buches:

Syrien im Jahre 2011 eine Familie versucht nach dem Tod des Vaters ein neues Leben in der alten Heimat aufzubauen. Für Nour ist der Anfang besonders schwer. Sie beherrscht die Sprache nicht und hat den Tod ihres geliebten Vaters und Geschichtenerzählers noch nicht verkraftet. Nour liebt die Geschichten. Ihre Lieblingsgeschichte ist es die ihr Hoffnung und Kraft gibt als die Familie fliehen muss. Fliehen vor den Bomben der Terroristen und der Zerstörung die in diesem Land die Herrschaft übernimmt. Sie begeben sich auf eine gefährliche Reise wie einst Rawiya, die Hauptcharakterin in Nours Geschichte. Wie auch Rawiya damals muss sich Nour heute vielen Gefahren stellen und eine große Aufgabe bewältigen.


Charakter:


Nour:

Nour hat eine besondere Fähigkeit. Sie nimmt alle Geräusche in unterschiedliche Farben wahr. Diese Fähigkeit soll ihr auch bei der Flucht helfen. Sie hat einen zarten Charakter und ist noch jung. Da sie in New York aufgewachsen ist kann sie nur ein paar kleine Brocken Arabisch. Sie liebt die Geschichten die ihr einst ihr Vater erzählt hat.


Rawiya:

Sie ist die Hauptcharakterin in Nours Geschichte. Ein starkes und mutiges Mädchen das sehr interessiert an der Kartographie ist. Auf ihrer Großen Reise muss sie vielen Gefahren ins Auge blicken.


Meine Meinung zum Buch:

Als ich dieses Buch angefangen habe zu lesen, dachte ich eigentlich, dass es langweilig werden würde. Die Geschichte hat sich zum Anfang hin sehr gezogen und ich hatte das Gefühl nicht voran zu kommen. Doch irgendwann, so in dem Zeitraum als Al Idris und die anderen anfingen auf die große Reise zu gehen wurde die Vergangenheit immer spannender und auch die Zukunft bzw. Gegenwart schloss sich von der Spannung her bald darauf an. Als das passierte hatte ich dann im nu das Buch durchgesuchtet. Ich bin wahrlich mal wieder durch die Seiten geflogen.

Das Buch hat sich mit einem sehr schwierigen Thema unserer heutigen Zeit beschäftigt. Der Krieg richtet schreckliches an und seine kalten Facetten können dem Menschen alles nehmen.


Ich finde es sehr gut, dass sich dieses Buch mit so diesem Thema auseinandersetzt. Das wir so einen kleinen Einblick in die lauernde Gefahr des Krieges bekommen. Doch dieses Buch ist nicht nur eine Geschichte, sondern auch eine erschreckende Wahrheit.


Zitate:

„An diesem Punkt fange ich an, über Gott nachzudenken. Warum, frage ich mich, ist Gott nicht völlig verzweifelt angesichts der furchtbaren Dinge auf der Welt? Wenn sie oder er jedes einzelne davon sehen kann, müsste Gott dann nicht viel zu traurig sein, um noch weiter hinzuschauen? Wenn das Leben eine einzige Wochenschau ist, warum liest sie überhaupt noch die Schlagzeilen? Warum sieht Gott nicht weg? Mama sagt, dass Gott alles spürt. Aber alles Schreckliche aushalten, jedes aufgeschürfte Knie, jedes gesprengte Haus? Böse Männer, die Faltenröcke hochreißen, das Klimpern einer Gürtelschnalle auf dem Pflaster? Mit einer Hosentasche voller Steine ertrinken? Das rote Kreischen von Granaten - Kunststoffrucksäcke unter Ziegelsteinen -  weggehen ohne sich zu verabschieden - Kugeln, die sich in Knochen bohren - kaputte Häuser, kaputte Körper, kaputte Zungen? Das schreckliche Gewicht all dessen? Gibt es etwas, das selbst für Gott zu traurig ist?“-Nour


Vielen Dank an Randomhouse für das Zusenden eines Rezensionsexemplares.

Bewertung:

Cover: 5/5

Schreibstil: 4/5

Story: 5/5

Charaktere: 5/5

Liebe: 1/5

Erotik 0/5

Aktion: 4/5

Kämpfe: 1/5

Endbewertung:

Ich gebe diesem Buch 9 von 10 Federn verdient! 

- Kriegsfeder

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F

Rezension zu "Die Karte der zerbrochenen Träume" von Zeyn Joukhadar

Flucht, Vertreibung und starke Frauen
FrauWunderInPersonvor 3 Monaten

>> „Geschichten lindern den Schmerz des Lebens, nicht den des Sterbens.“< Zu Beginn muss ich sagen, dass dieses Buch ein wunderschönes Cover besitzt. Unter der Schutzfolie wird das arabische Muster, welches an Mosaike erinnert, weiter aufgegriffen. Auch im Buch ist eine wunderschöne Karte abgebildet und die einzelnen Länder werden mit kurzen Texten schemenhaft in ihrer Form umrissen. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Thema „Flucht“ ist hochaktuell und gerade deswegen hat mich dieser Roman so sehr angesprochen. Oft erfahre ich nur die Spitzen von Kindern, die aus Syrien geflüchtet sind. Eine ganz fiktionale Geschichte über Flucht, Vertreibung und der Suche nach Sicherheit ist dahergehend sehr spannend. Nour ist der Hauptcharakter dieser Geschichte, die eng verwoben mit der Fabel von Rawiya ist. Beide bestreiten den selben Weg und müssen sich behaupten. Die Fabel hat mir ehrlich gesagt überhaupt nicht zugesagt. Es war zwar schön Parallelen zu sehen und mehr über das 12. Jahrhundert zu erfahren (einige Charaktere gab es wirklich), dennoch konnte sie mich nicht überzeugen, sodass ich sie nur überflogen habe. Nour zu begleiten mit ihren kindlichen Ansichten, ihren Fragen und Ängsten fand ich hingegen spannend. Nour sieht die Welt in Farben und versucht alles zu begreifen, dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund. Die Flucht ist grauenhaft und Nours Familie muss einiges erleiden. Die Reiseroute kann man mithilfe der abgebildeten Karte verfolgen, was ich sehr gelungen fand. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass die Handlung ausführlicher inhaltlich und emotional dargestellt werden. Mir war es manchmal einfach zu knapp. Außerdem ist anzumerken, dass der Sprachstil nicht emotional ist, was an einigen Stellen bestimmt zur stärkeren Identifikation beigetragen hätte. Insgesamt hat mir der Roman gefallen, auch wenn die Fabel mir nicht zugesagt hat, war es spannend Nour auf ihrer Flucht zu begleiten.

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