Zidrou Die Adoption. Band 1

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Inhaltsangabe zu „Die Adoption. Band 1“ von Zidrou

Wozu Weihnachten, wenn man kein Kind hat, mit dem zusammen man dieses Familienfest schlechthin feiern könnte? Für Lynette und Alain, Mitte vierzig, gehört diese Frage der Vergangenheit an. Nach einem verheerenden Erdbeben in Peru hoffen zahllose Waisen auf ein neues Zuhause, und das bis dahin kinderlose Paar adoptiert die kleine Qinaya. Die Ankunft der aufgeweckten Vierjährigen mit den großen, staunenden Augen wirbelt natürlich sofort das Leben aller Beteiligter durcheinander. Aber während sich einige mit Begeisterung in ihre neuen Rollen als Eltern oder Großmutter stürzen, erweckt bei Gabriel der Umstand, plötzlich Opa zu sein, allenfalls gemischte Gefühle. Ob es daran liegt, dass er nie die Zeit gefunden hatte, ein richtiger Vater zu sein? Die liebevoll erzählte und illustrierte Geschichte einer allmählichen Annäherung zweier Charaktere, wie sie unterschiedlicher kaum sein können, und eines alten Griesgrams an sich selbst. Eine Geschichte voller überraschender Momente, die unweigerlich berühren.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie emotional eine Graphic Novel erzählt werden kann.

— Flaventus
Flaventus

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  • Eine authentische und emotionale Graphic Novel

    Die Adoption. Band 1
    Flaventus

    Flaventus

    01. September 2017 um 07:36

    Wenn ein Comic für Erwachsene geschrieben bzw. gezeichnet wird, dann dürfen auch schwierige Themen angesprochen werden. So wie in „Die Adoption“ von Zidrou und Monin, in dem das gleichnamige Thema im Fokus der Geschichte steht. Gesellschaft Auch wenn die französische Herkunft der Geschichte hin und wieder deutlich zu spüren ist, so könnte das Geschehen irgendwo in Europa spielen. Es zeigt nicht nur, was es für eine kinderlose Familie bedeutet, wenn plötzlich ein vierjähriges Mädchen dazu stößt , sondern hält auch der Gesellschaft den Spiegel vor die Nase. In vielen Szenen konnte ich das europäische Denken wiederfinden, wenn es um Vorurteile und „Schubladendenken“ geht. Ganz besonders im Fokus dieser Geschichte stehen die Großeltern. Was bedeutet es für sie, wenn plötzlich eine kleine Enkelin ins Leben tapert? Hier werden Gefühle geweckt, egal ob der Leser nun Kinder hat oder nicht. Die Geschichte selbst ist sehr interessant erzählt und versteht mit der ein oder anderen Überraschung und Wendung aufzuwarten. Vor allem das Ende lässt den Leser die Luft anhalten. Zeit für mich, um zu erwähnen, dass diese Graphic Novel in zwei Teilen erzählt wird und das Buch ein offenes Ende hat.   Ohne Worte Wie es sich für ein Comic gehört, werden Teile der Geschichte ohne Worte erzählt. Das ist wahrlich sehr gut gemacht und hat mich sofort angesprochen. Nicht jedes Comic vermag so seine Geschichte zu erzählen, auch wenn es sich um eines für Erwachsene handelt. Teilweise ist es eine komplette Seite, die vollständig ohne Worte auskommt und den Leser anspricht und berührt. Oder vielleicht gerade deswegen. Das gelingt natürlich nur, wenn der Zeichner sein Handwerk versteht. Und das tut er. Nur einige wenige zeichnerische Details haben einen Missfallen geweckt. Grundsätzlich ist die Graphic Novel durchgängig sehr gut gezeichnet. Hinzu kommt, dass der Einband sehr hochwertig ist und die Zeichnung auf dem Papier nochmals besonders zur Geltung kommen. Ein gebundenes Buch im DIN-A4-Format macht eben viel her und fühlt sich beim Lesen zudem angenehm an.   Fazit „Die Adoption“ erzählt eine Geschichte, die berührt. Und das in vielerlei Hinsicht. Ich bin immer wieder erstaunt, wie emotional eine Graphic Novel erzählt werden kann. Aber nicht nur das. Das Buch hält dem Leser den gesellschaftlichen Spiegel vor die Nase und lässt ihn vielleicht sogar über sein eigenes Denken reflektieren. Die sehr guten Zeichnungen tragen natürlich dazu bei, dass diese Graphic Novel derart gut bei mir als Leser angekommen ist. Ich kann dieses Buch bedenkenlos empfehlen.Diese Rezension findet sich auch auf meinem Bücherblog.

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  • Liebe kann man nicht stehlen. Liebe kann man nicht kaufen. Liebe muss man sich verdienen.

    Die Adoption. Band 1
    Mueli77

    Mueli77

    27. August 2017 um 21:41

    Ein Erdbeben in Arequipa in Peru verändert das Rentnerleben von Gabriel und seiner Frau Rysette auf dramatische Weise. Denn kurz nach diesem tragischen Ereignis, mit dem das Pärchen bisher keinerlei Berührungspunkte hatte, kommt ihr Sohn Alain mit seiner Frau aus Peru zurück und haben ein kleines vierjähriges Mädchen adoptiert, dass in dieser Naturkatastrophe seine Eltern verloren haben soll. Der ehemalige Metzgermeister Gabriel ist misstrauisch und von Natur aus eher ein Brummbär. Daher hält sich seine Freude über die kleine Qinaya auch in Grenzen, während seine Frau Rysette die frischgebackene Enkeltochter mit allerlei Geschenken überhäuft. Doch mit der Zeit beginnt auch eher das kleine Mädchen zu lieben, bis an seinem Geburtstag das Schicksal eine unerfreuliche Wendung nimmt …Eigentlich ist es ein altbekanntes Thema. Ein mürrischer Mensch wird durch eine ganz besondere Person aus ihrem bisherigen Lebensmuster gerissen. Das ist nichts Neues und wurde bereits mehrfach, mal mehr und mal weniger erfolgreich, umgesetzt. Was also sollte der Grund sein, sich diesen Band zuzulegen und ihn zu lesen? Nunja, das ist ganz einfach. Weil Gabriel und Qinaya einfach ein liebreizendes und sehr charmantes Paar sind. Schon auf den ersten Seiten, Gabriel wirkt noch sehr grimmig und missgestimmt, beginnt man diese Person trotz, oder vielleicht gerade wegen seines Charakters, in sein Herz zu schließen. Hinter seinen zynischen und bärbeißigen Kommentaren versteckt er ein großes und einfühlsames Herz, was man auch an den Reaktionen seiner Frau Rysette sehr gut erkennt. Diese hat nämlich meist nur ein freches und süffisantes Grinsen für seine Eskapaden übrig.Tja, und dann wäre da die kleine Qinaya. Obwohl sie kaum spricht, immerhin kann sie zu Beginn noch kein Französisch und muss es erst Stück für Stück lernen, sich zu artikulieren. Aber ein vierjähriges Kind schafft das auch ohne die jeweilige Landessprache, weil es eine Universalsprache beherrscht. Die Liebe!Autor Zidrou legt hierbei seinen Fokus gezielt auf das kleine Mädchen und seinen „Großvater“ und erschafft so eine generationsübergreifende Geschichte über Liebe, Verständnis und Kommunikation. Bevor ich aber nun zu den Zeichnungen komme, möchte ich noch auf zwei bedauerliche, aber kleine Fehler aufmerksam machen. Das Erste wäre eine für mein Empfinden etwas unglückliche Formulierung, die mir so nicht bekannt ist und arg hölzern wirkt. Im Verlauf des Gespräches mit seiner Frau Rysette äußert sich Gabriel über seinen Sohn Alain wie folgt: „Ein Leben langen Tag die Nase in Papierkram stecken!“ und meint damit, dass er ein Problem damit hat, dass er eher ein Theoretiker als Praktiker ist. Statt also wie sein Vater im Metzgerhandwerk sein Geld zu verdienen, ist Alain ein Büromensch geworden, womit er nicht wirklich einverstanden ist. Vermutlich ist hier eher die Aussage „Den lieben langen Tag die Nase in Papierkram stecken!“ gemeint, da dies in diesem Zusammenhang für mein Empfinden mehr Sinn ergibt und flüssiger zu lesen wäre. Okay, und dann wäre da der Text auf der Rückseite des Buches, der auf den Band einstimmen soll. Hier wird aus Oma Rysette einfach Lynette gemacht. Dabei ist Lynette Alains Frau und die Adoptivmutter der kleinen Qinaya und nicht deren „Verwöhn-Oma“, wie es in besagtem Text steht. Dies sind zwar nur Kleinigkeiten, die aber das Gesamtbild dennoch ein wenig stören. Dem Lesespaß tut dies aber zum Glück kaum einen Abbruch.Doch nun zu den Zeichnungen. Diese stammen aus der Feder, oder besser gesagt dem Bleistift, von Arno Monin, der bisher noch keine deutschsprachige Veröffentlichung vorweisen kann und auch erst auf drei Serien/Reihen, oder wie auch immer. Dazu zählen „L'envolée sauvage“ (4 Bände von 2006-2013), „L'enfant maudit“ (2 Bände, 2009-2012), „Merci“ (Einzelband, 2014) und das hier vorliegende „L'Adoption“ (2 Bände). Doch genug der Vorrede. Wollen wir uns einmal die Zeichnungen genauer ansehen. Und hier zeigt sich sehr gut, warum Splitter das Albumformat favorisiert hat. Denn die skizzenhaften Zeichnungen kommen mit ihren feinen Strichen auf diesen großen Seiten so erst richtig zur Geltung. Während die Landschaften und Hintergründe bewusst real gehalten wurden, sind die Menschen stark karikiert. Es werden wichtige Züge dominanter dargestellt, auch um Emotionen besser übertragen zu können und stellenweise erinnert das Charakterdesign an Disneys Kinohit „Oben“. Auch die dezente und dennoch lebendig frische Farbgebung mit Aquarellfarben trägt ihren Teil zu der überwiegend fröhlich lockeren Stimmung des Bandes ein. Erst auf den letzten Seiten wird es dunkler und kühler, auch wegen der sich schlagartig veränderten Situation und um deren Auswirkung auf den Leser zu verstärken.Zusätzlich enthält der Band noch einen Bonusanhang mit ein paar Skizzen, Figurenentwürfen und ganzseitigen Pin-Ups, welche das Leseerlebnis abrunden.„Die Adoption, Band Nr. 1: Qinaya“ ist genau das, was ich erwartet habe. Eine einfühlsame und humorvolle Geschichte über zwei grundverschiedene Menschen, die mich berührt und erheitert. Denn genau das wird bereits durch das Titelbild signalisiert, auf dem sich Gabriel und die kleine Qinaya gegenüberstehen. Während er relativ hilflos und resigniert wirkt, ist sie neugierig, aber zurückhaltend.Auch wenn die Handlung nun nicht alltäglich und durchaus bekannt ist, kann ich den Band dennoch guten Gewissens weiterempfehlen, da er einfach sehr viel Spaß macht und berührt. Mir hat es auf jeden Fall so gut gefallen, dass ich den zweiten Band definitiv auf meine Liste setze, weil ich unbedingt erfahren möchte, wie es mit Qinaya und ihrem Achachi (peruanisch: „Großvater“) weitergeht.

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