Zidrou , Arno Monin Merci

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Inhaltsangabe zu „Merci“ von Zidrou

„Erzieherische Maßnahmen“ oder wie Merci Zylberajch in die Politik eintrat. Bredenne im Department Marne. 9974 Einwohner und fast genauso viele Seelen. Noch nie etwas von Bredenne gehört? Sagen wir mal so: Hat man die Wahl zwischen Disneyland Paris und Bredenne, ist die Entscheidung schnell getroffen. Vielleicht sogar ein bisschen zu schnell ... Merci Zylberajch, bald 16 Jahre alt und überzeugter Goth, hat gegen das Gesetz verstoßen und wird erwischt. Sie war dabei zwar nicht alleine, beschließt aber, den Sündenbock für alle zu spielen. Da es aber nicht ihr erstes Vergehen ist, kommt sie weniger glimpfl ich davon, als sie denkt ... Der für seine unkonventionellen Methoden bekannte Jugendrichter Sébastien Pirlot hat sich nämlich für Merci etwas ganz Spezielles ausgedacht – und dabei stört es ihn überhaupt nicht, dass Merci und die anderen Übeltäter an seiner Art der Bestrafung verdammt viel ... Freude haben werden.

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    Merci
    liberiarium

    liberiarium

    09. June 2017 um 09:18

    PLOTDas fast sechszehn Jahre alte Goth-Mädchen Merci lebt in einem kleinen Dorf namens Bredenne. Dort ist nie viel los, weswegen Merci und ihre Freunde sich schnell langweilen. Als sie eines Tages wieder gegen das Gesetz verstoßen und dieses Mal allerdings erwischt werden, beschließt Merci, dass sie die Schuld auf sich nimmt. Ihre Freunde kommen davon, Merci allerdings nicht. Der Jugendrichter Pirlot will das Mädchen aber nicht auf die konventionelle Weise bestrafen und denkt sich etwas ganz Besonderes für sie aus: Merci soll in die Politik von Bredenne eintreten.MEINUNGAuf Merci – Kleine Fehler bin ich durch die Verlagsvorschau von Panini Comics aufmerksam geworden. Mir gefielen der Zeichenstil und die Aufmachung des Covers direkt so gut, dass ich den Comic unbedingt lesen wollte. Außerdem war ich sehr gespannt auf die Umsetzung der alternativen Sozialstunden von Merci und den Umgang mit dem Thema Jugendstraftätern. Die Protagonistin Merci macht es einem nicht unbedingt leicht, sie auf Anhieb zu mögen. Sie ist zynisch und behandelt eigentlich jeden Erwachsenen ziemlich respektlos. Dennoch muss man an ihr einfach schätzen, dass sie ihre Freunde aus dem Schlamassel reitet, indem sie die anderen schützt und alleine die Strafe auf sich nimmt. Sie ist ein sehr kluges Mädchen mit vielen Ideen, das man erst nach und nach beim Lesen ins Herz schließt. Vor allem lebt der Comic aber von den schrulligen Nebencharakteren. Der Jugendrichter Pirlot wirkte auf mich direkt sympathisch, insbesondere aber die Eltern von Mercis Freunden haben mir durch ihre etwas schräge liebe zu ABBA wahnsinnig gut gefallen. Die Bewohner des Dorfes, die Merci im Laufe der Erzählung näher kennenlernt, sind nicht nur durch ihre politischen Einstellungen sehr unterschiedlich, sondern auch liebenswert. Zidrou und Monin beherrschen eine interessante und mit Liebe ausgearbeitete Figurenzeichnung.Wer fürchtet, dass es sich bei dem Comic um rein politische Angelegenheiten dreht, darf aufatmen: natürlich geht es vordergründig um Mercis Karriere in der Dorfpolitik, jedoch weist der Comic auch auf, welche Möglichkeiten der Strafe Jugendliche alternativ ereilen könnten. So werden neue Perspektiven eröffnet, die spannend zu beobachten sind.Der Comic zeigt darüber hinaus, dass auch eine kleine Stimme zählt: Merci wird am Anfang vom Dorfrat eher belächelt und nicht gerade ernst genommen. Sie präsentiert sich jedoch hilfreich und klug, sodass viele erkennen, dass auch eine jüngere Person tolle Ideen hat, die die Gesellschaft bereichern könnten. Merci – Kleine Fehler macht Mut und Lust darauf, sich selbst zu engagieren. Neben den politischen Themen spielt aber auch die Familiendramatik um Merci und ihre Mutter eine Rolle im Comic. Ihre Mutter ist alt und krank, sodass sie oft auf ihren Großvater angewiesen ist, der zwar fit wirkt, aber eigentlich auch nicht mehr ganz so gut sehen kann. Das führt zu vielen lustigen Szenen, auch wenn ein bittersüßer Geschmack haften bleibt. Der Zeichenstil hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere sind detailreich ausgearbeitet und vor allem die Hintergründe innerhalb der Stadtarchitektur sind imposant. Durch das große Format des Hardcovers kann mit mehr Panels und dadurch auch mit mehr Text pro Seite gearbeitet werden, wodurch eine gute Lese-Dynamik entsteht. Weil Merci – Kleine Fehler hauptsächlich im Sommer spielt, sind die Farben sehr bunt und fröhlich, was mich direkt an einen schönen Sonnentag denken ließ und beim Lesen gute Laune verbreitete. Schön ist auch, dass der Comic in unterschiedliche Kapitel gegliedert ist, was zu kleinen Lesepausen einlädt. Dadurch, dass der Titel aber sowieso nur an die 64 Seiten hat, kann man ihn durchaus in einer Sitzung durchlesen. Merci – Kleine Fehler hat mich wirklich begeistert, allerdings war mir persönlich das Ende zu unspektakulär. Man erfährt mehr von der Karriere der unterschiedlichen Figuren und erhält einen Einblick in die Zukunft – jedoch hätte ich mir noch etwas mehr Detailerzählung an dieser Stelle gewünscht. Zum Ende hin ändert sich die Erzählperspektive und meiner Meinung nach geht dadurch ein wenig der aufgebauten Dynamik verloren. FAZITNichtsdestotrotz hat mir der Comic von Zidrou und Monin gut gefallen. Ich fühlte mich durch die lebhaften und bunten Panels direkt in die Geschichte versetzt und fieberte mit, welche Ideen Merci spinnt, um die Politik in ihrer Stadt zu verbessern. Die Charaktere sind nicht nur liebenswürdig, sondern auch schräg, wodurch sie einzigartig werden. Es war schön zu sehen, dass jugendliche Straftäter auch andere Perspektiven erhalten und sich auf eine andere Weise zurück in die Gesellschaft eingliedern können. Merci – Kleine Fehler besticht nicht nur mit politischen Kontroversen, sondern auch mit Humor. Deshalb vergebe ich für den Comic von Zidrou und Monin aus dem Panini Verlag vier von fünf möglichen Lesebrillen!

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