Zoë Beck

 4 Sterne bei 214 Bewertungen
Autor von Die Lieferantin, Brixton Hill und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Zoë Beck

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Die Lieferantin

Die Lieferantin

 (86)
Erschienen am 10.07.2017
Brixton Hill

Brixton Hill

 (80)
Erschienen am 09.12.2013
Schwarzblende

Schwarzblende

 (29)
Erschienen am 09.03.2015
Ein zufriedener Mann. Erzählungen

Ein zufriedener Mann. Erzählungen

 (7)
Erschienen am 31.07.2014
Rot wie Schnee: Ein Winterthriller

Rot wie Schnee: Ein Winterthriller

 (4)
Erschienen am 02.10.2013
Das alte Kind

Das alte Kind

 (3)
Erschienen am 26.06.2010
Berlin Noir

Berlin Noir

 (1)
Erschienen am 01.03.2018
November - Remember, remember

November - Remember, remember

 (1)
Erschienen am 02.11.2014

Neue Rezensionen zu Zoë Beck

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Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Die Lieferantin" von Zoë Beck

Und was passiert nach dem Brexit?
Gwhynwhyfarvor 7 Monaten

Der Anfang: »Rotweißblau waren nicht ihre Farben. Morayo Humphries war schwarz.«

Wir befinden uns in der Zukunft, ein paar Jahre voraus, der Brexit ist Normalität. Leigh, ein Restaurantbesitzer ist es leid, an die Mafia Schutzgeld zu zahlen. Die Einnahmen im Restaurant sinken, der Kassierer namens Gonzo verlangt immer höhere Beträge. Leigh will nur mit ihm reden, die Rate senken. Alles geht schief ... keine Absicht. Doch nun gilt es, die Leiche von Gonzo verschwinden zu lassen.

»... die sich dahin verpissen sollen, woher sie gekommen sind.«

Die Nationalisten, die »Rotweißblauen«, sind in der Mehrheit, zumindest verbal und in Präsenz, Rassismus steht auf der Tagesordnung. Großbritannien geht es wirtschaftlich schlecht, im sozialen Bereich wird an allen Ecken gekürzt. Das Drogengeschäft floriert. Gonzo ist verschwunden. Seinem Chef, dem Drogen- und Mafiaboss Boyd ist klar, wer Gonzo entführt hat: die Drogen-Konkurrenz. Er will Rache. Nun verselbstständigt sich der Stein, der ins Rollen geraten war ... Will jemand dem Boyd-Clan ins Geschäft pfuschen? Zusätzlich macht die Lieferantin dem Boyd-Clan Sorgen. Ihr Marktanteil steigt. Doch wer ist diese Frau? Sie verkauft ihre kleinen Päckchen nicht auf der Straße wie sie.

Morayo Humphries, genannt Mo, ist gebildet, sie hat Privatschulen besucht, hat einen Studienabschluss, aber sie ist farbig, einer von denen, die dorthin gehen solle, wo herkommen ... So verdient sie sich ihr Geld mit Drogen. Dazu muss sie nicht auf die Straße gehen. Sie liefert über Bestellungen aus dem Darknet per Drohne. Mo gehört zu einem Dealerring, den Ellie Johnson aufgebaut hat. Ihr Bruder ist an gestreckten Drogen verreckt. Darum gibt es bei ihr nur hochwertige Ware, ungestreckt, mit genauer Gebrauchsanweisung. Ihre Dealer kennen sie nicht. Ellie stellt die Drohnen und den Stoff zu Verfügung, wählt sich ihre Dealer genau aus. Die Drohnen sind hoch technisiert, lenkbar mit Kamerasystem ausgestattet. Elli ist aber keine Frau, die sich an Drogen bereichern will, sie setzt ihren Gewinn für die »Anti-Druxit-Kampagne« ein. Die Regierung hat ein neues Referendum geplant, der Besitz von Drogen soll absolut unter Strafe gestellt werden, sämtliche Therapiemöglichkeiten, ärztliche Betreuung und alles, was damit zusammenhängt, soll aus dem Staatshaushalt gestrichen werden. Alles läuft rund, bis der Boyd-Clan eine von Ellies Drohnen abfängt.

Zoë Beck hat in dieses Szenario brisante Gedankengänge hineingepackt. Die Geschichte wird multiperspektiv erzählt, es gibt eine Reihe von Protagonisten, alle grob gezeichnet, schlüssig. Die Erzählhaltung ist sehr distanziert. Das ist gut gewählt, denn alle Handelnden haben im Grunde persönlich nichts miteinander zu tun. Die Figuren sind hier nicht wichtig, sondern das Drumherum. Neben einer guten Portion Humor hat die Autorin eine düstere Zukunft für Little Britain aufgezeigt. Die Schotten haben sich abgetrennt, gehören zur EU, London-City wird durch Chinesen und Russen aufgekauft, die Immobilienpreise steigen. Einkommen sinken, Armut macht sich breit, was wieder Kürzungen der sozialen Bereiche nach sich zieht, radikaler Nationalismus, Fremdenhass, Ausgrenzung von Minderheiten, Kriminalität lohnt sich wieder.

Die möglichen Auswirkungen des Brexits sind sehr glaubhaft dargestellt – leider. Ich hoffe, dass Zoë Beck nicht Recht behält. Durch Elli und die »Anti-Druxit-Kampagne« nimmt die Autorin ein anderes Thema auf: die Legalisierung von Drogen. Weniger Kriminalität, weniger Kranke und Tote, so das Argument. Die baseballschwingenden »Rotweißblauen« erinnern an die prügelnden Nationalsozialisten des 3. Reichs. Bei der Lektüre läuft ein Schauern über den Rücken. Auch technisch hat sich die Autorin interessante Gedanken gemacht. Drogenlieferung per Drohne, vielleicht wird es schon praktiziert? Über das Darknet bestellt, per Briefpost geliefert, das ist heute schon gängige Praxis. Die Geschäftsabwicklung scheint zunächst völlig anonym zu laufen, zumindest glauben die Kunden das. Doch Elli hat es faustdick hinter den Ohren. Big sister is watching you ...

Ein gesellschaftskritischer Thriller der feinen Art. Verschiedene Aspekte einer Zukunft nach den Brexit wird ausgelotet, konservative, rechtslastige Formierungen sind auf dem Vormarsch, technische Möglichkeiten der Bespitzelung lassen sich wunderbar geschäftlich verwenden, KI auf dem Vormarsch, freier Verkauf von Drogen. Armut, Fremdenhass, Ausgrenzung niemand gönnt dem anderen die Butter auf dem Brot. Das alles passt zusammen in einem exakt ausgeloteten Plot. Ich habe schon ein paarmal gehört, das sei doch gar kein Thriller! Aber selbstverständlich ist das ein Thriller! Thriller bedeutet nicht, im Affentempo durch das Buch zu hetzen, zu meucheln, zu schockieren ... Was man unter man schockieren versteht, ist ein persönliches Gefühl. Hackebeilchen z. B. schockieren mich nicht, doch aber ein solches Szenario, wie in diesem Thriller beschrieben. Ein Krimi braucht einen Ermittler, der ein bereits geschehenes Verbrechen aufklärt. Ein Thriller beschreibt ein bedrohliches Szenario, das über der ganzen Story schwebt, der Thriller fragt, was kommen wird, bzw. sind wir noch zu retten? Dieser Thriller ist politisch aktuell, er stellt Fragen, zeigt auf, was auf uns zukommen könnte. Die Aussicht ist ein wenig finster. Aber wir haben es jetzt in der Hand, nicht in dieses Messer zu laufen! 

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M

Rezension zu "Berlin Noir" von Zoë Beck

Voll Atmosphäre, Stimmung, Melancholie, Freude und auch Spannung
michael_lehmann-papevor 9 Monaten

Voll Atmosphäre, Stimmung, Melancholie, Freude und auch Spannung

 

Wenn da ein Journalist unter äußerem Druck steht (Trennung, Ex-Frau will mit neuem Partner, aber auch mit dem gemeinsamen Kind) die Stadt wechseln, dann sucht der Kopf schon Ablenkung. Da passt es, wenn der Fall eines verschwundenen Mädchens im Raum steht und man sich dieser Recherche widmen kann.

 

„Zugegeben, mein Engagement war ungewöhnlich, da ich üblicherweise für den Kulturteil unserer Zeitung schreibe“.

 

Wenn dann aber bei einer der Szenen am Tatort und danach der Leser eine deutliche Assoziation zu Antonionis „Blow“ erhält. Wenn einige Seiten weiter sehr deutlich dann „Shining“ aus den Tiefen der Geschichte auftaucht und auch „The sixth sense“ noch in tragender Rolle im Raum steht, dann ahnt der Leser, dass hier nicht alles so ist, wie es scheint. Dass man sich vielleicht eher im Kopf eines mental überlasteten Mannes befindet, mit dem man auch die dunklen Seiten Moabits besuchen werden wird.

 

Etwas zu direkt in den Anspielungen, aber sehr flüssig zu lesen, die Geschichte von Ulrich Woelk im Buch.

 

Demgegenüber Max Annas im Hauptteil „Berliner Milieus“ eher geradeheraus (und doch mit überraschenden Wendungen versehen), „Neukölln“ dunkel-düster-gewalttätig in den Raum stellt. Oben, hinter dem Gebüsch, 40 Meter von der S-Bahn Brücke entfernt.

 

Was eigentlich ein einsamer Platz sei sollte (und für das Vorhaben der zunächst zwei jungen Männer, dann vier anwesenden Personen (nicht mitgezählt das Bündel auf dem Boden)) auch genau deswegen ausgewählt wurde für ihr Vorhaben. Pech, dass hier zur fast Nachtzeit gruppenweise Menschen vorbeikommen (gut aber, wie Anna jede und jeden der Passanten nutzt, klare Zeichen für das Leben im Kiez vor Augen zu führen).

 

Und auch wenn „man den Falschen hat“, so richtig falsch kann das in diesem Teil der Stadt gar nicht sein zwischen Menschen mit Migrationshintergrund und handfesten „Nazis“, zwischen denen es Tag und Nacht hoch her geht und Gnade wenig gezeigt wird. Auch wenn des ein oder des anderen Gewissen noch dazwischenfunken könnte.

 

Berlin aus Innensicht. Nicht als „alternativer Stadtführer für Touristen“, sondern aus den Augen von vielfach schrägen Typen und Lebensweisen her, mit Dreck versehen, ohne Frage, gerade aber auch die vielfachen Atmosphären der Stadt je prägnant beschreiben, emotional den Leser mit mitten hinein stellen in die Kneipen, auf die Straßen, in das Denken, die Umgangsformen untereinander und in jenes Erleben, dass bei manchen der Kieze andersartige, neue und dennoch festgefügte „Familienbande“ entstehen lässt.

 

Was in kaum einer der anderen Geschichte so eindrücklich und innerlich den Leser mitnehmend gesetzt wird, wie im „Heinrichplatz-Blues“. Kneipen, Einrichtungen, der „Bingo-Sonntag“. Wo es heißt: „Das Flirten bitte einstellen“, wenn die Kugeln anfangen, sich zu mischen.

 

Der Ort, an dem Nick, gefühlt „immer schon“, die herausragende Gestalt ist. Nicht nur ob seiner Massagekünste, nicht nur fast schon als „Teilzeit-Ehemann“.

 

„Besitzansprüche an Nick zu stellen bringt überhaupt nichts, dann kriegt er diesen Blick“.

 

Kunstvoll vernetzt Johannes Groschupf in seinem Teil im Buch die genauen Portraits des ein ums anderen „Kiez-Originals“, bringt Getränke, Stimmung untereinander, die Wichtigkeit füreinander, die Sorge umeinander, aber auch die Melancholie des Lebens dort und das am Ende alle Beziehungen eher auch losen Fäden gleichen wunderbar auf den Punkt.

 

Ein Werk voller Erzählungen, das Berlin aus vielfachen Sichten zeigt, den Punkt trifft, Atmosphären erzeugt und, als Geschichten an sich, jede für sich lesenswert ist.


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pardens avatar

Rezension zu "November - Remember, remember" von Zoë Beck

Wenn nichts ist, wie es scheint...
pardenvor einem Jahr

WENN NICHTS IST, WIE ES SCHEINT...

Nach einer durchfeierten Nacht wird die Physikdoktorandin Edie vom Vibrieren ihres Smartphones geweckt. Obwohl der Kopf noch nicht klar ist, ist Edie auf einen Schlag wach. Sie entdeckt verstörende Fotos, die angeblich über ihren Account hochgeladen wurden und nun in den verschiedenen Social Media zu sehen sind. Florence, ihre beste Freundin aus Kindheit und Jugend, die am vergangenen Abend nicht in St. Andrews erschienen ist, obwohl sie sich angekündigt hatte, ist auf den Fotos zu sehen: nackt, verletzt - tot?

Obschon Edie insgeheim hofft, dass es sich hierbei um einen schlechten Scherz handelt, wendet sie sich an die Polizei. Als sie im Hintergrund eines der Fotos die Silhouette eines Bauwerks entdeckt, ahnt Edie, wo die Bilder aufgenommen worden sein könnten. Gleichzeitig mit der informierten Polizei trifft sie an dem Ort ein, und tatsächlich stoßen sie bald auf Florence. Nackt, tot, verstümmelt.

Edie ist fassungslos. Sie hat keine Ahnung, was da läuft, wer sie da in etwas hineinziehen will. Sie weiß nur, dass sie sich das nicht gefallen lassen will, doch was soll sie tun? Rasch gerät sie in den Fokus der britischen Yellow Press, die in der Vergangenheit von Florence und Edie gräbt. Für die Pressemeute ist die Schuldige gefunden, allein Edie weiß, dass mehr dahinter stecken muss. Doch wird sie dem Schrecken ein Ende setzen können?

Zoë Beck präsentiert hier einen gelungenen Short-Thriller, der trotz des überschaubaren Umfangs von 97 Seiten alles hat, was ein Buch dieses Genres braucht: Spannung, ungeklärte Fragen, Geheimnisse aus der Vergangenheit, überraschende Wendungen und ein gelungenes Ende. Surprise, surprise, kann ich da nur sagen.

Für mich in jedem Fall eine der stärksten Folgen aus der Reihe der Kalender-Thriller - und ich bin gespannt, ob die letzte Folge das Niveau halten kann...


© Parden

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Gespräche aus der Community

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Schneekatzes avatar
Bücher, die ich gerne gelesen habe, empfehle ich oft weiter. Wieso also auch nicht Exemplare von meinen Lieblingsbüchern verlosen?
Den Startschuss für diese Aktion auf meinem Blog www.buchelefanten.de bildet der Thriller “Brixton Hill” von Zoë Beck, die mittlerweile zu meinen Lieblingsautorinnen gehört. Sie kann es einfach. :)

Klappentext:
"Wir finden dich. Halte dich bereit! London, in einem der Luxushochhäuser von Canary Wharf: Erst fällt die Klimaanlage aus, dann der Strom. Sämtliche Ausgänge sind verriegelt, und Rauch strömt aus den Belüftungsschächten. Em muss hilflos zusehen, wie ihre Freundin im 15. Stock ein Fenster zertrümmert und panisch hinausspringt. Kurz darauf wird Em verhaftet. Sie soll sich in die Gebäudetechnik eingehackt und die Katastrophe ausgelöst haben. Ein falsches Spiel um Macht und düstere Geheimnisse beginnt. Ebenso die Jagd auf Em – im Netz und in der Realität …"

Wenn ihr aus Deutschland, Österreich und der Schweiz seid und dazu auch noch gerne Thriller und Krimis lest, könnt ihr ganz einfach mitmachen: Entweder unter dem Beitrag auf meinem Blog einen Kommentar hinterlassen, unter entsprechendem Post auf meiner Facebookseite oder gleich hier auf Lovelybooks – und schon seid ihr im Lostopf. Auch würde mich interessieren, ob ihr bereits andere Bücher der Autorin gelesen habt und wie ihr sie fandet.

Das Gewinnspiel beginnt heute und endet am Sonntag, den 15.06.2014 um Mitternacht. Der/die Gewinner/in wird am Tag darauf bekannt gegeben.

Viel Glück! 🐘


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