Das alte Kind

von Zoe Beck 
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Das alte Kind
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Bücher-Engels avatar

Nicht unbedingt ein Thriller, aber alles in allem eine interessante Geschichte - zwar vorhersehbar, aber doch spannend

CorneliaPs avatar

nicht fesselnd, anstrenend zu lesen

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Inhaltsangabe zu "Das alte Kind"

Carla Es sind nur wenige Tage, die Carla von ihrem Kind getrennt im Krankenhaus verbringt - Tage, die alles verändern. Als die Schwester ihr das Baby in die Arme legt, stellt Carla entsetzt fest: Das ist gar nicht ihr Kind! Doch niemand
glaubt ihr - Fiona Fiona wacht in ihrer Badewanne auf. Kerzen stehen am Wannenrand, Blütenblätter schwimmen auf dem Wasser, das sich allmählich rot färbt - von ihrem Blut! Mit letzter Kraft schleppt sie sich zum Telefon. Im Krankenhaus
behauptet sie, jemand hätte versucht, sie zu töten. Doch niemand glaubt ihr -

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404164431
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:302 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:29.05.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 25.05.2010 bei Bastei Lübbe erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Mellchenvor 3 Jahren
    Hintergründig

    Zoe Becks Romane sind immer sehr hintergründig recherchiert und fliessend zu lesen. Immer hat man das Gefühl, daß Sie sich mit den Grundlagen, auf die die jeweilige Geschichte aufbaut, intensiv auseinandergesetzt hat. Diesmal geht es um den Tausch eines Kindes im Säuglingsalter, um seltene Krankheiten und künstliche Befruchtung, aber auch um Menschen, die zunächst völlig unterschiedliche Leben leben, am Ende allerdings alle irgendwie zusammen gehören.
    Das Buch wurde bereits 2010 veröffentlicht, ich habe zunächst die aktuellsten Zoe Beck Romane gelesen. Man merkt doch eine deutliche Steigerung der Kompetenz dieser aussergewöhnlich sorgfältig arbeitenden Autorin.
    Ich freue mich auf viele neue Bücher von ihr - der Abstand von jeweils 1 Jahr bis zur nächsten Veröffentlichung erscheint immer wahnsinnig lang, aber es lohnt sich, da sie diese Zeit absolut zu nutzen weiss und auch benötigt, um immer wieder herausragende Themen zu präsentieren.

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    DieTina2012s avatar
    DieTina2012vor 3 Jahren
    Viele Verwicklungen

    1978: Carla ist aufgrund einer Gürtelrose im Krankenhaus. Ihre sechs Monate alte Tochter Felicitas ist auf der Babystation. Als sie ihr Felicitas bringen, sagt sie, dies sei nicht ihre Tochter. Keiner glaubt ihr, auch ihr Mann hält sie für verrückt.

    Heute: Fiona wacht in der Wanne auf. Ihre Pulsadern sind aufgeschnitten. Sie schwört, dies nicht getan zu haben, doch keiner glaubt ihr.

    Das Buch konnte mich leider nicht restlos überzeugen, denn die Verwicklungen waren etwas zu schräg für meinen Geschmack. Z.B. frage ich mich, warum der Vater seine sechs Monate alte Tochter das letzte Mal gesehen hat, als sie zwei Wochen alt war... Ja, berufliche Gründe, aber jetzt mal wirklich. Er weiß auch gar nicht mehr so genau, wie sie aussieht und meint: Ach, wird schon das Baby sein, das uns gebracht wird. Ist mir zu schräg. :)

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    awogflis avatar
    awogflivor 4 Jahren
    Starke Geschichte - kein Thriller

    Zoe Becks Buch "Das alte Kind" ist ein sehr guter Roman, aber ein Thriller ist es meines Verständnisses nach nicht. Dafür gibt es in Summe einfach zu wenig Leichen (mehrere halbherzige, dilletantisch ausgeführte, gescheiterte Mordversuche und ein kleiner Mord zählen einfach nicht) und zu wenig abartige Grausamkeit. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte ein sehr spannendes Familiendrama mit sorgfältig eingewobenem Krimiplot.

    Am besten gefallen hat mir die Story der Mutter, die davon überzeugt ist, dass ihr Kind vertauscht wurde und der einfach keiner glauben will. Sehr grandios wird geschildert, wie sie verbissen an ihrer Meinung festhält, von allen anderen für komplett verrückt erklärt wird, und letztendlich ihre ganze Familie inklusive aller Betroffenen an diesem Verbrechen zerschellen.

    Am Anfang ging ich noch durch meine eigene Schlamperei, nie die Kapitelüberschriften zu lesen, in die Falle und dachte "Warum kommt keiner auf die Idee, einen Vaterschaftstest zu machen". Als ich merkte, dass der Beginn der Geschichte im Jahr 1978 spielt, war mir alles klar - sehr klug, den Plot vor, während und nach den Jahren der wisssenschaftlichen Revolution in der Genetik anzusiedeln. Das gibt genügend Sprengstoff für viele spannende Wendungen! Was dann folgt, ist ein rasantes Familiendrama mit liebevoll detailliert gezeichneten Figuren, das mich keine Sekunde gelangweilt hat.

    Wie schon gesagt, mit einem Stern Abzug bestrafe ich den Umstand, dass Thriller auf dem Cover steht. Das mag kleinlich wirken, aber ich mag es gar nicht, wenn dem Leser effektheischend Erwartungen vorgegaukelt werden, die das Buch letztendlich nicht erfüllt (und eigentlich auch nicht erfüllen muss).

    Fazit sehr lesenswert, aber kein Thriller :-)

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    B
    Buecher-Liebevor 4 Jahren
    Guter Thriller


    Durch einen Tipp in Facebook bin ich neugierig geworden und habe mir dieses Buch bestellt. Das Cover ist schön gestaltet, lässt jedoch nicht auf die Handlung des Buches schließen. Der Klappentext machte mich noch neugieriger, sodass ich meine anderen ungelesenen Bücher erstmal nach hinten geschoben habe ;-) was definitiv kein Fehler war!!!!

    Beeindruckend beschreibt die Autorin die Angst einer jeden Mutter ihr Kind zu verlieren und gleichzeitig die Suche einer jungen Frau nach der eigenen Identität. Beides läuft parallel ab und wirkt zunächst ungeordnet, im Nachhinein ergibt sich aber Sinn der wechselnden Zeiten auch für den Leser. Durch die verschiedenen Schriftarten lassen sich beide Handlungen gut auseinander halten und am Ende schließ sich der Kreis. 

    Zusammenhänge lassen sich stellenweise erahnen, trotzdem kommt es immer wieder zu unglaublichen Wendungen, die von Neuem eine knisternde Spannung aufbauen! Vielleicht kein typischer Thriller, aber auf jeden Fall ein packendes Familiendrama, dass den Leser mit seinen vielen geheimnissvollen Vorgängen in seinen Bann zieht. Besonders fesselnd fand ich die Darstellung der Emotionen und Charaktäre der beiden Hautfiguren, dabei bleibt die Autorin authentisch und beschreibt realistisch Gedanken und Gefühle, die den Leser zum mitfiebern und mitleiden animieren. Dabei geht der Raum für die eigene Vorstellung und Interpretation nicht verloren.

    Ich möchte keine spannenden Details und vor allem das packende Ende nicht vorweg nehmen. Deshalb beschränke ich mich darauf zu sagen:

    Es lohnt sich definitiv zu lesen. Ich habe mir weitere Bücher der Autorin bestellt und bin schon sehr gespannt, gerade weil es nicht der 0815 Standard-Thriller ist, sondern ein erschütterndes Familiendrama, das ohne große blutgetränkte Szenen eine unheimliche Spannung erzuegen kann!

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 5 Jahren
    Ein bisschen wie Benjamin Button

    Meine erste Zoe Beck, auf Empfehlung gelesen. Nur hatte ich bei einem angeblichen Thriller etwas anderes erwartet. Allein der Titel hat schon andere Assoziationen geweckt.
    Eine Frau kommt auf Grund einer Gürtelrose ins Krankenhaus und wird temporär von ihrer kürzlich geborenen Tochter getrennt. Als diese wieder zu ihrer Mutter darf, steht für die Mutter fest, dass das Kind gar nicht ihres ist. Niemand glaubt ihr.
    20 Jahre später erleben wir das Leben von Fiona Hayward. Nach einem Unfall (Selbstmordversuch?) findet Fiona heraus, dass ihre Eltern gar nicht ihre leiblichen Eltern sind. Wer ist ihre richtige Mutter? Warum hat ihre Mutter sie verlassen bzw. weggegeben? Allein Ben, ein ehemaliger One-Night-Stand, steht in diesen Zeiten als Freund zu ihr. Auch er findet einige seltsame Dinge heraus...
    Mal davon abgesehen, dass mir irgendwie alle Charaktere unsympathisch sind, hatte dieses Buch auch mal so gar nichts von einem Thriller, eher eine Familiengeschichte. So richtig spannend war es auch nicht, allein das Ende hat mich ein wenig vertröstet. Ich hatte mehr erwartet.

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    StellaCometavor 5 Jahren
    Ein "ruhiger" Thriller

    Carla wird aufgrund einer ansteckenden Krankheit für wenige Tage von ihrem Kind getrennt. Als ihr die Krankenschwester dann endlich Felicitas in die Arme legt, muss sie mit Entsetzen feststellen, dass es sich um ein fremdes Kind handelt. Doch ein Irrtum scheint ausgeschlossen, weder die Ärzte noch der eigene Mann glauben ihr …

    Fiona erwacht eines Tages in ihrer Badewanne, dessen Wasser sich bereits rot färbt. Sie ist geschwächt, doch es gelingt ihr, den Notruf zu kontaktieren. Sie ist überzeugt davon, dass jemand sie töten wollte, doch im Krankenhaus glaubt ihr niemand, denn ein Selbstmordversuch scheint viel naheliegender.

    Meine Meinung:

    Eigentlich lese ich nur selten Thriller, sie gehören nicht zu meinen bevorzugten Lese-Genres, dennoch hat mich die Leseprobe von „Das alte Kind“ sofort angesprochen. Die Neugierde hat gesiegt; ich habe mir das Buch besorgt und inzwischen gelesen. Und ja, es hat mir gefallen! Insbesondere die Erzählung über zwei unterschiedliche Zeitebenen/Handlungsstränge fand ich sehr gelungen. Zunächst geht es um Carla (im Jahr 1978 ff.), der - nach ihrer Meinung - ein fremdes Kind untergejubelt wurde. Dann, einige Jahre später, geht es noch um Fiona, die einen (vermeintlichen?) Selbstmordversuch überlebt hat.

    Mit Carla habe ich gelitten (es muss furchtbar sein, wenn einer Mutter das Kind entrissen wird, doch niemand ihr Glauben schenken möchte) und auch Fiona ist ein interessanter Charakter. Dennoch waren mir beide Frauen nicht nahe bzw. sympathisch (auch nicht so wirklich die übrigen Protagonisten), sie wirkten allerdings stimmig und waren allesamt gut ausgearbeitet.

    Die Spannung in „Das alte Kind“ baut sich nur langsam auf, dies ist jedoch - meiner Meinung nach - überhaupt nicht negativ zu betrachten, denn die unterschiedlichen Zeitebenen sind perfekt aufeinander abgestimmt und lassen den Leser über die Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart rätseln, die Zusammenhänge erscheinen greifbar, die Geschehnisse sind dann aber wiederum verwirrend.

    Positiv finde ich noch, dass der Roman ohne ausufernde Gewaltszenen bzw. Brutalität auskommt. Ein bisschen irritiert hat mich am Ende allerdings, dass die Autorin einen weiteren (zusätzlichen) Handlungsstrang völlig ungeklärt lässt. Um mehr zu erfahren, müsste ich wohl weitere Romane von Zoë Becks lesen …

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Gelungener Thriller

    Inhalt:
    Es sind nur wenige Tage, die Carla von ihrem Kind getrennt im Krankenhaus verbringt- Tage, die alles verändern. Als die Schwester ihr das Baby in die Arme legt, stellt Carla entsetzt fest: Das ist gar nicht ihr Kind! Doch niemand glaubt ihr...

    Fiona wacht in ihrer Badewanne auf. Kerzen stehen am Wannenrand, Blütenblätter schwimmen auf dem Wasser, das sich allmählich rot färbt- von ihrem Blut! Mit letzter Kraft schleppt sie sich zum Telefon. Im Krankenhaus behauptet sie, jemand hätte versucht, sie zu töten. Doch niemand glaubt ihr...

    Und wer hilft die, wenn alle glauben, dass dein größter Feind du lebst bist?

    Meine Meinung:
    Das "alte Kind" hat mir persönlich wirklich gut gefallen. Es war mal ein Thriller anderer Art, was man nicht allzu häufig liest.
    Das Buch wurde in zwei Zeitfenstern geschrieben. Zum einen in dem Zeitraum ab 1978 und fortlaufend, als Carla ins Krankenhaus kommt und ihr das falsche Kind unterjubelt. Zum anderen aber aus der heutigen Zeit, in der Fiona in ihrem eigenen Blut erwacht, weil jemand versucht, sie umzubringen.
    Diese Variante bringt etwas Abwechslung in die Geschichte, was auch dazu führt, dass es immer spannend bleibt und an keiner Stelle langweilig erscheint. Wird zum Beispiel eine neue Erkenntnis gewonnen, was den Fall ein kleinen Stück weiter aufdeckt, so endet das Kapitel und die Autorin switcht in eine andere Zeit um.
    Der Schreibstil von Zoe Beck ist sehr angenehm zu lesen, sodass man das Buch flüssig durchlesen kann, was mit der Spannung zusammen dazu führt, dass man das Buch am liebsten nicht aus der Hand legen mag.
    Was zudem noch sehr bemerkenswert war, ist dass die Autorin fast all ihre Vorlieben und eigenen Lebensinhalte in diesem Thriller unterbringt. So pendelt die Autorin heutzutage immer zwischen England und Deutschland, liebt die Musik, gab zahlreiche Konzerte und arbeitete auch als Journalistin. All diese Aspekte tauchen auch in dem Buch auf. Allerdings auf ihre Charaktere verteilt.
    So spielt die Geschichte auch zum Teil in England, Schottland, Amerika und Deutschland, der Mann von Carla ist Musiker und gibt viele Konserte und ein Bekannter von Fiona ist Journalist.
    All diese Dinge sind mir doch sehr ins Auge gestochen, was aber keineswegs störend ist.

    Auch die Aufmachung sollte man bei diesem Buch nicht vergessen.
    Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist schlicht gehalten, macht dennoch neugierigg auf die Geschichte und mit dem Titel ist zunächst nur wenig anzufangen. Erst in Laufe des Buches wird klar, was es damit auf sich hat.
    Zudem ist das Buch mit einigen Briefen gespickt, was das Lesen doch ein wenig auflockert.

    Alles in allem hat Zoe Beck mit "Das alte Kind" einen sehr guten Thriller geschaffen, der zwar kurzweilig ist, aber dennoch superspannend ist und man Spaß am Lesen hat.

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    pelznases avatar
    pelznasevor 6 Jahren
    Spannend und abwechslungsreich

    Auf dieses Buch bin ich durch die Seite www.lovelybooks.de aufmerksam geworden, die unlängst eine Livestream-Lesung davon übertragen hat. Da der Inhalt ganz interessant klang, habe ich mir die Lesung also einfach mal angesehen und angehört. Ohne allerdings viel davon zu erwarten. Da standen mir einfach wieder meine Bedenken im Wege, ob eine Autorin solch eine Geschichte gut erzählen kann. Ich bin da seit je her immer mehr auf männliche Schriftsteller ausgerichtet.
    Aber ich bin ja bereit, mich belehren zu lassen, und das ist Zoë Beck mit “Das ate Kind” auch sehr schnell gelungen. Diese kurze Inhaltsangabe wird der Geschichte nämlich gar nicht gerecht. Was hier doch recht schlicht klingt, ist in Wirklichkeit wesentlich komplexer.  Denn die Handlung um Fiona ist nur ein Teil der Geschichte, eigentlich gibt es nämlich mindestens zwei Handlungsstränge. Doch anfangs wirkt es nicht so, da dreht sich alles um Fiona, die angestrengt bemüht ist, herauszufinden wie sie in diese Badewanne gekommen ist und wer ihr die aufgeschnittenen Pulsadern zugefügt hat. Da ich dieses Prinzip mag, wenn Leute aus dem Schlaf, dem Koma oder einer Bewusstlosigkeit erwachen, nichts oder kaum noch etwas wissen, was ihnen aber leider niemand glaubt, fand ich diesen Teil ausgesprochen spannend. Zumal dieses Ereignis ja nur der Gipfel des Eisberges ist. Dahinter steckt noch ein deutlich tiefgehenderes, sehr zwischenmenschliches und psychologisches Problem, das seinen Höhpunkt im Mord an Fionas Mitbewohnerin findet.
    Aber wie schon gesagt, da gibt es noch einen weiteren Teil der Geschichte, und der beginnt in den späten 70er-Jahren und reicht hinein bis in die späten 90er-Jahre. Und im Gegensatz zu Fionas Teil, der sich weitgehend in Edinburgh abspielt, ist man in diesem anderen Teil überwiegend in Berlin mit dabei. Hier dreht sich alles um Carla, die Frau eines bekannten Pianisten, die vor wenigen Wochen eine Tochter bekommen hat, dann wegen einer Erkrankung ins Krankenhaus musste, wo man sie wegen der Ansteckungsgefahr von ihrer Tochter trennte. Als Carla wieder gesund ist und man ihr ihre Tochter bringt, ist sie felsenfest davon überzeugt, dass dieses Baby eben nicht ihre Tochter ist. Davon ist sie von niemandem abzubringen und es ist gleichermaßen erschreckend, wie auch auf bizarre Art faszinierend, wie sie daran festhält, was sie alles auf sich nimmt um ihren Mann und sogar die Medien zu überzeugen und um Hilfe bei der Suche nach ihrer Tochter bittet. Was mich hier am meisten beeindruckt hat, das sind diese beiden Charaktere die Zoë Beck hier erdacht hat. Carla, die verzweifelte Mutter, die instinktiv spürt, dass dieses Baby eben nichts ihres ist. Und auf der anderen Seite ihr Mann Frederik, der seine Kinder natürlich schon liebt, mit Babys aber eben nichts anfangen kann und von daher auf Distanz bleibt bis er sich zumindest mit ihnen unterhalten kann (was seine Frau übrigens toleriert, getreu dem Motto “So ist er eben.”) Für ihn ist das Baby seine Tochter, denn irgendwie sehen Babys sich schließlich alle ähnlich und die verändern sich auch innerhalb kurzer Zeit, da ist es doch kein Wunder, wenn seine Tochter nach der Qurantäne anders aussieht…
    Wohin diese Einstellung von Carla und ihr Bemühen letztlich führen, das ist quasi vorprogrammiert, sie wird psychisch krank darüber. Inzwischen ist das Baby herangewachsen und Frederik kann nun endlich etwas “mit ihm anfangen”, und so verkehren sich die beiden Charaktere ins Gegenteil. Frederik, der liebende Vater, Carla, die ablehnende Mutter
    Doch mit diesem Kind hat es noch etwas viel Dramatischeres auf sich, was ich hier aber nicht erwähnen möchte, sonst würde ich wohl zu viel verraten.
    Diese beiden Handlungsstränge wechseln sich im Buch ab und nach und nach findet man heraus, dass es zwischen ihnen eine Verbindung gibt. Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man schon einen oder mehrere Zusammenhänge erahnt, dann aber wieder von Carla und Fiona liest, die ja nicht auf dem gleichen Stand sein können wie man selber, weil sie ja voneinander wissen. Das macht die Sache sehr spannend und interessant und ich jedenfalls habe das Buch nur sehr ungerne zwischendurch mal beiseite gelegt. Diese Zusammenhänge, die schon sehr speziellen und -jeder auf seine Art- ungewöhnlichen Charaktere, das heikle Thema Gentechnik, das hier eine Rolle spielt, und die Möglichkeit als Leser kombinieren zu können, all das hat mir “Das alte Kind” zu einer spannende und unterhaltsamen Lektüre gemacht.

    Das Buch liest sich recht leicht, ich hatte es innerhalb weniger Tage ausgelesen. Gefallen hat mir besonders, dass die Teile, die von Carla handeln, in einer anderen Schriftart gedruckt und stets datiert sind. Das lockert beim Lesen zum einen das Text-Bild auf, zum anderen kann man so den Verlauf über die Jahren hinweg leichter erfassen. Außerdem war das für mich  z.B. eine gute Gelegenheit mir zwischendurch zu sagen: du liest jetzt noch bis zum nächsten Carla-Teil (wahlweise auch Fiona-Teil) und dann hörst du erst mal auf und erledigst andere Dinge, die noch anstehen.
    Schön finde ich auch, dass Briefe auch genau so aussehen. Wie ein handschriftlich beschriebenes Blatt Papier eben. Auch das macht “Das alte Kind” noch mal sehr speziell und weckt schon beim flüchtigen Durchblättern die Aufmerksamkeit.

    “Das alte Kind” ist ein Taschenbuch, also nicht meine bevorzugte Buchart. Da ich aber wie gesagt wegen der Autorin sehr skeptisch war, war ich darüber doch sehr froh. Denn da hat mich letzlich der Preis davon überzeugt, es doch mal auszuprobieren. Mit meinen Zweifeln hätte ich das Buch als teures Hardcover sicher nicht gekauft. Für einen Thriller ist das Cover ungewöhnlich hell, wie ich finde. Da hilft auch der dunkle Fußbodenausschnitt mit das Schaukelpferd nicht, das eher wie ein dunkler Schatten aussieht. Mein Fall ist es nicht, Thriller sollten dunkel aussehen. Aber es fällt zwischen den vielen dunklen Covermotiven in diesem Genre schon auf, hat also auch was für sich. Geschmackssache halt.

    Fazit:   Ein sehr spannender Thriller, der mich mit einer abwechslungsreichen Handlung und interessanten Charakteren ein paar Leseabende lang sehr gut unterhalten hat. Thriller-Fans kommen hier sicher auf ihre Kosten.

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    arwyn_yales avatar
    arwyn_yalevor 6 Jahren
    Sehr spannend

    Mit dem Genre Thriller bin ich vorsichtig geworden. Früher habe ich Joy Fielding und Co. verschlungen, aber irgendwann wurden die Geschichten immer abstruser und die Handlungsabläufe immer ähnlicher, so dass ich dem Genre irgendwann nichts mehr abgewinnen konnte.

    Zoe Becks Roman »Das alte Kind ist« unter dem Genre Thriller gelistet, aber der Klappentext reizte mich so sehr, dass ich mir eine Leseprobe auf den Kindle geladen habe und drei Minuten später war das E-Book gekauft.
    Ich hatte nur kurz reinlesen, dabei meinen Tee trinken und anschließend einkaufen gehen wollen. Doch ich fand keine geeignete Stelle das Lesen zu unterbrechen. Es war von der ersten Seite so fesselnd, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. So wurde mein Tee kalt und nach zwei Stunden schaffte ich es dann endlich mich von der Couch aufzuraffen.
    Am nächsten Tag hatte ich es ausgelesen. Es hatte zwar die Hälfte meiner Nacht gekostet, aber das war es wert.

    Kurzinhalt

    Berlin 1978: Carla liegt im Krankenhaus. Ihre sechs Monate alter Tochter ist wegen der Ansteckungsgefahr getrennt von ihr untergebracht. Als eine Krankenschwester ihr nach überstandener Krankheit das Kind bringt, behauptet Carla vehement es wäre nicht ihre Tochter. Doch zu dem Zeitpunkt war kein anderes Baby auf Station. Alle halten Carla für verrückt.

    Edinburgh 30 Jahre später: Fiona erwacht mit aufgeschnittenen Pulsadern in ihrer Badewanne. Mit letzter Kraft schafft sie es den Notarzt zu verständigen. Im Krankenhaus gehen alle von einem Suizidversuch aus. Fiona hingegen behauptet jemanden habe versucht zu umzubringen. Sie schaltet die Polizei ein, doch niemand glaubt ihr.

    Der Schreibstil ist sehr flüssig. Die Figuren sind authentisch geschildert. Es ist spannend mitzuverfolgen, wie Carla versucht ihre Umwelt davon zu überzeugen, dass man ihre Tochter vertauscht hat. Was mir gefehlt hat war der Umgang mit dem älteren Sohn. Der wurde meiner Meinung nach zu wenig mit eingeflochten. Ich habe mich immer gefragt, ob sie ihn genauso meidet wie ihre Tochter. Es war für mich nicht klar herauszulesen, welche Gefühle sie ihm gegenüber hat. Vielleicht sollte aber nur verdeutlicht werden, wie sehr sie darauf fixiert ist, die Wahrheit über ihre Tochter heraus zu finden. Kaum etwas anderes hat Platz in ihrem Leben als die Suche nach der Frau, die ihre Tochter vertauscht hat.
    Den Wechsel zwischen dem damaligen Berlin und dem heutigen Edinburgh finde ich sehr gelungen. So blieb die Geschichte immerzu spannend.
    Ich mag Romane mit Rückblenden. Und ich mag Roman, in denen ein altes Familiengeheimnis nach und nach gelüftet wird. Wenn die Handlung dann noch einigermaßen schlüssig ist und die Figuren gut gezeichnet, so wie in diesem Buch, umso besser!
    Besonders gut gefallen hat mir Ben. Den fand ich richtig sympathisch, der könnte ruhig eine eigenständige Geschichte in einem folgenden Roman bekommen.

    Absolute Leseempfehlung!

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    steffis-und-heikes-Lesezaubers avatar
    steffis-und-heikes-Lesezaubervor 6 Jahren
    Rezension zu "Das alte Kind" von Zoe Beck

    Inhalt
    Durch eine Krankheit gezeichnet, muß Carla für einige Tage in ein Krankenhaus. Da sie noch kein Kindermädchen für ihre 6 monatige Tochter hat, nimmt sie es mit. Nach wenigen Tagen, bringt ihr die Schwester Felicitas wieder, da diese isoliert von ihr wurde. Dies stellt sich als absolut schrecklich heraus. Carla ist fest davon überzeugt, das dieses Baby nicht ihre Tochter ist. Leider will ihr niemand glauben. So beginnt für Carla der Alptraum ihres Lebens....

    Meinung
    „Das alte Kind“ ist mein erstes Buch von Zoe Beck und der Klappentext hat mich gleich neugierig darauf gemacht. Das ich ja sowieso gerne Thriller lese, mußte ich es unbedingt haben und machte mich sogleich ans Lesen. Eins möchte ich aber jetzt schon bemerken, für mich war dies kein typischer Thriller, sondern eher ein extremes Familiendrama, was aber nicht negatives war.

    Ich kam ganz gut in die Geschichte hinein und die Spannung stiegt stetig an. Emotionen und Gefühle wurden von der Autorin sehr genau und real dargestellt, man kann mit den Charakteren mitfiebern und mitleiden. Der Schreibstil ist eher einfach und flüssig gehalten, die 301 Seiten hatte ich ziemlich schnell durch, was auch daran lang, das ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte. Aufgelockert wurde das Ganze auch noch durch die verschiedenen Briefe im Buch, die grau hinterlegt sind und durch eine andere Schrift hervorstechen.

    Die Handlung besteht aus zwei Strängen, einmal aus Sicht von Carla, die fest davon überzeugt ist, das ihr Kind im Krankenhaus vertauscht wurde und dann noch aus Sicht von Fiona, die ein absolut chaotisches Leben führt, nichts auf die Reihe bringt und einen Selbstmordversuch hinter sich hat. Es wird im Zeitraffer von 30 Jahren Unterschied beschrieben. Beide sind dadurch verbunden, das ihnen niemand ihre Geschichten glaubt und sie beide für verrückt erklärt und sogar in eine Psychatrie eingewiesen werden. Am meisten hat mich fasziniert, wie echt die Protagonisten rübergekommen sind. Beide durchaus sympatisch, mit einem Hang zum Chaos. Gegen Ende stellt sich dann aber heraus, das Carlas und Fionas Leben miteinander verbunden ist. Ich hätte da dann sogar noch etwas mehr von beiden erfahren mögen.

    Cover
    Auf den ersten Blick sieht das Cover etwas unscheinbar aus. Der größte Teil ein weisser Hintergrund, darauf zweifarbig der Titel und die Autorin, wobei der Name der Autorin noch herausgeprägt wurde. Ziemlich in der rechten unteren Ecke dann noch ein Schaukelpferd. Ganz gut gelungen, aber nichts Weltbewegendes.

    Fazit
    „Das alte Kind“ ist ein spannender und emotionaler „Thriller“, der absolut lesenswert ist. Vorallem für Leute, die auch mal ganz ohne Blut und Mord auskommen, trotzdem aber spannende Lektüre lieben. Er erhält von mir 4 von 5 Sternen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    L
    Hallo Zoe, kannst du schon verraten, welche der Figuren aus "Das alte Kind" in deinem Nachfolgewerk auftauchen werden, das nächstes Jahr erscheint? Gruß, Marcus
    Zum Thema
    L
    Weiss jemand von euch ob Zoe Beck an einem neuen Buch schreibt? Ich fand ja "Das alte Kind" wirklich super.
    Zum Thema

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