Zoe Ferraris

 4.1 Sterne bei 54 Bewertungen
Autorin von Die letzte Sure, Totenverse und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Zoe Ferraris

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Die letzte Sure

Die letzte Sure

 (33)
Erschienen am 09.03.2009
Totenverse

Totenverse

 (13)
Erschienen am 01.03.2011
Wüstenblut

Wüstenblut

 (9)
Erschienen am 14.04.2014
Die letzte Sure

Die letzte Sure

 (0)
Erschienen am 15.11.2009
The Galaxy Pirates: Hunt for the Pyxis

The Galaxy Pirates: Hunt for the Pyxis

 (0)
Erschienen am 04.08.2015
The Night of the Mi'raj

The Night of the Mi'raj

 (0)
Erschienen am 11.05.2009
Kingdom of Strangers

Kingdom of Strangers

 (0)
Erschienen am 05.06.2012
City of Veils

City of Veils

 (0)
Erschienen am 07.08.2011

Neue Rezensionen zu Zoe Ferraris

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schnaeppchenjaegerins avatar

Rezension zu "Wüstenblut" von Zoe Ferraris

Sehr guter Einblick in das streng islamische Saudi-Arabien, aber eher schacher Krimi
schnaeppchenjaegerinvor 2 Jahren

Nachdem ich bereits die beiden Vorgängerromane "Die letzte Sure" und "Totenverse" von Zoë Ferraris um die Pathologin Katya Hijazi gelesen habe und in die islamische Welt Saudi-Arabiens eintauchen konnte, war ich gespannt auf den dritten Band der Reihe.

Als in der Wüste südlich von Dschidda in Saudi-Arabien ein Beduine ein Massengrab mit 19 Frauenlaichen entdeckt, sind die Polizeibehörden schockiert, dass in ihrem Land ein Serienmörder seit mehreren Jahren unbemerkt sein Unwesen treibt.
Ibrahim Zahrami wird als leitender Kommissar mit den Ermittlungen betraut. Unterstützung erhält er von der sehr engagierten Pathologin Katya Hijazi, die vor allem damit zu kämpfen hat, sich in der Männerdomäne Gehör zu verschaffen.  

Bei den getöteten Frauen handelt es sich überwiegend um Arbeiterinnen aus Asien, die als Hausangestellte in Saudi-Arabien beschäftigt werden. Bezogen auf die Bedeutung der Zahl 19 im Koran und eine Botschaft des Mörders, die an einen Koranvers erinnert, gehen die Behörden von einem religiösen Fanatiker aus, auch wenn einzelne Ermittler die Augen vor der Wahrheit verschließen möchten, dass es sich bei dem Massenmörder um einen Einheimischen handelt.

Privat ist Zahrami besorgt um seine Geliebte Sabria Gampon, die als verdeckte Ermittlerin für die Polizei arbeitete, und plötzlich spurlos verschwunden ist. Eine Vermisstenmeldung kommt für ihn nicht in Frage, da ihm als Ehebrecher die Todesstrafe durch Enthauptung droht.

Katya ist sehr modern und möchte sich nicht in die traditionelle Rolle der Frau drängen lassen, weshalb sie beruflich und privat aneckt. Bei den Ermittlungen werden ihr durch die Kollegen solche Steine in den Weg gelegt, dass sie ihrer Arbeit aus persönlichem Ehrgeiz vermehrt in ihrer Freizeit nachgeht. Ihr Verlobter, der Spurenleser Nayir hilft ihr bei ihrer Arbeit und befindet sich damit selbst in einem Konflikt, ob er das emanzipierte Verhalten seiner zukünftigen Frau dulden kann. Katya kommen Bedenken in Bezug auf die bevorstehende Heirat, holt sie sich doch mit Nayir nur einen dritten Mann in den Haushalt, der sich bedienen lassen und zusätzlich noch ihre Nachtruhe einschränken wird.

"Wüstenblut" ist wieder ein Krimi, der den westlichen Leser sehr anschaulich in die saudi-arabische, streng muslimische Welt versetzt, deren Regeln für uns geradezu unwirklich und beklemmend sind. Man erhält erneut einen Einblick in die von Männern dominierte Gesellschaft, in der Frauen voll verschleiert sind und nicht einmal Auto oder Fahrrad fahren dürfen. Interessanterweise leiden aber nicht nur die Frauen unter der Situation und der Berücksichtigung der strengen Auslegung des Korans, sondern auch die Männer, die ihre Frauen im Alltag chauffieren müssen und keine Chance haben, eine arrangierte Ehe zu beenden.

Auch im dritten Band ist es interessant, wie Katya die auferlegten Regeln der religiösen Wächter umgeht, um ihrem Beruf voll nachgehen zu können, der ihr so viel bedeutet und wie sie damit hadert, ob sie bereit ist, sich so weit in ihrer Freiheit einzuschränken, um den Mann, den sie liebt, zu heiraten.

Der Kriminalfall ist dagegen eher schwach und die Suche nach dem Mörder sowie sein Motiv nicht ganz so spannend aufgebaut und durchdacht wie in den anderen beiden Fällen der Autorin.    

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Simone Paulyns avatar

Rezension zu "Die letzte Sure" von Zoe Ferraris

Kriminalroman in Saudi Arabien
Simone Paulynvor 2 Jahren

Ferraris, Zoe: Die letzte Sure
Goldmann Verlag, ISBN 978-3-442-46698 6, 411 Seiten

Nouf Shrawi ist die Tochter einer einflussreichen Familie in Saudi Arabien. Kurz vor ihrer Hochzeit wird sie ertrunken in der Wüste aufgefunden. Ist sie wirklich davon gelaufen, hat ihr Kamel verloren und ist bei einsetzendem Regen ertrunken, weil sie sich bei einem Sturz den Kopf angeschlagen hat? Obwohl die Familie Shrawi einen möglichen Mord zu vertuschen sucht, ermitteln der konservative Wüstenführer Nayir und die moderne Laborantin Katya, die Verlobte des Bruders der Toten. Beide kommen, durch ihre Kultur gehindert, immer wieder an ihre Grenzen, schaffen es aber gemeinsam, den Mord aufzuklären.

Die Autorin lebte ein Jahr im streng gläubigen Dschidda in Saudi Arabien. Wer Krimis mag, sich für die arabische Kultur und dafür, wie der Islam in Saudi Arabien gelebt wird, interessiert, wird dieses Buch mögen. Der Spannungsfaktor ist mittelmäßig. Das Buch liest sich schnell und ist sehr gut geschrieben.
Um dem Leser ein wenig mehr den Orient zu vermitteln, verwendet die Autorin teilweise arabische Ausdrücke oder Aussprüche. Hier vermisse ich am Ende des Buches ein Glossar, denn nicht alle sind im Text erklärt oder erschließen sich aus dem Kontext.


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Jisbons avatar

Rezension zu "Die letzte Sure" von Zoe Ferraris

Ungewöhnlicher Krimi
Jisbonvor 3 Jahren

Zoë Ferraris erzählt hier einen eher ungewöhnlichen Krimi. Er spielt in Saudi-Arabien, einem Land, in dem die Regeln des Koran sehr streng eingehalten werden, in dem es absolute Geschlechtertrennung gibt - und in dem sich doch nach und nach Tradition und Moderne vermischen.

Die Ermittlungen sind spannend aufgebaut. Da es zunächst keinerlei Anhaltspunkte zu geben scheint, wer Nouf getötet haben könnte und wie sie überhaupt das Haus verlassen konnte, beginnen Nayir und Katya bei Null und müssen jede noch so kleine Spur verfolgen. Dabei entsteht nach und nach ein Bild, das immer mehr erweitert wird, bis es am Ende glasklar vor ihnen liegt. Die Auflösung des Falles empfand ich als sehr gelungen - ungewöhnlich, auch mutig und überraschend, aber es hätte sich durchaus so zugetragen haben können, alles passt zusammen.
Allerdings legt die Autorin es im ganzen Buch nicht darauf an, große Gemetzel oder Schießereien zu inszenieren, das hätte auch gar nicht zu der Kulisse gepasst. Der Krimi ist eher ruhig, es geht viel darum, Puzzleteilchen zusammen zu setzen und sich in Nouf hineinzuversetzen. Dabei kommt den "Ermittlern" manchmal ein Zufall zu Hilfe, aber kein zu großer - nichts wirkt konstruiert.
Besonders interessant fand ich hierbei, wie ein Freund Nayirs, ein Fährtenleser, in der Lage war, Fußspuren sehr exakt zu deuten. Leider konnte ich über google nicht viel dazu finden, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein geübter Spurenleser dazu in der Lage ist, sehr viel anhand eines Fußabdruckes zu erkennen.

Neben den Mordermittlungen hat mir auch sehr gut gefallen, wie die Autorin Saudi-Arabien darstellt. Man bekommt einen richtigen Einblick in das Leben dort, wie der Glauben das Leben bestimmt und welche Probleme sich aus der strikten Geschlechtertrennung für beide Geschlechter ergeben. Wie Zoë Ferraris in ihrem Interview sagt: "Gleichzeitig habe ich in Dschidda gesehen, wie sehr auch die Männer mit der Geschlechtertrennung zu kämpfen haben." Die Autorin zeigt, dass die Geschlechtertrennung für beide Seiten problematisch sein kann (beispielsweise wird Nayir in seinen Ermittlungen dadurch behindert, dass er sich nicht alleine mit einer Frau sehen lassen kann, mit der er nicht verheiratet ist, und dass er nicht mit ihnen sprechen darf). Sie zeigt Männer und Frauen, die mit ihren Rollen in der Gesellschaft sehr zufrieden sind und die Regeln akzeptieren, aber auch Frauen wie Katya, die die Regeln nicht brechen, aber dennoch offener sind und auch einmal nach ihrem eigenen Willen handeln, und Männer, die ihren Platz in der Gesellschaft nicht finden können.
Insgesamt habe ich nun auch das Gefühl, mehr von dieser Religion und dem Land zu verstehen. Manche Dinge - wie die Geschlechtertrennung beim Zoobesuch - werden wir wohl nie wirklich nachvollziehen können, aber die Autorin hat es meiner Meinung nach geschafft, diese fremde Kultur sehr respektvoll und authentisch darzustellen. Das hat mir wirklich gut gefallen, denn viele Bücher äußern nur Kritik an dieser Kultur und der Religion.

Die Charaktere fand ich ebenfalls stimmig. Sie sind keine Stereotypen, sondern interessante, vielschichtige Figuren. Nayir war mir sehr sympathisch und Ferraris hat es geschafft, seine extreme Zurückhaltung Frauen gegenüber glaubhaft zu erklären und nicht störend, sondern fast liebenswert darzustellen. Es passt einfach zu dem Charakter, den sie hier entworfen hat - aber auch, wie er sich über das Buch entwickelt, fand ich nachvollziehbar.
Katya ist ebenfalls eine sympathische Protagonistin. Wir erfahren, genau wie bei Nayir, viel über ihren familiären Hintergrund und bekommen einen guten Einblick in ihr Fühlen und Handeln.
Die beiden bilden auch ein sehr gutes Team - nur die Richtung, die die Beziehung zwischen ihnen einschlagen wird, hat mich ein wenig gestört, weil ich das fast schon zu klischeehaft finde. Aber vielleicht wird die Autorin es schaffen, diesen Aspekt im zweiten Band so gut zu schildern, dass ich davon überzeugt werde.
Auch die Nebenfiguren sind interessant und die, die häufiger auftreten, haben auch markante Eigenschaften, an denen man sie wieder erkennen kann - auch wenn sie im Vergleich zu den Hauptpersonen blass bleiben. Das hat aber für die Handlung keinen Belang und hat mich deshalb nicht gestört.

Insgesamt hat mir "Die letzte Sure" gut gefallen. Saudi-Arabien und die für uns fremdartige Kultur mit einem spannenden Kriminalfall zu verknüpfen war eine gute Idee und auch die Umsetzung hat gut geklappt. Ich habe das Gefühl, mehr über den Islam zu wissen und ihn ein wenig mehr zu verstehen und auch der Mordfall wurde befriedigend aufgeklärt.

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