Zoe Ferraris Wüstenblut

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Inhaltsangabe zu „Wüstenblut“ von Zoe Ferraris

Ibrahim Zahrami von der Mordkommission Dschidda steht vor einem Rätsel: Ein Beduine hat in der saudi-arabischen Wüste ein geheimes Grab entdeckt. Neunzehn Frauen fanden auf mysteriöse Weise den Tod. Ein Serienmörder muss vollkommen unbemerkt über mehrere Jahre sein Unwesen getrieben haben. Als neunzehn Frauenleichen gefunden werden, ist Ibrahim Zahrami alarmiert - die Zahl 19 hat im Koran eine wichtige Bedeutung. Hat er es mit einem Fanatiker zu tun? Und warum fehlt allen Frauen eine Hand? Gleichzeitig plagt Zahrami privat noch eine ganz andere Sorge: Seine Geliebte, die Undercover-Agentin Sabina Gampon ist spurlos verschwunden und er kann sie nicht mal als vermisst melden, da auf Ehebruch die Todesstrafe steht. In seiner Verzweiflung vertraut er sich seiner Kollegin Kaya an, einer der wenigen Frauen der Polizeistation. Doch Kaya, die auf Hochtouren in beiden Fällen ermittelt, merkt nicht, wie sich langsam die Schlinge um ihren eigenen Hals immer enger zieht...

Sehr guter Einblick in das streng islamische Saudi-Arabien, aber eher schacher Krimi

— schnaeppchenjaegerin

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  • Sehr guter Einblick in das streng islamische Saudi-Arabien, aber eher schacher Krimi

    Wüstenblut

    schnaeppchenjaegerin

    23. January 2017 um 18:03

    Nachdem ich bereits die beiden Vorgängerromane "Die letzte Sure" und "Totenverse" von Zoë Ferraris um die Pathologin Katya Hijazi gelesen habe und in die islamische Welt Saudi-Arabiens eintauchen konnte, war ich gespannt auf den dritten Band der Reihe. Als in der Wüste südlich von Dschidda in Saudi-Arabien ein Beduine ein Massengrab mit 19 Frauenlaichen entdeckt, sind die Polizeibehörden schockiert, dass in ihrem Land ein Serienmörder seit mehreren Jahren unbemerkt sein Unwesen treibt. Ibrahim Zahrami wird als leitender Kommissar mit den Ermittlungen betraut. Unterstützung erhält er von der sehr engagierten Pathologin Katya Hijazi, die vor allem damit zu kämpfen hat, sich in der Männerdomäne Gehör zu verschaffen.  Bei den getöteten Frauen handelt es sich überwiegend um Arbeiterinnen aus Asien, die als Hausangestellte in Saudi-Arabien beschäftigt werden. Bezogen auf die Bedeutung der Zahl 19 im Koran und eine Botschaft des Mörders, die an einen Koranvers erinnert, gehen die Behörden von einem religiösen Fanatiker aus, auch wenn einzelne Ermittler die Augen vor der Wahrheit verschließen möchten, dass es sich bei dem Massenmörder um einen Einheimischen handelt.Privat ist Zahrami besorgt um seine Geliebte Sabria Gampon, die als verdeckte Ermittlerin für die Polizei arbeitete, und plötzlich spurlos verschwunden ist. Eine Vermisstenmeldung kommt für ihn nicht in Frage, da ihm als Ehebrecher die Todesstrafe durch Enthauptung droht. Katya ist sehr modern und möchte sich nicht in die traditionelle Rolle der Frau drängen lassen, weshalb sie beruflich und privat aneckt. Bei den Ermittlungen werden ihr durch die Kollegen solche Steine in den Weg gelegt, dass sie ihrer Arbeit aus persönlichem Ehrgeiz vermehrt in ihrer Freizeit nachgeht. Ihr Verlobter, der Spurenleser Nayir hilft ihr bei ihrer Arbeit und befindet sich damit selbst in einem Konflikt, ob er das emanzipierte Verhalten seiner zukünftigen Frau dulden kann. Katya kommen Bedenken in Bezug auf die bevorstehende Heirat, holt sie sich doch mit Nayir nur einen dritten Mann in den Haushalt, der sich bedienen lassen und zusätzlich noch ihre Nachtruhe einschränken wird. "Wüstenblut" ist wieder ein Krimi, der den westlichen Leser sehr anschaulich in die saudi-arabische, streng muslimische Welt versetzt, deren Regeln für uns geradezu unwirklich und beklemmend sind. Man erhält erneut einen Einblick in die von Männern dominierte Gesellschaft, in der Frauen voll verschleiert sind und nicht einmal Auto oder Fahrrad fahren dürfen. Interessanterweise leiden aber nicht nur die Frauen unter der Situation und der Berücksichtigung der strengen Auslegung des Korans, sondern auch die Männer, die ihre Frauen im Alltag chauffieren müssen und keine Chance haben, eine arrangierte Ehe zu beenden. Auch im dritten Band ist es interessant, wie Katya die auferlegten Regeln der religiösen Wächter umgeht, um ihrem Beruf voll nachgehen zu können, der ihr so viel bedeutet und wie sie damit hadert, ob sie bereit ist, sich so weit in ihrer Freiheit einzuschränken, um den Mann, den sie liebt, zu heiraten. Der Kriminalfall ist dagegen eher schwach und die Suche nach dem Mörder sowie sein Motiv nicht ganz so spannend aufgebaut und durchdacht wie in den anderen beiden Fällen der Autorin.    

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  • Serienmord in Saudi-Arabien

    Wüstenblut

    R_Manthey

    05. August 2015 um 10:45

    Sieht man sich das Bild auf dem Schutzumschlag an und liest man dazu den Titel, dann könnte man sich auch vorstellen, dass es sich bei diesem Buch um einen Liebesroman oder um romantische Geschichten aus dem Orient handelt. Doch in Wirklichkeit wird eine moderne Kriminalgeschichte erzählt, die den Leser tief in die Lebenswirklichkeit Saudi-Arabiens führt. Und genau das macht dieses Buch sehr außergewöhnlich. Dabei werden keinesfalls "Spannung und Kulturgeschichte brillant kombiniert", wie es so schön und völlig irreführend auf dem Cover heißt, sondern Spannung und die aus dem Islam abgeleitete absurde Frauenunterdrückung in diesem Land. Das geschieht jedoch nicht in irgendeiner aufgesetzten Form, sondern ergibt sich aus der Geschichte selbst. Die Autorin weiß, wovon sie erzählt, denn sie lebte ein Jahr lang in einer strenggläubigen muslimischen Gemeinde in Dschidda, dort, wo die Handlung dieses Buches angesiedelt ist. In der Wüste bei Dschidda findet man durch einen Zufall man 19 verstümmelte Frauenleichen. Den meisten fehlen die Hände. Keine dieser Frauen wurde vermisst. Das wundert nicht, denn sie waren Hausmädchen von asiatischer Herkunft. Die Obduktion der Leichen zieht sich hin, denn Frauen dürfen nur von Frauen obduziert werden. Für kriminaltechnische Untersuchungen zeichnet die Laborantin Katya Hijazi verantwortlich, die gerne selbst Polizistin werden würde, aber in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, nicht Auto fahren darf und um Erlaubnis bei vormundschaftlichen auftretenden Männern fragen muss, wenn sie überhaupt einmal an einen Tatort mitgenommen werden will. Der Serienmordfall wird dem erfahrenen Inspektor Ibrahim Zahrami übertragen, der erst seit kurzem die Mordkommission leitet und vorher in der inneren Abteilung der Polizei arbeitete. Doch Zahrami hat noch einen anderen Fall zu bearbeiten, den er tunlichst unter der Decke der Verschwiegenheit halten muss. Seine Geliebte, eine ehemalige Kollegin, ist verschwunden. Auf Ehebruch stehen in Saudi-Arabien unter gewissen Umständen schwere Strafen. Im schlimmsten Fall droht Zahrami die öffentliche Enthauptung. Aber Zahrami sind nicht nur wegen seiner geheimen Beziehung die Hände gebunden - er kann auch nicht überall hingegen und nicht jeden fragen, weil er als Mann bestimmte Orte besser nicht betreten sollte. Da er weibliche Hilfe braucht und sich auch sonst nicht, wo immer es geht, an die geforderte Entrechtung von Frauen hält, weiht er Katya in sein Problem ein. Der Roman besitzt so vier miteinander verwobene Erzählstränge: den mysteriösen Serienmord, das Verschwinden von Zahramis Freundin, Zahramis Familienverhältnisse und die Sehnsüchte und Lebensumstände von Katya. An Zahrami und Katya macht die Autorin die Schilderung des absurden Lebensalltags relativ gewöhnlicher Menschen in Dschidda fest, die für den westlichen Leser mindestens genauso spannend ist, wie die beiden Fälle, an denen die beiden arbeiten. Dieser Lebensalltag unterscheidet sich vom Prinzip nicht von dem in einer Diktatur. Nur die Vorzeichen sind ganz anders. Im Grunde aber zeigt sich auch hier, dass Menschen sich überall gleich verhalten und sich nur den diktatorischen Verhältnissen mehr oder weniger geschickt anpassen oder sie für die eigenen Zwecke benutzen. In der zweiten Hälfte des Buches kippt der Schwerpunkt der Geschichte immer mehr in diese Richtung, was den eigentlichen Aufhänger etwas in den Hintergrund drängt, zumal dieser Fall eine letztendlich recht unspektakuläre Lösung besitzt. Umso interessanter entwickeln sich dagegen die beiden Hauptfiguren und ihr persönliches Schicksal. Dies ist vor allem wegen der eingebetteten Schilderung der saudischen Lebenswirklichkeit ein außergewöhnlich interessantes und spannendes Buch.

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  • 'Das war das Problem mit der Angst - sie vernebelte einem das Hirn.'

    Wüstenblut

    sabatayn76

    01. August 2014 um 14:46

    Inhalt: Südlich von Dschidda werden an einem abgelegenen Ort die Leichen von 19 Frauen gefunden. Alle wurden erschossen, allen wurden die Hände abgehackt. Die Polizei steht vor einem Rätsel, zumal die Frauen teilweise schon sehr lange tot sind, jedoch anscheinend von niemandem vermisst wurden. Mitten in den Ermittlungen muss sich Lieutenant Colonel Inspector Ibrahim Zahrani mit einem privaten Problem auseinandersetzen: seine Geliebte Sabria ist spurlos verschwunden. Bei seiner Suche nach Anhaltspunkten, was mit Sabria passiert ist und wo sie sich nun befindet, wird Ibrahim von seiner Kollegin Katya unterstützt, denn die Welt der Frauen ist ihm größtenteils verschlossen. Mein Eindruck: Ich kenne die Arabische Halbinsel von einer eigenen Reise, habe mich schon sehr intensiv mit dem Islam beschäftigt, habe bislang aber noch keinen Krimi gelesen, der in Saudi-Arabien spielt. Mir hat der Krimi gut gefallen, vor allem weil man hier sehr viel über das Leben in Saudi-Arabien, die Scharia und die Situation von Einwanderern und von Frauen lernen kann. Die Autorin bietet dem Leser sehr spannende Einblicke, hat selbst in Saudi-Arabien gelebt, was man meiner Meinung nach merkt, denn die Schilderungen sind größtenteils sehr lebensnah und sehr realistisch. Auch der Kriminalfall an sich hat mir gut gefallen, war komplex, aber glaubwürdig. Dass man zudem viele Informationen zum Privatleben der Hauptprotagonisten erhält, rundet das Buch perfekt ab. Der Einstieg ins Buch fiel mir etwas schwer, da ich mir schlecht Namen merken kann, die Vorgängerromane nicht kenne und zu Beginn wirklich Probleme hatte, Personen zuordnen zu können, da sehr viele Personen auf einen Schlag vorgestellt wurden. Mein Resümee: Ein spannender und unterhaltsamer Krimi, der den Leser nach Saudi-Arabien versetzt.

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  • Kein Märchen aus Tausendundeiner Nacht

    Wüstenblut

    Havers

    Die muslimische Welt mit all ihren kulturellen, religiösen und politischen Eigenheiten bildet den Hintergrund der Kriminalromane der amerikanischen Autorin Zoë Ferraris. Handlungsort ihrer Geschichten ist Saudi-Arabien, das sie aus eigener Anschauung kennt, hat sie doch nach ihrer Heirat mit einem Beduinen ein Jahr in Dschidda gelebt. In „Wüstenblut“ leitet zwar Ibrahim Zahrami von der Mordkommission Dschidda die Ermittlungen, wird aber unterstützt von der Pathologin Katya und deren zukünftigem Ehemann Nayir, dem Wüstenführer, die wir bereits aus den beiden Vorgängerbänden „Die letzte Sure“ und „Totenverse“ kennen. Die Entdeckung eines Massengrabs in der Wüste gibt der Polizei Rätsel auf. Neunzehn verstümmelte Frauenleichen, allesamt fernöstlicher Herkunft, werden darin gefunden. Offenbar war hier ein Serienmörder am Werk, und die ersten Vermutungen gehen davon aus, dass es ein Ausländer gewesen sein muss, da es im arabischen Raum bisher noch nie ein Verbrechen solchen Ausmaßes gab. Die weiteren Untersuchungen ergeben aber ein völlig anderes Bild, denn Ibrahim weiß um die religiöse Bedeutung der Zahl 19. Aber er ist momentan nicht völlig auf die Mordermittlungen konzentriert, denn seine heimliche Geliebte ist spurlos verschwunden. Nur gut, dass die Pathologin Katya in beiden Fällen, wenn auch unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit, mit Hochdruck ermittelt, die ihrerseits von Nayir bei den Dingen unterstützt wird, die ihr in der Öffentlichkeit zu tun nicht gestattet sind… Ein Großteil des Reizes beziehen Zoë Ferraris Krimis aus den für uns Westeuropäer ungewöhnlichen Handlungsorten sowie aus den Restriktionen, mit denen sowohl die männlichen als auch die weiblichen Hauptfiguren zu kämpfen haben. Die Ermittlungen werden dadurch nicht einfacher, müssen doch beide Seiten ein gewisses Maß an Improvisationstalent und Beharrlichkeit mitbringen, damit sie schlussendlich ihre Aufgaben erfüllen und den Fall lösen können. Ob das in der Realität immer so funktioniert sei dahingestellt, aber zumindest Ferraris Protagonisten hebeln das streng religiös geprägte System aus und unterstützen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, wobei der Fokus eindeutig darauf liegt, wie sich Frauen in dieser patriarchalischen, arabischen Welt zu verhalten haben. Kein Märchen aus Tausendundeiner Nacht, aber ein höchst spannender Krimi mit interessanten gesellschaftspolitischen Anklängen. Empfehlenswert!

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