Zoe Hagen

 4 Sterne bei 99 Bewertungen

Lebenslauf von Zoe Hagen

Zoe Hagen, geboren 1994, steht regelmäßig mit ihren Texten auf der Bühne. 2014 wurde sie deutsche Vize-Meisterin der U20-Poetry Slammer. Ihr Debüt schrieb sie mit 17 Jahren binnen weniger Wochen. Damals hätte sie sich über mehr Glühwürmchen in ihrem Leben gefreut.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Zoe Hagen

Cover des Buches Tage mit Leuchtkäfern (ISBN:9783548286945)

Tage mit Leuchtkäfern

 (99)
Erschienen am 14.03.2016

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Rezension zu "Tage mit Leuchtkäfern" von Zoe Hagen

Tage mit Leuchtkäfern
michelles-book-worldvor einem Monat

Das Thema des Buches fand ich unglaublich berühend. Auf der einen Seite der Club mit den verhinderten Selbstmördern, auf dessen Schultern unterschiedliche Geschichten ruhen und auf der anderen Seite Gandhis Essstörung, der Selbsthass und ihre angespannte Situation zuhause. Gandhis Zustand hat mich wirklich sehr erschrocken und während des Lesens auch immer wieder sehr überrumpelt. Manchmal hätte ich das Mädchen am liebsten in meinen Arm gezogen und ganz fest gedrückt. Von den anderen Mitgliedern des Selbstmörderclubs erfährt man, bis auf Amira, leider nichts. Was ist sehr schade fand, besonders da es eigentlich noch genug Platz in der Geschichte dafür gab.
Aber auch ernste Themen werden besprochen und sind immer wieder präsent. Antonia kämpft sehr mit sich und befindet sich in einem Zwiespalt mit ihrer Krankheit, bei der sie sich nicht sicher ist, ob sie sie bekämpfen will oder nicht. Die 5 Freunde öffnen sich gegenseitig die Augen und sprechen sich Mut und weise Sprüche zu, die mir sehr gefalle haben. Zwar erfährt man nicht jede Geschichte der Freunde, aber ein kleiner Einblick in verdrehte Leben und Welten werden dennoch gegeben.
Das Besondere und für mich Ausschlaggebende für die vollen 5 Punkte sind einfach die schönen passenden Zitate. Es werden viele Buchstellen und Zitate wiedergegeben und in der Gruppe drüber philosophiert. Das klingt so gesehen vielleicht etwas öde, ist aber so toll in die Geschichte und die Leben der Freunde eingearbeitet, dass sie das Buch wundervoll ergänzen und perfektionieren. 
Ihr Stil ist des Öfteren poetisch, man findet so einige schöne Textstellen. Doch muss man auch etwas zwischen den Zeilen lesen. Das Buch ist recht kurz, so geht manches ziemlich schnell. Und nicht alles ist ganz genau beschrieben, was bestimmte Ereignisse angeht, gibt es nur Andeutungen. Gerade gegen Ende musste ich aufpassen noch mit zu kommen, ein paar mehr Seiten hätten für mich nicht geschadet. Wir Leser begleiten zwar die 15 jährige Gandhi, ein Spitzname. Doch wird zum Glück auf die Jugendsprache verzichtet. Aufgebaut ist das Buch wie ein Tagebuch, nein Stopp. Gandhi schreibt zwar im Stil von Tagebucheinträgen, aber an sich sind es Briefe an Gott, an den sie nebenbei erwähnt gar nicht glaubt. So hat der Leser einen direkten Draht zu ihr und bekommt ihre Gedanken und Gefühle auf dem Silber Tablett serviert. Und es sind viele Gefühle. ..
Erstens, Zoe Hagen schreibt im Tagebuchstil, was ich so nicht erwartet hätte und bei Romanen eher ungewöhnlich ist. Doch Ich-Erzählerin und damit Tagebuchschreiberin Gandhi konnte im Laufe der Handlung damit überzeugen. Man lernt sie und ihre Sorgen bzw. Nöte dadurch viel intensiver und authentischer kennen. Ich mochte besonders ihre direkte bis flapsige Sprache, die perfekt zu ihrem widersprüchlichen Charakter passte. Auch Gott als Adressat ihrer Briefe bzw. Tagebucheinträge lässt sich mit ihrer zwiespältigen Art erklären, denn obwohl sie Atheistin ist, schreibt sie ausgerechnet ihm. Was für eine Ironie des Schicksals!
Gandhi war mir gleich sympathisch. So wie die Autorin sie rüber gebracht hat, hatte ich das Gefühl sie zu kennen. Sie wirkte sehr authentisch, genauso wie auch die Nebencharaktere. Ihre Gefühle konnte ich sehr gut nachvollziehen und mich mit ihr identifizieren. Bei den Nebencharakteren hätte ich gerne mehr Informationen erfahren, sie war für mich zwar greifbar, aber irgendwie auch undurchsichtig. Hier und da ein paar Details zu ihnen, wären schön gewesen. Zur Geschichte an sich möchte ich gar nicht viel schreiben, um nichts vorne wegzunehmen. Ich empfand sie als sehr emotional. Es gibt viel Schmerz und Finsternis, aber auch Hoffnung und Spaß. Freundschaften werden geknüpft, ungewöhnlicherweise steht hier mal keine Liebesgeschichte im Fokus. Daumen hoch.
Die Kraft dieser Geschichte wird dann erst nach und nach klar. Schade ist es allerdings, dass man sehr wenig über Fred, Fabien, Lynn, Noah und Amira erfährt. Einiges bleibt vage, dient dadurch aber auch wieder der Geschichte, macht sie geheimnisvoll. 
An manchen Stellen hätte ich mir allerdings ein paar Infos mehr gewünscht. Ähnlich ergeht es einem mit der Protagonistin: Sie hält sich vor den Lesern und Leserinnen zurückgezogen und erst wenn man länger liest, lernt man einige Facetten von Gandhi kennen. So entfaltet sich dann auch schließlich die Geschichte wie die Flügel eines der Leuchtkäfer, die zu einem wichtigen Sinnbild im Roman werden.
"Dinge müssen wohl immer erst kaputtgehen, um repariert werden zu können" - 177
"Tage mit Leuchtkäfern" hat zwar nur 192 Seiten aber diese sind voller Gefühl und man wünscht sich, sie würden nicht mehr enden. Ich habe mir viele Zitate angestrichen, die ich gar nicht alle in diese Rezension packen kann aber zwei Zitate hab ich euch rausgesucht weil ich sie einfach schön finde.

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Rezension zu "Tage mit Leuchtkäfern" von Zoe Hagen

Zoe Hagen - Tage mit Leuchtkäfern
Chrissy87vor einem Jahr

Ehrlich gesagt weiß ich jetzt nach Beendigung des Buches gar nicht wie ich es finden soll. Hat es mir gefallen? Oder eher nicht? Ich weiß auch gar nicht wie ich es bewerten soll.
Vom Schreibstil war ich sehr überrascht, denn eigentlich hatte ich einen ganz normalen Roman erwartet, aber die junge "Gandhi" schreibt Briefe an Gott und die bekommt der Leser vorgesetzt.
Sie berichtet von ihrer Traurigkeit und ihrem Kampf gegen alles und jeden, vor allem sich selbst. Dann lernt sie die Leute aus dem "Club der verhinderten Selbstmörder" kennen und es scheint mit ihr bergauf zu gehen, tut es dann doch nicht.
Ich fand es oft etwas zu viel. Die Schilderungen von ihrem Krankheitsbild und ihr Leiden empfand ich persönlich als zu dramatisch, aber was weiß ich schon darüber, vielleicht geht es Menschen die so sind wie "Gandhi" wirklich so.
Das Ende passte dann auch wieder in diese Unentschlossenheit. Erst dachte ich nur, was soll das, das war sowas von unnötig. Dann dachte ich, als Augenöffner war das genau richtig.
Wie gesagt von vorne bis hinten bin ich zwiegespalten was diese Story angeht.

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Rezension zu "Tage mit Leuchtkäfern" von Zoe Hagen

Emotionale Geschichte, jedoch anders als erwartet
reading_anivor 2 Jahren

Inhalt:
»Anfangs konnte ich es ja nicht glauben. Fabien, Fred, Noah, Lynn und Amira, die elfengleiche Amira, sollten alle versucht haben, sich umzubringen. Diese lachenden, strahlenden Menschen wollten ihr Leben beenden. Aber ich wiederum wusste es ja besser als die meis­ten. Nicht jeder, der lacht, ist glücklich. Manchmal lacht man auch nur, um nicht zu weinen.«

Gandhis Leben ist beschissen: Da ist der Stress mit ihrer Mutter, eine Patchworkfamilie, der sie sich nicht zugehörig fühlt, und dieser ganze
Selbsthass. Sie findet sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen, ständig hängt sie über dem kalten Weiß der Porzellanschüssel. Ihre neuen Freunde, allen voran der sensible und versponnene Noah, aber bringen ein Leuchten in ihr Leben.
Wenn du jung bist, weißt du eben manchmal nicht, ob du dich umbringen oder nicht doch lieber eine Tasse Tee machen solltest. Aber es kommt der Tag, an dem Gandhi sich zwischen Leben und Tod entscheiden muss.

Meinung:
Die Geschichte des Buches ist an sich wunderbar. Sehr einfühlsam, aber auch traurig und mit einer gewissen Tiefe. Allerdings muss ich sagen, dass das Buch sehr kurzweilig war. Am Anfang ging alles noch ziemlich schleppend, ich habe ein wenig gebraucht um in die Geschichte reinzukommen und mit dem Schreibstil klarzukommen. Irgendwie hat es sich durch die knappen Sätze und Dialoge nicht so leicht und flüssig lesen lassen. Im Verlauf wurde das allerdings ein bisschen angenehmer.

Zum Ende hin hat mich die Geschichte wirklich gepackt, sie wurde sehr emotional. Die Hauptcharaktere mochte ich allesamt sehr gern, jedoch hätte ich mir an manchen Stellen und in manchen Situationen bzw. Handlungen der Figuren mehr Tiefe gewünscht. Ich denke man hätte die Geschichte ruhig noch mehr ausbauen können, dann hätte es auch nicht so "abgeschnitten" gewirkt.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Tage mit Leuchtkäfern (ISBN:undefined)
Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse hatte ich die Ehre, die Newcomer-Autorin Zoe Hagen zu interviewen. Bei dieser Gelegenheit gab sie mir ein Exemplar ihres wundervollen Debütromans "Tage mit Leuchtkäfern" mit - und signierte es vorher noch. Ich verlose das gute Stück auf meinem Blog. Wie Ihr mitmachen könnt, erfahrt Ihr hier unter "Gewinnspiel": 
https://buchstabenfaengerin.wordpress.com/2016/03/18/mein-messetagebuch-tag-1-17-03-2016/
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