Zora Neale Hurston

 4.4 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Their Eyes Were Watching God, Barracoon und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Zora Neale Hurston

Zora Neale Hurston (1891-1960), ist eine der wichtigsten afroamerikanischen Autorinnen des vergangenen Jahrhunderts. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der Roman "Their Eyes Were Watching God" ("Vor ihren Augen sahen sie Gott"), der 1937 erschien und 2005 von "Time Magazine" unter die 100 besten englischsprachigen Romane nach dem Ersten Weltkrieg gewählt wurde.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Zora Neale Hurston

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Buchformat:
Cover des Buches Barracoon9783328601302

Barracoon

 (3)
Erschienen am 24.02.2020
Cover des Buches Vor ihren Augen sahen sie Gott9783942374798

Vor ihren Augen sahen sie Gott

 (2)
Erschienen am 29.02.2016
Cover des Buches Their Eyes Were Watching God9780756964337

Their Eyes Were Watching God

 (6)
Erschienen am 01.01.2006
Cover des Buches Dust Tracks on a Road0060854081

Dust Tracks on a Road

 (1)
Erschienen am 01.01.2006
Cover des Buches De Turkey and De Law9781153767910

De Turkey and De Law

 (0)
Erschienen am 15.03.2010
Cover des Buches Tell My Horse0060916494

Tell My Horse

 (0)
Erschienen am 01.02.1990

Neue Rezensionen zu Zora Neale Hurston

Neu

Rezension zu "Barracoon" von Zora Neale Hurston

Die Sehnsucht nach Heimat
DoriZanvor 3 Monaten

"Ich will aussehen wie in Afrika, weil das ist, wo ich sein will."

(Cudjo Lewis/Oluale Kossola)

Zora Neale Hurston hat ihre Fotokamera bereitgestellt. Cudjo Lewis, dessen afrikanische Mutter ihn Kossola nannte, ist im Haus verschwunden, um sich für das Foto zurecht zu machen. Er kommt in seinem besten Anzug wieder heraus, aber ohne Schuhe. Denn in Afrika, seinem Ursprung, seiner Heimat im heutigen Benin, trägt man keine Schuhe.

Africatown (Plateau), Alabama, 1927: Die Anthropologin und afroamerikanische Schriftstellerin Zora Neale Hurston ist in den Süden der USA gereist um den 86-jährigen Kossola zu treffen und zu interviewen. Und dieser hat Unglaubliches zu erzählen. 1860 kam er als 19-jähriger junger Mann mit dem letzten Sklavenschiff, das Afrika Richtung Neue Welt verließ, der Clotilda, nach Amerika. Zuvor wurde sein Heimatdorf von einem kriegerischen Stamm überfallen, er und andere Männer und Frauen gefangen genommen und als Sklaven an die Gebrüder Meaher, amerikanische, weiße Großgrundbesitzer, verkauft. Eine Station auf dem beschwerlichen Weg nach Amerika waren die so genannten Barracoons, eine Art Baracke, in der die Sklaven gefangen gehalten wurden, bevor man sie auf das Schiff brachte.

In den regelmäßigen Gesprächen mit Hurston berichtet Kossola über Kindheit und Jugend in Afrika, die Gefangennahme, das Leben als Sklave und das Überleben nach der Freilassung in einem Land, das nicht seine Heimat war und in dem er immer „der Afrikaner“ blieb.

Barracoon ist ein einzigartiger Zeitzeugenbericht, der erstmals 2018, lange nach dem Tod der Autorin, in den USA erschien und dort zum Bestseller wurde. Die Veröffentlichung unterscheidet sich deutlich von anderen, auch zeitgenössischen Publikationen zum Thema, denn Zora Neale Hurston entscheidet sich für einen außergewöhnlichen Stil, indem sie die Erzählungen Kossolas, über große Strecken des Buches, in direkter Rede wiedergibt und ihn somit in seinen eigenen Worten, seiner ganz eigenen Sprachmelodie berichten lässt. Eine fast unlösbare Aufgabe für den Übersetzer Hans-Ulrich Möhring. Doch auch in der deutschen Übertragung ist der Text an Eindrücklichkeit kaum zu überbieten. Wenn Kossola z.B. seine Schilderungen, teilweise furchtbarer Dinge, regelmäßig mit einem „ogottogott“ unterbricht, fällt es leicht, sich den alten Herrn auf seiner Veranda sitzend vorzustellen, den schüttelnden Kopf in den Händen.

Er spricht mit großen Gesten und feiner Mimik, die sämtliche Emotionen widerspiegeln. Der empathische Rezipient liest und erspürt dies zwischen den Zeilen.

Das Buch beinhaltet nicht nur das Interview mit Kossola. Schon die Autorin hat das Werk mit einem Vorwort, einem umfassenden Anhang und zahlreichen Anmerkungen versehen. Ergänzt wird der Band mit einer Einleitung und einem Nachwort der Herausgeberin Deborah G. Plant und einem wunderbaren Vorwort von Alice Walker, Autorin des Bestsellers „Die Farbe Lila“.

Besonders erfreut hat mich das, der deutschen Ausgabe beigefügte, Kapitel im englischen Original. Dies gibt dem Lesenden mit ausreichenden Englischkenntnissen die Möglichkeit, sich einen Eindruck der originalen Ausdrucksweise zu machen, derer sich Kossola bedient.

Der Aufbau des Werkes mit seinen umfangreichen Anmerkungen macht deutlich, dass es sich hier nicht um einen rein erzählenden Text, sondern um eine wissenschaftlich fundierte Publikation handelt. Dies sollte der Lesende sich vor der Lektüre bewusst machen.

Überraschenderweise fand sich der Satz, der mich im ganzen Buch am meisten bewegte, im Glossar des Buches. Hier geht es im Absatz über Sklavenschiffe u.a. um die Unterbringung der verkauften Menschen auf dem Schiff.

„Auf manchen Schiffen wurden sie wie Baumstämme übereinandergestapelt.“

Ein kurzer, harmlos wirkender Satz, der die gesamte Grausamkeit und Entmenschlichung dieses unfassbaren Geschäfts beinhaltet.

Um mir das Bild von den Zuständen auf der Clotilda vorzustellen, brauche ich meine Fantasie gar nicht groß anstrengen.

Es reicht ein Blick in die Nachrichten.

Mittelmeer.

Hunderte Menschen in kleinen Schlauchbooten.

Erkaufte Hoffnung, die oft nicht hält, was sie verspricht.

Der Preis zu hoch, für einige von ihnen.

Kossola zog es zeitlebens zurück nach Afrika. Doch haben seine Füße nie wieder das Land seiner Ahnen betreten. Er wurde 1865 zwar ein freier Mann, doch wie frei ist man wirklich ohne finanzielle Mittel, von Weißen und in Amerika geborenen Schwarzen gleichermaßen geächtet, in einem kapitalistischen Land, das nicht Heimat ist?

Ein Gefühl, welches viele Migranten, die hier mit uns leben, ganz sicher teilen.

Umso wichtiger ist es, dass dieses beeindruckende Werk von Zora Neale Hurston nunmehr, lange nach seiner Entstehung, endlich veröffentlicht wurde.

Es gibt vielen unbekannten, verschleppten und versklavten Männern, Frauen und Kinder, die Opfer des Menschenhandels wurden, Stimme und Gesicht und uns eine Ahnung davon, was es bedeutet,

ENTWURZELT und HEIMATLOS zu sein.

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Rezension zu "Vor ihren Augen sahen sie Gott" von Zora Neale Hurston

Vor ihren Augen sahen sie Gott von Zora Neale Hurston [Buchrezension]
AnneEstermannvor 3 Jahren

Zum Buch

Florida 1928. Als Janie als neuer Mensch in ihre alte Heimat zurückkommt, wird sie mit gemischten Gefühlen in der Gemeinde willkommen geheißen. Doch Pheoby setzt sich mit ihr auf die Veranda und hört ihrer besten Freundin zu, die viel zu berichten hat. So erzählt Janie ihr alles von Anfang an: Wie sie aus ihrer ersten Ehe weglief, aus ihrer zweiten Ehe entkam und schließlich mit dem viel jüngeren Tea Cake in neue Abenteuer aufbrach. Und auch warum Janie von ihrer Reise als neuer Mensch zurückgekehrt ist.

Mein Fazit

Auf den Roman wurde ich durch eine englische Booktuberin aufmerksam, als sie diesen als einer der schönsten und traurigsten Liebesgeschichten beschrieb, die je geschrieben wurde. Und in der Tat hat mich das Buch auch sehr berührt. Janie ist eine Frau, die einem sofort sympathisch ist und viel erlebt hat. Sie, die von ihrer Großmutter aufgezogen wurde, welche noch die Sklaverei miterlebt hat und ihre Enkelin an einen Mann verheiratet, der viele Jahre älter ist als sie und mehr von ihr verlangt, als Janie bereit ist zu geben. Im Irrglauben, dass sie ihn irgendwann lieben wird, verliebt sie sich schließlich in Jody, der ihr Avancen macht. Sie brennt eines Tages mit ihm durch und Jody baut eine Gemeinde auf und wird deren Bürgermeister. Janie führt den Lebensmittelladen, doch als ihr Ehemann stirbt, steht eines Tages der viele Jahre jüngere Tea Cake im Laden und macht ihr schöne Augen. Viele warnen die mittlerweile vierzigjährige Janie, sich nicht auf ihn einzulassen, doch mit ihm erlebt sie allerhand Abenteuer!

Der Roman ist in einem Schreibstil gehalten, den ich bis anhin so noch nie gelesen habe. Es macht aber Spaß diesen zu lesen, auch, wenn die ersten 100 Seiten nicht gerade von Spannung getränkt sind. Doch mit Tea Cake wird es noch einmal richtig abenteuerlich. Und genau das ist das Schöne an diesem Buch: Es ist eine Geschichte einer Frau, die ihr Leben lang auf der Suche nach Liebe ist und dabei merkt, was wirklich wichtig ist im Leben.

„Zwei Sachen müssen alle Menschen selber machen. Sie müssen selber zu Gott gehen, und sie müssen lernen, ihr eigenes Leben zu leben.“ (Janie zu ihrer Freundin Pheoby auf Seite 254)

Autorin Zora Neale Hurston hat einen bemerkenswerten Roman geschrieben, jedoch von seinem Erfolg nicht viel mitbekommen. Sie starb 1960 in ärmlichen Verhältnissen. Hierzulande ist ihr Werk noch weitgehend unbekannt, doch ich hoffe, dass noch mehr Leser auf diesen lesenswerten Roman aufmerksam werden.

Ich kann ihn auf jeden Fall sehr empfehlen!

 

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Rezension zu "Their Eyes Were Watching God" von Zora Neale Hurston

Herzschmerz
Maki7vor 6 Jahren

Es ist eine der schönsten, traurigsten und herzergreifendsten Geschichten, die ich je gelesen habe. Schon von der ersten Seite an fand ich das Buch extrem traurig. Sogar in den Momenten, in denen Janie glücklich ist, spürt man die Tragik der Zeit. Selten erlebt man einen Autor, der soviel von seiner Seele in eine Geschichte steckt.

Florida 1928: Janie ist zurückgekehrt. Die Gemeindemitglieder beobachten sie von ihren Verandastühlen:

„Was denkt die sich, hier so in Latzhosen anzukommen? Hat die kein Kleid, was sie anziehen kann? – Wo ist das blaue Seidenkleid hin, wo sie hier mit weg ist? – Und wo ist das ganze Geld von ihrem Mann hin, was sie geerbt hat, wie er gestorben ist? – Was denkt die sich, mit vierzig noch die Zotteln so lang wie’n junges Mädchen? – Wo hat sie den jungen Spund gelassen, mit dem sie hier abgezogen ist? Wollte sie den nicht heiraten? Wo hat der sie gelassen? – Was hat er mit ihrem ganzen Geld gemacht? – Wetten, der ist mit ‚nem blutjungen Ding ab, dem noch nicht mal die Haare wachsen. Was bleibt sie auch nicht in ihrer Klasse?“

In dieser Nacht erzählt Janie ihrer besten und einzigen Freundin, Pheoby, wie sie aufbrach um ein anderes Leben zu führen, wie sie das Glück fand und wie es ihr wieder entrissen wurde.

Durch die Vergewaltigung eines weissen Lehrers entstanden, hat sie hellere Haut als andere Schwarze. Die alkoholabhängige Mutter war davongelaufen und ward nie mehr gesehen und so wurde Janie von ihrer Grossmutter grossgezogen, die bei feinen, weissen Leuten im Haushalt arbeitete, wo auch Janie die meiste Zeit mit den Kindern des Hauses spielte. Mit sechs findet sie heraus, dass sie schwarz ist „Ah’m colored!“


Janie wächst heran und träumt von der Liebe. Da die Oma immer älter wird, will sie aus Janie eine ehrbare Frau machen bevor sie stirbt. So verheiratet sie sie mit dem Farmer Logan Killicks. Janie denkt sich, da sie nun verheiratet ist, wird auch die Liebe kommen. Aber die Zeit vergeht, doch die Liebe will sich nicht einstellen.
„Sie wusste jetzt, dass aus der Ehe keine Liebe folgte. Janies erster Traum war tot, damit wurde sie zur Frau.“

Eines Tages kommt Joe Starks des Weges. Er hatte etwas Geld gespart und ist auf dem Weg nach Florida, wo eine Gemeinde nur mit farbigen am Entstehen ist und er wollte schon immer den Ton angeben. Janie, beeindruckt von seinem Auftreten, haut mit ihm ab. Sie heiraten und ziehen nach Eatonville. Joe, ein tüchtiger Geschäftsmann, eröffnet einen Dorfladen und wird Bürgermeister. Für ihn ist Janie aber nur ein schönes Zierwerk, das er eifersüchtig bewacht. Die Jahre vergehen, die Ernüchterung kommt. Ihr Mann wird immer besitzergreiffender und demütigt sie bei jeder Gelegenheit, weil er nur älter wird, sie aber immer schöner. Janie ist einsam und träumt von einem anderen Leben.

Joe stirbt und aus Janie wird eine unabhängige und vermögende Frau. Da taucht Tea Cake in ihrem Laden auf. Ein jüngerer Taugenichts und Spieler, der Janie aber zum lachen bringt und ihr die Liebe schenkt, nach der sie sich so lange gesehnt hat. Bald zerreisst sich die ganze Gemeinde das Maul über die beiden. Sie heiraten und ziehen zuerst nach Jacksonville und dann weiter in die Everglades, wo Tea Cake auf den Feldern arbeitet.
Die beiden sind glücklich, bis der Hurrican alles zerstört.

Sie wird vor Gericht vom vorsätzlichen Mord freigesprochen und kehrt allein nach Eatonville zurück.

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