Zora Neale Hurston

 4,2 Sterne bei 37 Bewertungen
Autor*in von Barracoon, Their Eyes Were Watching God und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Zora Neale Hurston (1891-1960), ist eine der wichtigsten afroamerikanischen Autorinnen des vergangenen Jahrhunderts. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der Roman "Their Eyes Were Watching God" ("Vor ihren Augen sahen sie Gott"), der 1937 erschien und 2005 von "Time Magazine" unter die 100 besten englischsprachigen Romane nach dem Ersten Weltkrieg gewählt wurde.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Spuren im Staub (ISBN: 9783312014354)

Spuren im Staub

Erscheint am 27.01.2026 als Gebundenes Buch bei Nagel & Kimche.

Alle Bücher von Zora Neale Hurston

Cover des Buches Barracoon (ISBN: 9783328107576)

Barracoon

(16)
Erschienen am 13.09.2021
Cover des Buches Vor ihren Augen sahen sie Gott (ISBN: 9783942374798)

Vor ihren Augen sahen sie Gott

(3)
Erschienen am 29.02.2016
Cover des Buches Vor ihren Augen sahen sie Gott (ISBN: 9783311150404)

Vor ihren Augen sahen sie Gott

(2)
Erschienen am 22.02.2022
Cover des Buches Spuren im Staub (ISBN: 9783312014354)

Spuren im Staub

(0)
Erscheint am 27.01.2026
Cover des Buches Their Eyes Were Watching God (ISBN: 9780062001702)

Their Eyes Were Watching God

(10)
Erschienen am 16.11.2010

Neue Rezensionen zu Zora Neale Hurston

Cover des Buches Vor ihren Augen sahen sie Gott (ISBN: 9783311150404)
Mikki44s avatar

Rezension zu "Vor ihren Augen sahen sie Gott" von Zora Neale Hurston

Mikki44
Klare Empfehlung

,Es gibt ein Becken in der Seele, wo die Worte auf den Gedanken schwimmen und die Gedanken auf Gehörtem und Gesehenem. Darunter gibt es eine Gedankentiefe, in die keine Worte reichen, und noch tiefer einen Abgrund formloser Gefühle, in den kein Gedanke reicht."

Zora Neale Hurston hat mit ,,Vor ihren Augen sahen sie Gott" ein ganz wunderbares Buch geschrieben, welches durch die Übersetzung von Hans-Ulrich Möhring trotz deutscher Sprache für mich sehr zugänglich zur Atmosphäre war, in der das Buch spielt. 

Florida, um 1920. Janie, die Protagonistin, ist eine junge, schwarze Frau, die sich aus dem Leben rauskämen will, das ihre Familie leider nur für sie bereit hält: Armut, ein wenig bereicherndes Leben für Frauen und wenig Zuversicht für die Zukunft. Auch ihre Großmutter wünscht sich ein anderes Leben für Janie, schlägt aber den denkbar schlechtesten Weg ein und verheiratet sie einfach mit einem deutlich älteren Mann. Janie fügt sich, merkt jedoch sehr schnell, dass sie in das gezwungene Korsett der Ehe ohne Liebe nicht passt. Der dahergelaufene Joe kam ihr demnach sehr gelegen; sie heiraten und bauen sich ein Leben in einer neuen Gemeinde auf. Doch auch hier trügt der Schein und Janie verstaubt in der Ehe als Vorzeige-Ehefrau und muss sich den damaligen weiblichen Stereotypen fügen. Aller guten Dinge sind drei, als sie schließlich Tea Cake heiratet. Janie scheint ihr Glück und ihre Freiheit trotz Ehe nun endlich gefunden zu haben und dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. 

Zora Neale Hurston hat hier wirklich eine bildreiche Geschichte geschrieben, stellenweise poetisch und einzigartig. Sie lässt ihre Protagonistin wachsen und an Stärke gewinnen, die in der damaligen Zeit für Frauen als nicht selbstverständlich galt. Der Erfolg des Buches trat jedoch zu spät ein und Hurston starb als verarmte Frau. 

Durch die Übersetzung wirkt die ganze Geschichte sehr authentisch und dicht auf mich. Durch Formulierungen und sprachliche Schmankerl konnte ich mich den Protagonist:innen und der Zeit sehr nahe fühlen. Stellenweise sind einige Sätze auch einfach nicht übersetzt worden, da sie den Sinn, nach eigener Aussage des Übersetzers, durch die deutsche Sprache verloren hätten. Klare Empfehlung.

Cover des Buches Their Eyes Were Watching God (ISBN: 9780062001702)
Catastrophias avatar

Rezension zu "Their Eyes Were Watching God" von Zora Neale Hurston

Catastrophia
Zu Recht ein feministischer Klassiker.

Zora Neale Hurstons 1937 erschienener Roman "Their Eyes Were Watching God" ist mittlerweile ein Klassiker afroamerikanischer feministischer Literatur. Der Roman entstand innerhalb weniger Wochen auf Haiti, die Handlung selbst spielt in Florida.

Erzählt wird die Geschichte der jungen Janie Crawford, deren ehemals versklavte Großmutter sie mit dem Argument der finanziellen Sicherheit von der Heirat mit einem deutlich älteren Mann überzeugt. Über diverse Umwege erkennt Janie jedoch, dass dies nicht das Leben ist, dass sie sich wünscht und versucht, sich von den sie umgebenden Konventionen zu befreien. Sie verstößt gegen so ziemlich jede davon, aber um Spoiler zu vermeiden, bleibe ich an der Stelle sehr vage und empfehle die sehr lohnenswerte Lektüre des Buchs.

Markantestes Merkmal des Romans ist das African-American Vernacular English der Figuren, d.h weite Teile des Buchs und insbesondere die direkte Rede weichen deutlich von der Standardsprache ab und erfordern deshalb gerade am Anfang etwas Gewöhnung und "inneres Aussprechen", um die Wörter zu erfassen. Dafür wurde Hurston zunächst verlacht, mittlerweile gilt genau das als Qualitätsmerkmal des Romans. Ich empfehle deshalb auch, das Buch im Original zu lesen, denn ich stelle mir die Reproduktion der dadurch hervorgerufenen, sehr greifbaren und lebhaften Atmosphäre in einer deutschen Übersetzung schwierig vor. 


Die Handlung ist abwechslungsreich und dicht, das Buch ist relativ schmal. Die Figuren zeichnen sich durch eine starke Ambivalenz aus, weder sind einzelne Charakter grundsätzlich liebenswert oder Hassfiguren. Dabei ist es gerade die nahbare, einfach gehaltene Sprache, die auch das Innenleben der Figuren in seiner Komplexität deutlich macht. Hurston beweist dabei nicht nur eine scharfe Beobachtungsgabe, sondern arbeitet auch Generationenkonflikte innerhalb der Schwarzen Community Anfang des 20. Jahrhunderts heraus: Während für Janies Nanny, die von den Erfahrungen der Sklaverei geprägt ist, finanzielle Sicherheit und die Möglichkeit, als feine Dame den Tag im Schaukelstuhl zu sitzen, als erfülltes Leben gelten, sind es genau diese Tagesabläufe, die Janie langweilen. Ihre individuelle Emanzipation steht zwar im Zentrum des Texts, wird jedoch immer wieder mit den Prozessen Schwarzer Communitybildung verbunden. 

Manche Teile des Plots mögen klischeehaft wirken, aber das liegt auch an der zeitlichen Perspektive. Denn Hurston ist die Urheberin, nicht die Nutzerin dieser "Klischees" und die Handlung schafft es durchaus, zu überraschen. 

Ich bin froh, Hurston nun doch gelesen zu haben, nachdem ich vor Jahren vom Black Vernacular eingeschüchtert nach wenigen Seiten abgebrochen hatte - zu Unrecht, denn nach kurzer Gewöhnung liest es sich sehr flüssig.  

Cover des Buches Barracoon (ISBN: 9783328107576)

Rezension zu "Barracoon" von Zora Neale Hurston

Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein dunkles Kapitel amerikanischer Geschichte

Die Lebensgeschichte von Kossola, der in Amerika in Cudjo Lewis umbenannt wurde, ist der Zeitzeugenbericht des damals letzten noch lebenden ehemaligen Sklaven. 1841 geboren wurde er 1859 vom letzten amerikanischen Sklavenschiff an Bord genommen, die Sklaverei war zu diesem Zeitpunkt längst verboten. 

1927 nahm Nora Zeale Hurston im Auftrag des "Journal of Negro History"zum ersten Mal Kontakt zu Kossola auf um seine afrikanische Geschichte zu erfahren, wie er erst Sklave und schließlich ein freier Mann wurde und was ihm seither in Amerika widerfahren ist. Die Geschichte ist eine Art Interview in Etappen, angereichert mit Beobachtungen der Autorin und den Umständen der Treffen. 

Es tut einem das Herz weh, wenn man so eine Geschichte nicht als Bericht sondern in eines Menschen eigenen Worten liest. Die Übersetzung von Hans-Ullrich Möhring bleibt dem treu, was zuvor Hurston schon so originalgetreu wie möglich überliefert hat, denn Kossola hatte eine ganz eigene Art zu sprechen und zu erzählen, ich habe einen unglaublich detaillierten Eindruck seiner Stimmung, Mimik und Sprachmelodie gewonnen. Es ist ein einzigartiges Dokument über ein Schicksal, das so viele zuvor schon geteilt haben. 

Ich habe eine womöglich schwer nachzuvollziehende Kritik. Das Buch verfügt über umfangreiches  Zusatzmaterial, darunter ein Vorwort von Alice Walker sowie eine Einleitung der Herausgeberin Deborah G. Plant, ebenso beides auch von Zora Neale Hurston. Im Anhang sind Erläuterungen zu den Erzählungen Kossolas, Anmerkungen, Quellen...

Das Buch umfasst 216 Seiten - ca 80 davon nehmen die Begegnungen an sich ein. Vieles wird leider in den einleitenden Kapiteln vorweg genommen, was ich etwas unglücklich finde. Vielleicht muss man es gelesen haben, um meine Kritik nachvollziehen zu können aber ich hätte die meisten Ergänzungen lieber am Ende gelesen, grundsätzlich liebe ich sowas sehr und da waren fundierte Informationen dabei.

Zora Neale Hurston war eine afro-amerikanische Schriftstellerin. In den 1920er Jahren war sie Teil der "Harlem Renaissance", schrieb zunächst Essays, Kurzgeschichten und Zeitungsartikel, dann konzentrierte sie sich auf die Sammlung von Gedichten, Gebeten, Liedern und Geschichten der schwarzen Bevölkerung. Ihre Forschungen wurden finanziell unterstützt, so auch die Arbeit an "Barracoon", welche 1931 abgeschlossen wurde. Der Schriftstellerin Alice Walker ist es zu verdanken, dass Hurstons Werke wiederentdeckt und neuentdeckt wurde, einige Theaterstücke der Autorin wurden uraufgeführt und so wurde auch "The story of the last black Cargo" 2018 erstmals veröffentlicht und 2021 ins Deutsche übersetzt.

Ich bin ein bisschen verblüfft, dass "Barracoon" zuvor nie veröffentlicht wurde, aber mit diesem Teil der amerikanischen Geschichte möchte man sich dort auch heute noch nicht auseinander setzen. Man muss leider auch darüber als Teil der afrikanischen Geschichte sprechen. Denn Kossola wurde von Amerikanern gekauft - verkauft wurde er von Afrikanern. Der Häuptling eines anderen Stammes ließ sein ganzes Dorf auslöschen, bis auf die, die als Sklaven brauchbar waren und gegen Waffen oder Handelsgüter eingetauscht werden konnten. Über diesen Verrat und diese Trauer ist Kossola nie hinweg gekommen. Dass dort niemand mehr seinen Namen kennt, niemand ihn vermisst, niemand übrig ist. Dass sie alle nicht zurück konnten. Sie mögen frei gewesen sein, aber ohne Wurzeln. 

Und so ist dies keine Schreckensgeschichte von Folter und Misshandlung eines Leibeigenen, sondern von Heimweh, Ausgrenzung und Identitätsverlust, von Hoffnung und Liebe und unendlicher Trauer.  

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