Zora del Buono

 3,8 Sterne bei 233 Bewertungen
Autorin von Die Marschallin, Gotthard und weiteren Büchern.
Autorenbild von Zora del Buono (©Yvonne Boehler)

Lebenslauf

Architektur und Literatur: Zora del Buono, 1962 in Zürich geboren, ist eine Schweizer Journalistin, Schriftstellerin und Architektin. Sie studierte Architektur in Zürich und in Berlin und fing nach ihrem Abschluss an als Architektin zu arbeiten. Darüber hinaus gründete sie zu dieser Zeit zusammen mit ihren Kolleg*Innen die Zeitschrift Mare. 

2008 gab sie dann schließlich ihr Debüt als Autorin mit ihrem Roman „Canitz´ Verlangen“.  Seitdem veröffentlicht sie neben Romanen auch erfolgreiche Reisebücher. 

Für ihre herausragenden Arbeiten wurde sie zudem unter anderem mit dem ITB BuchAward ausgezeichnet. Heute lebt sie als freie Autorin zusammen mit ihrer Familie in Berlin.

Alle Bücher von Zora del Buono

Cover des Buches Die Marschallin (ISBN: 9783257246339)

Die Marschallin

(58)
Erschienen am 27.04.2022
Cover des Buches Gotthard (ISBN: 9783257247466)

Gotthard

(6)
Erschienen am 29.05.2024
Cover des Buches Canitz Verlangen (ISBN: 9783866480919)

Canitz Verlangen

(6)
Erschienen am 19.08.2008
Cover des Buches Big Sue (ISBN: 9783866481350)

Big Sue

(4)
Erschienen am 24.08.2010
Cover des Buches Das Leben der Mächtigen (ISBN: 9783957571656)

Das Leben der Mächtigen

(2)
Erschienen am 19.10.2015
Cover des Buches Hundert Tage Amerika (ISBN: 9783866481459)

Hundert Tage Amerika

(1)
Erschienen am 30.08.2011
Cover des Buches Seinetwegen (ISBN: 9783257248326)

Seinetwegen

(0)
Erscheint am 22.07.2026

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Neue Rezensionen zu Zora del Buono

Cover des Buches Die Marschallin (ISBN: 9783257246339)
jtk_0701s avatar

Rezension zu "Die Marschallin" von Zora del Buono

jtk_0701
Eine interessante Familiengeschichte nüchtern erzählt

In meiner Kindheit hing im ehemaligen Jugoslawien in fast jedem Haus ein Bild vom „Maršal Tito“ an der Wand. Obwohl meine Eltern in Deutschland lebten, wurde die Tradition aus dem Heimatland weitergeführt und auch wenn er da hing, hatte ich immer das Gefühl, dass er dort hängen „muss“ und nicht weil sie ihn verehrten. Einige Jahre nach seinem Tod war das Bild abgehängt und plötzlich waren öfter auch kritische Worte über Tito zu hören. Daher war ich sehr neugierig, als ich „Die Marschallin“ von Zora del Buono entdeckt habe und hatte gehofft, einiges Neues über das ehemalige Jugoslawien und Tito kennenzulernen. 

Die Autorin erzählt hier die Geschichte von ihrer gleichnamigen Großmutter. Eine Frau, die in Slowenien geboren wurde, ihren späteren Ehemann dort kennenlernt, einen italienischen Radiologen und mit ihm nach Bari zieht. Sie ist überzeugte Kommunistin, verehrt den Marschall Tito und lebt trotz ihrer Liebe zum Sozialismus ein gutbürgerliches Leben in Italien. Ich hab vieles über Slowenien und der jugoslawischen Geschichte kennengelernt, einige Wissenslücken zu dem 1. und 2. Weltkrieg schließen können und manchen Unmut gegenüber Italien im Heimatland meiner Eltern verstanden. Habe eine wirklich resolute und kühle Frau kennengelernt, die nicht jedes Kind gleichermaßen liebt, keine andere Frau neben sich akzeptiert und dementsprechend eine furchtbare Schwiegermutter war.

Alles sehr interessant und informativ und trotzdem hat es mich nicht ganz packen können. Manche Kapitel waren sehr nüchtern und distanziert geschrieben, wodurch ich manchmal das Gefühl hatte, ein Sachbuch zu lesen und andere Kapitel waren näher an den Personen dran und viel interessanter. Ich hätte gerne mehr über die Familiengeschichte gelesen, hätte gerne die ein oder andere Person etwas näher kennengelernt, kann aber verstehen, dass es einfacher ist, die eigene Familiengeschichte nüchtern und distanziert zu erzählen. Ich habe auch aufgezeigt bekommen, dass ein guter Grundgedanke wie „die Gleichheit für alle“ an der Machtgier des Menschen scheitern kann. Sowohl bei Tito als auch bei Zora. 

S.91 „2, 3, 1, dachte sie, wie jedes Mal, wenn sie die drei zusammen sah. Nie 1, 2, 3 (oder gar Davide, Greco, Manfredi), was normal gewesen wäre, das war ihr durchaus bewusst. Sie betrachtete ihre am Tisch sitzenden Söhne in ebendieser Reihenfolge und wunderte sich, warum sie Nr. 2 am liebsten mochte, dicht gefolgt von Nr. 3. Nur mit Davide, dem Erstgeborenen, haderte sie.“

S.185 „Manchmal spürte Zora diese italienische Überheblichkeit am eigenen Leib, es lebten kaum Slawen in Bari, sie wurde dann wegen ihres Akzents argwöhnisch beäugt, auf dem Markt zum Beispiel, Mussolinis Propagandamaschine funktionierte, die Slawen wurden nun als minderwertige Rasse von den Italienern angesehen, als barbarische Untermenschen.“

Cover des Buches Gotthard (ISBN: 9783257247466)
awogflis avatar

Rezension zu "Gotthard" von Zora del Buono

awogfli
Eine eigene Welt im Berg und auf dem Berg

Die Autorin liefert mit dieser Novelle ein sehr gutes Stimmungsbild zum Bau des Gotthardtunnels. Sie beschreibt die Enge der Röhre, diesen eigenen Menschenschlag an Arbeitern, die fern von ihrer Heimat und ihren Familien in der Abgeschiedenheit der Bergwelt arbeiten und sich mit den Einheimischen der Bergtäler verbinden. Zusätzlich natürlich auch noch die Prostituierten, die sich ansiedeln, um die mehrheitlich männliche Belegschaft mit ihren Bedürfnissen zu befriedigen. Insofern  – also als Milieustudie – ist Gotthard wirklich sehr gut gelungen. Es hat mir auch persönlich eine Welt erschlossen, von der ich nie etwas gehört habe, da mein Onkel Franz als Sprengmeister beim Bau des Arlbergtunnels gestorben ist und uns nie etwas von seinen eigenen Erfahrungen erzählen konnte.

Einen ersten Schwachpunkt für mich stellt aber das Format des Werkes dar. Dadurch, dass die Form der Novelle gewählt wurde, sind die Figuren psychologisch nicht ganz so tief entwickelt, wie ich sie gerne gehabt hätte, oft konnte ich nicht ganz nachvollziehen, warum sich die Protagonisten so und nicht anders verhalten, da fehlte mir einfach einiges an Hintergrundwissen. Deshalb muss ich resümieren, was ich persönlich ohnehin sehr selten tue, dass mir das Stück Literatur einfach viel zu kurz war. Etwas mehr Detail in der Psyche der Protagonisten wäre hilfreich gewesen.

Mein weiterer Kritikpunkt liegt im Aufbau des Plots. Sind schon die Figuren nicht ganz so tiefenpsychologisch intensiv dargestellt, wird auch noch durch Zeitsprünge, Auslassungen und vielen stroboskopartigen, durcheinandergewirbelten Erzählsträngen Verwirrung im Handlungsablauf gestiftet. Tja wieder mal eine auf derzeit so literarisch modernes Vexierspiel gebürstete Story, die durch diesen Stiltrick auf interessanter und intellektueller geschmückt werden soll. So etwas funktioniert bei mir gar nicht, da bin ich zu sehr literarische Realistin und Puristin.

Was aber schon spannend ist, war die dargestellte Gesellschaft. Die Huren, die einsamen Männer, die mittlerweile verwelkte Kantinenwirtin mit ihrem Mann, die eigentlich schon lange getrennt sind, aber noch immer verheiratet. Ihre Tochter, von der man eigentlich denkt, dass sie lesbisch ist, die sich aber dann doch irgendwie für unseren Protagonisten Fritz Bergundthal interessiert. Die Landschaft, die Röhre, die Hitze, die Klaustrophobie und andere Probleme bei der Arbeit, das schwere Gerät, das sich täglich in den harten Stein frisst, … das waren Aspekte, die mir wirklich gut gefallen haben.

Fazit: Was in der Endabrechnung bleibt, war eben für mich nur mittelmäßig. In dem Fall hätte ich sehr gerne mehr über die Figuren gewusst und das Durcheinander im Plot wäre auch nicht notwendig gewesen. Eine Leseempfehlung gebe ich nur bedingt ab.

Cover des Buches Die Marschallin (ISBN: 9783257246339)
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Die Marschallin" von Zora del Buono

sabatayn76
'die Gewissheit, einer Unglücksfamilie anzugehören'

‚Es ist das, was uns Cousins und Cousinen von klein auf verband: die Gewissheit, einer Unglücksfamilie anzugehören.‘ (Seite 11)

Als der Erste Weltkrieg ihre Heimat erreicht, flieht die Familie von Zora von Bovec im Sočatal nach Ljubljana, kehrt nach dem Ende des Krieges jedoch in ihr Dorf zurück. Hier trifft Zora ihren späteren Ehemann, Pietro Del Buono, der mit 23 Jahren der jüngste Arzt Italiens ist.

Die beiden heiraten und ziehen ins süditalienische Bari, wo sie ein großbürgerliches Leben führen, aber auch der Partito Comunista d’Italia beitreten, Mussolini und seine Schwarzhemden verabscheuen und gegen den Faschismus kämpfen.

Ich wollte den Roman sehr gerne sehr mögen, denn ich liebe Slowenien, mag Geschichten, die im historischen Berlin spielen, interessiere mich für die beiden Weltkriege und die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, finde die Geschichte des Faschismus in Italien und den Widerstand sehr spannend.

Dieser Roman vereinigt all das und noch viel mehr, und obwohl mir der Einstieg ins Buch sehr gut gefallen hat, bin ich letztendlich nicht recht warm geworden mit der Geschichte.

Der Schreibstil ist lebendig und stimmungsvoll, die beschriebenen Szenarien wirken authentisch und überzeugend, sprachlich ist das Buch anspruchsvoll - und dennoch hat mich ‚Die Marschallin‘ nicht packen und auch nicht wirklich berühren können.

Vielleicht war mir die Geschichte einfach etwas zu opulent, zu überladen. Vielleicht war es nicht die richtige Zeit, um das Buch zu lesen. Ziemlich sicher werde ich irgendwann ein zweites Mal zu diesem Roman greifen, der eigentlich genau in mein Beuteschema fällt.

Gespräche aus der Community

Zora del Buono macht sich auf die Suche nach dem Mann, der für den Tod ihres Vaters verantwortlich ist. Ein Abenteuer, auf das sie sich einlässt, ohne zu ahnen, welche Konsequenzen es mit sich tragen wird. Das Ergebnis ist eine grandiose Familiengeschichte, die ihr den Mann, der ihr Vater war und sie nie gekannt hat, näherbringt.
"Seinetwegen" ist unser neuer Titel im Literatursalon!

1.172 BeiträgeVerlosung beendet
Anirahs avatar
Letzter Beitrag von  Anirah

Die Kaffeehausszenen haben mir auch sehr gut gefallen.

In ihrem Roman "Die Marschallin" erzählt Zora del Buono über das eindrucksvolle Leben ihrer Großmutter, die ebenso herrisch wie begabt ist und der Welt ihren eigenen Stempel aufdrückt. Wir suchen 40 Leser und Leserinnen, die Lust haben einen bildgewaltigen Roman über Liebe, Kämpfe, Hass und Verrat zu lesen & auf LovelyBooks sowie drei weiteren Seiten zu rezensieren.

288 BeiträgeVerlosung beendet
Lindeas avatar
Letzter Beitrag von  Lindea

Ich danke für mein Buch. Verspätet, aber dennoch hier meine Rezension:

https://www.lovelybooks.de/autor/Zora-del-Buono/Die-Marschallin-2570015759-w/rezension/2937247056/

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Zusätzliche Informationen

Zora del Buono wurde am 21. Dezember 1962 in Zürich (Schweiz) geboren.

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