Zygmunt Miloszewski

 3,4 Sterne bei 50 Bewertungen
Autor*in von Warschauer Verstrickungen, Ein Körnchen Wahrheit und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Zygmunt Miłoszewski, 1976 geboren, ist einer der international bekanntesten polnischen Schriftsteller. Seine Werke wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt, verfilmt, millionenfach verkauft und u.a. von Publishers Weekly hervorgehoben. In Polen wurde er mit dem Wielki-Kaliber-Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Für zwei seiner Bücher aus der Szacki-Reihe erhielt er zudem den Wielki-Kaliber-Hauptpreis, die wichtigste polnische Auszeichnung für Spannungsliteratur, was seinen besonderen Stellenwert für die dortige Krimiszene unterstreicht. Darüber hinaus ist er Gründungsmitglied des polnischen Schriftstellerverbandes LITERARY UNION, Segler, Reisender und Abenteurer. Er lebt in Warschau und auf einer Hochseeyacht.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Zygmunt Miloszewski

Cover des Buches Warschauer Verstrickungen (ISBN: 9783833310102)

Warschauer Verstrickungen

(35)
Erschienen am 13.07.2015
Cover des Buches Ein Körnchen Wahrheit (ISBN: 9783903634060)

Ein Körnchen Wahrheit

(7)
Erscheint am 01.10.2026
Cover des Buches Domofon (ISBN: 9783423246392)

Domofon

(5)
Erschienen am 01.01.2008
Cover des Buches Warschauer Verstrickungen (ISBN: 9783903634008)

Warschauer Verstrickungen

(2)
Erschienen am 15.10.2025
Cover des Buches Der Zorn der Vergessenen (ISBN: 9783492311380)

Der Zorn der Vergessenen

(1)
Erschienen am 01.03.2018

Neue Rezensionen zu Zygmunt Miloszewski

Cover des Buches Warschauer Verstrickungen (ISBN: 9783903634008)
MarcoLs avatar

Rezension zu "Warschauer Verstrickungen" von Zygmunt Miloszewski

MarcoL
Preisgekrönter Krimi und Gesellschaftsstudie aus Polen. Spannend! Leseempfehlung!

Bereits 2007 im Original erschienen, ausgezeichnet und verfilmt, ist dieser Band die Eröffnung einer Trilogie rund um den Warschauer Staatsanwalt Teodor Szacki.
Szacki, Mitte dreißig, hat Stil, ist immer adrett gekleidet – wie Staatsanwälte nun mal sein sollen – und ist voll mit Ethos. Bestechungen und Korruption sind allgegenwärtig, und das Gehalt in seiner Zunft sehr bescheiden. Seine Frau ist Juristin, und mit ihrer gemeinsamen Tochter muss er sich schon sehr genau überlegen, für was Geld ausgegeben wird. Die Ehe scheint schon mal besser gewesen zu sein, obwohl, so schlecht ist sie dann auch nicht, vielleicht sind sie einfach schon zu lange zusammen. Alles Gedanken, die Szacki neben seinen Ermittlungen plagen, und soviel sei verraten – er bleibt ein Mensch, trotz all den Verlockungen, die sein Berufsstand zu bieten hat.
Aber das ist nur ein Nebenschauplatz, und dennoch so wichtig für den kompletten Plot der Kriminalgeschichte. Sie fängt natürlich, wie meistens, mit einer toten Person an. Mord ist offensichtlich, Suizid dennoch eine Option, die in Betracht gezogen werden kann. Die Ermittlungen laufen an – und in Polen anscheinend üblich, werden diese von Staatsanwält*innen bestritten – mit Unterstützung der Polizei.
Er tappt lange im Dunkeln, denn es waren zur Tatzeit nur vier Personen in unmittelbarer Nähe. Es sind dies drei Patient*innen und deren renommierter Therapeut, die in einem ehemaligen, leerstehenden Kloster nahe der Warschauer Innenstadt an einem Wochenendretreat mit Familienaufstellungen teilnehmen.
Die Ermittlungen zeigen sich kompliziert – und lange tappt Szacki im Dunkeln. Er bohrt auch bei der Witwe des Getöteten nach, und scheint nicht wirklich weiter zu kommen. Doch ganz langsam kommt er Dingen auf die Spur. Altes, Verborgenes, Gefährliches …

Spannend erzählt baut der Autor hier einen Plot auf, der sich mehr um die Personen und vor allem die polnische Gesellschaftsstruktur kümmert als um das eigentliche Tatgeschehen. Die Ermittler bleiben Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen.

Irgendwie bin ich versucht, gewisse Vergleiche mit Commissario Brunetti aus der Feder von Donna Leon zu ziehen – aber natürlich in einer komplett anderen Umgebung mit anderen Vorzeichen; - besonders Tage nach der Lektüre drängt sich mir das auf.
Die Sprache ist leicht und flüssig, das Setting hat das Zeug zu einem Pageturner, und der Showdown zeigt letztendlich die wahre Genialität des Duos Szacki und Autor .
Sehr gerne gebe ich ein große Leseempfehlung für diesen Krimi samt Gesellschaftsstudie. Und keine Angst – der Roman ist in sich abgeschlossen – trotz Trilogieauftakt.

Cover des Buches Warschauer Verstrickungen (ISBN: 9783903634008)
Irene123s avatar

Rezension zu "Warschauer Verstrickungen" von Zygmunt Miloszewski

Irene123
Ein ungemein spannender und intelligenter Krimi auf allerhöchstem Niveau

Warschau, Juni 2005. Staatsanwalt Teodor Szacki befindet sich in der Krise. Mit Mitte 35 hinterfragt er eigentlich alles: Seinen anstrengenden und oftmals eintönigen Job, seine Ehe und generell sein ganzes Leben. Er ist müde, ausgebrannt und auf der Sinnsuche. Als er zu einem Mordfall abberufen wird, hofft er auf eine schnelle Lösung, deutet doch alles auf einen unkomplizierten Fall hin. Während einer Familienaufstellung wurde der 46-jährige Henryk Telak mit einem Grillspieß getötet, und für Szacki ist klar, dass der Täter oder die Täterin unter den restlichen vier Teilnehmer:innen zu finden ist. Besonders den Therapeuten Dr. Cezary Rudzki, den Leiter der Familienaufstellung, nimmt Szacki ins Visier. Doch schon bald muss er frustriert feststellen, dass es schlicht und einfach kein Motiv gibt. Auch das Interview mit der Frau des Mordopfers liefert keine brauchbaren Hinweise. Henryk Telak, Geschäftsführer einer Consultingfirma, war unauffällig, hatte keine Feinde und litt unter den Folgen privater Schicksalsschläge, die ihn schließlich zu Dr. Rudzki geführt hatten. Szacki, ein Mann, der „die Dinge lieber auf sich zukommen lässt als selbst Entscheidungen zu treffen“, gerät zunehmend unter Druck. Erst als Telaks Diktiergerät gefunden wird, kommt Bewegung in den Mordfall. Mit Hilfe von Telaks Lottozahlen und der jungen Journalistin Monika Grzelka kommt Szacki schließlich einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur, das weit in die Vergangenheit Polens zurückreicht und trotz „der Wende“ noch immer seine Schatten in die Gegenwart wirft. Szacki muss sich nun entscheiden, ob er sein Leben und das seiner Familie aufs Spiel setzen möchte oder die Vergangenheit besser ruhen lassen sollte…

„Warschauer Verstrickungen“ von Zygmunt Miłoszewski ist ein unglaublich intelligenter und spannender Krimi, der nicht durch actionreiche Verfolgungsjagden oder Kampfszenen besticht, sondern durch psychologische Spannung und die ausgezeichnete Kombinationsgabe des Ermittlers. Der Fokus liegt auf Staatsanwalt Szacki (in Polen leitet der Staatsanwalt die wichtigen Ermittlungen, nicht die Polizei!), der mit einer Vielzahl an inneren Konflikten zu kämpfen hat. Beruflicher Frust mischt sich mit privaten Problemen, die ihn von den Ermittlungen ablenken. Besonders die junge Journalistin Monika Grzelka hat es ihm angetan, und die Frage, ob er seinen Gefühlen nachgeben soll oder nicht, zieht sich durch die gesamte Handlung. Trotzdem war mir Szacki von Anfang an sympathisch, gerade seine Schwächen machen ihn menschlich und greifbar. Er ist in seinem Job eindeutig einer der Besten, und die Art und Weise, wie er den Fall schließlich zu Ende bringt, hat mich zutiefst beeindruckt. Aber auch die weiteren Figuren, wie etwa Polizeikommissar Oleg Kuzniecow oder Szackis Frau Weronika, werden sehr lebensecht und authentisch präsentiert. Besonders fasziniert hat mich das Konzept der Familienaufstellung, das ausführlich mit all seinen Konsequenzen beschrieben wird.

Der Krimi hat insgesamt 12 Kapitel, die in weitere Unterkapitel gegliedert sind und jeweils am Beginn im Kurznachrichtenstil das wichtigste Tagesgeschehen zusammenfassen. Die Handlung wird fast ausschließlich aus Szackis Perspektive erzählt, mit Ausnahme von gelegentlichen Einschüben aus der Sicht einer Person, die den Mordfall und Szackis Ermittlungen akribisch verfolgt, was für zusätzliche Spannung sorgt. Der Erzählstil ist ungemein flüssig, klar und bildhaft, die Dialoge sind lebensecht geschrieben und tragen die Handlung sehr gut. Unglaublich interessant und gleichzeitig auch schockierend fand ich die Reise zurück in eine Vergangenheit Polens, als „Freiheit“ und „Demokratie“ noch Fremdwörter waren. Die Nachwirkungen dieser Zeit sind noch immer in Polens Politik und Gesellschaft spürbar!

Zusammenfassend kann ich sagen, dass „Warschauer Verstrickungen“ ein ungemein spannender Krimi auf allerhöchstem Niveau ist, der mir viele Stunden bester Unterhaltung geschenkt hat und mich schon Band 2 entgegenfiebern lässt. Daher gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

Cover des Buches Warschauer Verstrickungen (ISBN: 9783833310102)
Annejas avatar

Rezension zu "Warschauer Verstrickungen" von Zygmunt Miloszewski

Anneja
Theodor Szacki ermittelt


Mein erster polnischer Krimi und ich bin mehr als überrascht, denn in Polen scheint so einiges anders zu sein als bei uns. Was wir als, fast schon normal, in Krimis bezeichnen würden, gibt es in unserem Nachbarstaat nicht. Sich da rein zu finden erfordert dabei sehr viel Aufmerksamkeit, denn nicht nur die Gepflogenheiten sind gewöhnungsbedürftig sondern auch die Namen, welche für Laien teils unaussprechlich sind. Gelesen wurde er trotzdem und war am Ende doch recht gut.


Während eines Therapie-Wochenendes wird ein Mann ermordet aufgefunden. Ein Bratspieß wurde ihm direkt ins Auge gerammt. Theodor Szacki, ein Staatsanwalt ,ermittelt. Dabei lernen wir nicht nur etwas über die polnische Kultur sondern auch über eine Therapie kennen, welche sich Familienaufstellung nennt. Die Suche nach dem Täter beginnt und führt Szacki nicht nur zu den Therapieteilnehmern sondern auch in das Netz des polnischen Geheimdienstes. Eine Geschichte voller Emotionen beginnt, in der man niemals weiß wer sein gegenüber wirklich ist.


Die Geschichte spielt im Jahr 2005 und wir erhalten immer zu Kapitelbeginn, Informationen zum aktuellen Tag. Dies sind die aktuellen Geschehnisse in der Welt, der polnischen Regierung und die derzeitigen Wetterverhältnisse. Wer nicht mit der polnischen Kultur aufgewachsen ist oder sich für jene nicht direkt interessiert, wird allerdings leichte Probleme haben, den Verlauf dieser Neuigkeiten zu verstehen.


Ich kenne eigentlich nur Kriminalromane in denen die Polizei die Hauptermittlungen durchführt. In Polen übernehmen dies anscheinend die Staatsanwälte, was erst einmal sehr verwirrt. Dazu kommt das Theodor Szacki, ein für mich sehr schwieriger und nicht immer sympatischer Charakter war. Zum einen wirkt er stark, zum anderen einfach nur schwach. Gespräche mit Verdächtigen oder Zeugen, sind für ihn kein Problem, mit seiner Frau zu reden ein Ding des Unmöglichen, dabei ärgert er sich in einem Atemzug über sämtliche Angewohnheiten von ihr. An sich scheint er aber ein sehr emotionaler Mensch zu sein, der über seine Handlungsschritte gut nachdenkt, eine der wenigen Eigenschaften die mir an ihm gefiel.


Grundsätzlich gibt es keinen Charakter im Buch der auch nur ansatzweise glücklich ist. Jeder ist unzufrieden, rachlüstig oder überfordert. Dies macht das Buch nicht gerade spannender sondern zog es ehr in die Länge. Ich muss leider zu geben, das ich nach einer gewissen Seitenzahl, die Namen nur noch überflog, da es teilweise unmöglich war jene zu lesen oder gar auszusprechen. Dies machte es dann auch schwierig der Geschichte zu folgen, da einen Namen genannt werde, die man auch nach 200 gelesenen Seiten nicht zu ordnen konnte.


Der Schreibstil war sehr angenehm und machte Spaß zu lesen. Leider fehlte es dem Buch hin und wieder an Spannung, was ich den vielen Nebengeschichten zusprechen würde. Der Fall bricht immer aus dem rotem Faden aus und verwirrt dadurch meist. 


Die Nebengeschichten waren einfach zu massig. Egal ob die Therapie, sein Familienleben + Probleme oder der polnische Geheimdienst, etwas weniger hätte dem Buch gut getan, so wirkte es überfüllt.


Etwas, was mich zudem sehr irritierte, war der Umgang mit der Währung Zloty. Im Buch erfährt man immer wieder das Szacki und seine Frau zwar Staatsbedienstete sind, aber dafür nicht gerade gut bezahlt werden. Immer wieder liest man das nicht genug Geld übrig bleibt um mal Essen zu gehen oder ähnliches. Immer wieder fragte ich mich dann wie der Protagonist einen Einkaufskorb mit 2 Zloty Inhalt einfach stehen lassen konnte oder einer Fremden einfach mal 10 Zloty gibt. Ich kenne mich mit der Währung nicht aus und entnahm die Informationen, die das Buch mir gab, wunderte mich aber doch.


An sich war das Buch interessant, da es einfach mal anders war, als das was ich bisher kannte. Leider sagten mir weder der Protagonist, noch sein Umfeld wirklich zu. Mehr über diese Art der Therapie zu erfahren, weckte mein Interesse wurde aber durch den Umstand, das der polnische Geheimdienst mit ins Spiel kam, sehr in den Hintergrund geschoben. Dieser war für mich einfach zuviel, für eine Geschichte.


Traut euch ruhig mal an dieses Buch und bildet euch eure eigene Meinung, auch zum Land selbst. 

Gespräche aus der Community

Eine Leserunde für die Gewinner unseres Jahresabos.

Ein neuer Fall für Teodor Szacki

Nach seiner Scheidung kehrt Teodor Szacki Warschau den Rücken und zieht in ein kleines Weichsel-Städtchen. Als er gerade anfängt, sich in der Idylle zu langweilen, geschieht ein Mord an einer im Ort hoch angesehenen Dame. Der Fundort der Leiche neben der Alten Synagoge sowie die grausame Art der Verletzungen lassen unter den Leuten alte antisemitische Vorurteile wieder aufblühen. Schnell ist das Medieninteresse an dem Fall enorm und gegen all die Lügen und die sich ausbreitende Hysterie kämpfend, versucht Szacki der Wahrheit näher zu kommen…


13 Beiträge
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Letzter Beitrag von  cyrana
Ich habe es noch nicht geschafft, das Buch zu lesen, bin aber gespannt. Beim ersten Band der Reihe gingen die Meinungen auch sehr auseinander. Ich mochte es, darum hoffe ich, dass mir dieses Buch auch gefallen wird.

»Platz da, Skandinavien! Hier kommen die polnischen Ermittler.«

New York Times

Weil einem Mann ein Bratspieß durchs Auge ins Hirn getrieben wurde, muss Staatsanwalt Szacki – groß, schlank, eisgraue Haare, nicht uneitel – den heiligen Sonntag opfern und die Ermittlungen aufnehmen. Der Tote war Teil einer Therapiegruppe, und, da sind sich alle einig, der unglücklichste Mensch auf dieser an Unglücklichen nicht armen Welt. Der Mörder wird wohl trotzdem nicht gerade ein Wohltäter sein. Zur Lösung des Falls muss sich Szacki durch ein Dickicht aus Korruption und politischen Verstrickungen kämpfen. Und sein Engagement stößt nicht gerade auf Gegenliebe…

Das Buch erscheint zwar erst am 13. Juli, doch wurden uns bereits 30 Stück ins Verlagsgebäude geliefert, die wir umgehend an euch weitergeben wollen – wenn ihr uns eine Frage beantwortet:

Wie findet ihr eigentlich den ermittelnden Staatsanwalt Teodor Szacki?

Hier könnt ihr ihn kennenlernen (Leseprobe)

Wir freuen uns auf eure Bewerbung!

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Letzter Beitrag von  Lesemaus_im_Schafspelz

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