einzlkind Billy

(50)

Lovelybooks Bewertung

  • 34 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 34 Rezensionen
(16)
(25)
(7)
(2)
(0)

Inhaltsangabe zu „Billy“ von einzlkind

Als Billy das erste Mal den Schalldämpfer auf seine Walther schraubt, denkt er an Nietzsche, den »großen Immoralisten, den Verbrecher, den Antichrist«. Zwölf Morde wird er im Laufe der Jahre begehen. Dabei fing alles so ganz harmlos an. In einer Kleinstadt in Schottland, wo Billy behütet bei Onkel und Tante aufwächst.
Mit 22 tritt er in die Firma der Familie ein, eine Firma, die Auftragsmorde an Mördern erledigt. Er ist 34, als er nach Las Vegas fährt, um Whip zu treffen, ein Mitglied der Familie. Dort wird Billy von seiner Vergangenheit eingeholt, es kommt zum Showdown …

»Wer immer einzlkind sein mag, er hat einen der geistreichsten Romane des Jahres geschrieben. Man kann nur hoffen, dass sie bald Zuwachs bekommen: Harold, Gretchen und Billy.« General-Anzeiger, Bonn

»Dieser Roman ist ein Gesamtkunstwerk, nicht nur Krimi, sondern zugleich philosophisch, witzig, sozialkritisch.« WDR 5

»Ein Mordsspaß … Billy ist kurzweilig, süffig und geistreich geschrieben.« Südwest Presse

Crime mal anders! Feiner schwarzer Humor und ein liebenswerter Mörder.

— Kaisu

Trotz ambivalenter Gefühle "auf dem Weg des Lesens", muss ich sagen: WOW!

— KasiaJaeckel

Physchologisch und philosophisch tiefgründiger aber zugleich sehr unterhaltsamer Krimi der anderen Art. Stark gezeichnete Charaktere

— oule

Stöbern in Romane

Die Farbe von Milch

Großartiges Buch, in einfacher und eindringlicher Sprache geschrieben, passend zur Protagonistin Mary.

meppe76

Acht Berge

Ein berührendes Buch.

Campe

Olga

Traurig. Melancholisch. Dennoch schön

Freda_Graufuss

Der Weihnachtswald

Tolles Weihnachtsbuch! Die Geschichte ist romantisch und verzaubert schön.

lesefant04

Das Herz des Henry Quantum

Meiner Meinung nach sehr emotionslos und überhaupt nicht packend

snekiiic

Leere Herzen

Tolles Cover, spannende Handlung, sprachlich ausgefeilt, Leseempfehlung!

dasannalein

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Der Weg eines Auftragsmörders

    Billy

    juttahammer

    08. November 2017 um 14:40

    Billy hat mich von Anfang an gefesselt, wie auch schon die zwei vorherigen Bücher von einzlkind. Jedes Wort ist wohl dosiert und so folgt der Leser der Lebensgeschichte eines  Auftragsmörders und gleichzeitig seiner Reise nach Las Vegas. Seine Lebensgeschichte erklärt nicht zwangsläufig die Berufswahl des Protagonisten, nachvollziehbar, dass er sich dafür entschied ist es dennoch. Und so erntet ein mehrfacher Mörder schließlich mein Mitgefühl, als es darum geht, dass er sich seinem Schicksal stellen muss. Skurrile Begegnungen und ausgefallene Charaktere runden die Geschichte insgesamt ab.Billy erinnert mich an den "Lonesome Cowboy" verschiedener klassischer Western, der für Gerechtigkeit sorgt indem er Mörder ermordet. Dabei macht er nichts anderes, als seine Opfer, er mordet. Trotzdem bekam ich beim Lesen den Eindruck, als ob Billy mit seinen Taten erst für Gerechtigkeit sorgt. Die Frage, ob es tatsächlich ein gerechter Ausgleich ist, den Billy erbringt, wird im Buch in Frage gestellt. So kann der Leser am Ende selbst entscheiden, was für ihn Gerechtigkeit bedeutet. Das Ende des Buches lässt dafür viel Raum.

    Mehr
  • Das Einzelkind

    Billy

    Kaisu

    23. July 2017 um 00:06

    „Grund ihrer Reise? Holiday. Wie lange wollen Sie bleiben? Eine Woche.“ (S.37) Da ist ein Mann unterwegs nach Las Vegas und hat eine Menge Geschichten und bösen Humor im Gepäck. So erzählt Billy wie er zu dem geworden ist, was er heute ist. Ein Mörder aus einem „anerkannten“ Familienbetrieb. Und der Job macht ihm Spaß. Zudem ist er schlaues belesenes Bürschen, was genau weiß, was er will. „Menschen. Leben. Und dann gibt es natürlich noch die, die sterben. Durch mich.“ (S.109) Er zieht über andere Mörder her. Erklärt vom grausigen Musikgeschmack seiner Tante, die er sehr geliebt hat und seiner Kindheit in Schottland mitsamt der leckeren Erbsensuppe. Billy war (und ist?) ein Außenseiter, der Philosophen mag und t-shirts mit dem Aufdruck „Eure Schlichtheit kotzt mich an.“ (S.107) anzog. Ein richtig liebenswürdiger Geselle. Das Buch ist wirklich wie eine Erzählung aus der Sicht von Billy. Mit dem direkten Ich, wendet er sich an den Leser. Natürlich geht es nicht nur um seine Vergangenheit. Seine Reise ist gespickt mit seltsamen Genossen, die seinen Weg kreuzen und für feine Dialoge sorgen. Angst vor Überzeichnungen sollte man nicht haben, denn sie kommen hier vor. Aber es passt und wirkt stimmig. „Ich mag keine Mörder. Ich weiß, dass ich selbst einer bin. Tja.“ (S.163) Fazit: „Billy“ ist kein gewöhnlicher Krimi oder gar Thriller. Er ist ein Buch, was unterhält, dramatisiert, verblüfft und einen zum schmunzeln bringt. Hier ist der Killer keiner Schublade entsprungen, sondern zeigt einen feinen Charakter auf, wie es ihn öfters geben sollte. Zwar brauchte ich 2-3 Kapitel um voll in den Leseschwung zu kommen, danach war ich aber mittendrin und wollte nicht mehr weg, bis das letzte gedruckte Wort gelesen war.

    Mehr
  • Billy, ein Mörder, der keine anderen Mörder mag...

    Billy

    Kaisu

    28. April 2017 um 11:16

    Inhalt: Billy wächst behütet in Duffmore, einer Kleinstadt in Schottland, auf.[…] Mit 22 Jahren tritt er in die Firma der Familie ein, eine Firma, die Auftragsmorde erledigt. Und für Gerechtigkeit sorgt, denn ermordet werden nur Mörder.  Als Billy das erste Mal den Schalldämpfer auf seine Walther steckt, denkt er an Nietzsche, den „großen Immoralisten, den Verbrecher, den Antichrist“. Danach fällt ihm sein Job leichter. Billy ist 34, als er nach Las Vegas fährt, um Whip zu treffen, ein Mitglied der Firma. Gemeinsam wollen sie eine Woche die Stadt der Gambler erkunden und die nächsten Aufträge besprechen. […] (Suhrkamp) Meine Meinung: „Grund ihrer Reise? Holiday. Wie lange wollen Sie bleiben? Eine Woche.“ (S.37) Da ist ein Mann unterwegs nach Las Vegas und hat eine Menge Geschichten und bösen Humor im Gepäck. So erzählt Billy wie er zu dem geworden ist, was er heute ist. Ein Mörder aus einem „anerkannten“ Familienbetrieb. Und der Job macht ihm Spaß. Zudem ist er schlaues belesenes Bürschen, was genau weiß, was er will. „Menschen. Leben. Und dann gibt es natürlich noch die, die sterben. Durch mich.“ (S.109) Er zieht über andere Mörder her. Erklärt vom grausigen Musikgeschmack seiner Tante, die er sehr geliebt hat und seiner Kindheit in Schottland mitsamt der leckeren Erbsensuppe. Billy war (und ist?) ein Außenseiter, der Philosophen mag und t-shirts mit dem Aufdruck „Eure Schlichtheit kotzt mich an.“ (S.107) anzog. Ein richtig liebenswürdiger Geselle. Das Buch ist wirklich wie eine Erzählung aus der Sicht von Billy. Mit dem direkten Ich, wendet er sich an den Leser. Natürlich geht es nicht nur um seine Vergangenheit. Seine Reise ist gespickt mit seltsamen Genossen, die seinen Weg kreuzen und für feine Dialoge sorgen. Angst vor Überzeichnungen sollte man nicht haben, denn sie kommen hier vor. Aber es passt und wirkt stimmig. „Ich mag keine Mörder. Ich weiß, dass ich selbst einer bin. Tja.“ (S.163) Fazit: „Billy“ ist kein gewöhnlicher Krimi oder gar Thriller. Er ist ein Buch, was unterhält, dramatisiert, verblüfft und einen zum schmunzeln bringt. Hier ist der Killer keiner Schublade entsprungen, sondern zeigt einen feinen Charakter auf, wie es ihn öfters geben sollte. Zwar brauchte ich 2-3 Kapitel um voll in den Leseschwung zu kommen, danach war ich aber mittendrin und wollte nicht mehr weg, bis das letzte gedruckte Wort gelesen war.

    Mehr
  • Schotte meets Tarantino & Lynch in einem Buch

    Billy

    KasiaJaeckel

    12. February 2017 um 21:13

    Ich hatte -meine ich mich zu entsinnen - hier auf LovelyBooks vorab geschrieben, dass das Buch während des Lesens ein stetiges auf und ab für mich war, eine gefühlsseitige Odysee und ich hatte sogar den Begriff verwendet, das Buch „habe verschiedene Momente“. Nachdem nun die Lektüre beendet ist, merke ich, wie es weiter in mir arbeitet und es ist schlicht unwiderstehlich, näher auf diese variierenden Momente einzugehen. Inhalt In Ich-Perspektive begleiten wir Billy. Billy, den Auftragsmörder. Er ist auf dem Weg nach Las Vegas, ob für einen weiteren Mord oder für ein Treffen wird erst nach und nach klar. Auf unseren Weg mit Billy erhalten wir vom kargen Klappentext noch den Hinweis, dass bereits 12 Morde erfolgt sind und dass Vagas eine unliebsame Überraschung für unseren Killer bereithalten wird. Jedoch ist es sehr wichtig für das Verständnis des Buches auf die Details – des Klappentextes und natürlich darüber hinaus der Erzählung selbst – zu achten. Die Beschreibung von Billy ist nicht ohne Grund in genau der Reihenfolge angegeben, wie Ihr sie auch meinem Titel entnehmen könnt. Philosoph. Schotte. Killer. In zeitlichen Sprüngen lernen wir, wie es dazu kam, dass Billy Auftragsmörder wurde und darüber hinaus unaufhörlich Philosophie lebt. Er beschreibt seine Ursprungsfamilie und die Familie, die ihn aufnahm und zu dem gemacht hat, der er ist. Die ihn prägende Figur in der Familie – Onkel Seamus – ist zum Beispiel eine überraschende Mischung aus selfmade-man, red neck und höherer intellektueller Instanz. Er, die Tante, der Cousin Frankie und Billy formen das Familienunternehmen. Kaum nachverfolgbar, nicht auffindbar (oder eben fast nicht) nehmen sie Mordaufträge an. Die Liebe von Billy und seines Ziehvaters zur Philosophie wird deutlich in ihrer sehr eigenen Auffassung über Recht und Unrecht. Die Begründungen wen und warum sie töten überraschen. Mehrwert gegenüber üblichen Metzelthrillern Hier kommt der TATSÄCHLICHE große Mehrwert des Buches zum Tragen. Wir werden nach und nach in Aspekte der Nietzsche´en Philosophie hineingeworfen, deren Konsequenzen für das Handeln der Figuren sind für uns Normalsterbliche skurril. Dieser Mehrwert hat aber auch einen Preis. Ich bin das erste Mal in der Mitte des Buches aufgeschreckt, um festzustellen, dass ich gut unterhalten und zum Denken angeregt wurde, sich aber inhaltlich für die Reise von Billy nach Vegas nicht wirklich etwas getan hat. Es wurde an der Stelle etwas langatmig. Billy steckt in der Mitte des Buches fest – durch eine Panne wird er zu einem Exkurs in ein Wüstennest und zu einem 70-er-Jahre Autohändler gezwungen. Die seitenlange Interaktion dieser irren Figuren weckt ein Kopfkino á la Quentin Tarantino-Film. Bei der nervaufreibenden Szene, in der der Autohändler Billy gnadenlos zutextet, wartet man innerlich auf die Explosion der Gewalt. Billy müssten doch einfach die Nerven durchgehen, er den Händler erschiessen und sich ein Auto krallen. Kommt nicht. Zweifel & Hadern An dieser Stelle im Buch hatte ich auch etwas Zweifel an der Figur. So sanft. So gutmütig ist unser Killer. Einerseits passt es zu seinem Werdegang, seinen Überzeugungen als Philosoph und einer exzellenten Tarnung seines wahren Seins. Andererseits bin ich vielleicht aus anderen Killerdarstellungen heraus verdorben. Wo bleibt der Reiz der Gewalt, der Sog der Macht perfekt töten zu können, der so vielen anderen Mördergestalten inne ist? Nach nährer Analyse stimme ich dem Autor einzlkind aber zu. Billy kann nicht anders sein, als zurückhaltend stoisch. Er schwebt über den Dingen. Da rastet man nicht aus. Aktion? Diese Tendenz bleibt dem Buch bis kurz vor Schluß erhalten. Blutiges Gemetzel oder sensationslüsterne Gewaltbeschreibungen wird man hier nicht bekommen. Dafür lernen wir weitere Surrealitäten auf Billys Weg kennen – einen IT-Nerd, der am liebsten Borg sein will, einen Elvis-Impersonifizierer (im Buch ELWIS mit W), einen Chaffeur, dessen Körperhygiene schon beim Lesen für Würgereiz sorgt und viele Mehr. Dazwischengeschaltet die Zeitsprünge, in denen der Philosoph uns zu seinen Morden mitnimmt, diese erläutert und für entsprechende Bilder in unserem Kopf sorgt. Über die Überraschung am Ende des Buches und die Auflösung werde ich das Mäntelchen des Schweigens hüllen. Faszinierend Fazit ist definitiv ein Daumen HOCH! Wie bereits angedeutet, kommen Freunde von Tarantino-Kunst oder noch besser David Lynch-Werken voll auf ihre Kosten.Die Ergänzungen wie z.B. Lieblingszitat und Autorenlinks findet Ihr in der Rezi auf meinem Blog: https://nichtohnemeinbuch.com/2017/02/12/philosoph-schotte-killer/Eure Kasia

    Mehr
    • 6
  • Las Vegas

    Billy

    Luc

    03. June 2016 um 20:47

    Billy ist Schotte, gut ausgelasteter Auftragsmörder und Hobby-Philosoph in einer Person. Schließlich hat Nietzsche sein Leben mehr beeinflusst, als seine früh verstorbenen Hippieeltern. Von den Beiden hat er lediglich die Liebe zur Musik geerbt. Es ist sein liebevoller Onkel, der ihn aufzieht und mit philosophischen Fragestellungen konfrontiert, die sich durch den gesamten Roman ziehen. Die neue Familie gibt ihm alles, was er zum Leben in der schottischen Provinz braucht. Schutz, immer mindestens ein offenes Ohr und den Hang Klartext untereinander zu reden. Es ist schlussendlich einfach logisch, dass Billy in der familieneigenen Firma für Auftragsmorde seinen Dienst antritt. Zwölf Mal hat er inzwischen seinen Job getan. Er hat seine Opfer, die eigentlich auch Täter sind, gefesselt, er hat sie reden lassen, um etwas über ihr Leben zu erfahren. Er hat Ihnen einen letzten Musikwunsch erfüllt. Er verhält sich korrekt, nichts Persönliches bringt Billy zum morden. Kein Gerechtigkeitssinn treibt ihn an. Er erledigt einen Job. Sonst nichts. Schließlich fliegt er nach Las Vegas, um seinen Kumpel Whip zu treffen, der ebenfalls für die Firma arbeitet und die Dinge eskalieren. Doch bis dahin trifft Billy Elvis, der sich allerdings mit „w“ schreibt. Ein Wüstenindianer vom Stamme der Apachen kommt ihm in die Quere und die Anzahl von Wasserstoffblondinen mit Brustverstärkung nimmt in Las Vegas groteske Züge an. Einzlkind- cleveres Pseudonym übrigens- ist in der deutschen Literaturlandschaft kein Unbekannter mehr. Er hat mit „Harold“ und „Gretchen“ bereits Aufmerksamkeit in den Feuilletons erregt. Nun legt er mit „Billy“ einen bärenstark erzählten Roman vor, der durch seine Spannungselemente ins Thriller-Genre hereinreicht, aber letztendlich in der gehobenen Literatur zu verorten ist. Inhalt geht also über Effekte. Wobei Billy einen erfrischend schnoddrigen Ton anschlägt, der den Leser bei Billy tatsächlich an einen Schotten denken lässt. Seine Beobachtungen, ob nun in Hotelbars, dem Death Valley oder Spielerstadt Las Vegas sind voll sprachlicher Tiefenschärfe. Seine philosophischen Rundumschläge lassen den Leser aufhorchen und nachdenken. Er zerlegt Begriffe, wie Gerechtigkeit, Mitleid und Gleichheit, wobei er, wie sein Vorbild Nietzsche, deren erwiesenen Evolutionsnutzen strikt leugnet. Immer wieder fasst er hinter die Worthülsen und zeigt, was sie tatsächlich bedeuten oder beweist deren Inhaltsleere. Mir hat die Auseinandersetzung mit diesem fulminanten Stück Literatur ungemein Freude bereitet. Das sind wirklich Menschen über die der Autor schreibt und gleichzeitig ist das alles undenkbar, was wir da lesen. Das Buch bringt es fertig Humor, Mord und Philosophie zu einem gelungenen Ganzen zu vereinen. Hier sucht jemand die Wahrheit und zwar seine eigene. Dafür gebührt Einzlkind mein Respekt! 

    Mehr
    • 2
  • Kill Bill

    Billy

    Babscha

    Packend, humorvoll, düster, spannend, abgefahren, morbid, schräg, unterhaltsam, lehrreich. Was soll man sagen? Von allem etwas drin in diesem Buch. Einen wirklich skurrilen Typen präsentiert der Autor hier. Billy, 34, ein Mann mit Prinzipien, nach dem Drogentod seiner Hippieeltern aufgewachsen in der Familie seines Onkels in den schottischen Highlands. Philosophisch  vorbelastet, von Nietzsche abgeklärt, im Grunde fertig mit dem Leben, eher dem Tod zugewandt, erledigt er als Auftragskiller böse Menschen, die es verdient haben. Als er sich in Las Vegas eine Auszeit gönnt, holt ihn das Schicksal selbst ein. Ein absolut außergewöhnliches Buch, überzeugend und packend, weil sich der seine Lebensgeschichte selbst erzählende Billy vom Leser ganz tief in seine Seele schauen lässt, und da ist einiges verborgen. Die reine Freude, diese Sprachgewalt und den immer wieder aufblitzenden Wortwitz und Intellekt des Autors zu goutieren. Alles geschickt garniert mit Musik, Film und Fernseherinnerungen der letzten Jahrzehnte. So stellt man sich richtig gute Lektüre vor. Kann man nicht erklären, muss man einfach lesen.

    Mehr
    • 6

    sandra_plaar

    21. May 2016 um 18:44
  • Tatsachen gibt es nicht, nur Interpretationen.

    Billy

    LiberteToujours

    Billy ist ein Killer. Aber er tötet nicht wahllos, niemals. Er tötet nur die, bei denen es einen Grund gibt. Mörder, meistens mehrfache. Das hat aber nichts mit Moral zu tun, weiß Gott nicht. Und Billy als Hobbyphilosoph weiß das natürlich auch. Ums Geld geht es. Es ist ein Job, wie jeder andere auch. Nagut, vielleicht nicht ganz wie jeder andere, aber im Grunde genommen... Wie immer fange ich mit den positiven Dingen an - und das ist in diesem Fall die Sprache - der Autor spielt mit den Worten ohne Bilder zu malen, das Ganze ist seltsam schnörkellos, scheinbar tiefgründig wie eine Pfütze, nur um sich danach als Marianengraben zu entpuppen. Hier ist vieles eher Schein als sein - und damit fangen die Probleme dann auch an. So schön die Sprache für sich betrachtet auch sein mag, die Dialoge klingen flach und nichtssagend, weil sie genau das auch eigentlich sind. Sie transportieren nichts, keine Handlung, am ehesten noch ein Gefühl und selbst das nur diffus, wenn überhaupt. Die Handlung selbst erinnert an einen Arthouse Film, der sich selbst zu wichtig nimmt. Eigentlich passiert nichts, zumindest nichts von belang. Billys Gedanken sind durchaus phasenweise interessant, würden wohl auch selbst zum Nachdenken anregen, wenn sie nur weiter ausgeführt worden wären. So aber bleibt alles nur angerissen und aufkeimende philosophische Ambitionen seitens des Lesers werden sofort wieder im Keim erstickt. Man wartet die Ganze Zeit auf den großen Showdown, darauf dass endlich etwas passiert, dass in seiner Bedeutung Bingo - Hallen und dubiose Autoverkäufer übersteigt. Ganz kurz vor Schluss wähnt der Leser sich nun also am Ende des Regenbogens, die Handlung kommt in Gang, alles könnte nochmal rumgerissen werden. Aber was bekommt man am Ende? Nichts. Weniger als nichts. Ich habe normalerweise kein Problem mit offenen Enden - noch nicht einmal dann, wenn sie derart offen sind, dass man wirklich nur raten kann, was passiert ist. Aber irgendwie muss man sich entscheiden - ein Buch braucht Handlung oder ein Ende. Nimmt man ihm beides bleibt nur noch hohles Geschwafel, dass sich viel zu wichtig nimmt. Worte als schöne Hülle für eine gähnend leere Substanz. Genau das haben wir hier.

    Mehr
    • 2
  • Lebensweg eines Auftragskillers

    Billy

    Greedyreader

    21. February 2016 um 09:16

    Mit “Billy” legt einzlkind seinen dritten Roman vor. Im Mittelpunkt steht ein Auftragsmörder, der diejenigen tötet, die es verdienen, wenn jemand seiner Firma einen entsprechenden Auftrag erteilt. Zu Beginn des Romans sieht man den Killer bei der Arbeit. Er hört den Opfern geduldig zu, lässt sie ihre Taten erklären, spielt ihnen ein ausgewähltes Musikstück vor, aber das Ende steht unausweichlich fest. Danach genießt Billy die Stille und bewahrt das Bild dieses ausgelöschtes Lebens in sich. Zwölf mal hat er schon auf diese Weise getötet. In der Folge wird kein weiterer Auftragsmord beschrieben. Stattdessen blickt der Ich-Erzähler in langen Rückblenden auf sein Leben zurück. Er ist 34 Jahre alt und wurde nach dem Drogentod seiner Hippie-Eltern Rachel und Will genannt Birdy und Monkboy von seinem Onkel Seamus und seiner Tante Livi aufgezogen, die bereits die Kinder Freddy und Polly hatten. Billy hatte eine sehr glückliche Kindheit - trotz der Verletzungen durch seinen äußerst gewaltbereiten Cousin Freddy. Geprägt hat Billy vor allem der Philosophie-Unterricht durch seinen aus bildungsfernen Verhältnissen stammenden Onkel, dem wiederum die Liebe zur Philosophie durch den Vater seines besten Freundes vermittelt wurde. Billy ist seitdem ein Anhänger Nietzsches. Billy reist nach Las Vegas, wo er einen Freund und weiteren Mitarbeiter seiner Firma namens Whiplash trifft. Die Freunde gehen aus, spielen, amüsieren sich im nächtlichen Vegas. Kaum fragt sich der Leser, worauf das alles hinauslaufen soll, setzt der Showdown ein. Billy hat einmal einen Fehler gemacht und wird nun unerwartet von seiner Vergangenheit eingeholt. Das Ende ist halboffen. Der Leser entscheidet selbst, wie er den Schluss deutet. Der neue Roman ist im typischen einzlkind-Stil geschrieben: ausgefallene Charaktere, skurrile Situationen, Pointen und Humor und viel Sprachwitz. (“Herman Zuwinden sieht aus, als habe er Blausucht. Und er lacht wie eine Herde Honigkuchenpferde.” S. 71 oder: “Wenn nur dieser Blick nicht wäre. Der Blick eines Welpen. Mit Down-Syndrom.“ S. 75) Die Sprache des Autors ist teilweise so ausgefallen, dass es mich schon wieder stört (“okayer Haarschnitt”, S. 129,”Todernstigkeit”, S. 131, “eine halbärmelige weiße Bluse”, S. 149, usw.) Penetrant finde ich seine sprachliche Marotte, den exzessiven Gebrauch des Konjunktionaladverbs “gleichwohl” als unterordnende Konjunktion (z.B. “Und gleichwohl uns diese Frage merkwürdig vorkam, sagten wir…”, S. 104). Soll das eventuell das Markenzeichen des Autors sein, der es besser als die meisten anderen versteht, seine Identität geheim zu halten? Dennoch finde ich die Romane von einzlkind lesenswert und interessant, vor allem, weil sie anders sind als alles, was man sonst kennt.

    Mehr
  • Die Philosophie des Mordens

    Billy

    LillianMcCarthy

    04. February 2016 um 15:34

    Inhalt: Ein Philosoph. Schotte. Killer. Unterwegs nach Las Vegas Als Billy das erste Mal den Schalldämpfer auf seine Walther schraubt, denkt er an Nietzsche, den „großen Immoralisten, den Verbrecher, den Antichrist“. Zwölf Morde wird er im Lauf der Jahre begehen, dabei fing alles ganz harmlos an. Billy wächst behütet in Duffmore, einer Kleinstadt in Schottland, auf. In der Familie seines Onkels und seiner Tante. Seine Hippie-Eltern haben sich kurz nach seiner Geburt mit einer Überdosis von der Welt verabschiedet. Von ihnen hat er die Liebe zur Musik geerbt. Zu den Ramones und den Joy Division, zu James Blake und Franz Ferdinand. Vom Onkel die Lust am Philosophieren. Sein Lieblingsphilosoph ist Nietzsche. Mit 22 Jahren tritt er in die Firma der Familie ein, eine Firma, die Auftragsmorde an Mördern erledigt. Mit Gerechtigkeit hat das für ihn nichts zu tun. Er ist 34, als er nach Las Vegas fährt, um Whip zu treffen, ein Mitglied der Firma. Gemeinsam wollen sie eine Woche die Stadt der Spieler und Sünder erkunden und die nächsten Aufträge besprechen. Doch dann wird Billy von seiner Vergangenheit eingeholt. In Las Vegas kommt es zum Showdown. (Quelle: Klappentext) Meine Meinung:  Nachdem ich auf Karins Blog ihre begeisterte Rezension um Buch gelesen habe, ist Billy auf meine Wunschliste gewandert und durfte nach etwas längerer Zeit bei mir einziehen. Es war der letzte Neuzugang 2015 und so ist mir das Büchlein nicht mehr aus dem Kopf gegangen, sodass ich im Januar direkt dazu gegriffen habe. „Ein Philosoph. Schotte. Killer. Unterwegs nach Las Vegas.“ Nach diesem Satz bzw. diesen Satzfragmenten hätte man den Klappentext auch abschließen können, denn sie beschreiben dieses Buch so genial, wie es keine 10 Sätze können. Müsste ich das grundlegende Thema des Buches nennen, so würde ich sagen, es geht um die Philosophie des Mordens. Wann ist Mord gerechtfertigt? Ist er das überhaupt? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich dieses Buch vom anonymen Autor einzlkind und das alles, wird in eine skurrile und gleichzeitig atemberaubende Atmosphäre eingebaut. Billy und seine Familie sind schon ein bisschen merkwürdig, haben ein fragwürdiges Business und eine ebenso fragwürdige Moral. Würde man von ihnen außerhalb eines Romans erfahren, so würde man sie wahrscheinlich verachten, abwerten betrachten und sich im besten Fall kopfschüttelnd abwenden. Das alles passiert aber im Roman nicht. Man taucht ein in diese Welt voller Fragen und philosophischer Gedanken und während man Billy auf seinem Weg nach Las Vegas folgt, wird man selbst immer mit diesen konfrontiert und kommt so selbst wunderbar ins Grübeln und Überlegen. Ich selbst musste an diesen Punkten immer wieder feststellen, dass ich plötzlich Billys Familie verstehen kann, ihre Ansichten tolerieren kann und weiß, wieso sie so handeln, wie sie es eben tun. Darüber hinaus bin ich auch sehr gerne eingetaucht in Billys Geschichte und habe ihn sehr gut verstanden. Der Autor einzlkind kann schreiben. Das hat er mir mit Billy bewiesen und ich wette, seine anderen beiden Bücher hängen dem in nichts nach. Für mich ist er ein Ausnahmetalent, das deutlich mehr Beachtung bekommen sollte, denn er schriebt gekonnt, mit Witz und sehr philosophisch und anspruchsvoll. Der Schreibstil ist auch das, was das Buch lebendig macht. Er und die vielschichtigen und besonderen Charaktere. Denn Billy hat nicht viel Handlung. Keine, die im Vordergrund steht und auch ein sehr offenes Ende. Das darf man meiner Meinung nach beim Lesen nicht vergessen, denn das ist es, was das Buch ausmacht. Keine Actionszenen oder komplizierte Handlungen sonder die pure Philosophie, der Schreibstil des Autors und die einzigartigen Charaktere. Bewertung: Selten hat mich ein Buch so fasziniert und zum Nachdenken gebracht, wie Billy. Ich bin eingetaucht in die Philosophie des Mordens und in den besonderen Schreibstil des Autors. Nicht eine große Handlung und viel Spannung machen dieses Buch so besonders sondern die Besonderheit, die dieses Buch in sich trägt, die tollen Charaktere und die ruhige und gleichzeitig düstere Atmosphäre. Ein Buch, das man so schnell nicht vergisst. Dafür gebe ich 5 von 5 Füchschen. 

    Mehr
  • Herrlich schräg ...

    Billy

    IlonGerMon

    28. January 2016 um 10:12

    Skurril. Das ist der erste Begriff, der mir einfällt, wenn ich dieses Buch beschreiben will. Und das fällt mir gar nicht so leicht. Daher fange ich mal von außen nach innen an und freue mich über das ausgesprochen schöne Cover, das zudem nicht auf einen Papierumschlag gedruckt wurde. Stattdessen ist das Motiv direkt auf ein textiles Material gedruckt, das sich zumindest wie echtes Leinen anfühlt. Die wunderbare Haptik zusammen mit dem Bild von Las Vegas, ohne Glitzern und laute Effekte, macht einfach schon Lust, dieses Buch in die Hand zu nehmen. Ein wenig schwieriger wird es dann schon mit der Geschichte. Billy wächst in einer Kleinstadt in Schottland auf. Seine Eltern, Kinder der Hippiezeit, starben an einer Überdosis. Billy wächst bei seinem Onkel Seamus und dessen Frau Livi auf, die ihm beide eine liebevolle Familie gemeinsam mit Geschwistern und damit ein wirkliches Heim geben. Onkel Seamus ist Hobby-Philosoph und lässt den Jungen schon in frühen Jahren an seinem Gedanken teilhaben. Mit etwa elf Jahren gibt er ihm Nietzsche zu lesen und Billy beißt sich durch diese Gedanken. Als Billy nach dem Abitur ein Philosophiestudium aufnimmt, ist Onkel Seamus mehr als entzückt. Trotzdem kommt der Zeitpunkt, an dem Billy sich 22jährig für seinen Weg ins Berufsleben entscheiden muss und der Onkel bietet ihm den Einstieg in das Familienunternehmen an. Und Billy erfährt jetzt, womit diese Firma und jeder Einzelne ihr Geld verdienen. Sie sind Auftragskiller. Sie töten Menschen, die in ihrem Leben einen oder auch mehrere Morde begangen haben. Dabei handeln nach sie strengen Auswahlkriterien und sie töten nicht aus moralischen Gründen, sondern aus finanziellen und wirtschaftlichen Erwägungen. Billy entschließt sich, in die Firma einzutreten und tut fortan seine Arbeit. Er lässt sich aber immer von seinen Delinquenten deren Leben erzählen und gewährt ihnen vor dem Ende einen letzten Musikwunsch. Billy ist jetzt 34 und trifft während einer Reise nach Las Vegas mit einem dortigen Mitglied der Firma, Whip, zusammen. Auf dem Weg dorthin und auch später in der Stadt begegnen Billy – und uns Lesern – die skurrilsten Gestalten, auch der Elvis-Verschnitt vom Cover, der sich allerdings mit „W“ schreibt und darauf auch Wert legt. Gemeinsam mit Whip zieht Billy durch ein anderes Las Vegas als die übliche Glitzerwelt der großen Shows und Hotels, bis er nach dem ruhmlosen Ende einer Pokerrunde Bekanntschaft mit einem Baseball-Schläger macht. Als Billy wieder aufwacht, haben sich die Rollen verändert. Und der Autor führt uns durch einen spannenden und sehr unerwarteten Showdown von Billys Geschichte und Reise. Und noch schwieriger fiel es mir, mein eigenes Urteil über dieses Buch zu finden. Manchesmal konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich nun seitenweise Schwafeleien über mich ergehen lasse oder doch noch irgendwo das gewisse Etwas zwischen den Zeilen finde. Die vielen Figuren, die Billy zeitlebens und ganz besonders in Las Vegas begegnen, fand ich besonders gut getroffen. Sie waren ein großer Reiz in diesem Buch. Herrlich schräge und verrückte Persönlichkeiten, die alle ihren Platz gefunden haben. Hier ist immer wieder eine Schmunzelattacke verborgen, die sich nicht in jedem Fall sofort erschließt. Die Sprache ist sehr zurückgenommen und somit anfangs gewöhnungsbedürftig, passt sich aber wunderbar der Geschichte an. Ein ruhiges, aber recht empfehlenswertes Buch.

    Mehr
  • Der aus dem Ruder laufende Ausflug eines Auftragskillers nach Las Vegas

    Billy

    La_Stellina

    07. January 2016 um 12:59

    Liest man den Klappentext so meint man, das Buch würde die gesamte Vergangenheit des Auftragsmörders Billy Schritt für Schritt bis in die Gegenwart aufarbeiten und freut sich auf ein spannendes Leseerlebnis. Leider ist das nicht so. Das Buch beginnt zwar in Billys Kindheit in der seine Eltern an einer Überdosis gestorben sind, mündet dann in eine Beschreibung seines Lebens bei seinem Onkel Seamus und seiner Tante Livi. Danach begibt sich Billy auf einen Roadtrip nach Las Vegas auf dem er mit Whip, einem Mitarbeiter der Firma, einiges erlebt. Erst in Kapitel 14, 4 Kapitel vor Ende des Buches beginnt das Buch etwas an Fahrt aufzunehmen, als Onkel Seamus dem 19-jährigen Billy vom Familienunternehmen erzählt. Im letzten Kapitel hält das Leben, dann eine mehr oder weniger tragische Wende für Billy bereit.... Leider kann ich sehr wenig mit (halb-)offenen Enden anfangen, deswegen hat mir der Schluss nicht so gut gefallen. Absolutes Highlight war die „Letzte-Worte-Sammlung“ der zwölf Opfer Billys und der teils recht flüssige aber dann auch wieder sehr abgehackte Schreibstil des Autors. Dies bringt je nach Passage Schwung in die Handlung bzw. bremst sie.

    Mehr
  • Billy (Hörbuch)

    Billy

    echidna

    30. November 2015 um 17:39

    Das Hörbuch besteht aus sechs Audio-CDs mit einer Gesamtlänge von knapp 7 Stunden. Es ist eine ungekürzte Fassung, was mir persönlich wichtig ist. Gelesen wird das Buch von Florian von Manteuffel. Zuerst war ich etwas überrascht, da die Stimme nicht zu der Vorstellung passte, die ich mir anhand der Kurzbeschreibung von Billy gemacht hatte. Doch Manteuffel macht einen guten Job, man kann ihm gut zuhören. Ein einziger Kritikpunkt wäre, dass ich es manchmal ein wenig schwer nachzuvollziehen fand, wer in einem Dialog gerade spricht, doch das ließ sich meistens auch aus dem Kontext heraus schließen. Ich hätte mir die Stimme nur manchmal ein wenig abwechslungsreicher gewünscht. Nun zum Buch: Billy wächst in der schottischen Kleinstadt Duffmore auf. Er lebt bei Tante und Onkel, die ihn aufgenommen haben, nachdem sich seine Eltern mit einer Überdosis Heroin umgebracht haben. Und Billy steigt ins Familienbusiness ein: er wird ein Serienmörder. Doch er tötet nicht wahllos, sondern nur die, die es verdient haben, die Bösen, die selber Menschen auf dem Gewissen haben. Dabei kommt es Billy gar nicht so sehr auf Gerechtigkeit an, da es für ihn für Mord keine gerechte Strafe gibt. Er sieht es als Geschäft, sonst nichts. Trotzdem tötet Billy nicht kaltblütig. Er unterhält sich mit den Mördern, lässt sich ihre Lebensgeschichte erzählen, da er meint, ihnen diese letzte Möglichkeit schuldig zu sein. Außerdem darf sich jeder ein letztes Lied wünschen. Das Buch ist anders. Hier gibt es nicht viel Action, keinen großen Spannungsbogen. Die Geschichte befasst sich viel eher mit Billy als Charakter, seiner Lebensgeschichte, seinen Gedanken und wie er zu dem Menschen geworden ist, der er nun ist: ein Mörder. Es gibt lange Textpassagen, in denen er seine Gedanken schildert. Für manche vielleicht langweilig, doch ich fand es sehr interessant. Billy ist ein Denker, ein Philosoph und es ist spannend, die Welt durch seine Augen zu sehen. Die Erzählung wechselt kapitelweise ab zwischen Szenen, die in der Vergangenheit spielen und Billys Kindheit und Jugend beschreiben, und der Gegenwart. Erst ziemlich spät wird deutlich, worauf die Geschichte hinarbeitet: der Showdown in Las Vegas. Insgesamt fand ich es ein sehr interessantes Buch. Mir persönlich sind die Charaktere und deren Entwicklung in Büchern sehr wichtig, so dass dieses Buch genau das richtige für mich war. Ich würde es jedem empfehlen, der nicht unbedingt viel Wert auf Action legt.

    Mehr
  • Süffig wie schottischer Whisky

    Billy

    TochterAlice

    21. November 2015 um 11:01

    so liest sich dieses Buch über Billy, in dessen Adern selbstverständlich schottisches Blut fließt und der - obwohl elternlos aufgewachsen - in einen absolut hinreißenden Familienverbund eingebettet ist, dessen Säulen sein - wie sich erst in späten Jahren herausstellt - tänzerisch hochbegabter Onkel Seamus und seine Schnulzen liebende Tante Livi bilden - einfach köstlich, über sie und ihre Kinder, zu denen gefühlt auch Billy zählt, zu lesen. Eine Harmonie sondergleichen herrscht hier, doch Billy hat einen überaus eigentümlichen Job, den umstritten zu nennen die Untertreibung des Jahrhunderts wäre. Und es ist ein Familienunternehmen, innerhalb dessen er seine berufliche Position - wenn man dies so bezeichnen kann - bekleidet. Ein witziger, spritzer, warmherziger und stellenweise doch auch kaltblütiger Roman, bzw. Krimi der besonderen Art, bei dessen Lektüre man doch immer wieder ganz schön schlucken muss. Denn es geht in gewisser Hinsicht um Rache und um Vergeltung, aber auf die charmanteste Art und Weise, die man sich vorstellen kann. Trotzdem fiel es mir schwer, diese Thematik einfach so anzunehmen und ich hatte immer mal wieder einen kleinen Kloß im Magen. Trotzdem ein Buch, dessen Gesamteindruck ein warmer und gleichzeitig ausgesprochen klarsichtig ist. Besonders gut hat es mir gefallen, endlich mal den Unterschied zwischen Gutmenschen und guten Menschen erklärt zu bekommen und Sie können versichert sein, dass erstere dabei nicht allzu gut wegkommen! Diese Erläuterung werde ich mir jedenfalls hinter die Ohren schreiben! Ein tolles, immer mal wieder überraschendes Buch, dem es ein ganz kleines bisschen Pep und Transparenz an den entscheidenenden Stellen fehlt.

    Mehr
  • Billy - der philosophische Killer

    Billy

    FrolleinJott

    19. November 2015 um 15:25

    Inhalt / Klappentext: Ein Philosoph. Schotte. Killer. Unterwegs nach Las Vegas Als Billy das erste Mal den Schalldämpfer auf seine Walther schraubt, denkt er an Nietzsche, den „großen Immoralisten, den Verbrecher, den Antichrist“. Zwölf Morde wird er im Lauf der Jahre begehen, dabei fing alles ganz harmlos an. Billy wächst behütet in Duffmore, einer Kleinstadt in Schottland, auf. In der Familie seines Onkels und seiner Tante. Seine Hippie-Eltern haben sich kurz nach seiner Geburt mit einer Überdosis von der Welt verabschiedet. Von ihnen hat er die Liebe zur Musik geerbt. Zu den Ramones und den Joy Division, zu James Blake und Franz Ferdinand. Vom Onkel die Lust am Philosophieren. Sein Lieblingsphilosoph ist Nietzsche. Mit 22 Jahren tritt er in die Firma der Familie ein, eine Firma, die Auftragsmorde an Mördern erledigt. Mit Gerechtigkeit hat das für ihn nichts zu tun. Er ist 34, als er nach Las Vegas fährt, um Whip zu treffen, ein Mitglied der Firma. Gemeinsam wollen sie eine Woche die Stadt der Spieler und Sünder erkunden und die nächsten Aufträge besprechen. Doch dann wird Billy von seiner Vergangenheit eingeholt. In Las Vegas kommt es zum Showdown. Meine Meinung: Nachdem ich schon "Harold" liebte, "Gretchen" auch (aber nicht ganz so sehr wie "Harold"), habe ich voller Vorfreude auf das neue Buch des anonymen Autors "einzlkind" gewartet. Und mich dann auf "Billy" gestürzt. Ein kleines Buch, gerade mal 203 Seiten, das es allerdings in sich hat! Es ist ein Roman, kein Krimi und auch kein Thriller. Aber es handelt vom Morden, denn Billy ist ein Auftragskiller. Es geht allerdings mehr um die Philosophie des Mordens, weniger um einen Mord- oder gar typischen Kriminalfall. Und da Billy nur Mörder ermordet, wozu er von dessen Opfern beauftragt wird, stellt sich hier die Frage: ist es moralisch vertretbar, einen Mörder zu ermorden? Billy würde sagen, es geht nicht um Moral! Und er mag auch keine Mörder: "Ich mag keine Mörder. Ich weiß, dass ich selber ein bin. Tja." (Zitat, Seite 163) Mit großem Vergnügen habe ich dieses Buch gelesen, in welchem ein Auftragsmörder aus seinem Leben erzählt und eine Menge philosophischer Gedanken auf den Leser einsprudeln. Die Sprache finde ich wieder sehr beeindruckend, wunderbar zu lesen, wenn sie diesmal auch nicht ganz so skurril und urkomisch ist, wie in den beiden vorherigen Büchern. Hier geht es doch etwas ernster zu, wenn auch die Situationskomik nicht zu kurz kommt, wie zum Beispiel in der Beschreibung der Menschen, die er in den Vergnügungstempeln von Las Vegas trifft. An den Büchern von "einzlkind" mag ich das Ungewöhnliche, nicht nur das Skurrile, sondern das irgendwie Andersartige und Neue. Muss man wahrscheinlich mögen und ist wohl nicht jedermanns Sache. Aber die Sprache ist wirklich beeindruckend. Von mir also eine absolute Leseempfehlung! Der Autor: Wer ist denn nun dieses "einzlkind", das hier so klasse schreibt? Der Autor bleibt weiterhin anonym, was ich irgendwie witzig finde. Kann ein Marketing-Gag sein oder evtl. ein Prominenter, der nicht erkannt werden möchte? Klar weckt es die Neugier, so dass ich dazu sogar mal etwas recherchiert habe: Bei Wikipedia findet sich diese Info: "Über den Autor Einzlkind ist bisher nur wenig bekannt. Unumstritten ist nur, dass es sich bei dem Autor um einen Mann handelt. Die Informationen auf der Homepage seines Verlegers sind spärlich: Einzlkind soll entweder in England oder Deutschland leben; er sei ein „militanter Nichtraucher und schwer übergewichtig“. Seine auf Deutsch erschienenen Bücher sind nach Angaben des Verlags keine Übersetzungsarbeit, was die Vermutung nahelegt, dass Deutsch seine Muttersprache ist." Anmerkung dazu: Zum "militanten Nichtraucher" muß man wissen, dass er auf dem Autorenfoto (wo man sein Gesicht natürlich nicht sieht), eine qualmende Zigarette in der Hand hat....:-) Und nun geht "Einzlkind" sogar auf Lesereise! Wie geht denn das? Auf der Website einer Buchhandlung, wo solch eine Lesung stattfindet, steht dazu: "einzlkind zu dieser Veranstaltung: "team einzlkind und die multimediale Megashow gastieren in der Mehrzweckeinrichtung Ihres Vertrauens. Seien Sie dabei, wenn Elwis The Impersonator nicht dabei ist. Dafür aber werden es ein fantastischer Schauspieler und der anonyme Autor sein, der einmalig auf Lesetour gehen wird und das Ganze schon vorab aus vollem Herzen bereut." (Quelle: https://www.buchhandlung-rombach.de/shop/action/mymagazine/97360/veranst... ) Schade, dass keine Lesung in meiner Nähe stattfindet, da wäre ich gerne dabei gewesen!  (Und der "Elwis" mit W ist hier kein Schreibfehler, sondern eine Figur aus dem Buch "Billy".) Wer noch mehr Nichtinformation über den Autor haben möchte, hier seine Website: http://www.einzlkind.com/

    Mehr
  • Nicht mein Geschmack

    Billy

    lord-byron

    Als Billy das erste Mal den Schalldämpfer auf seine Walther schraubt, denkt er an Nietzsche, den „großen Immoralisten, den Verbrecher, den Antichrist“. Zwölf Morde wird er im Lauf der Jahre begehen, dabei fing alles ganz harmlos an. Billy wächst behütet in Duffmore, einer Kleinstadt in Schottland, auf. In der Familie seines Onkels und seiner Tante. Seine Hippie-Eltern haben sich kurz nach seiner Geburt mit einer Überdosis von der Welt verabschiedet. Von ihnen hat er die Liebe zur Musik geerbt. Zu den Ramones und den Joy Division, zu James Blake und Franz Ferdinand. Vom Onkel die Lust am Philosophieren. Sein Lieblingsphilosoph ist Nietzsche. Mit 22 Jahren tritt er in die Firma der Familie ein, eine Firma, die Auftragsmorde an Mördern erledigt. Mit Gerechtigkeit hat das für ihn nichts zu tun. Er ist 34, als er nach Las Vegas fährt, um Whip zu treffen, ein Mitglied der Firma. Gemeinsam wollen sie eine Woche die Stadt der Spieler und Sünder erkunden und die nächsten Aufträge besprechen. Doch dann wird Billy von seiner Vergangenheit eingeholt. In Las Vegas kommt es zum Showdown. (Quelle: Amazon) Auch wenn der Klappentext noch so witzig und spannend klingt, konnte mich dieses Buch nicht erreichen. Woran das liegt?  Ich habe keine Ahnung. Die Dialoge klangen flach, die Handlung empfand ich als langweilig und den Schreibstil holprig. Vielleicht bin ich einfach übersättigt, oder mich kann seit "Amerika Plakate" kein anderes Buch mehr begeistern. Vielleicht sollte ich einfach einmal eine Lesepause einlegen. Ob es am Autor lag, kann ich nicht sagen, denn "Billy" war mein erstes Buch das ich von Einzlkind gelesen habe. In den anderen Rezensionen wird oft erwähnt, dass die anderen Bücher des Autors besser sein sollen. Ich werde das auf jeden Fall testen. Vielleicht lese ich auch dieses Buch nochmal zu einem anderen Zeitpunkt, denn ich habe wirklich das Gefühl, dass mich im Moment kaum etwas begeistern kann. Ich vergebe, und das tut mir wirklich sehr leid, 2 von 5 Punkte, behalte mir aber vor, das Buch noch einmal zu lesen und dann neu zu bewerten. Vielleicht liegt es wirklich nur an der Hektik der Vorweihnachtszeit oder einer Übersättigung durch zu viele Bücher in kürzester Zeit. Eine Lesepause ist sicherlich nicht verkehrt. © Beate Senft                    

    Mehr
    • 10

    KruemelGizmo

    08. November 2015 um 22:51
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks