Gretchen

von einzlkind 
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Gretchen
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Herbstlaubs avatar

Wunderbar bissige Charakterzeichnung

K

Herrlich.....................

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Inhaltsangabe zu "Gretchen"

Überraschend, fies und unglaublich lustig - Bühne frei für Gretchen Morgenthau!

Gretchen Morgenthau ist eine Legende des Theaters. Zum Unglück ihrer Mitmenschen eine lebende. Die Karriere als Intendantin hat sie beendet, den Gottesstatus aber behalten. Ihr Leben in London könnte kaum großartiger sein. Doch dann geschieht das Undenkbare. Wegen einer Unachtsamkeit wird Gretchen zu vier Wochen auf einer Vulkaninsel bei Island verurteilt. Sie soll mit den Einheimischen ein Theaterstück aufführen. Keine gute Idee.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453438019
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:10.11.2014

Rezensionen und Bewertungen

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    CocuriRubys avatar
    CocuriRubyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Brillant geschrieben, großartige Protagonistin, aber null Handlung.
    Großartiger Stil, keine Handlung

    Zunächst zum Schreibstil: Ich finde ihn unbeschreiblich genial. Er ist gewählt, er ist wortgewannt, er ist geradewegs Zynisch.

    Das spiegelt sich auch in den Figuren wieder. Von seinen Figuren lebt das Buch geradezu, weshalb viel Augenmerk auf der Protagonistin liegt und diese hervorragend ausgearbeitet ist.

    Zu Beginn wird die Geschichte noch aus zwei Perspektiven erzählt, nämlich aus der von Gretchen und der von Kyell.

    Kyell ist ein Einheimischer der isländischen Insel und ich muss sagen, dass ich ihm nicht ansatzweise so zugetan war, wie Gretchen. Ich finde auch, dass man ihre Figur viel besser greifen kann.

    Sie ist (gerade zu Beginn so dargestellt) die ätzendste Person, die man sich nur vorstellen kann. Sie nimmt sich extrem wichtig, alles was sie tut muss als Heiligtum betrachtet werden. Hat sie schnupfen, muss man mit dem baldigen Ableben rechnen, Sparsamkeit ist ihr wichtig, wie es sich durch ihre 120m² kleine Wohnung London ausdrückt. Natürlich beschreibt sie sich als Schönheit, deren Falten malerisch wie ein Kunstwerk gleichkommen.

    Sie hat ihre Prinzipien, bei denen es Blasphemie gleich kommt, sollte diese erschüttert werden und einen leichten Hang zu Herablassung aller anderen Lebewesen gegenüber ist ihr auch gerne zu Eigen. 

    Sie ist in ihren Charakter so überspitzt, dass es schon fast als Karikatur durchgehen würde. Aber dem eben auch ein großartiger Humor anhaftet.

    Es haftet ihrer Figur auch etwas Surreales an, so widmet sie sich zumindest gedanklich auch dem auftragstöten und wie schwer doch die Beseitigung in diesem Gewerbe ist.

    Auf jeden Fall hat sie eine Vorliebe für Rebellion mit Stil.

    Kurz gesagt: Ich liebe sie! Man kann sich so richtig schön in ihrer Ablehnung suhlen, ihr Sarkasmus ist unübertroffen. Die Figur hat das gewisse etwas, ich habe mich köstlich amüsiert.

    Generell ist es großartig, wie Figuren oder auch Situationen beschrieben werden und mit wie viel Sarkasmus es erzählt wird.

    Da haben wir aber den größten Knackpunk an dem Buch: eine Handlung ist praktisch nicht vorhanden.

    Die Figuren und der Schreibstil sind so im Fokus, dass es wirklich praktisch keine Handlung gibt. Inhaltlich könnte man das Buch ganz locker mit 2-3 Sätzen zusammenfassen.

    An kann sich auch nie wirklich sicher sein, was der Wirklichkeit/Wahrheit und was nur Gretchens Darstellung entspricht – das gefällt mir wiederum sehr gut. Es lässt sich auch Kritik quer durch die gesellschaftlichen Schichten und dessen Themen finden. Die Aufarbeitung dessen, erfolgt  mit viel Humor, aber im Fokus steht das nicht.

    Das ging sogar soweit, dass wenn man zu viele Seiten am Stück liest, ich mich geradezu gelangweilt habe. Weil dann Sprache allein nicht ausreicht, um mich am Ball zu halten – auch wenn sie noch so brillant ist.

     

    Fazit

    Letztlich fällt es mir sehr schwer das Buch zu bewerten, denn die Figuren, die Art wie es geschrieben ist, finde ich großartig.

    Handlung findet sich aber überhaupt nicht in dem Buch.

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    Babschas avatar
    Babschavor 2 Jahren
    Eine Frau mit Attitüde


    Gretchen ist eine ganz Große. Des Theaters, der Kunst. Zumindest hält sie sich dafür. Und das schon seit 75 Jahren. Single ist sie. Natürlich, Männer hat sie genug gehabt, auf Dauer alles nur störendes Beiwerk. Zeit ist eben knapp, vor allem Lebenszeit, da kann man sich nur auf Wesentliches konzentrieren, zum Beispiel das Savoir Vivre eines Lebens in einer selbstgebastelten elitären Welt der Mode und des Luxus voller Designerware in ihrer Wahlheimat London. Wien, ihre Geburtsstadt, war da einfach zu klein. Oder man reflektiert permanent über seine nicht so ganz geradlinig verlaufene Karriere in der Theaterwelt, zunächst als -natürlich nie eingestandene- Versagerin auf der Bühne, in den Folgejahren dann als Intendantin dahinter.  Alkohol in ungesunden Mengen gehört natürlich auch zu so einem Leben. Wenn man dann irgendwann mit 1,4 Promille angehalten wird und ob der Belästigung durch die Polizei mit seinem Jaguar den Streifenwagen schrottet, braucht man sich nicht zu wundern, wenn ein ideenreicher Richter einen als Strafe für vier Wochen auf die gottverlassene Insel Gwynfaer bei Island verbannt, um dort mit den Einheimischen ein Theaterstück nach Wahl einzustudieren.

    Auch in seinem zweiten Roman erschafft der Autor wieder eine schillernde, vielschichtige Hauptfigur, die es in sich hat, eine bizarre, durchgeknallte Vertreterin der High Society, die nach außen mit ihrem vornehmen, herrischen Getue und ihrer Exzentrik selbst nicht weiß wohin, aber in ihrem Innern einfach nur ein hochkomplizierter, gescheiterter Mensch auf Schlingerfahrt durch sein Leben ist, eine zerrissene, unsichere Person, die sich immer und überall im Leben mit ihren Mitmenschen bewusst angelegt hat und dabei eigentlich nie von sowas wie Selbsterkenntnis gebeutelt wurde. Und warum das alles so ist, das erfährt man erst im Verlauf der Story, wenn man "Die Morgenthau" bis zum überraschenden Ende der Geschichte immer besser kennen lernt.

    Gespickt mit einer umwerfenden Situationskomik, in der von Einzlkind gewohnten genialen Sprachakrobatik, mit teils irrem, ansatzweise auch so passend wie unerwartet vulgärem Humor der Protagonistin und einer unterhaltsamen Story als Grundlage ist das Buch mal wieder ein Highlight, das einfach nur Lesespaß garantiert. Volle Punktzahl. Auf so eine abgefahrene Type muss man als Autor erst mal kommen.

    Kommentare: 3
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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Skurril und ironisch, einfach witzig!
    Hier kommt Gretchen Morgenthau

    Gretchen ist die Liebenswürdigkeit in Person und in Mathematik sowieso die Beste! Aber am allerwichtigsten: Sie liebt das Theater. Leider ist sie 75 und damit im besten Rentenalter, was sie selbst jedoch völlig anders sieht. Nach einer Beamtenbeleidigung, die dummerweise bis vors Gericht geht, wird sie verurteilt auf einer Insel mitten im Nirgendwo 4 Wochen lang zu verbringen und ein Theaterstück einzustudieren. Na, die Rechnung haben sie wohl ohne Gretchen gemacht.
    Ein Werk, das vor Ironie strotzt und mit voranschreitender Handlung in meinen Augen immer besser wird. Es strotzt vor Ironie und Sarkasmus. Vor "Billy" geschrieben, ist es in meinen Augen ein weiteres gelungenes Buch von einzlkind. Jetzt muss ich "Harold" lesen!

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    CarolinHafens avatar
    CarolinHafenvor 3 Jahren
    Schwarz, schwärzer, Gretchen. Herrlich!

    Nach Harold kommt Gretchen, und ich bin sehr zufrieden, dass Einzelkind die Absurdität noch steigern konnte. Weil Gretchen noch krasser, noch lustiger, noch absurder ist. Im besten Sinne. Ich wünschte, ich hätte diesen umfangreichen Wortschatz. Und diese Art Humor. Und das Talent Dinge so exakt auf den Punkt zu bringen. Es ist ein Fest. Und dann kommen noch Puffins in der Geschichte vor. Hach und Seufz und Schmalz. Das neue Buch von Einzelkind erscheint im September. Ich glaube ja, noch besser geht es nicht. Und ich hoffe, das ich mich täusche. Zum Buch: Die Story klingt ziemlich banal. Alternde Diva und Theater-Regisseurin wird für ein Vergehen (ich benenne das jetzt absichtlich nicht näher), dazu verdonnert auf einer einsamen Insel ein Theaterstück zu inszenieren. Das ist aber nur der zweite Teil der Geschichte, viel einnehmender ist der Weg dort hin. Gretchen ist ungewöhnlich. Sympathisch, eine Diva wie sie im Buche steht, so abgrundtief schwarz und böse, quasi dem Beelzebub sei Mudda. Und dann ist da, als Gegenstück Kyell, achtzehn Jahre jung, naiv, jungfräulich, ein bisschen einfältig. Der wohnt auf dieser einsamen Insel und weiß noch gar nicht, was da auf ihn zukommt, ein Sturm, der sein Leben verändert. Das ist die Situation. Klingt nicht nach viel. Ist aber großartig, weil Gretchen großartig ist, diese gewalttätige Hünin, die nicht Theater machen sollte, sondern... ach. Das sag ich nicht. Lies selbst.

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    Piranhapudels avatar
    Piranhapudelvor 3 Jahren
    Gretchen Morgenthau und ihr entbehrungsreiches Leben

    Gretchen Morgenthau, 75 Jahre jung, geboren in Wien, aufgewachsen überall, hat ein abwechslungsreiches Leben am Theater verbracht und lebt jetzt in einer bescheidenen 120 Quadratmeter großen Wohnung in ihrer Wahlheimat London. Ihre Tage sind entbehrungsreich und voller schwerer Entscheidungen — heute ein Kleid von Luis Vuitton oder doch lieber Christian Dior? Welches Täschchen passt dazu? Welches Buch mit einem farblich passenden Cover und intellektuell ansprechendem Inhalt könnte man sich dazu unter den Arm klemmen? Ganz aus Versehen wurde sie letztens dabei erwischt, wie sie nach nur sechs bis höchstens acht Gläsern Wein Auto gefahren ist. Eventuell hat sie dabei noch die Polizistin beleidigt und deren Dienstwagen angefahren und ist deshalb ziemlich außer sich, als das Gericht ihr eine Strafe aufbrummt: Aus rein erzieherischen Zwecken muss sie sich ein paar Wochen auf der Insel Gwynfaer bei Island aufhalten und dort im Dorftheater Regie führen.

    Gleich nach den ersten Zeilen wird klar, dass es sich bei der Protagonistin Gretchen Morgenthau um ein ganz besonderes Persönchen handelt. Eventuell auf ihre sehr spezielle Art sympathisch, aber im Grunde doch ein ziemliches Miststück und vor allem immer grundehrlich und direkt. Sie nimmt alles wörtlich, schlägt als Giftspritze ihre Gesprächspartner vor den Kopf, über- und untertreibt maßlos und kann sich ohne vor Sarkasmus triefenden Äußerungen gar nicht unterhalten. Obwohl ich mir sicher bin: Die meint das im tiefsten Inneren alles ernst. Fans von schwarzem Humor kommen hier auf jeden Fall nicht zu kurz, aber allzu sensibel sollte der Leser auch nicht sein. Einige Äußerungen könnten schon persönliche Grenzen überschreiten. Für mich hat aber genau dieser Humor den Charme dieser Geschichte ausgemacht. Die Lektüre hat Spaß gemacht, hat mich an einigen Stellen sprachlos zurückgelassen oder vor Lachen gefährlich auf meinem Stuhl schwanken lassen.

    Doch es geht in diesem Buch, das zwar nach ihr benannt wurde, nicht ausschließlich um Gretchen. Es geht um Kultur, um Menschen, um Beziehungen. Auf der Vulkaninsel Gwynfaer lernen wir noch so einige weitere Persönlichkeiten kennen, die mit voller Wucht gegen unsere Frau Intendantin prallen, allen voran Kyell, der später von Gretchen zum persönlichen Assistenten auserkoren wird. Zu Beginn des Buches musste er noch den Kater Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili, liebevoll auch Stalin genannt, kastrieren (ja, da gibt’s detailreiche Beschreibungen), weil der Inseltierarzt noch seinen Rausch ausschlief, später muss er Gretchen über die Insel führen, ihr Gepäck tragen und sie wieder gesund pflegen (schwerer Alkoholrausch). Es geht auch noch um Tule, ursprünglich mal Kyells Kumpel, jetzt Gretchens Regieassistent, der nun alle Plattitüden, die im Kulturbetrieb vorkommen könnten, in einem Satz nachplappert und jedes Stereotyp perfekt in sich vereint. Damit treibt er natürlich nicht nur Gretchen in den Wahnsinn, auch ich als Leser musste mich so unglaublich fremdschämen. So interessant die Charaktere hier auch sind, so froh bin ich, dass ich niemanden im echten Leben begegnen müsste. Das wäre garantiert nicht gut für den Blutdruck. Dazu kam leider noch ein kleiner Wermutstropfen: Zwar waren die Charaktere spannend und zugespitzt, aber leider auch ziemlich einseitig. Gretchen konnte zwar immer wieder überraschen, weil sie einfach total verrückt ist, doch ihr Sarkasmus war dann doch immer der Gleiche. Immerhin blieb sie sich bis zum Ende des Romans treu — und damit garantiert ein Charakter, der in Erinnerung bleibt.

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    Eva-Maria_Obermanns avatar
    Eva-Maria_Obermannvor 3 Jahren
    unbedingt lesen

    Es gibt Bücher, die faszinieren mich noch ehe ich sie angefangen habe zu lesen. Nicht mal wegen des ersten Blicks, sondern weil ich erahne, was hinter ihnen steckt, welche Abgründe sich auftun können und welche Wortzaubereien mich gefangen nehmen können. So war das auch bei Gretchen von einzelkind, erschienen im November 2014 bei Heyne mit 240 Seiten.

    Gretchen Morgenthau ist die Frau Intendantin, im Ruhestand. Sie beherrscht die Welt, ob die  Welt das nun will oder weiß - ist auch egal. Als sie es mal wieder zu bunt treibt wird sie kurzerhand in die Einöde verbannt, wo sie ein Theaterstück inszenieren soll. Dort trifft sie auf einen schleimenden Bürgermeister, einen überengagierten Pseudo-Kulturellen und einem Assistenten, der eigentlich nur eines will. Seine Ruhe. Ruhe ist es aber, was Gretchen auf den Tod nicht ausstehen kann. Und so ist eines vorprogrammiert: Jede Menge Theater.

    Der Autor einzelkind schafft mit seinem Pseudonym schon eine Inszenierung seiner Person. Auch Gretchen inszeniert vor allem eines: sich selbst. Von Theater hat sie gar nicht mal so viel Ahnung, wie zu vermuten wäre. Vom Leben auch nicht. Und doch ist das Buch ein grandioses  Schauspiel in Prosa, eine Hommage an das Leben und die besonderen Figuren, die sich eigentlich kaum jemand ausdenken kann.

    Grandios ist auch der Stil, der zwischen knallharter Realität und unglaublichem Humor schwankt. Tränen, Lachen, Staunen, Erfahren. Absolut unsympathisch kommt Gretchen daher, ein Phänomen. Vielleicht will der Leser nur wissen, was auf sie zukommt, welche Hürden es gibt und welches Ende geschrieben ist. Ein Aufruf auch an unsere globale Welt, die so zusammengerückt ist. Immerhin ist auch das Inselchen, auf das Gretchen kommt, keineswegs vom Internet abgeschnitten. Nur die Menschen ticken noch anders – manche sogar total.

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    Ritjavor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Herrlich komisch und böse....
    Böse, zynisch, Gretchen

    Gretchen ist ganz wunderbar böse, sarkastisch und scharfzüngig. Wer den leicht bissigen Humor nicht verträgt und vor allem nicht versteht, sollte sich einem anderen Buch zuwenden. Alle anderen können es genießen, wie eine ältere Dame aus der Theaterwelt sich durch das Leben mit dem einfachen Volk „kämpft“. Ihre Kommentare sind trocken, arrogant, versnobt und dabei sehr unterhaltsam. Neben der Frau Intendantin gibt es noch die Inselbewohner von Gwynfear. Ein recht eigenwilliges, aber sehr interessantes Völkchen, die sich die Welt eher von außen anschaut und davon lernt. Jedoch hat es nicht das Bedürfnis in diesem Weltgeschehen mitzumischen. Diese zwei Handlungsstränge werden nun durch einen Richterspruch miteinander verbunden und so packt eine Frau Intendantin ihre Koffer, um den Inselbewohnern das Theaterspielen zu lehren.

    Einzlkind hat einen sehr unterhaltsamen und stark überspitzten Roman geschrieben. Mehrfach verwendet er Gegebenheiten aus der realen Welt und zeigt sie in überdeutlicher Form bzw. öffnet die Augen für einen andere Perspektive. Häufig wird die Welt des Theaters, der Show und dem Medienbusiness auf das Korn genommen. Es lohnt sich die Diskussionen zwischen den einzelnen Charakteren zum Thema Bühnenstück zu lesen. Herrlich überspitzt und doch so real. Es macht Spaß die Frau Intendantin zu begleiten und ihren Humor bis auf die letzte Seite auszukosten. 
    Das Ende hat mich etwas überrascht, aber irgendwie war es auch schon wieder passend. Danke, an Einzlkind für die gute Unterhaltung…bis zum nächsten Buch.

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    Annabels avatar
    Annabelvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Kurz, aber genial und unglaublich witzig.
    Krasse Omi.:D


    Gretchen Morgenthau begegnet dem Leser keineswegs als tattrige, alte und Zerbrechliche Oma, trotz ihrer 75 Jahre. Sie verträgt harten Alkohol, hat eine unfassbar große Klappe und ist trotzdem so sympatisch und alterslos, wie es selten eine andere Figur in einem Buch, das ich gelesen habe, war. Gretchen ist eine recht kurzlebige Geschichte, lässt sich schnell "weglesen" und beinhaltet trotzdem genug Details, um sich in Gretchens Gedanken einfinden zu können. Des Öfteren musste ist schmunzeln und muss auch zugeben, dass ich diese Frau auch gern persönlich kennengelernt hätte.
    Als Gretchen auf Island landet, spürt man, wie zwei Welten gewaltig aufeinanderprallen, sich mit der Zeit jedoch, wenn auch zaghaft, befreunden.
    Diese ganze neue Welt lernt man durch Gretchens Augen kennen. Andere Personen beschreibt sie einfach herrlich und ihr Auftreten, wenn auch großkotzig, ist einfach fabelhaft. Sie ist ein Charakter, den man einfach lieben muss, wie ein Lied, das man so lange hört, bis man es mag, auch wenn man es zu Beginn ganz furchtbar fand.
    Auch der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Das Ganze ließt sich wie Gedanken. Teilweise nur kurz aufeinanderfolgende Worte, keine ganzen Sätze, dann wieder monologartige Gedanken.
    Was ich auch besonders gut fand war das Ende, Gretchens Abgang. Ihrer Würdig legt sie eine wenn auch schlichte, sehr theatralische Show hin.

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    a.schmalzbauers avatar
    a.schmalzbauervor 4 Jahren
    Gretchen


    Verwöhnt, versnobt und eigentlich kaum zu ertragen, so würde ich die Frau Intendantin, Gretchen Morgenthau, beschreiben. Sie ist rigoros, zu niemandem freundlich und glaubt über allem zu stehen. Und trotzdem ist sie ein Charakter, dem man sich nicht entziehen kann. Dem man mit staunender Faszination „hinterherliest“.

    Der/die/das Autor Einzlkind hat es, nach „Harold“, zum zweiten Mal geschafft, einen außergewöhnlichen Charakter und eine skurrile Geschichte zu kreieren. Einzlkind nimmt den Theaterbetrieb aufs Korn und das Aufeinandertreffen der Kulturen. Denn Gretchen wird wegen eines kleinen Vergehens zu einem 4-wöchigen Aufenthalt auf Gwynfaer verurteilt. Einer Insel fast im Nirgendwo.

    Schon die ersten Sätze haben mich für das Buch eingenommen, es ist diese Art schwarzer Humor, die ich herrlich finde. Leider gibt es diese Art Buch nicht allzuoft.

    Gretchen und die Sprache des Autors machen dieses Buch zu etwas Besonderem. Der erste Satz, „Als Gretchen Morgenthau aufwachte, fiel ihr der Himmel auf den Kopf und es fehlte nicht viel, da wäre Gott gleich mitgefallen“ , hatte mich schon für das Buch eingenommen, auch wenn die Handlung im Laufe der Geschichte etwas unter der dominanten Intendantin zurück bleibt. Der Autor spielt mit den Wörtern, mitunter anstrengend, aber wie soll es anders sein, bei der Hauptperson.

    Leider habe ich es jetzt erst gelesen, da diese Neuerscheinung 2013 irgendwie an mir vorbei gegangen ist. Ich kann es jedem empfehlen, der skurrile Geschichten und schwarzen Humor mag. Und mir scheint, ich habe in diesem Buch von sämtlichen Designern gehört, die auf diesem Planeten ihr Unwesen treiben.

    Wer der Autor ist bleibt weiterhin ungewiss, das Bild auf dem Umschlagfoto gibt keinen Aufschluss. Es darf also weiter gerätselt werden.

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    AnnaChis avatar
    AnnaChivor 4 Jahren
    Schräge Schrulle

    War "Harold" trotz aller Klugscheißerei am Ende doch ein braver Junge, so könnte "Frau Intendantin", Gretchen Morgenthau, seine teuflische Großmutter sein. Alt, schräg, bösartig, fern jeder Neigung zur Nächstenliebe, aber stets gekleidet in feinstes Tuch und genüsslich grenzüberschreitend, gerät sie auf Grund eines Gerichtsurteils auf eine schottische Insel, auf der sie mit den Ureinwohnern ein Theaterstück inszenieren soll ...

    Gretchen und gleichnamiges Buch kann man nur entweder lieben oder nichts damit anzufangen wissen. Mich hat dieses Feuerwerk skurriler Gestalten und Dialoge begeistert und bestens unterhalten. Ja, ein Apfelkuchen mit Rosinen kann ein wahrhaftes Drama sein und ein Papageientaucher mit Appetit auf Seeteufel ein zwar lästiges, aber liebenswertes Haustier ...

    Geneigte Leser, vor allem Damen auf dem Weg ins höhere Lebensalter wie ich, mögen dies Buch kosten - und verschlingen!

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