Cover des Buches Falkenherz (ISBN: B01LZH8BDU)C
Rezension zu Falkenherz von Katharina Münz

Geschwätzige Stille

von Calla66 vor 4 Jahren

Review

C
Calla66vor 4 Jahren

Das Cover:

Eher unspektakulär, eine blonde Frau mit einem Pelzkragen, sie blickt ziemlich ernst und skeptisch. In der Hand hält sie ein Schwert. Ich schätze mal das es die Heldin des Buches ist: Melwyn.

Der Klappentext:

Authentisch, ausdrucksstark, prickelnd


»... und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Ende«, lautet der Schlusssatz in vielen Märchen. Wie aber geht es weiter, nachdem das Paar gemeinsam in den Sonnenuntergang geritten ist?


»Ich habe … vergessen«, dringt dumpf unter seinem dick gefütterten Wams hervor, als er es über den Kopf stülpt, und ich erstarre.
Er hat … vergessen? Wen oder was hat er vergessen? Ich will es nicht wissen, aber es drängt sich auf, um wen es sich handelt: Um sie, von der er gerade erst zurückgekehrt ist.
Das Schweigen um uns wächst wie das Wintereis am Rande eines Gewässers, als wir einander in die Augen sehen. Es tötet jedes Gefühl in mir ab, bis nur eines bleibt.
Die Gewissheit, seine Liebe verloren zu haben.


An der Seite von Ifill warten ganz neue Herausforderungen auf die Schildmaid Melwyn. Widersacher, denen sie nicht mit dem Schwert in der Hand begegnen kann. Wird sie den Kampf um die Treue des Falken gewinnen oder führt das Schicksal sie zurück in ihre ferne Heimat Cornwall?
Ein modern erzählter historischer Roman über die Kunst, die Liebe immer wieder neu zu entdecken, über Komplikationen der Elternschaft und die Schwierigkeit, einen schüchternen Wikinger aus seinem Schneckenhaus zu locken.

Ich mag Klappentexte wie diesen, nicht zu lang, machen neugierig, aber verraten nicht zu viel. So soll es sein. Dieser erste Blick in die Geschichte ist perfekt für mich.

Zum Inhalt:

Es ist ja schon der dritte Teil der Schildmaid Saga und obwohl die Autorin sagt, man könnte es ohne Vorkenntnis der beiden anderen Bände lesen, war ich etwas skeptisch.

Hätte ich doch noch etwas warten sollen und mir zuerst noch die ersten Teile holen sollen. Aber da ich erst nachdem ich mir dieses Buch geholt hatte, festgestellt hatte, das es nicht der erste, sondern wie gesagt der dritte Teil ist, habe ich mich einfach in die Geschichte gestürzt.

Und wirklich, ich hatte keine Schwierigkeiten mich einzufügen. Konnte mich sofort in das Geschehen einfühlen. Gewisse Sachen, die man brauchte um eine Szene zu verstehen, wurden einem immer auf sehr gelungene Weise erklärt. Trotzdem gab es keine langatmigen Rückblicke, die die Sache für Leser, die die anderen Teile schon kennen langweilig gemacht hätten. Sehr gut gemacht.

Auch hier wieder geht es um die Wikinger, aber diesmal nicht so sehr um die kämpferische und grausame Weise, sondern das Hauptaugenmerk liegt auf Melwyn. Man kann sie wirklich als emanzipierte Frau bezeichnen. Obwohl sie ohne Zweifel hausfrauliche Talente hat, kann sie hervorragend kämpfen. Verteidigt sich und ihre Familie mit dem Schwert.

Interessant ist aber, dass sie trotz dieser Stärke innerlich von Selbstzweifeln getrieben wird. Sie ist eifersüchtig und zweifelt an Ifills Liebe.

Und da ist dann auch noch ihre Herkunft. Sie möchte ihre Mutter retten, die weit entfernt in Cornwall lebt.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut verständlich, es wird als Icherzählung aus der Sicht von Melwyn geschrieben. Dadurch gelang es mir mich ganz schnell auf die Geschichte einzulassen und mich in sie hinein zu denken.

Auch die Darstellung der Bräuche und Handlungsorte ist sehr bildhaft und lebendig. Man fühlt sich wirklich, als ob man es miterlebt.

Mir gefällt es auch sehr gut, dass die Autorin am Ende des Buches noch einmal Erläuterungen gibt, über Personen, Orte, geschichtliche Daten und das Wiegenlied Vervollständigt das Bild der Geschichte auf eine sehr gelungen Weise.

Gefreut hat es mich, auf eine Protagonistin aus einem anderen Buch der Autorin zu treffen. Foy, aus „Foy und der Ring der Mauren“ hatte gemeinsam mit ihrem Mann einen Gastauftritt. Da mir auch dieses Buch von Katharina Münz sehr gut gefallen hat, war dieses Zusammentreffen sozusagen das Sahnehäubchen auf der Geschichte.

Meine volle Leseempfehlung für dieses tolle Buch. Schade, dass es der Abschluss der Schildmaid Saga ist, ich hätte gerne weiter an Melwyns Leben teilgenommen.

Da meine Neugier auf die Vorgeschichte jetzt geweckt ist, werde ich mir auf jeden Fall auch noch die beiden ersten Teile holen.

Die 5 Sterne sind redlich verdient.

Übrigens meine Überschrift „geschwätzige Stille“ ist ein Zitat aus dem Buch. Es hat mir so gut gefallen, dass ich es unbedingt verwenden wollte.

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