nimroth cynthor

 3.8 Sterne bei 5 Bewertungen

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Ethopia - Erwachen

Ethopia - Erwachen

 (5)
Erschienen am 02.05.2017

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Rezension zu "Ethopia - Erwachen" von nimroth cynthor

ETHOPIA: ungewöhnliche Fantasy mit viel Potenzial, aber recht schwachem Anfang ...
Sardonyxvor einem Jahr

Was wäre, wenn du plötzlich entdecken würdest, dass unentdeckt von der Menschheit und all ihrer Satellitentechnik eine geheime Zivilisation existiert? Ein Volk, das ruhelos auf einer Insel namens Ethopia im Geheimen lebt und auf ihre Retter wartet?
Phil und Laer, ein angehender Lehrer und der andere ein Tolkien-fanatischer Physiker, wissen nicht, was passiert, als es die beide Freunde plötzlich auf eine fremdartige Insel verschlägt. Dort ist alles anders als gewohnt, denn die Ethopier sind eine uralte Zivilisation, die die moderne der restlichen Menschheit ablehnt und alte Traditionen pflegt. Was am Anfang alles als irre Lügen, entpuppt sich für Laer und Phil als das Abenteuer ihres Lebens: sie müssen zu einer Reise aufbrechen, um die geheimnisvolle Festung Bean'Rioch zu finden, denn nur das Volk von dort kann Ethopia vor den kriegerischen Raptoren retten ...

,,Ethopia - Erwachen" von Nimroth Cynthor ist eindeutig schon mal ganz anders als sonstige Fantasy-Bücher. Hm. nein, "ganz anders" passt in diesem Sinne nicht richtig, denn es weist ebenso viele typische Fantasy-Elemente wie ganz neue Erfindungen auf. Hört sich das schon mal vielversprechend an? Dann ist es vielleicht eher etwas für euch, denn ich persönlich musste mich mit sehr gemischten Gefühlen von dem Buch verabschieden ...

Schreibstil und Worldbuilding sind auf jeden Fall gelungen: eine geheime Zivilisation, deren Heimat losgelöst vom Festland durch die Welt treibt, bevölkert von den technikfeindlichen Ethopiern, die sich gerne selbst als Moralapostel und Anstandswauwaus der gesamten Menschheit sehen. Und selbstverständlich - immerhin ist es ja Fantasy - gibt es ein feindliches Volk von reptilienähnlichen Wesen, die Krieg und Ehre in ihrem Glauben über alles andere stellen. Hier schon mal mein erster Kritikpunkt: Fantasy-Bücher zeichnen sich bereits dadurch aus, dass viele fremdartige Namen vorkommen - aber dann sollen sie nicht zu sehr ähnlich klingen! Anakron, Arex, Anthraon, Ancalon, Authur - bei den Raptorennamen bin ich wirklich ständig durcheinandergekommen.

Phil und Laer sind an sich sehr sympathische Protagonisten und machen sich von Anfang an über ihre eigene scheinbar klischeehafte Mission lustig - besonders als sie einem laufenden Baumgeist begegnen, der in Sätzen wie ,,Nicht so hastig!" (Der Herr der Ringe-Zitat) spricht. Der Autor hat nämlich sehr viel mit Zitaten aus Philosophie, Literatur & Co. gearbeitet, was
a) ein ziemlich gutes Stilmittel ist, ABER
b) besonders in den ersten Kapiteln viel zu viel war. Beinah wie eine reine Zitatesammlung.
Die ganzen philosophischen Diskussionen am Anfang kamen mir, ehrlich gesagt, so vor als wäre nur ein Zitat nach dem anderen aufgereiht worden. Der Einstieg in die Welt von Ethopia fiel mir also schwer, neben das Tatsache dass bis auf 3, vielleicht 4 Charaktere die restlichen Figuren alle eindimensional und "farblos" sind. Dafür wurde es aber zum Ende hin umso besser! Immer mehr Aspekte kommen dann auf, die zeigen, dass ,,Ethopia" viel Potenzial für einen Folgeband hätte ...! Aber verraten will ich hier natürlich nichts 😉

Leider hat mir das Buch im Ganzen nicht so sehr gefallen hat, wie ich es mir aus der eigentlich vielversprechenden Mischung aus klassischer Fantasy & zum Nachdenken anregende Tiefsinnigkeit erwartet habe. Die Auserwählte-Helden-gehen-auf-eine-Reise-Storyline ist abenteuerlich und immer wieder aufs Neue verblüffend, doch manch andere Aspekte haben hin und wieder mein Interesse am Buch lahmgelegt. Ich habe wohl zu viele High Fantasy-Romane gelesen und erwarte deswegen von jedem Buch, dass es komplex, vielfältig und mindestens 3 verschiedene Handlungslinien parallel hat. ,,Ethopia - Erwachen" ist ganz okay, würde also mein Schlussfazit lauten.

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Rezension zu "Ethopia - Erwachen" von nimroth cynthor

Tiefgründige Fantasy
georg_moorvor 2 Jahren

Zum Inhalt:

Ethopia – Erwachen ist der erste Teil einer fünfbändigen Romanserie um den Kampf zwischen der menschlichen Zivilisation von Ethopia und einem humanoiden Volk von Echsen, Raptoren genannt.

Die beiden Menschen Lær und Phil, Freunde und normale Studenten, erwachen in einem abgesperrten Zimmer aus ihrer Bewusstlosigkeit. Erst glauben die beiden an eine Entführung, aber die Wahrheit wollen sie noch weniger wahr haben: sie sind auf einer dem Rest der Menschheit unbekannten Insel erwacht, deren ethisch hochstehende Bewohner sich in einem jahrzehntelangen Krieg gegen die Raptoren befinden. Als sich herausstellt, dass die beiden die angeblichen Auserwählten sind, die diesen Konflikt beenden werden, brechen Lær und Phil zu einer Suche nach einer verborgenen Stadt auf, um Hilfe von ihren Bewohnern zu erbitten.

Die Echsen haben ihrerseits Gegenmaßnahmen ergriffen und schicken ihre eigenen Jägerkommandos nach Ethopia. In parallelen Handlungssträngen wird das Leben zweier hochrangiger Raptoren in ihrer Heimat beleuchtet, und es entwickelt sich ein komplexer und vielschichtiger Schlagabtausch beider Mächte.

Persönliche Ansicht:

Der Roman nimmt anfangs nur langsam Fahrt auf. Der eher absurden Anfangssituation hält der Autor eine Schippe Selbstironie entgegen, wie er im Laufe der Geschichte auch andere Genreklischees parodiert. Was sich vielleicht von der sonst üblichen Beweihräucherung der lang ersehnten Retterfiguren abhebt, ist die Tatsache, dass Phil und Lær sowohl von den Ethopiern als auch von den Raptoren für ihre Herkunft verachtet werden. Dass sie in einer Mischung aus Trotz und schlechtem Gewissen trotzdem nicht kneifen, funktioniert erstaunlich gut. Gelungen ist auch die plastische Schilderung des Echsenvolkes, die als kriegslüsterne Soldaten mit nordischem Wikingereinschlag beschrieben werden.

Ein zweiter Pluspunkt sind die zahlreichen Anspielungen auf andere literarische Werke. Die Zitate stören etwas den Lesefluss, aber das machen die versteckten Querverweise wieder wett. Die philosophischen Diskussionen, die beide vor allem mit den Ethopiern führen, führen zu ordentlich Tiefgang und greifen viele Themen aktueller Zeitgeschichte auf, die meist stimmig in die Handlung verpackt werden.

Für meinen Geschmack geraten die Hauptprotagonisten etwas zu wehleidig. Selbst, als sie sich mit ihrer Lage abgefunden haben, setzen sie an dieser ständig etwas aus. Die freundschaftlichen Sticheleien zwischen ihnen lockern das ganze wieder auf.

Auch wenn es mehr die Optik und weniger den Inhalt des Romans betrifft, sagt mir die Schlichtheit des Covers überhaupt nicht zu. Außerdem merkt man beim Lesen deutlich, dass der Roman „nur“ der Auftakt zu einer Serie ist. Der Plot wird auf mehr als ein halbes Dutzend verschiedener Charaktere verteilt, und nur wenige Handlungsstränge werden bis zum Ende wieder zusammengeführt, sodass viele Fragen für die Nachfolgebände offen bleiben.

Fazit: trotz angesprochener Kritikpunkte für die Liebhaber komplexer, vielschichtiger Fantasy sehr empfehlenswert. Wer tiefgründige Bücher mag, wird nicht enttäuscht werden.

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