oekom verein e.V Vom rechten Maß

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Inhaltsangabe zu „Vom rechten Maß“ von oekom verein e.V

Immer mehr Menschen befreien sich vom materiellen Ballast und ignorieren das Wachstumsdogma: In Reparaturcafés, Genossenschaften, Verleihläden und Tauschbörsen leben sie vor, warum ein genügsames und an den wahren Bedürfnissen orientiertes Leben glücklicher macht und die natürlichen Ressourcen schont. Noch ist die Kultur des »Weniger ist mehr« aber nicht im gesellschaftlichen Mainstream angekommen, Appelle ans Maßhalten gelten als geschäftsschädigend und sind unpopulär beim Wahlvolk. Deshalb setzt die Politik lieber auf umweltfreundliche Technologien und Energieeffizienz statt auf Suffizienz. – Die Neudefinition der Komfortzone weist den Weg in eine Gesellschaft, die aus Mäßigung Genuss schöpft und das Wachstumsparadigma gegen die Bewahrung der Natur eintauscht.

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  • Suffizienz statt Effizienz als Weg der Zukunft

    Vom rechten Maß

    michael_lehmann-pape

    07. February 2014 um 12:51

    Suffizienz statt Effizienz als Weg der Zukunft Auch wenn es noch nicht „Mainstream“ ist, wie die Autoren darlegen, die Haltung eines „Weniger ist Mehr“ verbreitet sich doch in solcher Weise, dass man nicht mehr von Einzelfällen, Aussteigern oder ähnlichem sprechen kann, sondern eine durchaus beachtenswerte Tendenz in der „modernen Welt“ angesichts des wirtschaftlichen Credos vom „ständigen Wachstum“ feststellen kann. Nicht zum ersten Mal, wieder einmal aber in flüssiger, überzeugender, fundierter und gut lesbarer Art und Weise legt dieser Band die „Suffizienz“ (das Bemühen um einen möglichst geringen Rohstoff- und Energieverbrauch) als die dem wachen Verstand einsichtige und anstehende Haltung der Entwicklung des Planeten gegenüber dar. Und nicht nur rein ökologische Gründe sind es, die für eine Haltung der Suffizienz statt der ständig sich steigernden Effizienz als „Königsweg“ der Zukunftsgestaltung sprechen. Überforderte Menschen, immer inhaltsleerer werdender und dabei sich immer mehr steigernder Konsum ohne tatsächliche „innere Füllung“ des Konsumente, ein als immer schneller und „hetzend“ empfundenes Lebenstempo mit Folgen für die Ausgeglichenheit und „geistige Gesundheit“, sowohl im Großen wie im Kleinen, im Ökologischen wie im Individuellen spricht vieles für eine Hinwendung zur Suffizienz, zum „Weniger ist Mehr“, zum Innehalten und zur Verabschiedung von der Illusion eines „imaginären Mußekontos“, dass man durch möglichst hohe Eile und Zeiteffizienz meint, einrichten zu können. Aus vielfacher Sichtweise heraus bilden die einzelnen Beiträge im Buch ein durchaus motivierendes „Lob der Reduktion“. Alle Beiträge verbleiben eben nicht in ungehört verhallenden Apellen, sondern weisen den Nutzen einer solchen Haltung für das individuelle Wohlbefinden aus, ohne die großen Linien der Ethik, der individuellen Verantwortung für die Nachhaltigkeit oder auch die politische Ebene zu vernachlässigen. Aber es geht auch um Glück, um eine innere befriedete Haltung sich, dem Leben und der damit einhergehenden eigenen Verantwortung für sich und die Welt gegenüber. Mit ganz praktischen Anregungen ebenso versehen. Lust zu machen, neue Rezepte zu erproben, das eigene Mobilitätsverhalten zu prüfen, einfach sich Gedanken um das eigene Lebensgleichgewicht zu machen. Bis hin zu den großen Linien der Wirtschaft, der Alternativen zu einer sinnentleerten „Steigerungslogik“ und die tatsächlichen und im Buch durchaus differenziert aufgenommenen Verteilungsprobleme, die sich auch im Rahmen einer Suffizienz (oder gerade dort) ergeben werden. Alles in allem eine fundierte, motivierende und breite Darlegung, warum es mit „Suffizienz“ gehen sollte und wie das denn konkret aussehen könnte. Eine sehr zu empfehlende Lektüre.

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