Kibo bekommt mit zwei Soldatenkollegen den Auftrag, jeweils eine wichtige Botschaft an das Fuchs- und Wolfsvolk zu überbringen. Gleich zu Anfang müssen für die Temnota (Echsenwesen) Leben gelassen werden, was beweist, das die Gefahr näher ist als vorher geglaubt. Es beginnt eine Reise gegen die Zeit, um Geheimnisse aufzudecken, Gefährten zu retten und die Nachrichten sicher zu überbringen.
Das Grundsetting der High-Fantasy-Welt hat mich überzeugt: Verschiedene Völker mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die sich im Großen und Ganzen verstehen, aber trotzdem manchmal in die Haare kriegen … oder in den Lauf einer Pistole. Einige konnten Magie wirken, was in einer Fantasygeschichte üblich ist, aber trotzdem ist jedes Magiesystem spannend zu erkunden. Vor allem, wenn nicht alle Magie wirken könnten.
Die Charaktere haben die Geschichte ebenfalls gut vorangetragen. Der auktoriale Erzähler ermöglichte eine spannende Einsicht in sämtliche Perspektiven von Freund und Feind. Allerdings waren mir die Charaktere zu wenig greifbar. Irgendwo wurden sie charakterisiert, aber eher mit Tell als mit Show, wodurch ich keinerlei Bindung zu ihnen aufgebaut habe. Zwar waren die einen vielleicht witziger als andere, aber klar abgrenzen, kann ich die Figuren dennoch nicht voneinander. Das ist schade, denn mit dynamischen Charakteren zum Verlieben wäre die Geschichte um einiges besser und unterhaltsamer.
Der Schreibstil hat die Geschichte leider auch eher schleppend lesen lassen. Teilweise unnötige Formulierungen oder zu umständlich Erklärungen, die nicht hätten sein müssen. Ich bin froh, dass ich die Geschichte dennoch gelesen habe, denn andernfalls hätte ich die dann doch spannende Geschichte verpasst.
Aber der Grund, warum ich er erst zum Buch gegriffen, ist das Cover. Der Titel im Himmel wirkt lebendig und der Krieger mit Blick auf die wunderschöne Landschaft schreit förmlich nach Abenteuer. (An sich wirkt das Cover ein bisschen wie "Der Wanderer über dem Nebelmeer" von Caspar David Friedrich.)
Insgesamt bin ich froh, dass ich das gesamte Buch gelesen habe, auch wenn ich teilweise einige Seiten verblättern musste, weil es durch den Schreibstil manchmal doch zu quälend wurde. Trotzdem werde ich dem zweiten Band eine Chance geben, denn am Schreibstil kann man arbeiten und die Geschichte an sich mochte ich sehr gern. Nur muss sie durch den Schreibstil gut vermittelt und ausgedrückt werden.


