sara reichelt

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Übertragene Nähe, Lies mich und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Silberne Momente - Momentos preciosos

Neu erschienen am 01.10.2018 als Taschenbuch bei Verlag 3.0 Zsolt Majsai.

Alle Bücher von sara reichelt

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Übertragene Nähe

Übertragene Nähe

 (2)
Erschienen am 15.10.2016
Lies mich

Lies mich

 (1)
Erschienen am 24.05.2014
Auf die lesbische Liebe

Auf die lesbische Liebe

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Erschienen am 01.05.2018
Silberne Momente - Momentos preciosos

Silberne Momente - Momentos preciosos

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Erschienen am 01.10.2018
Seiltänzer

Seiltänzer

 (0)
Erschienen am 01.06.2015
Alle Zeit mit ihr

Alle Zeit mit ihr

 (0)
Erschienen am 10.06.2016
Am Anfang war alles weiß

Am Anfang war alles weiß

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Erschienen am 01.09.2018

Neue Rezensionen zu sara reichelt

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B

Rezension zu "Übertragene Nähe" von sara reichelt

Vom Unterschied zwischen einer Stunde beim Psychologen und einer Folge Private Practice
BookCatsvor 2 Jahren

Es gab einen Punkt in meinem Leben, da habe ich einen unglaublich wichtigen Menschen auf so grässliche Weise viel, viel zu früh verloren, dass ich dachte, ich würde diesen Schmerz niemals allein überwinden. Zu einem Psychologen bin ich dennoch niemals gegangen. Warum? Nun zum einen, weil mir Menschen in ähnlichen Situationen in einer Selbsthilfegruppe sagten, dass sie bis zu drei Monate auf Ihren ersten Termin hatten warten müssen. Nun, irgendwie dachte ich mir, wenn ich die drei Monate bis dahin schaffen würde, dann würde ich das auch für den Rest meines Lebens mit mir allein bzw. der Hilfe meines Mannes, meiner Familie, meiner Freunde und eben der Selbsthilfegruppe abmachen können, ich hatte das Gefühl genau jetzt Hilfe zu brauchen. Jemand, der mir konkret sagt, wie es jetzt für mich weiter gehen könne, wie ich je wieder unbeschwert würde lachen können und all das, wie ich das Gefühl los werden könne, die Welt würde sich einfach weiterdrehen, nur ich würde nicht länger Teil davon sein, sondern wie gelähmt daneben stehen, unfähig etwas anderes als Leere und Schmerz zu fühlen, so als würde ich nur wissen, dass etwas schön ist, wenn es mir jemand sagen würde, weil ich doch unmöglich je wieder selbst würde Freude fühlen können. Und da war noch ein Grund: Ich hatte mir eine Sitzung beim Psychologen immer wie so eine Sitzung bei Violet aus Private Practice vorgestellt. Eine Art Lebensberatung, am besten noch gespickt mit Erfahrungsberichten aus dem Leben des Psychologen selbst, die Mut machen. Aber so würde es nicht sein. Das wusste ich seit mich ein paar Jahre zuvor, ein Freund, der am Vortag einen sehr großen Schock erlitten hatte, bat ihn zu seiner bereits zuvor ausgemachen Sitzung bei seinem Psychologen zu begleiten. Der Psychologe hatte einfach nur zugehört und ein paar Zwischenfragen gestellt. In einer ersten oberflächlichen Betrachtung bin ich da raus gegangen mit dem Gefühl – das bringt mich nicht weiter, da könnte ich auch mit der Wand reden. Heute, 7 Jahre nach dieser Erfahrung „neben der Couch“ und 4 Jahre nach meiner eigenen, schwärzesten Zeit, hat das wunderbare Buch „Übertragene Nähe“ von Sara Reichelt viel Klarheit geschaffen, dafür danke ich dieser einzigartigen Autorin sehr. Aus Ihrer eigenen Erfahrung als praktizierende Psychologin schildert sie typische Sätze/Fragen/Anliegen von Patienten und die Antworten/Reaktionsweise des Therapeuten und begründet diese am bildhaften Beispiel des Seiltänzers, der neuen Mut schöpfen muss nach einem oder mehreren gescheiterten Seiltanzversuchen erneut auf das Seil zu steigen. Es geht eben nicht darum Lebensberatung „to go“ als Fastfood zu servieren, sondern darum, nachhaltig Selbstvertrauen und Selbstliebe neu aufzubauen, sprich Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, damit nicht aus der Abhängigkeit von den Meinungen/Handlungen diverser Personen im Umfeld des Patienten eine Abhängigkeit vom Psychologen wird.

Kein Fachbuch, kein Roman, eine Art Sekundärliteratur zum Psychologenbesuch. Ohne Witze, oder sonstiges TamTam schafft es Sara Reichelt ein Werk zu liefern, das man einfach nicht mehr aus der Hand legen will, das allein verdient größten Respekt. Absolut begeistert hat mich auch, dass die Schreibe zu 100% auf den Punkt ist. Kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig. So viele Bücher würden einem gut und gerne auch um die Hälfte gekürzt gefallen, aber bei Sara Reichelt sitzt jedes Wort. Das Buch ist einfach nur wunderschön, ein Meisterwerk, das begeistert, ein formvollendetes Kunstwerk. Und dann tut es so gut. Ich denke jeder, der „Übertragene Nähe“ liest, wird ganz eigene Gedanken haben und zu eigenen Erkenntnissen kommen, aber in jedem Fall zu heilsamen. Ich bin gut so wie ich bin – damit gehe ich aus diesem traumhaften Buch. Ich liebe das Werk und es gibt nichts zu kritisieren.

Das richtige Buch für jeden, der mehr wissen möchte über die Arbeitsweise eines Psychologen und über sich selbst und warum manches oft so schwer und unüberwindbar erscheint und wie wir viele selbst errichtete Hürden und Schwierigkeiten hinter uns lassen können, indem wir in gesundem Maß uns selbst und unsere Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen, uns selbst lieben.

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Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Lies mich" von sara reichelt

Ein Buch erzählt – hören wir ihm zu!
Igelmanu66vor 2 Jahren

»Bevor ich geboren wurde, war alles weiß. Bevor ich geboren wurde, hätte ich alles werden können. Der erste Satz zerstörte das Weiß und machte das übrige Weiß umso weißer. Zu diesem Satz gesellte sich ein zweiter, der einen dritten nach sich zog, der einen vierten mit sich brachte. So begann ich zu wachsen und spürte wonnevoll, wie sich meine Seiten füllten. Ich war noch nicht in dieser Welt, aber ich fühlte mich bereits lebendig.«

 

Als bibliophiler Mensch stellte ich mir immer schon vor, dass Bücher lebendige Wesen sind, die mich durchs Leben begleiten. Folglich zog mich diese Geschichte eines Buches und seiner Klone magisch an. Und mein Kurzfazit nach der Lektüre ist ganz eindeutig: Es hat sich gelohnt!

 

„Lies mich“ erzählt in kleinen Episoden, wie es einem neugeborenen – noch ungelesenen – Buch und seinen „Klonen“ ergeht, was ihnen auf ihrem Weg und bei ihrer Suche nach einem Leser so alles widerfährt. Die Ausgangssituation unseres Buchs ist nicht gut, seine Zukunftsaussichten nicht gerade rosig, denn…
»Es war einmal ein neugeborenes Buch, das nicht laufen lernte. Es war nicht in der Lage zu laufen, weil seine Schöpferin unbekannt war, bekam es zu hören.«
Das arme Buch! Erschwerend kommt noch hinzu, dass es in keine der gängigen Kategorien gehört…
»Es fehlt also ein Toter in mir…«

 

An den Zitaten merkt man schon: Die Bücher reden. Sie reden mit ihren Lesern, sie reden miteinander. Sie diskutieren, teilen ihre Sorgen, Ängste und Hoffnungen. Wenn man sich als Leser darauf einlässt, bieten einem die einzelnen Kapitel viel Abwechslung, denn sie greifen so ziemlich alles auf, was einem Buch so geschehen kann. Dabei wird es manchmal richtig witzig, ein anderes Mal berührend oder traurig. Ich für mein Teil war immer mit ganzem Herzen dabei und fühlte mit dem Buch mit.

 

Der Stil der Autorin gefiel mir sehr! Sie muss den Umgang mit der Sprache sehr lieben, denn Ausdrucksweise und Wortwahl wirkten anspruchsvoll, ohne durch Fremdworte oder komplizierte Satzkonstruktionen schwer lesbar zu werden. Inhaltlich sollte man das Buch nicht unterschätzen, denn die Geschichten regen immer wieder zum Nachdenken an und hinterfragen sowohl den allgemeinen, als auch den persönlichen Umgang mit dem gedruckten Wort. Zwischen den Kapiteln konnte ich jeweils einen kleinen Ausflug in die Welt der Lyrik unternehmen und auch dabei bewunderte ich die treffende und ausdrucksstarke Wortwahl der Autorin.

 

Fazit: Ein Buch erzählt – hören wir ihm zu! Eine wunderbare Geschichte und perfekt für jeden, der Bücher liebt.

 

»Es wäre einfacher, wenn ich einfacher wäre und wenn das Lesen nicht eine gewisse Anstrengung, eine gewisse Ruhe, eine gewisse Zeit erforderte, um mich aufzunehmen, Seite für Seite, um mich zu verstehen, Gedanke für Gedanke.«

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