sara reichelt Silberne Momente - Momentos preciosos

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Inhaltsangabe zu „Silberne Momente - Momentos preciosos“ von sara reichelt

Zwei Menschen begegnen sich, treffen sich in vielerlei Hinsicht, prallen aufeinander wie zwei Kugeln an einem räumlich und zeitlich nicht näher bestimmten Ort. Zwei Menschen, die hier eine Frau und ein Mann sind, aber diese beiden Liebenden könnten genauso gut zwei Frauen oder zwei Männer sein, denn es geht in diesen Prosagedichten nicht um den Diskurs von Geschlechtsunterschieden. Es geht um etwas Anderes, etwas Grundsätzlicheres, etwas Essentielleres, es geht um die Liebe, um die Liebe zur Sprache und um die Sprache der Liebe. Diese lyrischen und gleichzeitig strukturell streng komponierten, sich auf ein „du“ beziehenden Texte beschreiben nicht nur den inneren Verfallsprozess des Liebesgefühls, sondern die Sprache selbst verändert sich innerhalb dieses seelischen und gedanklichen Vorgangs. Die Euphorie des Beginns löst sich auch in der Sprache auf: Die prächtigen Satzkaskaden brechen zusammen, die Metaphern des gemeinsamen Höhenflugs tauchen zwar wieder auf, aber genauso verändern sie sich wie die gefühlte Liebe: „Ein dünner Faden wurde aus unserem seidenen Band“. Die fast ins Pathetische abgleitende Sprache der ersten Hälfte wird allmählich brüchiger, prosaischer, bis sie sich partiell wieder zu erholen scheint, bisweilen biblisch anmutet oder sogar poetisch bei all den Beschwörungen, Verfluchungen und Rachephantasien bezüglich des verlorenen, vermissten oder gar verhassten Anderen… Darüber hinaus handeln diese Texte von der Liebe zwischen den Sprachen und in zwei Sprachen. Aufgrund von eingestreuten Anspielungen erfährt die Leserin/der Leser, dass sich diese in Sprache geronnene Liebe zwischen einem deutschsprachigen und einem spanischsprachigen Menschen abspielt, die beide der Sprache des jeweils anderen mächtig sind. Für das schreibende Ich verschmilzt das Spanische mit dem Du, wobei sich am Ende nicht nur die Liebe auflöst, sondern auch das Spanische zu sterben droht: „Ich liege begraben unter meinem von dir ermordeten Spanisch.“ Letztlich überlebt nur das Spanische, weil die Liebe zur Sprache unsterblich ist und glücklicherweise unabhängig von einem konkreten Gegenüber.
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