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bilderbuch, der rote ballon;, tolle geschichte, phantasievoll, rege

Der rote Ballon

Liniers , Ulrike Becker
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 14.09.2016
ISBN 9783956141393
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Wenn man "Der rote Ballon" aufschlägt, erkennt man sofort, dass man es mit einem ganz speziellen Bilderbuch zu tun hat. Der argentinische Cartoonist Liniers erzählt einfühlsam die Geschichte zweier Schwestern und zwar in Comic-Form.


Matilda liebt den Samstag, denn da kann man tausend Sachen machen. Picknicken, Blumen pflücken, .... und so weckt sie voller Vorfreude ihre kleine Schwester. Nach dem Frühstück realisieren sie jedoch, dass es regnet. Matilda findet das überhaupt nicht schlimm, denn schliesslich macht Regen Spass. Man muss nur das Richtige anziehen. Sie ist voller Tatendrang, Clemmie ist jedoch sehr skeptisch und findet den Regen nur nass. So versucht ihr ihre grosse Schwester den Regen schmackhaft zu machen, denn da kann man so viel machen: Regentropfen mit der Zunge auffangen, in die Pfützen springen oder Regenwürmer suchen.


"Der rote Ballon" ist nicht nur ein Plädoyer für die Freizeit der Kinder, eine Anregung in allem das Positive zu sehen, sondern auch eine wunderbare Geschichte einer Geschwisterbeziehung. Matilda möchte ihrer kleinen Schwester zeigen, wie toll Samstage sind, zeigt ihr viele Möglichkeiten und übernimmt für sie Verantwortung. So ist die ganze Geschichte eigentlich ein Monolog von ihrer Seite, der nur von einzelnen Wörtern, die Clemmie dazwischen sagt, unterbrochen wird.


"Der rote Ballon" weckt aber auch eigene Kindheitserinnerungen, denn Regen war noch nie ein Hindernis für Kinder. Da möchte man selber nochmals klein sein und barfuss im Sommerregen in die Schule gehen, in die grössten Pfützen springen und Schneckenrennen veranstalten.


Die Illustrationen von Liniers sind wunderbar. Passend zum Regenwetter hat er mit Wasserfarbe und Tinte gearbeitet, zum Teil scheint der Regen sogar auf die Bilder getropft zu haben. Zwar sind die Farben eher gedeckt, doch die Emotionen, die Lebensfreude quillt aus jeder Seite.


Fazit:
"Der rote Ballon" ist ein wunderbares Buch über Geschwisterliebe, über die Freiheit der Samstage und über die Schönheit von Regen.
Liniers hat eine stimmungsvolle und liebevolle Geschichte geschaffen, die durch die Comic-Form etwas ganz Besonderes ist und gross und klein in seinen Bann zieht.

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Tags: bilderbuch   (1)
 

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84 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

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Zimt und zurück

Dagmar Bach
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340489
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Dagmar Bach hatte mich mit ihrem ersten Band "Zimt und weg" köstlich unterhalten. Der Trilogieauftakt war ein humorvolles Jugendbuch allererster Sahne und ehe man sich versah, war das Buch leider auch schon verschlungen. So freute ich mich riesig auf die Fortsetzung und ich kann euch jetzt schon verraten, dass mit "Zimt und zurück" mindestens so gut gefallen hat.


Sofort habe ich mich in den vertauschen Welten der Victoria King wieder zurecht gefunden und spürte schon nach wenigen Seiten, dass ich hier wieder einmal ein humorvolles Wohlfühlbuch der Sonderklasse in der Hand hielt. 
Auch im zweite Band riecht Vicky Zimtschnecken, doch sie tauscht dieses Mal nicht mit Tori aus "Zimt und weg" die Plätze sondern mit Parallelwelt-Victoria. So ist der erste Band im Grunde genommen in sich abgeschlossen, was einem den Einstieg ins Buch sehr leicht macht.


Vicky ist inzwischen 15 Jahre alt geworden und seit kurzem mit Konstantin zusammen. Die Beziehung der beiden nimmt einigen Platz in Anspruch, kommt aber ganz ohne Drama aus und ist erfrischend realistisch. Vicky pendelt nämlich zwischen Wolke 7 und Unsicherheit hoch 2 hin und her. Konstantin ist einfach toll, aber wie funktioniert so eine Beziehung eigentlich? Und wie genau küsst man? Sie findet sich einfach zu schüchtern. Warum also nicht ihre Sprünge ausnutzen und in der Parallelwelt ein bisschen üben? Doch damit bricht das Chaos aus und sie bringt ihre Doppelgängerin in die eine oder andere peinliche Situation.


Auch "Zimt und zurück" ist wieder köstlich unterhaltsam und zaubert einem ein ums andere Mal ein Schmunzeln aufs Gesicht. Wir treffen altbekannte Charaktere und lernen neue kennen. So taucht Tante Polly im Prinzessin-Elsa-Nachthemd auf, ihre Grosseltern setzen sich beim romantischen Open-Air-Kino-Date zu Vicky und Konstantin auf die Picknickdecke und 'Röschen' treibt im heimischen Bed & Breakfast alle fast in den Wahnsinn. 


Dagmar Bach bietet einmal mehr eine turbulente, originelle und lustige Geschichte, die man nicht mehr aus der Hand legen möchte und die einen etwas wehmütig zurück lässt, weil sie viel zu schnell fertig ist. Nur gut, dass im September das Finale der Zimt-Trilogie erscheint.


Fazit:
originell, charmant, humorvoll
Auch "Zimt und zurück" liest sich locker flockig und versüsst einem den Alltag mit viel Humor. Dagmar Bach hat ein Wohlfühlbuch der Extraklasse geschaffen, aus dem man einfach nicht mehr auftauchen möchte. 
Bitte mehr davon!

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Tags: erste liebe, fantasy, humor, jugendbuch, zeitreise   (5)
 

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282 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

elfen, holly black, fantasy, jugendbuch, prinz

Der Prinz der Elfen

Holly Black , Anne Brauner
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 03.04.2017
ISBN 9783570164099
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Schon die ersten Sätze versprechen eine magische, sagenhafte Geschichte.
Die Geschwister Hazel und Ben leben in Fairfold, das ans Elfenreich grenzt. Im Wald steht ein gläserner Sarg, in dem ein wunderschöner Elfenprinz schläft. Um ihn ranken sich viele Geschichten und er ist ein grosser Anziehungspunkt für Touristen. Hazel und Ben fühlen sich seit Kindheitstagen zum Elfenprinzen hingezogen, haben sich viele Geschichten um ihn ausgedacht und ihm all ihre Geheimnisse anvertraut.


Doch eines Tages ist der Sarg eingeschlagen und der gehörnte Junge ist weg. Genau an dem Morgen, an dem Hazel mit dreckigen Füssen aufwacht und eine geheime Botschaft findet. Die Geschwister müssen sich den Geheimnissen ihrer Vergangenheit stellen und Hazel muss in die Rolle schlüpfen, die sie sich als Kind immer erträumt hat. Als Ritter möchte sie ihren Bruder und ganz Fairfold retten, denn in dem Ort scheint nichts so zu sein, wie es ist.


Protagonisten sind äusserst wichtig für eine Geschichte. Holly Black hat eine ganze Palette an facettenreichen und interessanten Charaktere geschaffen, die vor allem eines sind: anders. Sympathieträger sind sie auf jeden Fall nicht, was aber meiner Meinung nach perfekt in die Geschichte passt.
Hazel und Ben sind total unterschiedlich und doch sind sie beide in den schlafenden Elfenprinzen verliebt. Während Hazel einen Jungen nach dem anderen küsst und sich mit oberflächlichem Flirten schützen möchte, wartet ihr Bruder auf den einen Richtigen. 


Die Grundidee hat mir sehr gut gefallen. 
Tief im Wald herrscht der Erlkönig, dazu kommen die verschiedensten Elfen und andere fantastische Wesen, der geheimnisvolle gehörnte Junge und dann ist da auch noch das Monster, das Fairfold in Angst und Schrecken versetzt. All dies wird mit einigen Mythen und zahlreichen Geheimnissen verwoben, so dass eine unheimlich dichte Atmosphäre entsteht.


Die Geschichte wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zudem bekommt man manchmal das Gefühl, Holly Black, habe den roten Faden verloren. Ab und zu verliert sie sich in Details und die Geschichte wirkt zum Teil etwas skurill und wirr. So muss man etwas Geduld mitbringen und sich durch den Wald an Intrigen und Fragezeichen kämpfen.


Holly Blacks Schreibstil lässt sich flüssig lesen. Sie schreibt meistens in kurzen, prägnanten Sätzen.
"Der Prinz der Elfen" wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was zwar sehr interessant ist, manchmal jedoch etwas sprunghaft wirkt.


Fazit:
In "Der Prinz der Elfen" entführt uns Holly Black in eine magische Welt mit einer dichten Atmosphäre. Die Geschichte ist düster, geheimnisvoll, zum Teil blutig und etwas eklig, wirr und skurill und vor allem anders.
Man muss etwas Durchhaltewillen mitbringen und sich durch den Wald an Fragezeichen und geheimen Machenschaften kämpfen, bevor Holly Black einen in den Bann ziehen kann. Dann bekommt man jedoch eine spezielle Elfengeschichte geboten, in der nichts so ist, wie es scheint.

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Tags: ab 14 jahre, elfen, jugendbuch, urban fantasy   (4)
 

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35 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

krimi, mord, robin stevens, jugendbuch, teestunde

Teestunde mit Todesfall

Robin Stevens , Nadine Mannchen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 16.02.2017
ISBN 9783868739084
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Robin Stevens konnte mich damals mit "Mord ist nichts für junge Damen" begeistern und auch dieses Mal ging ihr Rezept auf: Man nehme zwei erfolgreiche Komponenten von früher - hier zum Beispiel Hanni und Nanni und Miss Marple -, schüttle sie kräftig durch und reichere sie mit eigenen Ideen an. Und ich kann euch jetzt schon verraten, dass sich der Mix von "Teestunde mit Todesfall" noch süffiger liest.

Dieses Mal ermitteln Daisy Wells und Hazel Wong jedoch nicht an ihrer Mädchenschule Deepdean sondern bei Daisy zuhause in Fallingford. Dort verbringen die beiden Mädchen nämlich ihre Ferien. In diese Zeit fällt auch Daisys Geburtstag, den ihre Mutter bei einem Teekränzchen mit der ganzen Familie und den Schulfreundinnen Kitty und Küken feiern möchte. Hazel fühlt sich auf dem in die Jahre gekommenen Landsitz jedoch nicht richtig wohl und sie würde lieber nach Hause nach Hong Kong. Als dann Mr Curtis vergiftet wird, erstellen die beiden wieder eine Liste mit Verdächtigen und machen sich auf die Suche nach Hinweisen und Alibis.

"Teestunde mit Todesfall" ist wieder humorvoll, aber auch sehr spannend. Und dafür sind vor allem die beiden unterschiedlichen Protagonistinnen verantwortlich. Daisy ist immer noch sehr forsch und von sich selbst eingenommen. Sie kann aber auch ausserordentlich gut beobachten und kombinieren, nur wenn die eigene Familie zum Kreise der Verdächtigen gehört, ist das alles nicht mehr einfach. Man ist voreingenommen und will manchmal der Realität nicht ins Auge blicken. So wird dieser zweite Fall eine harte Bewährungsprobe für die erfolgsverwöhnte Daisy.
Auch dieses Mal ist die ruhige und besonnene Hazel der Ausgleich zu Daisy. Sie kann ihr sehr gut nachfühlen und ist sehr einfühlsam.

Das Setting auf dem heruntergekommenen Landsitz Fallingford ist klasse. Dazu baut Robin Stevens eine dichte Atmosphäre auf und spätestens, als alle Anwesenden wegen eines Unwetters fest sitzen, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Obwohl der Kriminalfall nicht mit Pauken und Trompeten sondern mit Befragungen und Kombination gelöst wird, liest sich auch der zweite Fall von Wells & Wong sehr spannend. Gekonnt spinnt die Autorin ein Netz an Hinweisen und Spuren, so dass irgendwann jeder auf Fallingord der Mörder sein könnte. So kann man auch als Leser fleissig miträtseln und ist sich bis am Ende nicht sicher, wer nun wirklich Mr Curtis vergiftet hatte.

"Teestunde mit Todesfall" konnte mich noch mehr begeistern als der erste Band und so warte ich schon ungeduldig auf den Spetember, wenn die Detektei Wells & Wong ihren nächsten Fall zu lösen hat.

Fazit:
"Teestunde mit Todesfall" ist ein grandioser zweiter Fall für die beiden jungen Ermittlerinnen Daisy und Hazel. Robin Stevens überzeugt mit viel Spannung, einer dichten Atmosphäre, sympathischen Protagonistinnen, feinem Humor und vor allem sehr viel Lesespass. Wer diese Reihe noch nicht kennt, sollte sie sich unbedingt genauer anschauen!

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Tags: jugendbuch, krimi   (2)
 

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347 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 76 Rezensionen

liebe, anima, teufel, gott, kim kestner

Anima - Schwarze Seele, weißes Herz

Kim Kestner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Arena, 10.02.2016
ISBN 9783401602523
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Als Einstieg begleiten wir Abby und ihre Familie auf der Autofahrt nach Arcadia, einem Nationalpark in Kanada. Jedes Jahr arbeitet ihr Vater den Sommer über dort als Reverend. Abby liebt die Zeit im Ferienpark und geniesst die Ruhe, ihre Schwester Virginia würde hingegen viel lieber Party machen.


Erst nimmt alles seinen gewohnten Lauf, doch dann erscheint Juspinn auf der Bildfläche. Er ist der neu engagierte Magier und sorgt mit seinen Illusionen und seinem überirdisch guten Aussehen für Wirbel. Auch Abby fühlt sich wie magische von ihm angezogen, hat aber das Gefühl, dass irgend etwas nicht mit ihm stimmt. Die Ferienbesucher werden plötzlich neidisch und aggressiv und auch ihre Familie verändert sich. Kann es sein, dass Juspinn etwas damit zu tun hat?


Abby ist der Inbegriff des Guten. Sie hält sich immer an Regeln, hasst Unzuverlässigkeit, ist eine miserable Lügnerin und hat ständig den Drang, anderen Menschen zu helfen. Sie macht im Laufe der Geschichte eine enorme Entwicklung durch, erscheint zeitweise aber ein bisschen naiv.
Juspinn umgibt eine dunkle Aura. Er ist geheimnisvoll, überaus attraktiv und seine düstere Ausstrahlung übt nicht nur auf Abby eine enorme Anziehung aus.


Die Grundidee mit dem Kampf von Gut und Böse hat mir sehr gut gefallen. In dieser Geschichte gibt es ganz klar Schwarz und Weiss, aber auch viele Grauschattierungen. Mir hat gut gefallen, dass in einigen Dialogen Fragen aufgeworfen werden, die auch den Leser zum Nachdenken anregen.
Auch wenn der Spannungsbogen immer mal wieder zusammenfällt, ist "Anima" ein richtiger Pageturner, der sich sehr süffig liest.
Ich muss sagen, dass "Anima" einen richtig tollen Start hinlegte. Vor allem das Setting und die Atmosphäre im Feriencamp ist Kim Kestner sehr gut gelungen. 


Doch als Abby und Juspinn das Feriencamp verlassen, bricht für mich die Geschichte etwas ein. Ich fühlte mich irgendwie nicht mehr wirklich wohl, es hat nicht mehr alles so richtig gepasst. Nach dem letzten Ortswechsel wird das Tempo enorm angezogen und die Ereignisse überschlagen sich. Das Ende wirkt etwas gehetzt und es ging mir leider alles etwas zu schnell.
Neben den Fantasy-Fans kommen hier auch die Romantiker nicht zu kurz. Wenn man zu "Anima" greift, muss einem bewusst sein, dass hier geschmachtet und geschwärmt wird. Mir persönlich war es stellenweise zu kitschig und zu klischeebehaftet.


Kim Kestners Schreibstil ist leicht, jugendlich und sehr flüssig zu lesen. Es finden sich aber auch immer wieder sehr bildhaft beschriebene Szenen, was mir gut gefallen hat. 
Die Geschichte ist meistens aus der ich-Perspektive von Abby erzählt, so dass wir ihre Gefühlswelt sehr schön zu spüren bekommen. Zwischendurch werden aber auch immer mal wieder kurze Sequenzen aus Juspinns Sicht geschildert. Diese haben sogar eine andere Schriftart.


Fazit:
"Anima: Schwarze Seele, weisses Herz" lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite hat mir der Einstieg in die Geschichte sehr gut gefallen und ich wurde super unterhalten. Auf der anderen Seite habe ich jedoch den einen oder anderen Kritikpunkt.
Wer gerne romantische Fantasy liest und etwas Kitsch und Klischee nicht abgeneigt ist, soll sich "Anima" ruhig genauer anschauen. Im Juni erscheint nämlich das Taschenbuch.
(3.5 Sterne)

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Tags: ab 14 jahren, fantasy, jugendbuc   (3)
 

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176 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

liebe, klippen, selbstmord, juli, beziehung

Herz zu Asche

Kathrin Lange
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Arena, 13.07.2015
ISBN 9783401600338
Genre: Jugendbuch

Rezension:


"Herz zu Asche" ist das Finale der Herz-aus-Glas-Trilogie von Kathrin Lange. Schon in den ersten beiden Bänden hat sie beweisen, dass sie ihr Handwerk versteht. Sie schafft es wie kaum eine andere, eine dichte, beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Band 2 endete mit einem richtig fiesen Cliffhanger, so dass ich mich fragte, was die Autorin Juli und David noch alles zumuten wird. Und schon nach wenigen Seiten muss man als Leser feststellen, dass dies nicht wenig ist. 


"Herz zu Asche" steigt am gleichen Ort ein, wo Band 2 so dramatisch geendet hat, nämlich auf den Klippen. So fühlt man sich gleich wieder 'zuhause' und kann sich in die Geschichte stürzen. 


Die ganze Trilogie lebt ganz klar von ihren facettenreichen Protagonisten. Leicht schafft die Autorin es, die Emotionen zu transportieren, so dass man Julie sehr gut versteht und mit ihr mitleidet. Die beiden erleben auch diese Mal wenige Hochs und viele Tiefs.
Ja, Kathrin Lange legt ihren Figuren viele Steine in den Weg und vor allem Juli muss einiges wegstecken. Und obwohl sie emotional ist und oft impulsiv handelt, wirkt sie reif. Sie wächst an ihrem Schicksal und ist nicht gewillt aufzugeben.


David ist nun noch negativer und manchmal sehr anstrengend. Juli wird von Visionen gequält und hätte die Unterstützung ihres Freundes bitter nötig, doch er ist überzeugt, dass er Juli nur retten kann, wenn er sie von sich stösst. Sein Benehmen wird immer ruppiger und ab einem gewissen Punkt konnte und wollte ich sein Handeln nicht mehr nachvollziehen. Nur gut, dass Juli wirklich eine starke Persönlichkeit ist, sich nicht so schnell einschüchtern lässt und unbedingt den Fluch brechen will.


Ein Lichtblick war immer Julis Freundin Miley. Sie hat der Geschichte sehr gut getan, denn sie zaubert einem zwischendurch ein Lächeln aufs Gesicht. Sie trägt das Herz nämlich auf der Zunge und sagt frei heraus, was man als Leser selber oft denkt.


Obwohl mir die Geschichte von Anfang an gefallen hat, konnte mich die Autorin dieses Mal nicht gleich fesseln. Nun ist klar, dass es keinen Fluch gibt. So steht in "Herz zu Asche" mehr die Psyche des Menschen im Mittelpunkt. Dieser medizinischen Bereich ist sicher gut recherchiert und interessant, trotzdem hat mir das Mysteriöse, was die ersten beiden Teile so speziell machte, gefehlt.


Der Schreibstil ist wieder grandios. Kathrin Lange ist einfach ein Profi durch und durch. Mit einem einzigen Satz schafft sie es, die Spannung enorm anzuziehen, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Nicht nur deshalb merkt man, dass Kathrin Lange auch Thriller schreibt. Die ganze Trilogie ist perfekt durchdacht und im Finale laufen nun alle Fäden zusammen. Erst ganz am Schluss werden die letzten Intrigen aufgedeckt und alle Zusammenhänge geklärt, so dass man zufrieden auf eine tolle Trilogie zurückblicken kann.


Fazit:
"Herz zu Asche" ist ein gelungener Abschluss der Trilogie. Noch einmal werden wir mit interessanten Charaktere, einem tollen Setting und Kathrin Langes grandiosem Schreibstil belohnt. Alle Fäden laufen zusammen, die gesponnenen Intrigen werden aufgelöst, den Emotionen werden freien Lauf gelassen, ein romantisch angehauchter Mystery-Thriller nimmt sein Ende. 

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Tags: jugendbuch, liebe, mysterythriller   (3)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

sachbuc

Das große Buch der wilden Tiere

Cornelia Panzacchi , Yuval Zommer
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 27.04.2017
ISBN 9783737355049
Genre: Kinderbuch

Rezension:


"Das grosse Buch der wilden Tiere" heisst nicht nur gross, sondern überragt mit seinen 24 x 35 cm auch die meisten anderen Bücher in unserem Regal. So wird es von den Kindern gerne in die Hand genommen, denn die mögen grossformatige Bücher.
Ich habe mich sofort in das klasse Cover verliebt, auf dem sich rund um den Titel schon viele wilde Tiere tummeln und ihre Spuren hinterlassen haben. So bekommt man schon einen ersten Eindruck, mit welchen gefährlichen Kreaturen man es gleich zu tun bekommt.


Wenn man das Buch dann aufschlägt, bekommt man noch vor der Titelseite einen Auftrag. Man muss nämlich einen ganz bestimmten Fussabdruck 15-mal im Buch finden. Genaues Beobachten und Vergleichen ist also wichtig.


Dann geht es erst richtig los. Immer auf einer Doppelseite wird ein Thema oder ein Tier behandelt. Zuerst wird erklärt, was Säugetiere sind und in welche verschiedenen Gruppen sie unterteilt werden. Dann geht es um Zähne und Krallen, also wie sich die Tiere verteidigen, und unter dem Titel 'Heulen, knurren und stinken' erfährt man, wie sich die Tiere bemerkbar machen.
Danach werden 18 wilde Tiere genauer vorgestellt. Da finden sich selbstverständlich die bekannte n Kandidaten wie Tiger, Wolf und Braunbär. Richtig spannend wird es dann bei etwas exotischeren Tierarten wie dem Honigdachs, dem Marderbär oder dem Tasmanischen Teufel. Die Auswahl der Tiere ist sehr abwechslungsreich und spannend.


Nach den  Tiervorstellungen gibt es als Abschluss nochmals einige allgemeine Informationsseiten. Da können wilde Spuren entdeckt und gesucht werden, einige wilde Eiszeittiere werden vorgestellt, man erfährt, welche Tiere in Schwierigkeiten stecken, und welche Wildtiere in der Stadt vorkommen. Als krönenden Abschluss werden noch einige Tierwörter erklärt, so dass dann auch die Kinder wie Tierexperten reden können.


Die ganze Familie ist richtig begeistert von "Das grosse Buch der wilden Tiere".  Die Bilder von Yuval Zommer sind wunderschön, so dass man das Buch auch einfach nur so durchblättern und staunen kann.
Die Informations-Häppchen, bestehend aus einer fett gedruckten Frage und der Antwort, sind gut dosiert und sehr spannend, so dass gross und klein noch etwas"Das grosse Buch der wilden Tiere" von Yuval Zommer ist ein rundum gelungenes Sachbuch, das die ganze Familie begeistert. Wunderschöne Illustrationen und spannende Informations-Häppchen ergänzen sich perfekt und laden zum Verweilen ein. Ich kann euch dieses grossartig grossformatige Werk nur ans Herz legen.

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Tags: sachbuc   (1)
 

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329 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

verlag fischer, romantasy, jugendroman, roma, venedig

Pearl - Liebe macht sterblich

Julie Heiland
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 24.05.2017
ISBN 9783841440174
Genre: Fantasy

Rezension:


Als Einstieg ins Buch begleiten wir Pearl zu ihrem Date mit John. Er könnte der Richtige sein und sie erlösen. Doch sollte er nicht ihr Seelenpartner sein, würde sie ihm durch den Kuss seine Liebe rauben, so dass er nie wieder dieses Gefühl empfinden könnte. Und da sich Pearl einfach nicht sicher ist, schliesslich hat sie selber noch nie Liebe empfunden, lässt sie ihn ziehen.


Trotzdem gerät sie in den Fokus der Jäger, die 'böse' Suchende ausfindig machen und eliminieren.
Julie Heiland startet recht einfach in ihr neues Buch "Pearl - Liebe macht sterblich", bevor sie immer tiefer in ihre Thematik eintaucht. 


Pearl ist damals mit 18 Jahren ungeliebt gestorben und weilt nun schon seit 200 Jahren als Suchende auf der Erde, um ihre wahre Liebe zu finden und erlöst zu werden. Trotz dieser langen Zeit, in der sie Erfahrungen sammeln konnte, erschien sie mir zu Beginn recht naiv. Zum Glück entwickelt sie sich jedoch weiter, so dass sie einem immer mehr ans Herz wächst.
Pearl wohnt mit zwei anderen Suchenden in einem wunderschönen Palazzo. Damian und Alexa sind ihre Familie und ich fand es sehr spannend, die beiden besser kennenzulernen, denn sie zeigen einem sehr schön auf, in welche beiden Richtungen Suchende sich entwickeln können.


Auch in "Pearl" schafft Julie Heiland eine dichte Atmosphäre. Das Setting in Venedig, der Stadt der Liebe, könnte nicht passender sein und die Autorin setzt die typischen Merkmale der Lagunenstadt gekonnt ein.
Die Idee der Suchenden und Jäger bringt wieder einmal etwas frischen Wind in den Buchmarkt und hat mir sehr gut gefallen. Die komplexe Thematik wird sehr gut eingeführt und mit kursiv gedruckten Rückblicken auf Pearls bitteres Leben eindrucksvoll untermauert.


Unsterblichkeit, die Suche nach der wahren Liebe, Venedig .... all diese Stichwörter deuten daraufhin, dass "Pearl" ein Buch der grossen Gefühle ist. Und ja, wir erleben Freundschaft, Eifersucht, Hass, Sehnsucht und selbstverständlich auch die Liebe. Manchmal war mir die Geschichte sogar etwas zu kitschig.


Julie Heilands Schreibstil ist schlicht, aber auch bildhaft und mitreissend. Ihre oft kurzen Sätzen entwickeln beim Lesen eine tolle Dynamik so dass man das Buch kaum noch aus den Händen legen kann.
Die Geschichte ist meistens aus der ich-Perspektive von Pearl erzählt, so dass wir ihre Gefühlswelt sehr schön zu spüren bekommen. Zwischendurch bekommen wir jedoch auch Einblicke in das Leben eines verbittertenJägers, was sehr interessant ist.


Fazit:
Mit "Pearl - Liebe macht sterblich" bietet uns Julie Heiland einmal mehr Lesestoff, den man kaum aus der Hand legen kann. Ihre Idee und das Setting ist grandios umgesetzt und die Geschichte löst beim Lesen viele Emotionen aus - ab und zu jedoch auch ein Augenrollen, weil es etwas zu kitschig ist. Der Ausflug nach Venedig lohnt sich aber trotzdem!

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Tags: ab 14 jahren, urban fantasy, venedig   (3)
 

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kinderbuch, gefühle, lächeln, bilderbuch, liebe

Ein Lächeln für Fröschlein

Przemyslaw Wechterowicz , Emilia Dziubak
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 23.02.2017
ISBN 9783737354226
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Als der Flussbarsch und auch der Schwalbenschwanz-Schmetterling das traurige Fröschlein sahen, wollten sie es trösten. Sogar die Sonne versuchte, es aufzuheitern, doch Fröschlein wurde nur noch trauriger. Zur gleichen Zeit hatte Mama Frosch in ihrem Laden alle Hände voll zu tun, doch mit einem Mal spürte sie einen Stich im Herzen und sie machte sich Sorgen um ihr Fröschlein. Da wandte sie sich an den Biber, der gerade bezahlen wollte, und bat ihn, ihrem Fröschlein ein strahlendes, liebevolles Lächeln zu bringen. Dies wollte der Biber gerne tun, doch unterwegs entdeckte er einen Haufen Zweige, die für seinen neuen Damm geeignet waren. Aber er hatte ja versprochen, Fröschlein das Lächeln zu bringen. Nur gut, dass da gerade Frau Otter daher kam. Der Biber lächelte sie strahlend an und bat sie, dieses Lächeln von Mama Frosch ihrem kleinen Fröschlein zu bringen. Frau Otter machte sich auf den Weg, ein Lächeln von einem Ohr zum andern auf dem Gesicht. Da erinnerte sie sich an den Kochtopf Milch auf dem Herd.... So wird Mama Froschs Lächeln von einem Tier zum nächsten weitergegeben und man fragt sich, ob es schlussendlich wirklich Fröschlein erreichen wird.
Die Thematik, dass Mama arbeiten muss und die Kinder 'heimweh' nach ihr haben, ist sicher vielen Müttern bekannt. Was wir mit einem kurzen Telefongespräch oder einem Foto überbrücken können, ist für Mama Frosch ein bisschen komplizierter. Umso schöne ist ihre Idee, ihr Lächeln überbringen zu lassen. Unbewusst erfreut sie damit nicht nur ihr Fröschlein sondern zaubert ganz vielen Waldbewohnern ein Lächeln aufs Gesicht.
Der Autor Przemystaw Wechterowicz hat die Problematik sehr liebevoll und sensibel aufgegriffen, so dass eine warmherzige Geschichte entstanden ist. Ich finde es toll, wie vielen unterschiedlichen Waldbewohnern wir in "Ein Lächeln für Fröschlein" begegnen und wie sie zusammenarbeiten, damit das Lächeln sein Ziel erreicht.
Emilia Dziubak konnte mich schon mit ihren Illustrationen in "Ein Jahr im Wald" begeistern. Auch dieses Bilderbuch besticht mit wunderschönen, harmonischen Bildern. Sie sind vorwiegend in der ganzen Palette an Grüntönen und anderen Naturfarben gehalten. 
Geschichte und Illustrationen ergeben zusammen einen wundervollen Stafettenlauf des Lächelns, den ich nur weiterempfehlen kann. 
Fazit:"Ein Lächeln für Fröschlein" ist ein Bilderbuch, in dem ganz viele Liebe steckt und das wohl jedem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Eine Geschichte, die man am besten eng aneinandergekuschelt immer wieder anschaut.

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Tags: ab 4 jahren, bilderbuch, gefühle   (3)
 

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64 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

federwelt, elisabeth denis, federherz, liebe, urban fantasy

Federwelt

Elisabeth Denis
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Oetinger 34 ein Imprint von Verlag Friedrich Oetinger, 26.09.2016
ISBN 9783958820081
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Mit "Federherz" war Elisabeth Denis eine geheimnisvolle Fantasygeschichte gelungen, die Lust auf mehr machte und so freute ich mich auf "Federwelt", den zweiten Band dieser Dilogie. Wenn es schon in der Menschenwelt atmosphärisch und mysteriös zu und her ging, wie würde das nur in Hain werden?


Doch obwohl Mischa nun in eine fantastische Welt eintaucht und ihren Vater nach Jahren wiedersieht, fehlt die spezielle Atmosphäre aus dem ersten Band. Mischa ist sich nicht einmal sicher, ob sich ihr Vater über das Wiedersehen freut und würde am liebsten sofort wieder zurück in ihre Welt. Doch das ist nicht so einfach, wie sie denkt, denn es werden ihr von mehreren Seiten Steine in den Weg gelegt.


Mischa steht zwischen zwei Welten, der Menschen- und der Federwelt. Hain ist für sie total neu und sie trifft nach sieben Jahren wieder auf ihren Vater. Kein Wunder also, dass sie hin- und hergerissen ist. Mischa zweifelt, hat Angst und würde am liebsten sofort zurück in die Menschenwelt, zurück zu ihrer Mutter und zu Basil.


Das Dilemma der Protagonistin wird schön beleuchtet. Elisabeth Denis konnte ihre Gefühle gut verständlich transportieren.
Obwohl man sich vieles in der Geschichte zusammenreimen kann, weiss "Federwelt" doch auch zu überraschen. Einige Personen sind nun total anders als noch im ersten Band.
Das Ende ist zwar in sich abgeschlossen, trotzdem jedoch so offen, dass es Freiraum für eigene Spekulationen oder vielleicht sogar einen dritten Teil zulässt.


Die Autorin hat mit Hain eine komplexe Welt geschaffen, die vielen fantastischen Völkern eine Heimat ist. Dazu kommen verschiedene politische Strukturen, Intrigen, .... Alles wird recht oberflächlich und auf wenigen Seiten erklärt, so dass ich am liebsten mindestens eine Karte gehabt hätte. Dieser Weltenentwurf ist meiner Meinung nach für ein so kurzes Buch eigentlich zu komplex.
Auch finde ich es sehr schade, dass Basil so in eine Nebenrolle gedrängt wird. Zwar sind Mischas Gedanken oft bei ihm, aber er hat keine tragende Rolle mehr in "Federwelt". Erst gegen Ende tritt er kurz in Aktion.


Auch wenn Elisabeth Denis es nicht schafft, in dieser Fortsetzung wieder eine gleich geheimnisvolle Atmosphäre zu schaffen, liest sich der Schreibstil angenehm und flüssig, so dass man auch "Federwelt" am liebsten in einem Rutsch lesen würde. 


Fazit:
Mit "Federwelt" findet die Dilogie von Elisabeth Denis ein spannendes Ende, das noch einiges offen lässt. Die Geschichte liest sich ganz anders als noch Band 1, denn nicht nur das Setting, auch die Atmosphäre hat sich stark verändert. Leider wurde das Potential von Hain mit seinen vielen fantastischen Wesen meiner Meinung nach nicht ausgeschöpft.

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Tags: ab 12 jahren, urban fantasy   (2)
 

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kinderbuch, vorlesen, familie, freundschaft, ab 4 jahren

Greta Glückspilz.Von Eichhörnchen, besten Freunden und Zimtschnecken.

Sandra Grimm , Elli Bruder
Fester Einband: 88 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2017
ISBN 9783401706924
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im Bilderbuch "Greta Glückspilz. Du bist meine Freundin!" konnten wir mitverfolgen, wie Greta Marie als Freundin gewinnen konnte, was nämlich gar nicht so einfach war. Da meine Tochter ganz begeistert von den süssen Illustrationen ist, freute sie sich riesig, dass es mehr von Greta Glückspilz gibt - dieses Mal jedoch nicht ein Bilderbuch, sondern zauberhafte 5-Minuten-Abenteuer zum Vorlesen.

"Greta Glückspilz. Von Eichhörnchen, besten Freunden und Zimtschnecken" umfasst elf kurze Geschichten, in denen wir Greta, ihre Familie und Freunde besser kennenlernen. Auf der ersten Doppelseite wird Greta Glückspilz und ihr Wohnort Minzhausen mit einem kurzen Text und einem Bild vorgestellt, was ein wirklich gelungener Einstieg in dieses Vorlesebuch ist. 

Jede Geschichte umfasst etwa 6 - 8 Seiten, was eine ideale Länge ist. So eignet sich "Von Eichhörnchen, besten Freunden und Zimtschnecken" perfekt als Gutenachtgeschichte oder zum Vorlesen zwischendurch. 

Die einzelnen Abenteuer von Greta sind sehr abwechslungsreich. Einmal baut sie mit ihrem Grossvater eine Schaukel, dann vertreibt sie mit Hannes den Winter, verschönert gemeinsam mit Marie ihren kleinen Hund Bommel oder findet ein Eichhörnchen als neuen Freund. Greta ist einfach ein Glückspilz .... doch in der allerletzten Geschichte, muss auch Greta einmal erfahren, was ein Pechtag ist.

Sandra Grimm hat elf tolle Abenteuer geschrieben. Mir gefällt es sehr gut, dass Greta viel Zeit draussen verbringt und so die Natur oft eine wichtige Rolle spielt. Aber man merkt auch, wie wichtig ihr die Familie und die Freunde sind, denn die Charaktere sind alle sehr liebevoll geschildert und haben eine innige Beziehung.

Auch dieses Buch von Great Glückspilz wurde von Elli Bruder illustriert. Jede Seite wird von einem farbenfrohen, süssen Bild bereichert, so dass das Vorlesen gleich doppelt Spass macht.


Fazit:
"Greta Glückspilz. Von Eichhörnchen, besten Freunden und Zimtschnecken" umfasst elf Vorlesegeschichten rund um Familie, Freundschaft und die Natur. Diese sind sehr abwechslungsreich und eignen sich von der Länge her perfekt als Gutenachtgeschichte oder für zwischendurch. Ergänzt durch herzallerliebste Illustrationen ist dies ein klasse Vorlesebuch, das ich sehr gerne weiterempfehle.

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Tags: ab 4 jahren, familie, freundschaft, kinderbuch, vorlesen   (5)
 

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ab 4 jahren, tauschen, tulipan verlag, kinderbuch, bilderbuch

Tokkis Reise

Till Penzek , Julia Neuhaus
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei TULIPAN VERLAG , 20.01.2017
ISBN 9783864293184
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Nur schon das Cover von "Tokkis Reise" ist ein Eyecatcher. Es gibt nicht viele Bilderbücher mit Ausserirdischen und UFOs und genau diese Thematik interessiert und fasziniert viele Kinder. 


Tokki ist ein kleiner Ausserirdischer, der auf einem fernen Planeten lebt. Am liebsten düst er in seinem Raumschiff herum oder spielt Space-Ball. Doch dann bekommt er von seiner Mutter den Auftrag, eine Kanne Milch von den Mondkühen zu holen. Unterwegs hält er an, um noch Andomeda-Äpfel zu pflücken. Als er weiterfliegt fängt sein Motor plötzlich Feuer und er muss auf einem fremden Planeten, der Erde, notlanden. Entsetzt muss er feststellen, dass sein Schwups-Kompensator kaputt ist. Sein Bordcomputer führt ihn zu einem Erfinder, der ihm weiterhelfen können soll. Als dieser die Andromeda-Äpfel entdeckt, ist er bereit, Tokki seinen Schwups-Kompensator gegen einen Andromeda-Apfelkuchen zu tauschen.


Doch Tokki hat noch nie einen Kuchen gebacken und geht dafür lieber zu einer Bäckerei. Aber dem Bäcker fehlt die Milch zum Backen, der Kuh das Gras zum Milchgeben, dem Rasenmäher Öl, ....
So entsteht eine ganze Tauschkette und Tokki lernt einige Erdbewohner kennen, denen er etwas besorgen muss, um das Gewünschte zu erhalten. Er lernt also, dass man selten etwas geschenkt bekommt, aber mit etwas Einsatz sein Ziel erreichen kann. Wenn man sich gegenseitig hilft, kann man miteinander reüssieren.
Und so ist es auch in "Tokkis Reise": Am Ende sind alle glücklich und zufrieden. Tokki kann sein Raumschiff reparieren und somit zurück zu seiner Mutter fliegen, der er ganz exotische, weisse Milch mitbringt.


Mir ist "Tokkis Reisen" wegen den Illustrationen sofort ins Auge gestochen. Ich liebe die Technik und vor allem die spezielle Farbpalette von Julia Neuhaus. Die Kinder sind dafür vom süssen grünen Tokki mit seinem Rüssel und der Antenne begeistert. Zudem müssen sie auf jeder Seite immer gleich seinen Begleiter suchen. Der kleine ausserirdische Hund macht nämlich meistens etwas Lustiges.


Aber auch die Geschichte macht richtig Spass. Durch die vielen Personen kann man beim Erzählen schön die Stimme verstellen.
Obwohl Till Penzek für die Kinder bisher unbekannte Begriffe wie Space-Ball, Schwupps-Kompensator oder Andromeda-Äpfel verwendet, ist die Sprache sehr gut verständlich und ich war erstaunt, wie schnell diese besonderen Begriffe im Kopf geblieben sind - vielleicht gerade weil sie etwas Spezielles sind.


Fazit:
"Tokkis Reise" steht bei uns hoch im Kurs.
Mit einer spannenden Tauschgeschichte und wunderschönen Illustrationen zeigt uns der kleine Ausserirdische, wie wichtig es ist, einander zu helfen, so dass schlussendlich alle ihr Ziel erreichen.

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Tags: ab 4 jahren, ausserirdisch, bilderbuch, tauschen   (4)
 

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rituale, bilderbuch, ab 4 jahre, humor

Grododo

Michaël Escoffier , Anna Taube , Kris Di Giacomo
Fester Einband: 56 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.02.2017
ISBN 9783551515094
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der Hase Cäsar freut sich nach einem langen Tag endlich schlafen zu gehen. Wie jeden Abend stellt er ein Glas Wasser auf seinen Nachttisch und seine Pantoffeln auf den kleinen Teppich, überprüft, dass sich kein Monster unter seinem Bett versteckt, drückt seinen Teddy, schliesst ein Auge, dann das zweite und schläft auf beiden Ohren ein. Doch plötzlich schreckt er hoch. Wer wagt es, ihn beim Schlafen zu stören? Er schaut nach und sorgt für Ruhe. Aber die währt leider nicht lange. Cäsar wird immer wieder geweckt, wird immer wütender und müder, so dass sein Zubettgeh-Ritual immer mehr durcheinander gerät.

Es gibt Bilderbücher, die kaufe ich einfach für mich. "Grododo" von Michaël Escoffier und Kris Di Giacomo war so eines. Ich habe das Cover gesehen, und mich sofort verliebt. Auch wenn ich mir dachte, dass meine Kinder dieses spezielle Buch nicht sonderlich mögen würden, konnte ich nicht widerstehen.

Die Illustrationen von Kris Di Giacomo sind nämlich kunstvoll und in grau-braun-Tönen gehalten, was eine tolle Atmosphäre ergibt. Die Geräusche, die Cäsar aufwecken, werden als immer wiederkehrende Wörter auf einer ganzen Doppelseite optisch dargestellt. Damit kann man beim Erzählen spielen und die Spannung erhöhen.

Aber genau wegen den eher düsteren, sehr speziellen Bildern dachte ich, dass meine Kinder nicht so auf "Grododo" anspringen würden. Doch ich wurde überrascht. Vor allem mein Sohn (bald 5) hat nun ein neues Lieblingsbilderbuch. Als wir Cäsar das erste Mal beim Zubettgehen begleitet hatten, lachte er sich kringelig. Kinder lieben Wiederholungen und Rituale. Michaël Escoffiers Spiel mit den kleinen Verwechslungen bringt sehr viel Humor und wird hier geliebt.
Die letzte Doppelseite bringt übrigens noch einen krönenden Abschluss, an dem vor allem die Erwachsenen ihre Freude haben.

Fazit:
"Grododo" ist ein wunderbares Bilderbuch, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Die Geschichte spielt humorvoll mit den Ritualen vor dem Zubettgehen und besticht mit kunstvollen und atmosphärischen Illustrationen.
Vielen Dank Michaël Escoffier und Kris Di Giacomo! Wir haben ein neues Lieblingsbilderbuch!

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Tags: ab 4 jahre, bilderbuch, humor, rituale   (4)
 

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kunst, zwillinge, liebe, jugendbuch, young adult

Ich gebe dir die Sonne

Jandy Nelson , Catrin Frischer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbt, 21.11.2016
ISBN 9783570164594
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es gibt Bücher, da weiss man schon nach wenigen Seiten, dass man sie lieben wird. "Ich gebe dir die Sonne" von Jandy Nelson ist so eine Geschichte. Eine Geschichte, die mich tief beeindruckt und begeistert hat und die ich kaum in Worte fassen kann. Eine Geschichte, die man selber erleben muss.

Die Zwillinge Noah und Jude sind mit 13 Jahren zwar sehr unterschiedlich, aber unzertrennlich. Doch dann schleicht sich die Eifersucht ein, um den Stellenwert bei den Eltern aber auch aufeinander. Drei Jahre später sprechen sie kaum noch ein Wort miteinander und es hat den Anschein, als hätten sie die Rollen getauscht. Mit 13 Jahren war Noah sehr introvertiert und drückte sich vor allem durch das Malen aus, Jude war dagegen draufgängerisch und frei. Doch heute studiert sie an der Kunsthochschule, die immer Noahs Traum war. Er hingegen nimmt keinen Pinsel, keine Stifte mehr in die Hand.

Die Erzählweise ist etwas ganz Besonderes, denn wir erleben Noah als 13-jährigen in der Vergangenheit und Jude heute als 16-jährige. Obwohl wir so mit jedem Perspektivenwechsel auch noch einen Zeitsprung haben, bereitet es keine Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen.

Erst nach und nach erkennt man, wie die unterschiedlichen Charkatere zusammenspielen, was es mit den Familiengeheimnissen auf sich hat und was dann schlussendlich wirklich zum Bruch zwischen den Zwillingen geführt hat. Jandy Nelson zieht im Hintergrund geschickt die Fäden und schafft die Balance zwischen dem individuellen Schicksal und dem gemeinsamen Drama.

"Ich gebe dir die Sonne" ist ein ruhiges Buch, das mit facettenreichen Charaktere überzeugt. Was die Geschichte jedoch hervorhebt ist die Sprache. Jandy Nelson erzählt so intensiv, zum Teil poetisch, dass man als Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitgerissen wird. Einmal begonnen, konnte ich mich dieser Sprachgewalt nicht mehr entziehen. Das ist Erzählkunst!

Jandy Nelson hat mir ein wundervolles und intensives Leseerlebnis geschenkt und obwohl das Buch doch knapp 500 Seiten umfasst, hätte ich NoahundJude nur zu gerne noch ein Stück weiter begleitet.

Fazit:
tiefgründig, intensiv, sprachgewaltig
Jandy Nelson vereint in "Ich gebe dir die Sonne" eine tiefgründige, fesselnde Geschichte mit Sprachkunst. Mir fehlen immer noch die Worte, um diesem Meisterwerk der Jugendliteratur gerecht zu werden. Ich kann euch nur ans Herz legen, NoahundJude selber kennenzulernen.

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Tags: coming-of-age, jugendliteratur   (2)
 

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bilderbuch, fliegende kiste, originel, vergangene zeite, oldtimer

Die tollkühnen Schafe in ihrer fliegenden Kiste

Peter Bently , Salah Naoura , David Roberts
Fester Einband
Erschienen bei Knesebeck, 16.02.2017
ISBN 9783868739206
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Es gibt Bilderbücher, die schaue ich als Mutter an, bin begeistert, denke aber, dass es eher ein Buch für Erwachsene sei. Meistens habe ich recht, doch dann überraschen mich meine Kinder ab und zu. Genau das ist mir bei "Die tollkühnen Schafe in ihrer fliegenden Kiste" passiert.

Die Illustrationen sind farbenfroh, detailliert, zum Teil witzig und begeistern mit einem Hauch Nostalgie, denn Peter Bently und David Roberts haben sich wohl nicht nur beim Titel sondern auch bei der Kleidung und den Flugzeugen beim Film "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten" inspirieren lassen.
Ausser auf dem ersten Bild findet sich sonst überall zumindest ein Teil des gelben Flugzeuges und auf beinahe jede Seite hat sich ein blauer Vogel geschlichen. So kann man beim Erzählen gleich noch ein kleines Suchspiel initiieren. Ich hätte es aber noch besser gefunden, wenn David Roberts dieses süsse Details wirklich durch die ganze Geschichte gezogen hätte.

Peter Bentlys Geschichte ist sehr humorvoll und bekommt durch die Reimform eine ganz eigene Dynamik. Beim Vorlesen hebt man beinahe ab, so dass es dem Leser und den Zuhörern grossen Spass bereitet. Der Text ist nicht immer gleich gross geschrieben und manchmal werden die Sätze sogar Teil der Geschichte und schlingern mit dem Flugzeug um die Wette.

So ist "Die tollkühnen Schafe in ihrer fliegenden Kiste" meiner Meinung nach nicht das typische Bilderbuch, auf das alle Kinder fliegen. Es ist künstlerisch, originell, witzig und eher anspruchsvoll. Aber ich kann euch verraten, dass es seit einiger Zeit zu den beiden Lieblingsbüchern meines Sohnes zählt. Immer wieder möchte er es vorgelesen bekommen, was uns beiden grossen Spass bereitet.

Fazit:
"Die tollkühnen Schafe in ihrer fliegenden Kiste" ist ein äusserst originelles und humorvolles Bilderbuch. Die charmanten Illustrationen und der temporeiche Text in Reimen stösst bei uns auf grosse Begeisterung, so dass wir immer wieder im knallgelben Flugzeug Platz nehmen und eine Runde drehen.

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Tags: bilderbuch   (1)
 

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angelfall, susan ee, engel, apokalypse, raffe

Angelfall - Tage der Dunkelheit

Susan Ee , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2017
ISBN 9783453317482
Genre: Fantasy

Rezension:


Was hatte ich mich gefreut, als ich hörte, dass "Angelfall" doch noch weiter übersetzt werden würde. Dem ersten Band "Nacht ohne Morgen" hatte ich damals nämlich sogar die Goldene Leseente verliehen. Da ich das Ende von Band 1 nochmal etwas aufgefrischt hatte, fiel mir der Einstieg in "Tage der Dunkelheit" leicht. Die Handlung setzt nämlich nahtlos an den Vorgänger an, doch Susan Ee hat auch sowieso einige Wiederholungen eingebaut.


So steckt man schnell wieder in der apokalyptischen USA, muss aber leider feststellen, dass die Geschichte etwas auf der Stelle tritt. Penryn versucht immer noch ihre Schwester zu retten und ihre Familie zusammenzuhalten und Raffe ist immer noch auf der Suche nach seinen Engelsflügeln - nun bedauerlicherweise jedoch alleine.
Schon bald musste ich feststellen, dass sich die so spannende Engelsfantasy aus Band 1 in ein etwas zu gewolltes Horrosszenario im Monsterkabinett gewandelt hatte.


Je länger die Geschichte dauerte, desto mehr hatte ich zu bemängeln. Der grösste Kritikpunkt ist ganz klar die Abwesenheit von Raffe. Die spritzigen Dialoge zwischen den beiden so unterschiedlichen Charaktere hatten Band 1 so richtig aufgemischt und ohne die blieb fast nur noch die Angst vor den schrecklichen Skorpionen.
Dann entwickelte Raffes Schwert, das nun in Penryns Besitz war, plötzlich ein Eigenleben und zeigte ihr Einblicke in Raffes Leben. Vielleicht wollte die Autorin damit Raffes Abwesenheit ausgleichen, doch das missriet meiner Meinung nach gleich doppelt. Zum einen war das Schwert weder arrogant, sarkastisch noch sexy und zum anderen waren mir diese Rückblicke fast zu viel, sie zogen die Handlung zu sehr in die Länge.


Dann endlich, leider erst etwa 100 Seite vor dem Ende, tritt Raffe wieder in Action und "Angelfall - Tage der Dunkelheit" zeigt uns kurz, was wir an seinem Vorgänger so geliebt haben: Sarkasmus, einige humorvolle Wortgefechte und die Anziehung der beiden. Und so versöhnt der Abschluss etwas und lässt mich hoffnungsvoll auf das grosse Finale warten.


Auch wenn ich einiges an diesem zweiten Band zu bemängeln habe, ist und bleibt Penryn eine tolle Protagonistin. Obwohl ihre Situation alles andere als rosig ist, versinkt sie nicht in Selbstmitleid. Sie weiss genau, was sie will und dieses Ziel verfolgt sie - knallhart, aber mit der nötigen Portion Menschlichkeit.


Der Schreibstil von Susan Ee ist einfach und sehr flüssig zu lesen. Auch dieses Mal baut sie eine düstere Atmosphäre auf und schafft einige Gruselmomente, gleich faszinieren konnte mich das Setting jedoch nicht mehr.
Leider ist "Tage der Dunkelheit" doch ein typischer Mittelteil und so stehen wir am Ende des Buches eigentlich wieder am gleichen Punkt wie nach Band 1. Sehr schade.


Fazit:
Ehrlich gesagt bin ich gerade etwas fassungslos. Wie konnte es passieren, dass eine Trilogie, die so fulminant und innovativ gestartet ist, so ins Mittelmass abrutscht? Hatte ich meine Erwartungen zu sehr geschürt?
Nur gut, dass sich "Angelfall - Tage der Dunkelheit" trotz meinen Kritikpunkten sehr flüssig lesen lässt und mich das Ende doch noch etwas versöhnlich stimmen konnte, so dass ich doch unbedingt das Finale lesen möchte. Ich würde doch so gerne nochmals eine Goldene Leseente verleihen ....

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Tags: endzeit, postapokalypse, urban fantasy   (3)
 

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homosexualität, listen, favoriten, herzklopfen, verwirrung

Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass du du bist

Todd Hasak-Lowy , Karsten Singelmann
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 11.07.2016
ISBN 9783407821713
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Spezielle Bücher verlangen nach einer speziellen Rezension.
Damit ihr ein genaueres Bild davon bekommt, wie sich "Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatasache, dass du du bist" von Todd Hasak-Lowy liest, habe ich meine Meinung im gleichen Stil verfasst.




Eine Rezension in Listen:




3 erste Gedanken zum Buch:
- Wow, ist das ein Wälzer!
- Oh ja, ein spezielles Buch braucht auch eine besondere Aufmachung.
- Ein Roman in Listen .... ich bin gespannt, wie das der Autor löst.


4 Themen, die "Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass du du bist" anspricht:
- Homosexualität eines Vaters
- Die Suche nach Liebe und sich selbst
- Drogensucht
- Pubertät


5 Fakten zum Protagonisten Darren Jacob:
- Darren ist 15 Jahre alt und geht zur North High School
- Er ist weder mit seinem Namen noch mit sich selbst zufrieden.
- Darren vermisst seinen Bruder Nate, der in Ann Arbor aufs College geht
- Nachdem sich seine Eltern haben scheiden lassen, eröffnet ihm nun sein Vater, dass er schwul ist. Daraufhin ist er so verwirrt und wütend, dass er mit dem Bus zu seinem Bruder fährt
- Darren hat ein gutes Herz, ihn plagen aber die ganz normalen Probleme der Pubertät.


4 bestimmte Orte, an denen ich dieses Buch gelesen habe:
- in der Toskana, wo ich mit meiner Familie und der meines Bruder für eine Woche im Urlaub war
- auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Wolldecke, weil es zurück in der Schweiz richtig kalt ist
- am Esstisch, nachdem die Kinder fertig gegessen hatten
- auf dem Klo, als ich für fünf Minuten meine Ruhe suchte  -  naja, vielleicht auch für zehn Minuten


13 Wörter, die ich mir beim Lesen notiert habe:
- Darren Jacobs
- North High School
- Vater
- schwul
- Nate, Bruder
- Spind
- Maggie
- Ensemble
- Busfahr
- Zoe
- Ann Arbor
- küssen
- Drogen


5 positive Punkte zum Buch:
- Ich mag spezielle Bücher und das ist "Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatasache, dass du du bist" ganz klar.
- Ein Buch nur in Listen zu verfassen ist eine tolle Idee und ich war erstaunt, wie gut es Todd Hasak-Lowy gelingt, damit auch eine fortlaufende Handlung zu erzählen.
- Die Charaktere sind sehr facettenreich und zeigen wunderbar, dass niemand perfekt ist.
- Toll, wie der Autor Musik in die Geschichte einfliessen lässt. Zum einen spielt Darren in einem Ensemble Bass, zum anderen hört er in der Pause Jazzmusik. Ihm ist Musik sehr wichtig und so schickt er auch Zoe Songlisten, mit denen er seine Gefühle ausdrückt.
- Auch wenn dieser Roman 'nur' aus Listen besteht, gewährt er uns einen authentischen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt eines Teenagers.


3 Dinge, die mich beim Lesen gestört haben:
- Darren verliert mit seinen Listen oft den roten Faden und zählt völlig nebensächliche (aber dafür oft auch amüsante) Dinge auf. So hatte ich oft das Gefühl, in der Handlung nicht vorwärts zu kommen und musste mich an der Nase nehmen, nicht zu überfliegen und nur die Überschriften der Listen zu lesen.
- In der Pubertät will man sich abgrenzen und so blieb mir auch Darren stellenweise zu distanziert. Zum Teil hätte ich mir viel mehr Emotionen vom Protagonisten gewünscht.
- Darrens Selbstfindungstrip beginnt eigentlich mit dem Coming-out seines Vaters. Er sagt auch immer wieder, dass er keine Problem damit habe und doch ist er wütend. Schade, dass die Thematik immer mehr in den Hintergrund gerückt ist und schlussendlich nicht wirklich gelöst wird.


5 Bestandteile meines Lese-Outfits:
- schwarze Trainingshose
- Ringelshirt
- Kapuzensweater
- graue Socken mit Sternchen
- schwarz-lindgrüne Brille 


1 Schlusswort zum Buch:
-"Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatasache, dass du du bist" ist ein ganz aussergewöhnlicher Jugendroman. Todd Hasak-Lowy erzählt nur in Listen von den familiären und persönlichen Problemen eines Teenagers. Äusserst spannende Charaktere und der spezielle Schreibstil zeichnen dieses Buch aus. Darrens ausschweifende Gedanken und einige völlig belanglose Listen haben meinen Lesespass jedoch leider in Grenzen gehalten.

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Tags: homosexualität, jugendprobleme, jugendroman, listen, pubertät   (5)
 

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liebe, jugendbuch, amnesie, young adult, familie

Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden

Emily Barr , Maria Poets
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.03.2017
ISBN 9783841440075
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Flora Banks ist ein ganz aussergewöhnlicher Teenager. Sie leidet nämlich an anterograder Amnesie, das heisst, dass sie sich an nichts erinnern kann, das nach ihrem 10. Geburtstag passiert ist. Sie hilft sich mit einem Erinnerungs-Buch, einer Flut Notizzettel und den wichtigsten Stichwörtern auf ihren Armen.
Doch dann küsst sie Drake, den Freund ihrer einzigen und besten Freundin. Dies ist für Flora so einschneidend, dass sie sich daran erinnern kann. Drake kann ihr helfen, sich zu erinnern! Nur dumm, dass er zum Studieren in die Arktis fährt und Flora mit ihrem Gefühlschaos alleine lässt. Doch wir erleben, wie sich Flora weiterentwickelt, über sich hinaus wächst und so das Abenteuer ihres Lebens erlebt.


"Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden" ist aus der ich-Perspektive der 17-jährigen Flora erzählt. Emily Barrs Schreibstil ist zwar sehr einfach und schlicht gehalten, doch durch die vielen Wiederholungen durch Floras Amnesie, schafft es die Autorin super, uns Floras Leben und Probleme näher zu bringen. Klar können diese sich ständig wiederholenden Sequenzen den Lesefluss etwas stören und man muss sich erst etwas an diesen doch sehr speziellen Erzählstil gewöhnen, doch man kann sich dadurch viel mehr in die Protagonistin hineinversetzen.


Flora Banks ist ein toller Charakter. Komplex und facettenreich gezeichnet, bekommt man einen wunderbaren Einblick in ihr Innerstes. Durch den Kuss realisiert sie immer mehr, dass sie ja keine zehn Jahre mehr ist sondern eine junge Frau. Durch die Amnesie hat sie viele Ängste und Zweifel, doch sie ist mutig und springt immer wieder über ihren Schatten.


"Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden" beginnt sehr ruhig. Emily Barr lässt sich Zeit, uns ihre Protagonistin vorzustellen und uns in ihre Krankheit zumindest zu einem Teil einfühlen zu können. Gekonnt zieht sie nach und nach die Spannung an, Floras Lage spitzt sich immer mehr zu, bis sie sich wirklich auf die Reise macht. Gegen den Schluss überschlagen sich die Dinge regelrecht. Die Autorin überrascht mit unerwarteten Wendungen, gibt eine gehörige Portion Drama hinzu und bringt Licht ins Dunkle. Dazu schleicht sich leider die eine oder andere Ungereimtheit ein. Mir persönlich war es schon fast ein bisschen zu viel in zu kurzer Zeit, doch das Ende lässt einen versöhnlich und hoffnungsvoll zurück.


Fazit:
"Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden" ist ein wirklich aussergewöhnlicher Coming-of-Age Roman! Emily Barrs Debüt ist zwar nicht ganz rund, dafür aber ein ungeschliffener Diamant mit starker Protagonistin, interessanter Thematik und einer wichtigen Botschaft: Sei mutig!

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Tags: coming-of-age, krankheit, liebe   (3)
 

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kinderalltag, schnuller, bilderbuch

Schnulleralarm

Maria Jönsson , Ruth Nikolay
Fester Einband
Erschienen bei Hanser, Carl, 13.03.2017
ISBN 9783446255388
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Valdemar liebt seinen Schnuller über alles, doch sein Vater meint eines Tages, dass Schnuller nur etwas für kleine Wölfe seien. Er nimmt Valdemars Schnuller und schneidet ihn auseinander. Nur gut, dass das Wolfskind noch einen Schnuller im Schrank hat ... und noch einen roten Schnuller unter dem Bett ....
Valdemar findet auch, dass er schon ein grosser Wolf ist und so darf er doch auch selber bestimmen, wann er seinen Schnuller abgibt. Doch dann verliert seine kleine Schwester ihren Schnuller und Valdemar lernt, was es heisst, ein grosser Wolf und vor allem ein grosser Bruder zu sein.

Die meisten Kleinkinder lieben ihren Schnuller. Ich persönlich hatte auch das Gefühl, dass sie, je älter sie werden, immer fixierter auf das Kautschukteil reagieren. Da stellt sich dann irgendwann die Frage, wann damit Schluss sein soll und wie man das am besten anstellt. Es gibt nur wenige Kinder, die den Schnuller von sich aus in den Abfalleimer werfen. Andere geben ihn dem Nikolaus mit, gehen einen Handel mit ihren Eltern ein oder binden ihn an einen Schnullerbaum.

"Schnulleralarm" ist ein tolles Buch, um ein Kind, das nicht auf seinen Schnuller verzichten möchte, für die Problematik zu sensibilisieren. Am besten ist es nämlich immer, wenn ein Kind aus eigenen Beweggründen den Schnuller abgibt.
Maria Jänsson bietet uns eine sehr humorvolle Geschichte, denn nur schon die Kombination Wolf und Schnuller zaubert einem ein Schmunzeln aufs Gesicht.
Ihre Illustrationen sind sehr schlicht und mit wenigen Farben gestaltet, so dass sie das Erzählte genau auf den Punkt bringt.

Meine Kinder brauchen beide keinen Schnuller mehr, doch sie haben sich köstlich über "Schnulleralarm" amüsiert. Und wenn es das Buch schon vor drei Jahren gegeben hätte, hätte ich damit bestimmt versucht meinen Sohn von seinem geliebten Nuggi zu trennen.

Fazit:
"Schnulleralarm" kann hilfreich und unterhaltsam sein.
Zum einen kann man mit dem Wolf Valdemar versuchen, seinem eigenen Kind aufzuzeigen, dass man irgendwann zu alt für einen Schnuller ist oder aber man amüsiert sich einfach ob der süssen und witzigen Geschichte.

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Tags: bilderbuch, kinderalltag, schnuller   (3)
 

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bilderbuch, biene, natur, urban gardening, artenvielfallt

Mia und das Blumenwunder

Alison Jay , Erwin Grosche , Alison Jay
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2017
ISBN 9783401711485
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Mia liebt Blumen, aber davon gibt es leider in der grossen Stadt, in der sie lebt, nicht viele. Als sich eine Biene in ihr Zimmer verirrt, erschrickt Mia zuerst und fängt die Biene. Dann liest Mia, wie nützlich Bienen sind und sie gibt ihr Zuckerwasser zu trinken, damit Bienchen gross und stark wird. Danach lässt sie die Biene wieder frei. Doch nach einem Unwetter klopft es an ihrem Fenster. Bienchen steht ganz nass davor. Mia hilft ihr und die beiden erleben einen tollen Sommer. Bienchen wächst und wächst, bis es sogar grösser als Mia ist

Doch eines Tages ist die Biene ganz traurig. Sie träumt vom Duft der fernen Wiesen. Mia weiss, wo es Blumen gibt und gemeinsam fliegen sie aus der Stadt hinaus. Dort zeigt Bienchen Mia ihre Lieblingsblumen: Mohn, Löwenzahn und Gänseblümchen. Gemeinsam sammeln sie ihre Samen und streuen sie über der ganzen Stadt aus. Als es Herbst wird, verabschiedet sich Bienchen von Mia. Nach dem Herbst und Winter kommt der Frühling und Mia lernt Max kennen. Und als die Sonne richtig scheint, erleben die beiden neuen Freunde ein richtiges Blumenwunder in der Stadt. Und von all den Blumen werden auch ganz viele Insekten angelockt.

"Mia und das Blumenwunder" ist ein zauberhaftes Bilderbuch. Es begeistert mit wunderschönen, harmonischen Bildern, die zum Teil eine ganze Doppelseite einnehmen, dann aber wieder im Stil einer Bildergeschichte angeordnet sind. So kann man die aufkeimende Freundschaft zwischen Mia und der Biene wunderbar mitverfolgen und sieht, wie die Zeit vergeht.

Aber auch die Geschichte selber ist sehr schön und fantasievoll. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich nach dem Erzählen einige Kinder ausmalen, wie es ist, auf dem Rücken einer Biene über die Stadt zu fliegen.

Der Anhang "Sag Ja zur Biene!" bietet noch mehr Informationen zu den Bienen und hat mir sehr gut gefallen. Die meisten Kinder sind nämlich sehr wissbegierig und fragen einem nach dem Erzählen eines Bilderbuches gerne Löcher in den Bauch.

Fazit:
"Mia und das Blumenwunder" von Alison Jay ist ein zauberhaftes Bilderbuch. Es ist wunderschön illustriert und es würde mich nicht wundern, wenn die Kinder danach Bienen mit ganzen anderen Augen betrachten und eigene Blumen ansäen wollen würden.

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Tags: biene, bilderbuch, freundschaf, natur   (4)
 

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abenteuer, sterne, suche, sensibilitä, ferkel

Krümel und Fussel - Immer dem Rüssel nach

Judith Allert , Joëlle Tourlonias
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 30.01.2017
ISBN 9783473446902
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die beiden Wollschweine Krümel und Fussel lieben ihr Leben bei ihrer Grossfamilienwollschweinsippe auf dem Hof. Doch eines Abends bemerkt Krümel einen Schatten und er folgt ihm neugierig - bis er gegen den Holzzaun läuft. Und da funkelt etwas über dem Zaun! Doch das Funkellicht ist am nächsten Morgen weg. Fussel ist das schweinspupsschnurz, doch Krümel ist das ewige suhlen, buddeln und Nickerchen machen leid. Er riecht das Abenteuer! Und als er beobachtet, wie eine Maus durch den Zaun nach draussen huscht, ist ihm klar, dass er das auch schafft.Und so machen sich die beiden Wollschweine auf die Suche nach dem Funkellicht. Dabei verbringen die beiden eine Nacht im Wald und gruseln sich vor schaurigem Geheul, treffen den Fuchs, der sich hungrig über das Maul leckt und sehen auch den Schatten wieder, vor dem sogar der Fuchs Angst hat.
Ich bin ein grosser Fan der Illustratorin Joëlle Tourlonias. Sie drückt jedem Buch ihren ganz eigenen Stempel auf, so dass man sofort erkennt, welche Werke sie gestaltet hat. So hat mich auch "Krümel und Fussel" angelacht, denn nur schon das schlichte Cover verspricht eine süsse Geschichte.
Die beiden frechen Wollschweinferkel sind wirklich allerliebst und gross und klein wird sie sofort ins Herz schliessen. Ganz toll finde ich, dass sich die Autorin Judith Allert von ihren eigenen Wollschweinen hat inspirieren lassen und Joëlle Tourlonias auf ihren Hof einlud, um Krümel und Fussel zu studieren und malen.
Kinder lieben meistens kunterbunte Bilderbücher, hier machen sie ganz bestimmt eine Ausnahme. "Krümel und Fussel" ist nämlich in gedeckten grün-braun-blau-Tönen gehalten und, weil ein Teil der Geschichte in der Nacht spielt, recht dunkel. Dies gibt den liebevollen Bildern sogar noch einen ganz eigenen Charme.
Aber auch die Geschichte der beiden Wollschweinferkel, die alleine die Welt erkunden wollen, ist allerliebst. Die Autorin hat ganz viele schweinische Wortkreationen einfliessen lassen, so dass wirklich ein wunderbrostiges, schweinotastisches Bilderbuch entstanden ist, das ich nur weiter empfehlen kann.Da "Immer dem Rüssel nach" der Auftakt einer Bilderbuch-Reihe ist, freue ich mich schon riesig auf ein weiteres Abenteuer mit Krümel und Fussel.
Fazit:Vergrunzt noch mal! Solche Bilderbücher sollte es definitiv mehr geben!Es gibt Bilderbücher, bei denen sieht man auf den ersten Blick, dass man sie lieben wird. "Krümel und Fussel - Immer dem Rüssel nach" ist eines davon. Das wollschweinische Abenteuer mit viel Humor wird von den liebevollen Illustrationen perfekt ergänzt, so dass es auch bei grösseren Kindern (und ganz grossen Erwachsenen) auf Begeisterung stösst. Nur gut, dass dies der Auftakt zu einer Bilderbuch-Reihe ist, denn ich will definitiv mehr von den beiden Wollschweinen ....

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fantasie, mädchen, erstes lesen, erstlesebuch

Erdbeerinchen Erdbeerfee. Im Erdbeergarten ist was los

Stefanie Dahle , Stefanie Dahle
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2017
ISBN 9783401708171
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Es gibt sehr viele Erstlesebücher, doch die Reihe "Der Bücherbär: Mein Abc-Lesestart" aus dem Arena Verlag konnte mich als Mutter und Erdbeerinchen Erdbeerfee meine Tochter begeistern. Die Bücherbär-Reihe richtet sich an Leseanfänger nach dem Abschluss des Buchstabenlernens. 


In "Erdbeerinchen Erdberfee. Im Erdbeergarten ist was los" werden zuerst einmal alle vorgestellt, die in der Geschichte mitspielen und schwierige Wörter im Text werden mit einer Zeichnung bildlich dargestellt. Erst dann geht die Geschichte wirklich los. Jede Seite enthält nur sehr wenig Text, der schön gross gedruckt ist. So kann das Kind gut seinen 'Lesefinger' nutzen und ist motiviert, weil es gut vorwärts kommt.


Jede Seite ist wirklich allerliebst illustriert und so wird Erbeerinchen Erdbeerfee bestimmt jedes Mädchenherz im Sturm erobern. Zwischendurch gibt es immer mal wieder eine Seite, die wie eine Bildergeschichte gegliedert ist, was das Textverständnis erleichtert und Abwechslung bringt. Stefanie Dahl arbeitet zusätzlich mit Sprechblasen, welche meine Tochter immer als erstes lesen musste.


Aber nicht nur die Gliederung und optische Aufmachung der Geschichte konnte uns überzeugen, auch der Inhalt ist sehr ansprechend. Meine Tochter war ganz erfreut, dass Erdbeerinchen Erdbeerfee den Tieren ein eigenes Hotel baut. Man könnte das Buch auch gut als Anlass nehmen, ein eigenes Insektenhotel zu bauen oder in der Umgebung welche zu suchen.


Als Abschluss gibt es noch Buchstaben- und Leserätsel, welche das Gelesene nochmal abrufen und zum Erzählen ermuntern.


So ist "Im Erdbeergarten ist was los" ein rundum gelungenes Erstlesebuch, das meine Tochter motivieren und begeistern konnte. Bei uns werden definitiv noch mehr Bücherbären einziehen.


Fazit:
"Erdbeerinchen Erdberfee. Im Erdbeergarten ist was los" von Stefanie Dahle ist ein wunderschönes und auch inhaltlich ansprechendes Erstlesebuch, das sehr abwechslungsreich gestaltet ist. 

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kinderbuch, bilderbuch, großvater, bäume, gartenbaukunst

Großvaters Bäume

Lane Smith
Fester Einband: 44 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 23.02.2017
ISBN 9783737354233
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein Junge erzählt vom Leben seines Grossvaters. Wie er auf einem Bauernhof aufwuchs, in der vierten Klass Windpocken bekam, dass er Gartenbau studieren wollte, aber in den Krieg ziehen musste, wie er eine wunderschöne Frau kennenlernte und heiratete und wie die beiden Kinder und noch viel mehr Enkelkinder bekamen ...

Früher hat sich der Grossvater an alles erinnert, heute vergisst er vieles. Doch sein Garten bewahren sein Leben, hüten seine Erinnerungen. Und so geht der Junge beim Erzählen durch diesen Garten und die Lebensgeschichte seines Grossvaters wird durch beschnittene Sträucher und Bäume untermalt.

Die Bilder von Lane Smith sind wunderschön. Der Kontrast der satten Grüntöne und den feinen schwarzen Linien ergänzen sich perfekt und ist sehr harmonisch. So laden die Bilder zum Staunen und Entdecken ein, denn "Grossvaters Bäume" lebt von den Illustrationen.
Die Geschichte selber ist sehr ruhig und unspektakulär. Der tiefere Sinn wird erst beim genauen Hinschauen entdeckt.

Zu diesem kunstvollen Bilderbuch greifen wahrscheinlich vor allem Erwachsene. Für Kinder wird es ab 4 Jahren empfohlen. Um der Geschichten aber Gewicht zu geben, muss man es erzählen und besprechen - am besten sogar mit den Grosseltern.


Fazit:
"Grossvaters Bäume" kann auf unterschiedliche Weise in die Hand genommen werden. Entweder man bestaunt einfach die kunstvollen Illustrationen von Lane Smith, man lässt sich Grossvaters Lebensgeschichte erzählen oder aber man setzt sich mit dem Leben, Erinnerungen, dem älter werden intensiver auseinander.So ist dieses wunderschöne Bilderbuch für gross und klein zu empfehlen. (Für klein am besten zusammen mit dem Grossvater.)

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Tags: ab 4 jahren, bilderbuch, famili, grosseltern   (4)
 

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sekte, carlsen, anführer, liebe, natur

Hier musst du glücklich sein

Lisa Heathfield , Birgit Schmitz
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 22.12.2016
ISBN 9783551583383
Genre: Jugendbuch

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froschkönig, frosch, storch, abenteuer, prinzessin

Hipp und Hopp retten Papa Grünsprung

Gerlis Zillgens , Katja Jäger
Fester Einband: 92 Seiten
Erschienen bei Südpol, 28.02.2017
ISBN 9783943086386
Genre: Kinderbuch

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