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229 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 5 Rezensionen

toskana, italien, mord, rache, unfall

Der Menschenräuber

Sabine Thiesler
Flexibler Einband: 463 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2011
ISBN 9783453435254
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(9)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

krimi usa

Der Ministrant des Bösen.

William Diehl
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne
ISBN 9783453137103
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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(30)

44 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

horror, thriller, geheimnis, mystery, christopher ransom

Böse Träume

Christopher Ransom , Peter Friedrich
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.07.2013
ISBN 9783548285191
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
siehe Inhaltsangabe

Persönliche Meinung:
Ich hatte in den letzten Monaten eine ziemliche Leseflaute und hatte einfach keine Lust irgendetwas zu lesen. "Böse Träume" sollte da Abhilfe verschaffen und meine Leselust wiedererwecken. Für gewöhnlich klappt das vor allem mit einem Thriller sehr gut. Aber leider ist "Böse Träume" genau dies nicht. Ich habe mich die letzten Monate regelrecht mit diesem Buch rumgeschlagen und immer wieder aufgehört zu lesen. Nach Wochen dann wieder weitergelesen und mehr als einmal überlegt, ob ich's nicht einfach ganz lassen soll...

Das Buch ist als Thriller deklariert und dementsprechend vermarktet. Das Buch entpuppt sich aber, warum auch immer, schon nach kurzer Zeit als eine Art Familiendrama mit Horror- und Mysteryelementen. Vom thrill fehlt hier jede Spur. Der erste Mord passiert z.B. erst auf Seite 271 (!). Für einen Thriller definitiv zu spät.

"Böse Träume" versprach, anhand von Klappentext und Leseprobe, so eine Art "Meine teuflischen Nachbarn" in Buchform zu sein. Nur noch wesentlich spannender, düsterer und unheimlicher. Doch weit gefehlt. Das Buch ist eine Mischung aus allem und damit nichts halbes und nichts ganzes. Für einen Thriller zu wenig spannend und zu wenig typische Thrillerelemente, als Familiendrama zu einfach, zu platt und die Charaktere sind dafür zu unentwickelt. Und die Mystery- und Horrorelemente sind zu lose gestreut, um als eigenständige Genre zu funktionieren. Was für ein Buch ist "Böse Träume" demnach also? Tja, das habe ich mich lange gefragt und bin zu keiner Antwort gekommen. Nur eins ist sicher, ein Thriller ist dieses Buch leider definitiv nicht.

Die Hauptpersonen in "Böse Träume" sind die Mitglieder der Familie Nash. Vater Mick, Mutter Amy und die beiden Kinder Kyle und Briela. Im Verlauf des Buches lernt man sie besser kennen. Ihre beruflichen und alltäglichen Probleme spielen eine große Rolle im Buch. Dann geht es noch um die neuen Nachbarn, die Familie Render, ebenfalls ein Ehepaar mit zwei Kindern. Seit die Renders ins Nachbarhaus eingezogen sind, passieren der Familie Nash merkwürdige und mysteriöse Dinge. Freunde und Bekannte der Familie verschwinden auf rätselhafte Weise. Und alles scheint in Verbindung mit den neuen Nachbarn zu stehen. Die Nashs ahnen schon bald, dass die Renders keine gewöhnlichen Leute sind...

Das Buch ist mit insgesamt 496 Seiten, in denen kaum etwas spannendes passiert, gut die Hälfte zu lang. Die Charaktere sind allesamt stereotyp und austauschbar. Keiner bietet hier eine Identifikationsfigur und vor allem Familienoberhaupt Mick ist sehr nervig, anstrengend und unsympathisch. Den Schreibstil von Christopher Ransom empfand ich oft als sehr gezwungen modern, cool und witzig. Manche auf cool und hip getrimmte Beschreibungen fand ich richtig peinlich und konnte beim Lesen nur mit dem Kopf schütteln, vor allem bei den detaillierten "Monstersex"-Szenen... Dies kann allerdings auch an der deutschen Übersetzung liegen, mit der ja sehr viel steht und fällt. Aber auch beim Schreibstil konnte mich das Buch nicht überzeugen. Gegen Ende kamen dann auch noch Sci-Fi und apokalyptische Handlungsstränge hinzu, beides Genre die ich überhaupt nicht mag und was es nochmals schwerer gemacht hat das Buch zu beenden.

Das wichtigste ist und bleibt aber die Handlung und die ist in "Böse Träume" mehr als unbefriedigend. Ransom baut so viele Handlungsstränge ein, das man kaum noch folgen kann. Von Drama, über Horror, bis hin zu Mystery und Sci-Fi ist alles dabei. Das Buch hat sein eigentliches Genre, nämlich Thriller, dabei aber komplett verfehlt und ich empfand es ab spätestens der Hälfte nur noch anstrengend und lästig dieses Buch bis zum Ende lesen zu müssen. "Böse Träume" war für mich bisher das schlechteste Buch was ich je gelesen habe.

  (0)
Tags: horror, mystery, sci fi, thriller   (4)
 

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(192)

305 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

mord, krimi, thriller, zorn, missbrauch

Zorn - Vom Lieben und Sterben

Stephan Ludwig
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 09.10.2012
ISBN 9783596195077
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
Die Polizeikommissare Zorn und Schröder ermitteln in einer kleinen Einbruchserie in der eine Clique, bestehend aus fünf Jugendlichen, in eine Kleingartenanlage eingebrochen ist. Was wie ein langweiliger, schnell erledigter Fall scheint, entwickelt sich zu einer brutalen Mordserie. In einer Woche werden zwei der Jugendlichen brutal hingerichtet. Und das nächste Opfer ist bereits vom Mörder ausgewählt – ebenfalls ein Mitglied aus der Clique. Es scheint, als ob der Mörder gezielt hinter den Jugendlichen her ist und sie mit Bedacht tötet. Doch warum? Welches Motiv hat er und was verschweigen die Jugendlichen der Polizei?

Zorn und Schröder tappen zunächst im Dunkeln und können sich keinen Reim auf die Taten machen. Eine fieberhafte Jagd beginnt, die beide Kommissare an ihre persönlichen Grenzen führt. Als sie endlich eine Spur und einen vermeintlichen Täter haben, ist die Zeit bis zum nächsten Mord bereits abgelaufen...

Persönliche Meinung:
Zorn und Schröder sind nicht gerade die engagiertesten Kommissare, vor allem Zorn nicht. Anders als man es sonst aus Filmen, Serien oder anderen Büchern kennt, werden in diesem Buch Polizisten nicht als Götter in Grün bzw. Blau dargestellt, was ich persönlich gut finde. Auch Zorns negative, pessimistische, selbstverliebte und gelangweilte Art fand ich am Anfang sehr sympathisch und witzig. Doch im weiteren Verlauf des Buches wurde genau dies immer nerviger. Je ernster die Lage wurde, desto unpassender empfand ich es.

Was anfangs alles noch sympathisch, spannend, witzig und auch realistisch war, ändert sich mit der Zeit ins komplette Gegenteil. Wenn ich mal polizeiliche Hilfe brauche, hoffe ich inständig, nicht so desinteressierte Polizisten zu bekommen. Insbesondere Zorn lässt sich total in die Irre führen und glaubt naiv, was man ihm sagt. Auch die Indizien werden teilweise falsch gedeutet. Für zwei Profis eine eher lausige Leistung, die auch dank langsamen Ermittlungen viele Opfer fordert. Auch gefiel es mir nicht, wie Zorn seinen Kollegen rumgescheucht und ihn die ganze Arbeit hat machen lassen und ihn oft wie Dreck behandelt hat, grundlos bzw. aus Bequemlichkeit. Das hat Schröder meiner Meinung nach nicht verdient. Nicht nur dank der Irreführungen des Mörders und falschen Verdächtigen sondern auch durch die Lustlosigkeit Zorns hat der Mörder freies Spiel gehabt.

Unpassend empfand ich auch die gedanklichen Einschübe des Mörders. In manchen Thrillern passt dies ganz gut, hier empfand ich es eher als störend. Was aber natürlich Geschmackssache ist.

Gestört hat mich zudem auch, dass zu viele Nebencharaktere eingebaut wurden. Die Geschichte hätte auch ohne Nebenfiguren wie Jan Czernyk und Wachtmeister Bolldorf gut funktioniert. Oder die privaten Unternehmungen von Frieda Borck. Das hat vom eigentlichen Fall nur abgelenkt und ihn kaum voran gebracht. Dadurch wurde es eher ein wenig langatmig.

Trotzdem war es interessant, mal zwei völlig anderen Kommissaren bei der Arbeit zuzugucken. Auch die Mordserie und das Schicksal der Jugendlichen war interessant und spannend beschrieben. Und auch, dass jedes Opfer auf eine andere Art und Weise getötet wurde. Auch wollte man natürlich rauskriegen, wer der missbrauchte Junge aus dem ersten Kapitel war und ob man das Puzzle selbst richtig zusammen gesetzt und den Mörder entlarvt hat.

Ich habe nun längere Zeit überlegt, wie ich dieses Buch bewerten soll. Würde ich nur die erste Hälfte bewerten würde ich 5 Sterne vergeben. Würde ich allerdings nur die zweite Hälfte bewerten, würden es 3 Sterne sein. Ich entscheide mich daher schweren Herzens für die goldene Mitte.

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Tags: jugendliche, liebe, thriller   (3)
 

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(60)

99 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

ehe, einsamkeit, post, ausbruch, alter

Unbekannt verzogen

Tom Winter , Regina Rawlinson , Sabine Lohmann
Flexibler Einband: 281 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.03.2013
ISBN 9783458359166
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:
Carol Cooper ist verzweifelt und frustriert. Sie lebt mit ihrem jammernden und weinerlichen Mann Bob und ihrer schlechtgelaunten und von ihr entfremdeten Tochter Sophie in Croydon, England und geht einem unbefriedigenden Bürojob nach. Sie würde gerne aus ihrem alten, tristen Leben ausbrechen und in Athen leben, wo sie früher einmal glücklich war. Doch das Schicksal macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Bei ihrem Mann wird Hodenkrebs entdeckt. In dieser Situationen kann Carol ihn unmöglich verlassen. Also muss sie ihr Leben weiterhin wie gehabt in Croydon fristen. Ihre beste Freundin Helen rät ihr daher sich ihren Frust in Form von Briefen von der Seele zu schreiben.

Anfangs wenig begeistert, fängt Carol doch an Briefe ans "Universum" zu schreiben. Und genau diese Briefe trudeln bei dem, kurz vor der Pension stehenden, Postboten Albert ein. Albert ist einsam und verwitwet und lebt mit seiner selbstmordgefährdeten Katze Gloria in einer kleinen Wohnung. Bald schon möchte Albert die geheimnisvolle "C" persönlich kennenlernen und macht sich auf die Suche nach ihr...

Persönliche Meinung:
"Unbekannt verzogen" ist eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Angefangen von der außergewöhnlichen Story bis hin zu der thematischen Mischung aus depressiver, melancholischer Tragik und schwarzem, britischem Humor.

Am Anfang war es gar nicht so leicht für mich, in das Buch hinein zu finden. Da Carol, die Hauptprotagonistin, mir nicht wirklich sympathisch war und ich mich auch nicht in sie und ihre Situation hineinversetzen konnte. Das änderte sich dann aber, denn je mehr ich von ihr erfuhr, desto sympathischer wurde sie mir. Der zweite Hauptprotagonist ist Albert. Mit Albert konnte ich noch weniger anfangen als mit Carol. Vielleicht weil er schon ein gewisses Alter erreicht hat und es dadurch noch schwieriger war, mich in ihn hineinzuversetzen. Aber zum Glück änderte sich dies, je mehr ich las. Carol konnte ich zwar nicht immer verstehen und letztendlich war sie für ihr unglückliches Leben selbst verantwortlich, aber sie war mir trotz allem sympathisch. Albert lebte ein typisches, einsames "Rentnerleben", dass erst dank Carols Briefen neuen Schwung erfuhr.

Das Buch lässt sich am besten als Tragikomödie beschreiben. Wobei ab der zweiten Hälfte mehr die Tragik überwiegt. Das Erzähltempo ist sehr langsam und gemächlich, nur gegen Ende wird es ein wenig rasanter. Das Zentralthema ist ganz klar Einsamkeit. Die Charaktere sind einsam, unglücklich und unzufrieden mit sich und ihren Leben. Hin und wieder wird die Geschichte durch ein wenig Humor aufgelockert.

Das Ende wurde, im Vergleich zum restlichen Tempo, sehr schnell und kurz präsentiert. Und auch das es ein offenes Ende ist, gefällt mir in diesem Fall nicht so gut.

Die Message des Buches lautet ganz klar, dass man seines eigenen Glückes Schmied ist und etwas aus seinem Leben machen sollte. Sodass man nicht eines Tages aufwacht und merkt, nie wirklich gelebt zu haben.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Die Nachtschwärmer

Patrice Talleur , Andreas Gaertner
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei Esslinger, 08.07.2010
ISBN 9783480225576
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt:
Klappentext:

Nacht für Nacht geleiten die Nachtschwärmer uns Menschen ins Land der Träume. Doch wie aus dem Nichts tauchen in sternenlosen Nächten die Schatten auf. Sie sind schnell, listig und entschlossen, die Träume zu zerstören. Das Traumland scheint für immer verloren. Doch die Nachtschwärmer nehmen tapfer den ungleichen Kampf gegen die Schatten auf…

Persönliche Meinung:

Ich habe "Die Nachtschwärmer" bei einem Gewinnspiel gewonnen. Das passte wirklich sehr gut, da ich noch auf der Suche nach einem geeigneten Geschenk für meinen Großcousin war, der Ende letzten Jahres geboren wurde. Noch ist er zu klein für das Buch, aber in ein paar Jahren wird er sicher seine Freude daran haben. Das Buch ist mit einer persönlichen und netten Widmung der Autorin versehen.

"Die Nachtschwärmer" ist ein fantasievolles Kinderbuch das sich an Kinder ab 6 Jahren richtet. Das Buch besteht aus vielen, fantasievollen und wunderschönen Illustrationen, die ins Reich der Nachtschwärmer einladen. Als Kind wäre ich mit Sicherheit sofort von den Bildern verzaubert gewesen. Aber auch die Geschichte, über die Wichtigkeit der Träume, ist sehr schön erzählt.

Allerdings muss ich sagen, dass ich vor dem Lesen doch eine etwas andere Vorstellung von dem Buch hatte. Das Buch handelt größtenteils vom Kampf zwischen den Nachtschwärmern und den Schatten. Ich habe gedacht, dass Buch würde (noch) eindringlicher die Wichtigkeit des träumens und der einzelnen Träume aufzeigen. Und man würde viele verschiedene Träume von verschiedenen Kindern kennenlernen oder das es gar ein ganzes Traumland gibt, in dem sich alle Kinder treffen und zusammen spielen oder ähnliches. Das habe ich irgendwie vermisst. Das fehlte mir persönlich noch in der Geschichte. Nichts desto trotz ist "Die Nachtschwärmer" ein sehr gelungenes Kinderbuch, mit tollen Illustrationen und einer schönen Geschichte.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

homosexualität, kurzgeschichten, schwul, toleranz, liebe

Slalom

Sabine Huttel , Mechthild GrafikerinHagemann
Buch: 116 Seiten
Erschienen bei fhl Verlag Leipzig, 01.04.2011
ISBN 9783942829045
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:
Das Buch beinhaltet 7 Kurzgeschichten. "Schlüsselloch", "Slalom", "Feierabend", "Zumutung", "Advent", "Rampenlicht" und "Neuland". 7 unterschiedliche Leben. 7 unterschiedliche Protagonisten. Auf den ersten Blick geht es um kurze Geschichten aus dem alltäglichen Leben. Ein Enkel besucht seine verstorbene Großmutter, eine Familie sieht sich ein Hochzeitsvideo an, zwei Freundinnen telefonieren miteinander, zwei Teenager verabreden sich zu ihrem allerersten Date... Auf den zweiten Blick erhält man ein weiteres, wichtiges Detail: sie sind schwul.

Dadurch ist das alltägliche Leben oftmals nicht so einfach wie es scheint. Alle 7 Protagonisten haben mit besonderen Problemen, Schwierigkeiten und Anfeindungen ihres Umfelds zu kämpfen. Und oftmals auch noch ihren ganz persönlichen, inneren Kampf, den sie mit ihrer sexuellen Orientierung austragen müssen.

Persönliche Meinung:
"Slalom" beinhaltet 7 Kurzgeschichten die alle so um die 20 Seiten lang sind. Dadurch das die Geschichten so kurz sind, hatte man nie wirklich Zeit, die Charaktere richtig kennenzulernen und mehr über ihr Leben zu erfahren. Man erhielt immer nur einen sehr kleinen Ausschnitt aus ihrem Leben. Das Ende blieb meistens offen. Was ich etwas schade finde. Auf der anderen Seite ist das natürlich die Intention einer Kurzgeschichte.

Die Stimmung der Geschichten war meistens melancholisch und traurig und so etwas wie Hoffnung und Freude lies sich nur selten herauslesen. Der Fokus von "Slalom" lag definitiv auf den Problemen und Anfeindungen, denen Schwule auch heutzutage noch ausgesetzt sind.

Meine Favoriten waren "Feierabend", "Neuland" und "Schlüsselloch". Ich empfand diese 3 Geschichten persönlich am ehrlichsten, realistischsten und auch am interessantesten. Sie haben mich am meisten angesprochen.

Der Schreibstil ist angenehm leicht, locker, modern und zum Thema passend. Eine Besonderheit ist allerdings das die Wörtliche Rede weder mit " gekennzeichnet ist, noch kursiv oder fett unterlegt wurde. Das war für mich am Anfang erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, aber im weiteren Verlauf dann kein Problem mehr.

Alles in allem ist "Slalom" ein interessantes und einfach mal ein anderes Buch, fernab des Mainstreams.

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Tags: homosexualität, kurzgeschichten, schwul   (3)
 

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(59)

99 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

afrika, schweden, rassismus, bordell, mosambik

Erinnerung an einen schmutzigen Engel

Henning Mankell , Verena Reichel
Fester Einband: 347 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 30.07.2012
ISBN 9783552055797
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 1904. Eine junge, mittellose Frau namens Hanna verlässt ihr Heimatland Schweden, um auf einem Schiff als Köchin zu arbeiten. Dort lernt sie den Steuermann Lars Lundmark kennen und lieben. Sie heiraten. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer, denn bei der Überfahrt von Schweden nach Australien stirbt Lundmark.

Bei einem kurzen Zwischenstopp verlässt Hanna im Morgengrauen heimlich das Schiff. Denn sie hält es keine Minute länger auf dem Schiff aus, auf dem ihr Mann starb. Statt Australien führt sie ihre Reise nun nach Afrika. In die portugiesische Kolonie Mosambik. Sie mietet sich in einem Hotel ein, was sich als eines der größten und beliebtesten Bordelle der Stadt herausstellt, dass sie später einmal leiten wird...

Das Leben in Mosambik ist nicht nur klimatisch ganz anders als Schweden. Auch die Sitten und Gebräuche sind ganz anders. Es gibt weiße Schäferhunde, die auf schwarze Menschen abgerichtet sind, Orte und Sitzplätze die nur für Weiße reserviert sind, Aufstände der schwarzen Bevölkerung werden von der Polizei blutig und brutal niedergeschlagen und die Tatsache, dass Schwarze in ihrem eigenen Land eigentlich nur als Untertanen leben, denen es nicht gestattet ist, Weißen in die Augen zu schauen oder zu widersprechen. Dies alles gehört in Mosambik zur Normalität. Und in jeder anderen Kolonie auch.

Es ist ein Land das Hanna fremd ist und das sie nicht versteht. Auch die Menschen versteht sie nicht. Weder die Europäer noch die Afrikaner. Das Leben zwischen Schwarzen und Weißen ist beherrscht von Unterdrückung, Verachtung, Wut, Misstrauen und Furcht. Wird es ihr gelingen, ihren eigenen Weg zwischen den weißen Rassisten, der schwarzen Bevölkerung und auch ihr persönliches Glück zu finden?

Persönliche Meinung:
Anhand weniger Überlieferungen schrieb Henning Mankell dieses Buch. Es gab Anfang des 20. Jahrhunderts eine echte "Hanna" die aus Schweden nach Mosambik auswanderte und dort ein Bordell leitete und sehr reich wurde. Wie sie hieß und wohin sie ging weiß niemand. Alle anderen Fakten, Geschehnisse und Erlebnisse im Buch sind frei erfunden.

Ich musste mich persönlich erstmal in dieses Buch "einfinden". Gerade am Anfang hatte ich Probleme in das Buch hinein zu finden. Die distanzierte und emotionslose Sprache hat es mir nicht leicht gemacht, ins Buch hinein zu finden und weiterlesen zu wollen. Ich habe zuvor auch noch nie ein Buch von Henning Mankell gelesen und wusste nicht was mich erwartet. Ich hatte es mir, vor dem Lesen, auch etwas anders vorgestellt.

"Erinnerung an einen schmutzigen Engel" ist kein einfaches Buch. Sowohl was die Thematik als auch die Charaktere angeht. Das Buch widmet sich anspruchsvollen und bedrückenden Themen und ist anspruchsvoll geschrieben. Die Sprache ist schlicht, distanziert und oft emotionslos. Des Öfteren auch mit Symboliken ausgeschmückt.

Das Buch schaffte es über einen längeren Zeitraum leider nicht, mich hundertprozentig zu fesseln. Das änderte sich erst ab der Hälfte. Gerade die letzten Kapitel waren sehr stark, was meine Meinung noch mal in eine etwas andere Richtung beeinflusst hat.

Mit Hanna hat Henning Mankell keinen einfachen und gewöhnlichen Charakter geschaffen. Von Beginn an ist sie sehr passiv, naiv, unerfahren und versteht oft nicht, was die Leute ihr mitteilen wollen. Sie handelt oft nicht sondern lässt sich treiben. Trotzdem ist sie voller Widersprüche, denn sie kann oft auch sehr kühl und gemein zur hauptsächlich schwarzen Bevölkerung sein. Sie nimmt mit der Zeit selbst rassistischen Züge an, obwohl sie ihr widerstreben. Eigentlich keine richtige Identifikationsfigur. Das Buch begleitet also Hanna auf ihrem Weg, vor allem zu sich selbst, zu einer erwachsenen Frau. Des weiteren erhält man einen ehrlichen und schonungslosen Einblick in die damalige Zeit der Sklaverei und Rassentrennung. Auch Themen wie Zwischenmenschliche Beziehungen, draus resultierende Konflikte und Widersprüche, Prostitution, Einsamkeit, und die Suche nach sich selbst spielen eine Rolle in diesem Roman.

Außerdem lernt man Mosambik, das Land und die Leute kennen. Ihre Sitten und Gebräuche. Und über ihren Aberglauben. Leider bleiben die afrikanischen Charaktere, bis auf wenige Ausnahmen, eher blass und man erfährt nicht allzu viel von ihnen.

Das Buch empfand ich als realistisch und ehrlich und es hat mich auch zum nachdenken angeregt. Aber, wie gesagt, sagte mir der Schreibstil nicht so zu und die Geschichte konnte mich nicht ganz so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte.

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Tags: drama, historisch, mosambik, portugal, rassismus, schweden, sklaverei   (7)
 

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(14)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

krimi, zirkus, guatemala, köln, halstaff

Zirkus Mortale

Bärbel Böcker
E-Buch Text: 310 Seiten
Erschienen bei Gmeiner Verlag, 09.07.2012
ISBN B00885RT3U
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
Dele Sanchi ist eine junge Guatemaltekin, die verzweifelt nach ihrer Tochter Luz sucht. Ihre Suche führt sie nach Deutschland, genauer gesagt nach Köln, wo sich ihre Tochter aufhalten soll. Als Baby wurde Luz von einem deutsch-amerikanischen Ehepaar adoptiert, das in Köln lebt. Da Dele keine Aufenthaltserlaubnis hat, arbeitet sie illegal in einem Zirkus und verkauft dort Brezeln. In ihrer Freizeit sucht sie nach ihrer Tochter.

Zur selben Zeit wird die Leiche einer Frau entdeckt. Sie wurde erschossen und ihr Gesicht ist bis zur Unkenntlichkeit zertrümmert. Sabrina Delson ist der Name der Toten, wie sich bald herausstellt. Doch warum musste sie sterben? Die Polizei tappt zunächst im Dunkeln.

Florian Halstaff ist ein engagierter Journalist und der Fall der ermordeten Frau macht ihm sehr zu schaffen, denn Sabrina Delson war seine frühere, große Liebe. Er beginnt auf eigene Faust zu recherchieren. Zunächst scheinen beide Fälle nichts miteinander zu tun zu haben, doch je mehr er recherchiert, desto unglaublichere Verbrechen kommen zu Tage...

Persönliche Meinung:
Ich war sehr überrascht zu erfahren, dass ich als einer der Leser ausgewählt wurde, um an der Leserunde zu "Zirkus Mortale" teilzunehmen. Die Aufgabe, um das Buch zu gewinnen, bestand darin, sein schönstes Zirkuserlebnis zu nennen. Ich schrieb, warum ich Zirkusse nicht mag. Ich hatte daher nicht damit gerechnet, dass Buch zu gewinnen und war um so überraschter, zu erfahren, das ich unter den Gewinnern war. Ich war wirklich positiv überrascht, dass auch eine kritische Meinung zum Zirkus kein Ausschlusskriterium bildet.

Die Geschichte rund um Dele Sanchi schien ungewöhnlich und interessant zu sein. Dennoch war ich ein bisschen skeptisch, dass es eine Art Loblied auf den Zirkus werden könnte, was ich überhaupt nicht gut gefunden hätte. Aber das Buch hat mich absolut positiv überrascht. Der Zirkus fungierte im Buch nur als Nebenschauplatz, was super gepasst hat. Und auch das Zirkusleben wurde interessant beschrieben und war nicht zu sehr im Fokus. Und ich fragte mich fälschlicher Weise auch, kann ein deutscher Krimi überhaupt spannend sein? Dank "Zirkus Mortale" weiß ich nun, ja, das kann er.

Die Charaktere waren mir schon von Beginn an sympathisch. Allen voran Florian, Jana und Dele. Die ja mehr oder weniger auch die Hauptcharaktere sind. Und auch der Schreibstil war angenehm leicht und locker zu lesen.

Das Buch blieb durchgehend spannend und interessant und die Lust weiterzulesen bestand immer.

Das Ende hatte ich mir allerdings einen Tick spannender vorgestellt. Aber alles in allem ist "Zirkus Mortale" ein sehr gelungenes Buch, was gekonnt Krimi mit Gesellschaftskritik vereint hat und das ich gern gelesen habe.

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Tags: adoption, drama, guatemala, köln, krimi   (5)
 

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(159)

276 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 82 Rezensionen

thriller, mord, berlin, spreewald, deutschland

Die Mädchenwiese

Martin Krist
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.08.2012
ISBN 9783548283531
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
Das kleine Dörfchen Finkenwerda ist in heller Aufruhr. Die sechzehnjährige Lisa Theis ist seit Tagen verschwunden. Ist sie tatsächlich nur von zuhause abgehauen, so wie sie es in einem Streit mit ihrer Mutter angedroht hatte? Oder ist sie womöglich dem Frauenmörder, der sogenannten "Bestie" zum Opfer gefallen, die vor Jahren das kleine Dorf in Angst und Schrecken versetzte? Vor drei Jahren tötete die "Bestie" auf äußerst brutale und perverse Weise junge, hübsche Mädchen, mit langen schwarzen Haaren. Lisa passt damit genau ins Beuteschema des Mörders...

Die alte, verschrobene Berta Kirchberger, die von den Kindern im Dorf gern als "alte Hexe" bezeichnet wird, weiß mehr als alle anderen im Dorf. Sie weiß, dass die "Bestie" wieder ihr Unwesen treibt und junge Mädchen entführt und tötet. Sie findet die Leichen. Sie kennt den Mörder. Doch sie wird schweigen...

Alex Lindner, ein ehemaliger Polizist, der inzwischen in Finkenwerda die kleine Dorfkneipe seiner verstorbenen Eltern leitet, ahnt, nach dem Verschwinden von Lisa, dass die "Bestie" wieder zurück ist und etwas mit dem Verschwinden des jungen Mädchens zu tun hat. Vor drei Jahren jagte Lindner die "Bestie" vergebens und wurde wegen einiger gravierender Fehler aus dem Polizeidienst suspendiert. Wird es ihm dieses mal, auf eigene Faust gelingen, die Bestie zu kriegen?

Persönliche Meinung:
Ich war erst etwas skeptisch, ob ein Thriller, der in einem kleinen, deutschen Dorf spielt, überhaupt spannend sein kann. Die Leseprobe hatte mich allerdings sehr neugierig gemacht und versprach spannende Unterhaltung bis zur letzten Seite. Während des Lesens wurde ich dann auch nicht enttäuscht und bekam einen absolut gelungenen Psychothriller präsentiert.

"Die Mädchenwiese" verflechtet mehrere Handlungs- und Erzählstränge miteinander. So ist die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Berta Kirchberger, Sam Theis, Lisa Theis, Laura Theis und Alex Lindner geschrieben. Und sie wechselt nicht nur zwischen den Personen und Handlungsorten, sondern auch zwischen den Zeiten, der Vergangenheit und der Gegenwart, hin und her. Anfangs war es dadurch gar nicht so leicht, in die Geschichte hinein zu kommen. Aber als ich mich dann, im weiteren Verlauf, dran gewöhnt hatte, fand ich diese Erzählweise gerade gut so und sogar besser als die "normale". Denn so hat man viele verschiedene Blickwinkel auf die Geschichte erhalten und die verschiedenen Charaktere kennen gelernt, die alle ihren Teil, ihr Puzzlestück, zur Geschichte beigetragen haben. Diese verschiedenen Blickwinkel haben die Charakter, für mich, interessanter und auch menschlicher gemacht.

Während des Lesens konnte man sich gut in die Charaktere hineinversetzten und mit ihnen mitfühlen. Und mitfiebern. Allen voran natürlich Berta, aber auch mit der Familie Theis fiebert man mit. Alex Lindners Geschichte fand ich zwar auch gelungen und gerade er ist eine wichtige Person im Thriller, aber so interessant wie Bertas Schicksal oder das von Familie Theis war seines nicht. Man hätte seine Geschichte, meiner Meinung nach, auch weniger ausbauen bzw. weglassen können.

Ein besonderer Punkt in diesem Buch ist, dass die Gewalttaten sehr detailliert und ausführlich beschrieben werden. Sowohl die Folterungen als auch die Vergewaltigungen. Ich denke, dass dürfte nicht jedermanns Geschmack sein. Ich war beim Lesen auch etwas erstaunt über die doch recht grafischen Schilderungen. Es hat dem Buch zwar keinen Abbruch getan, aber bei manchen Stellen wäre etwas weniger auch nicht verkehrt gewesen.

Es gibt in diesem Buch ein kleines, klassisches Möderraten, denn "Die Mädchenwiese" schlägt verschiedene Fährten ein. Anfangs war ich mir ziemlich sicher, wer der Möder ist, aber durch die verschiedenen Fährten und Verwirrungstaktiken, war mir bald klar, dass meine erste Vermutung nicht die richtige sein muss. Ich hatte während des Lesens verschiedene Vermutungen, wer denn der Mörder ist. Einen kurzen Moment hatte ich sogar den wahren Mörder im Verdacht, aber wurde dann vom Buch geschickt auf eine andere Fährten gelockt. Sodass ich am Ende, bei der Auflösung, tatsächlich ein wenig erstaunt war. In den letzten Kapiteln ahnt man zwar, in welcher Verbindung Berta mit dem Mörder steht, aber da ja mehrere Verdächtige zur Auswahl stehen, bekommt man zum Schluss tatsächlich noch eine kleine Überraschung geboten.

Ein kleines Manko des Buches war für mich allerdings das Ende. Die Geschichte wurde allgemein recht langsam erzählt, aber am Ende ging dann plötzlich alles recht zügig von statten. Das Schlusstempo passte nicht zum restlichen Tempo des Buches. Einiges wirkte dann doch recht gehetzt. Und ein, zwei Stellen fand ich auch zu unrealistisch, für ein sonst recht realitätsnahes Buch. Der Epilog war zwar gelungen aber auch ein wenig unbefriedigend. Ich hätte persönlich gern noch mehr über die "Bestie" erfahren. Über seine Psyche und noch ausführlicher über seine Motive. Es wäre sicher auch sehr interessant gewesen, wenn das Buch auch noch aus seiner Sicht erzählt worden wäre. So hätte man noch mehr über ihn als Menschen und als "Monster" bzw. "Bestie" erfahren. Denn letztendlich war er ja irgendwo die Schlüsselfigur, blieb aber als Charakter neben den anderen recht blass.

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Tags: bücher, deutschland, mord, psychothriller, vergewaltigung   (5)
 

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(280)

541 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

thriller, simon beckett, obsession, krimi, autismus

Obsession

Simon Beckett , Andree Hesse
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.08.2012
ISBN 9783499258930
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
Sarah Murray stirbt plötzlich und unerwartet an einem Aneurysma. Zurück bleiben ihr Mann Ben und ihr autistischer Sohn Jacob. Viel Zeit zum trauern bleibt nicht, denn bereits einen Tag nach der Beerdigung entdeckt Ben, beim zusammenräumen von Sarahs Sachen, einige Zeitungsartikel, die von einem entführten Baby handeln. Voller Entsetzen stellt Ben fest, dass es sich bei dem Baby um Jacob handelt und er somit gar nicht Sarahs leiblicher Sohn ist.

Er heuert einen Privatdetektiv an, der herausfinden soll, ob Jacobs leibliche Eltern noch leben und was sie für Leute sind. Jacobs leiblicher Vater, John Cole, lebt noch und ist schnell gefunden. Der Privatdetektiv spielt allerdings ein falsches Spiel mit Ben und so wird Jacob ihm weggenommen und lebt nun bei seinem leiblichen Vater. Ihm bleibt nur das Besuchsrecht einmal im Monat, was er auch nicht anfechtet, auf Grund seines schlechten Gewissens und aus der Tatsache heraus, das er eben nur der Stiefvater ist. Doch bald ist klar, dass sowohl Ben als auch John Cole Jacob nicht mehr teilen sondern für sich alleine haben wollen. Ben ist sich sicher, dass Jacob bei seinem leiblichen Vater nicht gut aufgehoben ist und will dies um jeden Preis beweisen. Während John Cole seinen Sohn nie wieder hergeben will. Niemand ahnt, dass eine tödliche Obsession ins Rollen gebracht wurde, die ihre Opfer fordert...

Persönliche Meinung:
Zuerst dachte ich, dass nur Ben (und später John Cole) einer Obsession verfallen ist, aber wenn man genauer hinter die Fassade blickt, hatte jeder Charakter seine eigene kleinere oder größere Obsession.

Gerade der Anfang fängt stark an, im weiteren Verlauf wird das Buch aber etwas schwächer. Und an manchen Stellen war es mir etwas zu unrealistisch. Gerade die letzten Kapitel, vor allem Coles Wutausbruch bei der Sitzung mit Polizei, Jugendamt und Anwälten. Und ganz besonders der "Showdown" könnte aus einem Hollywoodfilm stammen.

Vom Anfang bis zum Schluss kann man mit dem Hauptcharakter Ben mitfühlen. Man leidet mit ihm und versteht nur zu gut seine Wut und seine Hilflosigkeit. Aber man kann nicht immer seine Beweggründe oder Entscheidungen verstehen. Auch seine Veränderungen, im Laufe der Geschichte, sind nicht immer sympathisch und nachzuvollziehen. Aber ich denke, damit wollte der Autor aufzeigen, wie unglaubliche Situationen einen Menschen verändern können – negativ verändern können. Und das ein eigentlich fairer und gerechter Mensch auch egoistische und für andere schädigende Entscheidungen treffen kann.
Aber auch die anderen Charaktere lösten bei mir ein Gefühl von Mitleid bzw. Mitgefühl aus. Vor allem Sandra Cole, deren Leben ich äußerst traurig und bedrückend fand. Auch finde ich, dass die Rollen von Opfer und Täter nicht ganz klar verteilt werden können, denn irgendwo war jeder in der Geschichte Täter und Opfer zugleich.

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feminismus, england, frau, frauen, biografie

How to be a woman

Caitlin Moran , Susanne Reinker
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 01.04.2012
ISBN 9783550080029
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:
Was bedeutet es eigentlich, eine Frau zu sein? Wie sieht das weibliche Ideal aus? Was bedeutet Feminismus heutzutage? Und sind alle Frauen automatisch Feministinnen? Diesen Fragen geht Caitlin Moran in ihrem autobiographischen Werk auf den Grund. Dabei deckt sie so gut wie alle wichtigen "Frauenthemen" ab. Zum Beispiel die Pornoindustrie, Selbstbefriedigung, Menstruation, Intim- und Ganzkörperrasur, allgemein westliche Schönheitsideale, das Muttersein, Abtreibung, Heirat, Sexismus, Gewichtsprobleme, weibliche Vorbilder und natürlich die Pubertät mit all ihren Tücken.

Caitlin Moran wuchs als das älteste von acht Kindern in Wolverhampton, England in einer Sozialbau-Siedlung in armen Verhältnissen auf. Schon im Alter von 16 Jahren, begann sie als Journalistin Artikel für den "Melody Maker" zu schreiben, ein Jahr später für die "Times". Heutzutage schreibt sie immer noch für die "Times" und lebt mit Ehemann und Töchtern in London.

Persönliche Meinung:
Es fällt mir nicht leicht, dieses Buch zu bewerten. Aber letztendlich denke ich, dass ich mit 2 Sternen richtig entschieden habe. Für 3 Sterne hat es letztendlich leider nicht gereicht.
Auf der einen Seite hat mich das Buch schon unterhalten, aber auf der anderen Seite, musste ich mich durch manche Kapitel regelrecht durchquälen und hatte spätestens nach der Hälfte kaum noch Lust das Buch überhaupt noch zu lesen…

Ich musste oft über den typisch britischen Humor und die teils unschuldige und naive Sichtweise der dreizehnjährigen Caitlin lachen. Es gibt ein paar witzige und interessante Anekdoten aus Caitlins Leben, wie z.B. ihre Hochzeit. Aber auch ernste Themen wie Abtreibung, waren interessant zu lesen. Andere Dinge waren dagegen eher befremdlich. Das eigene Menstruationsblut trinken? Spülung in die Schamhaare reiben und stylen? Auf den Stuhl stellen und laut "Ich bin eine Feministin!" rufen? Oder ein ganzes Kapitel über die damaligen und heutigen Selbstbefriedigungspraktiken der Autorin? Laut Eigenaussage sogar ihr größtes und liebstes Hobby mit Dreizehn… So genau wollte ich das gar nicht wissen. Hin und wieder hatte ich wirklich das Gefühl, einen sogenannten Schundroman statt einer Autobiografie vor mir zu haben, wegen der oftmals sehr vulgären Sprache und weil "diese" Themen ständig angesprochen und breitgetreten wurden.

Während ich es gut finde, dass sie zu den meisten Themen eine offenere Meinung hat und oft gegen die gängigen Klischees und Ideale ist, hat sie manchmal eine zu einseitige Sicht. Zum Beispiel ihre, wie ich finde, sehr widersprüchliche Meinung zu Strippclubs und Burlesque und Poledancing. Strippclubs wurden von ihr regelrecht als Teufelswerk verschrien, während Burlesque und Poledancing, ihrer Meinung nach, emanzipiert, sexy und total spaßig sind. Erstaunt bin ich auch darüber, dass sie Leserin von Frauenzeitschriften wie "Vogue" und "Cosmopolitan" ist, die ja mehr oder weniger all das beinhalten, dass sie stört und verachtet.

Schade finde ich auch, dass sich Frau Moran nur auf die Nachteile des Frauseins konzentriert hat und die Vorzüge und Vorteile unberührt bleiben. Zum Leben einer Frau gehören doch nicht nur Nachteile, sondern auch viele Vorteile. Auch hier schildert sie eine, für mich, zu einseitige Sicht. Und fehlender Feminismus in muslimischen oder afrikanischen Ländern wird z.B. so gut wie gar nicht angesprochen. Auch sind ihre Ausführungen manchmal zu langatmig und ausführlich. Selbst die interessanten Themen waren oft zu lang.

Mich persönlich hat der autobiographische Teil mehr interessiert, als der feministische. Oft wird einfach beides zusammen gewürfelt. Eben ging es noch um das Leben der dreizehnjährigen Caitlin, einen Satz später plötzlich um die heutige Pornoindustrie. Das hin- und herspringen in den Zeiten und Themen hat mich manchmal schon genervt.

Eine Teilschuld an der Misere trägt auf jeden Fall die schlechte deutsche Übersetzung. Ich habe mich im Internet etwas schlau gemacht und einen Artikel gefunden, in dem Originalpassagen mit der deutschen Übersetzung verglichen werden. Die Übersetzung ist viel derber und vulgärer als es im Originalton der Fall ist. Es scheint, als hätte die Übersetzerin extra krasse Schimpfwörter eingebaut, auch wenn sie im Originaltext gar nicht so vorkamen. Auch inhaltlich teilweise total verändert und sinnentfremdet. Ist mir beim Lesen auch aufgefallen, als von "Germany’s next Topmodel" die Rede war oder Sätze mit "In Deutschland…" anfangen. Also offensichtlich wurde das Buch an den deutschen Markt angepasst, statt Originalreferenzen, die man hier eventuell nicht versteht, beizubehalten. Das erklärt wohl auch den Erfolg des Buches in England und den Misserfolg in Deutschland. Schade, dass das Buch einer schlechten Übersetzung zum Opfer fiel. Ich denke allerdings, dass das Buch im Kern dasselbe ist. Inhaltlich zwar anders formuliert, aber die Thematiken bleiben dieselben. Im Englischen aber höchstwahrscheinlich trotzdem qualitativ einen Stern besser.

Irgendwann hatte ich die Lust auf das Buch ziemlich verloren und war regelrecht genervt von Frau Morans Sichtweisen, die oft belehrend daher kamen. Ich musste mich wirklich zwingen, weiterzulesen. Ich habe auch nie mehr als 2 Kapitel pro Tag gelesen. Hätte ich es nicht rezensieren müssen, hätte ich es wahrscheinlich nie bis zum Ende gelesen, denn irgendwann war einfach die Luft raus. Was wirklich schade ist, denn das Buch hat durchaus Potenzial, was aber letztendlich leider nicht gut genutzt und umgesetzt wurde.

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Tags: biografie, england, feminismus, frauenliteratur   (4)
 
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