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(192)

324 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 138 Rezensionen

new york, ally taylor, liebe, liebesroman, freundschaft

New York Diaries – Claire

Ally Taylor
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.10.2016
ISBN 9783426519394
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich spüre, wie viel Spaß alle anderen haben. Sie sind unterwegs mit Freunden. Sie haben ihren Platz. Nur ich nicht. So als bräuchte man fürs Leben eine verdammte Reservierung, und mir hat niemand etwas davon gesagt. S. 33

Charaktere:
Claire ist 32 und nach einer gescheiterten Beziehung wieder in ihrem Kinderzimmer gelandet. Sie ist eine aus dem Leben gegriffene Protagonistin, die jammern, weinen, aber auch ihr Leben anpacken kann.
June ist seit Jahren Claires beste Freundin. Neben ihrem IT-Job ist sie jedoch sehr aufgeweckt, liebevoll verrückt und hat ein ausgeprägtes Sexleben.
Danny ist der beste Freund von Claire und June. Die drei haben schon zu Collegezeiten zusammengewohnt, wobei Danny sie über Claires Ex hinweggetröstet hat.
Jamie wohnt direkt über Claire und Danny. Er war Claires erste große Liebe, die sie nie vergessen konnte.

Meine Meinung:
Claire landet nach eineinhalb Jahren London und einer gescheiterten Beziehung wieder in ihrem alten Kinderzimmer. Mit ihrer exzentrischen Mutter, all den Erinnerungen und der jugendlichen Claire, die ihre Spuren an den Zimmerwänden hinterlassen hat, ist es mehr als ungemütlich, weshalb sie zu ihrer Freundin June ins Knights Building zieht. Allein schon Claires Ankunft über das Dach und die Tatsache, dass sie in dem begehbaren Kleiderschrank ihrer Freundin wohnt, lässt den Leser schmunzeln. Mit einem Ex-Freund über Claire und ihrem besten Freund im Zimmer nebenan ist das Chaos schon vorprogrammiert – Gefühlschaos pur.
In der Geschichte geht es nicht nur um Claires (verpatztes) Liebesleben sondern auch der Suche nach ihrem Platz im Leben. Ernsthafte Gespräche der Protagonisten wechseln sich mit lustigen Begebenheiten ab, sodass das Buch stets gut unterhält. Durch die Ich-Perspektive und Claires Tagebucheinträgen erhält man einen guten Einblick in ihre turbulente Gefühlswelt.

Mit ihrem lockeren Schreibstil erzählt Ally Taylor (Anne Freytag) von Claires Ängsten, Gefühlen und oft witzigen Gedanken. Ihr Humor und ihre spritzigen, ungewöhnlichen Vergleiche peppen die gesamte Geschichte auf. Die Leserin kann gar nicht anders, als mit Claire mitzufiebern, zu heulen und mit den Männern zu flirten. Die Nebencharaktere sind auch alle sehr gut ausgearbeitet. Claires Bruder Josh erfährt eine Wende in seinem Liebesleben und June ist für den Moment zufrieden und hört deshalb noch lange nicht zu Träumen auf. Auch Sahra, deren Geschichte im zweiten Buch erzählt wird, lernt man hier schon kennen. Am liebsten möchte ich jetzt schon mehr (Lese-)Zeit mit ihr verbringen.

Ab und zu haben mir ein paar Kleinigkeiten gefehlt, was aber nicht sonderlich gestört hat, denn oftmals passierte genau das einige Seiten später.

Das I-Tüpfelchen an dem Buch ist der Soundtrack, der als Playliste mitgeliefert wird. Ich kann beim Lesen normalerweise keine Musik nebenbei hören, aber bei New York Diaries – Claire habe ich die gesammelten Lieder der Autorin hoch und runter gehört.

Fazit:
New York Diaries – Claire überzeugt durch den humorvollen und lockeren Schreibstil, der der sarkastischen und vom Liebesleben gezeichneten Protagonistin Claire ihren einzigartigen Charakter verleiht. Auch wenn man langsam wahrnimmt, in welche Richtung die Liebesgeschichte laufen wird, lassen die Wendungen und vielen kleinen Details die Leserin mitfiebern. Ich hatte viel Spaß mit den Bewohnern des Knights Building und freue mich im Januar Sarah näher kennenzulernen.
4,5/5*

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(83)

167 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

liebe, australien, organspende, niere, transplantation

Ein Teil von uns

Kira Gembri
Fester Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.03.2016
ISBN 9783401602288
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Je genauer mich Timo beobachtet, desto mehr versuche ich, so zu tun, als wäre das hier die normalste Sache der Welt. Alle Menschen waschen ihre Klamotten, manche waschen Geld und ich wasche eben mein Blut. Kein Thema, oder?
Aaron, S. 9

Charaktere:
Nia ist Jurastudentin, sehr zielorientiert und redet sehr viel über Faktenwissen, wenn sie nervös ist.
Aaron ist 19 und leidet unter Nierenversagen. Er überspielt seinen Kummer über die Krankheit mit sehr viel Sarkasmus und Humor. Wenn er an der Dialyse hängt, träumt er davon stattdessen viele Abenteuer zu erleben.
Laura ist Nias Tante und ein fröhlicher Wirbelwind, die das Leben positiv auffasst und sehr gerne und viel reist.
Tim ist Aarons noch einziger verbleibender Freund. Er ist energiegeladen, sportlich sehr aktiv und läuft Parcours. Er ist ebenfalls humorvoll und bringt Aaron immer gewisse Zeitschriften oder T-Shirt mit anzüglichen Sprüchen mit.

Meine Meinung:
Die Geschehnisse in „Ein Teil von uns“ werden abwechselnd von den beiden Protagonisten geschildert. Hierbei ist am Anfang des Kapitels vermerkt, ob gerade Nia oder Aaron erzählt, aber man merkt dies auch sehr deutlich am Geschriebenen. Nia und Aaaron habe eine ganz eigene Art über Dinge nachzudenken, sie zu beschreiben oder etwas zu empfinden. Schon alleine hierdurch erfährt der Leser so viel über die Einzigartigkeit der beiden.
Nia und Aaron sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Anfangs ist Nia sehr verklemmt und erschreckend brav. Aaron ist sehr locker drauf und macht sich über viele Dinge lustig – auch über Nia. Diese ist nicht eingeschnappt und merkt es auch oftmals überhaupt nicht. Ihre belehrende Art trifft dabei auf Aarons Sarkasmus, wodurch sehr erheiternde Dialoge und Szenen entstehen. Ich habe beim Lesen sehr oft schmunzeln müssen.
Aus bestimmten Gründen machen die beiden eine gemeinsame Reise nach Australien. Das rote Land, die Bewohner, eigenartige Begegnungen und die gemeinsame Zeit der beiden, verändern Nia und Aaron. Nia befreit sich aus den Fängen ihrer Eltern und wird lockerer und Aaron lernt zeitweise seine gesundheitlichen Probleme zu vergessen bzw. sie zu akzeptieren. So werden die beiden immer mehr zu den Menschen, die sie sein wollen und schütteln alle festgefahrenen Charaktereigenschaften ab, die sie bisher „brauchten“ um in ihrer Situation „zu überleben“. Hierbei erkennen die beiden auch positive Eigenschaften im Gegenüber und nähern sich immer weiter an, bis eine sehr intensive Freundschaft und mehr entsteht.
Die Nierenerkrankung von Aaron ist im Buch stets präsent. Der Leser erfährt viel über Nierenversagen, Nierentransplantation und die Einnahme von wichtigen Medikamenten. Trotz der ernsten Thematik befindet sich aber sehr viel Leichtigkeit in der Geschichte. Durch Aarons Sarkasmus und Kira Gembris lockeren Schreibstil bleibt die Leichtigkeit in der Geschichte enthalten, wodurch man auch sehr schnell ein Kapitel nach dem anderen hinter sich lässt. Die Krankheit von Aaron begleitet ihn im ganzen Buch, aber nie rückt sie in den Vordergrund.
Kira Gembri hat nicht nur eine sehr angenehme und erfrischende Art über die Geschehnisse und Charaktere zu schreiben, sondern stellt auch die Details gekonnt dar. Die Merkmale der Nierenerkrankung und des Kontinents Australien wurden sehr genau recherchiert und detailgetreu wiedergegeben. Die eigensinnigen Bewohner (Russell :D), die weite karge Landschaft, Buschfeuer und das Leben auf der Farm wurden so intensiv beschrieben, dass ich mich fühlte als wäre ich dabei und vermittelt enorme Reiselust.

Fazit:
„Ein Teil von uns“ ist mit vielen Fakten über Nierenversagen und Australien, aber auch sehr viel Humor bespickt. Schon alleine die erste Seite hat mich zum Grinsen und Aaron näher gebracht. Auch Nia ist eine liebenswerte Protagonistin, deren Aufeinandertreffen mit Aaron viele erheiternde Dialoge und Szenen ergibt. Trotz des mitschwingenden ernsten Themas versprüht die Geschichte sehr viel Leichtigkeit und wird nie von Aarons Krankheit dominiert.
4,5 von 5 Sternen

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227 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

dystopie, liebe, jugendbuch, erinnerungen, dieb

Alba & Seven

Natasha Ngan , Michael Koseler
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2016
ISBN 9783401601380
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Charaktere:
Alba ist immer gut gekleidet, hat stets genug zu Essen und geht zur Schule. Man könnte meinen, ihr geht es als Tochter einer der wichtigsten Männer Londons gut, doch ihre Mutter hat Phasen, in denen sie Alba hasst, ansonsten auch nicht gerade liebevoll behandelt und durch Albas Stellung hat sie wenig Freundinnen unter ihren Mitschülerinnen. Alba ist einsam und fühlt sich in dem Hyde-Park-Anwesen ihrer Familie bzw. ihrem Leben gefangen.
Seven ist seit Jahren auf sich alleine gestellt, da ihn seine Eltern als Kleinkind ausgesetzt haben, was im verwahrlosten Süden nicht selten der Fall ist. Er lebt in einer Wohnung mit zwei anderen Mitbewohnern und verdient sich sein Geld mit dem Stehlen von Erinnerungschips.
Dolly ist Albas Zofe und ihre einzige und allerbeste Freundin. Dolly ist nur wenige Jahre älter als Alba und kümmert sich schon seit Jahren um sie. Die Zofe ist die einzige, die sich für Albas Wünsche und ihrem Wohlergehen interessiert.
Alastair White, Albas Vater, ist Oberstaatsanwalt und für die Prozesse der Erinnerungsdiebe zuständig. Er ist der zweitwichtigste und –mächtigste Mann in London.
Loe ist ebenfalls Erinnerungsdiebin und Mitglied in der gleichen Bande wie Seven. Sie ist ruppig, aber auch sehr beschützend.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus Albas und Sevens Sichtweise mittels der personalen Erzählperspektive geschildert. Die Kapitel sind zu Beginn mit dem Namen des Protagonisten beschriftet, der gerade seine Erlebnisse erzählt und auch oft relativ kurz. Meist abwechselnd erfährt der Leser so, was Alba und Seven zur gleichen Zeit erleben. Somit lernt man anfangs ihre Lebenssituation und deren Unzufriedenheit damit kennen. Mit ihrer ersten Begegnung verweben sich die beiden Erzählstrenge immer weiter miteinander.

Die Geschichte in „Alba & Seven“ spielt in der Zukunft, in der Großbritannien in acht unabhängige Stadtstaaten aufgeteilt wurde, die von Premierministern regiert werden. Das und das Erinnerungssurfen und –handeln sind die wichtigsten Unterschiede zu unserer heutigen Zeit. In dem Buch sind die Menschen in der Lage ihrer Erinnerungen auf einem Digitalen Speicherchip festzuhalten und jederzeit darin zu surfen und es somit nochmals erleben können. Die Erinnerungen sind das wertvollste, das die Leute in „Alba & Seven“ haben, weshalb einige Chips in Banken aufbewahrt werden und auf Diebstahl die Todesstrafe steht.
Während des Buches baut sich langsam die Spannung auf.

In der Mitte plätscherte das Geschehen kurzzeitig etwas vor sich hin und handelt fast ausschließlich von Alba und Sevens Gefühlen, aber dann gibt eine erschütternde Entdeckung der Geschichte wieder eine andere Wendung. All das führt dann am Ende zu einem spannenden und nervenaufreibenden Showdown, bei dem nochmal einiges ans Licht tritt. Am Ende des Buches gibt es einen Epilog, in dem kurz beschrieben wird, wie es den Charakteren nun ergeht und wie die Regierung und Machtverhältnisse in London aussehen. Obwohl keine Fragen offen bleiben, wäre aus meiner Sicht eine Fortsetzung denkbar, da ein paar kleinere Details weiter ausgebaut werden könnten.

Fazit:
„Alba & Seven“ behält ein interessantes Zukunftsszenario bereit, in dem London ein eigenständiger Stadtstaat ist und durch das Verhältnis Arm und Reich in den Süden und Norden unterteilt werden. In dieser Welt können Erinnerungen auf Chips gespeichert und somit immer wiedererlebt oder auch verkauft werden. Die Protagonisten Alba, die die Tochter des zweitmächtigsten Mannes ist, und Seven, der ein armer Erinnerungsdieb aus dem Süden ist, treffen zusammen und werden mit ihren völlig unterschiedlichen Leben konfrontiert. Mit deren wachsenden Zuneigung und vielen Intrigen, schafft die Autorin eine spannende Geschichte.

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162 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

jane austen, liebe, football, familie, emma mills

Jane & Miss Tennyson

Emma Mills , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560254
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Darüber konnte ich nicht mit Mrs Wentworth reden. Sie würde nicht verstehen, wie tröstlich ich es manchmal fand, die Welt aus Janes Perspektive zu betrachten. Sie würde unmöglich nachvollziehen können, welche Befriedigung ich daraus zog, mir auszumalen, ich sei Miss Devon Tennyson und ganz und gar gewöhnlich statt der normalen Devon Tennyson, die einfach nur langweilig war.
Devon, S. 10


Devon ist 17 Jahre alt, fürsorglich, humorvoll und ein großer Jane Austen Fan. Sie hat einen durchschnittlichen Charakter, ist aber ein außergewöhnlicher Buchcharakter, den man einfach lieben muss.
Cas ist neben Lindsay Devons bester Freund, in den sie heimlich verliebt ist. Er ist fürsorglich, war mir aber aus bestimmten Gründen nur bedingt sympathisch.
Foster ist Devons jüngerer Cousin, der aufgrund des Todes seines Vaters und der schlechten Verfassung seiner Mutter zu Devons Familie zieht. Forster ist ab und zu unsicher, aber auch sehr schlau und liebenswürdig.
Ezra ist der Star der Football -Mannschaft, sehr in sich gekehrt und undurchschaubar.

Meine Meinung:
Die Geschehnisse in „Jane & Miss Tennyson“ werden von Devon aus der Ich-Perspektive erzählt. Devon ist in der 12. Klasse der Highschool und stellt sich der Frage, was sie danach tun möchte. Job oder Studium? Was und wo studieren? Das Finden ihres weiteren beruflichen Weges war hier sehr nachvollziehbar dargestellt. Anfangs hatte Devon noch keine Ahnung, was sie beruflich machen möchte. Durch eine fixe Idee und der weiteren Beschäftigung mit sich selbst, findet Devon ihren Platz im Leben und einen geeigneten beruflichen Weg für ihre Zukunft.
Anfangs war ich etwas verwirrt, wohin das Buch führen soll. Der Leser erfährt, dass sich Devon Gedanken um ihre Zukunft machen muss, lernt Forster und Devons Freunde kennen. Ich ließ mich dann in die Geschichte fallen und machte mir nur wenige Gedanken, warum was geschehen ist. Dadurch entfaltet das Buch seinen ganz eigenen Charme und als Leser fühlt man sich darin sehr wohl.
Devons Lieblingsschriftstellerin ist Jane Austen, deren Bücher sie alle schon mehrmals gelesen hat. Zwischen ihrem Leben und dem der Protagonistinnen zieht Devon oft einen Vergleich und überlegt sich, wie Jane Austen die Situation, in der sie gerade steckt, wohl beschreiben würde. Hierdurch und durch einige kleine parallelen zu „Stolz und Vorurteil“ tritt im Buch ein Jane Austen –Feeling auf.
An Devons Charakter mag ich sehr, dass sie eher durchschnittlich und gewöhnlich ist. Devon ist wie du und ich. Sie hat kaum besondere Fähigkeiten und Talente, zeichnet sich aber durch besondere Charakterzüge zu dem Menschen aus, der sie ist. Auch die Nebencharaktere waren alle gut ausgearbeitet und sehr vielfältig. Foster zum Beispiel befindet sich in der Pubertät und hat gerade seine Eltern auf unterschiedlicher Weise verloren. Manchmal ist er etwas seltsam, aber in anderen Momenten war ich sehr beeindruckt von ihm, weil er schlau ist, sehr überlegt denkt und sich seine eigene Meinung nicht kleinreden lässt. Auch die etwas sonderbare, einzigartige und liebesnwürdige Mirabelle hat der Geschichte viel gegeben. Die Menschen wurden von Emma Mills so dargestellt, wie wir sind: Kurz betrachtet mögen einige langweilig oder doof sein, aber wenn man sich näher mit einer Person beschäftigt, bemerkt man ihre Charakterstärken und versteht, warum sie in einer bestimmten Art und Weise handelt oder denkt.

Fazit:
„Jane & Miss Tennyson“ ist nicht nur für Jane Austen Fans ein Muss. Das Buch verbreitet seinen ganz eigenen Charme und bewirkt, dass man sich in der Geschichte wohlfühlt. Wenige Details haben mich gestört, aber die außergewöhnlichen Charaktere tragen ebenfalls zu einem einzigartigen Leseerlebnis bei, weshalb ich „Jane & Miss Tennyson“ euch gerne weiterempfehle.

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737 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 189 Rezensionen

liebe, organspende, herz, jugendbuch, jessi kirby

Mein Herz wird dich finden

Jessi Kirby , Anne Brauner
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.02.2016
ISBN 9783737353526
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Tage vergingen, einer nach dem anderen, wohl dosiert in einem ununterbrochenen, nicht enden wollenden Rhythmus. Scheinbar unendlich, und doch in einem Wimpernschlag vergangen -  wie Wellen, die an den Strand branden, wie der Wechsel der Jahreszeiten. | Oder wie der Schlag eines Herzens.
S. 14

 

Charaktere:
Mia ist 18 Jahre alt und tief in ihrer Trauer versunken. Hinter der Fassade kann man manchmal das lebensfrohe, lustige und begeisterungsfähige Mädchen entdecken.
Noah lebt am Meer und hilft im Kajakladen seiner Eltern aus, wenn er nicht gerade selbst auf dem Wasser ist. Er ist störrisch und möchte sein Leben selbstbestimmt führen.
Ryan ist Mias ältere Schwester und ein wahrer Goldschatz. Sie ist immer für Mia da und steht ihr mit Rat und Tat zur Seite. Ryan ist ein total positiver Mensch mit viel ausstrahlendem Optimismus.

 

Meine Meinung:
Mia hat vor über einem Jahr, bei einem tragischen Unfall, ihren Freund Jacob verloren. Dieser hat nach dem Tod seine Organe gespendet. Gemeinsam mit seiner Mutter hat Mia zu den Organempfängern Kontakt aufgenommen, wodurch Mia etwas mit Jacobs Tod abschließen kann. Deshalb begibt sie sich auf die Suche nach dem letzten Organempfänger: Noah.

Die Geschichte von Mias Suche wird mittels der Ich-Perspektive aus ihrer Sicht erzählt. Dadurch kann man als Leser ihre Gefühle hautnah mitverfolgen und wissen, ob sie kurzzeitig glücklich oder voller Trauer in Erinnerungen an Jacob ist. Mias Sicht auf die Welt und ihre Empfindungen haben mich sehr gefesselt.

Der Schreibstil und die Handlung haben mich total berührt. Die genaue und emotionale Beschreibung Jessi Kirbys von Mias Gefühlen und Gedanken haben mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Schon der Prolog ist wahnsinnig emotional und traurig – und bereits auf den nächsten Seiten muss ich angesichts Mias Erinnerungen lächeln. Mias Gewissensbisse, ihre Trauer,  aber auch ihr seltenes Glück konnte die Autorin perfekt vermitteln. Auch die liebevolle Art ihrer Familie, insbesondere Ryan, hat die Geschichte bereichert.  Ich kann es nicht richtig beschreiben, aber manchmal zieht ein Buch einen absolut in seinen Bann und man kann gar nicht mehr aufhören es zu lesen bzw. zu lieben. Und genauso erging es mir hier.

Das Ende von „Mein Herz wird dich finden“ hat mir leider nicht mehr so gut gefallen, wie der Rest bis dahin. Die Geschichte wird hier gewöhnlich und nimmt ein typisches Ende eines Jugendromans an. Hier verbindet sich manches zu „perfekt“ und zu schnell.


 Fazit:
Jessi Kirbys „Mein Herz wird dich finden“ ist eine sehr emotionale Geschichte, die mich absolut mitgerissen hat. Dieser Roman lebt von Emotionen, die im Schreibstil, in den Charakteren und in dem Verlauf der wunderbaren Geschichte stecken. Auch wenn mir das Ende nicht hundertprozentig zugesagt hat, liebe ich dieses Buch und kann es jedem ans Herz legen.
4,5 von 5 Sternen

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310 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

liebe, anima, kim kestner, teufel, engel

Anima - Schwarze Seele, weißes Herz

Kim Kestner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Arena, 10.02.2016
ISBN 9783401602523
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Weil Gut gut bleibt und Schlecht schlecht", erwiderte ich trotzig, obwohl seine Worte etwas in mir auslösten. Im Prinzip hatte er wohl recht. Manchmal entpuppte sich Böses im Nachhinein als Gutes. War es dann nicht aber von Anfang an etwas Gutes gewesen und wir hatten es nur falsch zugordnet? Wie oft stecken wir Dinge einfach nur in Schubladen statt uns mit ihnen auseinanderzusetzen? Sämtliche Vorurteile beruhen auf diesem Prinzip und ich nahm mich davon nicht aus.
Abby, S. 391f

 

Charaktere:
Abby wird 18 Jahre alt und ist ein ganz toller Mensch. Sie ist hilfsbereit, selbstlos, hat immer ein offenes Ohr und ist einfach ein „Engel“, wie sie auch oft genannt wird. Sie ist so gut, dass sie sogar die Eifersucht und verbalen Angriffe ihrer Schwester einfach hinnimmt.
Virginia ist Abbys größere Schwester, aber ein typischer Teenager. Kein Handyempfang kommt einem Weltuntergang gleich und Jungs sind ihr Hauptinteresse. Allerdings lässt sich ihre gelegentlich gemeine Art gegenüber Abby damit erklären, dass sie auf Abby eifersüchtig ist, da diese das „Musterkind“ ist und ihrer Meinung nach von den gemeinsamen Eltern mehr geliebt wird.
Juspinn ist zunächst als Magier engagiert, der für die Camp-Gäste als Unterhalter dienen soll. Hinter dieser Fassade steckt aber viel mehr.
Abbys Vater ist ein sehr weltoffenerer Pastor und
ihre Mutter steckt voller Energie und ist ein Blumenkind.

 

Meine Meinung:
Die Geschichte wird hauptsächlich aus Abbys Sicht erzählt. Das hat mir sehr gut gefallen, weil Abby so eine ehrliche Haut ist und immer positive Gefühle und Ansichten anderen Leuten gegenüber hat. Gelegentlich schildert auch Juspinn seine Sichtweise der Geschehnisse. Hier erhält man einen Einblick hinter seine Fassade, wodurch er dem Leser noch sympathischer wird. Jedoch verrät dies nicht allzu viel seiner, dem Leser noch unbekannten, Existenz, wodurch die Geschichte und die Frage nach seiner Identität spannend bleiben.

In dem Nationalpark Acadia leben sehr unterschiedliche Charaktere, die alle besondere Eigenheiten und Charakterzüge aufweisen. Kim Kestner hat hier tolle Figuren geschaffen, die selbst als Randfiguren etwas Besonderes sind und im Gedächtnis bleiben. Wie z. B. Abbys beste Freundin Eyota, die eine Indianerin ist oder der Camp-Leiter Mr. Handson, dessen Hosen ständig rutschen.

Einzig gestört hat mich, dass Abbys Glaube von einem Moment auf dem anderen verschwunden war, statt allmählich in den Hintergrund zu rücken. Abbys Charakter ist von Grund auf gut und fast schon perfekt, außerdem ist sie durch ihren Vater, der Pastor ist, schon von klein auf religiös erzogen worden. Dieser Glaube und Überzeugung kann man nicht so schnell abschütteln. Hier wäre, meiner Meinung nach, ein langsamer Verlauf passender.
Ich liebe Bücher, die mit einem emotionalem Ende aufhören und dies auch noch in wunderschönen Worten beschrieben wird. Die letzten Sätze vor dem Epilog von „AnimA“ haben mich sehr bewegt und die Geschichte wunderbar abgeschlossen. Eigentlich würde ich sie hier als Zitat zeigen, aber ich finde, letzte Sätze eines Buches haben so etwas Intimes und deshalb sollt ihr sie lesen, nachdem ihr die Geschehnisse selbst „erlebt“ habt. Auch die Worte der ersten Sätze des Buches hat Kim Kestner sehr gut gewählt.

Normalerweise verlier ich in einer Rezension kein Wort zum Cover, da es vom Verlag kommt und nicht von der Autorin, aber hier ist es wirklich perfekt. Die beiden Flügel – schwarz und weiß – passen sehr gut zur Geschichte, sowohl bildlich als auch im übertragenen Sinne, da die Geschichte in den Kampf Gut gegen Böse eingebettet ist. Das gefällt mir richtig gut.

Fazit:
„AnimA“ von Kim Kestner erzählt die Geschichte Gut gegen Böse, wobei die Protagonistin Abby zwischen die Fronten gerät. Die Autorin kann wunderbar mit Worten umgehen und hat sehr authentische Charaktere entworfen, die alle ihre besonderen Macken und Eigenschaften haben, die der Leser nur lieben kann.

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168 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

liebe, vergangenheit, liebesroman, roman, schicksal

Immer wenn es Sterne regnet

Susanna Ernst
Flexibler Einband
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2015
ISBN 9783426516805
Genre: Liebesromane

Rezension:

Charaktere:
heute:
Mary ist Anfang 30, sehr liebenswert, wenig selbstbewusst und glaubt an den Traummann, obwohl ihr bewusst ist, dass sie ihn vielleicht nie treffen wird oder er nicht existent ist.
Amy ist Marys beste Freundin, hat ein süßes, aufgewecktes Kind und vor kurzem ihren Mann verloren.
Eliah restauriert alte Möbel, zieht sich auch dementsprechend mit altmodischen Hosen, Hosenträgern, Hemd und Mützen aus längst vergangenen Zeiten an. Eliah ist einfach ein unbeschreiblich toller Charakter. Ich habe ihn sehr ins Herz geschlossen.
Jeremy ist erfolgreicher Anwalt und hat zu Frauen nur oberflächliche Beziehungen. Er ging früher mit Mary in eine Klasse, wodurch die beiden bereits einiges „gemeinsam“ erlebt haben. Jeremy hat ein sehr hohes Pflichtgefühl, da er sich momentan nicht traut seine Exfreundin aus seine Wohnung zu schmeißen - hehe :D – da sie wegen ihm nach Amerika gekommen ist.
Rob ist Jeremys bester Freund und gleichzeitig sein Partner in der Kanzlei.
früher:
Adam Winterfield ist seit dem Tod seiner Mutter für einige Jahre ein Straßenjunge gewesen. Der junge Mann möchte nun etwas aus sich machen und erlernt bei einem reichen Gönner das Handwerk der Schreinerei.
Gracey ist behütet aufgewachsen und kommt aus gutem Hause. Sie rebelliert gerne gegen die gesellschaftlichen Normen, empfindet aber auch ein Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie.

Meine Meinung:
Anfangs war die Geschichte etwas holprig, weil Amy und Mary beide um ihre große Liebe, nämlich Amys Mann, trauern. Das hat mich etwas verwirrt, vor allem weil Amy weiß, dass Mary in ihren Mann verliebt war. Die Freundschaft der beiden konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht richtig einschätzen, später jedoch erkannte ich die enge und vertrauensvolle Beziehung zwischen den beiden Frauen.
   Zum Beispiel zu dem Zeitpunkt, als Amy Verständnis für Marys Verzweiflung zeigt und das gemeinsame Wochenende abbricht. Mary sollte nämlich zu einem Blind Speed Dating – im wahrsten Sinne des Wortes – gehen. Hier wurden die Frauen und Männer von Blinden zum gemeinsamen Gespräch in die Dunkelheit gesetzt, damit man den bzw. die Gegenüber nicht nach dem Aussehen beurteilt. Zum Schluss wurden die Paare, die sich gerne weiter kennenlernen wollen, zusammengeführt und das Licht angemacht. Mary hat bei einem Mann eine sehr große Anziehungskraft und viel Gemeinsamkeiten im Gespräch empfunden. Doch als das Licht angeht, sitzt Jeremy vor ihr, der sie in der Schule gemobbt hat. Und so fängt die Geschichte der beiden an, woraufhin Mary nach Hause flüchtet und Jeremy sich entschuldigen und ihr erklären will, warum er damals so ein Idiot war.

Natürlich ahnt man jetzt schon, dass die beiden zusammenfinden werden. Obwohl Jeremy und Mary bereits am Anfang diese Anziehungskraft spüren, dauert es noch eine Weile bis die beiden langsam ein Paar werden. Mir hat es hier sehr gut gefallen, dass sich, neben der verletzenden Vergangenheit, auch ansonsten die Beziehung langsam entwickelt hat. Ich hatte Angst, dass das Mobbing von Jeremy gegenüber Mary ein Problem darstellen wird, weil es durch ein Argument aus der Welt geschaffen würde, das mir gar nicht zusagt. Aber Susanna Ernst hat hier einen echt plausiblen Grund gefunden, der zwar nichts entschuldigt, aber die feindliche Stimmung zwischen den beiden Protagonisten eliminieren kann. Die Liebe der beiden entwickelte sich mit der Zeit und wurde immer intensiver. Nachdem sie das Problem zwischen ihnen aus der Welt geschaffen hatten, lernen sie sich besser kennen und schaffen eine emotionale Grundlage für ihre Beziehung. Die Liebesgeschichte wurde von Susanna Ernst echt toll entwickelt und hat mir sehr gut gefallen.

Neben der Liebe zwischen Jeremy und Mary spielt aber auch noch die von Adam und Gracey eine Rolle. Durch die Briefe, die Mary im alten Sekretär findet, wird auch die aufkeimende Liebe zwischen Gracey und Adam erzählt. Die beiden haben sich ineinander verliebt und möchten allen gesellschaftlichen und familiären Widerstand brechen und träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Vor allem Gracey zeigt hier sehr viel Hingabe um trotzdem mit Adam Kontakt halten zu können. Werden die beiden eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft haben?
Der Schreibstil von Susanna Ernst hat mir sehr gut gefallen. Er ließ sich leicht lesen und hat viele Details kombiniert, ohne zu ausschweifend oder die Erzählungen zu verwirrend zu gestalten. Die Charaktere konnte sie so alle durch geeignete Worte nachzeichnen, sodass ich sie lebensecht vor meinem inneren Auge sah. Besonders Eliahs Art sich zu bewegen, artikulieren und anzuziehen liebe ich und als Leser spürt man sofort, dass er etwas Besonderes ist.

Das Ende war wunderschön und sehr poetisch. Hier wurden alle Handlungsstränge perfekt miteinander verknüpft. Die Zukunft und Vergangenheit wurde durch die beiden Paare zusammengeführt, wie ich es niemals erwartet hätte. Auch Details aus dem Leben der Protagonisten, z. B. der zu frühe Tod von Jeremys Bruder, wurden hier miteingeflochten. Mir hat das Ende unglaublich gut gefallen und ich hatte oft Tränen der Rührung oder Freude in den Augen.

 

Fazit:
Wie ihr seht, bin ich nur am Schwärmen ;) Ich kann wirklich nichts Schlechtes in „Immer wenn es Sterne regnet“ entdecken. Die Charaktere regnen wie ein glitzernder Sterneregen vom Himmel und verbinden sich durch ihre Liebe, wodurch sie nur noch mehr Strahlen. Der Schreibstil von Susanna Ernst ist das weitere farbige und glänzende Glitter, das zwischen den Sternen vom Himmel regnet. Das Ende der Geschichte ist das sanfte aufkommen und Sammeln der Sterne, indem die Handlungsstränge der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verflochten und passend zusammengeführt wurden.
Ja, das war jetzt sehr poetisch, aber wer durch die Vergleiche nicht ganz abgeschreckt wurde, sollte nun definitiv zu dem Buch greifen!

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

liebe, rocky mountains, familie, reihe, pflegefamilie

Rocky Mountain Kid

Virginia Fox
Flexibler Einband: 294 Seiten
Erschienen bei Dragonbooks, 05.09.2015
ISBN 9783952444740
Genre: Romane

Rezension:

[Ace:] „Und? Gefällt dir, was du siehst?“
[Paige] „Entweder das oder der Kaffee hier hat bewusstseinsverändernde Eigenschaften“, gab sie schlag fertig zurück. […]
Hatte sie wirklich von Drogen im Kaffee gesprochen? Meinte sie, er sah nur gut aus, wenn sie medikamentös nachhalf? [... ] Als sie seine momentane Verwirrung bemerkte, verdrehte sie innerlich die Augen. Was hatte er denn gedacht? Dass sie sagte, er sei Gottes Geschenk an die Frauen auf Erden?
S. 3


Charaktere:
Paula ist Mitte 30 und führt, etwas außerhalb von Independence, einen Rinderhof mit vielen Pferden und Hunden. Sie ist es gewohnt ständig Arbeitskleidung zu tragen und alle Aufgaben alleine zu meistern.
Leslie ist 13 Jahre alt, hat ihre Eltern nie kennengelernt und ist von ihren Pflegeeltern ausgerissen, weshalb sie nun bei Paula gelandet ist. Sie ist unglaublich tierlieb und gegenüber Menschen, die ihr nur Gutes wollen, sehr scheu, weil sie nicht glauben kann, dass jemand dauerhaft Kontakt zu ihr haben möchte.
Nate ist erst seit kurzem in der Stadt und verdient seinen Lebensunterhalt als Tierarzt.
Paige ist Journalistin und kurzzeitig in Independence. Sie ist neugierig, mischt sich oft in fremde Dingen ein – natürlich, Journalistin eben ;) – und hat Angst vor Hunden.


Meine Meinung:
Das Buch wird aus vielen verschiedenen Sichtweisen erzählt, was aber nie störend wird. Der Leser bemerkt durch die personale Erzählperspektive sofort, welcher der Charaktere das Geschehen schildert. Ich finde das gut, weil ich so die Gedanken der wichtigsten Protagonisten erfahren habe und auch, was gleichzeitig an unterschiedlichen Orten geschieht.

Wie der Titel „Rocky Mountain Kid“ und der Zusatz „Paula + Nate“ schon sagt, handelt das Buch hauptsächlich um Leslies Erlebnisse und das Liebeslieben ihrer neuen Ziehmutter Paula. Der Leser erfährt so einiges über Leslies bisheriges Leben, ihre momentane Situation und auch über ihre leiblichen „Eltern“. Auch die Liebe zwischen Paula und Nate wird oft thematisiert und hält ebenfalls einige Wendungen bereit. Durch den Klappentext hätte ich erwartet, dass Leslie auf Paulas Hof stößt und diese kennenlernt. Anfangs war ich vor den Kopf geschlagen, weil Leslie und Paula sich bereits getroffen hatten. Schön fand ich dann, dass deren Beziehung erst begonnen hat und noch lange reifen musste, was man im Weitern als Leser hautnah miterleben durfte.

Was mir besonders gut an Virginia Foxs Schreibstil gefallen hat, war die Beschreibung der Charaktere. Leslies Unsicherheit gegenüber Paula und ihrem neuen Leben allgemein, konnte ich stets nachvollziehen und habe über ihre Gedanken und Vermutungen oft traurig den Kopf geschüttelt. Auch Paulas Familie wurde so gut geschildert, dass ich ihre herzliche Art und enge Verbundenheit untereinander sofort ins Herz geschlossen habe. An einigen Stellen hatte ich auch Tränen in den Augen, weil mich das Geschehen und Virginia Foxs Art zu Schreiben sehr berührt haben. Lustig hingegen war der Umgang der Liebespaare miteinander. Beispielsweise Paula und Nate, deren Geschichte hier hauptsächlich erzählt wird, haben viele Gespräche, in denen sie sich gegenseitig geneckt haben, geführt und einen schlagfertigen Dialog nach dem anderen geliefert. Ich musste sehr oft grinsen oder gar lachen!

Ich habe mich in der Kleinstadt Independence am Fuße der Rocky Mountains sehr wohlgefühlt. Dass die Bewohner im einzigen Diner Wetten über die  unterschiedlichsten Dinge abgeschlossen haben, ist eine echt geniale Idee. Die Wetten gehen z. B. darüber, wer mit wem zusammenkommt - also nichts Ernstes, wodurch die Betroffenen verletzt werden würden.

Etwas enttäuschend war, dass kaum Beschreibungen über die Berge Rocky Mountains vorgekommen sind. Die landschaftlichen Begebenheiten rund um Independence, insbesondere bei Paulas Hof, wurden gelegentlich erwähnt, jedoch kaum der Anblick der Rockys. Ich bin aber nicht allzu unzufrieden damit, denn vielleicht kamen die gewünschten Beschreibungen in den bisherigen Bänden vor, die ich noch nicht gelesen habe.

Das Ende wartete dann mit einem Show-Down auf, der sehr spannend war. Bis zur letzten Minute des Geschehens habe ich gehofft und gebangt. Es gab auch viele Details, unter anderem mit der Journalistin Paige, deren optimale Auflösung ich mir bis zum Schluss nicht vorstellen konnte, die mich dann aber vollends überzeugen konnten.


Fazit:
„Rocky Mountain Kid“ ist eine tolle Geschichte, die mit einem wunderbaren Schreibstil erzählt wird. Die klitzekleinen Kritikpunkte stören kaum, sodass man sich in die Geschichte fallen lassen kann. Ich bin wirklich begeistert und werde die anderen Bände der Reihe auch noch lesen.
4,5 von 5 Sternen

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218 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

liebe, teresa driscoll, brustkrebs, familie, krebs

Für alle Tage, die noch kommen

Teresa Driscoll ,
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.09.2015
ISBN 9783426653715
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe dir ein paar Ratschläge versprochen, meine Tochter. Was die Menschen anbelangt, die du wirklich liebst, ist es sehr einfach. Du bekommst zurück, was du gegeben hast.
Elenaor, S. 155
 

Charaktere:
Melissa ist 25 Jahre alt. Sie hat einen Freund und ihr steht eine wichtige berufliche Entscheidung an. Melissa ist eher ein kühler Charakter, der
Max ist Melissas Vater und arbeitet an der Universität. Er hat den Tod seiner Frau Eleanor besser verarbeitet als Melissa und ist momentan single.
Eleanor ist Melissas Mutter und Max Ehefrau, die vor 17 Jahren an Krebs gestorben ist. Eleanor hat sehr gerne gebacken.
Sam ist Melissas Freund. Er war schon lange in Melissa verliebt, weshalb es für ihn der nächste Schritt ist, sie zu heiraten. Er ist sehr loyal und immer für seine Familie und auch Melissa da.

 
Meine Meinung
In „Für alle Tage, die noch kommen“ erzählt die Autorin die Geschichte von Eleanor, die mit Anfang 30 gestorben ist und eine Familie hinterlassen hat, von ihrer Tochter Melissa, die noch Jahre danach ihre Gefühle verleugnet und Eleanors Ehemann Sam, der seine große Liebe verloren hat. Als Eleanor weiß, dass ihr nicht mehr lange bleibt, gestaltet sie ein Buch, das Melissa bekommen soll, wenn sie erwachsen ist. Denn als Eleanor stirbt ist Melissa erst 8 Jahre alt. Um ihre wichtige Dinge mit auf den Weg zu geben und ihre erwachsenen Gedanken zu vermitteln, schreibt Eleanor dieses Buch. Darin sind Rezepte enthalten, die sie gerne gekocht hat, gemeinsame Erinnerungen an die Zeit des Kochens und ihre Gedanken und Gefühle bezüglich ihrer Krankheit und Melissa.

Dieses Buch wird von drei Protagonisten erzählt. Zunächst ist hier Melissa, die in der heutigen Zeit (2011) 25 Jahre alt ist, mit ihrem Freund Sam zusammenwohnt und von ihm einen Heiratsantrag bekam, den sie abgelehnt hat. Melissa erhält an ihrem Geburtstag überraschend einen Anruf eines Anwalts, der ihr ein Buch von ihrer Mutter gibt. Die Abschnitte dieses Buches werden auch teilweise abgedruckt. Hierdurch erzählt Eleanor, wie sie den Knoten in ihrer Brust entdeckt und die letzten Monate verbracht hat (1994). Während dieser Zeit ist das Rezeptbuch für Melissa entstanden. Als dritte Erzählperspektive dient Max. Max schildert hier hauptsächlich seine Ängste um Melissa und seine Beziehungen, die er momentan hat bzw. anfangen möchte. Wer von den Dreien die Geschehnisse erzählt und wann diese passieren, ist immer über dem Kapitel vermerkt. 

Teresa Driscoll kann die Charaktere in diesem Roman, wie deren Gefühle gut beschreiben. Trotzdem fand ich Melissas Gefühlslosigkeit störend. In ihren Kapiteln wurden kaum Empfindungen beschrieben, außer, dass sie wahnsinnig aufgewühlt und geschockt war, so ein Buch zu erhalten. Deshalb haben mir die Passagen ihrer Mutter Eleanor am besten gefallen. Hier war so viel Angst, ihre kleine Familie zurücklassen zu müssen, und Liebe ihrer kleinen Tochter gegenüber zwischen den Zeilen versteckt. In Max‘ Kapiteln war vor allem am Ende hin sehr viel Hin- und her zwischen seinen Gefühlen zu seiner Kollegin aber auch Zweifel, weil die letzte Beziehung mit einer Kollegin nicht funktioniert hat. Es hat mir gut gefallen, dass Max zwar traurig ist Eleanor verloren zu haben, aber trotzdem sein Leben weitergelebt und auch ein paar Beziehungen mit anderen Frauen geführt hat. Hier wären seine Zweifel vielleicht verständlicher gewesen, wenn er wegen Eleanor Gewissensbisse hätte, sodass sie nicht ganz so störend gewesen wären.

Der rote Faden vom Verlust der Mutter bzw. Ehefrau war im ganzen Buch über da. Kombiniert mit dem jetzigen Leben - 17 Jahre danach - ergibt dies eine schöne Geschichte über den Verlust eines geliebten Menschen und der Akzeptanz, dass eben dieser nicht mehr da ist. Manchmal waren mir aber ein paar Details zu viel, die zu weit von dem Thema des Buches abgeschweift sind. Deshalb hat es mich kaum interessiert, dass Max Angebetete einen Sohn hat der, typisch Teenager, momentan etwas schwierig ist. Auch ein Detail von Sams und Melissas gemeinsamen Urlaub zu Beginn des Buches wurde leider nicht mehr aufgegriffen. Die Probleme von Sams Bruder habe ich gerne gelesen, weil ich so Sam besser kennenlernen konnte und er mir dadurch sehr sympathisch wurde, trotzdem hätte man diese Szenen weglassen oder vielleicht sogar ausbauen sollen.

Das letzte Drittel des Buches hat mir besser gefallen, weil ich hier endlich mit der Protagonistin Melissa etwas warm wurde. Hier hat sie endlich etwas gefühlt und deshalb u. a. impulsiv gehandelt. Teresa Driscoll hat hier insbesondere einen Aspekt zu perfekt dargestellt. Zwar hat Melissa hier Verantwortung gegenüber ihren Gefühlen übernommen und sich gründlich überlegt, wie sie handeln soll, aber dies hat nicht wirklich zu ihrem bis dahin beschriebenen Charakter gepasst. Nichtsdestotrotz habe ich mit den Charakteren mitgelitten und mich gefreut, dass die Geschichte so gut für sie alle endet.


Fazit:
„Für alle Tage, die noch kommen“ ist ein gefühlvoller Roman, der über Melissa, Eleanor und Max erzählt. Eleanors Idee und ihr Geschriebenes im Rezeptbuch haben mir sehr gut gefallen. Auch das Zusammenwirken von der Vergangenheit (1994) bevor Eleanor starb und der jetzigen Zeit (2001), in der sich Melissa und Max weiterentwickelt haben, wurde gut aufeinander abgestimmt. Trotzdem haben mich einige Details, die von dem Verlust der Mutter bzw. der Ehefrau etwas abgelenkt haben, gestört. Auch das Ende war etwas zu perfekt, auch wenn es positiv für Mellissa und Max ausgefallen ist.

3,5 von 5 Sternen

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275 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

solitaire, jugendbuch, alice oseman, depression, jugendroman

Solitaire

Alice Oseman ,
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.08.2015
ISBN 9783423761192
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es gibt Tage, an denen ich mich gern mit Dingen beschäftige, die anderen Leuten egal sind. Das gibt mir das Gefühl, etwas Bedeutsames zu tun, vor allem deswegen, weil es sonst niemand tut.
Tori, S. 15

Charaktere:
Tori ist 16 Jahre alt und in der Oberstufe der Highschool. Sie hat kaum Interessen, bloggt aber für ihr Leben gerne. Tori ist unsozial, desinteressiert, abweisend und lügt, weil es ihr Spaß macht.
Becky ist Toris‘ beste und einzige Freundin. Sie hat einen Freundeskreis, in den sie Tori gerne mehr integrieren möchte. Becky ist liebenswürdig und ist ein typischer Teenager, der gerne auf Partys geht.
Charlie ist Toris Bruder, der seit Jahren mit ein paar Problemen zu kämpfen hat, aber ansonsten ein echt toller Kerl ist.
Michael hat vor kurzem die Schule gewechselt und trifft auf Tori. Er ist schräg, aber auf positiver Art und Weise. Mit jeder Seite habe ich ihn umso mehr gemocht.
Lucas ist ein ehemaliger Kindheitsfreund von Tori. Seit sie mit ca. 10 Jahren den Kontakt verloren haben, haben sie nicht mehr miteinander gesprochen. Als Lucas auf Toris‘ Schule wechselt möchte er die Freundschaft wieder aufleben lassen.

Meine Meinung:
Schnappt euch „zuckerfreie Zitronenlimonade“, lehnt euch zurück und viel Spaß mit meiner Rezension ;)

„Solitaire“ wird mittels der Ich-Perspektive aus Toris‘ Sichtweise erzählt, wodurch man die geballte Ladung ihres einzigartigen Charakters abbekommt. Trotzdem konnte ich bis zum Schluss nicht ihr Handeln nachvollziehen und verstehen, warum bzw. wie sie sich überhaupt fühlt. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das in der Ich-Perspektive geschrieben ist und so wenig über den Protagonisten preis gegeben hat.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist sehr jugendlich und locker leicht. Hier kommt der Autorin Alice Oseman wohl zugute, dass sie den Roman mit 17 Jahren verfasst hat. Dadurch, und auch wegen der großen Schrift, konnte ich das Buch sehr schnell lesen.

Ich hasse es, wenn ich den/die Protagonist/in nicht leiden kann. Und hier war dies auch der Fall – und zwar sehr extrem. Das ist lustig, weil es wahr ist. Tori ist pseudo-deprimiert. Ich glaube, die Autorin wollte sie deprimiert darstellen, aber das ist ihr kaum gelungen. Tori hat nicht wirklich Probleme, also warum sollte sie depressiv sein? Außerdem hat ihr Bruder Charlie mit einigen Dingen zu kämpfen, die ihn sehr belasten. Also warum sollte sie die Deprimierte spielen, wenn sie weiß, dass ihr Bruder es tatsächlich ist? Weitestgehend konnte ich mir ihr Verhalten damit erklären, dass ihr alles egal ist und sie sich für kaum etwas interessiert. Aber irgendwie hat ihr noch freundliches Verhalten bei Gesprächen auch nicht zur typisch jugendlichen Null-Bock-Stimmung gepasst. Dann habe ich mir es damit erklärt, dass Tori unsozial ist und keinerlei Interesse an ihren Mitmenschen hat. Aber dies hat nicht hundertprozentig gepasst, da sie sich um Charlie wirklich sorgt und mit ihrem kleinen, ca. 10-jährigen, Bruder sehr oft spielt. Tori ist einfach unbeschreiblich und von allem etwas. Und dieses seltsame Verhalten hat mich so aufgeregt!  Als sie mehr mit Michael unternimmt, wurde sie zum Glück erträglicher, wobei diese Phase leider nicht sehr lang anhielt. Über das ganze Buch über hat sie sich nicht wirklich gebessert und verändert (nur kurzzeitig). Das ist lustig, weil es wahr ist.
Protagonisten machen oft eine Entwicklung durch, die zur Geschichte und zur Grundaussage passen, aber hier hat dies leider gefehlt. Ich denke, wenn es hier auch so gewesen wäre, hätte ich mich mit ihrem restlichen Verhalten im Buch zufrieden geben können. Das ist lustig, weil es wahr ist. Tori betreibt ziemlich intensiv einen Blog, den sie geheim hält und ihr noch näher ist als ihre beste Freundin und Familie. Hier hätte die Autorin Posts von dem Blog in das Buch einarbeiten sollen, vielleicht wäre mir Toris Verhalten dadurch verständlicher geworden.

Die Sache mit der geheimen Gruppe Solitaire machte mich anfangs total neugierig. Zwar machten diese einen eher kindischen Streich, aber die Aussage, dass sie durch ihre Aktionen gegen die Langeweile an der Schule vorgehen wollen, hat mein Interesse geweckt. Leider wurden die Aktionen immer gefährlicher und dämlicher. Die letzte Aktion zeugte von Naivität und brachte leider nicht den gewünschten Showdown. Wer hinter Solitaire steckt und warum die Aktion gestartet wurde, war dann leider auch keine Überraschung mehr, da man als Leser sehr bald auf die Möglichkeit kam. Das ist lustig, weil es wahr ist. Außerdem blieben viele Fragen offen: Was soll „Abwarten kann tödlich sein“ bedeuten? Was genau war mit Ben? Was ist mit Michaels Familie?

Fazit:
„Solitare“ erzählt über Tori, die pseudo-depressiv und desinteressiert ist, und über die gleichnamige Gruppierung, die der Langeweile auf der Highschool entgehen will. Die nervige Protagonistin, die dämlichen Aktionen, die am Schluss bestätigte Vermutung und viele offene Fragen trugen dazu bei, dass mir das Buch beim Lesen kaum Vergnügen bereitet hat. Da können total sympathische Nebencharaktere und ein sehr leichter Schreibstil leider auch nicht mehr viel Positives bewirken.

PS: Wem es zu viel „Das ist lustig, weil es wahr ist“ ist, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen, ihr würdet euch sonst nur aufregen ;D

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

PROFILE - Die Prognose: Roman (Fischer FJB (allgemein)) (German Edition)

Christine Seifert
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Fischer E-Books, 20.08.2015
ISBN 9783104021164
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Wir haben beschlossen, im Interesse der Sicherheit aller Schülerinnen und Schüler, die Namen derjenigen Personen mit einer Prognose öffentlich bekanntzugeben. […] Mit diesen Informationen, mit dieser Liste, können wir besser auf die Bedürfnisse unser gefährdeten Schüler eingehen. Wir geben auch diese Namen nicht bekannt, um irgendeine Form grausamen oder diskriminierenden Verhaltens gegen diese Personen zu begünstigen. Wir haben diese Entscheidung getroffen, weil wir glauben, dass es der richtige Weg für unsere Schule ist."
Vorsitzender der Schulverwaltung, S. 240

Charaktere:
Daphne ist intelligent und nicht das typische Highschool-Mädchen, das ständig an Mode und Jungs denkt. Sie hinterfragt Dinge und tritt ihren Mitmenschen offen und unvoreingenommen gegenüber.
Melissa ist Daphnes Mutter und konzentriert sich voll und ganz auf ihre Arbeit. Daphne und Melissa verstehen sich sehr gut und haben ein enges freundschaftliches Verhältnis.
Jesse ist aus einer reichen Familie – DER reichen Familie im Ort – , was ihm allerdings nichts bedeutet. Er hat eine beste Freundin, mit der er aufgewachsen ist. Jesse gibt wenig von sich preis, wodurch Daphne und der Leser oft nicht wissen, woran man bei ihm ist.
Dizzy wird Daphnes Freundin. Sie ist in einer Clique, die ziemlich viel über Jungs und allgemein über die Mitschüler tratschen. Dizzy ist aber auch loyal, vorsichtig und betrachtet Gerüchte als das, was sie sind.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus Daphnes Sicht mittels der Ich-Perspektive erzählt. Mit ihr zusammen tritt der Leser Schritt für Schritt in das Highschoolleben an der Quiet High ein.

Daphne musste mit ihrer Mutter schon viel umziehen und hat deshalb einige Schulen besucht. Am ersten Tag passiert ihr jedes Mal ein Missgeschick und während sie sich noch darüber ärgert, wie peinlich es war, geschieht der Amoklauf. Die ganze Schule ist in Angst und Schrecken versetzt, welche noch lange nach dem gescheiterten Amoklauf die Lehrer, Schüler, sowie Eltern in Atem hält. Deshalb sollen die Untersuchungsergebnisse von PROFILE, die vor einigen Jahren über die Intelligenz und das soziale Verhalten der Schüler gemacht wurde, veröffentlicht werden.

Nachdem der Amoklauf direkt am Anfang passiert ist, bleibt dieser immer noch Gesprächsstoff Nummer 1 an der Quiet High, aber alle Schüler gehen langsam zur Tagesordnung zurück und konzentrieren sich wieder auf die Partys. Der Anfang des Mittelteils handelt deshalb hauptsächlich über das normale Highschoolleben und die Liebesleben der Mädchen in Daphnes neuer Clique. Dieser Abschnitt des Buches war etwas langgezogen, denn ich habe mich immer gefragt, wann denn nun die Ergebnisse von PROFILE, die ständig in Gesprächen erörter wurden, bekannt gegeben werden.

Sehr gut hingegen fand ich, wie Christine Seifert die Reaktion auf die Veröffentlichung der Liste dargestellt hat. Schon im Vorfeld meinten viele „xy bekommt eine Prognose, ist doch klar“. Darunter fielen Mitschüler, die man nicht mag und eh schon Außenseiter sind. Dann wurden die Ergebnisse veröffentlicht, welchen Jugendlichen eine Gewalttat prognostiziert wird. Daraufhin wurden Freundschaften gebrochen und die Trennung der Schüler ohne und derer mit Prognose vom Großteil der Teenager einfach hingenommen und die mit Prognose diskriminiert. Das hat mich fast schon an einige Begebenheiten in der Geschichte bestimmter Länder erinnert (Rassendiskriminierung). Die Reaktion darauf fiel unterschiedlich aus und beinhaltete auch so manche Extreme. Viele Eltern sind der Meinung, dass man die Jugendlichen mit Prognose einfach wegsperren soll, andere aber haben sich gefragt, ob man dies wirklich tun sollte, denn die Jugendlichen haben sich bisher (noch) nichts zu Schulden kommen lassen. Darf man für ein Verbrechen, dass man laut einer Studie begehen wird, schon vorher eingesperrt und „bestraft“ werden? Daphne hat die Prognose auch nicht als gegeben hingenommen, sondern vermutet, dass Menschen sich ändern können und wenn sie wollen, die angekündigte Straftat nicht begehen werden. Ist das so oder hat man mit 16 Jahren nicht schon feste Vorstellungen hinsichtlich der Moral? Hier wurden viele Fragen aufgeworfen, die die Folgen der Bekanntgabe thematisieren. Wie soll bzw. darf man sich den Jugendlichen mit Prognose gegenüber verhalten?

Fazit:
Die intelligente Daphne ist neu an der Quiet High und gliedert sich in das Schulleben und den Partys der Mitschüler ein. Wäre da nicht der Amoklauf, der zum Glück keine Opfer gefordert hat, der die gesamte Schule in Atem hält. Durch die Veröffentlichung der Prognosen, die einigen Schülern eine gewalttätige Zukunft voraussagt, schafft Christine Seifert eine Geschichte, die viele essentielle Fragen aufwirft, wie man mit diesen Jugendlichen umgehen sollte.

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193 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

glück, trauer, familie, verlust, 7

Glück ist eine Gleichung mit 7

Holly Goldberg Sloan ,
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 27.07.2015
ISBN 9783446245532
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was war die Rose, bevor sie eine Rose war?
Sie war die Erde und der Himmel und der Regen und die Sonne.
Und wo war die Rose, sobald die Rose verschwunden war?
Sie kehrte zurück, nahm Mai an, zurück zum größeren Ganzen, das uns alle einschließest.
Mai, S. 162

Charaktere:
Willow ist 12 Jahre alt und hochbegabt. Sie ist ein aufgewecktes Mädchen, das sich für Medizin und Pflanzenkunde interessiert. Ihre Lieblingszahl ist die 7.
Dell ist Sozialberater bei der Schulbehörde und kümmert sich um die „schwierigen“ Fälle. Er versucht sich durch seinen Job durchzumogeln und ist ein unordentlicher Junggeselle.
Mai Nguyen, ihr jüngerer Bruder Quang-Ha und deren Mutter Pattie haben momentan keine leichte Wohn- und Lebenssituation. Mai wird zu einer guten Freundin von Willow und Pattie eine Stützte in der schwierigen Zeit.
Jairo ist Anfang 30 und Taxifahrer.

Meine Meinung:
Das Buch wird überwiegend aus Willows Sichtweise erzählt. Mittels der Ich-Perspektive schildert sie in den jeweiligen Situationen ihre Gedankengänge. Weiterhin gibt es auch Kapitel aus der Sichtweise von Dell, Mai oder Jairo, welche durch die personale Erzählperspektive die Ereignisse schildern.

Zunächst wird beschrieben, wie Willow erfährt, dass ihre Eltern gestorben sind. Dann springen einige Kapitel in die Vergangenheit und zeigen Willows Leben mit ihren liebevollen Eltern. Die Zeitachse bewegt sich immer weiter auf den Tod ihrer Eltern zu und monatelang darüber hinaus. So lernte der Leser Willows Wesen kennen und kann deren Trauer verstehen.

Der Schreibstil von Holly Goldberg Sloan ist sehr angenehm und überaus passend. Trotz einiger Fachbegriffe, die Willow verwendet, sind die Sätze oft kurz und verständlich ausgedrückt. Außerdem gibt es viele Absätze. Holly Goldberg Sloan hat den richtigen Stil für die hochbegabte Willow getroffen. Man bemerkt ihre Intelligenz und ist von ihren Schilderungen über ihren Garten beindruckt. Der Schreibstil ist eher analytisch und informativ, was sehr gut zu Willow passt. Auch wenn kaum Gefühle beschrieben werden, erkennt der Leser diese doch in dem Geschriebenen.

Der Titel ist super gewählt, denn Willows Lieblingszahl ist die 7. Für sie spielt diese Zahl eine wichtige Rolle, was im Roman immer wieder aufgegriffen wird. Auch zum Schluss taucht die  7 wieder auf, weshalb Willows Glück wirklich durch 7 Dinge erklärt werden kann.

Das Ende war nicht sehr überraschend, auch wenn ich die Geschehnisse nicht erwartet, aber gewünscht, habe. Es ist wunderschön und absolut passend. Einzig ein Detail, das den Charakter von Pattie betrifft, war unlogisch und zu passend dargestellt. Der Abschluss der Geschichte wäre auch sehr schön gewesen, wenn die Autorin einige Aspekte nicht zu perfekt gestaltet hätte.

Fazit:
„Glück ist eine Gleichung mit 7“ ist ein toller Roman über Willows Weg aus der Trauer heraus. Die Protagonistin ist hochbegabt, hilfsbereit und ein sehr liebenswerter Charakter. Die Autorin hat hier den perfekten Schreibstil getroffen, indem Willows Beschreibungen eher analytisch und erklärend sind,  wobei Holly Goldberg Sloan es trotzdem geschafft hat Willows Gefühle an den Leser zu vermitteln.
4,5 von 5 Sternen


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132 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

maya shepherd, roadtrip, 50 tage - der sommer meines lebens, route 66, liebe

50 Tage: Der Sommer meines Lebens

Maya Shepherd
E-Buch Text: 388 Seiten
Erschienen bei null, 31.07.2015
ISBN B00YPWV170
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wahres, reines, pures Glück lässt sich nicht in Worte fassen, man muss es einfach fühlen. Ich war glücklich. Glücklicher als glücklich. Übersprudelnd vor Glück.
Jade, S. 187

Charaktere:
Jade ist 17 und hat fürchterlichen Liebeskummer. Sie ist anfangs unsicher und manchmal auch naiv, wächst aber mit jeder Seite und ist am Ende eine junge Frau, die sich behaupten kann und Selbstsicherheit ausstrahlt.
Jason ist 19 Jahre alt und sehr verschlossen. Aber so wie Jade entwickelt  er sich immer weiter und gibt im Laufe des Buches seinen Charakter, seine Familie und auch so manches Geheimnis preis.
Weiterhin kommen noch ein paar Personen mit sehr unterschiedliche Charaktere auf der Reise vor, sowie Jades und Jasons Familien.

Meine Meinung:
Jade soll in den Ferien in ein Sommercamp gehen. Doch statt sich darauf zu freuen, möchte sie dort auf keine Fall hin. Ihre beste Freundin hat ihren Freund geküsst, weshalb sie die beiden in den Ferien nicht sehen möchte. Als der Bus auf der Raststätte hält, versteckt sie sich kurzerhand in dem Auto eines Fremden – und beginnt so einen abenteuerlichen Roadtrip über die Route 66 quer durch Amerika.
Am Anfang des Buches findet der Leser den Prolog vor, der sofort erschütternde und traurige Gefühle auslöst. Mit einem „oh mein Gott, das kann doch nicht wirklich sein“ in meinem Kopf blätterte ich schnell zum ersten Kapitel und fing an zu lesen. Der Prolog weckt anfangs eine gewisse Neugier, ist später aber störend. Ich dachte durch diesen zu wissen, wie der Roman enden wird. Dadurch war das letzte Drittel des Romas nicht mehr so fesselnd. Ich konnte gar nicht mit Jade und Jason hoffen, weil der Prolog schon ein wichtiges Detail verraten hat. Fast schon lustlos blätterte ich durch die Seiten und war geschockt, als ich den Epilog las. Denn so wie ich glaubte, dass der Roman enden würde, tat er es eben nicht. Die überraschende Wendung ist wirklich gut, aber ohne den Prolog hätte ich mehr Lesespaß gehabt.
Die Geschichte wird mittels der Ich-Perspektive aus Jades‘ Sichtweise erzählt. Maya Shepherds Schreibstil ist sehr angenehm und leicht zu lesen. Sie spricht in dieser Geschichte auch so viel Wahrens und Wichtiges an, weshalb ich mir sehr viele Textstellen markiert habe. Die Autorin kann wirklich gut schreiben, was mir besonders an den Beschreibungen der Charaktere aufgefallen ist. Deren Gefühle werden dem Leser dadurch sehr gut vermittelt, sodass man sie fast selbst fühlen kann. Auch die Entwicklung der Protagonisten ist sehr gut geschildert. Jade zum Beispiel verändert sich sehr. Diese Wochen bilden nicht nur den schönsten Sommer ihres Lebens, wie der Untertitel es beschreibt, sondern auch den Sommer, in dem sie erwachsen wird. Auch wenn es mutig ist, in den Wagen eines Fremden zu steigen, ist es gleichzeitig auch dämlich und naiv. Von der unselbstständigen und unbedacht handelnden Jugendlichen reift Jade zu einer jungen Frau heran, die weiß was sie will, ihre Ängste überwindet und selbstsicher wird. Diese Entwicklung der Protagonistin und die schriftliche Darstellung haben mir sehr, sehr gut gefallen.
Der Klappentext gibt an, dass der Roadtrip im Sommer 1965 stattfindet. Leider hat man das Flair dieser Zeit gar nicht gespürt. Es gibt einige Szenen, die man auf die 70er zurückführen kann, aber diese hätten auch im 21. Jahrhundert genau so passieren können. Ein paar Sätze und Beschreibungen mehr (z. B. über die Kleidung) hätten mir auch gut gefallen.
Es heißt ja immer „Der Weg ist das Ziel“, was bei einem Roadtrip wichtig und auch hier der Fall ist. Jade und Jason kommen an viele verschiedene Orte, wunderschöne Landschaften und erleben dort einmalige Situationen. Weiterhin treffen sie auf völlig unterschiedliche Charaktere, die sie nett, lustig oder auch unangenehm empfinden. Vor allem in einem Land wie Amerika ist jeder Bundesstaat plötzlich wie ein völlig anderes Land und bietet so viele Details, die die Autorin in sehr vielseitige Begebenheiten eingebaut hat.
Zum Ende des Romans konnte ich das Denken der Protagonisten nur teilweise verstehen. Zuerst versprechen sie oder tun etwas, das nicht zu späteren Handlungen passt (Jade: Jasons Ex, Jason: Kämpfen). Zunächst noch störend, wurde dies nach einigen Seiten wurde jedoch besser, weil Jade ihre Handlungen genauer beschrieben und somit begründet und auch oft die Unlogik ihres Verhaltens angesprochen und erklärt hat. Außerdem wurde mir mit jeder Seite klarer, warum die beiden so handeln. Die Zerrissenheit und Verzweiflung der beiden war spürbar und sehr präsent.
Das Ende war, wie schon erwähnt, überraschend und vor allem auch emotional.

Fazit:
„50 Tage – der Sommer meines Lebens“ ist ein toller Roadtrip-Roman, der durch die vielen Städte und Begegnungen mit völlig unterschiedlichen Charakteren ein großes Ganzes ergibt. Auch wenn der Roman ein paar kleine Schwachstellen aufweist, punktet er doch mit dem Schreibstil der Autorin und sehr angenehmen Charakterentwicklungen. Maya Shepherd hat einen wunderbaren Schreibstil, der den Leser mit viel Spaß und vielen Zitaten zum Markieren durch das Buch lotst. Auch wenn der Prolog völlig unnütz ist, wendet der Epilog die Geschichte und lässt ein völlig anderes Ende entstehen, als man erwartet hätte. Große Leseempfehlung!

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551 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 159 Rezensionen

roadtrip, liebe, krebs, james patterson, freundschaft

Heart. Beat. Love.

James Patterson , Emily Raymond , Stephanie Singh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2015
ISBN 9783423761079
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Charaktere:
Axi wird als Streberin und BM (Braves Mädchen) bezeichnet, jedoch ist sie auf der Reise ganz anders: offen und ungezügelt. Sie liest viele Bücher und schreibt gerne Geschichten.
Robinson ist der wilde Gegenpart zu Axi und stellt alles möglich an. Er hört viel Musik, spielt selbst Gitarre und kennt sich dort genauso gut aus, wie Axi mit Büchern.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird mittels der Ich-Perspektive aus Axis Sichtweise erzählt. Und am Anfang startet James Patterson gleich mit der Reise. Axi schwänzt zwei Schulstunden, was ihr wirklich unangenehm ist, um Robinson von ihrem Plan, quer durch Amerika zu reisen, zu erzählen. Dieser ist natürlich Feuer und Flamme und die beiden fahren noch am gleichen Tag los. Und damit startet der Roadtrip, der von geklauten Autos, bekannten Touristenzielen, beeindruckende Städten über schräge Personen und vielen Überraschungen, so ziemlich alles beinhaltet.
James Patterson hat mit seinem Schreibstil eine locker leichte Sommergeschichte geschrieben, durch deren Seiten man nur so fliegt. Ich empfand den Schreibstil wie eine leichte Sommerbrise, die rasch durch die Luft weht. Ich habe erst mit dem Buch begonnen und war mit Axi und Robinson an einigen geplanten und auch ungeplanten Orten angelangt, da war auch ich auch schon bei der Hälfte des Buches angekommen. Ich hätte mir mehr Beschreibungen gewünscht, damit es ein  bisschen Füllung in der Geschichte gibt und vor allem auch, weil ich bis dahin Axis Verhalten kaum verstanden habe. Sie ist immer brav und eine Streberin und plötzlich macht sie kurz vor den Prüfungen eine solche Reise. Auf den geklauten Autos war sie wirklich nicht gut zu sprechen, aber trotzdem war sie schon von Beginn der Reise, und somit auch des Buches, viel weniger „verklemmt“, wie sie (und auch Robinson) sich beschrieben hat.
Bis dahin waren mir die beiden Protagonisten etwas zu flach und der Grund der überstürzten Reise zu unklar. Natürlich hat Axi manchmal von ihrer Familie berichtet, aber ein entscheidendes Detail wurde erst in der zweiten Hälfte der Geschichte gelüftet. Hier wird sogar im Buch, der unbeschwerte Teil der Reise und der ernstere unterteilt. Und von da an, war ich ständig nur überrascht. Hier wurde mir auch teilwiese klar, warum Axi, das „brave Mädchen“, diese Reise unternehmen wollte und sie auch gewagt hat. Ich war überrascht, dass das Buch plötzlich so eine Tiefe und ein so ernstes Thema beinhaltet. Es hat mich überrascht, was weiterhin in Axis Vergangenheit war. Es hat mich überrascht, dass Axi und Robinson beide von etwas betroffen waren. Ich war über Robinsons Gefühle überrascht und auch, dass er sich Axi weiter geöffnet hat, die bisher einiges noch nicht über ihn wusste. Das Ende war daraufhin passend, traurig und toll.

Fazit:
„Heart. Beat. Love“ beinhaltet den Raodtrip von Axi und Robinson. Von einer locker leichten Sommerlektüre mit wunderbaren Momenten bis hin zu einem Roman mit Tiefe ist hier alles dabei. James Patterson hat mit seinem Schreibstil eine Geschichte geschaffen, die unter die Haut geht.

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144 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

kernstaub, ngaja, a'en, science fiction, marie graßhoff

Kernstaub

Marie Graßhoff
E-Buch Text: 1.098 Seiten
Erschienen bei null, 13.05.2014
ISBN B00KASLHA4
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Normalität ist nicht, was gewöhnlich ist, sondern was wir als gewöhnlich empfinden. Wären wir unser Leben lang im Kreis gelaufen, empfänden wir gerade Wege als unnormal. Hätten wir unser ganzes Leben im Schatten verbracht, blendete uns das Sonnenlicht. Und hätten wir die ganze Zeit über in einer falschen Welt gelebt, würde die Realität uns Angst einflößen.
Mara, 14%


Charaktere:
Mara ist 19 Jahre alt und lebt mit ihrem Bruder Liam in einer großen Villa. Die Eltern der beiden sind vor Jahren gestorben, weshalb Liam den Konzern übernahm. Mara hat außerdem panische Angst vor Uhren. Sie ist unsicher, ängstlich, aber auch selbstbestimmt.
Calla ist Maras beste Freundin und wohnt nur wenige Minuten entfernt.
Juan ist 23 und der Bruder von Calla. Er kann Mara gar nicht leiden und lässt sie das stets spüren. Er ist wahnsinnig arrogant, ignorant und selbstsicher. Wenn er aber eine Person in sein Herz geschlossen hat, dann würde er alles für sie tun.
William und Manjana sind auf der Suche nach Mara um sie zu töten. Sie sind die Wächter des Systems.
Ciar ist der Butler von Mara und ihrem Bruder. Ciar ist neben Calla und Liam die Person, die Mara am nähesten steht.
Außerdem gibt es noch den ideenreichen Glen, die fürsorgliche Sia, den vorlauten Uxur, den Anführer Nero und viele mehr…

 

Meine Meinung:
Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Mara beschrieben. Mittels der Ich-Perspektive schildert sie ihre Gedanken und Gefühle, sodass der Leser ihr stets nahe ist. Einige Kapitel werden auch aus der Sicht von anderen Charakteren beschrieben, z. B. von den beiden Wächtern William und Manjana, von Glen oder Juan.

Auch wenn der Klappentext schon verrät, dass Mara umgebracht werden soll/muss, damit alle anderen Seelen ewig und wohlbehalten leben können, sie einen Freund hat, der sie immer begleitet und zu schützen versucht, und sie ihre Erinnerungen wiedererlangt, ist die Idee hinter der Geschichte so viel mehr. Bei vielen Büchern bin ich beeindruckt, was der/die Autor/in sich erdacht und erschaffen hat. Hier bin ich das noch viel mehr. Der Inhalt von „Kernstaub“ ist wie ein Eisberg. Man sieht nur die Spitze, also den Anfang der Geschichte, und darunter verbirgt sich viel, viel mehr – das, was im größten Teil des Buches von Bedeutung ist. Ok, wenn wir jetzt an die Titanic denken, ist der Eisberg leicht negativ… aber stellt euch vor, ihr steht vor den Bergen und seht hinter ihnen noch einen Berg, den größten, von dem man nur die eingeschneite Spitze erkennen kann. Wenn man nun genau vor dem Berg steht, also mit voranschreitender Seitenzahl immer weiter in die Geschichte vordringt, dann kann man seinen beeindruckenden Anblick erkennen.

Der Schreibstil von Marie Graßhoff ist wirklich außergewöhnlich. Es sind oft lange Sätze enthalten, die man ab und zu zwei Mal lesen muss, aber ihre Art zu Schreiben ist sehr angenehm. Marie Graßhoffs Schreibstil ist oftmals komplex, aber sie kann wunderbar mit der Sprache umgehen und schongliert nahezu mit den Wörtern, sodass daraus dieser wunderbare Roman entsteht.

Was mich, neben der Idee, besonders beeindruckt hat, war die Beschreibung der Charakterentwicklung. Ich kann nicht zu viel dazu sagen, sonst würde ich womöglich spoilern, aber die enorme Veränderung von Maras Charakter wurde wunderbar eingefangen. Oftmals haben die Ereignisse sie sehr geprägt, sodass sich ihre Art enorm verändert hat, aber durch diese Entfaltung hatte man nie das Gefühl, dass man nun eine ganz andere Person vor sich hätte.  
Nachdem Mara mit einigen anderen Protagonisten an einem anderen Ort angekommen ist, war die Geschichte stellenweise etwas langgezogen. Indem die Geschehnisse oft aus Maras Sichtweise erzählt wurden und ihr einfach nicht viel passier ist, ist man kaum vorangekommen. Ich hatte so viele Fragen und wollte mehr erfahren. Nach einiger Zeit hat sich dies jedoch wieder behoben, man hat so viele Informationen bekommen, dass ich wieder zufrieden war und es geschahen auch erneut spannende Ereignisse.

Das Ende ist soweit in sich abgeschlossen, dass man getrost auf den nächsten Teil der Trilogie warten kann. Trotzdem hat man das Gefühl erst am Anfang des Geschehens zu stehen, obwohl sich bereits so viel ereignet hat. Der Leser hat schon das grundlegende System verstanden, aber ich bin trotzdem sehr gespannt auf die weitere Geschichte, weil man merkt, dass es noch vieles gibt, das man noch nicht weiß.

 

Fazit:
Der Science-Fantasy-Roman „Kernstaub -  Über den Staub an Schmetterlingsflüglen“ fundiert auf einer großartigen Idee. Marie Graßhoffs Schreibstil ist vielleicht nicht für jeden geeignet, aber ihre Art mit der Sprache umzugehen und daraus Gefühle und Geschehnisse zu entwickeln, hat mich sehr beeindruckt.
4,5 von 5 Sternen

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

fantasy, liebe, freundschaft, magie, lana

Lana: Schattenbilder

Annie J. Dean
E-Buch Text: 359 Seiten
Erschienen bei null, 16.03.2014
ISBN B00J2F1BW0
Genre: Fantasy

Rezension:

Charaktere:
Lana ist 18 Jahre alt und hat ihre Eltern bei einem Autounfall verloren. Ein entfernter Verwandter zahlt ihr das Geld für die Privatschule Saint Angela’s Highschool, hält aber keinerlei Kontakt mit ihr. Lana ist sehr selbstständig, weshalb sie sich nichts befehlen lässt und erst den Grund erfragt.
Caitlin ist Lanas Zimmernachbarin und gute Freundin. Sie ist aufgeweckt und geht sehr gerne auf Partys.
Betty ist neben Caitlin Lanas beste Freundin.  Da sie nicht auf Lanas Schule geht und in Richport eine eigene Wohnung hat, treffen sich die beiden meist am Wochenende.
Tristan ist knapp über 20 Jahre alt und kann, wie der Klappentext schon verrät, Lana helfen, da er aus einer „anderen Welt“ kommt. Er ist sehr von sich überzeugt und etwas eingebildet, aber trotzdem sehr charmant und sympathisch.
Ethan ist Lanas Klassenkamerad, Ex-Freund und sehr guter Freund – außerdem empfindet er immer noch etwas für sie.

 

Meine Meinung:
Der Prolog startet sehr spannend, da eine junge Frau im Sterben liegt und ein hochgewachsener Mann deshalb sehr traurig ist. Ein Heiler kann wohl leider nichts mehr für sie tun. Als Leser fragt man sich: Wer sind die drei Personen? Warum stirbt die Frau? Nachdem ich Kapitel für Kapitel gelesen habe, wusste ich, wann die Begebenheiten im Prolog geschehen sind, aber erst nach Beenden des Buches, warum es passiert ist.

Die Geschichte wird mittels der Ich-Perspektive aus Lanas Sicht erzählt. Dadurch ist der Leser Lana sehr nah und versteht ihre Gefühle, wenn sie angegriffen wird oder von Tristan plötzlich einige Details ihrer Herkunft erfährt. Da mir die Protagonistin sympathisch ist, war ihre Sichtweise sehr angenehm zu lesen.

Ich finde die Idee hinter der Geschichte echt gut. Die Autorin hat sich viel Mühe dabei gegeben und eine „Welt“ ausgedacht, die noch nie da gewesen war. Das, was Tristan und Lana sind, ist sehr außergewöhnlich. Der Ort, an dem sie normalerweise leben, bezeichne ich jetzt einfach mal als „Parallelwelt“. Dort ist es ähnlich wie bei uns, aber auch völlig anders. Annie J. Dean hat hier viele Details ergänzt und verändert, die das zu Hause von Tristan zu einem besonderen Ort macht. Beispielsweise sind dort die Tage länger und die Nächte kürzer, weshalb die Bewohner nicht so viel Schlaf brauchen. Dies ist zwar nichts Großartiges, aber dadurch wird es trotzdem so besonders. Diese kleinen Details machen diese „Parallelwelt“ und auch das Buch zu etwas einzigartigem.

Die Geschichte verläuft in keinem typischen Spannungsbogen, trotzdem war es zu keiner Sekunde langweilig. Ich kann kaum etwas verraten, weil so vieles geschieht, dass im Klappentext nicht mal annähernd angedeutet wird. Aber unter anderem hat mir sehr gut gefallen, dass es nicht nur um Lana und ihrem Angreifer geht, sondern zum Schluss auch um einen anderen Protagonisten. Dass Lanas Problem nicht erst auf der letzten Seite gelöst wurde, hat mich überrascht. Es macht das Ganze aber noch spannender, weil man die weitere Handlung noch überhaupt nicht erahnen kann. Eigentlich stört es mich immer, wenn ich nicht weiß, was das Ziel der Geschichte ist. Aber hier fühle ich mich richtig wohl und habe kein Problem damit nicht im Ansatz zu wissen, was auf den nächsten Seiten passieren  wird.

 

Fazit:
Annie J. Dean hat nicht nur einen angenehmen Schreibstil, sondern auch super Ideen. „Lana – Schattenbilder“ wird durch die Gestaltung der Lebenswelt der Protagonisten zu einem einzigartigen Werk, wodurch der ungewöhnliche Spannungsverlauf nicht stört, sondern die Geschichte aufwertet.

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88 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

tanja voosen, sommer, scheidung, friends to lovers, sommercamp

Sternenmeer

Tanja Voosen
E-Buch Text: 233 Seiten
Erschienen bei null, 21.04.2015
ISBN B00WIYU2MM
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Probleme sind wie Unkraut, beides sollte man an der Wurzel packen und ausreißen, damit es nicht wiederkommt.“
Tristan, S. 157

Charaktere:
Laurie ist wie jeder typischer Teenager, aber dennoch ist sie bodenständig. Sie ist genervt von den Streitereien ihrer Eltern und hat Angst, dass sich diese scheiden lassen.
Savannah ist Lauries beste Freundin und immer für sie da. Egal wegen welchem Problem Laurie Savannah anruft, sie hört immer zu, besänftigt sie und gibt Tipps. Das ist eigentlich selbstverständlich für beste Freundinnen, aber die Freundschaft der beiden ist besonders vertraulich und eng.
Derek ist Savannahs Zwillingsbruder und spielt in der Schulmannschaft Baseball. Er ist schlagfertig und selbstbewusst, hat aber auch, aufgrund eines Vorkommnisses in der Vergangenheit, eine verletzliche Seite.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus Lauries Sicht mittels der Ich-Perspektive erzählt. Somit erfährt man ihre Sorgen wegen ihren Eltern oder auch ihre Gefühle gegenüber anderen Charakteren, insbesondere Derek.
Lauries Eltern streiten sich ständig und sind dadurch so auf sich selbst konzentriert, dass sie nicht mehr auf Laurie achten. Diese ist total genervt von dem Gezanke, hat aber auch Angst, dass ihre Eltern sich scheiden lassen. Als die beiden beschließen Laurie zu ihrem Onkel in ein Sommercamp zu stecken, denkt sie, dass es nun zum Äußersten kommt und möchte dies verhindern. Damit sie nicht in das Sommercamp muss, rebelliert sie. Doch ihr Plan geht nach hinten los, denn sie küsst einen anderen Jungen als geplant: Derek. Und so spinnt sich die Handlung weiter…
Tanja Voosens Schreibstil ist leicht zu lesen, weshalb man durch die ca. 350 Seiten schnell durchkommt.
Ein Pluspunkt war die Ernsthaftigkeit, mit der die Autorin an die (Liebes-)Geschichte gegangen ist. Lauries Authentizität hat mir sehr gefallen. Im Gegensatz zu manchen Charakteren hat sie immer das Gespräch gesucht und wollte die Situation klären, statt beleidigt zu sein und damit bei mir nur Kopfschütteln zu bewirken. Auch in Savannahs und Dereks Familie gibt es einen Vorfall in der Vergangenheit, der den beiden sehr nahe geht. Dadurch ist das Buch aber auch nicht total ernst, sondern bleibt immer noch eine sommerliche Liebesgeschichte.

Fazit:
„Sternenmeer“ ist eine tolle Liebesgeschichte für Zwischendurch. Tanja Voosen schafft es, der Geschichte eine Tiefe zu geben, sodass sie nicht so oberflächlich ist, wie in einigen Contemporary-Romanen. Die Charaktere waren mir alle sympathisch, insbesondere die Protagonistin Laurie hat durch ihr Handeln viele Pluspunkte bei mir gesammelt.

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tod, liebe, antonia michaelis, leben, wünsche

Das Institut der letzten Wünsche

Antonia Michaelis
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.04.2015
ISBN 9783426653654
Genre: Romane

Rezension:

Die Zeit tropfte zäh und langsam durch die Flaschen auf den Infusionsständern, die Sekunden flossen durch Schläuche, die Minuten sammelten sich in den Urinbeuteln der Katheter zu einem trüben, gelben Gewässer aus gelebtem Leben.
S. 56

„Denk an die Sache mit der Seifenblasenwelt“, flüsterte [Daniel] neben ihrem Ohr. „Denk daran aufzupassen, dass sie nicht zu weit oben fliegt, wenn sie zerplatzt. Sonst fällst du zu tief.“
S. 275

 

Charaktere:
Mathilda ist außergewöhnlich. Wie der Klappentext schon sagt, ist Mathilda verträumt, aber auch etwa schräg, total liebenswürdig und immer noch das kleine Kind in ihr.
Ingeborg hat jahrelang als Ärztin gearbeitet, dann aber ihren Job aufgegeben und das Institut der letzten Wünsche gegründet. Sie ist sachlicher als Mathilda, weshalb sie sie oft auf den Boden der Tatsachen zurückholt.
Birger ist erst um die 40, aber todkrank. Er hat eine verwuschelte Frisur, als wäre er in einen Sturm geraten und trägt einen grauen Regenmantel.
Daniel ist Assistenzarzt und ein ehemaliger Kommilitone und Freund von Mathilda. Durch den Stress und Schichtdienst ist Daniel oft gestresst und wirkt dadurch ab und zu sehr verkrampft.

 

Meine Meinung:
Das Institut der letzten Wünsche ist eine Organisation, die von Ingeborg gegründet wurde. Mathilda lässt dort mit ihr gemeinsam ihre kreativen Ideen freien Lauf, um den Menschen vor dem Tod ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Egal welcher Wunsch es ist, Mathilda und Ingeborg können sie fast immer erfüllen, auch wenn sie tricksen müssen und beispielsweise Weihnachten im Sommer gefeiert wird.

Trotz der Charaktere im Buch, die alle rosarot, etwas verrückt, aber dennoch liebenswert sind, beinhaltet die Geschichte eine ernste Komponente. Neben etlichen Weihnachtsfesten und Ballonflügen werden ein paar Wünsche, wie z. B. von Birger, Frau Kovalska oder Herrn Mirusch genauer beschrieben. Oftmals knüpfen die Wünsche an eine schöne Kindheit oder Jugend an. In dem Buch wird sich nicht mit dem Tod auseinandergesetzt, aber mit der kurzen Zeit davor. Wie lebt man, wenn man weiß, dass man in einigen Monaten sterben wird? Was hat einem im Leben am meisten bedeutet? Was würde man vorher noch gerne tun?

Die Sprache von Antionia Michaelis ist außergewöhnlich. Indem die Geschichte mittels der personalen Erzählperspektive aus der Sicht der verträumten Mathilda beschrieben wird, ist die Erzählweise natürlich auch etwas verrückt und märchenhaft. Trotzdem sind die Beschreibungen von ruhigeren Szenen kühler, wodurch ihnen die Traurigkeit und Ernsthaftigkeit erhalten bleibt. Antonia Michaelis arbeitet viel und auch sehr geschickt mit Personifikationen, Metaphern und Vergleichen.

Die aufkeimende Liebe Mathildas zu Birger konnte ich leider nie nachvollziehen. Am Anfang war sie einfach da, ohne dass Mathildas Gefühle beschrieben wurden. Im weiteren Verlauf des Buches hat man aber gemerkt, dass Mathilda oft durch Birgers Anwesenheit abgelenkt ist. Glücklicherweise ist „Das Institut der letzten Wünsche“ kein reiner Liebesroman, sodass andere Begebenheiten in den Vordergrund gerückt wurden. Am Ende habe ich die verliebte Mathilda einfach akzeptiert.

Die Geschichte ist zauberhaft, jedoch ohne zu sehr ins märchenhafte zu gehen. Einige Wünsche, Charaktere oder Begebenheiten könnten so auch in unserer heutigen Zeit geschehen bzw. tun sie wahrscheinlich auch. Die Details der Geschichte sind alle für sich genommen realistisch - wenn auch im richtigen Leben selten auffindbar. Die Geschichte als großes und ganzes ist aber nicht ganz realitätsnah.

 

Fazit:
„Das Institut der letzten Wünsche“ beinhaltet eine zauberhafte Geschichte mit ernsten Aspekten. Nicht nur der Schreibstil sondern auch die Charaktere sind einzigartig und außergewöhnlich. Auch wenn die Geschichte im Ganzen nicht wirklich realistisch ist, so sind es doch einzelne Details.

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götter, fantasy, martina riemer, divinus, titanus

Essenz der Götter I

Martina Riemer
E-Buch Text: 430 Seiten
Erschienen bei Impress, 06.11.2014
ISBN 9783646600827
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Es ist wichtig, dass man die Augen nicht vor der Vergangenheit verschließt, auch wenn es schmerzt, sonst wird sie dich immer verfolgen und du wirst blind für die Gegenwart und für deine Zukunft, die du nur im Jetzt schaffen kannst.“
Slash, 28%

 

Charaktere:
Loreen ist 21 und hat in ihrem jungen Leben schon viel durchmachen müssen. Sie wurde adoptiert und verlor mit 17 Jahren ihre Pflegeeltern bei einem Unfall. Das zog ihr damals den Boden unter den Füßen weg. Loreen ist ein Familienmensch, sehr temperamentvoll und auch etwas mutig.
Slash ist ein harter Krieger, der aber auch gegen große Gefühle nicht gewappnet ist und die negativen in sich einsperrt.
Sky ist wie ein sympathischer kleiner Bruder. Er spricht gerne mal Gefühle an (naja, solange er nicht seine eigene Liebe gestehen muss^^) und lockert Situationen auf, die zu eskalieren drohen.
Pure fand ich ein bisschen steif. Sie ist mir zwar auch sympathisch, ist aber auch abweißend und in sich gekehrt. Am Ende des Romans wird sie aufgeschlossener und mir somit auch viel sympathischer.

 

Meine Meinung:
Zunächst lernt der Leser Loreen kennen, als ihre Pflegeeltern gestorben sind und sie in ein Kinderheim kommt. Dort trauert sie und fühlt sich völlig fremd, da sie aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen wurde.  Auch ihr fester und einziger Freund Jamie musste sie in der alten Heimat zurücklassen. Während dieser Zeit tauchen drei Personen auf, die bald zu ihr Kontakt aufnehmen. Pure, Slash und Sky erklären ihr, dass sie Nachfahren von Göttern sind und Loreen das ebenfalls wäre. Im Gegensatz zu anderen Protagonisten nimmt Loreen das ganz gut auf, legt sich aber trotzdem gleich mit Slash an. Ich fand diese Szene echt witzig! Dann läuft alles ein bisschen anders, als die vier es geplant hatten und die Autorin springt vom „Damals“ in die Zukunft. Ca. vier Jahre sind vergangen und Loreen stößt wieder auf Pure, Slash und Sky. Diese führen Loreen zu dem Versteck der Götterabkömmlinge und zeigen ihr deren Leben.

In dem „Damals“ und „Heute“ ist Loreen ein völlig anderer Mensch. Anfangs hat mich das verwirrt, da mir Loreen in den ersten Kapiteln deutlich sympathischer war. Jedoch bemerkte ich mit jeder Seite, dass Loreen in den letzten vier Jahren auch wieder vieles erlebt hat, das nicht immer angenehm war und sie sehr mitgenommen hat. Auch den Tod ihrer Pflegeeltern hat sie in der Zeit noch nicht ganz verarbeitet. Neben der gelungenen Charakterdarstellung ist auch Martina Riemers Schreibstil  echt toll und angenehm zu lesen, sodass man durch die Seiten fliegt. Ich kann gar nicht sagen, was genau ihren wunderbaren Schreibstil ausmacht, jedoch finde ich, dass ihre Beschreibungen des Geschehens etwas Besonderes sind.

Die Geschichte wird aus Loreens und Slashs Sichtweise erzählt. Somit erfährt man auch Slashs Gefühle und die unterschiedlichen Sichtweisen der beiden, zB in einem Kampf. Ihre zarte Liebesgeschichte finde ich echt toll gemacht, weil die beiden nicht sofort zusammenkommen, wie so oft in anderen Büchern. Ihre anfängliche Anziehung und ihre schrittweise Annäherung wird sehr gut beschrieben.

Das Buch ist nicht dauerhaft spannungsgeladen und auch keine reine Liebesgeschichte, sondern lebt von den Fantasyelementen und vor allem ihren Charakteren. Martina Riemer hat alle Personen in dem Roman authentisch dargestellt und auch viele klassische Rollen für sie ausgewählt. Die Charaktere waren nachvollziehbar beschrieben und somit konnte ich jeden aufgrund dessen besonderen Charaktermerkmals ins Herz schließen. Einige Szenen in dem Buch sind auch sehr actionreich. Die Divinus treffen dabei im Kampf immer wieder auf Wesen aus der Unterwelt oder den Titanus. Die Kapitel mit Gesprächen oder Liebeszenen wechseln sich mit denen mit Kämpfen ab, wie auf einer Achterbahnfahrt.

Ich weiß nicht wie sehr Martina Riemer auf die Mythologie der Götter eingegangen ist, da ich mich damit nicht auskenne und auch noch kein anderes „Götter“-Buch gelesen habe. Trotzdem finde ich, dass viele gute Details in das Buch eingearbeitet wurden. Im Leben der Divinus dreht sich alles um den Kampf gegen die Titanus und der Versorgung der Dorfgemeinschaft. Warum sich die beiden Gruppen bekämpfen, wurde mir nicht klar und ich finde den Kampf sinnlos. Hier und auch bei Loreens Familie sind noch viele Geheimnisse verborgen, die mich sehr neugierig auf den zweiten Band machen.

 

Fazit:
„Essenz der Götter I“ ist ein eine tolle Fantasygeschichte über die Abkömmlinge der Götter: Der Divinus. Die Geschichte punktet vor allem mit dem tollen Schreibstil der Autorin und deren hautnahe Beschreibung der Charaktere. Viele Andeutungen von Geheimnissen im Kampf mit den Titanus und Loreens Herkunft machen Lust auf Band II.

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172 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 39 Rezensionen

fantasy, autor, willerin, worthüter, liebe

Hüter der Worte

Diana Menschig
Flexibler Einband: 550 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783426511114
Genre: Fantasy

Rezension:

"Mögen gute Worte dich behüten"
"Mögen gute Worte deinen Weg lenken"
S. 8

 

Charaktere:
Tom Schäfer ist knapp über 20 Jahre alt und hat vor kurzem die letzten Prüfungen seines Bachelorstudiums geschrieben. Bevor er im Oktober mit einem Masterstudium beginnen möchte, widmet er sich nun seiner Leidenschaft – dem Schreiben. Tom hat bisher zwei Romane über Laryons Leben in Willerin veröffentlicht und sucht nun nach Inspiration für den 3. Teil.
Laryon ist Toms Protagonist. Er ist auch ca. 20 Jahre alt und Grenzreiter. Er patrouilliert mit seinem Pferd regelmäßig das Grenzgebiet zu anderen Ländern und sorgt dafür, dass rechtzeitig vor Eindringlingen gewarnt wird. Laryon kann sehr gut mit seinen Waffen umgehen und sorgt sich um seine Freunde.
Mellie ist Toms neue Freundin. Sie ist sehr unabhängig, beharrt auf ihre Meinung und nimmt die fiktive Geschichte von Toms Büchern sehr ernst.

 

Meine Meinung:
Das Buch beginnt mit einem Prolog: Eine junge Frau verabschiedet sich von einem Mann in einem Zimmer voller Bücher, um ein paar Wochen Zeit für sich und zur Erholung zu haben. Was genau es mit dieser Bibliothek auf sich hat, erfährt man erst im Laufe des Buches. Im ersten Kapitel wacht Tom nach einer Partynacht in seinem kleinen Wohnheimzimmer auf. Mit seinen Erinnerungen an die Nacht, die er zunächst mit seinem Freund Felix und dann mit seiner neuen Bekanntschaft Mellie verbracht hat, beginnt Diana Menschig uns von Tom zu erzählen. Da Tom seine letzten Prüfungen geschrieben hat, kann er sich nun mehr auf seinen nächsten Roman konzentrieren. Er hat bisher zwei Bücher geschrieben, die von Laryons Begebenheiten in einer Fantasywelt spielen. Da die beiden Fantasyromane Beststeller wurden, möchte Tom noch einige Bücher darüber schreiben. Das Problem ist nur, dass Tom sich nie Notizen zu dem Handlungsverlauf des Buches entwirft, sondern einfach darauf losschreibt. Da ihm momentan keine guten Ideen einfallen, steckt er in einer Schreibflaute. Diese schildert er auch seiner neuen Bekanntschaft Mellie. Soweit ihr Job es zulässt trifft sich Tom regelmäßig mit ihr und die beiden nähern sich langsam an.

Während Toms Schreibversuche und seine Dates mit Mellie beschrieben werden,  sind einige Kapitel aus seinem Buch entnommen. Somit lernen wir auch die Welt von Willerin und den jungen Protagonisten Laryon kennen. Die Erzählstränge werden mehr oder minder abwechselnd erzählt und man fragt sich schon, wie die beiden noch enger zusammenhängen. Vor allem weil im Klappentext angedeutet wird, dass sich Tom plötzlich in dem Geschehen seines Buches wiederfindet. Das ist zwar kein übermäßiger Spoiler, aber ich hätte wohl eher die Geschehnisse vorher angedeutet, da diese auch eine Verbindung zwischen Toms Leben und seiner fiktiven Welt darstellen.

Diana Menschig schreibt das gesamte Buch aus der personalen Erzählperspektive – egal ob es sich um Toms, Laryons oder später auch um Empfindungen von anderen Charakteren geht. Somit erhält der Leser einen guten Einblick in die Welt von Willerin und lernt dessen Struktur viel besser kennen.

Im Laufe des Buches wird die Handlung und die Anzahl und Beziehung der Charaktere komplexer. Jedoch hat Diana Menschig die wichtigen Charaktere und deren Handlungen vorher genau beschrieben, sodass man diese kennt und sich auf neue Informationen konzentrieren kann. Auch wenn hier viele Aspekte schon bekannt sind oder angedeutet werden, wird die Geschichte nie zu kompliziert.

In „Hüter der Worte“ geht es nicht nur um eine Geschichte (Toms Buch) in einer anderen Geschichte, sondern um vieles mehr, das leidenschaftlichen Lesern das Herz höher schlagen lässt. Es geht hier um den Zauber der Worte, die Verbindung zwischen Autor und Protagonist und der neuen Welt, die der Autor durch Worte schafft. Schon im Prolog und dann später immer wieder taucht dieser Gruß auf:
"Mögen gute Worte dich behüten"
Antwort: "Mögen gute Worte deinen Weg lenken" ♥ (S. 8)
Zunächst ist er einfach nur wunderschön, aber im Laufe des Buches erfährt man, wie wahr er ist und was wirklich der Wunsch hinter den Worten bedeutet. Dies ist auch die Kernidee des gesamten Buches – und ich find sie einfach richtig toll!

Diana Menschig hat im ganzen Buch wunderbare Details eingebracht. Weil vieles spoilert oder ihr die Dinge einfach selbst aufnehmen sollt, deute ich sie hier nur mal an: Tom ist ein typischer junger Mensch: Manchmal etwas zu sorglos und am Experimentieren. Laryon ist in einer härteren Welt aufgewachsen, weshalb er nur wohlüberlegt handelt. Wenn ihr das Buch lest, werdet ihr an einer Stelle darauf stoßen, wo die Sprache darauf kommt. Die Autorin hat die zwei unterschiedlichen Charaktere sehr gut und nachvollziehbar dargestellt. Ein weiteres Detail sind die Vögel oder der Besuch von Tom auf einer Veranstaltung, die in 3 Buchstaben abkürzbar ist…
 

 

Fazit:
„Hüter der Worte“ ist ein wunderbarer Roman über den Zauber der Worte. Zunächst hat die Autorin zwei separate Erzählstränge ins Buch eingefügt, die sie mit jeder weiteren Seite immer weiter miteinander verflechtet. Außerdem hat sie eine gute Mischung aus komplexen Handlungssträngen und einem leichten Verständnis gefunden und auch die Protagonisten sehr gut ausgebaut. Dieses Buch ist für alle Buchliebhaber ein Muss!

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421 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 48 Rezensionen

dystopie, virus, freundschaft, trilogie, james dashner

Die Auserwählten - In der Todeszone

James Dashner , Anke Caroline Burger , Katharina Hinderer
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.05.2013
ISBN 9783551520364
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Ich glaube, richtig und falsch gibt es nicht mehr“, sagte Thomas mit emotionsloser Stimme. [...] „Es gibt nur noch schrecklich und nicht ganz so schrecklich.“
S. 157

 

Charaktere:
Thomas ist bestimmend und zielgerichtet um sich und die anderen vor ANGST zu retten, sensibel, wenn es um seine Freunde geht, und starrköpfig in seiner Wut und Abneigung.
Newt ist ein Kämpfer und nimmt sein Schicksal an, egal wie es kommen wird.
Minho ist ebenfalls ein treuer Freund von Thomas und auch der Meinung, dass sie alle gegen ANGST vorgehen müssten. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass er ein Stück weit aufgegeben hat. Er hat zwar auch Thomas dabei unterstützt um ANGST zu entkommen, aber nicht so sehr wie Newt.
Theresa kann ich gar nicht mehr einschätzen. Im ersten Band mochte ich sie sehr gerne (im Film hingegen gar nicht), im zweiten war ich zum Schluss richtig sauer auf sie, da sie Thomas in diesen komischen Raum im Felsen gesperrt hat. Nun beteuert sie jedoch, dass sie nur so gehandelt hat, weil ANGST ihnen sonst weit schlimmeres angetan hätte. Ich weiß nicht, aber irgendwie kam sie mir im dritten Teil zu arglos vor, vor allem im Kampf gegen ANGST.

Meine Meinung:
Im ersten Band kämpften sich die Lichter aus dem Labyrinth und im zweiten Band mussten sie durch die gefährliche Brandwüste wandern, um ans Ziel zu kommen. Jetzt im dritten Band der „Die Auserwählten“-Trilogie gibt es kein festes Konzept mehr. Da alle Tests so gut wie abgeschlossen sind, müssen die Jugendlichen keine Aufgaben mehr erfüllen – Herausforderungen aber schon. Denn Thomas und die weiteren verbliebenen Lichter sind skeptisch gegenüber ANGST und insbesondere dem „Rattenmann“. Thomas möchte sich aus den Zwängen von ANGST befreien, denn keiner soll mehr für deren Ziel, ein Heilmittel zu finden, sterben.

„Die Auserwählten im Labyrinth“ und „Die Auserwählten in der Brandwüste“ habe ich inhaliert, weil die Geschichten so spannend waren: Werden die Lichter einen Weg aus dem Labyrinth finden? Warum waren sie dort gefangen? Werden die Jugendlichen in der Brandwüste gegen die Intrigen von ANGST ankämpfen können? Was erwartet sie danach? Natürlich ist es nun „in der Todeszone“ auch noch fesselnd, weil man unbedingt wissen möchte, wie es den Lichtern ergeht, wie ihr weiteres von ANGST geplantes Leben aussieht und ob diese Organisation ein Heilmittel finden wird. Aber die Spannung ist irgendwie anders, aber dennoch hoch.

Schade finde ich, dass das Thema mit ihren Eltern nicht mehr aufgegriffen wurde. Thomas hatte zwar ein paar Erinnerungen an seine Mutter und weiß, was mit seinen beiden Elternteilen geschehen sein mag, die anderen Jungs aber nicht. Insbesondere Chuck hat auf der Lichtung oft an seine Familie gedacht, er war ja der Jüngste von allen und im Prinzip noch ein Kind. Er hat extra eine Figur geschnitzt, die er seinen Eltern geben wollte, wenn er sie wiederträfe. Klar, Chuck ist gestorben, aber er hat die Schnitzerei Thomas anvertraut. Wenn James Dashner die Geschichte absichtlich so hart gegenüber den Lichtern geplant hat und das  der Grund ist, dass sie nichts über den Verbleib ihrer Eltern erfahren haben, dann ist das okay. Trotzdem haben der Wunsch und die Suche nach ihnen gefehlt.

Im finalen Band der Trilogie erfährt man auch nun mehr über die Krankheit „Brand“ und inwiefern die Lichter für die Heilung von Nutzen sind. Ich muss sagen, ich war aufgrund der Erklärung oft skeptisch, ob die Ärzte von ANGST wirklich ein Gegenmittel finden werden. Ob dies geschieht, verrate ich natürlich nicht ;). Auch die Situation außerhalb des ANGST-Institutes und im Hinblick auf die überwiegend erkrankte Weltbevölkerung wird beschrieben. Es ist erschreckend, wie schnell und wie sehr die Ordnung durch eine Epidemie (oder auch anderen Begebenheiten) zu Grunde gehen kann. Der Leser erfährt nun, wie die Menschen leben, die dringend auf das Heilmittel angewiesen sind und diejenigen, die noch gesund sind.

Die Trilogie wirft eine Frage auf, die hier im letzten Teil näher aufgegriffen wird: Sollte man einige wenige Menschen opfern, um viele andere retten zu können? Eine Frage, die nicht durch richtig oder falsch beantwortet werden kann! Aber in diesem Buch sieht man was passiert, wenn man einige Menschen für ein höheres Ziel opfern möchte.

Auch wenn das Ende nicht 100%-ig positiv verlief, finde ich es dennoch gut. Es ist zwar traurig, aber gibt Hoffnung auf die Möglichkeit, dass die Lichter eine bessere Zukunft haben werden.

Fazit:
„Die Auserwählten in der Todeszone“ ist nicht mehr so rasant wie seine Vorgängerbände, aber noch genauso spannend. James Dashner erklärt hier mehr zur Krankheit „Brand“ und den Lebensumständen der infizierten und noch gesunden Weltbevölkerung. Durch das Ende wurde die Geschichte wunderbar abgeschlossen, auch wenn es viele negative Begebenheiten beinhaltet.

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137 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

dystopie, gameshow, countdown, liebe, level

Level 6 - Unsterbliche Liebe

Michelle Rowen , Christiane Meyer
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.02.2014
ISBN 9783862788781
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Charaktere:
Kira ist 16 Jahre alt. Sie ist sehr tough, denn seit dem Tod ihrer Eltern lebte sie auf der Straße, wo sie sich ganz gut behaupten kann.
Rogan ist 17 und ein verurteilter Mörder. Beeinflusst von seiner Familie und der Vergangenheit, versucht er sich von dem Geschehenen zu befreien.
Weitere Charaktere kann ich aufgrund von Spoilergefahr nicht nennen.


Meine Meinung:
Der Klappentext bringt es auf dem Punkt: Kira soll mit Rogan die 6 Level des Spieles Countdown absolvieren. Sie wacht in einem dunklen Raum auf und kann sich nicht erinnern, wie sie dort hingekommen ist und was sie dort soll. Nach wenigen Minuten lernt sie Rogan kennen, der ein Mörder ist. Als das Licht angeht und sie sich von ihren Fesseln befreit haben, wird ihnen das Spiel Countdown erklärt: In einer festgelegten Zeitspanne müssen die beiden gemeinsam einen Zielort erreichen. Nachdem sie die 6 Levels erfolgreich absolviert haben, sind sie die Sieger – wenn nicht, werden sie sterben. Das absurde an der Situation: Countdown ist eine Fernsehserie, die von vielen Leuten geschaut wird.

Es klingt nicht nur wahnsinnig schlimm, sondern ist es auch: Die Veranstalter von Countdown haben Mittel und Wege die beiden Protagonisten zum Mitspielen zu zwingen. Außerdem müssen sie nicht nur von A nach B laufen, sondern dabei physische und psychische Aufgaben lösen. Countdown kennt kein Pardon. Ein weiteres Problem für Kira ist Rogan. Sie muss ihm trauen, um das Spiel erfolgreich beenden zu können. Doch wie kann man einem Mörder trauen?

Wie oben schon erwähnt beginnt das Buch direkt mit dem ersten Level von Countdown. Mit jedem weiteren Level haben Kira und Rogan mit schwierigeren Aufgaben, aber auch mit Verletzungen und körperlichen Grenzen zu kämpfen. Der Leser wird direkt in dieses grausame Spiel hineingezogen. Die Geschehnisse im Buch spielen sich genauso rasant ab, wie der Schriftzug auf dem Cover es andeutet. Im Laufe des Buches kämpfen die beiden nicht nur gegen die Hürden des jeweiligen Levels an, sondern erfahren auch mehr über Countdown und einiges von dem Leben ihrer Spielpartner.

In „Level 6“ geht es aber nicht nur um das Spiel auf Leben und Tod, sondern auch die Lebenssituation in der vorliegenden Stadt. Die Geschichte spielt in einer Zukunft, in der mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung durch eine Seuche ums Leben kam. Seitdem funktioniert zwar noch die Infrastruktur, aber in der Stadt herrscht Dreck, Kriminalität und Chaos. Hierüber hätte ich mir noch mehr Informationen von der Autorin gewünscht. Das Spiel und die zukünftige Welt wurden von Michelle Rowen wunderbar kombiniert. Außerdem hat sie viele kleine Details hinzugefügt, die den Leser am Ende des Buches überraschen werden.


Fazit:
Das grausames Spiel Countdown zwingt Menschen dazu, es zu absolvieren - oder aber sie werden bei dem Versuch sterben. Michelle Rowen hat eine spannende Geschichte geschaffen, die mit vielen Details den Leser am Ende überraschen und vor allem schocken kann.
 4,5 von 5 Sternen

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75 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

zwangsstörungen, heldentaten, gruppentherapie, zwangsneurosen, abgebrochen

Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B

Teresa Toten , Ann Lecker
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbt, 01.09.2014
ISBN 9783570163047
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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reihen-bände

Arclight - Niemand überlebt die Dunkelheit

Josin L. McQuein , Jakob Schmidt
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei INK, 03.04.2014
ISBN 9783863960353
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Sie haben mich maßlos beschränkt und mich zerbrochen, bis weniger als nichts von mir übrig war … eine vereinzelte Stimme, die man dem brausenden Wind entrissen hat.“
Marina, S. 304


Charaktere:
Marina ist im jugendlichen Alter, kann jedoch nicht sagen, wie alt sie wirklich ist, wie ihr wahrer Name lautet und woher sie kommt. Marina wurde in der Dunkelheit gefunden und hat all ihre Erinnerungen verloren. Sie ist sensibel, da sie sich die Unklarheit über ihre Vergangenheit sehr zu Herzen nimmt, aber auch stark, da sie versucht mit dem abweisenden Verhalten der Bewohner des Arclights umzugehen.
Tobin ist ungefähr in Marinas Alter und sehr verletzt, da sein Vater bei einem Einsatz in der Dunkelheit ums Leben gekommen ist. Nun ist er alleine, da seine Mutter bereits vor Jahr ebenfalls verstorben ist.
Honoria ist die Anführerin der Bevölkerung in Arclight. Sie regiert mit strenger Hand, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Sie fürchtet sich vor den Lebewesen in der Dunkelheit und versucht diese mit allen Mitteln zu bekämpfen.
Mr. Pace ist Lehrer und gehört auch, wie Tobins Vater, dem Wachdienst an, der das Arclight vor der Dunkelheit zu schützen versucht.


Meine Meinung:
Wie der Untertitel des Buches schon sagt: Niemand überlebt die Dunkelheit. Das ist Fakt. Doch Marina wurde von 12 Personen aus dem Arclight (Lichtkuppel in der sich die Menschen zurückgezogen haben) in dem Grau (Zone zwischen der undurchdringlichen Dunkelheit und dem Arclight) gefunden. Genau das hat mich an dieser Geschichte fasziniert. Marina war in der Dunkelheit, sie hat überlebt, was ein Widerspruch in sich ist. Was ist geschehen? Warum hat Marina in der Dunkelheit überlebt, wenn das gar nicht möglich ist? Und wo kommt sie her?

Wegen der offenen Fragen begegnen ihr die anderen Kinder in der Schule mit Misstrauen, aber auch weil viele ihrer Eltern verschwunden sind, als sie Marina retteten. Denn von den 12 Frauen und Männern, die Marina gefunden haben, sind nur drei zurückgekommen. Marina versucht sich in Arclight zurechtzufinden, ihre Einsamkeit zu bewältigen und sich ein neues Leben aufzubauen. Auch mit ihren fehlenden Erinnerungen hat sie zu kämpfen. Einerseits versucht sie zunächst,  diese zu akzeptieren, hofft aber gleichzeitig, dass sie sich doch irgendwann an ihr früheres Leben und ihre Eltern erinnern kann. Das Arclight wird im Laufe der Geschichte immer wieder von den Bewohnern der Dunkelheit angegriffen – den Blassen. Wie genau die Blassen aussehen oder warum sie versuchen in das Arclight einzudringen, kann ich nicht verraten, da es einige Geheimnisse der Geschichte sind.

Das Geschehen wird von Marina mittels der Ich-Perspektive erzählt. Somit erfährt der Leser Schritt für Schritt wie die Gesellschaft und das Leben im Arclight aufgebaut sind und was die Dunkelheit dahinter bedeutet, da Marina all ihre Erinnerungen verloren hat.

Josin L. McQueins Schreibstil ist sehr bildhaft. Im späteren Verlauf der Geschichte tauchen Details auf, die nicht in Worte fassbar sind. Die Autorin beschreibt die Gefühle und Empfindungen hautnah und sehr nachvollziehbar. Sie lässt nicht nur Bilder im Kopf des Lesers entstehen, sondern auch Gefühle, die die Protagonistin Marina verspürt. Josin L. McQueins Schreibstil ist mehr als eine bloße Beschreibung der Geschehnisse, denn sie kann auch die Gefühle realistisch darstellen.

Das Ende war bombastisch. Mit einem richtigen Knall kamen mehrere Details ans Licht, die ich nicht erwartet hätte. Ich war total geschockt und perplex mit riesigen Augen vor dem Buch gesessen. Ich liebe Bücher, die am Ende nochmal so eine richtig fette Bombe mit Geheimnissen platzen lässt.


Fazit:
Josin L. McQuein hat mit „Arclight – Niemand überlebt die Dunkelheit“ eine Dystopie mit einer neuartigen und faszinierenden Idee geschaffen. Mittels der sensiblen und intelligenten Protagonistin Marina und dem unglaublich gut beschreibendem Schreibstil sticht das Buch aus der Masse hervor. Das Ende lässt eine große Bombe an Informationen platzen und lässt den Leser voller Staunen und Überlegungen zurück, was im zweiten Band wohl passieren mag.

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tod, meer, strand, trauer, brüder

Wir fallen nicht

Seita Vuorela , Tanja Küddelsmann
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.09.2014
ISBN 9783473401178
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwei Jungen schilderten die Welt auf ihre eigene Weise. Der eine laufend. Der andere erzählend. So waren sie.
Es waren einmal zwei Jungen. Spürsinn und Ahnung.
Der Läufer und der Geschichtenerzähler.
S. 147

 

Charaktere:
Mitja ist 14 Jahre alt. Er ist ein Streuner und entdeckt gerne mit seinem besten Freund leerstehende Gebäude. Außerdem ist er ein leidenschaftlicher Läufer und malt gerne Graffitis.
Wladimir ist Mitjas älterer Bruder. Der 15-Jährige ist das genaue Gegenteil von Mitja und sehr in sich gekehrt. Am liebsten verzieht er sich vor dem Fernseher und schaut alte Filme an.
Noel ist Mitjas bester Freund mit dem er die Streifzüge durch leerstehende Gebäude unternommen hat. Dabei ist er vom Dach des Silos gefallen und gestorben.
Wracks sind einige Jungen, die zusammen am Strand leben und darauf warten, dass Schiffe am Riff auflaufen, um das danach angeschwemmte Treibgut zu sammeln.
Das Mädchen lebt auch in der Nähe des Campingplatzes und ist anfangs ziemlich mysteriös. Sie hat einen Plan, doch der bleibt bis zum Ende des Buches offen. Das Misstrauen der Wracks ihr gegenüber trägt ebenfalls dazu bei sich zu fragen, wer sie ist.

Meine Meinung:
Das Geschehen spielt sich im gesamten Buch auf dem Campingplatz, dem angrenzenden Wald auf den Klippen und dem Lager der Wracks ab. Hauptsächlich erzählt Mitja, wie er mit seiner Familie auf dem Campingplatz ankommt und was sein Bruder Wladimir, seine Mutter und er den ganzen Tag dort machen. Nach einiger Zeit freundet er sich mit den Wracks an und schildert, wie sie gemeinsam ihre Zeit verbringen.
Das Geschehen im Buch wird überwiegend von Mitja mittels der Ich-Perspektive erzählt. Neben den normalen Kapiteln gibt es ab und zu kurze, die von zwei anderen Personen geschildert wurden und dementsprechend die Schrift anders gestaltet ist. Zum einen erinnert sich Wladimir, wie er Mitja und Noel auf dem Silo gefolgt ist (Kapitelüberschrift „Silo #“). Mit zunehmender Seitenzahl, die man gelesen hat, dringt Wladimir immer weiter auf dem verlassenen Grundstück vor, bis er kurz hinter Mitja und seinem besten Freund das Dach betritt. Außerdem werden noch Kapitel aus der Sicht des Mädchens geschildert. Diese Kapitel sind immer sehr mystisch, oft mit Gedanken statt Handlungen gefüllt.
Der Schreibstil von Seita Vourela ist sehr besonders. Ihre Beschreibungen sind stets sehr bildlich und sie nutzt viele sprachliche Mittel, wie z. B. Personifizierungen. Das Buch bewirkt beim Leser ein behagliches Gefühl, auch wenn das Geschehen manchmal etwas unsanft und traurig ist. Man wird richtig in das Buch hineingezogen und Seita Vourelas Sprache nimmt den Leser gefangen.
Anfangs wusste ich nicht, auf was die Geschichte hinaus will und war von Mitjas Erzählung etwas verwirrt. Aber nach und nach wurde das Geschehen richtig spannend und ich wollte unbedingt wissen, was der Protagonist auf dem Campingplatz besonderes erlebt. Die drei unterschiedlichen Handlungsstränge waren nie verwirrend. Bis zum Schluss war mir nie ganz klar, was die Begebenheiten auf dem Silodach mit dem Geschehen auf dem Campingplatz zu tun hat. Das Ende ist enorm überraschend und wahnsinnig gut ausgetüftelt. Ich hätte dies nicht erwartet, war jedoch nicht sonderlich überrascht, da ich das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und die anderen Buchbegeisterten eine wichtige Komponente des Endes im Voraus geahnt haben. Nichtsdestotrotz beinhaltet das Ende einen Wow-Effekt.

Fazit:
„Wir fallen nicht“ ist ein Buch, das am Anfang noch nicht sein Potenzial offenbart. Seite für Seite wird man durch den besonderen Schreibstil von Seita Vourela immer mehr in die Geschichte hineingezogen. Da diese immer spannender wird und die Charaktere gut und außergewöhnlich dargestellt werden, kann man das Buch kaum weglegen und nur noch auf das überraschende Ende warten.

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