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46 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

geister

Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.11.2017
ISBN 9783570174623
Genre: Jugendbuch

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47 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

über den wilden fluss, philip pullman, carlsen verlag

Über den wilden Fluss

Philip Pullman , Antoinette Gittinger
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 17.11.2017
ISBN 9783551583932
Genre: Jugendbuch

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69 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

stephen king, owen king, sleeping beauties, sleeping beatueis, king

Sleeping Beauties

Stephen King , Owen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453271449
Genre: Krimi und Thriller

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92 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

dystopie, geschäft mit dem tod, leere herzen, juli zeh, roman

Leere Herzen

Juli Zeh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630875231
Genre: Romane

Rezension:

Von leeren Herzen und einer veränderten Welt…

Deutschland, einige Jahre in der Zukunft: Die Freunde und Geschäftspartner Britta Söldner und Babak Hamwi haben sich schon lange damit abgefunden, dass sich die Weltstark verändert hat, vorallem im politischen Bereich. Sie wollen nicht mehr für das verantwortlich sein, was schief läuft. So haben sie vor einiger Zeit ein Unternehmen namens „Die Brücke“gegründet und sind damit sehr erfolgreich. Nach außen hin als Heilpraxis für Psychotherapie getarnt, verbirgt sich jedoch etwas ganz anderes hinter den unscheinbaren Büroräumen – ein Geschäft mit dem Tod.
Doch plötzlich taucht unliebsame Konkurrenz auf. Britta versucht sofort, diese aufzuspüren und zu verdrängen. Doch alles läuft anders: Merkwürdiges geht vor, sie fühlt sich plötzlich verfolgt. Noch ahnt Britta nicht, dass sie mit ihren Plänen nicht nur ihr Unternehmen, sondern auch ihr Leben und das von Babak aufs Spiel setzt…

„Sie blickten sich mit derart unterschiedlichem Ausdruck an, Hatz freundlich und erwartungsvoll, Britta schwankend zwischen Angst und Wut, dass es ein Wunder ist, dass sie einander überhaupt sehen können.“ – Seite 100, eBook

Nachdem mir der außergewöhnliche Roman „Unterleuten“ von Juli Zeh schon so gut gefallen hat, war ich dementsprechend gespannt auf ihr neuestes Werk – und dieses hat wieder einiges vereint: Zum einen ein spannender Polit-Thriller, zum anderen aber auch ein gesellschaftskritischer Roman mit beunruhigenden Zukunftsvisionen.
Der Roman liest sich sehr gut – zuerst lernt man die Hauptfigur Britta kennen – wie sie zusammen mit ihrer Familie lebt, wie sie denkt und wie sie ihren Geschäftspartner Babak kennen gelernt hat. Und dann erfährt man natürlich, was sich genau hinter dem Unternehmen „Die Brücke“ verbirgt und womit die beiden ihr Geld verdienen – dieses ist ziemlich überraschend, sehr erschreckend und überhaupt nicht vorhersehbar. Und dann taucht auch noch unerwartet Konkurrenz auf, die vernichtet werden muss…
Die Handlung spielt einige Jahre in der Zukunft und gibt einen eher unheimlichen Ausblick dahin – die Autorin hat ein eher beängstigendes Szenario mit verschiedenen Situationen und Geschehnissen detailliert dargestellt – wahrscheinlich liest sich dieses Buch deshalb so spannend wie ein Thriller. Gerade dieses absolut außergewöhnliche ist ihr wieder sehr gut gelungen. Jedoch bleiben hier trotz gutem Schreibstil meiner Meinung nach die einzelnen Charaktere etwas auf der Strecke. Auch wenn man Britta zu Anfang gut kennen lernt, bleiben die anderen Figuren eher blass – hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht.
Das Cover gefällt mir mit seiner Schlichtheit sehr gut – was sich hinter dem Titel und den Punkten verbirgt, bleibt daher erstmal ein Geheimnis – doch mehr darüber erfährt man im Laufe des Romans. Sehr gut gemacht.

„Babak ist aufgestanden und schaut aus dem Fenster, wo die Laternen der Fußgängerzone die Nacht beim Dunkelsein stören.“ – Seite 159. eBook

Mein Fazit: Ein Buch, das mit einer sehr außergewöhnlichen Handlung und einem wirklich guten Schreibstil überzeugt. Spannend wie ein Thriller mit erschreckenden Entwicklungen, gleichzeitig aber auch ein gesellschaftskritischer Roman mit einer eher düsteren Zukunftsvision und einem „Was wäre wenn“-Szenario,  was unheimlich interessant zu lesen ist. Nur bei den Charakteren hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Ansonsten kann ich dieses Buch aber empfehlen – es ist wirklich überraschend!

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Tags: gegenwartslitereatur, juli zeh, leere herzen, polit-thriller   (4)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

darkmouth reihe, shane hegarty, darkmouth serie, serie, für coole jungs

Darkmouth - Die dunkle Bedrohung

Shane Hegarty , Birgit Salzmann , Moritz Schaaf
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 25.09.2017
ISBN 9783789137280
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Band 4 der Darkmouth-Reihe

Nach dem letzten großen Abenteuer ist in Darkmouth nichts mehr so, wie es mal war. Finns Karriere als Legendenjäger steuert gerade auf einen Tiefpunkt zu und außerdem hat der machtgierige Lucien das Kommando in der kleinen Stadt übernommen. Ausgerechnet jetzt, wo Finn genug eigene Probleme hat, bekommt er einen Hilferuf von der Verseuchten Seite – ein furchtbares Knochenmoster bedoht die Heimat der Legenden. Auch Darkmouth und der Rest der Welt ist dadurch in Gefahr. Finn scheint der Einzige zu sein, der die Gefahr stoppen kann und muss dafür ein großes Risiko eingehen. Dabei spielt ein alter und mächtiger Feind eine große Rolle: Gantrua…

„Aber er wusste, dass das nicht so sein würde. Er wusste es einfach. Hatte so ein Gespür. Hörte ein Warnsignal, das in seinem Kopf überdeutlich pochte. Er musste zuende bringen, was er angefangen hatte. Die Verschwörung aufdecken. Darkmouth zurückgewinnen.“ – Seite 152

„Die dunkle Bedrohung“ ist inzwischen der 4. Teil der Reihe um das Städchen Darkmouth, das immer noch regelmäßig von Monstern –sogenannten Legenden- heimgesucht wird. Bisher war Finns Vater Darkmouths Legendenjäger und Finn sollte sein Nachfolger werden. Doch die Ereignisse im letzten Band haben einiges durcheinandergewirbelt und dadurch hat Finn einige Probleme am Hals. Doch dann taucht eine mächtige Bedrohung auf. Eine große Gefahr - sowohl für die Verseuchte Seite, als auch für die ganze Welt…
Wie bei seinen Vorgängern auch, ist dieses Buch wieder locker und sehr gut verständlich geschrieben – die Monster sind wieder zahlreich vertreten, ein neues Abenteuer wartet auf den Nachwuchslegendenjäger Finn, dessen Ruf zurzeit nicht der Beste ist. Die Handlung ist gut aufgebaut und auch der regelmäßige Wechsel zwischen den Welten hat mir gefallen. Neben der Verseuchten Seite, der Heimat der Legenden, geht es natürlich wieder nach Darkmouth. Dieses Mal spielt aber noch eine andere Stadt mit einem äußerst interessanten Namen eine zentrale Rolle.
Was ich als kleinen Kritikpunkt anbringen muss: Es dauert hier eine ganze Weile, bis etwas Schwung in die Geschichte kommt. Gerade das fand ich bei den Vorgängern immer sehr gelungen. Doch das Finale ist dafür wieder sehr spannend, was über den langsamen Anfang hinwegströstet.
Neben den neuen Abenteuern gibt es auch hier immer mal wieder kleine Momente zum schmunzeln. Gerade das verleiht der mosterreichen Geschichte eine schöne Lockerheit:

Er beugte sich nach vorn. „Die Tuichnichtarier sind ein merkwürdiger Haufen. Sie glauben, dass man durch Waschen Reinheit erlange. Wir hingegen wissen natürlich, dass gestank der Weg zu Ruhm und Ehre ist.“ Er schnüffelte an Finn. „Mann merkt sofort, dass du unserer Meinung bist.“ – Seite 206

Was natürlich auch erwähnt werden muss, ist die unheimlich tolle Buchgestaltung. Im Stil der Vorgänger gehalten und mit geschwärztem Buchschnitt wieder ein absoluter Hingucker. Auch die Innengestaltung kann sich sehen lassen: Es gibt viele tolle Illustrationen, zwischendurch sind die seiten immer mal komplett schwarz, auf denen der Text dann in weiß abgebildet ist. Sehr cool.
Nach wie vor bin ich der Meinung, dass diese Buchreihe, die ja eigentlich im Kinder-/ und Jugendbereich angesiedelt ist, auch Erwachsene begeistern kann. Ich finde sie großartig.

Mein Fazit: Ein sehr guter Nachfolger, in dem wieder ein monsterreiches Abenteuer auf Legendenjäger Finn wartet. Flüssig geschrieben, sehr gut verständlich und mit einer wirklich gelungenen Buchgestaltung. Bis auf kleine Schwächen am Anfang ist die Handlung wieder toll aufgebaut und es wartet ein spannendes Finale. Ich vergebe 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung!

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Tags: darkmouth reihe, kinder-/jugendbuch, shane hegarty   (3)
 

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452 Bibliotheken, 48 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

sebastian fitzek, thriller, flugangst, flugangst 7a, psychothriller

Flugangst 7A

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Droemer, 25.10.2017
ISBN 9783426199213
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Nachtflug mit einer tödlichen Waffe an Bord...

Nach dem Tod seiner Frau ist der Psychiater Mats Krüger Hals über Kopf nach Argentinien ausgewandert - nun kehrt er zurück nach Berlin. Seine Tochter Nele erwartet ein Kind und wünscht sich Unterstützung von ihm. Mats, der unter panischer Flugangst leidet, schafft es schließlich, die Reise anzutreten - ein Langstreckenflug von Buenos Aires nach Berlin. Doch an Bord erwartet ihn schließlich etwas, dass viel schlimmer ist als seine Flugangst: Von ihm wird verlangt, einen seelisch labilen Passagier dazu zu bringen, das Flugzeug zum Absturz zu bringen - sonst stirbt seine hochschwangere Tochter. Für Mats beginnt ein Alptraum, der alles je dagewesene in den Schatten stellt...

"Jetzt sind wir eine von zehntausend", dachte Mats. Schweizer Wissenschaftler hatten herausgefunden, dass sich auf der Welt immer mindestens zehntausend Maschinen gleichzeitig in der Luft befanden. Mit über einer Million Passagieren an Bord. Eine Großstadt an Bodenlosen. - Seite 49

Laut dem Ergebnis eines Crashtests ist Sitz 7A der gefährlichste Platz in einem Flugzeug - diese und noch viele weitere Fakten hat der Psychiater Mats Krüger zusammengetragen, bevor er sich schließlich an Bord der Maschine begibt, die ihn nonstop von Buenos Aires nach Berlin bringen soll. Seine starke Flugangst bestimmt anfangs sein ganzen Denken ein - bis zu dem Punkt, als sich der Erpresser meldet und von ihm Unglaubliches verlangt...
In "Flugangst 7A" geht es sofort spannend los - die Handlung wechselt regelmäßig zwischen den Geschehnissen an Bord des Airbusses und denen in Berlin, wo Mats' Tochter Nele in großer Gefahr schwebt. Anfangs tauchen viele Fragen auf - Warum? Wieso? und Wie? sind einige davon. Nach und nach erfährt man schließlich, wie alles zusammenhängt, was ein schreckliches Erlebnis in der Vergangenheit damit zu tun hat und ob überhaupt jemand diesen Albtraum überlebt. Nur so viel: Es gibt Entwicklungen, mit denen man so nicht gerechnet hat...
Die Handlung bleibt fast durchgehend spannend - im Mittelteil flacht sie kurz mal etwas ab, nimmt dann aber wieder an Fahrt auf. Manche Stellen haben es in sich.
Der Schreibstil ist flüssig, Fitzek kommt ohne viel drum herumreden sofort zum Punkt. Die Kapitel sind übersichtlich und enden oft mit einem kleinen Cliffhanger, die es natürlich umso spannender machen und wo einem nichts anderes übrigbleibt, als SOFORT weiterzulesen. Neben der fiktiven Geschichte baut der Autor aber auch aktuelle Fakten ein, auf die er in seinem sehr informativen und wirklich lesenswerten Nachwort u. a. noch genauer eingeht.
Das Cover ist gelungen und passend zum Thema gestaltet - eine Flugzeugtür mit kleinen Details, die schon darauf hinweisen, dass hier einiges passiert.

"Die Panik schnürte ihm den Atem ab und ließ den Druck in seinem Kopf steigen, als würde er wie ein Taucher immer tiefer und tiefer in den Ozean seiner Angst sinken." - Seite 302

Mein Fazit: Nichts ist, wie es scheint und es kommt anders als gedacht - ein typischer Fitzek-Pageturner! Von den ersten Seiten an packend, man kann fleißig miträtseln, wie alles zusammenhängt und sich entwickelt - dieses ist manchmal sehr düster und hält so einige Überraschungen bereit. Vielleicht nicht unbedingt eine Lektüre, die man auf einer Flugreise lesen sollte, ansonsten aber auf jeden Fall. Daher eine klare Leseempfehlung für alle Thriller-Fans!

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Tags: flugangst 7a, psychothriller, sebastian fitzek   (3)
 

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353 Bibliotheken, 40 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

thriller, dan brown, barcelona, robert langdon, origin

Origin

Dan Brown
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 04.10.2017
ISBN 9783431039993
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Band 5 der Robert Langdon-Reihe

Der Milliardär und Zukunftsforscher Edmond Kirsch hat eine bahnbrechende Entdeckung gemacht, die er demnächst der ganzen Welt vorstellen möchte. Doch zuerst bittet er drei der bedeutendsten Religionsvorsteher der Welt um ein Gespräch – und diese sich reichlich skeptisch, denn Kirsch ist ein bekennender Atheist. Doch nachdem sie Kirschs Präsentation gesehen haben, herrscht nur noch blankes Entsetzen – denn seine Entdeckung wird den Glauben in ihren Grundfesten erschüttern…

Wenig später hat Edmond Kirsch ein großes Event geplant, auf dem er in einer fesselnden Präsentation das Geheimnis um seine Entdeckung lüften will. Auch der Symbolforscher und Harvard-Professor Robert Langdon ist eingeladen – vor vielen Jahren war Edmond Kirsch ein Student von ihm.
Doch dann passiert das unglaubliche: Kurz vor der Enthüllung bricht das Chaos aus – es gibt Gegner, die mit allen Mitteln verhindern wollen, dass die Entdeckung publik gemacht wird.
Doch Robert Langdon möchte das große Geheimnis lüften und es der Welt zugänglich machen. Eine abenteuerliche Suche nach der Wahrheit beginnt und ungeahnte Hindernisse tauchen auf…

„Viele Kilometer weiter, draußen über dem Mittelmeer, ballten sich bedrohliche dunkle Unwetterwolken. Wie passend, dachte Kirsch, als er an die Turbulenzen dachte, die er bald verursachen würde – zuerst in diesem Raum, dann auf der ganzen Welt.“ – Seite 18

Ich habe schon mit Begeisterung die ersten vier Romane um den Symbolforscher Robert Langdon gelesen und war dementsprechend gespannt auf sein neuestes Abenteuer. Und dieses hat es in sich: Eine Entdeckung, die scheinbar die Antwort auf die beiden grundlegenden Fragen hat: „Woher kommen wir?“ und „Wohin gehen wir?“. Da dieses Geheimnis aber wohl eine Relevanz für Millionen Gläubige auf der ganzen Welt haben könnte, gibt es Gegner, die diese Veröffentlichung um jeden Preis verhindern möchten. Ohne es im Vorfeld zu ahnen, befindet Robert Langdon sich plötzlich mittendrin in einer Verschwörung – wilde Spekulationen nehmen ihren Lauf. Doch Langdon hat nur ein Ziel: Die Öffentlichkeit an Kirschs Entdeckung teilhaben zu lassen. Bei dieser lebensgefährlichen Mission hat er neben einer jungen Frau noch ganz besondere Unterstützung…
Neben der spannenden Handlung, die sehr gut aufgebaut ist und regelmäßig zwischen den Charakteren wechselt, gibt es immer wieder detailreiche und beeindruckende Beschreibungen der besonderen Schauplätze, zu den u. a. das Guggenheim-Museum in Bilbao und die 1906 von Antoni Gaudí in Barcelona erbaute Casa Milà gehören. Falls man die Gebäude vorher noch nie gesehen hat: Ein Blick auf Wikipedia lohnt sich.
Die Geschichte entwickelt sich nach und nach, Verschwörungen, unglaubliche Verzweigungen und gut gehütete Geheimnisse kommen ans Licht und als Leser fragt man sich die ganze Zeit: WAS hat Edmond Kirsch so Bahnbrechenden entdeckt? Es bleibt spannend!!

„Langdon starrte auf das Phablet, während er versuchte, einen Sinn in dem zu erkennen, was er soeben gesehen und gehört hatte. Trotz des Wirbelsturms aus Fragen, der in seinem Inneren tobte, war ihm eines vollkommen klar: Ich bin in großer Gefahr.“ – Seite 369

Auch das Cover gefällt mir sehr gut und ist im typischen Stil gehalten, den man schon von den Vorgängern kennt. Im Roman selbst gibt es ab und an Abbildungen von Symbolen und verschiedenen Grafiken, was mir persönlich sehr gefallen hat. Auch merkt man als Leser sofort, wie gut und ausführlich Dan Brown hier recherchiert hat.

Mein Fazit: Wieder ein gelungener Thriller um den Symbolforscher Robert Langdon. Die Handlung ist spannend und voller Geheimnisse. Während des Lesens kann man miträtseln, wie alles zusammenpasst, was hinter der großen Entdeckung steckt und wie Robert Langdon sich bei seinem neuesten Abenteuer schlägt. Es ist packend, meisterhaft recherchiert und hält so manche Überraschung bereit! Mir hat es sehr gut gefallen und kann es allen Fans, die besondere Verschwörungs- und/oder Wissenschafts-Thriller mögen, wärmstens empfehlen!

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Tags: dan brown, origin, robert langdon-reihe, spanien, thriller   (5)
 

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95 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

fantasy, die königschroniken, stephan m. rother, esche, high fantasy

Ein Reif von Eisen

Stephan M. Rother
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.10.2017
ISBN 9783499273568
Genre: Fantasy

Rezension:

Band 1 der Königschroniken...

Seit vielen Jahrhunderten wacht die heilige Esche über das Kaiserreich - doch nun drohen Unruhen. Die Blätter des mächtigen Baumes beginnen zu welken, alles deutet auf einen Machtwechsel hin.
Hoch im Norden versucht der Stammesfürst Morwa die Völker unter sein Banner zu vereinen, nur ein Volk muss noch besiegt werden. Der Weg führt ihn daher in den tiefsten Norden, in bitterer Kälte - und die Zeit drängt: Morwa ist gesundheitlich angeschlagen, einzig die geheimnisvolle Frau aus dem Süden kann sein Ende noch hinauszögern. Dazu steht das Oberhaupt noch vor einer wichtigen Entscheidung: Wer wird sein Nachfolger?
Auch in anderen Teilen des Landes gehen Veränderungen vor: Die junge Frau Leyken will einen Schwur erfüllen und macht sich auf die Suche nach ihrer entführten Schwester Ildris - eine Reise voller Gefahren. Auch Pol, seines Zeichens ein Dieb, wird vor einer Aufgabe gestellt, die unmöglich zu bewältigen ist...
Schließlich liegt das Schicksal der Welt in den Händen von drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können - wird eine von ihnen das Land aus der Dunkelheit führen können?

"Von jenem Tag an war der Baum gewachsen, Jahrhunderte um Jahrhunderte, hatte schillernde Feste gesehen und glanzvolle Versammlungen mächtiger Fürsten, die doch nichts als flüchtige Episoden waren in der dunklen Geschichte der Rabenstadt." - Seite 70

Nach den beiden gelungenen historischen Romanen, die Stephan M. Rother unter dem Pseudonym Benjamin Monferat geschrieben hat, war ich schon sehr gespannt auf den Auftakt seiner neuen High-Fantasy-Saga mit dem Titel "Die Königschroniken". Die Reihe ist auf mehrere Bände angelegt und besticht neben einer spannenden Handlung vor allem durch eines - dem speziellen Schreibstil. Ausführlich beschreibt Stephan M. Rother zu Anfang die verschiedenen Lande: Ob die Hoch-und Tieflande im Norden, die Hafenstadt Carcosa im Westen oder auch die Rabenstadt mit der heiligen Esche im Osten - man lernt die Städte, deren Völker und Lebensweisen sehr gut kennen. Dennoch braucht man einige Seiten, um in der Geschichte Fuß zu fassen und die Zusammenhänge zu verstehen. Doch danach nimmt die Story an Fahrt auf und man erfährt nach und nach, wo die Reise für die Protagonisten hingeht.
Die einzelnen Kapitel sind übersichtlich und wechseln regelmäßig zwischen den verschiedenen Vorgängen. Im Laufe der Geschichte erfährt man unter anderem auf, was genau es mit dem Reif von Eisen auf sich hat. Was mir hier besonders gefallen hat, ist die Beschreibung und das ganze Ausmaß der heiligen Esche - hier gibt es viele phantastische Details zu entdecken.

Sehr hilfreich bei der Orientierung ist hier die wundervoll gestaltete Karte vorn im Buch, die eine sehr gut konstruierte Welt zeigt. Hinten im Buch gibt es zudem noch ein Personenregister - so verliert man nicht den Überblick. Die gesamte Gestaltung des Buches ist sehr edel und das Cover ein wirklicher Hingucker.
Noch kurz zu dem Schreibstil: Wie oben erwähnt ist er speziell, was nicht immer einen leichten Lesefluss ergibt - man benötigt vollste Konzentration. Doch die Art ist auch besonders und gibt der Geschichte eine persönlichen Note.

"Ein Gefühl hohen Alters schien den Raum zu erfüllen, als sei die Luft gesättigt mit den Erinnerungen an ferne Zeitalter der Welt, hier, im Archiv der Hohen Rates, tief unter den Fundamenten der Zwingfeste. Tausende und Abertausende zerfledderte Manuskripte, die die Worte und Gedanken von Menschen festhielten, deren Leiber seit Jahrhunderten zu Staub zerfallen waren. Als ob von ihnen selbst etwas gegenwärtig war, von den Geistern der Toten." - Seite 189

Mein Fazit: Der Auftakt der Königschroniken ist gelungen und sehr vielversprechend: Eine gut konstruierte Welt mit einem magischen Baum, der so manches Geheimnis birgt, tolle Charaktere, die man hier sehr gut kennen lernt und natürlich eine interessante Handlung. Für das Buch sollte man sich Zeit nehmen, es ist nichts für zwischendurch - doch es lohnt sich. Von wenigen Schwächen einmal abgesehen ist "Ein Reif von Eisen" ein sehr guter Auftakt, dessen Ende sehr neugierig auf den zweiten Teil macht. Eine Leseempfehlung, besonders für High Fantasy-Fans!

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Tags: die königschroniken, ein reif von eisen, high fantasy, stephan m. rother   (4)
 

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61 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

brooklyn, familie, betty smith, klassiker, ein baum wächst in brooklyn

Ein Baum wächst in Brooklyn

Betty Smith , Eike Dr. Schönfeld
Fester Einband: 621 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 23.10.2017
ISBN 9783458177203
Genre: Klassiker

Rezension:

Ein Mädchen und ihr großer Traum...

Im Jahr 1912: Die elfjährige Francie Nolan lebt mit ihrer Familie in einer Mietwohnung in Williamsburg, Brooklyn. Trotz der eher bescheidenen Verhältnisse ist sie ein wissbegieriges Mädchen, das dem tristen Alltag strotzt - am liebsten sitzt sie auf der Feuerleiter im Schatten eines großen Baumes und liest ein Buch nach dem anderen. Auch wenn ihr noch so junges Leben nicht immer einfach ist und sie mit Vorurteilen zu kämpfen hat, gibt die kluge Francie ihren großen Traum nicht auf: Das College besuchen und Schriftstellerin werden.
Das Leben von ihr und ihrer Familie hält in den nächsten Jahren noch einige Überraschungen bereit - positive wie negative...

"Francie glaubte, in der Bücherei seien alle Bücher der Welt, und ihr Plan war, alle Bücher der Welt auch zu lesen. Sie las ein Buch pro Tag in alphabetischer Reihenfolge und übersprang auch nicht die trockenen. Sie erinnerte sich, dass der erste Autor Abbott gewesen war." - Seite 32

"Ein Baum wächst in Brooklyn" ist erstmals im Jahr 1943 erschienen und war ein Jahr später für den Pulitzerpreis nominiert. Bis heute hat dieser Klassiker nichts von seiner Besonderheit verloren. Das Buch ist sehr vielschichtig: Die junge Mutter Katie Nolan versucht alles, um ihren beiden Kindern Neeley und Francie ein gutes Leben zu ermöglichen - dazu gehört auch die Schulbildung. Sie arbeitet hart und muss so manchen Rückschlag einstecken. Neben berührenden und auch traurigen Momenten gibt es aber auch immer wieder kleine Glücksmomente - das erlebt auch Francie, die eigentliche Hauptfigur in dieser Geschichte. Das junge Mädchen liebt Bücher, ist klug, hat eine gute Beobachtungsgabe und kämpft für ein besseres Leben. Doch sie merkt schnell, dass das Leben nicht immer gerecht ist...

"Wären alle Lehrer wie Miss Bernstone und Mr. Morton gewesen, dann hätte Francie genau gewusst, was der Himmel ist. Doch so war es auch gut. Es musste ja dunkle und trübe Gewässer geben, damit die Sonne einen Hintergrund für ihre strahlende Herrlichkeit hatte." - Seite 210

Die Handlung beginnt im Jahr 1912 mit einem detaillierten Einblick in Francies Alltag - dank des unheimlich tollen Schreibstils kann man sich die damalige Atmosphäre sehr gut vorstellen. Man ist sofort gefangen von der Geschichte und hofft zusammen mit der Familie Nolan, die sich ein besseres Leben ohne Armut wünschen. Es wird oft sehr berührend.
Woran man sich hier erst gewöhnen muss ist der zeitliche Ablauf, der nicht chronologisch ist, sondern wild durcheinander gewürfelt. So gibt es nach dem Anfang im Jahr 1912 einen Sprung zurück in die Jugend von Francies Eltern, später dann Einblicke in Francies und Neeleys Kindheit. Doch es bleibt alles gut verständlich und entwickelt sich nach und nach - man kann das Buch dann nur sehr schwer aus der Hand legen.

Die Neuauflage, die am 23. Oktober 2017 im Insel-Verlag erschienen ist, hat eine sehr schöne Gestaltung: Das Cover ist schlicht und mit schönen Farben - es passt sehr gut zum Inhalt. Die gebundene Ausgabe ist kleines Schmuckstück im Regal.

Mein Fazit: Ein wundervoller Klassiker, den ich jeden ans Herz legen kann. Die Geschichte ist vielschichtig: Mal berührend und mal traurig, aber auch glückliche Momente sind vorhanden. Atmosphärisch sehr dicht schildet Betty Smith hier das Leben der Familie Nolan mit allen Höhen und Tiefen. Besonders Francie wächst einem ans Herz. Ein sehr schönes Buch, das ein wirkliches Lesehighlight ist!

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Tags: betty smith, brooklyn, ein baum wächst in brooklyn, klassiker   (4)
 

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 5 Rezensionen

ray bradbury, halloween, fantasy, klassiker, jugendliche

Halloween

Ray Bradbury ,
Flexibler Einband: 171 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 27.09.2017
ISBN 9783257228625
Genre: Fantasy

Rezension:

Eine Reise zu den Ursprüngen von Halloween...

Es ist Halloween. Wie viele andere Kinder auch machen sich Tom Skelitt und seine Freunde auf den Weg - in ihren schaurigen Kostümen hoffen sie neben vielen Süßigkeiten auch auf ein unheimliches Abenteuer. Und dieses bekommen sie: An ihrem Treffpunkt - einem alten, verfallenen Haus - warten die acht Jungs auf ihren Freund Pipkin, der nachkommen wollte. Doch dort, unter einem riesigen Halloweenbaum begegnen sie einem unheimlichen Mann namens Chitinus Charibdis Downground. Dieser nimmt sie mit auf eine abenteuerliche Reise durch Raum und Zeit und zeigt ihnen das Geheimnis der gruseligsten Nacht des Jahres. Wo hat Halloween eigentlich angefangen?

Ray Bradburys Halloween-Klassiker erschien erstmals im Jahre 1972 und ist bis heute eine zeitlose Geschichte. Mir hat hier von Anfang an der tolle Schreibstil gefallen, mit dem Bradbury sofort sie schaurig-schöne Halloween-Atmosphäre erzeugt. Bevor es auf eine abenteuerliche Reise zu den Ursprüngen von Halloween geht, gibt es detailreiche Schilderungen von der Gegend, der abendlichen Stimmung und natürlich der Freundschaft der neun Jungen. Der Zusammenhalt hat mir besonders gut gefallen. Beeindruckend ist auch der riesige Halloweenbaum mit den leuchtenden Kürbissen - diesen kann man sich bildlich sehr gut vorstellen.

"Es mussten wohl tausend Kürbisse sein. Sie hingen dort oben an jedem Ast. Tausend grinsende Münder. Tausend Fratzen. Und zweimal tausend starrende, zwinkernde, blinzelnde, frisch ausgeschnittene Augen."
- Seite 22, eBook

Die Reise, die die Freunde dann mit dem unheimlichen Mr. Downground antreten, ist vom ersten Moment an wahrlich phantastisch - tolle Fantasy-Elemente werden gemischt mit unheimlichen Szenen. Dieses ist ganz gut gelungen.
Am besten gefallen hat mir aber das Ende - von dem ich hier natürlich nichts verraten werde. :)
Das Cover ist im typischen Stil vom Diogenes-Verlag gehalten - das Bild mit dem leuchtenden Kürbis im Fenster, umrahmt vom weißen Rand gefällt mir unheimlich gut.

"Die Dunkelheit im Haus atmete ein." - Seite 20, eBook

Mein Fazit: Eine perfekte Geschichte für die Zeit um Halloween. Auf nur 176 Seiten geht es auf eine abenteuerliche Reise durch die Jahrhunderte auf der Suche nach Antworten: Wo Halloween eigentlich angefangen hat und wie wird es gefeiert? Sehr interessant mit vielen schaurig-schönen Fantasy-Elementen und einem detailreichen, manchmal leicht märchenhaften Schreibstil. Sehr lesenswert!

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Tags: fantasy, halloween, klassiker, ray bradbury   (4)
 

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184 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

historischer roman, ken follett, kingsbridge, paris, london

Das Fundament der Ewigkeit

Ken Follett , Dietmar Schmidt , Rainer Schumacher , Markus Weber
Fester Einband: 1.200 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.09.2017
ISBN 9783785726006
Genre: Historische Romane

Rezension:

Band 3 der Kingsbridge-Saga

Im Jahr 1558: Einst von Baumeister Tom Builder erbaut, wacht auch nach mehreren Jahrhunderten die berühmte Kathedrale von Kingsbridge noch über der Stadt. Nach einem Jahr, das der junge Ned Willard in Calais verbracht hat, kommt er nun heim nach Kingsbridge - er möchte in das erfolgreiche Kaufmannsgeschäft seiner Mutter einsteigen und seine große Liebe Margery Fitzgerald heiraten - doch alles kommt anders. Der schreckliche Glaubensstreit zwischen Katholiken und Protestanten hat England fest im Griff und schon viele Todesopfer gefordert.
Als nach dem Tod Marys die Protestantin Elisabeth Tudor Königin wird, verschärft sich der Konflikt noch. Nachdem Ned Zeuge eines grausamen Ereignisses wird, reist er an den Hof, um Elisabeth bei ihren Plänen zu unterstützen. Schon bald ist er dort unabkömmlich. Doch nach und nach spitzt sich die Lage in ganz Europa zu - hässliche Intrigen und unglaubliche Verschwörungen nehmen ihren Lauf...

"Ned blickte über die Wipfel der Bäume am Ufer hinweg und entdeckte den Turm der Kathedrale - vierhundertundfünf Fuß hoch, wie in Kingsbridge jedes Schulkind wusste. Der steinerne Engel, der von der Turmspitze aus über die Stadt wachte, trug an diesem Tag eine Decke aus Schnee über den ausgebreiteten Flügeln; sie ließ die sonst taubengrauen Federspitzen in strahlendem Weiß leuchten." - Seite 23

Diese Inhaltsangabe ist nur ein kleiner Einblick in den Anfang der umfangreichen Geschichte, in deren Mittelpunkt die Stadt Kingsbridge steht. Der Roman der dritte aus der Reihe um die kleine Stadt und spielt circa 200 Jahre nach dem letzten Buch "Die Tore der Welt". Die mächtige Kathedrale, die im ersten Band "Die Säulen der Erde" erbaut wurde, wacht wie eh und je über der Stadt. Ein zentrales Thema in diesem Buch ist der Glaubensstreit - die Protestanten lehnen sich gegen die Lehren der katholischen Kirche auf, was schon zu vielen Todesopfern geführt hat. So nimmt die Geschichte ihren Lauf - und diese ist mitunter sehr dramatisch. Neben den historischen Geschehnissen, die sich Mitte des 16. Jahrhunderts zugetragen haben, spielen natürlich auch die persönlichen Schicksale der Hauptfiguren eine große Rolle. Einer davon ist der anfangs 18-jährige Ned Willard, dessen Leben sich im Jahr 1558 komplett ändert und einen ganz anderen Weg geht, als er eigentlich geplant hatte - ob er seine große Liebe Margery für immer verloren hat? Aber auch viele andere Figuren spielen eine große Rolle. z.B. eine junge Frau aus Paris, die um ihren Glauben kämpft und Neds älterer Bruder Barney, bei dem das Schicksal zuschlägt - es gibt einiges zu entdecken. An manchen Stellen wird es ziemlich grausam - es ist kaum zu glauben, wie weit der Krieg zwischen Katholiken und Protestanten damals wirklich gegangen ist.
Die Handlung entwickelt sich anfangs sehr langsam - es werden die Figuren, ihre Lebensumstände und die örtlichen Begebenheiten detailliert vorgestellt. Dieses finde ich bei einem Roman, der 1.168 Seiten umfasst, sehr gut. Sehr ungeduldige Leser seien daher vorgewarnt. Erst nach und nach nimmt die Geschichte an Fahrt auf - Schicksale entwickeln sich, Verschwörungen nehmen ihren Lauf. Es wird oft überraschend und mit Wendungen, die man so nicht erwartet hätte.
Der Schreibstil an sich ist sehr ausführlich, ruhig und meist flüssig. An manchen Stellen wird es kompliziert - daher sollte man sich für dieses Buch etwas Zeit nehmen. Es bleibt aber alles gut verständlich. Was mir zwischenzeitlich nicht ganz so gefallen hat, waren die teils großen Sprünge zwischen den Jahren - was erst so ausführlich dargestellt wurde, wir an anderer Stelle viel zu schnell abgehandelt und wirkt abgehackt. Auch hätte ich mir gewünscht, dass der Hauptfokus weiter auf der Stadt Kingsbridge liegt - es ist zwar sehr interessant, das die Charaktere viele Städte und Länder bereisen, aber die kleine Stadt geht dadurch etwas unter. Dennoch bleibt es interessant und packend zu verfolgen, wie sich alles entwickelt.

"Alison folgte dem Paar. Sie trug noch immer Marias Schleppe. Als sie aus dem warmen, hellen Sonnenschein in das kalte Zwielicht der riesigen Kirche trat, kam ihr der Gedanke, dass Königskinder viel Schönes und Erstrebenswertes genießen durften, nur nicht die Freiheit." - Seite 231

Das Cover ist schlicht und edel gestaltet. Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Am Anfang jedes neuen Abschnittes gibt es doppelseitige Illustrationen und vorn im Buch zwei Karten, auf denen Kingsbridge und das Westeuropa des 16. Jahrhunderts abgebildet sind. Alles ist bei diesem umfangreichen Werk sehr gut aufeinander abgestimmt.

Mein Fazit: Ein guter historischer Roman, der wieder meisterhaft recherchiert ist - gekonnt verbindet Follett hier historische Fakten mit Fiktion. Ob es der Glaubenskrieg, Verschwörungen bei Hofe oder private Intrigen sind - auf den 1.168 Seiten bekommt man einiges geboten. Bis auf die oben genannten, kleinen Schwächen bleibt es interessant und packend.
Seine beiden Vorgänger "Die Säulen der Erde" und "Die Tore der Welt" kann "Das Fundament der Ewigkeit" zwar nicht übertreffen, dennoch ist es ein sehr lesenswertes, historisches Meisterwerk.

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Tags: 16. jahrhundert, das fundament der ewigkeit, historischer roman, ken follett, kingsbridge, kingsbridge-saga   (6)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

in 80 buchhandlungen um die welt, torsten woywod, reise, reisebericht, buchhandlungen

In 80 Buchhandlungen um die Welt

Torsten Woywod
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Eden Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH, 06.10.2017
ISBN 9783959101257
Genre: Sachbücher

Rezension:

Eine Reise zu den schönsten Buchhandlungen der Welt

Nachdem der Buchhändler Torsten Woywod im Sommer 2015 auf einer vierwöchigen Reise die schönsten Buchhandlungen Europas besucht hatte, traf er im Jahr 2016 eine ganz besondere Entscheidung: Kurz vor seinem 35. Geburtstag kündigte er Job und Wohnung und brach zu einer dreimonatigen Weltreise auf - er machte sich auf die Suche nach den schönsten Bücherorten der Welt. Schon in seinem ersten Buch "In 60 Buchhandlungen durch Europa" präsentierte er wundervolle Orte und auch hier berichtet er von beeindruckenden Buchhandlungen: Oft sind es einzigartige Gebäude mit meterhohen Regalen, besonderen Buchpräsentationen oder Geschäfte mit einem außergewöhnlichen und individuellen Konzept - in diesem Buch gibt es einiges zu entdecken: Ganze Bücherviertel, riesige Bibliotheken, Buchhandlungen im Freien und wundervolle Raumgestaltungen. Insgesamt gibt es fünfzehn Kapitel, in denen Torsten Woywod nicht nur die Bücherorte detailreich beschreibt, sondern auch über persönliche Reiseerlebnisse, Begegnungen und die Städte berichtet. Zudem gibt es in allen Kapiteln kleine Insiderinfos und Buchtipps aus dem jeweiligen Land.
Neben ausführlichen Schilderungen enthält dieses Buch auch zahlreiche Farbfotos, die einen ins Staunen versetzen. Ein Foto, was mir besonders gut gefallen hat, ist auf Seite 96 abgebildet. Es zeigt eine ganz besondere Skulptur , die im Atrium der Buchhandlung "Fully Booked" auf den Philippinen steht:

"Es handelt sich um ein riesiges Bild aus den farbigen Buchrücken, das beinahe acht Meter hoch ist und eine Frau zeigt, die eine rosafarbene Katze im Arm hält. Es wurde von den amerikanischen Künstler Mike Stelkey aus etwa dreitausend Gebrauchtbüchern gefertigt und trägt den Namen "Discarded Romance", was zugleich dem -mit großem Abstand-beliebtesten Fotomotiv innerhalb dieser Buchhandlung entspricht." - Seite 99, Buchhandlung "Fully Booked" (Phillippinen)

Doch dieses ist nur ein Teil von vielen Entdeckungen, die Torsten Woywod auf seiner Reise gemacht hat. Sein Weg führte ihn rund um den Globus: Gestartet in Japan ging es quer durch Asien, Australien, Nord- und Südamerika. Auf seiner Facebookseite "Around the World in 100 Bookshops" gibt es zudem auch Berichte und viele Fotos, die er während seiner Reise postete.

"Menschen machen Bücher und Bücher machen Menschen." - Seite 40

Mein Fazit: Ein toller Reisebericht mit detailreichen Einblicken in die wundervollsten Buchhandlungen auf der ganzen Welt. Wie auch schon bei seiner ersten Buchhandelsreise erzählt Torsten Woywod hier wieder ausführlich über die vielen schönen Bücherorte, die er besucht hat. Es gibt vieles zu entdecken - zusammen mit tollen Fotos ein gelungenes Buch. Ich kann es jedem Buchliebhaber empfehlen, der eine Vorliebe für besondere Bücherorte hat!

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Tags: in 80 buchhandlungen um die welt, reisebericht, torsten woywod   (3)
 

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japan, die pilgerjahre des farblosen herrn tazaki, haruki murakami, farben, bahnhöfe

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 14.08.2017
ISBN 9783442715152
Genre: Romane

Rezension:  
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105 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

stephen king, gwendys wunschkasten, wunschkasten, richard chizmar, kurzgeschichte

Gwendys Wunschkasten

Stephen King , Richard Chizmar , Ulrich Blumenbach
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.10.2017
ISBN 9783453439252
Genre: Fantasy

Rezension:

Eine unheimliche Rückkehr nach Castle Rock...

Im Sommer des Jahres 1974 trifft die 12-jährige Gwendy auf einen mysteriösen Mann, der ihr ein Geschenk macht: Aus einem Stoffbeutel zieht er eine Holzkiste hervor, die mit verschiedenen Tasten und Hebeln ausgestattet ist - er bezeichnet diese als Wunschkasten und gibt Gwendy noch einige Tipps mit auf den Weg, die aber eher verwirrend als hilfreich für das Mädchen sind. Wozu dient er wirklich? Gwendy ist neugierig und probiert es aus - nicht ahnend, dass sich von nun an ihr ganzes Leben verändern wird...

Er lächelt nicht mehr, sondern guckt streng. Die blauen Augen sind irgendwie grau geworden. Der Hut zieht eine schmale Schattenlinie über seine Brauen, wie eine Tätowierung. "Ich habe da etwas für dich. Ein Geschenk. Weil du die Auserwählte bist." - Seite 12

In Stephen Kings neuer Kurzgeschichte, die er zusammen mit Kurzgeschichten-Autor und Verleger Richard Chizmar geschrieben hat, geht es zurück nach Castle Rock. Die fiktive Kleinstadt ist ja bereits Schauplatz in einigen King-Romanen, u. a. "Cujo" und "Needful Things". Umso schöner, dass es nun nochmal ein Wiedersehen gibt: Auf dem Castle View, einem Aussichtspunkt, zu dem die "Selbstmordtreppe" führt, trifft das Mädchen Gwendy einen schwarzgekleideten Mann der ihr ein Geschenk macht - ein Wunschkasten. Was es mit diesem genau auf sich hat und in wieweit er Gwendys Leben verändert, verrate ich hier natürlich nicht.
Die Geschichte ist 128 Seiten lang und packt den Leser schon auf den ersten Seiten. Wieder siedelt King hier das Unheimliche in einem ganz normalen Umfeld an. Die Story entwickelt sich zu einer interessanten und geheimnisvollen Geschichte, die unvorhersehbar ist - eben weil man nicht weiß, WAS es mit der geheimnisvollen Kiste auf sich hat. Zusammen mit einer starken Hauptfigur ist das den beiden Autoren hier sehr gut gelungen.
Auch die Covergestaltung ist etwas besonderes: Das kleine Buch ist gebunden und in Holzoptik - zudem noch mit einigen Merkmalen, die im Buch eine zentrale Rolle spielen. Es ist alles sehr hochwertig und sieht sehr hübsch aus.
Das Einzige, was ich zu bemängeln habe: Die Geschichte ist zu kurz - sie hätte durchaus das Potential zu einem ausführlichen Roman gehabt, vielleicht mit noch detaillierteren Schauplatzbeschreibungen in Castle Rock. Dafür werde ich aber keine Punkte abziehen, da man als Leser von vornherein weiß, dass es eine Kurzgeschichte ist.

Zum Abschluss noch mein kleines Fazit: Eine sehr lesenswerte Story aus der Feder von Stephen King, der meiner Meinung nach auch ein Meister der Kurzgeschichten ist. Packend, in etwas unheimlicher Atmosphäre und mit einem großen Rätsel - dem Wunschkasten. Auch die Hauptfigur ist auf den wenigen Seiten sehr gut ausgearbeitet. Überraschend und sehr lesenswert!

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Tags: castle rock, gwendys wunschkasten, kurzgeschichte, richard chizmar, stephen king   (5)
 

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123 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

humor, roman, dystopie, qualityland, ullstein

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050152
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Willkommen in QualityLand..

In der Zukunft läuft alles rund - denn Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Persönliche virtuelle Assistenten sind nicht mehr wegzudenken, alles läuft digital. So auch bei dem Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser. Doch schon bald wird er das Gefühl nicht mehr los, das einiges anders läuft, als es sollte. Kurz darauf bestätigt sich dieses durch ein geliefertes Produkt, das überhaupt nicht seinen Interessen entspricht. Aufgebracht versucht Peter, das unerwünschte Päckchen umzutauschen - und hinterfragt gleichzeitig das ganze digitale System...
Zum gleichen Zeitpunkt stehen in QualityLand die Präsidentschaftswahlen an, die natürlich auch von der etwas anderen Art sind...

Schon die Inhaltsangabe dieses Buchs verspricht eine etwas andere Geschichte - und die bekommt man auch: In einer Welt, wo längst alles digital verläuft, intelligente Mülleimer den Menschen hinterherlaufen, Profile automatisch erstellt werden und Roboter zum Alltag gehören, hinterfragt ein "einfacher" Mensch plötzlich das ganze System - mit interessanten Auswirkungen.
Qualityland ist eine schräge Zukunftssatire, die den Leser oft schmunzeln lässt, aber auch einige Dinge hinterfragt. Vieles ist einfach komisch, wie sprechende Autos oder Drohnen, die unter Flugangst leiden. Doch nachdenklich macht einen beispielsweise, dass das Netz immer mehr über den Nutzer weiß - personalisierte Werbung gehört ja schon so gut wie zum Alltag.
Hier ist natürlich alles übermäßig übertrieben dargestellt und einfach eine herrlich skurrile Dystopie.

"Bitte bewerten Sie mich jetzt", sagt das Auto.
Peter steigt aus und schlägt die Tür zu. Das Auto jammert noch ein wenig, weil es keine Bewertung bekommen hat, gibt aber schließlich auf und fährt zu seinem nächsten Kunden."
- Seite 18, eBook

Die Drohne surrt glücklich. Sie scheint sich über ihre Bewertung zu freuen.
"Jeden Tag eine gute Tat", murmelt Peter.
"Ach, sagen Sie", fragt die Drohne, "könnten Sie eventuell noch zwei Päckchen für Ihre Nachbarn annehmen?"
"Manche Dinge ändern sich nie."
- Seite 19, eBook

Der Schreibstil ist locker, die Geschichte lässt sich sehr gut lesen. Es gibt verschiedene Blickwinkel, man lernt die Charaktere, die natürlich nicht nur menschlich sind, ganz gut kennen. Auch in das Leben in Qualityland bekommt man dank eines "Reiseführers" einen übersichtlichen Einblick.
Bei diesem Roman gibt es zudem noch eine Besonderheit: Das Buch gibt es in zwei Varianten: Einer dunklen und einer hellen Ausgabe. Die Kapitel der Bücher sind aber identisch, lediglich die Zwischenkapitel mit ihren Nachrichten, ihrer Werbung und den Kommentaren sind anders und den Ausgaben (dunkel für Apokalyptiker, hell für Optimisten) angepasst. Ich habe mich hier für die dunkle Ausgabe entschieden, war zum Schluss aber auch ziemlich neugierig auf die optimistische Version. Doch man verpasst nichts - am Ende des Buchs gibt es einen Hinweis zur jeweils anderen Ausgabe.

Mein Fazit: Eine Geschichte der etwas anderen Art - herrlich skurril erzählt Autor Marc-Uwe Kling hier von einer Welt, die komplett digital ist. Diese Zukunftssatire ist hauptsächlich humorvoll und schräg, macht aber doch an einzelnen Punkten nachdenklich.
Bis auf wenige Stellen, die mir etwas zu sehr in die Länge gezogen waren, ein interessantes und sehr unterhaltsames Buch. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen!

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Tags: marc-uwe kling, qualityland, zukunftssatire   (3)
 

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89 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

jean webster, königskinder verlag, daddy long legs, lieber daddy long legs, briefe

Lieber Daddy-Long-Legs

Jean Webster , Ingo Herzke , Franz Renger
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560445
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Briefe von Jerusha Abbott an ihren Daddy-Long-Legs...

Jerusha Abbott hat ihr ganzes Leben in einem Waisenhaus verbracht. Nun, nach fast 18 Jahren bekommt sie eine Chance, mit der nie niemals gerechnet hat: Aufgrund ihrer literarischen Begabung möchte ein unbekannter Mann ihr ein Studium finanzieren. Als einzige Gegenleistung verlangt er von Jerusha, ihm regelmäßig zu schreiben und von ihrem Alltag und Studium am College zu berichten. Jerusha, die ihr Glück kaum fassen kann, kommt der Aufgabe mit großer Leidenschaft nach und schreibt ihrem Wohltäter -den sie schon bald nur noch Daddy-Long-Legs nennt- seitenlange Briefe. Doch manchmal ist sie traurig, dass sie nie eine Antwort bekommt. Wer ist dieser Mann, der ihr durch das Studium eine vielversprechende Zukunft ermöglicht?

"Den ganzen Tag freue ich mich auf den Abend, hänge ein 'Nicht stören'-Schild an die Tür, schlüpfe in meinen schönen roten Bademantel und meine kuscheligen Pantoffeln, schiebe mir alle Sofakissen in den Rücken und zünde die Messinglampe an meinem Ellbogen an und lese und lese und lese. Ein Buch reicht nicht. Im Moment sind es vier gleichzeitig." - Seite 34, eBook

Lieber Daddy-Long-Legs erschien erstmals im Jahr 1912 und ist ein echter Klassiker. Ich habe schon viel von dieser besonderen Geschichte gehört und habe mich umso mehr gefreut, dass der Königskinder-Verlag diese neu veröffentlicht hat. Das Buch ist fast komplett in Briefform geschrieben - und das so gut, dass er sich wie ein normaler Roman liest. Hauptfigur und Briefeschreiberin ist sie fast achtzehnjährige Jerusha Abbott, die in einem Waisenhaus aufgewachsen ist. Eines Tages bekommt sie die Möglichkeit, ihrem bisherigen Leben zu entfliehen und zu studieren - ein unbekannter Wohltäter finanziert ihr das College. In regelmäßigen Briefen berichtet sie ihrem Daddy-Long-Legs (den sie aus einem bestimmten Grund so nennt) über ihr gesamtes Leben und wünscht sich mit jedem Brief mehr, ihn kennen zu lernen.
Die Briefe sind unheimlich toll geschrieben - Jerusha weiß ihr neues Leben sehr zu schätzen und erfreut sich an einfachen, für sie neue Dinge, die für andere Studenten immer selbstverständlich waren. Es ist sehr interessant zu verfolgen, wie ihr Leben verläuft und man stellt sich im Laufe der Handlung natürlich die Fragen: Wer ist Daddy-Long-Legs und wird Jerusha ihn je kennen lernen? Wie es schließlich ausgeht, werde ich hier natürlich nicht verraten.
Das besondere an dieser Geschichte, die ja inzwischen über 100 Jahre alt ist, ist das Zeitlose. Man kann ihn zu jeder Zeit und in fast jedem Alter lesen. Auch die Literatur spielt eine zentrale Rolle: Jerusha entdeckt ihre Liebe fürs Lesen und es tauchen viele Klassiker auf, über die ihre persönlichen Eindrücke schildert. Das hat mir besonders gut gefallen.
Das Cover hat sehr schöne Farben und ist mit dem Schattenumriss des "Daddys" ein toller Blickfang. Auch im Buch gibt es einige Zeichnungen, die auch im eBook gut zur Geltung kommen.

"Es sind gar nicht die großen Probleme des Lebens, die den Charakter fordern. Einer echten Krise oder einer niederschmetternden Tragödie kann jeder Mensch mutig entgegentreten, doch die unbedeutenden Ärgernisse des Tages mit einem Lachen abzutun - ich glaube, das erfordert wirklich innere Stärke."
- Seite 56, eBook

Mein Fazit: Ein wundervoller Klassiker, der zeitlos und einfach schön geschrieben ist. Die Briefe sind toll verfasst, man möchte unbedingt wissen, wie Jerushas Leben am College sich weiterentwickelt. Auch das Ende ist hier sehr passend gewählt und hat meine Ahnung bestätigt. Man schließt dieses Buch mit einem Lächeln. Egal ob jung oder alt - ich kann es jedem empfehlen, der moderne Klassiker mag. Ein Lesehighlight!

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Tags: briefe, jean webster, klassiker, lieber daddy long legs   (4)
 

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

jugendbuch, der gesang der nachtigall, 20. jahrhundert, roman, lucy strange

Der Gesang der Nachtigall

Lucy Strange , Nadine Püschel
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560414
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein Mädchen, das zu einer kleinen Heldin wird...

England, im Jahr 1919: Die zwölfjährige Henrietta "Henry" Abbott zieht mit ihren Eltern, Baby Piglet und der Nanny Jane in das Dorf Little Birdham. In dem etwas verwunschen wirkendem Anwesen namens Hope House hoffen sie, die Schrecken, die ihnen in London widerfahren sind, zu vergessen. Doch die Hoffnung erfüllt sich nicht: Henrys Vater nimmt einen Auftrag außer Landes an und ihre Mutter ist krank. Zusammen mit Nanny Jane kümmert sich das Mädchen nun um ihre kleine Schwester Piglet. Doch Henry fühlt sich allein und fängt an, das große Haus und die Umgebung zu erkunden. Neben dem geheimnisvollen Dachboden entdeckt sie im angrenzenden Wald zwischen den Bäumen einen Lichtschein. Und was hat es mit den seltsamen Schatten auf sich, die niemand außer ihr sieht? Das Mädchen geht den Geheimnissen schließlich auf den Grund und ahnt als Einzige, dass ihre Familie in großer Gefahr schwebt...

"Ich schaute zurück in den Wald und sah eine Rauchschwade durch die Bäume auf mich zuwehen. Das sonnenbeschienene Laub zitterte vor Geheimnissen." - Seite 8, eBook

Bei diesem Buch hat mich der geheimnisvolle Klappentext sehr angesprochen und war demnach sehr gespannt, was mich in dieser Geschichte erwarten wird. Hauptfigur ist das zwölfjährige Mädchen Henrietta, das von allen nur Henry genannt wird. Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass eine tiefe Traurigkeit über dem Mädchen und ihrer Familie liegt. Den Grund dafür -und für den Umzug von London aufs Land- erfährt man nach und nach und wird von der Autorin sehr behutsam beschrieben. Doch weitere Schatten liegen über der Familie und auch über dem Anwesen "Hope House"...
Das Buch ist in der Ich-Perspektive aus Henriettas Sicht geschrieben, die mir sofort ans Herz gewachsen ist und sich als kleine Heldin entpuppt. Ihr Weg und auch ihre Gedanken sind spannend zu verfolgen - sie erforscht den großen Wald, versucht ihrer Mutter zu helfen und auch dem Geheimnis des vergessenen Dachbodens geht sie auf die Spur. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Geschichte ist sehr berührend und auf eine bestimmte Art spannend zu verfolgen.
Besonders gefallen haben mir hier die immer wieder erwähnten Märchen, die Henrietta so liebt. Gerade diese Details geben dem Roman eine leicht märchenhafte Note.
An manchen Stellen hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr Tiefe gewünscht, sowie mehr Details - z.B. bei der Beschreibung des großen Hauses und auch bei der Entdeckung des Dachbodens. Ansonsten ist der Handlungsverlauf sehr gut ausgearbeitet mit enthält einige Überraschungen.
Das Cover mit seinen leuchtenden Farben ist mir sofort ins Auge gefallen - die Kombination mit dem Schatten der Nachtigall gefällt mir unheimlich gut.

"Wieder hob die Nachtigall zu singen an, und der Wald schien von einem wunderschönen silbernen Licht erfüllt zu werden. Es war, als seien die Sterne in die Bäume hinabgefallen oder die Bäume zu den Sternen emporgewachsen. Ich kuschelte mich in das Schwanennest aus Decken und spürte, wie die Angst und Traurigkeit in meinem Herzen sich verflüchtigten." - Seite 58/59, eBook

Mein Fazit: Ein sehr schöner und berührender Roman, in dem ein Mädchen über sich hinaus wächst. Besonders das leicht märchenhafte, das bei dem schönen Schreibstil sehr gut zur Geltung kommt, hat mir unheimlich gut gefallen. Es wird geheimnisvoll und auch traurig. Hauptfigur Henrietta wächst einem sofort ans Herz, ihr Weg ist spannend zu verfolgen. Bis auf Kleinigkeiten hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Von mir gibt es 4,5 Sterne - sehr lesenswert!

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549 Bibliotheken, 39 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

fantasy, das lied der krähen, leigh bardugo, krähen, grischa

Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654439
Genre: Fantasy

Rezension:

Sechs Außenseiter und ein lebensgefährlicher Auftrag...

Die Hafenstadt Ketterdam ist eine pulsierende Handelsmetropole und gleichzeitig Heimat von einigen Banden. Hier lebt auch der geheimnisvolle Kaz Brekker, der sich im Laufe der Zeit zur rechten Hand eines mächtigen Bandenchefs hochgearbeitet hat - er vergibt Aufträge an Bandenmitglieder, tut nichts ohne Gegenleistung und scheint allen immer einen Schritt voraus zu sein. Doch eines Tages überrascht man ihn selbst und bietet ihm einen Auftrag an, wie er gefährlicher nicht sein kann: Gegen eine beträchtliche Entlohnung soll Kaz zusammen mit einem ausgewählten Team den mächtigen und zugleich gefährlichen Magier Bo Yul-Bayur befreien - aus dem Eistribunal, der bestgesichertsten Festung der Welt.
Die sechs Außenseiter machen sich schließlich auf den Weg - unter der Leitung von Kaz versuchen sie das Unmögliche. Und jeder von ihnen hat Geheimnisse, die er vor den anderen verbirgt. Eine lebensgefährliche Mission beginnt...

"Keine Klageweiber", sagte Jesper und warf Rotty sein Gewehr zu.
"Keine Beerdigungen", murmelten die anderen als Antwort. Unter ihnen bedeutete das so viel wie
Viel Glück.
- Seite 32

Auf diese Herbst-Neuerscheinung war ich im Vorfeld besonders gespannt: Schon die Buchgestaltung ist sehr gelungen: Ein wunderschönes Cover und geschwärzte Buchseiten. Dazu hat das Paperback noch zwei tolle Karten, die man aufklappen kann. Die erste Karte bildet die fiktive Welt ab, in der Das Lied der Krähen spielt, die zweite zeigt den Aufbau des Eistribunals - eine Festung, die eine zentrale Rolle im Buch spielen wird. Beide sind sehr schön illustriert.
Doch nicht nur das Äußere ist gelungen, auch der Inhalt hat einiges zu bieten: In der Hafenstadt Ketterdam, in der verschieden Banden regieren, lebt Kaz Brekker. Der erst Siebzehnjährige ist der geborene Anführer und gerissener, als von Manchen angenommen. Für einen lebensgefährlichen Auftrag stellt er ein Team zusammen, deren Mitglieder unterschiedlicher nicht sein können. Gerade das ist in diesem Buch so besonders: Die Charaktere. Allesamt Außenseiter, jeder hat Geheimnisse und seine eigene, meist traurige Geschichte, die man nach und nach erfährt. Auch wird im Laufe der Geschichte klar, warum Kaz sich genau für diese fünf Begleiter entschieden hat.
Im Mittelpunkt der packenden Handlung steht natürlich die lebensgefährliche Mission. Neben den beeindruckenden Schauplätzen hat mir auch der stetige Wechsel der Blickwinkel sehr gut gefallen. Die einzelnen Kapitel tragen die Namen der Person, um die es gerade geht und man erfährt so einiges über deren Vergangenheit. Die gesamte Atmosphäre ist eher dunkel, was natürlich zur ganzen Geschichte passt. Anfangs habe ich etwas gebraucht, um die verschiedenen Orte, die Namen der Banden und auch die unterschiedlichen Grischas zu unterscheiden, doch das legt sich schnell.
Auch der Grund, warum der Magier, den Kaz Brekker und sein Team aus dem stark gesichertem Eistribunal befreien sollen, ist interessant und sehr spannend - lasst euch überraschen!

"Und dann trat der Mann durch die Wand. Kaz' Gedanken stockten und taumelten, versuchten zu erklären, was er da sah, während Nebel sich zu einem Umhang, zu Stiefeln verdichtete und zu einem blassen Aufblitzen eines Gesichts." -Seite 60

Mein Fazit: Ein spannender Fantasy-Roman, der mit einer packenden Handlung und außergewöhnlichen Charakteren überzeugt. Die dunkle Atmosphäre, die sich durch den gesamten Roman zieht, ist sehr gelungen. Die sechs Hauptfiguren sind klasse, hat jeder seine eigene Geschichte und bestimmte Gründe, um sich auf die gefährliche Mission einzulassen. Neben tollen Schauplätzen in einer gut konstruierten Welt gibt es schlagfertige Dialoge und Wendungen, mit denen man so nicht gerechnet hat. Sehr lesenswert, ich bin begeistert und hoffe schnell auf eine Fortsetzung!

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Tags: das lied der krähen, fantasy, leigh bardugo   (3)
 

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162 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

essex, liebe, aberglaube, london, pfarrer

Die Schlange von Essex

Sarah Perry , Eva Bonné
Fester Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783847900306
Genre: Romane

Rezension:

Eine Geschichte über Mythen, Wissenschaft und die Liebe...

Im Jahr 1893: Nach dem Tod ihres Mannes zieht die junge Witwe Cora Seaborne zusammen mit ihrem Sohn Francis und der Angestellten Martha von London aufs Land. In dem kleinen Küstendorf Aldwinter in Essex hofft sie, einige Fossilien zu finden. Dort lernt sie den Pfarrer William Ransome und dessen Familie kennen. So erfährt Cora auch, dass die "Schlange von Essex" zurückgekehrt ist - ein geheimnisvolles Wesen, um das sich Mythen und Legenden ranken und das im Blackwater leben soll. Cora hofft, vielleicht auf ein lebendiges Fossil zu stoßen. Schnell gerät sie deshalb mit William aneinander, der den Legenden um die Schlange so gar keinen Glauben schenkt. Doch da scheint noch etwas anderes zu sein, denn Cora und William empfinden auf bestimmte Weise mehr füreinander.
Die Monate vergehen und in dieser Zeit geschehen dramatische und auch rätselhafte Dinge - sowohl in London als auch in Aldwinter...

"Just in diesem Moment ließ der Regen nach und Cora begriff, wie sehr sie diese Frau - mit der sie doch wenig teilte, die im eigenen Spiegelbild und in der Familie aufging, die alle Menschen besser zu kennen schien als sich selbst und es immer nur gut meinte - liebgewonnen hatte." - Seite 221, eBook

Schon beim Lesen der Inhaltsangabe habe ich geahnt, dass diese Geschichte speziell und auf eine gewisse Art besonders sein wird - und das ist sie auch. Auf den ersten Seiten merkt man bereits an dem tollen Schreibstil, dass es neben der Legende um eine Schlange, die angeblich ihr Unwesen in den Gewässern von Essex treibt, auch starke Charaktere geben wird. Auch wenn die Witwe Cora Seaborne im Mittelpunkt steht, haben mir hier aber gerade die Figuren um sie herum besonders gut gefallen. Historisch angehaucht spielt der Roman zeitweise in London und in dem kleinen Küstenort Aldwinter. Neben Wissenschaftlichem und der Wohnungsproblematik in London spielt auch die Liebe eine Rolle. Und über allem schwebt irgendwie die "Schlange von Essex", bei der ich im ersten Moment an Loch Ness denken musste. Man fragt sich die ganze Zeit: Was steckt hinter der mysteriösen 'Schlange von Essex'? Die Frage wird natürlich aufgeklärt und ich kann dazu nur Eines sagen: Lasst euch überraschen!
Die Handlung ist insgesamt spannend zu verfolgen, nur an einigen Stellen wurde manches zu sehr in die Länge gezogen und der Lebensverlauf bei einer Person wurde mir zwischenzeitlich etwas zu wirr. Doch im Gesamten betrachtet ist es eine interessante Geschichte, die einige Überraschungen bereithält.
Was mir hier besonders gut gefallen hat, ist der "Rundumblick" der Geschehnisse, den die Autorin zwischendurch immer einbaut: In wenigen Sätzen fasst sie die aktuellen Entwicklungen und die nächsten Pläne der einzelnen Figuren zusammen. Danach geht es dann wieder ausführlich weiter.
Das Cover ist natürlich ein richtiger Blickfang, mit der grünen Schlange im Vordergrund und den gut ausgewählten Details.

"Der Vollmond draußen stand tief, und die Wellen des Blackwater schlugen auf den Kiesstrand; das etwas aus dem Wasser und über die Salzwiesen kroch, war nicht auszuschließen, aber das schien den anderen egal zu sein." - Seite 237, eBook

Mein Fazit: Die Schlange von Essex ist ein besonderes Buch - es enthält eine gelungene Mischung aus Mythen, Wissenschaft und der Liebe. Auch wird es spannend, da man nicht so recht weiß, was einen genau erwartet. Der Schreibstil ist schön und detailreich, die Charaktere stark und außergewöhnlich. Die Geschichte an sich und auch das Ende halten einige Überraschungen bereit. Von kleinen Schwächen mal abgesehen eine wirklich gelungene Geschichte. Lesenswert!

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

neil gaiman, beobachtungen aus der letzten reihe, eichborn verlag, literatur, biografie

Beobachtungen aus der letzten Reihe

Neil Gaiman , Rainer Schumacher , Ruggero Leò
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783847900351
Genre: Biografien

Rezension:

Neil Gaiman über die Kunst, das Erzählen und wieso wir Geschichten brauchen 

Neil Gaiman ist einer der großen Erzähler unserer Zeit. Mit Büchern wie Coraline, Das Graveyard-Buch, Niemalsland oder Der Ozean am Ende der Straße begeistert er unzählige Leser. Beobachtungen aus der letzten Reihe ist dagegen kein Roman, sondern eine Sammlung von Vorträgen, Artikeln, Einleitungen, Vorworte und Essays, die der Autor im Laufe seiner Karriere verfasst hat. Neben Reden, die Gaiman bei verschiedenen Veranstaltungen gehalten hat, gibt es im Laufe des Buches auch persönliche Texte. Beispielweise schildert er eindrucksvoll warum das Lesen, die Bücher und auch die Büchereien so wichtig sind, wie er damals die Liebe zur Literatur entdeckt hat und wie er den Besuch der Oscar-Verleihung im Jahr 2010 erlebt hat.

"Ich glaube, im Kampf der Gewehre gegen die Ideen werden die Ideen schlussendlich gewinnen. Denn Ideen sind unsichtbar, und sie bestehen fort, und manchmal sind sie sogar wahr." -Seite 17, eBook

Neben ausgewählten Vorträgen gibt es unter anderem interessante Einblicke in einige seiner Werke - beispielsweise, wie zu der Idee seines Kinderbuchs Coraline kam oder der Roman American Gods entstanden ist. Zudem erfahren die Leser, welche Schriftsteller Neil Gaiman selbst beeinflusst haben und welche Comics und welche Musik ihn geprägt haben.

Das Buch ist in folgende zehn Kapitel unterteilt:
I. Einige Dinge, an die ich glaube
II. Ein paar Leute, die ich gekannt habe
III. Einführungen und Gedanken: Science Fiction
IV. Filme, Kino und Ich
V. Über Comics und einige Menschen, die sie erschaffen
VI. Vorworte und Widersprüche
VII. Musik und die Leute, die sie machen
VIII. Von Sternenwanderer und Märchen
IX. Macht gute Kunst
X. Die Aussicht von den billigen Plätzen: Wirkliche Dinge

In jedem großen Kapitel finden dann sich die Reden oder Essays, die sich mit dem jeweiligen Thema beschäftigen. Das Buch ist sehr gut unterteilt und ich war schon nach den ersten Seiten gefangen von den interessanten Texten und Vorträgen. Auch der Umfang der Sammlung hat mich beeindruckt - auf 576 Seiten erfahren wir Einiges, es gibt vieles zu entdecken. Besonders gefallen hat mir hier Gaimans Vortrag mit dem Titel "Warum unsere Zukunft von Büchereien, Lesen und Tagträumen abhängt" (Kapitel I), den er 2013 für die Reading Agency gehalten hat. Ebenso sein Interview mit Stephen King, das 2012 in der Sunday Times erschien (Kapitel II).
Auch Gaimans persönliche Sicht auf Filme, Comics, Musik und vielem anderen ist unheimlich interessant. Ich habe zwar schon einige Bücher von dem Autor gelesen, bin aber nach diesem Buch sehr gespannt auf die Werke, die ich noch nicht kenne.
Als im Jahr 2016 das englische Original mit dem Titel The View From the Cheap Seats veröffentlicht wurde, habe ich mit Spannung auf die deutsche Übersetzung gewartet - und das Warten hat sich gelohnt. Dieses Buch mit seinen vielen Einblicken ist sogar noch besser, als ich erwartet hatte.

"Lesen ist wichtig. Bücher sind wichtig. Bibliothekare sind wichtig."
- Seite 36, eBook

Mein Fazit: Ein beeindruckendes Werk, das eine Sammlung von Reden, Essays, Artikeln und persönlichen Eindrucken von Neil Gaiman erhält. Es ist keine klassische Biographie, aber dennoch gibt es einen interessanten Einblick in das Leben des Autors - seine Interessen, seine Ansichten zu verschiedenen Themen und noch vieles mehr. Mir hat dieses Buch sehr gefallen und kann es jedem empfehlen, der mehr über Neil Gaiman und seine Arbeiten erfahren möchte. Sehr lesenswert!

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Tags: beobachtungen aus der letzten reihe, biografie, essays, neil gaiman   (4)
 

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84 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

historischer roman, jeffrey archer, archer, politik, familiensaga

Möge die Stunde kommen

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.09.2017
ISBN 9783453421677
Genre: Historische Romane

Rezension:

Band 6 der Clifton-Saga  

Im Jahr 1970: Nachdem der Prozess endlich überstanden ist, versucht Emma Clifton sich wieder voll und ganz auf ihre Arbeit als Vorstandsvorsitzende im Familienunternehmen, der Barrington Shipping Company zu konzentrieren. Doch in ihrem Arbeitsleben gibt es schon bald einige Veränderungen und Emma muss wichtige Entscheidungen treffen. Eine davon könnte das Leben von ihrem Mann Harry für immer verändern. Dieser ist nach wie vor als Schriftsteller sehr erfolgreich, auch sein furchtloser Einsatz für einen in Sibirien inhaftierten Autor hat seine Bekanntheit nochmal gesteigert. Ihr Bruder Giles Barrington setzt indessen seine politische Karriere für seine große Liebe aufs Spiel und auch Sebastian, der Sohn von Emma und Harry, versucht sein privates Glück zu finden.
Sie alle ahnen noch nicht, dass manches ganz anders laufen wird, als gedacht...

In sehr kurzer Zeit hatte sie lernen müssen, gleichsam mit drei Bällen zu jonglieren, und zum ersten Mal in ihrem Leben gab es Momente, in denen sie sich fragte, ob sie sich zu viel aufgeladen hatte. - Seite 229, eBook

Wie schon gewohnt, schließt auch der 6. Band nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an, der mit einem großen Cliffhanger endete. Hilfreich ist hier der Prolog, der die letzten Seiten des 5. Bandes zur Erinnerung nochmals wiedergibt. So ist man sofort wieder mitten in der Geschichte, die schnell an Fahrt aufnimmt: Im Mittelpunkt stehen weiterhin Emma Clifton, ihr Mann Harry, sowie ihr gemeinsamer Sohn Sebastian, der inzwischen erwachsen ist und ebenfalls zu den Hauptfiguren gehört. Auch Giles Barrington ist wieder mit dabei - Emma Bruder und Harrys bester Freund seit Kindertagen. Jeder von ihnen hat mit eigenen, teils dramatischen Ereignissen zu kämpfen - diese sind spannend zu verfolgen und mit Wendungen, die man so nicht erwartet hat. Freud und Leid liegen hier oft nah beieinander. Auch sind die Feinde wieder zahlreich: Neue Intrigen und Verschwörungen werden geplant, alte Bekannte kommen wieder ins Spiel.
Der Schreibstil ist flüssig und die Geschichte wird sehr packend erzählt: Jeffrey Archer kommt bei den einzelnen Abschnitten immer schnell auf den Punkt, es wird niemals langatmig, alles ist unheimlich gut miteinander verknüpft. Gerade das mag ich an der Clifton-Saga sehr.
Neben den Lebensereignissen der beiden Familien werden auch die Schicksale von zwei Nebenfiguren erzählt - ebenfalls sehr spannend.
Das Cover hat den schon bekannten historischen Flair und passt vom Stil her sehr gut zu seinen Vorgängern.

"Sind sie immer noch sicher, dass nichts bis zu irgendjemanden an diesem Tisch zurückverfolgt werden kann?"
- "Definitiv. Wir drei sind die einzigen Menschen, die wissen, was vor sich geht, und ich bin der einzige, der weiß, wo die Leichen begraben sind."
- Seite 263, eBook

Mein Fazit: Auch der inzwischen sechste und vorletzte Band der Clifton-Saga liest sich so spannend wie ein Krimi: Es wird wieder packend, dramatisch und spannend - neue Intrigen und Verschwörungen werden geschmiedet, aber auch überraschende Entwicklungen - positiv wie negativ- erwarten den Leser. "Möge die Stunde kommen" steht seinen Vorgängern in nichts nach und hält natürlich auch am Ende wieder einen Cliffhanger bereit.
Ich bin nach wie vor begeisterte Leserin der Clifton-Saga und nun sehr gespannt auf den letzten Band, der im Dezember 2017 erscheint. Sehr lesenswert!

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Tags: 20. jahrhundert, die clifton-saga, historischer roman, jeffrey archer, möge die stunde kommen   (5)
 

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fantasy, bücher, akram el-bahay, fabelwesen, bücherstadt

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt

Akram El-Bahay
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.08.2017
ISBN 9783404208838
Genre: Fantasy

Rezension:

Band 1 um die Bibliothek der flüsternden Schatten...

Sam gehört zu den besten Dieben der Stadt, doch dieses Leben möchte er nun komplett hinter sich lassen. Sein Traum ist es, sich als Palastwache von Mythia einen Namen zu machen. Tatsächlich schafft er es mit einer List, als Wächter im Palast des Weißen Königs aufgenommen zu werden - allerdings ist Sams Aufgabe eine ganz andere, als er erwartet hatte: Anstatt des Königs soll er dessen Bibliothek bewachen. Für Sam im ersten Moment eine Enttäuschung, denn er hat nie Lesen und Schreiben gelernt. Doch als er zum ersten Mal die unendliche Bücherstadt unter den Straßen Mythias betritt, ist er sprachlos von dessen Ausmaßen. Die endlosen Bücherstraßen und meterhohen Regale sind allerdings längst nicht alles, was Paramythia zu bieten hat. Das Herz der Bücherstadt scheint ein phantastisches und ebenso gefährliches Geheimnis zu haben...

"Das Wispern von Stimmen und das Rascheln von Seiten empfing sie, kurz bevor sie das Ende der langen Treppe erreicht haben. Es schien fast, als wollte dieser Ort sie willkommen heißen. Die Große Galerie überwältigte Sam aufs Neue und entfachte in ihm den Wunsch, die Worte zwischen den Buchdeckeln lesen zu können." -Seite 40/41, eBook

Im ersten Augenblick hat mich das wunderschöne Cover und vor allem der Titel auf dieses Buch aufmerksam gemacht: Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt lässt schon erahnen, das Bücher hier eine zentrale Rolle spielen. Der Schauplatz ist beeindruckend: Unter der Stadt Mythia befindet sich eine geheimnisvolle Bücherstadt, die Paramythia genannt wird - endlose Straßen, Gänge und Regale, in denen sich ein Buch an das andere reiht und das gesamtes Ausmaß der Bibliothek noch nicht ganz erforscht ist. Schon die detailreichen Beschreibungen dieses Ortes ist dem Autor sehr gelungen. Der ehemalige Meisterdieb Sam ist als Nichtleser im ersten Augenblick wenig begeistert von seiner Aufgabe, alte und staubige Bücher zu bewachen. Doch das ändert sich schlagartig, als unheimliche Schatten auftauchen und sich die Ereignisse plötzlich überschlagen...
Mehr möchte ich vom Inhalt hier nicht verraten, denn dieser entwickelt sich sehr spannend und hält einen interessanten Verlauf parat.
Neben der Bücherstadt gibt es noch viele weitere Orte und Begebenheiten zu entdecken - besonders die Fantasy-Elemente sind wunderbar eingebracht. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen - die Schauplätze und Szenen im gesamten Roman werden sehr gut beschrieben.
Überrascht hat mich hier die gesamte Entwicklung der Geschichte, die einige Entdeckungen bereithält, die man zuerst nicht vermutet - auch in das bisherige Leben von Sam, der mit vollen Namen Samir heißt, bekommt man nach und nach einen guten Einblick. Eine sehr sympathische Hauptfigur. Was etwas schade ist: Die anderen Charaktere bleiben etwas blass. Besonders die junge Frau Kani hätte gerne noch etwas mehr in den Vordergrund rücken können.

"Da war etwas zwischen den Tappen ihrer Schritte. Ein Geräusch, so leise wie der Schlag eines Flügels. Ein Wispern. Als würden Schatten, die zwischen den Stufen nisteten, miteinander flüstern, während Sam und Kani an ihnen vorbei ins Herz der Bücherstadt gingen. In ein Herz aus Tinte." -Seite 101, eBook

Mein Fazit: Der Auftakt dieser Reihe hat einiges zu bieten - neben einem beeindruckendem Schauplatz gibt es besondere Figuren, phantastische Geheimnisse und einen spannenden Handlungsverlauf. Sehr gefallen hat mir hier, dass die Geschichte sehr unvorhersehbar ist - denn die Inhaltsangabe gibt nur einen kleinen Einblick, was es umso spannender macht. Was ich mir neben stärkeren Nebencharakteren noch etwas gefehlt hat, ist dieser gewisse "Bücherzauber", den ich in "Büchergeschichten" immer sehr mag. Ein klein wenig Luft nach oben ist also noch vorhanden, doch dieser Auftakt mit seiner magischen Bücherstadt ist schon sehr gelungen.

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Tags: akram el-bahay, die bibliothek der flüsternden schatten - bücherstadt, fantasy, mythia, paramythia   (5)
 

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zamonien, fantasy, walter moers, gehirn, märchen

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers , Lydia Rode
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaus, 28.08.2017
ISBN 9783813507850
Genre: Fantasy

Rezension:

Eine Reise durch Gedanken und Träume...

Prinzessin Dylia aus Zamonien leidet Nacht für Nacht unter Schlaflosigkeit, daher nennt sie sich selbst Prinzessin Insomnia. Während ihrer nächtlichen Streifzüge durch das Schloss kommen ihr die abenteuerlichsten Ideen - Langeweile kennt sie nicht. Doch eines Nachts begegnet sie einem Nachtmahr, der sich als Havarius Opal vorstellt. Der Gnom ist gleichermaßen beängstigend und sympathisch. Er nimmt Dylia mit auf eine ganz außergewöhnliche Reise - eine Reise durch das menschliche Gehirn. Und diese wird wahrhaft abenteuerlich - sie besuchen Dylias Gedanken, Träume und Erinnerungen. Die Reise wird schließlich ganz anders, als vom Nachtmahr geplant - denn Prinzessin Insomnia ist nicht auf den Mund gefallen...

"Wenn andere sagten, es sei noch nicht aller Tage Abend, dann hieß es für Dylia vielmehr: Es ist noch nicht aller Nächte Morgen. Und dann war da auch noch das Oberüberwort. Das war die geheimnisvolle Supervokabel, nach der Prinzessin Dylia schon ewig fahndete." - Seite 30, eBook

Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr ist der neue Roman von Walter Moers, der wie viele seiner Bücher auch auf dem fiktiven Kontinent Zamonien angesiedelt ist. Ich muss gestehen, dass es mein erster Zamonien-Roman war - doch mir hat es sehr gut gefallen! Vor allem die vielen skurrilen und gleichermaßen liebevollen Details sind wundervoll: Ob es die jadegrüne Erinnerungsspinne mit dem melancholisch dreinblickendem Auge ist, die Zwielichtzwerge oder die Geistgeister - all diese Figuren werden hier detailreich beschrieben und durch viele schöne Illustrationen von Lydia Rode unterstützt. Gerade die besonderen Aquarelle machen dieses Buch so besonders. Hauptfigur hier ist Prinzessin Dylia, die sich selbst durch ihre Krankheit Prinzessin Insomnia nennt. Sie hat eine besondere Vorliebe für seltene Wörter, liebt Grammatik und Regenbogenfarben. Ihre Ideen und Erfindungen, sowie die Begegnung und die Reise mit dem Nachtmahr Havarius Opal werden ausführlich geschildert.
Moers Erzählstil ist außergewöhnlich - besonders die Wortkreationen und auch die Reise durch Dylias Gehirn ist sehr speziell. Manchmal war es mir etwas zu wirr und ausschweifend, jedoch trifft dieses nur auch wenige Stellen zu.
Die Gestaltung des Buches ist natürlich ein Traum. Selbst in der eBook-Variante (die ich gelesen habe) kommen die schönen Illustrationen sehr gut zur Geltung.

"Ihren letzten Einfall eines regenbogenfarbenen Regenbogens mit Querstreifen statt Längsstreifen hatte sie daher gleich für sich behalten. Prinzessin Dylia wusste durchaus, wann der Bogen -beziehungsweise der Regenbogen- überspannt war." - Seite 39, eBook

Mein Fazit: Mein erster Zamonien-Roman hat mir sehr gut gefallen. Dieses Buch ist bunt, außergewöhnlich und sehr skurril - aber auf eine ganz sympathische Art. Walter Moers nimmt den Leser mit auf eine ganz besondere Reise mit vielen phantastischen Kreaturen, denen man so bestimmt noch nicht begegnet ist. Bis auf einige Stellen, wo es mir dann doch etwas zu verwirrend wurde, ein sehr gelungenes Buch. Sehr empfehlenswert für alle, die besondere und phantastische Geschichten mögen!

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Tags: fantasy, prinzessin insomnia und der alptraumfarbene nachtmahr, walter moers, zamonien, zamonien-roman   (5)
 

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jugendbuch, 2014, memphis, wörter auf papier, vince vawter

Wörter auf Papier

Vince Vawter , Ingo Herzke
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.10.2014
ISBN 9783551560018
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein elfjähriger Junge und seine beeindruckenden "Wörter auf Papier"...

Memphis, im Jahr 1959: Der elfjährige Victor übernimmt in diesem Sommer für einige Zeit den Job seines Freundes und trägt Zeitungen aus. Da er ein hervorragender Werfer beim Baseball ist (wenn nicht sogar der beste), landet auch jede Zeitung perfekt auf der Veranda. Doch dann kommt der Freitag, vor dem Victor jedes Mal ein mulmiges Gefühl beschleicht - dann ist Zahltag und er muss von jedem Abonnenten das Geld einsammeln. Das bedeutet auch mit den Leuten zu sprechen. Für Victor jedes Mal eine Überwindung, da er stottert und es ihm schwerfällt, mehrere Wörter hintereinander fehlerfrei auszusprechen. Auch wenn alles andere als leicht ist - Victor stellt sich jeder Situation. Doch der Sommer hält noch einige Überraschungen bereit und vieles wird anders als erwartet...

"Ich komme wahrscheinlich schneller als andere Kinder über Sachen weg, die wehtun. Ich habe auch keine andere Wahl, weil mein Stottern mir schließlich an jedem Tag so oft wehtut." Seite 121

Wörter auf Papier ist ein besonderer Roman - es gehört zu jenen Büchern, bei denen einem die Hauptfigur sofort ans Herz wächst. Hier ist es der elfjährige Victor, ein schlauer und hilfsbereiter Junge, dem aber eine Sache in seinem Leben zu schaffen macht: Das Stottern. Und so fällt es ihm leichter, Wörter auf Papier zu bringen, als die auszusprechen. Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive geschrieben - Victor erzählt seine Geschichte selbst und berichtet über die vielen Geschehnisse im Sommer 1958, in dem Einiges passiert ist.
Bemerkenswert ist, wie er sich immer wieder kleine Hilfen zurecht legt um seine Sprachbarriere zu überwinden, er kennt jeden noch so kleinen Trick. Auch wenn es nicht immer funktioniert, bleibt Victor tapfer. Er beweist hier, wie er alles schaffen kann. Am besten haben mir hier seine Gespräche mit Mr. Spiro gefallen - schön geschrieben und sehr interessant zu verfolgen. Zudem gibt es noch einige Überraschungen, die leider nicht immer positiv für den Jungen ausfallen...
Dieses Buch hat sogar leicht biographische Züge, wie der der Autor am Ende des Romans erzählt. Hier berichtet er zudem noch kurz, wie es ihm in seinem Leben mit dem Stottern ergangen ist.
Das Cover ist einfach schön - Buchtitel und Autorenname werden schlicht mit Schreibmaschinentasten vor schwarzem Hintergrund dargestellt. Es passt perfekt zur Geschichte.

"Hätte mich jemand stotternder Junge oder stotternder Sechstklässler oder stotternder Pitcher genannt, hätte ich mir wahrscheinlich irgendwas geschnappt und demjenigen über den Schädel gehauen. Aber in Verbindung mit Dichter klang Stottern zum ersten Mal in meinem Leben gut."
- Seite 146

Mein Fazit: Wörter auf Papier ist genau das, was ich erwartet habe - ein besonderes Buch, das eine berührende Geschichte erzählt. Schön geschrieben mit einer sympathischen Hauptfigur, die einige Hürden in seinem noch so jungen Leben meistern muss. Die Handlung birgt einige Überraschungen - mal schön und mal traurig. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen - ein wirkliches Lesehighlight.

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Tags: jugendbuch, memphis, vince vawter, wörter auf papier   (4)
 

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harry potter, newt scamander, phantastische tierwesen und wo sie zu finden sind, drehbuch, fantasy

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

J.K. Rowling , Anja Hansen-Schmidt
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 14.01.2017
ISBN 9783551556943
Genre: Fantasy

Rezension:

Neues aus J.K. Rowlings magischer Welt...

Im Jahr 1926: Eines Morgens trifft der Naturforscher und Magizoologe Newt Scamander in New York ein. Er kehrt soeben von einer Reise zurück, die ihn bei seiner Suche nach seltenen magischen Geschöpfen um die ganze Welt geführt hat. Eigentlich möchte Newt gar nicht lange in der Metropole bleiben, doch schon kurz nach seiner Ankunft passiert dann das Unglaubliche: Durch einen unglücklichen Zufall wird sein Koffer vertauscht und so können einige magische Wesen aus dem Koffer heraus entkommen. Diese machen nun die Stadt unsicher und Newt versucht mit allen Mitteln, diese wieder einzufangen. Gar nicht so einfach. Neben großem Ärger für alle Beteiligten droht der Stadt auch noch eine ganz andere große Gefahr...

Tina: "Was führt sie überhaupt nach New York?"
Newt: "Äh, ich wollte ein Geburtstagsgeschenk kaufen."
Tina: "Und das ging nicht in London?"
Newt: "Es gibt weltweit nur einen Züchter von Appaloosa-Knuddelmuffs und der lebt in New York. Also, nein."
- Seite 45

"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind"
ist das erste Drehbuch von J.K. Rowling und spielt über fünfzig Jahre vor den Harry Potter-Büchern. Die magischen Geschöpfe, die teilweise auch in den Romanen auftauchen, bekommen hier eine ganz neue und eigene Geschichte. Hauptfigur ist der Magizoologe Newt Scamander, der dem Leser auf Anhieb sympathisch ist. Seine eigentlich kurze und unauffällige Reise nach New York artet schließlich aus, als einige der magischen Tierwesen aus seinem Koffer entfliehen und anschließend die Stadt auf den Kopf stellen. Aber nicht nur das: In New York treibt eine dunkle Macht sein Unwesen...
Dieses Buch ist als Drehbuch verfasst, liest sich aber nach kurzer Eingewöhnung sehr gut. Wer bereits das Theaterskript zu "Harry Potter und das verwunschene Kind" gelesen hat und gut mit dem Schreibstil zurechtkam, der wird auch hier keine Probleme haben. Zwischen den detaillierten Schauplatz- und Szenenbeschreibungen gibt es immer wieder schöne Dialoge, auch die magischen Geschöpfe werden sehr gut beschrieben. Besonders die Reise in Newt Scamanders Koffer ist klasse - dort gibt es allerhand zu entdecken. Die Handlung ist sehr gut verständlich packend geschrieben und hält besonders zum Ende hin einige Überraschungen bereit. Ich kann mir vorstellen, dass aus diesem Drehbuch auch ein toller Fantasy-Roman hatte werden können!
Die Gestaltung des Buches ist besonders schön. Durch die golden schimmernden Buchstaben auf dem Cover wird das Buch zu einem wirklichen Hingucker. Auch die einzelnen Illustrationen im Buch sind schön platziert und zeigen das ein oder andere magische Tierwesen.

Tina und Newt rennen weiter, der böse Sturzfalter fliegt ihnen hinterher und blockt die Flüche ab.
Tina: "Was ist das für ein Ding?"
Newt: "Ein böser Sturzfalter."
Tina: "Den find ich toll!"
- Seite 184

Mein Fazit: Ein spannendes Drehbuch mit tollen Charakteren, besonderen Geschöpfen und einem abenteuerlichen Verlauf. Es gibt viele schöne phantastische Elemente, J.K. Rowlings magische Welt kommt sehr gut zur Geltung. Auch als Drehbuchvariante packend zu verfolgen und sehr gut verständlich. Ein tolles Buch, das auf jeden Fall neugierig auf den Film macht, den ich bisher noch nicht gesehen habe. Sehr lesenswert!

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Tags: drehbuch, fantasy, j.k. rowling, new york, phantastische tierwesen und wo sie zu finden sind   (5)
 
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