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40 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

liebe, one-night-stand, jana von bergner, schwangerschaft, dreiecksgeschichte

Zwischen zwei Brüdern

Jana von Bergner
E-Buch Text
Erschienen bei null, 14.11.2017
ISBN B077H664WY
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich gebe zu, nicht häufig Liebesromane zu lesen, trotzdem haben mich das wunderschöne Cover und der Klappentext hier neugierig gemacht. Leider wurden meine Erwartungen aber nicht ganz erfüllt und das Potential der Geschichte aus meiner Sicht nicht richtig genutzt.

Kim wird nach einer leidenschaftlichen Liebesnacht ungewollt schwanger und muss sich entscheiden – soll sie den leiblichen Vater heiraten, der wiederum von seinem Vater dominiert wird und sich nicht gegen ihn durchsetzen kann und der eigentlich noch seiner alten Liebe nachweint, oder seinen Bruder, der das schwarze Schaf der Familie ist mit seiner Drogenkarriere und seinem fehlenden Gehorsam dem Familienoberhaupt gegenüber – unterschiedlicher können zwei Brüder nicht sein und Kim macht sich die Entscheidung nicht leicht.

Den Einstieg fand ich sehr gelungen und das nicht nur des angenehmen, leicht zu lesenden Schreibstils wegen, der sehr lebendig ist und mich sofort in die Geschichte gesogen hat. Die Einstiegsszene im Flugzeug, in der Kim den smarten Alex kennenlernt, fand ich sehr gelungen und beide waren mir sympathisch. Im Laufe der Geschichte hat sich das jedoch geändert – Kim ist sehr unentschlossen und wankelmütig, wie sie handelt und denkt, konnte ich nicht nachvollziehen, am wenigsten, wie sie sich von Alex und vor allem seinem Vater behandeln lässt. War mein erster Eindruck von Alex noch der eines smarten und selbstbewussten jungen Mannes, ändert sich das völlig – sein Leben wird ihm diktiert von seinem dominanten Vater, er lässt sich alles gefallen und ist mit seiner devoten und unterwürfigen Art fernab von einem selbstbewussten Mann. Sein Bruder ist das Gegenteil und auch seine Charakterzeichnung fand ich völlig überzogen – das aufmüpfige schwarze Schaf der Familie, der auf Kosten seines Vaters lebt, eine Drogenkarriere hinter sich hat und bei Frauen nichts anbrennen lässt. Was Kim an ihm findet, ist mir schleierhaft und ihre plötzliche Verliebtheit für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Leider wirken die Charaktere in ihrer Gestaltung sehr überzogen und für mich daher nicht mehr glaubhaft – in keinen von ihnen konnte ich mich rein fühlen, weil sie mir alle völlig fremd waren.

Gefehlt haben mir in diesem Liebesdreieck vor allem die Emotionen. Ich war überhaupt nicht berührt und habe die Atmosphäre als kühl und steif empfunden – mir hat einfach Wärme und Geborgenheit gefehlt, selbst am Ende, als sich (wie ich aber auch erwartet habe und was ich auch nicht schlimm fand) alles zum Guten wendet. Einzig in Kims Familie habe ich Wärme und Liebe gespürt – leider aber nimmt die nur eine kleine Rolle in der gesamten Geschichte ein.

Ich hatte mich auf eine gefühlvolle Liebesgeschichte gefreut, die durch ihr schwieriges Thema berührt und auch Tiefgang mit sich bringt – leider haben mich die Charaktere überhaupt nicht packen können und Emotionen haben sich bei mir nicht eingestellt. Die Idee war wirklich toll und auch den Schreibstil fand ich sehr gewinnend, die Umsetzung aber hat mir nicht gefallen. Ich gebe daher knappe 3 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Die Idee der Geschichte hat mich sehr angesprochen, und erwartet habe ich eine gefühlvolle Geschichte – leider jedoch haben mir weder die doch eher stereotypen Charaktere gefallen, noch hat mich die Geschichte irgendwie berührt. Dafür aber ist der Schreibstil angenehm und sehr lebendig – dennoch kann ich leider nur knappe 3 von 5 Sternen vergeben.

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28 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

roman, christoph höhtker, frauen, vorsätze, das jahr der frauen

Das Jahr der Frauen

Christoph Höhtker
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Weissbooks, 07.08.2017
ISBN 9783863371180
Genre: Romane

Rezension:

Was war ich neugierig auf dieses Buch, weil ich die Idee der Geschichte wirklcih gut fand – ein verzagter Mittvierziger macht mit seinem Therapeuten einen Deal: 12 Frauen in 12 Monaten, dann darf er sich umbringen. Doch leider hat es an der Umsetzung dieses tollen Plots gehapert – ich fand sie langweilig und überhaupt nicht fesselnd, dazu frauenverachtend und plump.

Man wird direkt rein geschmissen ins Geschehen, nämlich in den Dialog zwischen Frank und seinem Therapeuten, in dem es um die Wette geht. Und dann beginnt auch schon direkt die Suche nach den Frauen. In 12 Kapiteln begleitet man Frank Stremmer über das Jahr hinweg – ein wahrlich unsympathischer Protagonist, der es einem nicht leicht macht, ihm zu folgen. Wie er über Frauen denkt, mit ihnen schließlich umgeht, aber auch, wie er das Leben und die Menschen im Allgemeinen betrachtet, ist sehr anstrengend. Auch wenn die Geschichte in Ich-Form aus seiner Sicht erzählt wird, konnte ich mich in ihn nicht hineinversetzen. Dazu waren mir seine Gedanken einfach viel zu weitschweifig und seine Gedankensprünge zu groß – da musste ich schon aufpassen, beim Lesen nicht mit meinen eigenen Gedanken abzuschweifen, sondern beim Buch zu bleiben. Immerhin hat der Autor dieses weitschweifige und zerfließende der Gedanken gut einfangen können: Bestehen die (leider nur wenigen) Dialoge eher aus kurzen und belanglosen Sätzen, ist der Schreibstil bei den Gedankengängen genauso wie sie selbst: weitschweifig. Lange, verschachtelte Sätze, die gut und gerne mal eine halbe Seite einnehmen und fehlende Absätze, so dass der durchgehende Text in kleinster Schrift einen zu erschlagen scheint, machen das Lesen sehr anstrengend und für mich auch zur Qual. Anfangs habe ich diesen Stil noch als Mittel gesehen, doch er bleibt das ganze Buch über und nutzt sich dann auch ab. Dazu kommt, dass die Geschichte selbst nicht fesselt, die Frauen nur einen untergeordnete Rolle einnehmen und man nicht viel über sie erfährt – dafür umso mehr von Franks beruflichen Aktionen, die ich aber langweilig fand und mich so auch nicht zu fesseln vermochten. Wissen sollte man zudem, dass es viele englisch- und auch französischsprachige Abschnitte gibt, die nicht übersetzt sind – sollte man also in diesen Sprachen nicht wenigstens Grundkenntnisse haben, wird die Lektüre nochmal mehr anstrengend.

Ich hatte mir sehr viel versprochen von diesem Buch und wurde leider sehr enttäuscht. Auch das überraschende Ende hat das dann nicht besser gemacht, zumal ich mir nicht sicher bin, ob ich es überhaupt richtig verstanden habe – denn bei mir sind leider sehr viele Fragen offen geblieben. Ich kann diesem Buch leider nur 2 von 5 Sternen geben.

Mein Fazit
Ganz anders als erwartet, konnte mich der Autor mit seiner Umsetzung des tollen Plots leider nicht überzeugen – vor allem der weitschweifige Schreibstil mit seinen langen verschachtelten Sätzen hat mir das Lesen sehr schwer gemacht; dazu eine Geschichte mit einem unsympathischen Protagonisten, die mich in keinster Weise fesseln konnte. Schade – ich kann diesem Buch leider nur 2 von 5 Sternen geben.

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74 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

briefroman, grüne fee, liebe, drogen, überheblichkeit

Briefe an die grüne Fee

Salih Jamal
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 12.10.2017
ISBN 9783744832809
Genre: Romane

Rezension:

Ich war sehr gespannt auf diesen Briefroman, der sich als „einen neuen Werther in einer neuen Zeit“ beschreibt – und auch wenn die Situation tatsächlich an Goethes Klassiker erinnert und die Geschichte ausdrucksstark und voller Lebenshunger steckt, würde ich diesen Vergleich nicht ziehen wollen.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen - der Ich-Erzähler sitzt auf einem Dach und will in die Tiefe springen, zuvor jedoch sinniert er über sein Leben, durchläuft gedanklich noch mal einzelne Stationen seines Lebens, das geprägt war von der Suche nach dem großen Glück, voller Leidenschaft und Lebenshunger.

Es ist vor allem die Sprache, die mich sehr beeindruckt hat – mal ist sie klar und präzise, mal poetisch und blumig, dann wieder derb und umgangssprachlich – immer aber voller Energie und Wortgewalt - und das hat mir sehr gut gefallen. Mit dem Ich-Erzähler dagegen konnte ich mich nicht so anfreunden – ganz anders in seinen Gedanken und Handlungen hat er mich aber immer wieder zum Nachdenken gebracht. Seine Sicht der Dinge ist eine interessante und oft ganz anders als meine eigene – am augenscheinlichsten aber ist seine Energie: Diese Leidenschaft hat mich wirklich beeindruckt – immer versucht er, das Beste aus allem zu machen, egal, wie verfahren die Situation auch sein mag. Dabei gibt er alles – nimmt aber auch, ohne Rücksicht auf Verluste, oft egoistisch, aber immer mit einem hehren Ziel vor Augen. Er steckt voller Lebenshunger und Energie, ist damit auf der Suche nach seinem persönlichen Glück und muss doch immer wieder derbe Niederlagen einstecken. Der Wunsch, das Leben im Hier und Jetzt in vollen Zügen zu genießen, steckt tief in ihm drin, doch er muss schmerzhaft lernen, dass das Leben nicht immer nach Plan läuft und einzelne befriedigende Momente noch kein erfülltes Leben ausmachen.

Ein ungewöhnliches Buch voller Sprachgewalt, dem ich 4 von 5 Sternen gebe.

Mein Fazit
Es ist vor allem der Schreibstil, der mich bei diesem Buch eingenommen hat mit seiner Vielfältigkeit von poetisch bis umgangssprachlich, von klar und präzise bis blumig und ausschweifend – die Geschichte selber hat mich nicht so einfangen können; dafür war mir der Ich-Erzähler einfach zu fremd. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen und es hat mir einige interessante Denkanstöße gegeben, ich gebe daher 4 von 5 Sternen.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

meer, leuchtturm, poesi, sandkörner, poetische sprache

Leuchtturmmusik

Andreas Séché
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Independently published, 20.09.2017
ISBN 9781549745904
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Klappentext hat mich auf eine mystische Geschichte neugierig gemacht, und auch die Leseprobe hat mir gut gefallen – man muss aber in der richtigen Lesestimmung sein, um Gefallen an dieser besonderen Geschichte zu finden.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Emily und Tristan – Emily ist plötzlich einfach da in dem kleinen idyllischen Fischerdorf, und ohne großes Zutun scheint sie in den Dorfbewohnern einiges zu bewegen. Vor allem auch in Tristan, der sich in sie verliebt und nun an ihrer Energie und Natürlichkeit teilhat. Doch Emily birgt ein schmerzliches Geheimnis.

Es ist eine gelungene Mischung aus moderner Liebesgeschichte, Märchen und Parabel, dabei hat mich vor allem die dichte Atmosphäre sehr beeindruckt. Die Sprache ist so voller Poesie und Kraft, voller Bilder und Metaphern, dass ich völlig eingenommen war von ihr und mich wie in einem verwunschenen Wald gefühlt habe. Ich muss gestehen, dass ich etwas gebraucht habe, um hineinzufinden und ich gerade am Anfang, als noch nicht so viel passierte, auch gekämpft habe mit dem blumigen Schreibstil, den böse Zungen vielleicht auch als schwülstig bezeichnen würden, dann aber war ich drin in der Geschichte und mochte vor allem die Stimmung sehr sehr gerne.

Es sind aber nicht nur Tristan und Emily, über die man viel erfährt und mit denen im Laufe der Geschichte etwas geschieht, das ganze Dorf scheint wie wachgerüttelt und jeder geht in sich, um Dinge anzugehen und zu verändern. Emilys Geheimnis offenbart sich relativ schnell, das von Tristan dagegen erst im letzten Drittel. Dieses hätte es aus meiner Sicht gar nicht gebraucht, genauso wenig wie die mich wirklich überraschende Enthüllung am Ende; die hat mir leider gar nicht gefallen, weil es ein bisschen den Zauber der Geschichte klaut und bei mir einen faden Beigeschmack hinterlassen hat.

Schön ist aber die Botschaft, die nicht mit erhobenem Zeigefinger vermittelt wird, sondern einfach aus dem Handeln Emilys. Sie lebt im Hier und Jetzt, genügt sich selbst und ist mit sich im Reinen, und mit ihrer be- und verzaubernden Art regt sie auch die anderen Dorfbewohner an, über ihr Leben nachzudenken.

Auch wenn ich etwas gebraucht habe, um in das Buch hineinzufinden und mir das Ende das märchenhafte etwas genommen hat, habe ich die Lektüre dennoch genossen. Der Schreibstil ist sicherlich nicht für jeden angenehm, daher würde ich empfehlen, vorher in eine Leseprobe hineinzuschmökern, mich aber konnte er einfangen und abholen und in eine ganz eigene, märchenhafte und atmosphärische Welt entführen – ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine märchenhafte Geschichte mit einer schönen Botschaft, die in leisen Tönen erzählt wird, dennoch aber kraftvoll ist und voller Energie – besonders ist vor allem der Schreibstil mit seiner Poesie und bildhaften Sprache, in den ich zwar erst hineinfinden musste, der mich dann aber eingenommen und entführt hat. Obwohl die Geschichte eine traurige ist, gibt sie doch Kraft und macht Mut – lediglich das Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Trotzdem hatte ich schöne Lesestunden und gebe 4 von 5 Sternen.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

bele freudenberg, hamburg, 19. jahrhundert, historische romantik, liebesgeschichten

Im Feuer der Freiheit

Bele Freudenberg
Buch: 384 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 26.07.2017
ISBN 9783956690907
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich war neugierig auf diesen Debütroman der Autorin, weil der Klappentext interessant und unterhaltsam klang und mich die Geschichte Hamburgs interessiert – und auch wenn ich mit der Protagonistin an mancher Stelle wirklich gehadert habe, hat mich das Buch doch gut unterhalten.

Die Geschichte spielt in Hamburg, Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Alsterstadt noch von den Franzosen besetzt ist, sich aber langsam aus den Fängen befreit. Auch die 19-jährige Fanny sucht ihre Unabhängigkeit, doch noch ist sie ihrem attraktiven Vormund Alvesloh unterstellt, in den sie als Kind unsterblich verliebt war und den jetzt ein Geheimnis umgibt, das sie unbedingt lüften möchte.

Ich bin wirklich schnell und leicht in diese Geschichte reingekommen, von der man nicht denken sollte, dass es eine reine Liebesgeschichte ist. Mit dem unkomplizierten und dennoch zur damaligen Zeit passenden Schreibstil bin ich direkt in das 19. Jahrhundert reingesogen worden und hatte durch geschickte Beschreibungen, die aber nie langatmig waren, viele Bilder vor Augen. Neben der Liebesgeschichte um Alvesloh und Fanny – deren Ende man als Leser natürlich ahnt – geht es in diesem Roman aber auch um die Besetzung Hamburg durch die Franzosen, ihre Befreiung, den Einfluss der Russen und den der Skandinavier. Hier habe ich wirklich viel Neues erfahren, und man merkt, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat – trocken waren diese Abschnitte dennoch nicht, weil sie gut und lebendig in die eigentliche Geschichte eingebettet waren.

Probleme hatte ich vielmehr mit der Protagonistin. Fanny war mir zwar sympathisch und auch ihr Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit hat mir gefallen, ihr Denken und Handeln war mir aber viel zu kindisch und naiv. Die Pläne, die sie schmiedet, sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt, immer wieder tappt sie in Fallen und Fettnäpfe hinein und lässt da wirklich keinen aus – zwar besticht sie dann auch wieder mit ihrer liebenswerten Art, dennoch aber bringt sie sich mit ihrer unbedachten Art auch immer wieder in Gefahr – gut, dass sie Freunde und Familie hat, die sie aus dieser auch immer wieder retten. Alvesloh hat mir dagegen viel besser gefallen: Ich mochte seine überlegte Art, seine Loyalität – er setzt sich für die Seinen ein und steht auch in schwierigen Situationen seinen Mann. Toll fand ich auch Fannys Onkel Breedenbek, der aber leider nur einen kurzen Auftritt hat – er besaß viel Charakter und Charisma und hat mich mit seiner Kraft und Energie beeindruckt.

Der Roman liest sich sehr flüssig, nicht nur der eingängigen Sprache wegen, sondern weil immer wieder etwas passiert und es so nicht langweilig wird. Im letzten Drittel spitzt sich die Situation sogar immer weiter zu und die Spannung steigt, das Ende hat mich dann leider nicht so packen können, obwohl es in sich schlüssig und rund war – trotzdem hatte ich meinen Spaß beim Lesen und gebe knappe 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Ein gelungener Debütroman, der geschickt die Geschichte Hamburgs mit einer unterhaltsamen Liebesgeschichte verknüpft. Die Autorin hat wirklich gut recherchiert und einen lebendigen Roman geschrieben, der sich flüssig und leicht lesen lässt, dessen Sprache aber dennoch zur damaligen Zeit passt. Mit der Protagonistin hatte ich leider so meine Probleme, dennoch hatte ich schöne Lesestunden und gebe knappe 4 von 5 Sternen.

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81 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

köln, historischer roman, gold, mord, geld

Das Gold des Lombarden

Petra Schier
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.10.2017
ISBN 9783499270888
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich liebe historische Romane und war deshalb gespannt auf das neue Buch von Petra Schier – nachdem ihre Adelina-Reihe abgeschlossen ist, beginnt nun eine neue Reihe im mittelalterlichen Köln. Im Mittelpunkt steht diesmal aber die junge Aleydis de Bruinker, die unter mysteriösen Umständen ihren Mann verliert und sich nun alleine um die Wechselstube kümmern muss. Daneben versucht sie noch, Licht in die Umstände des Todes ihres Mannes zu bringen – und muss dabei leider einige unschöne Dinge über ihn erfahren.

Von Anfang an bin ich in der Geschichte abgetaucht und fühlte mich gleich im historischen Köln heimisch. Mit Aleydis hat die Autorin wieder eine sympathische Protagonistin geschaffen, die zwar noch sehr jung und daher in manchen Situationen etwas unerfahren und naiv wirkt, die aber auch nicht auf den Mund gefallen ist und sich zu Wehr zu setzen weiß. Beim Versuch, den Tod ihres Gatten aufzuklären, tappt sie in manchen Fettnapf - zum Glück steht ihr der Gewaltrichter Vinzenz van Cleve zur Seite. Seine Figur fand ich sehr gelungen – er hat Ecken und Kanten, wirkt oft mürrisch und bevormundend, hat aber einen weichen Kern, der immer wieder durchblitzt und den er nicht ganz verbergen kann. Die beiden geben sich manches interessante Wortgefecht, und oft musste ich schmunzeln bei diesen Schlagabtauschen. Aber auch andere Charaktere fand ich sehr gelungen, wie die beiden Knechte in Nicolais Haushalt oder die beiden „Stief-Enkelinnen“. Wer die Adelina-Reihe kennt, dem werden zudem einige alte Bekannte über den Weg laufen – ich mochte es zu lesen, was mit den liebgewonnenen Charakteren weitergeschieht, und trotzdem beginnt mit diesem Band eine ganz eigene Geschichte.

Man erhält viele Einblicke in das mittelalterliche Leben, insbesondere auch, wie es in einer Wechselstube zugeht. Die Aufklärung des Todesfalles steht dabei zunächst gar nicht so sehr im Mittelpunkt, dennoch aber treibt er die Geschichte voran. Auch wenn ich schon früh eine bestimmte Person in Verdacht hatte und damit letztlich auch richtig lag, war es spannend und interessant und zu keinem Zeitpunkt langweilig.

Der Schreibstil ist – wie ich es von Petra Schiers Büchern nicht anders kenne – flüssig zu lesen. Obwohl er eher leicht und beschwingt wirkt, konnte er doch die Atmosphäre des historischen Kölns einfangen. Gefallen hat mir auch die historische Karte Kölns, die einen groben Überblick über die Handlungsorte gibt. Das vorangestellte Personenregister habe ich kaum gebraucht, finde ich aber dennoch toll, wenn man mal schnell nachschauen will, wer wer ist.

Mir hat dieser Auftakt wirklich gut gefallen – ich hatte schöne Lesestunden und freue mich schon auf die Folgebände. Diesem gebe ich 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Ein schöner Auftakt einer neuen Reihe mit einer sympathischen Protagonistin und einem interessanten Todesfall, der sich im Verlauf der Geschichte aufklärt. Ich hatte schöne Lesestunden und fühlte mich ins historische Köln entführt – bei dem angenehmen und leicht zu lesenden Schreibstil halte ich dieses Buch auch gerade für Einsteiger ins Genre historischer Roman sehr geeignet. Ich gebe ihm 4 von 5 Sternen.

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121 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

liebe, münchen, geschwister, lilli beck, roman

Wie der Wind und das Meer

Lilli Beck
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783764505776
Genre: Romane

Rezension:

Mit „Glück und Glas“ konnte mich Lilli Beck ja sehr begeistern, so dass ich neugierig war auf ihr neues Buch – und wieder handelt es sich um einen Roman, der über einen längeren Zeitraum spielt – etwa 40 Jahre – und in dem man neben der Geschichte um die Protagonisten auch einiges über die deutsche Geschichte erfährt.

Im Mittelpunkt stehen Paul und Rosalie, die beiden im zweiten Weltkrieg zu Waisen werden und sich als Geschwister ausgeben, um zu überleben. Die beiden verbindet ein inniges Band, doch schon bald machen sich auch andere Gefühle jenseits der „Geschwisterliebe“ breit – doch sie können ihre Liebe nicht leben, und so geht jeder eigene Wege.

Paul und Rosalie sind zwei sympathische Charaktere, die ich gerne begleitet habe auf ihrem oft steinigen Weg, den sie erst gemeinsam gehen, bis sich ihre Wege aber trennen und Paul weiter in München, Rosalie in Berlin lebt. Paul hat ein großes Herz und auch ich habe ihn direkt in meines geschlossen – wie er Rosalie findet und sie „adoptiert“ und sich dann auch im weiteren Verlauf um sie kümmert, ist wirklich herzzerreißend. Rosalie ist da ganz anders, sie hat schon früh einen eigenen Kopf und weiß, sich auch durchzusetzen – und obwohl sie manches Mal eher zickig wirkt, ist sie liebenswert und herzensgut. Toll war vor allem die Entwicklung, die die beiden machen, die man bei einer Geschichte, die über gut 40 Jahre spielt, aber als Leser auch erwartet.

Die Geschichte ist dramatisch und tragisch und dennoch absolut glaubwürdig – ich zumindest kann mir ein solches Schicksal absolut vorstellen, denn die Wirren des Krieges haben Menschen in Situationen gebracht, in denen sie im Nachhinein falsche Entscheidungen treffen mussten, aus reinem Überlebenswillen. Gefallen haben mir auch die Einblicke in die deutsche Geschichte, den Wiederaufbau des Landes, die Teilung der Stadt Berlin, das Leben in München und Berlin, einfach auch der Alltag, den die Menschen durchzustehen hatten.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich sehr gelungen und da habe ich auch mit Paul und Rosalie gefiebert und gelitten, im Mittelteil gab es dann leider einige Längen, weil einfach nicht so viel passierte und die Geschichte auf der Stelle zu treten schien – erst im letzten Drittel wurde es dann wieder spannender, und die Situation spitzte sich immer weiter zu; bis zu einem Ende, das mich kalt erwischt hat und das mir dann auch zu schnell abgehandelt war – hier hätte ich mir einfach ein paar mehr Worte und Seiten gewünscht.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich flüssig lesen. An manchen Stellen fand ich die Dialoge etwas gestelzt und gerade Paul wirkte mit dem, was er sagte, oft etwas einfältig und kindisch. Das hätte ich aber noch verschmerzen können, wenn etwas mehr Atmosphäre entstanden wäre – ich zumindest konnte mich nur schlecht in die Zeit einfinden und war auch nicht gefangen in der Geschichte. Dafür sind mir die Charaktere dann doch zu fremd geblieben, auch wenn sie sympathisch waren, und oft haben mir einfach die Emotionen gefehlt, obwohl es dafür genug Anlass gegeben hätte.

Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten und ich hatte angenehme Lesestunden – ich gebe diesem Roman daher 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine interessante Geschichte, die über gut 40 Jahre spielt und neben dem Schicksal der beiden Hauptfiguren auch die Entwicklung Deutschlands aufzeigt. Mir hat diesmal die Atmosphäre gefehlt, so dass ich nicht richtig eingetaucht bin in die Geschichte, trotzdem habe ich die sympathischen Charaktere gerne begleitet und auch mit ihnen gelitten – denn die Geschichte ist tragisch und dramatisch und dennoch absolut glaubwürdig. Ich gebe diesem Buch 4 von 5 Sternen.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Vermächtnis der Königin

Elizabeth Chadwick
E-Buch Text: 640 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 18.09.2017
ISBN 9783641206680
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die ersten beiden Bände dieser Trilogie um Alienor von Aquitanien haben mir ja sehr gut gefallen, so dass ich natürlich gespannt war auf den dritten Teil – und um es kurz zu machen: ich fand ihn großartig.

Das Buch beginnt im Jahr 1176 und behandelt die letzten knapp 30 Jahre von Alienors Leben. Einen Großteil verbringt sie davon in Gefangenschaft, nach Henrys Tod allerdings wird sie wieder Regentin und unterstützt ihre Söhne mit Scharfsinn, Leidenschaft und großem Geschick.

Obwohl ich den zweiten Band schon vor einiger Zeit gelesen habe, war ich schon nach wenigen Seiten wieder mitten drin im Geschehen. Die Autorin hat mich sofort in die Geschichte gesogen – und das ist sicher ihrem einnehmenden Schreibstil zu verdanken. Sie schafft eine unglaubliche Atmosphäre, hat mich in eine andere Zeit reisen lassen, hat durch Beschreibungen Bilder vor meinem Auge entstehen lassen, ohne dass es jemals langwellig oder langatmig geworden ist. Trotz dem zur Historie passenden Schreibstil ist er gut und flüssig zu lesen, so dass die Seiten rasch dahingeflogen sind.

Schon in den ersten beiden Bänden waren die Charaktere sehr gut ausgearbeitet – und auch in diesem Band waren sowohl Haupt- als auch Nebenfiguren exzellent gezeichnet. Gerade Alienor hat mir sehr gut gefallen – sie ist eine starke Frau, die Charisma ausstrahlt, die geschickt taktiert, voller Leidenschaft agiert und doch immer dezent im Hintergrund bleibt – obwohl sie diejenige ist, die die Fäden in der Hand hält. Gefallen haben mir aber auch ihre Söhne – sie sind so glaubwürdig dargestellt mit all ihren Ecken und Kanten und machen spannende Entwicklungen durch, dass es wirklich nie langweilig wurde. Gelungen fand ich aber auch viele Nebencharaktere, wie die Hofdamen, Zofen oder auch enge Vertraute von Alienor – bei keinem gab es stereotype Charakterzüge, alle haben eine eigene Geschichte, egal, ob es fiktive oder historische Personen gewesen sind.

Auch der dritte Teil der Romanbiographie hat mich von Anfang an fesseln können – es beginnt spannend und die Spannung wird wirklich über das ganze Buch hinweg gehalten; und das, obwohl man den Ausgang der Geschichte ja kennt. Trotz toller Recherche und viel geschichtlicher Details wird es nie langweilig, politische Intrigen und Zwistigkeiten werden so dargestellt, dass man sie gut verfolgen kann. Ich habe mitgefiebert und auch gezittert – in diesem Band ist Geschichte wirklich lebendig geworden und ich gebe daher 5 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Ein absolut gelungener Abschluss der Romanbiographie um Alienor von Aquitanien mit ausgefeilten Charakteren, einer tollen Atmosphäre und einer mitreißenden Spannung – ich gebe diesem Buch 5 von 5 Sternen und empfehle allen Historien-Fans diese Reihe um die historische Persönlichkeit Alienor von Aquitanien.

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(13)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

mallorca, heike franke, gegenwartsliteratur, erbschaft, liebesroman

Gesang der Zikaden

Heike Franke
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Montlake Romance, 26.09.2017
ISBN 9781542048712
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dieses Buch entführt nach Mallorca und schafft Urlaubsfeeling – wer eine leichte Sommerlektüre sucht, ist mit „Gesang der Zikaden“ wirklich bestens bedient.

Man wird direkt reingeschmissen ins Geschehen und lernt die junge Architektin Feline kennen, die zwar ihren Job verloren, dafür aber eine Finca auf Mallorca von ihren gerade verstorbenen Vater geerbt hat, den sie aber nie richtig kennengelernt hat. Feline ist eine selbstbewusste, vor Energie strotzende junge Frau, mit der ich erst eine Zeit verbringen musste, um sie ins Herz zu schließen, dann aber habe ich ihre zupackende Art wirklich gemocht – trotzdem hätte ich sie in manchen Situationen gerne geschüttelt, vor allem dann, wenn sie anderen gar nicht die Chance gibt, sich zu erklären, sondern einfach wegläuft – wer das Buch gelesen hat, weiß sicherlich was ich meine.

Auf Mallorca lernt Feline dann nicht nur ihre Stiefmutter kennen, sondern auch den Musiker Steven – und es dauert nicht lange und Feline hat sich nicht nur in die Finca verliebt.

Steven ist ganz anders als Feline: Er hat sich eine Auszeit gegönnt, weil er unter Liebeskummer leidet, und liebt die leisen Töne – ihn habe ich sofort in mein Herz geschlossen, weil er liebenswürdig, empfindsam und einfach sympathisch ist

Die Geschichte ist sicherlich vorhersehbar und man weiß als Leser schon früh, wie sie ausgehen wird – das ist bei der tollen Atmosphäre, die die Autorin gerade in der ersten Hälfte einfangen konnte aber gar nicht schlimm. Ich hatte durch farbenfrohe Beschreibungen viele Bilder vor Augen, konnte mir die Finca gut vorstellen genauso wie Feline, Steven und Sofia – die Hauptfiguren der Geschichte. In der zweiten Hälfte hat mir diese besondere Stimmung und Atmosphäre leider etwas gefehlt; hier gibt es ein paar Liebesturbulenzen, die mich aber leider nicht sonderlich fesseln konnten und die mich auch nicht berührt haben – und auch das Ende war mir dann zu konstruiert, zu sehr vom Zufall abhängig und vor allem zu glatt.

Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen, sehr lebendig und voller Energie – die Seiten sind so rasch dahingeflogen und haben mir schöne Lesestunden geschenkt. Auch wenn mich die zweite Hälfte nicht ganz so begeistern konnte, hat mich das Buch doch gut unterhalten, so dass ich knappe 4 von 5 Sternen vergebe.

Mein Fazit
Eine turbulente Liebesgeschichte, die vor allem in der ersten Hälfte die wunderbare Atmosphäre Mallorcas eingefangen hat und die durch einen leichten und lebendigen Schreibstil schöne Lesestunden schenkt. Die zweite Hälfte und auch das Ende waren mir dann ein wenig zu konstruiert – trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten und ich gebe knappe 4 von 5 Sternen.

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89 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

jeffrey archer, familiensaga, historischer roman, politik, selbstmord

Möge die Stunde kommen

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.09.2017
ISBN 9783453421677
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mich der letzte Band ja ein wenig enttäuscht hatte, weil es kaum neue Charaktere und vor allem ständig sich wiederholende Szenarien gab, hat mich dieser Band wieder mehr fesseln und auch begeistern können.

Mittlerweile sind wir in den 70er Jahren angekommen, und diesmal geht es auch um das geteilte Deutschland. Nachdem der Cliffhanger aus dem letzten Band aufgelöst wird, wendet sich die Geschichte bald Giles Barrington zu, der diesmal nicht bei Wahlen kandidiert, sondern sich einer ehemaligen Liebe annimmt und ihr hilft, in seiner Nähe Fuß zu fassen. Aber auch Harry und Emma stehen wieder mehr im Mittelpunkt – Emma findet eine neue Aufgabe, der sie sich widmet, Harry ist immer noch mit der Freilassung Anatoli Babakows beschäftigt. Aber natürlich darf auch Lady Virginia Fenwick nicht fehlen, und ihre Intrigen haben mich diesmal wirklich zum Schmunzeln gebracht – dafür hätte ich mir etwas mehr Emotion bei Sebastian und Sam gewünscht.

Es spielen also wieder viele Figuren eine Rolle, neue sind kaum dazugekommen, dafür aber haben sich bekannte Szenarien wie Wahlen diesmal nicht wiederholt, sondern es gab neue Intrigen und Konstellationen. Die Bösen sind weiterhin die Bösen und die Guten sind außergewöhnlich gut – fast ohne Makel oder Macke; auch wenn das natürlich nicht sehr glaubwürdig ist, sind sie mir sehr ans Herz gewachsen und ich bin jetzt schon traurig, wenn die Reihe nun bald endet und ich mich von den geliebten Charakteren verabschieden muss.

Wieder wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt, leider jedoch nicht – so wie ich es in Band 1 ja geliebt habe – dass ein Szenario von verschiedenen Menschen erzählt wird und es dennoch nicht langweilig wurde, weil immer wieder neue Aspekte auftauchten, sondern eher zeitlich chronologisch, wobei jede Figur in andere Themen verstrickt ist. Natürlich hat es diese Erzählweise wieder mal spannend gemacht, und der eingängige Schreibstil hat die Seiten nochmal mehr dahinfliegen lassen – ich auf jeden Fall war gepackt von der Geschichte und habe mich in ihr wieder deutlich wohler gefühlt als in den Bänden zuvor. An Band 1 kommt dieser jedoch nicht heran, trotzdem gebe ich gerne 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Dieser Band hat mir wieder besser gefallen, einfach weil es neue Themen gab und ich so wieder mehr gefesselt war. Es ist einfach schön, alte Bekannte wiederzutreffen – auch wenn man sich von einigen verabschieden muss und neue leider kaum dazugekommen sind. Viele verschiedene Erzählstränge aus verschiedenen Perspektiven machen die Geschichte spannend und kurzweilig, auch wenn Band eins weiter mein Lieblingsband bleiben wird – ich gebe daher 4 von 5 Sternen.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

klar.kommen

Dominik Forster
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei fabulus Verlag, 25.09.2017
ISBN 9783944788777
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Auch wenn ich eher nicht zur Zielgruppe dieses Buches gehöre, finde ich das Thema doch sehr wichtig und war deshalb auch neugierig, darüber aus Sicht eines Betroffenen zu lesen. Und tatsächlich war dieser Bericht sehr eindringlich und authentisch und hat mir Dominik Forsters Situation wirklich nahe gebracht.

Der Autor war drogen- und alkoholabhängig, hat mit Drogen gedealt und mehrere Jahre im Gefängnis gesessen. Über diese Zeit hat er in seinem Buch „crystal.klar“ geschrieben. Doch auch wenn man den Vorgänger nicht kennt - so wie ich - kann man „klar.kommen“ ohne Verständnisprobleme lesen, weil die wesentlichen Randinformationen nochmal aufgegriffen werden.

Insgesamt verbirgt sich auf den gut 200 Seiten harter Tobak, und ich konnte es nicht in einem Rutsch lesen, weil es mich runtergezogen und wirklich nachdenklich gestimmt hat. Obwohl ich mir die Realität auch genau so vorgestellt habe, ist es aber doch noch etwas anderes, sie mit den eigenen Worten eines Betroffenen auch berichtet zu bekommen. Dabei ist Dominik Forster sehr authentisch, seine Sprache umgangssprachlich, oft auch vulgär und abschreckend, und in manchen Situationen habe ich die Reaktionen „der anderen“ sogar verstanden. Nicht immer wirkt er sympathisch und macht es dem gegenüber auch nicht leicht, trotzdem ist erschreckend, wie wenig Chancen jemandem eingeräumt werden, der zwar im Knast gesessen hat, aber seine Vergangenheit bereut, ehrlich ist und mit genau dieser Vergangenheit abschließen will.

Es braucht aber ein bisschen Zeit, bis Dominik weiß, mit seiner Vergangenheit umzugehen und vielleicht haben ihm da auch die eine oder andere Erfahrung, die er machen musste, die Augen geöffnet, so dass er dann zu dem Menschen geworden ist, der er jetzt ist. Und seine Entwicklung ist beachtlich: Mittlerweile arbeitet er an Schulen in der Prävention und klärt auf – und sicherlich ist ein solche Schilderung „aus erster Hand“ viel eindringlicher als nur Ermahnungen mit erhobenem Zeigefinger.

Dominik Forster ist in seinem Buch gnadenlos ehrlich, mit sich und seiner Umwelt, er rüttelt auf und provoziert, schreckt vielleicht auch ab und überzeugt dann doch durch seinen Weg, den er gewählt hat. Die Kapitel sind kurz und geben interessante Einblicke in sein Leben nach dem Knast, die Sprache ist unverblümt, provokant und authentisch. Die ab und an in den Text eingestreuten Bilder sind sehr gut ausgewählt und unterstreichen nochmal mehr den Gefühlszustand Dominiks.

Ich bewerte solche Erfahrungsberichte nicht, da es mir nicht zusteht, das Leben anderer zu „benoten“. Das Buch berührt, bedrückt und ist gnadenlos und ehrlich – leider aber werde ich auf verschiedenen Plattformen gezwungen, eine Sterne-Bewertung abzugeben; da ich das Buch gerade auch in Schulen als Lektüre empfehlen würde, gebe ich vor diesem Hintergrund 4 Sterne.

Mein Fazit
Unverblümt, gnadenlos und direkt schildert Dominik Forster seine Erfahrungen als Ex-Knasti, Drogenabhängiger und Dealer – er selber hat es geschafft und arbeitet nun in der Prävention, aber der Weg war nicht immer einfach. Authentisch und überzeugend ist sein Bericht über seine Erfahrungen, als Leser musste ich einige Male schlucken. Wer sich für das Thema interessiert, der sollte dieses Buch unbedingt lesen – denn hier wird nichts schöngeredet, sondern ehrlich und offen ausgesprochen, wie es tatsächlich ist.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

wüste, glaube, philosophie, gott, religion

Nachtfeuer

Eric-Emmanuel Schmitt , Marlene Frucht
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 21.09.2017
ISBN 9783103972986
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe schon einige Bücher von Eric-Emmanuel Schmitt gelesen – dieses aber ist wohl sein persönlichstes: In einer Nacht alleine in der Wüste Algeriens macht er eine außergewöhnliche Erfahrung, die sein weiteres Leben von Grund auf ändert.

Schon in anderen Büchern hat der Autor sich mit den verschiedenen Weltreligionen beschäftigt, in „Nachtfeuer“ geht es diesmal um seinen eigenen Glauben. Man darf die Geschichte nicht als Roman sehen, dann wird man enttäuscht sein von seinem Inhalt, es ist vielmehr ein Erfahrungsbericht, in dem Eric-Emmanuel Schmitt davon berichtet, wie er zum Glauben gefunden hat. Er geht als Philosoph auf eine Wanderung in die Wüste, tauscht sich dort noch mit anderen Reisenden über Religionen und die Existenz Gottes aus, führt Gottesbeweise an und glaubt dennoch nicht wirklich; erst eine außergewöhnliche Erfahrung verändert alles in ihm, gibt ihm Kraft und Stärke, Vertrauen und vor allem Glauben – nach dieser Erfahrung kehrt Eric als anderer Mensch zurück. Obwohl der Autor dieses Erlebnis wirklich eindringlich und sehr intensiv beschreibt und ich die Situation auch vor Augen hatte, konnte ich mich nur schwer hinein fühlen oder sie sogar nachvollziehen – ich habe mich als Außenstehenden betrachtet und habe die Szene als sehr irreal empfunden. Dabei zweifel ich nicht Erics Empfindungen, er schildert sie sehr authentisch und glaubhaft, trotzdem bleibt es für mich ein Mysterium, etwas nicht-fassbares und damit un-glaubliches.

Es geht in diesem Buch aber nicht nur um die Existenz Gottes, auch das Thema Freundschaft spielt eine wesentliche Rolle – und das war für mich ein greifbareres Thema. Ein Tuareg führt die Gruppe durch die Wüste und obwohl er und Eric keine gemeinsame Sprache sprechen, tauschen die beiden sich ganz intensiv aus und pflegen eine innige Freundschaft. Diese tiefe und fast schon unzerstörbare Verbundenheit hat mich sehr berührt – noch mehr, als der Zeitpunkt der Trennung naht mit dem Wissen, dass die beiden sich nie wiedersehen werden. Mich hat dieser Punkt sehr zum Nachdenken angeregt, Nachdenken über eigene Freundschaften, was da das Verbindende ist und dass es nicht gemeinsame Zeit ist, die eine Freundschaft ausmacht.

Wer andere Bücher des Autors kennt, weiß um die Sprache, mit der er schreibt: So ist sie auch hier wieder eher schlicht und einfach, dabei aber präzise und dicht. Er schafft mit Worten eine unglaubliche Atmosphäre und trotz fehlender ausufernder Beschreibungen hatte ich die Szenerien immer genau vor Augen.

Diese autobiographische Geschichte hat mich sehr berührt. Normalerweise bewerte ich solcher Erfahrungsberichte nicht, da es mir nicht zusteht, die Erlebnisse anderer zu „benoten“, leider aber werde ich auf manchen Plattformen zu einer Sternebewertung gezwungen. Da mich die Geschichte in Teilen doch sehr berühren konnte, ich die Sprache mag und ich einfach ein Fan des Autors bin, gebe ich daher 4 von 5 Sternen.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

drogenmissbrauch, verhandlung, misshandlung, kindesmisshandlung, straftat

Davonfliegen

Sarah Armstrong , Ute Brammertz
Flexibler Einband
Erschienen bei Diana, 28.08.2017
ISBN 9783453291935
Genre: Romane

Rezension:

Schon das erste Buch „nachts schwimmen“ von der Autorin hat mir sehr gut gefallen, so dass ich neugierig war auf ihren neuen Roman – und auch wenn dieser ganz anders ist als der Vorgänger, konnte auch er mich in ihren Bann ziehen.

Die Autorin greift ein interessantes Thema auf, denn man kommt nicht umhin, sich zu fragen, wie man selber gehandelt und reagiert hätte. Neben Anna zieht eine neue Familie ein – es dauert aber nicht lange, da fällt ihr auf, dass mit der kleinen Charly nicht gut umgegangen wird. Sie informiert die Polizei und das Jugendamt, doch nichts passiert. Als Charly zu ihr kommt und sie um Hilfe bittet, nimmt sie kurzerhand das Kind und verschwindet – und erst im Nachhinein wird ihr klar, dass sie nun eine Kindesentführerin ist.

Es braucht nur wenige Seiten, um in der Geschichte anzukommen – und damit auch in dem Konflikt, in dem Anna sich befindet. Ich habe sie gleich ins Herz geschlossen und mit ihr gefühlt und gelitten – erst, als sie sich so hilflos fühlt, weil sie Charly nicht helfen konnte, obwohl sie öffentliche Stellen eingeschaltet hat, dann bei ihrer Flucht mit dem kleinen Mädchen, die sie immer mehr in Gewissenskonflikte bringt. Anna ist ein sehr differenzierter Charakter: Eigentlich ist sie kein Mensch, der impulsiv und unüberlegt handelt, doch als ihre Hilfeschreie nicht gehört werden, ist sie verzweifelt und weiß sich und Charly nicht anders zu helfen, als einfach mit ihr wegzulaufen. Auf der Flucht wird sie sich dann der Konsequenzen klar – und trotzdem setzt sie Charlys Wohl weiter immer an erste Stelle. Ich habe Anna Zerrissenheit gut spüren können, ihre Verzweiflung und Hilflosigkeit – und natürlich habe ich mich gefragt, wie ich wohl selber reagiert hätte.

Von Anfang an konnte mich die Geschichte fesseln, und die Autorin hat es geschafft, den Spannungsbogen stetig steigen zu lassen, bis er sich dann beim überraschenden Ende auflöst. Es gibt immer wieder unerwartete Wendungen, die es nie langweilig werden lassen und auch wenn man meint zu wissen, wie die Geschichte ausgeht, wird man doch eines besseren belehrt. Vor allem aber haben mir die vielen unterschiedlichen zwischenmenschlichen Aspekte der Geschichte gefallen – die verschiedenen Beziehungsgeflechte, die sich durch die Entführung ergeben. Dabei spielen Freundschaft, Vertrauen und Loyalität eine große Rolle, aber auch Verlust und Enttäuschung in öffentliche Stellen und Behörden.

Der Schreibstil ist eingängig und lässt sich flott und flüssig lesen, so dass die Seiten rasch dahingeflogen sind. Mich hat das Buch von Anfang an gepackt und auch zum Nachdenken über das eigene Handeln und Tun angeregt. So hat es mich nicht nur unterhalten, sondern hallt immer noch nach – ich gebe 4,5 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine interessante Geschichte, die den Leser zum Nachdenken über das eigene Handeln anregt, die aber auch gut unterhält und spannend bis zum Ende bleibt. Dabei gibt es immer wieder unerwartete Wendungen und ein Ende, das ich so nicht erwartet hätte – mich hat die Autorin auch mit diesem Buch wieder überzeugen können, so dass ich 4,5 von 5 Sternen vergebe.

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45 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

liebe, bootscafé, cafe, freunde, flussboot

Wenn die Liebe Anker wirft

Cressida McLaughlin
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 11.09.2017
ISBN 9783956496844
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mir hat das Cover mit seiner Verspieltheit sehr gefallen und bei mir Lust auf einen leichten Sommerroman geweckt – und genau das bekommt man bei der Lektüre auch, einen leichte Liebesgeschichte mit sympathischen Charakteren, mit denen man gerne auf dem Wasser umher schippert.

Maddy führt ein erfolgreiches Bootscafe, doch sie verstirbt unerwartet und das beliebte Cafe scheint dem Untergang geweiht. Ihre Tochter Summer kann sich erst nicht entschließen, das Cafe weiterzuführen, denn zu viele Erinnerungen quälen sie und erinnern an glückliche Zeiten. Doch sie lässt sich auf einen Versuch ein und entdeckt sich und das Leben von einer ganz neuen Seite.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gelungen, und man ist direkt mit Summer auf dem Bootscafe. Hier gibt es einige Freunde, die sich freuen, sie zu sehen, aber nicht von allen wird sie mit offenen Armen empfangen. Was genau vorgefallen ist, erfährt man erst im Laufe der Geschichte, auch, warum Summer sich so sträubt, das Cafe zu übernehmen. Lange Zeit plätschert dann leider auch die Geschichte nur leise vor sich hin und richtig viel passiert nicht – hier hätte ich mir etwas mehr Handlung gewünscht, irgendetwas, was mich gefesselt hätte, denn so habe ich das Buch nur allzu gerne aus der Hand gelegt. Erst im letzten Drittel wird es wieder etwas turbulenter, und hier nimmt dann auch die Liebesgeschichte, die sich schon früh angedeutet hat, aber dann auch lange auf der Stelle getreten ist, mehr Fahrt auf.

Der Schreibstil ist leicht und locker und lässt sich schnell und flüssig lesen. Er ist durch viele Dialoge sehr lebendig, auch wenn diese manchmal etwas gestelzt wirken. Gefallen hat mir die Atmosphäre des Bootscafés und ich hatte viele Bilder vor Augen – am liebsten hätte ich mich direkt aufgemacht, um auch ein wenig Seeluft zu schnuppern.

Die Charaktere sind eher flach gezeichnet, dafür aber nicht unsympathisch. Besonders mochte ich Mason, den etwas Geheimnisvolles umgibt und der das Herz am rechten Fleck trägt. Summer mochte ich auch gleich zu Beginn – auch wenn sie manchmal ein wenig naiv wirkt und die Dinge nicht so recht anzupacken weiß. Zum Glück helfen ihr da Freunde, die immer wieder mit dem berühmten Zaunpfahl winken.

Mich hat das Buch für den Augenblick gut unterhalten und ein schönes Sommerfeeling geschaffen – lange wird es mir aber nicht in Erinnerung bleiben. Ich empfehle es gerne als leichte Sommerlektüre für zwischendurch und gebe 3 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Ein leichter Sommerroman, der auf einem Bootscafé spielt und die besondere Atmosphäre gut einfängt – leider hat er im Mittelteil aber auch seine Längen. Trotzdem hat er mir schöne Lesestunden geschenkt und mir ein angenehmes Sommergefühl geschaffen. Der Schreibstil ist leicht und locker, die Charaktere sympathisch – ich gebe diesem Buch 3 von 5 Sternen.

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61 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

familie, geschwister, suche, finnland, zahnseide, brüde

Die Wurzel alles Guten

Miika Nousiainen , Elina Kritzokat
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 21.08.2017
ISBN 9783312010387
Genre: Romane

Rezension:

Ich hatte keine großen Erwartungen an die Geschichte, aber schon nach wenigen Seiten war das anders, weil ich mich sofort wohlgefühlt habe - mit der Geschichte und mit dem Schreibstil.

Es geht um die beiden Halbbrüder Pekka und Esko, aus deren Sicht immer abwechselnd das Geschehen erzählt wird. Die beiden Brüder haben sich gerade erst gefunden, beide kennen ihren Vater nicht und machen sich nun auf die Suche – und das führt sie ganz schön weit rum, und immer gibt es neue Familiengeheimnisse, die sich eröffnen.

Meist ist es Pekka, der zu Wort kommt und durch die Ich-Erzählweise war ich ihm sehr nahe. Er ist ein sympathischer Zeitgenosse, der manchmal etwas tollpatschig wirkt und ungeschickt handelt, das aber macht ihn sehr liebenswert. Ich mochte seine zupackende Art, den Dingen auf den Grund zu gehen – ganz anders da sein Bruder Esko, der deutlich seltener zu Wort kommt und bei dem ich etwas Zeit brauchte, um ihn ebenfalls zu mögen. Esko lebt sehr zurückgezogen nur für seinen Beruf als Zahnarzt, und die Suche nach seinem Vater ist gleichzeitig auch eine Suche nach sich selbst – er macht eine tolle Entwicklung durch, die aber nie unglaubwürdig oder überzogen wirkte, sondern authentisch und glaubhaft.

Die Geschichte führt den Leser fast um die ganze Welt und man lernt viele verschiedene Personen kennen, die alle ganz unterschiedlich sind und auch wenn es oft nur Nebenfiguren sind, trotzdem gut ausgearbeitet waren. Der Schreibstil ist sehr klar und präzise, manchmal mit einem Hauch von Ironie, aber voller Humor ohne dabei billig oder klamaukig zu sein. Eingebettet ist die Geschichte in den Rahmen einer zahnärztlichen Behandlung – das klingt jetzt erst mal komisch, trifft aber den Nagel wirklich auf den Kopf; und war für mich einfach mal ganz was neues und damit sehr erquicklich.

Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, weil es sich abhebt von üblichen Geschichten, bei denen es um Herkunft und Identität geht – je mehr man die Charaktere kennenlernt, umso mehr habe ich sie ins Herz geschlossen und gerne begleitet. Spannend oder fesselnd ist die Geschichte nicht, dennoch aber wollte ich wissen, ob die beiden ungleichen Brüder ihren Vater finden; und so habe ich das Buch in sehr kurzer Zeit gelesen. Das Ende ist anders als erwartet, aber es passt sehr gut und bietet einen runden Abschluss. Ich gebe 4 von 5 Sternen und werde den Autor weiter im Auge behalten.

Mein Fazit
Zwei völlig unterschiedliche Halbbrüder, die sich auf die Suche nach ihrem Vater machen – klingt erst mal nach altbekanntem, trotzdem ist diese Geschichte hier besonders und erfrischend anders. Die Charaktere wachsen einem nach und nach ans Herz, der Schreibstil ist zwar klar, aber auch voller Humor mit einer Prise Ironie. Und zwischen den Zeilen gibt es zudem noch eine schöne Botschaft – ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen und bin schon gespannt auf weitere Werke des Autors.

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63 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

politik, musik, band, verpasste chancen, frankreich

Die Melodie meines Lebens

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 12.09.2017
ISBN 9783455600520
Genre: Romane

Rezension:

Ich mag die Bücher von Antoine Laurain und war daher sehr neugierig, zumal der Klappentext eine charmante Geschichte versprach – leider hat er mich ein wenig in die Irre geführt, und das Buch entwickelte sich ganz anders als erwartet, trotzdem aber hat es mich gut unterhalten können.

Alain ist Arzt und erhält mit 30 Jahren Verspätung den Brief einer Plattenfirma, die ihm und seiner damaligen Band einen Vertrag anbietet – zu den ehemaligen Bandmitgliedern hat er keinen Kontakt mehr, aber was wäre geworden, wenn der Brief ihn damals rechtzeitig erreicht hätte? Alain schwelgt in Erinnerungen und macht sich auf die Suche nach seinen ehemaligen Freunden.

Man könnte meinen es ist Alain, der im Mittelpunkt des Buches steht, dem ist aber nicht so – vielmehr lernt man jedes einzelne Bandmitglied in seinem aktuellen Umfeld kennen und erhält so einen interessanten Spiegel der heutigen Gesellschaft vorgehalten. Dass es jeder der ehemaligen Musiker zu einer hohen Position gebracht hat, fand ich ein wenig unrealistisch, trotzdem aber war es interessant, einen Blick in die ganz unterschiedlichen Lebensweisen zu werfen. Dabei sind die Charaktere nicht alle sympathisch und es erstaunt, was aus ihnen geworden ist, sie sind aber alle sehr gut gezeichnet. Da gibt es einen Präsidentschaftskandidaten, einen Künstler, einen rechtsradikalen Politiker, einen Aussteiger und einen Computerfreak – als Leser wartet man natürlich auf das Zusammentreffen, doch es kommt dann alles ganz anders.

Anfangs fand ich es verwirrend mit den vielen verschiedenen Personen und Namen, zumal die Erzählstränge lange Zeit parallel laufen und erst spät zueinander finden. Die letzten 100 Seiten werden dann aber richtig spannend, und hier konnte ich das Buch auch schlecht aus der Hand legen – das Finale hat mich dann kalt erwischt und auf charmante Weise überrascht.

Der verlorenen gegangene Brief oder auch die Musik spielen nicht so eine große Rolle, wie es der Klappentext einen glauben lässt. Vielmehr sind es die Schicksale der einzelnen, die überraschen und interessante Wege und Wendungen einschlagen, der Brief und auch die Musik sind da eher der Aufhänger für die Geschichte.

Toll fand ich wieder mal den Schreibstil, der charmant und ironisch, schelmisch und einfach sehr französisch ist – das muss man mögen. Ich gehöre zu denen, die französische Romane und ihre ganz eigene Atmosphäre lieben – und so habe ich mich auch hier wieder sehr wohl gefühlt. Die eine oder andere Länge konnte ich so dann doch verschmerzen, insgesamt gebe ich daher 3,5 von 5 Sternen.
Mein Fazit
Der Klappentext hat mich ein wenig in die Irre geführt, denn es ist nicht die Musik, die im Mittelpunkt der Geschichte steht – es sind vielmehr verschiedene ehemalige Bandmitglieder, die man begleitet und die in ihrer Vielfältigkeit fast schon ein gesellschaftliches Spiegelbild darstellen. Anfangs verwirren die verschiedenen Erzählstränge, am Ende laufen sie aber doch zusammen und der Leser wird durch ein tolles Finale überrascht. Mich hat vor allem der Schreibstil wieder überzeugt, die Geschichte selber erst auf den letzten 100 Seiten – daher gebe ich 3,5 von 5 Sternen.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

afrika, geheimnisse, 1930er, mennen, 30er jahre

Ellas Geheimnis

Patricia Mennen
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.07.2017
ISBN 9783734100185
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mich hat der Klappentext neugierig gemacht und ich wurde von dieser Geschichte nicht enttäuscht – ganz sicher wird dies nicht das letzte Buch von Patricia Mennen gewesen sein, das ich lese!

Es gibt zwei Erzählstränge, die in den Jahren 1899 und 1937 beginnen. Im Jahr 1899 ist Luise die Protagonistin, die ihre Erlebnisse ihrem Tagebuch anvertraut, im Jahr 1937 ist es Henny, die der Leser durch die kommenden schweren Jahre begleitet. Am Anfang ahnt man nicht, wie die beiden Handlungsstränge zusammenhängen, aber nach und nach greifen sie ineinander, um am Ende zu einem Hauptstrang zu werden, in dem alles miteinander verwoben ist.

Ich habe mich in beiden Zeiten sehr wohl gefühlt – Luise war mir von Anfang an sympathisch. Sie hat ein großes Herz und ist dabei eine sehr patente Frau, sie wagt auch schon mal was, auch wenn sie dabei mal auf die Nase fällt – dann steht sie wieder auf und macht weiter. Ich habe sie gerne begleitet und mit ihr gefiebert und gelitten – denn sie macht einiges durch und hat es nicht immer einfach. Aber auch Henny ist ein sympathischer Charakter und auch sie macht eine tolle Entwicklung durch – gerade die schwierige Zeit prägen sie, ihre Familie und ihre Freundschaften, doch mehr will ich dazu gar nicht verraten.

Die Charaktere sind wirklich gut gezeichnet, nicht nur die von Luise und Henny, auch die ihrer Ehemänner und ihrer Freunde. Sie haben alle eine eigene Geschichte, die man ganz nebenbei erfährt und alle machen interessante Entwicklungen durch. Es gibt nicht einfach nur die Guten oder die Bösen – wie im richtigen Leben, hat jeder Ecken und Kanten. Das macht sie so authentisch und glaubwürdig.

Die Geschichte wird eher ruhig erzählt und gerade zu Anfang geht es sehr gemächlich zu. Trotzdem hatten beide Erzählstränge einen ganz eigenen Sog, so dass ich immer weiterlesen wollte. Im Verlauf war ich immer mehr gefesselt, obwohl das Erzähltempo weiter eher ruhig bleibt – erst am Ende überschlagen sich die Geschehnisse und hier hat mich dann leider nicht alles überzeugen können; gerade das Geheimnis um Ella und dessen Auflösung hat mich ein wenig enttäuscht. Sehr interessant fand ich dagegen die politische Situation und die Auswirkungen auf die Bevölkerung – das steht zwar nicht im Mittelpunkt der Geschichte, hat mich aber dennoch gepackt.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich gut und flüssig lesen – er schafft es, die unterschiedlichen Stimmungen einzufangen, so dass ich in beide Erzählstränge richtig abtauchen konnte. In Deutschland war es die bedrückende Atmosphäre durch Hitlers Machtergreifung, in Afrika die für uns ungewöhnlichen Kulturen und Lebensweisen anderer Völker, in die ich eingetaucht bin.

Mich hat dieses Buch wirklich sehr gut unterhalten, auch wenn es eine eher ruhige Geschichte ist – ich bin abgetaucht und war gefesselt und gebe daher gerne 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine schöne Geschichte, die auf zwei Zeitebenen beginnt, die dann aber nach und nach zusammenlaufen und geschickt miteinander verknüpft werden. Die verschiedenen Charaktere sind alle gut gezeichnet, und gerade die Protagonistinnen in den beiden Erzählsträngen waren mir von Anfang an sympathisch, so dass ich mit ihnen gefiebert und gelitten habe. Durch den angenehmen Schreibstil fliegen die Seiten rasch dahin, und auch wenn die Geschichte eher eine ruhige ist, vermag sie doch zu fesseln und zu packen – lediglich am Ende haben sich die Ereignisse etwas überschlagen und mich leider auch nicht überzeugen können. Trotzdem hatte ich schöne Lesesunden und gebe daher gerne 4 von 5 Sternen.

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95 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

niederlande, malerei, delft, pest, porzellan

Nachtblau

Simone van der Vlugt , Eva Schweikart
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.07.2017
ISBN 9783959671064
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich habe schon einige historische Romane von der Autorin gelesen und war deshalb neugierig auf ihr neues Buch – und ich wurde nicht enttäuscht, vielmehr hineingesogen in eine andere Zeit und Welt, nämlich in die Niederlande, Ende des 17. Jahrhunderts.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Catrijn, die als Ich-Erzählerin die Ereignisse über einen Zeitraum von ca. 2 Jahren erzählt. Sie wurde jung verheiratet, ebenso jung wurde sie aber auch Witwe – für sie eine Chance, das elterliche Dorf zu verlassen und nach Amsterdam zu gehen. Zunächst findet sie eine Anstellung als Haushälterin, dann aber holt sie ihre Vergangenheit ein, und Catrijn ist in Amsterdam nicht mehr sicher. Erneut macht sie sich auf den Weg.

Von der ersten Seite an war ich gefesselt von der Geschichte, die ein wenig geheimnisvoll beginnt und die mich sofort in ihren Bann gesogen hat. Ich fühlte mich versetzt nach Holland, ins 17. Jahrhundert, so gefangen war ich von der Erzählweise der Autorin. Dabei ist Catrijn eine sehr sympathische Protagonistin, die es nicht leicht hat in ihren jungen Jahren, dennoch aber nicht so schnell aufgibt und sich dem Leben stellt – für die damalige Zeit sicherlich ungewöhnlich und trotzdem wirkt sie mit ihrer zupackenden und liebevollen Art sehr authentisch. Ich konnte gar nicht anders, als sie sofort ins Herz schließen – und so habe ich sie gerne begleitet, habe mit ihr gefiebert und gelitten, denn es gibt einiges, was sich in dieser Geschichte noch ereignet. Nur wenig war wirklich vorhersehbar, vielmehr gab es viele Überraschungen und ungeahnte Wendungen, die die Geschichte sehr lebhaft haben werden lassen. Ich zumindest konnte das Buch nur schlecht beiseitelegen, so gefesselt war ich von der Handlung.

Der Schreibstil ist eher schlicht, kann aber die Atmosphäre der damaligen Zeit sehr gut einfangen und passt in seiner Schlichtheit auch zur Geschichte. Dabei wirkt er oft kühl und ein wenig distanziert, trotzdem aber habe ich mit Catlijn gefühlt und konnte mich durch die Ich-Erzählweise gut in sie hineinversetzen. Es werden viele Themen angesprochen, es geht um Liebe und Freundschaft, um Betrug und Verlust, um das Delfter Porzellan, aber auch um das Alltagsgeschehen zur damaligen Zeit.

Während die Geschichte am Anfang eher ruhig zugeht, nimmt sie im Laufe des Buches deutlich an Fahrt auf, um dann im letzen Drittel in einem tollen Finale zu münden – kitschig wird es aber nicht, eher der Zeit angemessen und sehr glaubhaft.

Mich hat dieses Buch sehr gut unterhalten und ich bin richtiggehend abgetaucht in eine andere Zeit. Ich gebe dem Buch daher gerne 4,5 von 5 Sternen, und gerade Einsteigern in das historische Genre empfehle ich diese Geschichte gerne weiter.

Mein Fazit
Von der ersten Seite an war ich gefesselt von der Geschichte, die mich in ihren Bann ziehen konnte. Ich habe die sympathische Protagonistin gerne begleitet, und durch ungeahnte Wendungen und Überraschungen ist das Buch auch die ganze Zeit über spannend und fesselnd geblieben. Ich habe mich gerne in diese andere Zeit entführen lassen und gebe dem Buch 4,5 von 5 Sternen.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

türkei, familie, sehnsucht, heimat, gastarbeiterin

Wo noch Licht brennt

Selim Özdogan
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 19.09.2017
ISBN 9783709972991
Genre: Romane

Rezension:

Es ist eine besondere Geschichte, die Selim Özdogan hier erzählt – und auch wenn es der Abschluss einer dreiteiligen Reihe ist, kann man sie gut ohne Vorwissen der anderen beiden Bücher lesen und genießen.

Es ist eine Familiengeschichte, in deren Mittelpunkt Gül steht. Sie verlässt ein zweites Mal ihre Heimat Anatolien, um bei ihrem Mann Fuat in Deutschland zu leben – doch die Umstände führen dazu, dass sie sich weder hier noch dort wirklich wohl fühlt und sie sich so ständig auf der Suche nach sich selbst befindet.

Es ist eindrucksvoll, wie der Autor die Gefühle und Gedanken einer türkischen Frau in Deutschland eingefangen hat und für mich steht Gül für eine ganze Generation und Kultur. Immer eher im Hintergrund und selten wirklich ihre eigene Meinung sagend, erduldet Gül vieles, wehrt sich nur selten und schluckt vieles runter – sicherlich spielt da ihre Persönlichkeit eine große Rolle, trotzdem aber erkennt man in ihr auch eine eigene Generation und die den Deutschen oft fremde Kultur.

Gül ist eine liebenswerte Frau, die ein großes Herz hat, aber dennoch immer still und leise wirkt, nur selten aus sich herausgeht – mir war sie an vielen Stellen zu still und zu rücksichtsvoll und manches Mal hätte ich sie gerne geschüttelt, dass sie was sagt und nicht einfach nur ihr Leid erträgt. Der Leser erhält viele Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt, bei einigen anderen Figuren hätte ich mir das auch gewünscht. Zwar sind auch sie gut gezeichnet, bleiben aber hinter Gül eher blass und erwecken manchmal den Eindruck, ein Klischee zu erfüllen.

Beeindruckt haben mich die Sprache und der Stil, mit dem die Geschichte erzählt wird. Die Atmosphäre ist sehr dicht, fast durchweg melancholisch und bedrückend – an manchen Passagen konnte ich das kaum aushalten, weil es so wenig Freude und Glück in Güls Leben gibt und ich wirklich mit ihr gelitten und gefühlt habe. Erst ganz zum Schluss hatte ich das Gefühl, dass auch ein bisschen Sonnenschein in ihr Leben zieht, vorher war es trist, voller Wolken und Dunkelheit. Diese erdrückende Stimmung wurde wirklich fantastisch eingefangen – dabei bleibt der Schreibstil gut zu lesen, auch wenn es manchmal verwirrend war, in welchem Land die Geschichte gerade spielt und wie viel Zeit vergangen ist. Es gibt Zeitsprünge in die Vergangenheit, aber auch nach vorne – und hier wurden oft auch schon mal einige Jahre übersprungen. Zum Glück lösen sich diese Fragen nach wenigen Absätzen auch wieder auf, trotzdem musste ich an vielen Stellen erst kurz innehalten und überlegen, wo und wann die Geschichte gerade spielt.

Das Buch besticht durch seine Sprache und hat interessante Einblicke in das Leben einer türkischen Frau und Familie in Deutschland gegeben – mir war es insgesamt zu düster und melancholisch, etwas mehr Lebensfreude hätte ich mir für Gül gewünscht. Ich gebe dieser Geschichte 3,5 von 5 Sternen und empfehle es allen denen, die sich für andere Kulturen und eine außergewöhnliche Geschichte interessieren.

Mein Fazit
Eine interessante, aber auch bedrückende Geschichte einer türkischen Frau in Deutschland – sprachgewaltig werden die Gedanken und Gefühle der sympathischen, aber sehr in sich gekehrten Protagonistin erzählt. An vielen Stellen war es mir zu bedrückend, und ich hätte mir etwas mehr Lebensfreude gewünscht – trotzdem fesselt das Buch und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Ich gebe ihm 3,5 von 5 Sternen.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

indien, biografischer-roman, esoterik, roman, biografie

Am Ende der Welt ist immer ein Anfang

Maria Blumencron
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Aurum in Kamphausen Media GmbH, 20.03.2017
ISBN 9783958831643
Genre: Biografien

Rezension:

Mir fällt es schwer, meine Meinung zu diesem Buch in Worte zu fassen, weil es ein biographischer Roman ist und mir nicht zusteht, Abschnitte einer Lebensgeschichte zu bewerten. Genau das aber hat mir leider nicht gefallen – vielleicht, weil ich einfach ganz andere Erwartungen hatte.

Ich dachte, eine Geschichte zu bekommen, die mich zum Nachdenken anregt, die auch noch nach Beenden bei mir nachhallt – beides ist leider nicht eingetreten. Mich hat die Autorin bei der Suche nach sich selbst leider nicht richtig mitreißen können. Dabei hat sie Spannendes und Interessantes erlebt, das meiste aber nur oberflächlich angesprochen und dann auch wieder fallengelassen.

Die Geschichte spielt lange Zeit in Deutschland, bevor Maria sich dann nach Indien aufmacht – aber auch dort findet sie nicht zu sich selber, und es braucht noch einige Zeit, bis sie endlich in Frankreich mit sich selbst ins Reine und endlich auch zur Ruhe kommt.

Es werden viele Themen in dem Buch angerissen – es geht um Beziehungen und Liebe, um Familie und Freunde, um Religion und Spiritualität, aber auch um Verletzung und Trennung, um Verlust und vertane Chancen. Im Mittelpunkt steht natürlich Maria und ihre Suche nach sich selbst.

Maria ist ein lebendiger und sympathischer Mensch. Sie ist begeisterungsfähig und offen für neues – am augenscheinlichsten jedoch ist ihre Ruhelosigkeit. Maria kann Momente nicht einfach nur genießen, immer ist sie in Bewegung, wenn nicht körperlich, so doch zumindest in Gedanken – und das war beim Lesen echt anstrengend. Ich hätte gerne ein paar Momente zum Luftholen gehabt, hätte gerne die verschiedenen, sicherlich sehr ansprechenden Handlungsorte besser kennengelernt, doch leider ist Maria so ruhelos, dass einfach keine Möglichkeit zum Innehalten geblieben ist. Ich fühlte mich beim Lesen gehetzt und habe Ruhe und Einkehr schmerzlich vermisst. Aber so sind Marias Erfahrungen gewesen, deshalb will ich das gar nicht bewerten – dennoch habe ich mich mit ihr wirklich schwer getan, obwohl sie ein liebenswerter Mensch ist.

Auch nicht gefallen hat mir der Schreibstil – er ist lebendig und auch gut zu lesen; aber an vielen Stellen sehr humoristisch und erinnert an Chicklit-Romane – und das passt für mich überhaupt nicht zu den Themen des Buches. Durch diesen lockeren Schreibstil und die betont lustig erzählten Erlebnisse, wird dem Ganzen der Ernst genommen und an einigen Stellen war ich mir nicht sicher, ob Maria es mit ihr Suche nach ihrem Innersten wirklich ernst meint.

Mich hat diese Geschichte leider nicht richtig fesseln können – zu ruhe- und rastlos war mir die Protagonistin und zu humoristisch der Erzählstil. Dabei gab es einige sehr interessante Passagen, in die ich gerne tiefer eingestiegen wäre, leider aber wurde das Meiste nur angerissen und dann wieder fallengelassen. Schade – vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch. So aber kann ich dem Buch leider nur 3 von 5 Sternen geben.

Mein Fazit
Ein biographischer Roman, der von der Suche der Autorin nach sich selbst erzählt und den Leser nach Deutschland, Indien und nach Frankreich entführt. Viele interessante Themen werden angerissen, die meisten aber leider nur oberflächlich behandelt. De Schreibstil ist locker-leicht, eher humoristisch und hat für mich nicht zu den ersten Themen gepasst – schade; ich hatte gedacht, ein Buch zu erhalten, das nachhallt und mich zum Nachdenken bringt. Dem war leider nicht so, so dass ich leider nur 3 von 5 Sternen vergeben kann.

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120 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

mittelalter, historischer roman, barbarossa, sabine ebert, schwert und krone

Schwert und Krone - Meister der Täuschung

Sabine Ebert
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.03.2017
ISBN 9783426654125
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich war sehr neugierig auf diesen historischen Roman, in dem man Einblick in die deutsche Geschichte Anfang des 12. Jahrhunderts erhält, leider aber wurde ich ein wenig enttäuscht, denn der Roman ist zwar hervorragend recherchiert, aber mir fehlte eine fesselnde fiktive Rahmenhandlung neben all den historischen Details.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven – es gibt viele vor allem auch historische Persönlichkeiten, die hier zu Wort kommen und so gibt es viele parallel verlaufende Handlungsstränge, die auch an unterschiedlichen Orten spielen. Vor jedem Kapitel wird kurz gesagt, um wen es auf den folgenden Seiten gehen wird, so dass man das Erzählte besser einordnen kann. Trotzdem war ich anfangs froh um das vorangehende Personenverzeichnis und die angehangenen Stammtafeln, wo ich mal eben nachschauen konnte, wie die Beziehungen der verschiedenen Figuren zueinander sind. Denn es hat schon seine Zeit gedauert, bis ich die Figuren zuordnen konnte, und bei all dem Verrat und Betrug, Kriegen und Intrigen muss man schon aufpassen, wie die Fronten gerade stehen. Auf der einen Seite war das sehr interessant und man merkt, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat, auf der anderen Seite hat es sich an vielen Stellen doch eher wie ein Geschichtsbuch lesen lassen. Zwar gibt es eine fiktive Geschichte um den Spielmann Lukian, die mir auch gut gefallen hat, ich hätte mir aber viel mehr Kapitel mit ihm und um seine Geschichte herum gewünscht.

Es ist ja immer schwer, historische Persönlichkeiten als Romanfiguren zu zeichnen, ich finde aber, das ist der Autorin gut gelungen. Für mich wirkten die Charaktere alle sehr lebendig und glaubhaft in ihren Handlungen, richtig mitgefiebert habe ich aber nicht mit ihnen. Richtig ans Herz gewachsen ist mir wieder nur Lukian, den ich sehr liebenswert fand und der mir in seiner gefährlichen Rolle sehr leid getan hat.

Der Schreibstil ist angenehm, hat mich abtauchen lassen in die damalige Zeit und konnte auch die Atmosphäre einfangen – dabei bleibt er aber angenehm zu lesen und ist durch viele Dialoge sehr lebendig. Nur Spannung ist leider nicht aufgekommen, obwohl das politische Hin und Her da sicherlich viel Potential gehabt hätte. So konnte ich das Buch wirklich gut beiseitelegen und hatte nicht das Bedürfnis, unbedingt weiter lesen zu müssen. Insgesamt kann ich die Geschichte aber all denen empfehlen, die sich einmal in die deutsche Geschichte vertiefen wollen – mich hat das Buch leider nicht so sehr unterhalten, so dass ich knappe 3 von 5 Sternen vergebe.

Mein Fazit
Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut und in der Tat ist die Geschichte sehr gut recherchiert, mir aber hat eine fesselnde fiktive Handlung gefehlt – so haben sich viele Abschnitte eher wie ein Geschichtsbuch als wie ein Roman lesen lassen und Spannung ist kaum aufgekommen. Dafür aber gab es viele Einblicke in die Intrigen der damaligen Zeit. Auch wenn sich das Buch hat gut und flüssig lesen lassen, konnte es mich leider nicht richtig fesseln, so dass ich knappe 3 von 5 Sternen vergebe.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

blind, blindheit, nadys-buecherwelt, gefühlsvoll, liebesroman

Das warme Licht des Morgens

Franziska Fischer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 03.04.2017
ISBN 9783426305478
Genre: Romane

Rezension:

Eine sehr berührende Geschichte, die ich hinter Cover und Klappentext gar nicht vermutet hätte - sie macht nachdenklich und traurig, spendet aber auch Hoffnung und macht Mut.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Levi - er hat bei der Rettung eines Kindes aus einem Feuer sein Augenlicht verloren; und damit auch jeden Lebensmut. Er vergräbt sich in seiner Wohnung und lässt das Leben an sich vorüberziehen – nur Rea, eine neue Kellnerin in einem Café, das er zum Frühstücken nutzt, findet einen Weg zu Levi und zeigt ihm, dass das Leben auch ohne Augenlicht lebenswert und prächtig ist.

Die Geschichte ist eine ruhige, dafür aber eine sehr emotionale und berührende. Von der ersten Seite an habe ich mit Levi gelitten und obwohl es schwer ist, sich in einen gerade Erblindeten hineinzuversetzen, habe ich doch seine Verzweiflung und Not gespürt. So ist die Stimmung im Buch gerade zu Beginn sehr traurig und melancholisch, damit aber wird die Geschichte auch sehr authentisch und glaubhaft. Erst im letzten Drittel wandelt sich die Atmosphäre, doch es ist ein langer und schwieriger Weg, den Levi durchmacht – es sind oft nur kleine Momente, die Hoffnung geben, doch nach und nach ändert sich die Stimmung im Buch; auch als Leser fasst man wieder Hoffnung und schöpft Mut aus dieser wirklich berührenden Geschichte.

Es gibt nur wenige Charaktere, diese sind aber sehr gut gezeichnet. Gerade Levi mit seinen Gedanken und Gefühlen hat mir sehr gut gefallen – auch wenn ich mich nur schwer in ihn hineinversetzen konnte und ihn oft auch nicht verstanden habe. Trotzdem war er mir sehr nahe und ich habe wirklich mit ihm gelitten und gefühlt. Gerade auch Rea ist ein sehr interessanter Charakter – sie ist ein wenig geheimnisvoll, weil man nicht so recht versteht, warum sie sich um Levi kümmert. Dabei mochte ich ihre bedachte und ruhige Art und ihr Vermögen, Levi aus der Reserve zu locken. Dass sie dabei auch verletzlich ist und sich das eine oder andere Mal zurückzieht, macht sie nicht nur noch sympathischer, sondern ihre Figur auch sehr glaubhaft.

Der Schreibstil ist atmosphärisch dicht und an vielen Stellen auch voller Poesie. Dabei ist er aber flüssig zu lesen, so dass die Seiten rasch dahinfliegen – mir hat vor allem die Stimmung gefallen, die die Autorin mit ihren Worten einfängt und schafft; und auch wenn sie oft traurig ist, habe ich das Buch am Ende doch mit einem wohligen Gefühl im Bauch zugeschlagen.

Mir hat diese Geschichte wirklich sehr gut gefallen, und ich werde mich nach weiteren Büchern der Autorin umschauen – diesem gebe ich gerne 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine über lange Zeit eher melancholische Geschichte, die am Ende aber doch Mut macht und Hoffnung spendet – vor allem die Atmosphäre ist wunderbar eingefangen, so dass ich mich ihr kaum entziehen konnte. Ich habe mit den Protagonisten gelitten und war von der Geschichte sehr berührt – der angenehme und poetische Schreibstil hat das Seine dazu beigetragen. Ich werde mich auf jeden Fall nach weiteren Büchern der Autorin umschauen und gebe diesem hier 4 von 5 Sternen.

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48 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

köln, birgit jasmund, kölnisch wasser, parfüm, duft

Der Duft des Teufels

Birgit Jasmund
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.07.2017
ISBN 9783746632957
Genre: Historische Romane

Rezension:

Eine Geschichte über das bekannte Kölnisch Wasser, die muss ich als Wahl-Kölnerin natürlich lesen. Und auch wenn meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden, hatte ich doch schöne Lesestunden.

Die Geschichte beginnt zwar dramatisch, weil die Kirche Klein St. Martin geschändet wird, dann aber lässt die Spannung leider auch schon wieder nach. Die Autorin lässt sich Zeit, die verschiedenen Figuren vorzustellen – viel Handlung gibt es im ersten Drittel leider nicht, dafür aber lernt man die Charaktere in ihrem Umfeld kennen und so auch viel über das Leben im historischen Köln im Jahr 1695. Gefallen haben hier mir die Beschreibungen des Stadtbildes, sicherlich auch, weil ich in Köln wohne und so eine konkrete Vorstellung hatte, wo in der Stadt ich mich nun gerade befinde.

Die Charaktere werden nach und nach in die Geschichte eingeführt und in jedem Kapitel steht ein anderer im Mittelpunkt. So erfährt man verschiedene Sichtweisen der Dinge und im weiteren Verlauf dann auch verschiedene Ansichten zu dem, was geschieht. Nach dem ersten Drittel baut sich dann auch langsam wieder Spannung auf, steigt dann auch stetig bis zum klärenden Finale an – das letzte Drittel fand ich dann richtig spannend und konnte hier das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

Die Charaktere sind leider zum Teil etwas blass geblieben und waren insgesamt eher flach und eindimensional gezeichnet, die Guten sind gut und die Bösen böse; Überraschungen hat es da leider nicht gegeben. Kathrina, die unter den Verdacht gerät, mit dem Teufel zusammenzuarbeiten, war mir aber mit ihrer liebenswerten und zuvorkommenden Art sympathisch, so dass ich mit ihr gefiebert habe. Auch ihr Geliebter Daniel, der versucht, den wahren Schuldigen zu finden und so Kathrinas Unschuld zu beweisen, hat ein gutes Herz, und auch ihn habe ich gerne begleitet.

Die Geschichte des Kölnisch Wassers wird eher nebenbei erzählt, im Mittelpunkt steht vor allem die Heimsuchung Kölns durch den Teufel – interessant war hier das Nachwort, durch das man noch einige zusätzliche Information zum bekannten Duftwässerchen erhält.

Der Schreibstil ist leicht zu lesen und sehr flüssig, mir war er an manchen Stellen aber zu modern – immer wieder gab es Worte, bei denen ich mir nicht sicher war, ob es die so im 17. Jahrhundert schon gegeben hat; ein historisches Gefühl hat sich beim Lesen bei mir leider nicht eingestellt.

Trotz meiner Kritik hat mich das Buch aber gut unterhalten – die Spannung baut sich zwar langsam, aber stetig auf, die Charaktere sind sympathisch, so dass ich sie gerne begleitet habe und gerade im letzten Drittel war es dann auch richtig spannend. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Es braucht ein bisschen Zeit, bis die Geschichte spannend wird, dann aber konnte ich das Buch schlecht aus der Hand legen. Neben der Suche nach dem wahren Schuldigen, der die Stadt Köln in Angst und Schrecken versetzt, lernt man auch eine Menge über das historische Köln und sein bekanntes Duftwässerchen. Der Schreibstil ist sehr leicht, so dass sich das Buch locker lesen lässt – mir war er aber ein wenig zu modern und hat so kein richtiges historisches Lesegefühl aufkommen lassen. Trotzdem wurde ich gut unterhalten und gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

glück, kloste, kurzgeschichten, leserunde, erzählungen

Wer verteilt das Glück?

Bastian Aue
Flexibler Einband: 104 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 11.05.2017
ISBN 9781546916208
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Buchtitel hat mich sofort angesprochen und neugierig gemacht und auch wenn es nur eine kurze Erzählung ist, regt sie doch zum Nachdenken an und gibt einigeImpulse.

Als Paul nicht nur seine Frau, sondern auch seinen Job verloren hat, hadert er mit seinem Leben und fragt sich, wer eigentlich das Glück verteilt. Er macht sich auf die Suche und trifft verschiedene Menschen, die sich auf ganz unterschiedliche Weisen mit dem Glück beschäftigen. Doch Pauls Frage lässt sich nicht so leicht beantworten…

Man wird direkt reingeschmissen in das Geschehen und begleitet Paul bei seiner Suche nach dem Glück. Dabei kommt der Autor immer direkt auf den Punkt, redet nicht viel drumherum, sondern beschränkt sich auf das Wesentliche – dabei gibt es schöne Impulse, die den Leser zum Nachdenken anregen. Ganz verschiedene Menschen besucht Paul bei seiner Suche und jeder hat eine ganz eigene Vorstellung, was Glück bedeutet. Erst die Begegnung mit sich selbst bringt Paul dann aber weiter – und dies war für mich dann auch die schönste Begegnung in dieser Erzählung.

Es gibt eben nicht das eine Glück und jeder hat eine eigene Vorstellung. Man kann es nicht erzwingen, aber man kann sich öffnen und dem Glück so eine Chance geben – das erkennt auch Paul und als er es schon gar nicht mehr erwartet, zieht es dann auch plötzlich bei ihm ein.

Auch wenn das Buch nicht viele neue Impulse setzt und eigentlich alles schon bekannt ist, regt es dennoch zum Nachdenken und Besinnen an. Der unverblümte und direkte Schreibstil trifft genau das Wesentliche und hält sich nicht an Belanglosem auf – so ist die Erzählung rasch durchgelesen, hallt aber dann noch einige Zeit nach. Ich gebe 4 von 5 Sternen und werde mir weitere Werke des Autors anschauen.

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70 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

macarons, liebe, paris, cafe, bäckerei

Frühling in Paris

Fiona Blum
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 03.04.2017
ISBN 9783442314577
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe mich sehr gefreut auf das neue Buch von Fiona Blum – und ich wurde nicht enttäuscht: „Frühling in Paris“ ist eine wundervolle Geschichte, die nicht nur berührt, sondern auch Lust macht, sofort nach Paris zu reisen.

Ich habe mich von Anfang an in der Geschichte wohl gefühlt. Fiona Blum begeistert durch ihren poetischen Schreibstil, der eine unglaubliche Atmosphäre schafft und mich nach Paris entführt hat. Er ist angenehm zu lesen, voller Emotion und strahlt nicht nur eine ansteckende Leichtigkeit aus, sondern auch eine berührende Melancholie.

Begeistert haben mich aber auch die Charaktere, die fernab von Stereotypen einfach wunderbar gezeichnet sind. Im Mittelpunkt stehen die Bewohner des Hauses Nummer 5 in der Rue d’Estelle – keiner scheint im Moment mit sich und dem Leben zufrieden zu sein. Die Ballerina Camille kann wegen einer Verletzung nicht mehr tanzen, der alte Jude Isaac empfindet keine Freude mehr in seinem Tabakladen und der Straßenclown Nicolas scheint die Menschen nicht mehr zum Lachen bringen zu können. Als die junge Louise aus London anreist und in die Rue d’Estelle zieht, ändert sich dann auf einmal alles.

Louise ist eine Lebenskünstlerin, auch wenn sie an manchen Stellen sehr naiv wirkt und ich mich manches Mal gewundert habe, wie sie sich durchs Leben schlägt. Mich aber hat sie angesteckt mit ihrer unbekümmerten und offenen Art – sie ist charmant und liebenswert und hat sich schnell einen Platz in meinem Herzen ergattert. Genauso aber die andere Bewohner des Hauses Nummer 5, die man nach und nach kennenlernt. Nicolas wirkt vordergründig lustig und offen, letztlich aber ist er eine verletzte Seele, die viel Traurigkeit in sich trägt. Camille sieht ihren Lebenstraum zerplatzen und muss sich neu in ihrem Leben arrangieren und auch Isaac weiß nicht mehr so recht, wo sein Platz im Leben eigentlich ist. Louise bringt frischen Wind in das Haus schafft es unbewusst, bei allen etwas zu bewegen, etwas zum Klingen zu bringen und sie so aus ihrer Lethargie zu reißen.

Die Geschichte ist einfach wundervoll, bezaubernd erzählt und gerade in der ersten Hälfte voller Poesie – das verliert sich zwar ein bisschen, trotzdem aber konnte mich die Geschichte begeistern. Sie ist so leicht und lebendig und trotz der Melancholie macht sie ein wundervolles Gefühl. An manchen Stellen ist sie vielleicht ein wenig unglaubwürdig, mich hat sie trotzdem begeistern können, so dass ich sie auch in einem Rutsch durchgelesen habe. Wieder ein toller Roman von Fiona Blum, dem ich gute 4 von 5 Sternen vergebe.

Mein Fazit
En wunderschöner Roman, der nach Paris entführt und mit seinen sympathischen und außergewöhnlichen Charakteren besticht. Der Schreibstil ist poetisch, voller Leichtigkeit und schafft eine wunderschöne Atmosphäre – und auch wenn die Geschichte an vielen Stellen ein wenig melancholisch erscheint, macht sie doch ein schönes Lesegefühl. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich gebe gerne gute 4 von 5 Sternen.

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