-sabine-s Bibliothek

434 Bücher, 414 Rezensionen

Zu -sabine-s Profil
Filtern nach
434 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"roman":w=1,"england":w=1,"historischer roman":w=1,"macht":w=1,"intrigen":w=1,"geschwister":w=1,"band 2":w=1,"schwestern":w=1,"fortsetzung":w=1,"königin":w=1,"krone":w=1,"auseinandersetzung":w=1,"tudor":w=1,"tudor-england":w=1,"tudorzeit":w=1

Um Reich und Krone

Philippa Gregory , Anja Schünemann
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 25.09.2018
ISBN 9783499274602
Genre: Historische Romane

Rezension:

Über die drei Grey-Schwestern hatte ich bisher noch nichts gelesen, daher war ich sehr gespannt auf diesen zweiten Band der „Das Erbe der Tudors“-Reihe. Den Einstieg fand ich noch etwas schwierig, nachdem ich mich dann aber bei all den Personen orientiert hatte, war ich gefesselt und habe die Lektüre sehr genossen.

Es gibt drei Teile im Buch und jeder Teil wird aus Sicht einer Schwester geschrieben. Zunächst geht es um Jane, die als sogenannte 9-Tage-Königin bekannt geworden ist. Sie erzählt von ihrem Aufstieg, ihrer Zeit als Königin ihrer Religion und ihrer Gefangenschaft im Tower, bevor sie dann auf dem Schafott landet und hingerichtet wird. Im zweiten Teil steht Katherine im Mittelpunkt, die sich ganz anders als ihre große Schwester nicht der Religion verschrieben hat, sondern frivoler rüberkommt und voller Lebenslust und Energie steckt. Doch ihr Wunsch nach Liebe und ihre heimliche Hochzeit werden ihr zum Verhängnis, und letztlich erwartet sie ein ähnliches Schicksal wie ihre Schwester Jane. Der letzte Abschnitt wird von Mary erzählt, der kleinwüchsigen Schwester, die zwar nur 4 Fuß misst, dafür aber kraftvoll und selbstbewusst rüberkommt. Doch auch sie wird zum Opfer ihrer Liebe und muss ähnlich wie ihre Schwestern lange Zeit in Gefangenschaft verbringen.

So unterschiedlich die Schwestern waren, so unterschiedlich waren auch ihre Geschichten – und doch verbindet sie alle eins, und genau das bringt sie alle drei zu Fall. Es ist die Liebe, der sie sich hingeben, egal ob der weltlichen oder der Liebe zu Gott. Janes Kapitel hatte zugegebenermaßen seine langatmigen Passagen, was aber ihrer langen Haft zu verdanken ist. Dafür aber ist ihre tiefe Religiosität wunderbar dargestellt, und ich bewundere Jane für ihre Standhaftigkeit und ihre Unerschütterlichkeit. Sie war keine sympathische Person, dennoch aber eine, der ich Respekt zolle. Anders war das bei Katherine, die erst im Laufe der Geschichte an Reife gewinnt – dann aber ist auch sie eine gestandene Frau, die für ihre Lebenslust bezahlen muss. Am meisten beeindruckt hat mich Mary, die es als Kleinwüchsige am Hof sicherlich nicht leicht hatte. Dafür besticht sie aber durch ihren wachen Verstand, und auch sie glänzt mit einem sympathischen Selbstvertrauen und lässt sich trotz widriger Umstände nicht unterkriegen.

Letztlich ist die Geschichte eine tragische und die Schwestern Grey hatten kein schönes Leben. Im Buch scheint alles an Elisabeth I. zu liegen, die bei Philippa Gregory nicht gut davonkommt und als verhärmte, neidische und gemeine Königin dargestellt wird. Sie scheint nur sich zu sehen und kann anderen kein Glück gönnen – schon mal gar nicht, wenn es um die wahre Liebe und langersehnte Kinder geht. Sie ist eine unerbittliche Königin und schreckt auch vor Intrigen nicht zurück. Dabei ist es in diesem Roman wenig politisch – vielmehr stehen die emotionalen Beziehungen im Vordergrund, das Weltgeschehen wird erst im letzten Teil von Mary angeschnitten.

Man sollte sich in der englischen Geschichte ein wenig auskennen, um in den vollen Genuss dieses Buches zu kommen. Gerade am Anfang war ich da auch ein wenig verwirrt und oft habe ich in den vorangestellten Stammbäumen der Tudors, Seymours und Dudleys nachgeschaut, wenn ich eine Person nicht zuordnen konnte. Es hat aber nicht lange gedauert und ich war drin in der Geschichte und habe die weitere Lektüre dann auch genossen.

Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen, auch wenn er nicht immer einfach ist – dafür aber hat er die Atmosphäre sowohl der Zeit als auch der verschiedenen Orte sehr gut eingefangen. Und gerade bei den Haftumständen hatte ich viele Bilder vor Augen, so bildgewaltig sind die Beschreibungen.

Ich fühlte mich gut unterhalten und gebe 4,5 von 5 Sternen – einen halben Stern ziehe ich nur ab, weil mir Elisabeth doch zu negativ dargestellt wurde.

Mein Fazit
Ein opulenter Roman über die drei Grey-Schwestern, die – jede in einem eigenen Kapitel – über ihre Leben berichten, die sehr beeinflusst waren von Königin Elisabeths zum Teil sehr willkürlichen Entscheidungen. Die drei Schwestern sind sehr unterschiedlich, und so sind auch ihre Erfahrungen völlig verschieden – auch wenn man letztlich das Gefühl hat, alle drei verbringen einen Großteil ihres Lebens in Gefangenschaft. Ich gebe diesem unterhaltsamen Roman 4,5 von 5 Sternen, der Abzug ist der negativen Darstellung Elisabeths geschuldet, die bei den Schilderungen Philippa Gregorys wirklich zu keinem Zeitpunkt gut wegkommt.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Orpheus

Salih Jamal
Fester Einband: 268 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 17.09.2018
ISBN 9783752822847
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe das Buch vorab schon testlesen dürfen und war deswegen natürlich mächtig stolz. Im Vergleich zur ersten Rohfassung hat sich ene Menge getan, im positiven Sinne – ich habe die Lektüre wirklich genossen; und wer offen ist für einen anderen, besonderen Stil, der sollte sich „Orpheus“ wirklich mal anschauen.

Ich kann gar nicht sagen, in welches Genre ist das Buch stecken würde – es ist eine Mischung aus Roman, Krimi, Charakterstudie und Essay; auf jeden Fall ist es besonders, und gefallen hat mir, dass es im letzten Drittel dann auch richtig spannend wird und ich das Buch nur schlecht aus der Hand legen konnte. Die erste Hälfte dagegen glänzt nicht durch Spannung, sondern durch die Gedanken und die Wortwahl.

Wer schon „Briefe an die grüne Fee“ kennt, weiß um den außergewöhnlichen Schreibstil des Autors, und auch in diesem Buch erkennt man ihn gut wieder. Ich würde den Stil als blumig und lyrisch bezeichnen, dennoch aber auch direkt und auf den Punkt. An manchen Stellen ist er sehr schnörkelig, an anderen wieder eher plump und hart – es ist eine sehr besondere Mischung, die mich völlig eingenommen hat, in die ich abtauchen und in der ich mich suhlen konnte. Auf jeden Fall entsteht so eine besondere Atmosphäre – sie ist dicht und voll durch Beschreibungen und Metaphern; in manchen Passagen war mir das tatsächlich ein wenig zu viel. Es gibt an einigen Stellen viel zu verdauen und viel Stoff zum Nachdenken – nicht, dass die Geschichte schwer ist, aber die vielen Bilder und Metaphern haben mich immer wieder das Buch zuklappen lassen müssen, um sie sacken zu lassen.

Die Idee der Geschichte ist klasse und auch nach Beenden habe ich noch lange drüber nachgedacht. Das Buch heißt nicht umsonst Orpheus, auch wenn es während des Lesens nicht immer offensichtlich war, warum der Titel so gewählt wurde. Am Ende aber gibt dann doch alles einen Sinn und der Kreis schließt sich zu einem runden Ganzen.

Die Charaktere sind alle gut durchdacht und der Autor nimmt sich Zeit, sie nacheinander vorzustellen. Sie sind alle stark und sehr authentisch – immer wieder habe ich mich gefragt, wie viel autobiographisches da drin steckt – denn die Charaktere wirken echt und wie aus dem Leben gegriffen. Stereotype findet man hier nicht, dafür aber richtige Charakterköpfe, die voller Ecken und Kanten stecken und damit unheimlich glaubhaft und lebendig erscheinen.

Mich hat der Autor auch mit diesem Buch wieder packen können – es ist vor allem sein Stil, den ich unheimlich gerne mag; seine Wortgewalt, die Metaphern und diese dichte, einhüllende Atmosphäre machen das Buch zu etwas Besonderem – es ist sicherlich nicht für jeden geeignet und man sollte sich an schönen Stilen erfreuen können, dann aber erhält man eine wirklich berauschende Sammlung von Bildern, Beschreibungen und Handlungen.

Mein Fazit
Man sollte sich eine Leseprobe gönnen, ob man den Stil des Autors mag, denn der ist besonders mit großer Wortgewalt, wunderschönen Bildern, ernüchternden Metaphern und einer unglaublichen Atmosphäre – mag man das, erhält man eine interessante Mischung aus Roman, Charakterstudie und Krimi. An manchen Stellen war mir die Stimmung zu dicht, trotzdem habe ich die Lektüre genossen und empfehle sie auch gerne weiter, wenn man sich mal auf etwas anderes, Neues einlassen möchte.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das Weingut. In stürmischen Zeiten: Das Weingut 1 - Roman

Marie Lacrosse
E-Buch Text: 672 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 23.07.2018
ISBN 9783641226411
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich habe mich sehr gefreut, als die Autorin mich ansprach, ihr neues Buch zu rezensieren, denn ich kenne sie von ihren Mittelalter-Romanen, die ich großartig finde. Diesmal entführt sie uns ins Elsass des 19. Jahrhunderts und damit auch in die Zeit des deutsch-französischen Kriegs. Es ist die Geschichte der Weinhändler-Familie Gerban, die ihren Sitz im elsässischen Weißenburg hat. Und die steht tatsächlich auch Im Mittelpunkt, über das Weingut selbst, die Herstellung des Weins und seinen Verlauf erfährt man leider nur sehr wenig. Dabei hatte ich mich gerade auch darauf gefreut, denn die Kulisse ist für mich neu, und ich hatte gedacht, auch darüber mehr Informationen zu erhalten.

Die Geschichte dreht sich um das Dienstmädchen Irene, das unter merkwürdigen Umständen in das Herrenhaus gelangt und sich schon bald in den Sohn des Weinhändlers verliebt. Ihrer Liebe werden Steine in den Weg gelegt, und unter keinen Umständen soll es zur Hochzeit kommen – und da spielt den beiden nicht nur der Krieg ein Schnippchen.

Es beginnt spannend mit einem Prolog, der 15 Jahre vor der eigentlichen Geschichte spielt und der neugierig macht auf das, was noch kommt. Vieles ist dann leider sehr vorhersehbar und ich hätte mir mehr Überraschungen und unerwartete Wendungen gewünscht, trotzdem sind die Seiten rasch dahingeflogen durch den lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil. Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, wobei Irene immer den Mittelpunkt bildet.

Sie ist eine sympathische Figur, die leider schnell ihre anfangs erfrischende Neugierde und Keckheit verliert, um zu einer devoten Angestellten zu werden. Gemocht habe ich sie trotzdem und gerade in der zweiten Hälfte habe ich auch mit ihr gelitten und gefiebert – denn da wird ihr ganz schön zugesetzt. Denn nicht alle sind ihr wohlgesonnen, gerade in der Familie Gerban gibt es einige, die intrigant und gemein gegen sie vorgehen. Dabei scheinen gerade der Weinhändler Wilhelm, seine Frau Pauline und Tochter Mathilde mehrere Gesichter zu haben, mal erscheinen sie freundlich und nett, dann wieder hinterhältig und gemein. An manchen Stellen fand ich das überzogen und dadurch nicht glaubhaft, auch wie sich die Figuren entwickeln, war mir zu konstruiert. Aber gerade durch dieses Verhalten kommt in der zweiten Hälfte des Buches richtig Fahrt auf. Auch die Entwicklung und wie die Familie miteinander umgeht, fand ich etwas übertrieben, so dass ich den Fortgang der Geschichte leider nicht sehr glaubwürdig fand. Das Ende ist sehr offen gehalten und es gibt keinen richtigen Abschluss der Geschichte – so bin ich natürlich neugierig auf den 2. Band.

Sehr gut recherchiert sind die Erlebnisse während des Krieges – da ist mir wirklich oft ein Schauer über den Rücken gelaufen, so realistisch beschreibt die Autorin das Geschehen an der Front, aber auch im Lazarett. Und auch die Konflikte der Menschen, die in grenznahen Regionen wohnen, sind sehr gut dargestellt, wer früher noch Freund war, wird plötzlich zum Feind. Die politischen Zusammenhänge bleiben da eher im Hintergrund – das hat mich aber nicht weiter gestört.

Insgesamt hat mich der Roman gut unterhalten, auch wenn vieles vorhersehbar war und mancher Charakter etwas stereotyp geraten ist. Ich gebe daher knappe 4 von 5 Sternen und bin schon gespannt auf die Fortsetzung.

Mein Fazit
Die Autorin entführt ins Elsass des 19. Jahrhunderts und greift damit eine interessante Zeit auf. Im Mittelpunkt steht aber eine tragische Liebesgeschichte – vom Leben auf dem Weingut erfährt man leider nur wenig. Insgesamt gibt es wenige Überraschungen, trotzdem wurde ich gut unterhalten und durch den lebendigen Schreibstil in eine andere Zeit entführt. Ich gebe knappe 4 von 5 Sternen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(36)

52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

"genießerdorf":w=4,"maierhofen":w=4,"liebe":w=3,"roman":w=3,"reihe":w=2,"band 4":w=2,"kreta":w=2,"serie":w=1,"liebesroman":w=1,"trennung":w=1,"kochen":w=1,"rezepte":w=1,"sommer":w=1,"gegenwartsliteratur":w=1,"fortstzung":w=1

Spätsommerliebe

Petra Durst-Benning
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.07.2018
ISBN 9783734106378
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wieder nach Maierhofen reisen zu können und all die liebgewonnenen Charaktere wieder zu treffen, war einfach wunderschön. Und auch wenn im Genießerdorf nicht immer alles glatt läuft und der eine oder andere sich in Problemen wälzt, ist die Geschichte doch leicht und locker und sehr unterhaltsam.

Zwar ist das Buch in sich abgeschlossen, dennoch empfehle ich, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen – nur so kann man wirklich mit den Einzelnen fiebern, da man sie ja von Band zu Band immer näher kennen lernt, mit all ihren Ecken und Kanten und natürlich auch guten Seiten.

Diesmal knistert es gewaltig in Maierhofen, nicht nur weil sich die Liebesroman-Autorin Michelle bei Christine eingemietet hat, sondern weil einige der neu gefundenen Paare darum kämpfen, ihre Liebe auch im Alltag zu erhalten. Und das ist nicht immer einfach. Man darf jetzt aber nicht denken, dass es eine schweres, problembehaftetes Buch ist – nein, trotz der vielen Kebbeleien bleibt die Geschichte locker und leicht. Der Autorin gelingt es, durch ihren lebhaften Schreibstil eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Immer wieder gibt es auch Situationen, die mich haben schmunzeln lassen, aber auch solche, in denen ich mich ertappt fühlte, weil ich mich in ihnen wiedererkannt habe. Der Schreibstil ist leicht und locker und lässt sich einfach und flüssig lesen – und so ist das Buch eine wunderbare Lektüre für einen schönen Sommertag.

Die einzelnen Charaktere sind mir noch mal mehr ans Herz gewachsen und immer noch lernt man neue Seiten an ihnen kennen. Schön ist auch die Entwicklung, die sie bis zum mittlerweile vierten Band der Maierhofen-Reihe durchgemacht haben – ich hoffe, dass noch weitere Bände folgen, denn ich tauche gerne ab in das kleine Genießerdorf im Allgäu. Für diese gute Unterhaltung gebe ich 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Man sollte die Vorgängerbände gelesen haben, um in den vollen Genuss dieses 4. Bandes der Maierhofen-Reihe zu kommen – dann kann man so richtig abtauchen in das kleine Genießerdorf mit seinen sympathischen Einwohnern. Auch wenn diesmal der Haussegen bei einigen schief hängt, ist die Geschichte doch leicht und locker und für einen ruhigen Sommertag bestens geeignet. Ich fühlte mich gut unterhalten und gebe 4 von 5 Sternen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

"zweiter weltkrieg":w=1,"nachkriegszeit":w=1,"flüchtlinge":w=1,"ostpreußen":w=1,"ohms":w=1

Wie Treibholz im Sturm

Daniela Ohms
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426654316
Genre: Romane

Rezension:

Das neue Buch von Daniela Ohms war anders und hatte nicht so einen starken Sog auf mich wie "Winterhonig", trotzdem aber war die Geschichte eindringlich, dicht erzählt und voller Atmosphäre.

Der Klappentext könnte einen denken lassen, es handelt sich um eine rührige Liebesgeschichte im Nachkriegsdeutschland, doch ich habe das ganz anders empfunden. Ja – es gibt auch eine Liebesgeschichte, aber vielmehr steht für mich die Frage der Schuld im Mittelpunkt. Wer hat Schuld am ganzen Kriegsgeschehen, am Leid, das gerade an der Front unbeschreiblich ist, in den Lazaretten, aber auch bei den Hinterbliebenen, die in Schutt und Asche um ihr Leben kämpfen, Hungersnöte und Kälte zu überstehen versuchen; ist mal als Mitläufer nicht auch schuldig oder kann man sich darauf zurückziehen, nur Befehlen gefolgt zu sein; jeder geht anders mit seinem Erlebten um, den einen zerfrisst die Schuld, andere überspielen sie mit bitteren Scherzen, wieder andere schweigen sich aus und versuchen zu vergessen.

Neben Hannah, die nach Schleswig-Holstein auf einen Gutshof evakuiert wurde, nachdem sie ihre ganze Familie verloren hat, stehen im Mittelpunkt noch drei Soldaten, mit denen sie sich eine kleine Dachkammer teilt. Nach anfänglichem Misstrauen und Unsicherheit, entwickelt sich zwischen den ungleichen Menschen langsam so etwas wie Freundschaft, bis sie alle von ihren unterschiedlichen Vergangenheiten eingeholt werden.

Die Geschichte ist sehr ruhig und obwohl es doch viel Schreckliches zu berichten gibt, bleibt die Erzählung leise, dafür aber umso eindringlicher. Sie gibt erschreckende Einblicke in die Nachkriegszeit, was die überlebende Bevölkerung durchmachen musste, wie sie um ihr Überleben hart kämpften. Nur langsam hat sich eine subtile Spannung aufgebaut, und ich muss gestehen, dass mir gerade die erste Hälfte des Buches doch ein wenig zu ruhig war. Dabei sind die Charaktere wirklich großartig gezeichnet – sehr differenziert und fernab jeglicher Klischees, mit Ecken und Kanten, so dass sie sehr authentisch wirkten.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, hauptsächlich steht dabei Hannah im Mittelpunkt. Es gibt aber immer wieder auch Abschnitte, in denen in die Vergangenheit geblickt wird, was einzelne Soldaten im Krieg an der Front erlebt haben; außerdem gibt es Tagebucheinträge, die das Geschehen nochmal aus einer anderen Sicht erzählen. So erhält man als Leser nach und nach ein umfassendes Bild – doch trotz des umfassendes Blicks auf die Dinge steht es mir nicht zu, ein Verhalten zu bewerten oder gar ein „Urteil“ zu fällen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, sehr dicht und voller Atmosphäre. An manchen Stellen war mir die Erzählweise ein wenig zu langatmig, trotzdem waren die Beschreibungen fantastisch und authentisch und vor meinen Augen sind viele Bilder entstanden – jetzt habe ich ein sehr konkretes Bild vom Nachkriegsdeutschland vor Augen.

Im Nachwort geht die Autorin auf die Idee zu diesem Roman ein – und interessant finde ich die Parallele zu den aktuellen Flüchtlingsproblemen. Insgesamt ist auch dieses Buch wieder sehr gelungen, auch wenn es mir trotz aller Eindringlichkeit und Atmosphäre an manchen Stellen zu ruhig und langatmig war. Ich gebe 4 von 5 Sternen und empfehle es allen, die sich für diesen Zeitabschnitt Deutschlands interessieren.

Mein Fazit
Eine eindringlich und dicht erzählte Geschichte, die ein sehr gutes Bild des Nachkriegsdeutschlands zeichnet; dabei steht die Liebesgeschichte gar nicht so sehr im Vordergrund, vielmehr die Schuldfrage der Soldaten, aber auch die der Hinterbliebenen. Nachdem mir die erste Hälfte ein wenig zu ruhig war, baut sich in der zweiten dann eine subtile Spannung auf – und ab da habe ich mich auch angekommen im Buch gefühlt. Ich gebe 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch auf jeden Fall an Interessierte weiter.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(64)

112 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

"berlin":w=3,"gefängnis":w=1,"arzt":w=1,"teil 1":w=1,"ausbildung":w=1,"brandenburg":w=1,"berli":w=1,"gleichberechtigung":w=1,"siegfried":w=1,"medizingeschichte":w=1,"ärzti":w=1,"ricarda":w=1,"1876":w=1,"starke frauenfiguren":w=1,"florentine":w=1

Die Ärztin - Das Licht der Welt

Helene Sommerfeld
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.04.2018
ISBN 9783499273995
Genre: Historische Romane

Rezension:

Helene Sommerfeld ist ein Pseudonym, und dahinter verbirgt sich ein Autorenduo, das schon viele andere historische Romane geschrieben hat. Die Geschichte ist nicht nur gut recherchiert, sondern auch sehr lebendig erzählt. Kurzum - ich hatte großen Spaß beim Lesen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ricarda, die der Leser im 19. Jh. begleitet, von der Kindheit bis zum jungen Erwachsenenalter. Dabei erhält man nicht zu nur viele Einblicke in die damalige Zeit, die Lebensumstände verschiedener sozialer Schichten und deren Alltag, sondern auch zur Stellung der Frau in der Gesellschaft und speziell auch in der Medizin. Ricarda ist eine sympathische Protagonistin, die ich von Beginn an ins Herz geschlossen habe. Sie ist eine sehr herzliche Person, die sich gerne für die Menschen einsetzt. Sie brennt für die Medizin, und das schon fast bis zur Selbstaufgabe. Zum Glück kriegt sie immer wieder doch noch die Kurve und geht nicht vor lauter Arbeit und Engagement unter. Aber nicht nur Ricarda ist eine sehr gut gestaltete Figur, auch die anderen Charaktere haben mir gut gefallen. Bei jedem hatte ich ein genaues Bild vor Augen, so gut sind die Figuren gestaltet. Sie sind wunderbar beschreiben, haben eine eigene Geschichte und sind einfach sehr lebendig. Sie sind auch nicht einfach nur gut oder schlecht, sondern jeder hat gute wie auch schlechte Seiten.

Langweilig wird es in der Geschichte nie, dafür passiert einfach zu viel, ohne dass es aber zu rasant wird. Es gibt immer wieder Wendungen und unerwartete Ereignisse, die nicht nur kurzweilig zu lesen sind, sondern auch die Spannung erhöhen. Dass die Medizin dabei im Mittelpunkt steht, kann man sich sicherlich denken – zu medizinisch wird es aber nicht und auch auf abstoßende Beschreibungen hat die Autorin verzichtet. Also auch mit einem empfindlicheren Seelchen kann man sehr gut in diese Geschichte abtauchen und muss keine Angst vor blutigen Beschreibungen haben.

Es ist ein angenehmes Tempo, mit dem die Autorin den Leser durch die Geschichte führt. Lediglich am Ende gibt es eine Wendung, die mir gar nicht gefallen hat, die aber die Geschichte in eine bestimmte Richtung bringt, die anders nicht gelungen wäre. Mehr kann ich leider nicht dazu sagen, denn dann würde ich spoilern – wer das Buch aber gelesen hat, der weiß sicher, was ich meine. Auch wenn diese Wendung notwendig war, um die Geschichte den bestimmten Weg einschlagen zu lassen, hat sie mir nicht gefallen.

Dass es nicht langweilig wurde, liegt aber auch an dem lebendigen Schreibstil. Er ist nicht nur angenehm zu lesen, sondern lässt die Personen zum Leben erwachen – ich zumindest fühlte mich als Teil der Geschichte. Dabei schafft die Autorin eine unglaubliche Atmosphäre die auch zur Zeit, in der die Geschichte spielt, passt.

Nicht so gelungen fand ich dagegen das Ende - streng genommen gibt es gar keines, denn die Geschichte hört einfach mittendrin auf. Zum Glück erscheint der Folgeband schon bald, so dass die Wartezeit nicht zu lange wird. Insgesamt hatte ich aber wirklich schöne Lesestunden und gebe daher gute 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine wirklich schöne Geschichte, die hier erzählt wird in einem angenehmen Tempo, so dass es nie langweilig wird, aber auch nicht zu rasant. Der Schreibstil ist sehr lebendig, so dass ich richtig in die Geschichte abgetaucht bin. Die sympathische Protagonistin hat es mir zudem noch mal leichter gemacht. Lediglich das Ende hat mir nicht gefallen – einfach weil es keines ist und die Geschichte einfach mittendrin aufhört; aber zum Glück erscheint der Folgeband ja schon bald.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(64)

95 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

"liebe":w=4,"haie":w=4,"shark club":w=3,"vergangenheit":w=2,"trauer":w=2,"sommer":w=2,"florida":w=2,"ann kidd taylor":w=2,"familie":w=1,"tod":w=1,"liebesroman":w=1,"meer":w=1,"lovestory":w=1,"umwelt":w=1,"tierschutz":w=1

Shark Club – Eine Liebe so ewig wie das Meer

Ann Kidd Taylor , Ivana Marinovic
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.04.2018
ISBN 9783328102373
Genre: Liebesromane

Rezension:

Vom Cover her dachte ich, es wäre eine einfache Liebesgeschichte; aber hinter dem sommerlichen, farbenfrohen Buchdeckel verbirgt sich noch viel mehr. Die Tochter von Sue Monk Kidd hat in ihrem Debütroman viel Schreibtalent bewiesen – trotzdem hat sie mich nicht ganz überzeugen können.

Es ist vor allem der Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat und der eine ganz besondere Atmosphäre entstehen lässt. Er ist leicht zu lesen, voller Poesie und Wärme, voller Liebe zu dem, was sie gerade beschreibt, insbesondere, wenn es um die Tiere geht. Und die spielen in der Geschichte eine große Rolle – nicht so sehr, dass sie die Handlung vorantreiben, sondern eher, weil man die Leidenschaft der Autorin für das Meer und deren Bewohner bemerkt. Mir war das an einigen Stellen zu viel der ausführlichen Beschreibungen, und ich hätte sie in dieser Detailverliebtheit nicht gebraucht. Sicher aber werden viele genau das mögen – und zugegeben gibt das auch Möglichkeit, in eine andere Welt abzutauchen.

Lieber wäre mit diese Intensität bei der Charaktergestaltung gewesen. Es gibt einige Figuren, die in der Geschichte auftauchen, doch leider bleiben sie oft nur flach angelegt, obwohl es doch viel Potential gäbe, sie mehr auszuarbeiten. Zwar hat jeder eine eigene Geschichte, die wird aber immer nur kurz umrissen – da hätte ich mir mehr Tiefe und Ausführlichkeit gewünscht. Denn an Ideen mangelt es der Autorin nicht. Es gibt viele verschiedene Themen, die angeschnitten werden, vielleicht sind manche etwas klischeehaft, dennoch aber bieten sie Stoff für eine schöne Geschichte. Es geht um Liebe und Freundschaft, um Vertrauen und Verlust, um Engagement und Lebensaufgaben. Und mit dem gefühlvollen Schreibstil hätten manche Themen noch mehr gewinnen können, wenn sie ausführlicher auf sie eingegangen wäre.

Die Geschichte selber ist leider doch eher eine klassische Dreiecksgeschichte – und die hat mich leider nicht fesseln können. Es ist lediglich dem Stil zu verdanken, dass ich beim Lesen dann doch auch meine Freunde hatte, denn hineinversetzen in die Taten und Gedanken der Protagonistin konnte ich mich nicht – da hat auch nicht geholfen, dass sie als Ich-Erzählerin auftritt und man als Leser ihr ja so sehr nahe ist bzw. sein soll.

Die Autorin hat auf jeden Fall Schreibtalent, die Geschichte selber konnte mich dann leider nicht ganz überzeugen. Da mir aber die Atmosphäre und der Schreibstil so gut gefallen haben, gebe ich 3,5 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Ein wunderbarer Schreibstil voller Poesie und Wärme, eine einnehmende Atmosphäre, die den Leser in warme Gewässer entführt und eine Liebesgeschichte, die leider doch eher einem klassischen Liebesdreieck entspricht – so richtig überzeugen konnte mich die Autorin nicht, trotzdem hat mich die Stimmung im Buch beeindruckt, so dass ich 3,5 von 5 Sternen vergebe.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

"familie":w=1,"vergangenheit":w=1,"freunde":w=1,"familiengeheimnis":w=1,"blum":w=1,"fiona blum":w=1

Das Meer so nah

Fiona Blum
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 23.04.2018
ISBN 9783442314782
Genre: Romane

Rezension:

Die ersten beiden Bücher der Autorin haben mir schon gut gefallen und auch dieses hat meinen Geschmack genau getroffen - Fiona Blum wird langsam zu einer meiner Lieblingsautorinnen.

Es ist vor allem die Atmosphäre, die mich völlig eingenommen hat, diese Mischung aus Hommage an die grüne Insel, Roadmovie und Charakterstudie. Und das Ganze erzählt mit wundervollen Worten, die - ohne schnörkelig zu sein - trotzdem lieblich und herzergreifend sind.

Es gibt mehrere Erzählstränge, die sich immer mal wieder kreuzen, dann aber auch wieder auseinandergehen, dazu auch Rückblicke in die Vergangenheit. Lucy, eine Mathematiklehrerin durch und durch, erfährt durch einen Telefonanruf von ihrem schwerkranken, bis dahin aber nicht bekanntem Vater – sie macht sich auf nach Irland, doch kommt leider zu spät; ihr Vater ist bereits verstorben. Und trotzdem beginnt für die Lucy ein Abenteuer, in dem sie sich selber von einer ganz neuen Seite kennenlernt.

Lucy ist ein skurriler Charakter und vielleicht habe ich sie gerade deswegen auch sofort ins Herz geschlossen. Wirkt sie erst wie eine Mathematikerin, die nur für ihre Zahlen lebt und dadurch sehr spröde und trocken rüberkommt, zeigt sie auf ihrer Reise durch Irland auch noch eine andere Seite – eine liebevolle, berührende und herzliche Art. Und am meisten hat mir gefallen, dass sie sich auf Veränderungen eingelassen hat, sich ihnen stellt und damit einen ganz neuen Lebensabschnitt beginnt.

Aber nicht nur Lucy ist als Figur gut gelungen – in Irland trifft sie auf eine Gruppe alter Freunde ihres Vaters, die alle sehr eigen und schrullig sind – aber sympathisch schrullig und mit dem Herz am rechten Fleck. Nach und nach erfährt man auch von ihnen die jeweiligen Vergangenheiten und kann die eine oder andere Marotte viel besser nachvollziehen. Durch diese Ecken und Kanten wirken sie echt und authentisch – und damit glaubhaft und sympathisch.

Die Geschichte ist – obwohl sie fast einem Roadmovie nahekommt – doch eine ruhige. Und auch wenn es nicht sonderlich spannend ist, entwickelt sie doch eine Sogwirkung, die sich langsam aufbaut, so dass ich im letzten Drittel nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Ich habe mich richtig wohlgefühlt mit den Charakteren, habe die Reise durch Irland mit tollen Beschreibungen richtig genossen und mich der ruhigen und liebevollen Atmosphäre, die im Buch herrscht, hingegeben. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 4 von 5 Sternen. Einen Stern ziehe ich nur ab, weil der Einstieg doch etwas gemächlich war – das hat sich aber zum Glück dann verloren.

Mein Fazit
Eine schöne Geschichte, die den Leser nicht nur in Irland abtauchen lässt, sondern auch wundervolle und gestandene Charaktere bietet, die trotz – oder gerade wegen? – ihrer Ecken und Kanten einfach nur sympathisch sind. Eine tolle Atmosphäre, eine wunderschöne Sprache voller Poesie, die dabei aber keineswegs schnörkelig ist und eine Reise zu sich selbst – zumindest für die Protagonistin. Ich gebe der Geschichte 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch gerne weiter.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

"historischer roman":w=1,"liebesgeschichte":w=1,"trenow":w=1

Das Haus der Seidenblüten

Liz Trenow , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.03.2018
ISBN 9783734104855
Genre: Historische Romane

Rezension:

Vielleicht hatte ich auch einfach zu hohe Erwartungen, nachdem mir das Debut der Autorin so gut gefallen hatte - dieses Buch konnte mich leider nicht überzeugen..
Die Geschichte spielt in London, Mitte des 18. Jahrhunderts. Die junge Anna kommt vom Land in die Stadt, um dort in die Gesellschaft eingeführt zu werden. Doch sie interessiert sich viel mehr für den französischen Seidenweber Henri – aber der entspricht nicht den Vorstellungen der Familie. Doch die Einwanderer haben es nicht leicht in England und bald gerät Henri in Gefahr.
Irgendwie hatte ich gedacht, es wäre nicht eine reine Liebesgeschichte, sondern das Seidenweben und auch die politischen Geschehnisse ständen mehr im Vordergrund. Zwar wurde davon auch berichtet, dennoch war es vor allem Annas Leben in London mit seinen gesellschaftlichen Zwängen, das den Mittelpunkt der Geschichte bildete. Und so waren die ersten 2 Drittel der Geschichte auch sehr langatmig, ich habe alles als reines Geplänkel empfunden, weil einfach nicht viel passierte. Zwar habe ich so noch einmal nette Einblicke in das gesellschaftliche Leben Londons im 18. Jahrhundert erhalten, aber gefesselt war ich davon leider nicht. Erst im letzten Drittel kommt richtig Bewegung in die Geschichte, es wird spannend und damit auch packender – und trotzdem war es auch hier die Liebesgeschichte, die eigentlich der Dreh- und Angelpunkt war. Interessant war dann aber doch die Art und Weise, mit der die Protagonistin Anna ihre Interessen durchsetzt – eigentlich wirkte sie vorher eher zurückhaltend und schüchtern, sehr lieb, aber mit dem Herz am rechten Fleck. Dass sie dann so ganz andere Geschütze auffährt, hätte ich nicht erwartet.
Die Figuren sind gut gezeichnet und gerade Anna und ihr Henri sind beide sympathische Charaktere. Sie hatten jetzt nicht unbedingt große Ecken und Kanten, waren lieb und umgänglich, was sie auch ein wenig langweilig dastehen ließ. Das hat sich erst im letzten Drittel etwas gewandelt, als Bewegung in die Geschichte kommt und die das schon lange vorhersehbare Ende dann auch tatsächlich eintritt.
Der Plot war leider für mich nicht fesselnd, und dass ich drangeblieben bin an der Geschichte lag vor allem auch an dem Schreibstil, der wirklich schön und eingehend ist, angenehm zu lesen, ohne große Schnörkel, dabei aber doch warm und gewinnend.
Leider hat mich das Buch insgesamt nicht überzeugen können, es war nett, aber letztlich nur eine einfach Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund. Ich kann daher leider nur knappe 3 von 5 Sternen vergeben.

Mein Fazit
Leider hat mich dieses Buch enttäuscht – ich dachte, einen komplexen Roman über das Seidenweben und die französische Einwanderer im 18. Jahrhundert in England zu erhalten, letztlich war es aber nur eine einfache Liebesgeschichte. Zwar gab es liebenswerte Charaktere und einen angenehmen Schreibstil, gerade die ersten zwei Drittel fand ich aber sehr langatmig. So kann ich leider nur knappe 3 von 5 Sternen vergeben.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

"prager frühling":w=4,"flucht":w=2,"prag":w=2,"das hungrige krokodil":w=1,"historischer roman":w=1,"neuanfang":w=1,"nachkriegszeit":w=1,"familienroman":w=1,"deutsche autorin":w=1,"1968":w=1,"biografischer roman":w=1,"lebensgeschicht":w=1,"flucht in den westen":w=1,"sandra brökel":w=1,"tschechoslawakei":w=1

Das hungrige Krokodil

Sandra Brökel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Pendragon, 02.02.2018
ISBN 9783865326089
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich bin durch eine Leserunde auf das Buch aufmerksam geworden, das aus alten Aufzeichnungen des Arztes Pavel Vodák entstanden ist, die jahrelang in seiner Arzttasche geschlummert haben. Die Autorin hat sich die Mühe gemacht, alles zu sichten, natürlich auch zu recherchieren und dann einen spannenden und authentischen Familienroman geschrieben.

Die Geschichte Pavels ist spannend und sehr interessant. Ich habe bisher noch nicht viele Bücher gelesen, die in Prag spielen – und so habe ich eine Menge gelernt. Beginnend im Jahr 1939 begleitet man den Kinderarzt und Psychiater bis in die Gegenwart, ins Jahr 1990. Dabei erlebt man mit ihm viele historische Ereignisse – nicht nur den Krieg, auch den Prager Frühling, die Revolution und schließlich Pavels Flucht (keine Sorge, das ist nicht gespoilert, davon erfährt man schon auf den ersten Seiten).

Pavel ist ein interessanter Mensch – und auch wenn man ihn hier nur von einer bestimmten Seite kennenlernt, nämlich einer ernsten, bedachten, kritischen und sorgenvollen, schimmern zwischendurch doch auch sein Humor und seine Lebensfreude hindurch. Er wird sehr authentisch dargestellt, was sicherlich daran liegt, dass es ja seine eigenen Aufzeichnungen sind, mit denen die Autorin gearbeitet hat. Dabei hat sie die Stimmung und Atmosphäre der damaligen, sehr schwierigen Zeit, sehr gut einfangen können. War sie in der Familie meist sehr warmherzig und freundlich, wirkte sie im Land eher unterkühlt und bedrohlich.

Nicht so gefallen haben mir die Zeitsprünge; es wird immer nur von wichtigen Ereignissen oder aber Wendepunkten berichtet; ich hätte es schön gefunden, auch mehr Einblick in die Normalität zu erhalten, das ganz normale Leben – so könnte der Eindruck entstehen, dass immer nur alles schlecht und ernst und bedrohlich war, das wiederum kann ich mir aber nicht vorstellen. Sicher hat die Familie Vodák auch schöne Momente gehabt – doch die haben mir leider ein wenig gefehlt.

Der Schreibstil ist im ersten Teil sehr eindringlich und dicht, so dass ich schnell gefangen war. Im mittleren Teil hat sich das für mich ein wenig verloren, und ich habe ihn als distanziert und fremd empfunden. Das letzte Drittel wird dann wieder packender, und ich fühlte mich mittendrin – auch wenn hier der Stil mit seinen kurzen, abgehakten Sätzen mir nicht zugesagt hat, passte er doch exzellent zur Situation und zu den Ereignissen.

Fand ich den Titel des Buches erst noch etwas befremdlich, hat sich das bald gelegt, denn er wird immer wieder aufgegriffen und bekommt so eine ganz besondere Bedeutung – der Vergleich des hungrigen Krokodils mit der politischen Lage und der Gefahr, die von ihr ausging, passt einfach sehr gut und immer wieder musste ich über diese Analogie nachdenken.

Die Geschichte ist sehr eindrücklich und macht nachdenklich – lediglich im Mittelteil habe ich vor allem des Stils wegen ein bisschen gehadert; dennoch empfehle ich das Buch gerne weiter und gebe 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Aus Aufzeichnungen des Arztes Pavel Vodák ist diese Geschichte entstanden, die sich über einen Zeitraum von gut 50 Jahren zieht und sich viel mit dem Nachkriegsleben in Prag beschäftigt. Ich fand diese Einblicke sehr interessant, nur im Mittelteil habe ich ein wenig mit dem dort eher distanzierten und wenig emotionalen Stil gekämpft – trotzdem empfehle ich das Buch gerne weiter und gebe 4 von 5 Sternen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

60 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

"historischer roman":w=2,"verlag":w=2,"familie":w=1,"20. jahrhundert":w=1,"band 1":w=1,"familiensaga":w=1,"1. weltkrieg":w=1,"oliver":w=1,"goldmann-verlag":w=1,"1.weltkrieg":w=1,"britische autoren":w=1,"vincenzi":w=1,"lady celia lytton":w=1,"leseflop":w=1,"london 1904":w=1

Das Versprechen der Jahre

Penny Vincenzi , Sonja Hauser
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.03.2018
ISBN 9783442486731
Genre: Historische Romane

Rezension:

Genau meins - dachte ich, als ich das Buch in den Verlagsvorschauen enteckte. Ich liebe Familiengeschichten, insbesondere auch, wenn sie im 20. Jahrhundert spielen. Leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt, was aber gar nicht an der Idee der Trilogie lag, sondern eher an der Umsetzung.

Der Einstieg ist mir sehr gut gelungen und man wird als Leser auch direkt ins Geschehen geschmissen. Lady Celia heiratet gegen den Willen der Eltern den Verleger Oliver Lytton – und damit schafft sie nicht nur einen Schritt in eine andere gesellschaftliche Schicht, sondern entdeckt auch ihre Liebe und Leidenschaft für das Verlagswesen. Hat sie anfangs noch Probleme, in der männerdominierten Domäne Fuß zu fassen, ändert sich alles, als der Krieg ausbricht und sie den Verlag vor dem Untergang rettet.

Das Thema Verlagswesen zur Zeit des Krieges hat mir sehr gut gefallen und in der ersten Hälfte ist dies auch tatsächlich ein vorherrschendes Thema. Das dies nicht das einzige Thema bleibt, war mir klar, doch dass sich die Geschichte zunehmend zu einer Soap entwickelt und Liebes-Dreiecksgeschichten in den Vordergrund rücken, damit habe ich nicht gerechnet. Zwar spielt auch der Krieg eine Rolle und die Stellung der Frau in der Gesellschaft, ebenso wie einige historische Ereignisse in die Geschichte verwoben werden, dennoch liegt der Fokus doch mehr und mehr auf der Romanze mit allem hin und her, das eine Dreiecksgeschichte braucht.

Auch mit dem Schreibstil bin ich nicht gut klargekommen – ob es an der Übersetzung liegt oder am Stil selber kann ich nicht sagen. Gewundert hat mich nur, dass jeder Band der Trilogie von einer anderen Übersetzerin bearbeitet wird. Der Stil ist sehr einfach und schlicht – so lässt er sich zwar gut lesen, wirkt aber auch sehr trocken und hat bei mir keine Emotionen erzeugt. Auch die Stimmung und Atmosphäre, die die Zeit ja eigentlich mit sich bringt, konnte ich nicht spüren. Es gibt zudem viele kleine Absätze, in denen auch zwischen den Handlungsorten hin und hergesprungen wurde – vermutlich sollte so die Spannung erhöht werden, bei mir hat das aber leider nicht gut funktioniert.

Die Charaktere waren gelungen, auch wenn manche in ihrer Gestaltung etwas flach wirkten. Trotzdem hat mir die Protagonistin Celia gefallen, weil sie für die Zeit unkonventionell ist und so ihren ganz eigenen Weg durch eine schwierige Zeit geht.

Der Auftakt der Trilogie bietet leichte Unterhaltung, ohne dass ich richtig gefesselt war – leider haben die Versuche, die Spannung aufzubauen und hochzuhalten, bei mir nicht funktioniert. Obwohl ich die Idee des Buches wirklich gut fand, hat mir die Umsetzung nicht so gut gefallen – ich gebe diesem Buch daher 3 von 5 Sternen, bin aber noch unschlüssig, ob ich die Reihe weiter verfolgen soll.

Mein Fazit
Die Idee zu dieser Trilogie hat mir sehr gut gefallen, leider konnte mich der Auftaktband nicht ganz überzeugen. Während die erste Hälfte noch durch interessante Themen und Wendungen punktet, stand mir in der zweiten Hälfte zu sehr eine Liebes-Dreiecksgeschichte im Vordergrund. Auch der Schreibstil ist eher gewöhnungsbedürftig – trotzdem wurde ich gut unterhalten, so dass ich 3 von 5 Sternen gebe, aber noch nicht sicher bin, ob ich die Reihe weiter verfolgen werde.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"sachbuch":w=1,"ratgeber":w=1,"glück":w=1,"zufriedenheit":w=1,"glücklich sein":w=1,"happy":w=1

Happy

Fearne Cotton , Ulrike Kretschmer
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Irisiana, 26.03.2018
ISBN 9783424153347
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wow - das Cover hat mit seinen frohen Farben und dem zwar einfachen, aber genialen Titel sofort angesprochen! Und auch den Klappentext fand ich sehr ansprechend – und wer sich bisher wenig mit dem Thema Happiness, Glück und Zufriedenheit beschäftigt hat, wird mit diesem Buch wahrscheinlich auf seine Kosten kommen. Wer sich allerdings schon Einblicke in das Thema hatte, der wird vermutlich nur wenig neue Anstöße erhalten.

Es ist wirklich die Aufmachung, die mich immer noch überzeugt – nicht nur die frohen Farben, sondern auch die liebevolle Gestaltung im Innenteil mit kleinen Illustrationen, einem ansprechenden, nicht zu überladenen Schriftbild und ermunternden und anregenden Übungsaufgaben. Auch der Schreibstil ist angenehm – die Autorin erzählt von ihrer eigenen Depression, dem schweren Gang durch den langen dunklen Tunnel und was ihr letztlich durch dieses Tief wieder herausgeholfen hat. Sie schreibt lebendig, und dadurch ist der Text nicht nur leicht zu lesen, sondern wirkt auch sehr authentisch.

Mir hat die Autorin ein bisschen zu viel von sich selber geredet – ich hätte mir gewünscht, dass die Praxistipps und Übungen mehr im Vordergrund stehen, dass mehr darauf eingegangen wird. Damit will ich nicht sagen, dass es nur unzureichende Erklärungen gibt, an manchen Stellen wirken sie auf mich aber wie „runtergeleiert“ und damit nicht wirklich motivierend. Auch die Seiten, auf denen man selber etwas eintragen soll, sind wirklich toll gestaltet – aber es gibt sie leider immer nur einmal, so dass der Eindruck entstehen könnte, dass es reicht, die entsprechende Übung auch nur einmal zu machen.

Hat man sich schon mit dem Thema Glück, Zufriedenheit, Resilienz und Gelassenheit beschäftigt, wird man nur wenige neue Impulse entdecken – ist man aber noch ganz unbedarft, gibt es viele schöne Anregungen. Als Weg aus einer Depression finde ich das Buch dagegen nicht hilfreich, erst wenn man sich schon wieder gefangen hat und im „Aufschwung“ ist, kann das Buch motivieren und neue Perspektiven aufzeigen. Mitten in einer Depression glaube ich nicht, dass man sich mit den Themen wirklich sinnvoll auseinandersetzen kann.

Das Glück finden, richtige Entscheidungen treffen, der Umgang mit sich selbst, sich annehmen und lieben, aber auch im Hier und Jetzt leben oder neues ausprobieren sind nur einige Themen, die angesprochen werden – immer mit dem Ziel, das Glück zu finden und das Leben in der Gegenwart zu genießen. Vielleicht bin ich einfach schon zu tief im Thema drin, aber mir hat das Buch keine neuen Aspekte geben können – daher gebe ich 3 von 5 Sternen, und das vor allem wegen der wirklich ansprechenden und motivierenden Aufmachung.

Mein Fazit
Die Aufmachung ist wirklich toll, und ich habe das Buch mit seinen vielen kleinen Illustrationen, der liebevollen Seitengestaltung und der frohen Farben wegen gerne in die Hand genommen – der Inhalt hat mich dagegen nicht überzeugen können; das liegt aber eher daran, dass ich mich mit dem Thema schon beschäftigt habe. Wer da noch ganz unbedarft ist, wird sicher einige interessante Anregungen erhalten und genau diesen Menschen würde ich das Buch auch empfehlen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(74)

131 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

"berlin":w=4,"zweiter weltkrieg":w=4,"kriegsverbrechen":w=4,"nachkriegszeit":w=3,"1949":w=3,"claire winter":w=3,"krimi":w=2,"historischer roman":w=2,"2. weltkrieg":w=2,"spionage":w=2,"familiendrama":w=2,"journalismus":w=2,"vertuschung":w=2,"nazizeit":w=2,"nachkriegsdeutschland":w=2

Die geliehene Schuld

Claire Winter
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Diana, 05.03.2018
ISBN 9783453291942
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte spielt nur über einen kurzen Zeitraum, von August 1948 bis Mai 1949. Zunächst ist man nur in Berlin, bald aber entführt die Autorin den Leser auch nach Köln und Düsseldorf und in weiter entfernte Gefilde. Es sind 4 Hauptfiguren, die im Mittelpunkt stehen. Vera, eine Journalistin in Berlin, die eigentlich nur im Kulturressort arbeitet, verliert plötzlich ihren besten Freund Jonathan durch einen „Unfall“ – Jonathan hat an einer brisanten Geschichte gearbeitet und ihr in einem mysteriösen Brief davon erzählt. Vera glaubt nicht an einen Unfall und recherchiert auf eigene Faust. Und das wird für sie von Tag zu Tag gefährlicher. Im Rheinland lebt Marie - ihr Vater ist im Krieg gefallen, doch näheres gibt ihre Familie nicht preis, so dass sie selber recherchiert und auf Unglaubliches stößt. Bei dieser Suche lernt sie die junge Jüdin Lina kennen und schon bald verbindet die beiden eine ungewöhnliche Freundschaft.

Die Autorin hat nicht nur exzellent recherchiert und ein interessantes Thema aufgegriffen, über das ich in Romanen bisher noch nichts gelesen habe, sondern auch interessante Handlungsstränge entworfen, die zunächst nebeneinander herzulaufen scheinen und sich erst im weiteren Verlauf zu einem Strang verknüpfen. Das besetzte Deutschland ist noch in verschiedene Zonen eingeteilt, eine Verfassung ist noch im Entstehen, die Nürnberger Prozesse versuchen, Gerechtigkeit walten zu lassen und trotzdem gibt es Kriegsverbrecher, die dem System entkommen konnte. Um diese geht es in der Geschichte.

Gerade Vera hat mir sehr gut gefallen – sie ist eine starke Persönlichkeit, die beharrlich an der Sache dranbleibt; und das, obwohl sie viel Angst hat – und das auch mit gutem Grund. Denn mehr als einmal gerät sie in große Gefahr. Trotzdem lässt sie nicht locker und geht jeder Spur nach. In Rückblicken kommt auch Jonathan zu Wort, den ich gleich in mein Herz geschlossen habe und den ich leider auch gleich zu Anfang wieder verloren habe. Bei Marie habe ich richtig mitgelitten – sie ist sehr verletzt und man kann den Schmerz beim Lesen geradezu spüren. Gut, dass sie Lina hat, die sie immer wieder tröstet und ihr gut zuredet. Dabei hat auch Lina einiges zu bewältigen und gerät mehr und mehr in Gefahr. Alle Charaktere sind sehr gut gezeichnet, mit Stärken und Schwächen – so wirken sie sehr authentisch. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven konnte ich mich zudem gut in sie hineinversetzen und ihre Gedanken und Handlungen besser nachvollziehen – und da vor jedem Kapitel steht, um wen es sich gerade dreht, kommt man als Leser auch nicht durcheinander.

Schon der Einstieg in die Geschichte ist gut gelungen und ich habe mich direkt als Teil von ihr gefühlt; die Autorin versteht es, Spannung aufzubauen – und hat diese auch bis zum Schluss gehalten. Dachte ich zunächst, es handelt sich um eine Familien-Nachkriegsgeschichte, entpuppt sich der Roman dann eher zu einem Krimi. Zur Spannung beigetragen hat natürlich auch der Schreibstil, der mich völlig eingenommen hat – angenehm zu lesen und voller Bildgewalt, ohne dass es langatmige Passagen von Beschreibungen gibt; ich hatte viele Bilder im Kopf und konnte die Atmosphäre im Nachkriegsdeutschland geradezu spüren.

Das Buch hat mich wirklich packen können – wegen des interessantes Themas und der spannenden Erzählweise. Ich habe viel Neues erfahren und auch jetzt noch denke ich viel über die Geschichte nach. Trotzdem hat mir irgendetwas gefehlt, um 5 Sterne zu geben – was es ist, kann ich gar nicht richtig in Worte fassen. Aber 4,5 Sterne sind es allemal – und gerne empfehle ich das Buch an alle, die sich für die Nachkriegszeit in Deutschland interessieren.

Mein Fazit
Bisher habe ich nie etwas gelesen über Kriegsverbrecher, die dem System entkommen konnten – und genau darum geht es in diesem Buch, das eher an einen Krimi erinnert denn an einen Roman. Die Autorin hat die Geschichte spannend und fesselnd erzählt und kann die Spannung auch bis zum Schluss halten. Die zunächst parallel verlaufenden Erzählstränge verbinden sich nach und nach und ergeben dann am Ende ein schlüssiges Bild. Gerne habe ich die tollen Charaktere begleitet und gebe 4,5 von 5 Sternen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

"mord":w=1,"thriller":w=1,"mörder":w=1,"leiche":w=1,"coming-of-age":w=1,"bienen":w=1,"krimis & thriller":w=1,"verstummt":w=1

Das Schweigen der Bienen

Valerie Geary , Joannis Stefanidis
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.12.2017
ISBN 9783959671279
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Cover hat mich neugierig gemacht, der Klappentext lässt dann an einen Krimi denken – doch auch wenn es um die Suche nach einem Mörder geht, ist die Geschichte doch eher eine ruhige, die leise und eindringlich erzählt wird und erst am Ende richtig an Fahrt aufnimmt.

Sam und Olli haben ihre Mutter verloren und ziehen nun zu ihrem Vater Bear, der in einem Zelt lebt und sein Geld mit der Bienenzucht verdient. Als eine junge Frau ermordet aus dem Fluss gezogen wird, denken alle, der exzentrische Bear ist der Mörder – und alles scheint auch auf ihn als Täter hinzuweisen. Nur die fünfzehnjährige Sam glaubt an seine Unschuld.

Auch wenn die Geschichte erst auf den letzten 50 Seiten richtig spannend wird und ich das Buch da dann auch kaum aus der Hand legen konnte, haben mir auch die Seiten davor gut gefallen, die sehr eindringlich sind und mich in diese ganz andere Welt entführt haben. Intensiv, aber dennoch ruhig erzählt die Autorin von der Vergangenheit der Mädchen, von ihrem neuen Leben auf der Weide und von den neuen Nachbarn und Freunden. Die Beziehung zwischen den beiden Geschwistern Sam und Ollie ist dabei eine ganz besondere. Während Sam eher robust und selbstbewusst auftritt und gerne mal nach vorne pirscht, ist die zehnjährige Olli ganz zurückhaltend – was auch daran liegt, dass sie seit dem Tod der Mutter nicht mehr spricht. Den Mystery-Anteil habe ich jetzt nicht so gemocht, richtig störend fand ich ihn aber auch nicht, zumal er zwar eine Rolle spielt, die Geschichte aber auch ohne ihn glaubhaft erscheint. Olli ist sehr sensibel und feinsinnig und steht so in großem Gegensatz zu Sam.

Aber auch die anderen Figuren sind gut gezeichnet, einfach Menschen mit Ecken und Kanten. Ich konnte sie mir alle gut vorstellen und fand sie sehr authentisch.

Der Schreibstil ist toll – nicht nur angenehm zu lesen, sondern voller Kraft und Atmosphäre, eindringlich und oft auch voller Poesie. Gerade die Beschreibungen der Landschaft oder auch der Handlungen verschiedener Leute habe ich sehr genossen.

Während es die ersten dreiviertel des Buches eher ruhig und leise zugeht, dabei aber nie langweilig ist, steigt die Spannung am Ende rasant an. Ich fand, das Finale hat nicht zur restlichen Geschichte gepasst, auch wenn es wirklich gefesselt hat und ich das Buch hier kaum mehr aus der Hand legen konnte. Mir erschien die Auflösung eher konstruiert und leider nicht nachvollziehbar – zu sehr hat es die Autorin hier für mich auf „Schockmomente“ angelegt. Trotzdem hat mir die Lektüre insgesamt gut gefallen, deshalb gebe ich gerne 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine leise, dafür aber eindringlich Geschichte, die eine subtile Hintergrundspannung enthält und erst im letzten Viertel richtig an Fahrt aufnimmt. Tolle Charaktere und ein beeindruckender Schreibstil haben mir viel Lesefreude geschenkt. Nur das Ende und die Auflösung waren mir zu konstruiert – trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten und gebe 4 von 5 Sternen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

47 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

2018, albinismus, drama, elefanten, freakshow, zirkus

Die bittere Gabe

Ellen Marie Wiseman , Sina Hoffmann
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2018
ISBN 9783492312219
Genre: Romane

Rezension:

Ich war mir nicht sicher, ob mich diese „Zirkusgeschichte“ wirklich packen könnte, trotzdem war ich neugierig, weil mir die anderen Bücher der Autorin gut gefallen hatten – und tatsächlich hat mich die Autorin mit ihren beiden Erzählsträngen, die nach und nach ineinandergreifen, fesseln und auch unterhalten können.

In den 30er Jahren ist Lilly die Protagonistin, die die ersten 10 Jahre ihres Lebens auf einem Dachboden versteckt wird, weil sie ein Monster sei und die Menschen sich bei ihrem Anblick erschrecken würden. Als sie von ihrer Mutter zu einem Zirkus gebracht wird, ahnt sie noch nicht, was ihr noch alles geschehen wird.

In den 50er Jahren erbt Julia überraschenderweise ein Anwesen – beim Aufräumen entdeckt sie mehrere Unterlagen, die ein Geheimnis bergen. Und je mehr sie in diese Geschichte eintaucht, umso mehr unglaubliches kommt zutage – und das macht auch vor ihrem eigenen Leben keinen Halt.

Mich hat die Geschichte von Anfang an packen können – sowohl der Erzählstrang von Lilly als auch der von Julia. Während ich bei Lilly eher bedrückt und erschüttert war, bei dem, was sie durchmacht und erleben muss, ist es bei Julia eher spannend, und ich habe mitgerätselt bei all den Hinweisen, die sie nach und nach findet.

Mit Lilly habe ich gelitten – nicht nur, dass sie auf einem Dachboden eingesperrt aufwächst, auch ihre Zeit im Zirkus ist alles andere als leicht. Sie macht eine unglaubliche Entwicklung vom kleinen, schüchternen Mädchen zur gestandenen, selbstbewussten jungen Frau durch, die mich an mancher Stelle doch verwundert hat. Den Grund, warum sie in einer kleinen Kammer aufwachsen musste, fand ich nicht sonderlich glaubhaft, auch nicht für die Zeit, in der dieser Erzählstrang spielt. Trotzdem aber war ich davon natürlich berührt.

Für die Zeit m Zirkus hat die Autorin sich viel Zeit genommen – sie beschreibt ausführlich, wie es im Zirkus zugeht, erzählt von anderen „Artisten“, den sogenannten Freaks, deren Lebensumständen und den Tieren, die zwar liebevolle Pfleger haben, trotzdem aber gequält und zu Kunststücken gezwungen werden. Mir waren die Beschreibungen ein wenig zu langatmig, auch wenn sie natürlich viele Bilder im Kopf haben entstehen lassen und einen guten Einblick zum Zirkusgeschehen in der damaligen Zeit gegeben haben – dafür ist die Handlung ein wenig zu kurz gekommen, und Lillys Erzählstrang bleibt ein wenig auf der Stelle stehen.

Anders ist das bei Julia, die immer wieder neue Puzzlesteine findet, die zur Lösung des Geheimnisses um ihre Familie beitragen. Dieser Erzählstrang ist spannend und lädt zum Mitraten ein – denn erst nach und nach wird klar, wie die beiden Erzählstränge miteinander verbunden sind und wie Lilly und Julia zueinander stehen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, wirkt an manchen Stellen vielleicht ein wenig „hochgestochen“, was für mich nicht zur Geschichte gepasst hat. Bei manchen Beschreibungen hatte ich das Gefühl, dass die Autorin unbedingt poetisch klingen wollte, was aber etwas gekünzelt gewirkt hat – große Teile aber sind sehr lebendig geschrieben und haben auch die ganz eigene Atmosphäre des Zirkus‘ einfangen können.

Das Ende hat mir dann leider nicht gefallen – das war mir einfach zu viel der unglaublichen und schrecklichen Geschehnisse und wirkte auf mich konstruiert. Trotzdem hat mich das Buch insgesamt fesseln und unterhalten können, so dass ich 4 von 5 Sternen vergebe.

Mein Fazit
Eine packende Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt und den Leser in die ganz eigene Welt des Zirkuslebens in den späten 30er Jahren entführt. Ich habe mich in beiden Erzählsträngen wohl gefühlt und mit den Charakteren gelitten – an manchen Stellen war es mir dann aber zu viel dessen, was ein Mensch aushalten soll, so dass ich einiges dann nicht mehr glaubhaft fand. Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten, so dass ich 4 von 5 Sternen vergebe.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(81)

120 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

"rügen":w=9,"liebe":w=5,"familie":w=5,"freundschaft":w=3,"meer":w=3,"anne barns":w=3,"roman":w=2,"geheimnis":w=2,"rezepte":w=2,"schwestern":w=2,"sonne":w=2,"ostsee":w=2,"neubeginn":w=2,"ärztin":w=2,"netgalleyde":w=2

Drei Schwestern am Meer

Anne Barns
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 05.03.2018
ISBN 9783956497926
Genre: Romane

Rezension:

Die Autorin hat es geschafft, eine Insel-Stimmung zu schaffen und in mir den Wunsch geweckt, sofort nach Rügen zu reisen; die Geschichte selber hat mich dagegen leider nicht ganz überzeugen können.

Im Mittelpunkt stehen die ganz unterschiedlichen Schwestern Rina, Jana und Pia, die sich bei ihrer Großmutter auf Rügen treffen, nachdem diese ins Krankenhaus geliefert werden musste. Jede der dreien hat zudem noch ein eigenes Päckchen zu tragen, und dann gibt es auch noch ein Familiengeheimnis, dass die drei aufzulösen versuchen. Warum hat Oma ihren drei Enkelinnen nicht früher davon erzählt?

Erzählt wird die Geschichte aus Rinas Sicht in Ich-Form, so dass man gerade ihre Gedanken und Gefühle gut kennenlernt und sich auch gut in sie hineinversetzen kann. Dabei ist der Schreibstil leicht und locker, sehr angenehm zu lesen, und er kann diese besondere Insel-Atmosphäre von Rügen wunderbar einfangen.

Alle drei Schwestern waren mir gleich sympathisch, so unterschiedlich sie auch sind. Rina steckt gerade sowohl in einer beruflichen als auch privaten Krise und muss für sich einige Entscheidungen treffen; eigentlich lebt sie in Berlin, erkennt aber bald, dass sie sich mit Rügen tiefer verbunden fühlt, als sie sich bisher eingestanden hat. Auch Pia und Jana mochte ich gerne – und auch die beiden tragen einige, eher private Probleme mit sich rum. Doch als Geschwister-Trio sind die drei unschlagbar – sie stehen zueinander und helfen sich gegenseitig aus der Misere.

In der Geschichte gibt es unglaublich viele Probleme, die zunächst unüberwindbar erscheinen. Letztlich lösen sie sich dann aber fast von alleine auf – und das ist auch mein Kritikpunkt an der Geschichte, denn ich fand das leider nicht glaubwürdig und zu konstruiert. Die drei Schwestern treffen immer genau auf die richtigen Menschen, die ihnen wohlgesonnen sind, ihnen sofort zur Seite stehen und zudem auch noch immer „Gutmenschen“ sind. Hier haben mir ein paar Ecken und Kanten gefehlt, um die Charaktere für mich authentischer wirken zu lassen. Auch der Schreibstil hat für mich nicht zur Geschichte gepasst. So angenehm er auch zum Lesen war, so wenig hat seine Leichtigkeit und Beschwingtheit zu den vielen Problemen der verschiedenen Figuren gepasst.

Insgesamt habe ich die Insel-Atmosphäre im Buch wirklich gemocht und am liebsten würde ich sofort nach Rügen aufbrechen, der Plot hat mich dagegen nicht so begeistern können. Ich gebe daher gute 3 von 5 Sternen, werde die Autorin aber weiter im Auge behalten.

Mein Fazit
Wer Inselatmosphäre schnuppern möchte, ist mit diesem Roman sicherlich gut bedient, denn die hat die Autorin wunderbar einfangen können. Auch der Schreibstil ist wunderbar, locker und beschwingt – passt aber leider für mich nicht zu der Geschichte, die doch einiges an Problemen bietet, die sich dann alle fast schon wie von selber lösen. Ich fand das leider nicht glaubwürdig und gebe daher insgesamt gute 3 von 5 Sternen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(32)

62 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

"england":w=3,"frankreich":w=2,"jeanne d'arc":w=2,"bogenschützen":w=2,"mac p. lorne":w=2,"krieg":w=1,"historischer roman":w=1,"droemer knaur":w=1,"hundertjähriger krieg":w=1,"azincourt":w=1,"john holland":w=1,"der pirat":w=1,"der herr der bogenschützen":w=1,"100jährigr krieg":w=1,"bogenschüten":w=1

Der Herr der Bogenschützen

Mac P. Lorne
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2017
ISBN 9783426520826
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mich hat dieses Buch sehr zwiegespalten zurückgelassen: streckenweise habe ich es als sehr spannend und interessant empfunden, in anderen Abschnitten aber als langatmig und langweilig – ich bin wirklcih unentschlossen, wie ich es nun bewerten soll.

Der Einstieg in das Buch ist gut gelungen, denn man wird direkt mitten reingeschmissen ins Geschehen und lernt John Holland als junges Kind kennen. Ihn begleitet man dann auf seinen weiteren Jahren – Schwerpunkt ist hier insbesondere seine Ausbildung und seine Teilnahme am hundertjährigen Krieg. Anfangs waren diese Schilderungen auch noch spannend und interessant, im Mittelteil des Buches stehen aber die Schlachten zunehmend im Vordergrund, die ausführlich und detailreich beschrieben werden – auch die politischen Fädenzieher, ihre Pläne und Intrigen spielen hier natürlich eine Rolle; mich hat dies nur leider gar nicht fesseln können, so dass ich den Mittelteil als sehr langatmig empfunden habe. Erst im letzten Drittel wird es wieder spannender, als Johanna von Orleans auf der Bildfläche erscheint - vom Klappentext her könnte man meinen, sie stünde im Mittelpunkt des ganzen Buches, dem ist aber nicht so – erst im letzten Drittel kommt ihr eine größere Rolle zu, davor wird sie immer nur mal im Nebensatz erwähnt. Zwar geht es hier auch immer wieder um Kämpfe und da spart der Autor auch nicht an detaillierten Beschreibungen, trotzdem aber hat mir die Geschichte um Johanna gefallen – sie umgibt ein unglaubliches Charisma, das der Autor sehr gut eingefangen hat und Johanna richtiggehend lebendig hat werden lassen. Besonders gefallen haben mir die politischen Diskussionen, die sie, aber auch John führen und die das rhetorische Geschick beider Charaktere gezeigt haben.

Johanna fand ich als Charakter großartig gezeichnet – erscheint sie anfangs noch als gläubiges liebes Mädchen, wird ihr göttlicher Wahn zunehmend stärker, bis sie damit auch erfahrene Kriegsführer einzunehmen weiß. Das hat mich schon sehr beeindruckt. Auch John ist gut gezeichnet, auch wenn er mir an manchen Stellen zu „gut“ war – ein paar Ecken und Kanten hätten ihm meiner Meinung nach gut getan, so wirkte er wie ein Gutmensch und als solcher leider nicht authentisch. Daneben tauchen noch viele weitere Figuren auf, die mal besser, mal schlechter ausgearbeitet sind, je nachdem, wie wichtig sie für die Geschichte sind. Zum Glück gibt es ein Personenregister zum Nachschlagen, wenn man bei den oft gleich klingenden Namen unsicher ist.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich leicht und locker lesen. Manche Beschreibungen waren mir zu ausführlich, insbesondere die der Schlachten und politischen Diskussionen – ich kann mir aber vorstellen, dass gerade dieser Schwerpunkt andere Leser begeistern wird. Anfang und Ende sind mir durchaus 5 Sterne wert, der Mittelteil hat meine Begeisterung aber deutlich geschmälert, so dass ich insgesamt 3 von 5 Sternen gebe, das Buch aber dennoch allen denen empfehle, die gerne über Schlachten und Kriege lesen.

Mein Fazit
Die Geschichte um John Holland, der als Bogenschütze zum Heerführer im 100-jährigen Krieg wird und dort auch mit Johanna von Orleans zusammentrifft – die langen Beschreibungen der Schlachten und politischen Überlegungen haben mich leider eher gelangweilt, Beginn und Ende des Buches fand ich dagegen grandios. Ich gebe daher 3 von 5 Sternen, spreche aber dennoch eine Leseempfehlung aus.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

"liebe":w=1,"familie":w=1,"trauer":w=1,"verlust":w=1,"traum":w=1,"verständnis":w=1,"trauerbewältigung":w=1,"kindstod":w=1

Das Glück des Schmetterlings beim Fliegen

Barbara Imgrund
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 13.11.2017
ISBN 9781979723756
Genre: Romane

Rezension:

Obwohl das Buch mit seinen knapp 200 Seiten ein wirklich dünnes ist, bin ich abgetaucht in die Geschichte voller Kraft, Energie und Atmosphäre.

Marie liegt im Krankenhaus, nachdem sie ihren Sohn tot zur Welt gebracht hat und nun keine Kinder mehr bekommen kann. Sie weiß mit dem Verlust nicht umzugehen und flüchtet auf einen Friedhof – hier trifft sie Menschen, die sie verstehen und bei denen sie nicht das Gefühl hat, „die zu sein, die übrig bleibt“.

Es ist eine leise Geschichte, die hier erzählt wird und man sollte bei der Thematik keine Angst haben – trotz des ernsten Themas ist sie voller Energie und hat mich am Ende das Buch voller Hoffnung im Bauch zuschlagen lassen.

Marie ist kein Charakter, den ich sofort ins Herz geschlossen habe, mir hat sie es oft schwer gemacht – natürlich tut sie mir leid nach ihrem Verlust und auch ihre Reaktionen sind mehr als verständlich; dennoch hat es wehgetan zu lesen, wie sie mit ihrem Mann umgeht, dass sie keinen gemeinsamen Weg sucht, die Krise zu meistern und sie meint, es alleine mit sich ausmachen zu müssen. Erst mit ihrer Ankunft auf dem Friedhof wird sie mir sympathischer, vor allem, weil sie sich mit sich selbst beschäftigt und sich reflektiert und dann auch einen für sie gehbaren Weg findet.

Gerade die Abschnitte auf dem Friedhof sind sehr märchenhaft und haben mich oft lächeln lassen. Ich mochte diesen Gegensatz zwischen dem Friedhof, wo es eigentlich kalt und tot sein sollte und der Wärme der Menschen, die Marie dort kennenlernt, deren Energie und Hoffnung, die sie ausstrahlen. Hier ist die Geschichte sehr dicht erzählt, voller Atmosphäre und wohliger Stimmung – dass Marie hier Kraft schöpft und Energie tankt, habe ich gut verstanden. Schön fand ich auch, dass sie die Situation, so surreal sie auch scheint, einfach annimmt und dann im Laufe der vergehenden Zeit erkennt, was es eigentlich mit diesen Menschen auf sich hat. Marie entwickelt sich in dieser Zeit ungemein vorwärts, so, als ob ein Knoten in ihrem Kopf und Herz zu platzen scheint. Und am Ende werde auch ich als Leser versöhnlich gestimmt.

Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der es schafft, Stimmungen einzufangen und Atmosphäre zu schaffen. Er ist eindringlich und voller Poesie, dennoch auf den Punkt und angenehm zu lesen. Es entsteht ein ganz eigener Sog in der Geschichte, der mich das Buch nur schlecht aus der Hand hat legen lassen – und auch nach Beenden der Lektüre hat die Geschichte noch in mir nachgehallt.

Mein Fazit
Eine leise, dennoch aber sehr eindringliche Geschichte, die trotz des ernsten Themas voller Energie steckt und mich als Leser mit einem warmen Gefühl im Bauch zurückgelassen hat. An mancher Stelle war mir die Geschichte zu märchenhaft, trotzdem hat sie mir gut gefallen und auch noch länger in mir nachgehallt. Ich gebe daher 4 von 5 Sternen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(43)

69 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

"geheimnis":w=2,"roman":w=1,"familie":w=1,"mord":w=1,"spannung":w=1,"vergangenheit":w=1,"vater":w=1,"meer":w=1,"tochter":w=1,"australien":w=1,"garten":w=1,"romer":w=1,"annaromer":w=1,"derschattengarten":w=1

Der Schattengarten

Anna Romer , Roberto Hollanda , pociao
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 22.01.2018
ISBN 9783442486847
Genre: Romane

Rezension:

Es ist mein zweites Buch der Autorin und mit „Das Rosenholzzimmer“ hat sie begeistern können, so dass ich sehr neugierig war auf diese Geschichte. Und auch diesmal war ich gepackt, auch wenn es nicht immer leicht war, bei den vielen verschiedenen Erzähl- und Zeitsträngen den Überblick zu bewahren.

Die Geschichte ist sehr komplex. Im Jahr 1993 reist Lucy zurück in ihre Heimat nach Australien, weil sie geheimnisvolle Post von ihrem Großvater erhalten hat. Und kaum in Melbourne angekommen überschlagen sich die Dinge: Lucy macht sich auf Wunsch ihres Vaters auf die Suche nach einem alten Fotoalbum und stößt so auf immer neue Geheimnisse. Was ist mit ihrer Mutter passiert, was mit ihrem Großvater? Warum gibt es solche verbissene Streitereien in ihrer Familie? Immer tiefer gräbt sie sich zurück in die Vergangenheit und kommt nach und nach allem auf die Spur – aber auch sie selbst muss sich einigen Ängsten und Wahrheiten stellen, die auch ihr eigenes Leben beeinflussen werden.

Mich hat die Autorin gleich von Anfang an packen können, auch wenn ich die verschiedenen Erzählstränge zunächst sehr verwirrend fand. Es ist kein Buch, das man mal nebenbei liest oder das man nach wenigen Seiten beiseitelegt und dann auch sofort wieder zurückfindet – es braucht Aufmerksamkeit, die verschiedenen Charaktere und die verschiedenen Zeiten auseinanderzuhalten. Neben dem Erzählstrang in der Gegenwart gibt es noch welche in den Jahren 1917, 1931 und 1977. Zwar ist den Abschnitten immer vorangestellt, in welchem Jahr man sich befindet, trotzdem ist die Familiengeschichte an manchen Stellen verzwickt und verwirrend. Erst nach und nach entwirren sich die Fäden und laufen am Ende dann zu einem für mich schlüssigen, wenn auch tragischen Ende zusammen. Ich habe beim Lesen richtig mitgefiebert und selber gerätselt, wie die Dinge zusammenhängen – auf die tatsächliche Auflösung bin ich aber nicht gekommen.

Mir hat die Charakterzeichnung gut gefallen – es gibt viele verschiedene Figuren und auch wenn vordergründig Lucy im Mittelpunkt steht, die in Ich-Form die Geschehnisse der Gegenwart erzählt, ist doch eigentlich ihr Großvater der wirkliche Protagonist. Seine Figur fand ich sehr interessant und es hat sich gelohnt, ihn näher kennenzulernen und hinter seine Fassade zu schauen. Lucy ist mir gleich sympathisch gewesen, auch wenn sie vor sich selber davonrennt und ich sie gerne manches Mal geschüttelt hätte. Ich mochte aber ihre Beharrlichkeit und ihre Verbundenheit zu Land und Familie. Sie macht eine interessante Entwicklung durch, und so deckt sie nicht nur ein Familiengeheimnis auf, sondern entdeckt auch einige neue Seiten an sich selber.

Der Schreibstil ist angenehm und an vielen Stellen sehr eindringlich. So entsteht eine fast durchweg düstere Atmosphäre und das in allen Handlungssträngen. Mich hat das nicht weiter gestört, denn ich fand es spannend – nur im Mittelteil gab es mal die eine oder andere langatmige Stelle, in denen sich die Autorin in Beschreibungen, die die Geschichte nicht wirklich voranbringt, verliert. Leider auch hat sie bei mir kein „australisches“ Feeling erzeugen können – die Geschichte hätte auch an vielen anderen Orten der Welt spielen können, wäre nicht immer mal wieder die Stadt Melbourne gefallen.

Trotzdem hat mich diese Geschichte gut unterhalten und ich hatte spannende Lesestunden. Ich gebe daher 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Ein verzwickte Familiengeschichte die man mit Aufmerksamkeit lesen sollte, um sich auf den vier Zeitebenen nicht zu verlieren – dafür ist die Geschichte spannend und mitreißend und voller Atmosphäre. Auch die Charaktere konnten mich begeistern, und es hat Spaß gemacht, sie näher kennenzulernen und nach und nach ihre Geheimnisse zu entdecken. Mich hat dieses Familiengeheimnis gut unterhalten, so dass ich 4 von 5 Sternen vergebe.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(45)

56 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

"mittelalter":w=4,"venedig":w=4,"liebe":w=3,"glas":w=3,"konstantinopel":w=3,"glasbläser":w=3,"freundschaft":w=2,"historischer roman":w=2,"reise":w=2,"spätmittelalter":w=2,"murano":w=2,"krimi":w=1,"roman":w=1,"deutschland":w=1,"geheimnis":w=1

Das Geheimnis des Glasbläsers

Ralf H. Dorweiler
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.01.2018
ISBN 9783404176274
Genre: Historische Romane

Rezension:

Von der ersten Seite an war ich gefesselt, und ich konnte das Buch nur schlecht aus der Hand legen - ein wirklich toller Abenteuerroman!

Im Mittelpunkt steht der junge Glasbläser Simon, der im Auftrag Kaiser Friedrich III. das Geheimnis des Kristallglases lüften soll. Was zunächst ganz einfach klingt, entpuppt ich bald zu einer gefährlichen Reise, die ihn nicht nur nach Italien führt, sondern auch ins ferne osmanische Reich. Zum Glück ist Simon nicht alleine und kann auf seine Freunde zählen.

Schon der Einstieg ist wirklich gelungen und sofort war ich mittendrin in der Geschichte. Simon ist ein sympathischer Protagonist, der manches Mal ein wenig tollpatschig und naiv wirkt, im Laufe seiner Abenteuer dann aber doch einiges dazu lernt. Zum Glück hat er Ulf dabei, ein einfältiger, dafür aber sehr sensibler Freund, der Simon durch sein gutes Menschengespür aus mancher Patsche wieder raushilft. Und die gibt es zuhauf. Simon lässt keinen Fettnapf aus und einige Male habe ich mich gefragt, wie ein Mensch so viel Pech haben kann – dann aber auch, wie viel Glück, denn immer wieder kann er sich aus zunächst unwegsam erscheinenden Situationen retten.

Während seiner Reise lernt er viele andere Menschen kennen, manche sind ihm wohlgesonnen, manche dagegen nicht. Alle Charaktere aber sind lebendig und gut gezeichnet – da gibt es keinen, der einfach nur böse oder gut ist, jeder hat verschiedene Seiten, und bei den Hauptfiguren lernt man auch deren Geschichte kennen, so dass man besser versteht, warum sie jetzt so und nicht anders handeln.

Der Autor hat zudem sehr gut recherchiert und ich habe einiges über die Glaskunst gelernt. Gelungen ist auch die Einbettung der Geschichte vor dem historischen Hintergrund – so habe ich ganz nebenbei auch noch etwas Geschichte gelernt.

Der Schreibstil ist sehr lebendig und schafft eine unglaubliche Atmosphäre. Ich fühlte mich zurückversetzt in die damalige Zeit, trotzdem bleibt er gut und flüssig zu lesen. Der Autor versteht, Spannung aufzubauen, sie zu halten und dann doch stetig zu steigern. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz und es gab einige Szenen, die mich wirklich zum Schmunzeln gebracht haben.

Obwohl ich sonst nie etwas zur Gestaltung eines Buches sage, möchte ich diesmal den wunderbaren Einband und Gestaltung der Innenseiten mit Landkarten und vor allem die Bindung loben, die sehr gut in der Hand liegt und bei der man sich keine Gedanken über Leseknicke machen muss.

Ich hatte tolle und abenteuerliche Lesestunden – an manchen Stellen war mir nur der Zufall zu häufig im Spiel. Trotzdem empfehle ich dieses Buch gerne weiter und gebe gute 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine tolle Abenteuergeschichte, die den Leser ins Jahr 1452 entführt und bei der im Mittelpunkt die Glasbläserkunst steht. Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet, der Schreibstil gewinnend und sehr lebendig, die Spannung konstant hoch – lediglich die vielen Zufälle, die dem Protagonisten zuspielen, haben mich ein wenig gestört, trotzdem hatte ich tolle Lesestunden und gebe gute 4 von 5 Sternen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(98)

188 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

"liebe":w=6,"tod":w=4,"liebesroman":w=4,"zeitreise":w=3,"zweite chance":w=3,"clare swatman":w=3,"england":w=2,"london":w=2,"drama":w=2,"trauer":w=2,"ehe":w=2,"blanvalet":w=2,"herzschmerz":w=2,"kinderwunsch":w=2,"eheprobleme":w=2

Before you go - Jeder letzte Tag mit dir

Clare Swatman , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.01.2018
ISBN 9783734103698
Genre: Liebesromane

Rezension:

Auch wenn dieses Genre sicher nicht zu meinen Lieblingsgenres gehört, war ich dennoch neugierig, wie der interessant klingende Plot umgesetzt wurde. Leider hat mir das Buch gar nicht gefallen, ich bin aber trotzdem sicher, dass es seine Anhänger finden wird.

Es ist eine „Zweite-Chance-Geschichte“, die im Ansatz wirklich gut klang. Zoe fällt in ein tiefes Loch, als ihr Mann Ed plötzlich durch einen Unfall stirbt, vor allem bereut sie die ganzen Streitereien, obwohl sie Ed doch abgöttisch geliebt hat. Nach einem Sturz auf den Kopf wacht sie in der Vergangenheit wieder auf und sieht nun ihre Chance, das Schicksal in andere Bahnen zu lenken.

Mir war die ganze Geschichte zu seicht – und letztlich haben mich dann auch das Ende und die Auflösung sehr enttäuscht. Mit Zoe konnte ich nicht wirklich viel anfangen, Ed war mir da viel sympathischer. Da das Buch aber in Ich-Form aus Sicht Zoes geschrieben ist, bekommt man natürlich viel mehr Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle. Und das ist ein wirkliches Wechselbad – entweder streiten die beiden oder sie schwören sich ewige Liebe und feiern diese dann. Mir war das zu dramatisch – auch wenn die beiden schwere Zeiten durchmachen und ich manchen Konflikt auch nachvollziehen konnte. Trotzdem war mir die ganze Geschichte zu „gefühlsdusselig“, mich hat sie trotz der vielen sowohl traurigen, als auch schönen Momente einfach nicht berühren können – vielleicht weil es einfach zu viel Extreme waren.

Der Schreibstil ist sehr einfach, es gibt viel wörtliche Rede und so sind die Seiten rasch dahingeflogen. Gefesselt war ich aber nicht, und letztlich war ich auch gar nicht neugierig, ob Zoes Plan aufgeht – das Ende hat in meinen Augen dann noch einen obendrauf gesetzt, so dass ich leider insgesamt die Geschichte als kitschig empfunden habe und so nur 3 von 5 Sternen vergeben kann.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

45 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

"historischer roman":w=3,"kreuzzug":w=3,"mittelalter":w=1,"mann":w=1,"ritter":w=1,"gedächtnisverlust":w=1,"historische romane":w=1,"stiefmutter":w=1,"12. jahrhundert":w=1,"liebesromane":w=1,"www.die-rezensentin.de":w=1,"aberglauben":w=1,"bauernmädchen":w=1,"tagelöhner":w=1,"byzantinisches reich":w=1

Der fremde Reiter

Marion Johanning
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 16.01.2018
ISBN 9781542049788
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ein toller historischer Roman, der mich von der ersten Seite an packen konnte und den ich auch Anfängern dieses Genres empfehlen würde!

Die Autorin weiß, den Leser zu fesseln – nicht nur, weil die Protagonistin Lioba sympathisch ist und man mit ihr fiebert, sondern weil es immer wieder Überraschungen und Wendungen gibt, die nicht vorherzusehen sind und die Geschichte so spannend bleibt. Dazu kommt der lebendige Schreibstil, der bei mir viele Bilder im Kopf hat entstehen lassen, der gut zur Zeit passt und dennoch aber flüssig und leicht zu lesen ist.

Lioba mochte ich gleich von Anfang an – sie hat es nicht leicht in ihrem Elternhaus, da die Stiefmutter kein gutes Haar an ihr lässt, dennoch behält Lioba ihre Großherzigkeit und versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Als sie im Wald einen Verletzten findet und ihn ins Dorf bringen lässt, rettet sie ihm das Leben, und nicht nur das – sie fühlt sich auch zu ihm hingezogen. Doch ihre Zuneigung hat keine Zukunft und die beiden gehen getrennte Wege. Doch da erwarten Lioba einige Abenteuer.

Zwar spinnt sich zwischen Lioba und Thomas eine feine Liebesromanze, trotzdem aber nimmt diese keinen so großen Raum ein, sondern vielmehr die zum Teil schrecklichen Erfahrungen, die Lioba bei ihrer Flucht durch das Land machen muss. Man lernt als Leser viel über die damalige Zeit, über das Alltagsleben der Dorfbewohner, die Macht der Kirche und den herrschenden Aberglauben. Auch wenn mir vieles schon bekannt war, habe ich mich nicht gelangweilt, weil alles bildreich und lebendig erzählt wird. Lioba ist mir von Anfang ans Herz gewachsen und ich habe mit ihr gefiebert und gelitten. Thomas mochte ich am Anfang auch, er verändert sich aber im Laufe der Geschichte – und das hat ihn leider einige Sympathiepunkte gekostet. Seine Entwicklung am Ende der Geschichte fand ich dann leider auch nicht sehr glaubwürdig, auch wenn ich mich für Lioba gefreut habe.

Besonders gefallen hat mir noch Relindis, eine Kräuterkundige, die im Wald ein zurückgezogenes Leben führt. Anfangs wirkt sie sehr ruppig, doch auch sie hat ihr Herz am rechten Fleck, ist einfach nur zurückhaltend und skeptisch den Menschen gegenüber – hat man sie aber einmal als Freundin gewonnen, kann man sich ihrer Hilfe sicher sein.

Die Geschichte konnte mich von Anfang an packen und fesseln – langweilig ist es durch viele Wendungen nie geworden. Gerade im letzen Drittel wird es noch mal richtig spannend, so dass ich das Buch hier kaum mehr aus der Hand legen konnte. Insgesamt hat mich die Autorin mit ihrer Geschichte wirklich gut unterhalten, so dass ich 4 von 5 Sternen vergebe.

Mein Fazit
Eine sympathische Protagonistin, ein lebendiger Schreibstil und eine spannende Geschichte mit vielen Wendungen lassen die Seiten rasch dahinfliegen und haben mir schöne Lesestunden geschenkt – ich gebe daher 4 von 5 Sternen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

mentaltraining für läufer, sachbuch, sport

Mentaltraining für Läufer: Weil Laufen auch Kopfsache ist

Michele Ufer
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Meyer & Meyer, 02.05.2016
ISBN 9783840336188
Genre: Sachbücher

Rezension:

Im letzten Jahr habe ich selber angefangen zu laufen und habe auch schon meine ersten Erfolge, aber auch Misserfolge gehabt. Das Buch „Mentaltraining für Läufer“ habe ich daher genau zur richtigen Zeit entdeckt. Und meine Erwartungen wurde weit übertroffen – ich kann dieses Buch guten Gewissens empfehlen – und das nicht nur an Läufer!

Dass Laufen nicht nur rein physisches Training bedeutet, war klar – der Kopf spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Autor erklärt mit einfachen Worten und gut strukturiert, was ein Mentaltraining bewirken kann und – vor allem – wie man es denn praktisch angeht. Dabei sind die Beispiele zwar immer aus dem Sport gewählt, viele Methoden können aber auch in anderen Bereichen, beruflich oder privat, angewandt werden. Es wird erklärt, wie und in welcher Form man sich Ziele setzen sollte, dass sie entsprechend der SMART-Formel formuliert werden sollten, und dann geht’s auch schon an die Praxis. Im 7-D-Kopfkino werden verschiedene Methoden des Mentaltraining vorgestellt und zu praktischen Übungen aufgefordert, im Kapitel Ressourcen geht es dann ans Eingemachte. Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch ein Kapitel über die Schattenseiten des Mentaltrainings und wie man mit Verletzungen oder Misserfolgen umgeht.

Mir hat die Lektüre nicht nur Spaß gemacht, sondern ich bin durch die vielen praktischen Beispiele und Übungen auch tatsächlich in Aktion gekommen. Es war nicht alles neu, was ich gelesen habe, irgendwie aber hat mich der Autor gepackt und motiviert, die verschiedenen Übungen und Methoden tatsächlich auch auszuprobieren und anzuwenden. Die Zeit seit dem Lesen ist zu kurz, um beurteilen zu können, ob es mir etwas gebracht hat, positiv beeinflusst ist aber auf jeden Fall meine Stimmung und ich bin sehr motiviert, an diesen Themen auch dranzubleiben.

Der Text ist leicht verständlich geschrieben und das Layout sehr ansprechend: Es gibt immer wieder motivierende Zitate, Bilder und farblich abgehobene Übungskästen. Die eigenen Erfahrungen, von denen der Autor schreibt, machen zusätzlich Mut und motivieren ungemein. Mir hat das Buch sehr viel Anregungen gegeben, die ich jetzt nach und nach auch in die Praxis umsetzen werde, dazu hatte ich nie den Eindruck, ein Sachbuch zu lesen, so angenehm ist es geschrieben und so ansprechend ist die Aufmachung. Ich gebe daher gerne 5 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Ich empfehle dieses Buch nicht nur Läufern, denn es gibt viele Übungen und Anregungen, die sich auch zur Anwendung im Privaten oder Beruflichen eignen. Einiges war mir schon bekannt, trotzdem habe ich dieses Buch gerne gelesen, auch, weil das Layout sehr ansprechend und der Schreibstil sehr eingehend ist. Ich habe viele Anregungen erhalten und gebe daher 5 von 5 Sternen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(60)

103 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

"prag":w=7,"liebe":w=5,"theresienstadt":w=5,"konzentrationslager":w=4,"flucht":w=3,"holocaust":w=3,"judenverfolgung":w=3,"trennung":w=2,"zweiter weltkrieg":w=2,"2. weltkrieg":w=2,"überleben":w=2,"juden":w=2,"drittes reich":w=2,"auschwitz":w=2,"ghetto":w=2

Abschied in Prag

Alyson Richman , Norbert Möllemann , Charlotte Breuer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Diana, 11.12.2017
ISBN 9783453359598
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich habe schon viele Bücher gelesen, in denen es um den Holocaust geht und trotzdem gibt es immer wieder neue Aspekte, die mich berühren und mich dazulernen lassen – so auch in diesem Buch, in dem die Kunst in Theresienstadt eine besondere Rolle spielt.

Die Geschichte besteht aus zwei Erzählsträngen – einer spielt in der Gegenwart, in dem sich Lenka und Josef nach über 60 Jahren wiedersehen, der andere in der Vergangenheit, in dem die unterschiedliche Lebenswege von Lenka und Josef in Rückblicken erzählt wird, beginnend im Jahr 1934. Beide Erzählstränge hatten ihre Reize und ich fand den Handlungsstrang der Gegenwart als Rahmen sehr gelungen. Emotionaler und ergreifender waren natürlich die Erlebnisse zur Zeit des Krieges, das Grauen in Theresienstadt und später in Auschwitz.

Der Schreibstil ist einfach und dennoch aber eindringlich. Es entsteht eine bedrückende und beklemmende Atmosphäre beim Lesen, die den grausamen Erlebnissen geschuldet ist. Josef und Lenka erzählen ihre Geschichte selber aus der Ich-Perspektive, den einzelnen Kapiteln ist immer vorangestellt, aus wessen Sicht erzählt wird. So ist es nochmal mehr gelungen, sich in die Figuren hineinzufühlen und ihr Handeln und Denken besser zu verstehen.

Ich mochte beide Charaktere sehr gerne. Vor Lenka habe ich großen Respekt, weil sie die Möglichkeit gehabt hätte, ihrem Schicksal zu entgehen, sie sich aber bewusst für ihre Familie und damit auch für die Deportation entschieden hat. Und trotz aller Widrigkeiten hat sie nie aufgegeben – sie hat sich dem Schicksal gestellt und immer das Beste draus gemacht. Interessant fand ich vor allem die Aspekte der Kunst in Theresienstadt als Ausdruck des Widerstands – für mich war das ganz neu und sehr interessant. Auch Josef mochte ich, auch wenn er neben Lenka eher schwach wirkt. Ich konnte seine Entscheidung aber verstehen und auch wenn er rechtzeitig den Absprung geschafft hat, musste auch Josef viel Leid erfahren. Besonders berührt hat mich seine anhaltende Liebe zu Lenka – obwohl er erneut geheiratet und auch eine Familie gegründet hat.

Beide Charaktere sind wirklich sehr detailliert gezeichnet, aber auch die Nebenfiguren sind gelungen und fernab jeglicher Klischees. Die Autorin hat sich ein schwieriges Thema ausgesucht und es dennoch gut gemeistert – berührend und ergreifend geschrieben ohne Effekthascherei hat sie mich als Leser fesseln können. Wer gerne Romane über diese Zeit liest, der sollte sich auch diesen unbedingt anschauen – ich gebe 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine berührende Geschichte um ein Liebespaar, das der Krieg voneinander trennt und die sich erst 60 Jahre später wiedersehen – dabei haben die sympathischen Protagonisten ganz unterschiedliche Lebenswege, die die damalige Zeit sehr gut wiederspiegeln. Obwohl die Atmosphäre oft bedrückend ist, konnte ich das Buch schlecht beiseitelegen und musste immerzu weiterlesen. Ich gebe daher gerne 4 von 5 Sternen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(63)

101 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

"liebe":w=5,"freundschaft":w=3,"unzustellbare post":w=3,"träume":w=2,"briefe":w=2,"liebesbrief":w=2,"anna paulsen":w=2,"roman":w=1,"romantik":w=1,"mut":w=1,"gefühl":w=1,"träumen":w=1,"liebesbriefe":w=1,"2 sterne":w=1,"sehr gefühlvoll":w=1

Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen

Anna Paulsen
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.01.2018
ISBN 9783328101574
Genre: Liebesromane

Rezension:

Bisher hatte ich nichts vom „Amt für nicht zustellbare Post“ gehört und war gleich begeistert von der Idee des Buches – schon die ersten Seiten haben mir gut gefallen, so dass ich neugierig war auf den Rest der Geschichte. Und auch diese hat mich nicht enttäuscht und wirklich gut unterhalten.

Matilda führt trotz ihres jungen Alters ein eher zurückgezogenes Leben und fühlt sich in Briefen und Büchern wohler als in realer Gesellschaft. Sie arbeitet im „Amt für nicht zustellbare Post“. Dort fällt ihr ein Liebesbrief in die Hände, der sie nicht mehr loslässt, so dass sie auf private Faust recherchiert – und so schließlich ein neues Hobby für sich entdeckt.

Bereits nach wenigen Seiten hatte mich die Geschichte gefangen, weil sie so lebendig und gewinnend erzählt ist. Matilda wirkt zwar zurückgezogen und auch ein bisschen altmodisch, trotzdem hat sie ihr Herz am rechten Fleck. Aufgrund schlechter Erfahrungen hat sie die Liebe für sich abgeschrieben, aber als Glücksbotin tritt sie bei anderen gerne auf. Das ist nicht immer ganz einfach und oft muss sie dafür über ihren eigenen Schatten springen – das hat mir an ihr sehr gut gefallen, dass sie Hürden nicht ausweicht, sondern sie als Herausforderung annimmt; und mit jeder bestandenen Herausforderung wächst sie weiter über sich hinaus. Aber auch andere Charaktere sind wirklich gelungen, vor allem der Nachbar Knut ist mir gleich sympathisch gewesen. Er ist ganz anders als Matilda, unterstützt sie, wo er nur kann und trägt damit eine ganze Menge nicht nur bei der Recherche nicht zustellbarer Briefe bei, sondern auch zur Entwicklung Matildas. Ein bisschen überzogen dargestellt fand ich die Kollegen Matildas und hier hat die Autorin auch ein wenig in die Klischeekiste gegriffen – das konnte ich aber gut verschmerzen bei den sympathischen Hauptfiguren.
Obwohl es immer wieder um einzelne Briefe geht, bei denen Matilda versucht, sie doch noch an ihren Zielort zu bringen, ist es doch sie selber, die im Mittelpunkt der Geschichte steht, das aber ganz unaufdringlich. Es war einerseits spannend zu verfolgen, wie die Briefe dann doch noch ihre Empfänger erreichen, aber auch, wie Matilda sich verändert, sie Herausforderungen annimmt und das Leben dann auch wieder mit anderen Augen betrachten kann.

Natürlich gibt es ein Happy End, das habe ich gar nicht anders erwartet – und auch wenn manches vorhersehbar war, hat das meine Lesefreude überhaupt nicht getrübt. Ganz im Gegenteil – durchweg hatte ich ein tolles Gefühl beim Lesen und eine wohlige Wärme im Bauch. Mich hat dieses Buch wirklich sehr gut unterhalten und ich gebe daher gerne 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine gelungene Geschichte um nicht zustellbare Briefe, sympathische Charaktere, die sich Herausforderungen stellen und ein lebendiger und angenehmer Schreibstil. Ich hatte schöne Lesestunden geschenkt und gebe 4 von 5 Sternen.

  (4)
Tags:  
 
434 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.