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148 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 89 Rezensionen

albert einstein, einstein, forschung, frau, frauenschicksal, liebe, liebesgeschichte, mileva maric, physik, relativitätstheorie, relativitätstherorie, roman, schweiz, wissenschaft, zürich

Frau Einstein

Marie Benedict , Marieke Heimburger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.02.2018
ISBN 9783462049817
Genre: Romane

Rezension:

Im Buch können wir den Lebensweg einer beeindruckenden Frau nachvollziehen. Mileva Maric kämpft sich durch bis zum Polytechnikum in Zürich, um eine der ersten Frauen zu sein, die jemals Physik und Mathematik studieren. Gegen das allgemeine Rollenbild der Frau, in der damaligen Zeit, strebt sie nach Bildung und Selbstverwirklichung. In Zürich trifft sie erstmals Frauen die zu Freundinnen werden, Frauen die eine Gemeinsamkeit haben, ihren Wunsch nach Bildung. Sie versucht sich nicht ablenken zu lassen, doch der Charme von Albert Einstein ist doch eine ganz andere Herausforderung. 

Im Gesamten hat mir dieses Buch gut gefallen. Der Schreibstil ist klar, unverschnörkelt und die Geschichte liest sich flüssig. Man bekommt einen interessanten Blickwinkel auf die Zeit um 1896 – 1914, indem man als Leser aus Sicht einer Frau in die damalige Männerwelt eintaucht. Die Schwierigkeiten denen sich Milev Maric in dieser Welt stellen muss, um ihr Ziel nach Bildung und Selbstbestimmung zu erreichen, werden glaubhaft und gut dargestellt. Die charakterliche Darstellung der Hauptprotagonistin gelingt der Autorin vorzüglich. 

Das einzige was mich an diesem Buch stört ist die Vermischung einer realen, historischen Person in einen fiktiven Roman, der allerdings als Biographie getarnt ist. Die Autorin merkt am Ende des Buches selbst an, dass sie sich im Rahmen an historische Fakten gehalten hat, einige inhaltliche (für mich allerdings sehr wichtige Teile) rein fiktiv gefüllt wurden. Zu diesen fiktiven Aspekten gehört z.B. die Rolle von Mileva bei Albert Einsteins physikalischer Arbeit. Auffällig bleibt auch, dass vor allem die Zeit mit Albert Einstein beschrieben wird und wenig außerhalb dessen bekannt ist. 

Im Gesamten wird in dieser teilfiktiven Biographie Albert Einstein in seinen Rollen als Freund, Ehemann und Wissenschaftler sehr schlecht und unsympathisch dargestellt. Mileva hingegen ist erst mutig und kämpferisch, hat aber Schwierigkeiten den Kampf gegen die äußeren Umstände zu gewinnen. 

Mir persönlich bleibt es zu offen, welche Teile der Biographie nun glaubhaft sind und was fiktiv ausgedacht. Gerade da mit Mileva`s Biographie auch Albert Einsteins Person sehr direkt bewertet wird, würde ich mir mehr historisch belegbare Fakten wünschen und eine klarere Distanzierung zwischen Fiktion und Fakten. 

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201 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 103 Rezensionen

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Der Wortschatz

Elias Vorpahl , Julia Marie Stolba
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Vorpahl, Elias, 02.01.2018
ISBN 9783000571695
Genre: Fantasy

Rezension:

In diesem Buch gehen wir zusammen mit einem Wort auf die Suche nach dessen Existenz.

Das Wort wurde durch einen Menschen ausgesprochen, was eine traumatische Erfahrung für das kleine Wort bedeutet. Infolge dessen hat es seine Bedeutung vergessen und versucht nun, durch eine Reise im Land der Sprache, seine eigene Identität wiederzuentdecken. Auf diesem Weg erleben wir gemeinsam die spannende Welt der Wörter – sehen Land und Städte, meistern Gefahren, lernen freundliche oder hinterlistige Worte kennen und gewinnen neue Freunde.

„Der Wortschatz“ ist in meinen Augen eine kreative Entdeckungsreise durch das Land unserer Sprache. Ich persönlich finde den Ansatz sehr ungewöhnlich, bemerkenswert und neu. Der Roman lässt sich flüssig lesen. Die Sprache ist einfach, aber mitreißend gewählt. Der Autor schafft es, den Leser ohne große Mühe direkt in die Geschichte des Wortes eintauchen zu lassen. Als Leser habe ich geradezu bildlich die Reise des Wortes verfolgt und war fasziniert von den Möglichkeiten unserer Sprache. Auf spielerischer Weise veränderte sich der Sinn eines Wortes durch ein Anagramm, Mehrdeutigkeiten werden ausgespielt und Wortspiele gehören zur Tagesordnung. Der Autor bringt den Leser dazu, sich mit der Veränderung der Sprache zu beschäftigen.

Für mich ist dies ein sehr gelungener Roman, dem es mit viel Witz, Humor und Einfallsreichtum gelingt den Blickwinkel des Lesers auf die Sprache zu verändern.

Von mir eine klare Leseempfehlung! 

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348 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 140 Rezensionen

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Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen

Leigh Bardugo , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 06.02.2018
ISBN 9783423761970
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Diana, die siebzehnjährige Tochter der Amazonenkönigin, will nur eines: das Rennen gewinnen. Sie will sich endlich beweisen, ihren Platz unter den Amazonen finden und nicht nur die Tochter der Königin sein. Dafür muss sie gegen die schnellsten Läuferinnen der Insel antreten und gewinnen. Während des Laufes entdeckt sie am Horizont ein untergehendes Schiff und entschließt sich Alia, ein gleichaltriges Mädchen, vor dem Ertrinken zu bewahren. Damit verstößt sie gegen das Gesetz der Amazonen, denn kein Mensch darf Ihre Insel betreten oder eine Amazone sehen. Nach der Rettung erfährt Diana vom Orakel, dass es Alias Bestimmung ist, die Welt ins Unglück zu stürzen und Krieg über die Menschheit zu bringen. Um den Krieg zu verhindern und ihre Heimatinsel zu schützen, reist Diana mit Alia in die Welt der Sterblichen. Dabei begegnet ihr eine unbekannte Welt und sie wird mit Gefahren konfrontiert, die sie bislang nicht kannte.

Das Lesen dieses Buches hat mir viel Spaß bereitet. Es war schön mitzuerleben, wie Diana ihren Platz in der Welt sucht und sich zum ersten Mal behaupten muss. Sie muss sich in der Welt der Menschen zurechtfinden, die sich unendlich stark von der Insel der Amazonen unterscheidet. Der Autorin gelingt es mit viel Humor diese Welten aufeinanderprallen zu lassen und dabei eine glaubhafte Geschichte zu kreieren. Außerdem gefällt mir das Einweben griechischer Mythologie in die Superhelden DC-Welt.

Für alle die den Kinofilm „Wonder Woman“ noch nicht kennen ein Hinweis: Es handelt sich nicht um das Buch zum Film, auch wenn es einige Parallelen gibt, wird hier eine andere Geschichte erzählt. 

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105 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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Die maskierte Stadt

Genevieve Cogman , Dr. Arno Hoven
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783404208883
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt (Klappentext)
Irene, Agentin der unsichtbaren Bibliothek, hat gerade auf einer zwielichtigen Auktion ein seltenes Werk von Bram Stoker gewonnen, als sie und ihr Assistent Kai überfallen werden. Zu spät erkennt Irene, dass es nicht um das Buch, sondern um Kai geht. Er wird mithilfe eines hinterlistigen Tricks entführt. Irene beginnt fieberhaft zu ermitteln. Wer sind die Täter? Wohin haben sie Kai gebracht? Und was wollen sie von ihm? Die Antworten verschlagen selbst Irene die Sprache …

Es handelt sich bei diesem Buch um das zweite Buch aus einer Serie von Genevieve Cogman (das erste Buch der Serie ist „Die unsichtbare Bibliothek“).
Am Buchanfang gibt es eine kleine Einführung in der die Welt, in die der Leser eintaucht, vorgestellt wird (ihr Aufbau, ihre Regeln und Lebensarten: Drachen, Elfen, Menschen). Dieser Beginn führt dazu, dass der Einstieg in die Fantasywelt rund um die Bibliothek leicht gelingt, auch wenn das erste Buch der Serie nicht gelesen wurde.

Irene ist ein sympathischer, charmanter Charakter der gerade dadurch besticht, dass sie nicht perfekt ist. Es gibt keinen überlegenen Superhelden, sondern alle Charakter haben Ihre Stärken und Schwächen. Die Geschichte als solche finde ich durchaus gelungen, interessant und kreativ. Als erwachsener Leser empfand ich persönlich die Handlung in einigen Stellen als zu glatt, ohne Ecken und Kanten und an einigen Stellen als nicht konsequent genug. Ich hätte mir ein wenig mehr Komplexität und Tiefe gewünscht. Allerdings sollte man nicht vergessen zu berücksichtigen, dass dieses Buch primär ein Jugendbuch ist und kein Fantasyroman für Erwachsene!

Fazit:
Ein solider Fantasyroman für Jugendliche, der auch als Erwachsener gut lesbar ist. Wobei durch die mangelnde Komplexität auffällt, dass die Zielgruppe eher im Bereich der Jugendlichen liegt. 

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121 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

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Das Erbe der Rosenthals

Armando Lucas Correa , Ute Leibmann
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783785726020
Genre: Romane

Rezension:

Im Buch gibt es zwei verschiedene Handlungsstränge, die sich am Ende verbinden. Auf der einen Seite muss die elfjährige Hannah 1939 aus Berlin fliehen, da sie eine Jüdin ist. Die Familie gehört zu den besser gestellten, weshalb es Ihnen gelingt, gemeinsam mit Hannahs bestem Freund Leo und dessen Vater, Tickets und Visa für die Überfahrt auf der St. Louis nach Kuba zu bekommen. Leider klappt bei der Flucht vor den Nazis auch in diesem Fall nicht alles so wie geplant und es gibt einige unerwartete Schwierigkeiten. Auf der anderen Seite versucht die elfjährige Anna mehr über ihre Herkunft zu erfahren. Sie hat ihren Vater nie kennen gelernt, er ist vor ihrer Geburt beim Anschlag 9/11 in NY gestorben. Durch einen unerwarteten Brief einer Großtante aus Kuba kommt sie den eigenen Wurzeln auf die Spur und die beiden Geschichten verbinden sich zu einer. 

Was mir zu Beginn des Buches besonders gut gefallen hat, war die für mich eher ungewöhnliche Erzählerperspektive. Denn wie oben beschrieben, wird die Geschichte aus Sicht der beiden elfjährigen Hannah und Anna erzählt. Gerade der Beginn des Buches hat mich gefesselt, denn der Blick von Hannah auf die Vorkriegssituation und die Situation ihrer Familie war für mich sehr aufwühlend. Diese Stärke des Buches, die für mich in der ungewöhnlichen Erzählerperspektive liegt, verwandelte sich nach dem ersten Drittel leider in eine Schwäche. Denn das Verhalten und die Gedankengänge, bzw. Situationsanalysen sind für mich nicht glaubhaft für 11-jährige Mädchen (auch unter der Berücksichtigung, dass man in Extremsituationen schneller reift und zwangsläufig schneller erwachsen wird.)

Dennoch hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Vermischung einer fiktiven Familiengeschichte in historisch echte Geschehnisse (die Überfahrt der St. Louis mit dem hilfsbereiten Kapitän), ist sehr gut gelungen. 

Außerdem kann man in diesem Buch sehr gut Parallelen zwischen 1939 und der aktuellen Zeit sehen. In eigentlich völlig verschiedenen Zeiten können die Probleme von Heranwachsenden sich sehr ähneln, aber vor allem zeigen sich Parallelen zwischen der aktuellen und der damaligen Flüchtlingspolitik während der Judenverfolgung. 

Fazit:
Für mich ist es ein lesenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle, auch wenn es kleine Schwächen hat. 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Schnappschüsse

Christian Vieler
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei riva, 11.10.2017
ISBN 9783742302489
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Augen fixieren das Leckerli, die Flugbahn wird errechnet, wenn nötig wird der Kopf schnell in die richtige Position gebracht, Schnauze auf… danach kommt entweder zufrieden fangen oder einsehen, dass man sich verrechnet hat ;)
Die ganz eigene Art von Christian Vieler die Hunde beim fangen eines Leckerlis zu fotografieren bereitet einem als Leser viel Spaß. Man hat den Eindruck den Hund regelrecht kennen zu lernen, den Tollpatsch, den Zielsicheren, den Verträumten oder gar den Stürmischen. Jeder Hund hat seine ganz eigene Art. Mir haben es besonders die Hunde angetan, bei denen viel Bewegung genutzt wurde um ans Ziel zu gelangen, aber auch die bei denen man schon auf den Bildern sieht, dass der Versuch misslungen ist. Mich bringt das Buch immer wieder zum schmunzeln und ich werde nicht müde es aus dem Regal zu nehmen um erneut darin zu blättern. Die abgebildeten Hunde sind eine gute Mischung aus ganz verschiedenen Rassen, so dass jeder Hundefreund auf seine Kosten kommt und seine speziellen Lieblinge finden kann. Die entstandenen Bilder werden entweder als Einzelbild oder als Serienbilder mit bis zu fünf Bildern je Hund in diesem Bildband zusammengestellt.
Mir gefällt dieser Bildband sehr gut, denn er bringt mich immer wieder zum lachen und ich denke allen anderen Hundefreunden wird es genauso gehen.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Das schöpferische Gehirn: Auf der Suche nach der Kreativität – eine Fahndung in sieben Tagen

Konrad Lehmann
Flexibler Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Springer, 02.10.2017
ISBN 9783662546611
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dieses Buch fasst die aktuellen Forschungsergebnisse zur Kreativitätsforschung zusammen. Es gliedert sich in sieben Abschnitte, die als sieben Tage umschrieben werden. Es wird versucht Kreativität zu definieren, herauszufinden, was kreative Menschen ausmacht, Tests vorgestellt die Kreativität messen, Vorgänge im Gehirn bei der Kreativität betrachtet (sowohl in Bezug auf die Lage der Kreativität, dem Wo, als auch dem Wie), äußere Einflüsse und noch einiges mehr. 
 
Um den wissenschaftlichen Stoff etwas aufzubrechen, versucht der Autor „mit journalistischem Schmiss und Humor“ zu schreiben (vgl. http://www.springer.com/de/book/9783662546611). Eine Rahmenhandlung begleitet den Leser durch das Buch, die als kriminalistische „Fahndung“ die Ergebnisse spiegeln soll.
Mich konnte die Kombination aus der sachlichen Vorstellung der Forschungsergebnisse, denen teils viele Fachbegriffe zu Grunde lagen, und der sachten Kriminalgeschichte nicht überzeugen. In meinen Augen sind Teile des Buches eher für Menschen mit Vorkenntnissen oder der Bereitschaft sich mit zusätzlicher Literatur weiter mit dem Thema zu beschäftigen, da sonst viele Teilaspekte einfach überlesen werden. Die Rahmenhandlung wiederum ist für Laien ansprechend, für andere aber in meinen Augen eher störend. Ich bin mir nicht sicher, welche Gruppe der Autor primär ansprechen wollte. 

Mich konnte das Buch leider nicht ganz überzeugen, auch wenn ich die Zusammenstellung des aktuellen Wissenstandes interessant fand.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Adele Spitzeder

Julian Nebel , Julian Nebel
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei FinanzBuch Verlag, 13.11.2017
ISBN 9783959720489
Genre: Sachbücher

Rezension:

Scheinbar hatte Adele Spitzeder als dies und so gelang es ihr das erste Schneeballsystem der Finanzgeschichte zu starten und relativ lange am Leben zu erhalten.

Das Buch von Julian Nebel gibt einen sehr interessanten Einblick in die Lebensumstände und das Leben der Adele Spitzeder. Der Autor zeigt uns Lesern die Lebensgeschichte von Adele Spitzeder, die sich erst als Schauspielerin versucht, scheitert, sich verschuldet, um sich mit der Gründung der „Dachauer Bank“ aus einem Hotelzimmer heraus selbst zu retten. Damit startet sie das größte Schneeballsystem des ganzen Kaiserreiches, bis dieses 1872 zusammenbricht.

Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat, ist die Tatsache, dass man neben der Lebensgeschichte der Adele Spitzeder viel über die damalige Zeit erfährt. Dieses Hintergrundwissen von der damaligen politischen Situation, des wirtschaftlichen Wachstums und dem Aufstieg der Arbeiterklasse hilft zu verstehen, wie eine solche Betrugsgeschichte überhaupt möglich war.

Die Kombination der Hintergrundinformationen mit der Biographie von Adele Spitzeder machen dieses Buch für mich zu einer gelungenen Zeitreise in die Vergangenheit.
Die Geschichte ist mit 158 Seiten (Quellenangaben bereits abgezogen) nicht die Längste, allerdings liegt darin für mich eher eine Stärke als eine Schwäche. Der Text wurde nicht künstlich in die Länge gezogen, sondern der klare, informative Charakter wurde von Anfang bis zum Ende beibehalten.

Fazit:
Wer etwas über die Zeit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in Deutschland erfahren möchte, dazu interessiert ist an der faszinierenden Lebensgeschichte der Adele Spitzeder und dem ersten bekannten Bankenbetrug im Schneeballsystem, dem ist dieses buch wärmstens zu empfehlen.

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Die Sternennacht

Jimmy Liao , Marc Hermann
Flexibler Einband: 70 Seiten
Erschienen bei Chinabooks E. Wolf, 01.11.2017
ISBN 9783905816693
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Bilderbuch für Erwachsene.

Ein kleines Mädchen lässt uns als Leser in Ihre Welt eintauchen. Sie ist traurig, allein und fühlt sich unverstanden und nicht genug beachtet. Auch in der Schule ist sie ein Außenseiter, ohne Freunde. Eines Tages zieht nebenan ein Junge ein. Er ist schweigsam und gerne allein. Sie freunden sich an, brechen gemeinsam aus Ihrem Alltag aus, bis sich ihr Weg wieder trennt.

Der Text beschränkt sich auf wenige Zeilen passend zum jeweiligen Bild, dass sich entweder auf einer DIN A4 Seite, bzw. auf einer Doppelseite befindet. Der Text ist kurz, prägnant, klar und einfach gehalten.
Die Bilder haben einen kindlichen- teils impressionistischen Stil. Auf den Bildern gibt es einiges zu entdecken, wenn man sich die Zeit nimmt sie genau zu betrachten. Einerseits können berühmte Gemälde entdeckt werden, die eingearbeitet wurden. Andererseits tauchen bestimmte Gegenstände in verschiedenen Bildern immer wieder auf, wobei die Größe und Farben zum Teil verändert wurden.
Für mich passen die Bilder sehr gut zum Text.

Der melancholische, eher traurige Inhalt ist für mich der Ausschlag, weshalb sich das Buch eher an Erwachsene richtet. Die Bilder bieten einigen Platz zum Entdecken, Nachdenken und Reflektieren der heutigen Gesellschaft.

Der Klappentext, genau wie meine Inhaltsangabe verraten den roten Faden der Geschichte und damit die Richtung des Ausgangs, dennoch gibt es auf dem Weg viel zu finden und mich hat das Buch sehr bewegt. 

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364 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 147 Rezensionen

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Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

„Dieses Buch ist eine absolute Erfolgsgeschichte: "Underground Railroad" von Colson Whitehead gewann den National Book Award in den USA, Oprah Winfrey und Barack Obama bezeichneten es als eines der besten Bücher, die sie je gelesen hätten - und in diesem Jahr erhielt Whitehead für seinen Roman auch den Pulitzer Preis.“ (NDR.de)


Mit diesem Wissen begann ich dieses Buch zu lesen und ich muss gestehen, dass ich mich einerseits sehr darauf gefreut habe endlich anfangen zu können und andererseits hohe Erwartungen an das Buch gestellt habe.

Im Buch geht es um die siebzehnjährige Cora, die als Sklavin geboren wurde und ihr Leben lang die Baumwollplantage nicht verlassen hat. Eine Flucht erscheint aussichtslos, doch als die Gewalt im Sklavenquartier nicht mehr auszuhalten ist, findet sie den Mut sich Caesar und seinem Fluchtplan anzuschließen. Caesar plant ihre Flucht mithilfe der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Die Flucht geht durch verschiedenen Staaten, in denen immer wieder andere Gesetze gelten und andere Gefahren lauern. Nur eines ist immer gleich Schwarz gegen Weiß …

Die Underground Railroad ist ein historisch belegbares Netzwerk, das aus schwarzen und weißen Gegnern der Sklaverei bestand, dessen Ziel es war Sklaven die Flucht aus den Südstaaten der USA nach Norden, z.B. in das sichere Kanada zu ermöglichen. „Das Netzwerk erhielt seinen populären Namen, weil man sich seit den 1850er Jahren Metaphern aus der Welt der Eisenbahn bediente, um verschlüsselte Botschaften an die zur Flucht entschlossenen Sklaven zu übermitteln. So war ein conductor ein Fluchthelfer, station hieß eine Unterkunft für Flüchtlinge auf dem Weg, die Flüchtenden wurden als passengers bezeichnet. Es bestand bis 1862.“ (wikipedia)



Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen.

Einerseits liegt es an dem Schreibstil des Autors der sehr nüchtern und lakonisch ist. Die Emotionen bleiben sehr oberflächig. Mir persönlich ist es nicht gelungen eine Verbindung zu den Charakteren aufzubauen und damit ihren erlebten Schrecken mitzufühlen oder mitzuleiden.

Im Gesamten erscheint mir der Handlungsstrang sehr konstruiert und die Charaktere unausgereift.

Was mich persönlich am meisten gestört haben, waren die stilistischen Freiheiten, die sich der Autor genommen hat. Es ist ein fiktiver Roman, bei dem man leider nach dem Lesen nicht ohne zusätzliche Recherche einordnen kann, welche geschilderten Grausamkeiten wirklich in die betreffende Zeit einzuordnen sind. Er schildert einige Grausamkeiten, die in dieser Form geschehen sind, allerdings nicht in dieser Zeit und vielleicht auch nicht zwangsläufig in Amerika (Gräueltaten der Nazis in Deutschland werden adaptiert – die sich ähnlich vielleicht auch in Amerika abgespielt haben, was ich so leider nicht beurteilen kann!)

Die Antwort des Autors auf Fragen zur historischen Genauigkeit in Interviews ist: Es ist fiktiv, aber es hätte so sein können.

Die Underground Railroad wurde als stilistisches Mittel in eine tatsächliche durch Tunnel verlaufende Eisenbahn umgewandelt, wodurch die Geschichte ihren fiktiven Charakter unterstreicht.



Fazit:

Ich bin leider mit den falschen Erwartungen an das Buch herangetreten.

Ich hätte gerne mehr über die Underground Railroad und die Geschichte dahinter erfahren. Mir ein Bild über das Leben und die Flucht der Sklaven gemacht.

Stattdessen habe ich eine Menge Gräueltaten der Menschheit noch einmal geschildert bekommen, die zum Teil zeitlich aber anders einzuordnen sind.

Leider blieb im Buch auch stets die generelle Schublade Schwarz gegen Weiß – auch Cora als schwarzer Hauptcharakter zeigte kein Mitleid gegenüber weißen Fluchthelfern, die ihretwegen starben oder leidenden weißen Kindern. Auch sie beurteilt die Menschen nicht nach ihren Taten, sondern primär nach ihrer Hautfarbe.

Ich kann hier leider kein klares Buch gegen Rassismus erkennen, sondern eher eine Schilderung zu welchen Grausamkeiten die Menschheit in der Lage ist.

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

artensterben, elizabeth kolber, sachbuch, sachbücher

Das sechste Sterben

Elizabeth Kolbert , Ulrike Bischoff
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.07.2016
ISBN 9783518466872
Genre: Sachbücher

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Mädchen grillen anders

Silke Haun
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Löwenzahn Verlag, 02.06.2017
ISBN 9783706626064
Genre: Sachbücher

Rezension:

Was erwarte ich von einem guten Grillbuch?

Ich erwarte Ideen, die neu für mich sind und mich überraschen!

Genau das hat Silke Haun mit ihrem Buch erreicht ;)


Im Buch gibt es Rezepte für den gesamten Grillabend. Angefangen bei Butter Variationen, Chutneys, selbstgemachter Ketchup und Mayonnaise, dazu passende Brote, Salate und viele Beilagen, unter anderem jede Menge verschiedener Gemüsesorten. Fleisch darf auch in einem „Mädchen“ Grillbuch nicht fehlen, deshalb gibt es neben Hühnchenspießen mit Mango-Dip unterschiedliche Burger-Variationen, bei denen sogar die Brötchen selbst gebacken werden können, nach Anleitung. Fisch fehlt auf einem modernen Grill auch nicht und sogar Ideen für den Nachtisch vom Grill sind dabei. Auch für leckere Getränke wird gesorgt ;)

Mich hat dieses Grillbuch begeistert, denn für mich ist grillen tatsächlich mehr als nur Fleisch mit ein bisschen Kartoffelsalat.

Ein gutes Kochbuch bzw. Grillbuch soll mich mit neuen Rezeptideen überraschen und anregen Neues auszuprobieren. Dieses ist hier in meinen Augen voll gelungen.

Außerdem freut es mich sehr, dass auf Zusatzstoffe gänzlich verzichtet wird. Durch die selbstgemachten Soßen braucht man keine Fertigsoßen und auch bei den Burgern weiß man komplett was drin ist. Hier zählt die gute Qualität der einzelnen Zutaten um zu einem leckeren Essen zu gelangen.

Die Fotos zu den einzelnen Gerichten machen direkt Appetit (was nicht verwunderlich ist, da die Autorin Food-Fotografin ist.)

Die Ordnung und Aufmachung des Buches ist sehr hochwertig und stimmig.

Einige schöne Grillabende hat mir dieses Buch schon beschert und ich bin mir sicher es werden noch einige folgen.

Denn ein paar Rezepte gibt es durchaus noch zu testen ;)

 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

wahre geschichten vom sterben

Und du bist weg! Sammelband II, Fälle 6-10

Brigitte van Hattem
Flexibler Einband: 131 Seiten
Erschienen bei Independently published, 10.05.2017
ISBN 9781521256367
Genre: Romane

Rezension:

Brigitte von Hattem ist Autorin und Medizinjournalistin. Im Buch stellt sie uns fünf wahre Geschichten von Todesfällen vor, die sie nacherzählt. (Es gibt einen ersten Sammelband mit weiteren fünf Geschichten).

Die Schriftgröße ist recht groß gewählt und es wurde ein 1 ½ facher Zeilenabstand gewählt, wodurch die Geschichten leicht zu lesen, die 130 Seiten aber auch sehr schnell um sind. Zu jeder Kurzgeschichte gibt es am Ende des Buches noch Anmerkungen die interessante Hintergrundinformationen bereithalten.

Das Hobby der Autorin ist laut Klappentext die Sammlung verzwickte Diagnosen und ungewöhnlicher Todesfälle, wodurch ich außergewöhnliche, unerwartete Todesfälle erhofft habe. Das unerwartete war leider nicht immer gegeben und bei zwei der fünf Geschichten fehlte mir persönlich etwas das Außergewöhnliche.

Dennoch haben mich die Geschichten makabrer Weise gut unterhalten und waren interessant zu lesen. Nur nicht ganz das was ich erwartet habe.

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Bio-Gärtnern am Fensterbrett

Birgit Lahner
Fester Einband
Erschienen bei Löwenzahn Verlag, 29.03.2017
ISBN 9783706626088
Genre: Sachbücher

Rezension:

Du hast keinen Garten? Nicht mal einen Balkon? Das ist wirklich schade, aber willkommen im Club ! Ich leider auch nicht. Sind wir ehrlich, eigentlich keine guten Voraussetzungen um selber frisches anzubauen und zu ernten… Bisher bin ich auch davon ausgegangen, aber dieses Buch hat mich überzeugt, dass es trotzdem geht.

Die Autorin Birgit Lahner hat eine interessante Nische entdeckt und diese mit ihrem Buch meiner Meinung nach gut gefüllt. „Urban Gardening“ gibt es bereits in den verschiedensten Formen; nun kommt die Fensterbank noch dazu ;)

Das Buch gibt einen guten Einstieg auch für alle Einsteiger oder diejenigen die den grünen Daumen erst noch entdecken möchten. Denn zu Beginn werden erstmal die Grundlagen geklärt: Welche Pflanzen eignen sich für den Innenraum, welche für den Außenbereich, Planung, Werkzeug, Vor- und Nachteile verschiedener Pflanzgefäße samt Befestigungen, Substrat und Erde, woran erkenne ich gesunde starke Pflanzen, Pflanzen aus Samen ziehen, Vermehrungsformen, Pflege, Schädlingsbekämpfung…

Allerdings können nicht nur Einsteiger vom Buch profitieren.  In einigen Kapiteln kann wahrscheinlich jeder noch etwas lernen wie z.B über die Eigenherstellung von Düngern, Fruchtfolgen – damit das ganze Jahr geerntet werden kann und der Pflanzkübel nicht das halbe Jahr leer vor sich hinwelkt, Mischkulturen – welche Pflanzen kann man zusammen Pflanzen, welche profitieren gar voneinander.

Danach gibt es noch eine bunte Auswahl an Kräuter- und Gewürzpflanzen, Gemüse, Keimlinge und Sprossen, Essbare Blüten, Obst und Pilzen die in Steckbriefen vorgestellt werden. Im Steckbrief enthalten sind die wichtigsten Daten vom Ursprung, Anbau, Verwendung, ggf. Sortenempfehlung, Ernte und Verwendung. Darunter sind Klassiker wie Tomaten (im Buch Paradeiser, da die Autorin Österreicherin ist), Minipaprika und Basilikum aber auch eher unbekannteres im Eigenanbau wie Ingwer, Zitronengras, Erdmandeln oder Pilze.

Besonders schön finde ich auch die Übersicht des Fenstergartens im Jahresverlauf, in dem man immer wieder nachschauen kann was gerade zu tun ist. So verliert man nie den Überblick und kann seine Pflanzkästen wirklich das ganze Jahr über nutzen.

Ich habe eine Menge neuer Ideen durch das Buch erhalten und freue mich nun auf hoffentlich dauerhaft begrünte Fensterbänke, die nicht nur gut aussehen, sondern gleichzeitig das Essen verfeinern und bereichern ;)

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Gefährliche Côte Bleue

Cay Rademacher
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 08.06.2017
ISBN 9783832198282
Genre: Krimi und Thriller

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146 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

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Der letzte Überlebende

Sam Pivnik , Ulrike Strerath-Bolz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), 01.03.2017
ISBN 9783806234787
Genre: Biografien

Rezension:

„Die Leute fragen mich oft, warum ich so lange gewartet habe meine Geschichte zu erzählen. Das ist eine einfache Frage, aber die Antwort ist es nicht.“

Dieses Zitat vom Cover, sagt schon einiges aus. Die Frage, warum er seine Geschichte nicht schon viel eher niedergeschrieben hat, wird nicht direkt beantwortet. Allerdings kann man es nachvollziehen, nachdem man das Buch gelesen hat. 

Sam Pivnik (ursprünglich Szlamek Pivnik) lässt uns in „Der letzte Überlebende“ autobiographisch an seinem Höllenritt teilhaben, den er aufgrund seiner jüdischen Herkunft durch die Verfolgung der Nationalsozialisten im zweiten Weltkrieg durchleben musste. Er hat mit Hilfe eines Ghostwriters (Mei Trow) seinen Lebensweg nachgezeichnet und lässt uns daran teilhaben.

Aufgewachsen in einem kleinen obeschlesischen Städtchen, war bis zu seinem 13Lebensjahr noch alles normal. Eine glückliche Kindheit, in der unabhängig von religiöser Zuordnung alle Kinder zusammenspielen. Dann kommt die NSDAP an die Macht und die Familie muss mitansehen, wie wenig Menschen ihnen helfen. Nachbarn und Freunde wenden sich ab, die wenigstens versuchen zu helfen. Ein Martyrium beginnt, einzig und allein aufgrund der religiösen Herkunft. 

Mich hat dieses Buch sehr gerührt und ich finde es immer wieder erschreckend, wie brutal die Menschheit sein kann. Der Leidensweg von Sam Pivnik ist eigentlich unvorstellbar, aber gerade deshalb sind Berichte von Zeitzeugen so wichtig. Vor allem da diese bald nicht mehr da sein werden um uns zu berichten.

Es ist ein wichtiges Buch, das meiner Meinung nach jeder lesen sollte (gerade auch die Nachkriegsgeneration – zu der ich selber zähle).

Ein Mahnmal gegen Schubladendenken und vereinfachter Einteilung in Gruppen (nach Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung), heutzutage extrem wichtig – wie eh und je.

Was mich besonders erschreckt hat, war die Tatsache, dass er immer noch das Gefühl hat rechtfertigen zu müssen, warum die Juden selbst sich nicht mehr gewehrt haben.  

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

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Ikigai: Gesund und glücklich hundert werden

Francesc Miralles , Héctor García (Kirai)
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 10.03.2017
ISBN 9783843715607
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Ziel dieses Buches ist es, Sie in die Geheimnisse der japanischen Hundertjährigen einzuweihen, Ihnen zu zeigen wie man ein gesundes, erfülltes Leben führen kann und was man zu tun vermag, um sein eigenes Ikigai zu entdecken.

Wer es gefunden hat besitzt alles Notwendige für einen langen, glücklichen Lebensweg.“

Ikigai ist japanisch und bedeutet Lebenssinn.

Die Autoren Francesc Miralles und Hector Garcia versuchen das Geheimnis der Japaner zu entschlüsseln und uns zu zeigen, warum gerade in Okinawa die Menschen überdurchschnittlich alt werden. Dabei wird uns die Lebensart der Okinawer vorgestellt, da es sehr wahrscheinlich ist, dass diese eine entscheidende Schlüsselfigur spielt für ihr langes Leben. Es geht um die Grundeinstellung zum Leben, die Ernährung, die Bewegung bis hin zum Umgang mit Stress und den Einfluss des sozialen Umfeldes.

Ich fand das Buch grundsätzlich sehr interessant. Man erfährt vor allem viel über das Leben in Okinawa, wo die Menschen überdurchschnittlich alt werden. Einiges davon, war mir vorher schon bekannt, einige Aspekte waren neu.

Grundsätzlich finde ich es allerdings sehr schwer die genannten Aspekte in die westliche Welt zu übertragen. Bei einigen ist es schlichtweg unmöglich, wie z.B. die gleichbleibende Temperatur, die in allen fünf Zonen (Zonen in denen die Menschen überdurchschnittlich alt werden) herrscht. Auch die Ernährung und Lebensweise ist kulturell verschieden geprägt und nicht immer anzupassen. Das soziale Netz in einer Großstadt ist mit dem eines japanischen, abgelegenen Dorfes einfach nicht vergleichbar. Man kann das Wissen über die Wichtigkeit eines intakten sozialen Netzes nutzen, um Freundschaften zu pflegen, allerdings wird es nie dasselbe sein wie in einer japanischen Dorfgemeinschaft.

In meinen Augen, kann man das Wissen über die Lebensart der Okinawer nutzen um sein eigenes Leben zu reflektieren. Ernährung, Bewegung, Sport und soziales Netzwerk sind wichtig um glücklich und gesund zu sein. Vieles ist bekannt und es lohnt sich trotzdem regelmäßig das eigene Verhalten zu prüfen.

Seinen eigenen Ikigai wird man nur finden, wenn man bereit ist sein eigenes Leben zu hinterfragen und für sich zu entscheiden was einem persönlich wichtig ist. Dafür braucht man nicht zwangsläufig dieses Buch, aber es schadet nicht es gelesen zu haben.

„Jeder Mensch hat seinen eigenen Lebenssinn, der sich im Lauf der Jahre immer wieder wandeln kann.“

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93 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

albert einstein, atombombe, bibel, buddhismus, einstein, geheimdienst, gott, gottesbeweis, gottesformel, iran, physik, religion, spionage, universum, urknall

Das Einstein Enigma

J.R. Dos Santos , Paula Porter
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei luzar publishing, 23.03.2017
ISBN 9783946621003
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Unerwartet taucht ein altes, bisher unbekanntes Manuskript von Albert Einstein auf. Ein Teil des Manuskriptes ist jedoch verschlüsselt. Um dieses Problem zu lösen bittet der iranische Geheimdienst den Kryptoanalysten Thomas Noronha bei der Übersetzung zu helfen. Sowohl der iranische- als auch der amerikanische- Geheimdienst geht davon aus, dass sich in dem Manuskript eine Anleitung zum Bau einer billigen Atombombe verbirgt. Grundlage dieser Vermutung ist ein abgehörtes Gespräch zwischen Einstein und Ben-Gurion, dem Premierminister Israels, aus dem Jahre 1951 mit dem das Buch startet. Der Krytoanalyst Thomas gerät zwischen die Fronten und soll als Doppelagent der CIA und des Irans verhindern, dass die Iraner die Lösung für die atomare Aufrüstung erhalten.

Doch, wie der Klappentext schon verrät, liegen beide Geheimdienste falsch. Einstein hat sich nicht weiter mit Atombomben beschäftigt, sondern sich einem viel größeren Thema gewidmet. Er hat versucht die Existenz Gottes nachzuweisen…

Was mich an dem Buch besonders gereizt hat, war die versprochene Kombination aus wahren wissenschaftlichen Grundlagen, verpackt in einem spannenden Roman.

Leider konnte das Buch genau das, in meinen Augen, nicht halten.

Die wissenschaftlichen Aspekte fand ich generell gut umgesetzt. Die Erklärungen waren zum Teil etwas langatmig, dafür aber auch für jeden Laien verständlich. Nur durfte man sich im jeweiligen Kapitel dann nicht ablenken lassen. So konnte man allerdings einiges lernen. Auf der einen Seite über ein breites Feld der Physik: Relativitätstheorie, Quantentheorie, Unschärferelation, Chaos- und String Theorie, Atome und Quarks sind nur einige wenige Schlagwörter. Auf der anderen Seite auch über die verschiedenen Religionen: christliche Bibel, Buddhas vier edle Wahrheiten, der Hinduismus mit dem Brahman, der Taoismus mit Yin und Yang.

Leider konnte die Geschichte, die um diese wissenschaftlichen Themen gesponnen wurde, nicht mithalten. Da ich nichts vom Inhalt vorwegnehmen möchte, ist es schwer zu begründen warum mich die Geschichte nicht überzeugen konnte. Deshalb nur so viel, der Hauptcharakter Thomas ist mir zu naiv, die Geheimdienste sind in ihren Handlungen nicht gradlinig genug und lassen Thomas viel zu sehr freie Hand, die gesamte Entwicklung der Geschichte gelingt zu reibungslos, bis auf wenig Ausnahmen, die dann aber auch nicht konsequent zu Ende geführt werden. Ohne Liebesgeschichte kommt kein Roman aus, auch dieser nicht.

Aufgrund der nicht überzeugenden Geschichte, rund um die wissenschaftlichen Fakten, kann ich nur drei von fünf Sterne vergeben.

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766 Bibliotheken, 33 Leser, 1 Gruppe, 179 Rezensionen

bienen, bienensterben, china, dystopie, england, familie, hoffnung, imker, maja lunde, natur, naturschutz, roman, umwelt, vergangenheit, zukunft

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

Es sind die kleinen Dinge, die uns miteinander verbinden.

Das berühmte Zitat, welches mit dem Aussterben der Bienen auch den baldigen Tod der Menschheit prognostiziert, ist sicherlich einigen bekannt. (Auch wenn es sehr umstritten ist, wer der angebliche Autor dessen war.) Mir geisterte dieser Spruch direkt im Hinterkopf, als ich den Buchtitel und schließlich auch den Klappentext dazu las.

Und so weit hergeholt ist dieser Gedanke auch gar nicht.

Den Leser erwartet ein liebevoll erzählter, unaufdringlicher Roman über drei Familien, deren Leben auf die eine oder andere Art vom Schicksal der Bienen abhängt/ mit dem Schicksal der Bienen verbunden ist.

1852 lebt William, gescheitert als Forscher, Saatguthändler und Familienvater. Verlassen von seinem Mentor Rahm trieb es ihn in die Depression und scheinbar niemand interessiert sich dafür, seine Lebens- und Forschergeister wieder in ihm zu wecken.

Im Jahre 2007 begleiten wir George als Imker und Farmbesitzer in den USA. Ambitioniert und traditionsbewusst leitet er seine Geschäfte und möchte sie gern an seinen Sohn vererben, doch der interessiert sich für andere Dinge. Und dann trifft ihn auch noch plötzlich das unerklärliche Bienensterben.

2098 gibt es schon keine Bienen mehr. Tao ist Plantagenarbeiterin und bestäubt Tag für Tag die Blüten der Obstbäume per Hand. Als eines Tages ihr kleiner Sohn Wei-Wen verunglückt, beginnt für sie und ihren Mann eine Odyssee. Warum will ihr niemand sagen, was ihrem Sohn zugestoßen ist?

Der Roman von Maja Lunde ist ein gelungenes Erstlingswerk im Bereich der Erwachsenenromane. Dass sie sich schon vorher als Kinder- und Jugendbuchautorin einen Namen gemacht hat, merkt man ihrem Stil durchaus an. Einfühlsam leitet sie durch die Schicksale der drei Hauptprotagonisten.

Dieses Buch führt uns durch ein aktuelles Thema unserer Gesellschaft – den Umgang mit der Natur. Und nicht nur mit der uns umgebenden Flora und Fauna, sondern auch unserer ganz eigenen, persönlichen, menschlichen Natur und welche Umgangsformen wir miteinander pflegen, jedoch ohne dabei belehrend den Zeigefinger zu heben.

Die einzelnen Lebensgeschichten der Protagonisten kommen eher als seichte Erzählungen daher. Die Spannung wird in diesem Buch durch die teils sehr kurzen Kapitel erreicht, so dass man immer nur für einen kurzen Moment in die jeweilige Zeit eintaucht. Um dabei den Überblick nicht zu verlieren, tragen die Kapitel jedes Mal den Namen des Hauptprotagonisten. Als Bindeglied zwischen den Charakteren dienen natürlich die Bienen, aber nicht zwingend auf eine Art und Weise, wie man es sich vielleicht vorher denken würde.

Zwischendurch werden immer wieder gut recherchierte Hintergrundinformationen eingewoben, denn das Bienensterben (auch „CCD - colony collapse disorder“) ist keineswegs reine Fiktion – wenn auch weniger dramatisch, als in diesem Buch beschrieben.

Insgesamt erwartet den Leser hier eher leichte Kost, jedoch ohne dabei uninteressant oder langweilig zu wirken. Die Autorin hat es geschafft in diesem Roman ein brisantes Thema zu verarbeiten, dass in mir den Eindruck hinterlassen hat, auch wieder einmal über mein eigenes Handeln nachzudenken.

Positiv erwähnen möchte ich ebenfalls kurz die Gestaltung des Buchcovers. Die natürlichen Farben und das zurückhaltend gestaltete Layout passen sich hier gut in den Grundtenor des Buches ein.

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182 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 98 Rezensionen

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Das geträumte Land

Imbolo Mbue , Maria Hummitzsch
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462047967
Genre: Romane

Rezension:

Jende Jonga verlässt sein Heimatland um in Amerika sich und seiner Familie den „American Dream“ zu erfüllen. Es gelingt ihm nach zwei Jahren genug Geld zu sparen, um seiner Frau Neni und seinem Sohn Liomi auch die Einreise zu ermöglichen.

Schließlich bekommt er sogar einen Job als Chauffeur, in dem er gut verdient. Auf diese Weise trifft der afrikanische Einwanderer den amerikanischen Bankier Mr. Edwards, bei dem er nun angestellt ist. Der Leser kann die Entwicklung beider Familien im Laufe des Buches mitverfolgen, in dem beide Familien sich gegenseitig beeinflussen.

 Den Grundgedanken des Buches fand ich sehr interessant. Zwei Kulturen, zwei Gesellschaftsschichten treffen aufeinander. Durch die Lehman-Krise wird das Leben beider Familien auf den Kopf gestellt. Allein in dieser Kombination habe ich eine Menge Sprengstoff gesehen und einen hochaktuellen Roman erwartet.

Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Die Familien sind in meinen Augen beide zu stereotyp. Auf der einen Seite die schwer arbeitenden Einwanderer, die sich vor allem Wohlstand wünschen und eine bessere Zukunft für ihre Kinder. Auf der anderen Seite die reiche Bankerfamilie mit dem exzessiv arbeitenden Mann der nie zu Hause ist, die Frau, die Drogenprobleme hat und einem Sohn, der alles andere möchte, nur nicht so zu werden wie sein Vater.

Auch das Frauenbild passt in die jeweiligen „Schubladen“. Die afrikanische Frau ordnet sich dem Mann unter, hat nichts zu sagen und folgt. Die amerikanische Frau weiß genau wie sie ihren Mann lenkt, damit dieser das macht was sie möchte.

Mir fehlte der Bezug zu den Protagonisten, da sie in meinen Augen zu sehr bekannte Klischees erfüllen und mich nicht überrascht, sondern eher genervt haben.

Auch den Einfluss der Finanzkrise hätte ich mir persönlich noch größer vorgestellt.

 

Die Geschichte konnte mich nicht mitreißen oder berühren, daher von mir nur 3 von 5 Sternen.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Krieg der Welten

H.G. Wells , Jan Enseling , Hauke Kock
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 26.01.2017
ISBN 9783945493861
Genre: Science-Fiction

Rezension:

„Als sich außerirdische Flugobjekte der Erde nähern, erfahren die Menschen, dass sie nicht allein im Universum sind. Die Fremden sind den Erdbewohnern technisch weit überlegen und machen schnell klar: sie kommen nicht in Frieden. Als die Invasion der Erde beginnt, entbrennt ein Krieg, bei dem nicht weniger auf dem Spiel steht, als das Überleben der gesamten Menschheit…“

Das Buch hat ein sehr interessantes Vorwort, dass die Literarische Stellung und Vorreiterrolle des Buches „Krieg der Welten“ von H.G. Wells eindrucksvoll hervorstellt.

Es war der erste Roman Science-Fiction Roman überhaupt, geschrieben im Jahr1898. Er diente vielen weiteren Romanen als Vorlage und auch anderen Klassikern wie dem berühmten Hörspiel von Orson Wells 1938, dass eine Panik auslöste und Menschen dazu veranlasste fluchtartig die Städte zu verlassen. 

Ich habe mich mit der Bewertung dieses Klassikers sehr schwer getan.

Nach dem Vorwort war ich noch neugieriger auf diesen Klassiker, als ich vorher sowieso schon war.

Nachdem ich die ersten Sätze gelesen hatte, musste ich leider feststellen, dass ich mich sehr schwer damit getan habe, in die Geschichte einzutauchen. Die Sätze sind extrem lang und verschachtelt. Die Wortwahl wechselt zwischen modernen und gängigen Wörtern und alten, heutige nicht mehr  gängigen Worten (bei einem Buch von 1898 nicht sehr verwunderlich).

Trotzdem war ich der Meinung, dass ich mich nur an den unüblichen Satzbau und Schreibstil gewöhnen musste. Leider gelang mir dies nicht. Ich bin über einige offensichtliche Übersetzungsfehler gestolpert, die einfach keinen Sinn machten (z.B. Seite 79 “Ich gab dem Pferd einen Schmitz mit der Peitsche” ). Dadurch und durch die Länge der Sätze habe ich die Orientierung innerhalb der Geschichte verloren und auch den Spaß am lesen.  

Nun blieb für mich die Frage offen, ob der Roman „Krieg der Welten“ an sich nichts für mich ist, oder ob die Neuübersetzung für mich nicht die richtige Version ist. Um dies beurteilen zu können habe ich mir in der Bücherei eine ältere Übersetzung ausgeliehen. Im Vergleich dieser beiden Übersetzungen sind mir doch einige Unterschiede aufgefallen. In der älteren Version sind die Sätze deutlich kürzer (zum Teil aus einem Satz der Neuübersetzung wurden 3 Sätze in der älteren Übersetzung), was mir persönlich das ganze leichter gemacht hat. Ich konnte der älteren Version besser folgen.

Die Neugierde trieb mich zuletzt dazu, beide Versionen mit dem englischen Original zu vergleichen. Dabei fällt auf, dass die Neuübersetzung wörtlich genauer am Original ist (wobei einige Sätze komplett ausgelassen werden). Die ältere Version die mir vorliegt, ist freier übersetzt was sowohl die Satzlänge als auch den deutschen Satzbau betrifft. 

Die Frage, die sich jeder selbst beantworten muss ist nun welche Version er bevorzugt.

Die Neuübersetzung die näher am Original Text ist, oder eine ältere Version.

Ich persönlich wähle die ältere Übersetzung, da diese für mich leichter verständlich ist.

 

Die schönen Illustrationen aus der Neuübersetzung gehen mir damit leider verloren.

Sie sind sehr passend, stilecht und schön als schwarz-weiß Skizzierung umgesetzt.

 

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So groß wie deine Träume

Viola Shipman , Anita Nirschl
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 23.02.2017
ISBN 9783810530394
Genre: Romane

Rezension:

Don pflegt seit Jahren seine an ALS erkrankte Frau Mattie. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die beiden ihr geliebtes Haus am See aufgeben müssen, da Matties Krankheit zu weit fortgeschritten ist. In dem verschachtelten Haus kommt Mattie mit ihrem Rollstuhl einfach nicht mehr zurecht. Nach und nach raubt die Krankheit den beiden den letzten Rest ihres bisherigen Lebens und Don gesteht sich selbst ein, dass er ohne Hilfe Mattie nicht mehr alleine pflegen kann. Schweren Herzens suchen sie sich Hilfe und finden sie in Rose. Schnell wird aus der Aushilfe eine Freundin und auch Roses Tochter Jerri wird mit offenen Armen aufgenommen. Jerri entdeckt die Hochzeitstruhe von Mattie und mit Hilfe der einzelnen Erinnerungsstücke in dieser gibt es eine Zeitreise zu den schönsten Erlebnissen aus Matties und Dons Leben.

 

Das Buch „So groß wie deine Träume“ zeigt wie groß die Belastung einer chronischen Erkrankung auch für die Angehörigen ist. Don pflegt jahrelang seine Frau alleine und muss sich trotz aller Liebe und Hingabe eingestehen, dass er ohne Hilfe nicht weiterkommt.

Mir hat die Idee einer Hochzeitstruhe in der die wichtigsten Erinnerungsstücke aufbewahrt werden sehr gefallen. Auch die Umsetzung anhand dieser Erinnerungsstücke Matties Leben wie in einer Zeitreise Stück für Stück miterleben zu dürfen fand ich sehr schön.

Im gesamten hat mir das Buch sehr gut gefallen.

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109 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

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Es klingelte an der Tür

Rex Stout , Conny Lösch , Jürgen Kaube
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608981117
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rachel Bruner ist reich. Sehr reich. Sie ist schockiert als sie in einem Buch über die teils illegalen und kriminellen Vorgehensweise des FBI liest. Kurzentschlossen verschickt sie das Buch an 10.000 wichtige und hochgestellte Persönlichkeiten. Nur die Reaktion des FBI`s hat sie nicht erwartet, nun wird sie und ihre Familie beschattet. Ein untragbarer Zustand, nur einer kann möglicherweise helfen – Rex Stout. Dieser weiß um die Aussichtslosigkeit des Falles, aber einem Vorschuss in Höhe von 100.000 Euro kann er nicht wiederstehen.

Es handelt sich hierbei um eine Neuübersetzung von „The Doorbell Rang“ von 1965. Zu der damaligen Zeit, waren gesellschaftskritische Äußerungen, die schlechte Zusammenarbeit zwischen Polizei und Geheimdienst und vorallem die Berichterstattung darüber ein Skandal. Heute haben wir diesbezüglich andere Vorstellungen, beziehungsweise wundern uns eher, wenn die Bespitzelung öffentlich wird. Allerdings zeigt das Nachwort von Jürgen Kaube eindrucksvoll die Bedeutung des Buches für die damalige Zeit.

Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Rex Stouts rechter Hand Archie Goodwin geschrieben.

Ich persönlich fand den Klappentext sehr interessant und war gespannt auf mehr. Leider wurde ich nicht so recht von der Spannung mitgerissen. Es gab immer wieder neue Personen und die Zuordnung viel mir gerade am Anfang schwer. Die eingeschränkten Möglichkeiten der Detektiv der damaligen Zeit, Telefonbuch, Telefon, Münztelefon fand ich persönlich nicht störend. Aber an der Art der Erzählung merkte man den etwas älteren Schreibstil und eine andere Entwicklung als man es heute gewöhnt ist. Dies zu mindestens mich nicht fesseln können.

Was mir aber besonders gut gefällt ist der Leineneinband. Schön griffig und angenehm, in Kombination mit dem Format erinnert es wirklich an ältere Bücher – für einen Klassiker sehr treffend.

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103 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

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Weit weg ist anders

Sarah Schmidt
Flexibler Einband: 261 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.03.2017
ISBN 9783458362562
Genre: Romane

Rezension:

Nach einem Sturz im Flur ihrer Wohnung muss die alleinstehende Edith Scholz in die Reha. Dort trifft die verschlossene, grantige Frau auf die quirlige, gesellige, Gesellschaft suchende Christel Jakobi. Das erste Aufeinandertreffen endet für beide in einem Schock und ist nicht angenehm. Trotz all ihrer Gegensätze, entsteht eine Art Freundschaft. So kommt es, dass sie sich nach der Reha erneut treffen. Beide können sich gegenseitig nur schwer einschätzen und verfolgen ihre eigenen Pläne, schließlich wagen sie dennoch ein gemeinsames Abenteuer.

Direkt am Anfang des Buches war ich gefesselt. Die Art und Weise wie die Gedanken und die Gefühlswelt von Frau Schulz beschrieben wurde, nach ihrem Sturz und ihrer misslichen Lage, aus der sie sich nicht selber befreien kann, fand ich großartig. Ich hatte direkt ein glaubhaftes, reales Bild von ihr im Kopf und wurde von der Geschichte in den Bann gezogen. Das Aufeinandertreffen mit Frau Jakobi in der Reha, die Gegensätze die aufeinanderprallen, grandios. Für mich hätten die beiden Protagonisten gerne in der Reha bleiben können, ich hätte sie auf ihrem weiteren Weg dort liebend gerne noch genauer beobachtet. Dieses Interesse beruht wohl auch auf der Tatsache, dass ich als Physiotherapeut schon selbst in einer Reha gearbeitet habe und mir die beschriebenen Szenarien wirklich bildhaft vorstellen konnte. Es hat einfach Spaß gemacht sich in die Patientenrolle hineinzuversetzen.  

Die weitere Reise der beiden Protagonisten nach der Reha habe ich auch gerne weiterverfolgt, aber für mich war das erste Drittel unschlagbar ;)

Fazit:

Ich finde das Buch lesenswert.

Besonders gefallen haben mir die ausgefeilten Hauptcharaktere. Es war schön diese im Laufe des Buches besser kennen zu lernen und am Ende bei so vielen Unterschiede doch auch einige Gemeinsamkeiten entdecken zu können. 

Es ist ein authentisches Buch, das einen über die Vereinsamung beim Alt werden nachdenken lässt.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

gedichte

Der Flohmarkt

Peter Hacks , Klaus Ensikat
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Eulenspiegel Verlag, 15.08.2016
ISBN 9783359017240
Genre: Kinderbuch

Rezension:

„Der Flohmarkt“ ist eine Sammlung von Gedichten von Peter Hacks (geb. 1928 gest. 2003) mit Illustrationen von Klaus Ensikat (geb. 1937). Beide bekamen schon Auszeichnungen für Ihre Kinderbücher bzw. Illustrationen in diesen.

 Leider konnte mich das Buch als Kinderbuch nicht überzeugen. In meinen Augen sind die Illustrationen für ein Kinderbuch zu düster und die Gedichte nicht zeitgemäß. Man merkt an der Wortwahl (z.B. Menagerie,  Schaubude), der alten Rechtschreibung und auch dem Inhalt der Gedichte, dass der Autor seine Hauptwerke in vergangenen Jahrzehnten geschrieben hat.

Für mich ist das Buch eine schöne Zusammenstellung für Erwachsene, die die Werke von Peter Hacks zu schätzen wissen und unter Umständen mit diesen zusammen aufgewachsen sind.

Es ist eine Zeitreise in die Vergangenheit, die es in aktuellen Kinderzimmern in meinen Augen aber schwer hat.

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