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83 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

drogen, erste liebe, liebe, freundschaft, kiffen

High Love

Madlen Ottenschläger
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.12.2013
ISBN 9783551311764
Genre: Jugendbuch

Rezension:

 Bei dem Klappentext habe ich auf eine etwas ander Geschichte zu dem Thema “Jugendliche und Kiffen” erwartet. Etwas Besonderes, wobei auf das Thema viel intensiver eingegangen wird, dass man tatsächlich durch den Konsum von Marihuana auch Psychosen bekommen kann. Das war es leider nicht. Dennoch ein nettes Jugendbuch zu dem Thema.

Manja ist endlich in der Mauer-Clique und mit der, von allen bewunderten, Kati befreundet. Zum ganzen Glück hat auch noch der smarte Moritz Interesse an ihr. Sie kommen zusammen und Manja versucht ihm immer wieder was zum “rauchen” zu beschaffen, damit es ihm gut geht. Dabei verliert sie fast ihre beste Freundin Sophie. Was ist Manja wichtiger? Der Freund und die neu entdeckte Manja, oder die Vernunft und Sophie?

Erster Satz: “Willste?” Sie sieht mich an.

Idee:  Grundsätzlich hat das Buch keine neue Idee. Es gibt zig Geschichten, die das Thema behandeln und durch seine Idee kann es sich nicht hervorheben.

Plot:  Das Thema auf 200 Seiten zu verpacken kommt zwar der jugendlichen Leserschaft zugute, lässt aber wenig Spielraum tiefer in die Geschichte einzutauchen. Ich denke, dass es selbst für die Autorin ein Drahtseilakt war. Insgesamt ist der Plot für die Kürze jedoch ganz gut aufgebaut. Ein etwas abruptes Ende, aber am Anfang überzeugend durch ein langsames Hineingleiten in die Geschehnisse.

Schreibstil:  Für mich, war der Stil viel zu einfach gehalten. Die Sätze sind sehr kurz, sodass man regelrecht durch die Seiten ganz von allein hechtet. Was für eine junge Leserschaft sicher gut ist, empfand ich als kontraproduktiv. Mir fehlte das Verweilen in der Handlung und die Zeit über Dinge nachzudenken. Bei den Dialogen hätte ich mir mehr Dynamik gewünscht. Da “passiert” zu viel zwischen zwei Sätzen. Positiv empfand ich jedoch die Sprache, die ich als zeitgemäß empfand. Die Wortwahl entspricht der Szene und dem Alter der Protagonisten.

Charaktere:  Manja hätte ich zu gerne gerüttelt und gefragt, ob sie wirklich so blind ist. Aber ich denke man ist in dem Alter tatsächlich geflasht von der ersten Liebe, wenn es ein Typ ist, der vorher als unerreichbar galt. Leider hat die Autorin in der Hinsicht ein bisschen zu viel gemacht, denn durch Manjas Gedankengänge, in denen sie eigentlich die richtigen Schlüsse ziehen müsste, wird man als Leser zu sehr darauf aufmerksam gemacht. Ansonsten empfinde ich ihr Verhalten als authentisch. Das Mädchen, das als Mauerblümchen nun etwas wagt. Ein alleiniger Auslandsaufenhalt, gegen Gesetze verstoßen und den Spaß voranzustellen. Das hat mir besonders an ihr gefallen.

Moritz hingegen war nicht ganz so authentisch. Einem Kerl, der so abhängig vom Kiffen ist, dass er Aussetzer bekommt, nehme ich nicht ab, das er unbedingt das neue Mädchen braucht und sie ständig drängt, Marihuana zu besorgen. Jeder Süchtige weiß, woher er seinen Stoff bekommt. Vom THC wird man nicht über Nacht süchtig, wie bei Crack beispielsweise, das bedarf einen längeren Prozess. Auch eine derartige Psychose mit Aussetzern zu bekommen ist schon eher eine heftige Form der Abhängigkeit und nicht Alltag, wie es manchmal in der Geschichte wirkte. Moritz hat mich von daher eher an einen Junkie erinnert. Was jedoch gut bei mir ankam, war eben dieses nervös werden, wenn kein Gras greifbar ist. Das man, nur um etwas zu besorgen, eine Party vorzeitig verlässt. Das war authentisch dargestellt.

Hintergrund:  Die Autorin hat sich eingehend mit dem Thema beschäftigt, das merkt man schon. Für eine fiktive Story in der Kürze hat sie das Beste herausgeholt. Aber man merkt eben dem Geschehen die Fiktion an, was schade ist.  Gut sind die Beratungshinweise am Ende des Buches.

Fazit: Jeder Jugendliche kommt aktiv oder passiv sicher einmal mit dem Thema Kiffen in Kontakt. Aufklärung und Augen öffnen ist da wichtig. Ich lese gerne mal so eine Geschichte, wenn es um das Thema Drogen geht, musste aber feststellen, dass ein fiktiver Text einfach nicht an Tatsachenberichte heran kommt. “High Love” hat dies erneut bestätigt. Für meinen Geschmack wurde nur an der Oberfläche gekratzt. Ob das selbst für Jugendliche ausreicht, zweifle ich an. Ich hätte mir  gewünscht, dass das Buch nach der ersten wirklich guten Hälfte nicht so offensichtlich ein Buch zum Thema Jugend und Kiffen geworden wäre.

Andererseits trägt “High Love” eine ganz andere Message für mich: Das man nicht naiv seinem Partner gegenüber sein sollte und sich treu bleibt. Dass man sich als junges Mädchen traut etwas zu sagen, was im Kopf herumschwirrt, auch wenn es im ersten Augenblick unschöne Konsequenzen hat. Dies zeigt der Roman sehr gut und ist vielmehr dadurch in meinen Augen eine Leseempfehlung an junge Mädchen.

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410 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 43 Rezensionen

dystopie, ashes, zombies, liebe, ilsa j. bick

Ashes - Pechschwarzer Mond

Ilsa J. Bick , Gerlinde Schermer-Rauwolf , Robert A. Weiß , Naemi Schuhmacher
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei INK, 12.09.2013
ISBN 9783863960636
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Alex kämpft mit dem Monster in ihrem Kopf. Ständig ruft es sie und möchte mit aller Macht in den Vordergrund. Sie ist hin- und hergerissen zwischen ihren undefinierbaren Gefühlen zu Wolf und der Sehnsucht nach Tom. Alles läuft auf ein Finale in Rule zu. Tom möchte die Kinder vor Finn und seiner Armee von Veränderten bewahren und setzt dabei sein eigenes Leben aufs Spiel. Werden sich Tom und Alex schlussendlich finden?

Erster Satz: Sein Verstand setzte fast aus.

Idee:  Die neuen veränderten Veränderten ins Spiel zu bringen ist einerseits gut, andererseits habe ich mich gefragt: Warum? So ganz konnte ich das nicht nachvollziehen und auch der Idee dementsprechend eher wenig abgewinnen.

Plot:  Ich muss einfach ein bisschen dazu auch einen Blick auf Teil 3.1 haben, den erst in der Gesamtbetrachtung macht der Plot für mich Sinn. Etwas ist mir jedoch aufgefallen: Trotz der Kürze des Erscheinungstermines der Abschlussbände, war es nicht so einfach, in die Geschichte hineinzufinden. Aber Frau Bick springt wie gewohnt in den Perspektiven der Figuren und hinterlässt solche Cliffhänger, dass man gezwungen ist die Seite umzublättern um weiterzulesen. Ich bin allerdings schon nach drei Büchern von den Handlungsträngen sehr erschlagen gewesen und auch wenn im Finale alles zusammenkommt, hätte ich mir einen strafferen Plot gewünscht. Zu viele Details und Gedankengänge. Zu viel Handlung die dann leider zum Schluss doch noch viel zu viele Fragen offen lässt. Einerseits fand ich das Ende gut. Interessant, mal was anderes und eher unerwartet. Andererseits ärgere ich mich darüber, weil ich immer noch meine, da müsste noch was kommen. Vielleicht noch mal eine Kurzgeschichte?

Schreibstil:  Eigentlich muss ich mich nicht mehr dazu äußern, wenn ihr meine anderen Rezensionen zu der Reihe gelesen habt. Keine Frage: Lisa J. Bick hat einen tollen Stil. Mitreißend, packend, beängstigend plastisch brutal. Das kann sie eindeutig. Mich würde auch mal eine andere Seite von ihr interessieren, denn obwohl sie gut schreibt, habe ich genug von Blut, Hautfetzen und hervorstehenden Knochen. Zum Glück liegt im Abschlussband der Fokus wieder etwas mehr auf der Handlung.

Charaktere:  Alex macht noch mal eine Entwicklung durch, bedingt durch das Monster in ihrem Kopf. Ich habe nicht unbedingt damit gerechnet, aber es hat mir gefallen, dass die Autorin darauf bewusst mehr eingegangen ist. Ich finde gut, das Chris, Ellie und Tom zusammen mit Alex die zentralen Handlungen dargestellt haben. Es wirkte so strukturierter und man war mehr bei der Figur, als in dem Vorgänger-Buch.

Hintergrund:  Auch hier kann ich nur wiederholen: Die Autorin setzt ihr fundiertes Wissen perfekt ein.

Fazit: Ich habe es geschafft. Endlich. Das war mein erster Gedanke beim Zuklappen des Buches. Zum Glück etwas besser als Teil 3.1, aber an die ersten beiden Bände, vor allem dem Auftakt kommt es nicht ran. Wurde der erste Band noch sehr durch die Geschichte von Alex und Tom getragen, hat diese sich über die Reihe meiner Meinung verloren. Im Abschluss taucht sie wieder auf, aber zu viele andere Figuren und Handlungen lagen dazwischen. Aber das ist Geschmackssache und als Endzeitromanserie kann ich nur sagen, dass sie gut ist. So sehr ich mich auch durch die letzten beiden Teile etwas gequält habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als gut zu werten.

Für alle, die Endzeit lieben, es brutal und blutig lieben und mal ein bisschen Aufklärung in Sachen Waffen haben möchten.

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72 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

steampunk, jennifer benkau, romance, sieben verlag, london

Schlüsselherz

Liv Abigail
Buch: 230 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.09.2013
ISBN 9783864432170
Genre: Fantasy

Rezension:

Hinter Liv Abigail verbirgt sich Jennifer Benkau, was für mich allein schon Grund genug war, dieses Buch zu lesen. Der Titel, “Schlüsselherz”, deutete für mich  auf eine stempunkig angehauchte Geschichte hin. Der Reiz im Steampunk war bei mir schon immer da und kann man ein Buch mit so wunderschönem Cover liegen lassen?

Cera, die wundervolle Puppe, die dazu geschaffen wurde mit Tanz zu verzaubern, sorgt sich um ihre verschwundene Freundin. Sie heuert den Buchhändler Valender an, der eher in die Rolle des Detektivs hineinschlittert. Der wiederum hat sein eigenes Geheimnis: Einen Vater, der gegen alle “Magischen” hetzt und nicht weiß, dass sein Sohn selbst diese besondere Fähigkeit hat. Valender ist verzaubert von Cera, die ebenfalls Gefühle für ihn empfindet. Doch sie ist eine Puppe und muss jeden Tag zu ihrem Besitzer zurück, um das ihr Uhrwerk aufziehen zu lassen. Werden sie Ceras Freundin finden und selbst zueinander?

Erster Satz: London hüllte sich in Grau und versteckte sich im schräg fallenden Regen wie hinter Schraffierungen von Bleistiftstrichen.


Idee: Steampunk gepaart mit Krimi und Liebe. Ungewöhnlich, aber umso mehr interessant. Die Liebe zwischen einer Puppe und einem Menschen gibt den gewissen Romeo und Julia – Touch. Sehr gute Idee.

Plot:  Ich fühlte mich eine ganze Zeit sehr verloren und dachte schon, mir würde das Buch überhaupt nicht gefallen. Allerdings stellte sich zum Schluss alles als genau richtig heraus. Die Verstrickungen und Wirrungen, die schlussendlich zueinander finden und alles Auflösen sind gut gewählt.

Schreibstil:  Ich finde man liest Jennifer Benkau absolut heraus. Sicher ist der Stil etwas anders,  aber man liest es ebenso gerne, wie ihre anderen Werke. Detailverliebt, aber nicht auf die nervige Art, mit einem besonderen Witz und Charme.

Charaktere:  Cera ist eine liebenswürdige, aber auch toughe Puppe. Sie ist in meinen Augen gut aufgearbeitet. Ich kann nicht genau sagen, was es ist, aber leider konnte ich sie nicht so ins Herz schließen wie andere Charaktere aus der Feder von Jennifer Benkau. Sicher ist Cera besonders durch ihre Eigenständigkeit. Am Beginn merkt man ihr die Puppe sehr an, z. B. durch das Stellen eines Rädchens, um zu erröten. Das verliert sich im Laufe der Handlung  und Cera wirkt so etwas zu menschlich.

Valander war lange auch nicht der Typ, mit dem ich Kaffee trinken würde, aber ich finde seine Details sehr ausgeklügelt. Ein eher verschrobener zurückhaltender Buchhändler entfaltet seine wahre Bestimmung zum Detektiv. Und nicht nur das, auch die Liebe zu Puppe Cera verändert ihn.

Hintergrund:  Ich fand die ganze Szenerie toll. Ich mag dieses Victorianische und die Dampfsachen und Automaten. Das was mich allerdings gestört hat, war das Jahr. Ich konnte der Geschichte 2012 nicht abnehmen. Dabei fand ich es gut, wie Modernes unserer heutigen Zeit in dieses Steampunksetting gebracht wurde. Leider bekam ich die Jahreszahl während des Lesens nicht aus dem Kopf.

Fazit: Steampunk mit dem ich gekämpft habe, das lag zum einen an dem für mich nicht ganz passendem Setting in heutiger Zeit, zum anderen wurde ich mit Cera nicht wirklich warm und fühlte mich im Plot erst verloren. Ansonsten eine tolle Geschichte. Für mich mal was anderes.

Für jeden, der Jennifer Benkau mag und gerne mal Steampunk kennenlernen möchte.

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dämonen, geister, kami garcia, fantasy, dämone

The Legion - Der Kreis der Fünf

Kami Garcia , Franca Fritz , Heinrich Koop
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 28.10.2013
ISBN 9783570162705
Genre: Jugendbuch

Rezension:


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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Papierroboter

Nick Knite
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei h.f.ullmann publishing, 01.09.2013
ISBN 9783848004225
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ich habe schon mal ein Papertoy-Buch von h.f.ullmann publishing bei Blogg dein Buch ergattert und als ich die Papierroboter gesehen habe, musste ich mich dafür bewerben.

Was erwartet euch?

25 Papierroboter zum auslösen, falten, kleben und stecken. Bei meinem großen Sohn und seinem Cousin hat sich das Buch zu einem richtigen Renner entwickelt. Die Roboter sind in verschiedene Klassen aufgeteilt, je nachdem, was ihre besondere Eigenschaft ist. Da gibt es z. B. die Crawler oder die Walker. Es gibt ein Inhaltsverzeichnis, was einen guten Überblick verschafft. Dort sind alle Modelle gelistet und ebenso die Schwierigkeitsstufen, die sich in Einfach, Mittel und Fortgeschritten unterteilen.

Es gibt eine Einleitung zum Thema und grundlegende Tipps, um die kleinen Spielzeuge gut zusammenbauen zu können. Das Buch gliedert sich dann in zwei Teile. Im ersten Teil findet man die Roboter. Jedem ist eine Doppelseite gewidmet. Links das Foto vom fertigen Teil und rechts eine Anleitung und Geschichte zu dem Roboter. Im zweiten Teil befinden sich dann die Bastelbögen. Alle vorgestanzt und mühelos austrennbar.

Das Basteln macht viel Spaß und weckt das Kind im Erwachsenen. Mein achtjähriger Neffe liest die Anleitungen selbstständig, schafft aber noch nicht alles beim Zusammenbau, da sehr viel Feinmototrik gefragt ist.  Zusammen macht es richtig Freude. Man braucht selbst bei den einfachen Modellen ein wenig Übung. Manchmal ist die Anleitung verwirrend, aber mit ein wenig kreativem Geschick kann man auch leicht ohne Anleitung mit Hilfe das Bildes die Roboter gut zusammenbauen.

Da ich auch die Papiermonster habe, möchte ich ein bisschen vergleichen:
Gut ist die Aufteilung in Anleitungsteil und Bastelbogenteil. Bei den Papiermonstern hat man die Bastelbögen direkt hinter der Anleitung, was irgendwann das Buch in der Handhabe schwierig macht. Die Schwierigkeitsgrade sind meiner Meinung nach einen Tick schwerer als bei den Monstern. Was ich  bei den Robotern vermisse, sind Blankobögen, die gab es bei den Monstern. Da konnte man dann sein Modell noch farbig gestalten. Vielleicht eine Idee für eine der nächsten Auflagen.

Fazit:  Papertoys basteln macht Spaß, vor allem wenn man dazu noch kleine Geschichten zu den einzelnen Modellen lesen kann. Damit kann sich die ganze Familie beschäftigen. Etwas Übung und Geduld sollte man mitbringen, aber wenn man den Bogen raus hat, kann man in einen regelrechten Bastelsog geraten. Immer wieder gerne empfehle ich diese tollen Bücher.

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81 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, zombies, endzeit, zombie

Lost Land - Der Aufbruch

Jonathan Maberry , Heinrich Koop , Franca Fritz , Dirk Steinhöfel
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger GmbH, 15.07.2013
ISBN 9783522201766
Genre: Jugendbuch

Rezension:

“Lost Land” war im letzten Jahr eine meiner Überraschungen. Durch “Ashes” hatte ich Lust auf Zombies bekommen und zu “Lost Land” gegriffen, was von eineigen Bloggern positiv bewertet wurde. Die Reihe von Jonathan Maberry zeichnet sich durch den anderen Umgang mit Zombies und einer tollen Brüderbeziehung aus. Lange hatte ich die Fortsetzung hier jetzt liegen, aber bei so einem Sommer hatte ich nicht wirklich Lust auf das Thema. Eine Schande, Benny, Tom, Nix, Lilah und Co. so lange unangetastet warten zu lassen. Eine wirklich tolle Fortsetzung.

Tom hat die Kids in den letzten Monaten seit dem Tod von Rotaugen–Charlie unterrichtet. “Klug wie ein Krieger” sollen die Jugendlichen handeln, wenn es ins Leichenland geht. Alle Vorbereitungen werden getroffen um sich nach Osten aufzumachen, um dort den mysteriösen Jet zu finden. Doch die Routen, die Tom selten nimmt, erweisen sie sich als nicht so sicher wie gedacht. Der Zusammenstoß mit einem Rhinozeros trennt die Gruppe und bringt alle Beteiligten in Gefahr. Gameland scheint auferstanden und auch mit den Zombies und Menschen passieren unübliche Dinge. Da gibt es eine Leiche, die nicht “zurückgekommen” ist und wandelnde Tote, die plötzlich nicht nur schnell, sonder auch in gewisserweise intelligent handeln. Ein fulminanter Showdown erwartet nicht nur die Gruppe um Benny und Tom, sonder auch einer ganzen Kompanie an Zombiekartengrößen.

Erster Satz: Benny Imura war empört, als er erfuhr, dass die Apokalypse mit Hausaufgaben verbunden war.

Idee:  Es war ja aus Teil 1 schon zu erahnen, was in der Fortsetzung passiert. Gameland ist eine schreckliche Erfindung, aber für einen Zombieroman genau das Richtige. Maberry bleibt sich auch hier treu kein reines Gemetzel zum Kern der Geschichte zu machen. Das ist etwas, was ich ganz besonders an der Reihe mag.

Plot:  Der Großteil der Geschichte platziert sich im Leichenland. Was mir besonders gefallen hat, waren die Perspektivenwechsel, die es dem Autor ermöglichten auch von verschiedenen Plätzen aus zu schreiben. So bleibt die Spannung nahezu den gesamten Plot über oben. Das Buch ist wieder aufgeteilt, dieses Mal in fünf Teile mit jeweiliger Überschrift und Zitat. Das mag ich immer gerne, obwohl ich so in der Handlung versunken war, dass ich gar nicht wirklich sagen kann inwiefern die Teile in sich funktionieren. Die Geschichte beginnt ein paar Monate nach dem Fall von Rotaugen–Charlie. Es fiel mir überhaupt nicht schwer wieder in das Geschehen hineinzufinden. Sofort war man mit den Charakteren vertraut und schnell in die Ereignisse eingebunden. Das hat mir sehr gut gefallen. Maberry hat hier und da die wichtigen Dinge aus dem Auftakt der Serie Revue passieren lassen und das teilweise sogar aus der Sich von verschiedenen Figuren.

Einträge aus Nix‘ Tagebuch bringen mehr Nähe zum Geschehen. Eine tolle Idee, diese einzubringen.

Der Epilog ist mir besonders aufgefallen, denn er hat noch mal 4 Unterkapitel. So was habe ich bisher noch nicht gesehen, aber es bringt viel Neugierde auf den dritten Teil und was darin passiert.

Schreibstil:  Wieder hat mich der Autor in das Setting ziehen können. Er schafft es besonders durch seine Figuren eine ganz besondere Stimmung zu schaffen. Obwohl es ein Zombieroman ist, habe ich den Text gerne gelesen. Maberry übertreibt nicht mit blutigen Szenen. Es gibt sie ausreichend, aber für meine Begriffe dominiert dabei nicht der Ekelfaktor sonder die Handlung. Das macht diese Reihe sehr sympathisch.

Charaktere:  Der Autor versteht es besondere Charaktere zu erfinden, die alle ihren Platz in der Handlung bekommen. Dabei bedient er sich zwar klassischer Klischees, bindet diese aber perfekt ein um die Figuren authentisch wirken zu lassen. Zu Benny und Tom habe ich schon einiges in der Rezension zu “Lost Land – Die erste Nacht” geschrieben. Benny wächst mit den Ereignissen. Besonders sympathisch war mir die Beziehung zwischen ihm und Nix. Der Autor lässt uns an den Gefühlen der Beiden zueinander teilhaben und unterstreicht dadurch, dass es sich immer noch um Teenager handelt, die in dem ganzen Grauen ihre erste Liebe erfahren. Auch bei Lilah und Chong wird es thematisiert.

Tom ist und bleibt einer meiner Lieblingscharaktere überhaupt. Ich habe eine Schwäche für diesen Samurai entwickelt und werde sicher beim Anblick eines Katanas immer an seine Kämpfe denken. Alleine wegen ihm möchte ich diese Reihe gerne verfilmt sehen.

Im zweiten Teil dieser Reihe begegnen uns endlich einige der größten Zombiekartenberühmtheiten. Sei es in positivem, wie auch im negativen Sinne. J–Dog und Dr. Skillz haben es mir sehr angetan und ich fand sie gerade durch den  Surfer–Slang authentisch. Ich hoffe, dass es in Teil drei ein Wiedersehen mit all diesen wunderbar ausgedachten Figuren gibt. Man sollte ihnen ein Videospiel widmen, denn sie erinnern mich an all diese Spiele in denen man sich solche “coolen” Charaktere basteln und erspielen kann.

Hintergrund:  Nach wie vor bleibt die Frage offen, warum es zu den Zombies kam und um allem noch eins draufzusetzen, bleibt der Leser zudem im Dunkeln, was es mit den “neuen” Zombies auf sich hat. Hat mich das gestört? Wie auch schon beim ersten Teil: nicht im Geringsten! Dafür schafft der Autor Charaktere mit gutem Hintergrund zu erschaffen und rückt diese in den Vordergrund. Das Buch enthält viel Zwischenmenschliches, was mir sehr gefallen hat.

Fazit: Um ehrlich zu sein frage ich mich, trotz der Themen im Epilog, wie Herr Maberry diese Geschichte weiterschreibt. Nicht alle Figuren überleben Gameland, was im Grunde okay ist, denn ich finde Kampfszenen, aus denen alle Beteiligte unversehrt herausgehen unglaubwürdig, aber hier hat er schon einen Hammer gebracht. Und dennoch: Unter all den apokalyptischen Romanen wird Lost Land als Reihe für mich immer eine Perle sein. Ich finde die Bücher besonders, weil sie Tiefe haben. Eben weil die Zombies anders gesehen werden und es gute geschriebene Bücher sind. Mit der Fortsetzung hat Maberry einen, wie ich finde, spannenderen Teil als den Auftakt geschaffen, der mich zu Tränen gerührt hat.

Nicht nur für Zombiefans, auch etwas für Liebhaber toller Charaktere, die gegen ein bisschen Gemetzel nichts einzuwenden haben.

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321 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

grischa, fantasy, jugendbuch, der dunkle, magie

Grischa - Eisige Wellen

Leigh Bardugo , Henning Ahrens
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.07.2013
ISBN 9783551582966
Genre: Jugendbuch

Rezension:

“Grischa” war eine Überraschung für mich. Dass ich mich in diesem russisch angehauchtem Setting so wohl fühle, hätte ich beim lesen von “Grischa – Goldene Flammen” nicht gedacht. Ich habe mich sehr auf Teil 2 gefreut. Er hat ein bisschen warten müssen, aber dafür hatte ich umso mehr Spaß damit.

Alina und Maljen möchten sich ein neues Leben auf der anderen Seite der Wahren See aufbauen, doch das gestaltet sich gar nicht so einfach. Alina ist geschwächt, da sie ihre Macht nicht benutzt. Der Dunkle ist hinter ihr her, denn er möchte ihr weitere Kräftemehrer verschaffen. Auf dem Weg zurück über das Meer soll die Meeresgeisel gefunden werden, die den zweiten Kräftemehrer darstellt. Doch Alina und Maljen kommt der Freibeuter Sturmhond zur Hilfe und befreit sie aus den Fängen des Dunklen. In Os Alta erfahren sie mehr über den geheimnissvollen Sturmhond und Alina tritt eine wichtige Stellung an.

Erster Satz: Früher, lange bevor sie die Wahre See befuhren, hatten der Junge und das Mädchen immer wieder von Schiffen geträumt: Schiffe, randvoll mit Geschichten, verzauberte Schiffe mit Masten aus wohlriechendem Zedernholz und mit Segeln aus purem Gold, von Jungfrauen gesponnen.

Idee:  Mir hat Sturmhond als neuer wichtiger Charakter  als Element in der Geschichte sehr gut gefallen. Vor allem der Teil, der auf dem Meer passiert war meine Lieblingspassage. Eine gute Idee.

Plot: Für meine Begriffe hat das Buch drei Teile. Einen sehr temporeichen ersten Teil, der viel auf hoher See spielt, einen zweiten, ruhigeren Teil, indem die Charaktere sehr stark hervorstechen und ein fulminantes Finale, indem das Tempo rasch angezogen wird. Ich hätte mir ein wenig von dem spannenden ersten Teil mehr im zweiten gewünscht. Die Handlung funktioniert und bringt auch Wendungen mit sich. Eine Entwicklung in der Geschichte, die ich so nicht erwartet habe, aber es bleibt das Gefühl eines Ungleichgewichts. Der zweite Teil ist sehr geprägt durch die politische Aspekte Rawkas und wie die Figuren damit umgehen. Man sieht viel mehr die Charaktere, was mir gut gefallen hat.

Schreibstil: Leigh Bardugo bleibt sich treu: Prolog und Epilog sind in der dritten Person, der Haupteil als Ich-Erzähler geschrieben. Gerade in der ersten Hälfte bleibt man am Ball und kann das Buch kaum aus der Hand legen, so spannend ist es geschrieben. Die russischen Begriffe sind immer noch kleine Stolpersteine für mich gewesen, aber sie machen eben den besonderen Charme aus und schnell habe ich mich wieder daran gewöhnt und mich nicht im Lesefluss behindern lassen.

Charaktere: Mir ist mit “Eisige Wellen” Maljen näher gekommen und auch sympathischer in Erinnerung geblieben. Habe ich mich im ersten Teil genau wie Alina vom “Dunklen” hinreißen lassen, war in der Fortsetzung um die Beziehung zwischen ihr und Maljen von Hoffen und Bangen geprägt. Er schlägt sich gut, mit einer mächtigen Grischa als Freundin, während diese sich selbst neu kennenlernen muss. Alina hat es nicht einfach. Ihre Macht steigert sich und sie muss lernen damit umzugehen um sich nicht in ihr zu verlieren. Sie wächst mit ihren Aufgaben und stellt sich dem Schicksal womöglich nie ein “normales” Leben zu führen, wie sie mit Maljen zu Anfang hofft. Maljen hingegen erweist sich nicht nur als unübertroffener Fährtensucher, sondern auch als hervorragender Diplomat. Auf nahezu magische Weise schafft er es die Menschen in seinen Bann zu ziehen und versteht sich mit jedem.

Maljen und Alina wirken viel erwachsener als ihr Alter, was ich verzeihe, da dieses Buch eine reine Fantasygeschichte beherbergt.

Sturmhond, als neuer Charakter hat mich gepackt. Er ist alles und doch gut durchdacht. Man muss seine freche Art lieben und oft hatte ich bei ihm ein Grinsen im Gesicht. Ich bin gespannt, was im dritten Teil mit ihm passiert.

Hintergrund: Mir gefällt immer noch diese russisch angehauchte Fantasy-Welt. Leigh Bardugo hat ihr Leben eingehaucht, sodass man  sich ihrem Zauber nicht entziehen kann. Der Leser erfährt mehr über die Hintergründe der Charaktere und auch zu den Kräftemehrern. Sehr gut fand ich, dass auf die Kriegsvorbereitungen eingegangen wird. Ich habe mich wieder wohlgefühlt in Rawka und beglückwünsche die Autorin zu dieser tollen Welt, die sie uns geschenkt hat.

Fazit: Ich bin etwas Reihenmüde in letzter Zeit und jeder Fortsetzung wende ich eine gewisse Skepsis zu, denn meistens steht die Handlung im zweiten Teil einer Trilogie. Die Autorin hat es jedoch geschafft nicht langweilig zu werden oder sich mit an den Haaren herbeigezogenen Handlungen zum finalen Teil zu hangeln. Neue Charaktere bringen interessante Wendungen und so hat die Fortsetzung  mindestens genauso viel Spaß gemacht, wie der Auftakt dieser wundervollen Trilogie. Ich freue mich jetzt schon wieder nach Rawka entführt zu werden und bei diesen Vorlagen kann die Geschichte im dritten Band nur gut werden. Eine klasse Fantasy-Story die nicht zu sehr abschweift, aber genügend Details liefert, um in eine andere Welt abzutauchen.

Für alle die  den ersten Teil gelesen haben ein “Muss”. Alle anderen sollte zu Grischa greifen, um  sich an reine Fantasy heranzutasten und dem russischen Charme erliegen möchten. Für Trilogiemüde, die mal etwas anderes haben wollen.

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211 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

liebe, wald, thriller, liberty bell, familie

Liberty Bell - Das Mädchen aus den Wäldern

Johanna Rosen
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.06.2013
ISBN 9783401068046
Genre: Jugendbuch

Rezension:

REZENSION VON DANNY

Die
Geschichte von Libery Bell und Ernesto wurde uns auf der Leipziger
Buchmesse im März von Arena vorgestellt und hat mich neugierig gemacht.
Das Buch wurde von einer der renommiertesten, deutschen Autorinnen unter
Pseudonym geschrieben, die mit diesem Roman ein neues Genre
ausprobieren möchte.


Es
ging mal nicht um eine dieser fantastisch angehauchten
Liebesgeschichten, wie man sie in den letzten Monaten zuhauf gelesen und
gesehen hat. Sondern sie spiegelt den neuen Trend von sogenannten
“Contemporary”-Texten (realen Geschichten) wieder. Ich habe mich also
auf eine reale Geschichte mit zarter Liebe eingestellt. Umso
überraschter war ich über die Wendungen des Buches.


Erster Satz: Eine frühsommerliche Hitze lag über der Stadt.


Idee:
Wenn man den Klappentext und auch die Zusammenfassung vom Einband
liest, erwartet man eine ‘zarte Liebesgeschichte’ zwischen einem Jungen
und einem Mädchen, das fernab von Zivilisation aufgewachsen ist. Alleine
diese Idee bietet genug Stoff und Spannung, um damit einen Jugendroman
zu füllen. Aber daraus einen Thriller zu stricken, der an Verwirrungen
und Verstrickungen nur so strotz, macht das Ganze noch mal eine Nummer
interessanter, vielschichtiger und tiefer.


Als
uns Arena den Text im März vorstellte, dachte ich in der ersten Sekunde
an den Film “Nell” bei dem ebenfalls ein Mädchen in den Wäldern
gefunden und in die Zivilisation gebracht wird. Ich könnte mir gut
vorstellen, dass das vielleicht ein kleines Bisschen als Ideengrundstein
der Autorin gedient hat.


Spoiler





Direkt zu Beginn der Geschichte, noch bevor Kapitel Eins
anfängt, liest man zwei Rückblenden von verschiedenen Situationen an
unterschiedlichen Orten. Auch im weiteren Verlauf der Geschichte bringt
die Autorin diese Rückblenden, die jeweils nicht aus Sicht vom Erzähler,
sondern entweder aus der Sicht des Täters oder des Opfers erzählt
werden. Diese Rückblenden sind sehr “entrückt” erzählt, sodass man am
Anfang gar nicht recht versteht, was diese Rückblende zu bedeuten hat.
Erst am Ende der jeweiligen Szene wird einem (meist mit nur einem Satz)
klar, was da gerade passiert ist.




 


Plot: Ernesto
und seine Freunde fahren in den Wald, um ein Mädchen, was einer der
Jungs durch Zufall “entdeckt” und beim Nacktbaden gefilmt hat, zu
suchen. Sie finden sie, verschwinden aber wieder, als sie sehen, wie es
eine Art Bisamratte tötet und häutet.


Ernesto
kann das Mädchen aus dem Wald aber nicht vergessen und fährt ein
zweites Mal hin. Dort angekommen findet er nicht nur Liberty Bell,
sondern auch einen seiner Kumpels (Jaden) mit seinem Cousin, die sie in
die Ecke drängen und dabei filmen. Es kommt zu einem Unfall, bei dem
Liberty Bell den Cousin schwer verletzt und flüchtet. Nachdem Ernesto
die Nacht bei ihr im Wald verbracht hat, um es nicht alleine zu lassen,
werden sie “Dank” des verletzten Cousins gefunden. Liberty Bell wird in
das örtliche Krankenhaus gebracht und unterliegt fortan ständiger
Überwachung. Kaum ist das Mädchen in der Stadt, geschieht ein
blutrünstiger Mord an einem alten Mann. Kurz darauf stirbt Ernestos
Kumpel Jaden bei einem Unfall…


Und
plötzlich steht man mit beiden Beinen in einem waschechten Thriller,
bei dem man sich immer wieder fragt, welcher der braven Bürger des
Städtchens ist nun der Mörder beziehungsweise Täter.


Mit
der Erwartung einer zarten Liebesgeschichte bin ich in das Buch
gestartet, die man auch im Grunde bekommt, aber dazu noch eine
Hintergrundgeschichte, die verworrener nicht sein kann. Im Laufe des
Buches nimmt der Fokus auf die Liebesgeschichte zwischen Liberty Bell
und Ernesto immer mehr ab, um viel mehr auf den Grund, Warum sich
Liberty Bell überhaupt im Wald aufgehalten hat, zu schwenken.


Im
ersten Moment war ich enttäuscht, aber dann wollte ich wissen, warum
plötzlich Charaktere starben, die offensichtlich nicht in näherer
Verbindung mit der Hauptprotagonistin standen.


Und alles lässt sich auf die beiden Rückblenden zu Beginn des Buches zurückführen.


Spoiler





Rückblenden zu Beginn des Buches: Die hingebungsvollen,
verliebten Gedanken eines pädophilen Vergewaltigers (wie allerdings erst
am Ende der Rückblende klar wird) und die rauschartigen Gedanken einer
Frau, die neben einem Kind liegt, das stirbt (was ebenfalls erst am Ende
der Rückblende klar wird).



Schreibstil:
Erzählt wird aus der Sicht von Ernesto, mal etwas anderes (und
Erfrischendes), als immer nur aus der Sicht einer starken Heldin zu
lesen. D.h. Liberty Bell lernt man nur durch Ernestos Erzählungen kennen
und man befindet sich (fast ausschließlich) im Kopf des Helden. Ich
brauchte eine ganze Weile, bis ich mich in die Geschichte eingefunden
hatte. Vor allem die Dialoge sind sehr umgangssprachlich geschrieben,
sodass ich einige Sätze doppelt lesen musste. Die einzige Erklärung, die
ich mir selbst dafür geben kann, ist die, dass aus der Sicht des
männlichen Protagonisten erzählt wird, und Jungs immer anders ‘erzählen’
(cooler, selbstsicherer usw.) als Mädchen. Das ist mir damals auch
schon in ‘Unschuld’ von Usch Luhn aufgefallen, da war auch aus der Sicht
des männlichen Protagonisten erzählt. Ich finde diese Art der “Sprache”
immer sehr schwierig, denn es verlangsamt den Lesefluss und ermüdet.
Ich mag eine flüssige Schreibe, die sich gut runterlesen lässt, ohne ins
Stocken zu geraten. Aber vielleicht braucht man gerade diese, um die
Jugendlichen zuerreichen – um anzudocken.


Charaktere:
Die Autorin schmeißt Charakter um Charakter in die Geschichte, dass ich
von Anfang an den Überblick verloren habe. Selbst jetzt, beim
anschließenden Resümee, kann ich nicht mehr sagen, wer alles dabei war,
und welche Rolle der oder diejenige gespielt hat (oder ob er oder sie
überhaupt eine Rolle hatte). Ich gehe sogar soweit zu behaupten, ein
oder zwei Charaktere weniger, hätten der ganzen Geschichte keinen
Abbruch getan und würden den Leser nicht so überfordern. Leider führt
genau diese Charaktervielfalt dazu, dass sämtliche Nebencharaktere sehr
blass erscheinen und sich nicht (außer durch Namen) voneinander
unterscheiden. Was bei mir zum Schluss dazu geführt hat, dass es mir
“egal” war, wer da gerade gesprochen hat, weil ich sie sowieso nicht
auseinanderhalten konnte.


Spoiler





Zum Beispiel hat Ernesto 5 Freunde. Ronan, Salvadors, Jaden,
Darayavahush und Mose. Für mich gefühlte zwei Jungs zu viel. Dazu
nochmal fünf Mädchen (die aber erst im späteren Verlauf der Geschichte
dazukommen und nur eine (Sally) einen wirklichen Teil zur Geschichte
beiträgt.

Zu
der ganzen Charaktervielfalt kommen dann noch die verschiedenen Orte
hinzu. Es gibt zwei Restaurants/Bars, ein Krankenhaus, diverse
Jungenzimmer, Häuser und andere Schauplätze, bei denen man aber soweit
gut mitkam.


Ernesto,
der Hauptprotagonist, ist siebzehn und einziger Sohn des plastischen
(halb querschnittsgelähmten) Chirurgen des Ortes. Er hat die Schule fast
beendet und soll ab dem Herbst (wie nicht anders zu erwarten) Medizin
studieren. Auch jetzt im Nachhinein kann ich nicht wirklich sagen, wie
Ernesto “ist”. Sobald es aber um Liberty Bell geht, kämpft er für sie
und will sie beschützen. Er fühlt sich für sie verantwortlich, was ihn
sehr sympathisch macht.

Liberty
Bell ist das Mädchen aus dem Wald. Man lernt sie nur durch ihre
Reaktionen und das, was Ernesto über sie denkt, kennen. Das machte es
mir als Leserin sehr schwer, mich mit ihr zu identifizieren oder sie “zu
verstehen”. Sie ist mutig und entschlossen und lässt sich nicht
kleinkriegen. Etwas, was ich sehr an ihr mochte.


Spoiler





Ich fand Liberty Bells Eingewöhnung in die neue Umgebung zu schnell.
Sie wird vom Wald in die Zivilisation gebracht und bereits wenige Tage
später fährt sie Auto und nimmt alles als “selbstverständlich” hin. Sie
stellt zwar Fragen, und ist neugierig, aber stellenweise fand ich das zu
wenig. Auch fand ich es seltsam, dass sie Ernesto gegenüber nicht
scheuer gewesen ist. Schließlich hat ihre Mutter ihr beigebracht, das
Männer “böse” sind.

Auch
Ernestos Einstellung gegenüber seiner Familie finde ich seltsam. Es
wird war alles als kühl und unterkühlt bezeichnet, aber als Sohn
(mega)reicher Eltern sollte er entweder eine richtige
‘Scheissegal’-Einstellung haben, oder etwas mehr Interesse zeigen, zumal
er sich nicht als der widerspenstige, aufsässige reiche Chirurgensohn
darstellt, dem langweilig ist und der nicht weiß, was er mit seiner
Freizeit anstellen soll. Stattdessen wird nur berichtet, dass er selten
mit seinem Vater spricht (weil er viel arbeitet) und noch weniger mit
seiner Mutter. Das ist in meinen Augen ein wenig dünn.


Über
den Antagonisten will ich nichts schreiben, denn wenn ich das täte,
müsste ich nur spoilern und das würde doch ziemlich viel der Spannung
rausnehmen. Nur so viel: Bis zum Schluss ist nicht klar, wer der Täter
ist.

Hintergrund: Ich mag gut durchdachte, stimmige Geschichten und Hintergründe.


Spoiler





Ein pädophiler Kinderschänder in Oregon, der sich an einem
zehnjährigen Mädchen vergehen will. Eine Frau in Kalifornien, die sich
in einem Rausch befindet und nicht mitbekommt, dass neben ihr ein Kind
stirbt.


Zwei
Situationen, die unterschiedlicher nicht sein können und doch
unmittelbar miteinander verknüpft sind. 21 Jahre später wird in Oregon
ein 17-jähriges junges Mädchen im Wald gefunden und in die Zivilisation
gebracht. Was folgt, ist ein toter Vietnamveteran, der auf den ersten
Blick so gar nichts mit dem Ereignis zu tun hat. Erst langsam, Schritt
für Schritt wird klar, was damals ,1991, wirklich passiert ist.

Ganz ehrlich: Thriller sind nicht mein Genre.


Genauso
wie bei Filmen, mag ich “Hollywood”-Geschichten, die einfach “schön”
sind und mich mit einem Lächeln das Buch am Ende weglegen lassen. Bei
Thrillern habe ich nicht dieses Gefühl, eher das Gegenteil ist der Fall.
Bei Thrillern wird man mit “kranken Köpfen” konfrontiert, die es
durchaus auch in der Realität geben kann. Ich frage mich auch immer
wieder, wie man sich als Autor eine solche Geschichte einfallen lassen
kann, denn gerade bei Thrillern steht und fällt die Geschichte mit einem
“perfekt bösen” Antagonisten. Und weil ich einfach die heile, schöne
Welt mag, gibts bei mir auch selten so “perfekt böse” Charaktere.


In
dieser Geschichte haben wir einen “perfekt bösen” Antagonist, der mir
einen Schauer nach dem Nächsten über den Rücken laufen lässt. Das macht
einen guten Thriller aus – das macht ‘Liberty Bell – Das Mädchen aus dem
Wald’ aus.


Spoiler





Ich habe mich jedoch gefragt, warum die Autorin die Geschichte in
den USA spielen lässt. Bei den vielen Interviews, die wir geführt haben,
war heraus zuhören, dass das Setting zur Geschichte passen muss. Und
was spricht dagegen, ein kleines verschlafenes Nest irgendwo im
Schwarzwald oder in Bayern zu nehmen? Oder ist es deshalb USA geworden,
weil das soweit weg liegt und so die Realität von Deutschland fernhält? –
Frei nach dem Motto – bei uns in Deutschland gib es so was nicht.

Außerdem
sind für mich einige Fragen nicht gelöst worden. Wie ist Libby zu Annie
gekommen? Wo hat sich Ruby all die Jahre aufgehalten? Was genau hatte
Flavio mit allem zu tun? Es wird zwar klar, warum der Antagonist tut was
er tut, aber auch hier ist mir die ein oder andere Verstrickung zu viel
eingebaut.  




Fazit: Ein
absolutes Überraschungsei. Es täuscht durch einen plätschernden Anfang,
um dann mit einem blutigen und spannenden Ende zu enden. Dazwischen
gibt es, viel Spannung, ganz viel Rätsel, eine Menge Blut und eine zarte
Liebe.


Wer
also nach einer rosa-roten Liebesgeschichte sucht, sollte einen großen
Bogen um ‘Liberty Bell’ machen, denn das ist nichts für das schwache,
liebesgeschichtenhungrige Mädchen (oder auch Jungen). ‘Libery Bell – Das
Mädchen aus den Wäldern’ ist ein Jugendthriller mit ganz vielen
kaputten Charakteren und einem (in meinen Augen) ziemlich pervers,
kranken Antagonisten.

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471 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

liebe, fantasy, jennifer benkau, jugendbuch, himmelsfern

Himmelsfern

Jennifer Benkau
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei script5, 16.09.2013
ISBN 9783839001431
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Himmelsfern – allein der Titel ist so wunderschön. Unterlegt von einem wundervollen Cover, dass einem zuruft: Lies mich! Jennifer Benkau ist die  bei mir meistgelesene Autorin in diesem Jahr, wobei sie sich ganz leise in mein Herz geschlichen hat. Umso mehr habe ich mich gefreut, ihr neuestes Werk unabhängig vorab lesen zu dürfen. Ich werde mich bei meiner Beschreibung kurz fassen, denn die Geschichte sollte absolut nicht gespoilert werden.

Noa lebt mit ihrem Vater in einfachen Verhältnissen. Sie liebt das Poi-Spiel und laute Musik. Während eines U-Bahn Unglücks wird ihr von einem Unbekannten das Leben gerettet. Ein Schutzengel – so glaubt sie. Noa macht sich auf die Suche nach ihrem Retter und trifft dabei auf Marlon. Ihr Leben nimmt eine Wende und sie wird in eine unglaubliche Geschichte gezogen.

Erster Satz: Das Gefühl überkam mich flüchtig wie ein Déjà vu von fallenden Federn und gleichzeitig drängend, als drücke eine Hand gegen meine Brust.

Idee:  Puh, das wird schwierig zu erklären, ohne etwas zu verraten. Grundsätzlich finde ich die Idee, die mit dem Erinnern zu tun hat, sehr schön. Das, was Marlons eigentliches Problem stellt keine neue Idee dar. Aber ganz egal, es ist ein Buch von Jennifer Benkau und das allein ist Grund genug es zu lesen. :-)

Plot:  Bis zur Hälfte fand ich die Geschichte richtig super, teils lustig, frisch, jugendlich und dynamisch im Tempo. Dann empfand ich einige Längen, die ich erst anmeckern wollte, was sich aber im Rückblick als passend empfindet. Der Schlussteil war dann wieder schneller im Tempo und auf den letzten Seiten dermaßen emotional, dass ich tatsächlich kaum noch lesen konnte, weil ich vor Rührung weinen musste.

Schreibstil:  Jennifer Benkau schreibt einmalig, das kann ich nur immer wieder betonen. Sie erzählt als Ich-Erzählerin Präsens. Dabei bleibt sie ihrem Stil an sich die meiste Zeit treu. Die Erzählstimme ist jedoch sehr jugendlich und unbeschwert am Beginn, was wunderbar zu Noa passt, man aber von Dark Canopy, Dark Destiny und Stolen Mortality nicht gewöhnt ist. Während der Länge im hinteren Mittelteil habe ich ein wenig von dem Zauber vermisst, den ihre Schreibe sonst mitbringt, aber Frau Benkau findet zum Schluss zurück, um auf den letzten Seiten so pur emotionsvoll den Leser zu packen, dass man das Buch ganz aufgewühlt zuklappt.

Charaktere:  Eine Poi spielende Hauptprotagonistin! Da kann ich nicht anders, als sie zu mögen. Ich würde es selbst gerne können, hab aber keine Geduld dazu. Dann der Name: Noa. Mag ich auch gerne und ganz abgesehen davon, dass sie laute Musik mag, ist sie Jennifer Benkau gut gelungen. Sie wirkt authentisch mit ihren Macken und auch den rotzfrechen Kommentaren.

Dass Marlon so wichtig wird, meint man zunächst gar nicht. Ich mochte ihn, aber er ist nicht unbedingt der Typ, den man anhimmelt. Er hat seine aggressiven Aussetzer, die man im späteren Verlauf des Buches versteht. Außerdem möchte er Noa beschützen und das am besten auch vor sich selbst.

Olivier erscheint mir etwas zu passiv, da hätte man etwas mehr draus machen können, gerade weil er der Antagonist ist.

Ganz toll haben mir wieder Nebencharaktere gefallen: Noas Vater, mit dem ich mich sicher gut verstehen würde, da er doch einen jugendlichen Touch hat und Rosalia, Noas Freundin, die zwar das Klischee der quietschenden besten Freundin erfüllt, aber dennoch ihren Charme hat.

Von Emma würde ich gern mehr hören, diesem Mädchen, dass sich ihrem Schicksal mit Stolz hingibt.

Hintergrund:  Leider muss ich an diesem Punkt etwas meckern. Ich finde es hinkt hier und da mit der Logik, vor allem wenn es um das Vergessen und Erinnern geht. Dinge die erst als so unmöglich angedeutet werden, passieren dann doch. Das hat mich ganz persönlich etwas genervt. Es wird alles erklärt, keine Frage, aber dennoch befindet sich das für mich alles auf ganz dünnem Eis. Mir hat der Antagonist zu wenig Motivation für sein Handeln, oder es ist zumindest so bei mir angekommen.

Was jedoch sehr gut recherchiert wurde, ist das Poispiel. Ich hatte angenommen, das dem eine wichtigere Rolle zuteil wird, aber dem ist nicht so. Dennoch kann man Noa hautnah erleben, wenn sie das Feuer schwingt.

Fazit: Trotz der Längen und dem Hintergrund, die für den Punktabzug verantwortlich sind, kann ich diesem Buch eine wirkliche Leseempfehlung geben. Es könnte mehr gemeckert werden, wenn man ein Erbsenzähler sein möchte. Viel einfacher ist es jedoch sich tragen zu lassen und Zeuge einer Geschichte zu werden, die so bitter und ehrlich ist und zeigt, das Zeit manchmal so irrelevant ist.

Für alle, die über Längen hinwegsehen, tiefe Gefühle lieben und einen nicht ganz so düsteren Jennifer Benkau Roman erleben möchten.

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476 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 64 Rezensionen

dystopie, zombies, ashes, liebe, endzeit

Ashes - Ruhelose Seelen

Ilsa J. Bick , Sonja Schuhmacher , Naemi Schuhmacher , Gerlinde Schermer-Rauwolf
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei INK, 09.08.2013
ISBN 9783863960070
Genre: Jugendbuch

Rezension:

“Ashes – Ruhelose Seelen” ist eines der von mir meisterwarteten Bücher in diesem Jahr. Als ich erfuhr, dass der eigentliche Abschlussband für die deutsche Version in zwei Teile aufgesplittet wurde, war diese Freude etwas gehemmt. Sicher keine schlechte Entscheidung, da so ein schwerer Wälzer vermieden wurde, nur leider natürlich im Punkt Plot somit schwer zu bewerten. Zum Glück bringt Egmont Ink den finalen Band “Ashes – Pechschwarzer Mond” nur einen Monat später raus.

Die Handlung ist sehr komplex und daher fällt mir eine eigene Inhaltsangabe schwer.  Ich versuche dennoch, ein paar Aspekte zu fassen:

Alex ist mit der Gruppe um Wolf unterwegs, der sie aus ihr unerfindlichen Gründen beschützt. Gleichzeitig bemerkt sie, wie sich das Monster in ihr regt und ungeahnte Fähigkeiten verleiht.
Peter verändert sich total. (Es wird ziemlich ekelig.)
Totgeglaubte tauchen wieder auf.
In Rule bricht alles durch Peters und Chris’ Verschwinden nach und nach zusammen, sodass die Verschonten fliehen wollen. Die Situation eskaliert jedoch.

Erster Satz: Einen solchen Sturz in die Tiefe hatte Alex nur ein einziges Mal erlebt.

Idee:  Ich frage mich wohin die Geschichte führt und über die Idee einer Hälfte eines Buches zu urteilen, ist natürlich schwierig. Es gibt bisher Entwicklungen, die ich so erahnt habe, aber es passieren auch unvorhergesehene Dinge. Das was mit Alex geschieht, lässt mich dennoch gut werten, auch wenn ich vielleicht sonst einen Punkt weniger vergeben hätte.

Plot:  Wie schon gesagt ist es schwierig das zu beurteilen, denn das Buch endet mitten in der Story. Aber wer schon die Vorgänger kennt, weiß, das Frau Bick ein unsagbares Talent für mehrere Handlungsstränge hat. Ich frage mich immer wieder, wie sie den Überblick behält. Nach langer Zeit in eine so komplexe und geballte Handlung einzusteigen, fiel mir überraschend leicht. Dennoch muss ich Kritik üben. Mir kam es vor, als würde die Geschichte um Alex und auch um Tom fast auf einer Ebene mit all den anderen Ereignissen stehen. Zu sehr stehen Brutalität, Hautfetzen und Unmengen von Blut im Vordergrund. Natürlich hat diese sehr gute Darstellung bisher fasziniert, aber beim Lesen konnte ich mir nicht die Frage verwehren, ob Frau Bick selbst nicht sicher war, wohin die Reise geht. Die Handlung scheint in den Hintergrund zu treten um mehr Raum für Blut zu lassen. Aufschluss bringt wohl der letzte Teil – hoffe ich. So veranlasst es mich aber leider zu Punktabzügen.
Sehr gut jedoch hat die Autorin es geschafft den Leser die meiste Zeit über bei der Stange zu halten. Die kurzen Kapitel mit wechselnden Personen und Schauplätzen haben das Buch an den Händen und Augen kleben lassen.

Schreibstil:  Altbewährt: dritte Person im Präsens, dazu wechselnde “Point of Views”. Schon im letzten Band hat es mich gestört, dass der Fokus sehr auf Waffen und Kämpfe liegt. Das beherrscht die Autorin wie keine andere. Sie steigert sich in diesem Band noch und hat selbst mich dazu gebracht zu würgen. Ich kann einiges ab, heule kaum bei  rührenden Szenen und konnte früher brutale Szenen gut gucken. Heute geht das nicht mehr und Frau Bick hatt es wirklich geschafft, die Szenen so echt zu schreiben, dass mir ernsthaft übel wurde.

Charaktere: Zu nah will ich hier nicht auf die Figuren eingehen. Es ist der dritte Band der Reihe und jedem Leser der eigentlichen Trilogie dürften alle Protagonisten ein Begriff sein. Es gibt fast zu viel, zumindest für meinen Geschmack. Man verliert schnell den Überblick und muss sich erst mal sortieren um jede in den Richtigen Handlungsstrang zu stecken. Dabei sind sie keineswegs schlecht. Jeder einzelne ist gut angelegt, hat seine Eigenheiten und die Handlungen sind durchdacht, aber die eigentlichen Hauptcharaktere, Alex und Tom, rücken viel zu sehr in den Hintergrund. Das finde ich schade, denn sie sind immer noch die durchdachtesten Figuren.

Hintergrund:  Dazu möchte ich gar nicht mehr ausführlich werden. Lisa J. Bicks Wissen ist fundiert und sehr gut recherchiert. Wow!

Fazit: Dieses Buch ist brutal. Fast immer gibt es Hirnmasse, Hautfetzen, eklige Sachen zu Essen oder einfach Handlungen einer Figur, während man von deren Standpunkt aus liest, die abartig sind. Wer so was verträgt, liegt mit Ashes goldrichtig. Leider war es mir fast zuviel davon und zu wenig tief gehende Handlung. Als Film sicher ein FSK 18 und auch als Lesempfehlung würde ich das so sehen. Da wäre 14 doch arg früh. Dennoch fiebere ich dem Finale entgegen, weil ich einfach keine Vorstellung habe, wie das Ganze ein Ende findet. Und trotz der Brutalität bleibt diese Reihe ein “Must-Read” für mich.

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259 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

alzheimer, liebe, motorrad, vargas, familie

Verlieb dich nie in einen Vargas

Sarah Ockler , Katrin Weingran
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbt, 26.08.2013
ISBN 9783570162729
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Da habe ich mit etwas sommerlich leichtem gerechnet, fand das Cover zu kitschig, um eine wirklich gute Story zu erwarten, und habe einfach nur auf ein nettes Romeo und Julia Geplänkel für zwischendurch gehofft. Was habe ich bekommen? Ein Buch, das ernster ist, als man meint und!mich! zu Tränen gerührt hat.

Judes Papi hat  frühzeitig Alzheimer. Um ihn bei sich zu halten schmiedet sie einen Plan, nachdem sie Papis alte Harley gefunden hat. Das Teil soll wieder fahren und einen Vater-Tochter Trip ermöglichen. Nur wer repariert das Ganze? Um Kosten zu sparen, wird kurzerhand der unerfahrenste Mitarbeiter eines Biker-Laden angeheuert. Zu spät merkt Jude, dass es sich bei dem smarten Puertoricaner um Emilio Vargas handelt. Jüngster Spross einer, von ihren Schwestern erklärten, Herzensbrecherdynastie. Doch Jude kann nicht anders. Emilio ist süß und versteht sich prima mit Papi, der beim Werkeln an der Harley er selbst bleibt. Doch die Krankheit schreitet voran und das Dreigestirn in Form von Judes Schwestern reisen an. Jetzt kann sie Emilios Identität nicht mehr verbergen. Aber der Kampf um Emilio bleibt nicht der einzige.

Erster Satz: Das Gesetz der Wahrscheinlichkeit sieht vor, dass ein Mädchen mit drei älteren Schwestern wenigstens ein Paar süße Shorts erben sollte, die ihm tasächlich passen.

Idee: Nicht neu, wenn man den Part der Liebesgeschichte ansieht. Zusammen mit der Geschichte um den kranken Vater jedoch gut.

Plot: Nach Beenden des Buches dachte ich: Toller Aufbau. Vom lustig amüsanten Anfang wird es immer ernster, bis ich zum Schluss einfach nur noch traurig war. Ganz allmählich führt uns die Autorin in diese Situation. Manchmal war ich mir allerdings nicht gerade sicher, welche Kernhandlung das Buch hat. Ist es die Liebesgeschichte oder das Drama um die Krankheit des Vaters. Der Titel des Buches hätte passender gewählt werden können. Für mich steht nicht die Lovestory im Vordergrund, sondern Judes Selbstbehauptung und -findung. Dennoch finde ich das alles schlüssig zusammen findet und das Timing gut passt. Zudem ein Buch, was mich gefesselt hat und ich kaum aus der Hand legen konnte.

Schreibstil: Ich mochte sehr das jugendlich  Flapsige am Anfang. Es wirk aus Judes Sicht als Icherzählerin im Präteritum wunderbar passend und man merkt auch am Stil die Entwicklung der Protagonistin.  Die spanischen Worteinwürfe waren toll, aber durch ihre Häufigkeit etwas gewöhnungsbedürftig beim Lesen, da erst mal die Aussprache sitzen musste.

Charaktere: Mir haben die Charaktere sehr gefallen. Jude fand ich  authentisch. Passend zum Plot entwickelt sich auch das junge unbeschwerte Mädchen in eine ernste Richtung. Sie übernimmt  Verantwortung und kümmert sich mit viel Hingabe um ihren Papi. Natürlich will sie nicht wahrhaben, dass Papi immer öfter Aussetzer hat. Gegenüber ihrer drei Schwestern hat sie sich noch nie behauptet, wird aber durch die Situation unweigerlich damit konfrontiert. Emilio ist natürlich auf den ersten Blick ein Bad Boy. Ein Biker der gerne oben ohne schraubt und das klischeehafte Lächeln samt Grübchen aufweist. Aber Jude erkennt, dass Emilio eine verletzliche und sensible Seite hat. Er ist anders als  seine Brüder, da er einen schweren Schicksalsschlag mit sich herumträgt.

So traurig es auch ist, musste ich mich sehr über Judes Vater amüsieren. Er ist einfach sympathisch und wird meine Lieblingsfigur in dieser Geschichte bleiben.

Die Figuren haben ihre eigenen Macken, was ich gut finde. In meinen Augen ist Jude, wenn auch teils überdreht, altersentsprechend. Emilio ebenso, auch wenn er im ersten Moment dem Klischee entspricht.

Hintergrund: Mit Alzheimer wird hier natürlich ein heftiges Thema angesprochen, scheint mir aber gut recherchiert zu sein. Ebenso die Reparatur an der Harley wirkt authentisch. Mir hat das Einstreuen der spanischen Worter gut gefallen, weil es so das Setting viel näher gebracht hat.

Fazit: Ich hatte viel Spaß beim Lesen. Auch wenn Klappentext und vor allem das Cover etwas irre führen. Wer eine Liebesgeschichte such, findet sie, aber für mich steht die Krankheit des Vaters und Judes Entwicklung dahingehend mehr im Fokus. Am Anfang musste ich lachen und am Ende weinen, jedoch fand ich das Buch klasse. Eben weil es überrascht und für mich eine Wichtige Message trägt. Das Leben ist zu kurz, drum sollte man es genießen und manchmal einfach loslassen.

Für alle, die ein sommerliches Buch mit ernstem Hintergrund mögen.

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497 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

dystopie, godspeed, science fiction, raumschiff, liebe

Godspeed - Die Ankunft

Beth Revis ,
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Dressler, 01.08.2013
ISBN 9783791516783
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zunächst griff ich zu Godspeed, weil ich Kryoschlaf und Raumschiff im Klappentext gelesen habe. Teil eins war gut, aber erst Teil zwei hat mich umgehauen. Dementsprechend war ich gespannt, ob sich Beth Revis noch steigern konnte und bekam mit Teil drei einen Abschluss den ich so nicht erwartet habe. Wow!

Amy und Junior landen das Shuttel der Godspeed. So hoffnungsvoll, wird schon während des Landeanflugs klar, dass etwas nicht stimmt. Das Shuttel kommt vom Kurs ab, weil von irgendwas getroffen wurde. Kaum gelandet, tauen die Erdenbürger auf und kriechen aus ihren Kryosärgen. Amy ist glücklich ihre Eltern in die Arme zu schließen. Ihr Vater übernimmt das militärische Kommando. Als das Shuttel droht sich dauerhaft abzuschotten flüchten Erdenbürger und Juniors Leute in die neue und aufregende Welt von Zentauri-Erde. Doch Amy und Junior sind misstrauisch. Warum finden sie eine Siedlung und was hält Amys Vater vor den Kolonisten versteckt? Hält Amy den Avancen stand, die der junge Soldat Chris macht? Zentauri-Erde mit den zwei Sonnen: Neuanfang oder Untergang?

Erster Satz: “Warte”, sage ich, und mir schlägt das Herz bis zum Hals.

Idee: Ich brauch wohl nicht mehr erwähnen das ich die Grundidee liebe. Bei diesem Teil finde ich sie noch übertroffen. Ganz nach meinem Geschmack. Aber ich müsste spoilern und das würde nur den Lesespaß trüben.

Plot: Es war total unvorhersehbar in welche Richtung es geht. Ich hab mir das ein oder andere überlegt, aber was Frau Revis schlussendlich daraus gemacht hat ist grandios. Filmreif! Die ganzen Verstrickungen und Elemente der Handlung so gut ineinaderzubauen zeugt von ihrem Talent. Sie überrascht und scheut es nicht neue Figuren einzubauen und alte sterben zu lassen.

Schreibstil: Altbewährt wird mal aus Amys und mal aus Juniors Sicht in der Ich-Perspektive im Präsens erzählt. Zwar hatte ich immer noch das Problem, wenn ich mitten im Kapitel aufgehört habe, im ersten Moment nicht zu wissen bei wem ich gerade bin, aber das ist nur ein kleines Manko. Schnell und zügig zu lesen, fiel es mir noch schwerer, dieses Buch aus der Hand zu legen. Das sich Frau Revis wirklich noch gesteigert hat ist unglaublich. 

Charaktere: Amy und Junior müssen sich ganz neuen Dingen stellen. Junior verlässt zum ersten mal das Raumschiff. Das Zusammenleben mit den Erdenbürgern ist gespalten. Akzente und unterschiedliches Aussehen und eine Welt ohne Wände, was Amy vertraut ist, macht den Schiffbewohnern und Junior Angst. Durch Chris, den jungen Soldaten bring Beth Revis eine Nebenbuhler in das Geschehen, aber keine Angst, dies ist kein klassisches Love-Triangle. Durch die neuen Charaktere (Amys Eltern, Chris …) wird das Spielfeld noch mal neu aufgerollt. Darin versteht sich die Autorin bestens, denn es wirkt keineswegs konstruiert. Jede Figur hat seinen Platz. Amy und Junior haben genug Raum für neuen Konflikt und seine Lösung. Ihre Beziehung wird auf die Probe gestellt und sie wachsen daran.

Hintergrund: Sich so einen tolle Welt auszudenken braucht viel Kreativität und ich habe Respekt vor der Autorin sowohl was das Konstrukt der Godspeed, als auch des Planeten angeht. Da hat sich jemand viel Gedanken gemacht. Auch wenn ich in Band eins noch einige Dinge hinterfragt habe, wirkt alles insgesamt stimmig und kommt real rüber. Klasse!

Fazit: Absolut überraschend ist der Abschlussband, wie die Trilogie ansich in der Gesamtheit auch. Für mich eine absolute Leseempfehlung. Es ist Liebesroman, Sience Fiction und Thriller zugleich. Etwas ganz anderes zwischen all den anderen Jugendbüchern. Unerwartet und grandios. Toll geschrieben und dadurch packend. Ein Pageturner den man kaum weglegen kann.

Für alle! Godspeed gehört für mich zu dem Must-Read-Trilogien. Vor allem für diejenigen die gerne ins All fliegen möchten um neue Welten zu entdecken.

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335 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

liebe, freundschaft, maine, sommer, filmstar

Der Geschmack von Glück

Jennifer E. Smith , Ingo Herzke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.07.2013
ISBN 9783551583048
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein so schöner Titel: “Der Geschmack von Glück”. Mädchen verliebt sich in Filmstar. Ja das weckt Jungmädchenträume in mir und musste natürlich gelesen werden. Die Geschichte um Elli und Graham hat mich nicht enttäuscht und mir eine kurze, aber wudervoll leichte Lesezeit beschert.

Elli schreibt schon seit Monaten mit dem smarten Graham, allerdings kennen sich die Teenager nur als “G” und “E”. Elli ahnt nicht, dass sich dahinter der Teenagerstar Graham Larkin verbirgt. Als Graham merkt, dass er sich zu Elli hingezogen fühlt, drängt er den Regisseur die Dreharbeiten für seinen neuen Film in das schöne Städtchen Henley zu legen. Ellis Heimat! Nach kurzen Irrungen finden sich die beiden und stellen sich nicht nur den Unannehmlichkeiten, die Grahams Berühmtheit mit sich bringt, sondern auch Ellis Geheimnis um ihre Herkunft.

Erster Satz: Hey, wir werden hier ziemlich überziehen.

Idee: Die Idee ist sicher nicht neu, aber einfach zu süß. Vor allem weil “Er” ein Filmstar ist. Ganz nach meinem Geschmack.

Plot: Immer wieder ist die Geschichte mit E-Mails gespickt, was das Ganze auflockert. Dabei sticht gerade der Mailwechsel am Anfang heraus. Ich musste dabei grinsen und hätte mir gerne mehr davon gewünscht, allerdings trennen nur noch einzelne Mails später die Kapitel voneinander. Es gibt sehr viele Gedankengänge, teilweise ist die Handlung ausführlich , um dann wieder einen Zeitsprung zu haben. Der Story dadurch eine Dynamik zu geben ist leider nicht gut geglückt, aber es bringt einen auch nicht total aus dem Lesefluss. Der Fortgang der Geschichte passt perfekt in den Sommer. Sicher geht der Plot auch ein tiefgründiges Thema an, der Glücksfindung, überlädt damit die Geschichte jedoch nicht.

Schreibstil: Das Buch ist als allwissender Autor in der dritten Person im Präteritum geschrieben. Eigentlich nicht so mein bevorzugtes Stil, dennoch konnte mich der Text überzeugen. Ich kannte Jennifer E. Smith schon von “Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick” und schon da fand ich es toll wie sie dem Leser die Umgebung nahe bringt. Ich habe das Salz geschmeckt und die Meeresluft Henleys gerochen. Außerdem habe ich noch mehr Lust, Amerikas Nordostküste zu besuchen. Die Geschichte lässt sich schnell und flüssig lesen, sodass es mir fast ein wenig zu schnell ging. Es war deshalb ein Pagetuner, weil mir der ganze Charme, den der Ort, die Protagonisten und die Idee mit sich bringt, so gut gefallen hat.

Charaktere: Ich mochte Elli, die so locker leicht durchs Leben geht, obwohl sie ein Familiengeheimnis mit sich herum trägt. Zu ihrer Mutter hat sie ein ganz besonderes Verhältnis. Elli ist jung und unbeschwert, trotz allem und trägt eine gewisse Leichtigkeit mit sich. Sie hat ihre ganz eigenen Vorstellung von Glück, die im Grunde nicht in Graham Larkins Hollywood–Welt passt.

Graham ist ein Teenstar, durch Zufall entdeckt und schnell zu Ruhm gekommen. Eigentlich entstammt der smarte Junge einer ganz normalen Familie und vermisst diese sehr. Ein bisschen hat mir die Überheblichkeit gefehlt, die ich bei einem Star erwarte. Er war mir etwas zu gelassen, vernünftig und normal. Zu perfekt. Trotzdem mochte ich ihn sehr.

Mein Highlight: Quinn! Ich habe ja eine Vorliebe für die Nebencharaktere. Sie ist einfach sympathisch und hätte ruhig eine größere Rolle verdient. Eine tolle beste Freundin.

Hintergrund: Darüber lässt sich streiten. Zum einen fand ich den Rummel in dem Küstenstädtchen gut umgesetzt. Das alle Leute aufgeregt sind. Zum anderen habe ich die Geschichte mit den Paparazzi nicht so wirklich abgekauft. Erst sind alle wie wild hinter Graham her und dann ist da plötzlich niemand mehr, um doch wieder überraschend aufzutauchen. Dafür haben mich die Beschreibungen des Settings überzeugt.

Fazit: Eine sommerlich leichte Lektüre die mir Spaß gemacht hat und ein Thema behandelt was ich gerade heute sehr wichtig finde. Man ist umgeben von der Medienwelt, alles geht höher , schneller, weiter. Jeder kann , wenn auch kurz, zum Star werden. Aber braucht es das, um Glück zu finden? Elli und Graham zeigen, dass es mehr gibt als nur Blitzlicht.

Für alle, die ein leichtes und ebenso nachdenkliches Buch mögen, dass schnell gelesen ist.

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1.327 Bibliotheken, 13 Leser, 3 Gruppen, 120 Rezensionen

liebe, rush, schwangerschaft, abbi glines, sex

Rush of Love - Erlöst

Abbi Glines , Heidi Lichtblau
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.07.2013
ISBN 9783492304375
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Der erste Teil war für mich unerwartet gut und ein absoluter Pageturner. Deshalb musste ich Teil zwei lesen. Leider haben sich meine Befürchtungen als wahr bewiesen und deshalb wird diese Rezension nicht ohne Spoiler auskommen.

Blaire versucht ihr Leben ohne Rush aufzubauen. Um die Wohnungskosten in Grenzen zu halten zieht sie mit Bethy zusammen und kehrt sogar in ihren alten Job im Golfclub zurück. Sie kann das Geld gut gebrauchen, will aber in ein paar Monaten weiterziehen. Doch sie läuft Rush, der Blaire unbedingt wiederhaben will da er sie abgöttisch liebt, weiter über den Weg. Blaire kann sich Rush nicht entziehen und fängt wieder etwas mit ihm an.  Allerdings sieht sie nichts Ernstes darin, bis Rush ihr Geheimnis erfährt und um sie kämpft.

Erster Satz: Es klopfte an der Tür, dann war nur noch leises Fußscharren zu hören.

Idee: Sorry, abgedroschen und nicht kreativ. Da frage ich mich wirklich, warum der Autorin nichts anderes eingefallen ist. Ich verzeihe ähnliche Ideen wirklich, aber hier muss ich meckern.

Plot: SPOILER! Warum? Musste es eine Schwangerschaft sein? Ganz abgesehen davon, dass man wirklich immer sofort schwanger wird. Leider hat mir das gar nicht gefallen, weil die Idee nicht mal anders verpackt wurde.

 Zum Spoiler hinzu kommen noch familiäre Irrungen und Wirrungen. Die kennt man schon vom ersten Teil, aber hier wird ein weiteres Mal gewürfelt. Für meine Begriffe zu viel des Guten. Sicher baut die Handlung aufeinander auf, aber ich hatte  das Gefühl, dass nicht wirklich etwas passiert. Der Konflikt ist mir zu einfach gestrickt und nicht glaubwürdig. Ein wenig hatte ich das Gefühl, dass Frau Glines unbedingt die Geschichte weitererzählen wollte, aber keine Zeit hatte sich intensiv Gedanken dazu zu machen. Das ist schade, wo mir Teil eins recht gut gefallen hat. Sicher erwarte ich bei so einem Genre keine tiefgründige Handlung, aber hier wirkt es zu oberflächlich und konstruiert.

Dennoch hat sich bei mir der Lesesog eingestellt, also wurde doch irgendetwas richtig gemacht. Trotzdem hoffe ich sehr, dass der dritte Teil das Ruder wieder zum Positiven herumreißt.

 Schreibstil: Es wird wieder aus der Ich-Perspektive erzählt, dieses Mal aber nicht nur aus Blaires, sondern auch aus Rushs Sicht. Was zunächst ein interessanter Aspekt ist, wirkte auf mich dennoch nicht gut, da mir die Protagonisten so zu ähnlich wirkten. In den Dialogen hat Frau Glines nachgelassen. Schade, denn gerade die fand ich im Auftakt der Reihe gut. Insgesamt ist keine Steigerung zu erkennen, ich würde sogar behaupten, das Teil 1 besser geschrieben ist, das mag aber vielleicht auch an meiner überraschenden Erfahrung damit liegen. Insgesamt lässt sich der Text jedoch gut und schnell lesen und hat sich bei mir zum Pageturner entwickelt.

 Charaktere: In Teil 1 mochte ich Blaires Naivität und hab ihr die zweifelnden Gedanke voll abgenommen. In der Fortsetzung jedoch entwickelt sich Blaire nicht. Sie zweifelt sogar erneut an Rushs Gefühlen, obwohl er ganz klar  zu ihr steht.


SPOILER! Wo sie teilweise so schön altersgrecht naiv im ersten Teil ist, frage ich mich doch, warum sie relativ locker mit der Schwangerschaft umgeht. Das passt nicht zusammen.

Mir ist sie einen Tick zu ambivalent und ich hoffe doch, dass ich sie in Teil drei wieder mag.

Rush? Wo ist der süße Bad Boy? Er scheint ein nahezu anderer Charakter zu sein und das ist leider nicht positiv. Er wirkt viel zu weich.

Überhaupt nicht verstanden habe ich die Lockerheit, mit der er mit Blaires Schwangerschaft umgeht. So nach dem Motto: Du bist schwanger? Hey, das schaffen wir, kein Problem!)

Mir fehlte seine Rotzigkeit und die Züge des Rockstarsohns. Fast scheint es so, als hätte man einen ganz neuen Charakter.

Mein Lichtblick war mal dieses Mal eine Nebenfigur. Wieso fällt mir Bethy erst jetzt so stark auf? Sie bringt den quirlig, gut gelaunten Charakter mit. Unbekümmert und Blaires gute Stütze.

Hintergrund: Die Familienverhältnisse sind mir zu verworren und die Charaktere gehen viel zu einfach mit ihrer Situation um. Etwas mehr Ausarbeitung in der Entwicklung der Figuren hätte ich mir gewünscht.

Fazit: Trotz aller Kritik hatte ich das Buch schnell durch und ließ die Seiten nur so dahin fliegen. Warum das so war? Ich kann es nicht sagen. Vielleicht lag es an der Kürze, vielleicht daran, weil ich einfach geglaubt habe, das die Story noch in eine Richtung schlägt, die mich hoffen lässt. Ob ich Teil drei lesen werde? Im Grunde schon, weil mich der Klappentext anspricht und die Bücher dieser Reihe einfach schön für zwischendurch sind, aber viel erwarten werde ich nicht.

Für alle, denen eine klischeehafte Story nicht das Lesevergnügen trübt und mit einer Softie-Version von Rush leben können.

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1.211 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 66 Rezensionen

liebe, erotik, crossfire, sylvia day, sex

Crossfire - Erfüllung

Sylvia Day , ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.07.2013
ISBN 9783453545601
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Rezension ab 18!

Klappentext: “Wie ein Blitz, der die Finsternis erhellt, trat Gideon Cross in mein Leben …

Er war attraktiv und charismatisch, kompliziert und leidenschaftlich. Zu diesem Mann fühlte ich mich hingezogen wie zu nichts und niemandem je zuvor. Ich ersehnte seine Berührung wie eine Droge, obwohl ich ahnte, dass sie schmerzen würde. Mühelos legte er die Brüche in meinem Innern offen, denn auch ihn verfolgten Dämonen. Und so waren wir Spiegel, die einander reflektierten – unsere innersten Welten, unsere Begierden … Die Fesseln seiner Liebe verwandelten mich, und ich hoffte, unsere erlittenen Qualen würden uns nicht auseinanderreißen.”  

Nachdem ich den ersten Teil von “Crossfire” mochte, der zweite mich aber enttäuschte und moralisch Gewissensbisse aufkommen ließ, hoffte ich bei Teil drei wieder auf Besserung. Ich erfuhr dann leider noch vom Aufstocken der Trilogie zu einem Fünfteiler und frage mich wirklich, wie weit das Thema ausgereizt werden soll.

Gideon und Eva sind offiziell getrennt, um jeden möglichen Verdacht auf Gideons Schuld abzuwenden. Doch sie können nicht ohne einander und so zieht Gideon in die Wohnung auf dem Korridor gegenüber. Evas Doppelleben nimmt seinen Lauf. Gerne verbringt sie Zeit mit Gideon, hat aber ebenso ein schlechtes Gewissen Cary gegenüber, das sie ihrem besten Freund nicht die Wahrheit erzählen kann. Der Verdacht, wer Nathan ermordet haben könnte, wird auf eine andere Person projiziert. Gideon und Eva können aufatmen und dennoch geht Eva alles zu schnell in der Beziehung. Gideon lässt nicht locker, mit ihr den nächsten Schritt zu gehen. Werden die beiden heiraten?

Erster Satz: New Yorker Taxifahrer sind sehr speziell.

Idee: Im Grunde finde ich hinter dieser Story keine Idee. Ich frage mich immer noch, um was es eigentlich ging. Da hilft selbst der kleine Anflug von Mafia im Hintergrund nicht.

Plot: Ich bin so enttäuscht. Für mich ist dieses Buch eine Aneinanderreihung von Alltagsgeschehen Gideons und Evas, wie man es kennt und Sexszenen der beiden. Dabei hat die Autorin leider nicht mal neue Ideen. Man merkt dem Buch an, dass plötzlich von einem geplanten Dreiteiler auf einen Fünfteiler umgeschwenkt wurde. Muss das sein? Eva arbeitet, Gideon ebenfalls und gibt sein Geld in Unmengen aus um in Evas Nähe zu sein.

Selbst die erotischen Szenen mag ich nicht mehr als das bezeichnen. Das ist nur noch Sex, und zwar im Ablauf immer in der gleichen Reihenfolge. Mich langweilt das und diese ewigen ekstatischen Übertreibungen machen die Sache unglaubwürdig. Warum gönnt die Autorin den beiden nicht mal mehr Zeit? Alles ist immer so extrem und superlativ dargestellt. Ich mag das ja, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt und wenn die Geschichte nur noch daraus besteht, wird das langweilig.

Meiner Meinung fehlen diesem Plot die “Ups” und “Downs”. Wirklich Spannung wird nicht aufgebaut.

Schreibstil: Immer noch Ich-Perspektive und immer noch leicht zu lesen. Was mir nicht so gut gefallen hat, war die gleiche Wortwahl, vor allem bei den erotischen Szenen. Das Wort “Engel” haftet mir jetzt leider negativ an. Das ist zum einen persönlich, da ich mich nie von einem Mann so nennen lassen würde, zum anderen tritt es in einer unangenehmen Häufigkeit auf. Gideon nennt sie ja schon gar nicht mehr Eva. Leider haben mir die  erotischen Szenen nun auch nicht mehr gefallen, da sie viel zu schnell abgehandelt wurden. 

Charaktere: Viel verändert haben sich Gideon und Eva nicht. Selbst Cary konnte mich nicht mehr überzeugen.

Gideon und Eva sind mir zu extrem. Auf der einen Seite wollen sie vorsichtig sein und jeglichen Verdacht von Gideon weisen, auf der anderen Seite “wohnen” sie zusammen in der Wohnung, die er nach ihrer beider Geschmack zusammengestellt hat. So was finde ich unglaubwürdig. Als ob niemand davon Wind bekommen würde. Eva verabredet sich mit dem Ex, obwohl sie weiß, das der noch was von ihr will und Gideon vor Eifersucht zerfließt. Das ist unglaubwürdig, selbst für einen naiven Charakter. Leider wird Eva immer naiver, zumindest empfinde ich es so.

Ich hätte mir mehr Entwicklung gewünscht, als das ewige Verletzen, Verzeihen und leidenschaftliche Bettgeschehen.

Hintergrund: Ich frage mich immer noch, ob Menschen, selbst wenn sie fiktiv sind, bei so einer Vergangenheit in der Art handeln. Das ist leider was mich an Gideon, Eva und Cary stört und ich für mäßig recherchiert halte. Die sexuellen Höchstleistungen stelle ich auch mal wieder dahin. Sicher ist das bei solch einem Genre in gewisser Weise zu erwarten, dennoch könnte es für meinen Geschmack etwas ruhiger und “normaler” zugehen. Nicht jeder kann ständig und bekommt mehrere Orgasmen hintereinander.

Fazit: Leider keine Steigerung zu Teil 2 und für mich das Aus für diese Reihe. Vielleicht höre ich mir die Fortsetzung als Hörbuch an. Leider bin ich nicht mehr sonderlich interessiert an Gideon und Eva. Schade.

Für alle, die Teil 2 noch gut fanden und damit leben können das nicht so viel passiert.

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127 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

thriller, verschwörung, geheimbund, prag, historisch

Das Buch aus Blut und Schatten

Robin Wasserman ,
Fester Einband: 552 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.06.2013
ISBN 9783401068114
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Frau Kern vom Arena Verlag hat mir “Das Buch aus Blut und Schatten” auf der Messe vorgestellt und ich fand es sofort interessant. Verschiedene Charaktere, ein Buch, eine geheime Gesellschaft … Ja, das ist der Stoff, der mich durchaus angezogen hat. Dennoch wird dies für mich eine schwere Rezension, denn so richtig hat mich das Buch nicht überzeugt, obwohl es gut ist.  Ja, richtig gelesen, denn ich glaube einfach, das Thriller nicht mein Genre ist.

Erster Satz: Wahrscheinlich sollte ich mit dem Blut anfangen.

Idee: Ein altes geheimnisvolles Buch, alte lateinische Briefe und die Jagt hinter einem historischen Geheimnis, gepaart mit ein paar Jugendlichen hört sich nach Abenteuer an. Die Idee ist sicher nicht neu, aber trotzdem ansprechend.

Plot: Alles fängt mit dem Prolog an, der im Grunde das Ende des ersten Buchteils darstellt. Das Buch ist in mehrere Teile unterteilt, die in sich auch immer einen Abschnitt der Handlung abschließen. Da ist z. B. der Teil, der nur in Prag spielt. Diese Aufteilung fand ich total gut und hat mir klasse gefallen. Besonders waren die Briefe von Elizabeth, die Nora übersetzt hat. Man musste sich daran erst an die alte Ausdrucksweise gewöhnen, aber dann gestaltete es sich ganz gut. Auch wenn ich zugeben muss, dass die Länge der Briefe mich zum Schluss hin genervt hat. Insgesamt ein logisch aufgebauter Plot, allerdings kamen für mich keine Szenen total überraschend daher. Thriller lese ich eigentlich nicht, gucke aber ziemlich gern solche Filme. Wenn ich den Fortgang der Geschichte also im Ganzen betrachte, finde ich den Aufbau recht typisch. Mir hat mehr Spannung gefehlt, denn manche Dinge waren für mich  zu vorhersehbar und es gab Stellen in der Erzählung, die mich von der Länge gestört haben. Es hat eben nicht dieses Gefühl eingesetzt, bei dem ich unbedingt weiterlesen möchte.

Schreibstil: Erzählt wird als Ich-Erzähler Noras, im Präteritum. Die Briefe aus Elizabeths Sicht sind dazwischen natürlich eine Abwechslung. Im Allgemeinen kein schlechter Stil. Die Dialoge sind teils witzig und stachen für mich besonders hervor. Was ich nicht so gern mochte, waren die Beschreibungen der Umgebung zwischendurch. Was andere Leser mögen, bringt mich oft zu sehr aus dem Fluss. Mir war es schlichtweg zu detailreich.

Charaktere: Ich mag Bücher, in denen mehrere Charaktere nahezu einen gleichen Stellenwert und Präsenz einnehmen. Sicher sticht Nora durch die Ich-Perspektive  und ihrer wachsenden besonderen Beziehung zu der toten Elizabeth heraus. Sehr mochte ich auch die Beziehung zwischen Nora, ihrem besten Freund Chris und dessen Freundin Adriane. Ein etwas ungewöhnliches Trio, dessen Entstehung und Zusammenhang die Autorin jedoch sehr intensiv darstellt. Max, Noras späteren Freund habe ich als Nerd empfunden. Bei ihm fehlte mir etwas der Tiefgang, obwohl er eine wichtige Rolle spielt, blieb er für unnahbar. Das ist zwar sicher so gewollt, hat mich aber zu sehr von dem Charakter entfernen lassen und so konnte ich Noras tiefe Gefühle für ihn nicht wirklich empfinden. Eli, der plötzlich auftaucht und als Chris Cousin mit auf die Suche nach dem Geheimnis geht, ist interessant. Mir war recht schnell seine Rolle klar, aber das wird nicht jedem Leser so gehen.

Die Figuren wirken bewusst gewählt mit ihren Eigenschaften und ihre Zusammenstellung bleibt etwas konstruiert, obwohl die Autorin es geschafft hat sie natürlich miteinander agieren zu lassen. Dennoch: Nora ist eben das Mädchen mit dem toten Bruder, bei dem man Mitleid hat und das man beschützen möchte. Chris ist der nach außen hin lebenslustige Typ, für den ein Mädchen als bester Freund ganz normal ist. Adriane ist der besondere Mensch, der auch als Freundin von Nora natürlich die gegenseitige Position einnimmt. Sie vollführt lieber Yogaübungen und bringt sich nur Nora und Max zuliebe in Schwierigkeiten. Max, der Nerd, dem man die Beziehung zu Nora eigentlich nicht vermuten lässt. Eli, der undurchsichtige tschechischstämmige Amerikaner, der natürlich die Sprache beherrscht und somit unverzichtbar für den Aufenthalt in Prag ist.

Hintergrund: Ich war nie in Prag und fühlte mich zeitweise von den ganzen Beschreibungen erschlagen. Somit ist mir dieser Part des Buches auch am meisten in Erinnerung geblieben. Ich kann den Hintergrund nicht schlecht bewerten, denn  die Autorin hat ihre Hausaufgaben gemacht. Mir persönlich war es aber zu viel. Ein wenig hatte ich das Gefühl von Reiseführer.

Die Idee, das wirklich existierende Voinich-Manuskript als Grundlage zu nehmen finde ich gut.

Die Autorin hat sich viel Mühe gemacht, so scheint es mir, ihre sämtlichen Charakternotizen und Hintergründe in den Text einzubinden. Für meine Begriffe zu viel des Guten, aber das ist meine persönliche Meinung. Im Grunde ist es nur gut, dass sich so viele Gedanken zu den Charakteren gemacht werden, aber manches hätte Autorenwissen bleiben können.

Fazit: Thriller ist, was lesen anbelangt, einfach nicht mein Ding. Mir hat die Idee wirklich gut gefallen und ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, aber ich hätte die Geschichte viel lieber verfilmt gesehen. Leider war mir durch die vielen Erzählungen Noras und die teilweise recht langen Übersetzungen der Briefe etwas der Lesespaß gehemmt. Was noch (im wahrsten Sinne des Wortes) dazu kommt: die Ausmaße dieses Buches. Arena ist für hochwertig aufgemachte Bücher bekannt, aber diese ca. 550 Seiten dickes Papier und die schweren Buchdeckel muten an, unverwüstbar zu sein. Ich wage zu behaupten, dass meine Armmuskeln etwas zugenommen haben.

Die Auflösung am Schluss hat mich etwas unbefriedigt zurückgelassen und im Endeffekt hab ich immer noch keine Ahnung was das Lumen Dei ist, dem alle hinterhergejagt haben. Das Buch war nicht schlecht, eine interessante Story, die zu einem Film taugt, aber eben nicht meins.

Für alle, die Prag lieben, sterbende Charaktere gut finden und Geschichte mögen, die detailreich erzählt werden.

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128 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

vampire, liebe, vampir, jennifer benkau, kienshi

Stolen Mortality

Jennifer Benkau
Buch: 400 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.06.2013
ISBN 9783864431111
Genre: Fantasy

Rezension:

Oh ja, wenn Jennifer Benkau drauf steht, habe ich gewisse Erwartungen. Ganz klar, dass ich “Stolen Mortality” lesen musste. Zum einen, wegen dem wunderschönen Cover, zum anderen, weil Vampire drin vorkommen. Ach ja, und natürlich wegen Jennys unnachahmlichen Stils.

Jamian und sein jüngerer Bruder Junias sind Kienshi, Vampirwächter. In dem kleinen Nest Glen Mertha herrscht ein einvernehmliches Nebeneinander, solange die Blutsauger die Menschen nicht töten. Doch dann nimmt Jamian die Schuld eines Fehlers seines Bruders auf sich, die ihm Unsterblichkeit einhandelt. Er ist nun verdammt auf ewig 19 zu sein. Keine rosigen Aussichten. Lange kann Jamian nicht darüber nachdenken, den es taucht ein weiblicher Partisane Vampir auf. Vampiere die keine regeln akzeptieren. Ungewollt rettet er die hübsche Blonde und das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Erster Satz: Flüsterworte in einem Wald, irgendwo in den Highlands

Idee: Ich fand besonders die Idee der Kienshi toll. Ein Gegenpart zu den Vampiren, den ich so noch nicht kannte. Vor allem, weil sie nicht unbedingt die »Guten« sind

Plot: Ich brauchte meine Zeit, um in das Buch reinzukommen. Man weiß nicht genau wohin will die Geschichte und um was geht es jetzt genau. Dann setzt plötzlich ein Sog ein. Es gibt mehrere Handlungsstränge die durch die Perspektiven der verschiedenen Figuren dargestellt wird, bis sich alles zusammenfügt. Es gibt Blut, es gibt Leidenschaft und eine Verschwörung. Genau die richtigen Zutaten um eine spannende Geschichte zu erzählen.

Schreibstil: Grandios. Wieder bin ich total beeindruckt, wie man so etwas auf die Beine stellt. Zumal es der Erstling der Autorin ist und in dem steckt meist ein besonderes Herzblut und sehr viel Überarbeitung. Durch diesen tollen Stil, den sie auch noch aus dem Erstling herausgekitzelt hat wird es nie langweilig, selbst wenn der Plot eine Länge hat. Ein wahrer Genuss des Lesens.

»Stolen Mortality« wird in der dritten Person im Präteritum erzählt. So kann sich die Autorin auch der verschiedenen Sichtweisen der Figuren bedienen. Die Geschichte bleibt meist bei Jamian, aber findet auch bei Junias und Laine statt. Dabei werden die verschiedenen Sprünge zwischen den Schauplätzen wunderbar ineineadergefügt. Das erzeugt Spannung und treibt das Lesen voran. Vor allem fiebert man so mit mehreren Charakteren mit, kann auf zwei Liebesgeschichten hoffen und wird dabei wieder so gut unterhalten, dass ich auch an Stellen lachen musste, aber auch aufgeregt und vor allem traurig war. Ein unbeschreiblich gefühlvoller Stil mit Tiefe, der einen mitreißt und berührt. Es macht Lust auf mehr, auch wenn Jennifer Benkau Wege in der Handlung geht, die man nicht gehen möchte. Ihre Schreibe ist einfach zu gut um es ungelesen zu lassen. So gibt es Momente, in denen man das Buch gegen die Wand hauen möchte, nur um es dann doch wieder in den Arm zu nehmen.

Charaktere: Ganz besonders hat mir die Beziehung der beiden Brüder zueinander gefallen. Jamian, der früh das Erbe seines Vaters annehmen musste und Junias, der schon mit sechzehn, anstatt achtzehn zum Kienshi wurde. Beide Brüder entsprechen ihren Rollen. Jamian, der führsorgliche Große Bruder, der auch ein Stück Vaterrolle übernommen hat, lässt immer wieder seine Jugendlichkeit durchblitzen. Die meiste Zeit ist er beherrscht, umsichtig und meidet unvorsichtige Dinge. Doch Laine bringt seine Gefühlswelt durcheinander, seine Sichtweise und lockt seine naive Seite hervor.

Junias ist ein so wunderbar gelungener Jugendlicher. Seine Naivität, Impulsivität aber auch Schüchternheit sind geeignete Faktoren um ihm dem Leser nahe zu bringen. Ich mochte ihn sehr gern und er ist mein heimlicher Star der Geschichte. Schlägt er sich nachts gemeinsam mit seinem Bruder die Nächte um die Ohren, um in Glen Mertha Frieden  zu bewahren, entpuppt er sich für Amy, dem Mädchen was er mag,  als wahr gewordener Mythos. Eine schöne und süße jugendliche Liebesgeschichte entsteh zwischen ihnen, die einfach echt wirkt.

Was mir bei Laine besonders gefallen hat, das ihre Wurzeln und ihr Alter hervorkam. Die Begegnung mit Jamian und seine andere Art, die sich von anderen Kienshi unterscheidet, bringt ihr Weltbild durcheinander. Zum einen blutliebendes Monster, ohne Rücksicht auf Leben, ist sie zum anderen eine junge Frau geblieben, die plötzlich ihr Herz verliert und dadurch wiedergewinnt.

Hintergrund: Mir ist bei diesem Roman besonders aufgefallen wie nah Frau Benkau mir Schottland gebracht hat. Ich habe richtig Lust auf Urlaub dort bekommen. Das Setting scheint mir mehr als sehr gut recherchiert. Auch die Hintergründe der Figuren sind sehr gut und durchdacht.

Die Idee der Kienshi ist klasse und ebenso gut umgesetzt. Sie hat Hand und Fuß und war für mich neu. Bei manchen Dingen hätte ich gern etwas nachgefragt, aber das waren Details, die für die Geschichte irrelevant waren.

Fazit: Wunderbar! Man merkt diesem Werk zwar etwas den Erstling an, aber Jennifer Benkaus Stil ist unverkennbar. Endlich wieder ein Vampiroman, den man gelesen haben sollte. Eben weil er nicht der Norm entspricht. Er ist düster, blutig und brutal, aber ebenso liebevoll und schön. Die Kampfszenen sowie auch die heißen Szenen zwischen Laine und Jamian sind plastisch. Ein Muss für jeden Jennifer Benkau Fan.

Für alle, die Vampire satt haben, und sich eines Besseren belehren lassen wollen.

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484 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 42 Rezensionen

liebe, fantasy, jugendbuch, sarah alderson, telekinese

Ein Herzschlag danach

Sarah Alderson , Karlheinz Dürr
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.01.2014
ISBN 9783473400850
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mich sprach das Cover an und der Titel. “Ein Herzschlag danach” verheißt Gefühl, aber auch Spannung und trifft damit den Inhalt perfekt. Eine Protagonistin mit Namen Lila interessiert mich allein schon, weil ich den Namen sehr mag. Paranormale Fähigkeiten? Ja, dieses Buch musste gelesen werden.

Lila ist siebzehn und hat telekinetische Fähigkeiten. Ihr großes Geheimnis, was ihr nicht immer leicht fällt zu verbergen. Bei einem Angriff auf den Londoner Straßen schnappt sie in Gedanken nach dem Messer ihres Angreifers und bedroht ihn damit. Der Auslöser sich möglichst schnell aus London zu entfernen und dem in LA lebenden Bruder einen Besuch abzustatten. Jack, der nach dem Tod der Mutter bei der Familie seines besten Freundes aufwuchs, freut sich, möcht Lila aber auch schnell wieder nach Hause schicken. Er arbeitet fürs Militär, eine Spezialeinheit, und darf darüber nicht sprechen. Lila möchte aber nicht weg, denn auch Alex ist bei dieser Einheit. Seit Kindheitstagen ist sie in den besten Freund des Bruders verliebt. Sie hofft die Gefühle eines Tages erwidert zu bekommen. Als sie in Gefahr gerät und Alex sie beschütz, scheint das Glück zum Greifen nah. Bis Lila erfährt, dass sie zu den Menschen gehört, die Alex und Jack jagen und fangen. Doch wer ist nun der Feind? Der Mann, der es auf Lila abgesehen hat, oder Alex und ihr eigener Bruder Jack?

Erster Satz: Die scharfe Spitze bewegte sich auf sein Auge zu wie ein Skalpell auf ein Geschwür.

Idee: Es gibt die üblichen Klischees: den supertollen Jungen, paranormale Fähigkeiten und das schüchterne Mädchen. Nichts Neues also. Allerdings gut verpackt und ich mag solche Geschichten einfach.

Plot: Man ist direkt im Geschehen drin. Mich hat das im ersten Moment überrumpelt, im Nachhinein finde ich es aber richtig gut. Zunächst lernt man Lila kennen, wie sie die Flucht ergreift und was ihr Hintergrund ist. Man erfährt von der toten Mutter, warum Jack in Amerika lebt und was alles seit dem Tod der Mutter passiert ist. Eine ganze Weile beschränkt sich die Handlung auf Lila und vor allem auf ihre Verliebtheit. Die Situationen die sie falsch deutet und ihr Gefühlschaos bereiten. Ihre Neugier, was hinter der mysteriösen Einheit steckt. Da liest man und liest und ist tatsächlich gefesselt und erfreut sich an Lila und ihre Hoffnung, bis plötzlich Action aufkommt. Nicht das es vorher langweilig war, aber mit einem Mal nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf und die vermeintliche reine Liebesgeschichte entpuppt sich auch als Verfolgungsjagt mit Motorrad und Kanonen. Mir hat das richtig gut gefallen. Ein Plot nach meinem Geschmack. Ich mag es, wenn die Geschichte langsam beginnt und man überrascht wird, dass es gar nicht in die Richtung geht, die man vermutet hatte.

Schreibstil: Schon wieder Ich-Perspektive im Präteritum. Muss ich noch erwähnen wie sehr ich das Liebe? Dazu liest es sich so locker und leicht, dass man fast viel zu schnell durch ist. Mir haben vor allem die echt wirkenden Gedankengänge Lilas gefallen. Auch die Dialoge sind mitunter richtig amüsant. Die kleinen Zärtlichkeiten zwischen Lila und Alex sind traumhaft schön dargestellt und man kann sie beim Lesen fühlen. Nicht unbedingt ein Stil, der aus der Masse herausfällt, aber oben mit dabei ist.

Charaktere: Das große Plus dieses Buches sind die Protagonisten. Lila ist wirklich siebzehn. Ihre naiven Gedanken sind echt und so wunderbar. Ich habe mich richtig zurückversetzt gefühlt. Wie sehr man doch manche Dinge falsch interpretiert in dem Alter. Das hat Frau Alderson klasse eingefangen und es macht so viel Spaß das zu lesen. Alex entspricht natürlich jedem Klischee, aber mal ehrlich: Wer will mit siebzehn nicht den perfekten Typen? Ich mag ihn allein wegen des Namens (ich spreche ihn englisch aus) und wegen seiner ganzen Art. Man wird außerdem von Lilas Schwärmerei so sehr mitgezogen, dass man sich automatisch verliebt. Alex ist ein wirklicher Beschützer und zwischen den beiden baut sich die Beziehung nach und nach auf. Dabei ist auch Alex unsicher und unbeholfen, was ich sehr sympathisch finde.

Richtig gut sind die Wendungen in den Charakteren. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Karten werden zwischendurch neu gemischt und nicht jeder ist das, was man zunächst meint.

Anführen möchte ich auch wieder einen Nebencharakter: Suki. Ich liebe den Namen und außerdem hat diese kleine Gedankenleserin eine Art, die mich stark an Alice aus “Twilight” erinnert hat. Sie ist nicht abgekupfert, aber vor allem ihre Antworten auf Gedanken lockern alles auf und bringen natürlich auch bisher unausgesprochene Dinge ans Licht.

Hintergrund: Ob das alles so logisch ist mit der Einheit und Alex und Jack als sehr junge Teamleiter mag dahin gestellt sein. Sarah  Alderson erklärt jedoch alles und es passt zusammen. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet. Man merkt aber, dass die Hauptarbeit bei Lila geleistet wurde. Es werden eben viele klassische Elemente aus dem Gesamtrepertoire an paranormaler Jugendliteratur genutzt. Das ist jedoch nicht schlimm, da die Autorin es schön zusammengestellt und verpackt hat.

Fazit: Eine kleine Perle, die, wie ich finde, viel bekannter sein sollte. Es wird nie langweilig, man möchte weiterlesen und so hat es sich für mich zu einem Pageturner entwickelt. Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzung.

Für alle, die paranormale Geschichten nicht satt sind, sich, wie siebzehn verliebt fühlen wollen und Altbewährtes neu entdecken möchten.

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(1.088)

1.705 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 167 Rezensionen

liebe, sex, erotik, abbi glines, rush of love

Rush of Love - Verführt

Abbi Glines , Heidi Lichtblau
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.05.2013
ISBN 9783492304382
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Momentan macht sich auf dem deutschen Markt ein neues Genre breit. Wo mich der Hype um “Beautiful Disaster” nicht so packen konnte, überzeugte mich “Rush of Love” umso mehr. Der Klappentext hörte sich nach netter Unterhaltung an. Das war es auch, leider nur zu kurz.

Blaires Mutter unterlag dem Krebs. Nach dem Verkauf des Hauses und aller anderen Habseligkeiten, um die ausstehenden Krankenhausrechnungen zu bezahlen, macht sich die 19jährige sich suf den Weg zu ihrem Vater umd dort zu wohnen, bis sie Arbeit gefunden und sich ein neues Leben aufbauen kann. Aber anstatt ihren Vater, findet sie Rush in dem Haus vor. Er entpuppt sich als ihr Stiefbruder, Sohn eines Rockstars, reich, arrogant und unsagbar sexy. Sie darf bleiben, in der Kammer der Haushälterin und Rush  lässt sie deutlich spüren, dass sie nicht erwüscht ist. Dennoch kann sich Blaire seiner Anziehungskraft nicht entziehen. Doch warum ist Rush plötzlich so eifersüchtig, als Blaire als Getränkeverkäuferin auf dem Golfplatz allen Männer den Kof verdreht? Und wieso hasst seine Schwester Blaire so sehr?

Erster Satz: Wo ich herkam, standen alte Trucks mit großen erdverkrusteten Rädern vor den Häusern, in denen eine Party stieg.

Idee: Die Idee ist nicht neu, recht klassisch und nicht wirklich innovativ. Armes Mädchen trifft reichen Bad boy. Trozdem stehe ich ja auf so ein Thema.

Plot: Den Anfang fand ich irgendwie doof und im Endeffekt zeigt er ein anderes Bild von Blaire, zumindest für meine Begriffe. Aber dann geht alles seinen Weg. Da die Geschicht auf 240 Seiten gepackt ist, geht alles recht rasant. Mir hat das deshalb gefallen, da ich den absoluten Lesesog hatte. Manche Dinge waren vorhersehbar, haben aber das Lesevergnügen nicht getrübt. Man muss ein bischen aufpassen um bei der Auflösung nicht den Faden zu verlieren, wie jetzt wer zueinander steht. Ich fand die Handlung nicht zu kurz und nicht zu lang. Perfekt für ein Lesevergnügen zwischendurch.

Schreibstil: Locker und leicht. Nichts besonderes, aber eben schnell zu lesen, sodass die Seiten dahinfliegen. Erzählt wird in der Ich-Perspektive im Präteritum. Mir haben die Dialoge gefallen, vor allem aber die Art, wie Blaires Gefühle geschiltert wurden. Das konne zwar auch stellenweise nerven, passt aber zum Alter von Blaire.

Charaktere: Blaire. Obwohl ich den Charakter nicht ganz stimmig finde, mochte ich sie. Erst wirkte sie wie ein taffes Mädel, aber das dreht sich nach dem ersten Kapitel  und damit  musste ich erst zurecht kommen. Mit ihren 19 Jahren musste sie schon das Haus ihrere Mutter verkaufen, die Beerdigung organisieren und sich mit Krankenhasurechnugen rumplagen. Deshalb nehme ich ihr das Streben nach dem eigenen Lebensunterhalt ab. Auch, dass sie niemandem zur Last fallen und nichts geschenkt haben möchte, verstehe ich. In Puncto Rush ist sie total naiv. Ihre vielen Gedankengänge sind fast zu viel, aber wenn ich recht darüber nachdenke, für eine 19–jährige Jungfrau absolut nachvollziehbar. So sehr ich mir an den Kopf gefasst habe, warum das Mädchen so blind ist, kann ich es dennoch verstehen.

Rush ist der stereotype Badboy schlechthin. Ich kann es nicht genau erklären, aber trozdem hatte er mich von Anfang an. Im Grunde könnte man an allen Ecken meckern. Er lässt sie in einer Kammer hausen, ist unfreundlich, weist sie ab und alles nur, weil er sie nicht zu nah an sich rankommen lassen möchte, da sonst seine Libido mit ihm durchgeht. Ja, er erfüllt alle Klischees und dennoch hat er seine süße Seite. Abbi Glines schaffte es irgendwie diesen Charakter trotzdem zu mögen um ihn anzuschmachten.

Bei den Nebecharakteren gibt es keinen, den ich besonders hervorheben könnte. Sie sind gut, vielfältig und erfüllen ihren Zweck.

Hintergrund: Ich habe keine Ahnug von Golf und auch nicht davon, wie es ist als neuzehnjägrige all diese Dinge nach dem Tod der Mutter zu organisieren. An keiner Stelle habe ich das Gefühl gehabt, dass etwas am Hintergrund nicht stimmt. Die Familienverhältnisse sind etwas verworen, aber die Erklärung ihres Zustande kommens nachvollziehbar.

Fazit: Ein unerwartet gutes Buch, für dieses Genre. Ein Lesevergnügen nach meinem Geschmack, wenn ich leicht unterhalten werden möchte. Da fühlt man sich wieder jung und die Erotik kommt nicht zu kurz. Was ich bei “Beautiful Disater” vermisst habe, ist Abbi Glines hier vollends gelungen. Ich kann die Fortsetzung kaum erwarten. Ein wahrer “Rush of Lesen”.

Für alle, die Bad boys mögen und sich bei leichtem Lesevergnügen über eine Prise Erotik freuen.

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160 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 32 Rezensionen

dystopie, liebe, verrat, stadt, lucas

Das letzte Zeichen

Gemma Malley , Friedrich Pflüger
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.06.2012
ISBN 9783570308172
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Erster Satz: Augen und Nase verklebt von Dreck und Staub.

Ich hatte das Buch seit Erscheinen im Hinterkopf, weil mich der Klappentext einfach ansprach. Sehr neugierig habe ich mich dann diesem “schreiend” pinken Taschenbuch gewidmet.

Evie lebt in einem von Rangzeichen dominierten Welt. in der sich jeder Bewohner als Baby der “Neutaufe” unterzieht. Dabei wird die Amygdala (der Teil des Gehirns, in dem Angst entsteht) entfernt und macht den Menschen gut. Jeder strebt danach ein “A” zu werden, ein Mensch, befreit vom Bösen und durch und durch gut. Evie selbst trägt Rang “B”. Keiner weiß, dass sie sich trotz der Avancen von Lucas, der ein “A” ist, sich mit dessen Bruder Raffy trifft, den sie heimlich liebt. Eines Tages hört Evie, das Raffy auf Rang “K” gestuft werden soll, was eine erneute “Neutaufe” bedeutet, nach der Raffy Evie sicher vergessen wird. Evie ist hin und hergerissen. Sie liebt Raffy, ist Lucas versprochen und weiß, dass ihr Verhalten böse ist und sie jederzeit Gefahr läuft, herabgestuft zu werden. Für wen entscheidet sie sich, und kann sie Raffy vor der Neutaufe bewahren?

Idee: Die Rangabzeichen sind ein interessanter Aspekt und auch der Zeitpunkt, zu dem die Geschichte spielt, liegt nicht in unvorstellbaren Weiten. Die abgeschottete, von Mauern umringte Stadt und die Idee mit der Amygdala, deren Entfernen die Menschen „gut“ macht, geben eine gute Grundlage.

Plot: Der Anfang konnte mich nicht fesseln. Man war zu sehr bei Evies Gedanken, was ich ja grundsätzlich mag, aber hier, in meinen Augen, nicht gut gelöst war. Wenn diese etwas monotone Wirkung des Anfangs von der Autorin so beabsichtigt war, ist das in Ordnung, mein Fall war es nicht. Auch die gesamte Entwicklung der Geschichte war zwar nachvollziehbar, aber hat mich nicht vom Hocker gehauen. Leider. Der Höhepunkt am Schluss ging mir zu glatt und zu schnell. Außerdem habe ich Logikfehler entdeckt, oder es hat sich zumindest so angefühlt. Man hätte mehr aus dem Plot machen können. Mehr Dramatik zwischendurch und nicht nur kurz vor Ende. Es war mir unmöglich so richtig abzutauchen.

Schreibstil: Keine Ahnung, ob es an der Übersetzung lag, aber ich fand den Stil langweilig. Erzählt wird in der dritten Person im Präteritum. Es gibt auch Perspektivenwechsel, aber selbst die haben es nicht geschafft bei mir Spannung zu erzeugen. Die ganze Zeit über habe ich mich von dem Geschehen distanziert gefühlt. Es kamen keine Emotionen an. Sicher ist der Stil einfach und leicht zu lesen, aber mehr als solide kann ich ihn nicht bezeichnen. Schade, denn da hätte man einiges mehr an Tempo in die Geschichte und Brisanz in den Stil legen können. Der Klappentext verspricht so viel, dessen die Autorin in meinen Augen nicht gerecht geworden ist. Was ich auch sehr schade fand, waren die einfachen Benennungen. Die Stadt hat keinen Eigennamen, ebenso einfallslos die Bezeichnung der “Bösen”. Sowieso habe ich das Wort “böse” viel zu oft gelesen.

Charaktere: Evie ist mir zu flach. Sie nervt und es gibt es kaum Entwicklung bei dieser Figur. Am Ende dann gibt es eine zu plötzliche Wendung, die aber auch nicht überzeugt.

Raffy, ihr Freund stellt den Rebell dar. Und obwohl er Gefühlsausbrüchen zeigt, kommt man ihm nicht nah. Ich habe sein Handeln auch nicht immer verstanden und eigentlich ist er für mich der unsymhatischere von den beiden Brüdern.

Lucas dagegen zeigt am meisten Entwicklung und spielt seine Rolle perfekt. Ein Charakter, der mir richtig gut gefallen hat und auch toll rüberkommt. Ohne groß zu spoilern: Er trägt ein zu einem interessanten Aspekt der Geschichte bei.

Selbst die Dreiecksbeziehung der Jugendlichen bringt zu wenig Spannung. Evie ist zwar verwirrt, was die Gefühle für die beiden Jungs anbelangt, aber wirklich verstanden habe ich sie nicht.

Auch die Nebenrollen hatten gute Ansätze, wurde leider für meine Begriffe nicht genug ungesetzt.

Hintergrund: Es wird einiges erklärt und hört sich schlüssig an, aber überzeugt nur oberflächlich. Ich persönlich finde den Zeitraum knapp gewählt. Eigentlich müssten sich noch genug Menschen an die Zeit vor der “Schreckenszeit”, nach der die Stadt errichtet wurde, erinnern können. Dass sich die Menschen freiwillig in so ein strenges, Angst einflößendes System begeben, kann ich nicht nachvollziehen.

Fazit: Schade. So enttäuscht war ich selten. “Das letzte Zeichen” ist der Auftakt einer Trilogie, die ich nicht weiter lesen werde. Nur um Lukas tut es mir leid. Was mit ihm passiert, wüsste ich schon gerne, aber dazu hätten der Stil und die Umsetzung der Idee besser sein müssen. Für all diejenigen, die noch nie eine Dystopie gelesen haben, könnte es allerdings ein gutes Buch und der Einstig in dieses Genre sein.

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liebe, morgan, elfen, cam, elf

Fairy Tale

Cyn Balog , Hans Link
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2012
ISBN 9783401503769
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich finde das Cover wunderschön und vom Klappentext habe ich mir eine locker leichte Teenieromanze versprochen, die ich dann auch bekam. Mit nur 278 Seiten bot sich das Buch auch gut an als Abwechslung zwischen den ganzen Dystopien und Endzeitromanen, die ich im Regal stehen habe.

Morgan steht kurz vor ihrem “Sweet sixteen”–Geburtstag. Sie ist überglücklich und schon eine halbe Ewigkeit mit Cam zusammen, dem heißen Typen, der für sein Leben gern Football spielt. Doch plötzlich interessiert er sich nicht mehr für die bevorstehende Party und macht sich rar. Zeitgleich taucht ein Neuer an der Schule auf, der sich nach und nach vom uncoolen Schluffi zum begehrten Teenager entwickelt. Pip verbringt viel Zeit mit Morgan und wohnt in Cams Haus. Morgan fällt aus allen Wolken als sie die Zusammenhänge erfährt und will mit aller Kraft verhindern das Cam, der sich als angehender Elfenkönig entpuppt, ihr genommen wird. Gleichzeitig empfindet sie plötzlich etwas für Pip, was ihr gar nicht in den Kram passt. Wird sie ihre große Liebe Cam halten? Und wie geht sie mit dem rosa Klecks um, der neuerdings ständig um Cam herumschwirrt?

Erster Satz: Die meisten finden mich unheimlich.

Idee: Die Idee ist nett und gefällt mir, aber ich bin kein Fan von Dreiecksbeziehungen, und das schmälert leider beine Begeisterung.

Plot: Die Geschichte startet gemächlich und stellt dem Leser erst mal die Protagonisten und deren Alltag vor. Der ist, durch Morgans Fähigkeit in die Zukunft zu sehen, etwas unkonventionell, verleiht dem Ganzen aber auch eine spannende Note. Ich empfand den Plot jedoch als sehr vorhersehbar. Viel zu früh war mir das Ende klar. Das muss nicht jedem so gehen, denn ich habe oft ein Gespür dafür, wie eine Geschichte ausgeht. Für andere Leser kann der Ablauf der Ereignisse sicher als interessant gelten und eine Überraschung bereithalten.

Schreibstil:
Erzählt wird als Icherzähler aus Morgans Sicht im Präsens. Gut gewählt, da es Raum für die Schlussfolgerungen der Hauptprotagonistin lässt. Zudem ist der Stil spritzig, frisch und frech, was ich sehr mochte. Leider verliert sich die Autorin im Fortgang der Geschichte etwas. Es gibt Wiederholungen und zu lange Ausschweifungen. Sicher hätte man gut und günstig einiges Kürzen können, ohne der Story zu schaden.

Charaktere: Morgan ist ein richtiges Mädchen, dessen Welt aus Highschool, Freund und Mädchenkram besteht. Dazu die Fähigkeit des Hellsehens, die ihr einen gewissen Beliebtheitsstatus verleiht. Sie liebt ihre Familie und ihren Freund, steht für sie ein und will vor allem Cam ganz und gar nicht verlieren. Seit Kindertagen sind sie miteinander befreundet und nichts kann sie trennen. Cam ist zwar der Star des Footballteams aber er gibt nicht damit an, sondern ist eher der ruhige und liebevolle Freund für Morgan. Er findet sich mit der Situation ab, auch mit der körperlichen Veräderung, die damit einhergeht. Pip ist mir zu selbstlos geraten. Zu glatt. Kein Typ, für den ich mein Herz erwärmen konnte, leider. Ich konnte auch nicht nachvollziehen, warum Morgan für ihn Gefühle entwickelt.

Mein Highlight war als Nebenfigur Morgans sizilianische Mutter. Sie erfüllt das Klischee, ist dabei aber einfach nur genial.

Hintergrund:
Sehr gut stellt Cyn Balog die ganze Highschool– und Teenagersituation dar. Teils etwas überspitzt, aber mit viel Charme. Es gab Dinge, die mich etwas gestört haben. Morgans Fähigkeit des Hellsehens wird nicht wirklich begründet, und auch wenn sie für den Plot von Nutzen war, hätte man sie meiner Meinung nicht wirklich gebraucht für die schlussendliche Auflösung des Konflikts. Die körperliche Veräderung von Cam, die kein Mensch außer Morgan sehen kann, finde ich von der Idee gut. Es hapert jedoch in der Umsetzung. Wenn Morgan sich irgendwann zur Umarmung herunterbeugen muss, sollte das doch anderen auffallen, meine ich.

Fazit: Die Idee hat so viel Potenzial, was man noch mehr hätte nutzen können, vor allem, weil die Autorin so einen amüsant frechen Stil aufweist. Als lustig lockere Lektüre für zwischendurch war “Verliebt in einen Elf” jedoch genau richtig und kann dafür getrost auf jeden Buchstapel landen. Ganz abgesehen davon, dass es chic im Regal zur Geltung kommen kann.

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L.A. Candy

Lauren Conrad
Flexibler Einband
Erschienen bei Harpercollins Childrens Books, 08.07.2011
ISBN 9780062089137
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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tod, thriller, jugendbuch, wandern, liebe

Slide - Durch die Augen eines Mörders

Jill Hathaway , Susanne Goga-Klinkenberg
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 26.09.2012
ISBN 9783841421494
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Klappentext hat mich total neugierig gemacht. Natürlich finde ich diesen mystischen Aspekt interessant. Außerdem wollte ich wissen, wie die Protagonistin dargestellt wird, da Narkolepsie eine spezielle Sache ist.

Erster Satz: Ich wälze mich auf der Laufbahn neben dem Fußballfeld und schlage um mich.

Sylvia leidet an Narkolepsie. Als wäre das plötzliche Einschlafen nicht schon genug, “wandert” sie währenddessen auch noch. Berührt sie beim wegdämmern einen Gegenstand, auf dem jemand einen “emotionalen Abdruck” hinterlassen hat, sieht sie die Welt durch dessen Augen. Ein lästiges Übel, das sie eines Tages zur Zeugin eines Mordes macht, den alle anderen als Selbstmord ansehen. Sie ist fest entschlossen den Mörder zu finden, doch das ist gar nicht so einfach. Einige Personen in ihrem Umfeld sind verdächtig. Zuflucht und Halt findet sie nur in Zane, dem “Neuen” an der Schule, in den sie sich verliebt. Schließlich muss sie lernen mit ihrer Fähigkeit umzugehen, denn der Mörder hat es auch auf ihre Schwester Mattie abgesehen.

Idee: Die Idee hat ein bisschen was von “Wake”. Sie ist nicht also nicht neu, aber trotzdem gut.

Plot: Erst dachte ich: Okay, man lernt alle Figuren kennen. Es plätschert vor sich hin, ist aber dennoch spannend. Dann passiert der Mord und man geht mit Sylvia auf die Suche. Ein paar Mal habe ich gedacht, dass ich weiß, wer es ist, wurde jedoch mit dieser Auflösung zum Schluss dann doch überrascht.

Schreibstil: Erzählt wird als Icherzähler im Präsens. Mir wurde nie langweilig und man konnte die Geschichte schön und recht zügig lesen. Hathaway schreibt zumindest so spannend, dass ich es nicht weglegen konnte.

Charaktere: Sylvia ist mit ihrer Narkolepsie schon interessant. Dazu kommt der Tod ihrer Mutter, der sie mit elf praktisch zur Mutter ihrer Schwester gemacht hat. Aber da ist noch ein Erlebnis, was das junge Mädchen erschüttert hat und sie nun mit pinken Haaren herumlaufen lässt. Sylvia wirkt sehr ernst, aber wenn sie zusammen mit Zane ist, zeigt sie sich als ein normales Mädchen ihres Alters. Besonders sympathisch finde ich Sylvias Haarfarbe und ihren besten Freund Rollins. Auch wie sie sich um Mattie kümmert, obwohl sie auch mal genervt ist von ihrer Schwester, ist toll. Ein Pluspunkt für Sylvia: Ihr Musikgeschmack. Er spiegelt meinen aus der Jugend wieder und hat mich in Erinnerungen schwelgen lassen.

Rollins ist Sylvias bester Freund. Nicht der typische Herzensbrecher, sondern ein Außenseiter. Sylvia merkt kein Stück, das er in sie verliebt ist. Er hat mir die ganze Zeit über etwas leidgetan, bis auch er in den Kreis der Verdächtigen rutscht. Ebenso wie Sylvia ihre Fähigkeit vor ihm verbirgt, erzählt er nie, wie es bei ihm zu Hause wirklich aussieht.

Zane ist der Typ, in den man sich verlieben möchte. Er sieht nicht nur gut aus, er bringt Sylvia Unbeschwertheit. Mit ihm scheint alles einfach und doch birgt auch er ein Geheimnis. Zane steht damit selbst in Konflikt, aber das bekommt man eher passiv mit.

Auch wenn man nun eine Dreiecksbeziehung vermutet, das ist es nicht. Nur am Rande, denn es geht doch mehr darum, den Mord aufzuklären.

Hintergrund: Man hat keineswegs das Gefühl, das etwas nicht passt. Auch wenn der Plot teilweise überraschend daher kommt, fügt sich doch alles zusammen. Zwar habe ich das Motiv des Mörders nachvollziehen können und es war nicht unlogisch, aber dennoch hat es mich nicht vollends überzeugt.

Fazit: Slide ist genau die passende Dosis, um zwischendurch ein gutes Buch zu lesen. Es war so schnell durch, das ich mich auf eine Fortsetzung freue. Allerdings frage ich mich, was da Thema sein wird, denn dieser erste Teil geht durchaus als Einzelroman durch. Wer ein bisschen rätseln möchte, den mystischen Aspekt des “wandern” mag und ein kurzweiliges Leseerlebnis sucht liegt mit “Slide” genau richtig.

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tod, liebe, freundschaft, leben, revive

Die fünf Leben der Daisy West

Cat Patrick , Anja Malich
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Boje, 20.07.2012
ISBN 9783414820617
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzinhalt:
Daisy ist fünfzehn – und schon mehr als ein Mal gestorben. Sie lebt waghalsig, denn sie weiß, dass es Revive gibt, ein Medikament, das ins Leben zurück hilft, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Da diese Medizin hochgeheim ist, muss Daisy nach jedem Tod eine neue Identität annehmen und an einen anderen Ort ziehen. Bisher hat sie daher meist isoliert und ohne enge Freunde gelebt. Aber dann findet sie an ihrer neuen Schule nicht nur völlig unverhofft eine beste Freundin, sondern verliebt sich auch noch Hals über Kopf. Zum ersten Mal lässt Daisy sich wirklich auf das Leben ein. Da entdeckt Daisy, dass sie Teil eines großen Experiments ist. God, der zwielichtige Leiter des Revive-Programms, hat viele Menschen auf skrupellose Weise rekrutiert und behandelt sie wie Versuchskaninchen. Daisy begehrt auf. Und setzt damit ernsthaft und unwiederbringlich ihr Leben aufs Spiel …

Der Titel macht neugierig und das Thema fand ich auch interessant. Das Cover ist für meine Begriffe jedoch nicht ansprechend. Zwar mag ich die Schriftart, aber das Mädchen, der Hintergrund und die Busgrafik passen nicht zusammen. Aber da ich mich ja nicht von Covern abschrecken lasse und es ja immer noch auf den Inhalt ankommt, habe ich mich dann doch sehr gefreut, dass ich bei Blogg dein Buch von “Bastei Lübbe” für ein Exemplar ausgewählt wurde.

Erster Satz: Ich wälze mich auf der Laufbahn neben dem Fussballfeld und schlage um mich.

Daisy beginnt in Omaha ein neues Leben. Ihr Fünftes, um genau zu sein. An ihrer Seite die “Pseudoeltern” Mason und Cassie, die in Wirklichkeit Agenten und Wissenschaftler sind und Daisy bei jedem Tod mit “Revive” wiederbeleben. Alle sind Teil eines geheimen Programms, an dem auch noch andere Kids beteiligt sind, die bei einem Busunfall vor elf Jahren ihren ersten Tod überlebten. Nach einem erneuten Umzug freundet sich Daisy mit Audrey und dessen Bruder Matt an. In Matt verliebt sie sich zudem und bekommt zum ersten Mal Zweifel am Programm. Dazu häufen sich ein paar merkwürdige Ereignisse, die Daisy immer mehr auf die Spur der Wahrheit hinter dem Busunglück und Revive bringen. Wem kann sie noch vertrauen?

Idee: Absolut etwas für mich. Ein geheimes Programm, den Tod überleben und dann noch eine kleine Liebelei. Sehr gute Idee.

Plot: Es beginnt mit Daisys Tod und dem Neuanfang in Omaha. Was manch einem zu langweilig erscheinen könnte, war für mein Empfinden genau richtig. Langsam wird der Leser an die Situation herangeführt, erlebt mit Daisy zusammen den ersten Tag und findet sich in der neuen Umgebung ein. Bis ca. Seite 250 hat mir das Tempo der Geschichte richtig gut gefallen und denke immer noch gern an diesen Teil zurück. Leider ging es mir dann ein bisschen zu rasant. Zu sehr Knall auf Fall. Meiner Meinung hätten da gut noch 30-50 Seiten mehr hinein gekonnt. Daisy schließt mir die Schlüsse zu schnell. Das wirkt etwas zu konstruiert, wenn auch alles logisch ist. Ein bisschen mehr hätten am Schluss die Handlungsstränge miteinander verwoben sein können. Denn eine Weile fragt man sich: Was ist jetzt mit Matt? Und denkt denkt sie gerade nicht an Audrey? Da war man gerade noch den Tränen nah und möchte die Szene verarbeiten, da macht Daisy das in einem Abschnitt. Nichtsdestotrotz hat mir die Story gefallen.

Schreibstil: Icherzähler im Präsens. Ja, ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt und um ehrlich zu sein, ist es mir nicht mal richtig bewusst gewesen, als ich Daisy West gelesen habe. Recht zügig war ich damit durch. Sehr gefallen haben mir die Gedankengänge, die in meinen Augen absolut altersgerecht zur Protagonistin sind. Was mir aufgefallen ist, dass die Autorin manche Ereignisse in ein paar Sätzen abhandelt. Das war bis besagtem Punkt im Plot für mein Empfinden auch gut eingesetzt. Man hat dabei das Gefühl gehabt, wie in einem Film von der einen Szene in die nächste zu wechseln, die mit einem kurzen Untertitel den Zuschauer hilft sich zurechtzufinden, um im Geschehen zu bleiben.

Charaktere: Daisy ist meiner Meinung nach genau richtig geraten. Sie ist 15/16 und spricht auch so. Die Bloggerei mit Freundin Megan, die teilweise verworrenen Gedankengänge, dass sie Matt so schnell vertraut und glaubt es die wahre Liebe. Wo viele den Kopf schütteln, kann ich nur sagen: In dem Alter tickt man so, hab ich auch, obwohl man das nicht wahrhaben will. In der Beziehung fand ich Daisy sehr realistisch. In Bezug auf das Programm wirkt ihr Hinterfragen jedoch sehr plötzlich. Aber um ehrlich zu sein, möchte ich das auch nicht wirklich bewerten. Schlussendlich war ich nie in einer solchen Situation und weiß selber nicht, ab wann man als Teenager das Vertrauen in ein Programm verliert, was einem das Leben rettet und mit dem man groß wird. Zumal Daisys Wissen darüber ja groß ist, den Mason gewährt ihr Zugang zu allen Akten. Alles in allem mochte ich Daisy und konnte mit ihr mitfühlen. Aber ich hätte gerne mit ihr zusammen die Schlüsse gezogen, denn die waren für mich zu vorhersehbar.

Matt ist zu gut, um wahr zu sein, aber daran störe ich mich nicht. Er kommt so gefühlvoll herüber und die Interaktion mit Daisy habe ich genossen.

Spoiler:
Auch sein Verhalten, kurz bevor und nachdem seine Schwester Audrey stirbt, kann ich nachvollziehen.

Sicher wirkt er sehr erwachsen für einen Jungen seines Alters, aber in Anbetracht der Umstände um Audrey finde ich das vollkommen passend.

Spoiler:
Lediglich dir Reaktion, nachdem Daisy ihn in das Programm eingeweiht hat, fand ich zu kühl und rational. Da hätte ich mir mehr Unglaube und Zweifel, aber auch Erschrockenheit gewünscht.

Alles in allem mochte ich Matt sehr.

Auch Audrey ist ein Charakter, den man von Anfang an gern haben muss. Sie hat eine tragende Rolle, aber überzeugt euch selbst, denn ich möchte nicht noch mehr Spoiler einbauen.

Hintergrund: Revive als Geheimprojekt klingt sehr plausibel. Allerdings blieben bei mir hier Fragen offen. Auch wenn die Autorin versucht alles aufzulösen, hat sie das in meinen Augen nicht elegant gelöst. Da kam zu viel auf einmal zum Schluss und wirkte zu konstruiert. Gut möglich wäre noch eine Fortsetzung, aber wie ich gehört habe, ist die laut Autorin ausgeschlossen. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Metapher mit den Bezeichnungen “Gott” für den Kopf des Projektes und “Jünger” für seine engsten Mitarbeiter. Gerade weil mit dem Medikament über Leben und Tod geherrscht werden kann.

Fazit: Es gab positive Meinungen und ich habe auch einige negative Meinungen gehört. Ich versuche mich immer davon freizumachen, was ich über ein Buch im Vorfeld höre. Bei “Die 5 Leben Daisy West” ist mir das einfach gelungen. Denn auch wenn mir das Tempo und die Auflösung zu rasant war, empfand ich die Teenager als echt und die gesamte Geschichte gut und lesenswert.

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dystopie, klone, klon, beta, rachel cohn

BETA

Rachel Cohn , Bernadette Ott
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbt, 25.02.2013
ISBN 9783570161647
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Hach, das Cover hat tolle Farben und allein der Titel hat mich neugierig gemacht. Der Klappentext war ansprechend. Das Klonthema versprach schon von Selbst, zum richtigen Buch zu greifen. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich es vorab lesen durfte.

Elysia ist ein seltener Teen-BETA-Klon und wir von der reichen Governorsfrau der Insel Demesne in einer Boutique erstanden. Elysia soll die kürzlich fürs Studium ausgezogene Tochter ersetzen und den Sohn auf seine militärische Ausbildung vorbereiten. Elysia will wie alle Klone der Insel ihre Aufgabe erfüllen. Es gibt nur ein Problem: Sie scheint »defekt« zu sein, was in der Welt der Superreichen zur sofortigen Abschaltung eines Klos führt. Deshalb behält Elysia ihr Geheimnis. Denn sie kann schmecken und hat Visionen ihrer »First«, des verstorbenen Mädchens, nach dessen Abbild sie geschaffen wurde. Dazu kommen diese unglaublichen Gefühle, die sie in der Nähe des Jungen Tahir spürt. Gefühle, die sie als Klon im Grunde nicht spüren kann. Aber was macht ihn so besonders? Was steckt hinter der Rebellion, für die Elysias Klonkollegin im Haus des Governor gestorben ist? Wird sie sich entfesseln und vor einer Abschaltung retten?

Erster Satz: Sie will mich kaufen.

Idee: Klone haben schon etwas von Si-Fi, was ich gerne mag. Außerdem wird in dem Buch damit ein Thema der eigenen Identitätsfindung angesprochen. Dazu das Setting auf einer paradiesischen Insel setzt dem Ganzen das I-Tüpfelchen auf. Die Idee ist spitze.

Plot: Die Handlung schreitet gemächlich voran und hat eher ein langsamer Anfang. Das ist nicht unbedingt etwas, was mir missfällt, vor allem mit dem Hintergrund eines Mehrteilers, jedoch stimmte für mich das Tempo im Gesamtkonzept nicht. Man wird wirklich nach und nach in die Welt des Klons Elysia geführt. Lernt sie sehr gut kennen und die Denkweise eines Klons kommt sehr gut herüber. Auch die Sicht auf das Paradies Demesne mit seinen Eigenarten wird dem Leser nahe gebracht. Das alles hätte etwas kürzer und knackiger geschrieben sein können. Kurz und zu schnell hingegen liest sich der Schluss. Da passieren so viele wichtige Dinge, die tolle Ansätze haben, doch leider wird das viel zu zügig abgehandelt. So schade, weil so viel Potenzial verschenkt wurde. Aber ich muss auch sagen, dass ich mich beim Lesen durch das wunderschöne Setting geradezu wie im Urlaub gefühlt habe, was mich das etwas unausgeglichen Plottempo verschmerzen lässt.

Schreibstil: Erzählt wird als Ich-Erzähler Elysias im Präsens. Wer meine Rezensionen kennt, weiß, dass ich den Ich-Erzähler immer bevorzuge. Hier kommt noch hinzu, dass man durch die Art und Weise wie Elysia erzählt und denkt, ihr den Klon total abkauft. Das war für mich das Besondere an dem eher normalen Stil. Der Text lässt sich gut und zügig lesen. Trotz der Länge am Anfang überkam mich keine Lesefaulheit.

Charaktere: Elysia ist sehr gut gelungen. Wie schon gesagt, nimmt man ihr den Klon ab. Das starre Verhalten und die Naivität, die sie als frischgebackener Klon an den Tag legt, sind sehr gut umgesetzt. Das Lernen von Ausdrücken, die für Teenager, aber nicht für die Datenbanken der Klone geläufig sind, der Gehorsam und auch die Starre, die Elysia zunächst ausmachen. Ihre Entwicklung schreitet gemächlich voran, was richtig toll ist, bis zu dem Punkt, wo alles recht schnell abgehandelt wird. Da erschien sie mir zu schnell zu stark.

Tahir ist ebenso ein durchdachter Charakter, dessen Entwicklung und Handlung mich fast dazu leitet, das Buch noch mal zu lesen, um bestimmte Dinge zu überprüfen. Um mehr über ihn zu sagen, müsste ich spoilern und so lasse ich euch um den superreichen und süßen Typen, der sich in Elysias Herz schleicht, im Dunkeln tappen.

Irgendwie hat mir Elysias »Mutter«, die Governorsfrau, gefallen. Nicht, dass ich sie wirklich mochte, aber sie ist die perfekte aufgesetzte Dame, der Prestige, Geld und Ansehen wichtiger als alles andere ist.

Hintergrund: Ich frage mich, was hinter Demesne steckt. Der Leser bleibt in der Hinsicht fast völlig im Dunkel. Man weiß weder zu welcher Zeit die Geschichte spielt, noch was passiert ist. Die Andeutungen um die »Water Wars« sind bruchstückhaft und nicht aussagekräftig. Merkwürdigerweise hat mich der, in meinen Augen lückenhafte Hintergrund, nicht gestört. Das liegt sicher an dem Setting, was mich das Meer hat förmlich riechen lassen. Dieses wunderbare Paradies kommt toll herüber und da hat sich die Autorin in der Ausarbeitung wirklich viel Mühe gegeben. Also bin ich hin und hergerissen und entscheide mich bei der Punktevergabe für den Mittelweg.

Fazit: Durchwachsen. Auf der einen Seite fand ich das Ende viel zu zackig und kurz. Der Cliffhanger ist vorhersehbar und nicht nötig. Auf der anderen Seite aber fand ich BETA super und freue mich auf die Fortsetzung. Ich möchte gerne noch mal Urlaub machen, auch wenn es ein trügerisches Paradies ist. Zu neugierig bin ich auf den Fortgang der Handlung. Wer absolut Wert auf einen gut getimten Plot legt, könnte enttäuscht werden. BETA ist für alle Karibik- und Südseeliebhaber etwas, die einen Hauch Si-Fi abgeschmeckt mit ein wenig Romantik.

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