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varuna holzapfel, schamanismus, römer, kräuterheilkunde, varusschlacht

Das Flüstern der Ahnen

Varuna Holzapfel
Buch: 280 Seiten
Erschienen bei Verlag 3.0 Zsolt Majsai, 08.02.2016
ISBN 9783956671777
Genre: Historische Romane

Rezension:

===Die Einleitung:===
„Das Flüstern der Ahnen“ habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen.
Bei dem Buch sprachen mich das geheimnisvolle Cover und der Klappentext sehr an und mir war klar, dass ich das Buch unbedingt lesen muss.

===Die Autorin:===
Die Diplom-Pädagogin Varuna Holzapfel wurde 1968 in Hagen geboren und war schon als Grundschulkind eine richtige Leseratte.
Nach Sachbüchern über das Hexentum, keltische Jahreskreisfeste und Santeria hat sie mit „Das Flüstern der Ahnen“ ihren ersten historischen Roman geschrieben.
Wer mehr über die Autorin wissen möchte, wird zum Beispiel auf ihrer Homepage www.varunaholzapfel.de  und auf www.buch-ist-mehr.de/PWA/autoren/varuna-holzapfel/ fündig.
Die Autorin bloggt auf www.varunaholzapfel.blogspot.de/.
Unter www.buch-ist-mehr.de/PWA/interviews/9-fragen-varuna-holzapfel/  gibt es ein kleines Interview mit ihr.

===Fakten zum Buch:===
Das Taschenbuch mit Kunststoffeinband erschien am 8. Februar 2016 beim Verlag 3.0.
Es umfasst 280 Seiten und ist für 14,50 Euro zu haben.
Das Buch ist außerdem als E-Book erhältlich.
Eine Leseprobe gibt es unter www.buch-ist-mehr.de/PWA/leseproben/eine-handtrommel-eine-handvoll-kraeuter-und-ein-kleiner-kessel/

===Der Klappentext:===
„Alruna, deren Geburt ein mystisches Geheimnis umgibt, wächst gut behütet im Haushalt ihres Großvaters, dem Häuptling eines kleinen Dorfes, auf.
Das ruhige Leben in einem Dorf, eingebettet in die traditionellen Rituale einer Stammeskultur bestimmt ihren Alltag, doch das Vorrücken der römischen  Fremdherrschaft und die damit verbundene Uneinigkeit unter den Stämmen, lässt ihr Leben aus dem Gleichgewicht geraten.
Alruna muss fliehen, erfährt zuvor aber noch das Geheimnis ihrer Herkunft und wird einer weisen Frau in einem weit entfernten Nachbardorf in Obhut gegeben, die sie aufzieht und sie in Heilkunde und schamanischen Praktiken unterweist.
Eines Tages findet Alruna den schwerverletzten Lucius, der als Legionär an der Varusschlacht teilgenommen hatte und nun sein Gedächtnis verloren hat.
Da Lucius sich nicht mehr an die Schlacht erinnern kann und in Arminius weiterhin einen Verbündeten sieht, gewährt ihm dieser Gastfreundschaft.
Alruna pflegt den Verletzten gesund und beide kommen einander näher.
Doch eines Tages erfährt Lucius vom Verrat des Arminius an Varus und flieht.
Auf Umwegen führt ihn diese Reise schließlich über Augusta Treverorum (das alte Trier), bis zurück nach Rom.
Alruna bleibt allein zurück…
Welches Schicksal haben die Nornen den beiden bestimmt?“

===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen und neugierig gemacht.
Es ist Nacht.
Die kahlen Umrisse der Tannen im Wald werden durch einen vollen Mond erhellt.
Eine schlanke Frau mit langem glattem Haar, welches im Mondlicht blausilbern  glänzt, trägt ein zartes Gewand mit einem durchscheinenden Umhang.
Ihre Arme sind kunstvoll mit Leder und anderen Stoffen umwickelt.
Sie wirkt anmutig, stolz, wie eine Kriegerin, aber auch geheimnisvoll.
In der Hand hält sie eine schamanische Trommel.
Sie gleitet auf einem schmalen, kunstvoll geschnitzten Kanu sanft über den nebelverhangenen Fluss, der sich durch die Bewegung des Kanus sanft kräuselt.
Der Bug des Kanus stellt den Kopf eines Reihers dar.
Er trägt eine kleine Laterne im Schnabel.
Wer ist diese Frau und wohin führt sie ihre Reise?
Und welche Bedeutung hat der Reiher in der germanischen Mythologie und dem Schamanismus?
Die dunklen Farbtöne des Covers passen sehr gut zu diesem Bild.
Als sehr stimmig empfinde ich auch den goldgelben Rahmen mit keltischen Knoten an jeder Ecke und die antik wirkende Schriftart, welche für den Buchtitel gewählt wurde.

===Die Geschichte mit meinen Worten:===
Wir schreiben das Jahr 9 nach Christus.
Während ein kalter Sturm übers römische Reich peitscht, liegt eine Frau in den Wehen.
Es ist nicht ihre erste Geburt, doch diese ist anders als alle anderen zuvor, das spürt sie.
In jener schicksalhaften Nacht wird Lucius geboren, welcher im späteren Verlauf des Buches eine tragende Rolle spielen wird.
Zur gleichen Zeit, an einem anderen Ort kämpfen die Germanen mit einem kalten Winter.
Die schlechte Ernte führt zu Hungertoden und so muss so mancher seine Lieben vor der Zeit zu Grabe tragen.
Als wäre das Leben nicht schon schwer genug, besetzen auch noch die Römer nach und nach ihr Land.
Plünderungen und Sklaverei stehen an der Tagesordnung und so mancher Häuptling sieht seinen Vorteil darin, den Römern nachzueifern.
In diesen unruhigen Zeiten, in denen zwischen Freund und Feind schwer zu unterscheiden ist, wächst Alruna bei ihrem Großvater Thorbald, ihrer Großmutter Irmingard und ihrer Mutter Heidruna auf.
Ein großes Geheimnis liegt über ihrer wahren Herkunft.
Als sie endlich eine Antwort auf die Frage wer ihr Vater ist erhält, schlägt das Schicksal gnadenlos zu.
Außer sich vor Trauer irrt sie umher, bis sie in einem Nachbardorf Zuflucht findet und dort ihr Wissen um die Heilkunde vertieft.
Das Leben hat sie gezeichnet und ihr ist kein leichter Weg bestimmt.
Doch Alruna ist eine Kämpferin und so lassen die Nornen sie schließlich den Weg des verletzten Lucius kreuzen.
Von schweren Zweifeln gebeutelt ist er geradewegs in die Arme der Legion geflüchtet, wo er zum ersten Mal in seinem Leben etwas Anderes als den behüteten Alltag eines mündigen römischen Bürgers erfährt.
Die Varusschlacht bringt Tod und Leid, aber auch das Vergessen über ihn und so lässt er sich unwissend von Alruna am Hof des Arminius gesund pflegen.
Zwischen den Beiden entspinnt sich eine zarte Liebe, die sie über alle Grenzen hinweg miteinander verbindet.
Wird sie den Verrat Arminius und Alrunas Schweigen überstehen?
Außer sich vor blindem Zorn irrt Lucius umher.
Welches Schicksal haben ihm die Parzen bestimmt?
Werden er und Alruna einander jemals wiederfinden?

===Mein Fazit:===
„Das Flüstern der Ahnen“ ist ein beeindruckender Debütroman, dessen Ende mich auf eine Fortsetzung hoffen lässt.
Varuna Holzapfel vereint in ihm gekonnt historische Elemente mit Brauchtum, Götterglaube, Schamanismus und Heilkunde.
Aber auch die Freundschaft und die Liebe in all ihren Facetten kommen hier nicht zu kurz und ein Hauch von Magie liegt in der Luft.
Die Autorin hat ein Gespür dafür, die Atmosphäre in der Natur während eines Sturms oder einer besonderen Begegnung im Wald einzufangen, was sicher auch ihrer großen Liebe zur Natur geschuldet ist.
Es ist ihr sehr gut gelungen, die Gegensätze und Gemeinsamkeiten der Römer und Germanen in ihrem Buch in die Geschichte eingebettet zu verdeutlichen.
So erfuhr ich beim Lesen zum Beispiel, wie unterschiedlich ein römischer Bürger im Gegensatz zu einem germanischen Häuptling nebst Familie lebte und welche gesellschaftlichen Strukturen, Werte und Normen jeweils vorherrschten.
Mit der Beschreibung der Initiationsriten von Frau und Mann, der Eheschließung und den Begräbnisriten der beiden Völker macht sie deutlich, wie verschieden und doch so ähnlich sie einander waren, was ich sehr interessant finde, da ich vieles noch nicht wusste.
Ein großer Unterschied, der sich für mich herauskristallisiert hat, ist die Betreuung und Erziehung der Kinder und die Rolle der Frau in der Ehe und Gesellschaft.
Dadurch, dass die Autorin die Geschichte so aufgebaut hat, dass man immer im Wechsel erfährt, wie es jeweils mit Lucius und Alruna sowie deren Familien weitergeht, schafft sie es, die Spannung konstant aufrecht zu halten.
So einige Charaktere wie Alruna und Lucius wuchsen mir schnell ans Herz.
Gespannt verfolgte ich ihren Werdegang und wie sich ihr Wesen und ihre Glaubenssätze im Laufe ihres Lebens veränderten.
Ich erfreute mich an ihren schönen Erlebnissen und litt mit ihnen, als sie von schweren Schicksalsschlägen gebeutelt wurden.
Die Charaktere in „Das Flüstern der Ahnen“ sind sehr gut beschrieben.
Auch hier hat die Autorin ihr Wissen einfließen lassen und so zum Beispiel vor meinem inneren Auge die Patrizierin Lucia in der typisch römischen Kleidung der damaligen Zeit; die Heilkundige Alma mit all ihrem Wissen über Zauberlieder und Heilkräuter; einen fahrenden Händler mit Geschichten aus der Ferne oder einen weisen germanischen Häuptling als Oberhaupt über einen Dorf mit vielen Familien lebendig werden lassen.
Sie alle und viele weitere Charaktere hat sie rund um die Hauptcharaktere Alruna und Lucius eingebettet in ihre jeweilige Kultur, Wohnräume, Esskultur und Umgebung dargestellt und mir so unter Anderem auch einen Einblick in das Leben in germanischen Dörfern und dem alten Rom gewährt, der sehr authentisch wirkt.
Der Götter- und Ahnenglaube der beiden Völker, die alten Bräuche und deren Präsenz im Alltag haben mich sehr fasziniert und ein wenig mit Wehmut erfüllt.
Die Autorin hat das Thema jedoch nicht romantisiert, sondern auch seine Schattenseiten aufgezeigt.
Sehr schön fand ich die große Verbundenheit der Germanen mit Tieren und der Natur.
Stimmig fand ich auch die an die damalige Zeit angepasste Sprache der Autorin, welche zum Beispiel als Zeitrechnung Begriffe wie Monde und Winter verwendete.
Während dem Lesen musste ich immer wieder einige Begriffe und Orte im Glossar nachschlagen, über welches ich sehr dankbar war.
Da meine geografischen Kenntnisse eher bescheiden sind, hätte ich mich über eine kleine Karte gefreut, auf welcher ich die Routen von Lucius und Alruna nachverfolgen könnte.
Die Autorin lässt die Varusschlacht und ihre Hintergründe lebendig werden und mich hautnah am Schicksal und den Gedanken des Römergermanen und Sohn eines Cheruskerfürstens Arminius teilhaben.
Er war ein enger Vertrauter des mitleidlosen Varus und stand in einem großen Interessenskonflikt.
Seine innerliche Zerrissenheit wird im Buch sehr nachvollziehbar geschildert.
Was damals wirklich in den Köpfen der Beiden vorging werden wir wohl nie genau erfahren, aber so wie im Buch geschildert könnte sich die Geschichte tatsächlich zugetragen haben.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf die anderen Werke der Autorin!
Viel Spaß beim Lesen wünscht Alchemilla

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Tags: germanen, kräuterheilkunde, römer, schamanismus, varusschlacht   (5)
 

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thriller, gregg hurwitz, killer, orphan x, action

Orphan X

Gregg Hurwitz , Mirga Nekvedavicius
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.03.2016
ISBN 9783959670241
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Einleitung:
Als auf Facebook Blogger und Rezensenten für „Orphan X“ von Gregg Hurwitz gesucht wurden, hatte ich ja keine Ahnung mit welchem Autor ich es da zu tun hatte.
Der Klappentext hatte mich einfach furchtbar neugierig auf das Buch gemacht.
Die Vita des Autors sowie sein Vorwort in „Orphan X“ belehrte mich eines Besseren und ich freue mich sehr, dass ich sein Buch lesen und rezensieren durfte.
Ich bin ein großer Fan von Actionfilmen und Comicverfilmungen wie „Batman“ und „Wolverine“ und entdecke gerne neue Superhelden und andere selbsternannte Hüter des Gesetzes.

Der Autor:
Gregg Hurwitz wurde im Jahr 1973 geboren und studierte Englisch und Psychologie an der Harvard University, sowie in Oxford.
Neben Thrillern wie „Die Scharfrichter“, „Die Sekte“, „Die Meute“ und „Blackout“ schreibt er Drehbücher für die großen Hollywood-Studios, sowie Comicbücher für Marvel („Wolverine“, „Punicher“) und DC (u.a. „Batman“.)
Seine 15 Thriller wurden mittlerweile in 28 Sprachen übersetzt und haben ihren Weg auf die New York Times Bestsellerliste gefunden.
Mehr über den Autor und seine Werke findet ihr auf seiner Homepage:
http://gregghurwitz.net/

Fakten zum Buch:
„Orphan X“ ist der Auftakt der spannenden Thriller – Reihe rund um Evan Smoak.
Der Originaltitel des Buches lautet „Orphan X“.
Mirga Nekvedavicius hat es aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt.
Das gebundene Buch erschien im März 2016 bei HarperCollins.
Es umfasst 432 Seiten und ist im Buchhandel für 19,90 Euro zu haben.

Der Klappentext:
1. Gebot: Keine voreiligen Schlüsse
Seine Nachbarn halten Evan Smoak für einen harmlosen Verkäufer von Industriereiniger.
Dabei ist er eine der tödlichsten und geheimsten Waffen der US-Regierung: ein Absolvent des Orphan-Programms, in dem Waisenkinder zu hocheffizienten Killern ausgebildet wurden.
4. Gebot: Es ist nie persönlich
Nach Jahren des Mordens im inoffiziellen Regierungsauftrag ist Evan in den Untergrund gegangen.
Er hilft nun den Verzweifelten, die mit ihren Problemen nicht zur Polizei gehen können – mit allen Fähigkeiten, die ihm zur Verfügung stehen.
Dabei hält er sich strikt an seine eigenen Gebote.
Doch diesmal bricht er eine der Regeln, und sein Auftrag entwickelt sich zur Katastrophe.
Nun muss er gegen ein Gebot nach dem anderen verstoßen, damit das allerwichtigste unangetastet bleibt:
10. Gebot: Lass niemals einen Unschuldigen sterben.


„Lesen Sie dieses Buch! Sie werden es mir später danken!“ – David Baldacci, US-amerikanischer Bestseller-Autor.

"Orphan X ist Gregg Hurwitz`bislang bestes Buch – eine meisterliche Demonstration all der Stärken, die seine Thriller ausmachen.“ – Lee Child, britisch- US-amerikanischer Thrillerautor (Jack Reacher-Reihe)

„Der aufregendste Thriller, den ich seit „Die Bourne Identität“ gelesen habe.
Fans von Jack Reacher, Mitch Rapp und Jason Bourne werden Evan Smoak lieben“
– Robert Crais, US-amerikanischer Kriminalschriftsteller


Die Gestaltung des Buches:
Das Cover des Buches wurde in Weiß gehalten.
Im Zentrum des Covers stehen in schwarzen Großbuchstaben der Name des Autors und darunter der Buchtitel.
Das große rote X von „Orphan X“ fällt besonders ins Auge.
Sowohl der Name des Autors, als auch das Wort Orphan heben sich beim Darüberstreichen fühlbar vom Cover ab.
Die Gestaltung des Titels und des Autorennamens erinnert mich an einen Stempel, wie er auf eine Geheimakte aufgedruckt sein könnte.
Schön finde ich das orangefarbene Lesebändchen, welches ich bei Büchern dieses Umfangs immer gerne nutze.
Wenn ich das Cover so betrachte, assoziiere ich damit den riesigen Balkon, welcher zu Evans Penthouse gehört.
Es ist dunkel und man sieht nur seine Silhouette vor dem Geländer stehen - wachsam, abwartend, mit der geladenen Waffe in der Hand, jederzeit bereit sich zu verteidigen.
Vor ihm erstreckt sich Downtown L.A., die Innenstadt von Los Angeles und im Hintergrund die gezackte Skyline der Stadt.
Wie er da so auf dem Balkon steht, wirkt Evan mächtig, aber auch sehr einsam und für die Welt dort draußen nicht sichtbar.
Mir gefällt die Gestaltung des Buches sehr gut.
Sie ist passend zur Geschichte sehr düster und geheimnisvoll und lässt Raum für persönliche Interpretationen.

Die Geschichte und meine Meinung dazu:
Wer eignet sich besser als Killer im inoffiziellen Regierungsauftrag als ein Waisenkind?
Ein kurzer Prolog entführt mich in die Zeit, als das 12 Jahre alte ehemalige Heimkind Evan aus seinem alten, entbehrungsreichen Leben in East Baltimore verschwindet und Teil des geheimen Orphan-Programms der US-Regierung wird.
Das erste Kapitel katapultiert mich ins Hier und Jetzt und mitten hinein in Evans aufregendes Doppelleben vor der atemberaubenden Kulisse von so glanzvollen, schillernden Städten wie Las Vegas und Los Angeles mit all ihren Gegensätzen.
Für seine Nachbarn im beschaulichen Castle Heights ist Evan ein durchschnittlicher Typ Mitte 30 mit durchschnittlich gutem Aussehen, der Industriereiniger verkauft und wenig unter Leute kommt.
Beim näheren Hinsehen straft die Wohnungseinrichtung seines riesigen Penthouses diese Schein-Identität jedoch Lügen:
Mit ihrer besonderen Ausstattung bildet sie ein Hochsicherheitssystem, bei dem jedes Detail der Wohnung genau durchdacht und zweckdienlich erweitert wurde.
Niemand würde vermuten, dass hier ein untergetauchter Profikiller wohnt, geschweige denn überhaupt unbemerkt in die Wohnung hineinkommen…
Evan hat seine Tätigkeit für die Regierung von sich aus beendet.
Er bietet seine besonderen Fähigkeiten nun als „Nowhere-Man“ Menschen an, die sich in einer ausweglosen Lage befinden.
Dadurch und durch seine zahlreichen Aufträge für die US-Regierung hat er sich viele Feinde gemacht.
Nur wie findet man jemanden, den es offiziell gar nicht gibt und der auch nicht gefunden werden möchte?
Evan wartet mit einem beeindruckenden Repertoire an Fähigkeiten auf und arbeitet mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks, bei dem alle Rädchen exakt ineinander greifen.
Er weiß Genauestens über jeden und alles in seiner Umgebung Bescheid und hat immer Plan B und C parat, wenn Plan A nicht greift.
Nichts bringt ihn aus der Fassung.
Wer ihn zu Hilfe ruft, kann sich sicher sein, dass ihm wirklich umfassend geholfen wird.
Für ein ehemaliges Heimkind hat Evan es wirklich weit gebracht und trotzdem lebt er nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“.
Bei seinen zwei Identitäten ist das auch ein Muss, um zu Überleben.
Nur manchmal weiß er nicht, wann es angebracht wäre, ein wenig aus sich heraus zu gehen und andere Menschen an sich heran zu lassen.
Er verfügt über nahezu unendliche Ressourcen, ist mit der neuesten Technik ausgestattet und hat Zugriff auf einzigartige Waffen.
Dafür musste er jedoch einen hohen Preis bezahlen, was durch seine Erinnerungen an seine Zeit mit Jack und an seine besondere Ausbildung deutlich wird.
Besonders eine diese Erinnerungen ging mir ziemlich nahe und machte mir Evan umso sympathischer.
Die Rückblicke erklären sein ungeschicktes Sozialverhalten und seine Abneigung gegen Smalltalk, was mich so manches Mal schmunzeln ließ.
Zudem geben sie ebenso wie auch einige weitere Szenen im Buch Einblick in die Organisation hinter dem Orphan-Projekt.
Mir gefallen der Humor des Autors, sowie die Tatsache, dass bei Evan wirklich alles modifiziert wurde.
Selbst der Aktenkoffer ist nicht nur ein Aktenkoffer…
Voller Spannung verfolge ich den Verlauf seiner Aufträge mit und werde hineingezogen in einen Strudel aus Korruption und menschlicher Abgründe, der auch mich nicht kalt lässt und meine Moral in Frage stellt.
Evan arbeitet nach seinen eigenen Geboten, die er niemals bricht.
Mitten in seinem aktuellen Auftrag unterläuft ihm jedoch ein taktischer Fehler, der alles ins Wanken bringt, was er sich so sorgsam aufgebaut hat.
Er ist gezwungen eines seiner Gebote zu brechen, plötzlich ist alles in Gefahr und es ist noch nicht vorbei.
Wer sind seine Gegner?
Welche Ziele verfolgen sie?
Wem kann Evan noch vertrauen?

Mein Fazit:
„Orphan X“ ist einer der besten Thriller den ich je gelesen habe.
Angefangen mit einem neugierig machenden Prolog hält der Autor die Spannungskurve bis zum Schluss mit einem fiesen Cliffhanger ziemlich hoch und ich kann es kaum erwarten, endlich weiter zu lesen.
59 kurze Kapitel mit passenden, treffend formulierten Überschriften gipfeln in einen überraschenden Epilog, der mich umso neugieriger zurücklässt.
Laut HarperCollins soll der zweite Teil der Reihe im Frühjahr/ Sommer 2017 erscheinen.
Besonders gespannt bin ich auch auf die filmische Umsetzung des Thrillers, bei der die Messlatte ganz schön weit oben hängt.
Die Filmrechte an „Orphan X“ konnte Gregg Hurwitz bereits vor Veröffentlichung des Buches an Warner Bros. verkaufen.
Der Autor hat ein Händchen dafür, die Atmosphäre von Orten zu beschreiben.
Auch wenn ich an den zahlreichen Schauplätzen im Buch, bei denen ein paar wirklich außergewöhnliche dabei sind noch nie war, hat er es geschafft, dass ich sie mir nicht nur sehr bildhaft vorstellen konnte.
Nein, ich wollte manche sogar am Liebsten mit eigenen Augen sehen und erleben.
Was mir an „Orphan X“ sehr gut gefallen hat, ist der Hauptcharakter selbst. Evans Mentor und Ausbilder Jack Johns ist mit Evan etwas gelungen, was ich kaum für möglich gehalten hätte:
Evan konnte sich seine Menschlichkeit trotz seiner Tätigkeit als Auftragskiller bewahren.
Er hat einen guten Charakter und überprüft und hinterfragt seine Aufträge sorgfältig.
Gerade diese Menschlichkeit, die sich sowohl in seiner zweiten Identität als Evan Smoak, als auch als „Nowhere Man“ deutlich zeigt ist es, was mir Evan so sympathisch macht.
Selbst in der brenzligsten Situation ist er noch für andere da.
Und wer sich so hingebungsvoll um eine Aloe Vera kümmert, kann kein schlechter Mensch sein!
Nebenbei gesagt bin ich ein wenig neidisch auf die Inneneinrichtung Evans.
Ein besonderer Gegenstand hat es mir besonders angetan.
Welcher, werde ich euch nicht verraten!
Neben einer sehr gut umgesetzten Story mit unerwarteten, temporeichen Wendungen punktet der Autor bei mir mit seinen außergewöhnlichen Charakteren.
Er schafft es sogar, dass ich eine widerwillige Faszination für Evans Gegner hege, welche ihm ebenbürtig sind, was das Ganze noch spannender macht.
Jeder einzelne Charakter und sei er auf den ersten Blick auch noch so nebensächlich, wurde von Herrn Hurwitz genau durchdacht und ausgearbeitet.
Vom Körperbau bis hin zu den Ansichten, Gewohnheiten und dem Charakter der einzelnen Personen zeichnet er ein einprägsames Bild mit hohem Wiedererkennungswert.
Oft geht es mir bei Büchern mit vielen Haupt- und Nebencharakteren so, dass ich immer wieder nachlesen muss, wie sie heißen und wie sie zueinander stehen.
Das ist bei „Orphan X“ nicht der Fall, denn durch die liebevoll durchdachte Beschreibung weiß ich angefangen von den Hausbewohnern Castle Heights wie die ältere Dame Ida Rosenbaum und die alleinerziehende Mutter Mia Hall, bis hin zu den Feinden Orphan Xs auch ohne namentliche Nennung sofort, um wen es sich handelt.
„Orphan X“ ist ein Muss für Fans von Mixed-Martial-Arts, Technikbegeisterte, Waffenexperten,  Liebhaber teuren Wodkas und nervenaufreibender Actionszenen mit Schusswechseln.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Alchemilla

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irland, fantasy, liebe, feen, connemara

Das Geheimnis von Connemara - Eichenweisen

Felicity Green.
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 19.12.2014
ISBN 9781505567526
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Einleitung:
Ich entdecke nicht nur sehr gerne deutschsprachige Debütautorinnen und – autoren und ihre Bücher, sondern gerne auch mal unabhängige Autorinnen und Autoren.
Für Selfpublisher wird nicht so die Werbetrommel gerührt, wie für Autoren, die bei einem großen Verlag sind.
Das finde ich schade, denn auch unter den Selfpublishern gibt es richtige Schätze zu entdecken.
Auf „Blogg dein Buch“ gab es eine Aktion namens „Lovely Selfies – Die liebsten Selfpublisher unserer Blogger“.
Damit möchte „Blogg dein Buch“ nun auch Selfpublishern eine Chance geben, ihr Können unter Beweis zu stellen.
Es wurde dazu aufgerufen, Selfpublisher anzuschreiben, die an der Aktion Interesse haben könnten.
Für die Selfpublisher winkten vergünstigte Promogebühren und für drei Glückliche ein Platz unter den Top 3.
Zwanzig Autorinnen schickten ihre Werke ins Rennen und die Blogger konnten sich für eines der Bücher bewerben, um es zu lesen und anschließend zu rezensieren.
Ich finde die Aktion klasse und habe mich für das Buch „Eichenweisen – Das Geheimnis von Connemara“ von Felicity Green beworben, welches ich euch nun vorstellen möchte.

Die Autorin:
Felicity Green wurde in der Nähe von Hannover geboren und zog nach dem Abitur nach England.
In Canterbury studierte sie Literatur und Schauspiel.
Später tingelte Felicity mit diversen Theatergruppen durch England, Irland und Schottland, besuchte eine Schauspielschule in L.A. und trat in Indie-Filmen auf.
Nachdem sie ihre eigene One-Woman-Show für das Brighton Festival geschrieben hatte, packte sie die Schreibwut.
An der University of Sussex schloss sie einen MA in Kreativem Schreiben ab.
Die Liebe holte sie nach Deutschland zurück.
Mit ihrem Mann und Kater Rocks lebt sie an der Schweizer Grenze.
Zwei Jahre lang arbeitete Felicity Green bei Kleinverlagen in Zürich, bevor sie sich als freie Lektorin, Übersetzerin und Autorin selbstständig machte.
Wer mehr über die Autorin und ihre Werke wissen möchte, wird auf www. felicitygreen.com fündig.
Dort kann man sich auch für ihren „Leserclub“ anmelden, einen Newsletter, durch den man unter Anderem über ihre Bücher auf dem Laufenden bleibt.
Die Autorin freut sich auch über persönliches Feedback zum Beispiel über Facebook und Twitter.

Fakten zum Buch:
„Eichenweisen“ ist der Auftakt der spannenden Romantic-Fantasy – Reihe „Das Geheimnis von Connemara“.
Das Taschenbuch erschien im Dezember 2014 im Selbstverlag bei CreateSpace Independent Publishing Platform.
Es umfasst 320 Seiten und ist im Buchhandel für 9,95 Euro zu haben.
Im März 2015 erschien der zweite Band der Reihe mit dem Titel „Efeuranken“.
Der dritte Band, „Ebereschenzauber“ erscheint Ende dieses Jahres.
Eine Leseprobe zu „Eichenweisen“ findet ihr hier:
http://www.felicitygreen.com/wp-content/uploads/2014/12/Eichenweisen_Leseprobe.pdf

Der Klappentext:
„Als die achtzehnjährige Alice nach einem Unfall aus dem Koma aufwacht, spricht sie plötzlich eine andere Sprache.
Sie hat die Erinnerungen einer anderen Person aus einer anderen Zeit… und an eine verbotene Liebe.
Alice begibt sich in Irland auf die Suche nach Spuren von Ciara, dem Mädchen, das nun ein Teil von ihr ist und droht, ihre Persönlichkeit immer mehr einzunehmen.
In Connemara muss sie am eigenen Leibe erleben, dass keltische Mythen mehr als nur Märchen sind und dass das Geheimnis eines alten irischen Volkes auf mysteriöse Weise mit ihrem Schicksal verknüpft ist.
Welche Rolle spielt Dylan, Ciaras große Liebe, der ihren tragischen Tod auf dem Gewissen hat?
Er will Alice um jeden Preis beschützen, doch jetzt droht er auch ihr zur Gefahr zu werden.
Wird sie seinetwegen ihr Herz und ihr Leben verlieren?
Oder wird es Alice gelingen, Ciara Gerechtigkeit zu verschaffen, ohne dabei sich selbst aufzugeben?“

Die Gestaltung des Buches:
Das Cover des Buches ist grau.
Auf der Oberseite steht der Name der Autorin in leuchtend grünen Großbuchstaben.
Im Zentrum des Covers sieht man links und rechts jeweils einen windschiefen, knorrigen Baum mit vielen Ästen, aus dem ein eisblaues Auge herausblickt, was auf mich wie die
Silhouette eines nicht menschlichen Gesichts wirkt.
Darunter steht in großen leuchtend grünen Buchstaben der Titel des Buches „Eichenweisen“ und darunter in weißen Buchstaben der Untertitel.
Toll finde ich, dass gleich auf dem Cover schon ersichtlich wird,
dass es sich bei dem Buch um den ersten Teil einer Reihe handelt.
Wie oft habe ich schon zu einem Buch gegriffen, nichtsahnend, dass ich damit schon wieder eine neue Reihe beginne…
Ich empfinde die Gestaltung des Covers als sehr stimmig.
Es wirkt düster und geheimnisvoll.
Ich stelle mir vor, dass das Gesicht auf dem Cover zu einem bestimmten Feenwesen aus dem Buch gehören könnte, welches mit ebensolchen eisblauen Augen beschrieben wird.
Die irischen Ornamente auf dem Cover passen sehr gut zum Inhalt des Buches, welches sich unter anderem mit irischen Sagen beschäftigt.
Das Cover des Buches hat einen hohen Wiedererkennungswert, da es ähnlich wie die anderen Bände der Reihe gestaltet wurde.
Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie bis auf die Farbwahl ähnlich aufgebaut wurden.
So erkennt man schnell, dass die Bücher Teil der gleichen Reihe sind.

Die Geschichte und meine Meinung dazu:
Die achtzehnjährige Alice Lohmann wacht nach einem Unfall aus dem Koma wieder auf und versucht sich erst einmal zu orientieren.
Wo ist sie und was ist mit ihr passiert?
Erleichtert stellt sie fest, dass ihre Eltern bei ihr im Krankenhaus sind.
Alles könnte in bester Ordnung sein, sie lebt und scheint körperlich unversehrt sein, doch dann machen ihre Eltern den Mund auf und Alice versteht kein Wort.
Auch sie selbst spricht plötzlich eine fremde Sprache und es verstört sie zutiefst, dass sie nicht weiß, warum.
Ich stelle es mir furchtbar vor, mich plötzlich nicht mehr mitteilen zu können und meine geliebten Menschen nicht zu verstehen.
Ich kann Alice Gefühle und Gedanken sehr gut nachempfinden.
Ihre Eltern und die behandelnden Ärzte stehen vor einem Rätsel, bis plötzlich Gesprächsfetzen einer ihr bekannten Sprache zu Alice vordringen.
Endlich jemand, der Licht ins Dunkel bringen und Alice sagen könnte, was mit ihr passiert ist.
Doch so einfach ist es nicht.
Alice kann ihre Muttersprache Deutsch nach dem Koma nun weder sprechen noch verstehen und spricht stattdessen einen alten irischen Dialekt fließend.
Wie kann das sein, wo sie doch niemals in Irland war und im Alltag nie mit dieser Sprache in Berührung kam?
Ihre Eltern sind verzweifelt und ihr Umfeld reagiert voller Unverständnis und Zweifel.
Selbst ihre besten Freundinnen Melinda und Lisa verstehen nicht, was mit Alice passiert ist und so zieht sich Alice mehr und mehr zurück.
Ihren Eltern bereitet dies große Sorgen.
Während ihr Vater auf eine plausible wissenschaftliche Erklärung für alles hofft und einfach nur sein kleines Mädchen wiederhaben möchte, zieht ihre Mutter alles in Betracht, um ihr zu helfen.
Alice bleiben die Spannungen ihrer Eltern, die vor Alice Unfall eine harmonische Ehe führten, nicht verborgen und so wünscht sie sich nichts mehr, als dass alles wieder so wird wie vorher.
Währenddessen suchen sie jedoch immer wieder Träume und Erinnerungen an eine Fremde namens Ciara und deren große Liebe Dylan heim.
Sie ist nun nicht mehr dieselbe Alice wie vorher und das bleibt auch ihren angespannten Eltern nicht verborgen.
Alice sieht ihre Eltern und ihre Umgebung in Deutschland wie mit den Augen einer Fremden und sucht verzweifelt nach etwas Vertrauten, während sie sich immer mehr von ihren Eltern und ihren Freundinnen entfernt.
Sie ist wie besessen davon herauszufinden, was es mit Ciara und Dylan auf sich hat und bemerkt dabei gar nicht, wie sie sich selbst dabei aus den Augen verliert.
Was fühlt sie und was glaubt sie nur aufgrund ihrer Träume von Ciara zu fühlen?
Als sich ihr die Chance bietet, im Trinity College in Dublin ein neues Leben fernab von Menschen anzufangen, die von ihrem Unfall wissen und an ihrem Verstand zweifeln, ergreift sie diese, ohne Rücksicht auf Verluste.
In Irland angekommen geht sie dem Geheimnis von Ciara an der Seite ihrer Gastfamilie, den O`Tools und deren Tochter Bridget nach.
Handfeste Beweise und verwirrende Gespräche stellen ihr ganzes Weltbild und alles was sie bisher zu wissen glaubte komplett auf den Kopf.
Die Recherche vor Ort fördert eine unglaubliche Tragödie zu Tage.
Was ist wirklich mit Ciara geschehen und welche Rolle spielt Dlyan dabei, der plötzlich in Alice Umfeld auftaucht und sie nicht zu kennen scheint?
Alice Nachforschungen zu Ciara bleiben nicht unbemerkt und bringen sie in große Gefahr.
Wird sie rechtzeitig erkennen, wer Freund und wer Feind ist?

Mein Fazit:
Mit „Eichenweisen - Das Geheimnis von Connemara“ ist Felicity Green ein gelungener Auftakt für eine aufregende Romantic-Fantasy- Reihe gelungen.
Ich fand es sehr spannend nach und nach zu erfahren, was sich hinter dem Titel verbirgt.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr bildhaft.
Sie versteht es, langsam und durch unerwartete Wendungen Spannung aufbauen und hat mich damit sofort gefesselt.
Immer wieder wartete ich darauf, mehr über Dylan und über Ciaras Schicksal zu erfahren und wurde dabei so richtig auf die Folter gespannt.
Dadurch, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wurde, hat Felicity Green mich mitten hinein in die Welt von Alice katapultiert.
Ich fand es sehr spannend gemeinsam mit Alice herauszufinden, was mit ihr nach dem Koma passiert ist und immer nur genauso viel darüber zu wissen, wie Alice selbst wusste.
Alice war eine interessante Protagonistin, voller Charakter und Mut.
Sie setzte alles daran herauszufinden, was es mit Ciara auf sich hat.
Alice Recherche warf viele Fragen auf:
Sind Alice Träume und Flashbacks Erinnerungen an ein früheres Leben oder steckt mehr dahinter?
Wer ist Dylan und welche Absichten verfolgt er mit Alice?
Die Autorin beschreibt sehr gut, wie Alice sich fühlt und mit all den neuen Informationen und Eindrücken umgeht.
So konnte ich hautnah miterleben, wie verstörend es für Alice war, plötzlich eine fremde Sprache zu sprechen und ihre eigenen Eltern nicht mehr zu verstehen.
Ihre Träume und Erinnerungen an Ciara und Dlyan und deren Liebe zueinander nahmen sie immer mehr für sich ein und ließen sie darüber die alte Alice, die sie vor dem Koma war vergessen.
Sie hatte keinen Kopf mehr für die oberflächlichen Themen, mit denen sich ihre Freundinnen beschäftigen und war zu sehr mit selbst beschäftigt, um zu erkennen, was ihre Veränderung bei ihren Eltern auslöste.
Ihr Charakter machte im Laufe der Geschichte eine spannende Wandlung durch, die ich sehr gut nachvollziehen konnte.
Auch die Gefühle der Eltern und ihre Reaktionen konnte ich sehr gut verstehen.
Auf der einen Seite der liebende Vater, der lieber eine rationale Erklärung für alles will und am Liebsten alles wie zuvor haben möchte.
Und dann auf der anderen Seite die Mutter, die ihrer Tochter helfen und ihr Antworten geben will und enttäuscht darüber ist, dass diese sie mehr und mehr aus ihrem Leben ausschließt.
Schließlich dann noch die große räumliche Entfernung und die Gastfamilie, die für Alice in den Vordergrund rückt.
In Irland eröffnet sich eine ganz neue Welt für Alice, bei der sie zum Glück Hilfe von ihrer Gastfamilie den O`Tools und deren Tochter Bridget erhält.
Ihre bisher oberflächlichen Freundschaften werden belanglos und weichen einer tiefen, echteren Freundschaft zu der quirligen Bridget.
Bridget wuchs mir durch ihre offene, lebensfrohe Art schnell ans Herz.
Ihre Eltern, Seamus und Vera O`Tool fand ich auch sehr sympathisch, da sie Alice bei ihrer Suche nach Ciara vorbehaltlos unterstützten.
So stelle ich mir eine richtige Familie vor.
Ihre eigene Familie und sich selbst verliert Alice im Verlauf der Geschichte ziemlich aus den Augen, was die Autorin sehr aufwühlend beschrieben hat.
Sie entführte mich an zahlreiche real existierende Schauplätze in Irland, wie die das Trinity College in Dublin, Roundstone und die Ha’penny Bridge.
Mit ihren tollen Beschreibungen davon weckte sie meine Reiselust und ich kam nicht umhin die Schauplätze zu googeln, um mir ein Bild davon machen zu können.
Für Leser, die schon einmal in Irland Urlaub gemacht haben oder dort gelebt haben, hat das Buch sicher einen hohen Wiedererkennungswert.
Mit ihrer Geschichte gab die Autorin nicht nur einen Einblick in die Landschaft Irlands, sondern ließ mich auch immer wieder in die Welt der irischen Sagen und Mythen hineintauchen.
Dadurch machte sie mir Lust darauf, mich wieder intensiver damit zu beschäftigen.
Was mir am Fantasyteil der Geschichte sehr gut gefallen hat,  ist das die Hintergründe sehr gut recherchiert wurden.
Ich habe mich in meiner Jugend viel mit Themen wie Druidentum, dem Hexentum und Märchen und Sagen beschäftigt.
Die Autorin greift diese Themen in ihrem Buch etwas auf.
Ich empfinde ihre Informationen dazu sehr stimmig.
Sie geht unter Anderem näher auf das Thema Druidentum ein und beschreibt die alte irische Schrift Ogham, deren Buchstaben mit Bäumen korrespondieren und für Orakel verwendet wurden.
Dadurch macht sie diese Themen auch für Leser zugänglich, die sich nicht damit auskennen.
„Eichenweisen“ beschäftigt sich nicht nur mit irischen Sagen und Märchen, sondern auch mit ganz weltlichen Themen wie Liebe, Erwachsenwerden und Freundschaft.
Die Liebesgeschichte in „Eichenweisen“ ist kompliziert und unterschwellig, was mir sehr gut gefällt.
Am Beispiel von Alice wird sehr gut beschrieben, welche Veränderungen mit der Pubertät und der Volljährigkeit im Leben eines jungen Mädchens auftreten können.
Vor ihrem Unfall hatte sie konkrete Zukunftspläne und eine klare Vorstellung, welchen Beruf sie einmal ergreifen würde.
Nach dem Unfall nabelt sich von ihrem bisherigen Umfeld ab, entfremdet sich von ihren Eltern und sogar von sich selbst, um sich dann schließlich mühevoll wiederzufinden.
Inmitten all der Menschen, die damit nicht zurechtkommen, wie ihr Charakter sich verändert und die zum Teil sogar an ihrem Geisteszustand zweifeln, versucht sie der Sache auf den Grund zu gehen.
In Irland begegnet Alice zahlreichen interessanten Charakteren, die teilweise etwas undurchsichtig bleiben, was die Geschichte umso spannender macht.
Nicht jeder scheint ihr wohlgesonnen und ebenso wie ihr fiel es mir schwer zu entscheiden, wem sie vertrauen konnte und wem nicht.
Durch unerwartete Wendungen und Geheimnisse wurde die Geschichte immer temporeicher und endete schließlich mit einem Epilog, der eine aufregende Fortsetzung verheißt und mich furchtbar neugierig darauf macht, wie die Geschichte weitergeht.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf die anderen Werke der Autorin!

Viel Spaß beim Lesen!

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heilbronn, psychothriller, thriller, henrike spohr, krimi

Heilbronn 37°

Henrike Spohr
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 20.10.2015
ISBN 9783954513659
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

=== Die Einleitung:===
Ich entdecke gerne deutschsprachige Debütautorinnen und -autoren und ihre Bücher.
Dabei findet man manchmal fernab vom Mainstream richtige Schätze.
Einer davon ist das Buch „Heilbronn 37°“ der Heilbronner Autorin Henrike Spohr, welches ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen habe.
Sehr schön fand ich, dass ich mich mit der Autorin in ihrer Leserunde über „Heilbronn 37°“austauschen und ihr viele Fragen zum Buch stellen konnte.
Bei dem Buch sprachen mich sowohl das auffällige Cover, als auch der spannende Klappentext sofort an.
Und da Heilbronn ca. 83, 5 km, also etwa eine Autostunde von meiner Heimatstadt Pforzheim entfernt ist, musste ich das Buch einfach lesen.

===Die Autorin:===
Eines Abends wollte sich Henrike Spohr mit ihrem Mann einen gemütlichen Fernsehabend machen, aber wie so oft kam nichts Interessantes im Fernsehen.
Also überlegten sie sich, während sie bei einem Glas Wein auf der Terrasse saßen, wie der Film sein müsste, den sie jetzt gerne anschauen würden.
Und so nahm Abend für Abend eine Geschichte Gestalt an, bis ihr Mann den Vorschlag machte, sie solle ein Buch schreiben.
Und so geschah es.
Zum Glück, denn ihr Debütroman „Heilbronn 37°“ ist wirklich gelungen…
Henrike Spohr lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Heilbronn, direkt am Waldrand.

===Fakten zum Buch:===
Das broschierte Taschenbuch erschien am 23. Juli 2014 beim Emons Verlag.
Es umfasst 256 Seiten und ist für 9,90 Euro zu haben.
Der Emons – Verlag ist Spezialist für Regionalkrimis und Regionalliteratur aus vielen verschiedenen Genres aus
Deutschland, Italien, Schweiz, Österreich, Frankreich, Spanien und Luxemburg.

===Der Verlag über das Buch:===
„Die Zeit heilt keine Wunden.
Drückende Hitze liegt über Süddeutschland.
Tamara arbeitet wie eine Besessene an den Bildern für ihre erste Ausstellung.
Doch mit jedem Tag wird das Gefühl, beobachtet und verfolgt zu werden, stärker, denn in ihrer Vergangenheit lauert eine dunkle Bedrohung:
„Irgendwann, wenn du nicht daran denkst, werde ich zu dir kommen!“.
Doch dieses Mal will Tamara kein wehrloses Opfer sein...“

„Eindringlich erzählt, fesselnde Charaktere und eine Geschichte, die Stück für Stück ihr düsteres Geheimnis preisgibt: ein Psychothriller mit Sogwirkung.“

„Sie würde ihre Welt rot malen, nur noch diese eine Farbe gelten lassen.
Diese Farbe, neben der keine andere bestehen konnte.
Rot wie Liebe, rot wie Feuer, rot wie Blut und Hass.“

===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches hat einen hohen Wiedererkennungswert, da es ähnlich wie die anderen Regionalkrimis vom Emons-Verlag gestaltet wurde.
Ihnen allen gemeinsam ist, dass im Hintergrund ein zum Thema oder zur Region passendes Bild zu sehen ist und davor auf einem weißen Rechteck der Name des Autors oder der Autorin und das Genre in schwarzen Buchstaben, sowie der Buchttitel in orangenen Buchstaben zu sehen ist.
Bei „Heilbronn 37°“ steht dies in der oberen Hälfte des Covers.
Im Hintergrund sieht man vor der Kulisse eines dunklen Nachthimmels den Kirchturm und einen Teil des Dachs der Heilbronner Kilianskirche, welche von einem Blitz erhellt wird.
Ich empfinde die Gestaltung des Covers als sehr passend.
Die Geschichte spielt in Heilbronn, mitten in einem besonders heißen Sommer, in welchem es auch zu Gewittern kommt.
Außerdem erinnert sich die Protagonistin Tamara im Buch an ein Gewitter in ihrer Kindheit.

===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Das Buch beginnt mit einem Prolog, durch den eine gefährliche, unheilvolle Stimmung aufkommt:
Mitten in einer idyllischen Heilbronner Gegend, in welcher aus den gepflegten Vorgärten Kinderlachen dringt und einem der Geruch von frisch gemähtem Gras und Gegrilltem in die Nase steigt, lebt die 29- jährige Künstlerin Tamara zurückgezogen mit ihrem Mann Paul.
Tamara träumt davon, von ihrer Kunst leben zu können.
Die bevorstehende Vernissage, ihre erste Einzelausstellung könnte diesen Traum wahr werden lassen.
Deshalb arbeitet Tamara von früh bis spät an ihren Bildern und bewegt sich zwischen der gemeinsamen Wohnung und ihrem Atelier im Süden der Stadt hin und her, während um sie herum der „Jahrhundertsommer“ Heilbronn in Atem hält.
Im Verborgenen versteckt sich ein Beobachter, der in der idyllischen Gegend wie ein Fremdkörper wirkt.
Er kennt Tamaras Tagesablauf besser als sie selbst und war mir zu Beginn äußerst unheimlich.
Die Vorstellung, dass mich jemand ohne mein Wissen beobachten könnte, fand ich ziemlich beunruhigend.
Der Beobachter möchte wissen, was Tamara so Besonders macht, dass man sie observieren muss und versucht sie aufzuscheuchen, aus ihrer Routine ausbrechen zu lassen.
Was ist der Grund dafür, dass sie so zurückgezogen lebt und selten soziale Kontakte hat?
Warum hat sie in letzter Zeit so viel abgenommen?
Liegt es an dem Stress wegen der bevorstehenden Vernissage oder steckt mehr dahinter?
Seit einem traumatischen Erlebnis vor 15 Jahren leidet Tamara an Schlafstörungen und Alpträumen.
Eine kleine Unachtsamkeit bringt eine unheilvolle Lawine ins Rollen.
Das Gefühl verfolgt und beobachtet zu werden und die vielen kleinen Details, die dafür zu sprechen scheinen, bringen sie schier um den Verstand.
Hat es Jo, ihr Peiniger von damals erneut auf sie abgesehen?
Schließlich sagte er damals „Irgendwann, wenn du nicht daran denkst, werde ich zu dir kommen!“.
Dies hat sich tief in Tamaras Gedächtnis gegraben und lässt sie nicht mehr los.
Grauenvolle Flashbacks versetzen sie zurück in die Zeit mit Jo und hindern sie daran, ihren Alltag wie gewohnt weiterzuleben.
Ihre Ängste versucht sie mit Routine und der Arbeit an einem letzten Bild zu bekämpfen.
Dieses letzte Bild hilft ihr dabei, sich mit ihren schrecklichen Erlebnissen, die sie immer häufiger einholen auseinanderzusetzen.
Genauso, wie ihr Bild sich zu einem beeindruckenden Werk mit einer unglaublich starken Außenwirkung verändert, verändert sich auch Tamara.
Sie möchte nicht mehr Opfer sein und wehrlos im Verborgenen leben.
Stattdessen sucht sie geradezu manisch nach ihrem Peiniger.
Sie lauert dabei wie eine Katze, die auf Beutezug ist, um im richtigen Moment zuzuschlagen.
Paul merkt, dass etwas unter der Oberfläche brodelt.
Er macht sich große Sorgen um Tamara und fragt sich, was sie bedrückt.
Schließlich lässt er sich nach und nach von ihren Ängsten anstecken.
Seine Sorge ist richtig greifbar und er tut mir unendlich leid.

Einst war Tamara ihm so nah, doch jetzt ist sie so fern wie noch nie.
Ein falsches Wort und schon schließt sie ihn komplett aus.
Sie verändert sich innerlich wie äußerlich und Paul erkennt sie nicht wieder.
Die Entfremdung zwischen Paul und Tamara tut mir total Leid.
Sie waren so ein tolles Paar und nun kennen sie einander nicht mehr.
Tamara wird immer abweisender und steigert sich schließlich ins Rücksichtlose und Selbstzerstörerische.
Ist sie verrückt und paranoid geworden?
Merkwürdige Vorkommnisse häufen sich und Paul weiß selbst nicht mehr, was er noch glauben soll.
Einen starken Kontrast zu Tamara und Paul bilden das Ehepaar Anna und Andreas.
Während der Anwalt Andreas ehrgeizig an seiner Karriere arbeitet, sitzt Anna alleine zu Hause in der großen Jugendstilvilla.
Sie fühlt sich von Andreas vernachlässigt und leidet zunehmend unter seinem Verhalten.
Von Ängsten und Selbstzweifeln zerfressen zweifelt sie an Andreas Aufrichtigkeit und beginnt, ihm hinterher zu spionieren.
Dabei bemerkt sie nicht, was sich direkt vor ihren Augen abspielt…
Warum ist Andreas ständig nervös und was hat es mit dem geheimnisvollen Eintrag „A“ in seinem Kalender auf sich?
Wer ist der geheimnisvolle Beobachter und wer sein Auftraggeber?
Und wer ist eigentlich Jo?


===Mein Fazit:===
Mit ihrem Debütroman hat Frau Spohr mich in vielerlei Hinsicht positiv überrascht.
Hinter ihrem Buch verbirgt sich nicht wie auf dem Cover angegeben ein Krimi, sondern ein Psychothriller mit paranormalen Elementen, bei dem man zwei Mal hinschauen muss, was mir persönlich sehr gut gefällt.
Wer paranormale Elemente nicht so mag, sollte das Buch ruhig trotzdem lesen, denn diese entdeckt nur der Leser, der sich ein wenig damit beschäftigt hat und genau liest.
Die Autorin hat mich mit ihrem flüssigen, atmosphärisch dichten Schreibstil in ihren Bann gezogen.
Durch den aufwühlenden Prolog war ich schnell mittendrin im Geschehen und verfolgte voller Spannung, was mit Tamara und um sie herum geschah.
Es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen und als ich es zu Ende gelesen hatte, musste ich es unbedingt erneut lesen, um alle offenen Fragen zu klären und an manchen Stellen genauer hinzuschauen.
Tatenlos musste ich mitverfolgen, wie Tamara sich immer mehr in dunklen Erinnerungen an die damalige Zeit verlor.
Ihre Flashbacks waren so gut geschrieben, dass ich sie vor meinem geistigen Auge sehen konnte und an manchen Stellen ziemlich mitgenommen war.
Mit Tamara ist Henrike Spohr eine sehr gute Protagonistin gelungen.
Durch Tamaras Erinnerungen an ihre Kindheit und Einblicke in ihren Alltag nimmt ihr Charakter Gestalt an.
Hier wird richtig spürbar, was für eine Tragweite eine einzige falsche Handlung für ein ganzes Menschenleben haben kann.
Ihr Charakter macht im Laufe des Buches einen starken Wandel durch und verändert sich spürbar.
Dabei geht die Autorin richtig in die Tiefe und scheut keine Extreme.
Aus der ängstlichen, kreativen Tamara, die ein großes Bedürfnis nach Sicherheit und Routine hat, wird eine aggressive, impulsive, unbeherrschte Tamara, welche mir stellenweise fast schon etwas unheimlich war.
Paul, der anfangs so etwas wie Tamaras Rettungsanker war, geriet ziemlich ins Wanken und bereitete mir große Sorgen.
Würde er sich zu sehr von Tamaras Ängsten beeinflussen lassen?
Beim Lesen des Buches wurde mir mal wieder deutlich, wie wichtig eine gute Kommunikation in einer Beziehung ist.
Sowohl bei Andreas und Anna, als auch bei Tamara und Paul hätte vieles anders verlaufen können, wenn sie mehr und anders miteinander geredet hätten.
Die Autorin nahm mich mit auf eine Reise in die tiefsten Abgründe der menschlichen Psyche.
Immer wieder lenkte sie den Fokus von der Protagonistin Tamara hin zu den anderen Charakteren wie Tamaras Ehemann Paul, zum Ehepaar Anna und Andreas, und zu dem geheimnisvollen Beobachter.
Jeder einzelne Charakter war gut ausgearbeitet und glaubhaft dargestellt.
Sie alle bestechen dadurch, dass sie tief in ihr Innerstes blicken lassen und Einblicke in ihre Sicht auf die Vergangenheit und Gegenwart geben.
Einige von ihnen taumeln am Rande des Abgrunds und sind auf eine faszinierende Art und Weise miteinander verbunden.
In dem Buch kreuzen sich die Wege der Protagonisten immer wieder, ohne dass sie jeweils davon wissen.
Das gefällt mir.
Frau Spohr ließ mich hinter die Fassade der Charaktere blicken und lenkte meine Sympathien und Antipathien für sie geschickt aus dem Hintergrund, ohne dass ich mir dessen bewusst war.
Die häufigen Perspektivwechsel machten die Geschichte umso spannender und ließ mich meine Theorien immer wieder verwerfen.
Die Autorin täuschte mich geschickt und lockte mich immer wieder auf eine falsche Fährte, sodass ich am Ende fassungslos alle losen Fäden zu einem Ganzen verknüpfte und nicht glauben konnte, wie blind ich gewesen war.
Einzig der Epilog kam mir ein bisschen zu schnell, aber das tut der Geschichte meiner Meinung keinen Abbruch.
Henrike Spohr  hat ein gutes Händchen dafür, die Atmosphäre, wenn ein Gewitter oder ein Sturm nahen zu beschreiben.
Sie hat viele kleine Details in die Geschichte eingeflochten, bei denen die schwüle Hitze beim Lesen fast schon greifbar wird.
Die Autorin spielt mit den Ängsten des Lesers, indem sie dunkle Keller zu gefährlichen Orten werden lässt.
Und auch sonst kommt ein gewisser Grusel nicht zu kurz:
Ein Gewitter untermalt die Geschichte an der passenden Stelle, ein Sturm kommt auf und bringt Chaos und Zerstörung in die Idylle.
Paul wird von seltsamen nächtlichen Geräuschen um den Schlaf gebracht und immer wieder tauchen geheimnisvolle Katzen auf und verschwinden wieder…
In ihrem Buch lässt die Autorin mich an einer ganzen Bandbreite von Emotionen teilhaben und konfrontiert mich mit Themen wie Tod und Verlust, Zerstörung, Veränderung und Wandlung.
Schön finde ich, dass der Roman in Heilbronn spielt und viel Lokalkolorit im Buch vorkommt.
An einer Stelle des Buches trinken Tamara und Paul zum Beispiel den Wein „Lemberger“, dessen Rebsorte in Baden-Württemberg angebaut wird.
Für Leser, die schon einmal in Heilbronn waren oder dort oder in der Nähe wohnen, hat das Buch sicher einen großen Wiedererkennungswert.
Ich selbst war nur einmal dort, als wir mit unseren zwei Kita-Teams die "Experimenta" besucht haben.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf die nächsten Werke der Autorin!

Viel Spaß beim Lesen wünscht Alchemilla

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Tags: heilbronn, katze, keller   (3)
 

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schwarzwald, historischer roman, hexe, flöße, historischer roma

Volturnus schläft

Bettina Schott
E-Buch Text: 230 Seiten
Erschienen bei null, 03.01.2015
ISBN B00RR1CKVW
Genre: Historische Romane

Rezension:

=== Die Einleitung:===
Als die Debütautorin Bettina Schott auf Facebook ihren neuen Roman, der im Schwarzwald des 18. Jahrhunderts  spielt vorstellte, wurde ich als waschechte Schwarzwälderin sofort hellhörig.
Ich freue mich sehr darüber, dass die Autorin mir ein Leseexemplar zugeschickt hat.
Ich wohne in der Goldstadt Pforzheim, einer sehr geschichtsträchtigen Stadt im Herzen des Schwarzwalds.
Der Ort Altensteig, in welchem der Roman spielt ist ca. eine Autostunde von mir entfernt.
Ich lese gerne historische Romane und ein solcher Roman, der in meiner näheren Umgebung spielt ist für mich etwas ganz Besonderes.
Ich mag es, in längst vergangene Zeiten einzutauchen, mir vorzustellen, wie die Menschen damals gelebt haben, woran sie geglaubt haben, wie die Gesellschaft damals strukturiert war und wie weit die Technik und die Wissenschaften fortgeschritten waren.

===Die Autorin:===
Bettina Schott (geb. Daiber) wurde 1976 in Süddeutschland  geboren.
Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung zur Arzthelferin.
Ein Studium zur Diplom-Verwaltungswirtin folgte.

Die Autorin ist verheiratet und hat drei Kinder, die auch sehr gerne lesen.
Um ihr Lesefutter für die nächsten Jahrzehnte zu sichern, hat der bekennende Bücherwurm vor einigen Jahren beschlossen ihr eigenes Online- Antiquariat zu eröffnen, welches inzwischen ungefähr 25.000 Bücher umfasst.
Vor einigen Jahren hat sie selbst angefangen zu schreiben.
Mit ihrer ersten eingereichten Kurzgeschichte gewann sie beim „1. Tag des Schreibens“ 2011 einen Verlagsvertrag bei Droemer Knaur.
Damals war sie noch nicht verheiratet und schrieb E-Books unter ihrem Mädchennamen.
Ihren ersten Roman „Volturnus schläft“ veröffentlichte sie Anfang 2015 als E-Book.
Inzwischen ist er auch als Taschenbuch erhältlich.
Wer mehr über die sympathische Autorin und ihre Werke wissen möchte, wird auf ihrer Homepage fündig: http://bettinaschott.blog.de/

===Fakten zum Buch:===
Das Taschenbuch erschien am 6. Januar 2015 im Selbstverlag  bei CreateSpace Independent Publishing Platform.
Es umfasst 342 Seiten und ist für 10,99 Euro zu haben.

===Der Klappentext:===
„Schwarzwald, 1748.
Ein folgenschwerer Unfall im Wald, ein heimtückischer Mordanschlag am Fluss, eine schändliche Entführung…
Von einem Tag auf den anderen ist in der sonst so friedfertigen Flößerstadt Altensteig nichts mehr wie zuvor.
Doch es kommt noch schlimmer:
Schuld an den Gräueltaten soll die blinde Wirtstochter Agnes haben, die vom Opfer zum Sündenbock gemacht wird.
Hexenwerk sei im Spiel, und der Ruf nach Vergeltung wird laut…“.

Ein facettenreicher historischer Roman, der den Alltag des Schwarzwalds im 18. Jahrhundert wieder aufleben lässt.

===Die Gestaltung des Buches:===
Auf der Oberseite des Covers  steht der Name der Autorin in weißen Großbuchstaben.
Im Zentrum des Covers sieht man eine junge Frau mit lockigem Haar, welche ein dunkelrotes Kleid trägt.
Man sieht ihr Gesicht nicht, da sie von hinten abgebildet wird.
Die junge Frau läuft durch einen düster und unheilvoll wirkenden Wald.
Der Weg auf dem sie läuft ist über und über bedeckt mit roten Blättern.
Überwiegend kahle Bäume säumen ihren Weg und scheinen sich ihr gefährlich zu zuneigen.
An den Baumkronen entdecke ich vereinzelt blutrote Blätter.
Das Cover wurde an allen Ecken mit fantasievollen Ornamenten verziert.
Unter dem Bild der Frau steht der Buchtitel „Volturnus schläft“, welcher mich durch seine farbliche Gestaltung an lodernde Flammen erinnert.
Mir gefällt die Gestaltung des Covers sehr gut.
Es erzeugt eine düstere Atmosphäre und macht neugierig darauf, welche unheimlichen Geheimnisse sich wohl dahinter verbergen.
Meiner Meinung passt es sehr gut zur blinden Agnes, welche im Buch buchstäblich durch eine finstere Welt wandelt, in der ihr nicht jeder wohlgesonnen ist und in der viele Gefahren lauern.

===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Als passende Einstimmung zur düsteren und gefährlichen Atmosphäre im Prolog beginnt das Buch mit einem Gedicht, welches eine hoffnungslose Stimmung vermittelt.
Die eigentliche Geschichte beginnt mit einer unheilvollen Szene im Wald, deren Zeuge ich als Leserin werde.
Ein heimlicher lüsterner Beobachter erfreut sich unbemerkt am Anblick einer hübschen jungen Frau, die sich in den frühen Morgenstunden an einem Fluss im Wald erfrischt.
Ich habe ein ungutes Gefühl, als ich diese Zeilen lese.
Mir scheint, als drohe der jungen Frau eine unmittelbare, namenlose Gefahr von diesem heimlichen Beobachter, daher bin ich froh, als er durch nahende Waldarbeiter in seinem Tun gestört wird.
Wir befinden uns in dem kleinen Schwarzwälder Ort Altensteig im 18. Jahrhundert.
Hier lebt die blinde Wirtstochter Agnes Gantner.
Agnes einziger richtiger Freund ist der Fluss Nagold, an welchem ich ebenso wie an der Enz schon viel Zeit verbracht habe, da in Pforzheim die Flüsse Enz, Nagold und Würm zusammenfließen.
Agnes fühlt sich mit dem Fluss tief verbunden.
Dort, in Altensteig,  an der Flussbiegung Monhardter Wasserstube welche in der heutigen Zeit ein Freilichtmuseum  und ein Relikt aus der Zeit des Flößertums ist, kann sie in den frühen Morgenstunden in Ruhe den Geräuschen des Waldes lauschen und ihren Gedanken nachhängen.
Der verborgenen Gefahr, der sie um ein Haar entronnen ist, ist sie sich nicht bewusst.
Die kurze Zeit für sich bildet für Agnes einen starken Kontrast zur hektischen Betriebsamkeit in der Wirtsstube „Ochsenstube“ welche sie zusammen mit ihrer Mutter Martha betreibt.
Der Alltag dort ist anstrengend, undankbar und voller Widrigkeiten.
Agnes und Martha müssen viel erdulden und besonders Martha hat ein von heftigen Schicksalsschlägen gebeuteltes Leben.
Ich bewundere diese Frau, die trotz allem weiter kämpft und sich immer wieder aufrappeln kann.
Nicht nur die Hektik ist es, die Agnes stört.
Nein, es sind die zahlreichen Demütigungen und Beschimpfungen denen sie  in der Wirtsstube und in Altensteig ausgesetzt ist.
An ihrem Beispiel lässt mich die Autorin hautnah miterleben, was es im Schwarzwald des 18. Jahrhunderts bedeutete, blind zu sein.
Agnes hatte ein hartes Los und doch war sie eine fleißige Natur, die ihr Bestes gab, um der Mutter zu helfen.
Es beschämte mich zu lesen, wie sie von so manchem ungehobelten Mitbürger drangsaliert und verspottet wurde.
Sie hatte lobenswerte Wünsche und Träume und es machte mich etwas traurig, dass ihr diese verwehrt blieben.
Ein Lichtblick war ihr jüngerer Bruder Friedel, der stets mit großem Respekt von ihr sprach und der ihr gern eine Freude machte.
Von ihm erhielt sie auch ein besonderes Geschenk, für das sie ihm sicher lange dankbar sein würde.
Die Beiden hatten ein sehr schönes Verhältnis zueinander.
Agnes nahm ihren Bruder ihrerseits immer in Schutz und  zeigte Verständnis für seine Interessen.
Friedel schaut gerne den Waldarbeitern am Egenhäuser Kapf bei der Arbeit zu und ist völlig fasziniert vom alten Louis Bronner, der ihm unten am Fluss gerne Geschichten aus alten Zeiten erzählt.
Eine bestimmte Sage lässt Friedel nicht mehr los.
Die Szenerie wechselt zu Hinrich Forstleitner, der mit seinem Freund Barthel Wegner seinem mühsamen Tagwerk im Wald nachgeht.
Die beiden jungen Männer verdienen sich wie viele Männer zu dieser Zeit ihr täglich Brot mit dem Flößerhandwerk.
Die Arbeit ist anstrengend und gefährlich und die Konkurrenz ist groß.
Hinrich fällt auf, dass sein sonst so fröhlicher Freund, der immer mit allen gut zurecht kommt ungewohnt ernst und mürrisch ist.
Was bekümmert Barthel?
Die Bewohner des Ortes befinden sich mitten in Vorbereitungen zu gleich zwei großen, bedeutsamen Festlichkeiten:
Ein neuer Brunnen soll eingeweiht werden und Ostern steht vor der Tür.
Während alle ihrem Tagewerk nachgehen, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und es scheint so, als würde keine Ruhe mehr einkehren.
Unliebsame Begegnungen, denen noch schlimmere folgen werden.
Eine Liebe, die unter keinem guten Stern steht.
Ein folgenschwerer Brief und ein Streit.
Ein großer Verlust und tiefe Trauer.
Ein verhängnisvoller Unfall wirft seine Schatten über die feierliche Stimmung und ein feiger Mordversuch wiegelt die Massen noch mehr auf.
Ein Schuldiger muss her.
Drohungen werden laut und Vorwürfe stehen im Raum.
Die Gemüter sind erhitzt und voller Rachsucht.
Meinungsverschiedenheiten werden ausgetragen, Gewalt wird ausgeübt und schon bald zieht ein wütender Mob durch die Straßen, der vor nichts Halt macht.
Über all dem bemerkt niemand das drohende Unheil, welches sich im Vorborgenen zusammenbraut.
Agnes befindet sich in tödlicher Gefahr.
Wer wird ihr helfen?
Oder ist es schon zu spät?

===Mein Fazit:===
Mit "Volturnus  schläft“ hat die Autorin mich in ihren Bann gezogen und mich von ihrem flüssigen und fesselnden Schreibstil überzeugt.
Der Sprachstil der Autorin ist der damaligen Zeit angepasst und enthält authentische Begriffe und Redewendungen (z.B. Haderlump, hernach).
Als ich anfing das Buch zu lesen, wusste ich noch nicht, was mich erwarten würde.
Ich kannte nur den Klappentext und war neugierig darauf, was es mit dem Buchtitel auf sich haben würde.
Zu meiner großen Freude handelt es sich bei dem Buch nicht nur um einen historischen Roman.
Nein, auch fantastische Elemente kommen darin vor und die Handlung könnte es mit so manchem Thriller aufnehmen.
Eine sehr gelungene Mischung vor einer glaubhaften historischen Kulisse!
Das Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite und überrascht durch immer neue Wendungen.
Es machte mir großen Spaß zu rätseln, wer hinter der Entführung und dem Mordversuch steckte.
Manches Mal hatte ich so eine Ahnung, andere Male tappte ich im Dunkeln.
Die Autorin versteht es gekonnt verschiedene Einzelschicksale zu einem großen Ganzen zu verweben.
Die Charaktere in „Volturnus schläft“ sind sehr gut ausgearbeitet.
Sie alle haben ihre besonderen Eigenheiten und blieben mir so gut im Gedächtnis.
Einige wie Agnes  sind mir so richtig ans Herz gewachsen.
Manche Charaktere wie Bertram, der Bruder von Wentzel Hornbacher; das Küferehepaar oder der Büttel brachten mich zum Schmunzeln.
Andere wie der schrullige, verschrobene Alte Louis Bronner waren mir sympathisch und faszinierten mich.
Ich hätte mich gern zu ihm und seinem ungewöhnlichen Mitbewohner, der mir auch sehr ans Herz gewachsen ist, an den Fluss gesetzt und seinen Erzählungen von den Sagen und Mythen rund um die Nagold gelauscht.
Meiner Meinung kommen Sagen und Mythen in unserem hektischen, technologisierten Alltag ohnehin viel zu kurz.
Ich erinnere mich gerne an eine Nachtwanderung in meiner Schulzeit zurück, bei der am Lagerfeuer gruselige Sagen aus der näheren Umgebung erzählt wurden und bei der ich den Wald um mich herum plötzlich mit anderen Augen sah.
Am Faszinierendsten war für mich neben dem alten Bronner die Figur der Kräuterzenzl, die immer auf Reisen war und den Menschen durch abenteuerliche Mixturen zu helfen wusste.
Man merkt dem Buch an, wie viel Herzblut und Recherche darin steckt.
Neben einer spannenden Handlung finden sich darin unter Anderem detaillierte Beschreibungen des Flößerhandwerks, welche sicher nicht nur für Liebhaber alter Handwerkskunst interessant sind.
Neben den politischen Hintergründen gibt die Autorin einen guten Einblick in die Regeln und Gebräuche der damaligen Zeit.
Sie zeigt auf, welche Unterschiede es je nach gesellschaftlichem Stand und welche Hierarchien es innerhalb der Familie gab, was man besonders gut am Beispiel von Hinrichs Schwester Ursel und Agnes erkennen kann.
Sie gibt einen faszinierenden Einblick in hauswirtschaftliche Tätigkeiten (Wäsche waschen, das Buttern, das Haltbarmachen und Aufbewahren von Lebensmitteln) im 18. Jahrhundert.
Vieles wusste ich darüber noch nicht und fand es sehr spannend darüber zu lesen.
Sehr interessant fand ich auch die Einblicke in die damaligen Berufsstände, die mir so auch nicht geläufig waren.
Was mir gut gefallen hat, war, dass in all dem mitunter recht gruseligen Dorftratsch und durch so manchen liebgewonnenen Charakter auch ein Hauch Magie in der Luft schwebte.
Die Erwähnung einer bestimmten Gemüsesorte ließ mich aufhorchen und sie mit anderen Augen sehen.
Die Autorin zeigt, wie schnell sich ein wütender Mob bilden kann, der sich gegen jemand aufwiegeln lässt, ohne auch nur den Hauch eines Beweises zu haben.
Toll fand ich auch die Einblicke in die Medizin der damaligen Zeit und welche Grenzen ihr gesetzt waren.
Die Autorin zeichnet in ihrem Buch ein stimmiges Bild einer Gesellschaft zwischen Aberglaube und Frömmigkeit, Mitleid und Rachsucht.
„Volturnus schläft“ ist ein Buch, welches mich in vieler Hinsicht positiv überrascht hat.
Mit ihrer spannenden Geschichte nahm mich die Autorin mit auf eine Reise in die Vergangenheit.
Sie hat mich sehr neugierig auf das Leben im 18. Jahrhundert gemacht.
Die Autorin hat ein gutes Händchen dafür, Menschen, Landschaften und Geschehnisse zu beschreiben und meine Fantasie tat ihr Übriges um die richtige Atmosphäre aufkommen zu lassen.
Ihre Beschreibungen des Ortes Altensteig zur damaligen Zeit fand ich so interessant, dass ich beschlossen habe, ihn zu besuchen, um mir vor Ort alles anzuschauen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Buch der Autorin!

Viel Spaß beim Lesen  wünscht Alchemilla

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dystopie, liebe, wild, zukunft, lena klassen

Wild

Lena Klassen
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 11.03.2013
ISBN 9783931989798
Genre: Jugendbuch

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amnesie, thriller, tagebuch, gedächtnisverlust, vertrauen

Ich. Darf. Nicht. Schlafen.

S.J. Watson , Ulrike Wasel
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 23.08.2011
ISBN 9783651000087
Genre: Krimi und Thriller

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australien, liebe, familie, ballett, tasmanien

Der Wind der Erinnerung

Kimberley Wilkins , Susanne Goga-Klinkenberg
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur, 20.08.2012
ISBN 9783426652893
Genre: Romane

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Geisterblumen: Psychothriller

Michele Jaffe
E-Buch Text
Erschienen bei Fischer E-Books, 26.09.2013
ISBN 9783104023304
Genre: Sonstiges

Rezension:

=== Die Einleitung:===
„Geisterblumen“ habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen.
Das auffällige Cover hatte mich neugierig auf das Buch gemacht.
Als ich dann den Klappentext las, war klar, dass ich das Buch lesen muss.
Es war das erste Buch, welches ich von Michele Jaffe gelesen habe, aber es wird mit Sicherheit nicht das Letzte sein.

===Die Autorin:===
Michele Jaffe ist in Los Angeles, Kalifornien, aufgewachsen.
Sie hat in Harvard studiert und im Fach Vergleichende Literaturwissenschaft promoviert.
Danach wollte sie eigentlich FBI-Agentin werden, ist dann aber doch beim Schreiben gelandet.
Heute lebt sie mit ihrem Mann in Las Vegas.

===Fakten zum Buch:===
Das gebundene Buch erschien im September 2013 bei Fischer FJB, dem neuen Verlagsbereich der S. Fischer Verlage für  Young Adult- und Crossover-Bücher.
Es umfasst 496 Seiten und ist im Buchhandel für 16,99 Euro zu haben.
Der Originaltitel des Buches lautet „Ghost flower“.
Susanne Goga-Klinkenberg hat es aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

===Der Verlag über das Buch:===
„ Sie wollte leben wie im Märchen.
Doch plötzlich ist sie mitten in der Hölle.“

Du bist ausgerissen.
Bist weit weg von allen, die du kanntest.
Und endlich fühlst du dich sicher.
Sicher vor deiner Vergangenheit.
Aber dann bekommst du ein verlockendes Angebot.
Du sollst eine neue Identität annehmen.
Sollst eine Person sein, der du zum Verwechseln ähnlich siehst. Und erhältst dafür ein Leben im Luxus.

Eve kann diesem Angebot nicht widerstehen.
Zu lange schon war sie allein.
Sie geht auf in ihrer neuen Rolle als Aurora – bis seltsame Dinge geschehen.
Jemand bricht in ihr Zimmer ein, ruft auf ihrem Handy an und gibt sich als Liza aus.
Doch Liza hat vor drei Jahren Selbstmord begangen – in derselben Nacht, in der Aurora verschwunden ist …“

===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches ist eines, bei dem man zwei Mal hinschaut.
So erging es zumindest mir.
Im Zentrum des Covers sieht man das Gesicht einer hübschen jungen Frau.
Ihr etwa schulterlanges Haar ist blond und endet mit einem leichten Stich ins Rötliche.
Ihre Haut wirkt makellos, ihre Gesichtszüge sind fein.
Ihre Augen sind geschlossen.
Man kann nur ihre linke Gesichtshälfte gut erkennen.
Die rechte Gesichtshälfte wirkt verschwommen, wie bei einem Bildfehler in einem Film oder bei einer geisterhaften Erscheinung.
Über ihrem Gesicht sind wunderschöne Blumen in verschiedenen Violett- und Lila-Schattierungen abgebildet, von denen Blutstropfen herabrinnen.
Ich denke, sie sollen die Geisterblumen, nach denen das Buch benannt wurde darstellen.
Der Rest des Covers ist weiß, wodurch die anderen Farben sehr gut zur Geltung kommen und dem Gesicht der jungen Frau eine geisterhafte Ausstrahlung verleihen.
Darunter steht in großen weißen Großbuchstaben der Titel des Buches.
Ich empfinde das Cover als sehr passend.
Der mysteriöse Titel macht neugierig auf den Inhalt des Buches.
Was es wohl mit den Geisterblumen auf sich hat?
Das auf dem Cover abgebildete Mädchen könnte für mich sowohl die tote Liza, als auch Eve darstellen.


===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===

Ein Mädchen, das sich nur bruchstückhaft an seine Vergangenheit erinnert, eine reiche Familie, für die die Familie über alles geht, komplizierte Liebesbeziehungen, Freundschaft, Eifersucht, Habgier, mysteriöse Todesfälle, Geistererscheinungen und vieles mehr – das ist der Stoff, aus dem das Buch gemacht ist.
Das Buch beginnt damit, dass ein junges Mädchen in einem fremden Waschraum zu sich kommt.
Sie weiß weder wer, noch wo sie ist und das ist nicht nur für sie ziemlich beängstigend, sondern auch für mich als Leserin.
Eines ihrer Augen ist angeschwollen und die wenigen Dinge, die sie bei sich trägt, geben keinerlei Auskunft über ihre Identität.
Während ich noch spekuliere, wer sie wohl ist und was mit ihr passiert ist, wechselt die Szenerie zu Eve Brightman, einer jungen Frau, die in Tucson bei einem Starbucks jobbt.
Völlig auf sich allein gestellt, hält sie sich gerade so über Wasser und scheint auf der Flucht zu sein.
Auf der Flucht vor ihrer trostlosen, nebulösen Kindheit, vor sich selbst und vielleicht auch vor dem Gesetz.
Ihre Schilderungen des Geschehens sind durchzogen von wirren Erinnerungsfetzen an ihre Vergangenheit, die sie quälen, mir Anhaltspunkte liefern und mich diese dann doch wieder verwerfen lassen.
Wer ist Eve Brighton?
So genau weiß sie das eigentlich selbst nicht.
Sie erinnert sich nicht an das Gesicht ihrer Mutter und auch sonst beschränkt sich ihre Erinnerung auf einzelne Szenen und Personen.
Ist sie das Mädchen aus dem Prolog oder ist es Aurora?
Es scheint so, als habe sie große Schuld auf sich geladen.
Was ist mit ihrer Mutter passiert?
Eve ist hart im Nehmen und macht das Beste aus ihrer Situation.
Ein Lichtblick an Eves Horizont sind die hartnäckigen Besuche der reichen und verwöhnten Geschwister Bain und Bridgette Silverton, die ihr ein unglaubliches Angebot machen:
Sie soll sich gegen eine große Geldsumme für Aurora, die verschwundene Cousine der beiden, der sie zum Verwechseln ähnelt ausgeben.
Eine leise Stimme in ihrem Hinterkopf warnt sie davor, denn irgendwie sind Bain und Bridgette einfach zu glatt, die Möglichkeit durch die Täuschung so viel Geld zu verdienen zu einfach.
Voller Sehnsucht nach der Illusion eine Familie zu haben willigt Eve schließlich ein und lässt ihr altes Leben hinter sich.
Jeder andere hätte in dieser Situation vielleicht gezögert, doch bei Eve erscheint die Entscheidung glaubhaft, einfach ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und in die Rolle der verschwundenen Aurora zu schlüpfen.
Was hat sie schon zu verlieren?
Ziemlich viel, was ihr jedoch erst viel zu spät klar wird.
Alles könnte sich nun für sie zum Guten wenden, wie in solchen Geschichten wie „My fair lady“, doch wie im echten Leben kommt es auch in dem Buch völlig anders, als erwartet…

===Mein Fazit:===
„Geisterblumen“ ist ein Buch, das es geschafft hat, mich immer wieder aufs Neue zu überraschen.
Ich habe noch nie ein vergleichbares Werk gelesen, welches mich derart mit seiner Geschichte und der spannenden und mysteriösen Atmosphäre darin gefangen genommen hat.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass selbst Rationalisten und Skeptiker bei den Szenen, in welchen die Geistererscheinungen auftreten, ins Wanken geraten und anfangen zu zweifeln, ob dahinter nicht doch der Geist der toten Liza stecken könnte – so glaubhaft und authentisch wie die Autorin diese dargestellt hat.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und fesselnd.
Sie versteht es, den Leser durch geschickt gestreute Wendungen in die Irre zu führen und wirft ihn mitten hinein ins Geschehen.
„Geisterblumen“ bietet eine ganze Palette an vielschichtigen Charakteren, die sich schwer in die Karten schauen lassen.
Dadurch, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde, baute ich schnell eine Beziehung zur Eve auf.
Hautnah erlebte ich ihren aufwühlenden Alltag voller Angst, widrigen Umständen und Ärger.
Die neue Rolle als Aurora schien eine echte Chance für sie zu sein, ein neues Leben anzufangen.
Voller Spannung verfolgte ich, wie Eve versuchte sich in die Rolle einzufinden.
Bevor Eve jedoch ihre neue Rolle spielen kann, muss sie sich mit Hilfe von Bridgette erst einmal darauf vorbereiten und Infos über die Familie Silverton sammeln, was sehr lustig und unterhaltsam zu lesen war.
Ein kleiner Fehler würde genügen und das Familienoberhaupt der Silvertons, Auroras Großmutter Althea würde Verdacht schöpfen.
Wird Eve auch die omnipräsente Polizei täuschen können, die nach Lizas Selbstmord einen Narren an der Familie Silverton gefressen hat und immer wieder versucht ihnen etwas anzuhängen?
Als es schließlich ernst wird, ist mir gar nicht mehr so lustig zumute und ich frage mich, ob Eve wirklich klar ist, auf was sie sich da eingelassen hat.
Eve fühlt sich in all dem Luxus zwar wohl, doch ihr fehlt echte Nähe.
Noch dazu muss sie nicht nur vorgeben, jemand anderes zu sein, sondern ist auch noch auf der Suche danach, wer sie selbst eigentlich ist.
Meiner Meinung eine ziemlich gefährliche Kombination.
Gemeinsam mit ihr begab ich mich auf die spannende Suche danach, wem von Auroras Familienmitgliedern und Freunden man wirklich trauen kann.
Als Eve endlich soweit ist, die ihr zugedachte Rolle zu spielen und im ungewohnten Umfeld der reichen Familie Silverton zu bestehen, kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, welches die Geschwister ihr verheimlicht haben:
Aurora verschwand am selben Tag, an dem ihre beste Freundin Liza Selbstmord begann.
Im Lauf der Geschichte wird klar, dass Eve wirklich niemandem außer sich selbst trauen kann.
Fast jeder andere Charakter verbirgt etwas vor ihr.
In den Reihen der Silvertons, denen die Familie und deren guter Ruf über alles geht, fühlt sich Eve zunächst einmal ziemlich fehl am Platz.
Gemeinsam mit Eve fiel es mir schwer, inmitten all der Lügen, Geheimnisse zu erkennen, wer Freund und wer Feind ist.
Wie eine Schauspielerin, die sich in ihre Rolle hineinfühlt und sie mit Leben auszufüllen beginnt, beginnt auch sie, sich damit zu beschäftigen, wer und wie Aurora war.
War sie wirklich so verwöhnt, eingebildet und wild, wie manche ihr Freunde und Verwandten sie wahrgenommen hatten oder steckte noch mehr in ihr?
Auroras Leben und ihr Verschwinden beginnen sie wirklich zu interessieren, ebenso wie der Selbstmord von deren bester Freundin Liza.
Fragen über Fragen tauchen auf:
War Lizas Tod wirklich ein Selbstmord?
Als dann auch noch Geistererscheinungen noch mehr Aufregung in ihr neues Leben bringen, hätte sie einen guten Freund bitter nötig gehabt, doch wem kann sie vertrauen?
Warum sucht sie Eve heim?
Eve merkt viel zu spät, in welche Gefahr sie sich und andere begeben hat.
Althea Silverton ist ein interessanter Charakter, der mir im Laufe der Geschichten häufig Leid tat.
Sie versucht ihr Bestes, die Familie zu schützen und  verbirgt dabei bewusst wichtige Informationen über sich selbst.
Durch die Habgier ihrer Familie kann sie nur schwer Nähe zulassen, was für Eve besonders irritierend ist, da sie ja nie eine richtige Familie hatte.
Bain und Bridgette waren anfangs ziemlich undurchsichtig und schwer einschätzbar.
Dies änderte sich jedoch im Lauf der Geschichte, je mehr ihre Charaktere Gestalt annahmen.
Immer wieder sorgte die Autorin durch unerwartete Wendungen dafür, dass ich mein zuvor von einem Charakter gefasstes Bild aufs Neue verwerfen musste.
Eben noch glaubte ich beim Lesen alle Zusammenhänge begriffen zu haben, doch dann kommen neue Wendungen hinzu und ich musste alles wieder über Bord werfen.
Scheinbar belanglose Details ergaben erst gegen Ende einen tieferen Sinn, genaues Lesen lohnt sich also!
Das Ende des Buches war spannend bis zur letzten Seite und ließ für mich keine Fragen offen, was mir gut gefällt.
Endlich fügten sich die vielen kleinen Puzzleteile der Geschichte zu einem großen Ganzen zusammen und überraschende Wahrheiten wurden offenbar, mit denen ich so nicht gerechnet hätte.
Es ist selten, dass ein Autor es schafft, mich bis zum Schluss im Dunkeln tappen zu lassen.
Dies ist Michele Jaffe mit „Geisterblumen“ gelungen, daher bin ich umso gespannter auf ihre weiteren Werte.
Eigentlich ist „Geisterblumen“ ja ein Jugendthriller.
Ich möchte das Buch jedoch nicht nur Jugendlichen, die gerne Thriller lesen ans Herz legen, sondern auch allen Erwachsenen, die gerne tiefgründige Thriller mit einer richtigen, spannenden Story dahinter lesen und denen es genauso viel Freude wie mir macht, erstmal im Dunkeln zu tappen!

Viel Spaß beim Lesen wünscht Alchemilla!

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pferde, insel, wasserpferde, liebe, fantasy

Rot wie das Meer

Maggie Stiefvater , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei script5, 12.11.2012
ISBN 9783839001479
Genre: Fantasy

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dystopie, jugendbuch, ursula poznanski, virus, liebe

Die Vernichteten

Ursula Poznanski
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Loewe, 21.07.2014
ISBN 9783785575482
Genre: Jugendbuch

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Hexenseelen: Roman

Olga A. Krouk
E-Buch Text: 529 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 21.12.2010
ISBN B004P1JB96
Genre: Fantasy

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italien, apulien, mafia, prostitution, liebe

Aller Anfang ist Apulien

Kirsten Wulf
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.02.2013
ISBN 9783462044973
Genre: Romane

Rezension:

Die Einleitung:
„Aller Anfang ist Apulien“ ist eines dieser Bücher, das mich sofort angesprochen hat.
Es spielt tausende von Kilometern entfernt im süditalienischen Apulien, mitten auf dem „Absatz“ des italienischen Stiefels.
Da meine Familie väterlicherseits von dort stammt, war ich natürlich umso neugieriger auf das Buch, doch als ich dann auch noch las, dass das Buch in Lecce spielt und einer der Protagonisten Gigi heißt, war es um mich geschehen und ich musste das Buch unbedingt lesen.
Schließlich ist mein Vater in Copertino, einer kleinen Stadt bei Lecce geboren und aufgewachsen und trägt den Spitznamen Gigi, was eine Kurzform für Luigi ist.
In „Aller Anfang ist Apulien“ ist Gigi allerdings eine Kurzform für Giuseppe.

Die Autorin:
Kirsten Wulf, 1963 in Hamburg geboren, arbeitete als Journalistin in Mittel- und Südamerika, Portugal und Israel.
Seit 2003 lebt und schreibt sie in Italien.

Fakten zum Buch:
Das Taschenbuch erschien im Februar 2013 beim Kiepenheuer & Witsch-Verlag (kiwi-Verlag).
Das Buch umfasst 320 Seiten und ist im Buchhandel für 8,99 Euro zu haben.
Es ist auch als Hörbuch erhältlich.
Diesen Monat erschien mit „Tanz der Tarantel“ ein weiterer Apulien-Krimi rund um die sympathische Journalistin Elena Eschenburg aus der Feder von Kirsten Wulf.

Der Verlag über das Buch:
Als Elena herausfindet, dass ihr Mann sie betrügt, flüchtet sie mit ihrem kleinen Sohn in den tiefen Süden Italiens.
Ihr geliebter Onkel Gigi, ein extravaganter Antiquitätenhändler  und begeisterter Koch, nimmt die beiden in seinem barocken Palazzo auf – der Anfang einer turbulenten Wohngemeinschaft, zu der noch Michele stößt.
Der junge Maler aus Rom sucht nach dem Absender einer alten Postkarte, die sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat.
Elena und Michele entdecken ein Geheimnis, das die kleine apulische Stadt erschüttert und mehr mit ihnen zu tun hat, als sie ahnen."

Die Gestaltung des Buches:
Das Cover des Buches weckt bei mir Fernweh und Erinnerungen an unzählige Sommerferien meines Lebens, die ich in Copertino bei meinen Großeltern verbracht habe.
Im Zentrum des Covers sieht man einen Teil von einem typischen apulischen Palazzo aus hellgelbem Sandstein.
Unter dem Balkon des Palazzos blühen unter anderem lila Glockenblumen und verstärken dadurch den mediterranen Charakter des Bildes.
Der Himmel ist in einem zarten Blauton gehalten und auf dem Dach des Palazzos wachsen kleine Sträucher, die mich an jene erinnern, die ich beim Strandspaziergang entdeckt habe.
Des Weiteren finden auf dem Cover der Name der Autorin und der des Verlages einen Platz.
Darunter steht in verspielter Schreibschrift der Buchtitel, welcher farblich gut mit den lila Glockenblumen harmoniert.
Mir gefällt die Gestaltung des Buches sehr gut.
Sie versetzt mich sofort gedanklich nach Apulien und lässt Urlaubsstimmung aufkommen.

Die Geschichte und meine Meinung dazu:
Das Buch beginnt damit, dass der Maler Michele in Rom beim Ausräumen der Wohnung seiner verstorbenen Mutter Lucia eine geheimnisvolle Postkarte findet.
Seine Mutter hatte ihn zur Ehrlichkeit erzogen, daher trifft es ihn umso mehr, dass sie offensichtlich Geheimnisse vor ihm hatte.
Die Postkarte wurde vor 28 Jahren in Lecce / Apulien abgeschickt.
Die rätselhafte, mit M. unterschriebene Nachricht darauf bringt ihn auch nicht weiter und so tappt Michele im Dunkeln, was seine Mutter mit Lecce zu tun hatte.
Irgendwann ist er des Rätselns müde und macht sich kurzerhand selbst auf dem Weg in die italienische Provinz, um dem Geheimnis seiner Mutter auf die Spur zu kommen.
Ehe ich erfahre, wie es mit Michele weitergeht, wechselt die Szenerie zu Elena von Eschenburg.
Diese ist gerade 40 Jahre alt geworden und fragt sich in stiller Verzweiflung, was aus der abenteuerlustigen Fotoreporterin geworden ist, die mit ihrem Mann einfach so in den Tag hinein lebte.
Inzwischen versauert sie in der Bildredaktion einer Reisezeitschrift und ist seit Jahren vor allem Mama.
Ihr Leben läuft wie eine Waschmaschine, immer der gleiche Ablauf.
Das Leben, das Abenteuer, das hat ihr Mann.
Er verreist, macht Karriere und betrügt Elena, wovon diese bis zu ihrem Geburtstag nichts ahnte.
Während es in ihr noch brodelt, weil sie von ihrem Gatten ein geschmackloses Geschenk im immer gleichen Geschenkpapier bekommen hat, erfährt sie von seiner Untreue.
Kurz entschlossen greift sie zum Telefonhörer und ruft ihren Onkel Gigi an.
Nun sucht sie mit ihrem kleinen Sohn Ben Asyl bei Gigi, welcher die Beiden mit Freuden in seinem barocken Palazzo in Lecce aufnimmt.
Ihr neues Heim befindet sich in der Nähe eines Nonnenklosters, in dessen Schatten Huren wohnen.
Was für ein starker Kontrast zum ihrem bisherigen Leben in einer Hamburger Doppelhaushälfte am Stadtrand!
Elena möchte einfach ein Jahr Abstand zu Aron und ihr Leben neu sortieren.
Trotz der unerschütterlich guten Laune des Onkels fühlt sie sich erstmal von den Problemen die auf sie zukommen überrollt.
Sie kommt kaum dazu ihrer unglücklichen Ehe mit dem lieblosen Ehemann nachzutrauern, denn die Ereignisse überschlagen sich.
Zuerst sind es nur kleinere Übel wie die Tücken des baufälligen Palazzos und das Treiben gelangweilter Jugendlicher.
Doch dann steckt die neugierige Elena mitten drin im dubiosen Treiben der Mafia.
Verbissen versucht sie herauszufinden, was mit der aus Afrika angereisten Grace, der Schwester von Elisabettas afrikanischer Hausangestellten Blessing passiert ist. 
Wurde sie abgeschoben?
Ist sie jemals in Lecce angekommen und wo steckt sie überhaupt?
Der für meinen Geschmack zu nette Don Francesco Quarta könnte helfen, doch ob er wirklich der richtige Ansprechpartner ist?
Im Gegensatz zu Commissario Pantaleo Cozzoli, der sich seine neue Stelle in Lecce eigentlich ruhig und ungefährlich vorgestellt hat, ahnt Elena nicht, in welche Gefahr sie sich bei ihren Recherchen begibt.
Reiche und bekannte Lecceser Familien bewahren dunkle, kriminelle Geheimnisse, die sie mit aller Macht zu verbergen versuchen.
Illegale Immigranten kämpfen ums Überleben während Frauenhandel und Prostitution im Verborgenen geschehen und weite Kreise ziehen.
Der Maler Michele ist indes in Lecce auf der Suche nach seinem Onkel, mit dem Allerweltsnamen Rizzo und als er ihn findet, gerät er zunehmend in Erklärungsnot.
Soll er sich ihm zu erkennen geben?
Was verschlägt einen Römer mitten im Winter in die italienische Provinz nach Lecce?
Der Onkel erkennt schnell, wen er da vor sich hat und da er ihn schon als Kellner eingestellt hat, behält er ihn auch gleich.
Als dieser dringend eine Unterkunft benötigt, bittet der Wirt Gigi um Rat und der Kreis schließt sich.
Während Elena nach Grace sucht, versucht Michele herauszufinden, wer M., die geheimnisvolle Absenderin der Postkarte ist, um von ihr mehr über das Leben seiner Mutter zu erfahren.
Diese hatte zu Lebzeiten Schlafstörungen und lebte in Angst.
Nun möchte Michele endlich wissen, was sie so geängstigt hat.
Nicht nur Michele hat Geheimnisse, sondern auch sein Onkel.
Die Gestalt des habgierigen Avvocato hängt wie ein dunkler Schatten über der Onkel-Neffe-Idylle und auch Michele begibt sich in Gefahr.
Eine spannende Geschichte voller überraschender Wendungen nimmt ihren Lauf.

Mein Fazit:
Dem Cover und dem Klappentext nach hätte ich „Aller Anfang ist Apulien“ eher als Liebesgeschichte eingestuft, doch der erste Eindruck täuscht.
Das Buch ist für mich zum Einen die abenteuerliche Reise einer betrogenen Frau zu sich selbst.
Zum Anderen ist es die Geschichte von Michele, der auf der Suche nach der Wahrheit über das Leben seiner Mutter seiner eigenen Lebensgeschichte auf die Spur kommt und nebenbei einen großen Skandal aufdeckt.
Das Buch steckt voller spannender und überraschender Wendungen und vereint viele Elemente in sich.
Es ist Roman, Liebesgeschichte und Krimi in Einem.
Mir hat diese Mischung sehr gut gefallen.
Der Schreibstil der Autorin ist locker und humorvoll.
Sie beschreibt Land und Leute in Apulien so lebhaft, dass ich es vor meinem inneren Auge sehen kann und zieht tolle Vergleiche z.B. den, dass Elenas Leben wie eine Waschmaschine ist, die immer das gleiche Programm abspult.
Die Charaktere im Buch sind vielseitig und voller Kontraste, wodurch sie immer wieder Abwechslung in das bunte Geschehen bringen.
Elena ist eine impulsive Frau mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, die mit 40 plötzlich ihr Leben überdenken muss.
Im Gegensatz zu ihrem Sohn Ben, der im Nu Italienisch lernt und sich schnell an die neue Situation gewöhnt, fällt es ihr sichtlich sich schwer mit den Widrigkeiten, die sich ihr in den Weg stellen zu arrangieren.
Für Andere ist sie Feuer und Flamme und sofort bereit sich in Gefahr zu begeben, aber für sich selbst hat sich noch nicht den richtigen Weg gefunden.
Ich muss zugeben, ein wenig war ich sogar erfreut darüber, dass ihr Mann sie betrogen hat, denn wer weiß, ob sie sonst dieses spannende Abenteuer zusammen mit Michele, Zio Gigi und vielen anderen erlebt hätte.
Einen starken Kontrast, der zeigt, wie unterschiedlich Freundinnen sein können, bilden Elisabetta und Elena.
Die Beiden stammen aus sehr unterschiedlichen sozialen Schichten.
Die moderne, angepasste Elisabetta entstammt einer sehr reichen, sehr alten Lecceser Familie.
An ihrem Beispiel wird gut deutlich, wie schwer es für eine Italienerin ist, gegen die Regeln und Gebräuche der Familie zu handeln.
Zio Gigi fällt im katholischen Lecce ein wenig aus der Reihe.
Er ist ein homosexuelles Ex-Model mit einem exzentrischen Kleidungsstil, ein begnadeter Hobbykoch, der die italienische Küche liebt, ein Weinkenner und Antiquitätenhändler.
Sein Optimismus, seine Großzügigkeit, sein Humor und seine ständige gute Laune bilden einen guten Gegenpol zu Elena, die schier verzweifelt, als die Wohnung im barocken Palazzo sich als Baustelle entpuppt.
Sein Partner, der Opernsänger Ettore, wohnt in Genua und hält es keine zehn Tage in Lecce aus, dabei sollte er eigentlich in Elenas Wohnung einziehen.
Gigi hingegen liebt Lecce und hatte vor Jahren den damals verfallenen Palazzo im Herzen der Altstadt gekauft und ihn restauriert.
Mir war der rücksichtsvolle, gut gelaunte Hobbykoch sofort sympathisch und ich wäre gerne ein Mal bei ihm zum Essen eingeladen, alleine schon um endlich mal wieder richtige „polpette“ (ital. Fleischbällchen) zu essen.
Der homosexuelle Gigi und seine Schwester, die Nonne Suora Benedetta mit den strengen Moralvorstellungen könnten unterschiedlicher nicht sein.
Suora Benedetta erinnert mich an wenig an Zia Gina, die Tante meines Vaters, die für den Pfarrer im Ort arbeitet.
Die offenherzige alte Hure Cosima fand ich ganz besonders toll, da ihre unverblümte, trinkfreudige Art so manche trostlos erscheinende Situation auflockerte.
Michele war außer Elena einer der Charaktere, mit dem ich besonders mitfieberte.
Die Spannung, die Nervosität als er plötzlich leibhaftig seinem Onkel gegenüberstand, von dem er nicht einmal gewusst hatte, dass es ihn gab.
Der Zorn, als er erfuhr, was seiner Mutter widerfahren wer und wer dabei eine wichtige Rolle spielte.
Die Autorin legt den verschiedenen Charakteren typische apulische Redewendungen in den Mund und verwendet Begriffe wie Nonno (ital. für Opa).
Dadurch wirkt die Geschichte auf mich umso authentischer und erinnert mich an meine Verwandten in Apulien.
Für Kenner von Apulien, Rom und Lecce ist das Buch ein besonderer Leckerbissen, da die Autorin im Buch Orte verwendet, die es tatsächlich dort gibt, z.B. die Piazza Navona in Rom, in welcher Micheles Mutter die „Osteria Fichi D`India“ besessen hatte oder die Piazza Sant`Oronzo in Lecce, die ich vor Jahren einmal mit eigenen Augen gesehen habe.
Auch das Verhalten der Apulier gibt sie sehr glaubhaft wieder.
Die überschwängliche Begrüßung mit vielen Küssen und Umarmungen kenne ich so auch von meinen italienischen Verwandten.
Auch die verwinkelte Gassen, die teilweise so eng sind, dass sich Männer an die Hauswände drücken müssen, damit ein Auto weiter fahren kann, kommen mir sehr bekannt vor.
Ich saß immer staunend im Auto, wenn wir zu einem der Obst- und Gemüseläden in der Nähe des Castellos (der Burg) von Copertino fuhren und dabei die engen Gassen passierten.
Die italienische Mentalität scheint die Autorin gut zu kennen.
Die für Außenstehende oft unklaren Verkehrsregeln und das pünktliche Einnehmen eines gemeinsamen Mittagessens kommen ebenso zur Sprache, wie die Tatsache, dass Männer in Italien den Frauen helfen und sie keine schweren Sachen tragen lassen.
Auch die Tatsache, dass kurz vor Weihnachten keiner kommt, um eine Heizung zu installieren, kann ich mir dort sehr gut vorstellen.
Als ich von dem in Lecce aufgebauten Krippenspiel las, wurde ich fast ein wenig wehmütig.
Ich war noch nie an Weihnachten in Apulien, aber ich habe mir sagen lassen, dass es zwar sehr kalt, aber auch sehr schön sein soll.
Die Feste in Copertino und Umgebung haben viel mit Heiligen zu tun und ich fand sie immer sehr schön, weil sie ein Stück der Kultur Apuliens lebendig erhalten und so an die nächsten Generationen vermitteln.
Beim Lesen des Buches fühlte ich mich mehr als einmal zurück in die unzähligen Sommer in Copertino bei Lecce versetzt, obwohl die Geschichte im Winter spielt.
Ich wünsche mir, dass es das Buch auch in italienischer Übersetzung geben wird, denn ich bin mir sicher, dass meinen beiden Tanten auch gut gefallen würde.
Elena machte sich als übereifrige Deutsch-Italienische Amateurdetektivin ganz gut, hatte aber Glück, dass es da noch den scheinbar untätigen Kommissar gab, der ihr unter die Arme griff.
Die Szenen wechseln zwischen Elena und Michele, bis die beiden schließlich zusammen arbeiten.
Der Schluß bringt die spannende Geschichte zu einem gelungenen Ende und macht gleichzeitig Hoffnung auf eine Fortsetzung, die es in „Tanz der Tarantel“ sicherlich geben wird.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Aletheia

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football, familie, psychiatrie, liebe, therapie

Silver Linings

Matthew Quick , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann ,
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 21.03.2013
ISBN 9783463400815
Genre: Romane

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liebe, freundschaft, sommer, krebs, familie

Vergiss den Sommer nicht

Morgan Matson , Franka Reinhart
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbj, 13.05.2013
ISBN 9783570401811
Genre: Jugendbuch

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dystopie, umwandlung, freundschaft, verrat, zukunft

Vollendet - Der Aufstand

Neal Shusterman , Ute Mihr , Anne Emmert
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.08.2013
ISBN 9783737367189
Genre: Jugendbuch

Rezension:

=== Die Einleitung:===
Nachdem ich das spannende Buch „Vollendet“ gelesen hatte, konnte ich es kaum erwarten, endlich den zweiten Band „Vollendet – Der Aufstand“ in den Händen zu halten, um zu erfahren, wie die Geschichte weiter geht.
Auch den zweiten Band habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen und ich muss sagen, die Fortsetzung ist absolut genial.

===Der Autor:===
Neal Shusterman hat zahlreiche Romane für junge Erwachsene geschrieben, außerdem Drehbücher für Spielfilme und Fernsehserien verfasst, darunter „Animorphs“ und „Gänsehaut“.
Neal Shusterman ist Vater von vier Kindern und lebt in Südkalifornien.

===Fakten zum Buch:===
Das gebundene Buch erschien im August 2013 beim Sauerländer-Verlag.
Der Originaltitel des Buches lautet „Unwholly“.
Anne Emmert und Ute Mihr haben es aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.
Das Buch umfasst 544 Seiten und ist im Buchhandel für 16,99 Euro zu haben.
„Vollendet- Der Aufstand“ ist der zweite Band einer Trilogie.
Der erste Band der Trilogie trägt den Titel „Vollendet“.

===Der Verlag über das Buch:===
Band 2 der brisant-brillanten „Vollendet“-Trilogie.
„Die Siegesfreude ist von kurzer Dauer:
Connor muss sich als neuer Anführer der Flüchtlinge beweisen.
Risa fürchtet, ihm keine große Hilfe zu sein.
Lev versucht, ein neues Leben zu beginnen.
Einer von ihnen wird verraten werden.
Einer von ihnen wird auf Cam treffen, einen Jungen, den es nicht geben darf.“

===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches wurde in Silber- und Kupfertönen gehalten.
Im Zentrum des Covers sieht man in schwarzen Großbuchstaben den Titel „Vollendet Der Aufstand“.
Des Weiteren finden auf dem Cover der Name des Autors und der des Verlages einen Platz.
Die Gestaltung des Titels erinnert mich an lackierte oder aufgedruckte Buchstaben, die mit der Zeit an Farbintensität verloren haben und an denen Regentropfen herunter rinnen.
Wenn ich das Cover so betrachte, assoziiere ich damit einen Teil eines der ungeschützt der Witterung ausgesetzten alten Flugzeuge auf dem stillgelegten Flugzeugfriedhof, welcher Connor und den anderen geretteten Wandlern als Aufenthaltsort dient.
Die Farb- oder Blutflecken und Kratzer auf dem Metall könnten Spuren der vergangenen Zeit sein oder aber auch Zeichen von Kämpfen, die auf dem Flugzeugfriedhof schon ausgefochten wurden.
Mir gefällt die Gestaltung des Buches sehr gut.
Sie ist passend zur Geschichte sehr düster und lässt Raum für persönliche Interpretationen.
Außerdem hat sie einen hohen Wiedererkennungswert, da der erste Band ähnlich gestaltet wurde.

=== Was in Band 1 geschah:===
Achtung Spoiler!
„Vollendet“ spielt in Nordamerika in einer nicht allzu fernen fiktiven Zukunft.
Dort gab es einen zweiten Bürgerkrieg in den USA, den sogenannten Heartland– Krieg.
Es war ein erbitterter Krieg zwischen Abtreibungsgegnern und Abtreibungsbefürwortern, bei dem ein Umwandlungsabkommen beschlossen wurde.
Dadurch konnten Teenager ab dem Alter von 13 Jahren rückwirkend abgetrieben werden, d.h. sie wurden umgewandelt.
Die Umwandlung ist ein Vorgang, bei dem ein Mensch in seine Teile zerlegt wird.
Diese Teile werden anderen Menschen, die diese aus gesundheitlichen Gründen benötigen oder aus ästhetischen oder sonstigen Gründen haben wollen zur Verfügung gestellt.
Von neuen Augen, einer neuen Wirbelsäule bis zu Gehirnzellen ist alles zu haben und kostet seinen Preis.
Die Jugendlichen, die umgewandelt werden sollten, wurden von der Gesellschaft als „Wandler“ bezeichnet und in sogenannte Ernte-Camps gebracht.
Die meisten „Wandler“ wählen ihr Schicksal nicht selbst, sondern ihre leiblichen Eltern oder die Waisenhäuser, in deren Obhut sie sich befinden.
Meist wussten sie bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie zur Umwandlung abgeholt wurden nichts von ihrem Schicksal.
Connor, Risa und Lev sind solche Wandler.
Der 16-jährige Connor sollte umgewandelt werden, weil seine Eltern mit dem schwierigen Jugendlichen nicht mehr klar kamen und nicht länger versuchen wollten ihm zu helfen.
Die 25-jährige Waise Risa fiel staatlichen Kürzungen zum Opfer.
Eine Ausnahme unter den Dreien bildete der 13 Jahre alt gewordene Lev Calder.
In einer fanatisch-religiösen Gemeinschaft groß geworden, die mit Stolz einen Teil ihrer Kinder als sogenanntes Zehntopfer zur „Ernte“ freigaben, freute er sich auf sein Schicksal im Erntecamp, was sich im Laufe der Geschichte jedoch änderte. Die drei verbrachten eine kurze Zeit miteinander und verloren sich dann wieder.
Im Laufe des Buches kreuzten sich ihre Wege immer wieder, was zu den wildesten Verwicklungen führte.
Connor, Risa und Lev wurden ins Happy Jack Ernte Camp im Norden Arizonas gebracht und taten dort alles, um ihrem Schicksal zu entrinnen und andere zu retten.
Bei diesem Versuch verlor Connor einen Arm und Risa landete im Rollstuhl.
Lev schloss sich, nachdem sein ganzes Weltbild ins Wanken geraten war, den sogenannten Klatschern an und versetzte das ganze Land dadurch in Aufruhr, indem er nicht klatschte.
Klatscher sind junge Terroristen, die eine nicht nachweisbare Chemikalie im Körper haben, die ihr Blut explosiv macht.
Sie lösen die Detonation aus, indem sie applaudieren.
Connor, der berühmte und gefürchtete Flüchtling von Akron galt nach der Revolte im Happy Jack Ernte-Camp als tot.
Stattdessen wurde er vom Admiral, dem bisherigen Leiter des Friedhofs als neuer Anführer bestimmt.
Hinter dem sogenannten Friedhof, der als Versteck für flüchtige Wandler dient, verbirgt sich ein riesiger Flugzeugschrottplatz in der Wüste von Arizona.

===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Das Buch beginnt, für einen Roman eher ungewöhnlich mit einer Quizrunde zur Welt, in der „Vollendet – Der Aufstand“ spielt.
Der Autor gibt die Antworten und seine Leser stellen die Fragen dazu.
Dank dieser Methode habe ich schnell wieder in die Geschichte hineingefunden und wurde mit neuen Begriffen vertraut gemacht.
Die Geschichte knüpft nahtlos an das Geschehen in Band eins an und bringt neue Charaktere ins Spiel.
Geschickt eingestreute Rückblenden erinnern an Geschehnisse aus Band eins, was mir geholfen hat, mir die Zusammenhänge wieder zu vergegenwärtigen.
Immer wieder wechselt die Erzählperspektive zwischen alt bekannten und neuen Charakteren und ich erfahre hautnah, wer sie sind, was sie fühlen und was ihre Ziele sind.
Schnell gibt es Charaktere, die mir sympathisch sind und andere die mir auf Anhieb unsympathisch sind.
Ich lerne Mason Michael Starkey kennen, der von allen nur Starkey genannt wird.
Er hat seinen Eltern unter Anderem durch Prügeleien und Drogenkonsum wenig Freude bereitet und soll nun umgewandelt werden.
Der Grund für seine offen ausgelebte Aggression liegt darin, dass er nicht damit zurecht kommt, dass er ein ungewolltes Kind war und ihn in der Schule alle damit aufziehen.
Wie viele andere Jugendliche ist Starkey ein sogenannter Storch.
Laut dem Gesetzt darf eine Mutter, die ihr neugeborenes Baby nicht behalten will, es jemanden vor die Haustür legen und derjenige ist ab diesem Moment für das Kind verantwortlich.
Diesen Vorgang nennt man storchen.
Genau das ist Starkey passiert und es macht ihn furchtbar wütend, dass die Storche von der Gesellschaft schlecht behandelt werden.
Als sein Umwandlungstermin vor der Tür steht, sieht er seine Chance gekommen, dem ein Ende zu setzen und flieht vor den JuPos, den Vollstreckungsbeamten, die für die nationale Jugendbehörde arbeiten und ihn ins Ernte-Camp bringen sollen.
Starkey möchte so berühmt berüchtigt werden wie Connor, der Flüchtling aus Akron.
Als er ihm jedoch auf dem Flugzeugfriedhof gegenüber steht, ist er mehr als enttäuscht darüber, dass Connor so gar nicht mit dem Bild, das er sich von ihm gemacht hat übereinstimmt.
Connor hat währenddessen alle Hände voll zu tun.
Der Admiral ist nur noch ein Schatten seiner selbst und um seine Gesundheit ist es nicht gut bestellt.
Während ein Großteil der Welt davon ausgeht, dass Connor Lassiter tot ist, hat er diesem die Leitung des Friedhofs überlassen und dieser zweifelt tagtäglich daran, ob er dieser verantwortungsvollen Aufgabe wirklich gewachsen ist.
Connor ist ein guter Anführer, der darum bemüht ist, alle Jugendlichen auf dem Friedhof ein bisschen kennen zu lernen und ihnen allen das Leben so angenehm wie möglich zu machen.
Trotzdem macht sich Unmut in den Reihen der Jugendlichen breit und Connor weiß nicht, wem er noch trauen kann.
Während sich Risa ein Leben ohne Gefahr wünscht, retten Hayden, Trace und Connor Jugendliche, deren Umwandlung bevor steht.
Trotz all ihrer Bemühungen kommen auf dem Friedhof viel zu wenige neue Jugendliche an.
Dadurch, dass man mit 17 nicht mehr umgewandelt werden kann, gibt es zu wenig Wandler und somit auch zu wenig Organe.
Ein EA, was die Abkürzung für eigenmächtig abwesend ist, ist ein flüchtiger Wandler.
Diese leben in Zeiten wie diesen gefährlicher denn je.
Die Bevölkerung ist wachsam und viele sind jederzeit bereit sie auszuliefern.
Nicht nur die JuPos sind ihnen dicht auf den Fersen, sondern auch die Teilepiraten, eine Art Kopfgeldjäger, welche flüchtigen Jugendlichen niederträchtige Fallen stellen und sie dann auf dem Schwarzmarkt verkaufen.
Auch auf dem Friedhof herrschen schwierige Bedingungen.
Es gibt zu wenige Lebensmittel, wichtige Medikamente und Ersatzteile fehlen und die Anti-Umwandlungs-Front, die den Friedhof eigentlich unterstützen sollte, hält Connor nur hin, weshalb er ernsthaft an ihrer Kompetenz zweifelt.
Seine Freundin Risa Ward überlebte wie er und Lev das Happy Jack Ernte-Camp.
Nach der damaligen Explosion ist sie gelähmt, weil sie sich geweigert hat, ihre verletzte Wirbelsäule durch das Transplantat eines Wandlers ersetzen zu lassen.
Ihre Behinderung macht ihr schwer zu schaffen und ihre Beziehung zu Connor leidet schwer unter Zeitmangel und schlechter Kommunikation.
Das zum Idol für viele gewordene Paar Connor und Risa sind sich fremd geworden.
Erschreckend viele Menschen habe eine offene Rechnung mit Connor zu begleichen und gerade jetzt, wo die Jugendbehörde über den Friedhof Bescheid weiß, braucht er kompetente, ehrliche Leute, auf die er zählen kann.
Doch trifft er die richtigen Entscheidungen?
Vertraut er den richtigen Leuten?
Ehe er sich versieht entgleitet ihm völlig die Kontrolle und die Ereignisse überschlagen sich.
Gibt es noch Hoffnung für Connor, seine Freunde und den Flugzeugfriedhof?

===Mein Fazit:===
„Vollendet – Der Aufstand“ ist der überaus gelungene Mittelband einer düsteren, fesselnden Dystopie.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und lebendig, voller toller Bilder und Vergleiche.
Durch die ständigen Perspektivwechsel entwirft er ein komplexes Szenario, welches aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wird und ein atemberaubendes Ganzes ergibt.
Das Buch ist unter Anderem deshalb so spannend, weil die Geschichte so erschreckend real ist und sich so oder so ähnlich in naher Zukunft abspielen könnte.
Wollen wir hoffen, dass uns niemals eine solche Zukunft bevorstehen wird.
Meiner Meinung übt das Buch Kritik an der Gesellschaft und daran, wie sie mit Jugendlichen umgeht.
Die Gründe für eine Umwandlung sind verschieden und letztendlich doch immer wieder gleich.
Jedes Mal geben die Eltern ihre schwierigen Kinder einfach auf, anstatt zu versuchen sie zu verstehen und ihnen zu helfen.
Die Rolle der Medien dabei ist immens.
Sie machen der Bevölkerung gezielt Angst vor den flüchtigen Wandlern und es ist erschreckend, wie gut ihr Plan aufgeht.
Die Menschen glauben das, was sie sehen und hören und stellen es nicht in Frage.
Immer wieder las ich zwischen den einzelnen Kapiteln haarsträubende Werbeanzeigen für die Umwandlung.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen sich von so etwas beeinflussen lassen würden.
Natürlich kam bei mir die Frage auf, wer die Medien steuert und in wessen Interesse sie handeln.
Es ist faszinierend, wie der Autor die vielen verschiedenen Handlungsstränge miteinander verknüpft.
Er versteht es, vielfältige Charaktere zu entwerfen und den Leser in ihre Welt hinein zu ziehen.
So mancher Charakter offenbart seinen wahren Charakter und lässt mich fassungslos über so viel Boshaftigkeit zurück.
Ich erlebte hautnah mit, wie frustrierend die Leitung des Friedhofs für Connor war und wie sehr er unter der Entfremdung zwischen sich und Risa litt.
Ebenso wie ich erkannte er viel zu spät, wer Freund und wer Feind ist und erlebte viele Überraschungen.
Die schrecklichen Wahrheiten, die er erkennen muss und der Verrat, der sich um ihn herum abspielte, schockierten mich und machten mich gleichzeitig nachdenklich.
Wie auch im ersten Band tat mir Risa zunächst einmal Leid.
Sie war eine junge Frau mit Prinzipien und einem guten Charakter, die mit den Konsequenzen der Entscheidungen, die sie getroffen hatte leben musste.
In „Vollendet-Der Aufstand“ macht ihr Charakter eine unglaubliche Wandlung durch, was mir sehr gut gefallen hat.
Ich muss jedoch zugeben, dass ich eine Zeit lang an Risa und ihren Motiven gezweifelt habe, was für mich ein weiterer Beweis für den guten Schreibstil des Autors ist.
Lev, ging als der Klatscher, der nicht klatschte, in die Geschichte ein.
Er führt jetzt ein grundlegend anderes Leben als zuvor, mit vielen Auflagen und Pflichten.
Interessant fand ich, dass er dadurch, dass er nicht geklatscht hat auch körperliche Folgen mit sich trägt.
Im Verborgenen steht er in Kontakt mit Connor, was ihn ziemlich aufwühlt.
Für Eltern ist Lev ein Rätsel, das sie nicht lösen können.
Für manche ist er ein Idol,  für andere eine Schande.
Einen interessanten Gegenpart zu Lev stellte Miracolina dar, die nicht versteht, warum Lev glorifiziert wird.
Ihre Art und ihre Fragen bringen ihn dazu, über sich selbst und seine Rolle nachzudenken.
Starkey mochte ich von Anfang an nicht.
Seine Achillesferse sind die Storche und wie mit ihnen umgegangen wird.
Ich finde es gut, wenn man sich für Minderheiten einsetzt, aber Starkeys Vorgehensweise konnte ich in keinster Weise befürworten.
Er ist skrupellos, gefährlich und egoistisch und eignet sich meiner Meinung gut für einen Posten, für den man herzlos und auf seinen eigenen Vorteil bedacht sein muss.
Das Leben auf dem Friedhof ist noch aufregender geworden, als in Band eins.
Von allen Seiten drohen Gefahren, man muss immer auf der Hut sein.
Ich fragte mich lange, warum die JuPos den Friedhof in Ruhe lassen, obwohl sie von seiner Existenz wissen und erschrak, als ich den Grund dafür erfuhr.
Ebenso interessant fand ich Roberta mit ihrem Schützling, dem sogenannten Verbundmenschen Cam.
An seinem Beispiel kann man gut erkennen, zu was die Menschheit gerne alles im Stande wäre und hoffentlich nie sein wird.
Es war unfassbar, zu erfahren, wer hinter seiner Erschaffung steckt und aus welcher Grundidee die arme Kreatur erschaffen wurde, die voller innerer Konflikte zerfressen ist, seit sein Dasein der Außenwelt offenbart wurde.
Das Buch hat mir sehr nachdenklich gemacht.
Es beschäftigt sich mit Selbstbestimmung und damit, man selbst zu sein.
Außerdem setzt es sich mit theologischen, moralischen und ethischen Fragen auseinander.
Im Buch gilt zum Beispiel ein Mensch nach seiner Umwandlung nicht als tot, da praktisch noch alles von ihm am Leben ist.
Stattdessen befindet er sich nach der Ansicht der Menschen im geteilten Zustand.
Gegen Ende wechselt die Perspektive immer schneller und gipfelt in einen ungeheuer spannenden Schluss.
Ich war fassungslos über die sich überschlagenden Ereignisse.
Der überraschende Schluss zeigte auf, dass im dritten Band neue Gefahren auf Connor und seine Freunde warten, machte aber auch Hoffnung.
Und so warte ich gespannt auf die Fortsetzung, die hoffentlich bald erscheinen wird und empfehle die düstere Dystopie an alle Dystopiefans und solche die es werden wollen.
Es lohnt sich.

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serienmörder, angst, dorn, rose, lena diaz

Schatten der Angst

Lena Diaz , Frauke Lengermann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 13.12.2012
ISBN 9783802588679
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

===Die Einleitung:===
Mit „Schatten der Angst“ von Lena Diaz wagte ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde einen Wechsel in das mir bis dato unbekannte Genre Romatic-Thrill.
Der Klappentext hatte mich neugierig auf das Buch gemacht und ich war gespannt darauf, wie die Autorin einen romantischen Thriller umsetzen würde.

===Die Autorin:===
Lena Diaz stammt ursprünglich aus Kentucky und ist in ihrer Kindheit durch die gesamte USA gereist.
Gegenwärtig lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern in Florida.
„Schatten der Angst“ ist ihr erster Roman.
Ihr zweiter Roman „Ich sehe was, was du nicht siehst“ erschien im Juli 2013.
Weitere Informationen unter www.lenadiaz.com

===Fakten zum Buch:===
Das Buch, welches im Original den Titel „He kills me, he kills me not“ trägt, wurde von Frauke Lengermann ins Deutsche übersetzt.
Das Taschenbuch erschien im Dezember 2012 beim Egmont – Lyx-Verlag.
Es umfasst 384 Seiten und ist im Buchhandel für 9,99 Euro zu haben.

===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches ist schlicht und doch einprägsam.
Vor einem Hintergrund, der eine Mauer oder eine Metallwand darstellen könnte, ist eine schwarze Rose abgebildet.
Von einer ihrer spitzen Dornen fließt Blut herab.
Darunter steht in großen schwarzen Druckbuchstaben der Name der Autorin und darunter in größeren, blutroten Buchstaben der Titel des Buches.
Das Cover passt meiner Meinung gut zum Inhalt des Buches.
Den Titel finde ich jedoch nicht so passend.
Hier hätte mir eine Übersetzung des Originaltitels besser gefallen.

===Der Verlag über das Buch:===
Wo das Böse lauert
An der Ostküste der USA treibt ein Serienmörder sein Unwesen.
Sein Markenzeichen: Eine Rose mit einem einzigen Dorn, die er in den leblosen Händen seiner Opfer zurücklässt.
Polizeichef Logan Richards will den Killer schnell zur Strecke bringen und stößt bei seinen Ermittlungen auf Amanda Stockton – die Einzige, die dem Mörder je entkommen konnte.
Logan erhofft sich Antworten, doch ihm läuft die Zeit davon, denn der Killer ist wieder auf der Jagd… und Amanda ist seine Beute!
„Ein packender Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legen kann!“ Eileen Carr

===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Das Buch beginnt äußerst spannend mit einer Episode aus der kranken Erlebniswelt des Serienmörders, der gerade in Aktion ist.
Dann wechselt die Szenerie zu Logan Richards, dem Polizeichef von Shadow Falls, einem Ort am nordwestlichen Ende Floridas.
Logan ist erst seit Kurzem der Polizeichef von Shadow Falls.
Zuvor war er wegen eines Anfängerfehlers, der noch immer schwer auf ihm lastet, nach New York geflohen.
Nun ist er wieder hier, hat Großes geleistet, sich weitergebildet und sieht sich mit einer Herausforderung konfrontiert, die er nicht alleine bewältigen kann.
Ein Serienmörder ermordet Frauen, wäscht ihnen das Haar und legt ihnen eine langstielige rote Rose in die Hände.
Die Abstände zwischen seinen Morden werden immer kürzer und der Polizei rennt die Zeit davon, weshalb das FBI ihnen zu Hilfe eilt.
Eine Joggerin hat eines der Opfer des Serienmörders im Park gefunden und Logan wurde zum Tatort gerufen.
Die Tote war eine Studentin namens Carolyn, die seit Tagen vermisst wurde.
Logan ärgert sich, dass er dem Killer nicht zuvor gekommen ist und den Eltern des Opfers nicht mitteilen kann, dass ihre Tochter wohl auf ist und der Täter gefasst wurde.
Es gibt keine heiße Spur die zum Mörder führt, bis sich seine Kollegen an einen vier Jahre zurück liegenden Fall erinnern.
Damals wurden zwei junge Frauen von einem Mörder verschleppt, der sie folterte und mit ihnen ein grausames Spiel spielte.
Eines der Opfer, Dana Branson starb und Amanda Stockton konnte fliehen und ist seitdem untergetaucht.
Sie ist die einzige lebende Zeugin und Logan möchte sie um jeden Preis finden, bevor der Mörder sie findet.
Das ist gar nicht so einfach, denn Amanda möchte nicht gefunden werden und der Mörder ist näher als man glaubt.
Nun erlebe ich das Geschehen aus Amandas Sicht.
Seit ihrer Verschleppung versucht sie gezwungenermaßen das Geschehene ganz alleine zu verarbeiten.
Sie arbeitet von zu Hause aus, hat keine Freunde und lebt zurückgezogen und voller Angst.
Auf der rechten Seite ihres Gesichts trägt sie eine sichtbare Narbe, die sie tagtäglich an ihr Martyrium erinnert.
Doch nie waren die Erinnerungen so deutlich wie jetzt, als sie erfährt, dass der Mann, der sie damals gequält und ihre Freundin ermordet hat, erneut zugeschlagen hat.
Alles kommt wieder hoch und sie hat niemanden, dem sie sich anvertrauen und bei dem sie Trost suchen kann.
Dann erscheint Polizeichef Logan auf der Bildfläche.
Er möchte Amanda zu ihrer Entführung befragen.
Vielleicht kennt sie ein Detail über den Mörder, dass die Polizei zu ihm führen könnte: Seinen Gang, ein bestimmter Satz, den er wiederholt hat, körperliche Auffälligkeiten, irgend etwas.
Amanda ist hin und her gerissen.
Einerseits fühlt sie sich zu Logan hingezogen, fühlt sich bei ihm auf seltsame Art und Weise sicher und möchte helfen, den Täter zu überführen.
Andererseits möchte sie mit der Vergangenheit abschließen und ein dunkles Geheimnis für sich bewahren, dass ihr bis heute auf der Seele lastet.
Werden sie den Mörder finden, bevor er Amanda findet?

===Mein Fazit:===
„Schatten der Angst“ ist das erste Buch, das ich aus dem Genre Romantic-Thrill gelesen habe und ich muss sagen, es hat mir gut gefallen.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft und detailreich.
Schon von der ersten Seite an kam Spannung auf.
Der Mörder vollführt ein grausames Ritual und während er wieder und wieder mordet, heftet sich die Polizei an seine Fersen.
Schon ziemlich früh gab es Hinweise auf den Täter, die zunächst nur der Leser kennt.
Die Polizei hat gute Ansätze, geht aber auch vielen falschen Fährten nach und forscht nicht intensiv genug nach.
Der Thriller hat viel Potential, welches meiner Meinung aber nicht voll ausgeschöpft wurde.
Ich lese nicht nur gerne Thriller, sondern schaue mir im Fernsehen gerne auch Serien wie „Navy CIS“ und „Criminal Minds“ an.
Stellenweise hat mich der Roman an Elemente aus den Serien erinnert, zum Beispiel als die Gerichtsmedizinerin bei der Arbeit war.
Bei Mördern interessiert mich auch immer das Motiv.
Hier kam ich voll auf meine Kosten und konnte tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken.
Die Liebesgeschichte zwischen Amanda und Logan war gut beschrieben, wenn auch ziemlich klischeehaft.
Amanda hatte sich nach ihrer Entführung ein neues Leben aufgebaut und versuchte nach Außen hin taff zu wirken.
Als der Mörder wieder zuschlägt, bröckelt diese Fassade und sie sehnt sich nach einer starken Schulter zum Anlehnen.
Hier tritt der gutaussehende Logan auf den Plan, der vor lauter Begierde und Beschützerinstinkt große Schwierigkeiten hat, sich Amanda gegenüber professionell zu verhalten.
Er will sie besitzen, beschützen und fühlt sich bei ihr angekommen, doch sie quält sich mit einem dunklen Geheimnis, dass sie zu erdrücken droht.
Sie will Liebe und Nähe, doch gleichzeitig kommen immer wieder ihre schlimmen Erinnerungen hoch.
Der Mörder hat sie innerlich wie äußerlich für immer gezeichnet und es ist lange Zeit nicht absehbar, ob sie sich davon erholen wird.
Während Logan und Amanda sich so langsam näher kommen und ein Nähe- und Distanzspiel spielen, mordet der Killer immer häufiger und kommt ihnen näher als sie jemals dachten.
Amanda möchte helfen den Täter zu finden und bietet der Polizei und dem FBI, mit dem diese nun zusammenarbeitet ihre Hilfe an.
Als Opfer wirkt sie auf mich authentisch.
Das Verstecken ihrer Narbe, das sich nicht mehr schön fühlen, die Angst vor Nähe und Vertrautheit und die Frage, ob sie sich jemals wieder an einen Mann gewöhnen kann.
Die Autorin gibt Amanda zudem ein paar Aspekte, die ihren Charakter interessant machen, da sie sich nicht immer so verhält, wie man es von einem klassischen Entführungsopfer erwartet.
Amanda war mir von Anfang an sympathisch.
Sie versuchte ihr Leben allein zu meistern und zeigte bei der Suche nach dem Täter großen Mut.
Jedoch brachte sie sich und andere durch ihre impulsiven Handlungen in Gefahr und Logan war der Held, der immer an ihrer Seite war.
Er steckte seine ganze Energie in den Fall und seine Suche nach dem Mörder grenzt schon an eine Obsession, die sich aber durch seine Vergangenheit erklärt.
Er hat sich in Amanda verliebt und weiß nicht so recht, wie er sie anpacken soll und Amanda wiederrum kann nicht glauben, dass er sie sie nehmen kann, wie sie ist.
Dadurch kommt es besonders gegen Ende zu vielen Mißverständnissen, die meiner Meinung etwas zu viel des Guten waren.
Dazwischen gibt es immer wieder Einblicke in die kranke Psyche des Täters.
Das Ende des Buches empfand ich also etwas zu dick aufgetragen, aber doch irgendwie schön.
Ich kann „Schatten der Angst“ allen empfehlen, bei denen im Genre Romantic-Thrill der romantische Teil der Geschichte wichtiger ist, als der Thriller selbst.
Die Liebesgeschichte zwischen Amanda und Logan spielt zwar mit Klischees, aber sie ist sehr romantisch und die Liebesszenen sind bis auf ein paar kleine Details sehr erotisch.



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erotik, adam, laura, sharon york, lustfolter

LustFolter

Sharon York
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei blue panther books , 31.03.2014
ISBN 9783862774005
Genre: Erotische Literatur

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werwolf, berlin, nazis, ansgar, nibelungen saga

Blutige Jagd

Rainer Stenzenberger
Buch: 256 Seiten
Erschienen bei be.bra, 24.02.2014
ISBN 9783814802039
Genre: Krimi und Thriller

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luxemburg, xavier kieffer, koch, krimi, börse

Letzte Ernte

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 20.06.2013
ISBN 9783462045338
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

===Die Einleitung:===
Vor einiger Zeit las ich eine Leseprobe zu „Rotes Gold“, dem ersten Band der kulinarischen Krimi-Reihe um den Koch Xavier Kieffer.
Das Buch steht nun schon seit einiger Zeit ungelesen in meinem Bücherregal.
Dies wollte ich ändern und meldete mich als Teilnehmerin für eine Wanderbuchrunde zu Xavier Kieffers dritten Fall „Letzte Ernte“ an.
Den ersten Band hatte ich noch immer nicht gelesen, doch man versicherte mir, dass man das Buch auch ohne Kenntnis der anderen Bände lesen kann und genau so war es.

===Der Autor:===
Tom Hillenbrand, geb. 1972, studierte Europapolitik, volontierte an der Holtzbrinck-Journalistenschule und war Ressortleiter bei SPIEGEL ONLINE.
Er ist Autor der kulinarischen Kriminalromane „Teufelsfrucht“ und „Rotes Gold“, die Kritiker und Leser begeistert haben.
Seine beiden Sachbücher „Schräge Schilder“ und „Ich bin ein Kunde, holt mich hier raus“ – unter dem Namen Tom König- standen ebenfalls auf den Taschen- und Hörbuchbestsellerlisten.
www.tomhillenbrand.de

===Fakten zum Buch:===
Das Buch ist der dritte Teil einer Reihe rund um den ehemaligen Sternekoch Xavier Kieffer, lässt sich aber auch als eigenständiges Buch gut lesen.
Band 1 der Reihe trägt den Titel „Teufelsfrucht“, Band 2 erschien unter dem Namen „Rotes Gold“.
Das Taschenbuch „Letzte Ernte“ erschien im Juni 2013 beim Kiepenheuer & Witsch-Verlag (kiwi-Verlag).
Es umfasst 320 Seiten und ist im Buchhandel für 8,99 Euro zu haben.
Das Buch gibt es auch als Hörbuch.

===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches passt hervorragend zum Buch.
Auf dem Cover sieht man eine aufgeräumte und ordentliche Küche, mit einem alten Herd und einer Kasserolle aus Kupfer darauf.
Rechts vom Herd stehen in einer Holzkiste ein paar Pflanzen, bei denen es sich um Küchenkräuter handeln könnte.
So stelle ich mir die Küche in Xavier Kieffers Restaurant „Deux Eglises“ vor.
Links vom Herd lugen verschwommen ein paar hellgrüne Blätter ins Bild, bei denen es sich auch um Küchenkräuter handeln könnte.
Der Name des Autors und der Titel des Buches wurden auf der Ofentür angebracht.
Ein sehr schönes, stimmiges Detail.
Mir gefällt die Gestaltung des Buches sehr gut.
Es ähnelt dem der anderen zwei Bücher über Xavier Kieffer und hat dadurch einen hohen Wiedererkennungswert.

===Der Verlag über das Buch:===
Ein Leckerbissen für Krimiliebhaber
Ein Glas Wein, Rieslingspastete und danach ein Stück Quetschetaart mit Sahne – auf der Luxemburger Sommerkirmes lassen es sich der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer und seine Freundin, die Gastrokritikerin Valerie Gabin, richtig gut gehen.
Plötzlich steckt ihm ein Fremder eine Magnetkarte zu und verschwindet.
Am nächsten Morgen wird der Mann tot aufgefunden.
Warum hat er Kieffer diese Karte gegeben?
Und weshalb sind auf einmal so viele Leute hinter ihm her?
Der Luxemburger Koch steht plötzlich im Zentrum einer Verschwörung und erkennt, dass seine Freundin in höchster Gefahr schwebt.
„Schlitzohr in Kochschürze – Xavier Kieffer hat es faustdick unter der Kochmütze!“ – Saarländischer Rundfunk

===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Das Buch beginnt mit einem spannenden Prolog.
Piet Malherbe schwimmt ein paar Bahnen im Pool seiner Schweizer Villa in der Nähe des wunderschönen Vierwaldstätter Sees.
Er ist der Chef einer der mächtigsten Konzerne Europas und jeder, der ihn kennt weiß, dass er beim Schwimmen auf keinen Fall gestört werden möchte.
Sein Blackberry lässt sich jedoch nicht ignorieren und als er abnimmt, meldet sich Scholz, der Sicherheitschef seiner Firma zu Wort.
Ich erfahre, dass die Beiden auf der Suche nach einem gewissen Aaron Kats sind, der angeblich Daten von Malherbes Firma gestohlen hat, darunter wichtige Zugangscodes.
Malherbe und Scholz wollen um jeden Preis verhindern, das Kats die Daten weiter gibt.
Scholz ist der richtige Mann für seinen Posten.
Er hat eine zwielichtige Vergangenheit, hatte unter anderem für die Staatschefs totalitärer Regimes gearbeitet.
Bei der Suche nach Kats wird er sicherlich nicht zimperlich sein.
Während ich noch darüber grübele, was der Konzernchef und sein Sicherheitschef denn mit dem Koch Xavier Kieffer zu tun haben könnten, wechselt die Szenerie zu genau diesem.
Xavier Kieffer, Koch und Besitzer des Luxemburger Restaurants „Deux Eglises“ und großer Weinliebhaber ist gerade mitten in den Vorbereitungen für die Schuberfouer.
Die Schuberfouer ist die luxemburgische Version des Münchner Oktoberfestes.
Dort gibt es allerhand Luxemburger Klassiker wie Gebakene  Fësch, Fierkel um Spiess und Gromperekichelcher.
Dieses Jahr konnte Kieffer endlich einen der begehrten Stände auf der Schuberfouer ergattern und wird dort unter anderem Gromperekichelcher  (eine Art Kartoffelreibekuchen) zubereiten, auf die er sehr stolz ist.
Kieffer ist gerade in seinem Restaurant im Luxemburger Unterstadtviertel und ärgert sich über schwankende Lebensmittelpreise.
Als die Vorbereitungen im Restaurant beendet sind, fährt der sympathische Koch zu seinem Stand auf der Schuberfouer, um bei Souschefin Claudine nach dem Rechten zu sehen.
Als der Stand dann endlich in Betrieb genommen werden kann, ist der bekannte Koch schon tagelang im Voraus ausgebucht.
Natürlich lässt er es sich nicht nehmen seine Freundin Valérie Gabin, Chefin des legendären Pariser Gastronomieführers Guide Gabin zu seinen selbst zubereiteten Gromperekichelcher einzuladen.
Die Beiden sehen sich berufsbedingt viel zu selten, da Valérie für den Guide auf der ganzen Welt unterwegs ist.
Ihre kostbare gemeinsame Zeit wird durch einen vermeintlichen Trunkenbold getrübt, der in Kieffers Stand randaliert und bei der Rauferei einen Schlüsselbund fallen lässt.
Kurz darauf ist der Unbekannte tot.
Man geht zunächst von Selbstmord aus, doch Kieffer hat da so seine Zweifel.
Der Vorfall auf der Schuberfouer und der geheimnisvolle Schlüsselbund lassen ihm keine Ruhe.
Als sich dann auch noch eine geheimnisvolle Anruferin bei ihm meldet und die an dem Schlüsselbund angebrachte Keycard fordert, trauen Xavier und Valérie der Sache erst recht nicht und handeln auf eigene Faust.
Sehr zum Mißfallen von Kommissar Didier Manderscheid von der Luxemburger Kriminalpolizei stellt Xavier Nachforschungen an, spricht mit befreundeten Experten und geht einer geheimnisvollen Bandansage nach.
Sein Verhalten bringt ihn, Valérie und seine Freunde in tödliche Gefahr.
Was hat es mit dem vermeintlichen Selbstmord auf sich?
Wer ist hinter Xavier und Valérie her und was befindet sich auf der Keycard?

===Mein Fazit:===
„Letzte Ernte“ hat mir sehr gut gefallen.
Neben einem spannenden Wirtschaftskrimi bietet das Buch einen bunten Cocktail aus verschiedenen Eindrücken.
Vor meinem inneren Auge entstanden sowohl Bilder vom malerischen Vierwaldstätter See, als auch von Luxemburg.
Die sehr schöne und detailreich beschriebene Umgebung und die große Portion an Lokalkolorit weckten meine Neugier und meine Reiselust.
Diese wurde umso größer, als ich mir auf Google Bilder zu den jeweiligen Orten anschaute.
Auch der kulinarische Teil kam in dem Buch nicht zu kurz.
Der Weinliebhaber und Feinschmecker Kieffer war immer für eine Überraschung gut.
Ich kam nicht umhin im Internet ein Rezept für „Gromperekichelcher“ zu suchen und es auszuprobieren.
Dazu habe ich mit frischen Kräutern und Gewürzen gewürzte Creme Fraiche gereicht und die „Gromperekichelcher“ mit geschmolzenem Käse, in dünne Scheiben geschnittenen Frühlingszwiebeln und angebratenen Schinkenwürfeln garniert.
Sehr lecker!
Sehr neugierig war ich auch, als Xavier seinem Freund Sundergaard ein Stück des Luxemburger Traubenkuchens serviert und dessen Zubereitung verrät.
Schnell mal gegoogelt und ein leckeres Rezept dazu gefunden, dass nur darauf wartet ausprobiert zu werden.
Bei Xavier Kieffer wäre ich gerne mal zum Essen eingeladen.
Bei den leckeren Gerichten, die er seinen Gästen und seinen Freunden bei sich zu Hause serviert, lief mir das Wasser im Mund zusammen.
Die kulinarischen Köstlichkeiten, die er bei seinen kurzen Städtetrips zu sich nimmt und zusammenstellt sind auch nicht zu verachten.
Überhaupt war mir der erfrischend ehrliche Koch auf Anhieb sympathisch.
Er arbeitet seit 20 Jahren in der Gastronomie und ist obwohl er ein begabter Sternekoch ist, bodenständig geblieben.
Er kocht lieber die regionale Küche und Luxemburger Spezialitäten, als ausgefallene Gerichte und mag es, dass sein Leben dadurch weniger hektisch als das seiner Kollegen ist.
Da hätten wir zum Beispiel Leonardo G. Esteban, den selbsternannte „Küchen-Leonardo“, der mehr oder weniger zu Xaviers Freunden zählt und in „Letzte Ernte“ für ziemlichen Wirbel sorgt.
Nach seiner Kochshow „Leonardos Küchenrevolution“ plant er ein neues Projekt mit dem Titel „Krieg der Sterne“ und ausgerechnet Xavier und seine Freundin sollen mit von der Partie sein.
Durch den selbstdarstellerischen Argentinier und seine Show kommt der Leser auch was den Humor angeht voll auf seine Kosten.
Das Duell der Köche und Xaviers Gedanken und Handlungen dazu waren einfach herrlich.
Ich fand es klasse, wie der Autor den einzelnen Köchen und Köchinnen in der Show jeweils ein charakteristisches Sprachbild verpasste und so die einzelnen Herkunftsländer so richtig auf die Schippe nahm.
Überhaupt besitzt der Autor ein gutes Talent dafür, verschiedene Charaktere darzustellen und das Buch so umso vielfältiger zu machen.
Der grummelige Kommissar Didier Manderscheid, die toughe Motorradfahrende Inspecteur Joana Galhardo Lobato, der kindhafte Programmierer Per Sundergaard…
Xavier Kieffer ist bekannt wie ein bunter Hund und verfügt über einflussreiche Freunde aus aller Herren Länder und den verschiedensten Branchen.
Dies kam ihm natürlich bei seinen Recherchen zu Hilfe.
Er kennt Investmentbanker, Steuerberater, EU-Beamte und hat ausgerechnet „die Gabin“ als Freundin.
Sehr gut fand ich, dass der Autor den unwissenden Xavier Kieffer nutzt, um dem Leser Begriffe aus der Informatik und der Finanzmathematik verständlich zu machen.
Dadurch wurde mir nicht nur der Koch umso sympathischer, sondern ich konnte auch die Zusammenhänge besser verstehen.
Mir gefällt es sehr gut, dass der Autor nicht nur Luxemburg beschreibt, sondern auch viele luxemburgische Begriffe verwendet.
Diese kann man zum Teil im hinteren Teil des Buches im „Glossar Küchenlatein“ nachschlagen.
Der eine oder andere Begriff den ich noch nicht kannte war im Buch auch dabei.
Der Begriff „bierdimpefilg“ zum Besipeil, bei dem ich mir ein Grinsen nicht verkneifen konnte.
Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, war ich enttäuscht, dass die Geschichte schon zu Ende war.
Neugierig las ich die angrenzende Leseprobe zu „Teufelsfrucht“ und wurde nicht enttäuscht.
Für mich steht fest, dass ich auch die weiteren Bände der Reihe um Xavier Kieffer unbedingt lesen muss.

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Tags: guide gabin, luxemburg, schuberfour, xavier kieffer   (4)
 

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89 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

märchen, liebe, rapunzel, theresia, historischer roman

Bruderliebe

Kathrin Lange , Stefanie Heindorf
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 01.02.2013
ISBN 9783940855374
Genre: Historische Romane

Rezension:

=== Die Einleitung:===
Schon als Kind habe ich Märchen geliebt und diese Liebe blieb bis heute erhalten.
Außerdem lese ich sehr gerne historische Romane.
Ich mag es, in längst vergangene Zeiten einzutauchen, mir vorzustellen, wie die Menschen damals gelebt haben, wie die Gesellschaft damals strukturiert war und wie weit die Technik und die Wissenschaften fortgeschritten waren.
Daher freute ich mich sehr, als ich von der Buchreihe „Die Grüne Fee“ und der Idee dahinter erfuhr.
Als das Buch „Bruderliebe“ als Wanderbuch angeboten wurde, meldete ich mich sofort dafür an und war sehr gespannt darauf, wie die beiden Autorinnen das Märchen von Rapunzel wohl interpretieren würden.

===Die Autorinnen:===
Die Autorinnen leben mit ihren Familien in der Nähe von Hildesheim.
Stefanie Heindorf arbeitet als Lehrerin.
„Bruderliebe“ ist ihr erster Roman.
Kathrin Lange veröffentlicht seit 2005 historische Romane.
„Bruderliebe“ ist ihr erstes Werk für den Dryas-Verlag.
www.kathrin-lange.de

===Fakten zum Buch:===
Das broschierte Taschenbuch erschien im Februar 2013 beim Dryas-Verlag.
Es umfasst 316 Seiten und ist im Buchhandel für 12,95 Euro zu haben.
„Bruderliebe“ ist ein eigenständiger Roman, der zur Buchreihe „Die Grüne Fee“ gehört.

===Die Grüne Fee===:
„Wann begann die Moderne?
Welche Entwicklungen waren nötig, um von der Dampfmaschine zum Computer zu kommen?
Welche moralischen und gesellschaftlichen Änderungen hat das Voranschreiten der Technik nach sich gezogen?
Aus diesen Fragen heraus ist die Idee zur Roman-Reihe „Die Grüne Fee“ entstanden.
Als „Grüne Fee“ bezeichnet man Absinth, den Wermut-Schnaps, der im 19. Jahrhundert „modern“ war.
Höhenflüge nach seinem Genuss ließen Kunstwerke entstehen oder zerstörten Existenzen, wie man am Beispiel leidenschaftlicher Absinth-Trinker wie Van Gogh, Baudelaire, Hemingway oder Wilde sehen kann.
Diese Doppeldeutigkeit sollte auch in den Romanen der Reihe eingefangen werden.
Spannende Geschichten zeigen Fluch und Segen der Technik und folgen einem Weg, der Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Ersten Weltkrieg endet, also das lange 19. Jahrhundert durchzieht.
Die Herausgeberinnen der Reihe sind Marlene Kraus und Kathrin Lange.“
Quelle: Dryas-Verlag

===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches ist grün, passend zur Reihe „Die Grüne Fee“.
Die verschiedenen Grüntöne in hellen und dunklen Schattierungen, sowie die verschnörkelten Muster, in welchem der Hintergrund des Covers gehalten ist, erinnern mich an einen Bogen edles, altes Briefpapier oder an eine Wandtapete.
Ganz oben stehen der Name der Buchreihe und darunter die Namen der beiden Autorinnen.
In grünen Großbuchstaben, die farblich sehr gut zum Hintergrund passen, steht darunter der Titel des Buches.
Im Zentrum des Covers sieht man einen alten silbernen Handspiegel, in dessen Innenfläche man eine hübsche junge Frau erblickt.
Ihr Haar ist kunstvoll geflochten, sie trägt Perlenohrringe und ein Kleid, wie es sich für eine Adlige im 19. Jahrhundert gehört.
Ihr Blick ist zur Seite gewandt.
Ich stelle mir vor, dass es sich bei der jungen Frau im Handspiegel um Theresia handelt.
Unter dem Handspiegel sieht man eine kleine Zeichnung einer Burg und der Ländereien drum herum.
Mir gefällt das Cover sehr gut.
Es passt gut zur Geschichte und zu dem Buch selbst, welches Geschichte und Märchen zu einem einzigartigen Ganzen vereint.

===Der Verlag über das Buch:===
Norddeutschland, Anfang des 19. Jahrhunderts.
Gegen den Willen ihrer Stiefmutter Henriette verlieben sich die behütete Theresia aus adligem Hause und der bürgerliche Sebastian ineinander.
Doch Theresias und Sebastians Vergangenheit verbindet ein dunkles Geheimnis.
Als es ans Licht kommt, wendet sich Sebastian von Theresia ab.
Keiner der Beiden ahnt, dass sie Opfer einer Intrige sind.
Denn nicht nur Henriette setzt alles daran, sie auseinanderzubringen…
„Bruderliebe“ erzählt das Märchen von Rapunzel neu – als düster-spannenden historischen Roman um Intrigen, Zweifel und Mord.

===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
„Bruderliebe“ spielt laut den Autorinnen in einer Zeit zwischen den Zeiten.
Einer fiktiven Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts, irgendwann zwischen den Veröffentlichungen der Gebrüder Grimm und dem Tod Napoleons.
Ich war sehr gespannt, was mich für ein Roman erwartet und begann, den traurigen Prolog zu lesen, der mich auf die Geschichte einstimmte.
Es ist ein trauriger Tag, an dem die Totenglocke zwei Mal läutet.
Der Burgherr, ein junger Baron muss an diesem Tag seine Frau und seinen neugeborenen Sohn zu Grabe tragen.
In dieser schweren Stunde steht ihm der Kaplan Häusler bei, der ihm und seiner Familie auch später noch gute Dienste leisten wird.
Nach diesem kurzen Ausflug in die Vergangenheit beginnt das erste Kapitel, wie die anderen Kapitel danach mit einem dazu passenden Zitat aus „Rapunzel“.
Theresia von Rotenburg lebt mit ihrer Stiefmutter Henriette von Rotenburg und ihrem Vater Konrad von Rotenburg auf der Trendelburg in Nordhessen, die auch „Rapunzelburg“ genannt wird.
Theresia hat ihr bisheriges Leben fernab von der Gesellschaft verbracht und kennt das gesellschaftliche Leben nur aus den zahlreichen lebhaften Erzählungen ihrer Stiefmutter und ihrer jungen Zofe Marie.
Achtzehn Jahre lang kannte sie nur die Burg des Vaters und durfte noch nicht einmal im angrenzenden Park spazieren gehen.
Ihr Leben drehte sich um den Alltag auf der Burg, die Bediensteten, die Bibliothek des Vaters und die Mußestunden mit der Stiefmutter.
Diese kam in regelmäßigen Abständen mittels eines geheimen Klopfzeichens zu Theresia ins Zimmer, wo sie dann mit ihr redete und ihr mit einer Bürste das schöne, hüftlange blonde Haar bürstete.
Bei diesen Gesprächen schilderte die Stiefmutter gesellschaftliche Ereignisse wie einen bevorstehenden Ball in den buntesten Farben und Theresia kam schier um vor Sehnsucht, endlich die Welt um sie herum zu erkunden.
Konrad von Rotenburg kann seiner Tochter keinen Wunsch abschlagen und so ergriff diese die Chance für mehr Freiraum beim Schopf und bat ihren Vater darum, ihn und die Stiefmutter bei einem Besuch des Gottesdienstes in der Kirche am Karfreitag zu begleiten.
Dieser ließ sich erweichen und obwohl seine Frau vor Zorn darüber nur so sprühte, ließ er sich davon nicht wieder abbringen.
So kam es wie es kommen musste.
Die Stiefmutter hatte Theresia all die Jahre erfolgreich von allen Männern abgeschirmt, doch bei dem Kirchenbesuch zog die hübsche junge Frau natürlich alle Blicke auf sich.
Viele Damen ihres Standes waren in Theresias Alter schon verheiratet und sie durfte noch nicht ein Mal debütieren.
Staunend sog sie all die neuen Eindrücke in sich auf und die Männerwelt verzehrte sich nach der jungen Frau, die ihr so viele Jahre vorenthalten worden war, wie eine exotische Frucht.
Ein junger Mann war besonders fordernd und Theresia empfand seine Blicke geradezu als Demütigung.
Ein Anderer jedoch, der wundervolle grüne Augen hatte, erregte ihre Aufmerksamkeit und ging ihr nicht wieder aus dem Kopf.
Die ungleichen Männer waren beide die Söhne von Heinrich Langenthal.
Der forsche Ludwig, der sich nahm was er wollte und der prinzipientreue Sebastian, der die Frauenwelt vor seinem Bruder schützen wollte, da er wusste, welch schlechten Charakter er hat.
Heinrich Langenthal war ein Bürgerlicher, der reicher sein sollte als Theresias Vater.
Seine Söhne wären also eine gute Partie für Theresia und den finanziell angeschlagenen Baron.
Davon möchte Henriette jedoch nichts wissen und so versucht sie zunächst erfolglos mit allen Mitteln Theresia von Sebastian fernzuhalten.
Sebastian und Theresia lieben einander heiß und innig und finden Mittel und Wege sich heimlich zu treffen, was nicht ohne Folgen bleibt.
Als Henriette dahinter kommt, schmiedet sie mit Hilfe von Ludwig, der noch immer nach Theresia giert und außer sich vor Zorn ist, dass sie seinem Bruder schöne Augen macht einen Plan, nicht wissend, welches Unheil sie damit heraufbeschwört.
Hat das junge Paar noch eine Chance?

===Mein Fazit:===
„Bruderliebe“ ist ein Buch, welches mich so richtig gefesselt hat.
Geschickt verbinden die beiden Autorinnen das Märchen von „Rapunzel“ mit historischen Elementen zu einer mitreißenden Geschichte voller Verrat, Lügen, einer zarten Liebe und dem Tod.
Wie im richtigen Märchen gab es in „Bruderliebe“ die Guten und die Bösen und es war schon von Anfang an klar, wer zu welcher Kategorie gehörte.
Die Autorinnen haben die fiktive Zeit in der Theresia lebte sehr gut beschrieben.
Ich konnte mir Theresias Umfeld, die Burg und die gesellschaftlichen Gepflogenheiten lebhaft vorstellen.
Theresia lebte zu einer Zeit, in welcher die Eltern noch gesiezt wurden.
Sie sprach ihre Stiefmutter mit Maman an und wurde selbst mit Mademoiselle angesprochen.
Überhaupt kamen einige französische Ausdrücke in dem Buch vor, die auf den hinteren Seiten nachgeschlagen werden konnten.
Sehr passend waren auch die einzelnen Märchenzitate zu Beginn eines jeden Kapitels, die dem historischen Roman einen märchenhaften Charakter verliehen.
Ich fand es sehr schön, dass man zwar einige Parallelen zu dem Märchen „Rapunzel“ ziehen konnte, aber „Bruderliebe“ an sich jedoch eine ganz eigene, historisch eingebettete Geschichte war.
Sehr gut fand ich auch die Beschreibungen der Gefühle und der Gesichtsausdrücke der einzelnen Charaktere, welche mir besonders bei Henriette sehr eindrücklich in Erinnerung geblieben sind.
Die Geschichte baute sich langsam auf und wurde dann Seite um Seite spannender.
Theresias Welt zog mich in ihren Bann.
Theresia ist den Umständen entsprechend ziemlich unwissend und unbedarft, da sie ja nichts anderes kennt.
Sie tut alles, um nicht den Unmut der Stiefmutter auf sich zu ziehen und verschanzt sich in ihrem Turmzimmer im Gartenhäuschen der Burg.
Ich konnte mir kaum vorstellen, wie ein so junges Mädchen es so lange in den engen Grenzen der Burg ausgehalten haben kann.
Zu Beginn konnte ich verstehen, warum Henriette ihre Stieftochter um jeden Preis von der Männerwelt fernhalten wollte.
Immer wieder fiel der Name Graf von Vellmar und ich fragte mich, was es mit diesem auf sich hatte.
Im späteren Verlauf der Geschichte wurde Henriette mir immer unsympathischer und ich hoffte sehr, dass ihr unheilvoller Plan vereitelt und durchschaut werden würde.
Die Zofe Marie tat mir leid.
Sie musste viel erdulden und sich am Ende sogar von ihrer Herrin abwenden, um nicht selbst zu Schaden zu kommen.
Es war schön zu lesen, wie Theresia die Kirche und den Park erkundet und nach und nach auch das andere Geschlecht kennen lernt.
Die zarte Liebe zwischen ihr und Sebastian wurde überschattet von Henriettes Lügen und ihrer Verschwörung, sowie von Ludwigs finsteren Plänen.
Atemlos verfolgte ich, wie Ludwig und Henriette ihre Lügen in die Welt hinaus trugen, was dazu führte, dass Sebastian sich von Henriette abwandte.
Die Ereignisse überschlugen sich und ich musste unbedingt weiterlesen um zu erfahren, ob die Geschichte ein gutes Ende haben würde.
Ludwig bildete den perfekten Gegenpol zu Sebastian.
Er war gierig, hinterlistig und verlogen und wusste geschickt, seine wahren Absichten zu verbergen.
Die Person des Friedrich Clemens Gerke, der im Buch von allen nur Clemens genannt wurde, war die Einzige wirklich historische Person des Romans.
Der Pionier der Telegrafie spielte in dem Buch eine tragende Rolle und seine Beschreibung war mir sehr sympathisch.
Er war nicht nur ein eifriger Student der Optik, sondern auch ein treuer Freund, auf den Theresia sich verlassen konnte.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde sowohl weitere Bücher der beiden Autorinnen, als auch weitere Bücher aus der Reihe „Die Grüne Fee“ lesen.

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mathematik, haushälterin, primzahlen, professor, japan

Das Geheimnis der Eulerschen Formel: Roman

Yoko Ogawa
E-Buch Text: 256 Seiten
Erschienen bei Verlagsbuchhandlung Liebeskind, 12.10.2012
ISBN 9783954380091
Genre: Romane

Rezension:

===Die Einleitung:===
„Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen.
Der Titel des Buches hatte mich neugierig auf das Buch gemacht.
Es war spannend das Buch zu lesen, da ich zu Beginn garnicht wusste, was mich erwarten würde.

===Die Autorin:===
Yoko Ogawa gilt als eine der wichtigsten japanischen Autorinnen ihrer Generation.
Für ihr umfangreiches Werk wurde sie mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Tanizaki Jun’ichirō – Preis.
Für ihren Roman „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“, der in sechzehn Sprachen übersetzt wurde, erhielt sie den begehrten Yomiuri-Preis.
Bei Liebeskind erschienen u.a. die Romane „Hotel Iris“, „Das Museum der Stille“ und „Das Ende des Bengalischen Tigers“.
Yoko Ogawa lebt mit ihrer Familie in der Präfektur Hyogo.
Die Übersetzerin Sabine Mangold lebt in Berlin.
Aus dem Japanischen übersetzte sie u.a. Werke von Haruki Murakami, Akira Yoshimura und Hitomi Kanehara.

===Fakten zum Buch:===
Der japanische Originaltitel des Buches lautet Hakase no Aishita Sushiki.
Sabine Mangold hat das Buch ins Deutsche übersetzt.
Das gebundene Buch erschien im Februar 2012 beim Liebeskind -Verlag.
Das Buch umfasst 256 Seiten und ist im Buchhandel für 18,90 Euro zu haben.
Das Buch gibt es noch als Taschenbuch und für den Kindle.

===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches ist ungewöhnlich.
Auf hellbraunem Hintergrund sieht man auf der Oberseite des Buches eine Art Kleeblatt, welches in die Luft empor zu steigen scheint.
Rechts davon steht der Name des Verlages.
Darunter steht in roten Buchstaben der Name der Autorin.
Der Titel des Buches wurde in weißen Buchstaben gehalten.
Auf der rechten Seite des Covers sieht man ein filigranes Blatt eines Baumes, bei dem man sogar die feinen Äderchen und Linien erkennt, die es durchsetzen.
Der Umschlag wirkt auf mich wie ein altes Blatt Briefpapier, auf dem zwei Blätter gepresst wurden.
Wie das Buch selbst hat auch das Cover eine eigentümliche Wirkung auf mich.
Es erinnert mich daran, dass man in der Schönheit der Natur die Gesetze der Mathematik wiederfindet.

===Der Verlag über das Buch:===
„Überraschend, anmutig und tief bewegend.“ Paul Auster
Eine Frau wird als Haushälterin für einen verschrobenen Professor eingestellt, der jeden Tag aufs Neue vergisst, wer er ist.
In ihrer zarten, eindringlichen Sprache erzählt Yoko Ogawa eine berührende Geschichte über Freundschaft und Verlust – und über die Schönheit der Mathematik.
„Hinreißend! Ein Roman, der lange nachklingt.“ Los Angeles Times
„Ein Buch voller Poesie und Eleganz“ L`Express
„Dieses Buch verbreitet einen seltsamen Zauber.“
The Washington Post

===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
„Das Geheimnis der Eulerschen-Formel“ spielt in Japan und erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.
Im März 1992 wendet sich eine alleinerziehende Haushälterin auf der Suche nach Arbeit an eine Haushaltsservice-Agentur, bei der sie schon viele Jahre tätig ist.
Sie wird an einen 64 Jahre alten Mann vermittelt, der im Buch nur „der Professor“ genannt wird.
Der ehemalige Hochschulprofessor hatte inzwischen schon acht Haushälterinnen und alle waren nach kurzer Zeit gekündigt worden.
Die Neunte war gespannt darauf, was sie bei der Arbeit erwarten würde.
Das Vorstellungsgespräch bei der Schwägerin des Professors verlief ziemlich kühl.
Diese suchte für den Bruder ihres verstorbenen Mannes eine Haushaltshilfe.
Die Karriere des Professors hatte ein abruptes Ende gefunden, nachdem er nach einem Unfall sein Kurzzeitgedächtnis verlor. Er hatte kein eigenes Einkommen, hatte seinen Lehrstuhl an der Universität verloren und war nie verheiratet.
Daher war er auf die Unterstützung seiner Schwägerin angewiesen.
Die Schwägerin legte genau fest, wann die Haushaltshilfe zur Arbeit kommen sollte und was ihre Aufgaben waren, trat aber selbst nie in Erscheinung.
Die neue Angestellte sollte nur im Gartenhaus agieren, in welchem der alternde Professor wohnte und sich vom Hauptgebäude, in welchem die Witwe lebte fernhalten.
Die Frau hatte schon schlimmere Arbeitsbedingungen gehabt und arrangierte sich mit den Wünschen ihrer Arbeitgeberin.
Nun sollte sie also den Professor kennen lernen, der nach einer Kopfverletzung an Gedächtnisverlust litt.
Sein Kurzzeitgedächtnis dauerte genau achtzig Minuten an.
Eine Stunde und zwanzig Minuten, nicht mehr und nicht weniger.
Er vergaß, was er am Abend zuvor gegessen hatte und lernte die Haushälterin jeden Tag aufs Neue kennen.
Sein Wissen um die faszinierende Welt der Mathematik war ihm aber nicht verloren gegangen.
Als er die neue Haushälterin statt nach ihrem Namen oder ihrer Vita zu befragen nach ihrer Schuhgröße und ihrer Telefonnummer fragte, war die Frau zunächst erstaunt.
Doch je mehr Zeit sie mit ihrem neuen Klienten verbrachte, desto mehr bereiteten diese Fragen ihr Freude und sie fühlte sich seltsam wertgeschätzt.
Tag für Tag bereitete sie dem Professor das Essen zu und kümmerte sich um seine verwahrloste Wohnung.
Der Professor war sehr wortkarg und brütete meist über irgendeinem mathematischen Problem, bei dem er nicht gestört werden wollte.
Dies änderte sich, als die Haushälterin beiläufig erwähnte, dass sie einen 10-jährigen Sohn hatte.
Als der Professor erfuhr, dass ihr Sohn alleine zu Hause sitzt und auf seine Mutter wartet, war er außer sich und befahl, dass der Junge von nun an nach der Schule zum Haus des Professors kommen solle.
Er nannte ihn Root, weil sein flacher Schädel ihn an das Dach eines mathematischen Wurzelzeichens erinnerte.
Bald schon hatten die Beiden eine ganz besondere Beziehung zueinander, voller Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung.
Der Professor führt seine Haushälterin und deren Sohn in die Welt der Mathematik ein.
Jede Ziffer hatte für ihn eine Bedeutung.
Der Professor ist der Überzeugung, dass die Entstehung der Welt sich in mathematischen Formeln ausdrücken lässt.
Er erzählt ihnen von transzendenten Zahlen, Quadratwurzeln, Primzahlen, anmutige Lösungen, vollkommene Zahlen, befreundete Zahlen und der allergrößten Zahl.
Es bereitet ihm Vergnügen, wenn Mutter und Sohn rätseln.
Die Haushälterin fängt an zu recherchieren und sich für die Mathematik zu begeistern.
So langsam beginnt sie die Liebe des Professors zur Mathematik zu teilen und eine ungewöhnliche Freundschaft beginnt zu wachsen, bis die Schwägerin des Professors dem ganzen plötzlich ein Ende setzt.
Hat die Freundschaft des Professors zu Root und dessen Mutter eine Zukunft?
Was hat es mit der Eulerschen Formel auf sich, die der Professor während eines Streits notiert und wie ein Statement vor sich auf den Tisch legt?

===Mein Fazit:===
Den besonderen Zauber, der diesem Buch innewohnt, kann man nur schwer in Worte fassen.
Man muss das Buch lesen und es selbst erfahren, um zu verstehen.
Oberflächlich betrachtet ist das Buch eine Geschichte, die von einer namenlosen Ich-Erzählerin berichtet wird.
Die Geschichte könnte sich so oder so ähnlich in Japan abgespielt haben.
Das Besondere an „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ ist unter Anderem die Atmosphäre, die darin vorherrscht.
Besonders sind auch die Charaktere des Buches, die seine Magie ausmachen.
Der namenlose Professor, der sich mit brüchiger Stimme langsam fortbewegt und in seinem verwahrlosten Gartenhaus über mathematischen Gleichungen brütet.
Er gibt Zahlen menschliche Eigenschaften, beschreibt z.B. eine scheue Zahl so, als wäre sie ein schüchterner Mensch.
Seine Art und Weise wie er die Mathematik anhand vieler Worte und Gleichungen erklärt ist angenehm.
Ich kann mir gut vorstellen, dass er als Professor hochgeschätzt wurde.
Ich selbst habe wenig Zugang zur Welt der Mathematik finden können, denke aber, dass dies anders gewesen wäre, wenn ich einen Lehrer wie den Professor gehabt hätte.
Der schrullige, etwas ungepflegte alte Mann, dem Zahlen als Schutz und Mittel zur Kommunikation dienen, war mir auf Anhieb sympathisch.
Er war aufrichtig und bescheiden und gerade seinen unzähligen Macken waren es, die ihn für mich besonders interessant machten.
Er erinnerte mich ein wenig an Walter aus „Fringe“ und seine Begeisterung für die Mathematik erinnerte mich an „Numbers – Die Logik des Verbrechens“.
Ich fand es faszinierend, wie er sich mit Hilfe von an seinem Anzug geheftete Notizzettel Dinge merkte, wie z.B. dass er eine neue Haushälterin mit einem 10-jährigen Sohn hatte oder was es mit seinem Kurzzeitgedächtnis auf sich hat.
Die Art, wie er sich um Root sorgte und sich um ihn kümmerte rührte mich sehr.
Seine neunte Haushälterin war etwas enttäuscht darüber, dass er sich nicht an die gemeinsam verbrachte Zeit erinnerte.
Die alleinerziehende Frau hatte eine bittere Lebensgeschichte und verlor trotzdem nie den Lebensmut.
Sie versuchte unablässig dem Professor Gutes zu tun und ihm eine Freude zu machen.
Manchmal handelte sie dabei etwas unbedacht, was schließlich zu jenem verhängnisvollen Ereignis führte, welches die Schwägerin des Professors gegen sie aufbrachte.
Es war faszinierend zu lesen, wie sich der Haushälterin nach und nach die Welt der Mathematik erschloss.
Ich selbst müsste die Gleichungen im Buch jedoch in Ruhe lesen, um sie zu verstehen.
Dafür hatte ich leider nicht genug Zeit und die vielen Unterbrechungen während des Lesens taten ihr Übriges dazu.
Root hatte ich von Anfang an lieb gewonnen.
Sein Vertrauen dem Professor gegenüber rührte mich.
Ich fand es schön, wie er ihn in Schutz nahm und sich Strategien ausdachte, um ihn nicht vor den Kopf zu stoßen.
Ihre gemeinsame Liebe zu Baseball und der Mannschaft der Hanshin Tigers verband die beiden noch stärker miteinander.
Gemeinsam haben sie sich Brücken gebaut.
Der Professor eröffnete Root die Welt der Mathematik und Root zeigte ihm seinerseits, dass Baseball nicht nur im Radio existiert.
Die Witwe war mir am Anfang ein Rätsel, doch nach und nach begann ich zu verstehen.
Auch wenn ich den mathematischen  Gleichungen nicht immer folgen konnte, bin ich froh darüber dieses Buch gelesen zu haben.
Ihm wohnt ein ganz besonderer Zauber inne.
Auf magische Art und Weise wurden hier eine ungewöhnliche Freundschaft und die faszinierende Welt der Mathematik zu einem Ganzen verwoben, welches sich zu lesen lohnt.


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dystopie, liebe, zukunft, freundschaft, harmonie

Schmetterling aus Staub

Anna Palm
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 15.02.2013
ISBN 9783862652518
Genre: Jugendbuch

Rezension:

===Die Einleitung:===
„Schmetterling aus Staub“ habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen.
Das schöne Cover hatte mich neugierig auf das Buch gemacht.
Als ich dann den Klappentext las, war sofort klar, dass ich das Buch lesen muss.
Es war das erste Buch, welches ich von Anna Palm gelesen habe, aber es wird mit Sicherheit nicht das Letzte sein.

===Die Autorin:===
Anna Palm wurde 1995 in Aachen geboren und ist Schülerin an einem Gymnasium in Neuss.
Ab Oktober wird sie an der TU Dortmund Journalistik studieren.
Die Autorin schrieb schon als Kind Geschichten.
2010 hat sie den Schreibwettbewerb „Frühlingsflattern“ gewonnen.
Ein Jahr später erschien ihr Debütroman „Ellen, Schutzengel“ und im darauffolgenden Jahr die Dystopie „Die Selbstvergessenen“.
Im Februar 2013 erschien mit „Schmetterling aus Staub“ eine weitere Dystopie aus der Feder der Autorin, die ich euch heute vorstellen möchte.

===Fakten zum Buch:===
Das gebundene Buch erschien im Februar 2013 beim Schwarzkopf & Schwarzkopf -Verlag.
Das Buch umfasst 344 Seiten und ist im Buchhandel für 14,95 Euro zu haben.

===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches ist ein echter Eyecatcher.
Aus einer Staubwolke erhebt sich ein nahezu überirdisch schöner, leuchtend blauer Schmetterling.
Darunter stehen in dünnen weißen Großbuchstaben der Name der Autorin und der Titel des Buches.
Ich empfinde das Cover als sehr passend.
Der Schmetterling steht für mich symbolhaft für die künstlichen Schmetterlinge in Mikas Heimatstadt Seelenheide, die wie so Vieles dort und in ganz Alemania die reinste Illusion sind.
Den Titel des Buches empfinde ich auch als sehr passend gewählt, da in der Geschichte nach und nach deutlich wird, dass die Bewohner Alemanias von ihrem Diktator Caesar zum Narren gehalten werden und ebenso wie die Schmetterlinge nichts so ist, wie es scheint.
Sehr schön und übersichtlich finde ich auch den Innenteil des Buches.
Zu Beginn des Buches gibt es eine Übersicht über den Inhalt, mit Kapitelüberschriften und Seitenangaben.
Jedes Kapitel beginnt mit einer extra Seite, auf deren grauen Hintergrund ein schwarzer Schmetterling prangt.
Darunter steht jeweils der Name des Kapitels.

===Der Verlag über das Buch:===
„ Ich habe mich entschieden, für Aaron, aber auch gegen alles, was ich kenne.“
Die Stadt, in der die 16-jährige Mika lebt, gleicht dem Paradies:
Blumen blühen überall, die Menschen leben harmonisch miteinander und die Sonne scheint 365 Tage im Jahr.
Dennoch ist Mika nicht glücklich.
Seit sie vor acht Jahren am staatlich angeordneten Persönlichkeitstest teilnehmen musste, ahnt sie, dass die Realität außerhalb von Seelenheide ganz anders aussieht.
Ihre Vermutung bestätigt sich, als eines Tages ein fremder Junge auf der Mauer hinter ihrem Garten sitzt.
Aaron gehört zu den „Risikos“, die als Kinder von ihren Eltern getrennt und von der Regierung eingesperrt werden – aus Angst davor, dass sie zu Freidenkern werden könnten.
Doch Aaron konnte fliehen und will nun das System stürzen, das ihn und Tausende andere aussortiert hat.
Mika ist vom ersten Moment an fasziniert von Aaron und begibt sich mit ihm auf die gefährliche Mission.
Schon bald muss sie sich nicht nur mit Kopfgeldjägern auseinandersetzen, sondern auch mit Janna, dem „Machtmädchen“, das sich ihnen anschließt.
Können sie ihr wirklich trauen?

===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
„Schmetterling aus Staub“ spielt in einer fernen Zukunft, im ehemaligen Deutschland.
Vor fünfzig Jahren gab es in Deutschland eine Infektion, die urplötzlich auftrat.
Zuerst waren die Menschen erschöpft, ihnen war übel und sie hatten Kopfschmerzen.
Nach und nach kamen noch mehr Symptome hinzu.
Schließlich vergasen die Menschen sich selbst und töteten alles und jeden.
Danach zerfielen sie zu Staub.
Viele Menschen starben während dieser Infektion und die Wenigen, die überlebten und deren Nachkommen leben nun in einem Deutschland, dass sich Alemania nennt.
Geführt wird es von einem allgegenwärtigen Dikator, der sich Caesar nennt.
Die Einen sehen in ihm den Retter und Erlöser, die Anderen halten ihn für ein grausames Scheusal, dass gestürzt und getötet werden muss.
Alemania ist in vier verschiedene Dörfer unterteilt:
In Seelenheide leben die Harmonier, in Sturmbruch die Risikos, in Geistfurt die Ehrgeiz- und in Machthall die Machtmenschen.
Anna Palm schildert die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Mikaela Sanders, die von allen nur Mika genannt wird.
Mika lebt in Seelenheide, einem Dorf, in dem alles ganz harmonisch und friedlich ist und in dem das ganze Jahr über die Sonne scheint.
Sogar die Todesursachen sind in Seelenheide ganz harmonisch.
Die Menschen tragen die für Harmoniemenschen vorgegebene rosa und fliederfarbene Kleidung, streiten sich nie, stellen keine Fragen und bilden sich keine eigene Meinung.
Mika fällt schon durch ihre leuchtendroten Haare ein wenig aus der Reihe, doch das ist noch nicht alles.
Sie erinnert sich an die Selektion, an welcher sie wie jedes andere Kind in Alemania an ihrem achten Geburtstag teilnehmen musste.
Damals musste sie sich mit einigen anderen Kindern kurze Filmsequenzen ansehen und angeben, welche ihr am Besten gefallen hat.
Da sie wusste, dass sie, wenn sie ihrem Herzen folgen würde von ihren Eltern getrennt werden würde, log sie und verschwieg ihre wahre Natur.
Nur die Harmonier leben in Familien.
Die anderen drei Menschengruppen leben in  Lebensgemeinschaften zusammen und haben kaum eine emotionale Bindung zueinander.
Seit der Selektion tut Mika ihr Bestes, so zu tun als wäre sie ein Harmoniemädchen, doch das fällt ihr nicht immer leicht.
In Gedanken fährt sie immer wieder aus der Haut und äußert unharmonische Dinge, schafft es aber immer wieder mit Hilfe ihrer Eltern angepasst zu bleiben.
Erst als ihr Zeitungsartikel mit der Begründung abgelehnt wird, dass dies nicht der Weg ist, den Harmonier einschlagen sollen, reißt ihr der Geduldsfaden.
Mika stellt das System infrage, dass ihr nicht erlaubt, Fragen zu stellen, Träume zu haben und erntet damit bei ihren Freundinnen und ihrer Familie nur Verwirrung.
Die Einzige die sie versteht, ist Nora, ihre nicht leibliche Schwester, die in Seelenheide getrennt von ihren Risikoeltern lebt.
Acht Jahre nach der Selektion ändert sich Mikas Leben radikal, als sie gerade etwas Schnittlauch für ihre Mutter aus dem Garten holen will.
Auf der Mauer sitzt ein fremder Risiko-Junge mit einer tiefen, rauen Stimme und einem zerissenen T-Shirt.
Laut und deutlich spricht er sie an und eröffnet ihr, dass er erkannt hat, dass Mika tief in sich drin gar kein Harmoniemädchen ist.
Der Junge der sich als Ron (Aaron) vorstellt, verhöhnt sie und nennt sie eine Heuchlerin.
Mika ist vor Furcht wie gelähmt, wurde ihr doch wie allen Harmoniern über das Fernsehen suggeriert, dass die Risikos gefährlich sind, einem wehtun, belügen, bedrohen, bestehlen, missbrauchen und sogar töten.
Sie flieht ins Haus und erzählt ihrem Vater von dem Jungen, doch der Vater hört ihr gar nicht zu.
Mika versucht den Jungen und seine Worte zu vergessen, doch er geht ihr nicht aus dem Kopf.
Eines Abends ist er wieder in ihrem Garten und ehe sie sich versieht nimmt er Mika mit Hilfe eines Vorwands mit in die Welt hinter der Gartenmauer.
Zuerst hält Mika alles für einen lebhaften, täuschend echten Traum, doch als sie Ron sieht und seine Stimme hört, wird ihr bewusst, dass er sie entführt hat.
Er wirft ihr vor, vor Sehnsucht zerfressen, aber gleichzeitig feige und voller Angst zu sein.
Und tatsächlich hat Mika Angst vor der Welt und dem Leben, schließlich kannte sie bisher nur die trügerische Idylle von Seelenheide und hat sie nie in Frage gestellt.
Zuerst will sie fliehen, doch als sie erfährt, dass Ron Caesar stürzen will, um seine Freunde Lena und Casper zu befreien, die mutmaßlich im Palastkerker sind, schließt sie sich ihm an.
Während ihnen eine Patrouille des Diktators und seine Kopfgeldjäger dicht auf den Fersen sind, machen sie sich auf, je einen weiteren Verbündeten in Machthall und Geistfurt zu finden.
Rons Plan den Diktator mittels einem Kleeblatt aus den vier verschiedenen Dörfern zu stürzen könnte klappen.
Werden sie zwei weitere Rebellen finden, die sich ihnen anschließen?
Wird es ihnen gelingen Caesar zu stürzen und die Selektion und die Unterteilung der Menschen in vier verschiedene Gruppen abzuschaffen?

===Mein Fazit:===
„Schmetterling aus Staub“ ist eine atmosphärisch dichte, aufregende Dystopie mit einer erfrischenden Liebesgeschichte.
Anna Palm hat die Geschichte aus der Ich-Perspektive geschrieben und mich damit mitten hinein in die Welt von Mika katapultiert.
Schon als sie sich an ihre Selektion erinnerte war mir Mika sympathisch, da sie sich für die gleiche Filmsequenz begeisterte wie ich.
Sie liebte ihre Eltern jedoch sehr und wollte nicht von ihnen getrennt werden.
Deshalb entschied sie sich für ein Leben in Seelenheide.
Das Leben dort hört sich zwar auf den ersten Blick toll an, aber ich denke, ich würde dort ersticken.
Nie sagt einer seine Meinung, nie ein böses Wort und Paare müssen zuerst geprüft werden, ob sie sich optimal ergänzen, bevor sie Sex haben dürfen.
In Seelenheide könnte ich keinen Blog haben, keine Buchrezensionen schreiben.
Das wäre anderen Menschengruppen vorbehalten und so könnte ich nicht leben.
Aaron reißt Mika aus ihrer Illusionsblase mitten hinein ins echte Leben.
Er weckt die Mika auf, die am Liebsten im wilden Galopp mit ihrem Pferd durch die Wälder reiten und sich danach ins sturmumtoste Meer stürzen möchte.
Es erschreckte mich, dass Mika noch nicht ein Mal in ihrem Leben einen Blick über die Gartenmauer geworfen hat.
Kein Wunder, dass sie erst einmal erschlagen von den vielen Eindrücken in den anderen Dörfern ist.
Ihr wurde eine erschreckende Naivität antrainiert.
Sie hat den ewigen Sonnenschein in Seelenheide nie in Frage gestellt und Kondition hat sie auch keine.
Kein leichtes Unterfangen unter diesen Umständen mit Ron auf der Flucht zu sein.
Ron hat das System durchschaut und möchte den Diktator stürzen und seine Freunde wiederfinden.
Im Grunde ist seine Idee nicht schlecht, doch sein Plan ist zu wenig ausgereift und er handelt wenig vorrausschauend.
Das Chaos wird perfekt, als das grausame Machtmädchen Janna zu dem Duo stößt und Mika durchgehend verbal piesakt.
Ich habe mir so sehr gewünscht, dass Mika sich endlich mal zu Wehr setzt und ihr mal so richtig eine reinhaut.
Besonders dann, als ihr eigentlich klar werden musste, dass sie sich in Ron verliebt hat und sie um ihn kämpfen muss.
Die Liebesgeschichte zwischen Ron und Mika war wie eine Achterbahnfahrt.
Ihre Dialoge waren spannend und emotionsgeladen – ein richtiger Schlagabtausch.
„Schmetterling aus Staub“ hat mich in vielen Punkten positiv überrascht.
Es verbindet eine spannende dystopische Welt mit Rebellentum und Gesellschaftkritik und einer erfrischenden Liebesgeschichte.
Alemania und seine Bewohner empfand ich als sehr gelungen.
Sie trugen nicht nur die für ihr Dorf typische Farbe, sondern sie verhielten sich auch so und erkannten nicht, dass sie alle nur Caesars Marionetten waren.
Als ich erfuhr, welche dunklen Geheimnisse er verbirgt, war ich fassungslos und gleichzeitig überrascht.
Das Buch hielt immer wieder überraschende Wendungen und kleine Details bereit.
In jedem Kapitel versteckten sich kleine Geschichten, die mich jede auf ihre Art aufwühlten, doch keine so sehr, wie die Geschichte um Aleyna.
Diese Geschichte ließ mich verstehen, warum Janna so geworden war, wie sie ist.
Dadurch bekam sie zwar keine Sympathiepunkte von mir, aber ich konnte mich zumindest besser in sie hineinversetzen.
Das Ende war für mich mehr als gelungen, konnte ich doch nun aus der Sicht aller Protagonisten erfahren, wie es ihnen zuletzt ergangen war.
Es gäbe durchaus Potential für eine Fortsetzung!
Das Buch ließ mich emotional alles erleben, angefangen von einem leichten Sommerregen bis zum Wirbelsturm.
Es war herrlich ironisch, witzig, abwechslungsreich und nie langweilig.
Ich fieberte mit, war zornig, traurig, musste lachen, hoffte, bangte und zum Schluss war ich absolut begeistert.
Die junge Autorin hat mich von ihrem Können überzeugt und ich bin gespannt auf ihre weiteren Werke.

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götter, liebe, hades, mythologie, fantasy

Das göttliche Mädchen

Aimée Carter , Freya Gehrke
Flexibler Einband: 298 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.05.2012
ISBN 9783862783267
Genre: Jugendbuch

Rezension:

===Die Einleitung:===
„Das göttliche Mädchen“ habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen.
Das schöne Cover hatte mich neugierig auf das Buch gemacht.
Als ich dann den Klappentext las, war sofort klar, dass ich das Buch lesen muss.
Ich war sehr gespannt darauf, wie die Autorin den Mythos um Hades und Persephone umsetzt.
Ich interessiere mich nämlich schon seit jungen Jahren für Mythologie und besonders die griechische Mythologie hat es mir angetan.

===Die Autorin:===
Aimée Carter wurde 1986 in Michigan geboren, wo sie heute noch lebt.
Bereits mit elf Jahren hat sie angefangen, Romane zu schreiben.
Sie geht gerne ins Kino, spielt mit ihren Hunden und liebt es jeden Morgen das Kreuzworträtsel in der Zeitung zu lösen.

===Fakten zum Buch:===
Der amerikanische Originaltitel des Buches lautet „The godess test“.
Das Buch wurde von Freya Gehrke ins Deutsche übersetzt.
Das broschierte Taschenbuch erschien im Mai 2012 beim Mira-Taschenbuch-Verlag.
Es umfasst 298 Seiten und ist im Buchhandel für 9,99 Euro zu haben.
Das Buch gibt es auch als Hörbuch.

===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches ist ein echter Blickfang.
Im Zentrum des Covers sieht man eine junge Frau, welche meiner Meinung die Protagonistin des Buches, Katherine Winters darstellen soll.
Kate, wie sie im Buch genannt wird, liegt auf dem Bild umgeben von dunkelgrünen Blättern und Farnen auf dem Waldboden.
Sie trägt ein schlichtes weißes Kleid und in ihrem dunklen Haar, welches sich farblich kaum vom Waldboden abhebt einen schlichten weißen Haarreif.
Auf ihrem rechten Handgelenk ist eine interessante Tätowierung und an ihrem rechten Fußgelenk ebenso.
Kates Blick wirkt traurig, hilflos, so als hätte sie schon viel zu viele Tränen geweint.
Ihre Haltung wirkt bequem, könnte aber auch Erschöpfung ausdrücken.
Auf der Oberseite des Buches steht der Name der Autorin.
Unter dem Bild von Kate steht der Titel des Buches.
Seine verspielte und verschnörkelte Gestaltung gefällt mir sehr gut.
Ein besonderes Detail sind die zwei Griechisch anmutenden Es, welche meiner Meinung sehr gut zur Geschichte passen.
Auf der Oberseite und Unterseite des Covers ist ein verschlungenes Muster abgebildet, welches ich auch als sehr stimmig empfinde.
Mir gefällt das Cover sehr gut, da es insgesamt sehr harmonisch ist und Elemente aus dem Buch wiedergibt.
Es ist schön anzusehen und nicht zu aufdringlich.

===Der Verlag über das Buch:===
Das göttliche Mädchen
Du kannst das Leben deiner Mutter verlängern – wenn du als Wintermädchen bestehst!
Sie sind nach Eden gekommen, weil es der Wunsch ihrer sterbenskranken Mutter ist.
Hier lernt Kate den attraktiven und stillen Henry kennen.
Seit der ersten Begegnung fühlt sie sich auf unerklärliche Weise zu ihm hin gezogen.
Er sieht so gut aus und scheint gleichzeitig so .... unendlich traurig zu sein.
Bald erfährt Kate warum: Er ist Hades, der Gott der Unterwelt!
Und er macht ihr ein unglaubliches Angebot:
Er wird ihrer Mutter helfen, wenn Kate sieben Prüfungen besteht und sein geliebtes Wintermädchen wird.
Aber ob ihre Seele für ein Winterleben stark genug ist?
Bisher habe alle ihr Scheitern mit dem Tod bezahlt.
„Ein frischer Blick auf die griechische Mythologie!
Das verleiht dieser Geschichte ein strahlendes Funkeln.“
Cassandra Clare, New York Times Bestsellerautorin

===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Was wäre wenn der Mythos um Hades und Persephone gar kein angestaubter Mythos wäre und sich in Wahrheit ganz anders abgespielt hat, als es niedergeschrieben wurde?
Was wäre wenn die Götter des Olymps mitten unter uns weilen würden und Hades seit fast einem Jahrhundert erfolglos nach einer würdigen Nachfolgerin für seine geliebte Persephone sucht?
„Das göttliche Mädchen“ greift diese Gedankenspielereien auf und macht daraus eine moderne mythologische Liebesgeschichte.
Das Buch beginnt mit einem Prolog, in welchem Henry alias Hades bestürzt darüber ist, dass eine weitere Anwärterin auf Persephones Nachfolge ertrunken ist.
Sie ist schon das elfte Mädchen in achtzig Jahren, welches nicht über Weihnachten hinaus überlebt hat und Henry hat resigniert.
Henrys Freundin Diana bittet Henry darum nicht aufzugeben und es mit einem letzten Mädchen zu versuchen.
Nun beginnt das erste Kapitel, welches den Titel „Eden“ trägt.
Katherine Winters, die von allen nur Kate genannt wird, verbringt ihren 18. Geburtstag damit, mit ihrer Mutter Diana von New York City nach Eden, Michigan zu fahren.
Die beschauliche Kleinstadt Eden ist die Geburtsstadt von Kates Mutter und hier möchte die an einer aggressiven Krebsart erkrankte Frau in einem heruntergekommenen Haus ihre letzten Tage verbringen.
Auf dem Weg nach Eden ist Kates sonst so zerbrechliche und müde Mutter plötzlich hellwach und bittet Kate darum, an einem geheimnisvollen Anwesen mit dem Namen Eden Manor Halt zu machen.
In einer brenzligen Situation sieht Kate einen geheimnisvollen Jungen mit einem schwarzen Mantel auf der Straße stehen.
Im nächsten Augenblick ist der Junge genauso schnell wieder verschwunden, wie er erschienen ist und sie fragt sich, ob er nur ein Trugbild war.
Kate fällt es schwer, zu akzeptieren, dass ihre Mutter nicht mehr lange leben wird.
Sie möchte nicht sehen, wie ihre Mutter leidet und versucht ihr die wenigen Tage, die ihr noch bleiben, so angenehm wie möglich zu machen.
Seit Jahren schon weicht sie der kranken Mutter nicht von der Seite, aus Angst davor, dass diese sterben könnte, noch bevor sie sich von ihr verabschieden konnte.
Ein wenig kann ich dies nachvollziehen.
Ich habe schon viele mir nahe stehende Menschen verloren und wäre dankbar dafür gewesen, hätte ich auch nur ein Mal Lebewohl sagen können.
Für Kate ist ein Leben ohne die Mutter unvorstellbar und sie traut niemandem, nicht einmal der Tagesschwester zu, sich richtig um die Mutter zu kümmern.
Für die Pflege der Mutter hat sie ihre Ausbildung vernachlässigt.
Dies soll sich nun an der Eden High, die Kate nur auf Drängen der Mutter hin besucht ändern.
Kate möchte den Schulalltag so schnell es geht hinter sich bringen um möglichst schnell wieder bei der Mutter sein zu können.
Sie möchte ihre Ruhe haben, doch dies ist ihr nicht vergönnt, da jeder in Eden über sie und die Krankheit ihrer Mutter Bescheid weiß.
Freunde hatte Kate noch nie so wirklich und sie hatte auch nicht vor dies zu ändern.
Ihr Entschluss gerät durch zwei Fremde, die zu Freunden werden ins Wanken.
Da wäre zum Einen James, der Junge mit den weißblonden Haaren und abstehenden übergroßen Ohren, der immer wieder das Gespräch mit Kate sucht und ihr in ihrer Trauer eine Schulter zum Anlehnen bietet.
Und zum Anderen gibt es da Ava, durch die die ganze Geschichte erst so richtig ins Rollen gerät.
Von Eifersucht getrieben lockt Ava Kate in eine Falle, die ihr selbst zum Verhängnis wird.
Ihr zu Liebe muss sich Kate ihrer größten Angst stellen, um Avas Leben zu retten.
Unglücklicherweise ist Ava schon tot, was Kate aber nicht wahrhaben will.
Verzweifelt fleht sie um Hilfe.
Da erscheint der geheimnisvolle Junge mit dem schwarzen Mantel und bietet ihr einen unglaublichen Handel an.
Er wird Ava das Leben wieder schenken, wenn Kate dafür jedes Jahr sechs Monate lang an seiner Seite verbringt.
Kate willigt ein und tut den Handel mit Henry zunächst als Schwachsinn ab.
Doch dann geschieht etwas Unglaubliches und als die Herbst-Tagundnachtgleiche naht erscheint Henry, um Kates Teil des Handels einzufordern.
Sie nimmt ihn nicht für bare Münze und die Ereignisse überschlagen sich.
Ehe sie sich versieht, findet Kate sich auf Eden Manor wieder, wo sie Henry, den Jungen mit den Mondscheinaugen um ein Leben und mehr Zeit für ihre Mutter bittet.
Zunächst hält Kate alles nur für einen verrückten Traum, doch dann wird ihr nach und nach bewusst, wo sie sich befindet und wie ernst ihre Lage ist.
Ist sie es wert, die neue Königin der Unterwelt an Henrys Seite zu sein oder wird sie bei den bevorstehenden Prüfungen jämmerlich versagen?
Henry ist sich sicher, dass Kates Vorgängerinnen keines natürlichen Todes gestorben sind und dass auch Kates Leben in Gefahr ist.
Wer trachtet Kate nach dem Leben?
Wird sie rechtzeitig erkennen, wer Freund und wer Feind ist?

===Mein Fazit:===
„Das göttliche Mädchen“ ist ein unterhaltsames Jugendbuch, welches frischen Wind in die griechische Mythologie bringt, sich aber wenig am eigentlichen Mythos um Hades und Persephone orientiert.
Die düstere, melancholische Stimmung im Buch, welche durch die dazu passende Jahreszeit stimmig untermalt wird, passt meiner Meinung sehr gut zum Mythos um Hades und Persephone.
Aimée Carter schildert die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Kates Sicht.
Kate ist ein gerade volljährig gewordenes junges Mädchen, dass das Leben noch nicht so richtig gelebt hat.
Vor der Zeit in Eden hatte sie keine richtigen Freunde und keine Vergangenheit, die sie besonders vermissen würde.
Die letzten Jahre hat sie ihre ganze Freizeit mit ihrer Mutter verbracht und es so versäumt, eine eigene Identität unabhängig von der Mutter zu entwickeln.
Dies hat sie jedoch bitter nötig, wenn sie im Leben nach dem Tod der Mutter bestehen will.
Den bevorstehenden Tod der Mutter zu akzeptieren, loszulassen, dass sind Schritte, die ihr schwerfallen und nicht gelingen mögen.
Kates Charakter entwickelt sich im Buch nur wenig weiter und das fand ich etwas schade.
Bleibt zu hoffen, dass sich dies in den Folgebänden ändert.
Was mich an ihrem Charakter jedoch fasziniert hat, ist ihre selbstlose, aufopfernde Art.
Ich weiß nicht, ob ich so verzeihen könnte wie sie und gerade Ava gegenüber genauso gehandelt hätte.
Kates Handeln zeugt von einer großen Aufopferungsbereitschaft, wirkt aber stellenweise auch etwas naiv.
Sie geht einfach so einen Handel ein, ohne sich richtig die Konsequenzen bewusst zu machen.
Als sie schließlich tatsächlich auf Eden Manor ist, habe ich das Gefühl, dass sie dort erst so richtig begreift, wie ihr eigentlich geschieht.
Zunächst einmal ist sie mit der ganzen Situation überfordert, doch als sie schließlich Gefühle für Henry entwickelt, erwacht in ihr plötzlich die Kämpferin.
Sie kämpft nicht länger nur für sich selbst, sondern auch für Henry und versucht ihr Bestes, um die geheimen Prüfungen des Rats zu bestehen.
Kates Alltag auf Eden Manor war interessant zu lesen.
Mir gefiel es, wie das Anwesen und seine zahlreichen Bewohner beschrieben wurden.
Jeder einzelne Charakter des Buches hatte eine gewisse Rolle zu spielen und so mancher vermeintlicher Nebencharakter übernahm plötzlich eine tragende Rolle.
Henry faszinierte mich von Anfang an.
Die Idee, Hades als einen äußerlich jungen und äußerst gutaussehenden Mann darzustellen, war mal etwas anderes und widersprach so ganz dem Bild, dass ich mir in meinem Kopf von Hades gemacht hatte.
Den Mythos von Persephone aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten empfand ich als sehr erfrischend und die Vorstellung dass Hades nun auf der Suche nach einer Nachfolgerin für Persephone war, hatte ihren Reiz.
Zunächst einmal hatte Henry so garnichts Furchteinflössendes, wie man es beim Herrscher über die Unterwelt vermuten würde.
Er war der unendlich traurige Gott, der die Liebe seines Lebens verloren hatte und nun, obwohl er eigentlich mit seinem Leben und seinem Schicksal abgeschlossen hatte ein letztes Mal auf der Suche nach einer neuen Königin der Unterwelt war.
Da hatte Kate eine ganz schön schwierige Aufgabe vor sich.
Sie musste nicht nur dem Rat der Götter beweisen, dass sie einer solch verantwortungsvollen Rolle wie die der Königin der Unterwelt würdig war, sondern auch Henry davon überzeugen, dass es sich zu kämpfen lohnt.
Ava und James waren mir von Anfang sympathisch, was im Laufe des Buches jedoch ins Wanken geriet.
Die Tatsache das Kate so schnell mit James und Ava Freundschaft schließt, stößt manchen sicher auf.
In Anbetracht dessen, dass Kate sich in einer schwierigen Situation befindet, in welcher sie Trost und Zuspruch dringend benötigt, empfinde ich dies jedoch nicht als ungewöhnlich.
James schenkte Kate sein Mitgefühl und eine Schulter zum Ausweinen.
Ava hingegen war auf dem ersten Blick nicht der Typ Mensch, den ich mir als Freundin wünschen würde.
Doch in „Das göttliche Mädchen“ ist niemand der, der er zu sein scheint.
Auf Kate warten viele positive wie negative Überraschungen und am Ende ist es schwer zu sagen, wer Freund und wer Feind ist.
Für mich war es am Ende eine ziemliche Überraschung, wer sich hinter den Mitgliedern des Rats verbirgt und wer hinter den Morden steckt.
Manches habe ich geahnt, anderes wiederrum gar nicht erst vermutet.
Bei der Beschreibung und Ausgestaltung der Charaktere der Götter hätte ich mir mehr Details gewünscht, die auf ihr Ich schließen lassen.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich ein wenig den Tiefgang und den mythologischen Hintergrund vermisst habe.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne komplizierte, düstere Liebesgeschichten mit mythologischem Hintergrund lesen und die es nicht stört, dass der Persephone-Mythos in dem Buch ziemlich modernisiert wurde.
Viel Spaß beim Lesen!


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hexen, magie, liebe, cate, bruderschaft

Töchter des Mondes - Cate

Jessica Spotswood , Stefanie Lemke
Fester Einband: 363 Seiten
Erschienen bei INK, 09.08.2012
ISBN 9783863960247
Genre: Jugendbuch

Rezension:

===Die Einleitung:===
„Töchter des Mondes - Cate“ habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen.
Das wunderschöne Cover hatte mich neugierig auf das Buch gemacht.
Als ich dann den Klappentext las, war sofort klar, dass ich das Buch lesen muss.
Ich bin immer auf der Suche nach guten Büchern über Hexen und war sehr gespannt darauf, ob mich „Töchter des Mondes – Cate“ überzeugen würde.

===Die Autorin:===
Jessica Spotswoods Leidenschaft fürs Schreiben und für Bücher begann schon in frühester Kindheit.
Bis heute liebt sie romantische Geschichten und lässt sich von ihnen und ihren Figuren verzaubern.
Nach ihrem Studium versuchte sie sich zuerst am Theater, merkte aber schnell, dass ihre wahre Berufung das Schreiben ist.
Zusammen mit ihrem Mann und ihrer Katze Monkey lebt die Autorin in Washington D.C.
„Töchter des Mondes“ war Jessicas erster Roman.
Im August 2013 erschien die Fortsetzung des Buches mit dem Titel „ Töchter des Mondes-Sternenfluch“.
Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, wird unter  www.jessicaspotswood.com fündig.

===Fakten zum Buch:===
Der englische Originaltitel des Buches lautet „Born wicked“.
Das Buch wurde von Stefanie Lemke ins Deutsche übersetzt.
Das gebundene Buch erschien im August 2012 bei Egmont-INK.
Es umfasst 368 Seiten und ist im Buchhandel für 17,99 Euro zu haben.
Das Buch gibt es auch als Hörbuch.

===Die Gestaltung des Buches:===
Mein Exemplar des Buches kam ohne Schutzumschlag bei mir an.
Die Besitzerin des Wanderbuches hat ihn entfernt, damit er nicht beschädigt wird.
Der eigentliche Schutzumschlag ist wunderschön.
Im Zentrum des Covers sieht man Cate, die Protagonistin des Buches in einem luftigen weißen Kleid auf einer Wiese liegen.
Sie hat die Beine leicht angewinkelt und die Arme im Gras ausgebreitet.
Im Haar trägt sie verschiedenfarbige Rosen und Wiesenblumen.
Ihr Blick wirkt offen und geheimnisvoll zugleich, was mich neugierig darauf macht, welche Geheimnisse mich wohl in dem Buch erwarten.
Auf der Oberseite des Buches sieht man links und rechts zwei keltisch anmutende Muster, in deren Mitte der Name der Autorin steht.
Über dem Bild von Cate steht der Titel des Buches, um dem sich verschnörkelte Muster ranken, die mir sehr gut gefallen.
Darunter steht mit schlichten pinken Buchstaben der Name Cate.
Mir gefällt das Cover sehr gut, da ich mir Cate so in etwa vorgestellt habe.
Sie liebt es im Garten zu arbeiten und wie ein Kind auf Bäume zu klettern.
Schicke Kleider sind ihr ein Graus, daher passt es gut, dass sie auf dem Bild ein einfaches weißes Kleid und Blumen als Haarschmuck trägt.

===Der Verlag über das Buch:===
Cate und ihre Schwestern Maura und Tess sind Hexen.
Niemand darf davon erfahren, denn Hexen drohen Verbannung und Tod.
Die Gefahr, aufzufliegen, lastet schwer auf Cate.
Vor allem seit Finn aufgetaucht ist, dieser Junge mit den Zimtsommersprossen und dem kupferroten zerzausten Haar. Verzweifelt sucht Cate nach einem Ausweg und stößt im Tagebuch ihrer toten Mutter auf eine rätselhafte Prophezeiung, die besagt, dass drei Schwestern mit magischen Kräften die Hexen zurück an die Macht führen werden.
Handelt es sich dabei um Cate, Maura und Tess?
Und kann es überhaupt eine gemeinsame Zukunft für Cate und Finn geben?

===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Die 16-jährige Cate Cahill wohnt mit ihren beiden Schwestern Maura (15) und Tess (12) und ihrem Vater in einem großen, etwas heruntergekommen Haus in Neuengland.
Außer ihnen leben dort noch der Kutscher und das Mädchen für alles John, das Dienstmädchen Lily und die herzensgute Haushälterin Mrs O`Hare, deren Kochkünste wirklich bescheiden sein müssen.
Nach dem Tod der Mutter sind die drei jungen Mädchen mehr oder weniger sich selbst überlassen und gehen ihren Interessen nach.
Tess arbeitet gerne in der Küche und Cate liebt es im Garten zu sein, Erde umzugraben, Blumenzwiebeln zu setzen und draußen in der Natur zu sein.
Dies geziemt sich nicht für Mädchen ihres Standes, doch das ist den Mädchen ziemlich egal.
Auch die ungestüme Maura schert sich wenig um Konventionen und liest im Verborgenen Schauerromane, obwohl diese verboten sind.
Der Vater der Mädchen ist in erster Linie Geschäftsmann, aber auch Gelehrter und bringt den Mädchen Fremdsprachen bei.
Er ist den Großteil des Jahres abwesend und hält sich während dieser Zeit in New England auf, welches zwei Tagesmärsche entfernt liegt.
In Chatham, dem Ort wo die drei Schwestern wohnen, gibt es Lebensmittelgeschäfte , einen Schreibwarenladen, eine Chocolaterie, eine Buchhandlung, den Laden der Schneiderin, eine Apotheke, einen Schlachter, eine Bäckerei, eine Kirche und Häuser.
Das Leben der Mädchen dreht sich um ihre Interessen und den Alltag im Haus.
Einzig die Besuche der Sonntagsschule und des Gottesdienstes, sowie des Klavierunterrichts in der Stadt bieten den Mädchen ein wenig Abwechslung.
Miss Cate findet dies ganz gut so, denn sie zieht es vor, dass sie und ihre Schwestern zurückgezogen leben und nicht auffallen.
Die drei Mädchen sind nämlich ebenso wie ihre verstorbene Mutter Hexen und diese leben zu dieser Zeit in Neuengland gefährlich.
Nachdem die Hexen gestürzt und ihre Tempel in Brand gesetzt wurden, ist nun die heuchlerische Bruderschaft an der Macht.
Sie verteufelt Frauen als sündhafte Wesen mit weiblicher Schwäche und ist der Meinung, dass diese nicht denken und nichts lernen müssen.
Sie sollen hübsch aussehen, keine gleichgeschlechtlichen Beziehungen führen, sich an Kleidervorschriften halten und reinen Herzens, demütig und tugendhaft sein.
Ihr einziges Ziel ist es, an ihrem 17.Geburtstag einen Mann zu ehelichen und mit ihm eine Familie zu gründen.
Dies bekommen sie Tag für Tag gepredigt und die Bruderschaft und ihre Anhänger achten streng darauf, dass ihre Regeln eingehalten werden.
Der Vater der Mädchen weiß nichts davon, welches Erbe seine verstorbene Frau ihren drei Töchtern hinterlassen hat und diese halten es auch für keine gute Idee ihn einzuweihen.
Cate versprach ihrer Mutter auf dem Sterbebett sich um ihre Schwestern zu kümmern, was kein leichtes Los ist.
Die beiden jungen Mädchen sollten eigentlich nur in der Abgeschiedenheit des Rosengartens zaubern, doch immer wieder überschreiten sie diese Grenze und treiben Cate damit zur Verzweiflung.
Immer wieder ist die Rede von anderen jungen Mädchen, die von der Bruderschaft mit dem Vorwurf der Hexerei verhaftet wurden.
Diese Mädchen müssen auf Gefängnisschiffen arbeiten, wobei sie häufig zu Tode kommen oder fristen ein jämmerliches Dasein im Irrenhaus.
Dies möchte Cate sich und ihren Schwestern natürlich ersparen und sie kämpft wie eine Löwin darum, dass sie und die Schwestern nicht die Aufmerksamkeit der Bruderschaft erregen.
Alles wird jedoch anders als der Vater der Mädchen auf Drängen der klatschsüchtigen Nachbarin Mrs Corbett verkündet, dass sich von nun an eine Gouvernante in seiner Abwesenheit um die Mädchen kümmern soll.
Ziel ist es, aus den Mädchen heiratswürdige junge Damen zu machen.
Immerhin sind es nur noch drei Monate bis Cate vor ihrem 17. Geburtstag eine sogenannte Absichtsbekundung kundtun muss, bei der sie eine Verlobung verkünden muss oder der Schwesternschaft beitritt.
Die Schwesternschaft ist der karitative Zweig der Bruderschaft, der mir jedoch genauso unsympathisch ist.
Die Schwestern arbeiten als Gouvernanten und Kindermädchen und kümmern sich um Arme, Kranke und Sterbende.
Cate ist außer sich über den Beschluss des Vaters.
Nicht nur, dass sie statt ihrer Hobbys nun solch sinnfreie Dinge wie Malen, Musizieren und Französisch lernen sollen, nein, ihre Identität als Hexen droht offenbar zu werden.
Anscheinend sind die Mädchen durch ihre zurückgezogene Lebensweise und ihren altmodischen, nachlässigen Kleidungsstil ins Gerede gekommen.
Vielleicht kann eine Gouvernante ihnen dabei helfen, sich mehr im gesellschaftlichen Leben zu etablieren, um nicht in den Fokus der Bruderschaft zu geraten.
Vor Bruder Ishida, dem Ratsvorsitzenden der Bruderschaft, der die Hexenjagd mit großem Eifer verfolgt müssen sie sich besonders in Acht nehmen, was gar nicht so einfach ist, da er ständig und überall präsent ist.
Hilfe kommt von unerwarteter Seite in Form einer geheimnisvollen Nachricht, die mit Z.R. unterschrieben ist und durch die Cate auf eine Prophezeiung stößt, die für sie und ihre Schwestern von großer Bedeutung sein könnte.
Wer verbirgt sich hinter Z.R. und gibt es wirklich niemanden, dem Cate sich anvertrauen könnte?
Als die Gouvernante Schwester Elena dann schließlich im Hause Cahill ist, weiß Cate garnicht, an welcher Front sie zuerst kämpfen soll.
Was führt Schwester Elena im Schilde?
Ist sie Freundin oder Feindin?
Dann erscheint auch noch Paul McLeod,  Cates Freund aus Kindertagen auf der Bildfläche und damit wären Cates Sorgen bezüglich einer Heirat eigentlich Geschichte, wäre da nicht der neue und äußerst attraktive Gärtner Finn Belastra…
Er ist so ganz anders als Paul.
Er ist ehrlich und belesen, hat gesellschafts- und religionskritische Gedanken und kümmert sich aufopferungsvoll um seine Mutter und seine Schwester Clara.
Bei ihm darf sie die Cate sein, die auf Bäume klettert und Piratengeschichten liebt und muss sich nicht wie eine Dame kleiden und benehmen.
In einer brenzligen Situation kommen sich die Beiden näher, doch ihre Liebe offen zu leben, würde alle vor den Kopf stoßen und Cate und ihre Schwester in noch größere Gefahr bringen.
Wie wird Cate sich entscheiden und wird sich die Prophezeiung erfüllen?

===Mein Fazit:===
„Töchter des Mondes – Cate“ ist ein überzeugendes Debüt, welches ich als ich krank das Bett hüten musste, an einem Tag durchgelesen hatte und mich darüber ärgerte, dass es schon zu Ende war.
Ich habe mir den zweiten Teil des Buches gleich in der Bücherei vorbestellt.
Jessica Spotswood hat die Geschichte in der Ich-Perspektive geschrieben.
So sah ich den Alltag und die Umgebung der drei Mädchen mit Cates Augen und erlebte das Geschehen aus ihrer Sicht.
Ich nahm Teil an ihren Erlebnissen, tauchte in ihre Gefühlswelt hinein und fand mich mitten in einer faszinierenden Geschichte wieder, die mich eine Zeitreise in eine Vergangenheit machen ließ, in welcher Hexen gnadenslos gejagt und Frauen unterdrückt wurden.
Kutschen wurden als Fortbewegungsmittel genutzt, Mieder geschnürt und Glockenröcke getragen.
Die feinen Damen luden zu Gebäck und Tee ein und für einen Spaziergang mit einem Mann wurde eine Anstandsdame benötigt.
Mir gefallen sowohl die Zeit, als auch der Ort in welchem das Buch spielt.
Die historische Kulisse gibt der Geschichte einen passenden Rahmen und mit den Cahill-Hexen drei entsprechende Protagonistinnen.
Die Cahill-Schwestern sind sympathische, glaubhafte Hexen, die keine Zauberstäbe an exotischen Orten schwingen, sondern immer wieder versuchen, mittels Magie ihren Alltag etwas schöner zu machen.
Manchmal verlieren sie dabei die Kontrolle und benötigen die Hilfe anderer, was sie umso glaubhafter macht.
Wie unter Geschwistern üblich haben sie ihre Meinungsverschiedenheiten und Cate hat alle Mühe, die Schwestern zusammen zu halten.
Maura ist in einem schwierigen Alter, wo sie alles in Frage stellt und ihren eigenen Weg gehen möchte.
Sie ist impulsiv, eigensinnig, schnell verärgert, leicht zu beeindrucken und auf der Suche nach Liebe und Bewunderung.
Sie zaubert immer wieder an Orten, an denen sie eigentlich nicht zaubern soll und bringt mit ihrem Verhalten die drei Schwestern in große Gefahr.
Die ruhige, kluge Tess war mir da viel sympathischer.
Sie zaubert zwar auch hin und wieder, aber sie ist einsichtig und möchte niemandem schaden.
Tess steckt voller Überraschungen und ich denke, dass sie ziemlich unterschätzt wird.
Cate war mir von Anfang an sympathisch.
Sie ist unangepasst und dickköpfig und kümmert sich wie eine Mutter um ihre Schwestern.
Cate trägt damit eine ziemlich große Verantwortung und muss große Opfer bringen, um sich und ihre Schwestern zu schützen.
Leider merkt sie viel zu spät, was in den Beiden vorgeht.
Dies kann man ihr jedoch nicht verdenken, da besonders Maura es ihr nicht gerade leicht macht.
Gut fand ich, dass die Hexen in „Die Töchter des Mondes – Cate“ keine kindischen oder unrealistische Kreaturen waren, sondern Frauen wie du und ich, unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft.
Die Bruderschaft war mit mir ihrem Frauen verteufelnden Gedankengut natürlich alles andere als sympathisch und wie sich in der Geschichte zeigte hatte so manch ihrer Vertreter selbst Dreck am Stecken.
Aber auch die Hexen wurden nicht nur als positiv dargestellt.
Auch sie hatten einmal ihre Macht mißbraucht und Schwächeren mit gefährlicher Magie geschadet.
Mir taten die zumeist unschuldig von der Bruderschaft verurteilten Frauen Leid und ich war immer in Sorge darum, dass Cate und ihre Schwestern auffliegen würden.
Es gab aber auch die Hexen im Verborgenen, mit denen ich nicht sympathisierte, da ich mir nicht sicher war, welche Ziele sie verfolgen.
Um die drei Mädchen aus der geheimnisvollen Prophezeiung zu finden, scheint ihnen jedes Mittel recht zu sein und daher sind sie für mich nicht besser als die scheinheiligen Herren der Bruderschaft.
Ich bin gespannt darauf, ob die Prophezeiung sich in allen Punkten erfüllen wird und welche der drei Cahill-Schwestern nun die mächtigste Hexe ist.
Paul McLeod war mir ziemlich unsympathisch.
Ich kann mir gut vorstellen, dass er und Cate sich als Kinder ziemlich nahe standen, aber sie beide haben sich verändert und er ist für meinen Geschmack zu forsch und besitzergreifend.
Cates Liebe zu Finn ist etwas ganz Besonderes und ich habe während der Lektüre des Buches die ganze Zeit gehofft, dass die Beiden eine Chance haben werden, miteinander glücklich zu sein.
„Töchter des Mondes – Cate“ hat mir sehr gut gefallen.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne in andere Zeiten zurückreisen, komplizierte und berührende Liebesgeschichten mögen und gerne Bücher über richtige Hexen lesen möchten.

Viel Spaß beim Lesen!

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