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Der Spielmann - Die Geschichte des Johann Georg Faustus

Oliver Pötzsch
Fester Einband: 784 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 21.09.2018
ISBN 9783471351598
Genre: Historische Romane

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CROMM - Das Dorf findet dich

Isabell Schmitt-Egner , Christian Sidjani
Flexibler Einband: 190 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 01.10.2013
ISBN 9781492868552
Genre: Krimi und Thriller

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Das Buch der vergessenen Artisten

Vera Buck
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei Limes, 10.09.2018
ISBN 9783809026792
Genre: Romane

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Tyggboren (Salkurning Teil 2)

Loons Gerringer
E-Buch Text: 898 Seiten
Erschienen bei null, 07.11.2013
ISBN B00CU8EIQM
Genre: Sonstiges

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Tags: eigenverlag, fantasy, reihe   (3)
 

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Drei Schatten

Cyril Pedrosa
Fester Einband
Erschienen bei Reprodukt, 01.04.2016
ISBN 9783956401008
Genre: Comics

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Tags: comic, verlag reprodukt   (2)
 

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50 Bibliotheken, 21 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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NSA - Nationales Sicherheits-Amt

Andreas Eschbach
Fester Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 28.09.2018
ISBN 9783785726259
Genre: Historische Romane

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Tags: historischer roman, verlag lübbe   (2)
 

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Auf immer gefangen

Erin Summerill , Nadine Püschel
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2018
ISBN 9783551583543
Genre: Jugendbuch

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Tags: fantasy, jugendroman, reihe, verlag carlsen   (4)
 

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Der Krieg der Käuze

Martin Hocke
E-Buch Text: 564 Seiten
Erschienen bei hockebooks, 06.02.2014
ISBN 9783943824339
Genre: Sonstiges

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Tags: fantasy, reihe, verlag hockebooks   (3)
 

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Zu Fuß hält die Seele Schritt

Achill Moser
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.08.2018
ISBN 9783423349383
Genre: Sonstiges

Rezension:

Also erstmal: ich hab ja schon lange keine "Sachbücher" gelesen oder etwas in der Richtung wie dieses hier. Dabei mag ich Bücher über Lebensphilosophien sehr gerne, bin da aber eben recht wählerisch, da natürlich nicht jeder Autor auf meiner Wellenlänge liegt. Aber Bücher in diesem Bereich müssen mich innerlich ansprechen, eine Saite zum klingen bringen, sonst hab ich nach dem Lesen das Gefühl, meine Zeit verschwendet zu haben.

Das Buch von Achill Moser hat mich vom Titel her angesprochen, denn eine Reise alleine und zu Fuß, nur mit Rucksack und mir selber irgendwo in der weiten Welt ist schon lange ein sehr großer Wunsch von mir. Durch die Kinder war das aber bisher leider nicht umsetzbar und mittlerweile hab ich auch ein bisschen den Mut dafür verloren. Gerade deshalb, und weil der Autor auch so unglaublich sympathisch auf den Fotos aussieht, wollte ich wieder ein bisschen in dieses Gefühl so einer Reise reinschnuppern.

Das Buch ist aufgeteilt in verschiedene Reisewege, die der Autor teils alleine, teils zusammen mit seinem Sohn Aaron unternommen hat. Dabei geht es quer durch die ganze Welt. Dabei beschreibt er nicht nur das visuelle Erlebnis, sondern verknüpft seine Routen auch mit geschichtlichen Ereignissen, die ihn gerade zu diesen Wegen inspiriert haben. Zum Beispiel die Indianer in den USA, die Geschichte um Don Quijote in Spanien oder Gustave Flauberts Reiseberichte aus Ägypten entlang des Nils. Außerdem hat es Achill Moser auch einige Male in die großen Wüsten verschlagen, ob ins Sandmeer oder in die größte Lavawüste der Welt, nach Island - aber auch quer durch Deutschland war er unterwegs.
Bei diesen Berichten seiner Reisen geht er sehr ins Detail, was seine visuellen Eindrücke angeht, aber auch die Flora und Fauna, die Gerüche, die Gefühle und Gedanken, die auf ihn einwirken. Das ergab ein anschauliches Bild, allerdings hätte ich mir mehr über das praktische gewünscht. Ziemlich am Ende gibt er zwar grob einen Einblick über sein Gepäck, aber da ich selbst auch gerne so etwas machen würde, hätten mich ein paar Tipps und Einblicke in die Praxis noch gefreut.

Dafür gibt es viele geschichtliche Details. Das Wissen hat er sich schon vorher über Bücher angeeignet, aber eben auch durch die Wanderungen und direkte Kennenlernen von Land und Leuten.

Zwischen den Kapiteln der Reiserouten gibt es jedes Mal eine kleine Pause mit teils schon philosophischen Gedanken. Sein Trieb, immer wieder seine Wanderschuhe und seinen Rucksack zu packen, zeigt ihm, wie sehr die Hektik und der Stress uns Menschen in der heutigen Zeit zusetzen.

"Denn der Mensch ist Nomade, und die Natur hat uns
seit Jahrtausenden das Unterwegssein vorgegeben." S. 21

Das sesshaft werden ist auch für mich ein Knackpunkt in der Menschheitsgeschichte. Denn mal ehrlich: wie viel bewegen wir uns denn tatsächlich noch? Und wenn wir Sport machen, dann auf einem stahlgestützten Laufband ... Wer geht denn noch raus in die Natur, einfach nur so, um die Zeit und die Natürlichkeit zu genießen. Ohne Sinn oder Ziel, sondern einfach nur, weil es guttut? Mentale Stärke durch Entschleunigung - ich denke das trifft es sehr gut. Denn die Schnelligkeit, mit der sich um uns herum alles auf der Technikebene weiterentwickelt, damit konnte unsere Seele einfach nicht mitwachsen.

Achill Moser hat nie viel mehr im Gepäck als Kleidung, Handtuch, Waschzeug, Schlafsack, Isomatte, Proviant und Wasser - mehr scheint es nicht zu brauchen, oder? Wir sind mittlerweilse so an die "Helferlein" und "Gebrauchsgegenstände" gewöhnt, dass wir gar nicht mehr wissen, wie wenig eigentlich zum Leben nötig ist.
Natürlich muss niemand in die Einöde ziehen, aber ich denke, so ab und an mal innehalten und sich selbst zu genügen, die Gedanken mal nach innen und nicht nach außen schweifen zu lassen, würde sich sicherlich positiv auswirken. Ich werde mir jedenfalls vornehmen, wieder öfter mal zu Fuß zu gehen. Keine Weltreise, aber auch im Kleinen kann man anfangen - und wer weiß, wohin der Weg mich führen wird :D

Die Zitate vor jedem neuen Kapitel sind perfekt ausgewählt und haben mir sehr gut gefallen, auch die vielen schwarz-weiß Bilder, die den Autor auf seinen verschiedenen Reisen zeigen.

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: biografie, philosophie, sachbuch, verlag dtv   (4)
 

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Wyvern : Die Ohnmacht des Barden

Veronika Serwotka
E-Buch Text
Erschienen bei Eisermann-Verlag, 22.06.2018
ISBN 9783961731060
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: fantasy, reihe, verlag eisermann   (3)
 

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325 Bibliotheken, 26 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

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Das Gold der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.09.2018
ISBN 9783426654491
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe diese Fortsetzung sehnsüchtig erwartet, denn der erste Band hatte mich absolut begeistert! Diese Art der Abenteuer in einer fernen, magischen Welt, das Planen von gerissenen Coups und die Rivalität der Straßengangs - das war doch mal etwas völlig neues!
Leider hab ich jetzt anfangs ein bisschen gebraucht, um wieder in die Geschichte zu finden. Den ersten Band hab ich ja vor einem Jahr gelesen und dadurch doch das ein oder andere Detail vergessen - aber die Autorin flicht immer wieder kleine Erinnerungen ein, die mir alles wieder ins Gedächtnis gerufen haben.

Was für ein Abenteuer! Die Bande um Kaz Brekker steht wahrlich vor einem riesigen Haufen Herausforderungen, aber Kaz wäre nie soweit gekommen, wenn er nicht für jedes Problem zig Lösungen und Wege bereit hielte, ihnen zu entkommen. Und es gibt wirklich viele Pläne, die geschmiedet und ausgeführt werden müssen und mich hat das total fasziniert, denn natürlich läuft alles nie so wie gedacht und das heizt die Spannung immer wieder an!
Der Rahmen zur Handlung hält auch einige dramatische Kernpunkte bereit: Zum einen sind viele hinter dem Geheimissen der Droge "Parem" her, die die magiebegabten Grischa nahezu unbesiegbar und unaufhaltsam machen. Aber die Handelsstadt Ketterdam hat auch einige mächtige Krämer zu bieten, die für einen hohen Gewinn alles tun würden und Bandenführer in den slumigen Barrels, die jede Gelegenheit nutzen, um Kaz Brekker endlich von der Bildfläche verschwinden zu lassen.

Die Atmosphäre war wieder großartig eingefangen - gerade die Stadt mit den reichen Vierteln und den heruntergekommenen Barrels, die ein bisschen an Amsterdam erinnert gemischt mit dem Flair mittelalterlicher Merkmale hat eine tolle Kulisse abgegeben. Der ständige Kampf ums Überleben auf der Seite der Armen; der verlassenen Kinder, die auf sich allein gestellt irgendwie durchhalten müssen und die Oberschicht, die aus dem Elend anderer Kapital schlagen will.



Erzählt wird jedes Kapitel aus einer anderen Perspektive der verschiedenen Figuren, was einem nur einen kurzen Einblick in die jeweilige Gemütsverfassung gibt und dennoch sehr genau zeigt, wie sehr sie sich seit dem Abenteuer im Eistribunal verändert haben. Manche Momente sind sehr traurig, manche witzig - gerade was die Dialoge betrifft ist es oft einfach köstlich und von trockenem Humor gespickt - aber auch voller Liebe und Verzweiflung, was mich sehr hat mitleiden lassen.
Gerade die Härte, die sie schon so früh lernen mussten, macht die Figuren alle auf verschiedene Art empfindlich; doch diese "Schwäche" dürfen sie nie zeigen, um sich nicht verletzlich zu machen. Und trotzdem haben sie ihre Werte, ihre Verbundenheit, die ihre Stärke ausmacht. Sehr schön fand ich die kleinen Abschweifungen in die Vergangenheit, durch die man jeden nochmal besser kennenlernt und sehr gut verstehen kann, warum sie so sind, wie sie sind. Jeder von ihnen hat schwere Zeiten hinter sich, die man zwar nicht vergleichen kann, aber durch ihren seelischen Schmerz einen ganz besonderen Zusammenhalt finden.

Gerade Kaz ist ja ein sehr brutaler Typ, berechnend und immer auf seinen eigenen Vorteil aus und der Wert der Menschen um ihn herum scheint er alleine an deren Nutzen zu messen. Doch wie jeder, solch eine Schonungslosigkeit zeigt, hat eben auch er eine empfindsame Seite - die jedoch schon so tief verschüttet ist, dass er sie kaum noch erreichen kann. Aber auch alle anderen, jeder der Krähen, ist ein ganz besonderer Charakter und ich hab sie alle ins Herz geschlossen!

Sie wollen eigentlich alle "nur" heil aus dieser Sache herauskommen, dabei ist es ungewiss ob sie tatsächlich alle überleben werden, denn die Feinde scheinen an Macht zu gewinnen. Es braucht das ganze ausgeklügelte Talent von Kaz, das Geschick von Inej, das Glück von Jesper, die Kraft von Matthias, die Kunst von Nina und die Klugheit von Wylan, um den Stein, den sie ins Rollen gebracht haben, endlich in die richtige Bahn zu lenken.
Ein spannendes Katz und Maus Spiel mit immer neuen Herausforderungen, Überraschungen und Wendungen, die mich großartig unterhalten haben. Eine faszinierende Welt hat die Autorin hier geschaffen mit einer brutalen Gesellschaft, waghalsigen Abenteuern und den "Krähen", die sich durch nichts unterkriegen lassen - und dadurch eine tief verbundene Freundschaft entsteht und auch zarte Band der Liebe, die immer wieder zu zerreißen drohen.
Ich würde wirklich gerne noch mehr Geschichten aus der Grischa Welt lesen!

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: fantasy, jugendroman, reihe, verlag knaur   (4)
 

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45 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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DOORS - Der Beginn

Markus Heitz
E-Buch Text: 97 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 20.08.2018
ISBN 9783426454817
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gleich vorweg: Mich reizen natürlich alle drei möglichen Entwicklungen und ich war vor allem gespannt auf das Team, dass der Milliardär für die Suche zusammengestellt hat. Einen groben Umriss der Situation bekommt man ja schon durch die Verlagsinfo, aber es gibt noch ein paar andere kleine Konflikte und Entdeckungen, die interessante Entwicklungen versprechen.

In diesem kurzen Pilot begleitet man zum einen die verschwundene Anna-Lena, die nicht mehr aus dem Labyrinth herausfindet - ein bisschen zum Einstimmen, was dort unten in diesen Höhlensystemen vorgehen könnte, aber nichts konkretes, so dass man gespannt auf die Retter wartet.

Das 6köpfige Team besteht aus einem Anfang 20 jährigen Höhlenkletterer, einem schon älteren Herrn Professor der Geologie und Höhlenforschung, der Hellseherin "Coco Fendi", dem Doktor der Physik und zugleich Parapsychologen Ingo Theobald, der Freeclimberin Dana Rentski, die auch Kampfsport beherrscht und dem Personenschützer Carsten Spanger.
Viele Namen und "Funktionen", die sich alle aber sehr schnell einprägen, weil sie sehr treffend beschrieben werden und jeder von ihnen anscheinend auch ein Geheimnis birgt. Kleine Andeutungen wurden dazu schon gemacht, aber noch stehen da viele Fragezeichen. Das Zusammenspiel des Teams wird sicherlich einige Konflikte herausfordern und schon der kurze Ausflug in die unterirdischen Grotten zeigt, dass sich dem Rettungsteam einige Probleme in den Weg stellen werden: bedrohlich auf die verschiedenste Art und Weise.

So richtig das Gefühl für die angespannte Atmosphäre hatte ich jetzt noch nicht. Dafür war es mir auch einfach zu kurz, um richtig eintauchen zu können, aber ich hoffe natürlich, dass dann in den Fortsetzungsromanen mehr Spannung aufkommt. Sicher schon alleine durch die Figuren, denn man merkt schon jetzt, dass da ein bunt gemischter Haufen zusammenkam, der sich gerade in gefährlichen oder Stresssituationen sicher in die Haare kriegen wird.

Vor allem auf die Auflösung bin ich gespannt, was sich hinter diesen altertümlichen und mystischen Türen verbirgt - denn wie es scheint existieren sie schon mehrere Jahrhunderte und das macht mich schon sehr neugierig!

======================================

Am 1. Oktober erscheinen dann die Fortsetzungen, für die man sich entscheiden kann, drei parallele und eigenständige Geschichten: drei Türen, die sie öffnen können und jede von ihnen verbirgt eine

Verlagsinfo dazu:

DOORS ? - Kolonie
...führt Sie mitten in die 40er Jahre. Doch in dieser Zeitlinie hat Nazi-Deutschland früh kapituliert, die USA haben die Kontrolle über Europa übernommen und drohen dem Widerstand, angeführt von Russland, mit einem Atomschlag. Will das Team überleben, müssen sie diesen Wahnsinn stoppen – um jeden Preis!

DOORS ! - Blutfeld
...bringt Sie ins frühe Mittelalter des 9. Jahrhunderts. Doch anders als in den Geschichtsbüchern wird hier die Herrschaft nicht nur von Männern ausgeübt. Während sich machtbewusste Kaiserinnen bekriegen, planen männliche Verschwörer das Ende des Matriarchats. Auf der Suche nach Anna-Lena ist das Team mittendrin, als Europa auf eine gigantische Schlacht zusteuert …

DOORS X - Dämmerung
... lässt das Team unerwartet in die eigenen Albträume blicken, ohne dass es ein Entkommen gibt. Wissen Sie, wie man die eigenen Dämonen besiegt? In dem unterirdischen Reich des Höhlensystems existiert zudem noch viel mehr, das nicht von dieser Welt ist. Und der einzige Fluchtweg führt in eine bedrohliche Zukunftsvision ...

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Tags: abenteuerliche geschichte, mystery, reihe, verlag knaur   (4)
 

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76 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

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Das Labyrinth von London

Benedict Jacka , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.07.2018
ISBN 9783734161650
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Fans von Ben Aaronovitc Reihe "Die Flüsse von London" hier auch Gefallen daran finden könnten! Mich hat die Begeisterung leider nicht gepackt, obwohl ich es stellenweise wirklich gut fand - letztendlich ist aber der Funke nicht so recht übergesprungen.

Alex Verus lebt als Magier mitten in London und ist vor dem Rat und seinem ehemaligen Mentor untergetaucht, in dem er in Camden in London einen Laden für Zauberartikel aufgemacht hat. Alleine das war für mich schon gleich zu Beginn etwas zweifelhaft, denn wirklich praktisch scheint mir das als Versteck nicht zu sein. Es gab während der Geschichte mehrere solche kleinen Details, die mir nicht so recht ins logische Bild gepasst haben.
Alex jedenfalls findet sich in seinem kleinen Reich recht gut zurecht und hat nur wenige und sehr ungewöhnliche Freunde. Eine davon ist Luna. Sie gehört zwar nicht in die Riege der Magier, aber dafür hat sie einen Familienfluch geerbt - und diese Idee zu dem Fluch fand ich sehr genial! Auch wie dieser die Beziehung zu Alex beeinflusst und überhaupt die Entwicklung der beiden zueinander fand ich erfrischend anders und hat mir richtig gut gefallen!
Erzählt wird die Handlung ja aus Sicht von Alex, und er wirkt eigentlich recht humorvoll und so, als hätte er in seinem Leben mittlerweile alles unter Kontrolle. Aber dieser Eindruck täuscht, denn er hat einige dunkle Geheimnisse aus seiner Vergangenheit, die er bisher gut verdrängen konnte, die sich aber durch die neuen Ereignisse wieder an die Oberfläche kämpfen und er sich ihnen endlich stellen muss.
Diesen Spagat zwischen dem lockeren, humorvollen Schreibstil und den doch teilweise grausamen Hintergründen und Praktiken mancher "Parteien", fand ich nicht so ganz gelungen. Dadurch hab ich dem Autor beides nicht so richtig abnehmen können.

Es geht ja um einen uralten Clinch zwischen den Weiß- und den Schwarzmagiern. Solche Konflikte kennt man, aber ich fand die Erklärung wenn auch nicht neu, trotzdem gut umgesetzt: Die Weißmagier sind (natürlich) die guten, wobei es hier auch einige schwarze Schafe gibt, und die Schwarzmagier kennen zwar die Regeln, sehen das "Böse" aber nicht als grundweg schlecht an, sondern als Ergebnis aus dem Auge des Betrachters. Das ist ja eine ewige Streitfrage, inwieweit die "persönliche Freiheit" durchzusetzen ist, solange sie anderen nicht schadet ... Hier heißt das konkret, wenn die Schwarzmagier etwas für sich tun, was ihnen guttut oder ihnen Macht bringt, ist alles erlaubt, ganz einfach weil es sich auf sie selbst positiv auswirkt.
Die "Schule", durch die sie als Lehrlinge gehen müssen, bereitet sie genau darauf vor und deshalb wundert es nicht, dass sie sehr brutale Methoden anwenden, um in diesem ewigen Machtkampf zu bestehen.

"... und soweit es sie betrifft, bedeutet Moral das,
was auch immer in einer Situation gerade bequem ist." Pos 1275

Die Handlung an sich geht zwar gut vorwärts, aber so richtig in Schwung kam sie für mich erst ab der Hälfte. Leider war das ganze drumherum nicht so wirklich fesselnd für mich und erst am Ende, als ich wusste, was dahintersteckt, fand ich die Idee schon sehr cool. Leider kam das eben auf den vorherigen Seiten nicht so gut rüber, weshalb ich nicht immer mit großer Lust weitergelesen hab.
Alex hat während dem erzählen immer gleich Erklärungen geliefert wenn es um Zauber und sonstige Hintergründe ging, was gut war, da man dadurch nicht so lang in der Luft hing und alles schnell verstehen konnte - andererseits wurde dadurch auch öfter etwas wiederholt, was wiederum etwas nervig war.

Die Fähigkeit von Alex Verus selbst fand ich sehr schön dargestellt: er kann in die Zukunft sehen und hat dadurch natürlich immer einen immensen Vorteil. Durch die verschiedenen Szenarien, die sein Verhalten auslösen können, kann er sich sehr oft für den einen Weg entscheiden, der ihn aus einem gefährlichen Moment herausbringt; aber auch im Alltag hat sich das bei ihm schon so eingeschlichten, dass diese Art der Voraussicht schon ganz normaler Bestandteil ist. Das war wirklich gut integriert!

Ihr seht, ich war hier sehr zwiegespalten, da es für mich einige negative wie auch positive Punkte gab. Insgesamt konnte es mich aber leider nicht so ganz mitreißen, wie erhofft, obwohl ich es im Rückblick doch gut fand; während dem Lesen selbst aber nicht so reingefunden hab.

Fazit: 3,5 Sterne

© Aleshanee
Weltenwanderer

  (6)
Tags: fantasy, reihe, verlag blanvalet   (3)
 

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44 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Land im Sturm

Ulf Schiewe , Jan Reuter
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 31.08.2018
ISBN 9783785726242
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das ist ja ein ganz schön dicker Schinken! Aber es erstreckt sich ja auch über einen langen Zeitraum denn es beginnt im Jahr 955 in der Nähe von Augsburg und endet in Berlin in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen: er fühlte sich etwas umständlich an und hat mir dadurch einen langsamen Rhythmus fast schon aufgezwungen. Das war sehr ungewohnt, aber nach einiger Zeit passt man sich automatisch diesem Tempo an und es las sich auch flüssiger.

Allerdings kam ich mit dem Aufbau und der Umsetzung nicht so ganz klar. Es gibt ja fünf Abschnitte, die zu unterschiedlichen Zeiten spielen. Es beginnt mit Arnulf und Hedi, die in der Schlacht um Augsburg durch die Ungarn zueinander finden, dann geht es mit den Brüdern Arnulf und Gero und ihrem Schwager Erik weiter, die durch einen schweren Schicksalsschlag ums Überleben kämpfen müssen. Danach macht es einen größeren Sprung ins Jahr 1647 mitten in den 30jährigen Krieg und den Feldhauptmann Ewalt und schließlich ins Jahr 1813 in die Zeit Napoleons zu Hedwig und ihrer weiteren Entwicklung im Jahr 1848.

An sich ein schöner Querschnitt durch die Zeit und die Veränderungen in Deutschland, die wirklich mit vielen Fakten und Details belegt ist, allerdings ohne rechten Zusammenhang zueinander. Mir kam es eher so vor, als würde ich vier einzelne Bücher lesen, die einfach aneinander gereiht wurden, weil ich keinen Bezug dazwischen erkennen konnte - bis auf die letzten beiden Abschnitte, in denen es um Hedwig und die Fortschritte in ihrer Familie geht. Natürlich war mir bewusst, dass man mit einem so langen Zeitraum keine großen Verbindungen schaffen kann, aber ich hatte mir einfach doch mehr erhofft. Mir kam es eher wie eine Geschichts-Stunde vor mit ein bisschen Rahmenhandlung, die mich aber eben leider gar nicht fesseln konnte.
Das einzige, das sich als Verbindung zu den Figuren durch jede Geschichte zieht sind der Beruf des Schmieds, die Vornamen die sich immer wiederholen, die in der Familie typischen strahlend blauen Augen und der ungarische Säbel, der in ihren Besitz gelangt und geblieben ist. Ja, prinzipiell schon viele Details, aber trotzdem kam ich mit der Verbindung über die Jahrhunderte nicht so gut zurecht.

In den einzelnen Abschnitten lernt man die Charaktere zwar schon gut kennen, trotzdem bin ich nicht so recht mit ihnen warm geworden. Mit Arnulf und Hedi gleich zu Beginn hatte es gut angefangen, aber dann verlor es sich komplett in der Schlacht um Augsburg, die wirklich sehr in die Länge gezogen wurde und endete mit einer recht kurzen Zusammenfassung ihrer Schicksale.
Der zweite Teil, in dem vor allem Gero und Erik eine tragende Rollen spielen, war mir zu sehr auf Einzelheiten fixiert, die zwar einen guten Einblick auf einen Lebensabschnitt von ihnen gegeben, aber mir kein Gefühl für diese Zeit gegeben haben und für mich nur eine Momentaufnahme waren, die nicht wirklich etwas ausgesagt oder mir etwas gegeben hat, bei dem ich mitfiebern konnte.
Weiter ging es mit 1647 mit Ewalt, einem Feldhauptmann, mitten im 30jährigen Krieg. Ein Verrat bringt ihn zu einer unbedachten Handlung, die sein Schicksal komplett wendet und auch wenn hier wieder viele Details herausgearbeitet wurde, empfand ich die Ereignisse nicht wirklich spannend.
Leider ging es mir ebenso mit Hedwig und ihrem Bruder Gero zur Zeit von Napoleon 1813 in Berlin, deren Geschichte dann 1848 weitergeführt wird, in der es hauptsächlich um ihre Fabriken, die Entwicklung der Industrie und die Einführung der Demokratie geht.

Die Glaubwürdigkeit hat mich vor allem in Bezug auf die Figuren nicht erreichen können. Ihr Handeln passte mir nicht in die Zeit und ihre Reaktionen waren zum Teil sehr naiv und passte mir nicht so recht zu dem Eindruck, dass ich mir von ihnen gemacht hatte. Auch der Stil, der zwar schon an das historische Setting angepasst ist, mir in den Dialogen aber zu sehr in der heutigen Zeit.

Vor allem war es aber leider die Handlung, die sich zu sehr in unnötige Details verloren hat, aber trotzdem kein anschauliches Bild zeigen konnte bzw. hab ich mir kein Gesamtbild so richtig vorstellen können. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, aber mich hat einfach keiner der Zeitabschnitte wirklich fesseln können.

Positiv zu nennen sind auf jeden Fall die sicher sehr authentischen Informationen zu den jeweiligen Jahrhunderten, die politischen Einflüsse und auch die vielen bekannten Namen und Reformen, die sich entwickelt haben. Hier hat der Autor viel Wissen weitergegeben und das mag für interessierte Leser sicher ein faszinierender Einblick in die damaligen Ereignisse sein. Meins war es leider nicht.

Fazit: 2.5 Sterne

© Aleshanee

  (7)
Tags: historischer roman, verlag lübbe   (2)
 

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33 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten

Robert C. Marley
E-Buch Text: 250 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 16.05.2014
ISBN 9783941408654
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit historischen Krimis die in London spielen kann man mich ja immer schnell ködern! Auch das Cover gefiel mir hier sehr gut und vor allem auch der blaue Buchschnitt, solche kleinen Details machen Bücher immer besonders :)

Ansonsten, muss ich leider gestehen, war nicht viel besonderes an der Geschichte. Ich empfand es als soliden Krimi mit Charakteren, die nicht wirklich herausgestochen sind. Dass der Autor hier bekannte Persönlickeiten wie Oscar Wilde und Arthur Conan Doyle mit eingebaut hat ist eine schöne Idee (die er in den Fortsetzungen auch fortführt, wie ich gesehen habe) mir kam das aber leider eher etwas gezwungen vor. Auch wenn es gut in den Handlungsverlauf mit eingeflochten war, hat es mich irgendwie gestört, ich kann allerdings nicht ganz festmachen, woran es jetzt lag.

Die Jagd nach dem Mörder war an sich spannend, aber auch nicht so fesselnd, wie erwünscht. Vielleicht lag es auch daran, dass diese Atmosphäre aus der viktorianischen Epoche nicht rüberkam. Dabei hat Robert C. Marley alles wirklich toll beschrieben und jede Menge Details aus dieser Zeit mit eingebracht. Zum Beispiel das Auftauchen des Henkers James Berry, dessen Figur historisch belegt ist (wie auch viele andere), was ich sehr kurios fand zu einer Zeit, in der sich das Telefon in die Häuser geschlichen hat und schon die ersten "Busse" herumgefahren sind.
Ebenfalls die Neuerungen und Fortschritte bei den Ermittlungsmethoden, wie die "neue" Entdeckung der Fingerabdrücke und überhaupt der Wichtigkeit von Tatortspuren fand ich sehr interessant. Trotzdem hab ich nie so wirklich das Gefühl für diese Zeit bekommen.

Vielleicht lag es am Schreibstil an sich, der trotz vieler alter Begriffe eher unserer Zeit angepasst war, mit den Dialogen und Benehmen der Charaktere hat er sich aber schon an die viktorianische Zeit orientiert. Ich kann es nicht genau ausmachen, aber die Geschichte und ich haben wohl einfach nicht so recht zueinander gefunden.

Die Ermittlungen waren trotzdem für mich als Leser irreführend, was natürlich meine Lust zum Rätseln geweckt hat und auch die Aufklärung war stimmig mit einem guten Schluss! Insgesamt hat es mir ganz gut gefallen, aber vom Gefühl her nicht genug, um die Fortsetzungen auch zu lesen.

Fazit: 3.5 Sterne

© Aleshanee
Weltenwanderer

  (7)
Tags: historischer krimi, reihe, verlag dryas   (3)
 

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Forlorner (Salkurning Teil 1)

Loons Gerringer
E-Buch Text: 867 Seiten
Erschienen bei null, 16.05.2013
ISBN B00CU8EDDU
Genre: Sonstiges

Rezension:

Hinter diesem unscheinbaren Cover steckt eine geradezu überwältigende Geschichte und grandiose Ideen, die ich eigentlich mit nichts vergleichen kann! Mit ihren über 800 Seiten hatte es zwar zwischendurch einen kleinen Durchhänger in der Mitte, aber insgesamt ist das eigentlich kaum ins Gewicht gefallen.

"Das Gehirn ist eine Insel im Nichts, welches es mit der Vielfalt der Erscheinungen bevölkert," ... Pos 6136

Es beginnt ganz harmlos mit einem Ausflug einer Jugendgruppe, der sich der 20jährige James Barret als Fahrer anschließt, um seiner Freundin Alice einen Gefallen zu tun. Doch in dem Irrgarten von Wokenduna Hall in der Nähe von London verschlägt es ihn und zwei seiner Schützlinge in eine Welt, aus der es kein Entkommen zu geben scheint.
Diese Welt, Salkurning, entspricht einem mittelalterlichen Charakter mit kleinen Steampunk Details: dem typischen Flair altertümlicher Dörfer, einer regierenden Oberschicht, lebhaften Marktplätzen, kleinen technischen Feinheiten und frivolen Gauklertruppen, die durchs Land ziehen.

Zusammen mit James, Carmino und Pix sowie der unnahbaren Kate, die sich alle vier in diesem unbekannten Land wiederfinden, lernt man nach und nach die Besonderheiten kennen und wie sie sich mit den außergewöhnlichen Umständen zurecht finden müssen.
Die vier Reisenden wollen natürlich unter allen Umständen zurück in unsere Welt, aber da niemand weiß, wie sie überhaupt hier landen konnten, stellt sie das vor ein fast unlösbares Problem. Hilfe erhoffen sie sich von Dorian Inglewind, einem Erfinder und Forscher und ein großartiger Charakter, der jedoch selber vor nicht minderen Problemen steht. Denn Salkurning selbst hat mit einem drohenden Unheil zu kämpfen und die Vorboten einer dunklen Zeit schüren tiefgehende Ängste.
Grund sich zu fürchten hat man hier vor vielerlei Dingen, z. B. auch vor dem "Gelichter", das allerdings nur in einem bestimmten Gebiet zu finden ist. Magische Geschöpfe oder auch böswillige Geister in vielerlei Arten und Erscheinungsformen: Empusen, Cabbacubbs, Schrillwürmer sind nur einige davon. An den Namen sieht man schon, es gibt viele fremdklingende Bezeichnungen, wie z. B. auch "Gilloc" für ein eselähnliches Zugtier oder auch "Wolkensammler" für Wahrsager.
Zu Anfang dauert es etwas, bis man sich mit all den Begriffen zurecht findet, aber es hat das fremdländische, in der die Protagonisten gestrandet sind, sehr gut unterstrichen.

Der Weltenaufbau ist wirklich phänomenal, denn während dem Lesen hab ich alles vor mir gesehen und war immer mitten im Geschehen. Loons Geringer hat eine herausstechende Art, die Dinge zu beschreiben und sie lässt sich genau die Zeit, die sie dafür braucht - und das ist nicht wenig: es geht somit in einem eher gemächlichen Tempo voran, was mich aber überhaupt nicht gestört hat, sondern das ich genossen habe, denn bis auf ein paar wenige Stellen, die sich etwas gezogen haben, war es ein absolutes Vergnügen in diese befremdliche Welt einzutauchen.

Wie nun Salkurning und unsere Welt zusammenhängen könnten bzw. warum James, Kate, Carmino und Pix überhaupt dorthin gelangen konnten, wird hier in Band 1 natürlich noch nicht geklärt. ABER es gibt einige Hinweise und Andeutungen, ziemlich abgefahrene Einblicke und Verbindungen, die mich total begeistert haben. Sie streifen immer nur das, was dahintersteckt, aber man merkt, wie man immer näher dran kommt, ohne es aber genau fassen zu können. Dabei eröffnen sich sehr geniale Impulse und ich hoffe sehr, dass Loons Geringer das in den Fortsetzungen auch genauso gut auflösen wird, wie sie es hier begonnen hat!

Der Weg ist das Ziel - und man darf hier wirklich nicht eine schnelllebige, actionreiche Handlung erwarten, sondern eine intensive Faszination von einer völlig fremden Welt, in der man komplett eintauchen und sich verlieren kann!

Erzählt wird hauptsächlich aus James Perspektive, zwischendurch aber auch mal aus der Sichtweise der anderen, so dass man einen immer tieferen Eindruck bekommt. An Kate kommt man nie so wirklich ran, aber je näher ich sie kennengelernt habe, umso sympathischer war sie mir. Carmino ist ein Freigeist und eine erfrischend positive Kraft, während Pix ein echt unausstehlicher Teenager ist, für die ich aber nach etwas mehr Einblick in ihre Vergangenheit auch Mitgefühl aufbringen konnte. Auf ihre weitere Entwicklung bin ich immens gespannt! Vor allem aber James hat einige Überraschungen parat, die eine mysteriöse Verbindung zu Salkurning herstellen, die noch einiges an Aufklärung bedarf.
"Treppenstufen schlafen nie" - ein seltsames und scheinbar orakelhaftes Fragment, das ihm z. B. immer wieder durch den Kopf schießt und das eine tiefergelegene Bedeutung offenbaren wird, die ich super originell fand, wie überhaupt alles, was mit Salkurning zusammenhängt. Ob es die mysteriöse Prophezeiung betrifft, das Leben dort, die Tiere und Gelichter, der Glaube und Aberglaube oder "Racht", das Schicksal, das die Fäden spinnt.

"Es ist Racht. Der große Teppich, dessen Muster wir nicht erkennen können, weil jeder von uns nur ein Fädchen darin ist." Pos 10234

Es werden aber auch einige aktuelle Themen aufgegriffen, wie die Flüchtlingskrise oder die Rangordnung verschiedener Gesellschaftsklassen. Und es wird auch eine Lebensart gezeigt, die zwar nicht nur positive Seiten hat, durchaus aber seinen Reiz oder auch die Suche eines Einsamen, das Glück auf eigenem Weg zu finden. Wie Dorian Inglewing, der sich sein eigenes Nest gebaut hat und seine Freiheit genießt, soweit es ihm nur möglich ist.

"Aber schon als Kind hatte er täglich beobachten können, dass die Angst, wenn man sich ihr überließ, das Leben verdammt eng und langweilig machte - und das wollte er auf keinen Fall. Deshalb hatte er sich angewöhnt, Beängstigendes einfach zu ignorieren." Pos 3654

Anspruchsvoll und nichts leichtes für zwischendurch, dafür umso bewegender und eindrucksvoller - ein Buch das genau meinen Nerv getroffen hat und mich jetzt einfach nur auf die Fortsetzung freuen lässt!

© Aleshanee
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Tags: eigenverlag, fantasy, reihe   (3)
 

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Fatales Vermächtnis

Markus Heitz
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.07.2007
ISBN 9783492266123
Genre: Fantasy

Rezension:  
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Thalamus

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.08.2018
ISBN 9783785586143
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mal ganz abgesehen davon, dass mir die Jugendthriller der Autorin bisher gut gefallen haben und ich das neue auf jeden Fall lesen wollte, finde ich das Cover hier total klasse! Ich bin sofort daran hängengeblieben und auch der Klappentext klang interessant - und dieses Mal konnte mich die Autorin voll und ganz überzeugen! Bisher waren ihre Bücher ja immer extrem spannend, nur das Ende wirkte oft sehr konstruiert und irgendwie zusammen gepfriemelt. Dieses Mal war alles stimmig und sie konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite packen!

Der Verkehrsunfall von Timo und die Verlegung vom Krankenhaus in die mysteriöse Klinik Markwaldhof wird zum Glück recht kurz, aber trotzdem prägnant. So konnte man die Entwicklung gut nachvollziehen ohne ewige Vorgeschichte und die Ereignisse bekamen dann auch langsam, aber stetig, einen rätselhaften Anstrich.
Man erlebt ja alles aus Timos Perspektive, der mehr oder weniger in seinem Körper gefangen ist, ohne sich austauschen zu können. Eine wirklich schreckliche Vorstellung, wenn man nichts sagen, nichts fragen oder sich anderen mitteilen kann. Dazu kommen die Veränderungen, die er in sich spürt und die er sich nicht erklären kann - und seine logische Konsequenz, an sich selbst zu zweifeln, denn er weiß genau, dass nach den schweren Hirnverletzungen die Möglichkeit besteht, dass seine Wahrnehmung nicht mehr an die Realität gebunden ist.
An sich kann man die Handlung kurz zusammenfassen: Timo sucht nach der Quelle, die sein Bewusstsein beeinflusst. Aber die Autorin hat das sehr raffiniert aufgebaut und ich hab durchweg mit Spannung verfolgt, wie immer mehr Fragen und merkwürdige Situationen entstanden und gleichzeitig meine Ahnung wuchs, was tatsächlich dahinter stecken könnte.

Um Spoiler zu vermeiden kann ich darauf nicht näher eingehen, aber sie hat da eine sehr originelle Idee eingebaut, die mich sehr fasziniert hat. Eine Entwicklung, die einerseits große Hoffnungen verspricht, andererseits auf mich aber eine sehr gruselige Perspektive hat - denn bei Fortschritten bleibt ja meist etwas zurück, das ursprüngliche, vielleicht auch das menschliche ... mehr möchte ich dazu nicht verraten.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist sind auch die anderen Charaktere, die Jugendlichen und zum Teil auch Erwachsenen, die ebenfalls am Markwaldhof stationär behandelt werden. Jeder von ihnen hat durch einen Unfall eine schwerwiegende Behinderung und wie sie damit umgehen bzw. lernen, damit zurecht zu kommen, ist ein wichtiger Einblick. Herausgestochen ist hier Carl, der durch seine humorvolle und sehr direkte Art, jeden ein bisschen auf die Schippe zu nehmen, sehr deutlich zeigt, dass diesen Menschen mit der Mitleidstour nicht immer geholfen wird. Natürlich empfindet man Mitleid, aber dass dieses Gespür nicht immer mit positiven Entwicklungen einhergeht und dass Humor an manchen Stellen eben nicht verletzend, sondern aufbauend sein kann, wird hier sehr schön gezeigt. Lachen tut immer gut, gerade in schwierigen und scheinbar ausweglosen Situationen muss man sich den Lebenswillen behalten. Gerade Carl ist hier das beste Beispiel, der mit seiner guten Laune immer versucht, die anderen aufzubauen ohne dabei seine Herzlichkeit zu vergessen.
Vor allem auch die gegenseitige Hilfestellung, die Scheu auf der einen, der Frust auf der anderen Seite, das alles fließt mit ein und zeigt, wie schwierig das Verständnis ist und wie einfach man aber auch damit umgehen kann, wenn man sich dafür sensibilisiert.

Insgesamt kann ich nur sagen: ich war begeistert! Spannend von Anfang bis zum Ende, stimmig aufgebaut und aufgelöst und mir ist nichts negativ aufgefallen, weil ich durchweg gefesselt war - und mehr hab ich hier nicht erwartet :)

© Aleshanee
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Tags: jugendroman, thriller, verlag loewe   (3)
 

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Die Brücke der Gezeiten - Die Rückkehr der Flut

David Hair , Michael Pfingstl
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.07.2018
ISBN 9783734160783
Genre: Fantasy

Rezension:

Wow! Was für eine Finale! Ich bin absolut begeistert und diese Geschichte reiht sich für mich nahtlos ein bei meinen Lieblingsreihen wie Herr der Ringe und Game of Thrones! Nein, vergleichen kann man sie damit nicht, aber meine Begeisterung hierfür ist ähnlich hoch :)

Wie ihr oben schon am Hintergrund der Geschichte sehen könnt ist die Handlung sehr komplex. Bei Band 1 war ich mir ja sogar noch unsicher, aber ab Band 2 hat sich dann alles mehr und mehr zusammengefügt und ich konnte mich dem Sog nicht mehr entziehen! Wobei man erwähnen sollte, dass die englischen Originale im deutschen zweigeteilt wurden - aus vier Büchern wurden acht Bände gemacht. Aber egal: denn es macht einfach großen Spaß, die Charaktere auf ihrer Reise über die beiden Kontinente zu verfolgen.
Übrigens ist es sehr positiv zu erwähnen, dass der Autor zu Beginn immer nochmal auf die Hintergründe hinweis und auch einen kurzen Rückblick der Ereignisse aus dem vorherigen Band zusammenfasst: also auch wenn etwas Zeit zwischen dem Lesen der Bücher vergeht, man kommt dadurch sehr schnell wieder rein!

Mittlerweile spielt sich ja fast alles im südlichen Antiopia ab - die Rückkehr der Flut steht bevor und damit das Versinken der Leviathan Brücke. Alle Intrigen und Machtkämpfe müssen sozusagen zu einem Abschluss gebracht werden, doch es kommt ja doch immer anders als man denkt: für die Protagonisten, aber auch für mich als Leser, denn der Autor hat natürlich wieder einige überraschende Wendungen parat!

Die Figuren verfolgt man durch geschickte Perspektivenwechsel, die die Spannung immer wieder vorantreiben und dadurch erhält man auch einen perfekten Überblick, was auf den Kontinenten passiert. Das Netz zieht sich immer mehr zusammen und sehr genial fand ich auch, dass frühere Details plötzlich zu wichtigen Möglichkeiten werden, das Schicksal noch zu wenden - Details, mit denen man gar nicht mehr gerechnet hatte, die sich aber wunderbar in die Geschehnisse einfügen.

Die Entwicklung der Charaktere war im Verlauf der Reihe auch sehr schön zu verfolgen - drei Jahre sind eine lange Zeit, geprägt von erbitterten Kämpfen, geheimen Verschwörungen und waghalsigen Manövern. Aber auch neue Bündnisse, Freundschaften und Feindschaften werden neu geschlossen, gelöst oder auch gefestigt ob im kleinen privaten oder auch zwischen den Ländern, was für viele Aufreger und unverhoffte Entwicklungen gesorgt hat.
Genauso wie in der Magie, deren Geheimnisse entschlüsselt wurden, kommen außergewöhnliche Veränderungen auf die Bewohner Urtes zu und gerade das Konzept der Zauber hat mir unglaublich gut gefallen! Auch hier steht eine komplexe Idee dahinter, die aber mit großer Sorgfalt durchdacht und super umgesetzt wurde.

Die Themen im Hintergrund sind sehr weitreichend: Natürlich geht es um Macht, um Geld und ja, auch die Liebe - David Hair hat aber auch auf eine sehr ausgewogene Art den Glauben mit eingeflochten, sowie die Gegenüberstellung von konservativen Dogmen und reformierenden Möglichkeiten! Auch in Bezug auf gleichgeschlechtliche Liebe, die nur am Rande eine Rolle spielt, aber durchaus einen wichtigen Ansatz bietet - in mehrfacher Hinsicht in der Geschichte, aber auch für die Leser, um sich damit auseinander zu setzen.

Insgesamt bin ich einfach nur begeistert und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Mittlerweile kennt man die Figuren ja und sie alle sind mir sehr ans Herz gewachsen. Grandiose Ideen, die perfekt miteinander verknüpft sind und trotz dem riesigen Schauplatz und den vielschichtigen Verstrickungen verliert man nie den Überblick und fiebert bis zum Ende mit!
Der Schluss ist perfekt und gibt jedem Charakter einen passenden Abspann.

Großartige High Fantasy, die ich jedem Fan des Genres nur ans Herz legen kann!

© Aleshanee
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Tags: fantasy, reihe, verlag blanvalet   (3)
 

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Rabenschwarze Liebe

Eva Wahrburg
E-Buch Text: 681 Seiten
Erschienen bei null, 29.07.2018
ISBN B07G197RHF
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht genau, wie ich anfangen soll. Das war wohl bisher das emotionalste Buch, das ich gelesen habe; nicht weil es so todtraurig gewesen wäre, sondern weil es so tief in die menschlichen Gefühlsebenen eintaucht.

Im Mittelpunkt steht Elli, aus deren Sichtweise man erlebt, wie sehr sie sich aus ihren Erfahrungen in der Vergangenheit freikämpfen will. Sie nimmt meist kein Blatt vor den Mund, eckt an und provoziert auch mal gerne. Das resultiert aus der bitteren Wut, die sie in sich trägt und einer Angst, die sich schon in jungen Jahren bei ihr eingenistet hat.
Ihre Liebe zu Wieland führt sie über die Jahre zu einem Scheidepunkt, auf den man schon gleich zu Anfang im Prolog hingewiesen wird, der aber noch nichts über die Umstände verrät, sondern einfach neugierig macht, wie es wohl dazu kommt.

"Beziehungen sind keine Konflikte, sie bringen nur die Konflikte hoch, die sowieso in einem drin sind." Zitat

Es wird recht schnell klar, dass Wieland auch kein einfacher Charakter ist, aber was tatsächlich hinter den Fassaden der Figuren steckt, entwickelt sich erst mit der Zeit, genauso, wie sie sich selbst weiterentwickeln.
Dann gibt es noch die beiden Freundinnen von Elli: Gwen und Kasia. Eigentlich wirkt es zwischen den dreien eher wie eine Zweckgemeinschaft, weil sie so extrem unterschiedlich sind und auf eher ungewöhnlichem Weg zusammen gefunden haben. Da sind Konflikte vorprogrammiert, aber gerade diese durchzustehen, macht eine gute Freundschaft aus.

"Wenn Elli also so viel Glück hat, dann will ich mich für sie freuen. Denn genau dafür sind Freunde normalerweise da, weißt du?" Zitat

Die Art und Weise, wie die Autorin erzählt, entwickelt einen ganz intensiven Sog. Die ganzen Verwicklungen, die sich durch die Gefühle und Erwartungen ergeben, lassen immer wieder Spannung und Spannungen aufkommen, dabei lockert sich das ganze auch zwischendurch mit den Dialogen auf, die an einigen Stellen erfrischend witzig sind, aber auch ernste Problematiken zur Sprache bringen. Gerade Ellis Gedanken wirken hier so lebensnah und ehrlich, dass ich immer mit ihr mitfühlen konnte. Auch wenn ich nicht mit jeder Reaktion von ihr einverstanden war, habe ich doch immer wieder erkannt wie gefangen sie in ihren Erfahrungswerten ist, aus denen sie zwar auszubrechen versucht, sich aber doch ein gewisser Automatismus einschleicht, der sehr schwer zu bezwingen ist. Vor allem auch die Normalität negativer Gefühle, die man in sich spürt, die einfach da sind, in jedem von uns und auch ihre Berechtigung haben!

"Er lenkt seine Wut , so dass sie zu einer Kraft wird. Und schafft es so, sie zu benutzen, statt von ihr benutzt zu werden." Zitat

Man selbst merkt ja doch desöfteren, dass man anders reagiert, dass bestimmte Situationen einen auf eine ganz spezielle Art herausfordern und man dem immer gleichen Verhaltensmuster darauf folgt. Wie man versucht, andere einzuschätzen, sich überlegt wie man auf andere wirkt und dabei leider oft vergisst, dass natürlich auch die anderen in solchen Mustern festhängen - und zwar in anderen als man selbst!
Gerade die Zweifel, Ängste und Überlegungen zu Beginn einer Beziehung, die Hoffnungen und Träume und der starke Wunsch, dass diese sich zusammen mit dem anderen erfüllen mögen. Das langsame Herantasten, das sich verändern, weil man den anderen ja liebt und der Moment, in dem man sich auf einmal völlig fremd geworden ist, wird hier sehr schön dargestellt.

"Beziehungen entwickeln sich nun mal, genauso wie Gefühle. Man kann ihnen nicht befehlen und sie lassen sich auch nicht in starre Formen pressen, die sich nie wieder verändern dürfen." Zitat

Sich für jemanden zu verändern den man liebt, oder es gar von jemand anderem zu fordern, ist für mich ja ein sehr verqueres und ja, auch unlogisches Verhalten. Hat man sich denn nicht gerade in den Menschen verliebt, so, wie er genau zu Anfang war? Damit will ich natürlich nicht sagen, dass man nicht Rücksicht nehmen und jeder beim Zusammensein/Zusammenleben sich aufeinander einlassen muss: also ein Weg gefunden werden sollte, bei dem man zusammen glücklich ist, sich jeder aber auch selbständig entwickeln und "er selbst" bleiben darf. Sich immer zu verbiegen hält keiner lange aus und das sollte auch nicht der "Sinn" einer Beziehung sein. Wie weit kann man Kompromisse eingehen, ohne sich selbst zu verlieren?

"Gwen war überzeugt, dass niemand sein Wesen und seine Bedürfnisse auf lange Sicht
verleugnen konnte und dass wir einen Tod auf Raten lebten, während Kasia meinte,
dass neue Erfahrungen unsere früheren Prägungen mit der Zeit schon überlagern würden,
und wir uns irgendwann schon automatisch in der Mitte treffen würden,
wenn wir unserer Liebe nur genug Zeit ließen."
Zitat

Das alles zu wissen heißt natürlich noch lange nicht, das auch umsetzen zu können und diesen Prozeß muss Elli hier mit allen Schwierigkeiten und Schicksalsschlägen durchleben, die sie bis an ihre Grenzen bringen. Sie zu der Entscheidung führen, die im Prolog erwähnt wird und der ein langer Weg voransteht, auf dem es viele überraschende Wendungen gab. Manche Entwicklungen hab ich geahnt, andere wiederum haben plötzlich völlig neue Perspektiven eröffnet.
Gerade wenn wir etwas durchleiden, schlimme Erfahrungen machen, sehen wir oft nicht, wozu das gut ist - natürlich sperrt man sich dagegen, eine ganz normale Reaktion, denn man will nicht, dass dieses schrecklich Gefühl tatsächlich für etwas gut sein kann; aber alleine schon etwas überstanden zu haben und vielleicht auch noch etwas daraus zu lernen, lässt uns wachsen - wenn man es zulässt.
Erwähnen möchte ich auch, dass der Rahmen, in dem die Geschichte spielt, sehr gut gewählt ist und jeder Moment perfekt in Szene gesetzt wurde. Auch im kleinen Detail findet man Verbindungen zu den Sehnsüchten der Figuren, in ihrer Lebensart, ihrem Umgang und auch ihrem Beruf.

Diese intensive Auseinandersetzung mit Elli fand ich einfach großartig gemacht: ehrlich, tiefgründig und mit vielen kleinen Botschaften durch ihre Freundin Kasia, die mich immer wieder zum innehalten und nachdenken gebracht haben. Hier bedient sie sich großartiger Metaphern und originellen, sehr anschaulichen Relationen, die einem viel mit auf den Weg geben. Es hat mich zutiefst berührt und ich empfinde diese Geschichte als wahren Schatz, um andere, sich selbst und das Leben besser zu verstehen.

© Aleshanee
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Tags: drama, eigenverlag, liebe   (3)
 

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227 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 80 Rezensionen

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Vox

Christina Dalcher , Marion Balkenhol , Susanne Aeckerle
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 15.08.2018
ISBN 9783103974072
Genre: Romane

Rezension:

"Denk darüber nach, was du tun musst, um frei zu bleiben.
Tja, mehr zu tun als rein gar nichts, hätte ein guter Anfang sein können."
Pos 354

Das denkt sich Jean, die mit ihrem Mann und vier Kindern in den USA lebt. Einem Land, dass sich binnen weniger Wochen in ein schreckliches Gefängnis verwandelt hat. Die Frauen, wortwörtlich mundtot gemacht, sollen sich wieder an ihre von Gott zugedachte Rolle gewöhnen. Putzen, kochen, Kinder kriegen und dem Mann gefällig sein und nur ja keine Widerworte geben.

Als ich zum ersten Mal von dem Konzept zur Handlung gelesen habe, hab ich mich gefragt: mit welcher Begründung wird die Autorin wohl diese abstruse Maßnahme begründen, dass den Frauen tatsächlich verbietet zu sprechen? Der Glaube bzw. ein religiöser Hintergrund war da am leichtesten einzusetzen. Zum einen, weil einfach grundsätzlich - und auch heute noch - viel reininterpretiert und fehlinterpretiert wird an den vielen Auslegungen von Glaubenstexten, zum anderen ist es an sich egal, welche Begründung dahinter steckt: die Herde ist viel zu leicht zu lenken.

Das zeigt gerade auch das Zitat, das ich oben erwähnt habe. Denn Jean wurde relativ früh darauf hingewiesen, dass sich in der Politik etwas tut, etwas, dass in eine völlig abstruse Richtung läuft, aber Jean, und da geht es ihr sicher wie vielen von uns, konnte einfach nicht glauben, dass das tatsächlich Realität werden würde. Das Aufwachen geschah zu spät und jetzt steckt sie mit all den anderen Amerikanerinnen fest in einem Land, in dem Frauen so gut wie keine Rechte mehr haben.
Jean hat vier Kinder, davon drei pubertierende Söhne und eine 6jährige Tochter, Sonia. Gerade ihr Schicksal macht Jean zu schaffen, denn wie sehr sie sich auch sträubt, sie muss der Kleinen beibringen und einimpfen, ja nicht zu viel zu sprechen.
100 Wörter sind nichts wenn man bedenkt, wie viel jeden Tag gesprochen wird. Wie wichtig es ist, sich auszutauschen, sei es wörtlich, in der Gebärdensprache, schriftlich oder in welcher Form auch immer: der Austausch mit anderen und die Möglichkeit, sich anderen mitzuteilen, ist nunmal grundlegend in unserer Gesellschaft. Aber auch die Jungs sind einem sehr prägenden Bild ausgesetzt und ich hab mich immer gefragt, welches Frauenbild sie wohl von einer Mutter haben, die "nichts zu sagen hat".

"Schließlich wird von meiner Tochter erwartet, eines Tages einzkaufen und einen Haushalt
zu führen, eine ergebene und pflichtbewusste Ehefrau zu sein. Dafür braucht man Mathematik,
keine Rechtschreibung. Keine Literatur, keine Stimme."
Pos 150

Erzählt wird das ganze aus Jeans Perspekive im präsens. So kann man ihren Gefühlen teilhaben, an der Wut, der Ohnmacht und auch dem Trotz, der sich immer wieder Bahn bricht. Es gibt immer wieder Momente in denen sie zurückblickt auf die Anfänge, auf die Entwicklung, was alles logisch ineinander aufgebaut ist.
Ein paar kleine Unstimmigkeiten gab es, die mich irritiert haben, die insgesamt aber nicht wirklich ins Gewicht gefallen sind.

Ich hab in einer Kurzmeinung gelesen, dass es in der zweiten Hälfte zu wissenschaftlich wurde, was ich aber gar nicht so aufgefasst habe. Es fallen einige Fachbegriffe, die ich nicht alle zuordnen konnte, die man aber im Kontext durchaus versteht und sich meist von selbst erklären. Ob die alle stimmig sind weiß ich nicht und man hätte es durchaus auch "verständlicher" umschreiben können, aber es hat einfach zum Umfeld und zur jeweiligen Situation gepasst.
Gerade über die Wernicke Aphasie gibt es einige interessante Details. Ich hab noch nie davon gehört, aber die Autorin erklärt es in einem kurzen Interview am Anfang des Buches (ich würde allerdings raten, es erst nach der Geschichte zu lesen, um Spoiler zu vermeiden). Diese Aphasie kann nach einem Trauma auftreten, bei dem der Patient zwar Sprechen kann, also richtige Wörter, diese aber in keinem Zusammenhang stehen. Das wird auch in der Handlung relevant, aber dazu möchte ich noch nichts verraten.

Es war jedenfalls beängstigend zu sehen, wie sehr hier in die verschiedenen Lebensbereiche eingegriffen und wie subtil aber sorgfältig alles umgesetzt wird.
Bezeichnend fand ich auch, dass mit die Grundlage der Staatsoberhäupter war, dass es in der heutigen Zeit keine Unterschiede mehr zwischen Mann und Frau gibt. Die (von Gott oder wem auch immer) festgesetzte Ordnung des arbeitenden Mannes und der heimischen Frau ist außer Kontrolle geraten und die Männer (viele, einige, alle?) können und wollen damit nicht mehr umgehen. Männer werden zu weich und ihrer Stärke beraubt, während Frauen sich mehr und mehr in die Berufung der Männer drängen und damit ihrer Berufung berauben.
Tja, natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Männern und Frauen, dazu muss man sich ja nur ihre Anatomie anschauen - aber das heißt ja nicht, dass ich ein Geschlecht in eine Rolle drängen muss oder auf irgendeine Art und Weise beschneide, dass derjenige kein selbstbestimmtes Leben führen kann.

Bei selbstbestimmtem Leben kommt man unwillkürlich auf den Begriff der Freiheit (hier muss ich mich kurz selbst bremsen, sonst schreibe ich selbst hier noch einen Roman), aber natürlich ist das hier auch ein wichtiger Punkt.

Was alles würdest du tun, um frei zu sein?


Pauschal kann man das nicht beanworten - um welche Einschränkungen geht es und welche Definition von Freiheit - doch ja, es gibt sicher Situationen, in denen wir töten würden. Jeder von uns. Nein, wahrscheinlich nicht jeder, aber wenn ein Familienanghöriger bedroht ist, ein guter Freund, das eigene Kind, ich glaube, dass da sehr viele über ihre moralischen Bedenken hinweg kommen würden.
Gar nichts zu tun, alles laufen zu lassen, so wie es in dieser Gesellschaft gelaufen ist, bringt meist nichts gutes. Hier hat die Autorin ein schönes Zitat von Edmund Burke eingeflochten:

„Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“

Ich hatte, wie oben bemerkt, bei ein paar Kleinigkeiten Probleme, es logisch nachzuvollziehen und hab auch zwischendurch nicht alles nachempfinden können, aber die Thematik ist wirklich sehr eindringlich und deutlich umgesetzt, mit einer sehr flüssigen und spannenden Schreibweise, dass ich durchweg gefesselt war und das Buch nicht aus der Hand legen wollte.

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: dystopie, verlag fischer   (2)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Nie sollst du vergessen: Ein Inspector-Lynley-Roman 11

Elizabeth George
E-Buch Text: 902 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 14.01.2014
ISBN 9783641136468
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: krimi, reihe, reread, verlag goldmann   (4)
 

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Rache der Orphans

Gregg Hurwitz , Mirga Nekvedavicius
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.08.2018
ISBN 9783959672153
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich mal ein Klappentext, der nicht zu viel verrät aber sehr gut umschreibt, worum es bisher ging und was man hier erwarten darf - muss ich auch mal positiv erwähnen :)

Die ersten beiden Bände fand ich ja schon richtig gut, aber der dritte topt das ganze meiner Meinung nach noch! Ich war recht schnell wieder in der Geschichte drin, was auch an den kleinen Infos zu den Vorgängern lag, die der Autor mit eingeflochten hat.
Es geht rasant vorwärts mit vielen Spannungsmomenten und ich fand es genial wie ich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite total gebannt war von den vielen Ereignissen, die das Leben von Evan Smoak auf den Kopf stellen.

Ich denke ich verrate nicht zuviel wenn ich sage, dass Evan, alias Orphan X, alias der Nowhere Man, dieses Mal jemanden an seiner Seite hat - siehe Cover. Gerade er, der sich als Waffe bezeichnet, als Maschine, die nur auf bestimmte Aufgaben ausgerichtet ist, muss sich vielleicht nicht zum ersten Mal mit einem anderen Menschen auseinandersetzen. Aber es war wohl noch nie in seinem Leben so intensiv, dass es seine Gefühle in Aufruhr bringt.
Ich mag ihn ja als Charakter total gerne, auch wenn er brutal ist, ein "Mörder", ein indoktriniertes Element der Regierung, der sich aber mittlerweile zurückgezogen hat, um mit seinen Fähigkeiten und auf seine Weise Menschen zu helfen; auf die einzige Art, die er gelernt hat. Natürlich spielt da Mitgefühl eine große Rolle, denn er kann ja kaum anders handeln durch das, was er erlebt hat. Gerade die Wandlung, die sich zwar sehr langsam, aber doch vollzieht, hat mich hier schon sehr berührt!

Insgesamt ist es aber ein Thriller, der diese Genre-Bezeichnung tatsächlich mal verdient. Ständige Flucht, actionreiche Schießereien, brutale Gangs, schlagkräftige Kämpfe, alles ist wohldosiert und in einer guten Mischung vereint und wirkt trotz der surrealen geballten Ladung immer authentisch. Ein bisschen merkt man wohl auch den Filmcharakter, da der Autor ja auch Drehbücher schreibt, denn ich hatte die Szenen immer sehr gut vor Augen und könnte mir gut vorstellen, das ganze auch mal verfilmt zu sehen!
Vom Schreibstil her ist es eher nüchtern, geht zügig voran, ohne sich mit zu vielen unwichtigen Details aufzuhalten. Mal abgesehen von den technischen Einzelheiten zu Waffen oder Überwachungsmöglichkeiten, die immer wieder einfließen; von denen versteh ich zwar nicht viel, lassen das ganze aber umso realistischer wirken!

Evans Vorliebe für Wodka erhält übrigens auch wieder Raum für ein paar ruhige Momente, aber in diesem Band hat sich der Autor zu dem Thema doch etwas mehr zurückgehalten :D

Interessant sind auch seine Gegenspieler und wie immer mehr aufgedeckt wird, was tatsächlich hinter dieser vehementen Verfolgung von Evan steckt. Hier ist noch viel Potenziel für die Fortsetzung vorhanden und ich freu mich schon, wenn sie hoffentlich bald auf deutsch erscheint!

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: reihe, thriller, verlag harper collins   (3)
 

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Wyvern

Veronika Serwotka
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 02.10.2017
ISBN 9783961730469
Genre: Fantasy

Rezension:

Worum gehts? Spoilerfrei!

In Canthar spitzen sich die Ereignisse zu: Intrigen und hinterhältige Mordanschläge häufen sich, die die Kommission immer mehr belasten.
Canthar ist ja eines der wenigen Länder, die sich mti den gefährlichen Wyvern herumschlagen müssen. Die Verbunde der gut ausgebildeten Jäger machen regelmäßig Jagd auf die fliegenden Echsen und sichern damit den Handel und die groß angelegten Arena-Kämpfe, die viele Schaulustigen anziehen und damit Geld in die Kasse bringen.
Wie man am Titel des zweiten Bandes sehen kann, erfährt der Leser jetzt mehr über die Reiter, die Ausgestoßenen aus Canthar, die sich mit den Wyvern verbündet haben und eine große Bedrohung für die Stadt darstellen - aber ist das tatsächlich so?

Meine Meinung

Mir hatte ja der erste Band schon sehr gut gefallen, aber den zweiten fand ich sogar noch einen Tick besser! Die Autorin hat es geschafft, mich mit ihrer fesselnden Schreibweise, den originellen Ideen und den verstrickten Handlungen von der ersten bis zur letzten Seite zu bannen!

Die Brüder Tarik und Quirin, die ich sehr ins Herz geschlossen habe, müssen einige schwerwiegende Prüfungen überstehen. Während der jüngere ja schon von Beginn an zu sich selbst und seinen Überzeugungen steht, hat Tarik einiges aufzuholen und macht eine große Entwicklung durch.
Währenddessen muss der Jäger Khaled, dessen Verbitterung zu einem unumstößlichen Hass auf die Wyvern geführt hat, sich ganz anderen Problemen stellen, denn die heimtückischen Ränke der Machthaber zwingen ihn zu einer riskanten Entscheidung.
Aber auch Fajeth, die Tochter des Bürgermeisters hat sehr mit sich zu kämpfen und kommt nur langsam hinter die Geheimnisse, die sich hinter den Kulissen der Führungsschichten abspielen.
Endlich kommt auch Licht in die Rolle der beiden Barden Everard und Fyrndolf, die immer mehr Einfluss auf die Geschehnisse nehmen.

Ihr seht, es ist sehr komplex, aber dafür durchwegs überschaubar aufgebaut. Man verfolgt die Ereignisse der Figuren durch wechselnde Perspektiven, die mal kürzer und mal länger andauern, und behält so einen guten Überblick.

Die Schreibweise ist zwar an sich einfach und flüssig, wirkt dabei aber auch äußerst anschaulich. Die Zusammenhänge klären sich immer weiter auf, die Charaktere wirken sehr detailliert, ohne zu sehr auszuschweifen und auch die Beschreibung zu den Einzelheiten der Welt und den Verbindungen der Verschwörungen nehmen immer deutlichere Formen an. Dabei ist das Verhältnis sehr ausgewogen und es wird nie langweilig! Durch den Sichtwechsel ergeben sich auch immer wieder Spannungsmomente und viel Abwechslung, ohne dass es gekünstelt wirkt.

Die Figuren finde ich allesamt sehr interessant, vor allem die Verhältnisse zueinander, die ohne erzwungene Problematiken oder Liebesaffären auskommen, dabei aber gerade deshalb absolut echt rüberkommen und zu Herzen gehen. Genauso wie die Wyvern, die eine faszinierende Spezies sind und deren Fähigkeiten immer wieder für Überraschungen sorgen. Authentisch wirken sie alle, egal ob liebenswert, verschroben, zweifelnd, oder grausam: eine perfekte Mischung für eine packende und eindrucksvolle Geschichte! Es wird an das Verständnis, die Toleranz appelliert, ohne zu ermahnen, aber auf jeden Fall ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie und warum Menschen so handeln, wie sie es für richtig halten. Das hat mich sehr beeindruckt!

Es gibt durchaus auch ruhigere Momente, aber auch dramatische Ereignisse, die sich im Laufe der Seiten immer mehr zuspitzen. Dabei gibt es einige aufwühlende Momente und grausame Misshandlungen, die sehr deutlich gemacht werden, ohne dabei zu sehr ins Detail gehen zu müssen.
Die Entwicklungen lassen auf viele neue Wendungen hoffen, auf die ich mich schon sehr in der Fortsetzung freue!

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: fantasy, reihe, verlag eisermann   (3)
 

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Tankstellenchips

Antonia Michaelis , Kathrin Schüler
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 23.07.2018
ISBN 9783789109188
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich bin ja ein großer Fan von den Büchern der Autorin - selbst Themen, die mich eigentlich nicht so reizen, verpackt sie mit ihrem besonderen Schreibstil und ihrer eigenwilligen Sichtweise in ein außergewöhnliches Leseerlebnis.

Aber ich möchte kurz noch auf die "Buch Verpackung" zum sprechen kommen, denn ich liebe es, wenn ich den Schutzumschlag abnehme und dann auf eine originelle Idee und Gestaltung treffe. Was es ist verrate ich nicht, da müsst ihr schon selber nachschauen! Das Cover an sich find ich jetzt nicht "schön", aber auf jeden Fall auffällig und mal etwas völlig anderes.

Die Handlung an sich war jetzt von der Idee her auch nicht so meins - solchen Geschichten und Themen gehe ich eher aus dem Weg, weil ich da im Alltag schon genug darüber höre, aber mich hat es interessiert, wie die Autorin das umsetzen wird.
Das Thema ist Flucht und wird auch auf vielerlei Arten in Szene gesetzt: Shayan, genannt Sean, flüchtet aus seinem Land Teheran, der kleine Davy flüchtet aus einem Heim und beide flüchten vor der deutschen Polizei, weil ihnen eine Menge an Missverständnissen passieren, die auf keine Kuhhaut passen :D Ja das Sprichwort ist extra gewählt, denn Kühe kommen recht häufig vor und sind mehr als einmal ein Hindernis, das die beiden aufhält bzw. weitertreibt. Irgendwie hab ich in Erinnerung, dass das öfter in den Büchern der Autorin vorkommt: also Tiere die immer wieder mal auftauchen.

Aber gerade Shayan flüchtet auch noch vor sich selbst. Es dringt immer wieder die Erwartungen der Familie durch, vor allem seines Vaters, "etwas aus sich zu machen und kein Versager zu sein." Dabei prallen dann auch sehr häufig die Kulturen aufeinander, die oftmals mit Humor gegenüber gestellt werden und dabei aufmerksam machen auf einen wichtigen Punkt: eine andere Gesellschaft, eine andere Lebensweise ist nicht so einfach zu verstehen, wenn man nicht damit aufgewachsen ist. Man verinnerlicht so viele festgefahrene Dogmen, dass es einfach schwerfällt, andere Sitten und Gebräuche und ja, auch Menschen, zu verstehen.
Humor ist ja bei mir immer ein etwas schwieriges Thema, aber ich fand es teilweise schon recht amüsant, teilweise konnte ich aber auch vieles nicht nachvollziehen. Zum einen weiß ich darüber einfach zu wenig Bescheid und manches hab ich im Zusammenhang wohl auch einfach nicht verstanden.

Das Buch hat definitiv einen ernsten Hintergrund, sollte aber schon mit Augenzwinkern gelesen werden, denn sie nimmt hier schon viel auf die Schippe. Überhaupt passiert den beiden Flüchtigen so immens viel und sie geraten von einer schwierigen Situation in die nächste, dass man hier über Logik oder Sinn nicht streiten braucht: diese Geschichte lebt einfach davon.

Der Held für mich war allerdings nicht Shayan, sondern Davy. Der Junge ist 8 oder 9 Jahre alt und muss ziemlich viel hinter sich haben. Viel erfährt man nicht, aber das wenige reicht eigentlich schon um zu wissen, dass es großen Mut erfordert für das, was er auf sich nimmt. Sein Ziel, seine Freiheit, lässt er dabei nie aus den Augen und klammert sich dabei sehr an seinen neuen großen Freund "Sean". So ein liebenswerter Kerl, der jeden zum Lächeln bringt und trotz seines Defizits ein absolut schlaues Kerlchen ist.
Davy hat nämlich ein kleines Problem mit der Sprache - er hat scheinbar nie so wirklich deutsch gelernt und alles nur aufgeschnappt, was an einen Jugendslang erinnert, vor allem durch das Verschlucken von Buchstaben.
Anfangs war das sehr ungewohnt zu lesen, vor allem auch, weil Shayan (Sean) im Dialog auch nur sehr gebrochen deutsch spricht und man hier etwas im Lesefluss gebremst wird. Allerdings hat mich das nicht lange gestört, weil ich dadurch einfach genauer und intensiver gelesen habe.

Wie oben gesagt gibt es logische Knackpunkte und ein Sammelsurium an kuriosen Zufällen, aber das ist eben auch das, was die Geschichte ausmacht. Shayan wirkte auf mich zuerst konfus, ängstlich, wirklich auch extrem naiv, aber durchaus liebenswert. Seine Suche nach einem Platz in Leben ist geprägt durch seine (der Erziehung geschuldete?) Vorstellung, dass jede Frau die er trifft eine potenzielle Heiratskandidatin ist und er sich alleine damit - plus einem Job und 10 Kindern - ein perfektes Leben haben wird. Diese Blauäugigkeit war mir an manchen Stellen etwas zu dick aufgetragen, aber es war auch insgesamt alles etwas überzogen dargestellt, was aber auch gewollt war, denke ich mal.

Es war für mich ein interessanter Ausflug zu diesem Thema dass mich zum großen Teil auch wirklich gut unterhalten hat. Vor allem bei den vielen Ideen war Antonia Michaelis hier sehr einfallsreich.

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: roadtrip, roman, verlag oetinger   (3)
 
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