Aleshanee

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171 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

new york, diebe, kinderbuch, maggie, 1870

Maggie und die Stadt der Diebe

Patrick Hertweck ,
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.07.2015
ISBN 9783522184038
Genre: Kinderbuch

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38 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 5 Rezensionen

krimi, weihnachten, klassiker, advent, klett cotta

Geheimnis in Weiß

J. Jefferson Farjeon , Eike Schönfeld , Martin Edwards
Fester Einband: 282 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 25.11.2016
ISBN 9783608961027
Genre: Krimi und Thriller

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18 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

sammlungen, england

Briefe vom Weihnachtsmann

J.R.R. Tolkien , Baillie Tolkien , Anja Hegemann , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 15.10.2016
ISBN 9783608960365
Genre: Fantasy

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29 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

wechselbalg, lichtkämpfer, erbe der macht, castillo, urban fantasy

Das Erbe der Macht - Band 3: Wechselbalg (Urban Fantasy)

Andreas Suchanek
E-Buch Text
Erschienen bei Greenlight Press, 01.12.2016
ISBN 9783958342286
Genre: Sonstiges

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39 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

thriller, enge, intrigen, verzweiflung, konflikte

Under Ground

S.L. Grey , Jan Schönherr
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453438101
Genre: Krimi und Thriller

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Tags: thriller, verlag heyne   (2)
 

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84 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

fantasy, reihe, magie, die brücke der gezeiten, david hair

Die Brücke der Gezeiten - Am Ende des Friedens

David Hair , Michael Pfingstl
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 23.06.2014
ISBN 9783764531263
Genre: Fantasy

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Tags: fantasy, reihe   (2)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

historischer roman, liebe, verlag edition a

Der Dornengarten

Wahrburg Eva
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei edition a, 01.10.2016
ISBN 9783990011805
Genre: Historische Romane

Rezension:

Zum Inhalt

1824

Maria von Eschweih ist in einem bizarren Käfig voller Glaubensfesseln aufgewachsen, in dem eine Frau nichts zählt und Demut und Strafen an der Tagesordnung stehen. Selbst 12 Jahre nach dem Tod ihres Ziehvaters ist sie noch immer in ihren eigenen Selbstzweifeln gefangen und verbringt ihre Tage einsam mit den Übersetzungen von Bibeltexten.

Doch alles ändert sich, als der Restaurator Herwegh auftaucht. Er soll in der Kapelle ein Fresko wiederherstellen und fällt der Hausherrin sofort durch seine ruppige und düstere Art negativ auf. Auch sein Verhältnis zu Frauen scheint äußerst rigoros und herabschauend zu sein - aber die beiden haben ein Geheimnis, das sie verbindet und je mehr es an die Oberfläche steigt, umso mehr Licht erreicht ihr einsames Leben - bis die Vergangenheit sie wieder einholt.

Meine Meinung

Wow! Mir fehlen wirklich die Worte für dieses Buch, weil es mich so überrascht hat und so unfassbar ungewöhnlich und fesselnd war, dass ich gar nicht weiß, wie ich es euch beschreiben soll! Ich hatte eine einfache Geschichte dahinter erwartet, einen typischen historischen Roman mit ein bisschen Liebe - und soviel mehr bekommen!

Die Atmosphäre ist von Anfang an sehr einnehmend. Die Einsamkeit der Gutsherrin Maria von Eschweih wirkt bedrückend und berührend. In jedem Wort und auch zwischen den Zeilen spürt man sehr genau, wie schwierig das Leben für sie ist und dass sie sich mit ihrem tragischen Schicksal eigentlich schon abgefunden hat.
Auch wenn man manches vielleicht nicht so recht nachvollziehen kann, wie sie denkt und fühlt, nähert man sich ihr immer mehr an, weil man nach und nach erfährt, wie die Vergangenheit sie geprägt hat. Die Wandlung, die sie durchmacht, geht nur langsam voran, doch es wirkt in keinem Moment so, als würde man auf der Stelle treten. Die Trostlosigkeit im Herzen von Maria und auch innerhalb der düsteren Mauern ihres Heimes sind ständig spürbar.

Vor allem der Schreibstil ist hier unglaublich gut an die Zeit angepasst, dabei ungewöhnlich ernst, aber mit viel Hingabe, dass es einfach eine Freude zu lesen ist. Eva Wahrburg vermittelt so viel Detailreichtum und Hintergrundwissen, philosophische Fragen und Metaphorismen, die ein perfekt inszeniertes Bild schaffen und viel zum Nachdenken anregen. Über mich selbst, über die Wahrnehmung, über die Vorurteile anderer gegenüber und wie sehr man sich vereinnahmen lässt von den Altlasten unserer Vergangenheit.
Aber auch über das damalige Leben, den Alltag, die Religion und die Schwierigkeiten, sich als Frau durchzusetzen geben dem ganzen eine authentische Note.

Die andere prägnante Figur ist Herwegh, der als roher und brutaler Kerl von Anfang an einen schlechten Stand hat. Allerdings zeigt auch er von sich nur eine Fassade, hinter die man immer wieder einen Blick werfen darf. Wahre Abgründe tun sich da auf und machen deutlich, wie sehr vergangene Ereignisse einen Menschen prägen und in eine Richtung entwickeln lassen, die man nur schwer wieder verlassen kann; auch wenn man es noch so gerne möchte. Nur ab und an blitzt für andere sichtbar der wahre Kern durch, den er vor allen anderen vorsorglich versteckt hält.

Menschliche Verhaltensweisen und die Suche nach Liebe stehen hier im Mittelpunkt in einer großartig beschriebenen Kulisse, in die ich wahrhaft eingetaucht bin und alles mit Genuss und ohne Hetze lesen wollte. Der Stempel "Historischer Roman" ist hier definitiv zu wenig, denn man bekommt eine unglaublich intensive Geschichte menschlicher Tragik, die mir noch lange in meinen Gedanken hängenbleiben wird.

Fazit

Meine Worte sind viel zu wenig für dieses fantastische Werk, dass mir in all seiner unscheinbaren Dramatik und der fesselnden Atmosphäre sehr zu Herzen gegangen ist. Das Schicksal der zwei Hauptfiguren ist so essenziell, dass ich es wirklich jedem ans Herz legen möchte, es einmal damit zu versuchen.

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: historischer roman, liebe, verlag edition a   (3)
 

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fantasy, frost, das frostmädchen, fantasie, stefanie lasthaus

Das Frostmädchen

Stefanie Lasthaus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453317291
Genre: Fantasy

Rezension:

Wunderschöne Liebesgeschichte in den einsamen Wäldern Kanadas, bedroht von einer uralten, gnadenlosen Magie

Zum Inhalt

Lauri sucht die Einsamkeit inmitten der unberührten Natur der Wälder Kanadas. In der Hütte von den Eltern seines Freundes. Die Abgeschiedenheit soll ihn inspirieren - er ist Maler, illustriert Kinderbücher und ein sehr zurückgezogener Mensch.
Zur gleichen Zeit hat die 21jährige Neve Streit mit ihrem Freund Gideon. Der Kurzurlaub in Longtree sollte die Beziehung wieder kitten, doch die Situation eskaliert. Mich nichts als dem, was sie an sich trägt läuft sie in den verschneiten Wald und wird dort von Lauri gefunden. Fast erfroren glaubt er schon, sie zu verlieren, aber sie scheint sich zu erholen.
Neve genießt die Fürsorge in der heimeligen Hütte, doch es ist die Zeit der Raunächte und nicht nur die Kälte droht das Schicksal der beiden zu

Meine Meinung

Ich kam recht schnell in den ruhigen und sehr angenehmen Schreibstil rein und war fasziniert von der kühlen Schönheit der Kulisse und den beiden Protagonisten, die eine ganz besondere Faszination auf mich ausgeübt haben.

Stefanie Lasthaus erzählt abwechselnd aus beiden Perspektiven und so taucht man nach und nach immer mehr in die verstrickte Gefühlswelt ein. Sie haben beide eine prägende Vergangenheit und fühlen sich vielleicht deshalb recht schnell zueinander hingezogen. Manchen mag das zu flott gehen, aber wenn man den richtigen trifft, denkt man nicht wirklich darüber nach. Gerade diese Situation allein im Wald, Neve verzweifelt und ängstlich durch den Vorfall mit ihrem Freund Gideon und Lauri, der sich so plötzlich diesem verletzlich wirkenden Geschöpf gegenübersieht, hat schon eine ganz besondere Atmosphäre.

Das zarte Herantasten der beiden, das Beobachten, Einschätzen und die Gefühle, die sich langsam ausgebreitet haben - das war so wunderschön sanft und intensiv beschrieben, dass ich mit jedem von ihnen mitgelitten und mitgefiebert habe und jeden Moment zwischen den beiden wie eine intime Nahaufnahme ihrer Seele erlebt hab. Zaghaft, vielleicht auch romantisch, aber keineswegs kitschig und in so einer behutsamen Art und Weise, die mich total berührt hat!

- Neve, sie ist für mich die Sehnsucht, die jeder von uns in sich trägt: nach einem Heim, einem Ort, wo man scih geborgen und beschützt, ja sicher, fühlt.
- Und Lauri ist für sie dieser Ort, diese Stille, die einen ausfüllt; wo man man selbst sein kann; ein verlässlicher Fels, der genau weiß, was man braucht

Und beide sind logisch denkende Menschen! Also kein Teeniegehabe oder überspannten, in die Länge gezogenen Verwicklungen, sondern echt wirkende Gefühle und Gedanken von zwei empathischen Charakteren, die genau hinschauen und sich sehr gut ihrer Gefühle bewusst sind. Ebenso ihrer Schwächen wie Berechnung, Egoismus und die tiefe Sehnsucht, jemand gleichgesinnten zu finden.

Gideon muss ich auch noch kurz erwähnen, denn obwohl er den Eindruck als machohafter, brutaler Rüpel macht, konnte ich seinen Standpunkt zu einem gewissen Grad verstehen. Neve muss noch viel lernen und sich aus ihrer Vergangenheit befreien - dafür war er einfach nicht der richtige.

Obwohl hier viel auf die einzelnen Situationen eingegangen wurde, war es bis auf den Schluss nie langatmig oder gar langweilig - nur gegen Ende zieht es sich mal ein bisschen, was ich aber nicht so schlimm fand. Die Autorin hat hier sehr gut eingeschätzt, wann sie eine neue Facette mit ins Spiel bringen sollte, die wieder Abwechslung und auch Spannung mit reingebracht hat. Denn zwischen knisterndem Kaminfeuer und erwachender Liebe wartet die strahlende, eisige Kälte, die schon die Hand nach den beiden ausstreckt.
Der magische Anteil wurde hier an die Sagen der Frau Holle angelehnt - die ja einige Hintergründe mehr aufzubieten hat als in Grimms Märchen und die perfekt zur Szenerie gepasst hat.

Während ich ein typisches Jugendbuch erwartet hatte, hat sich die Geschichte zu einem erwachsenen, teilweise ernsten und anspruchsvollen Charakterspiel entwickelt, das tief in die Gefühlsebenen der Menschen eintaucht. Der Liebe und Suche nach innerem Frieden steht in starkem Kontrast die bittere Kälte und die gnadenlose Macht und Verführung der Magie entgegen, die Neve unerbittlich herausfordert.
Es gab zwar einige Zufälle, die sich aber gut in das Gesamtbild eingeflochten und mich deshalb nicht gestört haben. Ein großes Plus war auf jeden Fall das man nie wusste, wie es tatsächlich für die beiden enden würde.

Die vielen negativen Rezensionen kann ich wirklich nicht nachvollziehen - vielleicht waren die Erwartungen eine andere. Diese Geschichte muss man einfach auf sich wirken lassen, genauso, wie sie daherkommt. Ruhig, aber eindringlich, gefühlvoll, aber nicht kitschig und mit viel einer so außergewöhnlichen Atmosphäre, die einen bis ins Herz trifft!

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: fantasy, liebe, märchen, verlag heyne   (4)
 

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fantasy, jugendbuch, witch hunter, band 2, spannend bis zum ende

Witch Hunter - Herz aus Dunkelheit

Virginia Boecker , Alexandra Ernst
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423761512
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zur Handlung

Im 16. Jahrhundert wird Elizabeth zur gefürchtesten Hexenjägerin ausgebildet, denn Magie ist verboten und wird, wenn nötig, auch mit dem Tode bestraft. Als sie jedoch hinter das Geheimnis der höfischen Intrigen kommt und sich alles ändert, woran sie bisher geglaubt hat, erkennt sie endlich, gegen wen und vor allem für was sie kämpfen muss.
Sie hat mächtige Verbündete gefunden und auch eine Liebe, die jedoch auf wackligen Füßen steht. Täuschung und Verrat begleiten sie weiterhin und am Ende muss sie zeigen ob sie den Mut hat, dem Plan ihrer Freunde zu trauen.

Meine Meinung

Trotz kleiner Kritiken an Band 1 hab ich mich auf die Fortsetzung gefreut. Das Cover passt perfekt in seiner Schlichtheit, auch wenn ich den Gesichtsausdruck des Mädchens hier nicht ganz so gut getroffen finde. Unter dem Schutzumschlag befindet sich auch hier ein gold geprägter Gegenstand, hier das Schwert Azeroth, das in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen wird.

Ich hab ein bisschen gebraucht, um wieder in die Geschichte reinzukommen, aber das ist mir dank der kleinen hilfreichen Anspielungen leicht gefallen. Aus der Ich-Perspektive von Elizabeth erzählt die Autorin im Präsens, sehr ungewöhnlich für mich, aber ich hab mich damit total wohl gefühlt. Das Tempo war gleichmäßig und angenehm; hatte zwar keine großen Spannungsbögen, aber hat mich doch durchwegs gefesselt.

Entgegen dem ersten Band war die Protagonistin greifbarer für mich. Die etwas aufgesetzte Art hat sich verflüchtigt und Elizabeth war hier recht nachdenklich und authentischer für mich. Sie hält an ihren neuen Grundsätzen fest und tut alles, um ihre Fehler wieder gutzumachen. Natürlich ist sie immer noch sehr jung und wirkt sehr reif in ihren Gedanken, Gefühlen und vor allem ihrem Kampfeswillen, aber es fühlte sich echt an. Genauso die Beziehungen untereinander, wobei mir vor allem Skyler wieder sehr positiv aufgefallen ist. Mit ihm hatte ich manchmal sogar auch etwas zu lachen ;)
Aber auch John macht einige Veränderungen durch und sein Part ist nicht zu unterschätzen. An manchen Stellen hätte es gerne noch etwas ausführlicher sein können, aber die Autorin hat hier dem angegebenen Alter entsprechend alles etwas kompakt gehalten, was ich gar nicht mal schlecht fand.

Gefehlt hat mir wieder der Bezug zu der historischen Zeit, was mir vor allem in den Dialogen aufgefallen ist. Aber da ich das schon vom ersten Band her wusste und ich mich darauf eingestellt hab, war das nicht mehr so schlimm. Einige kleine Ungereimtheiten sind mir auch aufgefallen, im Großen und Ganzen war es aber okay.

Alles dreht sich um den Kampf gegen Elizabeths ehemaligen Lehrmeister Blackwell, der alle Macht an sich reißen will, aber auch viele kleine Konflikte, die unter den Verbündeten schwelen und der Geschichte eine packende Vielfalt verleihen. Es hätte alles auch noch differenzierter ausfallen können, aber die Balance wurde recht gut gehalten und nicht alles muss immer bis ins Detail erklärt werden - grade als Jugendbuch fand ich die Dynamik gerade richtig gewählt.

Der Kampf ist blutig, die Gefühle intensiv und das Schicksal des Landes hängt davon ab, ob die ehemalige Hexenjägerin Elizabeth, der Heiler John, der Zauberer Nicholas und der Wiedergänger Skyler gegen die Machtbesessenheit von Blackwell bestehen können.

Fazit 4.5 Sterne

Ich war ja nicht ganz so begeistert vom ersten Band wie so viele andere und hab mich mega gefreut, dass der zweite mich so positiv überrascht hat. Flüssig zu lesen und mit vielen schönen Momenten hat der Abschlussband sehr gut gefallen, auch wenn ich auch hier ein paar kleine Kritikpunkte hatte.

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: fantasy, historischer-roman, jugendroman, reihe, verlag dtv   (5)
 

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218 Bibliotheken, 21 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

thriller, liebe, mord, vertrauen, roman

The Chemist – Die Spezialistin

Stephenie Meyer , Andrea Fischer , Marieke Heimburger
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 08.11.2016
ISBN 9783651025509
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Autorin kennt man ja hauptsächlich aus dem Hype um ihre Twilight Bücher - mich hat sie aber hauptsächlich mit ihrem Buch "Seelen" erreicht, dass ich um einiges besser fand, was Schreibstil und Umsetzung anbelangt.
Jetzt war ich natürlich neugierig, denn auch wenn auf dem Cover "Roman" steht, suggeriert der Klappentext doch eher einen spannenden Agenten Thriller.

Ich hab mich wirklich sehr drauf gefreut und hatte hohe Erwartungen; umso enttäuschter war ich nach den ersten Seiten.
Das Leben von Juliana Fortis ist geprägt von Paranoia; gerechtfertigt, da sie seit 3 Jahren auf der Flucht vor den Auftragskillern der Regierung ist. Viel zu detailliert und in unzähligen Wiederholungen wird das Thema und wie sie sich schützt durchgekaut und am liebsten hätte ich öfters mal einige Seiten überblättert. Es zog sich wirklich hin, bis endlich mal etwas passiert ist und selbst nach kurzen Highlights oder spannenden Szenen ging das gleiche Prozedere weiter.

Der Charakter von Juliana ist mir nicht schlüssig gewesen. Es hat mich doch wieder zu sehr an das Jugendbuchformat von Twilight erinnert, obwohl Juliana hier um die 30 Jahre alt sein müsste. Einerseits ist sie extrem naiv auf zwischenmenschlicher Basis, andererseits gegenüber der Folter, die zu ihrem Beruf gehörte, ziemlich kaltschnäuzig bzw. gleichgültig geworden. Das klingt für einen Moment durchaus logisch, denn sehr kluge Menschen (sie ist im Bereich Biochemie ein Ass) haben ja meist ein soziales Defizit. Für mich kam das alles aber leider äußerst unglaubwürdig rüber.
Genauso Daniel, den eine gemeinsame Flucht mehr oder weniger an sie gekettet hat - ein selten treudoofer, blauäugiger Kerl, der von so wenig eine Ahnung hat, dass ich mich wundere, wie er bisher sein Leben bestritten hat. Viel zu weich und ohne Ecken und Kanten, während Juliana nur daraus zu bestehen scheint.

Bei einigen anderen Rezensionen hab ich schon gesehen, dass die Leser von der "romantischen Liebesgeschichte" in diesem Buch schwärmen, die sie an die Twilight Bücher erinnert - davon konnte ich ehrlich gesagt auch nichts finden, da die beiden zwar geflirtet haben, aber das Gefühl für diese aufkeimende Beziehung ist bei mir nicht angekommen.
Am liebsten mochte ich den dritten im Bunde. Seine Dialoge waren witzig und seine raubeinige Art auf gewisse Weise charmant und gab dem ganzen etwas Pep. Wer er ist möchte ich hier zwecks Spoiler nicht verraten. Allerdings war es für mich viel zu schnell klar, denn das Geheimnis, dass durch ihn gelüftet wird, hätte noch etwas besser versteckt werden müssen.

Im letzten Drittel hat das Tempo dann endlich etwas angezogen und es kam dann doch noch Spannung auf, das hat wieder einiges wett gemacht und das Ende hat mich dann ein bisschen für den langatmigen Weg dahin entschädigt.

Fazit

Der Sprung vom Jugend- zum Erwachsenengenre ist Stephenie Meyer mit diesem Buch meiner Meinung nach nicht wirklich gelungen. Zu viele Beschreibungen und Wiederholungen zu unnötigen Details und ein zähes Vorangehen hat kaum Spannung gebracht. Gegen Ende kam dann aber doch noch etwas Tempo auf, was dann aber nicht mehr viel gutmachen konnte.

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: roman, thriller, verlag fischer   (3)
 

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

science fiction, scifi, rezension, verlag crosscult, außerirdische

Lagune

Nnedi Okorafor
Flexibler Einband: 370 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 26.09.2016
ISBN 9783864258732
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Klappentext

Drei Fremde, jeder durch seine eigenen Probleme isoliert:
Adaora, die Meeresbiologin, Anthony, der in ganz Afrika berühmte Rapper, Agu, der sorgengeplagte Soldat. Während sie über den Strand von Lagos, Nigerias legendärer Mega-City, wandern, sind sie einsamer, als sie es jemals zuvor waren.

Doch nachdem ein Meteorit in den Ozean stürzt und eine Flutwelle über sie hinwegspült, finden sich diese drei Leute auf eine Weise miteinander verbunden wieder, die sie nie erwartet hätten. Sie treffen auf Ayodele, einen Besucher von jenseits der Sterne. Und plötzlich verändert sich die ganze Welt - und sie sind der Schlüssel, die Verbindung zur Rettung allen Lebens.

Meine Meinung

Auf dieses Buch bin ich durch die begeisterte Rezension bei Astis Hexenwerk aufmerksam geworden! Sie hat so davon geschwärmt, dass ich es mir nochmal näher ansschauen musste - und das Cover finde ich ja mal richtig genial!

Aber auch die Geschichte dahinter klingt interessant, denn die Außerirdischen sind hier alles andere, was wir aus den üblichen Schemas kennen.

Der Schreibstil war für mich extrem ungewohnt. Sehr kurz und bündig, manchmal wirkte es auch etwas zerstreut, aber dafür sehr deutlich in dem, was Nnedi Okorafor zeigen möchte. Durch Astis Rezension wusste ich, dass es sich um Veränderungen dreht, in jeder möglichen Hinsicht.
Veränderungen haben ja meist einen Auslöser. Auch wenn der Drang dazu schon lange in einem (oder einer Gesellschaft) schlummert, braucht es oft einen gewissen Reiz von Außen, der ihn bewusst macht. Die Bereitschaft dazu steht allerdings auf einem anderen Blatt und jeder Mensch hat Chancen, etwas daraus zu machen - ob er sie nutzt und wie, ist eine andere Frage.

Die Geschichte baut sich nicht langsam auf, sondern man wird direkt mit den Ereignissen konfrontiert, die sich um die vier Hauptprotagonisten drehen. Auf die Beeinflussung der restlichen Welt wird nicht eingegangen, sondern beschränkt sich hauptsächlich auf die Figuren. Dabei beschränkt sich die Autorin aber nicht auf die im Klappentext erwähnten Hauptcharaktere.
Die Meeresbiologin, der Musiker und der Soldat standen hier für mich für das Denken, die Worte und die Taten, mit denen wir viel in Bewegung setzen können. Hier sogar wortwörtlich. Aber es gab auch noch viele Randfiguren, die alle ihren besonderen Platz gefunden haben und zeigen sollten, wie sehr man sich in Menschen täuschen kann, wie sie sich selbst täuschen und wie unterschiedlich sich solch ein Ereignis auswirken kann.
Das Chaos kommt erst später und die Reaktionen darauf sind so verschieden wie die Menschen selbst.

Auch wenn der Auslöser, also die Ankunft der Außerirdischen, nicht die Quelle ist, war es hier der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Die Außerirdische, die sich hier Ayodele nennt, sucht eine neue Heimat für sich und ihresgleichen. Das Erkennen der Menschen verändert auch ihre Sichtweise, denn sie sieht nicht nur gutes, sondern auch viel schlechtes, dass ja tagtäglich überall um uns herum geschieht. Sie möchte gutes bewirken, aber nicht alle verstehen in ihrer Ankunft die Möglichkeiten, die sich bieten.

Ein bisschen hat mir noch die Direktheit gefehlt bzw. das Ziel, dass ich bei so vielen philosophischen Anspielungen erwartet hatte. Aber ich denke, Nnedi Okorafor wollte gerade die Vielfalt der Verhaltensweisen zeigen, mit der wir uns Tag für Tag auseinander setzen müssen, ohne wirklich darüber nachzudenken und vieles offenlassen, um sich eine eigene Meinung dazu zu bilden.

Fazit

Eine sehr ungewöhnliche Geschichte über die vielen Chancen, und den Mut, genauer hinzuschauen und Möglichkeiten wahrzunehmen, sich zu verändern. Mehr darüber nachzudenken, was auf der Welt passiert und einen neuen Weg positiv zu sehen.
Ob ich alles so richtig nachvollziehen konnte, weiß ich noch nicht. Das ist so eine Geschichte, die man erst wirken lassen muss.

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: roman, science fiction, verlag crosscult   (3)
 

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

steampunk, fantasy, zwerge, krimi, elfen

Drúdir: Ein Steamfantasy-Roman

Swantje Niemann
E-Buch Text: 444 Seiten
Erschienen bei neobooks, 12.08.2016
ISBN 9783738080285
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wow! Ich bin einfach nur begeistert! Ich hab hier eine Perle gefunden, bei der die Mischung aus typischen Fantasyfiguren wie Zwergen und Elfen mit Steampunkelementen perfekt gelungen ist!

In dieser Welt, in der die Magie sich zurückgezogen hat, forschen die Zwerge mit ihrem Hang zur Technik und Wissenschaft an vielerlei Errungenschaften, die man sich in dem Zusammenhang gar nicht vorstellen kann: dampfbetriebene Züge, rollende Treppen, mechanische Gerätschaften usw. so dass Zwerge mit Zylinder und Taschenuhr ein alltägliches Bild in der von ihnen beherrschten Union abgeben.
Ganz im Gegensatz zu den Elfen von der Insel Cirdaya, die mit dem ständigen Fortschritt nicht mithalten können und die immer stärker werdende Überlegenheit des kleinen Volkes sehr missbilligend beobachten. Eine Welt, in der ich mich trotz der vielen orginellen und vor allem ungewöhnlichen Ideen, die Swantje Niemann hier zusammengeworfen hat, sofort wohl gefühlt habe und die einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.
Die politische Lage und die Zwistigkeiten der Völker werden geschickt in die Handlung eingewoben, ohne dass es zu ausufernd oder langweilig wird. Das gilt für alle Handlungsstränge, die zwar detailliert, aber auf den Punkt erzählt werden.

Ich war von der ersten Seite an gefesselt, denn nicht nur die Schauplätze, bei denen man sofort in die Geschichte eintaucht, wirken anschaulich und lebendig, auch der Schreibstil ist anspruchsvoll und spiegelt perfekt die Atmosphäre wieder! Die Sätze sind zwar gerne mal verschachtelt und man muss schon genau lesen, aber es wird nicht anstrengend! Die Kapitel sind in die Sichtweisen der Figuren aufgeteilt, so dass man jeden von ihnen kennenlernen und die Gefühle spüren kann, die sie alle antreibt oder auch zurückschrecken lässt.

Auch die Hintergründe sind sehr verstrickt - es geht um einen Mord, politische Intrigen, die Angst vor dem Unbekannten: der schwach gewordenen Magie und die Allmacht der Technik, die in den Händen von machtbesessenen Extremisten einen Krieg heraufbeschwören könnte. Und mittendrin der Zwerg Drúdir, der seine magischen Fähigkeiten nicht wahrhaben möchte.

Die Charaktere sind hier unglaublich gut in all ihren Facetten dargestellt. Verschroben, skurril oder einfach gestrickt, aber nicht zu unterschätzen. Jeder von ihnen wird in seiner Art und seinen Beziehungen zu den anderen, mit denen sie sich auseinander setzen müssen, perfekt porträtiert. Es gibt hier kein Muster, sondern jeder für sich ist sehr speziell und etwas ganz besonderes!

Die Ideen sind vielfältig, teilweise nicht neu, aber neu definiert und ergeben dadurch ein faszinierendes und für High Fantasy Fans völlig außergewöhnliches Leseerlebnis. Ebenso wie die Magie, deren spezielle Definition eine große Faszination ausgelöst hat.

Am Ende wartet noch ein Glossar, in dem man alle wichtigen Charaktere, die Orte, die Mythologie und einiges andere der ungewöhnlichen Welt nachschlagen kann.

Fazit

Die typischen Vertreter der High Fantasy wie Zwerge und Elfen mit ihrer Magie werden hier mit dem Charme der vielfältigen Feinmechanik des Steampunk vermischt. Dazu kommen ein Mord, politische Intrigen und Charaktere, die so außergewöhnlich wie speziell sind, dass mich die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite völlig in den Bann gezogen hat.

Ich würde mich sehr freuen, wenn es noch mehr aus dieser Welt zu lesen geben wird!

© Aleshanee
Weltenwanderer

  (10)
Tags: fantasy, steampunk, verlag neobooks   (3)
 

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135 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

endzeit, justin cronin, vampire, fantasy, dystopie

Die Spiegelstadt

Justin Cronin , Rainer Schmidt
Fester Einband: 992 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 31.10.2016
ISBN 9783442311804
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Spoilerfrei

3 Jahre ist es her, seit ich die ersten beiden Bände der Passage Reihe gelesen habe und ich war schon ein bisschen am zweifeln, ob ich bei dem immensen Pensum nach der langen Zeit schnell wieder in der Geschichte einfinden kann: Es war überhaupt kein Problem!

Zum einen beginnt Justin Cronin zu Anfang mit einer Art Bibeltext, in dem er die wichtigen Ereignisse aus den Vorbänden zusammenfasst. Zum anderen kann er es halt einfach! Er verwebt das Vorwissen so geschickt mit der Handlung, dass ich überhaupt keine Probleme hatte, mir wieder alles, was passiert war, ins Gedächtnis zu rufen.

Eine Rezension hierzu ohne Spoiler zu schreiben ist nicht grade einfach, aber ich möchte, dass viele Buchverrückte das lesen und auf die Reihe aufmerksam werden, denn ich finde sie einfach genial und hab mich sehr gefreut zu hören, dass FOX plant, eine Serie draus zu machen! :)

Aber worum gehts überhaupt ... kurz umrissen: Ein Virus, das Unsterblichkeit versprechen sollte, gerät außer Kontrolle und lässt Menschen zu vampirähnlichen Blutsaugern mutieren, die Virals genannt werden. Die Menschheit wird nahezu ausgerottet und nur das Mädchen Amy scheint der Schlüssel zur Rettung zu sein.

Auch im letzten Teil behält Cronin seinen Stil bei und springt gerne in der Zeit hin und her. Während man anfangs die Entwicklung der Menschen bzw. der einzelnen Protagonisten aus den Vorgängern in der Zukunft verfolgen kann, reist er gerne auch in die Vergangenheit, um eine, ja, eine Art Lebenslauf mit Liebesgeschichte eines der Virals zum Besten zu geben, um dann langsam aber sicher zum spannenden Teil zu kommen, dem Showdown, auf den wir alle gewartet haben.

Dabei schafft er es wieder, obwohl scheinbar nicht viel passiert (grade am Anfang) alles so fesselnd zu schreiben und den Stil dabei auch perfekt an die Situationen anzupassen, dass es mir jedes Mal schwerfiel, das Buch aus der Hand zu legen! Denn die Sicherheit ist trügerisch und ein Sturm braut sich zusammen.

Die Schlinge zieht sich zu und der Autor beschreitet ungeahnte Wege zum großen Finale. Und das ist wirklich groß, ich kam mir beim Lesen vor wie in einem Hollywoodfilm! Phantastische Szenen und ein spannender Showdown, der aber noch nicht das Ende ist. Denn Cronin lässt seine Geschichte mit schönen Momenten ausklingen und widmet den Epilog (der etwas kürzer hätte ausfallen können) einer noch ferneren Zukunft mit einem Schluss, der mich sehr berührt hat.

Fazit

Unerwartet. Das ist das Wort, das mir dazu als erstes einfällt. So viele Geschichten und Ereignisse, die mich überrascht und in Sicherheit gewiegt haben, bis der große Showdown mit vielen Rafinessen ein spannendes Finale eingeleitet hat.
Eine grandiose Ära von Amy und den Zwölf haben ein gebührendes Ende gefunden!

© Aleshanee
Weltenwanderer

Die Passage

1 - Der Übergang
2 - Die Zwölf
3 - Die Spiegelstadt

  (11)
Tags: postapokalypse, reihe, vampir, verlag goldmann   (4)
 

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157 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

freiheit, liebe, alter, tod, kanada

Ein Leben mehr

Jocelyne Saucier ,
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 08.08.2015
ISBN 9783458176527
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: roman   (1)
 

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(61)

178 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

fantasy, david hair, magie, fantasie, highfantasy

Die Brücke der Gezeiten - Ein Sturm zieht auf

David Hair , Michael Pfingstl
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 09.12.2013
ISBN 9783764531287
Genre: Fantasy

Rezension:

Schon lange stolpere ich immer wieder über diese Reihe und jetzt bin ich froh, dass ich endlich mit dem ersten Band gestartet bin! Zum Glück wusste ich durch einige Rezensionen, dass man anfangs etwas Durchhaltevermögen braucht und es hieß, dass es erst im zweiten Band so richtig losgeht.

Dem kann ich nur teilweise zustimmen. In den ersten Kapiteln war ich tatsächlich etwas überfordert. Diese fremde Welt hat viele Völker, Religionen, neue Begriffe, eine komplexe Magie und viele Figuren, die eine Haupt- oder Nebenrolle spielen. Damit braucht man sich aber nicht aufhalten oder sich den Kopf zerbrechen, denn der Autor schafft es sehr gut, das ganze nach und nach bildhaft und begreiflich zu machen und alles wichtige in den Gedanken der Leser festzuhalten!

"Ein Sturm zieht auf" - genau dieses Gefühl hatte ich, nachdem ich das erste Drittel endlich hinter mir gelassen hatte. Dann nimmt das ganze an Fahrt auf und fühlt sich an wie ein Aufbrauch, eine große Wende, die das Schicksal der zwei Kontinente einleitet. Zweier Seiten, die nur alle 12 Jahre durch die Gezeitenbrücke miteinander verbunden sind.

Je weiter man liest, desto mehr taucht man ein und es hat richtig Spaß gemacht, diese Welt zu entdecken! Ich liebe es ja sehr, wenn eine Fantasywelt durchdacht ist und mit vielen kleinen originellen Details aufwartet und David Hair verspricht hier einiges! Bei dem Ost-West Konflikt, den Bräuchen und Religionen findet man viele Parallelen zu unserer Welt, aber er hat daraus etwas ganz neues entwickelt, eine Geschichte, die unserer ähnlich ist, aber aus einem ganz anderen Blickwinkel neu erzählt wird!
Der Stil passt sich sehr gut dieser Welt an, verliert sich gerne in Details, weiß aber auch wieder zum roten Faden zurückzufinden. Etwas Konzentration ist schon gefordert durch die vielen verstrickten Verwicklungen, deshalb sollte man sich beim Lesen ruhig die Zeit nehmen und es in Ruhe genießen ;)

Die drei Hauptfiguren werden nach und nach in den Vordergrund gerückt, wobei es auch einige Nebencharaktere gibt, die ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
Während z. B. Elena Anborn, eine Spionin, gerade eine große Veränderung durchgemacht hat, steht sie dem jungen Magus Alaron noch bevor, denn seine 7jährige Ausbildung zum Magi nähert sich dem Ende. Der Händler Ispal wird vor eine verzwickte Wahl und das Leben von Ramira aus Lakh völlig auf den Kopf gestellt, während der Jungspund Kazim durch eine folgenschwere Entscheidung alles genommen wird, womit er seine Zukunft aufbauen wollte.

Es gibt kleinere Querelen und größere Scharmützel, die einen bedeutenden Einfluss auf die Zukunft der Welt Urte haben werden. Etwas braut sich zusammen und das hier war nur das Vorspiel, denn es sind nur noch wenige Monate bis zur nächsten Mondflut, wenn die Brücke wieder passierbar wird. Und beide seiten rüsten zum Krieg!

Sehr schön fand ich auch die kurzen Ausschnitte an den Kapitelanfängen, durch die man Hintergründe über die Länder, die Völker, die Kriege oder die Magie erfahren hat.
Vorne im Buch gibt es eine Karte, mit der man sich gut orientieren kann und hinten im Buch ein Glossar über die Vorgeschichte von Urte mit den wichtigsten Daten, die Religion, die Zeitrechnung, und die Magie.

Fazit

Ein Anfangs etwas zäher, aber sich dann recht schnell steigernder Auftakt in einer faszinierenden Welt, die perfekt aufgebaut wurde; mit differenzierten Details der Völker, Religionen und Magie. Ebenso die prägnanten Charaktere, die in dem aufziehenden Krieg auf eine harte Probe gestellt werden und sämtliche Schattierungen von Verrat, Leichtsinn, Angst, Gehorsam und Habgier kennenlernen müssen.
Mit 4 Sternen lasse ich noch etwas Luft nach oben und freu mich schon sehr auf die Fortsetzung!

© Aleshanee
Weltenwanderer

Die Brücke der Gezeiten

1 ~ Ein Sturm zieht auf
2 ~ Am Ende des Friedens
3 ~ Die scharlachrote Armee
4 ~ Die Waffen der Wahrheit
5 ~ Der Zorn des Propheten
6 ~ Der unheilige Krieg

  (7)
Tags: fantasy, reihe, verlag penhaligon   (3)
 

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roboter, science-fiction, fiktion, mensch, verlag knaur

Mr. Sapien träumt vom Menschsein

Ariel S. Winter , Oliver Plaschka
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2016
ISBN 9783426519325
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Das Cover und der Titel haben mich sofort an den Film "Der 200 Jahre Mann" mit Robin Williams erinnert - und meine Erwartung war ein ähnliches Thema, dass sich mir aber nicht so recht erschließen konnte.

Das war ein Buch, dass mich etwas irritiert zurückgelassen hat und bei dem ich mir nicht sicher bin, ob ich alles verstanden bzw. den Sinn begriffen habe. Philosophische Gedanken von Mr Sapien habe ich erwartet und erzählt wurde mir eher die Geschichte über Barren Cove und seine Bewohner: eine Roboterfamilie, die einen jungen Menschen bei sich aufgenommen hat, dessen Gegenwart alle in ihrer Entwicklung beeinflusste. Mr Sapien fungiert hier eher als Beobachter und zieht seine Schlüsse daraus - ich bin mir sicher, dass andere Leser vielleicht besser dahintersteigen, mir blieb das ganze ein wenig suspekt.

Soweit, so gut. Die wenigen Passagen mit Mr Sapien wurden in der Ich Perspektive erzählt, alles andere um Mary, Kent, Clare und Beachstone aus der auktorialen. Den Stil empfand ich sehr monoton und trocken - was natürlich zu den Figuren der Roboter passt, mich dadurch aber nicht wirklich erreicht hat.

Es spielt in einer Zukunft, in der es nur noch wenige Menschen gibt und die Roboter das Sagen haben. Dass sie "damals" von Menschen sozusagen erschaffen wurden, will keiner mehr wissen oder wahrhaben, denn Menschen sind für sie schwach und unzweckmäßig: überflüssig. Und viel zu schwach und verletzlich, als dass sie tatsächlich mal die herrschende Rasse auf der Erde gewesen sein könnten.
Doch was ist nützlich, worin besteht der Sinn der Existenz? Das fragen sich auch die Mitglieder der Roboterfamilie oder eher Gemeinschaft auf Barren Cove und jeder von ihnen bildet sich darüber eine andere Meinung. Gefühle werden hier sehr seltsam widergegeben. Einerseits können die Roboter nicht so empfinden wie die Menschen, spüren aber doch so etwas wie Zorn und Eifersucht oder eine gewisse Befriedigung, wenn sie jemanden zum Lächeln bringen oder zum Weinen. Je nach Gesinnung. Ich muss gestehen, dass mir keine der Figuren recht sympathisch war, ich mir aber etwas mehr gewünscht hätte - das hat mir einfach nicht alles auf die 240 Seiten gepasst.

Vor allem der Neid spielt auf beiden Seiten immer wieder eine Rolle: entweder auf Zuneigung, auf die Zeit, die ja bei den Menschen beschränkt ist, dem Können und Wissen, das sich die Roboter ohne Mühe anreichern können ... und stellt so gegenüber, welche Vorteile eine "Maschine" gegenüber dem Menschen hat und umgekehrt. Auf was der Autor jetzt aber genau rauswollte hat sich mir aber auch am Ene nicht recht erschlossen. Alle wollten auf ihre Art Aufmerksamkeit und eine Daseinsberechtigung, ein Leben, das es Wert ist, gelebt zu werden.
Eine Maschine mit Gefühlen ist für mich eine sehr, sehr abstrakte Vorstellung, vielleicht konnte ich mich deshalb nicht so recht damit auseinander setzen.

Fazit

Eine für mich leider etwas verworrene Geschichte, die interessante Ansätze hat. Anscheinend hab ich den Sinn dahinter nicht so ganz verstanden und durch die etwas spröde Schreibweise, die zwar zu den Robotern als Protagonisten passt, aber alles recht gleichgültig erscheinen ließ, bin ich weder den Figuren noch der Handlung recht nah gekommen. Trotzdem hat es einige interessante Aussagen, die uns in der Zukunft (hoffentlich nicht) beschäftigen werden. Ich bin sicher, dass andere Leser mehr damit anfangen können ;)


© Aleshanee
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  (8)
Tags: fiktion, roman, science-fiction, verlag knaur   (4)
 

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277 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 19 Rezensionen

vampire, bourbon kid, fantasy, anonymus, mord

Das Buch ohne Staben

Anonymus , Axel Merz
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 20.01.2012
ISBN 9783404206407
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: reihe, thriller, vampire, verlag lübbe   (4)
 

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49 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

urban fantasy, erbe der macht, essenzstab, fantasy, magie

Das Erbe der Macht - Essenzstab

Andreas Suchanek
E-Buch Text
Erschienen bei Greenlight Press, 28.10.2016
ISBN 9783958342255
Genre: Fantasy

Rezension:

Info zur Serie

Die Reihe "Das Erbe der Macht" erscheint monatlich als E-Book mit ca. 120 bis 150 Seiten
und alle drei Monate als Hardcover-Sammelband.
Das Hardcover fasst jeweils drei Romane zusammen und hat etwa 350 Seiten.

Um was gehts?

Alexander Kent ist mitten in die magische Welt gestolpert, die seit über 100 Jahren hinter einem verzauberten Wall verborgen liegt. Nach dem ersten Schrecken erkennt er sehr schnell, welche Möglichkeiten sich ihm bieten, doch seine Partnerin Jen ist alles andere als begeistert. Die beiden sind
Als sie den Essenzstab für Alex holen wollen, geraten sie in einen Hinterhalt.
Die anderen Mitglieder von Jens Team, die zu den Lichtkämpfern gehören, versuchen derweil herauszufinden, wer hinter dem Mordversuch von Mark steckt. Jens vorherigem Partner.
Doch nicht nur die Schattenkrieger haben einen perfiden Plan geschmiedet, auch eine uralte Widersacherin sinnt auf Rache und sie hat schon längst Zugriff auf das geheime Castillo ...

Meine Meinung

Das Buch fängt gleich mit einer kleinen Rückschau an, was im ersten Band bisher passiert ist. Der Autor hat alles perfekt und bündig zusammengefasst, so dass ich sofort wieder alles im Kopf hatte.

Zu Beginn kam mir der Schreibstil nicht ganz so flüssig vor, aber das hat sich recht schnell gelegt. Durchwegs unterhaltsam und mit gutem Tempo geht die Geschichte weiter und dieses Mal dreht sich alles hauptsächlich um Alex und Jen.

Die beiden sind sich ja nicht wirklich sympathisch und können die Art des anderen nicht ausstehen. Nachvollziehbar, aber gerade durch den erwachsenen Eindruck, den ich von ihnen hatte, wirkte es teilweise doch etwas kindisch auf mich. Gerade weil sie beide ja tiefgreifende Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht haben müssten sie wissen, wie sehr einen das verändern kann. Und wie sehr man sich oft unmöglich verhält, obwohl man es eigentlich besser wüsste. Gerade weil man in die Erfahrungen aus der Vergangenheit verstrickt ist.
Allerdings müssen sie sich irgendwie zusammenraufen, denn die Bedrohung rückt immer näher.

Es war nach meinem Empfinden nicht ganz so aufregend wie im ersten Teil, wo alles noch neu war und man ganz frisch in diese magische Welt eingetaucht ist. Aber natürlich gibt es kleine Besonderheiten aus der Zaubertrickkiste, die immer wieder eingestreut werden und zeigen, dass sich Andreas Suchanek sehr gut mit "seiner" Welt beschäftigt hat. Die ganze Magie umfasst wirklich immens viele Details, die alles abrunden und sehr gut durchdacht sind.
Dieser Band war für mich eher wie das Vertiefen vom Verständnis der Charaktere und der Ereignisse, die man ja erst kurz kennengelernt hat und passt somit wunderbar in das Format als Reihe, die der Autor gewählt hat.

Die Suche nach dem Verräter innerhalb der Mauern der Lichtkämpfer läuft auf Hochtouren, aber sie kommen ihm, oder ihr, einfach nicht auf die Spur. Von den anderen aus dem Team hat man relativ wenig mitbekommen, da der Fokus auf Alex und Jen lag, aber ich mag sie alle recht gerne und freu mich, wie es mit ihnen weitergeht. Auch ist endlich Chloe zu ihnen gestoßen, die ja einen außertourlichen, geheimen Auftrag hatte - eine sehr sympathische, freche und selbständige junge Frau ;)

Fazit 4.5 Sterne

Im zweiten Teil der Serie geht es hauptsächlich um die Hintergründe zu Alex und Jen, die sich im Kampf gegen die Schattenkrieger zusammenraufen müssen. Aber auch die Suche nach dem Verräter innerhalb der Lichtkämpfer geht weiter und noch ahnt niemand, wie nah er ihnen tatsächlich schon ist! Etwas weniger Spannung, dafür mehr Zusammenhänge und ein aufwühlendes Ende, das neugierig auf den nächsten Band macht!

© Aleshanee
Weltenwanderer

Das Erbe der Macht

1 - Aurafeuer
2 - Essenzstab
3 - Wechselbalg
4 - Feuerblut

Insgesamt sind 12 Bände geplant

  (10)
Tags: fantasy, jugendroman, reihe, verlag greenpress   (4)
 

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grusel, fantasy

Herbststurm - Eine Samhain-Geschichte: Fantasy-Novelle (Jahresrad 1)

Sabine Osman
E-Buch Text: 76 Seiten
Erschienen bei null, 18.10.2016
ISBN B01M26NMEA
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: fantasy, grusel   (2)
 

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181 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

fantasy, ransom riggs, london, jacob, kinder

Die Bibliothek der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2016
ISBN 9783426520277
Genre: Fantasy

Rezension:

Auch der dritte Band war wieder ein ganz besonderes Leseerlebnis. Schon auf den ersten Seiten gibt es ein kleines Glossar zu den "Besonderen" und die Art der Bilder und die ganze Aufmachung der Seiten entfaltet wie in den Vorgängern eine eigene Stimmung. Düster und leicht unheimlich, wie es auch manche Eigenschaften der Besonderen sind.

Jacob und Emma haben ja schon einiges Durchstehen müssen, doch die Entführung der Ymbrynen, die die Beschützerrolle für die Kinder schon seit Jahrzehnten innehaben, verlangt den beiden alles ab. Inmitten ihrer Suche und vor allem auch der Angst, ihre Freunde für immer zu verlieren, haben sie kaum Zeit zu Atem zu kommen. Trotzdem hat mir hier ein bisschen das Gefühl gefehlt. Die beiden sind sich ja doch schon näher gekommen und auch wenn die Situationen kaum einen Moment der Nähe zulassen, hätte der Autor ihnen schon etwas mehr zugestehen sollen.

Ansonsten wurde alles wieder sehr detailliert und anschaulich beschrieben. Gerade Devil´s Acre, ein wirklich gefährliches Pflaster mit den schlimmsten der Schlimmen, hätte ich auch ohne der Fotos bildlich vor mir sehen können. Aber die Bilder geben der Atmosphäre eben nochmal einen Tick für das Leseerlebnis.
Allerdings verliert sich Ransom Riggs stellenweise etwas in seinen Beschreibungen, warum es manchmal etwas träge vorangeht.

Trotzdem hat es mich wieder gefesselt. Jacob zu begleiten, der alles aus seiner Perspektive erzählt ist, als ob man direkt dabei ist und ich war immer mitten im Geschehen.
Auch die Geheimnisse um die Wights, Hollows, die Bibliothek - die Gabe, die Jacob an sich entdeckt hat, das alles ergibt eine runde Geschichte, die perfekt ins Gesamtkonzept passt.
Gegen Ende ein paar Wendungen etwas unlogisch bzw. unpassend erschienen; ist mir aufgefallen, fand ich jetzt aber nicht dramatisch.
Der Schluss hat ein höchst spannendes Finale in sich und obwohl es auf den letzten Seiten etwas zu inszeniert wirkt, rundet es die Geschichte perfekt ab.

Fazit

Ein düsterer und stimmungsvoller Abschluss der Besonderen Kinder, die gegen so viel zu Kämpfen hatten - nur weil sie ein Talent gefördert haben, eine Gabe, die in jedem von uns schlummert. Ja, jeder von uns hat etwas besonderes; auch wenn es bei manchen nicht offensichtlich ist, ist doch jeder einzigartig.

© Aleshanee
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Besondere Kinder

1 ~ Die Insel der besonderen Kinder
2 ~ Die Stadt der besonderen Kinder
3 ~ Die Bibliothek der besonderen Kinder

  (14)
Tags: fiktion, jugendroman, reihe, verlag knaur, zeitreisen   (5)
 

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513 Bibliotheken, 14 Leser, 7 Gruppen, 48 Rezensionen

anonymus, vampire, fantasy, horror, bourbon kid

Das Buch ohne Namen

Anonymus , Axel Merz
Flexibler Einband: 447 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.10.2010
ISBN 9783404165162
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Um was gehts?

Ein Fremder kommt in eine Bar und bestellt einen Bourbon.
Zwei Mönche machen sich auf die Suche nach einem Stein.
Ein Detective wird zu übernatürlichen Ermittlungen wegen 5 brutalen Morden gerufen.
Eine Lady erwacht aus einem Albtraum, der sie schon seit Jahren verfolgt.
Und ein Barmann engagiert einen Killer namens Elvis.

Das alles spielt sich in dem Städtchen Santa Mondega ab - dem Schauplatz, dessen namenlose Ereignisse noch in die Geschichte eingehen werden ...

Meine Meinung

Haha! Manchmal sollte man Büchern eben doch eine zweite Chance geben! Vor einigen Jahren hab ich es zur Hälfte gelesen und war nicht so recht dafür zu begeistern - ganz im Gegensatz zu heute!
Was für eine abgefahrene Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite super unterhalten hat!
Man muss den Stil mögen und sich auf eine extrem durchgeknallte, brutale und mit schwarzem Humor gespickte Story einlassen können, dann hat man unendlich viel Spaß dabei :D

Es spielt hauptsächlich in einer angesagten Bar in Santa Mondega, in der vor fünf Jahren der berüchtigte Bourbon Kid ein Massaker angerichtet hat. In einigen Tagen scheint es wieder soweit zu sein, denn die nächste Mondfinsternis steht an und das "Auge des Mondes" wurde wieder gestohlen, ein sagenumwobener Stein, der viel Macht zu besitzen scheint.

Es gibt einige Figuren, die eine wichtige Rolle spielen, hauptsächlich Schlägertypen, Mönche, zwei hübsche Ladys und zwei obsessive Cops die alle in die Geschehnisse involviert sind. Die Perspektiven wechseln hier immer wieder und so kann man sehr gut verfolgen, wie die Jagd nach dem Stein mit Leichen gepflastert wird; mit vielen Leichen. Brutal zugerichteten Leichen. Doch die Art, wie die Geschichte erzählt wird, lässt die grausamen Details eher als Nebeneffekt erscheinen und der schwarze Humor behält immer wieder die Oberhand.
Witzig fand ich auch die erwähnten Figuren oder Szenen zu Filmen bzw. Serien, die immer wieder in den Dialogen aufgetaucht sind.

Es geht rau zu und die ganze Kulisse erweckt unmerklich den Anschein eines alten Westernklischees, das in unsere Zeit versetzt wurde und das ist dem Autor - oder der Autorin - wer auch immer hinter dem "Anonymus" steckt, wahrlich gut gelungen! Ein "typischer" Saloon mit einem gewieften Barmann, rauchende Colts und Schlägereien sind nur ein Teil davon, denn im Hintergrund lauert noch eine viel größere Gefahr: die Untoten, die Santa Mondega bevölkern. Vampire, die zum größten Teil im Hintergrund bleiben und erst gegen Ende ihre Deckung fallen lassen. Also erwartet ja keinen typischen Blutsauger .... "Vampirroman". Überhaupt ist hier alles so untypisch und erfrischend verkorkst anders, dass ich total geplättet war. Vor allem auch, wie sehr sich mein Eindruck verändert hat gegenüber dem ersten Lesen vor einigen Jahren.

Auch wurde gekonnt das Rätsel um Bourbon Kid bis zum Ende geheimgehalten und es gab einige Überraschungen bei dem großen Show Down am Ende - natürlich um 12 Uhr mittags, wie es sich für einen Western Verschnitt gehört. Alle Details wurden passend aufgelöst und auch wenn ich einige Vermutungen hatte - und auch teilweise richtiglag - gab es doch noch unverhoffte Wendungen.

Fazit

Die ganze Geschichte ist ein in sich stimmiges Spektakel mit viel Pistolengeballer, Machogehabe, Situationskomik an den unmöglichsten Stellen und einem großartigen Mix aus den unterschiedlichsten Genres, die so obskur zusammen gewürfelt wurden, dass sie mich beim Lesen total überrascht und begeistert haben!

© Aleshanee
Weltenwanderer


The Bourbon Kid

1 ~ Das Buch ohne Namen
2 ~ Das Buch ohne Staben
3 ~ Das Buch ohne Gnade
4 ~ Das Buch des Todes

  (15)
Tags: horror, reihe, vampire, verlag lübbe, western   (5)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

christmas, kinder, weihnachten, grusel, children

Mister Lugosi und die verschwundenen Kinder

Frank M. Reifenberg , Monika Parciak
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 03.10.2016
ISBN 9783522184397
Genre: Kinderbuch

Rezension:

3.5 Sterne für ein spannendes Weihnachtsabenteuer (für Kinder ab ca. 10 Jahren)

Die Geschichte hat einen recht traurigen Hintergrund. Peppers Mutter ist in einer Klinik, da sie sich seit dem Verschwinden von Peppers Schwester nicht wirklich erholen konnte und sein Vater ist beruflich viel unterwegs. Doch der 10jährige ist trotz allem guter Dinge und versucht, sein Leben zu managen und Kind zu sein. Auch wenn er sich liebevoll um seine Mutter kümmert, wenn er sie besucht und ganz genau weiß, wie sehr sie unter der Situation leidet.
Unterstützung hat er dabei auch von der sehr engagierten Haushälterin Mrs Cloud, die ihm trotz ihrer etwas ruppigen Art immer zur Seite steht.

Das Abenteuer im Adventskalender hat mich ein bisschen an "Hinter verschlossenen Fenstern" von Cornelia Funke erinnert - aber außer, dass ein Kind in dem Kalender "verschwinden" kann, haben sie nichts gemeinsam.

Hier sind wirklich böse Mächte im Spiel und Pepper muss all seinen Mut finden und seine Phantasie anregen, um das Geheimnis zu lüften. Manche, hab ich gelesen, fanden die Geschichte unheimlich, aber das kann ich sehr schwer einschätzen für das Lesealter, da meine Kinder da schon lange rausgewachsen sind. Gruselig war es nicht, hatte aber schon die ein oder andere Stelle, die einem Kind vielleicht schaurig vorkommt ;)

Besonders schön fand ich die Phantasie, mit der Pepper ausgestattet ist. Eigentlich normal für ein Kind, aber heutzutage leider schwer zu finden. In allem, was er sieht oder wahrnimmt kann er sich Geschichten oder eben etwas völlig neues dazu einfallen lassen - genau das, was die Kindheit und das Spielen so wichtig macht: die Vorstellungskraft und die Ideen, die dabei entstehen!
Aber das setzt auch der Autor meist gekonnt ein, denn die vielen Details haben alles sehr schön vor Augen geführt und man konnte sich die Figuren, das Setting und auch die Aufregung, die rund um Pepper entsteht, sehr gut vorstellen. Der Kleine hat so viel Potenzial und er lernt, daraus seine Kraft zu schöpfen!

Die Wünsche spielen hier auch eine wichtige Rolle; und dass man an sie glaubt. "Der Glaube versetzt Berge" heißt es ja so schön und wie oft spürt man etwas magisches, wenn sich ein ganz besonderer Wunsch erfüllt? Gerade Kinder haben dieses Gefühl noch oft und ich selber bin ebenso überzeugt, dass die Einstellung wie man an etwas herangeht, sehr viel Auswirkungen darauf haben, wie es sich entwickelt. Und gerade Weihnachten ist ja die Zeit, in der man sich auf die ganz besonderen Herzenswünsche besinnt.

Die Spannung steigert sich gegen Ende immer mehr und auch wenn es mir manchmal etwas zu voll gepackt war mit den ganzen Ideen, hab ich bis zum Schluss mitgefiebert.

Fazit

Ein abenteuerliches und abwechslungsreiches Abenteuer mit einem etwas traurigen Hintergrund, dass sich aber durch die vielen spannenden Ideen auszeichnet und ein wunderschön weihnachtliches Ende nimmt.

© Aleshanee
Weltenwanderer 

  (9)
Tags: grusel, kinder, verlag thienemann, weihnachten   (4)
 

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71 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

geister, friedhof, grusel, edinburgh, janine wilk

Seelenlos - Fluch der Rauhnächte

Janine Wilk
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 20.09.2016
ISBN 9783522504676
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich muss zugeben, dass ich es mir durch die Rezensionen anderer etwas gruseliger vorgestellt habe - aber dafür hat die Geschichte einiges an Spannung aufgeboten und man muss ja auch bedenken, für welches Alter das Buch gedacht ist. Es kann durchaus sein, dass hier auf jüngere Leser einiges an Gänsehaut wartet!

Die 13jährige Lucy lebt nämlich seit ihrer Geburt auf einem Friedhof. Natürlich ist sie es deshalb gewöhnt, von Gräbern und Toten umgeben zu sein, doch dass sie tatsächlich Geister sehen kann, jagt selbst ihr desöfteren einen Schauer über den Rücken. Dabei ist das junge Mädchen nicht auf den Mund gefallen und gerade gegenüber ihrem Vater ist sie oft frech und kann sehr gut ihren Willen durchsetzen. Als Friedhofswärter ist er eher in sich gekehrt und seit Lucys Mutter vor zwei Jahren verschwunden ist, scheinbar mit der Situation überfordert.

Doch Lucy ist trotz allem recht lebhaft, neugierig und abenteuerlustig. Unterstützt wird sie dabei von ihrer etwas ungewöhnlichen Freundin Amelia, ihre beste und einzige Freundin, die sich auf alles stürzt, was mit übernatürlichen Phänomenen zu tun hat.

Die beiden sind mir schnell ans Herz gewachsen und die Autorin hat hier tolle Themen mit einfließen lassen, ohne zu sehr darauf herumzureiten. Typische Teenager Probleme wie Außenseiter Rollen und Vater-Tochter-Beziehungen, aber auch, wie unbefangen Kinder in ihren Freundschaften miteinander umgehen können. Auch wenn sie in dem Alter wissen "was sich gehört", haben sie noch kein solches Schubladendenken und gehen mit außergewöhnlichen Eigenschaften anderer viel toleranter um. Ja, sind neugierig und experimentierfreudig, wenn sie den Freund oder die Freundin in ihren Ideen unterstützen.

Manches Mal hab ich mir gedacht, dass das Wissen der Mädchen etwas zu ausgereift ist für ihre 13 Jahre, aber da mag ich auch falsch liegen. Es war auf jeden Fall von Anfang an sehr unterhaltsam, mit vielen Ideen, die eine schaurige Atmosphäre schaffen, auch wenn es für mich leider nicht gruselig war.

In der Geschichten Werkstatt auf der Verlagsseite erfährt man einiges zum Schauplatz von "Seelenlos", denn für die Kulisse des Friedhofs in Edinburgh hat die Autorin einen realen, von Geistergeschichten heimgesuchten Ort gefunden. Der Poltergeist, der in der Geschichte sein Unwesen treibt, entspringt ebenfalls einer wahren Begebenheit und Janine Wilk hat hier eine tolle Handlung aus diesen fiktiven Tatsachen zusammen gewoben!
Viel Spuk, Magie und geisterhafte Rituale - genau das richtige zu Halloween ;)

Ich hab mitgefiebert, mitgerätselt und gegen Ende mit großer Spannung das Finale verfolgt.

Fazit

Eine Geisterjagd der besonderen Art! Unterhaltsam und auch ein bisschen unheimlich für Kinder oder auch Jugendliche, die sich mal ein bisschen gruseln wollen!

© Aleshanee
Weltenwanderer

  (12)
Tags: grusel, jugendroman, kinder, verlag planet   (4)
 

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991 Bibliotheken, 21 Leser, 4 Gruppen, 59 Rezensionen

thriller, noah, verschwörung, sebastian fitzek, amnesie

Noah

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 18.12.2014
ISBN 9783404171675
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das ist so ein Buch, das mich momentan echt sprachlos macht, während es in meinem Kopf unentwegt rattert und ich am liebsten jeden Menschen darauf ansprechen und sagen möchte: Lies bitte dieses Buch! Ich liebe solche Geschichten, die in eine spannende Handlung eine Thematik einbauen, die auf aktuelle Problematiken hindeuten und zum Nachdenken anregen.

Manch einer hat in seiner Rezension geschrieben, dass es zu politisch wäre - aber wenn man sich das Thema anschaut, geht es nicht ohne und Politik an sich kam hier so gut wie gar nicht vor. Oder ich verstehe was anderes darunter; ich weiß es nicht genau ... Der Plan, den Fitzek hier entworfen hat, hat natürlich viel mit den Missständen unserer Erde zu tun und vor allem mit unserem grotesken Verhalten! Darauf hinzuweisen ist in dem Zusammenhang natürlich ein Muss und das mag so mancher vielleicht nicht vor Augen gehalten bekommen. Dabei wurde das ganze sehr geschickt in die Handlung eingewoben, die die Spannung durchweg und konstant hochgehalten hat!

Es sind mehrere Charaktere involviert, aus deren Sichtweise abwechselnd erzählt und so durch kleine Cliffhanger die Spannung hochgehalten wird. Anfangs tappt man wie Noah noch im Dunkeln, aber es zeichnet sich immer mehr durch kurze Blitzlichter ab, was dahinter steckt: Erinnerungen, die Hinweise geben, Zusammenhänge erklären und gleichzeitig neue Fragen aufwerfen. Sebastian Fitzek hat hier wirklich ein großartiges Zusammenspiel zwischen Fakten und Fiktion geschaffen und den Figuren, die hier mehr oder weniger freiwillig eine Rolle spielen, ein persönliches Statement aufgedrückt. Jeder für sich wirkt authentisch und zeigt verschiedene Sichtweisen, die man alle irgendwie nachvollziehen kann.
Einzig die Aufklärung zu den Hintergründen von Noah gegen Ende fand ich schon sehr konstruiert, aber das ist nur ein winzig kleiner Punkt gegenüber dem ansonsten wirklich überzeugenden Werk!

Wichtig sind hier natürlich vor allem die Fragen, die der Autor aufwirft, auch wenn er im Nachwort natürlich unterstreicht, dass es ein "Unterhaltungsroman" ist; nichtsdestotrotz ist es ihm hervorragend gelungen, viele der wirklich grausamen Verhältnisse aufzuzeigen, die tagtäglich auf der Erde passieren: mit uns Menschen, mit den Tieren und mit unserer Umwelt. Wir alle wissen davon, aber wir haben gelernt, wegzuschauen, es nicht zu beachten oder sind einfach hilflos und überfordert, weil man keinen Weg sieht, der woanders hinführt. Weg von einer Zukunft die wir uns alle nicht wünschen, vor allem nicht unseren Kindern, denn der Verbrauch, den wir täglich konsumieren, übersteigt die Ressourcen unserer Mutter Erde schon lange bei weitem!

Massenproduktionen, Verschwendung, überproportionaler Konsum, Wegwerfgesellschaft, Raubbau der Natur, hungernde Kinder, Kriege, Flüchtlinge ... alles Auswirkungen der Überbevölkerung? Prinzipiell ja, aber nicht wirklich, denn der Lebensstandard ist die eigentlich Ursache.

Das Thema spukt mir schon seit Jahren im Kopf rum und ich gebe zu, ich verdränge es auch oft, weil dieses ganze Elend einen runterzieht und man nicht weiß, wie man es ändern kann. Lest dazu bitte auch unbedingt das Nachwort des Autors, denn er erklärt hier einiges zu den Standpunkten, die er in dem Roman eingeflochten hat.
Schaut auch mal bei footprint-deutschland.de vorbei, wie ihr und euer Verhalten sich auf unseren Planeten auswirkt!

Fazit

Ein sehr wichtiges, aktuelles und globales Thema, dass Sebastian Fitzek hier aufgearbeitet hat und dem wir uns mittlerweile nicht mehr entziehen können! Jeder sollte es lesen oder sich zumindest informieren und dann vielleicht sogar versuchen, sich der Problematik zu stellen. Ein spannender Thriller, der der eine nachhaltige Botschaft in sich trägt.

© Aleshanee
Weltenwanderer

  (10)
Tags: thriller, verlag lübbe   (2)
 

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(99)

316 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

märchen, winter, fantasy, katharina seck, liebe

Die silberne Königin

Katharina Seck
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2016
ISBN 9783404208623
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover hat mich hier wirklich magisch angezogen! Erinnert mich sofort an die Schneekönigin und damit natürlich an Märchen, Winter, viel Schnee und ganz viel Magie! Und genau das bekommt man in dieser auch!

Was für eine wunderschöne, bezaubernde Atmosphäre die Autorin hier mit ihrem Schreibstil kreiert hat, fand ich wirklich ganz besonders! Es gab ein paar Sätze, die ich etwas ungeschickt formuliert fand, aber insgesamt ist es ein einnehmender und sanfter Stil, mit dem man völlig in die magische Welt eintauchen kann, die schon allein durch die Namen eine deutliche Vorstellung weckt: Die verschneite Talstadt "Silberglanz", die "Winterzeitallee", das "Kristallmädchen" oder der "Schneekugelbauer".

Überhaupt kreiert Katharina Seck sehr viele winterliche Wortspielereien, ohne dass sie sich in Wiederholungen verliert und lässt den Leser damit die Kälte spüren, die diese Stadt seit Jahrhunderten gefangen hält. Ewiger Schnee und ständige Angst, die das Leben und die Gefühle der Menschen scheinbar erstarren lässt und ihren Alltag auf die wesentlichen Dinge, auf das Überleben beschränkt. Und inmitten all dieser frostigen Einsamkeit thront das Eisschloss mit dem unliebsamen König, der mit eisigem Herzen und strenger Hand jeden Protest im Schnee erstickt - im wahrsten Sinne des Wortes.

Inmitten dem ewigen Winter hat sich Emma mit ihrem Leben arrangiert. Sie hatte es nie leicht, bis sich eines Tages ein Traum für sie erfüllt: Sie findet in der Chocolaterie "Schokoladengold" eine Arbeit, die ihr Herz erwärmt und in eine andere Welt entführt. Dieser Kontrast war perfekt gewählt, denn die behagliche, freundliche Atmosphäre in dem Laden strahlt das genaue Gegenteil aus: Der Überfluss an Schokolade gegenüber den Entbehrungen, die Gemütlichkeit gegenüber der ständigen Bedrohung und natürlich der Lebendigkeit von Ophelia gegenüber der Lethargie, die die Bewohner von Silberglanz überschattet.

Ophelia arbeitet gemeinsam mit Emma bei Madame Weltfremd. Sie ist sehr offen, mitfühlend und schenkt Emma ein Gefühl des Vertrauens, das sie so nötig hat. Wie ein Tupfen Farbe, eine sprudelnde Quelle von Hoffnung in dieser trostlosen Stadt, die sich immer mehr unter dem Eis begraben lässt.
Die Madame selbst bleibt immer etwas unnahbar. Man weiß zwar schon von Anfang an, dass sie ein Geheimnis in sich trägt und mehr weiß, als sie zugeben kann, aber sie umgibt immer eine Unergründlichkeit, ein Rätsel, auf dessen Auflösung man hinfiebert.
Das Märchen, dass sie den beiden jungen Frauen erzählt, zieht sich durch die ganze Handlung und beeinflusst alles, was mit Emma passiert.

Besonders schön fand ich auch die Fragen, die Katharina Seck hier immer wieder aufgeworfen hat:
Macht Liebe dich schwach? Wie verletzlich wirst du aus Sorge oder Angst um einen geliebten Menschen und wie empfindsam ist man, wenn es dabei um Vertrauen oder Verlust geht?
Ist es besser, sich all dem zu verschließen und die Einsamkeit in Kauf zu nehmen; ohne dieses Kaleidoskop an Gefühlen? Ohne Schmerz und Furcht, aber auch ohne Zuneigung, Liebe und Freundschaft?
Aber auch das Verzeihen spielt hier eine große Rolle - wie weit kann man gehen und welche Fehler kann man entschuldigen. Alle Menschen tragen eine Vergangenheit in sich, die man niemals nachvollziehen oder wirklich verstehen kann und viele Entscheidungen, die wir treffen, haben Konsequenzen, die wir oft nicht überschauen können. Oder gar einschätzen können.
Diese ganzen Denkanstöße fand ich nicht aufdringlich, aber doch einfühlsam in die Geschichte integriert und haben diesem Märchen eine ganz besondere Note gegeben.

Fazit

Ein wundervolles Märchen das ein Märchen erzählt, in dem man in jeder Zeile die Liebe der Autorin zu ihrer Geschichte spürt. Sie entführt uns in ein eisstarres Land, in dem die Kälte die Menschen erstickt; mit einer Protagonistin, die sich dadurch aber nicht unterkriegen lässt und alles tut, um den dunklen Zauber zu brechen.


© Aleshanee
Weltenwanderer

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