Aleshanee

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30 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

japan, verlag rowohlt, bolivien, tokio, dubai

Heartware

Jenny-Mai Nuyen
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.07.2017
ISBN 9783499267079
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: thriller, verlag rowohlt   (2)
 

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

dämonen, verlag loewe, horror, jugendroman, reihe

Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill

Derek Landy , Ursula Höfker
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 24.07.2017
ISBN 9783785585092
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags: fantasy, horror, jugendroman, reihe, verlag loewe   (5)
 

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45 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

königin, fantasy, tearling, krieg, geschichte

Die Königin der Schatten - Verbannt

Erika Johansen
E-Buch Text: 600 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 13.06.2017
ISBN 9783641165284
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

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50 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

reihe, historisch, verlag ullstein, serie, historischer krimi

Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf

Oliver Pötzsch
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548288376
Genre: Historische Romane

Rezension:

Man nimmt ja an, dass hier die Henkerstochter Magdalena im Vordergrund der Geschichten steht - doch bisher war es vor allem ihr Vater, der Henker Jakob Kuisl, der im Mittelpunkt des Geschehens stand. Und ich hab den grüblerischen, wortkargen und zum Jähzorn neigenden Alten wirklich sehr ins Herz geschlossen! Aber er wird alt - mittlerweile ist zählt er schon 60 Jahre und er rückt auch in der Handlung immer mehr in den Hintergrund.

Einerseits etwas schade, andererseits hat Oliver Pötzsch gerade in diesem Band die komplette Familie Kuisl mit einbezogen, was ich wirklich toll fand!
Die Einladung nach München zum Henkertreffen war ja nicht für alle Familienmitglieder ein Grund zur Freude, aber auch an große Hoffnungen gebunden. Natürlich stolpern die Kuisls wieder über einen üblen Mord und es scheint so, als würde ein Serientäter schon seit vielen Jahren sein Unheil treiben. Während die Münchner am liebsten die Henker selbst als Täter sehen würden, machen die sich auf Mördersuche: allen voran Jakob Kuisl, doch dieses Mal beteiligt sich auch der Rest seiner Familie damit und gerät dadurch zusehends in große Gefahr!

Ich fand es großartig dass ich hier viel mehr Einblick auch in alle anderen Figuren erhalten hab, denn die Perspektiven wechseln zwischen den verschiedenen Kuisls und man erlebt eine spannende Jagd auf verschiedenen Ebenen. Nicht so, dass man durcheinander kommen würde, sondern in einem sehr gut durchdachten und komplexen Handlungsaufbau, der sehr viel Spannung gebracht hat!

- Barbara zum Beispiel, seine jüngste Tochter, will der alte Kuisl unbedingt endlich verheiraten. Dabei ahnt er nicht, wie dringend eine baldige Hochzeit tatsächlich ist, denn sie erwartet ein Kind, von dem der Vater auf und davon ist.

- Simon Fronwieser, Arzt und Ehemann seiner Tochter Magdalena, erhofft sich eine Möglichkeit, endlich sein Traktat zu veröffentlichen und sich einen besseren Namen als Arzt zu machen

- Peter, der Sohn von Magdalena, ist ein schlaues Kerlchen und möchte unbedingt eine Chance, auf eine bessere Schule in München zu kommen

Magdalena selbst steht zwischen allen Fronten und versucht ihr bestes, um die Familie zusammen zu halten und alles zu einem guten Ende zu bringen. Dabei lässt sie sich auf ein gefährliches Spiel ein und

Die Handlung spielt ja in München - nicht nur die Heimatstadt des Autors sondern auch meine, und das war natürlich ein ganz besonderes Erlebnis, "meine" Stadt im 17. Jahrhundert sozusagen hautnah zu erleben. Oliver Pötzsch hat wirklich großartig recherchiert und die damalige Zeit mit vielen Details und einem fundierten Hintergrund aufleben zu lassen. Dabei zeigt er das einfache Volk ebenso wie auch die gehobenere Gesellschaft und die große Kluft und den Aberglauben, die damals geherrscht haben.

Eine rundum unterhaltsame, vielseitige und vor allem sehr spannende Geschichte, an der ich absolut nichts auszusetzen habe - ich hoffe sehr, dass Jakob Kuisl noch lange lebt und es noch einige Fortsetzungen Henkersfamilie geben wird!

Das Nachwort beinhaltet wieder einige Erklärungen zu den Personen und den Einzelheiten aus der Region und den Verhältnissen, was ich als Münchnerin besonders toll fand; sogar ein kleiner Stadtführer findet sich im Anhang.

© Aleshanee
Weltenwanderer

Die Henkerstochter Reihe

1 ~ Die Henkerstochter
2 ~ Die Henkerstochter und der schwarze Mönch
3 ~ Die Henkerstochter und der König der Bettler
4 ~ Der Hexer und die Henkerstochter
5 ~ Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg
6 ~ Die Henkerstochter und das Spiel des Todes
7 ~ Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf

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Tags: historischer krimi, reihe, verlag ullstein   (3)
 

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fantasy, verlag fischer, tor, roman, reihe

Die Verräterin - Das Imperium der Masken

Seth Dickinson , Jakob Schmidt
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 22.06.2017
ISBN 9783596296729
Genre: Fantasy

Rezension:

Auf das Buch bin ich durch die Blogparade zu buchigen Geheimtipps aufmerksam geworden, denn auf dem Blog Bücher, Reisen und Meer klang die Vorstellung von "Das Imperium der Masken" sehr begeistert!

Die Verlagsinfo hat mich dann erst recht neugierig gemacht! Ich bin ja ein großer Fantasy Fan und den Bezug zu Game of Thrones fand ich zwar gewagt, aber ich wollte mich da mal überraschen lassen. Die Bewertungen auf goodreads vom Original waren durchweg positiv und so hab ich mich wirklich sehr auf dieses Abenteuer gefreut.

Ich weiß gar nicht so genau, wo ich anfangen soll, denn die Rezension fällt mir wirklich etwas schwer. Zuerst einmal: es ist keine (!) "richtige" High Fantasy Geschichte, denn es kommt keinerlei Magie darin vor. Allerdings befinden wir uns in einer fiktiven Welt, in der sich Elemente aus der Vergangenheit und ja, auch ein bisschen aus der Zukunft, vermengen. Allerdings nicht mit Raumschiffen, besonderer Technik oder ähnlichem, sondern eher in der Gesellschaftsform der Imperialen und ihrer fortschrittlichen Medizin, deren Kenntnisse sie auch (unter anderem) als Druckmittel einsetzen.

Am Anfang kommt man gut in die Geschichte rein, denn hier wird mit der Kindheit von Baru und der Übernahme ihres Landes Taranoke durch die Reichsrepublik viel erklärt und man bekommt einen Einblick in die Machtstrukturen und die Hintergründe zu dieser Welt. Erzählt wird das ganze aus Barus Sicht und so erhält man einen sehr prägnanten Eindruck, wie intrigant und perfide die Imperialen gegen die anderen Länder vorgehen.
Barus Traum, eine Machtposition in Falcrest zu erreichen und sich damit an ihnen zu rächen ist aber nicht so einfach als gedacht - denn es verschlägt sie erstmal nach Aurdwynn, wo sie zwischen einer Vielzahl von Herzogtümern als Reichsbuchhalterin eine Rebellion zerschlagen soll. Sozusagen als Treuebeweis gegenüber dem Imperium.
Darum geht es in dem Buch - nur darum. Zu einigen wichtigen Hintergründen komme ich gleich noch, aber an sich dreht sich die Geschichte in der Haupthandlung wirklich nur darum, wer wem gegenüber loyal ist, ob die Herzogtümer von Aurdwynn zum Imperium halten und wer sich mit einer Rebellion gegen sie auflehnt. Das ganze hin und her, die ganzen Strategien und Taktiken sind allerdings leider nicht so mein Ding. Mir war das ganze meist einfach zu nüchtern geschrieben und die ganze politische Kriegskunst war mir als Thema zu trocken.

Durch Game of Thrones bin ich ja einiges gewöhnt, was die Vielzahl von Namen, Orten, Beziehungen etc. betrifft und das ist auch der einzige Vergleich, den man hier ziehen kann - aus meiner Sicht. Der Autor hat es aber leider nicht geschafft, mich dafür begeistern zu können. Der Schreibstil war für mich zu monoton und ich bin auch, ehrlich gesagt, oft nicht mitgekommen, was gemeint war. Manche Seiten musste ich doppelt lesen, weil ich sie nicht verstanden habe und wenn ich mir dumm vorkomme, kommt nicht gerade Leselust auf ... Woran es lag, weiß ich nicht so genau, aber wie gesagt waren mir die Strategien was die Geldwirtschaft und ihr Einfluss auf eine eventuelle Rebellion haben könnte - und teilweise auch Fremdwörter zuviel des Guten, wodurch ich öfter den Faden verloren hab.
Ich hab mich mit dem Lesen wirklich schwer getan.

Was natürlich ein sehr wichtiger Hintergedanke des ganzen war, bzw. was der Autor mit dem ganzen sagen möchte, hat auf jeden Fall großes Interesse verdient. Denn das Imperium der Masken, die Reichsrepublik, möchte herrschen - und zwar so, wie sie es für richtig halten. Hier geht es um "Zivilisierung" anderer Völker und Länder, die anders sind und anders leben. Es gibt gleichgeschlechtliche Paare, die als "Sodomiten" und "Tribaden" bezeichnet werden und die bei Entdeckung qualvolle Strafen zu erwarten haben. "Hygiene" ist hier oft das Stichwort und eine "Reinheit der Völker".
Sie sollen dankbar sein, da sie ja Wissen und fortschrittliche Heilkünste durch die Übernahme der Imperialen erhalten, aber dafür ihre Freiheit aufgegen müssen. Ihre Freiheit, so zu leben, wie ihr Herz es ihnen sagt.
Dabei zieht man natürlich automatisch Parallelen zu unserer Welt und macht sich so seine eigenen Gedanken; und auch Baru muss sich vielen Entscheidungen stellen, die gegen ihr Herz sprechen. Auch die Macht über die Kontrolle von anderen, grenzenloser Macht, führen viele in Versuchung und nicht jeder ist dagegen gefeit.

Alles in allem empfand ich das ganze als sehr nüchtern, strukturiert, kalkulierend und kalt. Das trägt natürlich zu der Atmosphäre bei, die einem einen grausamen Spiegel vorhalten und damit provozieren soll. Trotzdem konnte ich mich nicht so recht einfühlen und hab mich bis zum Schluss leider auch nicht wirklich darauf einlassen können.

© Aleshanee
Weltenwanderer

Band 2 und 3 sollen 2018 bzw. 2019 auf deutsch erscheinen

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Tags: fantasy, reihe, verlag fischer   (3)
 

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verlag arena, andreas eschbach, jugendroman, science fiction, submarin

Submarin

Andreas Eschbach
Fester Einband: 456 Seiten
Erschienen bei Arena, 19.06.2017
ISBN 9783401600239
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Rezension zu Band 2! Es können evtl Spoiler zum ersten Teil enthalten sein!

Die Geschichte spielt in Australien im Jahr 2151.
Die Welt hat sich durch eine große Klimakatastrophe verändert und die Menschen leben in verschiedenen Zonen: traditionellen und freien. Während überall auf der Welt mittlerweile kleinere Veränderungen der Gene erlaubt sind, dürfen Menschen mit tiefer eingreifenden Manipulationen des Erbgutes nur in freien Zonen leben.

Saha ist in dem konventionellen Städtchen Seahaven aufgewachsen und im ersten Band ging es um ihre Suche nach sich selbst. Denn sie ist nicht einfach ein Mensch, sondern hat das genveränderte Erbgut ihres Vaters in sich, der zu den "Submarines" gehört, den Meermenschen. Diese leben geheim, denn ihrem überlieferten Wissen nach ist es besser, sich den Luftmenschen nicht zu zeigen. Zu oft schon wurde in der Vergangenheit Jagd gemacht auf das "andere", das "unbekannte".

Auch Saha konnte ihre Herkunft geheim halten, doch jetzt möchte sie unbedingt nach ihrem Vater suchen. In dieser Beziehung ist Saha etwas naiv - denn der Ozean ist riesig und dort eine einzelne Person zu finden fast unmöglich. Doch die Submarins sind zahlreich und so hofft sie, dass irgendjemand von ihnen ihr weiterhelfen kann.
Das ist allerdings nicht der einzige Punkt, indem Saha mit ihrer Arglosigkeit glänzt. Durch ihre Vorgeschichte weiß man zwar, dass sie auf vielen Ebenen tatsächlich noch sehr unbedarft ist; aber es wurde mir dann doch an manchen Stellen zu oft breitgetreten. Ihre Gedanken und Gefühle haben sich schon desöfteren im Kreis gedreht, was aber auch daran liegt, dass recht wenig Dialoge vorkommen. Natürlich können die Unterwassermenschen nicht reden und verständigen sich mit einer Art Gebärdensprache, aber der Autor hat dieses Problem sehr gut gelöst!

An sich geht die Handlung relativ langsam voran. Das mag manche Leser vielleicht stören - ich selber fand es bisweilen auch etwas weitschweifig, aber wenn man sich dem Tempo anpasst, hat es auch seinen Reiz. Denn das Leben in der Unterwasserwelt wird sehr schön beschrieben und wenn man sich vorstellt, wie die Verhältnisse unter Wasser sind, ist diese verlangsamte, stille Atmosphäre eigentlich sehr gut dafür geeignet! Saha kann sich nur langsam an diesen Rhythmus und auch die Freiheit anpassen; allerdings hat sie auch endlich einen Platz gefunden, an dem sie sich angenommen fühlt.
Doch die Harmonie hält nicht lange, denn auch unter Wasser haben sich verschiedene Gruppen und Meinungen gebildet, wie die Zukunft der Meeresmenschen aussehen soll. Saha steht jedoch immer irgendwie dazwischen, denn ihre Rolle als "Mittlerin" will sie nicht wahrhaben und weiß auch gar nicht, wie sie das umsetzen könnte. Außerdem möchte sie einfach nur ihren Vater finden - dabei gerät sie aber zwischen die Fronten und in die alten Systeme, die Macht und Fortschritt zum Ziel haben.

Eine Problematik, die war auch in der heutigen Welt haben und die Frage aufwirft, ob es immer Strukturen in einer Gesellschaft geben wird, die sich an Werten orientieren, die für das Leben und Überleben an sich eigentlich gar keine Bedeutung haben. Die genau wissen, wie sie andere täuschen und unter Druck setzen können, um ihre Macht zu stärken.

Erzählt wird das ganze aus Sahas Ich-Perspektive und wie schon oben erwähnt war das teilweise etwas langatmig. Sie fühlt sich unsicher und ist dadurch unentschlossen, was man aber auch durchaus nachvollziehen kann. Insgesamt ist der Schreibstil aber flüssig und vor allem die Unterwasserwelt sehr anschaulich beschrieben. An die Namen der Submarines muss man sich allerdings erst gewöhnen, denn da sie ja keine Sprache haben, sondern sich mit Zeichen verständigen, heißen sie z. B. "Schwimmt-schnell", "Taucht-tief" oder "Lacht-immer".

Ab der Hälfte zieht das Tempo dann auch wieder an und es gibt einige böse Überraschungen. Saha wächst dabei immer mehr in ihre Rolle hinein und auch wenn sie immer noch Angst davor hat, ausgeschlossen zu werden, kann sie sich doch zum Glück auf ein paar ihre Freunde verlassen.

Ich hoffe sehr, dass der dritte Band nicht wieder so lange auf sich warten lässt, denn es gibt natürlich noch einige offene Konflikte, die gelöst werden wollen!


© Aleshanee
Weltenwanderer

Die Reihe

1 - Aquamarin
2 - Submarin
3 - noch nicht bekannt

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Tags: a. eschbach, jugendroman, reihe, science fiction, verlag arena   (5)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

comic, privatdetektiv, blacksad, carlsen, aquarelltechnik

Blacksad 1: Irgendwo zwischen den Schatten

Juanjo Guarnido , Juan Díaz Canales , Juan Díaz Canales
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 15.02.2001
ISBN 9783551747617
Genre: Comics

Rezension:

Ich bin ja noch etwas unerfahren, was Comics betrifft, aber schön langsam finde ich Gefallen daran :)

Dieses Mal ist es ein Krimi im New York der 50er Jahre und erinnert wohl an "film noir". Ich musste erstmal googeln, denn ich konnte mit dem Begriff im ersten Moment nicht viel anfangen. Aber die ganze Aufmachung spiegelt düstere Schauplätze wieder, raue Umgangsformen und eine Jagd nach einem Mörder. Passt für mich also auf jeden Fall in die alten Krimis und Detektivgeschichten, denn John Blacksad ist hier der einsame Ermittler, der vor allem aus persönlichen Gründen den Täter überführen möchte.

Wie schon im Klappentext geschrieben sind die Figuren alle Tiere, die menschenähnliches Aussehen haben - von der Figur und vom Ausdruck her; und das ist dem Zeichner wirklich perfekt gelungen! Vor allem passen auch die jeweiligen Tierarten genau und spiegeln absolut passend die Charaktere, die sie darstellen sollen.

Für die Atmosphäre ist alles eher in dunklen Farben gehalten mit vielen Details, die die Handlung unterstützen. Z. B. steht am Rand eine Statue mit einem weinenden Engel, als jemand brutal verprügelt wird, man sollte sich also die Bilder wirklich genau anschauen! Man merkt, mit wie viel Liebe alles zusammengestellt wurde, denn auch die Texte und Dialoge sind klasse und passen zu dem Jargon aus der damaligen Zeit.

Vor allem auch die inneren Monologe von Blacksad erinnern an die alten Filmstreifen und ich hab mich komplett zurückversetzt gefühlt!

Was Comics so an sich haben: es ist halt schon sehr kurz. Es ist zwar ein großformatiger Comic, was die Einzelheiten sehr gut wirken lässt, aber man ist doch recht schnell durch. Dabei geht die Handlung natürlich sehr zügig voran und hat jetzt keine bemerkenswerten Momente und ist recht einfach gehalten, aber die Szenen sind alle so toll eingefangen, dass es mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht hat!

© Aleshanee
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Blacksad

1 - Irgendwo zwischen den Schatten
2 - Arctic Nation
3 - Rote Seele
4 - Die Stille der Hölle
5 - Amarillo

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Tags: comic, reihe, verlag carlsen   (3)
 

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47 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

thriller, norwegen, verlag rowohlt, skandinavien, reihe

... und morgen werde ich dich vermissen

Heine Bakkeid , Ursel Allenstein
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499290558
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nicht immer ist ein Thriller drin, wo Thriller draufsteht ... mit Spannung hatte dieses Buch meiner Meinung nach nicht wirklich viel zu tun. Eher mit einer Charakterstudie von einem Typen, der echt nicht mehr alle Tassen im Schrank hat - aber nicht mal auf sympathische oder faszinierende Weise, sondern einfach nur krank.

Der Protagonist Thorkild Aske ist 44, saß einige Jahre im Gefängnis und wurde aus dem Dienst der Polizei suspendiert. Man erfährt nach und nach in Rückblicken, wie es dazu kam - was ebenfalls nicht wirklich etwas spannendes zutage gefördert hat. Sein Psychiater ist ein Ex-Knacki, seine Schwester wird von ihrem Mann geschlagen und sein Vater ist ein extremer Umwelt Aktivist, alles Dinge, aus denen man eine tolle Rahmenhandlung hätte machen können, aber irgendwie erreichte mich der Autor gar nicht.
Erzählt wird aus der Ich-Perspektive und das bis ins kleinste Detail. Jede Nichtigkeit wird erzählt, ob das jetzt die Einrichtung eines Büros, Thorkilds Verdauungsprobleme mitsamt Kristalltherapie oder eine Obduktion ist, und dabei plätschert alles so vor sich hin, ohne die Handlung wirklich weiterzubringen. Dazu kommen Dialoge, die die Figuren auch nicht glaubwürdiger machen und dazwischen ein paar Leichen, die ins Hintertreffen geraten. Den Schreibstil an sich fand ich dabei auch nicht fordernd, sondern sehr einfach gehalten.

Im Fokus stand die ganze Zeit das missratene Leben von Thorkild. Es hat schon 100 Seiten gedauert, bis er überhaupt mal auf der Insel war wo Rasmus verschwunden ist und die nächsten 200 Seiten ist auch nicht wirklich viel passiert. Sein privates Mysterium wurde immer abstruser und natürlich ist er von einer Misere in die nächste geraten, so dass er ständig im Fadenkreuz der Polizei war. Der einzige richtige "Hinweis" kam in einem Gespräch mit seiner Schwester - ein bedauernswertes Geschöpf - ansonsten hab ich nicht viel an Ermittlung erkannt. Sein ständiger Tablettenkonsum, in dem er abstruse Gedanken und Thesen entwickelt, hat mich ihm leider nicht näher gebracht. Ich mag ja eigentlich Charaktere, die widerspenstig sind, sich nicht anpassen und auch völlig aus dem Raster fallen dürfen - aber hier ging das ganze in eine Richtung, mit der ich absolut nichts mehr anfangen kann.

Dazu noch viele kleine unglaubwürdige Szenen bzw. auch Logikfehler. Seine Obsession zu seiner Liebe hab ich ihm nicht abgenommen, auch nicht, dass er mit seinen 44 Jahren bei einer Polizistin als Student durchgeht oder dass er als Spezialist nicht dran denkt, dass er einen Beweis am Tatort hat, der seine Schuld revidieren könnte.
Die Auflösung konnte es dann leider auch nicht mehr rausreißen, da es keine Überraschung mehr war.

Manchmal soll es eben nicht sein: mit diesem Buch hab ich leider gar nicht zusammen gefunden. Für mich plätscherte die Handlung von Nichtigkeiten vor sich hin, ohne irgendeine Art von Spannung aufzubauen. Zum Glück war die Schrift relativ groß, so dass ich recht schnell durch war. Sehr schade, da der Ansatz echt was hergegeben hätte!

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: reihe, thriller, verlag rowohlt   (3)
 

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316 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

kai meyer, fantasy, merle, venedig, spiegel

Die Merle Trilogie

Kai Meyer
Flexibler Einband
Erschienen bei Loewe, 01.06.2003
ISBN 9783785539286
Genre: Fantasy

Rezension:

Das war ja damals - lang lang ists her - das erste Buch, das ich von Kai Meyer gelesen hatte und seitdem bin ich ein großer Fan! Es hat mich wieder genauso in seinen magischen Bann gezogen wei beim ersten Mal und ich bin einfach nur begeistert, dass mich Merle und das magische Venedig so gut unterhalten haben!

Die Geschichte spielt in einem historischen Venedig, in dem die Ausübung von Magie zwar verboten ist, aber es dennoch genug Phantastisches zu bestaunen gibt: Steinerne Löwen als Reittiere und Kampfgefährten der venezianischen Stadtgardisten, gefürchtete Meerjungfrauen mit nadelspitzen Zähnen und die Spiegelwerkstatt des Arcimboldo, dessen Meisterstücke Zauberkräfte nachgesagt werden.

Genau aus diesem Grund wurde Arcimboldo auch aus der Händlergilde ausgeschlossen, genauso wie sein Erzfeind Umberto, der Weber. Die beiden haben ihre Werkstätten beim Kanal der Ausgestoßenen, einem düsteren und oft gemiedenen Viertel. Dahin verschlägt es die beiden Waisenmädchen Merle und Junipa, die ihr Glück kaum fassen können. Ihre schlechten Erfahrungen im Waisenhaus haben sie geprägt und deshalb sind sie umso glücklicher, dass sich tatsächlich jemand ihrer annimmt.
Sie kannten sich vorher nicht, schließen aber recht schnell Freundschaft. Dass sie nicht willkürlich aus den vielen Waisen ausgewählt wurden, um bei Arcimboldo in die Lehre zu gehen, ist ihnen noch nicht klar, aber beide haben etwas ganz besonderes an bzw. bei sich.

"Manchmal schleicht sich die Verantwortung an, ohne dass man sie kommen sieht, und dann, ganz plötzlich, lässt sie einen nicht mehr los." S. 165

Der Streit zwischen den beiden konkurrierenden Händlern wirkt sich natürlich auch auf die Lehrlinge aus und so gibt es immer wieder kleine und größere Streiche, die sie sich gegenseitig spielen. Dabei lernt die 14jährige Merle den ein Jahr älteren Serafin kennen. Doch ihre Freunschaft scheint unter keinem guten Stern zu stehen, denn ohne es zu wollen geraten die beiden in ein gefährliches Komplott: die Machthaber Venedigs sind sich nicht einig, wie sie sich gegen die Weltmacht der Ägypter zur Wehr setzen wollen. Bisher hatte die fließende Königin, die "Lagune", dafür gesorgt, dass die grausamen Truppen nicht in die Stadt einmarschieren konnten - aber niemand weiß, wie lange ihre Macht noch anhalten wird.

Kai Meyer überzeugt hier wieder mit einem wundervollen Schreibstil, bei dem er einfach immer die richtigen Worte trifft. Es gibt keine langatmigen Stellen, alles geht flott und spannend voran - und trotzdem verliert man sich in den Gassen der Lagunenstadt, mit allen Sinnen taucht man in das Abenteuer ein und erlebt Merle und Serafin als starke Persönlichkeiten. Beide haben schon viel Schlimmes erlebt und trotzdem wissen sie sich durchzusetzen, wenn es darauf ankommt.

Überhaupt sind alle Figuren sehr prägnant und dabei originell und besonders. Auch die Nebenfiguren, die nur am Rande eine Rolle spielen, haben alle ihre Geheimnisse, wobei manche schon gelüftet werden, andere aber die Neugier wecken, wie es wohl in der Fortsetzung weitergehen wird.

Die vielen Ideen, die Kai Meyer aus dem Hut zaubert, sind einfach klasse - ich kann hier wirklich nur schwärmen und jedem Fantasy Fan raten, es mit dieser Trilogie zu versuchen. Auch wenn es ein Jugendbuch ist, ist es anspruchsvoll geschrieben, voller Magie und mystischer Abgründe, die sogar Boten aus der Hölle auferstehen lässt.
Ich freu mich jedenfalls schon sehr auf die Fortsetzung, denn zum Glück kann ich mich kaum noch an die Handlung erinnern - ist ja auch schon einige Jahre her.

"... und im Halbschlaf fragte sie sich, ob nicht jedermann bisweilen eine Maske trug. Eine Maske der Freude, eine Maske der Trauer, eine Maske der Gleichgültigkeit. Eine Maske aus Ihr-seht-mich-nicht." S. 34


© Aleshanee
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Merle Trilogie

1 ~ Die fließende Königin
2 ~ Das steinerne Licht
3 ~ Das gläserne Wort

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Tags: fantasy, historische fantasy, jugendroman, kai meyer, reihe, verlag heyne   (6)
 

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15 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

horror, #jackkilborn, #jakonrath, angstexperiment, eigenverlag

Das Angstexperiment

J.A. Konrath
E-Buch Text: 322 Seiten
Erschienen bei AmazonCrossing, 06.06.2017
ISBN 9781477809242
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Cover hat mich hier sofort angesprungen und ich hab mich auf eine gruselige Gänsehautgeschichte gefreut, auf einen Horrorschocker, bei dem sich die Nackenhaare aufstellen - und ich wurde leider mal wieder enttäuscht.

"Das Haus strömt das Böse förmlich aus,
so wie ein Sumpfin kalten Nächten Dämpfe absondert."
Pos 1838

Ja, das klingt schon gut, aber leider kommt man im Haus erst nach der Hälfte des Buches an. Der Anfang zieht sich ewig hin, denn alle Beteiligten werden erstmal in einer großen Aktion eingeladen. Jede Figur wird vorgestellt, jeder von ihnen hat übermäßige Ängste und Albträume und jeder von ihnen wird auf andere Art zu dem Haus gelockt. Großer Magnet dafür ist natürlich die in Aussicht gestellte 1 Million Dollar als Gewinn, wenn man eine Nacht in dem sagenumwobenen Butler Haus überlebt.

Das ganze hätte man wirklich abkürzen können, denn in einem Horror Buch erwarte ich nicht so einen langen Vorspann. Es gibt auch eine "Vorstellung" zur Hintergrundgeschichte des Hauses, in dem schon viel schreckliches passiert ist: das hätte wahrscheinlich Spannung erzeugen sollen. Da es aber als eine Art Info-Seite aus dem Internet präsentiert wurde, hatte man zwar eine Überblick über das Grauen, was dort vorgefallen ist, aber wirklich Stimmung hat es bei mir nicht erzeugt. Die Geschichte des Hauses reicht weit zurück und die Vorkommnisse sind wirklich grauenhaft - da hatte der Autor schon einige originelle Ideen, aber es kam einfach keine Atmosphäre auf.

Wie leider in der ganzen Geschichte. Denn nachdem die Figuren alle endlich im Haus angekommen waren wurde zwar versucht, mit kleinen Details den langatmigen Einstieg wettzumachen, aber dann passierte eins nach dem anderen so rasend schnell, dass gar keine Stimmung mehr aufkommen konnte! Die Ideen dazu waren, wie gesagt, gar nicht mal so schlecht, aber es wurde dann einfach alles in das letzte Drittel gepresst. Die Perspektivwechsel haben mehr oder weniger für Spannung gesorgt, da natürlich immer in einem effektvollen Moment gewechselt wurde, aber dadurch kam ich weder an die Figuren und vor allem ihr Ängste ran, noch konnte mich die Handlung in ihren Bann ziehen.

Ich war eigentlich nur neugierig, was jetzt wirklich hinter dem "Experiment" steckt. Die Aufklärung war dann schon okay, aber insgesamt war das ganze irgendwie unglaubwürdig. Natürlich: es ist Horror und da muss man das nicht wirklich erwarten. Aber auch was die Charaktere betrifft kam mir einiges nicht rund vor. Die unfreiwillige Komik in manchen Szenen hat auch nicht so richtig dazu gepasst.

Am Ende hab ich dann erfahren, dass es zu jeder der Figuren schon eine "Vorgeschichte" gibt. Anscheinend wurden hier alle Charaktere, zu denen der Autor schon Horrorbücher geschrieben hat, in "Das Angstexperiment" gepackt. Es heißt, das wäre für das Buch nicht relevant, aber ich denke, wenn man all die anderen Bücher gelesen hat, kommt man vielleicht mit den Figuren besser klar und kann sich auch in der Handlung besser zurechtfinden.

Gruselig war es für mich also leider gar nicht - trotz nachts und alleine lesend - und bei dem Genre erwarte ich keine lange Einführung, durch die die Spannungsmomente dann erst in der zweiten Hälfte geballt und viel zu schnell abgearbeitet werden.

Ein schönes Zitat hab ich trotzdem noch gefunden

"Das war die wahre Ironie. Der einzige Moment, in dem man wirklich tapfer sein konnte,
war der, in dem man eine Heidenangst hatte."
Pos. 2850

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: eigenverlag, horror   (2)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

claa, antonia michaeli, lovis, arz, hun

Paradies für alle

Antonia Michaelis
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.08.2015
ISBN 9783426512708
Genre: Romane

Rezension:

Was für ein wunderschönes Buch! Die Botschaft, die Antonia Michaelis hier vermittelt hat, ist für alle Menschen auf der Welt und das macht sie auf eine so berührende und direkte Weise, die mich tief beeindruckt hat. Und wieder hat mich die Schreibweise fasziniert, denn die Autorin schafft es jedes Mal, mit einer so anschaulichen und scheinbar spielerischen Schreibweise, jeden Moment zu einem gefühlten Erlebnis zu machen.

"Tatsächlich lächelte sie jetzt ein bisschen,
wie Sonne, die versucht, durch Wolken zu scheinen."
S. 38

Zu Beginn wird man gleich mit der Schreckensbotscchaft konfrontiert: der 9jährige David hatte einen Unfall - er wurde abends mitten auf der Autobahn in der Nähe seines Zuhauses angefahren und liegt im Koma. Während die Mutter Lovis aus der Ich-Perspektive die Geschichte erzählt merkt man sofort die Spannungen, die zwischen ihr und ihrem Mann Claas vorherrschen. Ihre Ehe scheint nur noch ein Gerüst zu sein, das aufrecht steht, weil sie für alles andere einfach keine Zeit aufbringen. Weder es abzubauen, noch ihre Beziehung in Frage zu stellen und damit Klarheit zu schaffen.

Fragen - die sind ein zentraler Punkt in dieser Geschichte. Denn David ist ein ungewöhnliches Kind, ein sehr intelligentes Kind, das sich mit Dingen beschäftigt, die weit über seinen Entwicklungsstand hinausgehen. So hat ihn ein Schulprojekt über Religionen zu der Frage gebracht, ob es nach dem Tod ein Paradies gibt. Die Ungewissheit lässt ihn zweifeln und er entwickelt die Idee: wenn man nicht weiß, ob es nach dem Tod noch etwas gibt, dann sollte man das Paradies doch gleich jetzt erschaffen, für die Lebenden.

"Wir können uns nicht darauf verlassen, dass nach dem Tod alles besser ist, oder?
Und deshalb muss man dafür sorgen, dass es hier besser wird."
S. 95

Dieses Projekt entdeckt seine Mutter anhand von seinen Aufzeichnungen. Die Handlung baut sich dementsprechend auf - zum einen, wie Lovis mit dem Koma ihres Sohnes umgeht, wie die Beziehung zu ihrem Mann immer brüchiger wird und sie ihr ganzes Leben und ihre Gefühle in Frage stellt. Zum anderen die Projektberichte von David, die in einer kindlich-naiven und gerade deshalb so unglaublich berührenden und tiefsinnigen Art und Weise zeigen, wie leicht es sein könnte, etwas Gutes zu tun. Absolut genial, wie Antonia Michaelis diese Denkweise rüberbringt!
Seine Neugier und Faszination, alles zu entdecken und ein eigenes Weltbild zu kreieren sind entwaffend und machen klar, wie sehr wir immer auf uns selbst fixiert und damit ungücklich sind, während kleine Gesten die Welt um uns herum so einfach verbessern könnten.
Dabei ist er aufgeweckt, hat den Blick für Details und tiefere Zusammenhänge; wirkt bisweilen aber auch grüblerisch. Als ihm aufgeht, wie groß sein Projekt tatsächlich ist, steuert das ganze auf eine Katastrophe zu.

Herr Rosekast, mit dem David sich über alles unterhalten kann ist ein großartiger Charakter. Er nimmt ihn ernst, unterstützt ihm im Denken und lässt ihn eigene Erfahrungen sammeln - ohne mit erhobenem Zeigefinger zu predigen oder ihm etwas vorzuschreiben.
Davids Freundin Lotta, sie ist so eine wunderbare Figur ... einfach gestrickt hat sie es nicht leicht mit ihrer Familie, aber ihre Zuneigung, ja Hingabe zu ihrem Freund ist so bewundernswert und damit ist sie mir auch sehr ans Herz gewachsen.

Warum müssen manche Menschen so viel leiden und andere nicht. Reichtum, Gesundheit, Glück -alles scheint so willkürlich verteilt und die Frage, was für ein Gott das zulassen kann, ist für den kleinen Jungen zu einer Obsession geworden. Voller Metaphern und philosophischen Widerhaken, die sich festsetzen und gleichzeitig die Gedanken frei lassen hat es die Autorin geschafft, mich bis tief ins Herz zu berühren und gleichzeitig einen Abstand zu wahren, der einem zeigt, wie sich eine Veränderung für das große Ganze auswirken könnte.

Muss man auf jede Frage eine Antwort finden oder reicht es nicht, sich einfach auf das Rätsel einzulassen? Die Welt zu ändern, zu einem Paradies zu machen, kann man nur für sich selbst: das "Böse" kann man nicht gut machen, aber man kann für sich selbst das Beste daraus machen. Doch was ist eigentlich das "Böse"? Kommt es nicht doch auf den Standpunkt an und empfindet nicht jeder etwas anderes? Ist man nicht oft viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um andere wirklich zu verstehen?

Die anderen Kinder hatten mich ausgelacht, weil es einfach ist,
jemanden auszulachen, als ihn zu verstehen."
S. 104

Während diesem ganzen Gedanken, wie man die Welt verbessern könnte, bleibt aber immer noch im Hinterkopf, wie es denn nun zu dem Unfall kam - vor allem Lovis ist ununterbrochen auf der Suche, nach einer Erklärung, denn sie hat sich in den Kopf gesetzt, dass mit der Lösung alles gut werden wird. Dass, wenn sie alles aufgeklärt hat, ihr Sohn endlich aus dem Koma erwachen wird. Dafür muss sie aber die Mauern, die sie ihr ganzes Leben um sich aufgebaut hat, einreißen und das ist etwas, das sie an ihre psychischen Grenzen bringt.

Fazit

Diese Geschichte ist eine, die jeder gelesen haben sollte, der an das Gute im Menschen glaubt. Der die Hoffnung hat, dass jeder Einzelne die Welt ein kleiens bisschen besser machen kann und damit die Kugel ins Rollen bringt, die ein Paradies möglich macht. Einfühlsam und echt werden hier die Gedanken eines kleinen Jungen enthüllt, der eine einfache Lösung für ein weltbewegendes Problem entworfen hat - und den die Erkenntnis aus der Bahn wirft, wie unmöglich sein Vorhaben ist.
Dabei trägt jeder das Gute in sich - und jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass sich sein Wunsch erfüllt.

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: philosophie, roman, verlag knaur   (3)
 

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310 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

historischer roman, waringham, england, freibeuter, rebecca gablé

Der Palast der Meere

Rebecca Gablé ,
Fester Einband: 960 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 10.09.2015
ISBN 9783431039269
Genre: Historische Romane

Rezension:

London, 16. Jahrhundert

Die Rivalität zwischen Elizabeth I. und der schottischen Königin Mary Stewart sowie ihr Kampf um die englische Krone stehen dieses Mal im Mittelpunkt. Aber auch die damalige Seefahrt mit all ihren Entdeckungen und Eroberungen der Neuen Welt.

Dabei gibt es zwei wichtige Figuren, aus deren Perspektive die Handlung weitergestrickt wird:

~ Eleanor Waringham, die Spionin der Königin, die ihr Leben dem Dienst des Hofes verschrieben hat, bis sie auf einen dreisten Schurken trifft, der ihre Prioritäten auf die Probe stellen wird

~ Isaac of Waringham, das schwarze Schaf der Familie, der sich seiner Verantwortung entzieht und sein Glück als blinder Passagier auf hoher See sucht - mit schwerwiegenden Folgen

Mein Herz schlägt vor allem für Isaac, denn er ist ein Abenteurer und seine Freiheitsliebe ungeachtet aller Konventionen einfach liebenswert! Entgegen aller Widrigkeiten geht er seinen Weg mit viel Mut und Entschlossenheit und lernt auf seinen Fahrten ferne Länder kennen, schließt Freunschaften und hat natürlich auch gegen mächtige Feinde zu kämpfen.

Eleanor ist dagegen etwas verstockt, was man aber durch die damaligen Treue und Ergebenheit gegenüber der Königin nachvollziehen kann - damals galt für viele ein Versprechen noch etwas und ihre Verbundenheit zu Elizabeth hat ja auch eine lange Vergangenheit. Die Begegnung mit dem König der Diebe lässt sie allerdings straucheln, trotzdem bleibt sie ihren Überzeugungen treu - was für mich manchmal etwas schwierig nachzuvollziehen war, einfach weil ich eher ein Gefühlsmensch bin und nicht immer so nach dem Verstand handle.

Die Abwechslung zwischen den beiden Erzählsträngen führt uns durch die vielen intriganten Machtspiele in den Jahren 1560 bis 1588 und war dadurch sehr unterhaltsam und vielseitig. Einige bekanntere Namen sind mir dabei natürlich auch über den Weg gelaufen, wie z. B. von dem Seefahrer Francis Drake. Besonders schön sind in all den Büchern von Rebecca Gablé die vielen Hintergründe, wie auch zu Details des Königshauses, den Beziehungen zu anderen Ländern und auch dem Beginn des Sklavenhandels, deren man sich nicht so wirklich bewusst ist, wenn man sich nicht intensiv mit Geschichte befasst. Im Nachwort hat die Autorin wieder gezeigt, wie viel davon tatsächlich der Wahrheit entspricht. Natürlich nur insoweit, wie man es durch die geschichtlichen Forschungen weiß, und die Autorin hat diese "echten" Puzzleteile wunderbar in einen spannenden Roman verpackt.

Fazit

Ich war wieder total fasziniert von dem farbenprächtigen Hintergrund, der flüssigen Schreibweise und den pikanten Details aus den Überlieferungen, die die Autorin gekonnt mit in die Handlung eingeflochten hat. Diplomatie, Intrigen, Prunk und Politik, ein Sammelbecken an Machtkämpfen und der Familienehre hat die damalige Zeit geprägt - doch nicht jeder hat sich davon beeinflussen lassen, zum Glück! Ein faszinierender Einblick auf ein weiteres Kapitel der englischen Geschichte.

© Aleshanee
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Waringham Saga

1 ~ Das Lächeln der Fortuna (ab 1360)
2 ~ Die Hüter der Rose (ab 1413)
3 ~ Das Spiel der Könige (ab 1455)
4 ~ Der dunkle Thron (ab 1529)
5 ~ Der Palast der Meere (ab 1560)

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Tags: historischer-roman, reihe, verlag lübbe   (3)
 

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romantasy, fantas, eigenverlag, reihe, marita sydow hamann

Das Vermächtnis der Lil`Lu (4): Danniella - Engelsflügel

Marita Sydow Hamann
E-Buch Text: 310 Seiten
Erschienen bei null, 01.06.2017
ISBN B071FVDRPH
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es ist der mittlerweile vierte Band der Reihe und auch wenn man im Prinzip die Bände einzeln lesen kann, würde ich doch empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten. Es wird zwar alles gut erklärt und man kommt sicher rein - aber die Protagonistin Danniella hat hier doch immer wieder Kontakt zu Emilie, die man aus dem 3. Teil kennt und auch Lovisa aus den ersten beiden Teilen ist im Gespräch. Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, wäre es also von Vorteil.

Es ist schon eine Weile her, dass ich die ersten drei gelesen hatte, aber ich hab mich recht schnell wieder zurechtgefunden. Am Anfang lernt man Daniella in ihrer Welt kennen - sie ist eine Nephilim, eine Kreuzung aus Engel und Menschen, und hat eine besondere Aufgabe. Aber die Pläne ihres Vaters sind ihr zuwider und ihr gelingt tatsächlich die Flucht; allerdings landet sie dabei in einer völlig anderen Welt, in einem Paralleluniversum und sie ahnt nicht, dass das alles mit einer uralten Prophezeiung zusammenhängt.

Auf den ersten Seiten war ich noch nicht so gefesselt, aber mit Danniellas Ankunft auf der Erde hat sich das dann recht schnell gewandelt. Sie lernt die Freunde von Lovisa und Emilie kennen und entwickelt eine verheerende Anziehungskraft auf den mysteriösen Declan. Die Handlung gestaltet sich abwechslungsreich und spannend, auch wenn mir die Gefühlskonflikte manchmal zu oft wiederholt wurden.

Erzählt wird das ganze abwechselnd aus Danniellas Sicht in der Ich-Perspektive und Declans Sichtweise als personaler Erzähler. So konnte man immer gleich erkennen, mit wem man es gerade zu tun hat und hatte einen guten Einblick in ihre Gefühlswelt!

Daniella ist sehr selbstbewusst und versucht alles, um mit der neuen Situation klarzukommen. Ihre Herkunft und ihr Schicksal machen es ihr dabei nicht leicht, aber sie erhält unverhoffte Unterstützung - aber auch neue Gegenspieler, die ihre Mission aus der Prophezeiung gefährden. Sie ist zum Glück nicht naiv und erkennt sehr schnell, was sie zu tun hat; auch wenn ihr natürlich alles äußerst fremd erscheint. Das Zurechtkommen in unserer Welt ist nicht einfach für sie und die Autorin weiß mit dezenten Anspielungen auf einiges hinzuweisen, was in unserer Gesellschaft oft falsch läuft. Aber wirklich nur am Rande, denn im Mittelpunkt steht auch Declan, der eine ganz besondere Rolle hat, mit der er sich auch erst einmal anfreunden muss.
Die Beziehung zwischen den beiden hat zum Glück nichts von der Blauäugigkeit, die ich sonst oft in Liebesgeschichten begegne - sie wirken echt und authentisch auf mich und ich hab ihr konfliktbeladenes Verhältnis mit Spannung verfolgt!

Es gibt auch ein bisschen Romantik, ein bisschen Magie, aber auch brutale Momente, denn die Gegner der Prophezeiung schrecken vor nichts zurück. Die Ereignisse schaukeln sich hoch und gipfeln in einem Showdown, dessen Ausgang die ganze Mission gefährden kann. Die Welten sind noch immer in Gefahr, solange sich nicht alle Elemente vereinen: Lovisa, das Feuer; Emilie, die Erde und Danniella, die Luft können ihre Aufgabe erst vollenden, wenn auch noch das Wasser zu ihnen gefunden hat ...

Ich bin jetzt sehr gespannt auf den fünften und letzten Band - und Kristin, die letzte im Bunde, und damit die letzte Hoffnung auf Rettung!

© Aleshanee
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Das Vermächtnis der Lil´Lu

1 ~ Lovisa - Der Riss im Universum
2 ~ Lovisa - Im Zeichen des Feuers
3 ~ Emilie - Traumbegegnungen
4 ~ Danniella - Engelsflügel
5 ~ In Vorbereitung

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Tags: eigenverlag, fantasy, reihe, romantasy   (4)
 

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thriller, reihe, harper collins, buchreihe

Orphan X

Gregg Hurwitz , Mirga Nekvedavicius
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.04.2017
ISBN 9783959671026
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Er bringt böse Menschen um, hat dabei aber seine Gebote, an die er sich strikt hält, hatte einen Mentor und man lernt ihn nach und nach durch Rückblicke in seine Kindheit und Jugend besser kennen: erinnerte mich natürlich sehr an die Serie "Dexter", die ich mit großer Begeisterung angeschaut hab!

Aber mit diesen Parallelen ist es dann auch schon vorbei mit der Ähnlichkeit. Evan Smoke lernt man gleich zu Beginn recht gut kennen. Er hat zahlreiche sichere Häuser, um sich im Fall der Fälle vor Verfolgern verstecken zu können, aber sein Hauptwohnsitz ist einem etwas bieder anmutenden Apartementhaus in Los Angeles. Der Schein soll natürlich trügen, denn seine Wohnung ist mit sämtlichen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet, die man sich nur vorstellen kann! Der Autor zeigt einem das auch bis ins Detail, was mir manchmal auch etwas zuviel des Guten war. Genauso der exzentrische Geschmack an Spirituosen, sowie die verschiedenen Kampfarten aus aller Welt, die sehr ausführlich beschrieben werden. An manchen Stellen hätte man das auch etwas abkürzen können.

Ansonsten geht es mit dem Tempo gut voran und die Handlung ist durchweg spannend. Der Schreibstil ist recht nüchtern, passt sich aber damit sehr gut dem Protagonisten an und bedingt durch die sachliche Tonlage die Ernsthaftigkeit der Ereignisse und die Härte der Realität.

Evan gehörte dem Projekt Orphan an - was es damit auf sich hat, erfährt man auch nach und nach aus Rückblicken. Momentan ist er jedoch eine Art Auftragskiller, der Menschen hilft, die in Not sind. In großer Not, bei denen der Tod sozusagen schon anhand von Geldeintreibern oder ähnlichen vor der Tür steht.
Je mehr man in sein Leben auftaucht, desto mehr versteht man seine geradezu wahnhafte Paranoia und im Grund ist er ein sehr einsamer Mensch, der nie gelernt hat, was soziales Leben eigentlich bedeutet.
Die wenigen Momente, in denen er mit der "normalen" Welt in Berührung kommt, sind auf ein Minimum beschränkt. Dadurch wirkt er in diesen Situationen ungewollt komisch, ja manchmal kam seine Unbeholfenheit direkt witzig rüber, dann aber auch wieder traurig, durch das völlige Fehlen an einem vertrauten Umgang mit anderen Menschen. Das hat mich an ein, zwei Stellen doch berührt.

Er musste lernen, niemandem zu vertrauen und alles, was er tut, abzuwägen - das ist auch gut so, denn bei seinem neuen Auftrag scheint plötzlich alles aus dem Ruder zu laufen. Evan ist gezwungen, seine eingefleischten Regeln zu brechen und auch ich als Leser wusste lange nicht, wem man glauben kann und was hinter der ganzen Chaos steckt, was da über ihn hereinbricht!
Gewalt, Unterdrückung und viel Blut sind an der Tagesordnung, aber es artet jetzt nicht in einem Gemetzel aus - viele Szenen sind zwar brutal, aber im Vordergrund steht die Bedrohung, die Evan auf Schritt und Tritt folgt. Damit entwickelt es einen sehr subtilen Sog und ich war durchwegs von der Spannung gefesselt!

Ein aufwühlender und an manchen Stellen dramatischer Thriller um einen Mann, der nur von seinen Prinzipien zu leben gelernt hat und dessen Routine auf einmal komplett auf den Kopf gestellt wird: ein Auftragskiller, der selbst ins Fadenkreuz gerät.

Der zweite Band "Projekt Orphan" erscheint im August 2017

Fazit: 4.5 Sterne

© Aleshanee
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Tags: harper collins, reihe, thriller   (3)
 

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58 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

alan bradley, england, krimi, verlag penhaligon, familie

Flavia de Luce 8 - Mord ist nicht das letzte Wort

Alan Bradley
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Penhaligon Verlag, 25.04.2017
ISBN 9783641203627
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Flavia ist zurück - und nachdem sie im letzten Band an dem misslungenen Experiment teilnehmen musste, sich auf einer kanadischen Mädchenschule zu etablieren, kehrt sie endlich ins heimatliche Buckshaw zurück. Dem verschuldeten, aber dennoch, wenn auch auf skurrile Art Geborgenheit ausstrahlenden, Anwesen in England.

Der Empfang war allerdings alles andere, als wie Flavia es sich erhofft hatte. Niemand steht zur Begrüßung bereit und scheint froh zu sein, dass sie wieder da ist. Trotz dem Humor, der ja in dieser Reihe immer wieder durchklingt, ist die 13jährige doch ein sehr einsames Mädchen, das ich gerne mal in den Arm nehmen würde. Die Gefühle zu zeigen ist ja in der Familie de Luce nicht gern gesehen und irgendwie muss die Kleine damit klarkommen. Zumindest Dogger ist immer für sie da und auf ihrer Seite, jemand, auf den sie sich verlassen kann. Genauso wie ihr Hobby, die Chemie, in dass sie sich jedesmal flüchtet, wenn alles über ihr zusammenzubrechen droht.

Aber auch ihr zweites liebstes Hobby lässt sie aufblühen: natürlich entdeckt sie recht schnell wieder eine Leiche und die Aufklärung dieses Mordes erweist sich als recht verstrickt. Doch die Mädchenschule hatte durchaus eine positive "Hinterlassenschaft", die Flavia in einigen Situationen sehr weiterhilft; auf verschiedene Art und Weise.
Für ihr Alter ist äußerst klug und scharfsinnig, aber diese Abgegrenzheit kompensiert sie gekonnt mit ihren vielen Fähigkeiten. Andererseits zeigt sie trotz allem auch mal ihre kindlichen Saiten, ihre Wünsche und Träume, während sie langsam beginnt, erwachsen zu werden. Zweifel an sich selbst kommen auf und sie beginnt zu suchen, um sich selbst zu finden.

In der Ich-Form erzählt lässt uns Alan Bradley wieder gekonnt und glasklar an Flavias Gedanken und Gefühlen teilhaben. Die trockene und nüchterne Art hat allerdings auch etwas liebenswertes und zeigt, dass sie sich jeder Situation tapfer zu stellen weiß und nicht aufgeben wird.
So ermittelt sie natürlich auch wieder auf eigene Faust und es hat wieder immens Spaß gemacht, sie dabei zu verfolgen - ob mit ihrem Fahrrad Gladys, zu Fuß oder mit dem Zug nach London; jedes Detail setzt sie wie ein Puzzle zusammen, um es am Ende ihrem geliebten Inspector Hewitt präsentieren zu können.

Auch schön sind jedes Mal die Details aus der damaligen Zeit; ich fühle mich jedesmal um einige Jahrzehnte zurückversetzt. Die Umgangsformen, die Sprichwörter oder auch bekannte Persönlichkeiten, die damals "in Mode" waren. Klasse ist auch für jüngere Leser die älteren Ausdrucksweisen wie "Gusto", "Abort" oder "Galan", die vielen in der heutigen Zeit wahrscheinlich gar kein Begriff mehr sind!

Ich verfolge die Reihe sehr gerne und muss gestehen, dass mir dieser Band bisher am besten gefallen hat! Leider wurde ja der Stil des Covers geändert, was ich wirklich extrem schade finde, die vorherigen waren wunderschön und hatten mit ihrer Art perfekt zu Flavias Geschichten gepasst!

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: historischer-krimi, jugendroman, reihe, verlag penhaligon   (4)
 

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

fantasy, pilgrim, magie, hatori, science fiction

Pilgrim - Rebellion

Joshua Tree
E-Buch Text: 446 Seiten
Erschienen bei www.weltenblume.de, 04.04.2017
ISBN B06Y1ZWLQD
Genre: Fantasy

Rezension:

Im ersten Moment hatte mich das Cover ja ein bisschen abgeschreckt - aber je öfter ich es anschaue, desto genialer finde ich es - und es passt perfekt zur Geschichte!

Die Geschichte, ja, wo fange ich da an. Die ist wieder mal genau auf meiner Wellenlänge und tatsächlich etwas neues, etwas, dass ich so in der Art noch nie gelesen oder gehört habe und dadurch auch völlig unberechenbar! Der Prolog macht einen im ersten Moment noch stutzig, da wir hier Zeuge eines Experimentes mit einem Teilchenbeschleuniger werden - ihr wisst schon, diese Kilometer lange Röhre, in denen Atome aufeinander abgeschossen werden, um ihre Reaktionen zu testen. Glaub ich zumindest :)
Allerdings wird das Experiment gestört, von einer Art allumfassenden Bewusstsein, welches durch das All schwirrt ... hört sich kurios an? Oh ja, aber damit braucht man sich gar nicht groß aufhalten, denn im Verlauf der Geschichte bekommt man schon eine Ahnung, was es wohl damit auf sich hat!

Der Anfang jedenfalls ist super gemacht: Die Stadt Pilgrim bevölkert einen einsamen Felsen im Meer, ohne je Kontakt zu anderen Völkern zu haben. Ihr Leben ist strikt durchstrukturiert, mit Lehrjahren, Arbeitsjahren und schließlich dem Weg zum Nimbus, der Verschmelzung, den man mit 40 Jahren erreicht haben muss. Jetzt näher darauf einzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber das ganze ist gut durchdacht und anschaulich beschrieben. Es gibt auch eine Art Magie, das Hatori, auf das man durch Meditation Zugriff erhält. Aber es ist auch gefährlich, denn das Hatori hat seinen Ursprung in der Weltenblume. Schon die kleinen Kinder lernen, ihren psychischen Einfluss abzuschirmen, doch immer wieder gelingt es dieser seltsamen Macht, einzelne Pilgrim in den Wahnsinn zu treiben.

Jeder in Pilgrim ist darin bestrebt, diesen Zustand der Verschmelzung zu erreichen, ich würde es am ehesten vielleicht mit dem Buddhismus vergleichen, der Meditation und der "Erleuchtung".

Doch das System bekommt Risse, denn der junge Magnus, ausgerechnet der Sohn des Protektors von Pilgrim, fängt an, Fragen zu stellen. Er und seine Freunde entdecken das Geheimnis, das Magnus Vater seit Jahrtausenden hütet und verändert dadurch alles, was sie bisher geglaubt hatten.

Magnus war mir von Anfang an sympathisch. Er ist zwar ein etwas selbstgefälliger junger Mann, der sehr von sich und seinem Können überzeugt ist und auch bei den Frauen gut ankommt. Trotzdem hat er eine einnehmende Art, die einfach charmant ist. Dann gibt es noch Felix, seinen besten Freund, der das Leben genießt und immer einen lustigen Spruch auf den Lippen hat. Ganz anders dagegen Tomm, eine Hüne von einem Kerl, der aber eher ruhig und besonnen daherkommt und die taffe Tzunai, die nie auf den Mund gefallen ist und sich jeder Situation entschlossen stellt.

Das ganze System der Welt ist wie gesagt detailliert und bildhaft beschrieben - dabei bleibt es sehr flüssig zu lesen mit einem aufgeweckten und anspruchsvollen Stil, der einfach Spaß macht! Das Tempo ist jetzt nicht das schnellste, aber man muss einfach sehen, dass da noch fünf Bände folgen und es war trotz allem nie langweilig. Ich hab wirklich jeden Moment genossen und die Kulissen und die Abwechslung sind sehr gelungen. Ab der Hälfte gibt es nämlich eine große Wende, die mich total überrascht und fasziniert hat! Mehr mag ich dazu nicht verraten: lest es selbst!

Das Buch hat mich so mitgerissen und begeistert, dass ich es viel zu schnell durchhatte und ich freu mich, dass zumindest der zweite Band schon erschienen ist. Keine typischen Muster, auch wenn einige Klischees vorhanden sind, die aber mit so viel Frische rübergebracht, dass man sich einfach nur zurücklehnen und genießen kann.

Es gibt aber auch einige tiefsinnige Gedanken, die sich um dieses System auf Pilgrim drehen, die aber immer nur am Rande angesprochen und wahrgenommen werden. Trotzdem sind tolle Ansätze dabei und ich bin mega gespannt, wie die Geschichte weitergeht: böser Cliffhanger am Ende!

Fazit

Ein skurriler Prolog, dann ein intensives Eintauchen in eine fremde, faszinierende Welt - und plötzlich ein eiskalter Guß, der einen aus der Versenkung auftauchen lässt und mitreißt: Großartig! Ich bin total begeistert von diesem Reihenauftakt, der mich nur positiv überrascht hat: vielseitige Ideen, ein geschickter Schreibstil und überzeugende Charaktere ... absolutes Highlight!

© Aleshanee
Weltenwanderer

Pilgrim

1 - Die Rebellen
2 - Die Verlorenen
3 - Die Geächteten

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Tags: eigenverlag, reihe, science fantasy   (3)
 

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412 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 2 Rezensionen

fantasy, hobbits, der herr der ringe, j. r. r. tolkien, elben

Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs

J. R. R. Tolkien , Wolfgang Krege
Flexibler Einband: 444 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 30.06.2017
ISBN 9783608939835
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags: fantasy, klassiker, reihe, verlag klett-cotta   (4)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

horror, kurzgeschichten, teufel, moor, gruseln

Von Kastanien und Knochen

Daniel Mosmann
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei epubli, 14.12.2016
ISBN 9783865827654
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

4.5 Sterne, die ich gerne aufgerundet hab!
Ich bin ja eigentlich kein Kurzgeschichten Fan, aber hier wurde ich sehr positiv überrascht! Sehr fesselnder Schreibstil und raffinierte Ideen!

Daniel Mosmann hat mich hier recht schnell mit seinem Schreibstil überzeugt! Er skizziert sehr klar und anschaulich auf wenigen Seiten die Figuren, die Atmosphäre und die Thematik, die sich hinter den Geschichten verbirgt, wobei er nicht zu zielgerichtet vorgeht. Man kommt schnell rein, aber rätselt und lässt sich mitziehen, ohne dass die Spannung oder der Überraschungseffekt vorweg genommen wird. Dabei fabuliert er auch gerne und spielt mit den Worten, was mir sehr gut gefällt, wenns auch manchmal einen Tick zu viel wurde.
Die Schrift ist übrigens relativ klein und die Seiten dadurch großzügig gefüllt, also durchaus mehr Lesestunden und -unterhaltung, als man bei 250 Seiten denkt ;)

11 Geschichten erwarten euch, die unterschiedlich lang sind und auch jede für sich einen ganz eigenen Stil hat. Auf jeden Fall viele originelle Ideen, die mich fasziniert oder auch entsetzt haben, denn der Autor schreckt vor nichts zurück! Geistiger Wahnsinn, mystische Vergangenheit oder horrende Zukunftsversionen - alle möglichen Arten von gruseligen Szenarien, die mir zwar keine Gänsehaut bereitet, mich aber doch sehr gefesselt haben.

Besonders gefallen haben mir "Mein Vermächtnis", ein Brief eines Paters an seinen Nachfolger, der viel über Gläubigkeit, Leichtgläubigkeit und Vorurteile aussagt.
"Im Zug der Zeit", eine scheinbar düster phantastische Geschichte, die aber eine sehr wichtige Aussage enthält, die gerade in unserer heutigen Zeit bedeutend, ja essenziell ist.
Und "Wie der Staub im Wind", ein sehr makaberes und subtiles Episode, die mit viel unspektakulärer Spannung umgesetzt wurde.

Irgendwie hatten alle Geschichten tiefgründige Hintergedanken über unsere Gesellschaft, über unser Leben - manchmal nur als Hauch, manchmal auch sehr offen und direkt. Einmal gab es sogar einen Bezug zu einer vorhergehenden Geschichte, was mir richtig gut gefiel. Bei einigen hätte ich mir gewünscht, dass man noch ein bisschen später auf die Lösung kommt. Insgesamt aber alle mit viel Rafinesse konstruiert und mit einem intensiven Schreibstil verfeinert.

Die schwarz-weiß Bilder, die jede Geschichte stimmungsvoll einleiten, haben mir übrigens sehr gut gefallen!

Gesellschaft im Moor ✮✮✮✮
Der Narrenbrunnen ✮✮✮✮
Das biologische Wunder Fleisch ✮✮✮✮✰
Regentage ✮✮✮✮
Mein Vermächtnis ✮✮✮✮✮
Familienbande ✮✮✮✰
Der Mann auf dem Dach ✮✮✮
Crosse 517 ✮✮✮✮✰
Im Zug der Zeit ✮✮✮✮✮
Wie der Staub im Wind ✮✮✮✮✮
Von Kastanien und Knochen ✮✮✮✮✰

© Aleshanee
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Tags: eigenverlag, horror, kurzgeschichten   (3)
 

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57 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

steampunk, plasma, steamtown, wiedergänger, mord

Steamtown - Die Fabrik

Carsten Steenbergen , T. S. Orgel ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Papierverzierer Verlag, 14.05.2015
ISBN 9783944544342
Genre: Fantasy

Rezension:

Auf das Buch war ich richtig neugierig, weil ich schon die Fantasyreihe der Autorenbrüder T. S. Orgel über die Blausteinkriege kennen- und lieben gelernt habe. Der Ausflug ins Steampunk Genre war ein großer Anreiz, den in dem Bereich hab ich noch viel zu wenig gelesen.

Den Anfang empfand ich ehrlich gesagt etwas schleppend - aber vielleicht war ich auch zu ungeduldig. Die Vorstellung zwei der Protagonisten zog sich irgendwie, obwohl ich dann festgestellt hatte, dass es gar nicht so viele Seiten waren, aber es war auch nötig, um ihr Verhalten im Verlauf zu verstehen.
Die große Schrift im Buch ist super - dafür waren die Zeilenabstände sehr eng, das erste Mal, das mir sowas auffällt. Das war zuerst etwas anstrengend, aber ich hab mich sehr schnell dran gewöhnt.

So, jetzt hab ich ein bisschen gemeckert, aber ich fand das Buch wirklich toll! Als ich nach dem etwas plätschernden Einstieg in die Geschichte reingekommen bin, konnte ich gar nicht mehr aufhören! Die drei Hauptcharaktere sind in ihrer eigenwilligen Art so toll beschrieben und mir auch ans Herz gewachsen, auch wenn sie jetzt keine wirklichen Sympathieträger sind.

Agent Eric von Valen ist noch am "nettesten". Ein junger Agent des Ministeriums, der seinen ersten Mordfall zu klären hat. Natürlich ist er noch unerfahren und unsicher in seinem Tun, aber entschlossen, dem Täter auf die Spur zu kommen. Er gibt sich immer korrekt, aber er hat tief in seiner Erinnerung ein Geheimnis vergraben, das

Pater Siberius Grand - ein Mann der Kirche, aber ein gefallener Mann. Warum - darauf möchte ich hier nicht eingehen, das müsst ihr selbst herausfinden! Aber ich fand ihn einfach herrlich! Entgegen der Vorstellung eines "Gottesmannes" wirkt er vom Aussehen her eher wie ein Schläger und ist auch mit seinen knapp über 50 Jahren noch top in Form. Er sagt was er denkt und ist dabei auch mit seiner Wortwahl nicht zimperlich und handelt sich damit regelmäßig Ärger ein. Mit seinem Auftreten schafft er sich seinen "Platz" und seinen Respekt, hat aber auch eine vortreffliche sarkastische Ader.

Der dritte im Bunde, der den Mordfall aufklären soll ist der Forensiker Mister Ferret. Er kommt sehr unscheinbar und unauffällig daher, ist aber auch nicht auf den Mund gefallen und glänzt mit einem gleichgültigen, trockenen Humor, der im Zusammenspiel mit Siberius Grand äußerst amüsant ist! Mister Ferret hat einige verborgene Talente, die das Team aus einigen bösen Überraschungen retten wird.

Man merkt recht schnell, dass der Mord prekäre, politische Bedeutung hat und es hier einiges zu vertuschen gilt. Doch die drei lassen sich nicht unterkriegen und jeder auf seine Art

Der Schreibstil ist erfrischend locker, teilweise flapsig gerade in den Dialogen und beim wörtlichen Schlagabtausch, was die doch recht düstere Atmosphäre zu einem unterhaltsamen Schauspiel macht; aber dabei nicht den Ernst der Lage außer Acht lässt. Bei den Männern geht es nunmal in einem etwas raueren Ton zu und Handgreiflichkeiten und Brutalität sind öfters vonnöten. Denn es ist gefährlich im fiktiven Steamtown und der viktorianische Einschlag wird sehr schön mit den typischen Elementen aus dem Genre verbunden: Plasmalichter, Ikonographen, Aetheromanten und viele kleine Details - dazu Ausflüge in die von Unrat überschwemmte Kanalisation und das düstere Sanatorium.
Und! Die Geschichte kommt wunderbar ohne den unnötigen Zusatz einer Romanze aus!

Die Handlung entwickelt sich dabei mit einem guten Tempo und die Spannung wird auch immer wieder angetrieben. Die Zusammenhänge formen sich langsam zu einem Bild, lassen aber noch genug Spielraum zum Rätselraten - vor allem auch durch überraschende Wendungen.
Der Epilog hält dann auch noch einen bösen Zug bereit, wodurch sich noch Stoff für eine Fortsetzung ergeben würde. Ich würd mich jedenfalls darüber freuen!

Fazit: 4.5 Sterne gerne aufgerundet!

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: krimi, steampunk, verlag papierverzierer   (3)
 

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30 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

fantasy, magie, septimus heap, kinderbuch, alte wege

TodHunter Moon - FährtenFinder

Angie Sage , Reiner Pfleiderer , Mark Zug
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.02.2017
ISBN 9783446254886
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein neues magisches Abenteuer, eine zauberhafte Heldin und ein Wiedersehen mit Septimus Heap!

Die junge Todi steht vor einem aufregenden Ereignis: Mit 12 Jahren wird sie endlich von ihrem Vater in die Rituale der FährtenFinder eingeweiht. Kurz darauf ist Todis Vater spurlos verschwunden. Gemeinsam mit ihrem Freund Oskar begibt sich Todi zum Zaubererturm, weil sie sich Hilfe vom Außergewöhnlichen Zauberer erhofft. Dieser ist niemand anderes als Septimus Heap. Und er hat es gerade mit einem mächtigen Feind zu tun: dem Hexer Oraton-Marr, der den Palast der Schneeprinzessin in seine Gewalt gebracht hat. Im Palast aber ist der magische Lapislazuli versteckt, und der darf auf keinen Fall in die falschen Hände geraten …

Meine Meinung

Obwohl ich Septimus Heap nicht gelesen hab, war ich neugierig auf die neue Reihe und habe eine spannende und unterhaltsame Geschichte erlebt.

Den Aufbau fand ich etwas ungewöhnlich, denn manche Ereignisse, die anfangs dazwischengeschoben wurden, ergeben im Verlauf der Geschichte zwar ein stimmiges Gesamtbild und wecken natürlich auch die Neugier, was es damit auf sich hat. Trotzdem fand ich es etwas unglücklich gewählt und hat mich etwas verwirrt.

Insgesamt kommt man aber sehr gut mit und auch der Schreibstil ist für ein Kinderbuch ansprechend und sehr anschaulich geschrieben. Man kann sich die Welt und die verschiedenen Orte sehr gut vorstellen, genauso wie die Charaktere - hier gibt es eine ganze Menge, aber man behält gut den Überblick, weil es auf einige wenige fokussiert wird.
Etwas schade fand ich (für mich), dass es doch viele Anspielungen auf die Familie Heap gibt und sicher auch einige andere kleine Momente aus der Vergangenheit angesprochen werden - was natürlich für Fans der Bücher super ist, aber wenn man die Septimus Reihe nicht gelesen hat, kann man damit leider wenig anfangen. Deshalb werde ich wohl diese Reihe erstmal lesen, bevor ich mit Todhunter weitermache.

Todi, die 12jährige Fährtenfinderin, muss sich von einen Tag auf den anderen auf ein ganz neues Leben einstellen. Grausame Garmins entführen ihre Freunde, es gibt spannende Fluchten und Rettungsmissionen und Entscheidungen, die nicht leicht für sie zu treffen sind.

Aber auch die anderen Figuren spielen eine große Rolle, wie ihr bester Freund Oskar, seine Schwester Ferdie, natürlich der Außergewöhnliche Zauberer Septimus Heap und seine Geschwister und Marcia, die sich sehr für Todi einsetzt.

Es gibt viele überraschende Wendungen und immer wieder spannende Momente, so dass man gut unterhalten wird. Vor allem die Fülle an originellen Ideen hat mir hier sehr viel Spaß gemacht!

Das Cover finde ich übrigens wirklich gelungen und im Buch gibt es auch wunderschöne Zeichnungen, die jeden der 12 Teile, in die das Buch gegliedert ist, sehr gut einstimmen. Die beiden Karten vorne im Buch haben mich die Wege von Todi sehr gut verfolgen lassen und geben der Geschichte auch noch einen optischen Rahmen.

© Aleshanee
Weltenwanderer

TodHunter Moon

1 - Fährtenfinder
2 - SandReiter (erscheint im Herbst 2017)
3 - SternenJäger

  (7)
Tags: fantasy, kinder, reihe, verlag hanser   (4)
 

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fantasy, philip pullman, jugendbuch, liebe, das bernstein-teleskop

Das Bernstein-Teleskop

Philip Pullman , ,
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.10.2015
ISBN 9783551583420
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eine Rezension für diesen wunderbaren Abschluss einer meiner Lieblingstrilogien fällt mir grade wirklich nicht leicht - es ist so voll gepackt mit bewegenden, philosophischen und spannenden Ideen und Eindrücken, dass ich gar nicht weiß, wie ich das alles in Worte fassen soll ...

Lyra und Will haben ja in "Das magische Messer" zusammengefunden und schon einige Abenteuer überstanden, aber sie sind noch lange nicht am Ende angelangt. Aber auch Dr. Mary Malone hat hier eine sehr wichtige Aufgabe zu bewältigen - ebenfalls Iorek Byrnison, die Hexe Serafina Pekkala und Lord Asriel sind involviert, wie noch viele andere Geschöpfe, die in dieser Geschichte zwischen den Welten eine kleine und dennoch große Rolle spielen.

Viele Entscheidungen führen hier zu überraschenden Wendungen. Die Frage nach dem Staub, der schon im ersten Band im Mittelpunkt steht und den Lyra zu ergründen sucht; was hinter dem Magischen Messer steckt, das Türen zu anderen Welten öffnet, das alles hängt zusammen und wird hier zu einem runden Abschluss gebracht. Philip Pullman hat hier auch viele religiöse und glaubensabhängige Meinungen mit reingebracht, die einigen Leuten nicht in ihr Weltbild passen werden und es gab ja damals einige Diskussionen deswegen. Ich finde, dass dieses Thema zwar immer präsent ist aber sich doch im Hintergrund hält und erst gegen Ende viele Fragen aufwirft, die aber auch zum Teil sehr schön beantwortet werden. Nicht alle, denn ein bisschen lässt er uns auch noch zur Selbstreflexion übrig.

Er hat eine fast schon trockene Schreibweise, mit der er es aber dennoch schafft, große Bilder im Kopf entstehen zu lassen und mit den vielen kleinen Details wirkte alles sehr anschaulich und lebendig auf mich. Die Perspektiven wechseln immer wieder, wodurch man einen Überblick erhält - denn es passiert wirklich unglaublich viel: Lord Asriel rüstet zum Kampf gegen die höchste Instanz, Lyra will um jeden Preis ein Versprechen einlösen, Will muss sich seiner Rolle in dem ganzen bewusst werden und Mary Malone hat auf einer ganz anderen Welt eine wichtige Aufgabe, die die entscheidende Wendung bringen wird.

Die Ideen, die Pullman hier hat sind einfach grandios! Ob es die Charaktere sind, die fremdartigen Wesen, die anderen Welten bevölkern und auch die Gesellschaft der "Mulefa" und wie sie leben ist ein Ideal, bei dem ich mich gedanklich und gefühlsmäßig unheimlich wohl gefühlt habe!
Nicht der Mensch steht hier im Mittelpunkt, denn auch in anderen Welten gibt es intelligente Wesen, die anders und eben weitaus besser gelernt haben, mit sich und ihrer Umgebung zu leben.

Der "Staub", die Bewusstwerdung des Selbst und die sich daraus entwickelnde Beziehung zu anderen ist die Essenz, die in dieser Trilogie nach und nach aufgedeckt wird. Die Liebe, die Hoffnung und das Gute an sich sind die Dinge, die zählen und das hat mir diese Geschichte wieder nähergebracht. Das alles während einer spannenden Reise zwischen den Welten auf Flucht vor Gespenstern, durch das unheimliche Totenreich und mit immerwährenden Zweifeln, die durch Mut und den Glauben an sich selbst bezwungen werden. Die Vielschichtigkeit und die Chance auf Veränderungen sind gerade für die Figuren hier bezeichnend ...

Simpel ist diese Geschichte jedenfalls auch nicht und ich denke, junge Jugendliche kommen nicht ganz zu dem Kern der Aussagen des Autors vor, aber durch das spannende Abenteuer haben sie trotzdem eine wundervolle Geschichte - meine Kinder haben diese Bücher jedenfalls geliebt!
Toll fand ich auch, dass Pullman kleine naturwissenschaftliche Details mit eingebaut, die damals, soweit ich weiß, noch nicht so publikumsvertraut waren.

Es ist und bleibt eine meiner Lieblingsreihen, da sie rundum ein perfekt zusammenspielendes Werk ergibt - mit all ihren facettenreichen Figuren, den originellen Ideen, dem substantiellen Hintergrund und den vielen Fragen, die es aufwirft und mich fordert, wieder etwas mehr über mich und das Leben nachzudenken.

© Aleshanee
Weltenwanderer

His Dark Material

1 - Der goldene Kompass
2 - Das magische Messer
3 - Das Bernsteinteleskop

  (9)
Tags: fantasy, jugendbuch, reihe, steampunk, verlag carlsen   (5)
 

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96 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

krimi, mord, linley/havers-reihe, verlag goldmann, regen

Denn bitter ist der Tod

Elizabeth George , Mechtild Sandberg-Ciletti
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.08.2013
ISBN 9783442479245
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: krimi, reihe, verlag goldmann   (3)
 

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historischer roman, ottonen, otto der große, rebecca gablé, mittelalter

Die fremde Königin

Rebecca Gablé , Jürgen Speh
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 27.04.2017
ISBN 9783431039771
Genre: Historische Romane

Rezension:

Zum Inhalt

Anno Domini 951
Die italienische Königin Adelheit ist in Gefangenschaft geraten. Nachdem ihr die Flucht gelungen ist, nimmt sie gerne das Heiratsangebot von König Otto an und versucht, die vielen Zwistigkeiten innerhalb der Königsfamilie zu bereinigen - doch das ist wahrlich nicht leicht. Vor allem, da sie selbst auch immer wieder an ihre Gefangenschaft erinnert wird und mit der argwöhnischen Missgunst beäugt wird, dass ihre kommenden Kinder anderen den Königstitel streitig machen könnten.

Der junge Gaidemar, ein Bastard vornehmer, aber unbekannter Herkunft und Panzerreiter in König Ottos Reiterlegion, war maßgeblich an der Flucht von Adelheid beteiligt. Seine aufkeimenden Gefühle für sie sind jedoch von Anfang an zum Scheitern verurteilt - und auch andere, große Steine werden ihm in den Weg gelegt

(Achtung vor dem Klapptentext bzw. Inhaltsangabe auf der Verlagsseite - Spoiler!)

Meine Meinung

Bei der Autorin weiß man halt einfach, dass man wieder mal eine großartige Geschichte erwarten darf! Schon der Einstieg hat mich sofort in die historische Zeit versetzt, Spannung erzeugt und ich war mitten im Geschehen!

Der Schreibstil ist wie immer flüssig und passt wunderbar zur Epoche, ohne übertrieben zu wirken. Erzählt wird aus der auktorialen Perspektive und wechselt dabei zwischen Sichtweisen der Charaktere - hauptsächlich der Königin Adelheid und Gaidemar.

Mit Adelheid bin ich nicht so richtig warm geworden. Was vielleicht auch beabsichtigt war, zumindest wirkt sie auf mich sehr authentisch. Sie ist eben nicht aus dem "einfachen Volk" sondern hat eine gewisse Erziehung genossen, die sie auf ihr "Amt" vorbereitet hat. Dass sie dadurch vieles nicht versteht, was die Sorgen und Nöte der einfachen Menschen betrifft ist also normal, auch wenn sie sie deshalb nicht völlig ignoriert. Aber es ist eben eine ganz andere Welt, als Königin zu leben und ganz andere Verantwortungen zu tragen, da fallen gewisse Entscheidungen nunmal nicht leicht bzw. fallen sie manchmal lieblos aus, weil sie immer "nur" das große Ganze im Auge hat - gefühlskalt könnte man sagen, aber sie hat eben ein ganz anderes Denken aus ihrer Erziehung geprägt. Trotzdem war es nicht so, dass ich sie nicht leiden konnte, sie war eben perfekt in ihrer Position und vor allem immer auf der Seite ihrer Familie.
König Otto mochte ich irgendwie tatsächlich mehr, denn trotz vieler erbarmungsloser Urteile und Vorgehensweisen, hatte er doch das Herz auf dem rechten Fleck.

Gaidemar, er war hier schon der Held der Geschichte, denn trotz zahlreicher Fehlschläge gibt er nicht auf. Sein Ehrgefühl ist ihm heilig und er ist ein typischer Vertreter seines Geschlechts, aber er hat auch weiche Seiten, wenn man es denn so nennen kann und ein für damals ungewohntes Feingefühl.
So schwierig das Leben damals auch war, ich kann mir gut vorstellen, dass die Menschen eben gerade deshalb so wie hier beschrieben oft eben nicht mit dem Schicksal gehadert haben. Sie haben es angenommen - sei es durch ihren Glauben oder innerer Stärke - und haben sich durchgekämpft. Nach vorne zu schauen und nach jedem hinfallen wieder aufzustehen, seine "Ehre" nicht zu vernachlässigen und gleichzeitig auch Empathie zu zeigen, trotzdem aber konsequent zu sein ... ein schweres Los, mit dem wir wohl auch heute noch zu kämpfen haben.

Überhaupt kreiert die Autorin die Charaktere wieder sehr prägnant, was die Handlung sehr lebendig gestaltet. Genauso wie die geschlichtlichen Hintergründe, die gekonnt und anschaulich in Szene gesetzt werden. Ich war keinen Moment gelangweilt und habe jeden Moment mit Spannung verfolgt - es ist sehr abwechslungsreich mit den Entwicklungen der Figuren sowie den Intrigen und Kriegsschauplätzen der damaligen Zeit. Hier gibts dazu natürlich wieder im Nachwort die Infos, aus welchen wahren Überlieferungen Rebecca Gablé ihre Geschichte kreiert hat, was ich immer besonders interessant finde - und es jedes Mal wieder bewundere, wie sie aus diesen wenigen Daten so eine oppulente Geschichte zusammenbasteln kann. Vor allem auch die vielen kleinen Details, die alles authentisch und lebendig wirken lassen.

Besonders interessant ist für mich, wie die Menschen damals gelebt und geliebt haben, denn mit der heutigen Zeit kann man es überhaupt nicht mehr vergleichen. Die Gefühle blieben bei "Die fremde Königin" weitgehend außen vor, wie es damals ja auch üblich war - gerade wenn man ständig den Krieg im Nacken sitzen hat. Aber die Autorin zeigt deutlich, wie sie trotz allem mit ihren Gefühlen umgehen konnten und mussten. Mir kommt es immer so vor, als würde auch in jeder Epoche die Definition von Liebe auf ihre Art neu erfunden bzw. ist sie sowieso für jeden Menschen ganz individuell, auch heute. Und selbst mit ihrer verschlossenen, ruppigen und standesmäßig verbundenen Weise waren es trotz allem tiefe und innige Gefühle, die nur anders gezeigt und ausgelebt wurden. Gerade das wurde hier wieder mal äußerst anschaulich und nachvollziehbar geschrieben.

Vorne im Buch findet man eine wunderschöne Karte des Reiches von König Otto um 962 in Farbe, sowie hinten eine Ahnentafel des Königshauses.

© Aleshanee
Weltenwanderer

Otto der Große

1 - Das Haupt der Welt
2 - Die fremde Königin

  (9)
Tags: historischer roman, reihe, verlag lübbe   (3)
 

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fantasy, liebe, gefühle, verrat, ava

Dunkelherz

Sarah Nisse
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 30.05.2016
ISBN 9783959910903
Genre: Fantasy

Rezension:

--- Was bisher geschah ---
wird zur Einleitung super zusammengefasst, so dass man direkt in die Fortsetzung von "Welt in Scherben" einsteigen kann.

Ava und Karim sind Gefühle und leben im Herzen, einer Parallelwelt oder besser gesagt, einer Welt, die in jedem von uns wohnt. Doch die Gefühle sind im Aufruhr, denn ein mächtiges Artefakt ist wieder aufgetaucht, das dem Besitzer uneingeschränkte Macht verleihen kann. Damit niemand diese Energie missbrauchen kann, möchten Ava und Karim mithilfe ihrer Freunde versuchen, das Artefakt zu zerstören - doch die Zeit drängt, denn natürlich sind auch machtgierige Gefühle hinter dem Kristall her; und auch die Widerstandsbewegung stellt sich ihnen in den Weg ...

--- Die Welt des Herzens ---
Also die Idee ist ja wirklich bezaubernd! Sarah Nisse hat hier wirklich einen grandiosen Schauplatz geschaffen: das Herz, mit all unseren Gefühlen, die mit soviel Liebe beschrieben werden und in dem jedes davon seinen Platz erhält. Denn jede Empfindung, egal ob positiv oder negativ, hat ihre Daseinsberechtigung und ist wichtig für ein lebendiges Lebensgefühl!

--- Im Schreibstil ---
zeigt sich das auch sehr schön, denn alles wird sehr lebendig und anschaulich erzählt und alle Lesersinne angesprochen. Dabei hält sich das Tempo sehr ausgewogen und wechselt zwischen ruhigeren Phasen und Spannung, die gerade am Ende sehr hoch gehalten wird. Wobei mir hier der Schluss fast etwas zu sehr in die Länge gezogen wurde. Einen schönen Überblick und einen Einblick in die "Gefühle" erhält man durch die Perspektivenwechsel.

--- Die Charaktere ---
sind mir sehr ans Herz gewachsen. Auch Ava, die mir zwar im echten Leben wahrscheinlich nicht so sympathisch wäre, aber mich hier doch mehr überzeugen konnte als noch im ersten Band. Sie handelt immer lieber nach ihrem Kopf, ist gerne tonangebend und eine ungeheure Neugier treibt sie ständig voran - ist aber auch schnell mit einem Urteil zur Hand und weiß immer alles besser.
Karim dagegen trägt die Sehnsucht im Herzen und ist der Ruhepol der Gemeinschaft. Er hat es nicht leicht und verliert trotzdem nie die Hoffnung und kämpft mit allem, was er geben kann.
Aber auch die anderen Figuren sind interessant; zwar entsprechen sie alle einem typischen Muster, haben aber trotzdem ihre individuelle Seite und tragen damit zu einem abwechslungsreichen und überraschenden Verlauf bei.

--- Die Handlung ---
ist sehr verstrickt und bringt originelle Ideen und viele Wendungen mit sich. Eine gefahrvolle Reise durch das Land des Herzens die zeigt, dass das Veränderungen möglich sind und man die Macht der Gefühle nicht unterschätzen sollte. Manches war vielleicht etwas vorhersehbar oder auch konstruiert, im Großen und Ganzen aber unterhaltsam und mit Parallelen zur unserer Welt: jeder Mensch und jedes Gefühl hat seinen Platz und seine Daseinsberechtigung und gerade die Vielfalt gibt dem ganzen diese besondere Schönheit, die auch jeder von uns in sich trägt.

--- Mein Fazit ---
Eine wunderschöne Geschichte mit außergewöhnlichen Ideen, in der die Gefühle im Mittelpunkt stehen und uns in ein spannendes und hintergründiges Abenteuer entführen. Liebevolle Charaktere und ein intensives Eintauchen in all unsere menschlichen Facetten macht es zu etwas besonderem!

Besonders schön gelungen finde ich auch die beiden Cover - und die Karte des Herzlandes vorne im Buch, durch die ich die Reise immer gut verfolgen konnte.

4.5 Sterne

© Aleshanee
Weltenwanderer

Welt der Gefühle
1 - Welt in Scherben
2 - Nacht aus Schatten

  (10)
Tags: fantasy, märchen, reihe, verlag drachenmond   (4)
 

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verlag fischer, romantasy, jugendroman, roma, venedig

Pearl - Liebe macht sterblich

Julie Heiland
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 24.05.2017
ISBN 9783841440174
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein Buch über die Liebe? Sehr ungewöhnlich für mich, aber mich hat der Aspekt der Unsterblichkeit gereizt und ich muss zugeben, vor allem auch das wunderschöne Cover - und ich wurde nicht enttäuscht!

Anfangs war ich noch etwas skeptisch, denn die Protagonistin Pearl, die ja schon seit 200 Jahren nach ihrer wahren Liebe sucht, schien mir schon sehr naiv zu sein. Trotz ihrem Alter von 18 Jahren, in dem sie gestorben und wiedergeboren wurde, sollte die lange Zeit auf Erden doch etwas mehr Reife mitbringen.
Aber ich hab mich davon nicht abschrecken lassen und muss gestehen, dass ich es nach dem etwas seichten Anfang das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte!

Die Geschichte spielt, wie sollte es anders sein, in Venedig, der Stadt der Liebe. Der Schauplatz ist natürlich perfekt gewählt und hat der Suche eine ganz besondere Atmosphäre geboten. Pearl ist als Suchende nicht die einzige - sie hat sich mit Damien und Alexa zusammengeschlossen, die ebenfalls ihre wahre Liebe finden wollen. In Venedig doch leicht, sollte man meinen, aber eben auch sehr schwer, wenn man die vielen verliebten Pärchen beobachtet, während man selbst so lange Zeit alleine ist.

Julie Heiland spielt hier sehr intensiv mit der Sehnsucht, die wohl jeder Mensch in sich trägt: den einen Menschen zu finden, den man wirklich liebt und der diese Gefühle auch zurückgibt. Diesen einen Seelenpartner, mit dem das Schicksal uns zusammenführt und der perfekt zu uns passt. Ich hatte da ein bisschen Bedenken, denn diese Vorstellung, wenn sie auch jeder von uns in sich trägt, wird doch zu oft nicht erfüllt. Es weckt schon eine gewisse Wehmut und ich hatte desöfteren Tränen in den Augen beim Lesen, da die Hoffnungslosigkeit dabei schon sehr deutlich gemacht wird.
Das ganze löst die Autorin aber sehr geschickt auf, was ich natürlich hier nicht verraten werde. Der Aspekt der Freundschaft hat mir hier aber noch ein bisschen gefehlt (wenn auch unterschwellig vorhanden), denn eben auch die Liebe zu anderen Menschen in all ihren Facetten zählt hier für mich sehr wohl dazu. Auch das kann einen stärken und das Leben genießen lassen, manchmal war es doch etwas deprimierend, dass das Leben ohne den richtigen Partner nur trostlos erscheinen "soll".
Auch die Aussage, dass man das Leben bzw. die Schönheit des Lebens gar nicht wirklich wahrnehmen kann, wenn man nicht verliebt ist, fand ich doch etwas grenzwertig.
Ebenfalls wird die Sicht etwas verklärt, denn diese Verliebtheit, mit der ja alles seinen Anfang nimmt, ist für mich noch keine Liebe - die erwächst erst aus dem Zusammenleben - wobei ich schon daran glaube, dass man "den Einen / die Eine" tatsächlich auf den ersten Blick voll und ganz in sein Herz schließen und erkennen kann. Das wird ja oft bemängelt bei Liebesgeschichten, aber ja, sowas gibts.

Ein wichtiger Punkt war dabei auch die Einsamkeit und der Neid, die hier immer wieder mitspielen. Wie man sich fühlt, wenn man diese ganzen Pärchen um sich rum hat, das Glück der anderen sieht und selbst diese Momente des Alleinseins kaum noch aushalten kann.

Pearl ist, wie gesagt, schon etwas naiv, was sich aber im Verlauf der Handlung legt. Ihre beiden Mit-Suchenden sind ebenfalls wichtige Charaktere - gerade Damien, der seine positive Ausstrahlung immer beibehält und die Hoffnung nicht verliert, im Gegensatz zu Alexa, die dazu tendiert, die Hoffnung aufzugeben.
Hier kommen jetzt die Jäger ins Spiel. Denn die Suchenden werden ja vom Kuss der wahren Liebe erlöst. Doch das hat einen Haken: Küssen sie jemanden, der nicht ihre wahre Liebe ist, stehlen sie demjenigen alle Gefühle. Hier gabs ein paar logische Ungereimtheiten, die ich aber mal beiseite geschoben habe.
Jedenfalls sind die Jäger auf der Suche nach "bösen" Suchenden, die gar nicht mehr nach ihrem Seelenpartner Ausschau halten, sondern nur noch den kurzen Kick suchen, sich ein paar Stunden das Gefühl der Liebe zu holen - und somit andere Menschen zu gefühllosen Wesen machen, deren Leben von da an nur noch von Leere bestimmt ist.

Die beiden Jäger, die in Venedig unterwegs sind, sind sehr unterschiedlich. Der eine ist zerfressen von Hass und Wut und wünscht deshalb jedem Suchenden den Tod, ohne ihnen eine Chance auf Erlösung lassen zu wollen. Ein unsympathischer Kerl, der aber auch sein Päckchen zu tragen hat, denn er kompensiert damit nur den eigenen Schmerz, den er in sich trägt. Die Sichtweisen wechseln zwischen Pearl und ihm und werden aus der Ich-Perspektive erzählt.
Der andere Jäger hat sich die Wärme im Herzen bewahrt und glaubt daran, dass es noch Hoffnung gibt. Seine direkte Art, gleichzeitig abwartend und immer ein Lächeln auf den Lippen, gleichzeitig verspielt und aufmerksam und mitfühlend ist schon ein wahrer Traum.

Mich hat die Geschichte jedenfalls sehr berührt, da ich mich mit Pearl direkt verbunden gefühlt habe - ich konnte alles was sie durchmacht sehr gut nachempfinden. Ein paar Aspekte sehe ich zwar in der Aussage etwas kritisch, aber ich war während dem Lesen so sehr in diese Gefühlswelt eingebunden, dass ich meist einfach darüber hinweggesehen habe. Liebe ist für jeden anders und es gibt so viele Facetten in der Familie, im Freundeskreis und in der Partnerschaft, dass sich jeder vielleicht auch die Menschen in Erinnerung rufen sollte, die ihm außerhalb einer Beziehung auch das Gefühl des Geliebtwerdens geben können.

Fazit: 4.5 Sterne

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Tags: fantasy, jugendroman, liebe, romantasy, verlag fischer   (5)
 
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