Alexander_Bally

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mayer, geheimnis, verschwörung, rose von anglâme, temple

Die Rose von Angelâme

Carmen Mayer
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 24.11.2011
ISBN 9783943121025
Genre: Historische Romane

Rezension:

Carmen Mayers Roman die Rose von Anglâme vereint auf charmante Weise einen spannenden Krimi mit den Genres des rätselhaften Mysteryromans und dem packenden Historienroman aus der Zeit der Tempelritter.

In drei großen Handlungssträngen lernt der Leser ein großes Geheimnis kennen, das in urchristlicher Zeit wurzelt und seinen langen Schatten bis in die Gegenwart wirft. Simon, ein scharfsichtiger und hartnäckiger Versicherungsmanager wird durch eine Überprüfung eines Versicherungsfalles auf zuerst einen, bald aber zwei rätselhafte Morde aufmerksam und beginnt zu ermitteln. Immer sonderbarer und rätselhafter wird der Fall, in dem ein altes Gemälde und ein Schmuckstück der Schlüssel zu sein scheinen. Just als der Leser dies erkennt, wird er ins Mittelalter katapultiert, genauer nach Frankreich ins 14. Jahrhundert.

Hier nun erfährt der Leser die Geschichte von Bild und Schmuckstück und taucht in einen tollen Strudel aus Intrige und Geheimnis. Es tanzt ein schöner Reigen von Helden und Schurken und bald breitet sich vor dem Leser ein großer Prospekt weitreichender Pläne und Kabalen aus. Dieser Teil ist in meinen Augen der schönste des Buches. Der Tanz der vielen - einander oft auch widerstrebenden - Charaktere in ihren vielfältigen Beziehungen ist komplex, immer neu spannend und lässt einen das Buch nur ungern aus der Hand legen. Besonders die weibliche Hauptfigur, Rose, die unverschuldet in tödliche Gefahr gerät, lässt den Leser mitfiebern.

Im nächsten Abschnitt wird das Rätsel im 19 Jahrhundert weiter entwickelt. Das Buch nimmt in diesem Abschnitt beinahe die Züge eines unterhaltsamen Liebesromans an. Fein gezeichnete Figuren werden in ihrer Gegensätzlichkeit auf einander losgelassen, was sich – vom Geheimnis ganz abgesehen – sehr vergnüglich liest. Das Buch wird auch hier nie kitschig und der Abschnitt endet allzu früh. So nimmt der Leser viel Schwung und Spannung in den letzten Teil, der den ersten Teil - die Gegenwart – fortführt und nun endlich das Rätsel komplett enthüllt.

Das Buch ist ein echter Pageturner, in den historischen Teilen sauber recherchiert und kenntnisreich, das Personal in allen Abschnitten kantig, facettenreich und in ihren Handlungen gut motiviert. Die Sprache rollt geschmeidig dahin, wird nie karg oder – was noch schlimmer wäre – schwülstig,

Die große Geschichte, das große Geheimnis des Buches, wurde zwar schon von anderen in ähnlicher Art als Roman verarbeitet, doch Carmen Maier gelingt ein sehr überzeugender Entwurf dieser Geschichte, die den anderen nicht nachsteht.

Es war eine Freude, es zu lesen,


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Essais

Michel de Montaigne , Herbert Lüthy , Herbert Lüthy , Herbert Lüthy
Fester Einband: 901 Seiten
Erschienen bei Manesse, 01.07.1953
ISBN 9783717512905
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Essais von Michel de Montaigne – ein Klassiker ersten Ranges – Weltliteratur.

Ein hochgebildeter Mann zieht sich ins mit knapp vierzig Jahren ins Privatleben zurück, und um als Privatgelehrter seine Bibliothek auszubauen und zu schreiben. Sein Thema: Der Mensch und das Leben.

Sein Schreiben prägt eine eigene Literaturform, das Essay. Diese „Versuche“, vielleicht besser Annäherungen, kreisen stets um ein selbstgewähltes Thema, einen bestimmten Aspekt der menschlichen Existenz, wie z.B. die Freundschaft oder das Sterben und erörtern dieses Thema mit scharfem Geist, der entspannten Gelassenheit eines Privatmanns und der umfassend belesenen Bildung eines universellen Gelehrten. Bei aller Gelehrsamkeit sind Montaignes Essais keine philosophischen Traktate. Sie sind stets sehr persönlich gehalten, stellen einen persönlichen Standpunkt dar, wollen weder bekehren noch belehren. Es offenbart sich ein geschliffener, selbständiger Geist, fähig zu originellem selbständigen Denken, abseits der ausgetretenen Pfade alter Denkschulen, ein liebenswürdiger Realist und Skeptiker, der Vernunft stets mehr verbunden als dem Glauben. In seinen Essays deutet sich schon der Geist Aufklärung an. So ist es kein Wunder, dass Montaigne noch jahrhunderte später Menschen bewegt und im Denken beeinflusst.

Die Sprache stammt noch aus einer Zeit vor der Eiligkeit des Maschinenzeitalters, ist ruhig und gemächlich, der manchmal abscheifend mäandernde Stil eine alternden Mannes, der Zeit hat, zuviel Zeit vielleicht.

Das ist auch der einzige Kritikpunkt, den ich bei den ansonsten angenehmen und zeitlosen Essays anmerken muss: Er ist vielleicht ein wenig zu gemütlich und ein wenig angestaubt. Ich persönlich gen ieße ihn lieber als leichter zu genießendes Hörbuch. Dennoch: Es ist immer noch unbedingt lesenswert und wird es wohl auch noch ein paar Jahrhunderte bleiben.

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sekundärliteratur, mister potter, fantasy, analyse, harry-potter

Warum Nabokov Harry Potter gemocht hätte

Michael Maar
Fester Einband: 185 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag
ISBN 9783827004543
Genre: Sachbücher

Rezension:

Michael Maar hat mit diesem Büchlein ein kleines Bändchen kluger und dennoch leichtverständlicher Sekundärliteratur zu den Harry-Potterbüchern vorgelegt. Zwar ist das Buch etwas älter und berücksichtigt nicht die letzten Bände, dennoch lohnt es sich, denn man findet darin zu den ersten vier Bänden reichlich Stoff zum nachdenken und -prüfen.

Kühn rückt Maar zu Beginn die Jugendromane von Rawling in die Nähe eines unbestrittenen Meisters: Er stellt fest, dass Nabokov Harry Potter gemocht haben würde. Um diese These zu stützen, führt dann uns der Autor ein unterhaltsames Büchlein lang vor, wie raffiniert und durchdacht Rawling ihre so einfach wirkenden Geschichten gewebt hat.

Er weist ihr beim Plotten wiederholt einen literarischen Wronsky-Bluff nach, ein aus den Romanen augenzwinkernd entlehnter Begriff, den er auf das Plotten bezieht. Hierbei wird immer wieder eine Lesererwartung unterstützt, und gefüttert, um im letzten Moment – wie auf dem Quiddichfeld – doch noch die Kurve zu kratzen und eine ganz andere Lösung zu präsentieren, eine Lösung, die der Leser die ganze Zeit vor Augen hatte, die er aber nie als Lösung wahrnahm, weil die Spannung der Geschichte und ihn mit sich riss.

Auch die Namen werden ausführlich analysiert und entpuppen sich oft als meist wohldurchdachte, beziehungsreiche Omen.

Bemerkenswert ist die Analyse der Dementoren, die Maar sehr schlüssig als das personifizierte, zum toten Fleisch gewordene klinische Erscheinungsbild der Depression erkennt.

Interessant ist am Ende das Orakel, wenn Maar mit dem Informationsstand von Band IV versucht, auf die Ereignisse der letzten drei Bände zu schließen.

Es ist ein schlaues und leicht zu genießendes Buch. Ein Buch, das Potterfans Freude macht, aber auch allen, die wissen wollen, warum diese Bücher die Welt bewegten und eine ganze Generation prägte.

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Tags: analyse, harry-potter, sekundärliteratur   (3)
 

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betrachtungen, poetische prosa, essays

Liebe Dinge

Karl Heinrich Waggerl , Karl Heinrich Waggerl
Flexibler Einband: 96 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.12.2005
ISBN 9783423252416
Genre: Romane

Rezension:

Es ist ein besinnliches, ruhiges Buch. Es geht um die unscheinbaren, ganz alltäglichen Dinge, die einem an Herz wachsen können und nicht so einfach zu ersetzen sind, auch wenn sie keinen großen materiellen Wert haben. Meist sind es alte Dinge. Dinge voller Vergangenheit und Spuren langen Gebrauchs. Dinge, die dem Autor ein Fenster in die eigene Vergangenheit eröffnen. So ist es auch immer wieder ein Stück Lebenserinnerung und ruhige, unaufgeregte Rückschau auf ein einfaches Leben, das aber reich ist an Erinnenswertem.

Die literarische Form bezeichnet Waggerl als Miniaturen und es ist ein gut gewählter Begriff. Es sind Kabinettstückchen der Sprachkunst, anzusiedeln zwischen Erzählung und den Essays von Montaigne. Es sind Betrachtungen über das Wesen der Dinge und des Lebens – auch des eigenen. Ihr Ton ist stets ruhig, fast betulich, die Sprache wirkt einfach und schlicht, ein Eindruck, der jedoch spätestens beim Vorlesen revidiert werden muss. Bei näherem Hinsehen entpuppen sich die Sätze oft als überraschend lange und dennoch flüssig zu lesende Zeilenfresser, voller kleiner, aber feiner Wendungen und vollendeter Wortwahl, aus der immer wieder wahre Poesie aufblitzt. So verbirgt sich unter im schlichten Sprachkleid eine sehr ausgefeilte und feine Wortkunst.

Karl Heinz Waggerl auf alpenländischen Humoristen zu verbuchen, ist eine einseitig verkürzte Wahrnehmung. Ja ... das Buch ist auch durchdrungen von feinem, beinahe augenzwinkerndem Humor. Doch der Witz entsteht nicht aus inszenierten Pointen. Es ist immer der stille, unaufdringliche Witz, der plötzlich mit einem unerwarteten Wort dem Leser neue und unverhoffte Perspektiven eröffnet, der das Buch durchdringt und prägt.

Als Leser habe ich das Buch genossen. Als Autor werde ich vor diesem Bändchen immer wieder demütig und ein wenig neidisch.

Ein feines Büchlein.

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Tags: betrachtungen, essays, poetische prosa   (3)
 

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Für Licht und Vollkommenheit - Mini-Buch

Alexander Bálly
Flexibler Einband: 545 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag UG, 17.11.2010
ISBN 9783862540914
Genre: Krimi und Thriller

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Für Licht und Vollkommenheit - Großdruck

Alexander Bálly
Flexibler Einband: 545 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag UG, 16.11.2010
ISBN 9783862540907
Genre: Krimi und Thriller

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Für Licht und Vollkommenheit

Alexander Bálly
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag, 10.10.2010
ISBN 9783862540891
Genre: Krimi und Thriller

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Eine Frage von Leben und Tod - Mini-Buch

Alexander Bálly
Flexibler Einband: 535 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag UG, 17.11.2010
ISBN 9783862540877
Genre: Krimi und Thriller

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Eine Frage von Leben und Tod - Großdruck

Alexander Bálly
Flexibler Einband: 535 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag UG, 16.11.2010
ISBN 9783862540860
Genre: Krimi und Thriller

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vielleicht ein wunsc, ork, halblin

Eine Frage von Leben und Tod

Alexander Bálly
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag, 10.10.2010
ISBN 9783862540853
Genre: Krimi und Thriller

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klassiker, roman, amerika, usa, john steinbeck

Früchte des Zorns

John Steinbeck , Klaus Lambrecht
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.10.1985
ISBN 9783423104746
Genre: Klassiker

Rezension:

Früchte des Zorns gehört ohne Zweifel zu den Meisterwerken der Literatur des 20. Jahrhunderts. Es ist ein bewegendes Buch, verstörend, beunruhigend, vor allem, weil es bei aller fiktionalen Überarbeitung stets unerfunden und wahr erscheint, als ein Destillat authentischer Geschichten. Nebenbei ist es auch noch ein erzählerisches Meisterstück.

Die Geschichte beginnt in der Dustbowl Oklahomas um 1930, wo die Farmer reihenweise in Folge der Wirtschaftskrise Haus und Hof an Banken beziehungsweise große Agrarunternehmen verlieren. Eine Landflucht immensen Ausmaßes ist die Folge. So packten auch die drei Generationen der Familie Joad ihr Hab und Gut auf einen kleinen, klapprigen Lastwagen und folgt den Verheißungen eines Werbeplakates, das angenehme Arbeit als Erntehelfer in den Obstplantagen des fernen Kalifornien verspricht.

Es sind drei Figuren, die die Geschichte tragen: Tom, der älteste Sohn, der gerade noch rechtzeitig aus dem Gefängnis, wo er für einen Totschlag im Affekt einsaß, entlassen wurde, um seine Familie zu begleiten. Er ist stark, körperlich wie seelisch. Die seelische Stärke teilt er mit seiner Mutter. Ihr Ziel ist es, die Familie zusammenzuhalten, ein Anspruch, an dem sie unter den sich immer widriger darstellenden Umständen wächst und Format gewinnt, auch wenn sie Ihr Ziel letztlich verfehlen muss. Der gescheiterte Wanderprediger Casey ist der dritte. Er zweifelt an Gott und seiner Mission, darf sich aber den Joads anschließen und öffnet immer wieder den Blick auf die moralischen Aspekte und den größeren Zusammenhang.

Die Reise beginnt als Abenteuer, doch schon bald wird klar, dass dieser Eindruck trügerisch ist. Zu groß ist der Exodus der Farmer, zu deutlich ist die Ablehnung, die entlang der Straße den „Oakies“ begegnet. Bald schon gibt es Opfer zu beklagen. Die Großeltern bleiben auf der Strecke - buchstäblich - und müssen, da für eine anständige Beerdigung kein Geld da ist, am Straßenrand verscharrt werden. Ein Zettel in einem Marmeladenglas muss den Grabstein ersetzen.

Als man endlich in Kalifornien ist, entpuppt sich der Traum vom Werbeplakat als Albtraum. Das Überangebot an Erntearbeitern drückt die Löhne. Da aber bei den Joads genau, wie bei fast allen anderen, Geld, Vorräte und Benzin gerade ausgereicht haben, um das Ziel zu erreichen, muss man akzeptieren. So mittel- und wehrlos, stets vom Hungertod bedroht, sind die Wanderarbeiter schamloser Ausbeutung ausgeliefert, die jede Hoffnung auf bessere Zeiten schwinden lässt. Alle Versuche mit Solidartität und Eigeninitiative die Situation zu verbessern, werden von den Plantagenbesitzern und den Behörden rigoros unterbunden. Man duldet die „Oakies“ als billige, sklavenähnliche , Arbeitskräfte für die lokalen Plantagen, doch neue und vor allem arme Siedler will man nicht dulden.

Immer kleiner wird das Häufchen der Joads. Als schließlich Casey von Plantagenwächtern erschlagen wird, muss Tom in den Untergrund und Mama Joad sieht einer ungewissen Zukunft entgegen, die den Menschen nicht mehr lässt, als das nackte Leben. Dennoch verlässt der Leser die Joads mit einem Bild höchster Mitmenschlichkeit.

Die Früchte des Zorns sind – streng genommen – zwei Bücher: Die geraden Kapitel verfolgen die Geschichte der Joads, während die ungeraden Kapitel eine Sammlung kurzer Geschichten präsentieren, die nur lose mit dem Roman verbunden sind. Diese erzählerischen Kabinettstückchen stimmen auf den folgenden Abschnitt der Reise der Joads ein, führen aber oft auch oft ganz nebenbei auch ganz unauffällig in die Symbolik der Erzählung ein.

Auch heute noch ein Buch, das unbedingt als lesenswert zu bewerten ist, nicht nur, aber auch, wegen der gewaltigen Wirkungsgeschichte.

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Tags: amerikanische literatur, moderner klassiker   (2)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

mathematik, dimensionen, kugel, gleichschenkel, klassische fantasy

Flächenland

Edwin A Abbott , Peter Buck , Peter Buck , Ekkehard Otto
Flexibler Einband
Erschienen bei Franzbecker, 01.01.1982
ISBN 9783881200202
Genre: Klassiker

Rezension:

Ein Roman, erzählt von einem alternden Quadrat ... das klingt ungewöhnlich, und entpuppt sich als Kleinod britischer Phantastik.

Die Welt des Protagonisten, eben jenes alternden Quadrates, wird zu Beginn des Buches ausführlich vorgestellt, und das mit gutem Grund, ist sie doch flach wie ein endloser Bogen Papier und ebenso flach darauf/darin die Bewohner, alle geometrische Figuren. Da die Flächenlandbewohner als zweidimensionale Wesen sich nicht über die Ebene ihrer Welt erheben können, nehmen sie natürlich die Welt ganz anders dar als der Leser und stehen vor ganz anderen Schwierigkeiten. Das Quadrat weist den Leser aber so geschickt in die bizarre Welt ein, die so ganz anderes ist, wie unsere, dass der Leser ihm nur zu bereitwillig auch in die sozialen Aspekte des Lebens in der Ebene folgt. Dies tut er um so lieber, da sich hier das Büchlein als bissige Gesellschaftssatire des viktorianischen Zeitalters entpuppt.

Dann aber geschieht etwas ganz wunderbares, was einer Epiphanie gleichkommt. Eine Kugel schneidet die Welt des Quadrats – sie erscheint dem Erzähler folgerichtig als perfekter Kreis – und eröffnet ihm die wunderbare Botschaft: Es gibt mehr als nur Länge und Breite. Es gibt auch eine Dimension der Höhe. Hier beginnt ein unterhaltsamer Ausflug in die Erkenntnistheorie und Metaphysik. Da auch nach einigen Proben der Existenz einer dritten Dimension das Quadrat nicht zu überzeugen ist, wird es von der Kugel zu einer Reise in andere -geometrische Welten entführt und sein Geist endlich neuen Horizonten geöffnet. Zu weit geöffnet allerdings ...

Das Buch wird gerne mir Alice im Wunderland verglichen, ein Vergleich der leider auf mehr als einem Fuß hinkt. Es ist vielleicht nicht weniger verrückt aber in sich stets logisch und - man verzeihe mir - wesentlich weniger durchgeknallt als die liebe Alice. Es ist ein wunderbares Büchlein, das aufruft, über die Grenzen des Denkbaren nachzudenken und auch über das, was jenseits dieser Grenzen liegt. All das aber präsentiert sich locker und leicht verpackt als eine leicht verschrobene, aber nie anstrengende Geschichte voller feinem Humor.

Nach fast 130 Jahren ist das Buch auf liebenswürdige Art altmodisch, aber sicherlich noch nicht verstaubt oder unaktuell.

Ich halte es für lesenswert.

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Tags: epiphanie, erkenntnis, fremde welten, klassische fantasy   (4)
 

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

karthago, historischer roman, hannibal, rom, historisch

Hannibal

Gisbert Haefs
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 01.01.1993
ISBN 9783453061323
Genre: Historische Romane

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108 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

fantasy, scheibenwelt, ratten, humor, märchen

Maurice, der Kater

Terry Pratchett , Andreas Brandhorst
Fester Einband: 285 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 17.02.2004
ISBN 9783442545704
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein Pterry der etwas anderen Art. Das mag die gemischtem Meinungen hier begründen. Was vielen Fans vermutlich fehlen wird, ist die Tatsache, dass der Scheibenweltkosmos mit all seinen heißgeliebten und vertrauten Personen und Orten hier kaum Raum findet.

Ich finde ihn dennoch sehr gelungen.

Die Charaktere sind zwar neu, aber dennoch gelungen, dicht, schrullig und liebenswert, der Hauptschauplatz, Bad Blintz plastisch und auch der Witz kommt nicht zu kurz. Alles - vom den Protagonisten bis zum Schauplatz ist kleiner, als man es gewohnt ist, wohl ein Zugeständnis an das eher jugendliche Zielpublikum.

Dennoch ist es ein echter Pratchett, voller gradlinigem Witz, wo die Logik abbiegt, voller liebe zum Detail und zutiefst moralisch, ohne je moralinsauer aufzustoßen. Es ist die Geschichte vom Sieg der Vernunft über Vorurteil, von mühsamen Weg von Feindschaft zu Bündnispartnern zum gegenseitigen Vorteil.

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Tags: fantasy, humor, katzenroman   (3)
 

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roman, tragikomödie

Pnin

Vladimir Nabokov
Fester Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 01.01.1998
ISBN 9783518222898
Genre: Romane

Rezension:

Ein scheinbar einfaches Buch um einen liebenswerten Sonderling: Einen Exil-Russen in den USA der 50ger Jahre, der sein Leben fristet, indem er an einer kleinen Hochschule "Luxusveranstaltungen" halten darf: Kaum besuchte Russischkurse.

Timofei Pnin ist ein unglücklich veranlagter Mann, einsam und fremd in seiner neuen Heimat und immer wieder neu bedroht von der Tücke des Objekts, von seiner Übervosichtigkeit und von seiner Wehrlosigkeit, wegen der er immer wieder ausgenutzt wird. Dennoch ist er ein ein liebenswerter, schrulliger Gelehrter der sich trotz seinem Hang zu immer neuen Tragödien ein bewundernswerte Heiterkeit des Gemüts bewahrt hat.

Das Buch zeigt Pnin in immer neuen Szenen, die zusammen die langsam und bedächtig zeigen, wie Pnin allmählichen beginnt, in seiner neuen Heimat Wurzeln zu treiben und heimisch zu werden.

Am Ende, das in mehrfacher Art kunstvoll gelungen ist, aber bleibt Pnin, was er ist: Einer, den das Unglück verfolgt, der verliert, was er aufgebaut hat und der dennoch - unerschütterlich optimistisch wie ein Stehaufmännchen - an seinem Verlust nicht zerbricht.

Der Text besticht durch wunderbaren Sprache, exakt, originell und voller Witz, der nie plump wird. Auch wie Nabokov nach und nach Pnins komplette Lebensgeschichte dem Leser nebenbei und mühelos unterjubelt, verdient höchste Bewunderung.

Doch ganz besonders der Plot hat es mir angetan. Hier gelingt es Nabokov, die Geschichte zu einem Ring zu schmieden: Der Anfang entpuppt sich als das Ende ... oder das Ende als Anfang.

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