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137 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

liebe, neuanfang, betrug, clara römer, familie

Der Wahnsinn, den man Liebe nennt

Clara Römer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.05.2016
ISBN 9783453358799
Genre: Liebesromane

Rezension:

Susa könnte glücklicher nicht sein. Seit 10 Jahren ist sie mit ihrer großen Liebe Wolf verheiratet und gerade ist sie mit ihm zusammen in eine schicke neue Wohnung gezogen. Dann aber muss sie durch einen dummen Zufall herausfinden, dass Wolf sie nicht nur jahrelang hintergangen hat, nein, er führte regelrecht ein Doppelleben.
Nur wenige Minuten von ihrer gemeinsamen Wohnung entfernt unterhält Wolf eine zweite Frau. Mit ihr hat er sogar ein Kind.
Schockiert flüchtet Susa zu ihrer Mutter und muss leider feststellen, dass Wolf nicht der einzige ist, der untreu war.

Dieser Roman ist anders als die Bücher, die ich aus diesem Genre kenne. Er ist nicht so bunt, nicht so "zuckrig süß" wie die meisten Liebesromane. Er ist etwas ernster und auch realistischer was ich ganz erfrischend fand. 
Susas Geschichte hat mich jedenfalls von Anfang an berührt und sie ließ mich auch nicht mehr los...
Susa muss wahnsinnig viel aushalten. Ihre Welt, so wie sie sie kennt, gerät von einem Moment zum anderen völlig aus den Fugen.
Und nicht nur das! Plötzlich scheinen alle um sie herum ihre Partner zu betrügen.
Das war ein Punkt der mich ein wenig störte. Susa ist auf einmal von Lügnern umzingelt und das war für mich fast zuviel des Guten.
Das alleine wäre aber nicht so schlimm gewesen wenn nicht auch noch in Susas Freundeskreis so viel los gewesen wäre. 
Ich möchte hier nicht zuviel verraten, nur das alles zusammen genommen: Susas Eheprobleme + die anderen Betrügereien + die Probleme aus Susas Freundeskreis doch schon sehr viel Stoff waren für knapp 320 Seiten Buch. So kamen für mich einige Themen zu kurz, langweilig wurde es aber auch nie.
Wolf ist einer den man als Leser nur verachten kann. Und jedes mal, wenn man sich fragt wie Susa sich nur in Wolf, diesen Unhold verlieben konnte, streut die Autorin Rückblenden ein. Durch diese kleinen Ausflüge in die Vergangenheit erscheint Wolf so manches mal in einem anderen Licht und man kann Susa viel besser verstehen.
Aber auch ihre Entwicklung lässt sich dadurch leichter nach verfolgen. Wo sie Anfangs noch sehr unsicher und ängstlich rüberkommt, scheint sie am Ende als starke Frau aus der Sache hinaus zu gehen. Es war toll, Susa dabei begleiten zu können.
Sehr gelungen fand ich auch dass es sich Susa nicht so einfach macht mit dem "Schlussstrich ziehen". Das spürt Wolf natürlich sofort und versucht wieder sein Glück bei ihr. Und gerne möchte man wie Susa dran glauben, dass er es diesmal ehrlich meint. Immerhin waren sie doch so lange zusammen und wer weiß, Wolf weiß vielleicht jetzt erst was er aufs Spiel gesetzt hat.
Mir hat die Geschichte im großen und ganzen gut gefallen. 
In Susa findet der Leser eine sympatische junge Frau die über sich selbst hinaus wächst. Und auch wenn die Romantik ein kleines bisschen zu kurz kommt, wird hier der Fokus auf andere Themen gelegt wie zum Beispiel Freundschaft, Familie und das die Gerechtigkeit am Ende immer siegt.

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Tags: betrug, fremd gehen, liebe   (3)
 

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107 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

adrenalin, cooper, schock, schule, addy

One of Us Is Lying

Karen M. McManus , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbt, 26.02.2018
ISBN 9783570165126
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Fünf Schüler werden zum Nachsitzen verdonnert. Einer von ihnen wird diesen Nachmittag nicht überleben. 
Er wurde vergiftet und es wird schnell klar, dass es nur einer der vier anderen Schüler gewesen sein konnte. 
Zu verbergen haben sie alle etwas, und auch wenig Interesse daran, dass ihre Geheimnisse ans Tageslicht geraten. 
Also, wer von ihnen lügt?

Von diesem Buch bin ich wirklich schwer begeistert. Das hat mehrere Gründe...

- Es wird abwechselnd aus der Sicht der vier Tatverdächtigen in der Ich-Form erzählt. An diesen Stil musste ich mich erst einmal gewöhnen, denn die Perspektive wechselt recht häufig und so hatte ich Schwierigkeiten mich mit den Protagonisten anzufreunden. Kaum hatte ich Zeit mit ihnen warm zu werden, zack, befand ich mich wieder in einer anderen Figur.
Aber, das war nur am Anfang so. Zwei, drei Kapitel später brauchte ich schon gar nicht mehr nach dem Namen zu sehen, denn jede Figur hat seine Eigenheiten und es war immer gleich klar, in wessen Gedanken ich gerade steckte.
Und das ist auch eine der Besonderheiten an diesem Buch: Obwohl der Leser in den Gedanken der vier Tatverdächtigen drinsteckt, und alle Gefühle und Träume und Wünsche mitbekommt, kann man doch nicht herausfinden welcher von ihnen nun der Mörder ist. 

- Bei den Beschreibungen der vier Tatverdächtigen am Anfang musste ich erstmal die Augen verdrehen weil sie wirklich jedes Klischee erfüllten. Wir haben die Streberin, den Sportler, die Oberzicke und den Bad Boy. Dabei bleibt es aber nicht lange. Durch den Mordfall erfahren die Vier Ausgrenzung, sie werden in die Ecke gedrängt oder völlig links liegen gelassen. Sie erfahren ob ihre Freunde zu ihnen halten oder wie die Eltern damit umgehen und jeder der Vier, geht anders mit der Situation um. 
Die Figuren entwickeln sich weiter, sie gewinnen an Tiefe und man kann nur noch mit ihnen mitfiebern. 
Das Buch lebt also nicht nur vom Mordfall und seiner Aufklärung, sondern auch von den Beziehungen und Aktionen zwischen den Protagonisten, die für mich genauso spannend zu lesen waren wie die Auflösung selbst.

- Und dann natürlich der Mordfall an sich. Auch wenn ich ab der Hälfte ungefähr eine Ahnung hatte, eine Ahnung wohlgemerkt, wer denn nun der Mörder sein könnte, wurde ich am Ende doch völlig überrascht. Die Autorin hat das ganze wirklich sehr clever und logisch aufgedröselt und mit der Auflösung war ich zumindest, völlig zufrieden. 

Für mich war das ein Buch, dass mich von vorne bis hinten überzeugt hat. Ich wüsste nicht was man hier besser hätte machen können. Von mir gibt es eine klare Lese-Empfehlung und ich hoffe, die Autorin schreibt noch so einiges in der Art.

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248 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 89 Rezensionen

geneva lee, liebe, game of hearts, las vegas, mord

Game of Hearts

Geneva Lee , Charlotte Seydel
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.12.2017
ISBN 9783734104831
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

"Game of Hearts" ist der erste Band der neuen New-Adult-Reihe von Geneva Lee.
Darin geht es um Emma Southerly die versucht das beste aus ihrem Leben zu machen. Auch wenn sie auf die renommierte Belle-Mére-Highschool gehen darf, eine Schule für die Schönen und Reichen der Stadt, ist Emma dennoch nicht privilegiert. Jeden Tag muss sie schauen dass das Geld zu Hause reicht und ihr Vater nicht schon wieder alles auf den Kopp haut.
Die Sommerferien waren eigentlich schon verplant. Die eine Hälfte wollte sie in dem Laden ihres Vaters arbeiten, die andere Hälfte bei ihrer Mutter verbringen.
Doch dann wird auf einer Party jemand umgebracht, und nichts ist mehr so wie es sein sollte.

Mir ist bewusst dass dies der erste Teil einer Trilogie ist und somit ja auch erst der Auftakt. Und bestimmt möchte die Autorin die Spannung auch erst nur langsam steigern. Aber mir fehlte da definitiv was...
Vor allem bei der Handlung störten mich gewisse Punkte.
- Emma und Jameson kommen zu schnell zusammen. Jedenfalls nach meinem Geschmack. Es wird noch extra betont dass Emma stolz darauf ist dass sie nicht (mehr) so leicht zu kriegen ist. Da fand ich dann dass Jameson nicht besonders viel Überredungskunst braucht um Emma an sich zu binden. Ich mag es wenn es ein "hin und her" gibt, ein bisschen Leidenschaft, ein wenig Drama. Davon war hier leider nicht so viel zu spüren. Vielleicht aber kommt das noch...
- Ich hatte mich so gefreut dass es auch einen Kriminalfall zu lösen gibt. Aber anders als im Rückentext angekündigt spielt der, zumindest im ersten Teil, kaum eine Rolle. Der Mordfall rückt einfach immer mehr in den Hintergrund und wird fast vergessen. Ich hoffe sehr dass sich das noch ändert, der Cliffhanger am Ende deutet das jedenfalls an.
- Der Punkt der mich am allermeisten störte war das Alter der Protagonisten. Die sind erst siebzehn, benehmen sich aber als hätten die in Liebesdingen eine enorme Erfahrung. Wie groß kann die Erfahrung eines Siebzehnjährigen schon sein?

Der Stil der Autorin ist angenehm einfach gehalten. Das meine ich positiv, denn man kann ab der ersten Seite an abschalten und das Kopfkino einschalten.
Es wird immerzu aus Emmas Sicht erzählt. Sie ist ganz cool weil sie schon so selbstständig ist, einen starken Charakter hat. Sie weiß was sie will und sie weiß wo sie steht.
"Game of Hearts" ist auch wieder so ein bisschen Aschenputtel trifft Bad Boy. Und dieser Bad Boy hat natürlich auch einen total weichen Kern. Diese Art Geschichte ist zwar nichts neues, aber wenn es gut geschrieben ist, ganz unterhaltsam.
Ich hoffe jedoch dass die Autorin in diesem Fall noch eine gehörige Schippe drauflegt. Es wäre auch nicht schlecht wenn der Schauplatz, Las Vegas, ein wenig mehr zur Geltung käme. Bis jetzt spielte das Setting keine allzu große Rolle was ich Schade finden würde wenn es so bliebe.
Bis jetzt ein ganz ordentlicher Auftakt mit einer äußerst sympatischen Protagonistin in altbekannter Aschenputtel-Manier.

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Tags: aschenputtel, bad boy   (2)
 

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147 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

happy end, charlotte lucas, liebe, amnesie, roman

Wir sehen uns beim Happy End

Charlotte Lucas
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783785725993
Genre: Liebesromane

Rezension:

Emilia Faust ist regelrecht harmoniesüchtig. Wenn ein Film oder Buch schlecht endet fühlt sie sich sehr unwohl. 
Aus diesem Grund betreibt sie ihren Blog "Better Endings" worin sie diese Enden in Happy Ends umschreibt. Und das recht erfolgreich, denn ihr Blog ist ziemlich beliebt. Warum sollen fiktive Geschichten auch ein schlechtes Ende haben und die Leser/Zuschauer in Traurigkeit stürzen? 
Ellas Lebensmotto lautet: "Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es auch nicht das Ende."
In ihrem Blog schreibt sie aber auch über sich selbst und ihre Hochzeitsvorbereitungen. Der große Tag rückt immer näher und ihre Follower hibbeln gerne mit ihr. 
Doch dann passiert das unfassbare: Ellas Verlobter hatte was mit einer anderen. Und Ella muss nach diesem Schock ganz schnell raus an die frische Luft... und das Abenteuer beginnt.

Dies war mein erstes Buch der Autorin und ich bin ganz hingerissen.
Es ist nicht eine von diesen typischen Liebesgeschichten wo man schon am Anfang weiß wie sie endet.
Dieses Gefühl fängt schon bei den Figuren an. Besonders Ella, um die es ja hauptsächlich geht, verbirgt so einiges. 
Sie ist ein sehr interessanter Charakter mit einem coolen Hobby, nämlich das umschreiben von Geschichten.
Durch wirklich dramatische Umstände landet sie irgendwann bei Oskar, einem traumatisierten Mann ohne Vergangenheit. Dem versucht sie eine hübsche Vergangenheit zurecht zu basteln. Da sieht sie sich als gute Fee, denn wenn sie eines kann, dann ja wohl Geschichten ausdenken. Und es macht ja auch keinen großen Unterschied ob sie jetzt fiktive Geschichten umschreibt oder das Leben einer bedauernswerten Person schöner gestaltet, oder? Hauptsache zum Schluss gibt es ein Happy End.
Das sie dann so herrlich über das Ziel hinausschießt war für mich nur das Salz in der Suppe.
Was ich so erfrischend fand an diesem Buch war, dass beide Protagonisten irgendwo einen Knacks haben. 
Ella kommt manchmal etwas zu naiv rüber, zu hilflos. Das war aber okay, das gehörte irgenwie dazu. Genauso wie Oskar immer etwas herrschsüchtig auftritt. Beide Figuren verändern sich im Laufe der Zeit.
Und die kleine Liebesgeschichte die hier gesponnen wird, rückt zuerst einmal in den Hintergrund. Das war gut, die hätte nur im Weg gestanden.
Zwischendurch gibt es immer mal Texte aus Ellas Blog zu lesen, einige Kommentare von Usern gibt es außerdem. Leider bekommt der Leser kein einziges von Ellas "Happy Ends" zu lesen. Bis auf eines, da musste ich wirklich weinen.
Ein paar klitzekleine Längen gibt es leider auch. Und zwar, Oskar umschrieb es so schön, immer dann wenn bei Ella jemand "die Lampen ausknipste". Dann dachte sie seitenlang über irgendwelche Dinge nach, und die waren mir manchmal zu lang.
Richtig gut fand ich die Dialoge. Besonders die zwischen Ella und Oskar, da war von bierernst bis urkomisch alles vertreten. Aber auch die Szenen mit dem Ex-Verlobten waren toll weil der gemerkt hat, was für ein Idiot er doch war. 
In diesem Roman ist jedenfalls eine Menge los. Es gibt Drama, Ella muss etwas detektivisches Geschick zeigen, es gibt ein fettes Geheimnis (eines dass mich persönlich umgehauen hatte) und natürlich auch eine süße Liebesgeschichte. Aber, wird es auch eines von Ellas Happy Ends geben?

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190 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

liebe, tee, teeladen, oxford, der kleine teeladen zum glück

Der kleine Teeladen zum Glück

Manuela Inusa
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.10.2017
ISBN 9783734105005
Genre: Romane

Rezension:

Laurie lebt ihren Traum. Sie hat mit ihrem kleinen Teeladen in der legendären Valerie Lane, ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Ihr Leben könnte allerdings in Sachen Liebe einen kleinen Schubser in die richtige Richtung vertragen. 
Jeden Dienstag wartet sie sehnsüchtig auf Barry, ihren Teeliferanten. Doch auch von seiner Seite aus scheint nichts zu kommen.
Bis Orchid, Lauries gut aussehende Freundin, um die Ecke kommt.

Auf diesen Roman hatte ich mich wirklich wochenlang gefreut. 
Leider folgte nach den ersten Kapiteln schon die Ernüchterung, denn das Buch ist total langweilig. Und mir tut das wegen der Autorin so leid, weil die doch immer so nett mit ihren Fans ist. Und diese "Nettigkeit" färbt leider total auf das Buch ab, irgendwie...

Alle sind sie total nett in diesem Buch. Angefangen mit den Frauen aus der Valerie Lane. Sie sind zu fünft und jede von ihnen hat einen Laden. Und alle sind sich einig dass sie in Valeries Fußstapfen treten wollen, der Namensgeberin der kleinen Straße. 
Das bedeutet dass jeder, der Probleme hat, in der Valerie Lane ein offenes Ohr finden soll. Niemand darf sich alleine fühlen und niemand darf abgewiesen werden. 
So kommen die Frauen ständig zusammen und benehmen sich so harmoniesüchtig dass es fast lächerlich wirkt. Die Dialoge untereinander kamen mir immer so gekünstelt rüber. So gestelzt und unecht.
Die Handlung plätschert bis zur Hälfte nur so dahin. Die Figuren und Läden werden zwar alle vorgestellt, aber so dauert es auch bis überhaupt mal was interessantes passiert. Bis dahin: Laurie verpackt Tee, Laurie dekoriert um, Laurie geht zum Flohmarkt, Laurie mischt eine neue Teemischung,...

Leider konnte mich auch die Liebesgeschichte zwischen Laurie und Barry nicht überzeugen. Es ist von Anfang an klar dass die beiden aufeinander stehen. Und deswegen ist auch von Anfang an die Spannung raus. Denn es stellt sich nur die Frage WANN die Beiden sich bekommen, und nicht OB und WIE. Schade eigentlich. Ein wenig Feuer hätte da nicht geschadet. Hier fehlen eindeutig ein paar saftige Konflikte. Der einzige kleine Streit im Buch löst sich quasi von alleine, und das nur ein paar Seiten später. Keiner musste für die Liebe kämpfen, nie fliegen die Fetzen. Kein hoffen und bangen für den Leser.

Was mir allerdings wirklich gut gefiel war die bildhaft beschriebene Valerie Lane. So einen Teeladen würde ich mir in unserem Ort wünschen, da wäre ich Dauergast. Die Autorin hat es außerdem geschafft dass ich die ganze Zeit Lust auf Tee hatte beim lesen. Gar nicht auszudenken wie schlimm das wird wenn die "Chocolaterie der Träume" dran ist. Tee hat wenigstens keine Kalorien.
Auch der Stil ist angenehm, die Seiten lesen sich weg wie nix.
Ich hoffe nun dass nur der erste Band der Reihe so ist wie er ist. Vielleicht liegt es ja daran dass mal alle vorgestellt werden mussten und das deswegen vielleicht der Plot drunter gelitten hat? 
Keine Ahnung, ich hoffe es für die Autorin. Denn ich weiß dass sie es besser kann.

Fazit: Ein Roman ohne Handlung, aber wenigstens haben sich alle lieb.

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70 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

musik, antoine laurain, band, politik, frankreich

Die Melodie meines Lebens

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 12.09.2017
ISBN 9783455600520
Genre: Romane

Rezension:

Alain kann es nicht fassen. Der Brief von der Plattenfirma kommt 33 Jahre zu spät. Damals war er noch Mitglied bei den Hologrammes und nichts hätte er sich mehr gewünscht als eine Chance auf einen Plattenvertrag.
Jetzt wird ihm bewusst was er alles hätte haben können, wenn die französische Post nur nicht so geschlampt hätte.
Und bevor er in Depressionen verfällt und damit er sich nicht alleine über diesen Brief ärgern muss, macht er sich auf die Suche nach den restlichen Mitgliedern der Band.

Also, erwartet habe ich etwas ganz anderes...
Die Beschreibung des Buches liest sich so, als würde der Leser an Alains Erinnerungen, in diesem Fall den Achtzigern, teilhaben.
Ich habe mit Alains Erlebnissen aus der Vergangenheit gerechnet, als er noch in der Band war. Bekommen habe ich etwas ganz anderes, was ja nicht schlecht sein muss. Der Autor kann ja schließlich nichts dafür wenn der Verlag die Beschreibung so verhunzt.
Ein wenig überrascht war ich, als ich feststellte dass fast jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Person geschrieben wurde. Jede Figur, die irgendwann eine Rolle bekommt, selbst wenn es nur eine ganz kleine ist, bekommt ein eigenes Kapitel. Das machte die Charaktere für mich sehr unnahbar, da man nie lange genug mit ihnen zu tun bekommt. Und wirklich gemocht habe ich keinen einzigen von ihnen. Eine richtige Hauptfigur gibt es auch nicht. Selbst Alains Existenz war nur dazu da, damit der Autor um ihn herum die Geschichte aufbauen konnte.
Lange kam mir die Story wie ein undurchdringliches Knäuel aus Ereignissen und Figuren vor, ohne oben oder unten und ziemlich willkürlich aufgebaut. Aber genau das hat mir so gut gefallen an dem Roman. Ich wollte herausfinden was das eine mit dem anderen zu tun hatte. Auf diese Fragen bekam ich nicht immer eine zufrieden stellende Antwort, und besonders eine Person bleibt mir nach wie vor ein Rätsel. 
Der Stil des Autors hat mir wirklich sehr gut gefallen. Er schreibt humorvoll und melancholisch zugleich. Manchmal übertreibt er bei der ein oder anderen Szene, was leicht unglaubwürdig wirken kann, im nachhinein empfinde ich diese Szenen aber als genau richtig. Na ja, die meisten zumindest. 
Und sein Stil ist sehr französisch. Ich kann das nicht genau erklären, aber dieses Gefühl fürs Verrückte, ohne gleich verrückt zu klingen, kriegen einfach nur die Franzosen hin.
Und dann ist da ja noch die Frage von der der Roman lebt: "Was wäre gewesen wenn..."
Was wäre gewesen wenn Alain den Brief rechtzeitig bekommen hätte? Wäre alles besser verlaufen? Oder vielleicht sogar schlechter? 
Und kann er jemals aufhören darüber nachzudenken was alles hätte sein können?

Perfekt ist dieses Buch für mich nicht. Und obwohl ich eigentlich etwas völlig anderes lesen wollte, kommt mir die Lektüre nicht wie eine Zeitverschwendung vor. Im Gegenteil. Das Buch drängt dazu, über das Gelesene nachzudenken.

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182 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

dschinn, nalia, dtv verlag, heather demetrios, nalia tochter der elemente

Nalia, Tochter der Elemente - Der Jadedolch

Heather Demetrios , Gabriele Burkhardt
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423717472
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nalia lebt seit drei Jahren unfreiwillig bei dem mächtigen und grausamen Geschäftsmann Malek. Sie ist seine Sklavin und solange er seinen dritten Wunsch nicht geäußert hat, muss sie bei ihm bleiben und alles tun was er sagt.
Eines Tages dann taucht Raif, ein freier Dschinn, auf und bedroht sie.

Achtung! Diese Rezension enthält Spoiler!

Zuerst war ich begeistert von dem Buch, die Leseprobe war wirklich gut: Eine Dschinn die eine Menge Tricks auf Lager hat, eine große Klappe hat und sich nichts von ihrem Meister sagen lässt. Und das ganze wird mit dem Glamour und Luxus der Reichen vor den Kulissen von Los Angeles gespielt.

Dieser erste Eindruck, Nalia wäre eine taffe und kaltschnäuzige Heldin, hatte sich schnell zerschlagen. Sie hatte eher einen schwachen Charakter und wechselte ihre Ansichten auch ziemlich oft. Auch der böse und ach so grausame Meister entpuppte sich schnell als verliebtes und eifersüchtiges Kerlchen, der nur nach der "wahren" Liebe sucht.

Und dann gibt es einige Unstimmigkeiten in der Geschichte. Hier zwei Beispiele:
- Malek, Nalias Meister, ist in Wahrheit halb Mensch, halb Ifrit. Das kann man unter anderem daran erkennen dass Malek, immer wenn er wütend wird, rote Augen bekommt und auch unnatürlich stark wird. Da er aber bei jedem Pups wütend wird, soll Nalia seine roten Augen drei lange Jahre lang nicht bemerkt haben? Vor allen Dingen werden seine Augen in gefühlt jeder Szene in der er mitspielt, rot. Unglaubwürdig.
- Malek trägt eine Kette um den Hals an der Nalias Flasche als Anhänger baumelt. Zuerst wird gesagt dass Nalia weder Flasche noch Kette berühren darf. In die Flasche würde sie sofort eingesogen werden, und die Kette durfte sie auch nicht berühren. Ein paar Kapitel später rennt Nalia mit genau dieser Kette in der Hand weg. Da ist es auf einmal gar kein Problem mehr. Und wie findet Malek seine Kette auf die schnelle wieder? In der Kette ist ein GPS eingebaut. Boah, wie geheimnisvoll.
Solche Fehler machen mich verrückt. Das muss doch auffallen.

Was mich ebenfalls immens störte waren diese ständigen Zwischenrufe aus Erinnerungen und Erläuterungen. Jeden Moment hält die Geschichte an und irgendwas muss erklärt werden. Oder Nalia erinnert sich an etwas aus ihrer Vergangenheit. Und das passiert dermaßen oft dass es massiv den Lesefluss stört. Nalias Gebete oder auch ihre Kampfübungen finden ebenfalls seitenlang Erwähnung. Immerzu muss Nalia an irgendwas ihre Energie auftanken. Dazu kommt diese Dschinnsprache. Der Leser lispelt sich durch eine Unmenge an Begriffen und Wortschöpfungen und bekommt auch prompt wieder eine Erklärung was das nun heißt und was dahinter steckt. Dadurch ist ein entspanntes lesen einfach unmöglich denn ständig wird man unterbrochen.

Dann die Liebesgeschichte: Nalia und Raif haben kaum miteinander zu tun, und eigentlich sind sie Feinde und hassen sich. Und die unerschütterliche Liebe die sie auf einmal füreinander empfinden ist total unverständlich. Wann ist das passiert?

Verschiedene Ansätze hier sind ganz gut. Auch die Idee mit den Dschinn die sich auf der Erde zusammen tun um sich zu organisieren ist nicht schlecht. Aber das ganze Buch ist zu überladen und nicht zu Ende gedacht. Hier hat man einfach zu viel auf einmal gewollt.

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182 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

liebe zwischen den zeilen, veronica henry, buchhandlung, liebe, bücher

Liebe zwischen den Zeilen

Veronica Henry , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.08.2017
ISBN 9783453359307
Genre: Romane

Rezension:

Julius Nightingale wurde von allen hoch geschätzt und geliebt. Vor Jahren eröffnete er seine Buchhandlung und führte sie mit Herzblut. Er wusste immer ganz genau welches Buch zum jeweiligen Kunden passte.
Jetzt ist er tot und hinterlässt alles seiner Tochter Emilia. Ihr ist natürlich bewusst welch großes Erbe ihr da anvertraut wurde.
Zum Erbe gehören nicht nur die Buchhandlung und Julius treue Kunden, sondern auch ein immenser Berg Schulden.
Kann Emilia die Buchhandlung retten?

Zitat
»Ihnen passiert so etwas bestimmt ganz oft«, sagte sie. »Dass Leute zu Ihnen kommen und Ihnen erzählen, wie gut ihnen ein Buch gefallen hat.«
»Das stimmt«, gab Julius zu. »Und genau deswegen bin ich Buchhändler geworden. Es gibt für jeden das richtige Buch, auch wenn die Leute es nicht glauben. Ein Buch, das unter die Haut geht und die Seele berührt.«
Aus "Liebe zwischen den Zeilen" von Veronica Henry, Seite 137

Es ist das erste mal dass ich etwas von dieser Autorin gelesen habe.
Das Buch ist so schön wie ein Märchen. Es ist wie ein Märchen für Erwachsene die mal wieder was zum träumen brauchen.
Auch wenn ich zu Anfang ein wenig überrascht war, weil es keinen Protagonisten gibt. Zumindest keinen klassischen.
Hier ist die Hauptperson eher ein Ort, nämlich die Buchhandlung mitsamt Julius Charme der immer noch anwesend ist, irgendwie. Jedenfalls ist die Geschichte um den Buchladen herum aufgebaut, und eine Menge Figuren kommen dorthin und erhalten so ihre Geschichten und ihre Kapitel.
Ob es jetzt Thomasina ist die krankhaft schüchtern ist und nur beim kochen Selbstvertrauen entwickelt.
Oder Sarah, die ihre große Liebe verloren hat. Oder June die gute Seele der Buchhandlung, die auch gewissermaßen leidet.
Und es gibt noch viel mehr Figuren dessen Geschichten hier erzählt werden. Und genau diesen Punkt kritisiere ich ein wenig, denn manche Figuren war so interessant dass sie eigentlich ein eigenes Buch verdient hätten.
Das Buch war so vollgepackt mit Lebensgeschichten und Schicksalsschlägen dass es unmöglich war, allen Figuren gerecht zu werden. Bei manchen wurde nur an der Oberfläche gekratzt, andere kamen kaum zu Wort.
Gefallen hatte mir aber hier dass aus ganz vielen verschiedenen Blickwinkeln erzählt wurde. So war ich bei allen immer gut im Bilde.
Ansonsten hat mir das Buch wirklich gut gefallen, auch wenn es zum Ende hin leicht übertrieben kitschig wurde. So Weihnachts-Winter-Wunderland-Kitschig. Bei solchen Szenen muss ich immer die Augen verdrehen weil ich die immer total nervig finde diese unglaubwürdige Harmonie. Aber dafür kann ja die arme Autorin nichts.
Wirklich, wirklich toll hingegen fand ich die Atmosphäre im Buchladen. Den konnte ich regelrecht vor mir sehen, in allen Details, einschließlich der alten Registrierkasse und der heimeligen Stimmung.
Und die vielen Buchtitel die den Weg in den Roman gefunden haben. In dem Buchladen bekommt der Leser Lust gemacht auf "Ana Karenina" oder "Der kleine Prinz". Aber noch eine ganze Menge anderer Titel wurden hier erwähnt.

Zitat
...
Es handelte sich um ein schmales Bändchen mit einem Bild von einem ganz in Grün gekleideten blonden Jungen, der auf einem Planeten stand.
»Es ist ein merkwürdiges Buch«, fuhr sie fort. »Aber es erklärt vieles. Es ist mein allerliebstes Lieblingsbuch.«
»Ich dachte, das von den Mumins wäre ihr Lieblingsbuch.«
»Okay, das zweitliebste nach den Mumins.« Sie lachte. »Also gut, ich geb's zu, ich habe viele Lieblingsbücher. Das ist das Problem mit Büchern. Man kann sich nie entscheiden, welches man wirklich am liebsten hat. Es ändert sich mit der Stimmung. Aber ich glaube wirklich, dass Ihnen das hier gefallen wird.«
Aus "Liebe zwischen den Zeilen" von Veronica Henry, Seite 257 + 258

Das Buch hat mir großen Spaß gemacht. Es ist auch irgendwo eine Liebeserklärung an die Literatur.
Ich finde dass es gut in die Vorweihnachtszeit passen würde, oder als Geschenk für unter den Weihnachtsbaum.
Für alle die gerade ein wenig Romantik und ein klitzekleines bisschen Kitsch brauchen, genau das richtige.

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Tags: buchhandlung, modernes märchen für erwachsene, romantik.   (3)
 

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(33)

44 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

krimi, knochenfund, ein irischer dorfpolizist, graham norton, roman

Ein irischer Dorfpolizist

Graham Norton , Karolina Fell , Charly Hübner
Audio CD
Erschienen bei Argon, 18.08.2017
ISBN 9783839815830
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als im beschaulichen Örtchen Duneen in einer Baugrube menschliche Knochen gefunden werden, freut sich der Dorfpolizist PJ fast ein wenig darüber. Denn endlich hat er mal etwas anderes zu tun als Papiere auszustellen oder Geschwindigkeiten zu überprüfen. Und sollte er den Fall klären, sehen ihn die Dorfbewohner dann vielleicht sogar mit anderen Augen...

Das Buch hat mir richtig gut gefallen.
Aber ein Krimi war das jetzt nicht. Es gibt zwar einen Toten und einen Superintendent und Ermittlungen, aber die rücken teilweise so weit in den Hintergrund dass man die Polizeiarbeit überm lesen fast vergisst.
In dem Roman geht es eher um die Entwicklung der Figuren.
Jeder im Dorf weiß eigentlich wessen Knochen da in der Baugrube liegen. Oder sie "glauben" es zu wissen. Alte Geschichten kommen dadurch ans Tageslicht, alte Wunden werden aufgerissen, alte Geheimnisse aufgedeckt. Die teils dramatischen Ereignisse aus den Vergangenheiten der Hauptdarsteller werden ausgeleuchtet. Es gibt häufige Perspektivwechsel sodass der Leser in alle Köpfe "hineinschauen" kann.
Es ist auch kein Krimi weil der Dorfpolizist nicht gerade ein Blitzmerker ist. Wenn ich ganz fies wäre, könnte ich behaupten das PJ für den Kriminalfall total unwichtig ist. Er stellt zwar die richtigen Fragen und weiß meistens auch wen er Fragen muss, aber den Fall "lösen" kann er nur weil jemand geredet hat.
Spannung ist zwar vorhanden, aber anders als man sie bei einem Krimi erwarten würde. Da der Autor sein Augenmerk hauptsächlich auf die Entwicklung der Figuren gelegt hat, und manche von ihnen zwar sehr charmant aber etwas "kaputt" rüber kommen, will man immer wissen wie es mit ihnen weiter geht.
Den Humor, besonders am Anfang, fand ich göttlich. Bereits auf der ersten Seite musste ich auflachen:

Zitat
Die Leute mochten ihn durchaus, und es gab im Grunde keine Beschwerden, aber es sorgte dennoch für einige Beunruhigung, dass die Sicherheit im Dorf von einem Mann abhing, dem schon beim Gang zur Kommunion der Schweiß ausbrach.
Aus "Ein irischer Dorfpolizist" von Graham Norton, Seite 9

Auch die Dorfbewohner fand ich toll. Die Klatschbase die die Frauen vom Dorf im Laden von Mrs. O'Driscoll mit Gerüchten unterhält und alle aufhält, sodass keine Geld ausgeben kann. Oder, zufällig die gleiche Klatschbase, die draußen, während sie ihre Einfahrt schrubbt, innehält, um mitzuhören wie viele Weinflaschen Brid Riordan in die Tonne fallen lässt. Sechzehn! Schämte sich diese Frau denn gar nicht...
Tolle Details!

Wie gesagt, tolles Buch wenn man weiß dass es kein Krimi ist und keinen erwartet. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen, dann aber bitte mit mehr Krimi. Das wäre toll.

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

provence, schulden, aix-en-provence, roman, liebe

Willkommen in der Provence

Brigitte Guggisberg
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.06.2017
ISBN 9783453359512
Genre: Liebesromane

Rezension:

Vivianne steht vor dem Nichts. Ihr Mann hat sich nicht nur einfach so, ohne Vorwarnung, aus dem Staub gemacht, er hat vorher auch noch das gemeinsame Konto leer geräumt.
Nun steht sie da, ratlos, wie es nun mit ihr weiter gehen soll.
Um nicht das Haus zu verlieren, beschließt sie, die leeren Zimmer an Touristen zu vermieten.
Aber das ist noch nicht alles womit sich Vivianne herum schlagen muss.
Und im ungünstigsten Moment steht Victor wieder vor ihrer Tür.

Was für ein schönes Buch! Da weiß ich ja gar nicht wo ich zuerst anfangen soll.
Vielleicht erstmal bei Vivianne, die wir im Roman in der Ich-Form begleiten dürfen. Dem Leser wird es anfangs schwer gemacht, sie direkt zu mögen. Immerhin ist sie die Frau des Bankdirektors und als solche wirkt sie ein wenig versnobt. Den Tag verbringt sie damit, ihr Haus noch schöner zu machen oder ihr Geld in die örtlichen Boutiquen zu tragen. Sie ist es gewohnt, immer den besten Tisch in ihrem Lieblingsrestaurant zu bekommen, auch wenn sie nicht reserviert hat. Aber das alles ändert sich schnell, denn auf einmal ist kein Geld mehr da, und Vivianne muss ihr Leben selbst in die Hand nehmen.
Ich finde, Vivianne ist mal eine tolle Figur. Sie reagiert schnell über, muss öfter als ihr lieb ist, über ihren Schatten springen. Sie macht schon mal aus einer Mücke einen Elefanten. Aber selbst in ihren größten Krisen behält sie doch immer ihren wunderbaren Sinn für Humor.
Dann gibt es noch Viviannes Freundinnen die sich gegenseitig, und mit einer stets bereiten Flasche Proscecco, in allen Lebenslagen unterstützen. Das was mir so an den Freundinnen gefiel, war das auch bei ihnen nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. Und das auch ihre Geschichten mit in die Haupthandlung eingeflochten wurden. Somit steht nicht immer nur Vivianne im Mittelpunkt.
Vivianne muss also Zimmer an Touristen vermieten. Besonders über die ersten Gäste, erst die Pariser, danach die Amerikaner, habe ich mich köstlich amüsiert. Auch wenn gerade der Teil ein wenig klischeehaft rüber kam: Pariser sind arrogant, Amerikaner besonders laut, fand ich es doch jammerschade das danach kaum noch auf die Macken der Gäste eingegangen wurde. Schade, ich fand das waren erfrischend lustige kleine Nebenhandlungen. Davon hätte ich gerne mehr gehabt.
Die kleine Liebesgeschichte die es noch gibt, rückt zum Glück nicht zu sehr in den Vordergrund. Im Gegenteil, sie fügt sich wunderbar ein ohne den Rest zu erdrücken.
Der Stil der Autorin ist super. Man merkt geradezu welche Freude ihr Madame Vivianne bereitet hat. Und ständig haut die Autorin schlaue Phrasen raus, keine Ahnung woher sie die nahm, die aber immer passend gewählt waren. Der tolle Humor, die Feinheit der Figuren, die Schönheit der Provence... nichts wirkte zu überladen, es war immer glaubwürdig, immer genau richtig.
Das Ende empfand ich ein wenig zu abrupt. Ich kann mir aber gut vorstellen dass es da noch eine Fortsetzung geben könnte was ich sehr begrüßen würde. Dann hoffe ich aber mit mehr verrückten Gästen.

Ich weiß nicht ob die Autorin die Rezis ihrer Leser liest. Wenn sie es doch tut und irgendwann mal über meine stolpern sollte, muss ich ihr noch sagen dass die Antwerpenerin Rieke aus dem Buch mit ihrer Aussage über belgische Schokolade natürlich vollkommen Recht hat ;)

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

england, liebe, kuns, herrschaft, geheimnisse

Fliedersommer

Cathy Bramley , Franziska Heel
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453422070
Genre: Liebesromane

Rezension:

Holly kann es nicht fassen. Sie konnte ihren absoluten Traumjob, auf Wickham Hall, dem legendären Herrenhaus, ergattern. Sie darf sich künftig um die Veranstaltungen kümmern die dort regelmässig organisiert werden.
Schon als kleines Kind hat sie davon geträumt auf Wickham Hall ein und aus gehen zu dürfen.
Alles klappt auch ganz wunderbar. Bis Ben auftaucht. Ben ist der Sohn ihrer Vorgesetzten, Lord und Lady Fortescue. Und er bringt ihr Leben völlig durcheinander.

Von dem Roman hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Auf dem Rückentext steht etwas von "Geheimnisse" und dass sie hinter dem "alten Gemäuer" von Wickham Hall verborgen liegen.
Alte Häuser und Geheimnisse, das liegt so ziemlich in meinem Beuteschema. Ich liebe solche Bücher, also immer her damit...

Ein altes Haus gibt es auch. Und was für eins. Es ist ein Traum von einem alten Herrensitz. Es ist quasi die Mutter aller Herrenhäuser, so prachtvoll wie es beschrieben wurde. Was man hier alles für tolle Geschichten verbergen könnte. Hier hat die Autorin ein tolles Händchen für bildhafte Beschreibungen, sie erwecken das Haus zum leben.
Und der Garten erst. Zum Haus gehört ein weitläufiges Gelände das von Beeten mit zauberhaften Blumen, blühenden Bäumen und Büschen überquillt. Es gibt einen riesigen Brunnen, einen Irrgarten, einen Küchengarten und Gewächshäuser, eine wilde Blumenwiese und ein Wildgehege. Als Holly also ihren ersten Arbeitstag hat, könnte es schöner und perfekter nicht sein.

Dann lernt Holly ihre neuen Kollegen und auch die Arbeitgeber kennen. Und auch die sind perfekt weil alle so furchtbar nett sind. Obwohl Holly von Anfang an, an ihrer neuen Arbeitsstelle auf sich alleine gestellt ist, gelingt ihr immer alles sofort.
Überhaupt ist Holly die perfekte Arbeitskraft. Denn selbst wenn etwas droht schief zulaufen, ist Holly gleich zur Stelle, hat die besten und perfekten Ideen und Pläne, damit alles wieder in perfekte und ordentliche Bahnen laufen kann.

Mir persönlich war alles ein wenig zu perfekt. Kaum eine Figur hatte Ecken oder Kanten. Alle haben sich gern und respektieren sich. Und wenn sich mal ein Konflikt anbahnt, sind immer alle so vernünftig dem Streit aus dem Weg zu gehen. Oder noch schlimmer: Sie reden darüber und diskutieren das aus bis sie sich Recht geben wie unvernünftig sie sich doch benommen haben.

Und immer schneit oder regnet es im richtigen Augenblick. Das fällt so auf weil im perfekten Garten von Wickham Hall sonst nur die Sonne scheint.

Die Geheimnisse die der Rückentext mir versprachen, hatten leider nichts mit dem "alten Gemäuer" von Wickham Hall zu tun. Sondern nur mit Hollys Vergangenheit die zur Abwechslung mal so gar nicht perfekt ist.

Dieser Roman war wie einer dieser alten Heimatfilme die ich früher als Kind mit meiner Oma geschaut habe. Harmonie und Schönheit und Sonnenschein...
Holly ist wie ein Engel über die Fortescues und Wickham Hall gefallen, um alles noch schöner und perfekter zu machen.
Das Geklimpere eines Windspiels oder das Gezupfe einer Harfe wären während der Lektüre äußerst passend gewesen.

Von mir gibt es zwei Punkte. Eine für die sehr gelungenen Beschreibungen des Hauses und des Gartens. Den anderen Punkt gibt es weil die Autorin mich doch die ganzen 440 Seiten lang bei der Stange hielt, um zu sehen, ob vielleicht nicht doch noch was geheimnisvolles passiert. Und das muss man auch erst mal schaffen.

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81 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

liebe, wien, hotel, frühlingsglück und mandelküsse, emilia schilling

Frühlingsglück und Mandelküsse

Emilia Schilling
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 17.04.2017
ISBN 9783641196639
Genre: Liebesromane

Rezension:

Charlotte ist mehr oder weniger zufrieden mit ihrem Leben. Sie wohnt mit ihren besten Freundinnen zusammen in einer Traum-Wg. Mit Eddie, ihren Traummann ist sie schon seit zwei Jahren zusammen. Und auf ihrer Arbeit, im Hotel Elisabethhof im Herzen Wiens, darf sie ihren Traumberuf als Patissière nachgehen.
Alles könnte so wunderbar sein, wenn Eddies Eltern sie nur endlich als seine Freundin akzeptieren würden. Und, Schreck lass nach, der Elisabethhof soll einen neuen Chef kriegen.

Die Geschichte hat mir ganz gut gefallen. Es war jetzt nicht der spannendste Plot in diesem Genre, aber auch noch lange nicht der schlechteste.
In Charlotte bekommt der Leser eine äußerst sympathische Protagonistin die tollpatschiger nicht sein könnte. Sie stolpert von einer witzigen Situation in die nächste. Und um nicht als Trottel dazustehen, verstrickt sie sich immer tiefer in eine Lügengeschichte.
Stellenweise gab es also ganz witzige Momente. Dennoch hat mir etwas Leidenschaft zwischen den Figuren gefehlt. Ich fand die Nebenfiguren hierbei etwas zu blass und das obwohl es mehr als genug Gelegenheiten für Konflikte gegeben hätte.
Zum Beispiel mit Linda, die Charlottes Kollegin und eine fiese, falsche Schlange ist. Oder mit Alex, Charlottes bester Freund, mit dem es etwas geknistert hatte. Ein wenig mehr "auf dem Tisch hauen" hätte auch dem Eddie gut getan. Von dem kam ja fast gar nichts. Meinetwegen hätten die Fetzen auch mit Kati fliegen können. Wegen einem gewissen Date. Aber irgendwie sind sämtliche Figuren viel zu harmoniesüchtig, da wurde nie einer laut.
Selbst dann nicht als Charlottes Lügengebilde in sich zusammen fällt. Da hätte der Belogene mal richtig ausflippen können. Ein wenig wütend rumschreien oder mit der Türe knallen. Aber da war nur ein wenig heiße Luft und sonst gar nichts. Für mich war da viel verschenktes Potenzial.
Nur Eddies Eltern hielten da nicht vor dem Berg. Sie gefielen mir richtig gut mit ihren Gemeinheiten Charlotte gegenüber. Besonders die Mutter. Mann hat die ein freches Mundwerk. Schade dass die nur so eine kleine Rolle bekommen hatten.
Der Stil der Autorin liest sich ganz angenehm. Für einen Erstling ganz ordentlich auch wenn es hier und da ein paar Längen gab.
Zu jedem Kapitel gibt es ein Rezept für eine österreichische Leckerei. Nette Idee, wie ich finde.
Das nächste Buch würde ich vielleicht auch noch lesen, dann würde ich mir aber mehr Pfeffer in der Geschichte wünschen.

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190 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 112 Rezensionen

jugendbuch, convention, liebe, nerd, ana und zak

Ana und Zak

Brian Katcher , Ute Mihr
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.04.2017
ISBN 9783423650250
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ana und Zak könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Ana zielstrebig Pläne für ihre Zukunft macht, sieht Zak das Leben lieber etwas lockerer. Er lebt in den Tag hinein und macht sich auch noch keine Gedanken um seine College-Bewerbungen. Ana hingegen nimmt an so vielen Aktivitäten teil wie sie nur kann, nur damit sie mit ihren Bewerbungen besser dasteht. 
Als beide, aus unterschiedlichen Gründen, an derselben Quiz-Meisterschaft teilnehmen, kollidieren zwei Welten aufeinander.
Denn während Ana den Wettbewerb unbedingt gewinnen will, kann Zak nur an die Comic-Con denken, die ausgerechnet an diesem Wochenende stattfindet und die er verpasst.

Von dem Buch hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Aber der Reihe nach...
Erst einmal finde ich das die beiden Hauptfiguren, Ana und Zak, wunderbare Charaktere sind. Als sie die ersten Male aufeinander treffen haben sie zuerst die übelsten Vorurteile voreinander. Zak denkt, Ana wäre eine eingebildete Pute, und Ana denkt, Zak wäre ein Hohlkopf. Erst im Laufe der Geschichte, während beide sich besser kennen lernen, merken sie, dass auch der andere so manches Päckchen zu tragen hat.
Hier geht der Autor wirklich sehr eindringlich auf die Charaktere ein die somit an Tiefe gewinnen. 
Da die Kapitel immer abwechselnd von Ana und Zak in der Ich-Perspektive erzählt werden, erfährt der Leser obendrein auch noch alles über die Gefühlswelt der Protagonisten. Alles wird ausgebreitet. Ob es die Hoffnungen, Wünsche und Träume sind, die Ängste, oder die Probleme die jeder Teenager in dem Alter hat. Und noch einiges mehr wird dem Leser offenbart.
Der Stil des Autors ist ziemlich flott und der Zielgruppe angepasst. Es wurden eine Menge jugendlicher Ausdrücke eingebaut. Es gibt auch viele Insider-Witze aus dem 
Science-Fiction-Genre, die aber nicht unbedingt jeder verstehen wird. Die Leidenschaft der Nerds und Geeks für die Comic-Con mit seinem ganzen Drum und Dran wird ganz gut rüber gebracht, finde ich. Ich kenne mich da aber auch nicht aus. Jemand der für solche Veranstaltungen schwärmt, könnte das anders sehen.
Während ich die Figuren sehr interessant fand, gefiel mir die Handlung leider nicht so. Das die ganze Geschichte quasi nur auf der Comic-Con stattfindet, hat mich jetzt nicht gestört. Es waren eher die Ereignisse die da passierten. Ich fand es meistens zu übertrieben. Die Nebenfiguren fand ich unglaubwürdig und die raschen Szenenwechsel haben mir nicht zugesagt. Es wirkte auf mich immer einen Tacken "zu viel des Guten".
In der Leseprobe, die ich so gut fand dass ich unbedingt weiter lesen wollte, ließ der Autor durchblicken, dass es bei Ana ein dunkles Familiengeheimnis gibt. Das hatte mich richtig neugierig gemacht. Nun, dieses Geheimnis entpuppte sich letztendlich als unspektakuläres Detail. Schade!
Auch das Ende gefiel mir überhaupt nicht. Da gab es zuwenig Konsequenzen, die doch angekündigt waren, und zuviel Wir-haben-uns-alle-lieb.
Sowas kann ich nicht ausstehen.
Die Idee für den Roman fand ich gut, aber sie war leider nicht so toll umgesetzt. Ein Buch mit tollen Hauptfiguren aber einer übertriebenen Handlung.

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Tags: comic-convention, erste liebe, erster kuss   (3)
 

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82 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

london, gruselig, paralleluniversum, jugendbuch

Mein schönes falsches Leben

Hilary Freeman , Ulrike Köbele
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.03.2017
ISBN 9783785584484
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Stell dir folgendes vor: Du wachst morgens auf. Du weißt, du befindest dich in deinem Bett, in deinem Zimmer, aber das war es schon mit den Vertrautheiten. Denn alles hat sich über Nacht verändert. Dein Zimmer ist anders gestrichen und die Möbel sind umgestellt. Dort liegen Dinge aus deiner Kindheit, die du vor Jahren längst weggeworfen hast. Du schaust in den Spiegel und siehst dass dein Haar um einiges länger geworden ist, und eine andere Farbe hat es außerdem. In der Schule geht es mit den Merkwürdigkeiten weiter. Du bist plötzlich eine Einser-Schülerin, aber in Kurse die du nie belegt hast. Deine beste Freundin erkennt dich nicht wieder, dafür scheinst du einen anderen Freundeskreis zu haben. Nur, mit diesen Leuten hast du nie ein Wort gewechselt. 
Genauso ergeht es der 17 jährigen Ella, und sie versteht die Welt nicht mehr. Ist sie plötzlich verrückt geworden?

Etwas stimmt nicht.
Ich habe die Augen gerade mal zur Hälfte geöffnet und kann trotzdem schon erkennen, dass ich nicht da bin, wo ich sein sollte. Das Licht, das ins Zimmer sickert, ist zu warm, zu rosa, und als ich mich auf die rechte Seite drehe, stoße ich gegen eine massive Wand. Eine Wand, die dort nicht hingehört.
Zitat aus "Mein schönes falsches Leben von Hilary Freeman. Seite 12


Schon immer habe ich ein Faible für Jugendbücher gehabt. Und dieses hier hat mir sehr gut gefallen weil es ein besonderes Thema hat. Welches das ist darf ich leider nicht verraten, sonst würde ich die Überraschung verderben. Dieses Thema ist mir in diesem Genre jedenfalls noch nie untergekommen.
Die Geschichte beginnt gleich mit dem was ich oben beschrieben habe. Ella wacht in einen fremden Pyjama auf und fällt aus allen Wolken. Man kann ihre Ratlosigkeit, und dann ihre Verzweiflung quasi fühlen. Da nur aus Ellas Sicht in der Ich-Perspektive erzählt wird, nimmt der Leser an ihren verschiedensten Gefühlen teil. Ihre Ängste und Hoffnungen werden sehr gut zur Geltung gebracht. Der Leser weiß immer nur soviel wie Ella gerade herausgefunden hat und das facht die Neugier an.
Die anderen Figuren bleiben eher oberflächlich, was aber auch okay ist, denn der Hauptaugenmerk gilt nun mal Ella. 
Vielleicht gibt es ein, zwei Längen. Ella muss sich erst mal zurecht finden, sie weiß nicht was passiert ist und so weiter, das nimmt schon ein paar Seiten in Anspruch.
Es wurden ein paar gruselige Details eingefügt die richtig gut kommen. Dieses Gruselige hat mich jedenfalls immer bei der Stange gehalten, unbedingt wollte ich hinter das große Geheimnis kommen.
Das aber allergenialste an dem Buch war für mich das Ende. Erst war ich da etwas verwirrt, dann aber fand ich es eigentlich total logisch und von der Autorin super gelöst. Anders hätte es gar nicht enden dürfen. 

Fazit: Spannende Geschichte mit besonderem Thema und richtig coolem Ende.

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Tags: gruselig   (1)
 

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2.007 Bibliotheken, 29 Leser, 1 Gruppe, 446 Rezensionen

erin watt, paper princess, liebe, erotik, ella

Paper Princess

Erin Watt , Lene Kubis
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492060714
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Ella hatte es bisher nicht einfach in ihrem Leben. Seit dem Tod ihrer Mutter, schlägt sie sich alleine durch. Trotz ihren 17 Jahren, schreckt sie auch nicht davor zurück ihr Geld als Tänzerin in einem Stripplokal zu verdienen.
Eines Tages dann steht Callum Royal vor ihr und behauptet ihr Vormund zu sein. Und so kommt es dann, dass sie eben erst noch am Hungertuch nagte, im nächsten Moment schon wie eine Prinzessin in einem Palast wohnt. Denn die Royals sind unverschämt reich. Sie hat jetzt zwar alles, wovon sie bisher nur träumen konnte, aber sie fühlt sich schrecklich einsam. Denn alle behandeln sie wie ein mieser Eindringling.

Ganz ehrlich? Diese Art Geschichte habe ich schon hunderte male gelesen oder im Fernsehen gesehen. Und trotzdem hatte mich das Autorenduo von der ersten Seite an am Hacken.
Ella verkörpert in diesem Roman das typische Aschenputtel: Armes, einsames Mädchen landet in reicher Familie und wird von allen gehasst. Callum Royal hat 5 Söhne und einer sieht besser aus als der andere. Und die Brüder sind erst mal richtig ekelhaft zu Ella und machen auch schnell klar dass sie nichts mit Ella zu tun haben wollen.
Sie kommt, genau wie die Royal-Brüder, auf dieser Highschool für privilegierte Kids. Eigentlich reihen sich spätestens ab da Klischee an Klischee: Es gibt die Oberguru-Highschool-Oberzicke und deren Entourage aus hirnlosen, verwöhnten Gören. Die Royal-Brüder stellen die sexy Bad Boys dar deren ungeschriebene Gesetze heilig sind und für alle an der Schule gelten. Ständig werden bei den reichen Kids Partys gefeiert an denen es nicht gerade sehr unschuldig zugeht.
Zuhause gibt es den Vater der immer einen Drink in der Hand spazieren führt und die böse Stiefmutter ohne Schamgefühl. Und klischeemäßig geht es ständig weiter. Aber, na und? Klischees sind nun mal Klischees weil sie funktionieren. Ich jedenfalls hatte das Buch an anderthalb Tagen ausgelesen.
Mich erinnerte der Roman oft an die ersten Folgen von Beverly Hills 90210, und genauso süchtig machend wie die Serie damals, ist auch das Buch.
Ella ist ein toller Charakter. Sie ist es gewohnt sich durchs Leben zu kämpfen. Sie lässt sich nichts gefallen und ist auch wunderbar schlagfertig. Gerade beim letzten Punkt entstanden tolle Streitgespräche zwischen den Brüdern und ihr.
Vielleicht gibt es ein paar Punkte wo man Ella schwer verstehen kann. Es wird schon ziemlich früh klar dass sie total auf Reed steht. Und trotzdem macht sie mit einem der anderen Brüder rum obwohl der vorher richtig ekelhaft zu ihr war? So einsam kann sich doch keiner fühlen. Und nur weil die Brüder es nicht immer einfach hatten, muss man ihnen doch nicht alles verzeihen.
Auch die ständige Erinnerung wie schön und stark und gut gebaut die Brüder doch sind, fand ich etwas überflüssig.
Man vergisst auch leicht wie jung die Protagonisten eigentlich sind, weil es zwischen ihnen doch manchmal sehr heiß zugeht.
Konflikte gibt es also genug in dem Buch: Durchgeknallte Brüder die sich nichts sagen lassen, ein Vater der nichts zu sagen hat, Schüler die sich alles vorsagen lassen und mittendrin Ella, die nur versucht ihren Abschluss über die Bühne zu bringen.
Insgesamt ist die Geschichte zwar sehr vorhersehbar aber das störte mich nicht eine Sekunde lang.
Am Ende gibt es einen ordentlichen Cliffhanger sodass ich mich richtig auf die Fortsetzung freue.
Fazit: Eine süchtig machende Mischung aus Beverly Hills 90210 und Aschenputtel, die nicht nur für jugendliche Leser geeignet ist.

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Tags: aschenputtel, erste liebe, highschool   (3)
 

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 50 Rezensionen

pasta, nudeln, vegetarisch, kochbuch, kochen

Mia liebt Pasta

Mirja Hoechst
E-Buch Text: 136 Seiten
Erschienen bei Thorbecke, 13.02.2017
ISBN 9783799510776
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nudeln mag doch jeder, und wenn sie auch noch hausgemacht sind, kann ihnen doch praktisch keiner widerstehen. In "Mia liebt Pasta" zeigt uns die Autorin Mirja Hoechst, auch Mia genannt, wie man diese zu Hause ganz leicht selber machen kann. Und dazu braucht man noch nicht mal teure Küchenutensilien. Ein Nudelholz und ein Paar kräftige Arme genügen.
Schön finde ich hier, dass die Autorin in ihren Rezepten nicht immer unbedingt auf die hausgemachten Nudeln besteht. Wenn es einmal schnell gehen soll, kann man auch auf die Pasta aus dem Supermarkt zurück greifen. Dafür gibt es nämlich auch genügend Rezepte.
Ihre Kompositionen kommen ohne großen Chichi aus. Die Angaben sind in einfachen, kurzen Schritten erklärt und sind vor allem idiotensicher. Da kann eigentlich nichts schief laufen beim kochen.
Die Rezepte sind meistens auf vier Personen ausgerichtet. Dazu rechnet sie oft um die 100 g. Nudeln pro Person was ich doch ziemlich knapp finde, vor allem wenn man ausgehungert von der Arbeit kommt. Ich empfehle hier einfach etwas mehr zu kochen.
Richtig gut finde ich das alle Zutaten in jedem Supermarkt zu kriegen sind. Bei meinem letzten Kochbuch war das nämlich nicht so, und was nutzt mir das tollste Kochbuch wenn ich die Zutaten dafür nicht bekomme.
Ich habe schon einige Rezepte ausprobiert. Der Knaller sind für mich die Linguine mit Süßkartoffel-Kokos-Creme. Die habe ich sogar schon zwei mal gemacht. Das klingt erst mal ungewöhnlich, aber das passt einfach super zusammen.
Dann habe ich auch noch die Pasta mit Tomatenpesto und Kichererbsen ausprobiert. Ich übertreibe nicht wenn ich sage dass ich nie ein besseres Pesto probiert habe. Die Kichererbsen hätten aber nicht sein müssen.
Dann gab es bei mir noch die Thai-Style Nudelsuppe. Und die Erdnusspasta habe ich auch gemacht. Alles sehr lecker und außergewöhnlich. Und das beste: alle diese Gerichte waren ohne viel Stress innerhalb von 30 Minuten fertig gekocht. 
Erwähnenswert ist noch das alle Gerichte in dem Buch ohne Fisch und Fleisch auskommen. 
Die Rezepte sind insgesamt sehr abwechslungsreich. Es gibt ein Kapitel für süße Nudeln, eins für Ofengerichte. Es gibt, was mich besonders freut, ein ganzes Kapitel nur für Nudelsalate (es lebe die Grillsaison). Da sind ein paar richtig pfiffige Ideen dabei. Es gibt auch Rezepte für die zurzeit ziemlich trendigen Gemüsenudeln. 
Ganz am Anfang gibt es natürlich noch die Grundrezepte: Verschiedene Nudelteige, mit und ohne Gluten oder Ei. Bunte Nudeln, einfache und schnelle Grundsaucen, und vier verschiedene Pestos.
Jedes Rezept wird durch ein appetitanregendes Photo der Speisen und sehr sympatische und hilfreiche Tipps und Kommentare der Autorin begleitet.
Das Buch ist einfach super nützlich um seinen Speiseplan ein wenig aufzupeppen.

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Tags: einfache rezepte, einfach erklärt, nudeln, schnell gemacht   (4)
 

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

zeitreise, kinderbuch, vorlesen, coppenrath verlag, zeitreisen

Zeitreise mit Hamster

Ross Welford , Petra Knese
Fester Einband
Erschienen bei Coppenrath, 31.01.2017
ISBN 9783649622376
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Albert, auch Al genannt, ist nicht gerade ein glückliches Kind. Sein Vater starb vor vier Jahren, und als die Mutter einen neuen Mann kennen lernte, mussten sie auch noch umziehen. Nun lebt er mit seiner Mutter, Steve und Carly (die Welt-schlimmste-Stiefschwester) unter einem Dach.
An Als zwölften Geburtstag überreicht die Mutter ihm einen Brief von seinem Vater. Darin bittet er ihn um einen großen Gefallen. Mit seiner Zeitmaschine, die der Vater heimlich im alten Haus gebaut und versteckt hat, soll er in die Zeit zurückreisen und ihm das Leben retten.

Das Buch habe ich zusammen mit meinen Kindern (9 und fast 11) gelesen. 
Da die Kapitel ziemlich kurz gehalten sind, eignet sich das Buch prima zum vorlesen: "Och, bitte noch ein Kapitel...".
Die Kinder waren wirklich begeistert, auch wenn sie fanden das die "Einleitung" etwas lang war.
Es hat nämlich gedauert bis die eigentlichen Zeitreisen losgehen, denn vorher musste Al noch einiges erledigen und er erzählt auch vieles über die Menschen die ihm wichtig sind, und das nimmt einige Kapitel in Anspruch.
Ab dem Moment aber wo die Zeitreisen losgehen, wird es irre spannend und unvorhersehbar. Selbst ich als Erwachsene konnte nie vorhersehen welche "Zeit-Katastrophe" sich als nächstes anbahnt. 
Es wird nur aus Als Sicht in der Ich-Form erzählt. Die Kinder mochten ihn direkt weil er so eine fesselnde und witzige Art hat. Sie hörten ihm gerne zu, denn er redet auch so wie ein Zwölfjähriger in "echt" reden würde. Manchmal spricht er auch seine Leser direkt an: "Was würdet ihr tun wenn..."
Der Stil des Autors ist für Kinder in dem empfohlenem Alter genau richtig. Zwar einfach gestrickt, aber doch mit einem ordentlichen Wortschatz. Meine Kinder hatten nur Schwierigkeiten zu folgen wenn es um die Fachbegriffe in Sachen Zeitreisen ging. Da wurde es aber wirklich etwas kompliziert. Einstein und seine Relativitätstheorie, Raum-Zeit-Kontinuum und solche Sachen sind ja nicht gerade leichte Kost. Der Autor hält sich aber damit zum Glück nicht lange auf.
Unlogisch wurde es auch nie, was ja öfter mal vorkommt in Zeitreise-Geschichten.
Meine Kinder fanden das Buch insgesamt toll. Die Große war hinterher am überlegen was man mit einer Zeitmaschine alles anstellen könnte. Die Kleine hatte es etwas schwerer sich die Konsequenzen beim manipulieren der Zeit vorzustellen. Es ist aber auch ein komplexes Thema. Auf jeden Fall regt das Buch die Phantasie an.

Fazit: Ein spannendes Abenteuer für Jungen und Mädchen und alle ab 10 Jahre. 

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Tags: kinderbuch, vorlesen, zeitreise   (3)
 

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 47 Rezensionen

kochen, englische küche, diana henry, kochbuch, diverse gerichte

Simple

Diana Henry , Margot Fischer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 13.01.2017
ISBN 9783869137599
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Autorin verspricht mit ihrem Kochbuch Rezepte die ohne viel Aufwand schnell zubereitet werden können. Oder zumindest sollen die Zutaten für ihre Kreationen eh schon Zuhause rumstehen, und wenn auch dies nicht der Fall ist, schnell mal eben auf dem Heimweg von der Arbeit besorgt werden können.
Nun ja, in einem hat die Autorin vermutlich Recht: Ein Großteil der Rezepte klingen in der Zubereitung recht einfach. Ohne viel Schnibbelei, man werfe dieses in den Topf oder jenes, rühren und ab in den Ofen oder einfach kochen lassen bis es gut aussieht.
Wenn man die Garzeiten nicht mitrechnet, steckt wirklich nicht viel Arbeit und Zubereitungszeit dahinter, es kocht sich quasi von alleine.
Wenn ich mir jetzt aber anschaue welchen Aufwand ich betreiben muss um an diese Zutaten ranzukommen sieht die Sache schon anders aus:
Zuerst einmal muss ich googlen, damit ich überhaupt weiß was das ist was da demnächst auf meinem Teller landen soll. 
Demerarazucker? Nie gehört. 
Mooli? Hilf mir Google. 
Wassermelonenrettich? So was gibt es?
Orzo? Pul Biber? Burrata? Fregola? Ach komm, ihr erfindet doch jetzt Wörter.
Dann braucht man Flaschen über Flaschen von irgendwelchen Alkoholika, Ölen und Essigen. 
Ich dachte, ich besitze schon viele Gewürze. Wenn ich aber so in das Buch reinschaue weiß ich: Nichts habe ich, schämen sollte sich mein Gewürzschrank. Noch nicht mal olles Pimenton habe ich.
Und bei den asiatischen Gerichten ist es noch schlimmer. Tigelchen, Töpfchen, Döschen mit tollen Pasten und Gewürzen und Sößchen in allen Formen und Farben. Nichts davon habe ich zuhause. So! 
Ja, und wenn ich dann mal weiß was ich essen soll, muss ich nur noch herausfinden wo ich das herbekomme. 
Die Autorin wohnt wohl in London. Schön für sie. Sie hat bestimmt auch voll die tollen Geschäfte auf ihrem Nachhauseweg. Ich nicht! Hier gibt es nur einen winzigen Lebensmittelladen mit dem ich bisher auch immer zufrieden war. Ich habe den Besitzer aus Spaß gefragt ob er heute "Cavolo Nero" da hat. Er hat mir ein Taschentuch für meinen Schnupfen gereicht.
Nein, im Ernst. Wenn ich vorhabe etwas von diesen, wirklich sehr ausgefallenen Rezepten ausprobieren will, muss ich lange im voraus planen, denn ich muss ja auch in die weite, große Stadt. 
Gut, ja, ich gebe es zu: Nicht alle Rezepte haben so unaussprechliche Zutaten. Es gibt auch Rezepte mit normalen Zutaten, und die werde ich auch alle der Reihe nach ausprobieren. 
Und ja, ab und zu wird auch ein anderes Lebensmittel vorgeschlagen wenn man das andere nicht findet. Aber auch nicht immer und immer die Alternative kochen ist auch doof.
Abwechslungsreich ist sie ja, Diana Henrys Küche. Und positiv finde ich dass sie Lebensmittel miteinander kombiniert, auf die Idee wäre ich ja nie gekommen.
Das meiste davon ist für Familien mit Kindern allerdings ungeeignet. Meine Kinder würden nichts davon essen, was da im Buch gezeigt wird: zuviel Gewürz, zuviel Alkohol, zu extravagante Lebensmittel (Lamm, Dorsch, Kaviar, Krabbe..)
Die Bohnengerichte gefallen mir am besten. Die sind alle sehr ausgefallen und Eintopf mit Bohnen liebe ich. Auch die Eierspeisen finde ich ganz interessant. Die Dessert-Auswahl finde ich nicht so gelungen denn fast alle sind mit eingekochten oder gebackenen Früchten und Alkohol. 
Jeder wird in der Fülle an Rezepten bestimmt sein Lieblingsgericht finden. Aber alltagstauglich oder SIMPLE ist das Buch bestimmt nicht.
Wer das Glück hat in der Stadt Tür an Tür mit Fischhändler, Asialaden und Feinkostladen zu wohnen, wird seine Freude mit dem Buch haben. Alle anderen werden sich eher ärgern.

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Tags: angeberrezepte, exotische küche   (2)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

jugendliche, teenager, freundschaft, überleben, jugendbuch

Echt mieser Zufall oder Wie ich einen Kuss wollte und beinahe dabei draufging

Kathy Parks
E-Buch Text
Erschienen bei Arena Verlag, 02.01.2017
ISBN 9783401806600
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich glaube, jeder der in die Schule gegangen ist, kennt diese Rangordnung die unter den Teenagern herrscht.
Es gibt die unterschiedlichsten Cliquen, und ganz oben stehen die "coolen Kids", die, die das sagen an der Schule haben.
Denver befindet sich in der untersten der unteren Schichten. Sie hat überhaupt keine Freunde mehr seit ihre ehemals beste Freundin Abigail sie fallen gelassen hat. Schlimmer noch: Sie wird gemieden. Wie eine Krankheit. Der Grund dafür liegt bei Abigail.
Und dass war auch das was mir an dem Buch so gefallen hatte. Es geht nämlich nicht nur um die Situation wie 5 Teenager versuchen auf der offenen See zu überleben. Es geht auch darum wie es zum Bruch zwischen Denver und Abigail kommen konnte. Wie aus "best friends", fast schon Schwestern, verbitterte Feinde wurden.
Der Roman wird aus Denvers Sicht in der Ich-Form erzählt. Und für mich ist es spannend gewesen Denver beim erzählen "zuzuhören". Sie hat einen wunderbar bissigen Humor sodass ich trotz der Tragödie doch öfter lachen musste. Es lockerte die Stimmung auf. Sie hält sich bei ihrer Erzählung nicht zurück und ist schonungslos ehrlich. Vor allem verschont sie sich nicht selbst bei ihren Rückblenden, wenn sie von ihrer Vergangenheit erzählt.
Immer öfter rückt dann der andere Teil des Buches in den Vordergrund. Wie es für Denver ist mit den anderen im Boot zu sitzen. Zusammen mit zwei der arrogantesten Zicken der Schule, die verhasste Abigail und Trevor, der coole Surfer.
Wie all die kleinen Probleme die jeder Jugendlicher hat, unwichtig werden. Die Rangordnung, die in diesem Boot keinen Wert und keinen Platz haben.
Die Angst und Verzweiflung und die Hoffnung und Träume der Teenager gingen mir beim lesen richtig nahe. Es kam sehr authentisch rüber. Vor allem die beiden Hauptfiguren Denver und Abigail sind mir ans Herz gewachsen und ich habe richtig mit ihnen gebangt.
Fazit: Eine wunderschöne, aber auch traurige Geschichte über die Freundschaft und das Leben und über das was am Ende überhaupt wichtig ist.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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183 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

schottland, liebe, claudia winter, hochzeit, glückssterne

Glückssterne

Claudia Winter
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 12.12.2016
ISBN 9783442485437
Genre: Liebesromane

Rezension:

Josefine ist zufrieden. Ihr Leben ist von vorne bis hinten durchgeplant und alles läuft reibungslos auf geordnete Bahnen. In drei Wochen wird sie ihren Anwaltskollegen Julius heiraten. Fehlt nur noch der legendäre Brautring ihrer Familie. Ohne diesen kann sie unmöglich heiraten, denn eine Legende besagt dass die Ehe nur glücklich verlaufen wird wenn der Ring bei der Trauung dabei war. Alle Frauen der Familie glauben mehr oder weniger daran. Josefines Großmutter besteht jedenfalls darauf das Josefine nur heiratet wenn sie den Ring auch trägt. Und ohne diesen Ring will sie dem Brautpaar ihren Segen, der Josefine sehr wichtig ist, nicht erteilen.
Da gibt es nur ein Problem: Charlie, Josefines nervige Cousine alias "das kleine Monster", ist mit ihren neuen Freund, einen Straßenmusiker, nach Schottland durchgebrannt, und sie hat den Ring mitgenommen. Da bleibt Josefine nicht viel anderes übrig als Charlie hinterher zu reisen um den Ring zurück zu holen.
Und das Abenteuer beginnt...

Also, mein neues Lesejahr konnte mit diesem Buch nicht besser anfangen.
Die Geschichte um Josefine und den Ring ist einfach nur schön.
Josefine ist eine tolle Hauptfigur. Sie ist in ihren Ansichten ziemlich festgefahren und ständig handelt sie sich neue Schwierigkeiten ein. Eigentlich möchte sie so schnell wie möglich wieder nach Hause und muss erst mal lernen sich auf das Abenteuer einzulassen.
Noch besser als Josefine, gefielen mir ihre durchgeknallten Großtanten. Sie sind über 70, sie sind zwar Zwillinge aber grundverschieden. Und sie zanken sich bei jeder Gelegenheit wie die Kesselflicker. Die beiden sind mir richtig schnell ans Herz gewachsen.
Aber auch alle anderen Charaktere muss man einfach gerne haben. Alle, bis auf einen vielleicht.
Aber das alleine macht das Buch noch nicht zu einem kleinen Juwel.
Die Autorin hat ein Händchen dafür Schottlands wilde Schönheit in Worte zu fassen. Überm lesen bekam ich so ein Fernweh dass ich mich am liebsten in den nächsten Flieger gesetzt hätte.

Den Mond zum Beispiel, der eine milchige Lichtbahn in das Wasser goss, die sich von der Mitte des Sees bis zum Steg zog. Der makellose Sternenhimmel, der sich dort auftat, wo die tintenschwarzen Wipfel der Cairngorms die Wolkendecke aufgerissen hatten. Die süßlich torfige Heideluft, die in meine Lunge strömte und Erinnerungen an frisch gemähtes Gras und Bris Stockbrotfeuer weckte, das sie jeden Sommer für uns Kinder im Garten angezündet hatte, obwohl Li jedes Mal Todesängste ausstand, dass sie dabei versehentlich den Schuppen in Brand setzte. Die Kiefern, die im Wind knarrten und wisperten. Im Dickicht glommen die wachsamen Augen eines Tieres auf, ehe es sich in den Schatten duckte und lautlos verschwand. Es war eine Nacht, in der Märchen zu wahren Geschichten wurden, sofern man gewillt war an Feen zu glauben.
Zitat aus: "Glückssterne" von Claudia Winter, Seite 264



Auch die besondere Gastfreundlichkeit der Landsleute kommt hier gut zur Geltung. Diese typische, schottische, heimelige und muckelige Atmosphäre, die eine ganz besondere Stimmung hervorruft, wenn man in so ein Guesthouse einkehrt. Das alles hat die Autorin sehr schön eingefangen.
Das Buch ist witzig und romantisch. Manchmal auch ein klitzekleines bisschen kitschig. Es ist aber die gute Art Kitsch, die, wo man immerzu aufseufzen möchte beim lesen.
Es ist aber auch spannend, denn immerhin befindet sich Josefine auf Verfolgungsjagd. Sie möchte das Glück ihrer zukünftigen Ehe "retten".
Es stimmt, ein bisschen vorhersehbar ist es auch. Aber sind diese Art Bücher das nicht immer? Natürlich gibt es ein Happy End, das ist der Sinn, wenn man zu solchen Büchern greift.
Fazit: Ein ganz besonderes Wohlfühlbuch mit ganz viel "Seufz".


Es ist das Licht. Dieses besondere magische Licht zwischen Nacht und Tag, das Schottland zu einem Ort macht, wie es ihn nirgendwo sonst auf der Welt gibt.
Zitat aus: "Glückssterne" von Claudia Winter, Seite 115



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Tags: romantik, schottland, wohlfühlbuch   (3)
 

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Die Assistentinnen

Camille Perri , Stefanie Zeller
Flexibler Einband
Erschienen bei INK , 11.11.2016
ISBN 9783863960957
Genre: Romane

Rezension:

Tina Fontana ist die persönliche Assistentin des einflussreichen Medienmogul Robert Barlow. Bisher hat sie immer alles richtig gemacht: Sie arbeitet gewissenhaft, ist eine ehrliche Haut, sie erahnt die Wünsche ihres Chefs bevor der selber weiß was er will.
Privat muss sie jeden Cent dreimal umdrehen. Was soll sie zuerst bezahlen? Die Miete oder die Stromrechnung? Und dann ist da noch ihr Studienkredit der ihr regelrecht den Hals zuschnürt.
Als dann der Spesenabteilung ihrer Firma ein Fehler unterläuft und ihr fälschlicherweise einen Scheck von über 20.000 Dollar zustellt, steht Tina vor einem Dilemma. Soll sie das Geld nehmen oder nicht? Mit einem Schlag wäre sie schuldenfrei.
Und ehe Tina weiß wie ihr geschieht steckt sie mittendrin im Strudel aus Betrug und Täuschung.

Die Autorin hat sich nicht lange aufgehalten mit langen Einführungen oder unnötigen Floskeln. Der Leser wird gleich zu Beginn mitten ins Geschehen geworfen. Die Handlung wird von Tina in der Ich-Form erzählt.
Tina ist toll. Sie ist zwar sehr unscheinbar, fast schon die graue Maus der Firma, aber sie hat einen tollen selbstironischen Humor der das Buch zum Vergnügen werden lässt. Überhaupt musste ich ständig über Tinas Äußerungen lachen, obwohl es doch um ein relativ ernstes Thema geht.
Mit ihrem handeln tritt sie eine Sache los in der immer mehr Menschen hineingezogen werden und obwohl Tina etwas verbotenes tut, muss man sie einfach gern haben. Ich als Leserin konnte ihr Handeln voll und ganz nachvollziehen. Denn wie läuft es ab in der Arbeitswelt (und nicht nur in den U.S.A): Da hat man endlich seinen hart erarbeiteten Abschluss in der Tasche, steht aber dadurch gleichzeitig vor einen Berg voll Schulden. Dann nimmt man die Arbeit die man kriegen kann obwohl man völlig überqualifiziert ist, und unterbezahlt ist die Stelle obendrein. Und obwohl man sich für den Chef quasi den Allerwertesten aufreißt wird man ja doch nie befördert, und eine Gehaltserhöhung kriegt man leider auch nie. Da versteht man Tina einfach die ihr Leben etwas besser machen will. Dass das ganze dann aus dem Ruder läuft und das ganz gehörig, war nicht geplant.
Der Stil der Autorin an sich ist flott und locker. Ich mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen weil es mich so mitreißen konnte. Ein sehr gelungener Debütroman wie ich finde und die Autorin werde ich jedenfalls im Auge behalten. Ich hoffe sie schreibt noch mehr solche Bücher.
Ein tolles Buch über Recht und Unrecht, witzig wie ernst gleichermaßen. Klare Leseempfehlung!

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