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Die Elternsprecherin

Laurie Gelman , Maike Müller
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.08.2018
ISBN 9783956498329
Genre: Humor

Rezension:

Schon wieder muss Jennifer Dixon den unbeliebten Job der Elternsprecherin übernehmen. Mit ihren, vor Sarkasmus triefenden E-Mails, will sie gleich zu Anfang klar stellen, wie der Hase läuft. Mit dieser Methode ist aber noch lange nicht jeder einverstanden. Unter einigen Eltern bildet sich ganz schnell Widerstand gegen Jens unverblümte Art und Forderungen, das Amt der Elternsprecherin niederzulegen werden laut.

Der Klappentext dieses Buches hatte mich neugierig gemacht und spätestens nach dem Versprechen: 
» (...) Diese Frau wird das Lachen aus Ihnen herauskitzeln.« hatte er mich am Haken.

Ich mag Geschichten über Helikopter-Eltern. Jen hat in ihrer Rolle als Elternsprecherin auch mit einigen unterschiedliche Exemplare der Spezies "Eltern" zu tun, aber so richtige Helikopter-Eltern waren keine darunter. Höchstens vielleicht die eine oder andere übermotivierte Mutter.

Die E-Mails die Jen an die Eltern verschickt fand ich wirklich witzig.
Da Jen bei ihren beiden älteren Töchtern schon als Elternsprecherin fungierte, weiß sie ganz genau, dass man mit höflichen Bitten bei anderen Eltern nicht weiterkommt. Deswegen zieht sie es diesmal ganz anders auf und schießt vielleicht ein wenig über das Ziel hinaus.
Ich weiß nicht, ob das in Amerika wirklich so ist, aber Jen aus dem Buch muss eine Menge für die Schule organisieren. Es gibt ständig Klassenfeste, wo jeder der Eltern etwas mitbringen muss, oder es werden freiwillige Helfer gesucht, die bei Ausflüge die Kinder beaufsichtigen. Dementsprechend oft gibt es deshalb auch E-Mails von Jen.

Leider ist Jens Nebenjob als Elternsprecherin nur ein Teil des Romans. Der Rest handelt von ihrem Alltag mit der turbulenten Familie. Interessant war der leider nicht immer. Eigentlich ist das Buch, abgesehen von der Schul-Sache, ein reiner Chick-Lit-Roman. Leider einer von der schwächeren Sorte.

Was mir aber sehr gut gefiel waren Jens Hang zum tratschen, und eine ominöse Sache, die erst zum Ende hin aufgelöst wurde.
Die ganze Zeit über wird aus Jens Sicht in der Ich-Form geschrieben. Der Stil der Autorin ist leicht und das Tempo angenehm flüssig. Genau das richtige für den Sommerurlaub im Liegestuhl.
Manche der Figuren sind total Klischee beladen, aber auch, oder gerade deswegen ganz lustig. Bei einigen Stereotypen wars aber auch einfach zu offensichtlich: Natürlich gibt es DAS Kind das überhaupt nichts verträgt, und gegen alles allergisch ist. Natürlich gibt es auch das homose&uelle Paar mit Kind, und natürlich gibt es auch den ziemlich gut aussehenden, allein erziehenden Vater.

Gelangweilt hat mich das Buch jetzt nicht, vom Hocker gerissen hat es mich aber auch nicht. Das Versprechen aus dem Klappentext konnte es nur teilweise halten.
Für ein Erstlingswerk war es ganz ordentlich und ich bin auf weitere Werke der Autorin gespannt.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Der große schwarze Vogel

Stefanie Höfler
Fester Einband: 182 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 10.07.2018
ISBN 9783407754332
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch gehört zwar in die Kategorie "Jugenbuch", trotzdem ist es vom Thema her richtig schwere Kost. Dieser Roman hat mir sehr zu schaffen gemacht. Nicht, weil es irgendwie schlecht gewesen wäre, im Gegenteil, das Buch ist richtig gut, aber es ist auch verdammt intensiv. Bens Geschichte rührte mich zu Tränen.

Zum Glück sind die Kapitel recht kurz gehalten, so hatte ich Zeit zwischendurch mal durchzuatmen. Die Kapitel sind abwechselnd in drei Zeitebenen erzählt. Einmal Bens Erinnerungen an seine Mutter vor ihrem Tod. Dann gibt es Kapitel, die von der Zeit nach der Beerdigung handeln, als wieder so etwas wie Normalität in Bens Familie einkehrt.. Und dann gibt es natürlich auch noch die Kapitel im Jetzt, die Mutter liegt im Schlafzimmer auf den Boden und nichts wird wieder so sein wie vorher. Dieser Teil handelt von Bens Fassungslosigkeit, seiner Hilflosigkeit und dann dem Begreifen, der grenzenlosen Traurigkeit des Vaters die irgendwann in sowas wie Wut umschlägt, von der Beerdigung. Und von Bens kleinem Bruder, der auf seine ganz eigene Art mit dem Tod umgeht. Es ist immer Ben der erzählt, und es ist fast wie ein Tagebuch geschrieben was es dadurch unheimlich persönlich macht. Zu gerne hätte ich ihn in die Arme geschlossen um ihn zu trösten. Weil Bens Geschichte so ran geht, bin ich aber auch froh dass das Buch nicht allzu dick ist. Seltsamerweise wirkt das Buch gerade durch seine Traurigkeit irgendwo auch Lebensbejahend. Es hinterlässt nach der Lektüre kein Gefühl von Verlust.

Zitat
"Der Tod ist wie ein Flügelschlag, hatte Ma einmal gesagt. Sie liebte solche Sprüche. Wie der Flügelschlag von einem großen schwarzen Vogel, der vorbeifliegt, und sein Schatten fällt kurz auf den, der zufällig darunter sitzt, und etwas länger auf diejenigen, die vielleicht gerade drum herum sind. Als hätte sie es geahnt, oder?"
Aus "Der große schwarze Vogel" von Stefanie Höfler

Und dann merkt Ben plötzlich, wie er von allen Seiten anders behandelt wird, dass er sich alles erlauben könnte, dass er die sprichwörtliche "Extrawurst" kriegt.
Ben wird bei seiner Trauer von seinem besten Freund Janus unterstützt. Und dann lernt Ben noch Lina kennen, die "Expertin für den Tod", wie sie von sich selbst behauptet. Beide gehen in Bens Klasse.
Dieses kleine Buch ist wirklich etwas ganz besonderes. Ich bin froh darüber, dass ich es lesen durfte. Ich bin aber auch froh, dass ich jetzt meine Tränen trocknen kann, um etwas anderes, unwichtigeres zu lesen.

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Tags: lebensbejahend, rührend, trauer, trauerbewältigung, traurig   (5)
 

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Dream Maker - Paris

Audrey Carlan
E-Buch Text: 163 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 10.07.2018
ISBN 9783843716895
Genre: Sonstiges

Rezension:

"International Guy", das sind drei Freunde die sich um die Belange reicher Frauen kümmern. Parker Ellis, auch bekannt als der "Dream Maker", ist der Chef der Firma. Er kümmert sich um die Organisation und um die Rund-um-Betreuung der Kundinnen. Dann gibt es noch Bogart Montgomery, der Love-Maker der sich um das Styling kümmert, während Royce Sterling, der "Money Maker", für alle finanzielle Fragen zuständig ist. Der erste Auftrag führt die Freunde nach Paris...

Was hat mich dazu bewogen dieses Buch lesen zu wollen? Wahrscheinlich das hübsche Cover, und die geringe Seitenanzahl. Das Ding hat man schnell durch, muss ich gedacht haben. Außerdem ist die Autorin doch recht berühmt. So viele Leute mögen ihre Bücher, das wird ja wohl einen Grund haben. Mann, was habe ich falsch gelegen.

Zuerst einmal die Geschäftsidee von "International Guy": Das eine Frau Starthilfe braucht, um erfolgreich einen Mega-Konzern zu leiten, kann ich mir gut vorstellen. Allerdings handelt es sich hier um die Tochter des verstorbenen Gründers der Firma und man sollte doch meinen das Sophie, so heißt die erste Kundin, von klein auf, auf diese schwere Aufgabe vorbereitet wurde. Zumal sie die einzige Tochter und Erbin ist.

Das, wofür die Jungs hergekommen sind, kostet der Erbin eine Viertel Million Dollar. Also 250.000 Dollar für ein paar Styling-Tipps von Bo, ein bisschen in die Bücher gucken von Royce und die "Spezialbehandlung" (würgs) von Parker. Wenn das nicht mal ein realistischer Preis ist.
Innerhalb von drei Tagen verwandelt sich Sophie vom grauen Mäuschen - die jeden Moment zusammen zu brechen droht, und unbedingt den Arm eines starken Mannes braucht, um überhaupt einen Raum durchqueren zu können - in eine taffe, willensstarke Se&bombe.

Hauptfigur ist hier Ellis Parker. Obwohl nur aus seiner Sicht in der Ich-Form geschrieben wurde, erfährt man kaum etwas über ihn.
Stattdessen bekommt der Leser stets einen aktuellen Bericht über den Zustand seines "besten Teils". Der kann sich nämlich sekündlich ändern, von "neugierig in die Luft reckend" zu "aufmerksam pulsierend" über "steif wie Stahl" werdend. Dauernd drohen ihm die Boxershorts zu platzen, oder alles zieht sich da unten schmerzhaft zusammen.
Parker Ellis soll der Frauenversteher sein, doch das einzige was er kann, ist die Frauen wie Objekte zu behandeln und zu überlegen, in wen er sein "Ding" als nächstes hineinstecken könnte. Grausig!

Seine beiden Kollegen haben nur ganz winzige Rollen, zum Glück, denn wenn die drei sich unterhalten, muss man sich fragen, ob man jetzt auf dem Pausenhof einer Jungenschule für besonders spät Pubertierende gelandet ist.
Auch der Schauplatz ist total unwichtig. Wenn nicht kurz mal erwähnt worden wäre, dass Parker und Ellis sich auf dem Eiffelturm oder im Louvre treffen, hätte die Geschichte überall spielen können.
Noch elf weitere Teile sollen demnächst erscheinen, da kommt dann pro Stadt eine andere Kundin dran. Diese Teile kann man entweder einzeln, oder in Sammelbänden kaufen.
Ich für meinen Teil habe genug gelesen.

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105 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

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Wild Games - In einer heißen Nacht

Jessica Clare , Angela Koonen
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.06.2018
ISBN 9783404177004
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Auf den Cookinseln soll die zweite Staffel der Reality-Show "Endurance Island" gedreht werden. Abby arbeitet bei einer Zeitschrift als Buchrezensentin und ist es gewohnt, mit gehässigen Verrissen auf sich aufmerksam zu machen. Nun findet ihre Chefin, Abby würde sich als Kandidatin bei dieser Show gut machen. Hinterher könnte sie dann exclusiv für die Zeitschrift Artikel verfassen, aus der Sicht eines Mitspielers berichten sowie einen Blick hinter die Kulissen werfen. Abby hat keine Lust darauf, aber die Chefin gibt ihr zu verstehen, dass sie im Grunde keine andere Wahl hat, wenn sie ihren Job behalten möchte. Also lässt sich Abby auf das Abenteuer ein, in drei Tagen schon soll es losgehen.

Das war tolle Unterhaltung. Das Buch ist so, wie man sich diese Reality-Shows, wie das Dschungelcamp, im Fernsehen wünscht, aber leider sehr selten zu sehen bekommt.

Bei "Endurance Island" geht es ebenfalls um eine Überlebensshow. Die Kandidaten werden in Zweier-Teams auf den Inseln ausgesetzt und müssen schauen das sie klar kommen.
Der Fokus wird gleich auf Abby und Dean gelegt, was auch klar ist, da aus Abbys Sicht in der Ich-Form erzählt wird. Außerdem wird Dean Abbys erster Spielpartner und ist somit für die nächsten Tage ständig an ihrer Seite.
Die beiden können sich absolut nicht ausstehen und folglich verlieren sie auch das ein oder andere Spiel. In diesen Partner-Spielen hat man die Möglichkeit entweder Luxusgüter, wie zum Beispiel Streichhölzer, zu gewinnen, oder man kann als Verlierer eines Spiels gleich ganz aus der Show gewählt werden.

Abby gefiel mir als Hauptfigur sofort, weil sie gleich die Krallen ausfährt, wenn sie sich mies behandelt fühlt. Dean gefiel mir, weil man bei ihm, bis zum Schluss nicht weiß, auf welcher Seite er steht. Er bleibt immer ein Stück weit geheimnisvoll. Zusammen mit Abby weiß der Leser nicht, ob er einfach nur berechnend ist, denn immerhin geht es bei dem Preisgeld um 2 Millionen Dollar.
Hinzu kommen die anderen Teilnehmer und ein paar von denen haben es wirklich in sich. Intrigen, Neid und erzwungenes Teamplay machen den Reiz von "Endurance Island" aus. Richtig fiese Ränke werden da im Geheimen geschmiedet.

Natürlich ahnt man als Leser bereits am Anfang, worauf die ganze Chose hinausläuft, aber, na und? Der Weg dorthin ist das Ziel, und das Buch macht mit seiner lockeren Art einfach nur Spaß. Die perfekte Urlaubslektüre, wenn man faul in der Hängematte liegt und die Sonne einem das Hirm weich kocht.

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Tags: intrigen, preisgeld, reality show, show   (4)
 

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

bewirten, bistrot, café, coffee-express, erbsschaftssteuer, erlenkamp, existensgründung, freundschaft, geografiestudiummühlencafè, geschäftsübernahme, hochzeitsfeier, kaffeeküsse, kastenwagen, landleben, neuanfang

Das kleine Café an der Mühle

Barbara Erlenkamp
E-Buch Text: 276 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 22.05.2018
ISBN 9783732545032
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sophie von Metten ist am Boden zerstört: Vom Tod ihrer Tante hat sie nur durch einen Brief vom Anwalt erfahren. Dieser teilte ihr ebenso mit, dass Sophie wohl Dotties gesamten Nachlass erben soll. Sofern sie das Erbe annimmt. Denn zum Erbe gehört ein schnuckeliges altes, aber auch renovierungsbedürftiges Gasthaus, das sie nur bekommt, wenn sie dieses weiterführt. Ein weiteres Manko ist, dass das Gebäude mitten im verschnarchten Ort Wümmerscheid-Sollensbach liegt. Als Hamburgerin die das Stadtleben gewohnt ist, ist das ein wahrer Albtraum.
Nun ja, wenigstens sieht der Nachbar ganz nett aus...

Hinter dem Autorennamen Barbara Erlenkamp steckt das Ehepaar Christine und Andreas J. Schulte. Er ist normalerweise Journalist, schreibt aber auch Krimis, sie arbeitet als technische Redakteurin. Ich weiß nicht ob dieser Roman ein Experiment des Ehepaars war, ich weiß nur das es auf jeden Fall funktioniert hat.

Als Sophie in dem Ort ankommt merkt sie schnell, das Wümmerscheid-Sollensbach eigentlich zwei Dörfer sind, die genau nebeneinander liegen. Das Problem: Die Bewohner der beiden Orte können sich gegenseitig nicht ausstehen. Genau dazwischen befindet sich der Mühlenhof mit Sophie, die nicht mehr weiß wo ihr der Kopf steht.
Die Handlung ist eigentlich schnell zusammen gefasst: Eine sympathische junge Frau bricht nach einem traurigen Ereignis alle Zelte ab und fängt anderswo ein neues Leben an. Das habe ich so auch schon etliche male gelesen, trotzdem ist dieser Roman hier erfrischend anders. Die Figuren sind so dargestellt als würde man sie schon ewig kennen. Der Erzählstil ist fesselnd, sodass man richtig in die Geschichte eintauchen kann. Aber das, was ganz klar die Geschichte ausmacht, sind die Dorfbewohner. Die sorgen ständig für einen Lacher. Und da ich die Gegend von Cochem einigermaßen gut kenne, weiß ich wie treffend die Beschreibungen der Leute dort sind. Sie sind vielleicht etwas überspitzt dargestellt, die Autoren haben das aber so liebevoll gemacht das man ihnen gar nicht böse sein kann.

Meistens wird aus Sophies Sicht erzählt. Es gibt aber auch Tagebucheinträge von Sophie selbst in der Ich-Form, was ganz gut war, denn es bringt sie einem noch etwas näher.
Die Romantik darf natürlich nicht fehlen, ihr wird aber nicht das Augenmerk zugesprochen, weshalb es auch niemals kitschig oder so wird.
Der einzige negative Punkt für mich war die Kürze des Romans. Knapp 280 Seiten, und ein paar Seiten gehen für die Mühlenhof-Rezepte drauf, was zwar eine nette Idee ist, mir wären aber eins, zwei Kapitel mehr lieber gewesen.

Für mich waren die ulkigen Dorfbewohner der Knaller und ich würde mich freuen wenn das Autorenduo weitere Bücher über die Wümmerscheider und Sollensbacher schreiben würde.

Fazit: Perfekte Urlaubslektüre mit ulkigen Figuren.

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Tags: bewirten, bistrot, café, existensgründung, geschäftsübernahme   (5)
 

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269 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 119 Rezensionen

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Wenn's einfach wär, würd's jeder machen

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.05.2018
ISBN 9783404176908
Genre: Liebesromane

Rezension:

Annika ist fassungslos: Da hat sie sich so wohl gefühlt an ihrer Schule - mit den wohl erzogenen Schüler die niemals Ärger machten, und den lieben Kollegen, denen sie sogar gerne mal einen selbst gebackenen Kuchen mitbrachte - und dann wird Annika mir nichts, dir nichts, einfach so versetzt. Und die neue Schule ist nicht irgendeine Schule, nein, es ist DIE Schule, die Astrid-Lindgren-Schule - immer wenn ein Beitrag über Deutschlands schlimmste Schulen im Fernsehen gezeigt wird, ist die ALS ganz sicher vorne mit dabei. Unter den Lehrern munkelt man sogar, dass die psychiatrische Abteilung des UKE einen Flur, nur für die Lehrer der ALS reserviert hielt.
Dort möchte sie auf keinen Fall bleiben und sie überlegt sich auch einen Plan, wie sie schnellstmöglich wieder an ihre alte Schule versetzt wird.

Von der Autorin kannte ich bisher nur den Roman "Glück ist, wenn mann trotzdem liebt", den ich nur so lala fand. Umso überraschter bin ich deswegen, dass mir ihr neuer Roman so gut gefallen hat.
Und dabei war ich kurz davor das Buch in eine Ecke zu pfeffern.

Die érsten Kapitel fand ich nämlich einfach nur furchtbar. Das lag zum einen an der Protagonistin Annika die am Anfang zumindest, einfach nur langweilig war. Sie jammert seitenlang der alten Arbeitsstelle hinterher, geht völlig in ihrem Selbstmitleid auf, bedauert dass sie sich nun anstrengen muss. Sie ist bequem, harmoniesüchtig und will nirgendwo anecken. Und dann schleppt sie auch noch seit Jahren ein hochexplosives Paket aus unterdrückten Gefühlen mit sich herum, und das hält sie vor ihren besten Freunden geheim, was ich gar nicht verstehen konnte. Warum sie darum so ein Geheimnis machte wird zwar von ihr erklärt, überzeugen konnte mich das aber nicht.
Aber erst richtig die Augen verdrehen musste ich, als Annika zum ersten mal mit den Jugendlichen der ALS zu tun bekommt. Da braucht man nicht viel Vorstellungskraft um sich die Kinder vorzustellen. Man nimmt einfach alle Schüler aus dem Film "Fack Ju Göhte", überspitzt diese Charaktere auch noch, indem man alle Klischees über Problem-Kids nimmt die es so gibt und lässt die Jugendlichen immerzu Dinge sagen wie "Ey, yo Alter, voll krass". Fertig!

Aber das wurde, nachdem Annika sich endlich mal wieder einkriegt und über ihre Probleme von damals spricht, zum Glück schlagartig besser.
Annika hat ab da nämlich einiges zu tun. Sie muss sich in Sachen Liebe um einiges kümmern, weiß dabei nicht so Recht, wo sie da hin will. Und dann wird ihre Arbeit mit den Jugendlichen interessant. Die sind zwar immer noch sehr klischeehaft dargestellt, aber sie fangen an, sich wie normale menschliche Wesen zu benehmen und ich konnte nach und nach jeden Einzelnen von ihnen in mein Herz schließen.
Ich mochte es wie Annika über die Musik spricht und die klassischen Stücke habe ich mir alle angehört hinterher.
Dann gibt es noch ein Wiedersehen mit einem ganz bestimmten Taxifahrer.

Den Stil der Autorin mochte ich sehr da er ziemlich humorvoll ist. Durch die Arbeit mit den Kindern werden aber auch sehr ernste Themen aufgegriffen wie Mobbing oder den Klassenunterschied in der Gesellschaft. Das Gefühl der Perspektivlosigkeit der Jugendlichen kam sehr gut zum Ausdruck und machte mich sehr betroffen. Über das sehr emotionale Ende war ich begeistert, ein paar Tränchen musste ich mir jedenfalls verdrücken.
Ich könnte mir diesen Roman sehr gut als Film vorstellen. Es ist eine Mischung aus "Fack Ju Göhte", "Sister Act 2" und Annika hat große Ähnlichkeit mit Ally McBeal. Das würde sich bestimmt gut auf der Leinwand machen.

Für einen sehr schwachen Anfang, dafür mit einem umso besseren Ende vergebe ich 4 von 5 Punkten.

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Tags: brennpunkt, mobbing, musical, perspektivlosigkeit, schule mobbing, schulmusical   (6)
 

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Der Sommer der blauen Nächte

Stefanie Gregg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 18.05.2018
ISBN 9783746634111
Genre: Romane

Rezension:

Für Jule war ihre Mutter Marie immer perfekt, auch wenn sie manchmal etwas entrückt wirkte, denn als Künstlerin schien Marie manchmal in anderen Spähren zu wandeln.

Nachdem die Mutter gestorben ist, findet Jule in dessen Nachlass merkwürdige Briefe und Photographien. Nun muss sich Jule fragen, ob Marie wirklich die zarte und aufopferungsvolle Mutter war die Jule in ihr immer gesehen hatte. Und wo sind eigentlich Maries berühmte blaue Bilder geblieben? Immer mehr Fragen tun sich auf.

Um Antworten zu finden, reist Jule an die Orte, in denen Maries schönste Werke entstanden sind. Auf den Spuren längst vergangener Tage entdeckt Jule, dass ihre Mutter ein Geheimnis hatte. Und Jule ist sich noch nicht so sicher ob sie hinter dieses Geheimnis kommen möchte.


Die Geschichte beginnt mit Maries Beerdigung. Meistens wird aus Jules Sicht erzählt, aber manchmal kommen auch andere Figuren zu Wort.

Jule ist sehr in ihrer Trauer gefangen und sie vermisst ihre Mutter schmerzlich. Als sie dann auch noch Dinge herausfindet mit denen sie nicht gerechnet hatte, wurde die Stimmung immer melancholischer. Das fand ich stellenweise etwas anstrengend zu lesen, denn die Geschichte zog auch mich richtig runter.

Aber auch die Hauptfigur Jule fand ich in diesen Momenten schwierig. Sie fühlt sich von ihrer eigenen Mutter hinters Licht geführt und denkt dabei nur an das, was diese neuen Erkenntnisse für sie selbst bedeuten und verändern, und denkt zunächst dabei aber nicht eine Sekunde an Marie. Dieses ewige "mimimi" an manchen Stellen ging mir tierisch auf den Geist, bei sowas habe ich einfach keine Geduld.


Jule lernt einen richtig netten Typen kennen. Den hält sie aber aus unerfindlichen Gründen immer von sich. Es wird gesagt, dass sich Jule nur schwer auf Beziehungen einlassen kann, aber warum das so ist wird leider nicht erklärt. Die Beziehung ihrer Eltern war für sie immer vorbildlich, also kann es daran nicht gelegen haben. Der Typ legt sich zudem richtig ins Zeug für Jule, deswegen verstehe ich ihre Haltung überhaupt nicht. Schade das auf diesen Punkt nicht richtig eingegangen wurde.


Obwohl der Roman für mich diese klitzekleinen Schwächen hatte, übte er doch einen gewissen Reiz auf mich aus. Unbedingt wollte ich hinter das Geheimnis der blauen Bilder kommen. Auch war ich ganz verzaubert von den Beschreibungen der Farben und Emotionen die in Maries Bildern steckten, sodass ich sie fast vor mir sehen konnte. Die Autorin weiß auch wie man beim Leser die Lust aufs reisen erweckt. Ich hätte große Lust, Maries Manarola einmal zu entdecken. Im Ernst, googelt den Ort mal, es sieht einfach nur fantastisch aus.

Und einmal konnte mich die Autorin richtig überraschen, mit einer Sache hatte ich gar nicht gerechnet.

Obwohl sich das Buch quasi nur um die Liebe dreht, ist es in meinen Augen doch kein Liebesroman im klassischen Sinne. Es geht um Selbstfindung und über die vielen Gesichter der Liebe, und es geht um eine Frau die lernen muss, dass Mütter auch nur Menschen mit Sehnsüchten und Träumen sind.

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Tags: bilder, gemälde, malerei, schwächen, . selbstfindung, trauer   (6)
 

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Mord nach Strich und Faden

Frances Brody
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.05.2018
ISBN 9783404176861
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Für eine Freundin und ehemalige Kollegin aus Kriegstagen soll Kate Shackleton dessen Vater wiederfinden. Nach einem ominösen Zwischenfall verschwand dieser nämlich spurlos. Da die Freundin demnächst gedenkt zu heiraten, wünscht sich diese nichts mehr, als vom eigenen Vater zum Altar geführt und von ihm an ihren Bräutigam übergeben zu werden. Kate versucht ihr Bestes, aber die Dorfbewohner wollen nicht so richtig mit der Sprache herausrücken. Welches Geheimnis steckt hinter dem Verschwinden des Vaters?

Kate Shackleton hätte sich bestimmt blendend mit Miss Marple verstanden.
Dieser Krimi gefiel mir so gut, weil er ganz ohne großes Blut vergießen auskommt. Es ist einer von diesen gemütlichen Krimis, bei denen es einfach nur Spaß macht, bei den Ermittlungen "zuzuschauen".

Zum größten Teil wird aus Kates Sicht in der Ich-Form erzählt. Ab und zu aber gibt es gewisse Episoden aus der Perspektive anderer Figuren, was die Spannung ungemein steigerte, denn jedesmal, wenn das geschah gab es einen neuen Verdächtigen.

Ähnlich wie bei Miss Marple sind einfach alle verdächtig mehr zu wissen, als sie zugeben wollen. Wie gut das Kate Shackleton immer genau weiß, welche Fragen sie stellen muss, um an Antworten zu kommen. Bei ihren Verhören "sieht" der Leser auch Kates Gedanken, und die sind nicht immer so unschuldig wie die Worte, die sie stattdessen sagt. Vor sich selbst gibt sie gerne ihre Fehler zu, vor anderen eher weniger. Der Leser erfährt nie mehr als Kate gerade weiß, er kann also mit raten und selbst versuchen hinter des Rätsels Lösung zu kommen.

Die Geschichte spielt in den Zwanzigern, in und um Leeds, kurz nach dem Krieg. Hier fand ich die Einstreuung mancher Details, wie kurze Augenblicke der Erinnerung all der Kriegsgräuel, oder die Sehnsucht nach so manchem gefallenen oder vermissten Soldaten, sehr authentisch.
Auch Einzelheiten, wie zum Beispiel Kates übrige Verpflichtungen in der Gesellschaft, oder auch die übervorsorgliche Mutter, die an Kates Privatleben immer zuviel Anteil nimmt, wurden hier glänzend in die Rahmenhandlung eingefügt. Alle diese Dinge in Kates Leben machen das Buch bunt und lebendig.

Ich kann das Buch allen ans Herz legen die eine Schwäche für ruhigere Krimis haben. Sie sind den Krimis von Ann Granger sehr ähnlich, wie ich finde. Ich jedenfalls möchte wissen wie es mit Kate weitergeht. Da dieser Krimi der Beginn einer neuen Reihe ist, wird sie bestimmt noch über die ein oder andere Leiche stolpern.

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77 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

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Spiegelherz

Janine Wilk
Flexibler Einband
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 24.04.2018
ISBN 9783522505628
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Anna zieht mit ihrer Familie in den Harz, genauer gesagt ins Kuhnest Schierke, wo nie etwas passiert, direkt am Blocksberg gelegen.
Kaum dort angekommen, passieren Anna laufend merkwürdige Dinge. Als ihr dann auch noch der verdammt gut aussehende David über den Weg läuft, muss sich Anna wirklich langsam ernsthaft Sorgen um ihren Verstand machen.
Eine Hexe soll sie sein, und nur David und sie können die Welt retten. Wenn David doch nur nicht so ein Kotzbrocken wäre...

Die Autorin war mir bisher völlig unbekannt. Schade eigentlich, denn da habe ich augenscheinlich einiges verpasst...

Gut gefiel mir dass die Geschichte von Anna selbst in der Ich-Form erzählt wird. So weiß der Leser zwar immer nur so viel, wie Anna gerade herausgefunden hat, er ist Anna aber auch dadurch viel näher. Alle ihre Gefühle, ihre Ängste und ihre Unsicherheit, aber auch ihren Ärger und ihre Wut denen sie regelmäßig freien Lauf lässt, bekommt der Leser auf diese Weise aus erster Hand mit.
Dabei zeigt Anna einen feinen Sinn für Humor der sie mir gleich sympathischer machte.

Alle Figuren sind toll herausgearbeitet. In Annas Schwester zum Beispiel werden sich bestimmt viele junge Leserinnen wiederfinden, die hat nämlich so einen tollen Hang zum bocken, tratschen und ist auch grenzenlos neugierig. Richtig süß fand ich sie. Oder auch Annas Mutter, eine Deutschlehrerin die beim kochen immer alles anbrennen lässt, weil sie immer ihre Nase in einem Buch stecken hat. Es gibt viele tolle Figuren kennen zu lernen.

Auch wenn die Idee nicht neu ist, eine normal aufgewachsene Jugendliche in eine magische Welt plumpsen zu lassen, die dann auch noch über gewisse - bisher verborgene - Fähigkeiten verfügt, überzeugt der Roman trotzdem auf ganzer Linie.
Der Schauplatz trägt viel zur Spannung bei finde ich. Hier wurden alte Sagen - auch Goethes "Faust" bekommt hier eine Rolle - mit modernen Komponenten vermischt, dazu kommen noch die dunklen, gruseligen Wälder des Harzes. Mittendrin dann Anna und der süße Teenie-Schwarm David, die Romantik kommt also auch nicht zu kurz. Dazu hat die Autorin einen absolut fesselnden Schreibstil, dass die Seiten nur so flutschen beim lesen. Die Kombination aus allem macht es einfach. Beide Daumen hoch!

Empfehlen würde ich das Buch allen ab 12, wobei ich glaube, dass das Buch besonders die jungen Mädchen mögen werden, einfach weil der romantische Teil eine wichtige Rolle einnimmt.

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Tags: blocksberg, gut gegen böse, hexen   (3)
 

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67 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

berlin, freundschaft, kleidung, lebenstraum, liebe, liebesgeschichten, märchen, mode, modeatelier, nähen, roman, schneiderin, selbstverwirklichung, traum, vintage

Das Leben ist ein Seidenkleid

Tanja Wekwerth
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.03.2018
ISBN 9783959671637
Genre: Romane

Rezension:

Maja träumt lange schon davon in einer Boutique ihre eigene, selbst kreierte Mode an die Frau zu bringen und dadurch die Welt ein klein wenig besser zu machen. Denn sie glaubt fest daran, dass das richtige Kleidungstück seinem Träger Glück bringt und dessen Leben positiv verändern kann.

Allerdings steht es mit ihrem Selbstvertrauen nicht zum besten und sie macht sich selbst immer kleiner als sie ist. Bis sie den Rentner Leo kennen lernt. Der erkennt nicht nur Majas gute Seele, sondern auch ihr besonderes Talent, aus einen Haufen Stoff etwas wunderschönes zu schaffen.

Und dann hat Leo ja noch einen netten Enkel...


Es ist schon lange her, dass ich so etwas kitschiges gelesen habe. Dabei fing alles so schön an.

Der Leser lernt Maja kennen und ihre Liebe zur Mode. Die Autorin weiß, wie man mit Worten zaubern kann. Sie beschreibt ein Kleidungsstück so himmlisch schön, dass man es quasi auf einer duftenden rosafarbenen Wolke vor sich schweben sieht. In jeder kleinsten Kleinigkeit kann man es vor seinem inneren Auge sehen und man möchte nur noch seufzen vor lauter Verzückung. Das meine ich wirklich ernst, die Autorin kann echt gut mit Worten spielen.

Aber dann lernt man Maja noch ein kleines bisschen besser kennen. Ich habe noch nie mit einer Figur zu tun gehabt, die so liebenswert und so verdammt selbstlos ist, dass es fast schon lächerlich scheint. Immerzu möchte Maja helfen und immerzu möchte Maja weinen, wenn sie etwas schönes sieht, und tut es dann auch. Maja ist so sanft wie eine Feder die langsam zu Boden schwebt. Nichts traut sie sich zu, niemals lässt sie ein böses Wort fallen. Maja kann man einfach nur lieben, denn selbst ihre Stimme ist so weich, dass sie nur noch flüstert, wenn sie etwas unglaublich findet. 

Ja, ich übertreibe jetzt ein wenig, aber so habe ich ihr ganzes Wesen in Erinnerung behalten. Sie ging mir, je mehr ich über sie las, einfach nur noch auf die Nerven.

Die einzigen Lichtblicke bei ihr sind für mich die Szenen im Kaufhaus. Sie arbeitet dort und muss sich jeden Tag mit seelenloser Kleidung und ihrer gemeinen Chefin herum schlagen. Die Chefin ist ebenfalls total stereotyp, aber wenigstens hat Maja bei der immer total freche und sarkastische Antworten parat. Leider spricht sie diese Antworten nie aus - natürlich nicht, denn Maja ist niemals frech - aber wenigstens hat man da nicht mehr das Gefühl, dass Maja perfekt ist, sondern ein normales menschliches Wesen, dass auch Abneigungen gegen andere Menschen entwickeln kann.

Überhaupt, die anderen Figuren: Die sind entweder total nett und voll verständnisvoll und so, oder sie sind böse und gemein. Dazwischen gibt es nichts. Leider macht das auch die Handlung total vorhersehbar.

Das Buch ist perfekt, wenn man Lust auf eine bonbonfarbene heile Welt hat. Das Buch ist auch perfekt, wenn man gerade ein besonders kitschiges Happy End braucht, weil die Woche ziemlich bescheiden war. Ansonsten kann ich das Buch leider nicht empfehlen, wenn man keinen Zuckerschock erleiden möchte.


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Tags: kitschig, märchen, nähen   (3)
 

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Das Herz der Kriegerin

Marina Fiorato , Nina Bader
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.02.2018
ISBN 9783734104183
Genre: Historische Romane

Rezension:

Kit Kavanagh müsste eigentlich überglücklich sein. Sie ist jung, Erbin des "Kavanagh's" - das ist die Schänke ihrer Tante Maura - und gerade erst mit ihrem Richard verheiratet. Doch, glücklich ist sie schon. Nur irgendwie scheint ihr Leben jetzt schon fertig geschrieben zu sein. Was wird sie an Richards Seite erwarten? Arbeiten, Kinder kriegen, Richard umsorgen und dann noch mehr Arbeit. Und gerade als Kit versucht sich an diesen Gedanken zu gewöhnen, macht eine Kompanie von Dragonern bei ihr in der Schänke Halt. Einmal nicht hingesehen, schon ist Richard verschwunden. Er wurde zwangsrekrutiert und Kit beschließt ihn zurück zuholen.
Als Christian Walsh verkleidet, lässt sie sich anwerben und schon am nächsten Tag befindet sie sich auf einem Schiff mit unbekanntem Ziel.

Kit Kavanagh hat wirklich existiert, sie war unter vielen Namen bekannt. Die Autorin gibt zwar bereitwillig zu, dass sie Kits Geschichte ein wenig ausgeschmückt hat, aber auch ohne diese Ausschmückungen ist Kits Leben mehr als nur filmreif gewesen.

Gut an diesem Roman fand ich, das Kits Geschichte die ganze Zeit über unvorhersehbar bleibt. Da sie sich immer im Krieg befindet, bleibt sie auch nie lange am gleichen Ort. Ständig gibt es neue Irrungen und Wendungen. Die Angst, dass ihre wahre Identität entdeckt wird, sitzt ihr ständig im Nacken.
Kit muss öfter in eine andere Rolle schlüpfen, dient dann verschiedenen Herrn. Dabei vergisst sie aber nie ihre Prinzipien und bleibt sich selbst immer treu.
Sie ist wahnsinnig erfindungsreich, kann sich aus schwierigen Situationen retten und weiß auch ganz genau wann es besser ist, die Klappe zu halten.
Die Figur Kit Kavanagh ist einfach nur faszinierend. Für eine Frau aus ihrer Zeit hat sie wahnsinnig viel erreicht, sie ist mutig, loyal und unbestechlich.

Der einzige Minuspunkt war für mich die etwas längere Einleitung. Es geht zwar relativ schnell los mit Kits Abenteuer, als Frau erlebt der Leser sie nicht sehr lange, aber Kits Eingewöhnung als Junge zieht sich was in die Länge. Um ihre Rolle perfekt zu machen interagiert sie anfangs überhaupt nicht mit ihren Leuten. Es wird seitenlang nur beobachtet wie Männer sich verhalten wenn keine Dame anwesend ist. Dabei werden ihre Gefühle und Gedanken beschrieben, manchmal bis ins kleinste Detail. Sie lernt dabei zu fluchen und zu spucken wie ein Kesselflicker. Und fast ein ganzes Kapitel wird der Beschaffung eines speziellen Teils gewidmet der zur natürlich Ausstattung eines Mannes gehört. Kit überlässt da nichts dem Zufall, aber soo genau wollte ich das eigentlich auch nicht wissen.
Wenn aber diese Seiten, die ja doch irgendwie dazu gehören, geschafft sind, ist das Buch nur noch ein wahrer Pageturner. Innerhalb weniger Tage war ich durch mit dem Buch, denn ich wollte es einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Schön fand ich ebenfalls wie anschaulich das Soldatenleben beschrieben wurde. Ständig muss man als Leser Angst um Kits Leben haben. Kit wird eine Menge Feinde haben. Und auch in ihren eigenen Reihen meint es nicht jeder gut mit ihr. Alle anderen Figuren sind ebenfalls fein herausgearbeitet und so wie ich es bereits von Marina Fiorato kenne, sind ihre Charaktere niemals nur gut oder nur böse. Nicht immer weiß man also gleich, ob Freund oder Feind.

Für mich war dieser neue Roman von Marina Fiorato mal wieder ein volles Vergnügen.

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Die erstaunliche Familie Telemachus

Daryl Gregory , Tobias Schnettler
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Eichborn , 23.02.2018
ISBN 9783847906384
Genre: Romane

Rezension:

Matty wusste schon immer, dass seine Familie etwas ganz besonderes ist. Wie genau besonders kann er aber nur raten, denn niemand will so richtig mit der Sprache rausrücken. Aus allem wird ein Geheimnis gemacht.

Nach einer äußerst peinlichen Situation, geschieht mit Matty etwas sonderbares, und schneller als gedacht erfährt er was es heißt Teil der "unglaublichen Familie Telemachus" zu sein.


Die Familie Telemachus: Das sind die allein erziehende und mit Geldsorgen geplagte Irene mit ihrem pubertierenden Sohn Matty. Irenes Brüder Frankie und Buddy. Der eine ist immer überschuldet, der andere scheint auf einen anderen Planeten zu leben. Und natürlich Teddy, er ist der Vater und das Familienoberhaupt.

Aus der Perspektive dieser fünf Hauptakteure wird abwechselnd in zwei Zeitebenen erzählt. Auch wenn das eine Menge Sichtweisen sind, konnte ich doch jeden Augenblick der Handlung folgen.

Die Handlung selbst war für mich etwas besonderes. Zu Anfang war es so, als würden gleichzeitig fünf verschiedene Romane erzählt werden. Jede Figur schien ihr eigenes Ding zu drehen. Die Familienmitglieder leben fast alle unter dem gleichen Dach, untereinander gab es aber nicht so viele Interaktionen. Dadurch schien es auch fast so, als ob die Handlung nur so vor sich hin plätschert. Einen roten Faden konnte ich lange nicht entdecken und ich fing schon an mich zu fragen, wo das alles hinführen soll.

Aber nicht eine Sekunde lang habe ich mich dabei gelangweilt. Im Gegenteil, durch diesen Erzählstil gewann die Handlung praktisch im vorbeigehen an Dichte und Spannung. Aus fünf verschiedenen Strängen entwickelte sich nach und nach ein einziger. Ein Strang, der unaufhaltsam auf das große Unbekannte, das drohende ZAP zusteuert.

Die Figuren aber waren das Highlight überhaupt. Ich hatte als Leser schon lange nicht mehr das Vergnügen auf so komplexe Figuren zu treffen. Sie sind alles, was man sich als Leser nur wünschen kann. Ihr Handeln blieb immer unvorhersehbar, sie waren teilweise sogar richtig rätselhaft, aber alle sind sie voller Macken, und nicht jeden von ihnen möchte man mögen.

Besonders Teddy hatte es mir angetan. Gerade bei ihm war ich mir lange Zeit unsicher ob er jetzt unglaublich, oder einfach nur total durchgeknallt ist. Und ob sein Talent ein Talent oder nur eine Masche ist. Aber egal wen er gerade austrickste, er blieb dabei stehts ein perfekter Gentlemen.


Dieses Buch ist definitiv das was man "etwas anderes" nennt. Es ist von allem etwas: Ein wenig fiktiv, humorvoll, es hat Drama und ein bisschen Krimi,... aber vor allem ist es unglaublich.

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Tags: schräg, schräge familie, übersinnlich   (3)
 

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137 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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Der Wahnsinn, den man Liebe nennt

Clara Römer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.05.2016
ISBN 9783453358799
Genre: Liebesromane

Rezension:

Susa könnte glücklicher nicht sein. Seit 10 Jahren ist sie mit ihrer großen Liebe Wolf verheiratet und gerade ist sie mit ihm zusammen in eine schicke neue Wohnung gezogen. Dann aber muss sie durch einen dummen Zufall herausfinden, dass Wolf sie nicht nur jahrelang hintergangen hat, nein, er führte regelrecht ein Doppelleben.
Nur wenige Minuten von ihrer gemeinsamen Wohnung entfernt unterhält Wolf eine zweite Frau. Mit ihr hat er sogar ein Kind.
Schockiert flüchtet Susa zu ihrer Mutter und muss leider feststellen, dass Wolf nicht der einzige ist, der untreu war.

Dieser Roman ist anders als die Bücher, die ich aus diesem Genre kenne. Er ist nicht so bunt, nicht so "zuckrig süß" wie die meisten Liebesromane. Er ist etwas ernster und auch realistischer was ich ganz erfrischend fand. 
Susas Geschichte hat mich jedenfalls von Anfang an berührt und sie ließ mich auch nicht mehr los...
Susa muss wahnsinnig viel aushalten. Ihre Welt, so wie sie sie kennt, gerät von einem Moment zum anderen völlig aus den Fugen.
Und nicht nur das! Plötzlich scheinen alle um sie herum ihre Partner zu betrügen.
Das war ein Punkt der mich ein wenig störte. Susa ist auf einmal von Lügnern umzingelt und das war für mich fast zuviel des Guten.
Das alleine wäre aber nicht so schlimm gewesen wenn nicht auch noch in Susas Freundeskreis so viel los gewesen wäre. 
Ich möchte hier nicht zuviel verraten, nur das alles zusammen genommen: Susas Eheprobleme + die anderen Betrügereien + die Probleme aus Susas Freundeskreis doch schon sehr viel Stoff waren für knapp 320 Seiten Buch. So kamen für mich einige Themen zu kurz, langweilig wurde es aber auch nie.
Wolf ist einer den man als Leser nur verachten kann. Und jedes mal, wenn man sich fragt wie Susa sich nur in Wolf, diesen Unhold verlieben konnte, streut die Autorin Rückblenden ein. Durch diese kleinen Ausflüge in die Vergangenheit erscheint Wolf so manches mal in einem anderen Licht und man kann Susa viel besser verstehen.
Aber auch ihre Entwicklung lässt sich dadurch leichter nach verfolgen. Wo sie Anfangs noch sehr unsicher und ängstlich rüberkommt, scheint sie am Ende als starke Frau aus der Sache hinaus zu gehen. Es war toll, Susa dabei begleiten zu können.
Sehr gelungen fand ich auch dass es sich Susa nicht so einfach macht mit dem "Schlussstrich ziehen". Das spürt Wolf natürlich sofort und versucht wieder sein Glück bei ihr. Und gerne möchte man wie Susa dran glauben, dass er es diesmal ehrlich meint. Immerhin waren sie doch so lange zusammen und wer weiß, Wolf weiß vielleicht jetzt erst was er aufs Spiel gesetzt hat.
Mir hat die Geschichte im großen und ganzen gut gefallen. 
In Susa findet der Leser eine sympatische junge Frau die über sich selbst hinaus wächst. Und auch wenn die Romantik ein kleines bisschen zu kurz kommt, wird hier der Fokus auf andere Themen gelegt wie zum Beispiel Freundschaft, Familie und das die Gerechtigkeit am Ende immer siegt.

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Tags: betrug, fremd gehen, liebe   (3)
 

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539 Bibliotheken, 19 Leser, 1 Gruppe, 127 Rezensionen

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One of Us Is Lying

Karen M. McManus , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbj, 26.02.2018
ISBN 9783570165126
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Fünf Schüler werden zum Nachsitzen verdonnert. Einer von ihnen wird diesen Nachmittag nicht überleben. 
Er wurde vergiftet und es wird schnell klar, dass es nur einer der vier anderen Schüler gewesen sein konnte. 
Zu verbergen haben sie alle etwas, und auch wenig Interesse daran, dass ihre Geheimnisse ans Tageslicht geraten. 
Also, wer von ihnen lügt?

Von diesem Buch bin ich wirklich schwer begeistert. Das hat mehrere Gründe...

- Es wird abwechselnd aus der Sicht der vier Tatverdächtigen in der Ich-Form erzählt. An diesen Stil musste ich mich erst einmal gewöhnen, denn die Perspektive wechselt recht häufig und so hatte ich Schwierigkeiten mich mit den Protagonisten anzufreunden. Kaum hatte ich Zeit mit ihnen warm zu werden, zack, befand ich mich wieder in einer anderen Figur.
Aber, das war nur am Anfang so. Zwei, drei Kapitel später brauchte ich schon gar nicht mehr nach dem Namen zu sehen, denn jede Figur hat seine Eigenheiten und es war immer gleich klar, in wessen Gedanken ich gerade steckte.
Und das ist auch eine der Besonderheiten an diesem Buch: Obwohl der Leser in den Gedanken der vier Tatverdächtigen drinsteckt, und alle Gefühle und Träume und Wünsche mitbekommt, kann man doch nicht herausfinden welcher von ihnen nun der Mörder ist. 

- Bei den Beschreibungen der vier Tatverdächtigen am Anfang musste ich erstmal die Augen verdrehen weil sie wirklich jedes Klischee erfüllten. Wir haben die Streberin, den Sportler, die Oberzicke und den Bad Boy. Dabei bleibt es aber nicht lange. Durch den Mordfall erfahren die Vier Ausgrenzung, sie werden in die Ecke gedrängt oder völlig links liegen gelassen. Sie erfahren ob ihre Freunde zu ihnen halten oder wie die Eltern damit umgehen und jeder der Vier, geht anders mit der Situation um. 
Die Figuren entwickeln sich weiter, sie gewinnen an Tiefe und man kann nur noch mit ihnen mitfiebern. 
Das Buch lebt also nicht nur vom Mordfall und seiner Aufklärung, sondern auch von den Beziehungen und Aktionen zwischen den Protagonisten, die für mich genauso spannend zu lesen waren wie die Auflösung selbst.

- Und dann natürlich der Mordfall an sich. Auch wenn ich ab der Hälfte ungefähr eine Ahnung hatte, eine Ahnung wohlgemerkt, wer denn nun der Mörder sein könnte, wurde ich am Ende doch völlig überrascht. Die Autorin hat das ganze wirklich sehr clever und logisch aufgedröselt und mit der Auflösung war ich zumindest, völlig zufrieden. 

Für mich war das ein Buch, dass mich von vorne bis hinten überzeugt hat. Ich wüsste nicht was man hier besser hätte machen können. Von mir gibt es eine klare Lese-Empfehlung und ich hoffe, die Autorin schreibt noch so einiges in der Art.

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400 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 125 Rezensionen

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Game of Hearts

Geneva Lee , Charlotte Seydel
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.12.2017
ISBN 9783734104831
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

"Game of Hearts" ist der erste Band der neuen New-Adult-Reihe von Geneva Lee.
Darin geht es um Emma Southerly die versucht das beste aus ihrem Leben zu machen. Auch wenn sie auf die renommierte Belle-Mére-Highschool gehen darf, eine Schule für die Schönen und Reichen der Stadt, ist Emma dennoch nicht privilegiert. Jeden Tag muss sie schauen dass das Geld zu Hause reicht und ihr Vater nicht schon wieder alles auf den Kopp haut.
Die Sommerferien waren eigentlich schon verplant. Die eine Hälfte wollte sie in dem Laden ihres Vaters arbeiten, die andere Hälfte bei ihrer Mutter verbringen.
Doch dann wird auf einer Party jemand umgebracht, und nichts ist mehr so wie es sein sollte.

Mir ist bewusst dass dies der erste Teil einer Trilogie ist und somit ja auch erst der Auftakt. Und bestimmt möchte die Autorin die Spannung auch erst nur langsam steigern. Aber mir fehlte da definitiv was...
Vor allem bei der Handlung störten mich gewisse Punkte.
- Emma und Jameson kommen zu schnell zusammen. Jedenfalls nach meinem Geschmack. Es wird noch extra betont dass Emma stolz darauf ist dass sie nicht (mehr) so leicht zu kriegen ist. Da fand ich dann dass Jameson nicht besonders viel Überredungskunst braucht um Emma an sich zu binden. Ich mag es wenn es ein "hin und her" gibt, ein bisschen Leidenschaft, ein wenig Drama. Davon war hier leider nicht so viel zu spüren. Vielleicht aber kommt das noch...
- Ich hatte mich so gefreut dass es auch einen Kriminalfall zu lösen gibt. Aber anders als im Rückentext angekündigt spielt der, zumindest im ersten Teil, kaum eine Rolle. Der Mordfall rückt einfach immer mehr in den Hintergrund und wird fast vergessen. Ich hoffe sehr dass sich das noch ändert, der Cliffhanger am Ende deutet das jedenfalls an.
- Der Punkt der mich am allermeisten störte war das Alter der Protagonisten. Die sind erst siebzehn, benehmen sich aber als hätten die in Liebesdingen eine enorme Erfahrung. Wie groß kann die Erfahrung eines Siebzehnjährigen schon sein?

Der Stil der Autorin ist angenehm einfach gehalten. Das meine ich positiv, denn man kann ab der ersten Seite an abschalten und das Kopfkino einschalten.
Es wird immerzu aus Emmas Sicht erzählt. Sie ist ganz cool weil sie schon so selbstständig ist, einen starken Charakter hat. Sie weiß was sie will und sie weiß wo sie steht.
"Game of Hearts" ist auch wieder so ein bisschen Aschenputtel trifft Bad Boy. Und dieser Bad Boy hat natürlich auch einen total weichen Kern. Diese Art Geschichte ist zwar nichts neues, aber wenn es gut geschrieben ist, ganz unterhaltsam.
Ich hoffe jedoch dass die Autorin in diesem Fall noch eine gehörige Schippe drauflegt. Es wäre auch nicht schlecht wenn der Schauplatz, Las Vegas, ein wenig mehr zur Geltung käme. Bis jetzt spielte das Setting keine allzu große Rolle was ich Schade finden würde wenn es so bliebe.
Bis jetzt ein ganz ordentlicher Auftakt mit einer äußerst sympatischen Protagonistin in altbekannter Aschenputtel-Manier.

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Tags: aschenputtel, bad boy   (2)
 

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182 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

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Wir sehen uns beim Happy End

Charlotte Lucas
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783785725993
Genre: Liebesromane

Rezension:

Emilia Faust ist regelrecht harmoniesüchtig. Wenn ein Film oder Buch schlecht endet fühlt sie sich sehr unwohl. 
Aus diesem Grund betreibt sie ihren Blog "Better Endings" worin sie diese Enden in Happy Ends umschreibt. Und das recht erfolgreich, denn ihr Blog ist ziemlich beliebt. Warum sollen fiktive Geschichten auch ein schlechtes Ende haben und die Leser/Zuschauer in Traurigkeit stürzen? 
Ellas Lebensmotto lautet: "Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es auch nicht das Ende."
In ihrem Blog schreibt sie aber auch über sich selbst und ihre Hochzeitsvorbereitungen. Der große Tag rückt immer näher und ihre Follower hibbeln gerne mit ihr. 
Doch dann passiert das unfassbare: Ellas Verlobter hatte was mit einer anderen. Und Ella muss nach diesem Schock ganz schnell raus an die frische Luft... und das Abenteuer beginnt.

Dies war mein erstes Buch der Autorin und ich bin ganz hingerissen.
Es ist nicht eine von diesen typischen Liebesgeschichten wo man schon am Anfang weiß wie sie endet.
Dieses Gefühl fängt schon bei den Figuren an. Besonders Ella, um die es ja hauptsächlich geht, verbirgt so einiges. 
Sie ist ein sehr interessanter Charakter mit einem coolen Hobby, nämlich das umschreiben von Geschichten.
Durch wirklich dramatische Umstände landet sie irgendwann bei Oskar, einem traumatisierten Mann ohne Vergangenheit. Dem versucht sie eine hübsche Vergangenheit zurecht zu basteln. Da sieht sie sich als gute Fee, denn wenn sie eines kann, dann ja wohl Geschichten ausdenken. Und es macht ja auch keinen großen Unterschied ob sie jetzt fiktive Geschichten umschreibt oder das Leben einer bedauernswerten Person schöner gestaltet, oder? Hauptsache zum Schluss gibt es ein Happy End.
Das sie dann so herrlich über das Ziel hinausschießt war für mich nur das Salz in der Suppe.
Was ich so erfrischend fand an diesem Buch war, dass beide Protagonisten irgendwo einen Knacks haben. 
Ella kommt manchmal etwas zu naiv rüber, zu hilflos. Das war aber okay, das gehörte irgenwie dazu. Genauso wie Oskar immer etwas herrschsüchtig auftritt. Beide Figuren verändern sich im Laufe der Zeit.
Und die kleine Liebesgeschichte die hier gesponnen wird, rückt zuerst einmal in den Hintergrund. Das war gut, die hätte nur im Weg gestanden.
Zwischendurch gibt es immer mal Texte aus Ellas Blog zu lesen, einige Kommentare von Usern gibt es außerdem. Leider bekommt der Leser kein einziges von Ellas "Happy Ends" zu lesen. Bis auf eines, da musste ich wirklich weinen.
Ein paar klitzekleine Längen gibt es leider auch. Und zwar, Oskar umschrieb es so schön, immer dann wenn bei Ella jemand "die Lampen ausknipste". Dann dachte sie seitenlang über irgendwelche Dinge nach, und die waren mir manchmal zu lang.
Richtig gut fand ich die Dialoge. Besonders die zwischen Ella und Oskar, da war von bierernst bis urkomisch alles vertreten. Aber auch die Szenen mit dem Ex-Verlobten waren toll weil der gemerkt hat, was für ein Idiot er doch war. 
In diesem Roman ist jedenfalls eine Menge los. Es gibt Drama, Ella muss etwas detektivisches Geschick zeigen, es gibt ein fettes Geheimnis (eines dass mich persönlich umgehauen hatte) und natürlich auch eine süße Liebesgeschichte. Aber, wird es auch eines von Ellas Happy Ends geben?

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310 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 86 Rezensionen

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Der kleine Teeladen zum Glück

Manuela Inusa
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.10.2017
ISBN 9783734105005
Genre: Romane

Rezension:

Laurie lebt ihren Traum. Sie hat mit ihrem kleinen Teeladen in der legendären Valerie Lane, ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Ihr Leben könnte allerdings in Sachen Liebe einen kleinen Schubser in die richtige Richtung vertragen. 
Jeden Dienstag wartet sie sehnsüchtig auf Barry, ihren Teeliferanten. Doch auch von seiner Seite aus scheint nichts zu kommen.
Bis Orchid, Lauries gut aussehende Freundin, um die Ecke kommt.

Auf diesen Roman hatte ich mich wirklich wochenlang gefreut. 
Leider folgte nach den ersten Kapiteln schon die Ernüchterung, denn das Buch ist total langweilig. Und mir tut das wegen der Autorin so leid, weil die doch immer so nett mit ihren Fans ist. Und diese "Nettigkeit" färbt leider total auf das Buch ab, irgendwie...

Alle sind sie total nett in diesem Buch. Angefangen mit den Frauen aus der Valerie Lane. Sie sind zu fünft und jede von ihnen hat einen Laden. Und alle sind sich einig dass sie in Valeries Fußstapfen treten wollen, der Namensgeberin der kleinen Straße. 
Das bedeutet dass jeder, der Probleme hat, in der Valerie Lane ein offenes Ohr finden soll. Niemand darf sich alleine fühlen und niemand darf abgewiesen werden. 
So kommen die Frauen ständig zusammen und benehmen sich so harmoniesüchtig dass es fast lächerlich wirkt. Die Dialoge untereinander kamen mir immer so gekünstelt rüber. So gestelzt und unecht.
Die Handlung plätschert bis zur Hälfte nur so dahin. Die Figuren und Läden werden zwar alle vorgestellt, aber so dauert es auch bis überhaupt mal was interessantes passiert. Bis dahin: Laurie verpackt Tee, Laurie dekoriert um, Laurie geht zum Flohmarkt, Laurie mischt eine neue Teemischung,...

Leider konnte mich auch die Liebesgeschichte zwischen Laurie und Barry nicht überzeugen. Es ist von Anfang an klar dass die beiden aufeinander stehen. Und deswegen ist auch von Anfang an die Spannung raus. Denn es stellt sich nur die Frage WANN die Beiden sich bekommen, und nicht OB und WIE. Schade eigentlich. Ein wenig Feuer hätte da nicht geschadet. Hier fehlen eindeutig ein paar saftige Konflikte. Der einzige kleine Streit im Buch löst sich quasi von alleine, und das nur ein paar Seiten später. Keiner musste für die Liebe kämpfen, nie fliegen die Fetzen. Kein hoffen und bangen für den Leser.

Was mir allerdings wirklich gut gefiel war die bildhaft beschriebene Valerie Lane. So einen Teeladen würde ich mir in unserem Ort wünschen, da wäre ich Dauergast. Die Autorin hat es außerdem geschafft dass ich die ganze Zeit Lust auf Tee hatte beim lesen. Gar nicht auszudenken wie schlimm das wird wenn die "Chocolaterie der Träume" dran ist. Tee hat wenigstens keine Kalorien.
Auch der Stil ist angenehm, die Seiten lesen sich weg wie nix.
Ich hoffe nun dass nur der erste Band der Reihe so ist wie er ist. Vielleicht liegt es ja daran dass mal alle vorgestellt werden mussten und das deswegen vielleicht der Plot drunter gelitten hat? 
Keine Ahnung, ich hoffe es für die Autorin. Denn ich weiß dass sie es besser kann.

Fazit: Ein Roman ohne Handlung, aber wenigstens haben sich alle lieb.

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76 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Die Melodie meines Lebens

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 12.09.2017
ISBN 9783455600520
Genre: Romane

Rezension:

Alain kann es nicht fassen. Der Brief von der Plattenfirma kommt 33 Jahre zu spät. Damals war er noch Mitglied bei den Hologrammes und nichts hätte er sich mehr gewünscht als eine Chance auf einen Plattenvertrag.
Jetzt wird ihm bewusst was er alles hätte haben können, wenn die französische Post nur nicht so geschlampt hätte.
Und bevor er in Depressionen verfällt und damit er sich nicht alleine über diesen Brief ärgern muss, macht er sich auf die Suche nach den restlichen Mitgliedern der Band.

Also, erwartet habe ich etwas ganz anderes...
Die Beschreibung des Buches liest sich so, als würde der Leser an Alains Erinnerungen, in diesem Fall den Achtzigern, teilhaben.
Ich habe mit Alains Erlebnissen aus der Vergangenheit gerechnet, als er noch in der Band war. Bekommen habe ich etwas ganz anderes, was ja nicht schlecht sein muss. Der Autor kann ja schließlich nichts dafür wenn der Verlag die Beschreibung so verhunzt.
Ein wenig überrascht war ich, als ich feststellte dass fast jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Person geschrieben wurde. Jede Figur, die irgendwann eine Rolle bekommt, selbst wenn es nur eine ganz kleine ist, bekommt ein eigenes Kapitel. Das machte die Charaktere für mich sehr unnahbar, da man nie lange genug mit ihnen zu tun bekommt. Und wirklich gemocht habe ich keinen einzigen von ihnen. Eine richtige Hauptfigur gibt es auch nicht. Selbst Alains Existenz war nur dazu da, damit der Autor um ihn herum die Geschichte aufbauen konnte.
Lange kam mir die Story wie ein undurchdringliches Knäuel aus Ereignissen und Figuren vor, ohne oben oder unten und ziemlich willkürlich aufgebaut. Aber genau das hat mir so gut gefallen an dem Roman. Ich wollte herausfinden was das eine mit dem anderen zu tun hatte. Auf diese Fragen bekam ich nicht immer eine zufrieden stellende Antwort, und besonders eine Person bleibt mir nach wie vor ein Rätsel. 
Der Stil des Autors hat mir wirklich sehr gut gefallen. Er schreibt humorvoll und melancholisch zugleich. Manchmal übertreibt er bei der ein oder anderen Szene, was leicht unglaubwürdig wirken kann, im nachhinein empfinde ich diese Szenen aber als genau richtig. Na ja, die meisten zumindest. 
Und sein Stil ist sehr französisch. Ich kann das nicht genau erklären, aber dieses Gefühl fürs Verrückte, ohne gleich verrückt zu klingen, kriegen einfach nur die Franzosen hin.
Und dann ist da ja noch die Frage von der der Roman lebt: "Was wäre gewesen wenn..."
Was wäre gewesen wenn Alain den Brief rechtzeitig bekommen hätte? Wäre alles besser verlaufen? Oder vielleicht sogar schlechter? 
Und kann er jemals aufhören darüber nachzudenken was alles hätte sein können?

Perfekt ist dieses Buch für mich nicht. Und obwohl ich eigentlich etwas völlig anderes lesen wollte, kommt mir die Lektüre nicht wie eine Zeitverschwendung vor. Im Gegenteil. Das Buch drängt dazu, über das Gelesene nachzudenken.

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Nalia, Tochter der Elemente - Der Jadedolch

Heather Demetrios , Gabriele Burkhardt
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423717472
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nalia lebt seit drei Jahren unfreiwillig bei dem mächtigen und grausamen Geschäftsmann Malek. Sie ist seine Sklavin und solange er seinen dritten Wunsch nicht geäußert hat, muss sie bei ihm bleiben und alles tun was er sagt.
Eines Tages dann taucht Raif, ein freier Dschinn, auf und bedroht sie.

Achtung! Diese Rezension enthält Spoiler!

Zuerst war ich begeistert von dem Buch, die Leseprobe war wirklich gut: Eine Dschinn die eine Menge Tricks auf Lager hat, eine große Klappe hat und sich nichts von ihrem Meister sagen lässt. Und das ganze wird mit dem Glamour und Luxus der Reichen vor den Kulissen von Los Angeles gespielt.

Dieser erste Eindruck, Nalia wäre eine taffe und kaltschnäuzige Heldin, hatte sich schnell zerschlagen. Sie hatte eher einen schwachen Charakter und wechselte ihre Ansichten auch ziemlich oft. Auch der böse und ach so grausame Meister entpuppte sich schnell als verliebtes und eifersüchtiges Kerlchen, der nur nach der "wahren" Liebe sucht.

Und dann gibt es einige Unstimmigkeiten in der Geschichte. Hier zwei Beispiele:
- Malek, Nalias Meister, ist in Wahrheit halb Mensch, halb Ifrit. Das kann man unter anderem daran erkennen dass Malek, immer wenn er wütend wird, rote Augen bekommt und auch unnatürlich stark wird. Da er aber bei jedem Pups wütend wird, soll Nalia seine roten Augen drei lange Jahre lang nicht bemerkt haben? Vor allen Dingen werden seine Augen in gefühlt jeder Szene in der er mitspielt, rot. Unglaubwürdig.
- Malek trägt eine Kette um den Hals an der Nalias Flasche als Anhänger baumelt. Zuerst wird gesagt dass Nalia weder Flasche noch Kette berühren darf. In die Flasche würde sie sofort eingesogen werden, und die Kette durfte sie auch nicht berühren. Ein paar Kapitel später rennt Nalia mit genau dieser Kette in der Hand weg. Da ist es auf einmal gar kein Problem mehr. Und wie findet Malek seine Kette auf die schnelle wieder? In der Kette ist ein GPS eingebaut. Boah, wie geheimnisvoll.
Solche Fehler machen mich verrückt. Das muss doch auffallen.

Was mich ebenfalls immens störte waren diese ständigen Zwischenrufe aus Erinnerungen und Erläuterungen. Jeden Moment hält die Geschichte an und irgendwas muss erklärt werden. Oder Nalia erinnert sich an etwas aus ihrer Vergangenheit. Und das passiert dermaßen oft dass es massiv den Lesefluss stört. Nalias Gebete oder auch ihre Kampfübungen finden ebenfalls seitenlang Erwähnung. Immerzu muss Nalia an irgendwas ihre Energie auftanken. Dazu kommt diese Dschinnsprache. Der Leser lispelt sich durch eine Unmenge an Begriffen und Wortschöpfungen und bekommt auch prompt wieder eine Erklärung was das nun heißt und was dahinter steckt. Dadurch ist ein entspanntes lesen einfach unmöglich denn ständig wird man unterbrochen.

Dann die Liebesgeschichte: Nalia und Raif haben kaum miteinander zu tun, und eigentlich sind sie Feinde und hassen sich. Und die unerschütterliche Liebe die sie auf einmal füreinander empfinden ist total unverständlich. Wann ist das passiert?

Verschiedene Ansätze hier sind ganz gut. Auch die Idee mit den Dschinn die sich auf der Erde zusammen tun um sich zu organisieren ist nicht schlecht. Aber das ganze Buch ist zu überladen und nicht zu Ende gedacht. Hier hat man einfach zu viel auf einmal gewollt.

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198 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

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Liebe zwischen den Zeilen

Veronica Henry , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.08.2017
ISBN 9783453359307
Genre: Romane

Rezension:

Julius Nightingale wurde von allen hoch geschätzt und geliebt. Vor Jahren eröffnete er seine Buchhandlung und führte sie mit Herzblut. Er wusste immer ganz genau welches Buch zum jeweiligen Kunden passte.
Jetzt ist er tot und hinterlässt alles seiner Tochter Emilia. Ihr ist natürlich bewusst welch großes Erbe ihr da anvertraut wurde.
Zum Erbe gehören nicht nur die Buchhandlung und Julius treue Kunden, sondern auch ein immenser Berg Schulden.
Kann Emilia die Buchhandlung retten?

Zitat
»Ihnen passiert so etwas bestimmt ganz oft«, sagte sie. »Dass Leute zu Ihnen kommen und Ihnen erzählen, wie gut ihnen ein Buch gefallen hat.«
»Das stimmt«, gab Julius zu. »Und genau deswegen bin ich Buchhändler geworden. Es gibt für jeden das richtige Buch, auch wenn die Leute es nicht glauben. Ein Buch, das unter die Haut geht und die Seele berührt.«
Aus "Liebe zwischen den Zeilen" von Veronica Henry, Seite 137

Es ist das erste mal dass ich etwas von dieser Autorin gelesen habe.
Das Buch ist so schön wie ein Märchen. Es ist wie ein Märchen für Erwachsene die mal wieder was zum träumen brauchen.
Auch wenn ich zu Anfang ein wenig überrascht war, weil es keinen Protagonisten gibt. Zumindest keinen klassischen.
Hier ist die Hauptperson eher ein Ort, nämlich die Buchhandlung mitsamt Julius Charme der immer noch anwesend ist, irgendwie. Jedenfalls ist die Geschichte um den Buchladen herum aufgebaut, und eine Menge Figuren kommen dorthin und erhalten so ihre Geschichten und ihre Kapitel.
Ob es jetzt Thomasina ist die krankhaft schüchtern ist und nur beim kochen Selbstvertrauen entwickelt.
Oder Sarah, die ihre große Liebe verloren hat. Oder June die gute Seele der Buchhandlung, die auch gewissermaßen leidet.
Und es gibt noch viel mehr Figuren dessen Geschichten hier erzählt werden. Und genau diesen Punkt kritisiere ich ein wenig, denn manche Figuren war so interessant dass sie eigentlich ein eigenes Buch verdient hätten.
Das Buch war so vollgepackt mit Lebensgeschichten und Schicksalsschlägen dass es unmöglich war, allen Figuren gerecht zu werden. Bei manchen wurde nur an der Oberfläche gekratzt, andere kamen kaum zu Wort.
Gefallen hatte mir aber hier dass aus ganz vielen verschiedenen Blickwinkeln erzählt wurde. So war ich bei allen immer gut im Bilde.
Ansonsten hat mir das Buch wirklich gut gefallen, auch wenn es zum Ende hin leicht übertrieben kitschig wurde. So Weihnachts-Winter-Wunderland-Kitschig. Bei solchen Szenen muss ich immer die Augen verdrehen weil ich die immer total nervig finde diese unglaubwürdige Harmonie. Aber dafür kann ja die arme Autorin nichts.
Wirklich, wirklich toll hingegen fand ich die Atmosphäre im Buchladen. Den konnte ich regelrecht vor mir sehen, in allen Details, einschließlich der alten Registrierkasse und der heimeligen Stimmung.
Und die vielen Buchtitel die den Weg in den Roman gefunden haben. In dem Buchladen bekommt der Leser Lust gemacht auf "Ana Karenina" oder "Der kleine Prinz". Aber noch eine ganze Menge anderer Titel wurden hier erwähnt.

Zitat
...
Es handelte sich um ein schmales Bändchen mit einem Bild von einem ganz in Grün gekleideten blonden Jungen, der auf einem Planeten stand.
»Es ist ein merkwürdiges Buch«, fuhr sie fort. »Aber es erklärt vieles. Es ist mein allerliebstes Lieblingsbuch.«
»Ich dachte, das von den Mumins wäre ihr Lieblingsbuch.«
»Okay, das zweitliebste nach den Mumins.« Sie lachte. »Also gut, ich geb's zu, ich habe viele Lieblingsbücher. Das ist das Problem mit Büchern. Man kann sich nie entscheiden, welches man wirklich am liebsten hat. Es ändert sich mit der Stimmung. Aber ich glaube wirklich, dass Ihnen das hier gefallen wird.«
Aus "Liebe zwischen den Zeilen" von Veronica Henry, Seite 257 + 258

Das Buch hat mir großen Spaß gemacht. Es ist auch irgendwo eine Liebeserklärung an die Literatur.
Ich finde dass es gut in die Vorweihnachtszeit passen würde, oder als Geschenk für unter den Weihnachtsbaum.
Für alle die gerade ein wenig Romantik und ein klitzekleines bisschen Kitsch brauchen, genau das richtige.

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Tags: buchhandlung, modernes märchen für erwachsene, romantik.   (3)
 

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Ein irischer Dorfpolizist

Graham Norton , Karolina Fell , Charly Hübner
Audio CD
Erschienen bei Argon, 18.08.2017
ISBN 9783839815830
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als im beschaulichen Örtchen Duneen in einer Baugrube menschliche Knochen gefunden werden, freut sich der Dorfpolizist PJ fast ein wenig darüber. Denn endlich hat er mal etwas anderes zu tun als Papiere auszustellen oder Geschwindigkeiten zu überprüfen. Und sollte er den Fall klären, sehen ihn die Dorfbewohner dann vielleicht sogar mit anderen Augen...

Das Buch hat mir richtig gut gefallen.
Aber ein Krimi war das jetzt nicht. Es gibt zwar einen Toten und einen Superintendent und Ermittlungen, aber die rücken teilweise so weit in den Hintergrund dass man die Polizeiarbeit überm lesen fast vergisst.
In dem Roman geht es eher um die Entwicklung der Figuren.
Jeder im Dorf weiß eigentlich wessen Knochen da in der Baugrube liegen. Oder sie "glauben" es zu wissen. Alte Geschichten kommen dadurch ans Tageslicht, alte Wunden werden aufgerissen, alte Geheimnisse aufgedeckt. Die teils dramatischen Ereignisse aus den Vergangenheiten der Hauptdarsteller werden ausgeleuchtet. Es gibt häufige Perspektivwechsel sodass der Leser in alle Köpfe "hineinschauen" kann.
Es ist auch kein Krimi weil der Dorfpolizist nicht gerade ein Blitzmerker ist. Wenn ich ganz fies wäre, könnte ich behaupten das PJ für den Kriminalfall total unwichtig ist. Er stellt zwar die richtigen Fragen und weiß meistens auch wen er Fragen muss, aber den Fall "lösen" kann er nur weil jemand geredet hat.
Spannung ist zwar vorhanden, aber anders als man sie bei einem Krimi erwarten würde. Da der Autor sein Augenmerk hauptsächlich auf die Entwicklung der Figuren gelegt hat, und manche von ihnen zwar sehr charmant aber etwas "kaputt" rüber kommen, will man immer wissen wie es mit ihnen weiter geht.
Den Humor, besonders am Anfang, fand ich göttlich. Bereits auf der ersten Seite musste ich auflachen:

Zitat
Die Leute mochten ihn durchaus, und es gab im Grunde keine Beschwerden, aber es sorgte dennoch für einige Beunruhigung, dass die Sicherheit im Dorf von einem Mann abhing, dem schon beim Gang zur Kommunion der Schweiß ausbrach.
Aus "Ein irischer Dorfpolizist" von Graham Norton, Seite 9

Auch die Dorfbewohner fand ich toll. Die Klatschbase die die Frauen vom Dorf im Laden von Mrs. O'Driscoll mit Gerüchten unterhält und alle aufhält, sodass keine Geld ausgeben kann. Oder, zufällig die gleiche Klatschbase, die draußen, während sie ihre Einfahrt schrubbt, innehält, um mitzuhören wie viele Weinflaschen Brid Riordan in die Tonne fallen lässt. Sechzehn! Schämte sich diese Frau denn gar nicht...
Tolle Details!

Wie gesagt, tolles Buch wenn man weiß dass es kein Krimi ist und keinen erwartet. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen, dann aber bitte mit mehr Krimi. Das wäre toll.

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aix-en-provence, frankreich, liebe, neubeginn, pension, probleme, provence, roman, schulden, sommer, trennung, verlag: diana, verlassen werden, victor, vivianne

Willkommen in der Provence

Brigitte Guggisberg
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.06.2017
ISBN 9783453359512
Genre: Liebesromane

Rezension:

Vivianne steht vor dem Nichts. Ihr Mann hat sich nicht nur einfach so, ohne Vorwarnung, aus dem Staub gemacht, er hat vorher auch noch das gemeinsame Konto leer geräumt.
Nun steht sie da, ratlos, wie es nun mit ihr weiter gehen soll.
Um nicht das Haus zu verlieren, beschließt sie, die leeren Zimmer an Touristen zu vermieten.
Aber das ist noch nicht alles womit sich Vivianne herum schlagen muss.
Und im ungünstigsten Moment steht Victor wieder vor ihrer Tür.

Was für ein schönes Buch! Da weiß ich ja gar nicht wo ich zuerst anfangen soll.
Vielleicht erstmal bei Vivianne, die wir im Roman in der Ich-Form begleiten dürfen. Dem Leser wird es anfangs schwer gemacht, sie direkt zu mögen. Immerhin ist sie die Frau des Bankdirektors und als solche wirkt sie ein wenig versnobt. Den Tag verbringt sie damit, ihr Haus noch schöner zu machen oder ihr Geld in die örtlichen Boutiquen zu tragen. Sie ist es gewohnt, immer den besten Tisch in ihrem Lieblingsrestaurant zu bekommen, auch wenn sie nicht reserviert hat. Aber das alles ändert sich schnell, denn auf einmal ist kein Geld mehr da, und Vivianne muss ihr Leben selbst in die Hand nehmen.
Ich finde, Vivianne ist mal eine tolle Figur. Sie reagiert schnell über, muss öfter als ihr lieb ist, über ihren Schatten springen. Sie macht schon mal aus einer Mücke einen Elefanten. Aber selbst in ihren größten Krisen behält sie doch immer ihren wunderbaren Sinn für Humor.
Dann gibt es noch Viviannes Freundinnen die sich gegenseitig, und mit einer stets bereiten Flasche Proscecco, in allen Lebenslagen unterstützen. Das was mir so an den Freundinnen gefiel, war das auch bei ihnen nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. Und das auch ihre Geschichten mit in die Haupthandlung eingeflochten wurden. Somit steht nicht immer nur Vivianne im Mittelpunkt.
Vivianne muss also Zimmer an Touristen vermieten. Besonders über die ersten Gäste, erst die Pariser, danach die Amerikaner, habe ich mich köstlich amüsiert. Auch wenn gerade der Teil ein wenig klischeehaft rüber kam: Pariser sind arrogant, Amerikaner besonders laut, fand ich es doch jammerschade das danach kaum noch auf die Macken der Gäste eingegangen wurde. Schade, ich fand das waren erfrischend lustige kleine Nebenhandlungen. Davon hätte ich gerne mehr gehabt.
Die kleine Liebesgeschichte die es noch gibt, rückt zum Glück nicht zu sehr in den Vordergrund. Im Gegenteil, sie fügt sich wunderbar ein ohne den Rest zu erdrücken.
Der Stil der Autorin ist super. Man merkt geradezu welche Freude ihr Madame Vivianne bereitet hat. Und ständig haut die Autorin schlaue Phrasen raus, keine Ahnung woher sie die nahm, die aber immer passend gewählt waren. Der tolle Humor, die Feinheit der Figuren, die Schönheit der Provence... nichts wirkte zu überladen, es war immer glaubwürdig, immer genau richtig.
Das Ende empfand ich ein wenig zu abrupt. Ich kann mir aber gut vorstellen dass es da noch eine Fortsetzung geben könnte was ich sehr begrüßen würde. Dann hoffe ich aber mit mehr verrückten Gästen.

Ich weiß nicht ob die Autorin die Rezis ihrer Leser liest. Wenn sie es doch tut und irgendwann mal über meine stolpern sollte, muss ich ihr noch sagen dass die Antwerpenerin Rieke aus dem Buch mit ihrer Aussage über belgische Schokolade natürlich vollkommen Recht hat ;)

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48 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Fliedersommer

Cathy Bramley , Franziska Heel
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453422070
Genre: Liebesromane

Rezension:

Holly kann es nicht fassen. Sie konnte ihren absoluten Traumjob, auf Wickham Hall, dem legendären Herrenhaus, ergattern. Sie darf sich künftig um die Veranstaltungen kümmern die dort regelmässig organisiert werden.
Schon als kleines Kind hat sie davon geträumt auf Wickham Hall ein und aus gehen zu dürfen.
Alles klappt auch ganz wunderbar. Bis Ben auftaucht. Ben ist der Sohn ihrer Vorgesetzten, Lord und Lady Fortescue. Und er bringt ihr Leben völlig durcheinander.

Von dem Roman hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Auf dem Rückentext steht etwas von "Geheimnisse" und dass sie hinter dem "alten Gemäuer" von Wickham Hall verborgen liegen.
Alte Häuser und Geheimnisse, das liegt so ziemlich in meinem Beuteschema. Ich liebe solche Bücher, also immer her damit...

Ein altes Haus gibt es auch. Und was für eins. Es ist ein Traum von einem alten Herrensitz. Es ist quasi die Mutter aller Herrenhäuser, so prachtvoll wie es beschrieben wurde. Was man hier alles für tolle Geschichten verbergen könnte. Hier hat die Autorin ein tolles Händchen für bildhafte Beschreibungen, sie erwecken das Haus zum leben.
Und der Garten erst. Zum Haus gehört ein weitläufiges Gelände das von Beeten mit zauberhaften Blumen, blühenden Bäumen und Büschen überquillt. Es gibt einen riesigen Brunnen, einen Irrgarten, einen Küchengarten und Gewächshäuser, eine wilde Blumenwiese und ein Wildgehege. Als Holly also ihren ersten Arbeitstag hat, könnte es schöner und perfekter nicht sein.

Dann lernt Holly ihre neuen Kollegen und auch die Arbeitgeber kennen. Und auch die sind perfekt weil alle so furchtbar nett sind. Obwohl Holly von Anfang an, an ihrer neuen Arbeitsstelle auf sich alleine gestellt ist, gelingt ihr immer alles sofort.
Überhaupt ist Holly die perfekte Arbeitskraft. Denn selbst wenn etwas droht schief zulaufen, ist Holly gleich zur Stelle, hat die besten und perfekten Ideen und Pläne, damit alles wieder in perfekte und ordentliche Bahnen laufen kann.

Mir persönlich war alles ein wenig zu perfekt. Kaum eine Figur hatte Ecken oder Kanten. Alle haben sich gern und respektieren sich. Und wenn sich mal ein Konflikt anbahnt, sind immer alle so vernünftig dem Streit aus dem Weg zu gehen. Oder noch schlimmer: Sie reden darüber und diskutieren das aus bis sie sich Recht geben wie unvernünftig sie sich doch benommen haben.

Und immer schneit oder regnet es im richtigen Augenblick. Das fällt so auf weil im perfekten Garten von Wickham Hall sonst nur die Sonne scheint.

Die Geheimnisse die der Rückentext mir versprachen, hatten leider nichts mit dem "alten Gemäuer" von Wickham Hall zu tun. Sondern nur mit Hollys Vergangenheit die zur Abwechslung mal so gar nicht perfekt ist.

Dieser Roman war wie einer dieser alten Heimatfilme die ich früher als Kind mit meiner Oma geschaut habe. Harmonie und Schönheit und Sonnenschein...
Holly ist wie ein Engel über die Fortescues und Wickham Hall gefallen, um alles noch schöner und perfekter zu machen.
Das Geklimpere eines Windspiels oder das Gezupfe einer Harfe wären während der Lektüre äußerst passend gewesen.

Von mir gibt es zwei Punkte. Eine für die sehr gelungenen Beschreibungen des Hauses und des Gartens. Den anderen Punkt gibt es weil die Autorin mich doch die ganzen 440 Seiten lang bei der Stange hielt, um zu sehen, ob vielleicht nicht doch noch was geheimnisvolles passiert. Und das muss man auch erst mal schaffen.

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89 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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Frühlingsglück und Mandelküsse

Emilia Schilling
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 17.04.2017
ISBN 9783641196639
Genre: Liebesromane

Rezension:

Charlotte ist mehr oder weniger zufrieden mit ihrem Leben. Sie wohnt mit ihren besten Freundinnen zusammen in einer Traum-Wg. Mit Eddie, ihren Traummann ist sie schon seit zwei Jahren zusammen. Und auf ihrer Arbeit, im Hotel Elisabethhof im Herzen Wiens, darf sie ihren Traumberuf als Patissière nachgehen.
Alles könnte so wunderbar sein, wenn Eddies Eltern sie nur endlich als seine Freundin akzeptieren würden. Und, Schreck lass nach, der Elisabethhof soll einen neuen Chef kriegen.

Die Geschichte hat mir ganz gut gefallen. Es war jetzt nicht der spannendste Plot in diesem Genre, aber auch noch lange nicht der schlechteste.
In Charlotte bekommt der Leser eine äußerst sympathische Protagonistin die tollpatschiger nicht sein könnte. Sie stolpert von einer witzigen Situation in die nächste. Und um nicht als Trottel dazustehen, verstrickt sie sich immer tiefer in eine Lügengeschichte.
Stellenweise gab es also ganz witzige Momente. Dennoch hat mir etwas Leidenschaft zwischen den Figuren gefehlt. Ich fand die Nebenfiguren hierbei etwas zu blass und das obwohl es mehr als genug Gelegenheiten für Konflikte gegeben hätte.
Zum Beispiel mit Linda, die Charlottes Kollegin und eine fiese, falsche Schlange ist. Oder mit Alex, Charlottes bester Freund, mit dem es etwas geknistert hatte. Ein wenig mehr "auf dem Tisch hauen" hätte auch dem Eddie gut getan. Von dem kam ja fast gar nichts. Meinetwegen hätten die Fetzen auch mit Kati fliegen können. Wegen einem gewissen Date. Aber irgendwie sind sämtliche Figuren viel zu harmoniesüchtig, da wurde nie einer laut.
Selbst dann nicht als Charlottes Lügengebilde in sich zusammen fällt. Da hätte der Belogene mal richtig ausflippen können. Ein wenig wütend rumschreien oder mit der Türe knallen. Aber da war nur ein wenig heiße Luft und sonst gar nichts. Für mich war da viel verschenktes Potenzial.
Nur Eddies Eltern hielten da nicht vor dem Berg. Sie gefielen mir richtig gut mit ihren Gemeinheiten Charlotte gegenüber. Besonders die Mutter. Mann hat die ein freches Mundwerk. Schade dass die nur so eine kleine Rolle bekommen hatten.
Der Stil der Autorin liest sich ganz angenehm. Für einen Erstling ganz ordentlich auch wenn es hier und da ein paar Längen gab.
Zu jedem Kapitel gibt es ein Rezept für eine österreichische Leckerei. Nette Idee, wie ich finde.
Das nächste Buch würde ich vielleicht auch noch lesen, dann würde ich mir aber mehr Pfeffer in der Geschichte wünschen.

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197 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 112 Rezensionen

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Ana und Zak

Brian Katcher , Ute Mihr
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.04.2017
ISBN 9783423650250
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ana und Zak könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Ana zielstrebig Pläne für ihre Zukunft macht, sieht Zak das Leben lieber etwas lockerer. Er lebt in den Tag hinein und macht sich auch noch keine Gedanken um seine College-Bewerbungen. Ana hingegen nimmt an so vielen Aktivitäten teil wie sie nur kann, nur damit sie mit ihren Bewerbungen besser dasteht. 
Als beide, aus unterschiedlichen Gründen, an derselben Quiz-Meisterschaft teilnehmen, kollidieren zwei Welten aufeinander.
Denn während Ana den Wettbewerb unbedingt gewinnen will, kann Zak nur an die Comic-Con denken, die ausgerechnet an diesem Wochenende stattfindet und die er verpasst.

Von dem Buch hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Aber der Reihe nach...
Erst einmal finde ich das die beiden Hauptfiguren, Ana und Zak, wunderbare Charaktere sind. Als sie die ersten Male aufeinander treffen haben sie zuerst die übelsten Vorurteile voreinander. Zak denkt, Ana wäre eine eingebildete Pute, und Ana denkt, Zak wäre ein Hohlkopf. Erst im Laufe der Geschichte, während beide sich besser kennen lernen, merken sie, dass auch der andere so manches Päckchen zu tragen hat.
Hier geht der Autor wirklich sehr eindringlich auf die Charaktere ein die somit an Tiefe gewinnen. 
Da die Kapitel immer abwechselnd von Ana und Zak in der Ich-Perspektive erzählt werden, erfährt der Leser obendrein auch noch alles über die Gefühlswelt der Protagonisten. Alles wird ausgebreitet. Ob es die Hoffnungen, Wünsche und Träume sind, die Ängste, oder die Probleme die jeder Teenager in dem Alter hat. Und noch einiges mehr wird dem Leser offenbart.
Der Stil des Autors ist ziemlich flott und der Zielgruppe angepasst. Es wurden eine Menge jugendlicher Ausdrücke eingebaut. Es gibt auch viele Insider-Witze aus dem 
Science-Fiction-Genre, die aber nicht unbedingt jeder verstehen wird. Die Leidenschaft der Nerds und Geeks für die Comic-Con mit seinem ganzen Drum und Dran wird ganz gut rüber gebracht, finde ich. Ich kenne mich da aber auch nicht aus. Jemand der für solche Veranstaltungen schwärmt, könnte das anders sehen.
Während ich die Figuren sehr interessant fand, gefiel mir die Handlung leider nicht so. Das die ganze Geschichte quasi nur auf der Comic-Con stattfindet, hat mich jetzt nicht gestört. Es waren eher die Ereignisse die da passierten. Ich fand es meistens zu übertrieben. Die Nebenfiguren fand ich unglaubwürdig und die raschen Szenenwechsel haben mir nicht zugesagt. Es wirkte auf mich immer einen Tacken "zu viel des Guten".
In der Leseprobe, die ich so gut fand dass ich unbedingt weiter lesen wollte, ließ der Autor durchblicken, dass es bei Ana ein dunkles Familiengeheimnis gibt. Das hatte mich richtig neugierig gemacht. Nun, dieses Geheimnis entpuppte sich letztendlich als unspektakuläres Detail. Schade!
Auch das Ende gefiel mir überhaupt nicht. Da gab es zuwenig Konsequenzen, die doch angekündigt waren, und zuviel Wir-haben-uns-alle-lieb.
Sowas kann ich nicht ausstehen.
Die Idee für den Roman fand ich gut, aber sie war leider nicht so toll umgesetzt. Ein Buch mit tollen Hauptfiguren aber einer übertriebenen Handlung.

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Tags: comic-convention, erste liebe, erster kuss   (3)
 
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