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schottland, claudia winter, liebe, familie, hochzeit

Glückssterne

Claudia Winter
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 12.12.2016
ISBN 9783442485437
Genre: Liebesromane

Rezension:

Josefine ist zufrieden. Ihr Leben ist von vorne bis hinten durchgeplant und alles läuft reibungslos auf geordnete Bahnen. In drei Wochen wird sie ihren Anwaltskollegen Julius heiraten. Fehlt nur noch der legendäre Brautring ihrer Familie. Ohne diesen kann sie unmöglich heiraten, denn eine Legende besagt dass die Ehe nur glücklich verlaufen wird wenn der Ring bei der Trauung dabei war. Alle Frauen der Familie glauben mehr oder weniger daran. Josefines Großmutter besteht jedenfalls darauf das Josefine nur heiratet wenn sie den Ring auch trägt. Und ohne diesen Ring will sie dem Brautpaar ihren Segen, der Josefine sehr wichtig ist, nicht erteilen.
Da gibt es nur ein Problem: Charlie, Josefines nervige Cousine alias "das kleine Monster", ist mit ihren neuen Freund, einen Straßenmusiker, nach Schottland durchgebrannt, und sie hat den Ring mitgenommen. Da bleibt Josefine nicht viel anderes übrig als Charlie hinterher zu reisen um den Ring zurück zu holen.
Und das Abenteuer beginnt...

Also, mein neues Lesejahr konnte mit diesem Buch nicht besser anfangen.
Die Geschichte um Josefine und den Ring ist einfach nur schön.
Josefine ist eine tolle Hauptfigur. Sie ist in ihren Ansichten ziemlich festgefahren und ständig handelt sie sich neue Schwierigkeiten ein. Eigentlich möchte sie so schnell wie möglich wieder nach Hause und muss erst mal lernen sich auf das Abenteuer einzulassen.
Noch besser als Josefine, gefielen mir ihre durchgeknallten Großtanten. Sie sind über 70, sie sind zwar Zwillinge aber grundverschieden. Und sie zanken sich bei jeder Gelegenheit wie die Kesselflicker. Die beiden sind mir richtig schnell ans Herz gewachsen.
Aber auch alle anderen Charaktere muss man einfach gerne haben. Alle, bis auf einen vielleicht.
Aber das alleine macht das Buch noch nicht zu einem kleinen Juwel.
Die Autorin hat ein Händchen dafür Schottlands wilde Schönheit in Worte zu fassen. Überm lesen bekam ich so ein Fernweh dass ich mich am liebsten in den nächsten Flieger gesetzt hätte.

Den Mond zum Beispiel, der eine milchige Lichtbahn in das Wasser goss, die sich von der Mitte des Sees bis zum Steg zog. Der makellose Sternenhimmel, der sich dort auftat, wo die tintenschwarzen Wipfel der Cairngorms die Wolkendecke aufgerissen hatten. Die süßlich torfige Heideluft, die in meine Lunge strömte und Erinnerungen an frisch gemähtes Gras und Bris Stockbrotfeuer weckte, das sie jeden Sommer für uns Kinder im Garten angezündet hatte, obwohl Li jedes Mal Todesängste ausstand, dass sie dabei versehentlich den Schuppen in Brand setzte. Die Kiefern, die im Wind knarrten und wisperten. Im Dickicht glommen die wachsamen Augen eines Tieres auf, ehe es sich in den Schatten duckte und lautlos verschwand. Es war eine Nacht, in der Märchen zu wahren Geschichten wurden, sofern man gewillt war an Feen zu glauben.
Zitat aus: "Glückssterne" von Claudia Winter, Seite 264



Auch die besondere Gastfreundlichkeit der Landsleute kommt hier gut zur Geltung. Diese typische, schottische, heimelige und muckelige Atmosphäre, die eine ganz besondere Stimmung hervorruft, wenn man in so ein Guesthouse einkehrt. Das alles hat die Autorin sehr schön eingefangen.
Das Buch ist witzig und romantisch. Manchmal auch ein klitzekleines bisschen kitschig. Es ist aber die gute Art Kitsch, die, wo man immerzu aufseufzen möchte beim lesen.
Es ist aber auch spannend, denn immerhin befindet sich Josefine auf Verfolgungsjagd. Sie möchte das Glück ihrer zukünftigen Ehe "retten".
Es stimmt, ein bisschen vorhersehbar ist es auch. Aber sind diese Art Bücher das nicht immer? Natürlich gibt es ein Happy End, das ist der Sinn, wenn man zu solchen Büchern greift.
Fazit: Ein ganz besonderes Wohlfühlbuch mit ganz viel "Seufz".


Es ist das Licht. Dieses besondere magische Licht zwischen Nacht und Tag, das Schottland zu einem Ort macht, wie es ihn nirgendwo sonst auf der Welt gibt.
Zitat aus: "Glückssterne" von Claudia Winter, Seite 115



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Tags: romantik, schottland, wohlfühlbuch   (3)
 

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assistentinnen, new york, spesenabrechnung, assistentin, frauen

Die Assistentinnen

Camille Perri , Stefanie Zeller
Flexibler Einband
Erschienen bei INK, 11.11.2016
ISBN 9783863960957
Genre: Romane

Rezension:

Tina Fontana ist die persönliche Assistentin des einflussreichen Medienmogul Robert Barlow. Bisher hat sie immer alles richtig gemacht: Sie arbeitet gewissenhaft, ist eine ehrliche Haut, sie erahnt die Wünsche ihres Chefs bevor der selber weiß was er will.
Privat muss sie jeden Cent dreimal umdrehen. Was soll sie zuerst bezahlen? Die Miete oder die Stromrechnung? Und dann ist da noch ihr Studienkredit der ihr regelrecht den Hals zuschnürt.
Als dann der Spesenabteilung ihrer Firma ein Fehler unterläuft und ihr fälschlicherweise einen Scheck von über 20.000 Dollar zustellt, steht Tina vor einem Dilemma. Soll sie das Geld nehmen oder nicht? Mit einem Schlag wäre sie schuldenfrei.
Und ehe Tina weiß wie ihr geschieht steckt sie mittendrin im Strudel aus Betrug und Täuschung.

Die Autorin hat sich nicht lange aufgehalten mit langen Einführungen oder unnötigen Floskeln. Der Leser wird gleich zu Beginn mitten ins Geschehen geworfen. Die Handlung wird von Tina in der Ich-Form erzählt.
Tina ist toll. Sie ist zwar sehr unscheinbar, fast schon die graue Maus der Firma, aber sie hat einen tollen selbstironischen Humor der das Buch zum Vergnügen werden lässt. Überhaupt musste ich ständig über Tinas Äußerungen lachen, obwohl es doch um ein relativ ernstes Thema geht.
Mit ihrem handeln tritt sie eine Sache los in der immer mehr Menschen hineingezogen werden und obwohl Tina etwas verbotenes tut, muss man sie einfach gern haben. Ich als Leserin konnte ihr Handeln voll und ganz nachvollziehen. Denn wie läuft es ab in der Arbeitswelt (und nicht nur in den U.S.A): Da hat man endlich seinen hart erarbeiteten Abschluss in der Tasche, steht aber dadurch gleichzeitig vor einen Berg voll Schulden. Dann nimmt man die Arbeit die man kriegen kann obwohl man völlig überqualifiziert ist, und unterbezahlt ist die Stelle obendrein. Und obwohl man sich für den Chef quasi den Allerwertesten aufreißt wird man ja doch nie befördert, und eine Gehaltserhöhung kriegt man leider auch nie. Da versteht man Tina einfach die ihr Leben etwas besser machen will. Dass das ganze dann aus dem Ruder läuft und das ganz gehörig, war nicht geplant.
Der Stil der Autorin an sich ist flott und locker. Ich mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen weil es mich so mitreißen konnte. Ein sehr gelungener Debütroman wie ich finde und die Autorin werde ich jedenfalls im Auge behalten. Ich hoffe sie schreibt noch mehr solche Bücher.
Ein tolles Buch über Recht und Unrecht, witzig wie ernst gleichermaßen. Klare Leseempfehlung!

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