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101 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

bitter & sweet, geteiltes blut, linea harris, fanatsy, ryan

Bitter & Sweet - Geteiltes Blut

Linea Harris
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2016
ISBN 9783492704229
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vor kurzem hat mich neben Lauren Rowes „The Club-Love“ auch der zweite Teil der Bitter&Sweet Reihe von Linea Harris – „Geteiltes Blut“ – erreicht: vielen lieben Dank an den Piperverlag!

Nachdem ich den ersten Teil an einem Tag durchgesuchtet habe (anders kann ich es nicht nennen :D), war ich soooo gespannt auf Band 2 und habe quasi die Tage gezählt, bis ich ihn in den Händen halten konnte.

Ohne große Vorrede und ohne unnötige Wiederholungen wird der Leser sofort in die Geschichte hineingeworfen und befindet sich mit Protagonistin Jillian bei ihr Zuhause, wo ihre Geburtstagsfeier kurz bevor steht. Sofort treten bekannte und geliebte Personen in Erscheinung, Tante Amalia, Alissa, Ryan… und es scheint, als hätten nicht mehr als drei Monate dazwischen gelegen, dass man den ersten Band gelesen hat. Durch die fehlenden Wiederholungen bestimmter, großer Ereignisse jedoch musste man sich sehr genau an den Vorgänger erinnern, so dass man alles genau verstehen konnte. Ich persönlich habe dann doch einiges an Lesezeit gebraucht, um wieder vollends in der Geschichte zu sein.

Doch als Jillian dann auf der Akademie ankommt und ihr zweites Schuljahr beginnt, begann auch für mich mein Leseabenteuer. Jillians zweites Schuljahr an der Akademie beginnt für sie ohne Ryan, denn ein Vorfall in den Sommerferien hat für einen Riss in deren Beziehung gesorgt. Und so erlebt man Jillian nicht als die neugierige und aufgeweckte Protagonistin, die sie einst im ersten Band verkörperte, sondern vielmehr ein Mädchen, das in sich versunken zu sein scheint und an keinem Ereignis mehr Freude findet. Einzig und allein ihre Freunde schaffen es, sie Stück für Stück wieder aus ihrer Traurigkeit hinauszuziehen – allen voran Nathan, der bereits im ersten Teil Jillians Herz höher schlagen ließ und auch dieses Mal viel in ihr bewegen wird. Bald befindet sich der Leser mit Jillian gemeinsam in einem Beziehungschaos, das jedoch von einem dunklen und grausamen Ereignis überschattet wird – was das ist, das müsst ihr jedoch selber lesen :-)!

Aber nicht nur ihr Liebeskummer trübt ihre Rückkehr an die Akademie – hat sie sich auf harmonische Zeiten gefreut, werden diese schon bald vom naheliegenden Wald und den dort umhertreibenden Wesen überschattet. Irgendwas düsteres geht in diesem Wald vor sich und als sich dann herausstellt, dass die Bedrohung unmittelbar aus der Akademie selbst kommt, weiß nicht nur Jillian nicht mehr, wem sie glauben kann, auch der Leser muss sich die Frage stellen, wem man trauen kann und wem nicht. Und hier wird es sehr spannend, denn Linea Harris macht es dem Leser nicht leicht, so manchen Charakter zu durchschauen.

Neben den gewohnt liebgewonnenen Charakteren tauchen auch Neue auf, die gleichzeitig so seltsam und geheimnisvoll daherkommen wie sie auch liebenswürdig sind. Da wäre zum einen der kleine Kobold Cox, der das Leben von Jillian und ihren Freunden zunächst gewältig auf den Kopf stellt. Und dann wäre da noch Chaz – der geheimnisvolle, gutaussehende, rebellische und draufgängerische Chaz. Eine neue Liebe für Jillian? Eine Bedrohung für die Akademie? Oder hat er eine doch ganz andere Bedeutung? Das bleibt wohl meiner Meinung nach das spannendste Geheimnis des zweiten Bandes und mit der Enthüllung hätte ich niemals gerechnet!

Die Geschichte gewinnt in diesem Band an Tiefe. Man erfährt Puzzlestück für Puzzlestück mehr aus Jillians Vergangenheit, mehr über die Welt der Dämonen und möglichen Verbindungen zwischen der Dämonenwelt und der realen Welt. Dieser Tiefgang bereichert die Geschichte ungemein und macht definitiv Lust auf mehr! Es tun sich neue Möglichkeiten auf, die nicht nur das Leben der Protagonisten als solches sondern auch ihre Beziehungen zueinander beeinflussen und verändern können. Und somit endet auch der zweite Band mit einer ganz anderen Art Cliffhanger als im ersten, der jedoch nicht weniger spannend ist. Und nun sitze ich hier, und muss wieder warten, bis ich den dritten Band dieser spannenden Reihe in den Händen halten kann.

Alles in allem fand ich diesen Band etwas schwächer als den ersten, denn mir fehlte der Mut und der Kampfgeist der Protagonistin, die doch die meiste Zeit des Buches eher in Selbstzweifel und Traurigkeit verfiel. Das haben für mich aber die anderen Charaktere wett gemacht, die dafür um so stärker, mutiger und spannender daherkamen. Lediglich am Ende habe ich die Jillian erlebt, die ich mir das Buch über gewünscht habe! Doch auch in dieser Geschichte ist es wie im echten Leben – man bekommt nicht immer das, was man sich wünscht. Und so sah sich Jillian eben mit Schicksalsschlägen und Ereignissen konfrontiert, die wohl kaum jemand so weggesteckt hätte. Um so wichtiger ihre Freunde, die mir auch im ersten Band schon so sehr gefallen haben. Das macht die Geschichte nur um so menschlicher und bringt sie näher an die Realität.

Für mich ein absolut lesenswertes Buch und eine gelungene Fortsetzung des ersten Bandes!

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217 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

liebe, lauren rowe, erotik, sex, the club love

The Club – Love

Lauren Rowe , Lene Kubis
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2016
ISBN 9783492060431
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Man, habe ich lange gewartet, zumindest kam es mir wie eine Ewigkeit vor, bis ich endlich den 3. Band der „The Club“-Reihe von Lauren Rowe in den Händen halten konnte. Seit Erscheinen des 2. Bandes habe ich eigentlich nur auf den 3. gewartet, damit ich endlich weiß, wie es nach diesem fiesen Cliffhanger weitergeht. Der war doch echt gemein, oder?

Dank des lieben Piper-Verlags konnte ich es dann vergangene Woche endlich in den Händen halten – „The Club – Love“. Und wow, dieses Cover. Mir gefällt die Kombination aus dem schwarzen Hintergrund, den grau/weißen Blättern und dem blauen Schriftzug außerordentlich gut, vermutlich ist es sogar mein bisheriges Lieblingscover.

Wie von Lauren Rowe gewohnt, wird der Leser mit dem ersten Satz sofort wieder ins Geschehen geworfen, keine unnötigen Wiederholungen, keine lange Vorrede, man ist sofort wieder dort, wo man im zweiten Teil aufgehört hat. Das ist etwas, das mir an den Büchern besonders gefällt, denn so wird die Spannung gleich wieder aufgegriffen und es fühlt sich so an, als hätte man nie aufgehört zu lesen. Denn im zweiten Teil wurde Sarah auf der Toilette ihrer Universität niedergestochen, was mit ihr geschehen würde, blieb am Ende des zweiten Teils unklar.

Die Geschichte geht aus Jonas Perspektive weiter. Und hier findet sich bereits die erste Besonderheit des Buches. Mit dem Voranschreiten der Kapitel erlebt der Leser einen Wechsel zwischen gegenwärtigem Geschehen und einem Rückblick in Jonas Vergangenheit. Endlich erfahren wir mehr und Tiefgreifendes aus Jonas wirklich schrecklicher Kindheit, lernen aber gleichzeitig Menschen kennen, die ihm geholfen und die Liebe geschenkt haben, nach der er sich als Kind doch so sehr gesehnt hat. Die ihm geholfen haben, die schlimmen Ereignisse mit seiner Mutter ein Stück weit zu verarbeiten und die ihm gleichzeitig geholfen haben, auch damit fertig zu werden, was sein Vater ihm angetan hat. Mir persönlich haben besonders die Passagen der Vergangenheit so gut gefallen, denn ich habe mich in den vergangenen Büchern so sehr danach gesehnt, noch mehr über Jonas zu erfahren – hier wird der Wissensdurst des Lesers vollends gestillt!

Die Geschichte nimmt dann gewohnt rasant an Fahrt auf. Und auch hier kann ich wieder nur sagen – wow! Welche Geheimnisse im Laufe der Geschichte über den Club ans Tageslicht kommen, hinterlassen den Leser schier sprachlos. Die Autorin beweist an dieser Stelle, dass sie gute Recherchearbeit geleistet hat und greift einen auch heute in den Medien sehr aktuellen Konflikt auf, mit dessen Erscheinen man so nicht gerechnet hätte. Die Geschichte gewinnt durch diese tiefgreifenden Strukturen sehr an Qualität und hebt sich damit von seinen beiden Vorgängern ab.

All die Geheimnisse bringen Jonas und Sarah in Las Vegas in Erfahrung, denn die beiden haben sich mit ihren Freunden Kat, Josh und dem Computernerd Henn auf den Weg gemacht, um Oksana und ihren Handlangern persönlich das Handwerk zu legen. Und hier beginnt ein aufregendes Spiel – ein Spiel um Macht, Intrige und dunkle Machenschaften. Können die fünf es mit diesem gigantischen Netzwerk des Clubs aufnehmen und ihn letztendlich in die Knie zwingen? Das ist die Frage, um die sich alles dreht. Ob sie es schaffen, müsst ihr natürlich selbst herausfinden! Nur so viel: Man hat wirklich eine Menge Spaß mit der Gruppe und möchte unbedingt mehr von ihnen!

Zeitweilens steigert sich die Spannung ins unermessliche, doch Rowe schafft es, auch zwischendrin immer wieder für humorvolle, erotische und liebevolle Momente zu sorgen. Auch hier kommt Sarahs Schlagfertigkeit nicht zu kurz, sie hat noch immer stets einen flotten Spruch parat und sorgt für lustige Momente. Jonas entpuppt sich derweil immer mehr als Romantiker, als ein echter „bookish dreamboy“, der seiner Sarah die Welt zu Füßen legt. Und natürlich, das kann ich euch versprechen, fehlt es auch hier wieder nicht an prickelnder Erotik, die in diesem Band aber eine ganz neue und vor allem wunderschöne Ebene erreicht.

Das Ende des Buches trieb mir die Tränen in die Augen – ob vor Schrecken, Freude oder Rührung, das bleibt ein Geheimnis, bis ihr das Büchlein auch gelesen habt. Nur so viel vorweg: Es ist ein wirklich gelungenes Ende.

Wie ihr lest, bin ich absolut begeistert von diesem Buch und würde sogar so weit gehen zu sagen, dass es das bisher beste Buch der Reihe ist. Aber wer weiß, was sich Rowe für den 4. Band ausgedacht hat, „The Club – Joy“, der im übrigen am 1. Dezember erscheint. Ich freue mich schon jetzt so sehr!

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278 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

erotik, lauren rowe, the club, liebe, josh

The Club – Match

Lauren Rowe , Lene Kubis
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2016
ISBN 9783492060424
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Bevor ich ins Schwärmen über dieses wiedereinmal grandiose Buch gerate… vielen lieben Dank an den Piperverlag, der mir auch den zweiten Teil von Lauren Rowes „The Club“ als Rezensionsexemplar geschickt hat. Ich freue mich wirklich total über diese schöne Zusammenarbeit!

– nicht ganz spoilerfrei –

240 Seiten rund um die Geschichte von Sarah&Jonas. Nahtlos knüpft das Buch an seinen Vorgänger an und steigt in die Szene ein, mit der der erste Teil endete. Sarah und Jonas kommen aus ihrem wunderschönen Liebesurlaub aus Belize wieder und müssen mit Schrecken feststellen, dass in Sarahs Wohnung eingebrochen und ihr Laptop gestohlen wurde. Auch bei ihrer besten Freundin Kat wurde eingebrochen. Jonas, ein Beschützertyp durch und durch, holt beide Frauen in seine Wohnung, lässt seinen Bruder Josh einfliegen und macht sich gemeinsam mit ihnen an die Arbeit, dem Club das Handwerk zu legen.

Während im ersten Teil Sarahs Dämonen im Fokus stehen und bekämpft werden sollen, stehen dieses Mal Jonas‘ Dämonen im Vordergrund und er ist dazu angehalten, seinen Sprung von seiner ganz persönlichen Klippe zu wagen. Sarah und Jonas sind dabei, ganz gleich ihrer gebrochenen Seelen, tief miteinander verbunden und sind auf dem besten Weg, sich gemeinsam von ihrer Vergangenheit zu befreien. Doch so ganz will es Jonas nicht gelingen, denn er hat Schreckliches in der Vergangenheit erlebt und obwohl Sarah einen großen Teil der Geschichte bereits kennt, trägt er noch ein Geheimnis mit sich, das er nichteinmal seiner „wundervollen Sarah“ offenbaren kann… und genau dieses Geheimnis scheint ihm dabei in dem Weg zu stehen, Sarah endlich offen zu sagen, dass er sie liebt. Denn das berühmte L-Wort kommt ihm einfach nicht über die Lippen. Dennoch wird dem Leser nicht entgehen, auf wieviele verschiedene Art und Weisen der kleine Romantiker seiner Sarah seine Liebe gesteht. Mit Worten Platons, mit seinen Zuwendungen und seiner Fürsorglichkeit und vor allem mit seiner Musik – Madness – ihr wisst, wovon ich rede – zum Dahinschmelzen!

Und auch Lauren Rowes Schreibstil macht es möglich, diese Liebe genau mitzuempfinden. Denn – wie auch im ersten Teil – hält die Autorin daran fest, die Gedanken aus den Perspektiven beider Protagonisten umgangssprachlich auszudrücken. Und sorgt damit für eine herrliche Frische, die der Geschichte sehr gut tut und vor allem auch den erotischen Passagen sehr entgegenkommt.

Denn auch diese kommen im zweiten Teil nicht zu kurz und sind – meiner Meinung nach – sogar noch heißer als im ersten. Ich verrate nur so viel: es wird experimentiert. Und es wird geliebt, aus ganzem Herzen, so dass es den Leser mitreißt und das eigene Herz höher schlagen lässt. Denn egal wieviel Schmerz und Leid beide Protagonisten erleben mussten, ihr Zusammensein heilt und umhüllt sie und gleichzeitig den Leser mit einer Woge großer Liebe.

Und auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz. Was sich im ersten Teil bereits andeutete, wird hier deutlich ausgebaut und erreicht in dem dramatischen Ende seinen absoluten Höhepunkt – wie soll ich die Wartezeit bis August nur überstehen?!

Auch wenn Sarah und Kat noch nicht wirklich davon überzeugt sind, glaubt Jonas um so mehr daran, dass der Club hinter Sarah her sein wird und erst Ruhe gibt, wenn sie aus dem Weg geschafft ist – denn Sarah hat Informationen über den Club, die unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit geraten sollen. Während Jonas einen Mann zu sehen glaubt, der Sarah nachstellt, glaubt diese nur an Zufälle. Was es letztendlich mit diesem misteriösen Fremden auf sich hat, das müsst ihr selbst herausfinden – einer von hundert Gründen, die mir einfallen würden, diese tolle Fortsetzung zu lesen.

Oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass der zweite Teil dem ersten in irgendeiner Weise nachsteht, doch hier ist es anders. Ein nahtloser Übergang, der mir – wieder einmal – ein unwahrscheinliches Lesevergnügen bereitet hat. Ich liebe Jonas&Sarah, ihren liebevollen Umgang miteinander, ihren gemeinsamen Kampf gegen ihre Dämomen und die unendliche Liebe, die bei ihnen mitschwingt. Und ich liebe die Mischung aus Liebe und Spannung, die sich immer weiter steigert. Ich kann den dritten Teil kaum erwarten und kann nicht anders, als diesem Buch volle 5/5 Sternen zu geben.

Unbedingt lesen!

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612 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 209 Rezensionen

erotik, lauren rowe, liebe, sex, the club

The Club – Flirt

Lauren Rowe , Lene Kubis
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2016
ISBN 9783492060417
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Mein erstes Rezensionsexemplar, das mir der Piperverlag zur Verfügung gestellt hat – vielen lieben Dank!

Nachdem ich eine Leseflaute hatte und zuvor einige meiner begeisterten Bücherwürmer nicht ganz so angetan von dem Büchlein waren, hatte ich beinahe Angst, dass mich das Buch enttäuschen könnte – aber soviel vorweg: es kam anders!

The Club (Flirt) ist der erste Band einer Trilogie rund um die Protagonisten Sarah und Jonas. Sarah ist Jurastudentin und arbeitet aus Aufnahmeassistentin in „The Club“, um sich ihr Studium zu finanzieren. „The Club“ ist ein Sexclub. Dort können sich Menschen gegen Bezahlung anmelden, ihre sexuellen Vorlieben angeben und die Verwalter des Clubs versprechen, den passenden unverbindlichen Partner auszuwählen, der genau das gleiche will, wie die angemeldete Person auch. Sarahs Job als Aufnahmeassistentin beinhaltet die Überprüfung der Neuanmeldungen. Denn diese sollen kein Fake sein, alle Geschehnisse im Club sollen ganz diskret behandelt werden.

Jonas wurde von seinem Bruder Josh auf den Club aufmerksam gemacht, der davon schon total begeistert ist. Jonas – der zunächst als triebgesteuerter Mistkerl auftritt – meldet sich dort an und freut sich auf ein Jahr voller unverbindlicher Abenteuer. Wäre seine Aufnahmeassistentin nicht gerade Sarah und würde nicht alles anders kommen als erwartet. Denn Sarah kontaktiert Jonas auf seine schonungslos ehrliche Bewerbung hin und zwischen den beiden entwickelt sich ein prickelnder Chatdialog. Die Anziehungskraft ist greifbar. Und während Jonas alles daran setzen will, seine „bezaubernde Aufnahmeassistentin“ zu finden, hadert Sarah mit sich, da sie mit dieser Kontaktaufnahme die Regeln des Clubs missachtet hat. Doch als die beiden sich letztendlich gegenüber stehen, lässt sie sich auf das Abenteuer ein. Ihr ganz persönliches Abenteuer mit Jonas Faraday, der sie in ihren Bann zieht. Und auch Jonas kann nicht anders, als in eine hoffnungslose Abhängigkeit von Sarah zu verfallen.

Zu Beginn schien mir die Begeisterung der beiden füreinander zu schnell zu gehen. Wenige Mails reichten aus, um beide völlig verrückt voneinander werden zu lassen. Doch die Suche von Jonas hat seinen Reiz, man fiebert mit, will endlich wissen was passiert, wenn beide voreinander stehen. Und dann entpuppt sich Jonas, der sich anfänglich als Mistkerl vorgestellt hat, als romantisch-philosophisch-wohlhabender Mann, der wohl jedes Frauenherz höher schlagen lässt. Und er trägt ein dunkles und grausames Geheimnis mit sich. Der Leser ahnt es von Anfang an – er ist nicht ohne Grund der Mensch, der er vorgibt zu sein. Seine Seele wurde erschüttert. Und Sarah kann es schaffen, den Kern der harten Schale kennenzulernen. Und auch sie hat ihr Päckchen zu tragen. Es gibt etwas, das sie noch nie in ihrem Leben erlebt hat und wonach Jonas mit ihr gemeinsam streben möchte. Die einzige Person, der ihrem Glück im Weg steht, ist sie selbst. Und Jonas kann derjenige sein, der ihr hilft, die Angst vor sich selbst zu verlieren. Der anfangs rein sexuelle Kontakt der beiden entwickelt sich im Laufe des Romans zu einem tiefgreifenden und liebevollen Miteinander, das den Leser dahinschmelzen lässt.

Die Autorin hat einen herrlich erfrischenden Schreibstil. Sie lässt den Leser vorangig aus zwei Perspektiven an der Gedankenwelt der Protagonisten teilhaben. Es kommt einem beinahe vor, als hätte man im Kopf des jeweiligen Protagonisten Platz genommen und würde alle Gedanken ungefiltert lesen können. Was zunächst gewöhnungsbedürftig war, entpuppte sich für mich als wahrer Glücksgriff. Denn ich habe mich Sarah und Jonas sehr nah gefühlt, könnte ihre Gedanken, Ängste und Gefühle vollends nachvollziehen und ich konnte vor allem eins mit beiden ausgesprochen gut – lachen! Ich bin selten einer so schlagfertigen und lustigen Protagonistin wie Sarah begegnet. Hervorragend!

Das Buch watet zum Schluss des Romans noch mit einigen Überrschungen auf. Der Leser erfährt eine unerschütterliche Wahrheit über den Club, die alles verändert. Und nachdem Jonas und Sarah aus ihrem ersten gemeinsamen Urlaub zurückkehren, wartet auf die beiden eine böse Überraschung. Die Geschichte nimmt richtig an Fahrt auf, die Spannungskurve befindet sich auf dem Höhepunkt und da ist es auch schon – das Ende. Am liebsten würde ich mir sofort den zweiten Teil schnappen und weiterlesen – aber da muss ich mich noch bis zum 1. Juni gedulden

Mich hat dieses Buch wirklich überzeugt, da es nicht -wie anfangs befürchtet – nur um Sex geht, sondern um so viel mehr! Um eine wundervolle Liebe, zwei liebenswerte Charaktere mit ihren Stärken, Schwächen und Fehlern und um eine wirklich spannende, nahezu kriminelle Geschichte. Eine tolle Mischung – ich will mehr davon!

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138 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

liebe, freundschaft, schwul, berlin, emmy

Kissing

Katrin Bongard
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.07.2015
ISBN 9783841503633
Genre: Liebesromane

Rezension:  
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508 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 108 Rezensionen

einsamkeit, liebe, verlust, tod, familie

Vom Ende der Einsamkeit

Benedict Wells
Fester Einband: 355 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.02.2016
ISBN 9783257069587
Genre: Romane

Rezension:

Wow. Kennt ihr das, wenn euch die Worte fehlen, um zu beschreiben, was euch bewegt, was ihr fühlt, was ihr spürt? So geht es mir bei diesem Buch. Eigentlich bin ich schier sprachlos. Ich hatte viel erwartet, schließlich wurde das Buch bisher nur in den höchsten Tönen gelobt, aber ich hatte nicht erwartet, was ich letztendlich vorgefunden habe.

“Eine schwere Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird”. Dieses eine Zitat, das auf dem Buchrücken begleitend zum Klappentext steht, reichte aus, um mich zum Kauf zu bewegen. Ich wollte diese Geschichte lesen, die von drei Geschwistern erzählt, die in ihrer Kindheit einen schweren Schicksalsschlag erleiden.

Lebensklug, philosophisch und vor allem lebensbejahend reflektiert Wells die großen Gefühle der Menschheit. Den Umgang mit dem Tod, Einsamkeit, Liebe und Sehnsucht, Hoffnung und Ausweglosigkeit. So große Themen für nur 354 Seiten. Kommt da nicht etwas zu kurz? Das kann nur mit einem klaren Nein beantwortet werden.

Jules, Marty und Liz wachsen behütet auf. Doch in ihren jungen Jahren verlieren sie ihre Eltern bei einem Autounfall. Sie kommen gemeinsam auf ein Internat, doch schon bald gehen sie getrennte Wege. Jede der drei Figuren entwickelt sich in eine völlig andere Richtung, versucht, das Erlebte zu kompensieren. Der eine verschwindet in seiner Computerwelt, die andere verliert sich in Männergeschichten, wilden Feiereien und einer Momentehascherei und der dritte – Jules – er scheint schlicht und einfach sich selbst zu verlieren.

In seiner Kindheit mutig und furchtlos, zieht er sich immer mehr zurück in seinen “Wald”, wie er es nennt, und scheint keinen Weg mehr heraus zu finden. Der Leser wird die drei Geschwister – und vor allem Jules – auf ihrem Weg von der Kindheit über das Erwachsenwerden bis ins höhere Alter begleiten. Er scheint zeitweilens mit Jules in seinem Wald zu stehen, sich zu verirren, Lichtblicke zu sehen, Auswege zu suchen und vermeintliche Auswege zu finden. Der Leser wird am eigenen Leib spüren, was auch Jules spürt – und das ist Benedict Wells Verdienst. Der Schreibstil ist so eindringlich, brilliert durch klare Worte und ganz viel Gefühl. Wells schafft es, immer wieder Gänsehautmomente zu erzeugen. Während man Zeile für Zeile liest, stolpert man plötzlich über einen kleinen Satz, der so unschuldig an seinem Platz im Text steht und auf den ersten Blick fast untergehen könnte, der aber eine solche Sprachgewalt aufweist, dass man so manches Mal das Buch kurz beiseite legen muss, um dem Gelesenen nachzuspüren und es zu reflektieren.

Auf dem Internat lernt Jules die geheimnisvolle Alva kennen. Ein Mädchen, das ebenfalls eine schwierige Vergangenheit zu haben scheint und genau wie Jules versucht in eine Traumwelt zu flüchten. Ihren Weg findet sie dabei durch die Literatur. Zunächst scheint zwischen beiden ein stilles Abkommen zu bestehen. Sie verbringen Zeit zusammen, oftmals schweigend, und spüren eine enge Verbundenheit – bis sie sich irgendwann aus den Augen verlieren. Zu spät merken beide, was sie füreinander wirklich gefühlt haben. Aber das Schicksal gewährt ihnen eine zweite Chance, als sie sich im Erwachsenenalter wiedertreffen. Es beginnt eine Liebesgeschichte, so voller Sehnsucht, so voller Gefühl, wie man sie selten in der Literatur findet. Man hofft, man bangt und dann sucht die Vergangenheit und das Schicksal die beiden Heim und es zerreißt einem schier das Herz.

Doch wer nun glaubt, dass man am Ende des Buches am Boden zerstört sein würde, der täuscht sich. Wells schafft es, den Leser aus dem dunklen Wald hinaus auf eine helle Lichtung zu geleiten, so dass man mit einem seltsam mutmachenden Gefühl aus der Lektüre hinausgeht. Es ist nun schon einige Tage her, dass ich das Buch beendet habe und noch immer beschäftigt es mich sehr. Ich trage Wells Worte in meinem Herzen, die so weise sind, so lebensklug und so wahr, dass ich sie wohl nie vergessen werde.

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684 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 203 Rezensionen

paris, liebe, shakespeare, gayle forman, nur ein tag

Nur ein Tag

Gayle Forman , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 22.03.2016
ISBN 9783841421067
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Teil 1 und für mich wahrscheinlich leider auch der erste und letzte, den ich von diesem Duo lese. Die Grundidee der Geschichte, die uns Forman hier präsentiert, ist wirklich toll: Ein Mädchen begibt sich nach ihrem Highschoolabschluss auf eine Europareise. Mit einer Reisegruppe besucht sie nacheinander die Großstädte des Kontinents. Doch nichts ist wie erhofft – statt viel Kultur erlebt die 18-jährige Allyson vor allem eins: Trinkende und feiernde junge Erwachsene. Und das war es nicht, was die Amerikanerin sich von ihrem Trip erhofft hat. An einem der letzten Abende trifft sie gemeinsam mit ihrer Freundin Melanie, die sie schon aus Kindheitstagen kenn, auf eine Schauspielgruppe, die sich Guerilla Will nennt. Die Gruppe führt an den verschiedensten Orten in der Natur Stücke von Shakespear auf. Gefesselt von der Freiheit und der Spontanität der Schauspieler folgen Allyson und Melanie der Einladung und schauen sich ein Stück der Gruppe an – bei der Allyson der gutaussehende Holländer Willem ins Auge sticht. Ein großer, hübscher junger Typ, mit blonden Haaren und dunklen Augen, der schon seit zwei Jahren durch Europa reist und mal hier und mal dort Zuhause ist.

Am kommenden Morgen wollen sich Melanie und Allyson getrennt von der Reisegruppe nochmal auf den Weg nach London machen, um die letzten Tage vor der Heimkehr dort zu verleben. Wie es der Zufall will, begegnet Allyson Willem im Zug. Allyson erinnert Willem an eine Schauspielerin und kurzerhand gibt er Allyson den Namen Lulu. Eine neue Identität ist geboren. Lulu – spontan, lebensfroh, abenteuerlustig. Das Gegenteil von Allyson, die bisher hauptsächlich das getan hat, was ihre Eltern von ihr erwartet haben.

Doch nun wagt sie sich ins Abenteuer mit Willem, als dieser ihr vorschlägt, für einen Tag nach Paris zu reisen. Der Leser wird mit auf diese Reise genommen und erlebt mit den beiden Protagonisten einen unvergesslichen Tag in Paris. Es begegnen einem bekannte Plätze und Sehenswürdigkeiten, aber auch geheime Ecken, an die Willem sie führt. Doch wer ist Willem eigentlich? Viel weiß Allyson nicht über hin. Und viel gibt er nicht preis. Er ist die große Unbekannte. Aber eben genau das macht ihn für den Leser auch so reizvoll. Er ist da aber doch nicht wirklich greifbar. Man möchte wissen, was hinter seiner Fassade steckt.

Nach einem gemeinsamen Tag und einer gemeinsamen Nacht ist Willem am nächsten Morgen jedoch spurlos verschwunden. Für Allyson ein großer Schock. Denn obwohl sie wusste, dass den beiden nur ein Tag bleibt, hat sie ihr Herz offen gelegt, hat sich in unbekannte Gewässer gewagt und sich dabei in Willem verliebt. Mit gebrochenem Herzen verlässt Allyson letztendlich Paris und kehrt nach Amerika zurück.

Wenige Monate später geht sie aufs Collage und der Leser wird mit einer deprimierten, antirebslosen und unglücklichen Allyson konfrontiert. Denn dieser eine Tag hat ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Sie weiß nicht mehr, was sie will. Ist das von ihren Eltern vorgesehene Medizinstudium auch ihr Wunsch? Kann sie sich jemals wieder einem Menschen öffnen und ihm vertrauen, so wie sie es an jenem Tag bei Willem getan hat, ohne verletzt zu werden? Ist das Leben, wie sie es bis jetzt gelebt hat, für sie wirklich lebenswert gewesen? Forman versucht den Leser hier mit der Protagonisten auf eine Identitätssuche zu schicken, die vom Grundgedanken her spannend wirkt, die sich jedoch zieht wie Kaugummi. Auch wenn jedes Kapitel einen neuen Monat beschreibt, hat man doch das Gefühl, es passiert nichts, obwohl die Autorin einen mit den verschiedensten Situationen konfrontiert – Familienfeiern, Elternbesuche am College, Collegeseminare… aber all diese Situationen haben leider eins gemeinsam: Sie sind langweilig kommen nicht richtig in Fahrt, der Leser wird nicht gepackt. Ein Besuch bei der psychologischen Beraterin wird angeschnitten, ein Familienstreit wird angeschnitten. Alles wird nur angeschnitten und nicht zuende geführt. Viele Menschen treten plötzlich in ihr Leben und gehen genau so plötzlich auch wieder. Ihr Leben in Traurigkeit führt sie bis zu dem Moment weiter, in dem sie beschließt nach Willem zu suchen. Und plötzlich muss alles, was sich im Mittelteil wie Kaugummi zog und schier endlos wirkte, ganz schnell gehen. Allyson erarbeitet sich mal eben in 2 Monaten das gesamte Geld für eine Rückreise nach Paris. Sie durchquert dann nicht nur Paris, sondern auch Amsterdam, will weiter nach Kroatien.. sie trifft Altbekannte, trifft Reisegruppen, trifft generell nur Menschen, die ihr wohlgesonnen sind und ihr helfen wollen ihre Liebe zu finden. Der Leser muss fast durch die letzten 70 Seiten hetzen, um alles aufnehmen zu können, so schnell geht es plötzlich. Und das finde ich so schade. Sowohl Anfang als auch Ende sind eigentlich vielversprechend für die Geschichte, hier gibt es auch die wirkliche Liebesgeschichte, die einem versprochen wurde. Doch der größte Teil umfasst Allysons leider langweilige Identitätskrise.

Der eine Tag in Paris war ein Weckruf für sie. Ein Schritt in eine andere Welt, die Willem ihr gezeigt hat. Ein Schritt in ein Leben, wie sie es leben könnte, wenn sie aus ihrem alten ausbrechen würde. Der Leser hat Lust, gemeinsam mit ihr auszubrechen und Neues zu entdecken. Er will mit Allyson gemeinsam ihre Identität entdecken. Diese Idee gefällt mir wirklich sehr. Doch was am Beginn so vielversprechend wirkte, lies mit jeder Seite nach. Das Konzept wurde nicht richtig ausgeformt, relevante Dinge nicht richtig auf den Punkt angesprochen, dafür wurde viel zu viel drumherum gemacht. Eine kürzere Mitte, ein ausführlicheres Ende – das hätte dem Buch wahrscheinlich gut getan. So ist das Buch für mich leider keine Leseempfehlung.

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1.256 Bibliotheken, 29 Leser, 0 Gruppen, 162 Rezensionen

liebe, colleen hoover, musik, maybe someday, ridge

Maybe Someday

Colleen Hoover , Kattrin Stier
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.03.2016
ISBN 9783423740180
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Colleen Hoover – Königin der Liebesgeschichten mit außergewöhnlich alltäglichen Personen und Geschichten mitten aus dem Leben. Geschichten von dir und mir. Stets mit einem Hang zur Kunst, Musik, Poesie. So würde ich die Autorin und ihre Werke beschreiben, wenn ich müsste.

Nachdem mir “Love and Confess” leider nicht wirklich zugesagt hat, wollte ich dennoch “Maybe Someday” eine Chance geben. Und die Geschichte klang vielversprechend: Ein Mädchen, das von ihrem Freund mit ihrer besten Freundin betrogen wird. Sie haut ab, weiß nicht wohin. Sie will nicht zu ihren Eltern, denn die kritisieren ihr Studium und ihre Lebensweise. Sie hat aber auch kein Geld mit, um sich ein Hotelzimmer zu suchen, denn die Handtasche hat sie in aller Hektik in ihrer Wohnung vergessen – in der ihr Freund mit ihrer besten Freundin verweilt. Aber das Schicksal meint es in dieser schier auswegslosen Situation gut mit ihr. Ihre Nachbarn Bridgette und Ridge nehmen Sydney vorübergehend bei sich auf. Viel Kontakt hatten sie noch nicht miteinander, doch Ridge und Sydney verbindet etwas besonderes – die Liebe zur Musik.

Seit mehreren Wochen saßen sie sich abends oft auf ihren Balkonen gegenüber. Ridge spielte Gitarre, Sydney dachte sich Texte aus und sang oft vor sich hin. Eines Tages erhält Sydney eine SMS von Ridge, in der er sie bittet, Songtexte für seine Kompositionen zu schreiben. Denn er selbst hat zurzeit eine Schreibblockade. Sie lässt sich drauf ein und als sie zwei Wochen später vorübergehend bei Ridge einzieht, haben beide einen Deal: Sie schreibt Songtexte und darf dafür in dem freien Zimmer wohnen.

Während ihrer gemeinsamen Arbeit kommen sich die beiden unweigerlich näher. Denn Ridge ist taub. Er hört die Musik und den Gesang nicht, er fühlt es. Fühlt es, wenn er die Gitarre ganz nah an sich drückt und die Schwingungen spürt und fühlt es, wenn er seinen Kopf auf Sydneys Brust legt, um die Vibrationen der Stimme zu spüren. Eindrucksvoll und greifbar beschreibt Hoover diese Situationen zwischen den beiden, die in ihrer Stille und Ruhe so wundervoll melodisch und harmonisch erscheinen, so zerbrechlich, so voller Magie, dass man die beiden als stiller Beobachter niemals unterbrechen möchte. Vielmehr möchte man ihnen für immer zuschauen. Beide entwickeln Gefühle füreinander und es könnte so einfach sein, wäre da nicht Ridges Freundin Maggie. Die liebevolle und wunderschöne Maggie, die Ridge über alles liebt und niemals verlassen will und kann. Denn es gibt ein “Geheimnis”, das Ridge an Maggie bindet, vielmehr, als der Leser zu Beginn erahnen kann.

Sydney und Ridge möchten nicht wie ihr Ex-Freund und ihre beste Freundin sein- sie wollen nicht betrügen. Es beginnt ein Kampf. Ein Kampf gegen Gefühle, gegen Verbundenheit, gegen das eigene Herz. Der Leser erlebt mit, wie beide sich mit aller Macht dagegen sträuben, Maggie zu hintergehen. Wenn die Anziehung zu groß wird,  nennen sie sich stets vermeintlich schlimme Eigenschaften von sich. Dabei wird die Geschichte aus zwei Sichten geschrieben – sowohl Sydney als auch Ridge kommen abwechselnd zu Wort. Und das ist ein besonders gelungener Kunstgriff. Der Leser blickt in beide Gedankenwelten, erlebt nicht nur den Kampf einer Hauptfigur, sondern beider Protgaonisten. Man selbst ist hin- und hergerissen. Wünscht man sich von Herzen, dass die beiden endlich zueinanderfinden, so wünscht man sich auch gleichzeitig ein Happyend für Maggie, die wirklich äußerst liebenswürdig ist und der man das Glück von Herzen gönnt. Nach über 300 Seiten scheint es beinahe aussichtslos – wie sollte ein Happyend möglich sein? Mindestens eine Person würde am Ende mit einem gebrochenen Herzen dastehen… und das hat mir besonders an dem Buch gefallen. Es ging auf das Ende zu und dennoch war es nicht offensichtlich, was passiert. Trotzdessen, dass wir es hier mit einem Liebesroman zu tun haben.

Ein ganz besonderes Schmankerl hat das Leseerlebnis dann noch einzigartiger gemacht. Ergänzt wird das musikalische erleben der beiden Protagonisten durch reale Musik. Gemeinsam mit dem Musiker Griffin Peterson hat Colleen Hoover einen Soundtrack zum Buch geschaffen, der unbedingt begleitend gehört werden sollte. Jeder aufgeschriebe Songtext findet sich auf dem Album wieder und die tiefe Sehnsucht von Ridge und Sydney wird durch die zugehörige Musik noch viel realer. Dem Leser wird ein multimodales Erlebnis geboten – lesen, hören, fühlen. Einfach einzigartig!

Was mir ebenfalls außerordentlich gut gefallen hat, ist der Humor. Denn mit der WG rund um Ridge, Sydney, Bridgette und Co. kann man wirklich Unmengen an Spaß haben. Sie sind einfach genial. Ständig spielen sie sich Streiche, nehmen den anderen auf den Arm und zeigen, wie toll eine solche Wohngemeinschaft sein kann, gerade wenn ganz unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen. Und an dieser Stelle muss auch nochmal hervorgehoben werden, mit welcher erfrischenden Normalität Hoover den gehörlosen Protagonisten Ridge in die Geschichte und das Leben integriert, als hätte er kein Handicap, sondern würde sogar mehr dazugewinnen, als hörende Menschen je erfahren können. Das Leben der Wohngemeinschaft erscheint so problemlos und leicht in dieser Hinsicht. Und das macht Hoover für mich zu einer besonderen Autorin. Sie schafft es, eine herrliche Normalität zu schaffen. Ihre Geschichte ist nicht lebensfern, sondern könnte dir und mir passieren und passiert vielleicht so auch oft auf der ganzen Welt. Und trotzdem ist sie mit ihren Besonderheiten stets einzigartig.

Wie ihr seht, ich bin begeistert. Endlos begeistert und einfach nur verliebt in dieses Buch!

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375 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 122 Rezensionen

wer war alice, thriller, alice, t.r. richmond, roman

Wer war Alice

T. R. Richmond , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 29.02.2016
ISBN 9783442205080
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zugegeben, Thriller, Krimis, Psychothriller..all das ist nicht wirklich mein Genre. Eigentlich macht es mir eher Angst und ich mache meist einen großen Bogen um diese Bücher. Doch diesmal war es anders. Das Cover und auch der Klappentext zogen mich magisch in ihren Bann. Ich schlich mehrmals in der Buchhandlung um dieses Buch herum, bis ich es mir schließlich kaufen musste. Denn ich musste wissen, wer Alice war und was mit ihr passiert ist.

Das Cover für sich ist schon ein kleines Kunstwerk. Zu sehen ist ein Gesicht einer jungen Frau, Wassertropfen auf ihrer Haut, das Gesicht umhüllt von schwarzem Haar. Schläft sie? Ist sie tot? Ist es Alice Leiche, die im Fluss schwimmt? Der Titel in weiß, eine leicht krisselige Schrift. Die Schrift erinnert an einen krisselnden Fernsehbildschirm und deutet für mich zugleich auf den Medienbezug des Buches hin.

Die Gestaltung des Romans ist besonders. Hier wird nicht durchgehend aus einer Sicht in chronologischer Reihenfolge geschildert was passiert. Nein, hier wühlt der Leser sich durch eine Fülle an Materialien. Wir finden Tagebucheinträge, Blogeinträge, Twitterbeiträge, Polizeiverhöre, Briefe, Chats, Songtitel, Zeitungsartikel.. und das nicht zeitlich geordnet, sondern in Zeitsprüngen. Mal befinden wir uns zu einer Zeit lange vor Alice Tod, dann plötzlich wieder nach ihrem Tod. Der Leser ist gefordert, dem Buch beim Lesen seine ganze Aufmerksamkeit zu schenken, um all die Puzzlestücke, die ihm präsentiert werden, zu einem Ganzen zusammenzufügen. Und wir haben nicht nur einen Protagonisten. Hier kommen viele Menschen zu Wort… Alice Freund/Ex Freund, Alice beste Freundin, Alice Mutter, Alice ehemaliger Professor, Augenzeugen, Polizisten, Journalisten und nicht zuletzt Alice selbst.

In Tagebucheinträgen erfahren wir Vieles aus Alice Leben. Sie lässt uns an ihren Gedanken, Ängsten und Sehnsüchten teilhaben. Und auch an ihrer psychischen Erkrankung. Wir begegnen ihrem ehemaligen Professor Jeremy Cooke, den ein Geheimnis mit Alice Mutter verbindet. Und der akribisch versucht, Alice Leben und ihren Fall zu rekonstruieren. Er sammelt beinahe wie besessen Alles, was er über den Todesfall finden kann und versucht das Rätsel zu lösen. Dem Leser wird schon bald bewusst werden, dass er eigentlich Professor Jeremy Cookes Werk selbst in den Händen hält und mit ihm die Arbeit erlebt, die der Professor sich gemacht hat. Doch welche Absicht steckt dahinter? Es gibt Menschen, die streuen Gerüchte. Schlimme Gerüchte über seine Verbindung zu Alice. Und das im Internet. Öffentlich. Wo jeder es lesen kann. Wo es nicht mehr verschwindet.

Menschen werden im Internet präsentiert, konstruiert.. bis der Leser nicht mehr weiß, wer die Person wirklich ist. Liest man die Abschnitte über die bestimmten Personen rein objektiv, oder wurde man in seiner Meinung durch vorangegangene Blogeinträge, Twitterbeiträge und Co. beeinflusst und liest nun subjektiv? Der Leser ist gefordert, sich selbst und sein Mediennutzungsverhalten zu hinterfragen. Schnell merkt man, dass man den Überblick über Wahrheit und Lüge verliert. In einem Moment geht man von einem Selbstmord von Alice aus, da sie viele Probleme mit sich trug, die einen solchen Ausweg nahelegen könnten. In einem anderen Moment könnte es aber auch der Professor gewesen sein. Oder war es vielleicht ihre beste Freundin Megan? Die Freundin, die auf ihrem Blog all ihren Frust und Kummer von der Seele schreibt. Die Fakten ans Tageslicht bringt, die eigentlich hätten verschwiegen werden müssen – “Nach mir die Sintflut, Alice” – schreibt sie immer wieder. Und was hat Luke mit all dem zu tun? Nachdem er sie betrogen und Alice das herausgefunden hatte, gab es eine zweimonatige Funkstille. Wiedergesehen haben sie sich erst an dem Abend von Alice Tod. War es eine Tat aus Liebe, aus Rache, aus Verzweiflung? Bis zum Schluss weiß der Leser es nicht. Und hier liegt für mich der größte Kunstgriff des Autors.

Er lässt den Leser im Dunkeln tappen, schickt ihn auf Irrwege, präsentiert ihm zig Deutungsmöglichkeiten und macht dabei eins: Er verwirrt so sehr, dass das Offensichtliche in der Flut der Informationen einfach nicht gesehen wird. Wer das Ende kennt, der weiß, dass es eigentlich so klar ist. So simpel. Vielleicht auch schon immer so offensichtlich gewesen. Im Nachhinein reflektiert, lassen sich viele Hinweise bereits im Buch entdecken, doch man hat sie schnell überlesen, so beiläufig erschienen sie.

Meiner Meinung nach ist es dem Autor gelungen, ein Meisterwerk der Konstruktion zu erschaffen. Er baut Medienkritik ein. Regt den Leser zur Reflektion des eigenen Mediennutzungsverhaltens an und zeigt deutlich, wie schnell Lüge und Wahrheit ineinander verschwimmen und die Grenzen verloren gehen. Was kann man in einer Welt noch glauben, in der jeder zu jedem Zeitpunkt öffentlich seine Meinung, sein Bild von anderen und gar von sich selbst konstruieren kann? Er mahnt zur Vorsicht. Und das ist gut, sehr gut sogar.

Das Buch ist nichts für schwache Gemüter – zumindest nicht für meins – denn mich hat es lange bis in die Nacht beschäftigt. Für mich war es ein außergewöhnliches Leseerlebnis und deshalb möchte ich es allen empfehlen, die auch gerne mal etwas Anderes und Besonderes lesen möchten.

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655 Bibliotheken, 26 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

geneva lee, royal desire, liebe, erotik, royal

Royal Desire

Geneva Lee , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.03.2016
ISBN 9783734102844
Genre: Erotische Literatur

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

erben, rezension, klassiker, krimi, schardt verlag

Oleander

Jan Büchsenschuß
Flexibler Einband: 194 Seiten
Erschienen bei Schardt, M, 01.10.2015
ISBN 9783898417846
Genre: Romane

Rezension:

Dank meines Berufs bei der Zeitung lerne ich ständig neue Dinge, neue Menschen und neue Themenfelder kennen, die ich vielleicht vorher nicht auf dem Radar gehabt hätte. Wer mir bei Instagram folgt, der weiß, dass ich eigentlich hauptsächlich Bücher lese, die sich den Genres Young Adult, Fantasy oder Liebesroman zuordnen lassen. Mit Krimis habe ich bisher wenig bis kaum Erfahrung gesammelt. Umso gespannter war ich, als ich zur Lesung von Jan Büchsenschuß ging, der mit seinem Roman “Oleander” eine vielversprechende Geschichte im Gepäck hatte. Bereits dort fesselte mich das Buch, so dass ich mich umso mehr freute, als ich das Büchlein im Briefkasten fand.

Der Autor erzählt die Geschichte der Familie Oleander. Die Familie folgt einem eigenen Codex – der Lex Oleandrin – für den sie Alles tun würde. Sie verstehen sich als eine eingeschworene Gemeinschaft, als Menschen mit dem Auftrag, Literatur und Intellekt zu pflegen und keinen Platz für banale Unterhaltungsmedien und Verdummung zu lassen. All die Akteure, die als Mitglieder der Familie Oleander auftreten – seien sie gebürtige Oleander oder angeheiratet – weisen ein herausragendes Interesse entweder für Literatur, Philosophie oder Architektur auf. Und noch eine Eigenschaft hegen sie alle: Sie sind sehr ehrgeizig. Wenn sie ein Rätsel bekommen, so wollen sie es um jeden Preis lösen.

Und so soll es auch mit dem Testament von Simon Oleander sein. Der Verstorbene hinterlässt ein beachtliches Erbe, das die Oleanders nur bekommen, wenn sie den Code des Safes herausfinden. Wenn sie es nicht über das Wochenende schaffen sollten, so gehe das Erbe an die Stadtbibliothek. Die Familienmitglieder befinden sich zum Zeitpunkt des Verlesens des Testaments in der Villa des Verstorbenen. Dieser hegte ebenfalls eine außerordentliche Leidenschaft für Literatur und baute sich über die Jahre einen gewaltigen Schatz an Büchern auf, so dass man diesen schon als eine eigene Bibliothek bezeichnen darf. Für die Oleanders ist klar – des Rätsels Lösung liegt in den Büchern. So teilen sie sich auf und machen sich auf die Suche nach Hinweisen, die sich in den Geschichten finden lassen könnten. Sie durchleben nocheinmal Geschichten von Jules Verne oder H.G. Wells, setzen sich mit der Philosophie von Aristoteles auseinander und durchforsten etliche Klassiker. In genauster Detektivarbeit durchforsten sie die Bücher, konstruieren mögliche Hinweise zu einem Gesamten und scheinen der Antwort immer näher zu kommen.Auch entdecken sie die Geheimnisse des Hauses. Geheime Kammern, Aufzüge, den Dachboden… Und mit dem Entdecken dieser Dinge beginnt ein blutiger Todesreigen. Nach und nach versterben Mitglieder der Familie auf unerklärliche Weise. War es einer aus dem eigenen Familienkreis? Oder vielleicht doch der Notar? Oder das Personal des Verstorbenen? Oder aber eine ganz fremde Person oder gar Selbstmord? den Oleanders wird bald klar – das Codewort des Safes ist nicht das einzige Rätsel, das sie lösen müssen.

Zu Beginn des Romans konfrontiert Büchsenschuß den Leser unmittelbar mit all den Familienmitgliedern, die in dem Buch eine Rolle spielen. Für einen Moment fällt es schwer, sich alle Namen und Zuordnungen zu merken, doch im Verlauf der Geschichte gelingt es dem Autor, die Zugehörigkeiten klar erkennbar zu machen. Immer wieder baut er Passagen ein, in denen er die Figuren genauer vorgestellt und charakterisiert, was es für den Leser interessanter macht, da er so erkennt, dass jeder Oleander oder angeheiratete Oleander – trotz der Lex Oleandrin – ein Individuum ist.

Mit beinahe jeder Zeile, die der Autor über Literatur verfasst, lässt sich auch seine persönliche Liebe zur Literatur erkennen. Und so lässt er auch im Epilog verlauten: “Dieser Roman ist, man ahnt es bereits, eine Hommage an das Bücher-Lesen und Bücher-Lieben” (S.192). Und diese Hommage gelingt ihm außerordentlich. Er gibt dem Leser Literaturtipps, Lesarten und neue Denkansätze an die Hand und bringt die Kunst der Bücher besonders mit einem Satz auf den Punkt, den ein Familienmitglied über den Verstorbenen sagt.
“Nein, Dörte, Simon konnte sehr wohl Realität und Fiktion auseinanderhalten. Aber er hat sich seinen Schlüssel zur Tür der Phantasie, den ein normaler Mensch im Laufe seiner Jugend irgenwann verliert, bis an sein Lebensende bewahrt. Und wenn er wollte. nahm er sich ein Buch, öffnete diese Tür und verschwand.” (S.85)

Ich denke an dieser Stelle bringt der Autor auf den Punkt, was er sich vermutlich für sich selbst, seine Leser und Allgemein die Menschheit wünscht: das Bewahren der Phantasie und das Schätzen der Literatur, die eine Tür zum Reich der Phantasie sein kann.

Man selbst ertappt sich als Leser dabei, wie man ständig mit den Oleanders mitdenkt, mitfiebert und miträtselt. In dem Moment, in dem der Todesreigen beginnt, eröffnet sich für den Leser ein erneutes Spannungsfeld, welches viele Rätsel aufgibt, die bis kurz vor Schluss ungelöst bleiben. Es gelingt dem Autor durch seine Konstruktion der Geschehnisse, den Leser bis zum Ende im Dunkeln tappen zu passen. Erst nach und nach lösen sich die Rätsel und die Antworten, die sich dahinter verbergen, hätte zumindest ich persönlich nicht so erwarten. Aus diesem Grund ist das Buch für mich ein wirklich sehr gelungener Kriminalroman und ich kann ihn mit gutem Gewissen jedem Krimileser und auch jedem Neueinsteiger – so wie ich – empfehlen.

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737 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 189 Rezensionen

liebe, organspende, herz, jugendbuch, jessi kirby

Mein Herz wird dich finden

Jessi Kirby , Anne Brauner
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.02.2016
ISBN 9783737353526
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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671 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 160 Rezensionen

selbstmord, liebe, suizid, depression, jennifer niven

All die verdammt perfekten Tage

Jennifer Niven ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Limes, 28.12.2015
ISBN 9783809026570
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich das Buch mit seinem unverwechselbaren Cover und dem spannenden Titel im Bücherregal entdeckte, konnte ich nicht umhin, es zu kaufen. Auf dem nachtblauen Hintergrund des Covers ist ein weiß-blauer Mond zu sehen, zu dem eine männliche Figur auf einer Leiter emporsteigt. Ein Mädchen sitzt bereits am Rande des Mondes. Das Cover erweckt für mich den Eindruck einer kleinen Unendlichkeit, einer Weite und Ferne, eines großen Universums, das es zu entdecken gilt und welches die zwei abgebildeten Personen bereits erkunden. Der Titel “All die verdammt perfekten Tage” ist in blau und rot geschrieben. Die beiden Farben zeigen für mich bereits den Kontrast zwischen Freude und Leid, Impulsivität und Stillstand, der im Buch eine große Rolle spielen wird.

Wenn man auf den Buchrücken schaut, ist die erste Frage, die dem Leser ins Auge sticht: “Ist heute ein guter Tag zum Sterben?” und hier wird der Leser zugleich auf das sensible Thema des Romans hingewiesen: psychische Erkrankung und Selbstmord.

Der Roman ist abwechselnd aus zwei Perspektiven geschrieben. Der Leser lernt sowohl Finch kennen, der an einer bipolaren Störung leidet, als auch Violet, für die die Welt nach dem tödlichen Unfall ihrer Schwester stillsteht.Beide begegnen sich das erste Mal auf einem Glockenturm. Ein Turm, den Finch gerne besteigt, um sich vorzustellen, wie es wäre, zu sterben. Ein Turm, den Violet zum ersten Mal besteigt, mit der Überlegung ihrem Leben ein Ende zu setzen. Als sie jedoch dort oben steht, bekommt sie es mit der Angst zu tun und fühlt sich plötzlich wie gelähmt. Da taucht Finch auf, der ihr in diesem Moment das Leben rettet.

Gemeinsam besuchen die beiden in der Schule das Fach Amerikanische Landeskunde, in dem der Lehrer die Schüler dazu auffordert, Indiana näher kennenzulernen und zu entdecken, welche schönen Dinge auch in den vermeintlich langweiligsten Orten zu finden sind.

Finch wünscht ich Violet als Partnerin. Zunächst ist sie skeptisch und lustlos. Doch Finch schafft es mit seiner aktiven und ansteckend fröhlichen Art, Violet für die kleinen Augenblicke des Lebens zu begeistern und sie Schritt für Schritt wieder ins Leben zu holen. Doch Finch selbst bewegt sich am Abgrund und droht sich selbst zu entgleiten. Das Buch schildert eindrucksvoll seinen Übergang von der manischen in die depressive Phase und den unaufhaltsam dunklen Sog, den Finch mit einem schwarzen Loch vergleicht und dem er sich nur schwer entziehen kann.

Beide Charaktere werden mit einer ausgesprochenen Liebe zum Detail gezeichnet. Jede Eigenheit, jeden Charakterzug, jede Gefühlsregung fängt die Autorin ein. Sie dokumentiert deren Lebensweg, als wäre sie eine stille Beobachterin,die die Figuren mit ihrem dynamischen Eigenleben beobachtet und die Autorin erweckt nicht eine Sekunde den Eindruck, als seien diese Protagonisten nur Romanhelden. Violet und Finch sind echt, authentisch, lebensnah.Sie stehen einem nahe.

Besonders Finch, der dem Leser mit wundervoll zerbrechlichen Zitaten jedes Mal aufs neue wieder überrascht und in seinen Bann zieht, ist einzigartig.

“Was wäre, wenn das Leben so sein könnte? Nur die schönen Teile, nichts von den Schrecken, nicht einmal die geringste, irritierende Kleinigkeit. Was, wenn wir das Schlechte ausschneiden und nur das Gute behalten könnten? Das ist es, was ich mit Violet machen will: Ich will ihr das Gute geben und das Schlechte von ihr fernhalten, damit wir nur von Schönheit umgeben sind” (Finch, All die verdammt perfekten Tage, S.179)

Die ersten hundert Seiten schildern die Vorgeschichte und das vorsichtige Kennenlernen der beiden Protagonisten. Leider gab es für mich hier und da einige Längen, die mir nicht gefielen. Aber in dem Moment, in dem sich die beiden Protagonisten auf ihren kleinen Road-Trip begeben, verändert sich die Geschichte und zieht einen – wie Finch seine Krankheit – immer weiter in seinen Bann. Eine erstaunliche Parallele, die die mehr als gelungene Konstruktion des Romans hervorhebt und unterstreicht.

Die Geschichte von Finch und Violet ist turbulent, macht glücklich, überrascht, bringt einen zum Lachen, rührt aber auch zu Tränen und ist unwahrscheinlich zerbrechlich. Mit dem Ausgang der Geschichte habe ich so nicht gerechnet, finde ihn aber gerechtfertigt. Und ich finde den Umgang der Autorin mit den dortigen Geschehnissen äußerst sensibel und einfühlsam. Denn trotz aller Tragik schafft sie es, dem Leser ein besonderes Lebensgefühl mit auf den Weg zu geben: Den Augenblick genießen, das ist es, worauf es ankommt. Die Schönheit der kleinen Dinge erkennen und damit die Schönheit der ganzen Welt und des Lebens entdecken.

Am Ende des Buches erfährt man in den Anmerkungen der Autorin, dass sie selbst einmal so etwas ähnliches erlebt hat wie Violet. Das lies mich das Buch noch einmal in einem ganz anderen Licht betrachten.

Jennifer Niven schafft es, die Themen psychische Erkrankungen und Selbstmord sensibel und eindrucksvoll darzustellen. Sie zeichnet einen Kosmos, in dem Menschen nicht in Schulbladen gesteckt werden, sondern als das wahrgenommen werden, was sie sind: Als Menschen. Mit Stärken und Schwächen. Mit Eigenheiten und Besonderheiten. Mit allen Facetten, die zum Leben dazugehören können.

Dieser Roman sollte von jedem gelesen werden, weil er die Sicht auf so viele Dinge im Leben verändern kann. Ich danke Jennifer Niven für einen Teil ihrer eigenen Geschichte und für die unverwechselbare Geschichte zwischen Finch und Violet. Ich werde die beiden in ihrer gelungenen Komposition niemals vergessen.

Das Buch bekommt von mir 5/5 Sternen!

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1.093 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 196 Rezensionen

liebe, colleen hoover, love and confess, tod, auburn

Love and Confess

Colleen Hoover ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.11.2015
ISBN 9783423740128
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach der Reihe um Will und Layken war dies das nächste Buch, das ich von Colleen Hoover gelesen habe. Das Cover und auch der Titel "Love and Confess" weckten sofort meine Neugier. Durch die Farbgebung und den damit entstehenden Kontrast zwischen weiß und pink wirkt das abgebildete Gesicht wie ein Kunstwerk, was perfekt zum Inhalt des Buchs passt.

Der Titel ermöglicht dem Leser Rückschlüsse auf den Inhalt. Er verrät eine Liebesgeschichte, weist aber gleichzeitig auch auf Geständnisse hin, denen innerhalb der Geschichte eine tragende Rolle zukommt.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen der junge Maler Owen und die 20-Jährige Auburn. Ihre Geschichte wird dabei abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt, wodurch dem Leser der EInblick in beide Gedankenwelten gewährt wird. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil beide Protagonisten Geheimnisse mit sich tragen, von denen der jeweils andere zunächst noch nichts weiß.

Auburn verlor als 15-jähriges Mädchen ihre erste große Liebe Adam, der aufgrund einer Krankheit verstorben ist. 5 Jahre nach seinem Tod zieht Auburn nach Dallas, dem Ort, an dem Adam damals gestorben ist. Der Umzug ermöglicht es ihr, näher an Adams Mutter und dessen Bruder Trey zu leben, die gemeinsam Auburns und Adams Sohn groß ziehen, da Auburn das Sorgerecht als junges Mädchen an Adams Mutter überschrieben hat. Nun will sie vor Gericht ziehen und das Sorgerecht für ihren Sohn wiederbekommen.

In ihrer schwierigen Zeit trifft sie auf den Maler Owen. Er hat an seiner Gallerie einen Briefkasten angebracht, in den Menschen Geständnisse werfen können, die Owen dann malerisch umsetzt, wenn sie ihn inspirieren. Für seine neue Ausstellung sucht er dringend eine Assistentin. Zufällig kommt Auburn vorbei und ergattert prompt den Job. Dabei beginnt es schon zwischen den beiden zu kribbeln und sie verbringen einen schönen Abend zusammen.

Zu ihrem nächsten Date erscheint Owen jedoch nicht, weil er wegen illegalen Drogenbesitzes festgenommen wird. Und zwar von Trey, dem Bruder von Adam, der seit längerem ein Auge auf Auburn geworfen hat und in Owen einen Konkurrenten wittert.

Über Auburn erfährt man als Leser leider nur sehr wenig. Man weiß, dass sie ihre große Liebe verloren hat, dass sie ein Kind hat und um das Sorgerecht kämpft. Warum sie damals genau das Sorgerecht an Adams Mutter überschrieben hat, wieso ihre Eltern wirklich nicht bereit waren, ihr aufgrund von eigenem Stress nicht unter die Arme zu greifen und welche Rolle die Eltern heute in ihrem Leben spielen, das erfährt man nicht. Ihre Persönlichkeit tut sich dem Leser nur durch ihre aktuellen Handlungen auf. Mir fehlte jedoch Hintergrundinformation, mehr Information über ihr Leben, um mich genauer in sie hineinfühlen zu können.

Von Owens Familiengeschichte hingegen erfährt man etwas mehr und das ermöglicht es dem Leser, mit ihm mitzufühlen. Doch auch er wird meiner Meinung nach viel zu oberflächlich gezeichnet. Des Weiteren empfand ich die Geschichte für zwei so junge Protagonisten nicht passend. All die Geschehnisse, die dort aufeinandertrafen, hätten sich meiner Meinung nach glaubwürdiger erzählen lassen, wären die beiden Hauptcharaktere zehn Jahre älter gewesen. Die beiden schwankten zwischen jugendlichem Leichtsinn und zu erwachsenem Verhalten, was meiner Meinung nach eben nicht altersgerecht war. Der Realitätsbezug fehlte mir außerdem bei der Entwicklung der Liebesgeschichte als solche. Es ging zu schnell, die Protagonisten brauchten grade mal drei Treffen, um sich unsterblich ineinander zu verlieben.
All diese Faktoren verwehrten mir die Identifikation und trotz vieler spannender Ideen und schöner Momente konnte mich die Geschichte mit ihren Figuren nicht vollständig überzeugen.

Die Geschichte als solche hat meiner Meinung nach aber ein unwahrscheinliches Potential. Eine Mutter, die um das Sorgerecht ihres Kindes kämpft, eine Liebesgeschichte, die aufgrund von äußeren Umständen unter einem schlechten Stern steht, bei der man jedoch spürt, dass die beiden Liebenden auf eine sehr tiefgründige Art und Weise verbunden sind, und ein böser und gewalttätiger Charakter, der mit allen Mitteln versucht, die Beziehung zu verhindern und die Frau an sich zu binden. All das hat Potential eine große Geschichte zu erzählen. Aber nur mit meiner Meinung nach älteren Protagonisten, mehr Hintergrundinformationen und kantigeren Charakteren.

Der Schreibstil der Autorin war es größtenteils, der mich zum Weiterlesen animierte. Locker, leicht, humorvoll und nah an der Person und an ihren Gefühlen, das hat mir sehr gefallen.

Das Buch ist etwas für Fans von Colleen Hover und eignet sich, um es an wenigen Tagen durchzulesen. Leider fehlten mir viele der oben genannten Aspekte und deshalb vergebe ich nur 3 von 5 Sternen.

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1.254 Bibliotheken, 34 Leser, 0 Gruppen, 249 Rezensionen

erotik, geneva lee, liebe, royal passion, royal

Royal Passion

Geneva Lee , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.01.2016
ISBN 9783734102837
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Was mir an diesem Buch als allererstes aufgefallen ist, das ist das Cover. "Royal passion" steht dort in einem königlichen Blau auf einem silber schimmernden Hintergrund. Im Bücherregal ist dieses Buch unter Garantie ein echter Augenschmaus.

Ob die Geschichte ein literarischer Schmaus werden würde, da war ich mir zu Beginn nicht sicher. Wir haben ein relativ bekanntes Konstrukt. Eine weibliche Protagonistin, die mit persönlichen Unsicherheiten zu Kämpfen hat und ein männlicher Protagonist, der zunächst nicht fähig erscheint zu lieben und seine Vergangenheit durch Kontrolle und Dominanz und Kühle in der Gegenwart verdrängt. Das gute Mädchen möchte den bösen Jungen im Herzen erreichen und ihm helfen, das Vergangene aufzuarbeiten und ihn somit vor sich selbst retten.

Das erinnert an zwei bereits bekannte Geschichten - die von Tessa und Hardin aus der After-Reihe und Fifty Shades of Grey. Auch die sexuelle Dominanz von Prinz Alexander in Royal Passion erscheint als eine Mischung als Mr. Grey und Hardin.

Je mehr man sich jedoch in die Geschichte hineinliest, umso mehr besticht sie durch Eigenheiten, die nur sie aufweist und die sie zu einem tollen Leseerlebnis macht.

Zunächst einmal wäre da die Protagonistin Clara zu nennen, die aus einer wohlhabenden Familie stammt und grade ihren Studienabschluss gemacht hat. Trotz ihres Geldes möchte sie auf eigenen Beinen stehen und einem Beruf im Bereich der Sozialen Arbeit nachgehen. Ihre Eltern sind durch ein Internet-Datingportal reich geworden. Dieses haben sie verkauft. Seitdem arbeitet der Vater weiterhin an verschiedenen Projekten, die Mutter hingegen lebt von dem erarbeiteten Geld und legt am meisten Wert auf gute Kontakte und hohes Ansehen. Mir gefällt an Clara einfach besonders gut, dass sie nicht auf der Welle ihrer Mutter mitschwimmen will und versucht, auf eigenen Beinen zu stehen.

Auf der Abschlussfeier lernt sie durch einen Zufall Prinz Alexander kennen, der sie an diesem Abend küsst. Reporter bekommen Wind von der Sache und schon am nächsten Tag prangert das Kussfoto der beiden auf allen Klatschzeitungen der Stadt.

Von da an entwickelt sich in einem rasanten Tempo eine zunächst rein auf sexueller Basis basierende Beziehung zwischen den beiden. Die Spannung zwischen den beiden ist greifbar und fühlbar und zieht einen förmlich in ihren Bann. Hier verändert sich auch der Sprachstil der Autorin Geneva Lee. An den Stellen zeichnet er sich durch besondere Härte und Vulgärität aus. Das muss man mögen, ansonsten wird es einem wohl aufstoßen.

Im Laufe der Geschichte taucht man immer mehr in die royale Welt ein, die sich besonders durch eins auszeichnet - Intrigen. Die Welt entspricht nicht dem Schein, den man sich davon verspricht sondern scheint einen förmlich in einen Abgrund zu reißen.

Der einzig liebenswürdige Charakter, den man dort trifft, ist Edward, Alexanders Bruder. Er selbst hütet auch ein Geheimnis vor der Adelsfamilie. Er wird in der intriganten und selbstgefälligen Gesellschaft wie ein Lichtblick, nicht nur für Clara sondern auch für den Leser.

Im Verlauf des Buches entwickelt sich die Geschichte von einem erotischen Abenteuer zu einem komplexen Beziehungsgeflecht, das einen in seinen Bann zieht. Man möchte immer und immer weiter lesen, verliebt sich in diese beiden so unterschiedlichen Protagonisten und will unbedingt wissen, wie ihre Reise weitergeht. Man wünscht sich noch mehr von der royalen Welt, von den Gefühlen zwischen den beiden..

Durch die Einbettung in die royale Welt erhält die Geschichte meiner Meinung nach ihren besonderen Schliff. Aber auch durch die sich verändernde Beziehung zwischen Clara und Alexander. Man will hinter die Geheimnisse kommen... das Warten auf den 2. Band wird schwer. Ich freue mich schon sehr auf den 14. März!

Wer After passion und Shades of Grey mochte, sich aber stets nach mehr Tiefgang sehnte, der wird Royal passion lieben. Ich gebe diesem Buch 5/5 Sternen und spreche somit meine unbedingte Leseempfehlung aus!

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1.670 Bibliotheken, 26 Leser, 5 Gruppen, 253 Rezensionen

dystopie, fantasy, liebe, amy ewing, das juwel

Das Juwel - Die Gabe

Amy Ewing ,
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 20.08.2015
ISBN 9783841421043
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich das Buch mit seinem unvergleichlichen Cover in der Buchhandlung sah, musste ich es einfach haben. Allein die Farbgebung und dann noch die kleinen Glitzerpartikeln.. ja, ich war hin und weg.

Auch auf zahlreichen Bücherseiten habe ich gelesen, wie toll das Buch ist. Darum bin ich wahrscheinlich - wenn auch ungewollt - mit hohen Erwartungen an das Buch herangegangen. Und leider muss ich sagen, dass ich doch etwas enttäuscht wurde.

Das Grundgerüst der Geschichte ähnelt dem vieler Bücher, die in der letzten Zeit auf den Markt gekommen sind. Es geht um die Einzige Stadt, die von einer Mauer umschlossen ist, um von dem dahinter liegenden wilden Meer geschützt zu sein. Die Stadt ist in fünf Kreise aufgeteilt. So gibt es beispielsweise den Sumpf, in dem die armen Menschen leben. Der Sumpf gehört zum äußersten Kreis und aus ihm kommen die meisten Arbeiter. Dann gibt es noch den Schlot, die Farm, die Bank und letztendlich das Juwel. Das Juwel stellt das Zentrum der Einzigen Stadt dar und dort leben die Adligen.

Vor Jahren wurde beschlossen, dass die Adligen selbst keine Kinder mehr gebären sollen, wohl aber Leihmütter damit beauftragen können. Als man dann herausgefunden hat, dass einige Mädchen aus dem Sumpf besondere Fähigkeiten besitzen - die so genannten Auspizien - begann man, sie auf diese Möglichkeit hin zu testen. Geeignete Kandidatinnen werden ihren Familien entrissen und kommen beispielsweise nach Southgate, einer Verwahranstalt, in der die Mädchen zu so genannten Surrogaten ausgebildet werden.

Surrogate werden bei einer Auktion von Adligen ersteigert und dann als deren Eigentum gehalten. Sie müssen gehorchen, sonst werden sie bestraft. Und sie dienen nur einem einzigen Zweck - die sollen die Kinder der Reichen gebären.

Ich finde das Grundgerüst dieser Geschichte sehr ausgefeilt und die tollen Grafiken, die sich in dem Buch finden und den Aufbau visualisieren, sind sehr gelungen. Jedoch empfinde ich den Grundgedanken als sehr grausam. Dass dort Menschen verkauft und gequält werden und nicht mal mehr ihre Identität wahren können, sondern nur noch eine Nummer sind, finde ich schon wirklich heftig und meiner Meinung nach auch grenzwertig.

Durch das ersschreckende Grundgerüst empfand ich beim Lesen kaum eine Szene als schön, da sich die Grausamkeit doch über das gesamte Buch erstreckte.

Die Protagonistin Violet finde ich sympathisch. Sie ist mutig und bereit, für Menschen, die sie sehr ins Herz geschlossen hat, einzutreten. So beispielsweise für ihre beste Freundin Raven, die sie in der Verwahranstalt kennengelernt hat. Ihre Zofe Annabelle und die Zofe der Fürstin, Lucien, habe ich sehr ins Herz geschlossen. Sie sind auf ihre Art und weise liebenswürdig und vertrauensvoll und erwecken den Eindruck, dass es in dem kühlen System noch einen Schimmer von Wärme gibt.

Der Sohn der Herzogin - Garnet - sorgt für Leben und Erheiterung im Rahmen der Geschichte. Er rebelliert nicht nur durch seine Trinkerei, sondern durch sein ganzes Auftreten gegen diese Herrschaftsstrukturen und sorgt somit ebenfalls für Menschlichkeit.

Nach circa der Hälfte des Buches taucht plötzlich Ash auf, ein Gefährte. Zwischen ihm und der Protagonistin Violet entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Meiner Meinung nach ist diese Geschichte aber wenig authentisch. Ash tritt wie aus dem Nichts auf und bereits nach der ersten Begegnung und den ersten drei Sätzen ist Violet völlig aus dem Häuschen und mehr als nur unendlich verliebt. Es entwickelt sich alles meiner Meinung nach viel zu schnell, was die Authentizität der Liebesgeschichte irgendwie schmälert. Ich finde sogar, dass zumindest der erste Band diese Liebesgeschichte garnicht gebraucht hätte..

Das Ende war spannend und kam sogar mit einer kleinen Überraschung daher. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Reihe weiterlesen werde. Sicherlich sehen es viele auch anders, aber ich bin eher zartbesaitet und die Geschichte war mir alles in allem einfach zu grausam. Darum gebe ich dem Buch leider nur 2 von 5 Sternen.

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879 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 171 Rezensionen

liebe, krankheit, jugendbuch, nicola yoon, immundefekt

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt

Nicola Yoon
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Dressler, 17.09.2015
ISBN 9783791525402
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das literarische Debüt der Autorin Nicola Yoon kommt mit einer gewaltigen Gefühlswelle um die Ecke, und reißt jeden mit, der sich in ihrem Umkreis bewegt.

Sie reißt den Leser mit und will ihn vor allem an ein Ziel tragen: Das Leben zu wollen. Mit all seinen schönen und schlechten Seiten. Das Leben zu wollen und zu leben und zu genießen, egal, wie lange man hier auf der Erde verweilen darf. Jeden Moment leben und nicht die Augen vor der Schönheit der Welt verschließen.

Doch genau das muss Madeline tun, um nicht in eine Depression zu verfallen. Denn Maddy - wie sie liebevoll genannt wird - leidet an einem seltenen Immundefekt und darf das Haus nicht verlassen, niemals. Ihr Leben spielt sich in ihrem Haus ab und sie meistert ihren Alltag gemeinsam mit ihrer Mutter, die als Ärztin arbeitet, und Carla, ihrer liebgewonnenen Krankenschwester. Tagein tagaus durchlebt sie immer wieder die gleichen Dinge - Bücher lesen, am Onlineunterricht teilnehmen, Spieleabende mit ihrer Mutter.

Doch dann wird ihr gewohnter Tagesrhythmus je unterbrochen, als nebenan neue Nachbarn das Haus beziehen. Als sie den Umzug aus dem Fenster beobachtet, entdeckt sie Olly. Ein charmanter Typ, der das Leben liebt und lebt. Der ständig in Bewegung ist und Risiken eingeht und somit das totale Gegenteil von Madeline verkörpert.

 

Beide Charaktere verzaubern den Leser durch ihre besonderen Eigenarten. Jeder Bücherwurm wird sich mit Maddy identifizieren können, denn ihr Herz schlägt ebenfalls für Bücher. Sie ist ein liebenswürdiger Mensch, der trotz seiner Krankheit nicht aufgibt und versucht, stets das Beste aus ihrem Leben und ihrer Situation zu machen – eine wahre Kämpfernatur.

 

Olly ist ein Freigeist. Er ist dauernd in Bewegung und geht Risiken ein und scheint keine Angst zu haben. Doch auch er hat ein schweres Päckchen zu tragen. Denn in seiner Familie dominiert häusliche Gewalt durch seinen Vater und Olly versucht seine Schwester und seine Mutter zu beschützen und würde sie nicht im Stich lassen.

 

Anfänglich verbindet Olly und Maddy nur eine Chatbekanntschaft. Sie schreiben sich oft, kommunizieren nahezu pantomimisch von ihren Fenstern aus und verspüren den sehnlichsten Wunsch, sich zu treffen. Die gutmütige Krankenschwester Clara, die ich ebenfalls sofort in mein Herz geschlossen habe, ermöglicht den beiden ihren Wunsch und nach und nach entwickelt sich eine Liebe zwischen den beiden, die stärker als alle Grenzen dieser Welt zu sein scheint.

 

Gemeinsam brechen sie in ein Abenteuer auf, von denen keiner der beiden weiß, wie es ausgehen wird. Doch es kommt nur auf eins an – das ganz große, echte, pulsierende Leben spüren – und sei es auch nur für einen Tag! Sowohl Madeline als auch Olly sind beide auf ihre eigene Art und Weise dazu bereit, für genau diese Momente alles zu riskieren.

 

Ich habe das Buch nahezu in einem Atemzug durchgelesen, denn die Geschichte der beiden lies mich nicht mehr los. Ich habe mitgefiebert, mich gefreut, gelacht, gebangt und gehofft. Und vor allem habe ich mir für beide nur eins gewünscht – Leben!

 

Das Ende des Buches kam überraschend, wobei ich sagen muss, dass mir während des Lesens schon immer mal die Idee kam, dass es vielleicht so ausgehen könnte. Aber ich möchte hier natürlich nicht zu viel verraten und euch einfach ans Herz legen, dieses unglaubliche Buch zu lesen.

 

Besonders der Schreibstil und die liebevolle Aufmachung des Buches verleihen ihm einen besonderen Glanz. Mal sieht der Leser sich mit Zeichnungen und Notizen konfrontiert, ein anderes Mal werden Krankenakten geöffnet, Chatdialoge protokolliert oder auch einfach nur die Geschichte erzählt. Die Abwechslung ist einzigartig und ist mir so bisher noch nie begegnet, allein dafür müsste man schon 5 Sterne vergeben. Der Schreibstil vermittelt dem Leser den Eindruck, als hätte er einen Platz in Madelines Kopf und könnte genau ihre Gedanken verfolgen und unmittelbar ihre Entstehung miterleben. Das Buch besticht durch seine Wirklichkeitsnähe im Schreibstil, die Identifikationsmöglichkeit mit der Protagonistin und einer mehr als lebensbejahenden Geschichte.


Bitte lest dieses Buch!

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(1.198)

2.040 Bibliotheken, 31 Leser, 5 Gruppen, 201 Rezensionen

selection, casting, kiera cass, liebe, prinzessin

Selection - Die Kronprinzessin

Kiera Cass , Susann Friedrich , Lisa-Marie Rust
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 23.07.2015
ISBN 9783737352246
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ich die ersten drei Teile der Selection-Reihe regelrecht verschlungen habe, bin ich sofort zum Buchladen gegangen und habe mir auch den vierten Teil zugelegt.

Zunächst hatte ich erwartet, eine konkrete Fortsetzung, anschließend an den dritten Band, vorzufinden. Ich hatte mir gewünscht zu erfahren, wie genau America und Maxon ihre Ämter antreten, wie sie das Kastensystem abschaffen usw. Denn der historisch-politische Teil der Trilogie hätte meiner Meinung nach viel mehr Potential gehabt. Zwar spielte es immer wieder eine Rolle, aber dieser Teil hätte meiner Meinung nach noch voller ausgeschöpft werden können.

Der Zeitsprung zwischen dem dritten und dem vierten Teil ist groß. Plötzlich ist dort Eadlyn, die 18-Jährige Tochter von America&Maxon. Las man eben noch über das turbulente Leben der 17-Jährigen America, so fand man sich plötzlich Jahre später und mit einer neuen Protagonistin konfrontiert - der Kronprinzessin.

Und diese hat einen gänzlich anderen Charakter als die liebenswürdige America. Eadlyn tritt auf als egozentrisch, selbstverliebt und gefangen in ihrem pubertären Verhalten. Sie hat große Mauern um sich herum errichtet und möchte niemanden wirklich an sich heranlassen. Nur ihre Brüder, besonders Ahren, ihr Zwillingsbruder, kommen an sie an. Ich muss zugeben, dass mir die ersten Auftritte von Eadlyn nicht wirklich gefallen haben und ich sie wirklich unsympathisch fand - was für mich ein ziemlich negativer Aspekt ist, denn von der Sympathie zum Protagonisten lebt die Geschichte.

Nach und nach finden sich jedoch viele bekannte Gesichter in der Geschichte wieder, so zum Beispiel Lucy, Aspen, Marlee, Tante May und noch einige Bekannte mehr. Das finde ich wirklich sehr gelungen, denn alle werden mit in die Geschichte einbezogen und nach und nach erfährt man, wie es den liebgewonnenen Charakteren der ersten Bücher ergangen ist. Und auch wenn America&Maxon nun sehr erwachsen daherkommen, ihren Aufgaben beinahe erlegen, und leider so manches Mal besonders Maxons romantische Ader auf der Strecke bleibt - obwohl ich genau das an den ersten Teilen so liebte - freut es mich jedoch sehr, dass auch ihre Geschichte nicht außer Acht gelassen wird. Es gefällt mir besonders, wie Eadlyn nach und nach erfährt, wie die beiden das Casting erlebt haben. So bekommt man selbst nochmal einen Rückblick und die Erinnerungen an ein unvergessliches Leseerlebnis werden wachgerufen.

Der Staat Illeá erleidet in Sachen Aufständen trotz Abschaffung des Kastensystems einige Rückschläge. Nicht nur, damit Eadlyn ihr Glück findet, sondern vor allem, damit das Volk zufriedengestellt und von eigentlichen Problemen abgelenkt werden soll, findet ein Casting für Eadlyn statt. Und diese ist alles andere als begeistert und versucht mit aller Macht es zu boykottieren. Auch hier kam wieder ihre herrschsüchtige Ader zum Vorschein und die geplanten Aktionen machten es nicht wirklich besser und sorgten nicht grade dafür, dass ich mehr Sympathie für sie empfand.

Jedoch durchlebt Eadlyn in diesem Buch einen kleinen Wandel und entwickelt sich weiter. Wird reifer, ihre Ansichten vernünftiger und der Leser kann miterleben, wie ihre Mauer so langsam zu bröckeln beginnt. Das wiederum steigert das Lesevergnügen ungemein, denn diese Seiten an Eadlyn sind durchaus liebenswürdig.

Besonders einige der 35 Kandidaten, darunter Kile, Henri und sein Übersetzer Erik, habe ich sehr ins Herz geschlossen. Sie bringen eine bessere Seite an Eadlyn zum Vorschein. Generell gefällt es mir gut, das Casting nun einmal von der anderen Seite aus zu erleben - nämlich von der des Palastes. So erlebt man die Gefühlswelt des Partnersuchenden hautnah mit. Es erschwert allerdings das Kennenlernen der Kandidaten, von denen ich durchaus noch mehr erfahren wollen würde.

Der Selection-Leser ist in allen drei Bänden durchweg gewöhnt, eine ans Herz gehende Liebesgeschichte zu lesen und von Gefühlen nahezu überrannt zu werden. Der Funke springt in dem ersten Teil der Geschichte der Kronprinzessin leider noch nicht über. Sicherlich hat man schon seine männlichen Favoriten, doch ein wahres Feuer und Flamme sein bricht noch nicht aus. Vielleicht ist das ja dann Band 5 vorenthalten.

Der Cliffhanger am Ende der Geschichte war krass. Die Ereignisse überschlagen sich und es geschehen gleich zwei Dinge, die man so sicher nicht erwartet hätte. Allerdings ist der Cliffhanger vor allem deshalb gut gewählt, weil es liebgewonnene und antbekannte Charaktere betrifft, von denen man immer mehr erfahren möchte. Dennoch wird es schwer, nun bis Mai 2016 zu warten, bis der 5. Band endlich erscheint. Die Spannung bleibt.

Ich empfehle dieses Buch allen, die die Selection-Reihe genau so lieben wie ich. Jedoch sollte man nicht so hohe Erwartungen bezüglich einer tiefgründigen Liebesgeschichte wie bei Maxon und America haben, denn diese findet sich in Band 4 noch nicht. Allerdings bereitet die Autorin Kiera Cass dem Leser allein durch ihren Schreibstil und die interessanten Charaktere ein tolles Lesevergnügen, das einen an die Buchreihe fesselt und weiterlesen lässt.

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438 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

zeit, momo, michael ende, kinderbuch, freundschaft

Momo

Michael Ende
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Thienemann Verlag, 19.08.2013
ISBN 9783522201889
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im Rahmen meines Studiums stand das Buch "Momo" von Michael Ende auf dem Lektüreplan. Zunächst war ich euphorisch. Endlich mal ein Buch, das sich nicht zwischen Goethe, Lessing, Schiller und Co. stellen ließ, sondern das ganz anders daherkommt - frischer, kindlicher, neuer.

Die Geschichte erzählt auf märchenhafte Art und Weise die Geschichte der kleinen Momo, die eines Tages einfach in der Stadt auftaucht und das alte Amphitheater bezieht. Dort errichtet sie sich mit Hilfe zahlreicher Freunde, die sie in Kürze findet, ein kleines Heim und heißt dort tagein tagaus viele viele Menschen willkommen. Denn Momo besitzt eine Fähigkeit, die die wenigsten Menschen auf diese Art und Weise besitzen - sie kann zuhören, stundenlang und bewirkt meist, dass die Menschen sich danach besser fühlen.

Zunächst einmal lernt der Leser das Mädchen Momo kennen und schließt sie, wie auch all die anderen Charaktere des Buchs, ins Herz. Man wird mitgenommen in eine Welt voll kindlicher Phantasie, in der mit den einfachsten Utensilien die schönsten Geschichten erzählt und gespielt werden können. So märchenhaft und schön gerade die Passagen daherkommen, so langatmig können sie leider auch sein. Manchmal verliert man beinahe die Geduld, noch eine und noch eine Seite dieser Abenteuer zu lesen, denn sie werden oft zu ausführlich geschildert. Betrachtet man es jedoch aus der Perspektive, dass dieses Buch für Kinder geschrieben wurde, so erscheinen diese Passagen in ihrer Ausführlichkeit durchaus angemessen.

Im Laufe der Geschichte treten die so genannten Grauen Herren in das Leben der kleinen Momo. Und diese haben keine guten Absichten, denn sie sind Zeit-Diebe und stehlen den Menschen all die schöne Zeit, die sie für Dinge genutzt haben, die ihnen Freude bereitet haben.
Momo muss schmerzlich erfahren, wie sie immer einsamer wird, denn fast all ihre Freunde wurden von den Zeit-Dieben bestohlen. Aber das kleine Mädchen Momo gibt nicht einfach so auf und tritt den Kampf gegen die Zeit-Diebe an.

Dieser Kampf beginnt etwa ab der Hälfte des Buches und hier wendete sich für mich das Blatt. Während ich die erste Hälfte, wie oben bereits erwähnt, oftmals langatmig fand, habe ich die zweite Hälfte sehr schnell gelesen und als durchaus spannend empfunden.
Besonders Momos Gespräche mit Meister Hora, der in dem Buch den Tod verkörpert, habe ich wirklich genossen, denn dort wird so viel Lebensweisheit mit auf den Weg gegeben, die ich mir wirklich zu Herzen genommen habe.

Beispielsweise, wie wichtig die Phantasie der Menschen ist und das kein Spielzeug der Welt es ersetzen kann. Oder auch, dass man nicht sein Leben lang jeden Augenblick auf die Zukunft hinarbeiten sollte, sondern auch einfach mal im Hier und Jetzt leben soll, den Moment genießen und nicht darüber nachdenken, was in ein paar Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren sein könnte. Denn Zeit wird nicht in Tagen gemessen, sondern in Augenblicken.

Und ich danke Michael Ende, dass er uns mit Momo in unserer hektischen Zeit genau daran erinnert hat, einfach einmal innezuhalten und den Augenblick zu leben.

Ich gebe diesem Buch aufgrund des Einstiegs 4 von 5 Sternen und empfehle jedem, sich einfach mal die Zeit zu nehmen, sich in die zauberhafte Welt der kleinen Momo entführen zu lassen.

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(1.695)

2.477 Bibliotheken, 30 Leser, 6 Gruppen, 231 Rezensionen

liebe, selection, dystopie, rebellen, prinz

Selection - Der Erwählte

Kiera Cass , Susann Friedrich
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 19.02.2015
ISBN 9783737364980
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kiera Cass kreiert mit dem dritten Band der Selection-Reihe - Der Erwählte - ein spannendes Finale rund um die Dreiecks-Liebesgeschichte zwischen Aspen, America und Maxon.
Ich möchte diesen und die ersten zwei Teile gerne als eine Art Trilogie betrachten, die die Liebesgeschichte zwischen den Dreien behandelt. Auch wenn es noch einen vierten und bald auch einen fünften Teil geben wird, möchte ich nach dem Dritten zumindest einen kleinen Cut ziehen und die ersten drei Teile als eine Einheit betrachten.

Mittlerweile sind nur noch vier Mädchen der anfänglich 35 Anwärterinnen übrig. Die kleine Auswahl ermöglicht es dem Leser, die Mädchen noch näher kennenzulernen - und nachdem diese Möglichkeit im zweiten Band noch eher zu kurz kam, widmet sich ein interessanter Teil des Buches genau der Vorstellung und Gedankenwelt der Teilnehmerinnen. Celeste war für mich von Anfang an beispielsweise ein nervender Charakter, den ich am liebsten loswerden wollte. Doch mit dem dritten Band konnte ich sie besser verstehen, ja, ich mochte sie sogar. Ihre Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit war für mich wirklich überraschend und hat auch in ihrer aufblühenden Freundschaft zu America einen wirklichen Wandel der Geschichte gebracht. Auch dass die Zofen für America stets eine so wichtige Rolle spielen und dass man als Leser die Chance hat, besonders Lucy näher kennenzulernen, gefiel mir sehr gut. Und das sich für sie ein so schöner Ausweg aus ihrem Dasein und eine überraschende Liebesgeschichte entwickelt, hat mich mehr als gefreut.

Es passieren nach und nach einige Dinge, die Prinz Maxon angehen, die nicht nur America überrascht haben, sondern auch mich als Leser. Wieder schafft es der Schreibstil von Cass, dass ich regelrecht mit America mitgelitten habe und hin und her überlegt habe. Doch in diesem Buch kommt auch die Seite von Prinz Maxon gänzlich zum Vorschein, die sich schon immer mal wieder abgezeichnet hat - die hoffnungslose Romantik. Wer das Buch gelesen hat und auf seine Briefe gestoßen ist, der wird wissen, was ich meine. Wer wünscht sich nicht so jemanden, der so für einen fühlt?

Schwer zu verkraften waren die großen Verluste, die die Protagonisten erleiden mussten und einige kamen auch hier wieder sehr überraschend und waren nicht nur für die Betroffenen schmerzlich, sondern auch für den Leser.

Der Konflikt mit den Rebellen erreicht auch hier ein kleines Finale und spitzt sich immer mehr zu. An manchen Stellen ist die Spannung kaum auszuhalten. Hintergründe kommen immer mehr in den Vordergrund, Verbindungen tun sich auf, von denen der Leser bis zu ihrer Bekanntgabe garnichts geahnt haben.

Die letzten 100 Seiten habe ich wirklich an einem Stück durchgelesen und konnte nicht mehr aufhören, mit America mitzuleiden, mich mitzufreuen, aufgeregt zu sein, zu bangen und zu hoffen. Es war ein wirkliches Auf und Ab, das mich zum Weinen, Lachen und Weiterlesen animiert hat.

Wie ihr bereits rauslesen konntet, bin ich für dieses Buch voll des Lobes. Es ist für mich ein wirklich gelungener kleiner Abschluss, der so viele Überraschungen parat hielt, die ich nicht mehr für möglich gehalten habe, das ich garnicht anders kann, als dem Buch 5 Sterne zu geben!

Wer die ersten beiden Bücher gelesen hat, der wird dieses sowieso schon im Regal stehen haben. Und bei wem das noch nicht der Fall ist, der sollte sich auf in den Buchladen machen und sich ein unvergleichliches Lesevergnügen sichern! :)

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

drama, impressionismus, reigen, gesellschaft, wien

Reigen / Liebelei

Arthur Schnitzler , Günther Rühle , Richard Alewyn
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.02.1989
ISBN 9783596270095
Genre: Gedichte und Drama

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(1.457)

2.164 Bibliotheken, 27 Leser, 3 Gruppen, 115 Rezensionen

casting, selection, liebe, prinz, america

Selection - Die Elite

Kiera Cass , Susann Friedrich
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 23.07.2015
ISBN 9783733500955
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nur noch sechs Mädchen sind übrig, die um Prinz Maxon kämpfen. Und America Singer ist eine von ihnen. Doch während andere Mädchen sich immer mehr ins Zeug legen, ist America noch immer zwischen Aspen und Prinz Maxon hin- und hergerissen.
Und dann passiert etwas Schreckliches, das für America alles in einem anderen Licht erscheinen lässt..

Schon als ich den Klappentext las, war ich mehr als neugierig darauf, was dieses Schreckliche wohl sein könnte. Kaum war das Buch gekauft, habe ich schon angefangen, zu lesen. Und auch diesen Teil habe ich verschlungen.

Das Eingrenzen des Kreises zu der so genannten Elite ermöglicht ein noch besseres Kennenlernen der anderen Teilnehmerinnen und eröffnent auf eine interessante Art und Weise den Kampf um Prinz Maxon. Ein bisschen könnte man hier vielleicht an die Fernsehsendung "Der Bachelor" denken - so schreiben es ja auch einige Stimmen - allerdings kommt Selection mit wesentlich mehr Charme daher.
Das schreckliche Ereignis wirft ein neues Licht auf die Lebensweise innerhalb des Palastes und schürt Zweifel in America. Aber nicht nur in ihr - auch ich war schockiert und habe mich gefragt, wie ich an ihrer Stelle reagieren würde und wie ich mich letztendlich entscheiden würde. Überhaupt schafft Kiera Cass es durch ihren Schreibstil, dass der Leser sich nicht nur mit America identifiziert, sondern dass man auch mit ihr sympathisiert und mitfiebert. Nicht nur die Protagonistin selbst, sondern auch der Leser beginnt, abzuwägen und Entscheidungen zu treffen.

Das Buch hielt für mich neben dem Schrecklichen Ende noch so einige Überraschungen parat, mit denen ich nicht gerechnet habe und der der Geschichte noch mehr Schwung verliehen. Ich mag diesen zweiten Teil genau so wie den ersten und kann mir vorstellen, dass es den meisten unter den Lesern auch so geht. Und das spricht meiner Meinung nach für sich, wenn der zweite Teil mit dem ersten in allen Punkten mithalten kann - darum musste ich am Folgetag auch in den Buchladen, um mir gleich den dritten Teil zu kaufen.

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(2.821)

4.196 Bibliotheken, 46 Leser, 10 Gruppen, 388 Rezensionen

liebe, selection, dystopie, prinz, kiera cass

Selection

Kiera Cass , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 01.02.2013
ISBN 9783737361880
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im ersten Band der Selection-Reihe von der Autorin Kiera Cass wird der Leser in die Welt des Kastensystems und des Palastes von Illeá eingeführt. Gemeinsam mit der Protagonistin America Singer begibt er sich auf eine Reise, die nicht nur Americas, sondern auch das Leben aller Beteiligten grundlegend ändern wird.

Der Staat Illeá unterliegt einem Kastensystem, das sich von Kaste 1 (König, Königin, Prinz) bis zur Kaste 8 erstreckt. Jeder wird Familienbedingt in eine Kaste hineingeboren und wer einer der unteren Kasten angehört, der hat es zumeist auch schwer, dieser zu entkommen.
Zunächst einmal lernt der Leser America Singers Familie und ihr Leben als Fünfer kennen. Wer der Kaste fünf angehört, der muss für sein Essen und Überleben hart arbeiten. Americas Familie hat sich den Künsten verschrieben. Sie musizieren und singen auf Festen und malen Bilder für Familien höherer Kasten.
Mit dem Casting, dass der Palast einberufen hat, um für Prinz Maxon eine geeignete Prinzessin zu finden, tut sich für die jungen Mädchen des Landes die Möglichkeit auf, aus der eigenen Kaste aufzusteigen.
America Singer erhält einem Brief, mit dem sie zur Teilnahme an dem Casting aufgefordert wird. Widerwillig, aber letztendlich zum Wohl ihrer Familie, nimmt sie an diesem Casting Teil und schafft es unter die letzten 35 Mädchen, die in den Palast einziehen dürfen.
Von nun an beginnt eine Geschichte voller Liebe, Ängste, Wut und Erkenntnissen, die den Leser so manches Mal überraschen werden.
Denn in Americas Leben spielt schon bald nicht nur der Prinz eine Rolle, sondern auch ihre erste Liebe Aspen...

Zu Beginn erinnerte mich die Aufteilung in das Kastensystem, die Bezeichung "Capitol" für den Platz des Palastes und auch die Armutsabstufung stark an die Tribute von Panem. Ich war etwas skeptisch, denn ich wollte keinen Abklatsch der Panem-Romane lesen, da diese für sich sprechen. Auch America Singers Kämpfernatur und der geschichtliche Hintergrund hinter der Staatenbildung erinnern mich an Panem.

Jedoch konnte ich diesen anfänglichen Gedanken immer mehr verflüchtigen, je mehr ich in die Geschichte von America Singer eintauchte. Liebenswürdige Protagonisten treten in den Vordergrund - v.a. Prinz Maxon, Aspen und Americas Vater - die der Geschichte ihren ganz eigenen Schliff verleihen. Nicht nur America ist zwischen Maxon und Aspen hin und her gerissen, auch ich war es. Das Kennenlernen der anderen Mädchen und der Geschichten des Palastes wurde nie langweilig und ermöglichte es einem nur noch mehr, in die Geschichte einzutauchen.

Der Schreibstil ist lebendig und emotional, ermöglicht dem Leser das ungehinderte Hineinversetzen in die Gefühlswelt von America und bringt einen dazu, sich nur noch mehr in die Geschichte zu verlieben.

Beim Lesen vergeht die Zeit wie im Flug und eh man sich versieht, ist man schon auf der letzten Seite angekommen und kann seinen Drang, weiterzulesen, kaum unterdrücken. Man muss einfach wissen, wie die Geschichte um die Protagonisten weitergeht und wenn dieses Kriterium erfüllt ist, dann ist es für mich einfach ein großartiger Start in eine Buchreihe, er könnte garnicht besser sein.

Ich möchte eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen für alle, die gerne in andere Welten eintauchen, Buchreihen mögen, die ein spannendes Geschichtskonstrukt aufbauen und die einfach Lust auf eine unvergleichliche Liebesgeschichte haben.

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149 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

vergangenheit, familie, frauen, wo, schmerz

Wo dein Herz zu Hause ist

Anna McPartlin , ,
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 31.07.2015
ISBN 9783499271809
Genre: Romane

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313 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

liebe, krebs, bipolare störung, schwangerschaft, tod

Tanz auf Glas

Ka Hancock , Katharina Volk
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.01.2015
ISBN 9783426512814
Genre: Romane

Rezension:

Ka Hancock hat mit ihrem Roman "Tanz auf Glas" zu einem ganz besonderen Tanz eingeladen. Zu einem Tanz, der über Trauer, Angst, Schicksalsschläge, Hoffnung und die ganz große Liebe schwebt. Der Leser flaniert mit Lucy und Michael Chandler über ihren liebevoll zusammengekehrten, glitzernden Scherbenhaufen, der alle Facetten des Lebens ausstrahlt.

Mit Lucy lernt der Leser eine Protagonistin kennen, die vom Schicksal gebeutelt scheint, doch niemals die Hoffnung aufgegeben hat. Ihre Mutter hat sie durch Brustkrebs verloren, ihr Vater wurde erschossen und sie selbst erkrankte schon einmal an Krebs. Trotzdem steht sie auf, lacht, liebt das Leben und all die Menschen aus der kleinen Stadt, in der sie lebt und die ihr eine Familie sind. Die Liebe zu ihren beiden Geschwistern ist rein und bedingungslos. Eine inspirierende Geschwisterbeziehung tut sich dem Leser auf, die ihn nicht mehr loslassen wird. Was ich Lucy nie vergessen werde, ist, dass sie mich gelehrt hat, keine Angst vor dem Tod zu haben. Ihre Art und Weise, mit eben diesem umzugehen, ist unfassbar tröstlich und schenkt Mut.

Ihr Glück scheint perfekt, als sie Michael Chandler kennenlernt. Ein junger, charmanter, gut aussehender und humorvoller Mann. Auf den ersten Blick scheint er perfekt - doch auch er hat ein großes Päckchen zu tragen. Er leidet an einer bipolaren Störung. Hancock schenkt dem Leser mit Michael tiefe Einblicke in das Leben eines Menschen, der an einer bipolaren Störung leidet. Es wird gezeigt, wie er sich zu Zeiten der Manie und zu Zeiten der Depression fühlt und welche Achterbahn der Gefühle er Tag für Tag erlebt.

Beide zusammen eröffnen dem Leser eine Welt voller Hingabe und bedingungsloser Liebe. Diese Beziehung lehrt nur noch einmal mehr, den Menschen anzunehmen, wie er ist, ihn zu akzeptieren und ihm Respekt zu zollen. Denn diese Aspekte scheinen das Rezept für das unfassbare Glück einer Liebesbeziehung auszumachen.

Beide haben beschlossen, keine Kinder zu bekommen. Um diesem ein vermeindlich schweres Schicksal zu ersparen - die Möglichkeit auf eine Krebserkrankung und einen Vater, der an einer bipolaren Störung leidet. Als dann aber das beinahe Unmögliche geschieht, und Lucy trotz Sterilisation schwanger wird, nehmen sie ihr Glück an und werden doch gleich wieder vom Schicksal erschüttert. Es beginnt ein Reise ins Ungewisse, die so viel Freude, aber auch so viel Leid birgt.

Mit jeder Zeile verliebt man sich mehr in die Protagonisten, in ihre Geschichte und ihren so dynamischen, von Leidenschaft geprägten Tanz. Das Buch trifft den Leser tief, auf eine sehr positive Weise. Es berührt, denn es schmerzt, es ist traurig, es ist ungerecht und doch ist es auch unfassbar schön, voller Liebe, Hingabe und Hoffnung und unfassbar tröstlich. Es erfordert Mut, sich an diese Geschichte zu trauen. Eine Geschichte, die nicht fernab von der Realität, sondern sehr nah an ihr dran ist. Doch wer sich traut, der wird es nicht bereuen und diese Geschichte sein Leben lang nicht vergessen.

Ich danke Ka Hancock für diesen außergewöhlich berührenden Tanz auf Glas!

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