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Eiswelt

Jasper Fforde , Kirsten Borchardt
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.11.2018
ISBN 9783453319691
Genre: Fantasy

Rezension:

In einer Welt, die der unseren gar nicht so unähnlich ist, hat die Eiszeit nie aufgehört. Jedes Jahr versinkt während der Wintermonate alles in Eis, Schnee und Dunkelheit. Selbst die Menschen ziehen sich zurück und halten Winterschlaf – außer die Winterkonsuln. Sie wachen über den Schlaf der Menschen, denn draußen in der Dunkelheit treiben heulende Bestien ihr Unwesen. Hier tritt der junge Charlie seine erste Arbeitsstelle an, und sie entwickelt sich schon bald zu einem Albtraum. Denn wenn Charlie diesen Winter überleben will, muss er wach bleiben. Um jeden Preis … (Klappentext)

❄❄❄❄❄

"Der Feind, das sind weder die Schurken noch Womaden, Aasfresser, Wintersomniasten, Eis-Eremiten,
Megafauna, Nachtwandler, Frostnager oder fleischfressender Kaltschleim -
es ist der Winter.
Um zu überleben, musst du ihn zuallererst respektieren...."
(S. 53)

Stellt Euch vor, die Eiszeit hätte nie geendet. Eis, Schnee und Kälte 365 Tage im Jahr und im Winter fallen die Temperaturen bis zu Minus 50°C. Wenn die Temperaturen nur auf Minus 40°C fallen, spricht man von einem milden Winter. Um diesen Winter zu überstehen muss man sich erstmal ordentlich Fettdepots anfuttern und den Winter dann überschlafen.
Stellt Euch vor alle gehen in dieser Zeit in spezielle Einrichtungen, um zu überwintern....nur Ihr nicht, denn Ihr gehört zu den Wächtern für die Schlafenden. Ihr seid auf Euch gestellt, wach und beginnt doch wie alle anderen zu träumen. Stellt Euch vor die Eiszeit hätte nie geendet.....

"Sie erzählten von wochenlang anhaltenden Blizzards, dicker als Milch,
von in Eis gehüllten Bäumen, die aussahen, als seien sie luftdicht in Glas verpackt.
Von Regen, der gefroren wie tausend Edelsteine vom Himmel fiele und mit dem süßen Klang kleiner Glöckchen auf die Steine prasselte,
von so niedrigen Temperaturen, dass Quecksilber in den Thermometern erstarrte
und die Menschen, die so dumm waren, sich nach draußen zu wagen, binnen Minuten steifgefroren wurden."
(S. 61)

Der Autor hat mit "Eiswelt" einen bizzaren und spannenden Science-Fantasy erschaffen. Eine Welt, die im Hinblick auf unsere eine verkehrte Welt zu sein scheint.
Klimawandel in die entgegengesetzte Richtung, man muss fett sein, um den Winter zu überleben und Winterfell (ausgeprägte Körperbehaarung) ist in und sogar ein Muss. Kinder werden nicht abgetrieben, sondern regelrecht produziert, was für die Gesellschaft eine wichtige Unterstützung bedeutet und je mehr Kinder eine Frau bekommt, umso angesehener ist sie. Man ist legal auf Droge und Träume sind verpönt, da energieraubend. Gleichberechtigung ist Standard und sexistische Machos werden verachtet.

Dieses Kontrakonzept im Hinblick auf unsere Welt hat der Autor auch bei dem ein oder anderen Namen angewandt. So gibt es auch in "Eiswelt" z.B. einen britischen Abenteurer, der einem im TV das Überleben in der Wildnis erklärt. Hier heißt er jedoch nicht Bear Grylls, sondern Gaer Brills und so mancher Name erinnerte mich stark an Monty Python. Es gibt hier z.B. eine Schwester Vulvolia und eine Schwester Placentia.

">>In Jutesäcke eingewickelt und mit Gänseschmalz eingeschmiert mit Minimal-BMI auf Bäumen pennen<<,
schnaubte Lucy bezüglich der Ideen von Gaer Brills.
>>Da wird es den ganzen Winter über Hipster regnen.<<"
(S. 29)

Für Schmunzeln und Lacher wird hier also gesorgt. Dieser Science-Fantasy ist aber nicht nur eine überspitzte Karikatur einer verkehrten Welt, sondern regt auch in gewisser Weise zum Nachdenken an.
Es ist nämlich ebenso eine Klassengesellschaft vorhanden, welche sich jedoch dadurch definiert, dass die einen gut und die anderen schlecht schlafen und die Ersteren dadurch eine höhere Überlebenschance haben. Es gibt Revoluzzer, die diese Gesellschaft und dieses System ablehnen und es gibt Schurken, welche nicht schlafen wollen und die Schlafenden ausrauben.

Gleichzeitig kann man dieses Buch aber auch einfach nur genießen und in eine spannende und fesselnde Story abtauchen, in der man mythischen Wesen und auch Nachtwandlern begegnet. Diese sind den uns bekannten Zombies nicht unähnlich, sind sie doch in gewisser Weise tot und von Hunger getrieben. Trotzdem sind sie ganz anders, denn es sind noch lebende Menschen, denen es beim Überwintern einfach nur paar Gehirnsynapsen zerschossen hat.
Und dann wütet auch noch ein Traumvirus, welches nicht mal vor den Wächtern Halt macht und die Betroffenen in den Wahnsinn treibt.. Wer oder was steckt hinter diesen Träumen und wieso trifft es nur ganz bestimmte Menschen?

Wie Ihr inzwischen sicherlich schon erkennen konntet, gehört dieses Buch zu den etwas komplexeren in diesem Genre. Folglich ist auch eine entsprechende Einführung des Lesers in diese Welt notwendig. Man darf sich also nicht erwarten, dass es gleich von Anfang an Action am laufenden Band gibt. Diese Story benötigt Zeit und das ist auch gut so.

"Wer Morphenox einnahm, brauchte keine Gottheit mehr, die sich in die Träume mischte und über den Schlaf wachte;
die Droge hatte Gott überflüssig gemacht.
Die Heiligenverehrung war vom Spirituellen auf das Pharmazeutische übergegangen...."
(S. 222)

Es wird aus der Sicht von Charlie erzählt und dieser erzählt uns seine Geschichte. Durch ihn lernen wir langsam diese komplexe Welt kennen - wie sie funktioniert, sowie die verschiedenen Charaktere.
Jedes Kapitel wird durch Auszüge aus Hand- und Geschichtsbüchern eingeleitet und Charlie verwendet auch Fußnoten, um etwas näher zu erklären oder auf etwas hinzuweisen. Dies gestaltet sich jedoch in keinster Weise langweilig, was am flüssigen Schreib- und am packenden Erzählstil des Autors liegt.

Doch nicht nur die Story ist skurril und vielschichtig, auch die Charaktere weisen diese Eigenschaften auf, wobei der Autor nicht davor scheut so manche lieb gewonnene Figur über die Klinge springen zu lassen. Für überraschende Wendungen ist hier also ebenso gesorgt und ist nicht nur auf die Charaktere und deren Ableben beschränkt. Charlie ist alles andere als perfekt und stolpert regelrecht und vor allem meist ungewollt von einem Abenteuer in das nächste. Dabei muss er über sich selbst hinauswachsen, seine Ängste bekämpfen und vor allem darf er niemanden trauen. Wer hier auf der guten und wer auf der bösen Seite steht, bleibt hier nicht nur Charlie, sondern auch dem Leser lange unklar. Hier scheint nichts und niemand das zu sein was er vorgibt z u sein. Für welche Seite wird sich Charlie entscheiden?

Die Story beginnt zwar bedächtig, doch mit jeder gelesenen Seite taucht man tiefer in diese Welt ein, bis sie einen verschlingt, einem mit in die Kälte von Eis und Schnee zerrt und nicht mehr loslässt...bis man am Ende angelangt ist.

Fazit:
Mit diesem Buch hält man einen unglaublich packenden, wie auch interessanten Science-Fantasy in den Händen, der alle Eigenschaften besitzt, um mein erstes Jahreshighlight zu werden - komplex, mit viel Liebe zum Detail, abgefahren, vielschichtig und spannend. Diese Attribute weisen die Charaktere ebenso auf, wie auch die Story selbst.
Zudem regt diese verkehrte Welt doch auch zum Nachdenken an und am Ende ist diese Welt gar nicht so spiegelverkehrt wie man anfangs dachte.
Wer auf komplexe Fantasy steht, wird mit diesem Buch also mehr als gut bedient, denn es ist eine abgefahrene Story, die einem die Kälte in die Knochen kriechen lässt und nicht mehr loslässt.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe und Autoren-Info)

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Tags: britische autoren, heyne-verlag, lesehighlight, science fantasy   (4)
 

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Winterkartoffelknödel

Rita Falk
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.12.2017
ISBN 9783423253918
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem der Eberhofer Franz seinen Dienst bei der Münchner Polizei quittieren musste und in sein niederbayerisches Heimatdorf Niederkaltenkirchen strafversetzt wurde, schiebt er eine ruhige Kugel. Seine Streifegänge führen ihn immer zum Wolfi auf ein Bier oder an den Küchentisch seiner stocktauben Großmutter. Sehr erholsam, bei all dem Zoff mit einem hanfanbauenden Vater (Alt-68er), der ihn mit Beatles-Dauerbeschallung noch in den Wahnsinn treibt. Aber manchmal muss der Eberhofer Franz auch in ziemlich grausigen Todesfällen ermitteln. So wie bei seinem ersten Fall: Da ist diese Geschichte mit den Neuhofers, die an den komischsten Dingen sterben. Mutter Neuhofer: erhängt im Wald. Vater Neuhofer (Elektromeister): Stromschlag. Jetzt ist da nur noch der Hans. Und wer weiß, was dem bevorsteht ... (Klappentext)

❆❆❆❆❆

"Sie ist ziemlich verdattert, dass die Polizei, die wo sie gerufen hat, jetzt ich war.
Weil: sie hat mich wahrscheinlich für einen Bauernlackel gehalten oder einen Gas-Wasser-Heizungs-Pfuscher,
oder was weiß ich."
(S. 17)

Franz ist ein Dorfpolizist im beschaulichen Niederkaltenkirchen. Hier kennt jeder jeden und daher ist es um seine polizeilichen Dienste eher ruhig bestellt. Hier stirbt man höchstens an Altersschwäche, durch einen Traktor- oder Jagd-Unfall, aber sicherlich nicht durch Mord....haben's alle gedacht, bis dieser Fall doch eintritt und dann hat der Franz gleich mal mit einem Vierfachmord zu tun.

Mehr kann und will ich zum Inhalt überhaupt nicht sagen, denn die Enttäuschung springt mir regelrecht aus dem G'sicht.
Ich erwartete einen locker-flockigen und amüsanten Regionalkrimi, bekommen habe ich ein seichtes Irgendwas in einem Schreibstil auf Grundschul-Niveau.

Vor allem der Schreib- und Erzählstil zerrten an meinen Nerven und das nicht zu knapp.
Erzählt wird aus der Sicht von Franz in der Ich-Form und dies auf sehr ... wie soll ich sagen ... primitive Art und Weise. Man hat das Gefühl es wurde einem äußerst einfach gestrickten Mannsbild ein Stift in die Hand gedrückt und dieser erzählt nun seine Geschichte wie sie ihm gerade in den Sinn kommt - teils im Dialekt, in knapp bemessenen Sätzen und mit vielen Und's und noch mehr Weil's. Als hätte diesen Krimi ein Bub geschrieben, welcher die Grundschule gerade noch so geschafft hat und das auch nur weil die Deutschlehrerin dabei beide Augen und all ihre Hühneraugen zugedrückt hat. Kurz gesagt: sehr einfacher, bzw. primitiver Schreib- und Erzählstil, der eine gewisse Intelligenz vermissen lässt.

Dies als Lokalkolorit zu verkaufen ist meiner Meinung nach etwas dreist, da dadurch die ländliche Bevölkerung in gewisser Weise herabwürdigend dargestellt wird. Hier erhält man das Gefühl, dass alle aus der Provinz einfach gestrickte Vollhonks wären, welche sich nicht klar artikulieren und schon gar nicht denken könnten.

Hinzu kommt dieser ständig präsente "Humor". Anfangs war es noch durchaus amüsant, doch da dieser "Schmäh" wirklich permanent vorhanden ist, fühlt man sich spätestens nach 20 Seiten davon erschlagen. Zudem wirkt dieser Humor erzwungen und schreit regelrecht "I wü, aber i kann net!".
Diese Art von "Humor" (die Gänsefüßchen sollte man sich hier jedes Mal fett und doppelt unterstrichen vorstellen) kann ich absolut nichts abgewinnen. Es ist aber natürlich auch möglich, dass ich diesen Schmäh nicht verstehe. Was weiß' ich schon, bin ich doch nur ein gebürtiges Landmädl, welches sowieso von nix eine Ahnung hat und als Frau prinzipiell dumm wie drei Meter Feldweg bin (mehr dazu weiter unten).

"Unten steht der ältere der Neuhoferbrüder und - platsch -, weg war er.
Flach wie ein Pfannkuchen. Oder Palatschinken, wie die Tschechen sagen.
Palatschinken mit Eis und Sahne, obendrauf ein Spritzer Himbeersoße, besser geht's nicht.
Da lass ich schon mal einen Schweinshaxen stehe, für einen Palatschinken!."

(S. 28 / Hier ein hervorragendes Bsp. für diesen speziellen Humor, die ständigen Abschweifungen und das die Autorin ohne Hirneinsatz schreibt.
Palatschinke = Österreichisch; Palačinka = Tschechisch; weiters heißt es "Die Palatschinke und nicht "Der Palatschinke".
Die Autorin und das Lektorat scheinen das wohl mit Schinken verwechselt zu haben.
Wenn man schon witzig sein will, dann sollte dies zumindest Hand und Fuß haben, ansonsten macht man sich selbst zum Depp.)

Doch es hapert nicht nur am Schreib- und Erzählstil, sondern auch an der Story selbst. Diese kommt nämlich so gar nicht in die Gänge und dümpelt lange Zeit vor sich hin. Wenn man denkt es ginge endlich los, kommt z.B. die Oma mit einer Schwammerlsuppe daher und schon befindet man sich in einer Erklärung, weshalb es im Winter eine Schwammerlsuppe gibt, wann die Oma wie Schwammerl sammelt und was sie mit diesen macht. Oder die Oma will neue Schuhe, weil es beim Deichmann 3 Paar zum Preis von 2 gibt, etc. Dies nur mal als kleine Beispiele für die ständig vorhandenen Abschweifungen.

Vorhanden sind dann natürlich auch noch Klischees und dabei wird wirklich jedes bedient, welches der ländlichen Bevölkerung, in den Augen der Autorin, nachgesagt wird, ergo "typisch ländlicher" Sexismus, Rassismus, Diskriminierung von Menschen mit Depressionen, von Menschen aus der Stadt oder prinzipiell von Personen, die nicht aus dem selben Dorf stammen. Abwertung gegenüber Homosexuellen kommt natürlich auch vor, immerhin will man ja wirklich nichts auslassen.
Aber auch hier ist es natürlich möglich, dass ich es falsch verstanden habe. Ich quasi den Schuß nicht gehört habe, weil, eh schon wissen - Landmädel und daher gehörte ich ja automatisch zu den unterbelichteten Dorfdeppen wie sie ihm Buche stehen... in DIESEM Buch sogar wortwörtlich und schwarz auf weiß.

"Jetzt muss ich wahrscheinlich noch erwähnen, dass der Gashi ausschaut wie hundert Jahre Zuchthaus und meine Erfahrungswerte,
was den Wahrheitsgehalt einer albanischen Aussage betrifft, sind nicht grad rosig."
(S. 50)

Der Kriminalfall selbst ist schnell erzählt, würde ohne die Möchtegern-Witze und Abschweifungen insgesamt nur 50 Seiten füllen und trotzdem wusste ich schon ab der Hälfte was gespielt wird und worauf es hinausläuft. Die Aufklärung, bzw. Auflösung, ist ebenso unspektakulär wie auch langweilig und am Ende fragte ich mich einfach nur: "WTF?!"

Ich habe mich also wahrlich tapfer durch diesen Schund gekämpft und dann dachte ich mir - "Eh schon wurscht, jetzt lese ich das Nachwort der Autorin auch noch." Und wirklich, manches erklärt sich dann von selbst und bei manchen Äußerungen jedoch wieder dieser "WTF"-Gedanke.

❆❆❆

An dieser Stelle sehe ich von einem Fazit ab, denn besser als mein bisher Geschriebenes wird es nicht. Stattdessen möchte ich nun aus dem Nachwort der Autorin zitieren und richte gleichzeitig auch das Wort an die Selbige:

"Nach Bergen von Büchern, die ich gelesen und für schlecht befunden habe, hatte ich den Eindruck: schlechte Bücher schreiben kann ich auch...."

Mit Verlaub, liebe Frau Falk, aber dies bedeutet nicht, dass Sie aufgrund dessen auch gleich welche von dieser Sorte schreiben müssen!

"Warum ich aus der Sicht eines Mannes schreibe, ist, weil ich Frauenromane nicht mag. Weil ich denke, dass ein Leben z wischen Cellulite-Creme und Kindergeburtstag nicht unbedingt schriftlich festgehalten und der Nachwelt vermittelt werden muss..."

Werte Frau Falk, hier ist mir wahrlich der Kaiserschmarrn im Halse stecken geblieben.
Haben Sie wirklich so eine geringe Meinung vom weiblichen und somit Ihrem eigene Geschlecht? Sind Sie wirklich der Meinung, dass das Leben eines Mannes interessanter ist?
Entschuldigen's bitte, aber Sie scheinen wohl den Schuß des modernen Zeitalters und somit der Gleichberechtigung nicht gehört zu haben. Wenn Sie also der Meinung sind, dass eine Frau außer Cellulite und Kindergeburtstage nichts im Hirn hat und daher zu Recht nichts anständiges zu erzählen hat, dann frage ich mich, wieso gerade SIE Bücher schreiben. Immerhin wäre, nach Ihrer Auffassung nach, der Platz einer Frau hinter dem Herd.
Pfuiteifel sag' ich da nur!

Und somit gelangt diese Autorin auf meine schwarze Liste für Autoren und damit sei auch schon genug gesagt.

© Pink Anemone (mit Bildern, Leseprobe und Autoren-Info)

 

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Tags: dtv-verlag, leseflop, provinzkrimi   (3)
 

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Blutiger Januar

Alan Parks , Conny Lösch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 03.09.2018
ISBN 9783453271883
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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Klaus: Die wahre Geschichte von Santa Claus

Grant Morrison , Dan Mora , Marc-Oliver Frisch
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Panini, 13.11.2017
ISBN 9783741605246
Genre: Comics

Rezension:

Klirrende Kälte herrscht, Wölfe ziehen umher, und nicht nur bei Nacht liegt ein finsterer Schatten über der winterlichen Welt. Bis eine laute Stimme ertönt, die das Feuer in den Herzen der Menschen neu entfacht... Ho, ho, ho! Super-Autor Grant Morrison wendet sich in seiner neuesten Saga KLAUS einem Helden zu, den jeder kennt, von dem wir aber kaum etwas wissen - ein Fest von einem Comic....(Klappentext)

❆❆❆❆❆

">>Es warten Geschenke auf eure Kinder daheim.
Sagt ihnen, der Santa trägt das Rot-Weiß von Grimsvig.
Weiß für den Schnee unserer Heimat,
Rot für das Blut, der Arbeiter die diesen Ort erbauten.<<"

In diesem Comic geht es um die Geschichte des Weihnachtsmannes, jedoch mit viel Action und einer jüngeren Version des dicken Mannes mit Rauschebart. Hier ist Santa alles andere als dick und weißhaarig, sondern muskelbepackt und äußerst gut aussehend, wenn ich das mal erwähnen darf. Seine Weggefährtin ist eine Wolfsdame und zu z weit wollen sie das Julfest retten.

Dafür begeben wir uns in die mittelalterliche Stadt Grimsvig und dort herrscht seit einiger Zeit ein Baron, der von Feierlichkeiten nichts hält. Er unterdrückt das Volk, lässt die Männer selbst an Jul in den Minen schuften, Spielzeug und allgemein das Spielen ist für Kinder verboten. Freude, Glück und Frohsinn - alles verboten!
Lord Magnus greift hart durch, jedoch nicht bei seinem verwöhnten Fratz von Sohn namens Jonas, dem man schon beim Lesen nur zu gerne ordentlich den Hintern versohlen möchte. Doch sie haben nicht mit Klaus gerechnet, der dieser Unterdrückung ein Ende bereiten möchte und dieser versteht absolut keinen Spaß, wenn es um Unterdrückung und Jul geht. Doch wer, bzw. was, steckt wirklich hinter dieser Unterdrückung?

">>Lass doch den Jungen. Ist nur ein STein. Ein Stein ist kein Sp...<<
>>In den Händen eines Kindes kann ALLES Spielzeug sein!<<"

Ein absolut spannender Comic, den ich in einem Rutsch gelesen habe. Die Story ist actiongeladen und vom Plot her genial aufgezogen. Trotz Actionszenen, gelegentlichem Blutgespritze und Düsternis, wird hier der wahre Sinn von Weihnachten vermittelt. Außerdem erfährt man zusätzlich auch was es mit dem Krampus auf sich hat. Jahaaaa, auch der kommt darin vor.

Illustriert wurde der Comic von Dan Mora und die Zeichnungen sind ebenso genial wie die Story selbst. Im Stil sehr düsterer Old-School-Art wird der Geschichte zusätzlich Leben eingehaucht und das passend und stimmungsvoll. Nach dem ich den Comic gelesen hatte, musste ich die Illustrationen gleich nochmals genießen.

">>Wenn ich das mache, dann mach ich es richtig.
Wenn es die Geister des Eises und des Waldes so wollen, dann soll es so sein.
Zeigt mir die nächsten Schritte in Eurem Tanz...<<"

In den USA erschien die Klaus-Reihe in 7 Heften. Diese sind alle in der deutschen HC-Ausgabe enthalten. Im Oktober 2018 erschien in Übersee der neueste Teil der Santa-Reihe "The New Adventures of Santa Claus". Es besteht also Hoffnung, dass wir nächstes Jahr die deutsche Übersetzung in den Händen halten können. Ich freue mich ja jetzt schon darauf.

Fazit:
Diese Comic beinhaltet eine gänzlich andere und somit neue Herangehensweise an den Santa-Mythos. Hier stimmt einfach alles - angefangen bei der Story, bis hin zu den Illustrationen.
Ja, Grant Morrison konnte mich wieder einmal vom Hocker reißen. Wer also mal eine actiongeladenere Version von der Geschichte des Weihnachtsmannes lesen möchte, dem sei dieser Comic ans Herz gelegt.

© Pink Anemone (inkl. Bilder und Autoren-Info)

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Tags: comic, grant morrison, panini comic   (3)
 

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Die kleinen Wunder von Mayfair

Robert Dinsdale , Simone Jakob
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.10.2018
ISBN 9783426226728
Genre: Romane

Rezension:

Entdecken Sie mit Robert Dinsdales "Die kleinen Wunder von Mayfair" Londons einzigartigen Spielzeug-Laden und einen ergreifenden Liebes- und Familien-Roman zum Anfang des 20. Jahrhunderts.

Alles beginnt mit einer Zeitungsannonce: »Fühlen Sie sich verloren? Ängstlich? Sind Sie im Herzen ein Kind geblieben? Willkommen in Papa Jacks Emporium.« Die Worte scheinen Cathy förmlich anzuziehen, als sie nach einer neuen Bleibe sucht. Denn im England des Jahres 1906 ist eine alleinstehende junge Frau wie sie nirgendwo willkommen, zumal nicht, wenn sie schwanger ist – und so macht Cathy sich auf nach Mayfair. In Papa Jacks Emporium, Londons magischem Spielzeug-Laden, gibt es nicht nur Zinnsoldaten, die strammstehen, wenn jemand vorübergeht, riesige Bäume aus Pappmaché und fröhlich umherflatternde Vögel aus Pfeifenreinigern. Hier finden all diejenigen Unterschlupf, die Hilfe bitter nötig haben. Doch bald wetteifern Papa Jacks Söhne, die rivalisierenden Brüder Kaspar und Emil, um Cathys Zuneigung. Und als der 1. Weltkrieg ausbricht und die Familie auseinander reißt, scheint das Emporium langsam aber sicher seinen Zauber zu verlieren … (Klappentext)

❆❆❆❆❆

"Das Emporium öffnet seine Tore am Tag des ersten Winterfrosts. Jedes Jahr ist es das Gleiche.
Sobald die Kinder nach dem Aufwachen weiße Kristallblumen auf den Fensterscheiben sehen
und auf dem Schulweg das Eis unter ihren Füßen knirscht,
hört man in der ganzen Stadt das Flüstern:
Das Emporium hat eröffnet!
Weihnachten naht, und die Gans wird immer fetter..."
(S. 7 - Anfang)

Normalerweise gehe ich immer etwas näher auf die Handlung ein, aber hier spare ich es mir ausnahmsweise.

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut, denn was gibt es Schöneres als in der Weihnachtszeit in eine Geschichte einzutauchen, in der man sich in einem verzauberten Spielzeugladen befindet? Eine Geschichte, in der Magie selbst die größten Probleme löst und Weihnachten allgegenwärtig ist? Ich habe mit einem Roman gerechnet, welcher diese ganz besondere Magie versprüht und es eine kleine kitschige Liebesgeschichte gibt. Ja, in der Weihnachtszeit darf es bei mir ausnahmsweise auch mal etwas für das Herz sein.

Und es fing auch wirklich schön und genial an, doch leider erhielt ich dann nicht die Geschichte von Magie und großen und kleinen Wundern.
Probleme, Hass, Rivalität, Hoffnungslosigkeit und Krieg sind hier die großen Themen. Keine magische Weihnachtsgeschichte, welche einen in die Kindheit zurück versetzt, sondern ein bedrückender und melancholischer Roman über zwei rivalisierenden Brüder, wobei ich vor allem einen am liebsten quer durch das Buch geschüttelt hätte. Dann die Protagonistin Cathy, welche manchmal nicht zu wissen scheint was sie will und mit ihrer Art zusätzlich zu dieser bedrückenden Stimmung beiträgt.

"Vielleicht war dies der Moment, um aus dem Schatten seines Bruders zu treten,
bemerkt zu werden, sich die Anerkennung zu verschaffen,
die ihm und seinen Spielzeugsoldaten immer schon zugestanden hatte."
(S 206 - und noch viel öfters)

Im ersten Drittel des Buches ist der Hass und Krieg zwischen den Brüdern das große Thema, im zweiten Drittel der 1. Weltkrieg und zuletzt Kriegstrauma und wieder Rivalität.
Am Ende wird es selbst mir zu fantastisch, da es hier dann einfach nicht mehr passt und daher so wirkt als wäre diese Magie an den Haaren herbeigezogen und zusätzlich noch sehr übertrieben.

Die Magie ist durch das magische Spielzeug zwar ständig präsent und der rote Faden in der Geschichte, bleibt dennoch eher im Hintergrund und wird durch diese bedrückenden Themen überlagert.
Der weihnachtliche Zauber war zwar vorhanden, schaffte es aber ebenso wenig in den Vordergrund zu rücken. Die Magie, der Zauber - sie erreichten mich leider ganz und gar nicht.

"Wenn man jung ist, will man Spielzeug, weil man sich älter fühlen möchte.
Man tut so, als wäre man ein Erwachsener und stellt sich vor, wie das Leben später sein wird.
Aber ist man dann erwachsen, ist es umgekehrt;
nun will man Spielzeug, weil man sich dadurch wieder jung fühlt."
(S. 247)

Obwohl wir Cathy auf ihrem Weg bis ins hohe Alter begleiten, man ihre Gedanken teil, bleibt sie blass. Ebenso die anderen Charaktere weisen keine Tiefe auf. Es bleibt alles irgendwie nur oberflächlich und somit sprang der Funke bis zum Ende nicht über.

Der Schreibstil selbst ist jedoch flüssig, der Erzählstil fesselnd und wundervoll und genau das macht mich schon etwas traurig, denn Potenzial wäre vorhanden gewesen - vor allem beim Plot und den Charakteren. Leider wurde jedoch vieles verschenkt.

Fazit:
Leider habe ich eine ganz andere Geschichte erhalten als ich erwartete und bin dementsprechend enttäuscht.
Die Themen selbst wären durchaus interessant gewesen und man hätte daraus auch etwas Gutes und Magisches erschaffen können. Potenzial war also definitiv vorhanden, nur an der Umsetzung hat es gehapert. Die Story ist auch nicht nur am fehlenden Weihnachtszauber gescheitert, sondern vor allem an den blassen Charakteren und das man so manchen von ihnen immerzu schütteln wollte. Und der Zauber .... wo war der Zauber und die Magie?

© Pink Anemone (mit Bilder, Leseprobe und Autoren-Info)

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Tags: britische autoren, knaur verlag, leseflop, roman, weihnachtsbücher   (5)
 

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Weihnachten in den Bergen: Inspiration und Rezepte für die schönste Zeit des Jahres

Heide Christiansen , Katja Klementz
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Callwey, 08.09.2018
ISBN 9783766723833
Genre: Sachbücher

Rezension:

Einmal Weihnachten inmitten verschneiter Berge, gepuderzuckerten Bäumen und in absoluter Ruhe feiern. Festliche Dekoration, alpine Interior-Ideen, weihnachtliche Rezepte und dazu diese ganz besondere Stimmung fühlen – all das transportiert dieses Weihnachtswohnbuch. In stimmungsvollen Texten wird der Leser mitgenommen in diese einzigartige Weihnachtswelt. Vielseitige DIY- und Bastel-Ideen sowie traumhafte Berg- und Winter-Fotografien, die großformatig für weihnachtliche Atmosphäre sorgen, runden dieses Buch ab.... (Klappentext)

❄❄❄❄❄❄❄❄❄❄

"Wer nach einem Tag im Schnee die warme Stube mit bollerndem Kachelofen betritt,
verspürt sofort die wahre Bedeutung von 'Hüttenzauber'.
Es geht dabei um Geborgenheit, um Schutz vor Wind und Schnee,
um freundschaftliches Zusammenrücken,
um Teilen und um das Miteinander."
(S. 11)

Ich liebe den Zauber der Weihnacht und freue mich schon Monate vorher auf die Weihnachtszeit. Manchmal fällt es aber selbst mir schwer in Weihnachtsstimmung zu kommen. Arbeit, Alltagsstress und als Landmädel macht mir der Großstadt-Rummel gerade zur Weihnachtszeit zu schaffen.  Alle hetzten in die Geschäfte, alles grau, laut und düster und von Schnee weit und breit nichts zu sehen. Wie soll man da in Weihnachtsstimmung kommen?

Mein Großvater war leidenschaftlicher Bergsteiger und Skifahrer, daher kam ich auch manchmal in den Genuß richtigen Hüttenzauber zu erleben und das ist wirklich eine ganz eigene zauberhafte Atmosphäre.
Durch den tiefen Schnee stapfen, während einem der eisige Wind um oHren und Nase weht und dann in eine kleine urige Hütte einkehren in der das Kaminfeuer prasselt und einem wohlige Wärme umfängt. Der Duft der Natur auch hier präsent durch die Deko aus Tannenzweigen, mit Nelken gespickten Orangen und der Duft von Holz und Harz. Gleichzeitig das Gefühl von Geborgenheit und alles urig-gemütlich. Ich habe es geliebt.

Man kann zwar weder das Wetter beeinflussen, noch sich auf eine Almhütte zaubern, aber mit diesem Buch gelangt der Hüttenzauber in die eigenen vier Wände.

"Weihnachten in den Bergen" ist für all diejenigen, die den urig-gemütlichen Weihnachtszauber bei sich einziehen lassen wollen.

Hier erwarten einen viele Deko-Ideen aus Naturmaterialien für innen und außen, wie z.B. Adventskränze, Tischdeko, Türkränze oder wunderschöne Arrangements aus einfachen Mitteln mit toller Wirkung.

"In einer Berghütte greift man natürlich immer erst zu den Dingen, die gerade da sind;
die Abgeschiedenheit macht erfinderisch.
Das ist ein wunderbares Motto, wenn es um die Adventsdekoration geht -
egal ob zu Hause in der Stadtwohnung oder auf der Senneralm."
(S. 31)

Leckere Rezepte, ob für Gäste, einen gemütlichen Abend oder für kleine Geschenke aus der Küche. Dabei reist man kulinarisch z.B. mit einer Norwegischen Gemüsesuppe in den Norden, mit einem alkoholfreien Cranberry-Cider nach Großbritannien oder man bleibt mit einem klassischen Lebkuchen-Rezept zu Hause.

Man findet aber auch Rezepte die mit Traditionen brechen und experimentell sind, aber trotzdem urigen Hüttenflair vermitteln, wie z.B. köstliches Fingerfood oder Crounuts mit Vanille- und Schokocreme. Jedes Rezept ist es wert ausprobiert zu werden. Ich habe z.B. schon den Cranberry-Cider nachgeköchelt.

Auch Bastler werden hier fündig und man erhält Anleitungen für Geschenkanhänger, Christbaumschmuck oder Adventskalender.

Ebenso findet man den ein oder anderen Tipp für Almhütten-Urlaub und Weihnachtsmärkte mit Adressen, wobei sich das in Grenzen hält.

All das geht über Weihnachten hinaus und es gibt auch Tipps für Silvester und die Winterzeit danach. Begleitet wird all das mit stimmungsvollen und atmosphärischen Bildern und auch zwischendurch blättert man durch Fotos von zauberhaften Winterlandschaften und Berghütten. Hier liegt auch das Augenmerk dieses Buches - auf den Fotografien. Daher gibt es keine langen Texte oder Anleitungen. Hier sprechen die Bilder für sich.

Die Texte zu den Bildern sind es ebenfalls wert gelesen zu werden, da sie einen in eine wahre Winterwunderwelt entführen und einem ein wohliges Gefühl bescheren - das Gefühl von Weihnachten.

"Orte der Geborgenheit gibt es überall:
eine Feuerstelle, ein Sofa, eine Runde mit Freunden."
(S. 117)

Zudem ist das Buch wundervoll gestaltet und qualitativ hochwertig, egal wie oft man es durchblättert und darin schmökert.

Wenn man bei einem alkoholfreien Cranberry-Cider in diesem Buch schmökert, neben sich ein Kranz aus Tannenzweigen und eine Kerze mit Weihnachtsduft, könnte man fast meinen, man säße in einer eingeschneiten Hütte und erfreut sich der Einfachheit. Dieses Buch lädt ein zum Entschleunigen und sperrt für ein paar Lesemomente den Alltag aus und plötzlich, in einem klitzekleinen Moment, entsteht in einem dieses Gefühl von Weihnachten wie man es von früher kennt und es wärmt einen von innen und zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht - sie ist da, die Weihnachtsstimmung.

Fazit:
Ich liebe dieses Buch und nicht nur weil es mich ein kleines bisschen in meine Kindheit versetzt, sondern weil dieses Buch Gemütlichkeit und Geborgenheit vermittelt.
Rustikale Weihnachtsinspirationen, die einen eine Stadtwohnung in eine Wohnung mit Hüttenzauber verwandeln lassen. Ich werde mit Sicherheit noch die ein oder andere Stunde damit zubringen darin zu schmökern und ich kann Euch jetzt schon sagen, dass Euch das Buch bei mir nochmal begegnen wird.

© Pink Anemone (mit unzähligen Bildern und Youtube-Schmöker-Video)

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Tags: callwey-verlag, sachbuch, weihnachtslektüre, weihnachtsstimmung   (4)
 

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Eine Weihnachtstragödie und andere Fälle

Agatha Christie
Fester Einband: 492 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2013
ISBN 9783863656140
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

10 Krimis der "Queen of Crime" in einem Band, die sie durch die besinnliche Zeit des Jahres führen sollen, wie z.B. "Hercule Poirots Weihnachten":

Der alte Simeon Lee ist ein Ekel, stinkreich und despotisch. Zu Weihnachten hat er den Familien-Clan zusammengerufen und provoziert jetzt alle mit seinen Beleidigungen. Als er am Heiligen Abend mit durchschnittener Kehle gefunden wird, trauert keiner der Familie. Doch manche haben etwas zu verbergen - Hercule Poirot findet den Mörder dennoch.... (Klappentext)

❆❆❆❆❆❆❆❆❆❆

Dieses Buch enthält eine Anthologie voll spannender und amüsanter Weihnachtskrimis von der Queen of Crime.

"Heirat an Weihnachten"

Ist kein Krimi, sondern ein schöner Schwank aus Agatha Christies Leben

❆❆❆

"Eine Weihnachtstragödie"

Hier sitzt eine Gesellschaft um den Kamin, darunter die berühmt berüchtigte Miss Marple und diese erzählt von der Aufklärung eines ganz ausgeklügelten Mordes.

">>Wir können also annehmen,
dass die Leiche sich in genau derselben Stellung befindet wie am Anfang, wie?<< fragte er.
>>Ja, abgesehen von dem Hut<<, entgegnete ich.
Der Inspektor blickte mich erstaunt an.
>>Was ist mit dem Hut?<<"
(S. 33)

❆❆❆

"Die Stecknadel"

Auch hier ist Miss Marple am Zug und hilft der örtlichen Polizei bei der Aufklärung eines sehr undurchsichtigen Mordes an einer gut situierten Dame.

❆❆❆

"Hercule Poirots Weihnachten"

Eigentlich ist Poirot nur auf Besuch beim örtlichen Polizeichef, aber natürlich geschieht ein Mord und das auch noch am Weihnachtsabend.
Der Mörder hinterließ nicht nur eine Leiche, sondern ein wahres Schlachtfeld voller Blut. Hier gibt es nicht nur einen Verdächtigen, sondern die gesamte Kinderschar des unbeliebten Opfers und deren Ehefrauen, ein Fremder und eine mysteriöse Nichte aus Spanien rücken in den Fokus. Jeder hat ein Motiv, keiner konnte den Hausherrn richtig leiden und es fehlt ein ganzer Haufen Diamanten.

"Und Lydia flüsterte zitternd:
>>Wer konnte denken, dass der alte Mann noch so viel Blut in sich gehabt....?<<"
(S. 118)

❆❆❆

"Der vierte Mann"

Ein Rechtsanwalt, ein Priester und ein Psychiater sitzen im Zug und unterhalten sich... Normalerweise ist das ein typischer Beginn für einen Witz, doch hier ist es der Beginn der Geschichte eines Mädchens mit einer Persönlichkeitsstörung...und dann ist da noch der vierte unbekannte Herr der mit den dreien im Abteil sitzt.

❆❆❆

"Die Pralinenschachtel"

Hier erzählt uns Hercule Poirot am Kamin und bei heißer Schokolade von einem seiner seltenen Misserfolge. Da sich dieser Fall in Belgien ereignete, spielt natürlich eine Pralinenschachtel mit Inhalt, oder besser gesagt eine ohne Inhalt, eine tragende Rolle.

">>Und angenommen, ich nehme zehn-zwanzig von Ihren kleinen Tabletten auf einmal. Was ist dann?<<
>>Ich würde Ihnen nicht raten, es zu versuchen<<, erwiderte er trocken.
>>Und trotzdem sagen Sie, es sei kein Gift?<<
>>Es gibt viele Stoffe, die man nicht als Gift bezeichnet und die einen Menschen dennoch töten können.<<"
(S. 314)

❆❆❆

"Der Traum vom Glück"

In dieser Geschichte sucht ein Mann ein Abenteuer, wie man es immer in den Büchern liest und stolpert in eine höchst seltsame Situation.

❆❆❆

"Die Mausefalle"

Eine eingeschneite Pension mit skurrilen Gästen. Jeder hat etwas zu verbergen, doch einer von ihnen scheint ein Rachemörder zu sein.
Ein klassischer Stoff aus dmr Krimi-Träume sind.

❆❆❆

"Hercule Poirot und der Plumpudding - Variation 1"

Ein orientalischer Prinz ist nach London gekommen, um vor seiner Vermählung nochmals ordentlich auf den Putz zu hauen und Diamanten aus dem Familienbesitz schleifen zu lassen. Es kam wie es kommen musste und der berühmte rote Rubin wurde gestohlen. Wenn jemand diesen Rubin finden kann, dann ist es Hercule Poirot. Doch dafür muss er Weihnachten im ländlichen England in einem Herrenhaus verbringen...und in denen zieht es doch so schrecklich. Außerdem, wo Poirot ist, ist ein Mord nicht fern.

"Das Bild, das sich ihnen bot, wirkte tatsächlich dramatisch.
Wenige Meter entfernt lag Bridget im Schnee. Sie trug einen scharlachroten Schlafanzug.
Um ihre Schultern schlang sich ein weißer Schal,
den ein blutroter Fleck verunzierte."
(S. 475)

❆❆❆

"Aufregung an Weihnachten"

Dies ist die 2. Variante der Geschichte "Hercule Poirot und der Plumpudding" und im Grunde eine stark gekürzte Version der ersten Version.

❆❆❆❆❆

Dies war mein erster "Agatha Christie" und ich bin begeistert. Ich erwartete ruhige und unaufregende weihnachtliche Krimis, doch bei der Lady geht es ganz schön brutal und blutig zu. Wer hätte das gedacht? Ich am allerwenigsten und umso begeisterter ließ mich dieses Buch zurück.
Jede einzelne  Kurzgeschichte ist absolut fesselnd und humorvoll zugleich. Agatha Christie schaffte es immer wieder mich hinters Licht zu führen. Als versierte Krimi- und Thriller-Leserin, ließ ich es mir nämlich nicht nehmen bei der Frage nach dem Täter kräftig mit zu rätseln. Dabei war ich mir immer absolut sicher alles durchschaut zu haben und doch kam es bei jeder Geschichte zu einer unglaublich überraschenden Wendung und all mein Rätseln war umsonst. Agatha Christie versteht es also einen auf eine falsche Fährte zu führen und schaffte es jedes Mal, mir ein "Neeiiin, das gibt's doch nicht!! Auf den wäre ich nie gekommen!", zu entlocken.

Der Schreibstil ist flüssig und klar, die Charaktere gut ausgearbeitet und vielschichtig. Hierbei bedient sie sich auch an äußerst skurrilen Figuren, die einen durch ihr Gebaren schmunzeln lassen. Doch der Humor beschränkt sich hier nicht nur auf die Charaktere, sondern lockert auch den ein oder anderen Dialog oder manche Szene auf.
Morbider und schwarzer Humor, inklusive viel Ironie, steigern das Lesevergnügen also zusätzlich.

Der Erzählstil und der Plot sind absolut fesselnd und von Anfang bis Ende spannend. Man kann einfach nicht anders als immer wieder weiterzulesen und ehe man es sich versieht sind paar Stunden rum und das Buch zu Ende.

Das vorliegende Buch ist die Hardcover-Ausgabe aus dem Weltbild-Verlag und meines Wissens nur noch gebraucht erhältlich. Es lohnt sich jedoch diese aufzutreiben. Vor allem um gemütliche und spannende Winterabende zu verbringen und sich durch ausgeklügelte Morde und deren Aufklärung in Weihnachtsstimmung bringen zu lassen.
Die Aufmachung ist hochwertig, inklusive Schutzumschlag und Lesebändchen, wobei das Buch auch ohne Umschlag eine Augenweide ist.
Zur Übersetzung selbst kann ich leider keine Meinung abgeben, da ich das Original noch nicht gelesen habe.

Fazit:
Ich bin absolut begeistert! Agatha Christie wird zu Recht als Queen of Crime bezeichnet, denn sie versteht es den Leser zu fesselnd und gehörig zu täuschen. Keine Geschichte, kein Fall gleicht dem anderen und ein überraschendes "Ohh!" ist vorprogrammiert. Dieses Buch hat mich das erste Mal in die Welt von Miss Marple und Hercule Poirot entführt und eines ist sicher - ich bin nun ein absoluter Agatha Christie-Fan.

© Pink Anemone

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Tags: agatha christie, krimiklassiker, literaturklassiker, weihnachtskrimis, weltbild verlag   (5)
 

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Fabled Lands - Legenden von Harkuna

Dave Morris , Jamie Thomson
Flexibler Einband: 740 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 30.09.2016
ISBN 9783945493236
Genre: Fantasy

Rezension:

KAMPF UM DAS KÖNIGREICH & DIE STADT AUS GOLD
Das Schicksal HARKUNAs liegt in deiner Hand! Ob als Krieger oder mächtiger Magier, ob als mysteriöser Wanderer oder als cleverer Schurke:wähle deine Gestalt, wähle deine Waffen, wähle den Schauplatz und beginn dein Abenteuer!
KAMPF UM DAS KÖNIGREICH Seit dem Tod des Königs herrscht im Reiche Sokara Krieg und Zerstörung. Werde zum Helden und hilf dem rechtmäßigen Erben den Thron zurückzuerobern!
DIE STADT AUS GOLDIm Lande Golnir liegen ungeahnte Schätze verborgen. Durchforste den Wald der Verlassenen nach Gold, reise zu den Schürfern nach Goldfall und finde unglaubliche Kostbarkeiten! Die Schätze Golnirs warten auf dich!...(Klappentext)

♛♛♛♛♛♛♛♛♛♛

"Der Aufbruch der Morgendämmerung hat den Himmel in ein milchiges Graugrün getaucht, das dich an Jade erinnert.
Das Meer gleicht einem leuchtenden Teppich aus Silber.
Du hältst das Ruder deines Segelboots fest umklammert,
während du deinen Blick auf das glitzernde Sternenbild richtest,
das man die Spinne nennt."
(S. 33 - Anfang)

Ich bin eine Gamerin und der Wunsch Abenteuer in fantastischen Welten zu bestreiten macht auch vor Pen & Paper-Spielen nicht Halt. Dabei mag ich es komplex und wendungsreich. "Fabled Lands" schien genau diese Art von Spielbuch zu sein.

Diese Spielbuch-Reihe besteht aus mehreren Büchern und dies ist der erste Sammelband aus dem Mantikore-Verlag, welcher die ersten beiden Bände "Kampf um das Königreich" und "Die Stadt aus Gold" beinhaltet.
Seinen erstellten Charakter kann man dabei durch all diese Bände mitnehmen. Im Verlauf wird man stärker, erhält besseres Equip und feilt an seinen Fähigkeiten. Es ist also ein sehr umfangreiches Abenteuer und somit erwarteten mich stundenlanges Spielvergnügen über Tage.
Nun wollen wir aber erstmal sehen wie es mir und meinem erstellten Charakter ergangen ist.

♛♛♛♛♛

I. "Kampf um das Königreich"

"Du trittst durch das Tor.
Die Schriftzeichen auf dem Stein fangen augenblicklich an, vor Energie rot zu glühen.
Deine Haare stellen sich auf und dein Körper beginnt zu kribbeln.
Ein knisternder Lichtring aus blauweißer Magie umhüllt dich,
die Wolken verfinstern das Land und Blitz und Donner tanzen über den Himmel."
(S. 131)

Bevor man sich auf eine abenteuerliche Reise begibt, erwarten einen am Anfang des Buches natürlich Regeln und allgemeine Informationen. Diese sind auch für Neueinsteiger in diese Art von Spielewelt leicht verständlich. Für Spielbuch-Profis gibt es bezüglich Regeln und Vorgehensweise nicht viel Neues, doch hier kann man auch aus mehreren Charakteren mit verschieden ausgeprägten Fähigkeiten wählen und sich sogar einen eigenen Charakter erstellen. Dies dürfte vor allem auch für die weiblichen Leser nicht uninteressant sein. Hier kann man immerhin zwischen Wanderer, Magier, Krieger, Schurken, Priester und Barden wählen.
Und nun lasset das Spiel beginnen.

Als Schurkin schlug ich erstmal den Weg nach Marlockstadt ein. Habe nämlich gehört, dass dort nach einer Schurkin verlangt wird.
Es gibt allein in den Städten wahnsinnig viel zu erkunden und es dauert bis etwas Aufregendes passiert. Bis dahin reiste ich hierhin und dorthin und musste viele, viele Entscheidungen treffen. Dabei war mir auch mein Würfelglück alles andere als hold. Ich hatte also noch keinen einzigen Kampf bestritten und verlor schon Geld, Lebenspunkte und Equip. Das war etwas frustrierend, da man mit Stufe 1 prinzipiell nicht viel hat. Hier kann man nämlich keine Schatztruhen entdecken, um sich eventuell mit Equip zu pimpen, sondern erhält Waffen, Rüstung und Gegenstände ausschließlich durch Quests oder kauft diese um viel Geld auf dem Markt.

Ich stand also bereits kurz nach Spielbeginn nackt und ohne Geld in Sokara. Natürlich hätte ich cheaten können, aber so würde es ehrlich gesagt keinen Spaß machen und wo wäre dann die Herausforderung?
Nun ja, leider endete es dann damit, dass meine Schurkin von einem Meeresdrachen verschlungen wurde. Das Ärgerliche dabei war, dass nicht ein Kampf, sondern einfach nur ein Würfel über mein Ende entschied. Ich war also bereits tot ohne etwas erlebt, geschweige denn gekämpft zu haben. Das war nun wirklich mehr als ärgerlich und ich kurz davor das Buch in die Ecke zu pfeffern. Die ganzen Wege...ach, diese verdammt vielen Wege...und Entscheidungen umsonst. Dies alles mit einem neuen Charakter nochmals? Nö, auf das hatte ich nun absolut keine Lust, denn dafür war es bis dahin zu langweilig und die zu treffenden Entscheidungen zu unwichtig...und ebenfalls zu langweilig.

Die Story und das Gaming kommen also nur schwer in die Gänge und es war alles andere als spannend. Trotzdem wollte ich dem Buch noch eine Chance geben, denn es muss doch einen Grund für diese Lobhudelei zu dieser Spielbuch-Reihe geben.
Ich entschied mich nun also doch zu cheaten, was normalerweise absolut nicht meine Art ist. Für mich ging daher ein paar Schritte zurück, um mit meiner Schurkin eventuell doch noch paar Abenteuer zu erleben. Dies hat sich dann doch durchaus gelohnt, denn es wurde sogar richtig witzig.

Ich trat einer kannibalistischen Sekte bei, meuchelte in Schurkenmanier den Rattenkönig, mein teuer erstandenes Stadthaus wurde während eines Aufstandes vollständig geplündert und ich wurde nach einem misslungenen Attentat in die Sklaverei verkauft, um die wichtigsten Abenteuer zu nennen.
Auch wenn dieser Teil viele Wanderwege und allgemeine Längen beinhaltete, war es dann doch stellenweise amüsant und spannend.

Dies war der 1. Teil und es gab noch mächtig Luft nach oben und so las ich auch gleich beim 2. Teil weiter und meine Schurkin begab sich nach Golnir.

♛♛♛

II. "Die Stadt aus Gold"

"Das Innere des Grabmals wird von einem gräulichen Leuchten erhellt.
Ein Leichnam in uraltem Ritterornat liegt auf einer Steinplatte.
Als du dich ihm näherst, erwacht er und setzt sich auf.
Spinnweben verschleiern seine Augenhöhlen und seine Haut sieht aus wie die Rinde eines alten Baums.
Er streckt Dir einen anklagenden Finger entgegen."
(S. 489)

Dieser Teil gestaltete sich leider noch etwas langweiliger, was eindeutig auch an meinem nicht vorhandenen Würfelglück lag. Immerzu "Ereignislose Reise" und selbst bei einem Glücksspiel, bei dem ich alles auf eine Karte setzte, hieß es "Weder Verlust, noch Gewinn".
Ich wanderte also gelangweilt durch Golnir, sammelte Gerüchte und Aufträge, um eventuell doch noch irgendetwas zu erleben. Vielleicht einem Kampfgegner zu begegnen, der nicht nach dem 1. Schlag tot umfällt ohne das mein Schwert und ich auch nur einen kleinen Kratzer abbekommen oder um vielleicht endlich auf ein Rätsel zu stoßen.
Dann packte mich das Goldfieber und so verlor ich all mein Geld. Es passierte dann also doch etwas und selbst für diesen herben Verlust war ich froh. Ab diesem Zeitpunkt wurde es dann auch endlich wieder etwas spannender und stellenweise auch amüsant. Ich habe z.B. einen Zuchtstier "versehentlich" getötet, konnte dem Bauer diesen Verlust jedoch nicht entsprechend bezahlen, hatte ich doch nichts mehr. Dann habe ich eine hässliche Maid geküsst und verlor durch einen Kampf nicht nur mein ansprechendes Aussehen, sondern auch all mein Hab und Gut. Somit musste ich mich abermals nackt und pleite auf Wanderschaft begeben. Doch genau das empfand ich erfrischend und als eine Herausforderung.

Hier schien jedoch auch manches nicht bedacht worden zu sein, was vor allem Levelaufstieg und Auswahl an Gerüchten/Aufträgen betrifft. Die Level kann man sich nämlich teilweise auswürfeln. Man erkämpft sich also nicht den Stufenaufstieg oder verdient ihn sich durch eine knifflige Quest, sondern würfelt einfach. So auch bei Gerüchten, welche man teilweise nicht mehr auswählen kann, sondern ebenso erwürfelt. Würfelt man also 5x (mir passiert) eine gewisse Anzahl von Punkten, hört man immerzu nur dieses eine Gerücht/erhält diesen einen Auftrag. So kann man nicht weiterkommen.

Es hatte also auch der 2. Teil viel Luft nach oben.

♛♛♛♛♛

Die meiste Zeit wanderte ich also umher und würfelte mir einen Wolf ohne wirklich vorwärts zu kommen, Kämpfe gab es nur selten und wenn, waren diese vom Aufbau und Verlauf her sehr simpel, Rätsel kommen hier überhaupt nicht vor und wenn dann sind diese ebenso einfach gestrickt und die Suche nach Quests gestaltet sich auch eher mühsam.
Der Schreib- und Erzählstil konnten mich auch nicht immer mitreißen. Manches wird zwar sehr bildhaft beschrieben, wie z .B. Settings, doch es bleibt alles irgendwie oberflächlich.

Wie bei allen anderen Spielbüchern kann man sich Aktionsblätter und Karten ausdrucken, um nicht in das Buch selbst kritzeln zu müssen. Leider bleibt einem dies in diesem Buch nicht erspart, da man ansonsten wirklich den Überblick verlieren würde. Diese Ausdrucke sind aber sehr schön gestaltet.

Trotzdem fühlte ich mich stellenweise durchaus gut unterhalten, verbrachte auch ein paar Stunden mit tollen Abenteuern, habe gelacht und geflucht. Der Umfang ist atemberaubend und man kann viel unternehmen, wie z.B. per Schiff reisen oder sich gar ein eigenes Schiff, inklusive Mannschaft, kaufen, sich in den Städten Häuser zulegen, Bankgeschäfte tätigen und Ware ein- und verkaufen. Dies alles bücherübergreifend. Man erhält auch Quests für die man in die anderen Teile der Reihe reisen muss und vieles mehr...., wenn nur diese ewige Hatscherei nicht gewesen wäre.

Fazit:
Diese Reihe hat durchaus Potenzial und viele gute Ansätze. Vor allem der Umfang dieser Reihe ist gewaltig und hat etwas. Leider langweilte ich mich auch häufig und diese Wanderei war nicht nur für meine Schurkin ermüdend.
Möglich, dass ich in Bezug auf Spielbücher schon etwas verwöhnt bin und meine Erwartungen zu hoch geschraubt waren, oder es einfach nur an den Würfeln und meinen Entscheidungen lag.
Ich bin also hin- und her gerissen, ob ich die "Fabled Lands"-Reihe weiter verfolge.

"Reiter der Schwarzen Sonne" von Swen Harder und die "Destiny Quest"-Reihe von Michael J. Ward, beides ebenfalls aus dem Mantikore-Verlag, sind also weiterhin meine absoluten Favoriten unter den Spielbüchern.

© Pink Anemone (inkl. Bilder und Autoren-Info)

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Tags: britische autoren, fantasyspielbuch, mantikore-verlag   (3)
 

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Archie Greene und das Buch der Nacht

D. D. Everest , Nadine Mannchen
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 11.10.2017
ISBN 9783785588796
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Archie Greene will gerade einen neuen Zauberspruch aufschreiben, da erscheint eine schwarze Flamme auf dem Papier und löscht seinen Spruch einfach weg. Was steckt bloß dahinter? Auch im Rat der Ältesten herrscht große Aufregung, denn ein gefährliches magisches Buch wurde gestohlen. Gibt es gar einen Zusammenhang zwischen der schwarzen Flamme und dem gestohlenen Buch? Archie und seine Freunde müssen all ihren Mut zusammen nehmen, um gegen die schwarze Magie zu kämpfen und die Welt der Zauberei zu retten....(Klappentext)

☯✩∘•°.: :.°•∘✩☯

"DAS BUCH DER NACHT (eigentlicher Titel: Das Buch der Nachtmahre):
geschrieben von drei Schwarzalchemisten, um die Flamme des Pandämoniums aus der Unterwelt heraufzubeschwören.
Ein Öffnen des BUCHES DER NACHT befreit nicht nur die Finsterflamme, sondern auch die Fahlen Schreiber,
die Geister der Schwarzalchemisten, die als Autoren gelten.
Die Fahlen Schreiber streben nach dem OPUS MAGUS,
um den Ur-Zauber unter ihre Kontrolle zu bringen und ein schwarzes Zeitalter der Magie einzuläuten."
(S. 84)

Dies ist der 3. Teil und somit letzte Teil der Archie-Greene-Reihe, was ich persönlich schon sehr bedauere. Tja, aber wer weiß, ob sich der Autor dazu entschließt diese Reihe eventuell doch noch weiterzuführen.

Nun wollen wir aber erstmal wieder nach England reisen, genauer gesagt nach Oxford, um zu sehen was sich bei Archie Greene und seinen Freunden so tut.

Seit ihrem letzten Abenteuer sind nun drei Monate vergangen und ihre Truppe besteht nur noch aus vier Personen. Bramble und Thistle, Archies Cousine und Cousin, Arabella, welche die Einzige ihrer Familie zu sein scheint, die nicht das böse Gierer-Gen in sich trägt und natürlich Archie. Rupert, der Älteste von ihnen, hat seine magische Ausbildung inzwischen abgeschlossen und arbeitet nun bei der Gesellschaft für Magie Ihrer Majestät in London. Doch genau in dieser höchst angesehenen und streng bewachten magischen Gesellschaft Ihrer Majestät ist eines der gefährlichsten magischen Bücher entwendet worden. Zudem sind die beiden größten Gierer, Arthur Ripley und Amos Roach, auf freiem Fuß und sie scheinen etwas großes zu planen.
Als wenn das nicht schon genug fürchterliche Nachrichten wären, welche uns aus Oxford ereilen, verschwinden auch noch die niedergeschriebenen Zaubersprüche aus Büchern und keiner weiß wie das überhaupt möglich ist, geschweige denn wer dahinter steckt. Nur eines ist sicher - es scheint sich ein Verräter unter den Magiern herumzutreiben, der dies alles möglich macht und als Insider fungiert.
Wie hängen all diese Ereignisse zusammen, wer steckt diesmal dahinter und können Archie und seine Freunde dieses Abenteuer meistern bevor die Zeit abläuft?

"Eine schwarze Flamme erschien auf der Seite.
Vor ihren Augen entzündeten sich die sorgfältig gezogenen Buchstaben, fingen an zu zucken und wanden sich,
bis sie zu schwarzer Asche zerfielen.
Ein fauliger Lufthauch trug sie davon und von dem Spruch blieb nichts außer einer dunklen Schmauchspur."
(S. 23)

Inzwischen wissen wir schon einiges über Archie - er ist ein Buchflüsterer, hat magische Fähigkeiten und er gehört zum Club der Alchemisten. Zu Letzterem gehören auch seine vier Freunde Bramble, Thistle, Arabella und Rupert. Mit ihnen durften wir schon einige Abenteuer bestehen und auch ein Teil von Archies Familiengeheimnissen aufdecken.
Hier im 3. Teil geht es mit den Abenteuern weiter und wir begeben uns auch auf die Suche nach Archies Familie, um noch mehr über die Familie Greene und deren Vergangenheit zu erfahren.
Es gibt hier also wieder allerhand zu erleben und zu entdecken, wobei es wieder spannend und mysteriös zugeht. Dabei werden wir von unvorhergesehenen Wendungen überrascht, es begegnen uns schon bekannte Charaktere und wir lernen neue skurrile Figuren kennen.
Diesmal muss sich Archie mit seinen Selbstzweifeln und Ängsten auseinandersetzen und diese überwinden.

Ich liebe die magische Atmosphäre, die einen während des Lesens umgibt und welche der Autor versteht immer weider einzufangen und an den Leser zu transportieren. Dabei ist man von Büchern umgeben und kann die Buchdeckel und -Seiten regelrecht riechen. Dies alleine sagt schon sehr viel über den Schreib- und Erzählstil aus, dieser ist nämlich flüssig, klar und lädt einen ein in dieses Buch einzutauchen.

"Wenn Weiß brennt schwarz
und Schatten brauen,
ruht die Hoffnung allein auf den Grauen.

Nur der Rabe kennt,
was gilt als verloren, zum Schlüssel der Magie
ist auserkoren."
(S. 97)

Fazit:
Auch der 3. Teil der Archie-Greene-Reihe konnte mich begeistern und ich habe es genossen mit Archie und seinen Freunden magische Abenteuer zu bestreiten und die letzten Familiengeheimnisse aufzudecken. Jeden einzelnen der Protagonisten habe ich lieb gewonnen und daher ist es auch in gewisser Weise traurig, dass das der letzte Teil dieser Reihe ist.
Zum Abschluß kann ich aber mit Bestimmtheit sagen, dass dies eine empfehlenswerte Buchreihe für kleine Erwachsene und große Kinder ist, die Magie, Bücher und Abenteuer lieben.
Am Besten man genießt diese Lesestunden mit Heißer Schokolade in einem großen gemütlichen Lesesessel und lässt sich dabei nicht stören. Man taucht nämlich nur sehr ungern daraus auf.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe und Autoren-Info) Im Dezember gibt es auf meinem Blog eine komplette Reihenvorstellung, inkl. Buchpaketverlosung.

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Tags: ab 11 - 12 jahre, britische autoren, kinderbuch-reihe   (3)
 

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Archie Greene und der Fluch der Zaubertinte

D. D. Everest , Nadine Mannchen
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785580776
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Für Buchflüsterer Archie Greene beginnt das zweite Lehrjahr in der magischen Bibliothek mit einem düsteren Vorzeichen. Ein geheimnisvolles Feuermal erscheint auf der Handfläche einiger Lehrlinge und die Schutzzauber der Bibliothek versagen. Das kann bloß eines bedeuten: Das Buch der Macht, in dem die Zauber geschrieben stehen, verblasst. Nur ein Magieschreiber könnte die Sprüche erneuern. Doch jemanden mit einem solchen Talent hat es seit Jahrhunderten nicht mehr gegeben ...
Fantastische Kinderbuch-Reihe für Mädchen und Jungen ab 11 Jahren, die Magie, Spannung und Abenteuer lieben. Im Mittelpunkt der originellen Geschichte von Debütautor D. D. Everest stehen magische Bücher und ein sympathischer Protagonist, der sich plötzlich in einer Schule der Buchbinderei wiederfindet und zusammen mit seinen neuen Freunden auf echte Zauberbücher aufpassen muss....(Klappentext)

☯✩∘•°.: :.°•∘✩☯

"In der Finsternis, die mancher scheut,
harren Geheimnisse aus uralter Vergangenheit.
Im Verborgenen die Schatten lauern,
vergessene Pfade die Zeit überdauern.
So manch einer wollte das Dunkel vertreiben,
doch liegt es an dir nun, die Zukunft zu schreiben.
Welchen Weg schläfst du ein?
Welches soll dein Schicksal sein?"
(S. 112)

Dies ist der 2. Teil der Archie-Greene-Reihe, welcher direkt an den 1. Teil "Archie Greene und die Bibliothek der Magie" anschließt. Seither sind nur ein paar wenige Wochen vergangen. Anfangs erhält man genügend Infos, die einem die letzten Ereignisse wieder in Erinnerung rufen. So kann man manches nochmal Revue passieren lassen, um dann direkt wieder in die magische Welt der Bücher einzutauchen.

Und nun begeben wir uns wieder nach Oxford und schauen wie es um Archie steht und was er so treibt.

Archie hat das 1. Jahr der Magieschule hinter sich, wobei man bedenken muss, dass hier die Ausbildungsjahre anderes gerechnet werden. Hier geht alles viel schneller und der Unterrichtsstoff ist wesentlich interessanter. Im anstehenden Schuljahr stehen für Archie Buchbinden für Fortgeschrittene auf dem Plan und wie man Zauber wirkt, doch auch wie im vorherigen Teil verläuft dieses neue Schuljahr alles andere als öde.

Man begegnet so manchen bekannten Gesichtern, wie den Alten Zeb - Archies Buchbinde- und Magie-Lehrer, Pink - die verrückte Kellnerin im Schoko-Cafè, Archies schräge Verwandtschaft und auch Horace Catchpole, der wieder einmal eine außergewöhnliche Lieferung für Archie hat, doch diesmal ist es kein schwarzmagisches Buch.
Wir laufen aber natürlich auch vielen neuen skurrilen Figuren und auch Büchern über den Weg, wie z.B. einem Grapscher Buch - falls Eure Schlüssel und Socken immerzu verschwinden, habt Ihr wohl so ein Buch irgendwo in der Wohnung stehen.

"Die Mitglieder des reformierten Clubs der Alchemisten waren von Archies Entdeckungen mehr als beunruhigt.
Dieser Fluch konnte für sie alle eine furchtbare Gefahr bedeuten.
Sie hatten den Club gegründet, um das Museum zu retten,
doch nun dämmerte es ihnen, dass sie selbst diejenigen waren,
die dringend Hilfe brauchten."
(S. 178)

Diesmal beginnt auch Thistle, Archies Cousin, seine Magieausbildung und muss dafür den Flammentest des Alten Zeb über sich ergehen lassen. Dieser verlief jedoch anderes als gedacht, da Thistle nicht nur ein Feuermal, sondern gleich zwei davon erhielt und auch Archie bekam ein zweites Mal hinzu. Dieses mysteriöse Zeichen bringt die gesamte Akademie mitsamt den Ältesten in Aufruhr, denn seit Jahrhunderten hat niemand mehr so ein Mal erhalten. Nun tragen es gleich zwei und bald auch schon fünf Lehrlinge. Erfreut scheinen sie nicht zu sein, im Gegenteil!
Zudem sind wieder einmal die Gierer am Werk. Sie sind die Feinde der Flammenhüter und wollen wieder ganz bestimmte magische Werke an sich reißen und sorgen für gehörige Unruhe. Diesmal scheinen sie im Auftrag eines anderen magischen Bösewichts zu agieren und das im ganz großen Stil.
Was hat es mit diesem Feuermal auf sich und wer steckt diesmal hinter den Anschlägen auf das Museum für Magiekunde? Welche neue Fähigkeiten haben Archie und seine Schulkameraden durch dieses Mal und ist es möglich das Museum dadurch zu retten oder führt es einen auf die dunkle Seite der Magie?

Auch im 2. Teil wird es also alles andere als langweilig. Mit Archie, Bramble und Thistle besuchen wir ein magisches Bücherfest, lernen magische Bücher und ihre Eigenheiten kennen und sind auf der Suche nach dem Bösewicht und seinen Gierern. Dabei begegnen wir Schwarzer Magie und bösen Alchemisten, lernen wie man Spukbücher von anderen magischen Büchern unterscheidet, wie man Magie schreibt und Zauber spricht und begegnen in der Mythischen Menagerie magischen Fabelwesen.
Dies alles eingebettet in die unvergleichliche Atmosphäre von Magie und Büchern, die einem während des Lesens umgibt, wobei man nicht selten schmunzeln muss und spannende Abenteuer erlebt.

"Sie sprinteten zum Gatter, während die Hufe des Minotaurus hinter ihnen den Boden zerpflügten.
Näher und näher kam der Stiermensch...."
(S. 221)

Fazit:
Auch den 2. Teil dieser Reihe konnte ich kaum aus der Hand legen und so huschte ich regelrecht durch die Seiten. Man erlebt hier wirklich allerhand Spannendes, Witziges und Magisches.
Wer hätte gedacht, dass mich eine Kinderbuch-Reihe einmal so begeistern kann. Nun freue ich mich schon auf den 3. und (vorerst?) letzten Teil dieser Reihe, welcher schon ungeduldig mit den Buchseiten raschelt.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe, Autoren-Info)

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Tags: ab 11 - 12 jahre, britische autoren, kinderbuch-reihe, loewe verlag   (4)
 

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Archie Greene und die Bibliothek der Magie

D. D. Everest , Nadine Mannchen
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.08.2018
ISBN 9783743201941
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der Auftakt einer neuen Kinderbuch-Reihe für Mädchen und Jungen ab 11 Jahren, die Magie, Spannung und Abenteuer lieben. Im Mittelpunkt der originellen Geschichte von Debütautor D.D. Everest stehen magische Bücher und ein sympathischer Protagonist, der sich plötzlich in einer Schule der Buchbinderei wiederfindet und zusammen mit seinen neuen Freunden auf echte Zauberbücher aufpassen muss.

Archie Greene bekommt an seinem Geburtstag ein ganz besonderes Paket überbracht – eines, das vierhundert Jahre auf seine Auslieferung gewartet hat. Auch der Inhalt ist mehr als außergewöhnlich: ein magisches Buch! Und ehe sich Archie versieht, ist er in Oxford in der Bibliothek der Magie angekommen und soll dort die Künste des Buchbindens erlernen. Als ob das nicht alles schon aufregend genug wäre, geht dort auch noch etwas unheimliches vor sich: Eine Quelle der schwarzen Magie raubt den Büchern ihre Zauberkräfte und plötzlich ist Archie der Einzige, der sie beschützen kann.... (Klappentext)

☯✩∘•°.: :.°•∘✩☯

"Befreie die Magie, die Innen schlummert.
An ihre Macht glaube, mehr als an alles andere."
(S. 119)

Archie ist ein aufgeweckter 12-jähriger Junge und das trotzdem er ohne seine Eltern und seine Schwester aufwachsen musste. Diese sind bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen als Archie noch klein war. So wuchs er bei seiner Großmutter auf, die er liebevoll Gran nennt. Sein Leben war bisher eher langweilig und öde, passierte in diesem südenglischen Dorf so gar nichts und seine Gran ist auch eher von der ruhigen Sorte.
Eines Tages steht plötzlich ein komischer Kauz mit einem uralten Päckchen vor der Tür. Dieses kann wohl nur für ihn sein, hat er doch heute Geburtstag. In diesem Paket ist ein ebenso uraltes Buch mit dem Archie nichts anzufangen weiß, kann er doch nicht einmal diese komische Schrift lesen. Was folgt ist ein Kuddelmuddel, ausgelöst durch eine vergessene Nachricht zu dem Päckchen, was zu einer Reise nach Oxford in einen kleinen mysteriösen Buchladen führt und das Kennenlernen seiner äußerst schrägen aber witzigen Verwandten mit sich bringt. Ehe er es sich versieht, ist er in diesem Buchladen als Buchbinde-Lehrling angestellt.
Archie tritt so in die Welt der Bücher und auch der Magie ein, erfährt nach und nach ein unglaubliches Familiengeheimnis und dann fangen auch noch die Bücher zu sprechen an. Als ob das nicht alles schon seltsam genug wäre, machen ihn die Bücher auf unheimliche Vorgänge aufmerksam. Nun muss Archie über sich hinaus wachsen und die Bücher vor einem Unheil bewahren, denn genau für das scheint Archie bestimmt zu sein.

"Plötzlich hörte Archie über sich etwas flattern, bevor es mit einem lauten Schlag auf einem Tisch neben ihm landete.
Entsetzt stellte Archie fest, dass es kein Vogel war - sondern ein Buch!
Nachdem es sich kurz ausgeruht hatte, öffnete es die Klappendeckel wie Flügel und schwang sich auf einen Schrank,
um sich in einem der Regale niederzulassen."
(S. 109)

Was gibt es Schöneres als in eine Welt voller Bücher und Magie abzutauchen. In diesem magischen Buch für Kinder ab 11 Jahren, geht es diesbezüglich wirklich hoch her. Man lernt mit Archie das von Magie umwobene Oxford kennen, wo sich in jeder Gasse, in jedem kleinen alten Geschäft etwas Magisches verbergen kann. Hier konnte mich vor allem das Museum für Magiekunde begeistern, welches durch Quills Schokoladenhaus betreten wird.

Man ist umgeben von dicken, antiquarischen Magiebüchern und kann diesen Geruch von alten Büchern und muffigen Pergament regelrecht riechen. Begegnungen mit skurrilen Figuren und auch Büchern, sind an der Tagesordnung. Sei es der Alte Zeb, der Lehrmeister Archies, der die Größe eines Gnoms hat und irgendwie an einen Gecko erinnert. Dann gibt es noch fliegende und sprechende Bücher oder Ritter die samt Pferd und Rüstung aus Büchern springen. Seine Tante Loretta, die außergewöhnliche Rezepte liebt, wie z.B. Torte mit Sardinenfüllung und blauen Zuckerguss und noch viele mehr.
Hier ist also wirklich für magische Unterhaltung gesorgt und es wird niemals langweilig.

"Außerdem gab es Bilder von Vampiren, Werwölfen und einem Geschöpf, das man Gärwolf nannte -
eine wolfsähnliche Kreatur, in deren Eingeweiden so grässliche Gase gärten,
dass sie Feuer speien konnte wie ein Drache."
(S. 144)

Der Schreibstil ist flüssig und klar. Während einem der Plot packt, einem die ausgefeilten und gut gezeichneten Charaktere mit ins Buch reißen und die Wendungen einem ein überraschtes "Oh" entschlüpfen lassen, jagt man regelrecht durch das Buch, um die anderen Bücher zu retten.

Dieses Buch spricht außerdem sowohl Jungs, als auch Mädchen an. Archie muss hier seinen Weg finden und der ist alles andere als ein Strandspaziergang. Doch mit Bramble, seiner Cousine, wurde eine ebenso starke und tolle Mädchenfigur erschaffen. Sie ist ein mutiges 14-jähriges Mädchen und ist mit Magie aufgewachsen. Bramble ist klug, hat es aber auch faustdick hinter den Ohren. Sie nimmt sich Archie an und führt ihn in diese mysteriöse Welt voller Zauber und Bücher ein. Kurz gesagt - sie hat den vollen Durchblick.
Und so begibt man sich als Leser mit auf die Reise durch diese magische Bücherwelt.

Fazit:
Es ist ein wundervoller und spannender Auftakt einer Kinderbuch-Reihe voller Bücher, Magie und skurriler Figuren. Hier geht es spannend, witzig und magisch zu und ich habe es geliebt in diese Welt abzutauchen. Einziger Nachteil - man bekommt verdammt oft Lust auf Heiße Schokolade ;-)
Diese Reihe gefällt mir so gut, sodass ich sofort zum 2. Teil der Archie-Reihe greife, da ich unbedingt wissen muss wie es mit Archie und seinen Freunden weitergeht.

© Pink Anemone (mit Bilder, Leseprobe und Autoren-Info)

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Tags: ab 11 - 12 jahre, britische autoren, kinderbuchreihe, loewe verlag   (4)
 

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Das Geek-Kochbuch

Liguori Lecomte
Fester Einband: 88 Seiten
Erschienen bei Ullmann Medien, 25.09.2017
ISBN 9783741522512
Genre: Sachbücher

Rezension:

Serienjunkies, Computerfreaks und Super-Geeks aufgepasst! Das ist euer Kochbuch. Feiert noch einmal die dramatische Hochzeit des Königs mit Joffrey Baratheons Taubenpastete, gönnt euch einen Schluck von Omas Flaschen-Suppe, um eure Herz- und Magieleiste aufzufüllen, oder lasst euch von Schoko-Cupcakes à la Bertie Bott verzaubern. Möge die Kochkunst mit euch sein!... (Klappentext)

❦❦❦❦❦

"Oft wollen die Leute wissen, was für ein Koch ich bin.
Ich antworte dann immer, dass ich mich eher als Spieler sehe,
der sich in der Küche kreativ austobt."
(S. 3)

Ich liebe jede Art von Kochbüchern - je ausgefallener und schräger, um so besser. Ebenso liebe ich zocken, bin ein wahrer Serienjunkie und lasse mich noch viel öfter von einem Buch in fremde Welten entführen. Ja, ich bin wohl so etwas was man heutzutage einen Nerd nennt.

Dieses Kochbuch vereint quasi gleich mehrere meiner Leidenschaften und es macht wirklich Spaß darin zu schmökern und natürlich auch daraus zu kochen.

Bevor man sich durch Rezepte wühlt, erhält man ein paar Facts bezüglich der Filme und Games, welche in diesem Buch eine Rolle spielen.
Danach kommen Küchen-Basics. Leider nur zwei und die wären "Gemüse karamellisieren" und Räuchern mit Heu". Ich persönlich fand ja nur das Heuräuchern interessant, wobei ich das sicher nie anwenden werde. Für absolute Küchenanfänger sind es jedoch eindeutig zu wenig Basics.

Dann kommen die Rezepte. Dabei wurden die Themen in Kinofilme, TV-Serien, Computerspiele, Comics & Animationsfilme und Snacks unterteilt. Bei den Rezepten hat sich Lecomte - Koch, Autor und Gamer - einiges einfallen lassen. Man reist  mit den Rezepten zu Harry Potter nach Hogwarts und genießt Hähnchen mit Pilzen aus dem verbotenen Wald, taucht ins Matrix-Universum ein und muss sich für die blaue oder rote Pille, eingebettet in einen Muffin, entscheiden. Man bäckt mit Mr. Whites aus "Breaking Bad" Blue-Meth-Donuts, man erhält das Rezept von Links Großmutter für ihre Flaschen-Suppe (The Legend of Zelda), welche unsere Lebens- und Magieleiste auffüllt und man stellt seinen eigenen Pokéball her.

Für Abwechslung ist also gesorgt. Jedes Rezept enthält ein stimmungsvolles Bild und eine Info zum jeweiligen Film. Es steht hierbei zwar "Achtung Spoiler!", aber so richtig gespoilert wird man hier nicht. Also unbedingt lesen, da dies wirklich interessant und amüsant ist.

"Ich lade euch auf einen kleinen kulinarischen Trip ein.
Dabei werdet ihr sehen, dass Kochen geekig sein kann -
und dass geekige Gerichte toll schmecken und einfach zuzubereiten sind,
selbst für Noobs."
(S. 3)

Diesem Zitat kann ich nicht wirklich zustimmen, denn ein Koch-Noob sollte man wirklich nicht sein. Selbst ich hatte bei manchen Rezepten so meine Probleme. So werden z.B. spezielle Utensilien benötigt, welche bei den Zutaten nicht angegeben werden. Beim Pokèball benötigt man nämlich eine Kugelform. Aha - ja eh, aber was für eine genau?

Zudem setzt der Autor wohl voraus, dass manche Küchenhandgriffe logisch sind und hat diese daher gleich ganz unter den Tisch fallen lassen. Bei manchen Rezepten hätte ich mir mehr Bilder bezüglich der Arbeitsschritte gewünscht und für manche Geek-Rezepte müsste man ziemlich tief in die Geldbörse greifen, da die Zutaten ausgefallen, eher für gut Betuchte zu sein scheinen und daher in normalen Supermärkten nicht erhältlich sind, wie z.B. Rotbarbenfilet, Totentrompeten (eine Pilzart) oder Tintenfischtinte. Vereinzelt werden wiederum 08/15-Zutaten wie z.B. Mehl nicht angegeben, da davon ausgegangen wird, dass man das sowieso zur Hand hat.

Man kann natürlich alles entsprechend ersetzen, so habe ich anstatt der Totentrompeten andere Pilze genommen und anstatt Tintenfischtinte tut es schwarze Lebensmittelfarbe auch.
Lecomte scheint auch der Meinung zu sein, dass man im Besitz einer Großküche mit unzähligen Herdplatten und Töpfen ist. Also wenn ich mir die Küche von ein paar Nerd-Freunden ansehe, kann ich froh sein überhaupt zwei verschiedene Töpfe zu finden. Die Suche nach speziellen Küchenutensilien kann man hier sowieso gleich vergessen. Ich habe eine kleine aber wirklich gut ausgestattete Küche, trotzdem möchte ich nicht unbedingt 5-7 Töpfe herumstehen haben und gestresst in allen einmal kurz umrühren, würzen, schwenken, etc.

Es gibt aber auch genug einfache Rezepte, welche schnell von der Hand gehen und einen Film- oder Gamingabend zu etwas Besonderem machen.

Fazit:
Es hat wirklich Spaß gemacht darin zu schmökern und Rezepte daraus nachzukochen. Ich habe z.B. "Pochierte Hähnchenbrust 'Hogwarts'" und "Schattenwolf-Brot von Heiße Pastete" und mehr, nachgekocht/-gebacken. Dabei habe ich mich jedoch niemals 1:1 an das Rezept gehalten, sondern improvisiert, da entweder Zutaten nicht erhältlich waren, es mir nicht geschmeckt hätte (was eher an meinem persönlichen Geschmack und nicht am Rezept lag), oder es mir schlicht zu viel Arbeit gewesen wäre. So wurden aus dem "Schattenwolf-Brot" einfach mal "Wolfsbrote aus dem Schwarzen Königreich" und aus dem pochierten Huhn "Gebratenes Hogwarts-Huhn mit Pilzen und Gemüse aus dem verbotenen Wald".
Dieses Buch ist also durchaus inspirierend und regt die eigene Phantasie an. So habe ich nun ein neues Projekt für meinen Blog im Kopf und unsere TV- und Gaming-Abende werden in Zukunft auch alles andere als kulinarisch langweilig.
Für Kochanfänger ist es jedoch gänzlich ungeeignet. Für die wenigen sehr einfachen Rezepte, würde ich mir dieses Buch also nicht extra kaufen, sondern stattdessen Google befragen.

© Pink Anemone (inkl. vieler Bilder, Autoren-Info und nachgekochter Rezepte)

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Tags: französische autoren, kochbuch, nerd-books, ullmann-verlag   (4)
 

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Wolfsthron

Leo Carew , Wolfgang Thon
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442487356
Genre: Fantasy

Rezension:

In Albion zerbricht der jahrhundertealte Frieden, als die Heerscharen des Südens im rauen Reich des Nordens einfallen. Der junge Roper, Sohn des Hauses Silberner Wolf und Thronerbe des Nordens, steht vor seiner ersten Schlacht – und sieht sich schon bald von Feinden umzingelt. Denn nicht nur will die Königin des Südens sein Volk auslöschen, auch mächtige Feinde im Inneren greifen nach dem Thron. Ropers einzige Chance ist eine Allianz mit der schönen Keturah, Tochter des mächtigen Hauses Vidarr. Doch seine Gegner planen bereits den nächsten Schachzug – mit nur einem Ziel: Das Heulen des Silbernen Wolfes soll für immer verklingen ... (Klappentext)

❆❆❆❆❆

"Die Wälder des Schwarzen Königreiches raschelten nicht im Wind, sie schienen zu frösteln.
Und sie knarrten nicht im Sturm, sie stöhnten."
(S. 548)

Das Gleichgewicht in Albion ist im Begriff zu kippen. Es herrscht Krieg und als Leser steht man hier wahrlich zwischen den Fronten dieser zweier Streitmächte und somit auch zweier Völker.
Zum einen haben wir hier die Armee aus dem Süddal, welche sich aus angelsächsischen und fränkischen Soldaten, sowie Söldnern aus Samnia und Iberia zusammensetzen. Hierbei steht Bellamus im Focus - Liebhaber der Königin des Süddals und eine wichtige Schachfigur dieser, um ihr Reich zu vergrößern. Er ist ein Emporkömmling ohne Titel oder Rang und trotzdem befehligt er einen Teil der Armee. Bellamus ist ein geschickter Taktiker, der seinen Feind genauestens studiert. Auch mit den Anakim hat er sich intensiv beschäftigt. Er kennt ihre Schwächen und Stärken und er hat den Mut diesem primitiven Volk, bestehend aus Barbaren, entgegenzutreten.

"Jeden Tag verloren sie mindestens ein Dutzend Soldaten auf der Suche nach Proviant an Rudel von erschreckend wilden Wölfen oder gigantischen Bären.
Diese Bestien benahmen sich nicht wie die wilden Tiere südlich des Abus.
Es war Bellamus nicht klar, was seine Männer falsch machten oder warum sie den Zorn dieser Raubtiere erregten,
die andererseits die Anakim so friedlich zu dulden schienen."
(S. 208)

Und somit wären wir bei den Nordländern, den Anakim, deren unwirtliches und karges Land im Begriff ist an die Südländer zu fallen. Die Bewohner des Schwarzen Königreiches unterscheiden sich vor allem durch deren Größe von den kleinen Menschen im Süddal. Sie sind wahre Riesen, beherrschen keine Schrift, dafür eine Sprache, welche wie Donnergrollen klingt und sie weisen eine weitere körperliche Besonderheit auf - unter ihrer Haut befindet sich eine sogenannte Knochenrüstung, ein innerer Panzer sozusagen und dadurch sind sie nahezu unverwundbar.
In diesem Handlungsstrang begleiten wir Roper. Nach einer fürchterlichen Schlacht bei der sein Vater, der Schwarze Lord, fiel, sitzt nun er auf dem Thron und ist Lord des Schwarzen Königreiches. Er ist gerade mal 19 Jahre alt, unerfahren und überfordert, doch er hat keine Zeit sich mit der Situation langsam auseinanderzusetzen, denn es wird bereits nach seinem Leben getrachtet. Der Feind ist jedoch nicht nur die Armee aus dem Süden, welche wie Heuschrecken über das Schwarze Königreich herfallen...der wahre Feind sitzt neben ihm im Ratssaal und diesen gilt es zuerst auszuschalten.
Roper mag jung sein und in der Schlacht ungeübt, doch was ihm an Erfahrung fehlt, macht er mit seinem Köpfchen und seinem Mut wett. Er ist Bellamus also nicht unähnlich und beide sind durchaus sympathisch. Es ist daher schwierig sich hierfür für eine Seite zu entscheiden....lassen wir die Schwerter sprechen.

"Er hatte noch nie ernsthaft darüber nachgedacht, warum er eigentlich regieren wollte.
Blickte er zurück, dann vermutete er, dass es daran lag,
dass er sein ganzes Leben darauf vorbereitet worden war
und dass die Alternative der Tod war."
(S. 356)

Hierbei handelt es sich um einen Fantasy mit historischen Zügen. Vieles erinnert an die Schlachten zwischen Schotten und Engländern und auch das Reich Albion sieht auf der Karte Großbritannien nicht unähnlich.

Der flüssige und leichte Schreibstil, sowie der packende Plot, ließen mich schnell durch die knapp 600 Seiten huschen.
Die Atmosphäre wurde von dem jungen Autor gut eingefangen und somit konnten mich vor allem die Schlachtszenen und die Beschreibungen des Settings vom Schwarzen Königreich begeistern.
Auch die Art die verschiedenen Settings kennenzulernen war fantastisch. Hier  werden das Reich oder gewisse Orte nicht einfach nur beschrieben, man lernt diese durch Charaktere kennen, wie z.B. einen berittenen Boten der durch das Hindrunn reitet. So verfährt der Autor auch bei den verschiedenen Figuren. Weiters erhält man Einblick in beide Seiten und dies ohne, dass die Spannung dadurch verloren geht.

"Denn jetzt zeigten sie ihre wahre Stärke: die in ihren großen Eschenbögen lag.
Sie machten sie bereit, nockten ihre Pfeile auf die Sehnen und feuerten auf die Schwarzfelsen.
Die gefiederten Pfeile zischten durch die Luft.
Es war ein Geräusch, als flöge ein ganzer Himmel voller Sperlinge auf die Legionäre zu."
(S. 35)

Doch es gibt auch etwas zu bemängeln.
So gut gezeichnet die Charaktere auch sind, fehlt ihnen doch die Tiefe und gerade die beiden Protagonisten, Roper und Bellamus, konnten mich nicht gänzlich überzeugen. Beide sind ZU perfekt. Sie scheinen keinerlei Schwächen zu haben und wenn, dann wissen sie davon und diese werden zu ihren Stärken umgewandelt - ergo, doch keine Schwächen.
Vor allem Roper schien mir zu perfekt und allwissend. Der junge Bursch von gerade mal 19 Jahren, hat eine einzige Schlacht miterlebt und diese endete in einer Katastrophe, in der nächsten Schlacht agiert er, als wäre er ein erfahrener Feldherr und scheint mehr Ahnung von Kriegsführung zu haben, als Kommandanten, welche schon fünfzig Schlachten hinter sich haben. Und natürlich gehen diese Taktiken auch immer auf.
Des Weiteren ist so manche Dialogführung zwischen Kommandanten, egal ob Süddal oder Schwarzes Königreich betreffend, kaum auszuhalten. Jeder scheint hier jeden Zucker in den Arsch zu blasen, indem sie sich gegenseitig versichern wie toll und besonders der Andere ist. Dies lässt mich dann doch gezwungenermaßen an Klein-Mädchen-Dialoge denken -> "Du bist toll" - "Nein, Du bist toll." - "Aber du bist viel toller!". Ich mag das nun etwas überspitzt darstellen, aber ich konnte mich dieses Gedanken nicht ganz verwehren. Zum Glück kommen solche Dialoge nur äußerst selten vor, haben sich jedoch in mein Hirn eingebrannt.

Zugegeben das Rad wird hier auch nicht neu erfunden - alles schon mal gelesen oder gesehen und doch war die Story durchwegs unterhaltsam, spannend und weist nur wenige Längen auf. Wenn Längen auftreten, dann durch den etwas zu melodramatischen inneren Monolog, den Roper immer wieder führt.
Ansonsten erwarten einem Intrigen, das Spiel um Macht, Schlachtengetümmel und auch die Pest erlebt man hautnah und authentisch mit. Dies alles in einem tollen atmosphärischen Setting.

Diese Ausgabe beinhaltet eine Karte von Albion und im Anhang einen Glossar der Häuser und Hauptcharaktere des Schwarzen Königreiches.

Fazit:
Trotz der oben angeführten Mankos, fühlte ich mich herrlich unterhalten. Ich liebe das Setting des Schwarzen Königreiches mit seiner rauen Landschaft, seinen ebenso rauen Bewohnern. Ich tauchte nur allzu gerne in die Story ab und in die Wälder mit heulenden Wölfen ein und stürzte mich, wie die Anakim, begeistert in die Schlacht.
Es ist also durchaus ein toller Auftakt einer Fantasy-Reihe aus der ich nur ungern in die Realität wieder auftauchte, wenn auch mit kleinen Schwächen. Ich für meinen Teil, bin auf jeden Fall auf die Fortsetzung gespannt.

© Pink Anemone (mit Leseprobe, Bildern, Buchtrailer, Autoren-Info und Rezept zum Buch)

  (9)
Tags: britische autoren, fantasy-reihe, historische fantasy   (3)
 

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Nighttrain: Next Weird

Scott Nicolay , Richard Gavin , T. E. Grau , Timothy J. Jarvis
Flexibler Einband: 236 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 22.09.2018
ISBN 9781721597215
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: amerikanische autoren, anthologie, nighttrain-verlag, weird fiction   (4)
 

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Stolz und Vorurteil

Jane Austen , Hugh Thomson
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Anaconda Verlag, 30.09.2018
ISBN 9783730606490
Genre: Klassiker

Rezension:

Nicht weniger als fünf Töchter haben die Bennets standesgemäß unter die Haube zu bringen. Kein leichtes Unterfangen für eine Familie auf dem Land, die nur über ein bescheidenes Vermögen verfügt. Ausgerechnet die intelligente Elizabeth, das Lieblingskind des Vaters, erweist sich als besonders schwieriger Fall. Zum allgemeinen Unverständnis hat sie die Stirn, den Antrag eines wohlsituierten Pfarrers auszuschlagen. Statt dem Drängen der Familie nachzugeben, folgt Elizabeth hartnäckig ihrem eigenen Urteil ...(Klappentext)


✾✾✾✾✾✾


"Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, daß ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau. " (S. 5 - Anfang)


So beginnt Jane Austens Roman "Stolz und Vorurteil" und dieser Satz ist fast so berühmt wie Jane Austen und ihre Romane selbst.
"Stolz und Vorurteil" ist einer ihrer populärsten Romane und somit spare ich mir eine Zusammenfassung des Inhalts.
Es ist ein typischer Entwicklungsroman aus Jane Austens Feder mit viel Liebe zum Detail, der typischen auktorialen Erzählweise mit den bissigen und ironischen Bemerkungen der Erzählerin aus dem "Off" und somit ist es regelrecht erfrischend der Entwicklung der Protagonisten zu folgen.
Fast durchgehend lag mir ein Schmunzeln auf den Lippen, da Jane Austen es wirklich versteht das damalige Sittenbild aufs Korn zu nehmen.


"...<>" (S. 62)



Jane Austen hat ein literarisches Sittengemälde erschaffen, welches vor Ironie und Sarkasmus nur so strotzt.


Ebenso spitzzüngig werden hier die skurrilsten Personen porträtiert und dem Leser so auf humorvolle Art und Weise näher gebracht. Man liebt sie, man hasst sie, man bemitleidet sie. Durch so manche bissige Beschreibung kann man das Gefühl des genervt seins der Hauptprotagonistin bezüglich mancher Bekannten und Verwandten mehr als deutlich nachempfinden:


"Sir William Lucas und seine Tochter Maria, ein gutmütiges Mädchen, aber ebenso hohlköpfig wie er, wußten nichts zu sagen. was des Zuhörens wert gewesen wäre, und Elizabeth lauschte ihnen mit etwa demselben Vergnügen wie dem Rattern der Räder." (S.242)


Der Roman ist aber ebenso tiefgründig wie amüsant und auch die Romantik kommt hier nicht zu kurz, enthält der Roman doch eine der größten literarischen Liebesgeschichten.


"Stolz und Vorurteil" eignet sich daher hervorragend, um mit den Werken von Jane Austen zu beginnen und hier möchte ich Euch vor allem diese Ausgabe aus dem Penguin-Verlag  ans Herz legen.
Inzwischen kann ich 3 Ausgaben von "Stolz und Vorurteil" mein eigen nennen und die Übersetzung von Andrea Ott ist meiner Meinung nach für Jane Austen-Beginner sehr gut geeignet. Jane Austens Schreibstil wurde hier leicht modernisiert und daher verständlicher. Trotzdem gehen hier der erfrischende Esprit und der Humor einer Jane Austen keineswegs verloren.
Zudem enthält diese Ausgabe Anmerkungen, welche einem viele Bezeichnungen oder Geschehnisse verständlicher machen, sowie ein Nachwort der Übersetzerin selbst, welches interessante Einblicke zu dem Roman besteuern.


Falls in der Schule dieser Roman gelesen und besprochen werden soll, dann ist diese Ausgabe auch in dieser Hinsicht ans Herz zu legen.


Fazit:
Ich weiß nicht wie oft ich schon "Stolz und Vorurteil" gelesen habe, aber dieser Roman begeistert mich immer wieder aufs Neue und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Mittlerweile besitze ich schon drei Ausgaben von "Stolz und Vorurteil" und die vorliegende Ausgabe ist nicht nur vom Cover her eine Augenweide, sondern auch vom Inhalt. Diese eignet sich aufgrund des leicht modernisierten Schreibstils hervorragend, um mit Jane Austens Romanen einzusteigen.
Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung und hoffe, dass noch weitere Jane Austen-Romane in diesem "Kleid" im Penguin-Verlag erscheinen werden.


© Pink Anemone (Vintage-Ostern mit Jane Austen)

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Tags: anaconda verlag, britische autoren, jane austen, leseflop, literatur des 18. jahrhunderts, literaturklassiker   (6)
 

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Biss zur Nacht - Drei Vampirklassiker in einem Band

George Gordon Byron , John William Polidori , Sheridan Le Fanu
E-Buch Text: 116 Seiten
Erschienen bei Horror Klassiker Edition, 23.08.2011
ISBN B005IZAUWU
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Biss zur Nacht" enthält die drei ersten Vampirklassiker der Weltliteratur. Sheridan Le Fanus "Carmilla, der weibliche Vampir", John Williams Polidoris "Der Vampir" und Lord Byrons "Fragment einer Novelle". Alle Texte sind die klassischen Vampirgeschichten, die Bram Stoker zu Dracula inspirierten. Mit einem Nachwort zur Geschichte der Vampirliteratur.... (Klappentext)

🦇🦇🦇🦇🦇

Jeder kennt den Klassiker "Dracula", welcher aus der Feder des irischen Schriftstellers Bram Stoker (1847-1912) stammt. Dieser Roman erschien 1897 und der darin vorkommende Graf Dracula ist wohl der berühmteste Vampir der Literaturgeschichte. Inzwischen gibt es unzählige Adaptionen in den Kategorien Film und Buch und es ist kein Ende in Sicht.
Doch Bram Stoker war nicht der erste Schriftsteller, welcher das Thema Vampirismus aufgreift, sondern ließ sich ebenso von anderen Schriftstellern und deren Geschichten inspirieren.

"Was ich Ihnen jetzt berichten werde, ist so seltsam, dass Sie es nur glauben werden, wenn Sie meiner Wahrhaftigkeit voll vertrauen.
Meine Geschichte ist wahr, mehr noch, ich habe sie selbst erlebt."
("Carmilla II - Ein Gast")

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstand innerhalb der Romantik das Subgenre Schwarze Romantik, auch Schauerromantik genannt und diese wiederum gehört zur Schauerliteratur. Zu diesen Gothic Novels zählen die in diesem Buch enthaltenen Geschichten, welche die Vampire in der Literatur erst so richtig populär machten.

Vampirdarstellungen waren in der Literatur natürlich auch schon früher bekannt, welche aus diversen Volksglauben und Legenden entstanden. Im Volksglauben waren diese Blutsauger jedoch primitive Bestien mit animalischen Zügen, während sie in der Literatur eher die Attribute von Geistern inne hatte, wie z.B. in Goethes "Braut von Korinth" (1798). Sie waren also alles andere als menschlich.

Erst durch Polidori erhielten Vampire menschliche Züge. Er ging sogar so weit seinen Vampir als gebildet, gutaussehend und vornehm darzustellen, wenn auch immer noch bösartig.

🦇🦇🦇

"Der Vampir" von John William Polidori

"Es ereignete sich, dass, mitten unter den Zerstreuungen eines Winters zu London,
in den verschiedenen Gesellschaften der tonangebenden Vornehmen ein Edelmann erschien,
der sich mehr durch seine Sonderbarkeiten, als durch seinen Rang auszeichnete."
("Der Vampir")

Lord Byron steuerte ein Fragment einer Novelle bei, in der das erste Mal ein Vampir mit vornehmen Zügen auftritt. Es blieb jedoch bei diesem kurzen Auszug.

"Ich erschrak über die plötzliche Gewissheit, an der nicht zu rütteln war -
sein Gesicht wurde in wenigen Minuten fast schwarz.
Ich würde die so schnelle Veränderung Gift zugeschrieben haben, wenn ich nicht gewusst hätte,
dass er es nicht unbemerkt empfangen konnte.
Der Tag neigte sich, die Leiche veränderte sich immer mehr,
und es blieb nichts übrig, als den Wunsch zu erfüllen."
("Fragment einer Novelle" von Lord Byron")

Polidori spann genau diese Geschichte von Lord Byron weiter und erschuf so den ersten Vampir der Weltliteratur, der die typischen Attribute hatte, welche bis heute Bestand haben - gutaussehend, verführerisch, gebildet und gut situiert, a la Lord Ruthven, der Vampir aus "Der Vampir".

"Auf ihren Wangen, selbst auf ihren Lippen war keine Farbe mehr;
doch war über das Gesicht eine Ruhe verbreitet, die fast so anziehend schien als das sonst hier wohnende Leben;
auf ihrem Nacken und ihrer Brust war Blut sichtbar,
und an der letzteren sogar das Zeichen von Zähnen, die eine Ader geöffnet hatten.
("Der Vampir")

"Der Vampir" (Originaltitel: "The Vampyre") entstand 1816 aus dem bereits erwähnten Erzählfragment von Lord Byron. Erschienen ist die Erzählung jedoch erst 1819 und wurde irrtümlich Byron zugeschrieben. Dies war von den beiden Gentlemen jedoch durchaus beabsichtigt, da die Novelle dadurch wesentlich mehr Aufmerksamkeit erhielt und erfolgreicher wurde.
Beide lehnten übrigens ein Honorar für die Veröffentlichung ab. Es war eine Geschichte, die aus Spaß an der Freude entstand.

Dies war der Beginn eines wahren Vampir-Hypes in der Literatur. Alle nachfolgenden Werke von anderen Schriftstellern wurden von Polidoris "Vampyre" geprägt.

🦇🦇🦇

"Carmilla, der weibliche Vampir" von Sheridan Le Fanu

"Ich spürte, wie es geschmeidig aufs Bett sprang.
Die großen Augen näherten sich meinem Gesicht, und plötzlich spürte ich einen stechenden Schmerz,
so, als drängen mir zwei lange Nadeln im Abstand von nur wenigen Zoll tief in die Brust."
("Carmilla VI. - Ein höchst seltsames Leiden)

Dies ist eine Novelle des irischen Schriftstellers Sheridan Le Fanu (1814-1873), welche 1872 erschien und Bram Stoker zu seinem Roman "Dracula" inspirierte.
Carmilla ist quasi der Prototyp für alle folgenden Vampire, insbesondere der weiblichen. Seine Vampirin schläft tagsüber, kann durch Wände gehen und sich in eine Katze verwandeln.
Mit ihr hat Le Fanu auch sämtliche Tabus gebrochen. Sexualität spielt hier nämlich eine sehr wichtige Rolle und Carmilla ist homosexuell. Obwohl Le Fanu dabei sehr konkrete Ansätze bezüglich ihrer sexuellen Neigung liefert, wird dies nie explizit benannt.

"Dann zog sie mich, mit triumphierenden Blick, an sich,
ließ ihre heißen Lippen über meine wandern und flüsterte fast schluchzend:
>>Du gehörst mir, du wirst mir immer gehören, und du und ich sind eins für ewig.<<"
(Carmilla IV. - Ihre Gewohnheiten. Ein kurzer Spaziergang)

Mit diesem Roman sorgte der Schriftsteller für Aufsehen, jedoch nicht aufgrund des sexuellen Tabubruchs, sondern weil er den Adel hier alles andere als gut wegkommen lässt und die Unterdrückung der Frauen anprangert.

🦇🦇🦇

In "Biss zur Nacht" sind eben diese drei Erzählungen enthalten, wenn auch nicht chronologisch:

"Carmilla, der weibliche Vampir" von Sheridan Le Fanu "Der Vampir" von John Williams Poidori "Fragment einer Novelle" von Lord Byron

Bezüglich der Übersetzung kann ich leider kein Urteil abgeben, da ich keine dieser Geschichten im Original gelesen habe.
Der Schreib- und Erzählstil sind an die neue Rechtschreibung angepasst und scheinen wirklich behutsam modernisiert worden zu sein, denn beim Lesen sprang durchaus der Charme der damaligen Zeit auf mich über. John Polidori verwendet wirklich lange Schachtelsätze, wobei mich diese prinzipiell nicht stören, schon gar nicht bei einem Klassiker.

Im Anhang befindet sich noch ein kurzes Nachwort zur Geschichte der Vampirliteratur. Obwohl dies für mich nichts Neues enthielt, war es dennoch interessant zu lesen.

Fazit:
Ich fühlte mich mit diesen Erzählungen bestens unterhalten. Vor allem "Carmilla" hat es mir angetan.
Dieses Buch kann ich allen Vampir-Fans und Gothic-Novel-Liebhabern wärmstens empfehlen, um die Entstehung des Vampirmythos anhand dieser klassischen Erzählungen mitzuerleben.

© Pink Anemone (inkl. ausführlicher über die ersten Vampire in der Literatur, Bilder)


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Tags: britische autoren, literatur des 18. jahrhunderts, literaturklassiker   (3)
 

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Der Höllenexpress

Christopher Fowler
E-Buch Text: 280 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 15.09.2014
ISBN 9783958350274
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Stellen Sie sich einen klassischen Horrorfilm vor, den Hammer Films nie gemacht hat. Ein grandioses Epos aus den Hochzeiten des Studios, eine Mischung aus den alten Dracula und Frankenstein Filmen und Dr. Terror House of Horrors...

Vier Passagiere treffen sich auf einer Zugreise durch Osteuropa während des Ersten Weltkrieges; konfrontiert mit einem Mysterium, das gelöst werden muss, wenn sie überleben wollen. Was ist in dem Sarg, vor dem jeder so viel Angst hat? Was ist das tragische Geheimnis der verschleierten Roten Gräfin, die mit ihnen reist? Warum wird ihr Mitreisender, der Brigadengeneral, von seinen eigenen Soldaten so gefürchtet? Und was genau ist das Geheimnis des teulfischen Ärzengels selbst? Bizarre Kreaturen, satanische Riten, verängstigte Passagiere und die Romantik einer Bahnreise...im Stile eines klassischen Horror-Romans. Reisen Sie mit...wenn Sie sich trauen!... (Klappentext)

☠☠☠☠☠

"Als der Teufel auf die Erde gerufen wurde, schuf er einen Zug,
um die Verdammten in die Hölle zu bringen."
(S 29)

Die Story beginnt mit Shane Carter in England des Jahres 1966. Er ist Drehbuchautor und ein Fan vom britischen Filmunternehmen Hammer Films. Da wohlbekannt ist, dass Hammer Films eine eingeschworene Gemeinschaft ist, ist es für ihn umso überraschender angeworben zu werden.
Die Bedingung: innerhalb von vier Tagen muss er ein fertiges Drehbuch für einen Horrorfilm aus dem Boden stampfen...und Shane Carter schreibt und katapultiert den Leser in den Zug des Teufels.

Ein junges Mädchen ist alleine zu Hause und langweilt sich. Wieso sich also nicht mit einem alten Brettspiel vom Dachboden die Zeit vertreiben? Am besten mit dem Spiel, welches mit einer Schnur zugebunden ist und eine Karte mit den Worten "NICHT ÖFFNEN" daran hängt. Ein Spiel mit einer viktorianischen Lokomotive als Utensil und inklusive unheimlichen Eigenleben.
Und dann wird das Spiel real und der Zug "Ärzengel" donnert durch das Zimmer des Mädchens. Dieser scheint direkt aus der Hölle zu kommen, bzw. ist er auf dem Weg dorthin und mit ihm die Passagiere. Diese hat man schon als Spielfiguren des Spiels betrachtet und nun lernen wir sie richtig kennen.

Man befindet sich nun im Jahre 1916 und der Erste Weltkrieg ist im vollen Gange.
Nicholas, ein Glücksspieler, Dieb, Betrüger und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, befindet sich auf der Flucht. Dabei gelangt er in ein kleines Dorf in den Karpaten. Die Armee steht bereits an den Grenzen, um das Dorf dem Erdboden gleich zumachen und so muss er auch hier so schnell wie möglich verschwinden...jedoch nicht ohne willkommene Abwechslung für die Fahrt....
Isabella ist eine junge Dorfschönheit, welche auf Nicholas Drängen ihr Heimatdorf verlässt, um dem Krieg und den Soldaten zu entkommen, aber vor allem, um die große weite Welt zu sehen.
Thomas und Miranda sind ein britisches Ehepaar auf Durchreise, welches den Zug verpasste, sich nun im selben Dorf wie Nicholas und Isabella befinden und nun zankend auf den nächsten Zug wartet.
Obwohl sie alle gewarnt wurden, bestiegen sie den Mitternachtszug und nun beginnt die höllische Reise mit dem Höllenexpress. Wer wird am Ende der Reise seine Seele behalten und wer wird bis in die Ewigkeit verdammt sein?

"Eine teuflische Maschine, die durch die stürmische Nacht donnert.
Die Kolben pumpen, der Dampfdruck wächst, die Lichter flackern.
Aufblitzende Vierecke mit unterschiedlichsten Szenarien;
jedes erzählt seine eigene Geschichte von Liebe und Verrat,
von anhaltendem Hass, hartem Leben und gewaltsamen Tod."
(S. 183)

Der Schreibstil ist flüssig und absolut packend. Die Kapitel sind angenehm kurz, sodass man verleitet wird zu sagen: "Ach, nur noch ein Kapitel...", um schließlich die ganze Nacht durchzulesen.
Die Story selbst, und ich meine damit die Zug-Story, ist ebenfalls fesselnd und was mir persönlich besonders gefallen hat, war der klassische Horror-Touch.
Man liest hier das Drehbuch von Shane, welches mit dem spielenden Mädchen beginnt und durch das der Leser wiederum in das Brettspiel eintaucht. Man gesellt sich quasi zu den Spielfiguren, befindet sich plötzlich mit ihnen in diesem alten viktorianischen Zug voller skurriler Personen und unheimlichen Begebenheiten. Man begegnet hier einem Ghul, einer geheimnisvollen rot verhüllten Gräfin, einem unheimlichen Puppenmeister und vielen anderen schaurigen Gestalten.

Wir begleiten hier also zwei Handlungsstränge. Zum einen den von Shane, wobei man der Entstehung des Drehbuchs beiwohnt. Hier erfährt man etwas über das Filmunternehmen Hammer Films, wie er auf die Idee mit dem Zug kommt, über die Rollenverteilung der Stars, etc. Dies sind jedoch nur sehr kurze Sequenzen, welche auch nur vereinzelt auftreten.
Der andere Handlungsstrang ist die Drehbuchstory selbst - "Der Höllenexpress". Dieser nimmt den Hauptteil des Buches ein. Zum Glück, denn manchmal fühlte ich mich durch den Wechsel zu Shanes Perspektive im Lesefluß gestört. Dadurch fiel nämlich die ganze aufgebaute unheimliche und angespannte Atmosphäre der Höllenzug-Story immer wieder in sich zusammen.

"Blut spritzte aus einer arteriellen Quelle hervor.
Der Ghul biss und biss, bis der Bauer zusammensackte.
Er landete in gekauten Stücken auf dem Boden und war nicht mehr als Mensch zu erkennen."
(S. 148)

Fazit:
Die Idee einem Drehbuchautor für Horrorfilme über die Schulter zu schauen und mit ihm einen kleinen Blick hinter die Kulissen des Filmunternehmens Hammer Films zu blicken, finde ich nicht schlecht. Es ist eine Hommage an dieses Filmunternehmen. Gebraucht hätte ich diesen Handlungsstrang jedoch überhaupt nicht.
Die Zug-Story selbst ist einfach nur genial und konnte mich völlig mit sich reißen. Diese besticht nämlich durch unheimliche Atmosphäre, gruselige und skurrile Figuren und konnte mich am Ende sogar überraschen.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Info zu den Hammer Films, Leseprobe und Autoren-Info)

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Tags: britische autoren, christopher fowler, horrorliteratur, klassischer horror, luzifer verlag   (5)
 

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94 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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Onkel Montagues Schauergeschichten

Chris Priestley , Beatrice Howeg , David Roberts
Buch: 224 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.10.2014
ISBN 9783841502834
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Onkel Montague lebt allein mit seinem mysteriösen Diener Franz in einem düsteren alten Haus. Obwohl der Weg zu ihm durch einen unheimlichen Wald führt, besucht Edgar ihn sehr gerne, denn Onkel Montague scheint über einen unerschöpflichen Vorrat an Schauergeschichten zu verfügen. Doch je mehr von diesen Geschichten Edgar hört, desto unbehaglicher ist ihm zumute. Draußen wird der Nebel immer dichter, im Haus wird es immer kälter, und seltsame Geräusche sind zu hören. Was hat es mit diesen Geschichten auf sich? Woher kennt Onkel Montague sie und warum bewahrt er Gegenstände, die in den Geschichten vor kommen, in seinem Haus auf?... (Klappentext)

♞♞♞♞♞

"Anstelle von Fell sah sie mit einem Mal Stacheln, die einen Teil des Körpers bedeckten,
andere Stellen waren von Warzen übersät und wirkten wie rohes Fleisch,
während der Kopf teilweise gehäutet und wie gekocht aussah."
(S. 105)

Edgar ist ein kleiner schüchterner Junge. Er hat keine Freunde, vermeidet den Kontakt mit den Dorfkindern und seine Eltern wissen auch nichts mit ihm anzufangen. Ihm macht das jedoch nichts aus, denn er hat ja seinen Onkel Montague der nicht allzu weit entfernt in einem gruseligen Herrenhaus ohne Elektrizität wohnt.
Onkel Montague ist allgemein ein etwas komischer Kauz, aber er erzählt wunderbare Schauergeschichten, nach denen Edgar regelrecht süchtig ist. Jeden Tag macht er sich auf den Weg zu seinem kauzigen Onkel in dem gruseligen Haus. Selbst der Weg dorthin ist immer wieder aufs Neue unheimlich und bereitet Edgar Gänsehaut. Doch all das nimmt er gerne in Kauf, nur um Onkel Montagues Schauergeschichten zu hören und diese haben es wirklich in sich.

"Ich kann mich nicht erinnern, dass die Bäume in dem Wald zwischen unseren Häusern je Laub getragen haben.
In meiner Erinnerung herrschten auf dem Weg immer Eis und Schnee,
und die einzigen Blätter, die ich zu sehen bekam, verwesten auf dem Waldboden."
(S. 8)

Es wird aus der Sicht Edgars erzählt und mit ihm sitzen wir bei Tee und Keksen und lauschen vor einem prasselnden Kaminfeuer den Geschichten von Onkel Montague und die sind ganz schön unheimlich.
Man erfährt warum man nicht auf uralte Bäume klettern sollte, was eine Séance mit einem Puppenhaus zu tun hat, wieso man niemals eine Dämonenstatue klauen sollte und vieles mehr. Doch so unterschiedlich diese Geschichten auch sind, eines haben sie gemein - alle handeln von Kindern, die nicht immer artig waren und das hat auch einen durchaus gruseligen Grund.

Im Verlauf werden die Geschichten von Onkel Montague zunehmend schauriger. Man fragt sich insgeheim - "Sind diese Geschichten wirklich nur erfunden oder steckt in jeder ein Fünkchen Wahrheit?"
Und während die Stories immer unheimlicher werden, verhält sich auch der Onkel immer komischer. Auch das Zimmer, in dem man sich mit Edgar befindet, ebenso die Gegenstände darin und die gesamte Umgebung wirken nach jeder erzählten Geschichte gruseliger und bedrückender. Am Ende erfährt man auch den Grund dafür und dieser ist noch viel schauriger als all die Geschichten.

"Wir gingen zurück zu unseren Sesseln, und wieder hätte ich schwören können,
dass ich vor dem Fenster leise Schritte und ein Flüstern hörte, das nach Kindern klang.
Mein Onkel schien es hingegen nicht zu bemerken, also nahm ich an, ich hätte es mir,
durch die Geschichten meines Onkels nervös geworden, wieder nur eingebildet."
(S. 62)

Hier erwarten einen Schauergeschichten im klassischen Stil. Vieles wird nur angedeutet, es wird mit der Phantasie des jungen Lesers/der jungen Leserin gespielt. Es sind Gruselgeschichten, die auf subtile Art und Weise wirken, die ohne Blut, Gewalt und Action auskommen und einem doch von Anfang bis Ende fesseln.

Das Buch enthält auch tolle und stimmungsvolle Illustrationen von David Roberts.
Jede Geschichte wird von einer Zeichnung eingeleitet und enthält in der Mitte ein ganzseitiges Bild. Es sind moderne Illustrationen in schwarz-weiß und sehr detailreich. Wenn man manche ganz genau betrachtet, kann man Geister und/oder einen unheimlichen Schatten entdecken.

Fazit:
Dieses Buch enthält wundervoll gruselige Schauergeschichten für Groß und KLein im klassischen Stil. Ich habe es geliebt darin zu lesen und mich mit Edgar zu gruseln. Es eignet sich hervorragend in der kalten und dunklen Jahreszeit bei Kerzenlicht vorzulesen...oder heimlich unter der Bettdecke.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe und Autoren-Info)

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Tags: ab 12 - 13 jahren, britische autoren, halloweenliteratur, kinderbuch, schauerliteratur   (5)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Das Haus des Hexenmeisters

Nicole Grom
Flexibler Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Nova MD, 15.08.2018
ISBN 9783961114955
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Endlich Halloween! Doch Sarah versteht die Welt nicht mehr. Sie wollte die Nacht der Nächte mit ihren Freunden an der High-School feiern stattdessen kurvt sie mit ihrer nervigen Familie an der Küste von Massachusetts entlang. Nahe der Stadt Salem beginnt es in Strömen zu regnen. Das Navigationsgerät fällt aus. Die Straße endet im Nirgendwo.
Nach Mitternacht erreichen Sarah und ihre Familie eine Ansiedlung. Als sie vier Galgen auf einer Anhöhe entdecken, halten sie es für einen Halloween-Scherz. Wie altertümlich die Bewohner gekleidet sind und wie seltsam sie sprechen! Die Kulisse scheint perfekt.
Als Sarah und ihre Familie begreifen, dass es gar keine Kulisse gibt, ist es bereits zu spät.
Der Schrecken nimmt seinen Lauf ...

Eine packende Horrorstory vor dem Hintergrund der Hexenprozesse von Salem!... (Klappentext)

⚝⚝⚝⚝⚝

"Du weißt, dass an Halloween die Grenzen zwischen dieser Welt und der Welt der Toten verschwimmen.
Die Tore zum Jenseits sind nicht so fest verschlossen wie an den anderen Tagen des Jahres.
Nein.
Sie stehen weit offen."
(S. 21)

Hier wird aus der Sicht von Sarah erzählt, welche ziemlich angefressen ist, da sie die Halloween-Party in ihrer Schule verpasst. Das alles nur weil ihr Vater einen alten Freund am Hintern der Welt besuchen möchte, nämlich in der Gegend um Salem.
Man sitzt hier mit ihr in einem klapprigen Subaru, gemeinsam mit ihrem fluchenden Vater, der den Wagen durch dichten Regen kutschiert, ihrem Bruder Rob, der in sein Ballerspiel auf seinem Handy vertieft ist und ihrer Mutter, welche ihr historisches Wissen rund um Salem zum besten gibt.
Zuerst taucht der Leser in die spannende und grausige Geschichte der Hexenprozesse von Salem ein und wie es in dieser Gegend zu diesem historisch fürchterlichen Ereignis gekommen ist und kommen konnte. Doch dann wird diese Geschichte plötzlich Wirklichkeit und sie stecken in dieser historischen Begebenheit mitten drin - mitten in den Hexenprozessen von Salem.

Wer die Geschichte von den Hexenprozessen kennt, weiß was sich damals Fürchterliches zugetragen hat. Was all die Frauen und auch Kinder, welche als Hexen und Teufelsanbeter beschuldigt wurden, an Folter durchmachen mussten, um schlußendlich auf grausame Weise den Tod zu finden.
Mit diesem historischen Hintergrund kreierte Nicole Grom einen schaurigen Jugendroman, welcher einen kleinen Einblick in die Geschichte dieser Hexenprozesse gewährt. Dies gestaltet sich überaus spannend und vor allem unheimlich. Man stelle sich vor plötzlich im späten 17. Jahrhundert zu landen, als Hexe angeklagt zu werden, wobei die Menschen dort viel gruseliger und teuflischer sind als man selbst. Ja, da kann einem schon die Gänsehaut rauf und runter laufen.

"Hysterie brach aus.
In dieser Atmosphäre der Angst konnte jeder einen anderen Menschen grundlos bezichtigen.
Töchter klagten ihre Mütter an, Männer ihre Frauen, Brüder ihre Schwestern und umgekehrt."
(S. 39)

Der Schreibstil ist einfach gehalten und flüssig, während der Erzählstil fesselnd ist und einen das Buch in einem Rutsch lesen lässt.
Leider fehlte mir aber das gewisse Etwas was die Atmosphäre und die Liebe zum Detail betrifft. Hierbei hätte ich mir, gerade bei einem Schauerroman, mehr gewünscht.
Es waren diesbezüglich wunderschöne Ansätze und Passagen vorhanden und ich hatte das Gefühl, dass die Autorin diesbezüglich durchaus noch einiges mehr in petto gehabt hätte, jedoch aus irgendeinem Grund ausgebremst wurde. Ein paar Seiten mehr hätten der Geschichte also durchaus gut getan.

"In diesem Moment trat der Mond hinter den Wolken hervor.
Ein fahler Leib, der sich aus schwarzen Leichentüchern schälte.
Er beleuchtete die Umgebung so, dass die Dinge wieder Gestalt annahmen.
Sie befanden sich nun unterhalt einer Anhöhe.
Und auf dem Gipfel dieser Anhöhe standen vier Galgen."
(S. 51)

Fazit:
Trotz der kleinen oben genannten Kritik hält man mit diesem Buch einen schaurigen Jugendroman in den Händen, in dem sich das Unheimliche von Seite zu Seite steigert und ich es dadurch in einem Rutsch regelrecht inhaliert habe. Es ist auf jeden Fall ein fantastischer und gruseliger Jugendroman mit interessantem und schaurigem Setting. Genau das Richtige für die dunkle Zeit des Jahres.
Ich hoffe die Autorin hat irgendwann die Möglichkeit sich schriftstellerisch so richtig zu entfalten, denn schreiben kann sie und das wie der Teufel.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe, Buch-Trailer und Autoren-Info)

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Tags: ab 12j., deutsche autoren, jugendroman, schauerroman, selfpublisher   (5)
 

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74 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

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Sandman - Präludien & Notturni

Neil Gaiman , Mike Dringenberg , Sam Kieth
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Panini, 18.04.2007
ISBN 9783866073555
Genre: Comics

Rezension:

PRÄLUDIEN & NOTTURNI erzählt vom Herrscher jenes Reiches, in dem wir ein Drittel unseres Lebens verbringen. Alles beginnt im Jahre 1916, als der englische Magier Roderick Burgess den Versuch unternimmt, den Tod in persona, Death, zu fangen, aber stattdessen deren kleinen Bruder Dream erwischt. Beide gehören zu den Ewigen, unsterblichen Wesen, die vom Universum selbst geschaffen und mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut wurden. Aber auch gottgleiche Geschöpfe machen Fehler und büßen dafür.... (Klappentext)

♜♜♜♜♜

"Eingesperrt in einen Glaskäfig dreimal zwanzig Jahre plus zehn. Ein Menschenleben.
Für unsereiner läuft die Zeit nicht schneller als für euch, und im Gefängnis kriecht sie wie eine Schnecke...
Ich war...ich bin der HERR dieses Reichs der Träume und Albträume."

Der Dunkelmagier Roderick Burgess möchte den Tod höchstpersönlich beschwören und unterwerfen, um über Leben und Tod zu herrschen. Stattdessen erwischt er Morpheus, den Gott der Träume, hier "Dream" genannt.
Die Gefangenschaft von Dream hat weitreichende Folgen - eine mysteriöse Schlafkrankheit legt sich über die DC-Welt. Manche schlafen für immer und erwachen nie wieder, manche erwachen und schlafen nie wieder und andere befinden sich in einem Wachkoma.
Nicht nur, dass im DC-Universum und im Arkham Asylum manche dem Wahnsinn verfallen (noch mehr als sonst schon), selbst das gesamte Traumland und die Welt der Götter sind aus den Fugen geraten.
Als Dream nach 70 Jahren frei kommt, muss er erstmal wieder alle in Ordnung bringen und dafür wiederum auf die Suche nach seinen gestohlenen Werkzeugen gehen.
Und so wandelt man mit Dream durch das Reich der Träume, besucht in der Hölle Lucifer Morningstar und Arkham Asylum, um am Ende dem Tod zu begegnen und keine Angst mehr vor ihr zu haben.

Neil Gailman bedient sich dabei eines klaren Schreibstils mit teils melancholisch-poetischen Zügen. Wenn auch die Erzählung manchmal etwas stockend und abgehackt wirkt, so ist die Story äußerst spannend zu verfolgen.

"Ich bin immer ein Einzelgänger gewesen,
aber hier, am nächtlichen Ufer der Träume,
überflutet die Einsamkeit mich in Wellen,
umrandet und unterspült meinen Geist."

Die düstere Atmosphäre ist allgegenwärtig und wird durch die Illustrationen stimmungsvoll in Szene gesetzt. Dabei sollte man sich definitiv Zeit nehmen diese zu betrachten. Nicht nur, um der Story zu folgen und sie auf sich wirken zu lassen, sondern auch aufgrund der ein oder anderen versteckten Details.
Zudem finde ich, dass die Charaktere nicht nur vielschichtig, sondern auch graphisch gut gezeichnet sind. Vor allem der Gothic-Style von "Dream" und "Death" gefällt mir gut, da es treffender nicht sein könnte.

Hier begegnen dem Leser nicht nur mythologische Figuren, sondern auch Figuren aus dem DC-Universum und viele andere mystische Wesen und skurrile Charaktere.

"Lausche der Angst einer Welt in der böse Dinge aus dunklen Ecken kriechen.
Lausche einer Welt voller Schmerzen.
Horch: Du kannst sie hören."

Die Story ist in  acht Kapitel unterteilt und jedes wird durch eine hervorragende Zeichnung von Dave McKean eingeleitet (von ihm wurden auch die Cover illustriert). Über diese sollte man ebenfalls nicht einfach drüber blättern. Er kombiniert verschiedene Stile und Techniken und fügt diese in einem tollen Bild zusammen. Wenn man diese betrachtet hat man das Gefühl eine abgefahrene psychedelische Erfahrung zu machen.

Diese Ausgabe beinhaltet ein Vorwort von Karen Berger und ein Nachwort von Neil Gaiman über die Entstehung der Sandman-Reihe.

Fazit:
Neil Gaiman ist ein begnadeter Geschichtenerzähler und auch bei Comics ist dies erkennbar und ein Genuß.
Dies ist der hervorragende Auftakt der Sandman-Reihe, der ich von der ersten Seite an verfallen bin. Diesen ersten Teil habe ich auf Deutsch gelesen, alle weiteren Teile werden von mir jedoch auf Englisch gelesen werden, um in den sprachlichen Vollgenuß zu kommen.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe und Autoren- und Illustratoren-Info)

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Tags: britische autoren, comic, neil gaiman, sandman-reihe, vertigo-verlag   (5)
 

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97 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

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Irre Seelen

Graham Masterton
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 01.11.2012
ISBN 9783865521644
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die alte aufgegebene Irrenanstalt im Wald ist nicht verlassen. Oh nein. In den Wänden wimmelt es vor ... vor Wahnsinn? Jack Reed stößt im Wald von Wisconsin auf ein verlassenes Gebäude, das einst eine bekannte Heilanstalt war. Vor fast 60 Jahren wurde sie aus düsteren Gründen aufgegeben. Jack will das alte Haus sanieren, um dort ein Ferienhotel zu eröffnen. Doch es beherbergt gefährliche Geheimnisse: 135 geisteskranke Patienten verschwanden mithilfe von Druiden-Magie »in die Wände« - und dort leben sie noch immer. Nun hält sie nichts mehr auf ... Angeführt von dem bösartigen Quintus kidnappen sie Jacks kleinen Sohn und fordern die Rückkehr des Priesters, der sie damals einfing ...(Klappentext)

⚝⚝⚝⚝⚝

"Was Jack ganz besonders faszinierte, war das nicht näher bestimmbare Gefühl, gezielt hierher gelockt worden zu sein.
Als ob es sein Leben lang vorbestimmt war,
dass er das Haus genau an diesem Nachmittag und genau zu dieser Stunde finden würde.
Als ob es auf ihn gewartet hätte."
(S. 17)

Jack Reed stößt, mehr oder weniger, zufällig auf ein uraltes Anwesen mitten im Wald. Es zieht ihn geradezu magisch an und scheint sich in seine Gedanken zu schleichen, denn er will es unbedingt! Sein plötzlicher Traum - ein Ferienhaus für gut betuchte Gäste daraus zu machen, denn es scheint wie dafür geschaffen zu sein....trotzdem es total marode ist, fast auseinanderfällt und ihn darin eine unheimliche Atmosphäre empfängt.
Er ist bereit dafür seinen Job und seine Familie aufs Spiel zu setzten - für diesen Traum der, wie er denkt, schon immer in ihm schlummert. Der Kauf wird in die Wege geleitet, alles scheint wie am Schnürchen zu klappen, bis sein Sohn in diesem Haus spurlos und von einen Moment auf den anderen verschwindet.
Danach beginnt das Grauen, denn dies war einmal eine Irrenanstalt und 135 irre Seelen sind darin gefangen und der Pfand ist Jacks Sohn.

"Sie hatten schon fast das Tor erreicht, als er die grau-weiße Gestalt des kleinen Mädchens noch einmal sah.
Sie stand genau zwischen den Bäumen und hatte einen Arm erhoben, um ihm zu winken.
Komisch war nur, dass ihr Gesicht von einer Kapuze verborgen war, als ob es falsch herum am Kopf saß.
Entweder das - oder sie HATTE überhaupt kein Gesicht."
(S. 72)

Ich kannte bisher nur die Thriller-Reihe von Graham Masterton und dies ist mein erster seiner Horror-Romane. Das er schreiben kann  war mir also bereits klar, doch hier schien er in seinem Element zu sein. Düstere und unheimliche Atmosphäre von Anfang an, welche sich von Seite zu Seite steigert und zusätzlich den ein oder anderen Schock- und/oder Gruselmoment beinhaltet. Für Gänsehaut wird hier also gesorgt und das bereits von der ersten Seite an.

Der Plot ist durchdacht und kann mit überraschenden Wendungen aufwarten.
Was ich persönlich an Mastertons Stories jedoch genial finde ist das Verweben von Realität und alter Mythen. Meist stützt er sich dabei auf nordische Mythologie und so auch hier.
Druidenmagie, Steinkreise und Ley-Linien - dieses uralte Wissen und diese Legenden werden gekonnt vom Autor in die Storie eingebracht und er schafft es diese, selbst in der modernen Welt, als logisch erscheinen zu lassen. Zusätzlich erschafft er auch Neues, wie z.B. die Wandläufer. Für Zartbesaitete ist dieser Horror-Roman nur bedingt z u empfehlen, da es hier doch stellenweise sehr blutig und brutal zugeht.

"Die erbarmungslosen Hände schleiften ihn durch die komplette Kellerwand, zerfetzten seine Strickjacke,
kratzten das fette, weiße, hervortretende Fleisch seines Bauches auf,
zerrissen seine Cordhose
und verschmierten die Kalksteinmauer mit einer anderthalb Meter dicken Blutspur."
(S. 148)

Zum Ende hin sacken Handlung und Spannung etwas ab, nehmen aber noch rechtzeitig wieder an Fahrt auf und ist daher zu verschmerzen.
Was mich persönlich störte, waren die Charaktere. Diese sind zwar gut gezeichnet und vielschichtig, agieren und reagieren jedoch des Öfteren mehr als nur unglaubwürdig. Ungläubiges Kopfschütteln und genervtes Augenrollen sind also ebenso inkludiert wie die Gänsehaut.

Fazit:
Im Großen und Ganzen bin ich von diesem Buch begeistert. Masterton hat einen unglaublich packenden Schreib- und Erzählstil und auch das typisch beklemmende Gefühl der Angst setzt beim Lesen ein. Wenn sich die Figuren, allen voran der Protagonist, nicht des Öfteren völlig unauthentisch verhalten würden, wäre es ein absolut perfekter Horror-Roman.
Es war mit Sicherheit nicht mein letzter Masterton, habe ich doch auch noch "Die Opferung" und "Grauer Teufel" auf meinem SuB liegen.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Autoren-Info und Leseprobe)

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Tags: britische autoren, festa verlag, graham masterton, horror   (4)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Das Highlander-Kochbuch

Fiona Bondzio , Fiona Bondzio
Buch: 128 Seiten
Erschienen bei Verlag FELIX AG, 03.05.2011
ISBN 9783867380447
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Highlander Kochbuch bietet einen faszinierenden Einblick in die traditionelle Küche der schottischen Highlander und ihrer gälischen Kultur.
Schottland, auf drei Seiten umgeben vom Atlantischen Ozean und der Nordsee, war und ist bis heute reich an hoch geschätzten Spezialitäten. In diesem Buch finden Sie sowohl eine Auswahl an ursprünglichen und rustikalen Rezepten von den Feuerstellen der Schäfer, Fischer und Kleinbauern als auch von den weltbürgerlichen Tafeln der Clanchefs. Darüber hinaus bietet dieses Buch interessante Einblicke in die damaligen Tisch- und Tafelsitten und viele Informationen rund um die historischen Küchen und Utensilien....(Klappentext)

🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿

"Das unwirtliche Land, die stürmischen Meere und das harte Klima bedeuteten,
dass die meisten Highlander ein unerbittliches Leben führten.
Dem zum Trotz hatten sie zu jeder Jahreszeit ein Essen, das nahrhaft war:
eine herzhafte Brühe, ohne die keine Highland-Küche vorstellbar wäre."
(S. 8)

Mit diesem Buch erhält man nicht nur traditionelle schottische Rezepte, sondern auch interessante Informationen über die Geschichte der Highlands - Infos über das tägliche Leben der Highlander, die Wohnstätte und somit auch über die Küche, vor allem welchen Stellenwert bestimmte Lebensmittel hatten und wie diese den Weg in die schottische Küche fanden. Angefangen von Fleisch und Geflügel, über Kräuter und Gewürze, bis hin zu Honig und Zucker.

Diesen Teil des Buches habe ich ebenso mit Genuß gelesen, wie auch die darauf folgenden Rezepte, da dies einen kleinen unverklärten Einblick in die Küchen-Geschichte Schottlands gewährt.

Die Rezepte sind zwar sehr fleisch- und fischhaltig und werden von Suppen und Eintöpfen dominiert, sind jedoch trotzdem äußerst vielfältig.
Zudem sind einige Rezepte zum Haltbarmachen von Fleisch und Fisch enthalten. Auch das traditionelle Haggis-Rezept ist vorhanden und ebenso ein Ersatzrezept, wofür man keine vorgekochten Innereien benötigt. Auch ein Rezept für Bere Bannocks (flaches Brot), welches zu fast jeder Suppe und jedem Eintopf gereicht wird, für schottisches Shortbread, Getränke und Saucen findet man hier.

"Die Highlander würzten ihre Gerichte nicht sehr stark, da der Gebrauch von Gewürzen ein Luxus war.
Die wenigen Gewürze, die sie hatten, lieferten deshalb eine feine Verbesserung der Gerichte
ohne den eigentlichen Geschmack zu verändern oder die Hauptzutaten zu überdecken."
(S. 26)

Dies ist der Grund (siehe obiges Zitat), weshalb die Gerichte für unseren verwöhnten Gaumen doch sehr fad schmecken. Ich habe bereits ein paar Gerichte nachgekocht und musste mit diversen Gewürzen ordentlich nachhelfen. Ansonsten sind die Gerichte einfach und traditionell. Manche Zutaten, vor allem was Fisch betrifft, jedoch nicht immer leicht aufzutreiben. Wenn man aber begeisterter Hobbykoch ist, weiß man diese gut zu ersetzen.
Aufgrund dieser beiden Gründe ist dieses Buch eher nicht für Kochanfänger geeignet.

Der Schreibstil ist einfach und flüssig und somit sind auch die Rezepte leicht verständlich und ebenso leicht nachzukochen. Die meisten Rezepte werden von Bildern begleitet, wobei diese doch etwas düster ausfallen und nicht immer meinen Geschmack treffen.

Fazit:
Wenn ich auch alle ausprobierten Gerichte kräftig nachwürzen musste und die Bilder nicht immer meinen Geschmack trafen, so bin ich doch von diesem Kochbuch begeistert. Die Rezepte sind wirklich traditionell und lassen den Leser dadurch nicht nur mittels interessanter Informationen in die Küchengeschichte der Highlander eintauchen.

© Pink Anemone (inkl. Bilder und 2 ausprobierten Rezepten)

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Tags: kochbuch, schottische autoren, schottland, united kingdom   (4)
 

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Die Wahrheit über das Lügen

Benedict Wells
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070309
Genre: Romane

Rezension:

Dies ist eines jener Bücher, welches man zurückgezogen bei einer Tasse Tee genießt und nach jeder Story kurz inne hält, um sie nochmals in Gedanken zu genießen.

Gegenüber sogenannten Hype-Büchern bin ich immer etwas skeptisch.

da sie einem wirklich überall begegnen und man das Gefühl hat, man müsse sie kaufen damit das endlich ein Ende nimmt..  da ich dieser Lobhudelei meist nicht im geringsten zustimmen kann, und und dieser Punkt betrifft ausschließlich dieses Buch, bzw. dessen Autor; wie kann ein solcher Jungspung ein Buch nach dem anderen raushauen, wobei jedes in den Himmel gelobt wird und auf den Bestsellerlisten landet? Woher will dieser junge Mann all diese Erfahrungen für tiefsinnige und ergreifende Geschichten haben? Ist das alles nur Fangirl-Gehabe jüngerer Leserinnen, dieses Groupie-Ding wie bei Boybands, nur eben für bibliophile Mädels?

Als ich schließlich bei einer Buchbloggerin entdeckte, die in dieser Hinsicht meine Skepsis teilt, auf dieses Buch stieß und eine ebenso jubelnde Rezension las, wurde ich neugierig. Sollte ich es doch wieder einmal mit einem Hype-Buch versuchen?

Da ich mir ja prinzipiell gerne meine eigene Meinung bilde und auch vor Verrissen von Hype-Büchern nicht zurückschrecke, wurde ein Rezensionsexemplar geordert. An dieser Stelle einen großen Dank an den Diogenes-Verlag, welcher mich zum ersten Mal in meinem experimentellen Lesen unterstützt.

Nun wollen wir uns aber endlich dem Buch widmen...

✽✽✽✽✽✽✽✽✽✽

Das Leben und die Zeit

Es geht um alles oder nichts in diesen Geschichten. Sie handeln vom Unglück, frei zu sein, und von einer Frau, die vor eine existenzielle Entscheidung gestellt wird. Von einem Ort, an dem keiner freiwillig ist und der dennoch zur Heimat wird. Von einem erfolglosen Drehbuchautor der Gegenwart, der in das New Hollywood des Jahres 1973 katapultiert wird und nun vier Jahre Zeit hat, die berühmteste Filmidee des 20. Jahrhunderts zu stehlen. Und nicht zuletzt eine Erzählung aus dem Universum von ›Vom Ende der Einsamkeit‹, die Licht auf ein dunkles Familiengeheimnis wirft. Zehn höchst unterschiedliche Geschichten aus einer Welt, in der Lügen, Träume und Wahrheit ineinanderfließen. Mal berührend, mal komisch, überraschend und oft unvergesslich....(Klappentext)


✽✽✽✽✽

"Dies waren die goldenen Jahre,
als Vater, als Mann und im Beruf,
und er genoss seine Freiheit als Wanderer zwischen diesen Welten,
die er für seine größte Leistung hielt."
(S. 21)

"Die Wahrheit über das Lügen" ist eine Ansammlung von Kurzgeschichten. Kurzgeschichten können einerseits schnell nach hinten losgehen, aber auch Einblicke in die schriftstellerischen Fähigkeiten eines Autors gewähren - in seine Experimentierfreude und sein Facettenreichtum.
Aufgrund meiner grundlegenden Skepsis gegenüber des Autors, sowie gegenüber Kurzgeschichten allgemein (diese verflüchtigt sich derzeit aber zunehmend), hatte der Autor bei mir einen großen Berg zu erklimmen. Ich wurde jedoch in beiderlei Hinsicht positiv überrascht und kann nun diese Lobhudelei zu seinen Werken und vor allem zu der vorliegenden Kurzgeschichten-Sammlung verstehen und auch unterschreiben.

In diesen 10 Kurzgeschichten eröffnet sich eine Tiefsinnigkeit, wunderschöne Anekdoten und ergreifende Schicksale.
In diesen Geschichten steigt man auf einen Berg, verbringt seine Kindheit in einem Internat, in einer alten Bibliothek unter sprechenden Büchern, lauscht einer alten traurigen Dame und reist in die Vergangenheit, um Star Wars zu erschaffen.
Jede einzelne Geschichte ist wundervoll zu lesen, traurig und schön zugleich und jede einzelne schafft es das kleine Rädchen im Kopf anzuschmeißen, welches einem zum Nachdenken anregt - über das Leben, die Freude, das Glück und sich selbst. Jede Geschichte ist aber auch anders und doch haben sie vor allem ein Thema gemein - die Zeit. Die Zeit, welche nie genutzt wurde, die man nicht zu schätzen wusste, die einem davon läuft und die Zeit an die man sich gerne erinnert.

"Wir hatten uns vier Jahre lang beinahe jeden Tag gesehen, jede Nacht,
wir kannten einander besser als jeden sonst und hatten uns geschworen, für immer Freunde zu bleiben.
Doch wir sahen uns nie wieder."
(S. 42)

Nur eine Geschichte habe ich nicht gelesen und zwar "Die Entstehung der Angst". Diese richtet sich an diejenigen Leser, welche den Roman "Vom Ende der Zeit" schon gelesen haben. Diese Kurzgeschichte war ursprünglich ein Teil davon, welcher jedoch nicht mit in den Roman aufgenommen wurde. Sie ist also ein ganz besonderer Leckerbissen für Fans von Benedict Wells. Ich hingegen heben mir diese Geschichte auf, bis ich auch den Roman gelesen habe.

Der Schreibstil ist flüssig und klar und der Erzählstil sowohl ruhig, als auch packend.
Bezüglich der Charaktere schafft es der Autor hervorragend sich in diese hinein zu versetzen, ihre Gefühle und Gedanken zu transportieren und somit bleibt einem gar nichts anderes übrig als jede einzelne Figur ins Herz zu schließen. Trotzdem ich in diesen Anthologien nicht viel an Experimentierfreude und Facettenreichtum des Autors erkennen konnte, so konnten mich diese Geschichten wunderbar unterhalten und zum Nachdenken anregen.

"Sie dachte an ihren verstorbenen Mann.
Wenn ihre Erinnerung ein Kino war, dann waren die Jahre mit ihm ein Klassiker, der noch immer jeden Abend lief.
Vielleicht war er nicht mehr ganz so spannend, weil sie jeden Satz aus der Handlung mitsprechen konnte,
und vielleicht war auch das Bild inzwischen etwas unscharf geworden und die Tonspur verwaschen,
aber das machte nichts."
(S. 92)

Fazit:
Dies ist eines jener Bücher, welches man zurückgezogen in seiner Leseecke bei einer Tasse Tee genießt und nach jeder Geschichte kurz inne hält, um sie nochmal in Gedanken zu genießen und wirken zu lassen. Davon gibt es nicht viele und daher habe ich dieses Buch umso mehr genossen und es ist eines der wenigen Bücher, welches eine Geschichte enthält, die selbst mich zu Tränen gerührt hat.
Der Autor konnte mich auf jeden Fall überraschen und von sich überzeugen.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe, Autoren-Info und Youtube-Link zum Film-Trailer "Becks letzter Sommer)

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Tags: benedict wells, deutsche autoren, diogenes verlag, roman-anthologie   (4)
 

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Bienensterben

Lisa O'Donnell , Stefanie Jacobs
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 05.11.2014
ISBN 9783832162924
Genre: Romane

Rezension:

Heiligabend in Glasgow: die fünfzehnjährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly haben gerade ihre toten Eltern im Garten vergraben. Niemand sonst weiß, dass sie da liegen und wie sie dahin gekommen sind. Und die Geschwister werden es niemandem sagen. Irgendwie müssen sie jetzt allein über die Runden kommen, doch allzu viel Geld verdient Marnie als Gelegenheits-Dealerin nicht. So ist es ihnen ganz recht, als ihr alter Nachbar Lennie, den fälschlicherweise alle für einen Perversling halten, sich plötzlich für sie interessiert. Lennie merkt bald, dass die Mädchen seine Hilfe brauchen. Er nimmt sich ihrer an und gibt ihnen so etwas wie ein Zuhause. Als die Leute jedoch beginnen, Fragen zu stellen, zeigen sich erste Risse in Marnies und Nellys Lügengebäude, und es kommen erschütternde Details aus ihrem Familienleben zum Vorschein, was ihre Lage nur noch komplizierter macht....(Klappentext)

❁❁❁❁❁

"..., um sie richtig zu begraben, und weil Gene am meisten stank,
haben wir beschlossen, ihn zuerst zu beerdigen und Izzy in den Kohlekasten zu quetschen;
klar würde sie verwesen, aber so kamen wir an sie ran
und konnten zur Not Desinfektionsmittel drüberschütten."
(S. 21)

Gleich zu Beginn sollte erwähnt werden, dass dieser Roman nicht ohne Trigger-Warnung auskommt und dieses Buch daher nicht für jeden geeignet sein könnte.
Trigger: Pädophilie, sexueller und psychischer Mißbrauch von Minderjährigen

Man liest aus drei Perspektiven.
Allen voran Marnie - 15 Jahre, Drogendealerin mit einem äußerst derben Wortschatz, nach außen hin stark und kühl, im Inneren jedoch immer noch ein bisschen Kind.

Nelly - 12 Jahre und die Schwester von Marnie; ein geigespielendes Genie und redet als wäre sie aus dem frühen 19. Jahrhundert entsprungen. Sie zerbricht sich über manche Dinge wochenlang den Kopf.
Beide hatten bisher alles andere als eine leichte Kindheit - aufgewachsen im Glasgower Ghetto, Eltern alkohol- und drogenabhängig, liebevoller Umgang Fehlanzeige. Innerhalb von zwei Tagen sterben ihre Eltern, aber nachtrauern tun die beiden Mädchen den beiden nicht wirklich. Sie beschließen die Leichen im Garten zu verbuddeln, denn in ein Heim wollen sie beide nicht. Doch rasch wächst ihnen alles über den Kopf und da tritt Lennie auf den Plan.

Lennie - ein alter Nachbar, schwul und fälschlich wegen Pädophilie im Strafregister von Sexualstraftätern aufgeführt. Dadurch wird er von allen in der Nachbarschaft geächtet. Jedoch betrauert er den Tod seines Lebensgefährten und hätte einfach nur gerne jemanden zu reden. Die Mädchen tun ihm leid und so hat er ein Auge auf sie und nimmt sich ihrer schließlich an.

"Klar haben wir Angst, weil, irgendwann wird er ja wissen wollen, wo sie ist. Jetzt glaubt er, sie sind irgendwo im Grünen. Sind sie ja auch, nur nicht so, wie er denkt." (S. 187)

Der Schreib- und Erzählstil der Autorin ist einfach nur unglaublich und niemals hätte ich gedacht, dass dies ein Debüt ist.
Je nach Perspektive ändern sich Ton und Jargon. Es wird hauptsächlich aus Marnies Sicht erzählt - hier ist die Sprache eher derb und manchmal erschreckend kühl und emotionslos. Wenn man bedenkt, was die Mädchen schon alles durchmachen mussten, in gewisser Weise verständlich.
Nelly kommt meist nur kurz zu Wort, aber diese wenigen Zeilen haben es oft mächtig in sich. Beide Perspektiven ermöglichen somit auf sehr eindringliche Weise einen Blick in zwei kaputte Kinderseelen. Lennies Perspektive zeigt hingegen Besonnenheit, Reife und viel Trauer.
Daher ist dieser Roman auch vom psychologischen Standpunkt aus betrachtet interessant und packend, denn zwischen all den coolen und derben Sprüchen, zwischen all den verschiedenen Gedankengängen, verbirgt sich so einiges. Wenn man die Augen beim Lesen öffnet, kann man nämlich ganz tief in die Herzen und Seelen der Protagonisten sehen.

Obwohl die Story bedrückend,morbide und auch zeitweise verstörend ist, wird diese durch herrlich schwarzen Humor und abstrus witzige Ereignisse und/oder Handlungen aufgelockert. In einem Moment war ich schockiert, im nächsten musste ich schmunzeln. Vor allem Marnie hat einen herrlich schwarzen Humor, der vor Sarkasmus nur so trieft.
Es ist aber auch traurig und herzzerreißend zu lesen, was die Mädchen und auch Lennie schon alles durchmachen mussten und sie dadurch zu dem wurden was sie sind - kaputte Kinderseelen und ein trauernder, einsamer alter Mann.

Und doch enthält dieser Roman so viel mehr als gut gezeichnete Charaktere, tollen Schreib- und Erzählstil und packende Story. Denn trotz dieses schwarzen Humors, der oft derben Ausdrucksweise und bedrückenden Thematik, liest man immer wieder wunderschöne Passagen voller Tiefe und Weisheit, welche einen kurz inne halten lassen.

"Ich bin froh, dass die Mädchen einander haben, denn sonst ist es eine einsame Reise,
und deshalb lasse ich ihnen ihre Geheimnisse und das, was sie miteinander teilen.
Es verbindet sie, so bleiben sie stark. Und darauf kommt es an,
stark zu bleiben, es bindet einen an das Leben und zwingt einen zum Weitergehen,
selbst wenn es nur mit einem Hund ist."
(S. 71)

Fazit:
Für mich persönlich war dieser Roman DAS Lesehighlight im Genre Roman.
Obwohl es nicht unbedingt leichte Kost war, übte die Story einen unvergleichbaren Sog auf mich aus und schickte mich durch ein Wechselbad der Gefühle. Die Geschichte ist nämlich bedrückend, traurig, verstörend, aber auch herzzerreißend und witzig.
Ein Buch über Mut, Zusammenhalt und Loyalität und eine Story die einem lange im Gedächtnis bleibt.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe und Autoren-Info)

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Tags: dumont verlag, roman, schottische autoren, united kingdom   (4)
 

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Blutschwur der Donauleichen

Werner Skibar , Zoë Angel , Charly Blood , Werner Skibar
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei MYMorawa, 24.05.2018
ISBN 9783990707753
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Wien 1984. Das Grauen geht um. Ein verstümmelter Leichnam wird beim Donaukanal aufgefunden. Wasserleichen überfallen die U-Bahn. Kinder verschwinden im Prater. In der Kanalisation lauert der Wahnsinn.
In einer unwiderstehlichen Melange aus klassischem Gruselkrimi, Urban Fantasy, Wiener Milieu- und Detektiv-Geschichten berichten die MORBUS-Romane über die mysteriösen – von alten Sagen und Legenden inspirierten – Fälle einer traditionsreichen Wiener Geheimorganisation, eines Privatdetektivs und eines Gruftie-Girls.
Literarischer Austro-Pop der ganz besonderen Art!
Dieses Buch enthält die ersten beiden Bände der Romanserie, sowie weitere Geschichten aus der Welt von MORBUS...(Klappentext)

☠☠☠☠☠

In diesem Buch werden gleich zwei Novellen auf die Grusel-Fans losgelassen und zwar der 1. und 2. Teil der Morbus-Reihe.

Blutschwur der Donauleichen

"Ihre Hand steckte inmitten eines aufgerissenen Körpers.
Der Leichnam gab ein schmatzendes Geräusch von sich, als sie die Finger daraus zurückzog.
Überall waren Blut, Fleisch und Hautstückchen verteilt.
Jetzt erst füllten sich ihre Lungen wieder mit Luft.
Und dann schrie sie. Sie schrie wie noch nie in ihrem Leben..."
(S. 31)

Hier treffen die Protagonisten das erste Mal aufeinander.

Bernd Waidmann - ehemaliger Polizist und nun Privatdetektiv, der meist von Frauen aufgesucht wird, um deren untreuen Männern auf die Schliche zu kommen. Er ist ein ruhiger Typ mit guter Menschenkenntnis, dem nicht so schnell aus der Bahn wirft und der einen guten Kaffee gerne mit einer Marlboro genießt.

Petra - ein 17-jähriges Mädel, welches ein dunkles Erbe in sich trägt - sie kann die Emotionen ihrer Mitmenschen erkennen und fühlen. Ihr ist das eher lästig und um für sich zu bleiben, hat sie sich der Gothic-Szene angeschlossen. Solchen Leuten gehen "Normalos" nämlich eher aus dem Weg und sie muss sich nicht mit deren Gefühlen rumschlagen. Sie besitzt einen schwarzen und sarkastischen Humor, eine große Klappe und eine gesunde Portion Neugierde. Doch seit kurzem plagen sie auch Visionen - blutig und brutal.

Es tauchen auch viele weitere Figuren auf, welche im Verlauf der Reihe immer wichtigere Rollen einnehmen.

In dieser Story ist Waidmann wieder einmal auf der Suche nach einem untreuen Ehemann. Dieser wird jedoch tot und regelrecht zerfleischt am Donaukanal von Petra und ihrer Gothic-Gruppe gefunden. Durch einen geheimnisvollen Informanten namens Harry, folgt Waidmann einer Spur die zu Petra führt und daher trifft er im selben Moment wie Petra auf den Toten.
Die beiden tun sich zusammen und versuchen diesen äußerst mysteriösen Mord aufzuklären. Hier geht einiges nicht mit rechten Dingen zu - die Wiener Sagengestalten sind nämlich alles andere als Mythen und sie lernen ein geheimnisvolles und unheimliches Wien kennen.

☠☠☠

Im Prater tanzt der Sensemann

"Spielen! Das Angebot zauberte ein Leuchten in seine Pupillen.
Ja, er wollte mit der Puppe und dem Kasperl spielen.
Er wusste nur nicht, dass er damit in sein Verderben lief.
So wie viele Kinder zuvor im Wiener Prater..."
(S. 95)

Hier geht man wieder auf Verbrecherjagd, aber wie wir inzwischen wissen, werden keine normalen Kriminellen, sondern übernatürliche Wesen gejagt. Die Wiener Sagen und Mythen beinhalten nämlich mehr Wahres als einem lieb ist. Schon immer sind Kinder auf unerklärliche Weise im Wiener Prater verschwunden und niemals wieder aufgetaucht. Falls doch, dann völlig verstört und traumatisiert. Entführung vermuten die Meisten, doch dahinter steckt etwas gänzlich anderes - etwas Böses, welches Kinder zum Fressen gern hat.

Während Waidmann plötzlich, wie vom Erdboden verschluckt, nicht mehr auffindbar ist, lernt Petra eine Geheimorganisation mit dem Namen BASILISK kennen. Diese besteht aus einer Gruppe von Menschen und Wesen, welche Städte und Regionen gegen Angriffe aus anderen Dimensionen, vor Dämonen, wahnsinnigen Okkultisten und allgemein vor dem Bösen beschützen - dem wahren Bösen und somit auch vor dem Prater-Monster.

☠☠☠

In der MORBUS-Reihe lernt man ein dunkles Wien voller Gefahren und mystischen Wesen kennen, die nicht immer Gutes im Sinn haben, sondern nach Blut gieren, sich auf brutalste Weise an den Menschen rächen und versuchen in unsere Welt zu gelangen. Man begibt sich in dunkle Gassen und in den Wiener Würstel-Prater, entdeckt ein geheimnisvolles Café voller unheimlicher Gestalten und tritt ein in die Welt der Sagen und Mythen.

Der Schreibstil ist flüssig und die Erzählweise absolut packend. Dabei bedienen sich die Autoren bei den Dialogen des Wiener Dialekts und auch der typisch schwarze und oftmals morbide österreichische Humor kommt hier nicht zu kurz. Für Nicht-Österreicher gibt es übrigens am Ende des Buches einen Glossar.

"Der ältere der beiden meinte zum diensthabenden Polizisten:
>>I glaub, mit an Plastiksackl tun ma uns leichter. Wie sollen ma denn alle Teile von dem einpacken?
Die Hälfte von seinen Innereien hängt ja noch an der Gruseltussi"<<"
(S. 33)

Die Charaktere sind äußerst gut gezeichnet und man begegnet einer Palette an unterschiedlichen Figuren. Darunter skurrile Charaktere, wie auch solche mit starker unheimlicher Aura.
Doch die Story, welche 1984 angesiedelt ist, besticht nicht nur durch Humor, sondern auch durch Spannung und einen ausgefeilten Plot, welcher die österreichischen Mythen, Legenden und deren Gestalten auferstehen lässt. Diese sind alles andere als wundervolle Märchen, sondern schaurig und vor allem blutig.

Hier erwartet einen aber nicht nur klassischer Grusel, der sich auf Wiener Sagen stützt, sondern auch gleichzeitig märchenhafte Urban-Fantasy und spannender Mystery-Thriller.
Die unheimliche Atmosphäre ist dabei durchgehend vorhanden und es kommt häufig zu überraschenden Wendungen. Dabei lernt man nicht nur die Sagen kennen, sondern auch Wien und dessen Geschichte - natürlich den düsteren Teil davon.
So mancher Wiener und Wien-Kenner wird also in einen ganz besonderen Lesegenuß kommen.

"Die Blutgasse in Wien war ein Ort voller Legenden.
Es heißt, dass 1312 die Templer im angrenzenden Fähnrichshof erschlagen worden seien und dass der Name der Gasse daher rühre,
dass ganze Bäche des roten Lebenssaftes geflossen seien."
(S. 47)

Im Anschluß erwarten einem noch paar besondere Schmankerln, wie zwei Kurzgeschichten in denen man die Geschichte des geheimnisvollen Cafés und die Wiener Kanalisation kennenlernt, zwei uralte Fälle der Geheimorganisation BASILISK und Information zu Autoren und Illustratoren. Vereinzelt sind nämlich auch äußerst stimmungsvolle Zeichnungen vorhanden, von denen ich mir viel mehr gewünscht hätte.

Fazit:
Dieses Buch war ein absolut großartiges Leseerlebnis. Ich musste oft lauthals lachen, im nächsten Moment verspürte ich eine wohlige Gänsehaut im Nacken, verfolgte gespannt und fingernägelkauend eine blutige Story und tauchte gleichzeitig in eine märchenhafte Fantasy voller Sagengestalten ein, um auf jeder Seite durch eine Wendung aufs Neue überrascht zu werden.
Ich könnte mir in den Hintern beißen, diese Autoren nicht schon viel früher entdeckt zu haben. Nun erwarte ich mit Freude die nächsten Teile der MORBS-Reihe und hoffe sie möge niemals enden.

© Pink Anemone

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