Amerdale

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41 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

kerker, wüste, dschinn, magie, fluch

Der Fluch des Wüstenfeuers

A.S. Bottlinger
Flexibler Einband: 367 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 27.08.2016
ISBN 9783608960273
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein Roman, der in einer Wüste(nstadt) spielt. Geschrieben von einer Ägyptologin. Das klingt nach einem herrlich faszinierenden Setting. Dazu noch Magie. Eine perfekte Kombination, oder?

Nun ja, das Potential für eine perfekte Kombination ist durchaus vorhanden und blitzt manchmal auf. Aber gerade bei dem Setting wird meiner Meinung nach sehr viel Potential verschenkt. Ein Großteil der Handlung spielt sich in einem ziemlich dunklen, unterirdischen Keller ab und der könnte praktisch überall stehen. In der Wüste selbst spielt nur die Rahmenhandlung aber auch da sitzen alle nur um ein Feuer rum. Von der Wüste selbst oder der Wüstenstadt Niat bekommt der Leser nur in wenigen Szenen wirklich was mit und das ist schade. Andererseits könnte ich mir sehr gut weitere Bände vorstellen die in Niat spielen. Vielleicht macht sich ja die Geschichtsschreiberin aus der Rahmenhandlung auf die Suche nach der Wahrheit in weiteren Legenden?

Und ähnlich geht es mir auch mit dem Fluch/Talent der Wüstenmagie. Es spielt eine wichtige Rolle in der Handlung, aber trotzdem konnte ich es mir sehr verschwommen vorstellen und hatte bis zum Ende keinen wirklichen Eindruck, wie es funktioniert und was es alles bewirken kann. Genauso wie

Aber trotzdem hat mich die Geschichte sehr schnell gefangen genommen und die Autorin mich mit ihrem guten Schreibstil begeistert. Iaret, Chen, Ahat und Tehu – die viel zentralen Figuren, die gemeinsam aus dem Kerker auszubrechen versuchen – sind alle auf ihre jeweilige Art sehr sympathisch sind. Überhaupt ist es eine der Stärken des Buches, wie auf doch relativ wenig Seiten viele Figuren eingeführt und mit einer Persönlichkeit und Vorgeschichte zu versehen und dadurch die Handlung mit vielen glaubwürdigen Charakteren zu bevölkern.

Und die mitschwingende Gesellschaftskritik – in Niat ist die Gabe traditionell in Frauen stärker, wird dort aber unterdrückt; ein System gegen das Iaret rebelliert – fand ich sehr gelungen und schön in die Handlung eingewoben. Überhaupt ist Iarets Entwicklung über die Handlung hinweg zu einer immer selbstbewussteren Frau, die sich einen Teufel um Konventionen schert, einer der besten Aspekte des Buches.

Ein spannendes Fantasybuch mit kleinen Schwächen, aber einer umso spannenderen Handlung. Da sag noch einer, deutschsprachige Autoren könnten keine gute Fantasy schreiben. Und nicht zu letzt ist das Cover wirklich wunderschön.

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97 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

game of thrones, mittelalter, westeros, sachbuch, got

Winter is Coming

Carolyne Larrington , Jörg Fündling
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Theiss, Konrad, 01.09.2016
ISBN 9783806233506
Genre: Sachbücher

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

jack london, manesse verlag, thriller

Mord auf Bestellung

Jack London , Eike Schönfeld , Freddy Langer
Fester Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Manesse, 29.08.2016
ISBN 9783717524267
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch wird als einer der „erste[n]Agententhriller der Weltliteratur“ erworben und davon gelockt versprach ich mir ein Buch, welches vor allem hochspannend ist und in dem viel gemordet wird. Nun ja letzteres ist zumindest voll eingetroffen. Bei dem Recht bin ich doch etwas überrascht gewesen.

Das Buch ist zwar durchaus auch spannend, aber da liegt meinem Eindruck nach gar nicht der Schwerpunkt. Der liegt viel mehr auf den langen Diskussion der einzelnen Figuren über verschiedene philosophische und ethisch-moralische Themen. Und damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Was sehr interessant war und ich hab es auch gern gelesen. Aber gleichzeitig zieht es auch die Handlung etwas in die Länge; gleichzeitig werden Themen aber auch nur kurz angerissen, so dass man als Leser auch kaum einen Eindruck gewinnen kann.

Die Handlung selbst dagegen ist spannend und auch unerwartet vergnüglich, aber gleichzeitig kam sie mir doch auch recht unrealistisch vor. Das mindert zwar den Unterhaltungswert nicht, aber ich hatte manchmal den Eindruck, das Buch spiele in einer Parallelwelt, in der nur die Mitglieder der Attentatsagentur wirklich lebendig sind und der Rest einfach nur Pappfiguren sind, welche die Szenerien verschönern. Und Polizisten so gut wie gar nicht existieren.

Das Buch wurde übrigens von Jack London nicht zu Ende geschrieben und erst 1963 (rund 47 Jahre nach Londons Tod) von Robert L. Fish beendet. Zum einen bringt mich das dazu dieses „erster Agententhriller“ etwas in Frage zu stellen (aber klar, guter Marketing-Ansatz), aber vor allem merkt man es auch stilistisch. Es gibt ein Nachwort, welches die Entstehungsgeschichte des Buches beschreibt und auch darauf eingeht, wo Fish angefangen hat zu schreiben – und sich nebenbei auch weit von Londons Plänen entfernt hat. Und ohne dieses Nachwort da schon zu kennen, hatte ich beim Lesen genau an der Stelle des ‚Autorenwechsels‘ auch das Gefühl, dass sich hier Stil und Sprache deutlich verändern. Fand ich schon etwas schade, dass das so deutlich zu merken ist. Inhaltlich geht die Handlung zwar flüssig weiter und passt auch, aber es wirkt einfach nicht mehr wie aus einem Guss.

Aber trotzdem hat mir das Buch ein aufgrund der Seitenzahl zwar nicht sonderlich langes, aber dafür sehr erfreuliches Lesevergnügen bereitet. Das auch sehr viel Ansatz für Diskussionen birgt – und damit auch nach 100 bzw. 53 Jahren noch sehr aktuell.

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24 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

dschinn, erotik, adult, wunsch, wünsche

Beschworen - Tödliche Wünsche

Rainy Kaye
E-Buch Text: 343 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 07.06.2016
ISBN 9783732526017
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein Buch über einen Dschinn. Allerdings einen menschlichen Dschinn, der keinerlei Magie besitzt. Und so ist es auch deutlich mehr eine Liebesgeschichte und keine Fantasy. Was sehr schade ist, denn genau das hatte ich erwartet und war dementsprechend enttäuscht.

Die Dschinn-Komponente kommt kaum zum Tragen, eben weil das einzige Besondere an Dimitri ist, dass er die Wünsche seines Herren befolgen muss, egal ob er will oder nicht. Aber hinter dem Wesen des Dschinns als Wunscherfüller steht ja viel mehr und das findet hier einfach keine Beachtung.

Das größte Problem, welches ich mit dem Buch aber hatte, war allerdings der Mangel an interessanten Figuren. Ich könnte hier nicht eine Person nennen, die auch nur ansatzweise meine Neugier geweckt hätte.
Dimitri, der Dschinn, ist entweder damit beschäftigt in Selbstmitleid zu baden, jemanden umzubringen oder Sex zu haben. Hobbys oder weitere Eigenschaften hat er sonst keine. Außer man zählt „unfähigster Auftragskiller seit Kain“. Es ist mir wirklich ein Rätsel warum Karl, sein ‚Besitzer und Gebieter‘, Dimitri nicht andere Aufgaben überträgt und die Morde von jemand ausführen lässt, der wenigstens halbwegs kapiert, wie er das machen sollte. Gut, Dim könnte natürlich nie gegen Karl aussagen, weil er ihm ja nicht schaden kann – aber ist das ein so tolles Argument, wenn er dafür bei jedem Auftrag x Versuche braucht?

Und auch der Rest wird sehr einseitig dargestellt. Karl ist der brutale Despot und erfolgreiche Businessmann, wobei man aber auch nicht erfährt, inwiefern er so erfolgreich ist und scheinbar reicher als Trump. Wirklich sein Einfluss und seine Geldreserven scheinen unerschöpflich zu sein, was wiederum erneut die Frage aufwirft warum so niemand einen besseren Auftragskiller finden kann? Und Sylvia seine Tochter ist verwöhnt und verrückt nach Dimitri. Und Sex mit Dimitri.
Überhaupt Sex. Ich bin bestimmt nicht prüde, aber jeglicher Sex, den Dimitri in dem Buch hat, wird ausführlich geschildert, ob das was zur Handlung beiträgt oder nicht. Und es war einfach zu viel. Ich hab da auch irgendwann angefangen diese Passagen zu überspringen, so unnötig fand ich sie.

Die Idee ist ganz nett und das Buch auch über weite Strecken recht unterhaltsam, aber mehr auch leider nicht. Ihm fehlen für meinen Geschmack einfach die interessanten Figuren und ein detaillierteres Worldbuilding.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Blame

Simon Mayo
E-Buch Text: 432 Seiten
Erschienen bei RHCP Digital, 07.07.2016
ISBN 9781448173044
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Idee des Buches hat mich auf den ersten Blick fasziniert und ich habe mich unheimlich gefreut als ich das Buch dann als Rezensionsexemplar lesen durfte. Aber leider finde ich die Umsetzung nur bedingt überzeugend.

Man erfährt über Ant und ihre Familie sowie deren enge Umgebung – also für den größten Teil der Handlung ein Teil eines Gefängnisses –  hinaus kaum etwas über die Gesellschaft, deren Aufbau und Funktionsweise. Und das fehlte mir total, denn nach dem wenigen, was man über Andeutungen erfährt, erscheint mir das System einfach unlogisch. Es wird zwar viel daon geredet, dass die Nachfahren von Verbrechern deren Verbrechen gegenüber der Gesellschaft sühnen sollen und dieser zurückzahlen sollen, was sie durch die Verbrechen für Vorteile hatten (zum Beispiel weil ein Vater von dem gestohlenen Geld Essen für seine Kinder gekauft haben,haben diese von dem Diebstahl profitiert –  für mich auch kaum nachvollziehbar diese Begründung). Aber in meinen Augen werden durch die Inhaftierung, inklusive Versorgung und Wachpersonal und alles, ja vor allem nur noch mehr Kosten für die Allgemeinheit verursacht. Also das genaue Gegenteil der eigentlichen Begründung. Und darauf wird leider in dem Buch nie eingegangen.

Und dann ist da Ant, die Hauptperson des Buches. Und ist mir Ant die meiste Zeit so auf die Nerven gegangen. Sie handelt völlig planlos und impulsiv, was man einem Teenager ja nicht mal unbedingt vorwerfen kann. Aber sie kommt mit den bescheuertsten Aktionen durch, weil sie einfach ständig ein Riesenglück hat – und irgendwann ist es nicht mehr glaubhaft oder spannend, sondern einfach langweilig -, und außerdem jeder andere bereit ist sich für Ant zu opfern, weil sie ja so toll ist. Ant ist echt so sehr die Verkörperung der „The Chosen One“-Trope.

Und auch sonst konnte ich über manche Punkte in der Handlung einfach nur den Kopf schütteln, aber die Ereignisse nicht mehr Ernst nehmen. So bewahrt eine Person in dem Buch Informationen über ein sehr dunkler Geheimnis in ihrer Vergangenheit in einem USB-Stick auf, so dass sie problemlos gefunden und gegen sie genutzt werden können, anstatt die Daten einfach zu löschen.
Aber dann wäre die Sache für Ant wohl deutlich schwieriger bis unmöglich geworden und das geht ja nicht, siehe vorige Absatz. Gnah.

Klingt jetzt sehr negativ, aber ich fand die Geschichte durchaus spannend und kurzweilig – solange ich nicht zu sehr über die zugrunde liegenden Funktionsmechanismen nachdachte. Leser, denen weniger an Worldbuilding gelegen ist, haben hier bestimmt ihre Freude.

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45 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

asse, urban fantas, fantasy

Wild Cards. Die erste Generation 01 - Vier Asse

George R.R. Martin , Christian Jentzsch , Simon Weinert , Catherine Beck
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 27.06.2016
ISBN 9783764531539
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Buch beziehungsweise eben der erste Band der Wild Cards-Reihe ist im Penhaligon Verlag bereits früher unter den Namen „Wild Cards – Asse und Joker“ und, ganz verwirrend „Wild Cards – Vier Asse“ erschienen, allerdings sind bei der hier besprochenen Ausgabe zwei bislang unveröffentlichte Zusatzstories dabei.

Die Handlung selbst spielt hier in unserer Welt, allerdings in einer Version, in welcher Aliens – wer auch sonst – über New York einen Virus freigesetzt haben und die Menschheit als unfreiwillige Versuchskaninchen nutzen. Dabei stirbt ein Großteil (90 von 100) derjenigen, welche mit dem Virus in Kontakt kommen, ein kleinerer Teil (9 von 100), die Joker,  erhält die seltsamen körperlichen Veränderungen – von leuchtender Haut über mehrere Köpfe bis hin zu einer Verwandlung in einen Haufen Schleim. Und ein ganz kleiner Teil (1 von 100) verwandelt sich in ein sogenanntes Ass, bekommt was sich praktisch als Superkraft bezeichnen lässt – die Fähigkeit zu fliegen oder super stark zu sein und dergleichen.

Und die Grundidee ist super faszinierend. Es macht unheimlich Spaß zu verfolgen, wie ein einzelnes Ereignis den Lauf der Geschichte unheimlich ändern kann. Den Autoren der einzelnen Geschichten gelingt es dabei immer wieder wunderbar, bekannte Ereignisse aus ‚unserer‘ Vergangenheit – wie beispielsweise der Vietnamkrieg oder die McCarthy-Ära – einzubauen, aber ihnen ihren ganz eigenen Wild-Card-Spin zu geben. Da die Handlung fast ausschließlich in New York spielt, ist das Ganze natürlich sehr US-zentrisch und man erfährt kaum etwas darüber, wie sich die Situation in anderen Ländern entwickelt hat oder ob sie überhaupt alle von dem Virus befallen wurden. Das fand ich einerseits etwas schade aber andererseits  würden verschieden Handlungsorte das Ganze auch zu sehr aufsplittern.
Womit ich dagegen etwas meine Probleme hatte, waren die einzelnen Protagonisten der Geschichten. Der einzige, an dem ich beim Lesen wirklich ein Interesse entwickelte, war Dr. Tachyon. Der Rest war okay, aber mir ist keiner nennenswert im Gedächtnis geblieben und ich hab jetzt auch nicht das Bedürfnis über einen davon mehr erfahren zu wollen.

Was mich an dem Buch aber vor allem fasziniert hat, ist aber nicht unbedingt die Handlung, sondern die Art, wie das Buch aufgebaut ist. Es handelt sich um eine sogenannte mosaic novel (einen entsprechenden deutschen Ausdruck scheint es bisher nicht zu geben), das heißt es ist eine Zusammenstellung von Geschichten verschiedener Autoren, die aber alle das gleiche Setting haben, wo Figuren in mehreren Geschichten vorkommen, und in denen trotzdem eine lineare Handlung von einer Vielzahl von Blickpunkten erzählen.
Das klingt kompliziert und ich muss sagen, ich war auch am Anfang skeptisch, unter anderem auch weil Martin der einzige Autor war, den ich vorher kannte. Die anderen sind übrigens: Howard Waldrop, Roger Zelany, Walter Jon Williams, Melinda M. Snodgrass, Michael Cassut, David D. Levine, Lews Shiner, Victor Milán, Edward Bryant & Leanne C. Harper, Stephen Leigh, Carrie Vaughn und John J. Miller.
Und selbst einige Tage, nachdem ich das Buch beendet habe, staune ich darüber, wie sehr das Buch aus einer Feder geflossen sein scheint, trotz der Vielzahl an Autor*innen. Denn genauso hat es während des Lesens auf mich gewirkt. In einem Maße, dass ich teilweise echt vergessen habe, dass es eben nicht von einem Autor allein stammt. Aber die Geschichten sind alle auf einem gleichbleibenden, hohen Niveau geschrieben und der Stil ist auch so konsistent, dass es wirklich alles zusammen passt und trotzdem noch genug Raum ist, jedem Erzähler doch etwas eine eigene Stimme zu geben.

Ein Buch, welches mich vor allem durch seinen ungewöhnlichen Aufbau fasziniert hat. So toll ich auch die Grundidee finde, so wenig konnten mich die verschiedenen Protagonisten für sich einnehmen. Es macht zwar Spaß zu sehen, was sich alles durch die Freisetzung des Wild-Cards-Virus im Vergleich zu dem ‚realen‘ Verlauf der Ereignisse nach dem Zweiten Weltkrieg geändert hat, aber das war es auch. Zwar unterhaltsam, aber ich hab jetzt auch nicht den Drang möglichst schnell den nächsten Band zu lesen.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

fanfiction, fanfiktion, fantasi, autoren, fandom

With Love, Mary Sue - Das Phänomen Fanfiction

Stefanie Zurek , Bettina Petrik
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei In Farbe und Bunt Verlags- UG, 01.12.2015
ISBN 9783941864238
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Fanfiction – ein Thema, bei dem die meisten nur mit einem „Was soll das denn bitte, sein?“ reagieren. Dabei gibt es diese Art der Auseinandersetzung mit den verschiedensten Werken schon seit Jahrzehnten. Und genau dieser Unwissenheit möchte dieses Buch abhelfen.

Eine Aufgabe, die es auch gut erfüllt. Das Buch bietet einen Überblick über alle relevanten Bereiche der Fanfiction, angefangen mit einer kleinen Entstehungsgeschichte über die verschiedenen Fanfiction-Seiten im Internet bis hin zu den verschiedenen Arten von Fanfiction. Dazwischen gibt es immer wieder kurze Zitate von Fanfiction-Schreibern, die mit einer knappen Aussage zusammenfassen, was Fanfiction für sie bedeutet und auch immer mal wieder kurze Aussagen von den Schöpfer von Originalwerken über ihre Ansicht zu Fanfiction. Ergänzt wird dies mit einer Anleitung wie man selbst eine Fanfiction bei einem der großeren Portale veröffentlichen kann sowie mit zwei Interviews von Betreibern derartiger Portale.

Etwas störte mich, wie sehr die Autortinnen ihre eigenen Erfahrungen und Erfolge, wie beispielsweise Auszeichnungen als Fanfiction-Schreiberinnen, in den Vordergrund gerückt haben. Das passte für mich nicht zu dem ansonsten neutralen, distanzierten Ton als Sachbuch.
Dafür merkt man den Autorinnen aber auch, dass sie wirklich und aus eigener Erfahrung wissen, worüber sie schreiben und dass ihnen das Thema am Herzen liegt. Ihr Schreibstil ist eher locker, am Internet-Jargon orientiert, was ja aber auch zu der Thematik passend ist.

Ein schöner Überblick über die Thematik, der besonders für Neulinge auf dem Gebiet geeignet ist. Jemand, der sich damit schon eingehender beschäftigt hat, wird eher wenig Neues darin finden, aber auch dann ist es ein gut geschriebene Zusammenfassung, in der man alle wichtigen Infos gesammelt vorliegen hat und ohne langes Suchen etwas nachschlagen kann.

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117 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

shopaholic, schnäppchenjägerin, eifersucht, sophie kinsella, becca

Shopaholic & Family

Sophie Kinsella , Jörn Ingwersen
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 13.06.2016
ISBN 9783442484829
Genre: Romane

Rezension:

Tja, was soll ich sagen?
In meiner Rezension zu Band 7 schrieb ich noch zu Becky: „habe ich auch fast ständig den Drang dich mal heftig durchzuschütteln und dir ins Gesicht zu schreien, dass du endlich mal Vernunft annehmen sollst“. Und scheinbar wurden meiner Gebete erhört. Denn Becky wirkt in diesem Band lange wie eine völlig andere Persönlichkeit.

So ist beispielsweise das einzige Unnütze, was sie in dem ganzen Buch für sich kauft, 10 Buntstifte. Zehn Stifte! Das wäre in früheren Bänden unter nicht erwähnenswerter Kleinkram zusammengefasst worden. Nein, mit diesem Band ist Becky wirklich endgültig – naja ich hoffe es ist endgültig – erwachsen und reif geworden. Und mir damit noch sympathischer als vorher.

Aber überhaupt steht hier Becky eigentlich vergleichsweise wenig im Vordergrund, es geht viel mehr um ihre Freunde und Familie und das Verhältnis zwischen denen und Becky. Und dabei auch durchaus um ernstere Themen. So kriselt es beispielsweise heftig zwischen Becky und Suze. Und ich mochte sehr wie das hier behandelt wird, zwar durchaus mit etwas Humor, aber trotzdem wurde der Konflikt durchaus Ernst genommen und die Auswirkungen auf Beckys Wohlbefinden auch keineswegs runter gespielt.

Die schon gegen Ende des letzten Bandes angedeutete Problematik um ihren Vater und dessen Geheimnis bildet die Haupthandlung dieses Bandes und war auch ganz interessant. Allerdings war dieses große Geheimnis auch sehr offensichtlich, so dass ich mich mehrmals fragte warum Becky und Co nicht auch schon längst auf die Lösung gekommen sind. Aber gut, fesselnd war es trotzdem.
Natürlich löst Becky diese Probleme dann am Ende auf ihre ganz eigene, spezielle Art mit Ideen, die so unmöglich sind, dass sie gerade deswegen schon wieder funktionieren müssen. Was ein Riesenspaß für den Leser ist.

Der mit Abstand reifste Band der Reihe bisher und für mich eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorgänger. Das Ende würde auch einen guten Abschluss der Reihe überhaupt abgeben, mit dem ich völlig zufrieden wäre.

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(1.556)

3.003 Bibliotheken, 76 Leser, 9 Gruppen, 371 Rezensionen

fantasy, dystopie, blut, rot, liebe

Die rote Königin

Victoria Aveyard , Birgit Schmitz
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.05.2015
ISBN 9783551583260
Genre: Jugendbuch

Rezension:

X-Men trifft auf rebellische Katniss Everdeen. Zumindest so ähnlich, lässt sich die Grundidee des Buches zusammenfassen. Diejenigen, ich weiß auch nicht mutierten Menschen oder eine komplett andere Rasse/Art, mit silbernem Blut haben Fähigkeiten, die mich immer wieder in ihren Beschreibungen an Mutanten oder Inhumans aus den entsprechenden Comics und Verfilmungen denken ließen. Unter anderem gibt es Silberne, die durch Gedankenkraft Metall verformen, Gedanken lesen oder Wasser formen können.
Und dann gitb es noch die normalen Menschen mit rotem Blut, welche den Silbernen natürlich unterlegen sind und von ihnen beherrscht und ausgebeutet werden. Unter ihnen Mare (ich würde ja übrigens zu gern wissen, was die Autorin bewegt hat sie auf Englsich einfach mal ‚Stute‘ zu nennen..) – die, wie sich bei einem Unfall zeigt, zwar rotes Blut hat aber die Fähigkeiten einer Silbernen *Trommelwirbel*

Aber trotz der Ähnlichkeiten mit schon bekannten Geschichten nahm mich die Handlung schnell gefangen. Das lag weniger am Mare selbst, die mir bis zum Ende hin manchmal mit ihrer Art in Selbstmitleid zu baden (wobei das Mitleid viel mehr ihre Schwester verdient hat) auf die Nerven ging, als der faszinierenden Welt der adligen Silbernen, in der sich Mare zurecht finden muss. Es wimmelt nur so von Intrigen und Ränkespielen und niemand ist, wer er zu sein scheint.
Ganz besonders interessant fand ich hier Maven, der im Schatten seines Bruder, des Kronprinzen, aufwächst aber eigentlich der viel geeignetere Thronfolger wäre. Aber leider erfährt man über das gesamte Universum in dem Rote und Silberne leben nicht sehr viel. Da hätte ich mir mehr Informationen gewünscht.

Während des Lesens war ich auch teilweise genervt, weil mir manche Teile der Handlung zu problemlos passierten und es mir in dem Kontext ziemlich unglaubwürdig erschien beziehungsweise alternativ der Leser nicht komplett informiert war über die Motive und Aktionen der Beteiligten. Zum Glück hat es sich in einer nicht wirklich überraschenden Wendung gegen Ende als Letzteres herausgestellt. Zwar hätte ich mich mehr gefreut, wenn die Wendung etwas weniger offensichtlich gewesen wäre, aber so ist immer noch besser als eine unlogische Handlung.

Und das Liebesdreieck… Ich konnte bis zum Schluss nicht nachvollziehen, was Cal und Mare an dem/der jeweils anderen fanden. Sie kennen sich nur eine kurze Zeit und die meiste davon verbringen sie in der Gegenwart von anderen ohne wirklich viel übereinander zu erfahren. Eine gegenseitige Faszination – Mare als das unerklärliche Wunder, Cal als der Thronfolge – ist nur zu verständlich und natürlich, aber mir ging diese tiefere Verbundenheit hier zu schnell und war mir zu unbegründet.
Maven und Mares Beziehung zu einander fand ich dagegen nachvollziehbarer, da die beiden zumindest vordergründig gleiche Interessen und Gesprächsthemen hatten. Aber auch hier entwickelt sich mir das alles zu schnell. Es wirkt so als wären sowohl Maven als auch Cal seit dem Auftauchen von Mare komplett auf sie fixiert und nichts anderes würde mehr existieren für sie.

Ein spannender und actionreicher Trilogie-Auftakt, auch wenn er sich etwas aus Motiven verschiedener anderer Werke zusammengesetzt anfühlt. Aber das recht offene Ende verspricht viel Spannung und aufregende Ereignisse in dem kommenden Band und wohl auch Antworten dazu, warum Mare so besonders ist.

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107 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

thriller, gregg hurwitz, killer, orphan x, action

Orphan X

Gregg Hurwitz , Mirga Nekvedavicius
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.03.2016
ISBN 9783959670241
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

HarperCollins hatte zu dem Buch ein Gewinnspiel veranstaltet und da ich Gewinnspielen eh kaum widerstehen kann und die Kurzbeschreibung ganz okay klang, hab ich mal mitgemacht. Und es prompt vergessen – bis dann auf einmal ein Buch im Briefkasten lag (Danke!) und ich erst mal verwirrt war. Dementsprechend ging ich auch ohne irgendwelche Erwartungen an die Lektüre heran. Und dann ab ich zwei Tage praktisch nichts anderes mehr gemacht als zu lesen. Eine absolut positive Überraschung.

Manchmal fühlte ich mich etwas an die Bourne-Filme erinnert, auch wenn es hier um einen Auftragsmörder geht und nicht einen Spion. Aber auch Evan Smoak wird von der US-Regierung – seinem ehemaligen Auftraggeber – gesucht und das Buch ist eine Abfolge von rasanten Kampfszenen aus denen sich Smoak nur in allerletzter Sekunde und mittels unerwarteter Tricks retten kann. Und das Ganze ist super spannend und fesselnd.

Am Anfang des Buches scheint Smoak sein Leben und seine Arbeit vollkommen unter Kontrolle zu haben und präsentiert dem Leser und seinen Mitmenschen eine normale gutbürgerliche Existenz, von der keiner denken würde, dass dahinter ein gesuchter Meisterassassine steckt. Und es macht einfach Spaß als Leser zu verfolgen wie mit jeder Seite des Buches dieses geordnete Leben Stück für Stück auseinander bricht und Smoak nur noch auf die Ereignisse reagieren kann, ihm aber alles immer mehr entgleitet.

Es ist nicht immer realistisch, besonders was die Stunts von Smoak in einigen Kampfszenen betrifft, wie beispielsweise die Kletterpartie an dem Hochhaus über mehrere Stockwerke hinweg, oder die ganzen kleinen hochentwickelten technischen Spielereien. Von Smoaks finanzieller Situation ganz zu schweigen. Aber das hat mich gar nicht weiter gestört, weil es hier ganz einfach zu Atmosphäre und Ton der Handlung passt.

Und umso weiter die Handlung voranschreitet, umso komplizierter wird sie. Es gibt mehrmals Wendungen, welche Smoak – und mit ihm auch der Leser, welcher nicht mehr weiß – dazu bringen, alle bisherigen Erkenntnisse in Frage zu stellen und an seinen Einschätzungen zu zweifeln. Dies schafft eine Art grundsätzliche Unsicherheit welche der zweiten Hälfte des Buches nochmal extra Spannung verleiht.

Es ist ein Buch, bei dem ich mir eine Verfilmung super gut vorstellen kann und dementsprechend ist es auch kein Wunder, dass ich in der Rezension schon zwei Mal Zuschauer getippt hatte und es wieder zu Leser korrigieren musste… Aber noch viel mehr als auf eine mögliche (Warner Bros hat sich schon mal die Rechte gesichert) Verfilmung freue ich mich auf weitere Bände um Evan Smoak. Dieser erste Band schließt zwar seine eigentliche Handlung zum Glück sehr gut ab, bietet aber gerade genug offene Handlung um neugierig zu machen auf weitere Bände ohne einen aber mit einem Cliffhanger zu foltern.

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(142)

254 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

cornwall, liebe, bäckerei, neuanfang, backen

Die kleine Bäckerei am Strandweg

Jenny Colgan , Sonja Hagemann
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 01.06.2016
ISBN 9783833310539
Genre: Liebesromane

Rezension:

Selbstgebackenes Brot und sein Duft hat für mich einen ganz besonderen Zauber. Dementsprechend neugierig wurde ich auch beim Lesen des Klappentextes, klang es doch so als würde Backen da eine relativ große Rolle spielen.

Und ich wurde nicht enttäuscht. Nicht nur ist das Backen von Brot wichtig, nein, es gibt am Ende des Buches auch noch Rezepte dazu. Was sehr gut ist, denn die Lektüre von dem Buch macht einem so richtig Lust darauf selbst zu backen.
Und außerdem Neil, der Papageientaucher, der heimliche Star des Buches. Er spielt zwar für die Handlung keine sonderlich große Rolle, ist dafür aber umso niedlicher und liebenswerter.

Aber auch mal vom Brot und dem Vogel abgesehen war das Buch eine positive Überraschung und weitaus weniger klischeehaft liebesromanartig, als ich im Vorfeld erwartet hatte.
Polly ist mir unendlich sympathisch gewesen und ich habe mich auch durchaus etwas mit ihr identifizieren können. Aber auch die anderen Charaktere sind zum großen Teil sehr glaubwürdig gezeichnet – naja bis auf Reuben, der doch etwas eindimensional ist – und es macht einfach Spaß zu lesen, wie sich Polly nach und nach ein Leben auf der Insel aufbaut und sich von den Ereignissen in ihrer Vergangenheit erholt.

Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz und es kommt hier auch etwas zu einem Liebesdreieck. Allerdings entwickeln sich alle Beziehungen sehr natürlich und recht langsam, so dass es wirklich überzeugend und passend ist.

Gut, Polbearne (die Insel, auf die Polly umzieht) ist etwas zu idyllisch um so wirklich existieren zu können, aber genau das trägt auch irgendwie zu dem Zauber des Buches bei. Außerdem habe ich durch das Buch gelernt, was eine Gezeiteninsel ist und das klingt unheimlich faszinierend.

Eine schöne Wohlfühl-Geschichte mit überwiegend tollen Figuren, die zwar nicht immer ganz realistisch ist, dafür aber auch nicht davor zurück schreckt ernstere Themen anzusprechen. Es ist übrigens der erste Band einer Reihe, aber mit abgeschossener Handlung. Trotzdem freue ich mich schon auf weitere Geschichten aus Polbearne.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

krimi, katzenkrimi, 2. fall, jenny & ghizmo

Der Tag, an dem die Katze kam

Andrea Schacht
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 04.05.2016
ISBN 9783802598975
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich würde das Buch nicht wirklich als Krimi bezeichnen. Es passieren zwar einige Verbrechen, aber entweder werden sie mehr als Grund für Humor benutzt oder Jenny ist nur zufällig darin verwickelt. Aber eine wirkliche Ermittlung und Suche nach den Tätern findet von ihrer Seite im Gegensatz zu Band 1 nicht statt.

Was aber auch gar nicht schlimm ist, ich habe die Handlung trotzdem sehr genossen. Denn so ist viel mehr Zeit Jennys menschliche und tierische Nachbarn besser kennen zu lernen. Und die sind alle sympathisch. Besonders über Nachbar Woody erfährt man hier recht viel und der alte Mann ist mir im Laufe des Buches regelrecht an das Herz gewachsen. Kann er bitte aus dem Buch in die Realität wechseln und neben mir einziehen?
Aber auch Jenny selbst entwickelt sich natürlich weiter. Sie hat zwar immer noch mit ihren Panikanfällen zu kämpfen und wagt sich nur langsam und Schritt für Schritt in das alltägliche Leben zurück, aber es gelingt ihr immer besser. Und diesen Weg zu verfolge, finde ich einfach faszinierender als es jede Krimihandlung sein könnte. Wirklich gut und anschaulich beschrieben.
Der einzige, über den man allerdings kaum was erfährt, ist der Biker Darius und seine geheimnisvolle Beziehung zu Jenny. Er hat zwar durchaus eine größere Rolle hier und Jenny und er freunden sich etwas an, aber darüber, wieso und woher er ihr Geheimnis kennt, erfährt man nichts. Was ich sehr schade fand, weil ich gerade das eine sehr spannende Frage finde.

Und natürlich die Katzen und Kater, die wahren Helden des Buches. Der Leser lernt viele im ersten Buch nur am Rande erwähnte Katzen der Nachbarschaft besser kennen. Aber auch neue tauchen auf und eine davon – Milena – hat sofort mein Herz erobert. Sie ist eine bezaubernde Mischung aus verschüchtert und frech, mit einem ganz besonderen Talent, dass zu den komischsten Situationen führt.

Sehr schöne unaufgeregte Fortsetzung mit toller Charakteren. Und ich hoffe sehr, dass es noch mehr Bände mit den Erlebnissen von Jenny,Ghizmo und Milena geben wird.

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153 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

fantasy, jim butcher, steampunk, windjäger, blanvalet

Windjäger

Jim Butcher , Andreas Helweg
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.03.2016
ISBN 9783734160004
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Beschreibung des Buches hat mich schon bei dem ersten Lesen sehr angesprochen und war total gespannt wie mir das Buch gefällt. Und um das Fazit mal vorweg zu nehmen: Es würde mich nicht wundern, wenn das Buch am Jahresende zu meinen Highlights gehört.

Da ist zum einen die großartige Welt, in welcher die Handlung spielt. Man erfährt immer nur gerade soviel über diese Welt, wie notwendig ist um die Szene zu verstehen und erst nach und nach ergibt sich ein größeres Bild. Aber schon von Anfang an ist klar, wie faszinierend und einzigartig diese Welt ist. Teilweise hat es mich etwas an Steampunk erinnert, allerdings nicht mit Dampfkraft, sondern betrieben von Kristallen, welche Energie leiten und abgeben können.
Natürlich bleibt am Ende des Buches noch so einiges über die Welt offen , aber das Buch ist auch der Auftakt einer Reihe, so dass noch genug Zeit bleibt um Fragen zu beantworten.

Ebenfalls sehr überzeugt haben mich die Figuren des Buches. Der Leser folgt einer kleinen Gruppe mehr oder weniger unfreiwillig zusammenarbeitender Personen – ein Gardesoldat, zwei sehr unterschiedliche Soldatinnen in Ausbildung, ein Luftschiffkapitän mit seiner Mannschaft, ein Ätheriker (eine Art Alchemist) mit seinem Lehrling. Oh und die tollste Person von allen: Rowl, ein Kater. Jupp, ein Kater. In dieser Welt können Menschen Kätzisch lernen und mit Katzen kommunizieren, auch wenn es nur wenige machen. Und Rowl ist einfach großartig. Obwohl er mit zumindest einigen Menschen kommunizieren kann und das auch durchaus macht, ist er in seinem Verhalten so sehr typisch für eine Katze. Und einfach herrlich liebenswert.
Und Folly, der Lehrling des Ätherikers, hat mich unheimlich an Patrick Rothfuss’ Azri erinnert, was als großes Kompliment gemeint ist. Sie ist sehr merkwürdig in ihrem Verhalten aber so sympathisch. Überhaupt sind alle Figuren sympathisch, selbst der Großteil der Gegner unserer kleinen Heldengruppe.
Man kann die einzelnen Figuren zwar durchaus auf Klischees zurückführen – Gewn, die Adlige, die sich nicht in einen goldenen Käfig sperren lassen will oder Bridget, die Nachfahrin eines einst großen Namens und jetzt verarmt, die sich beweisen muss – aber Butcher gibt jeder soviel Persönlichkeit, dass das überhaupt keine Rolle spielt.

Die Handlung entwickelt sich sehr schnell und wird immer actionreicher je mehr die kleine Heldengruppe in das Geschehen verwickelt wird. Und da gibt es einige tolle Wendungen, die das ganze sehr spannend machen. Aber gerade bei der Handlung merkt man doch, dass es eben der erste Band ist. Es gibt zwar einen überraschend runden Schluss für das Buch, aber trotzdem spürt man, dass das nur ein erstes kleines Scharmützel in dem kommenden Kampf war und da noch viel mehr folgt.

Und ich kann es kaum erwarten das nächste Abenteuer zu lesen.  Wirklich beeindruckender Auftakt einer neuen Epic Fantasy-Reihe.

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c.s.pacat, krieg, liebe, high fantasy, erotik

Das Duell der Prinzen

C.S. Pacat ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 11.01.2016
ISBN 9783453316263
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich finds so schade, dass das Buch nur als eBook erhältlich ist und nicht wie der erste Band als Taschenbuch. Vermutlich hat der Verlag sehr gute Gründe dafür, aber an ein ebook ist das wunderschöne Cover einfach verschwendet und außerdem hatte ich mich schon seit Band eins darauf gefreut die komplette Trilogie mit ihren drei wundervoll zusammen passenden Covern im Bücherregal in Szene setzen zu können.
Aber gut, das Medium an sich hat ja nicht so viel mit dem Buch oder der Frage ob es mir gefallen hat zu tun.

Und gefallen hat es mir. Wie schon der vorige Band ist die Handlung selbst nicht sonderlich innovativ und beeindruckend, auch wenn die politischen Intrigenspiele undAuseinandersetzungen mich hier besser zu fesseln und unterhalten konnten. Wahrscheinlich weil es hier nicht mehr wie das Spiel gelangweilter Höflinge wirkt, sondern es darum geht Krieg auszulösen oder zu vermeiden und somit die ganze Sache einfach mehr Gewicht hat.

Aber im Mittelpunkt des Romans stehen natürlich immer noch Damen und Laurent sowie ihre Beziehung zueinander. Und auch wenn diese sich nur sehr langsam entwickelt – aber hey es passiert mehr als im ersten Band – so ist doch von Anfang an klar, worauf es rauslaufen wird. Was aber gar nicht stört. Denn der Weg dorthin ist gut geschildert. Die beiden nähern sich langsam an, aber nicht ohne Rückschritte, Missverständnisse und Zweifel.
Nur Laurent selbst war mir manchmal zu vorausschauend und geschickt im Planen. Seine Pläne und sein Timing sind einfach zu oft zu gut, um wirklich glaubwürdig zu sein. Aber dafür mach es Spaß zu lesen wie er alle mit seinen Vorhaben überrascht und schachmatt setzt.

Es ist kein Buch, dass einem lange in Erinnerung bleiben wird oder auch nur sonderlich viel Substanz enthält, aber es macht Spaß beim Lesen und bietet gute Unterhaltung. Wem Band eins gefallen hat, der wird dieses hier erst recht mögen.

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

weihnachten, weihnachtsmann, briefe, tolkien, nordpol

Die Briefe vom Weihnachtsmann

J. R. R. Tolkien , , ,
Fester Einband
Erschienen bei Klett-Cotta, 27.10.2014
ISBN 9783608911558
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Meine Rezension: https://amerdale.wordpress.com/2014/12/10/gelesen-j-r-r-tolkien-briefe-vom-weihnachtsmann/

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

lustig, 1. fall, andrea schacht, krimi, egmont lyx

Die Nacht, in der der Kater sang

Andrea Schacht
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 04.02.2016
ISBN 9783802598951
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Andrea Schacht und Katzen – eine Kombination, der ich nicht widerstehen kann. Und die auch nur sehr selten enttäuscht meiner bisherigen Erfahrung nach. So auch hier.

Im Mittelpunkt des Romans steht der Kater Ghizmo und sein ihn adoptierendes (oder von ihm adoptiertes?) Frauchen Jenny. Und mir war schon lange keine Protagonisten so komplett sympathisch wie Jenny hier. Jenny hat einige schlimme Erlebnisse hinter sich und gerade eine Therapie beendet, leidet aber immer noch unter den Folgen. Und zeigt dadurch eine Verletzlich aber auch eine innere Stärke, die ich einfach großartig fand.
Aber auch die Nebenpersonen wurden in dem Roman wirklich toll geschildert. Obwohl sie nicht unbedingt große Rollen spielen, so werden sie doch alle wunderbar skizziert und mit ihren Eigenheiten ausgestattet, so dass es keinerlei Problem ist sie auseinanderzuhalten und zuzuordnen.

Und natürlich ist Ghizmo ein super Tier. wie übrigens auch alle anderen Katzen, die in dem Buch auftauchen. Die Kapitel sind abwechselnd aus Jennys und Ghizmos Sicht geschrieben, so dass es unvermeidlich ist, dass dem Kater ein gewisses Maß an menschlichem Denken zugeschrieben wird. Aber gleichzeitig hatte ich nie den Eindruck, dass er vermenschlicht wurde. Dazu hat mich sein Verhalten viel zu sehr an meine eigene Katze erinnert. Sein Verhalten fühlt sich einfach richtig an.

Der Kriminalfall ist jetzt nicht sonderlich innovativ und besonders. Das auffälligste an ihm ist wohl noch, dass keine Menschen, sondern ein Tier zu Schaden kommt. Was für mich übrigens seltsamer Weise schlimmer zu lesen war. Aber sonst würde ich den Kriminalfall hier eher in die Reihe der sogenannten cozy mysteries einordnen. Was nicht als Kritik gemeint ist, aber der Leser sollte hier nicht unbedingt zu viel von der Handlung erwarten. Es gibt zwar einige falsche Fährten, aber mir war schon recht schnell klar, wer wohl der Täter sein wird und ich fand das recht offensichtlich.

Hach ja, das Buch hat mir richtig gut gefallen und gehört auch zu den besten Büchern, die ich 2016 bisher gelesen hab (okay das sagt Anfang Februar nicht so viel aus, aber trotzdem – meine erste 5 Sterne-Wertung dieses Jahr). Und ich bin erleichtert, dass der zweite Band der Reihe schon dieses Jahr erscheinen wird und freue mich darauf mehr Zeit mit Jenny und Ghizmo zu verbringen. Und hoffentlich auch mehr über Darius zu erfahren.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

wikinger, geschichtsunterricht, geschichte, krieger des nordens, desaster

Krieger des Nordens

Jonas Herlin
Flexibler Einband: 482 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.12.2015
ISBN 9783734101892
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dies ist einer der seltenen Fälle, wo ich mich zuerst in das Buchcover (diese eisblauen Augen!) verliebt habe und erst dann der Klappentext mein Interesse geweckt hat. Aber hinter dem schönen Cover verbirgt sich auch ein guter historischer Roman mit einer eher ungewöhnlichem Kombination von Epoche und Handlungsort.

Der Roman steht insofern etwas in der Tradition von Bernard Cornwell oder Simon Scarrow, als vor allem Schlachten und Eroberung im Vordergrund stehen. Und wie der Klappentext schon andeutet, gibt es davon auch genug. Dementsprechend gibt es auch genug brutale Szenen, wobei der Autor zwar nicht davor zurückschreckt Dinge beim Namen zu nennen, aber sie auch nicht unnötig detailliert beschreibt. Es entwickelt sich schnell eine Spannung, die den Leser gefangen nimmt und bis zum Ende der Handlung auch nicht mehr loslässt.

Die beiden Brüder im Mittelpunkt des Romans, Olav und Throbrand, erinnerten mich mit ihren vorherrschenden Eigenschaften manchmal an an Loki und Thor aus den Marvel-Filmen, was ich doch etwas erheiternd fand. Wobei mir hier Olav deutlich sympathischer war und ich seine Gedanken und Aktionen auch besser nachvollziehen konnte als die des ungestümen Thorbrand. Leider hatte ich etwas den Eindruck, dass die Sympathien des Autors genau gegensätzlich verteilt waren als meine. Dementsprechend hab ich mir ohne jetzt zu viel verraten zu wollen auch ein etwas anderes Ende gewünscht.

Aber auch so fand ich es wirklich gut zu lesen und interessant. Gerade dadurch, dass Thorbrand durch gewisse Entwicklungen in einen engeren Kontakt zu einigen Franken kommt und der Leser so mit ihm von außen einen Blick auf diese dem Wikinger doch recht fremde Gesellschaft werfen kann, fand ich sehr faszinierend.

Ein gelungenes Debüt des Autors, dem hoffentlich noch viele weitere Romane folgen. Vielleicht sogar eines über die Abenteuer von Branagorn von Corvey, den ich hier schon sehr interessant fand und über dessen Erlebnisse ich gern mehr lesen würde.

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sherlock holmes, sachbuch, sir arthur conan doyle, arthur conan doyle, sherlock

Von Mr. Holmes zu Sherlock

Mattias Boström , Susanne Dahmann , Hanna Granz
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei btb, 14.12.2015
ISBN 9783442713363
Genre: Sachbücher

Rezension:

Trotz des Titels handelt das Buch weniger von Sherlock Holmes, sondern mehr von den Menschen hinter der literarischen Figuren. Es folgt der Entwicklung chronologisch, angefangen bei der Erschaffung durch Conan Doyle über das 20. Jahrhundert bis hin zu der bekannten Interpretation von Moffat und Gatiss. Dabei lässt sich der Inhalt auch grob in drei größere Bereich aufteilen: zu Lebzeiten Conan Doyles, die Zeit danach, während seine Söhne das Erbe (und damit die Rechte an den Sherlock-Holmes-Geschichten) verwalteten und schließlich die Zeit als die Rechte von Gesellschaften verwaltet werden.

Und der für mich interessanteste Teil war ganz eindeutig der, der von den Lebzeiten Arthur Conan Doyles handelt. Ich wusste vor der Lektüre nur sehr wenig über den Autor selbst und es findet sich hier eine derartige Fülle von Informationen, dass es einfach ein reiner Genuss ist. Ich wusste zum Beispiel bisher nicht, dass es für Sherlock Holmes eine reale Person als Vorbild gab. Und überhaupt hatte Conan Doyle ein faszinierendes Leben.

Den nächsten Abschnitt fand ich dagegen vergleichsweise langweilig und zäh zu lesen. Was wohl vor allem daran lag, dass zum einen das Leben der beiden Söhne ziemlich langweilig und unspannend war und das hervorstechende Merkmal war, dass sie ständig pleite waren, weil sie einfach mit Geld nicht umgehen konnten, und überfordert. Nun ja.
Und zum anderen gab es nun mal natürlich keine neuen Geschichten mehr, so dass es vor allem um Aufführungen und Filme und so weiter ging. Und um Streitigkeiten wer welche Rechte hat und wer was darf. Die Entwicklungen waren am Anfang noch interessant, aber irgendwann wiederholten sich im Grunde die Ereignisse  nur noch mit anderen Beteiligten. Das Beste an dem Abschnitt waren für mich noch die Kapitel, die sich mit den entstandenen Sherlock-Holmes-Gesellschaften und ihrer Tätigkeiten und Bedeutungen beschäftigten. Fun Fact: Mindestens zwei US-Präsidenten waren Mitglied in einer solchen Gesellschaft.

Der dritte Teil, in dem es vor allem um neuere Sherlock Holmes Interpretationen geht, kam mir etwas kurz abgehandelt vor. Die BBC-Serie bekommt noch vergleichsweise viel Platz, aber Serien wie Elementary oder auch House, bei welcher die Hauptperson doch stark auf Sherlock basiert, werden gerade mal in einem Nebensatz erwähnt. Da hätte ich ich mir doch ein paar Informationen mehr gewünscht. Ebenso zu Guy Ritchies Kinofilmen beispielsweise. In den andern Teilen des Buches werden da Filme, Radiosendungen und so weiter auch ausführlicher besprochen.
Stattdessen erzählt der Autor in diesem Kapitel mehr über sich und wie er dazu kam sich mit Sherlock Holmes zu befassen. Was für mich jetzt nur sehr bedingt von Interesse war. Klar, es erklärt etwas warum er sich dazu berufen fühlt dieses Buch zu schreiben und zeigt auch welche Wirkung die Figur Sherlock Holmes heute noch haben kann, aber das waren mir einfach zu viele Informationen über Herrn Boström ohne größeren Bezug zum eigentlichen Thema. Andere Schwerpunkte hätte ich in dem Abschnitt viel besser gefunden.

Mattias Boström hat mit diesem Buch aber alles in allem eine großartige Arbeit geleistet. Nicht nur, dass es unheimlich informativ ist und auch durch seine ausführlichen Fußnoten und Verzeichnisse (insgesamt 50 Seiten) auch unzählige Anhaltspunkte gibt um einzelne Bereiche weiter zu vertiefen. Nein, auch stilistisch ist es toll geschrieben und spannender als mancher Krimi.

Natürlich sollte bei dem Leser ein gewisses Interesse an der Figur des Sherlock Holmes, seiner Entstehungsgeschichte und den verschiedenen medialen Interpretationen dieser Figur vorhanden sein, sonst wird er mit dem Buch wohl nicht viel anfangen können. Aber wer diese Voraussetzungen erfüllt, hat hier zwischen den Buchdeckeln eine Schatzkiste voll mit Informationen zum Entdecken und Genießen.
Wirklich eine tolle Art literarische Figuren und ihre Geschichte zu betrachten. Schade, dass es solche Werke nicht auch für andere bekannte Figuren gibt; eines über Dracula oder Frankensteins Monster würden mich auch sehr interessieren.

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

secrets of jade, mit den augen der liebe, träume, romane, fabulus verlag

Secrets of Jade

Liza Patrick
Buch: 240 Seiten
Erschienen bei fabulus Verlag, 26.08.2015
ISBN 9783944788333
Genre: Romane

Rezension:

Uff, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht damit wie überrascht und erfreut ich über die schöne Gestaltung des Buches war, als ich es zum ersten Mal in den Händen hielt. Der Schnitt ist in einem wunderbaren Grünton (vermutlich Jade) eingefärbt und das Auge auf dem Cover sieht toll aus.

Leider war das aber auch so ziemlich alles, was ich an dem Buch positiv empfand. Die Grundidee der Handlung ist zwar nett, wenn auch nicht sonderlich innovativ, aber leider auf eine Art umgesetzt, die ich gar nicht genießen konnte. Ständig muss irgendjemand jemand anderes (und eine der beiden Personen ist immer Jade) etwas extrem wichtiges mitteilen, lässt sich dann aber von einer Kleinigkeit unterbrechen und das Gespräch wird dann erst Tage später fortgesetzt nur um noch x-mal unterbrochen zu werden, bevor der Gesprächspartner (und der Leser) dann endlich  mal erfahren, um was es eigentlich geht. So führt Jade beispielsweise am Anfang des Buches ein Gespräch mit ihrer Großmutter, die zu dem Zeitpunkt schon “seit langem den richtigen Zeitpunkt um ein paar Dinge zu besprechen sucht”. Joa, nach ein paar belanglosen Sätzen muss Jade auf die Toilette und Großmutter verschickt mit Jades Handy SMS an deren Freund. Gespräch Ende. Am nächsten Tag kommen sie wieder so etwa drei Sätze weiter, und hören auf weil Jade von dem Gespräch zu aufgewühlt ist (weil ihre Großmutter sagt, dass sie Vertrauen haben soll…). Und dann vergehen erst mal Wochen(!), bevor das Gespräch wieder aufgenommen wird. Und so ist es bei jeder wichtigen Unterhaltung und es hat mich unheimlich genervt, weil man einfach merkt, dass es sich nicht aus der Handlung ergibt, sondern künstliche Pausen konstruiert wurden, um das ganze in die Länge zu ziehen und vermutlich spannender zu machen. Auch wenn der letztere Effekt bei mir absolut nicht eingetreten ist.

Überhaupt Jade. Ich bin etwas überrascht, wie wenig mich die Namenswahl genervt hat, denn es ist ja doch minimal übertrieben die Hauptfigur Jade zu nennen, bei einer Handlung in der Menschen mit jadefarbenen Augen als potentielle Retter der Menschheit dargestellt werden. Aber wahrscheinlich lag es einfach daran, dass anderes bei Jade viel problematischer war.
Jade ist angeblich 21 Jahre alt und Studentin und jedes Mal, wenn das irgendwo im Buch erwähnt wurde, war ich aufs Neue einen Moment verblüfft. Denn für mich zeigt Jade die Reife und das Verhalten eines 14jährigen Teenagers, der sich gerade zum ersten Mal verliebt, erkennt, dass sie ihren eigentlichen Freund überhaupt nicht liebt und allgemein mit dem Leben und vor allem ihrer eigenen Gefühlswelt komplett überfordert ist. Nur als Beispiel: Ihre Großmutter verschwindet ohne irgendeine Nachricht zu hinterlassen. Jade bricht in Panik auf und rennt mehr oder weniger Haare raufend im Kreis. Nicht wirklich, aber ihre Maßnahmen sind genauso effektiv. Was Jade aber nicht macht: Mal bei ihren Eltern nachfragen, ob die etwas über den Verbleib der Großmutter wissen oder – völlig unvorstellbar – die Polizei informieren.  Und ich kann einfach nicht verstehen, wie einem solche Gedanken nicht kommen können. Und auch sonst: Jade ist Studentin und hat nen Nebenjob. Nun ja, von ihren Studien bekommt man nichts mit und an der Uni ist sie kein einziges Mal in dem Buch. Der Job wird nach den ersten paar Seiten völlig an die Seite geschoben und von der Freundin erledigt. Verantwortungsbewußtsein scheint nicht vorhanden zu sein. Genauso im Umgang mit ihrem Freund Sam und ihrer allerbesten Freundin Jackie. Jade vertröstet beide ständig, lässt Verabredungen und Versprechungen platzen, weicht Gesprächen aus und sucht sie von selbst auch nur auf, wenn sie etwas möchte. Und ich versteh nicht, was Sam und Jackie überhaupt an Jade finden und warum sie noch Kontakt zu ihr halten, denn viele positive Eigenschaften kann ich in Jade einfach nicht sehen.
Und natürlich die Instant-Liebe zwischen Jade und Josh, die einzig und allein darauf beruht, dass die beiden von einander träumten, bevor sie sich kennen gelernt haben (gar nicht creepy) und sie ihren Augenfarben nach die ideale Verbindung darstellen. Ich konnte einfach zwischen den beiden keine Chemie sehen und mir ging das alles viel zu schnell. Ich kenn dich seit ner Stunde und weiß nichts über dich, außer dass ich keine Sekunde meines restlichen Lebens ohne dich verbringen will. Äh okay.

Aber auch die Idee, dass Augenfarben die Eigenschaften eines Menschen beeinflussen, erscheint mir unausgereift. Der Grundgedanke ist toll und ich kann mir vorstellen, dass sich damit großartige Geschichte erzählen lassen. Aber als ich in dem Buch dann endlich mal an eine Beschreibung der verschiedenen Augenfarben und ihrer Bedeutung (wie gesagt: alles wichtige wird ewig heraus gezögert) kam, war ich doch etwas enttäuscht. Zum einen weil sie unvollständig ist. Frau Patrick, es gibt tatsächlich auch Menschen mit grauen Augen. Und zum anderen hat jeder Augenfarbe nur positive Eigenschaften, was mir nicht sonderlich realistisch vorkam. Gut, die Liste ist kein wissenschaftliches Dokument und hat somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber ernst nehmen konnte ich sie damit auch nicht. Und die Funktion des Edelsteinzirkels, die Hüter dieser Geheimlehre, ist mir auch bis zum Ende des Buches ein Rätsel geblieben. Sie wollen das Überleben der Jademenschen sicherstellen, aber wie und warum diese so wichtig sind dazu erfährt man kein Wort. Ein paar Erklärungen hier und dafür weniger Geschmachte zwischenJoshua udn Jade wären mir sehr willkommen gewesen. So fühlte sich der Zirkel und seine Theorien für mich einfach nur esoterisch-versponnen und alles andere als wichtig an.

Wie gesagt optisch ist es sehr schön gemacht und mit großer Verbindung zum Inhalt und die Grundidee ist nett und hätte auch eine interessante Geschichte bilden können. Aber für meinen Geschmack ist das der Autorin leider wirklich kaum gelungen, so dass mir die knapp 300 Seiten eher wie tausend vorkamen. Ich wünschte wirklich ich könnte mehr positives darüber sagen, denn auf den ersten Blick macht das Buch so einen vielversprechenden Eindruck.

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 36 Rezensionen

japan, katze, garten, katzen, glück

Der Gast im Garten

Takashi Hiraide , Ursula Gräfe
Fester Einband: 133 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2015
ISBN 9783458176268
Genre: Romane

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384 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

fantasy, auri, unterding, kvothe, rothfuss

Die Musik der Stille

Patrick Rothfuss , Jochen Schwarzer , Marc Simonetti
Fester Einband: 173 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 09.11.2015
ISBN 9783608960204
Genre: Fantasy

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14 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

katzen, schnurren, weihnachten, katzengeschichten

Süßer die Katzen nie schnurren


Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.12.2008
ISBN 9783492251389
Genre: Sonstiges

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1.137 Bibliotheken, 28 Leser, 8 Gruppen, 61 Rezensionen

fantasy, kvothe, magie, universität, patrick rothfuss

Die Furcht des Weisen Band 1

Patrick Rothfuss , Jochen Schwarzer , Wolfram Ströle
Fester Einband: 859 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 07.11.2014
ISBN 9783608938166
Genre: Fantasy

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

familienprobleme, grundschullehrerin

Prinzessin Mizzi

Renate Fabel
Flexibler Einband: 139 Seiten
Erschienen bei DTV
ISBN 9783423252386
Genre: Romane

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79 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 7 Rezensionen

dystopie, organspende, liebe, alter, endspende

Die Entbehrlichen

Ninni Holmqvist , Angelika Grundlach , Angelika Grundlach
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 11.02.2011
ISBN 9783596183319
Genre: Romane

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