Ami Li Misaki

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544 Bibliotheken, 4 Leser, 6 Gruppen, 98 Rezensionen

zeitreise, liebe, zeitreisen, cia, jugendbuch

Sturz in die Zeit

Julie Cross , Birgit Schmitz
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.08.2012
ISBN 9783841422095
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Aufmachung von Fischer Jugendbuch ist ja immer speziell - im Positiven. So auch hier: Der Einband glänzt metallisch, was zum Thema ganz gut passt, wie ich finde. Das Cover reitz mich einerseits, andererseits finde ich den jungen Mann ein bisschen irritierend. Jackson stelle ich mir (obwohl er so beschrieben wird wie auf dem Cover dargestellt) trotzdem anders vor. Insgesamt stört mich das aber weniger. Da die Geschichte auch aus Jacksons Sicht erzählt wird und das Cover ja doch "herb" ist, passt es, meiner Meinung nach, auch sehr gut.

Wie bereits erwähnt, erzählt Jackson seine Geschichte selbst - in der Vergangenheitsform. Er war mir gleich sympathisch, ebenso wie seine Freunde Holly und Adam. Sein Äußeres wird allerdings erst relativ spät beschrieben, was mich beim "Kopfkino" etwas stolpern hat lassen. Besonders als er von seiner Zwillingsschwester Courtney erzählt und ihr Äußeres beschreibt.
Der Einstieg in Jacksons Geschichte war für mich auch etwas holprig. Jackson kann durch die Zeit springen, aber nichts im Zeitablauf verändern. Sein Freund Adam und er experimentieren deshalb, denn Jackson weiß selbst nicht, was es mit den Zeitsprüngen auf sich hat. Dadurch ist es auch anfangs etwas verwirrend und stockend. Cross plänkelt auch nicht lange herum und stößt ihren Protagonisten gleich in einen Albtraum: Seine Freundin Holly wird erschossen. Damit beginnt Jacksons Suche danach, dieses Ereignis zu verhindern. Er stößt immer wieder auf Widrigkeiten, auf Geheimnisse, auf Sackgassen.
Wie es bei Zeitreise-Romanen üblich ist - würde ich behaupten - ist es gar nicht so einfach den verschiedenen Zeitleisten zu folgen. Ich musste durchaus öfter eine Passage lesen, was aber nichts mit dem Schreibstil zu tun hat. Es sind eher die vielen Fäden, die Cross um ihren Protagonisten spinnt, mit ihm verknüpft und daraus ihren Geschichten-Teppich webt. Anfang kommt er wohl mit einem wirren Muster daher, bis sich der Spieß langsam umdreht. Manche Details kann man sich im Laufe der Geschichte sicherlich erschließen - auch wenn Jackson etwas länger dazu braucht, um die Zusammenhänge zu verstehen. Trotzdem bleibt die Geschichte spannend, denn immer wieder laufen neue - verschiedenfarbige - Fäden zusammen, verknoten sich und führen auf symmetrische und verrückte Muster zu - um bei der Teppich-Metapher zu bleiben.
Es geht viel um Spionage, Geheimniskrämerei. Insgesamt ist es ein eher ruhiger Erzähltenor mit ein paar Action-Szenen. Cross gelingt es, dass ich mich sehr gut in Jackson eindenken und -fühlen konnte. Ihr Schreibstil ist flüssig und solide. Mir hat allerdings das "gewisse Etwas" gefehlt, das den Funken vollends hätte überspringen lassen.
Nach dem Klappentext hatte ich, ehrlich gesagt, auch eine andere Geschichte erwartet. Vielleicht eine Portion mehr Romantik, obwohl die Beziehung zu Holly schon ein wichtiger Punkt ist. Sie ist aber nicht übermäßig "verkitscht" oder gar überzogen. Sie fügt sich - wie auch die anderen Handlungsstränge - wunderbar in Jacksons Geschichte ein. Nichts wirkt aufgesetzt oder erzwungen.
Das Ende ist einerseits abgeschlossen, andererseits bleiben aber auch noch einige Fragen ungeklärt. Was nicht weiter schlimm ist, da noch zwei Bände folgen werden. Auch bin ich mir nicht sicher, wer nun "böse" oder "gut" ist. Oder ist alles nur "grau"? Ich denke, da hat Cross noch einiges in petto!

Kurz: Eine packende Geschichte, die verspricht noch viel spannender zu werden!

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106 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

zukunft, freundschaft, technologie, ethik, wissenschaft

Nieundewig

Mary E. Pearson , Maren Illinger
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 17.08.2012
ISBN 9783596854752
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Habe ich schon gesagt, dass ich Schmetterlinge liebe? Und Rot eigentlich nicht ausstehen kann? Der rote Schmetterling ist schon sehr dominant und passt irgendwie auch nicht zu Locke (um den es ja in Nieundewig geht). Aber sowohl die Covergestaltung als auch der Titel drücken für mich persönlich einfach so etwas... poetisches aus - genau wie das Buch an sich auch. Optisch passt es natürlich auch zum Vorgänger (Zweiunddieselbe). Der Schutzumschlag ist übrigens leicht rau. Es sind diese Details bei der Gestaltung, die ich gerade beim Fischer Jugendbuch Verlag (oder in dem Fall Schatzinsel) so schätze.

Diesmal geht es also um Locke, den wir schon aus dem ersten Band kennen - mehr oder weniger. Er erzählt seine Geschichte selbst (im Präsens) und schafft dadurch eine besondere Nähe. Obwohl ich - leider - sagen muss, dass ich Locke zwar mochte, aber der Funke zu ihm nicht so ganz übergesprungen ist. Da hat es mir Jenna in Zweiunddieselbe leichter gemacht.
Ähnlich wie in Jennas Geschichte ist auch hier die Atmosphäre wieder sehr dicht, ein bisschen melancholisch und regt definitiv wieder zum Nachdenken an. Es ist kein Buch, das man mal eben so weg liest. Nein, es ist vielmehr ein Stück Edelschokolade, das langsam auf der Zunge zergeht. Denn leichte Kost liefert Pearson hier nicht.
Es geht wieder um die Frage: "Bis wann bist du ein Mensch?" Diesmal geht es sogar noch weiter, denn eigentlich sind Locke und Kara "tot", ausgelöscht, nicht mehr existierend. Eigentlich. Aber Locke ist trotzdem ein so lebendiger Charakter mit Ecken und Kanten. Das macht ihn griffiger und realer. Einerseits ist Locke noch der 16-jährige Junge von "damals", gleichzeitig aber auch eine alte Seele. Ihm fehlt - ganz klar - Erfahrung und Entwicklung. Und doch macht er letztere auf den knapp 400 Seiten durch, reift und versucht sich selbst zu finden.
Was ich auch immer wieder faszinierend beim Lesen fand: Wie Pearson sich die Welt in gut 250 Jahren in der Zukunft vorstellt - oder beschreibt. Ihre Zuklunft ist vertraut, aber dennoch ganz anders. Ich hatte nie das Gefühl in einer total "abgespaceten" Zeit zu sein - wo alles möglich und nichts real erscheint.
Auch das Beziehungsgeflecht der Protagonisten (Jenna-Locke-Kara) fand ich spannend. Zum einen, weil Locke und Kara doch noch irgendwie die Teenager sind - und dann auch wieder nicht. Und Jenna hingegen eher die "alte Frau", aber eben dann doch noch Teenie - wenn das einen Sinn ergibt. Dass sich Jenna diesen jungen Menschen in sich all die Jahre erhalten konnte, finde ich schon erstaunlich, wenn man ihre Geschichte bedenkt. Ebenso erstaunlich, wie Locke noch der nette, sympathische Junge von nebenan ist, der zwar jetzt perfekt aussieht, aber dennoch seiner eben nicht perfekten "Fassade" hinterher trauert.
Insgesamt hat Zweiunddieselbe mehr Eindruck bei mir hinterlassen. Dennoch ist Nieundewig eine gelungene Fortsetzung, die einfach (und zum Glück) noch fortgesetzt werden muss. Allein schon, weil die Charaktere so liebenswert sind, der Schreibstil und das Setting einmalig und schlussendlich auch noch einiges geklärt werden soll.

Kurz: Nieundewig ist eines dieser Bücher, die einen lange beschäftigen und die man immer wieder zur Hand nehmen kann.

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262 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

walküre, liebe, amazonas, lykae, keuschheit

Flammen der Begierde

Kresley Cole , Bettina Oder
Flexibler Einband: 469 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 05.04.2012
ISBN 9783802586101
Genre: Fantasy

Rezension:

Lucia hat vor langer, langer Zeit einen Fehler begangen. Die Konsequenzen dafür muss sie noch heute tragen. Aber nicht nur ein Fluch begleitet ihr Leben, sondern auch eine Gabe, die sie zur besten Bogenschützin weltweit macht. Lucia ist in ihrem Koven die vernünftige unter den Walküren, bedacht und eher ruhig. Bis sie eines Tages auf den Dunklen Prinz der Lykaner trifft: Garreth MacRieve. Der Werwolf weiß sofort, wer vor ihm steht: Seine Gefährtin!
Doch Lucia ist die Jägerin und lässt sich nicht so einfach einfangen...

Der achte Band der Immortals After Dark Reihe.
Es gibt hier einige Überschneidungen mit den vorangegangenen Bänden. Insgesamt kann man den Band sicherlich auch unabhängig von den anderen lesen. Ich würde aber empfehlen zumindest Nacht des Begehrens und Versuchung des Blutes vorher zu lesen. Der Band enthält jetzt zwar keine direkten Spoiler zu den beiden erwähnten, aber ich denke man hat mehr Spaß erst Nacht des Begehrens, Versuchung des Blutes und anschließend Flammen der Begierde zu lesen.
Ich fange diesmal erst mit meinen Kritikpunkten an: Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber mir geht es langsam ein bisschen auf den Zeiger, dass der weibliche Part immer die Jungfrau sein muss (egal wie alt - und wir sprechen hier nicht von "Jugendlichen"). Oder zumindest sehr unerfahren. Gerade bei Kresley Cole stößt mir das doch öfter auf. Wohingegen der Mann immer schon der absolut sexerprobte Hengst ist - sorry. Das ist so unglaubwürdig und... nervig einfach. Mir ist durchaus bewusst, dass es früher für die weiblichen Mythenweltbewohner etwas schwer gewesen sein muss (in "unserer" Welt), denn sie waren/sind halt nun mal Frauen. Aber die Mythenwelt an sich scheint ja anders hierarchiert zu sein...
Einerlei. Was mich auch ein bisschen... enttäuscht hat, ist, dass man nichts von Lucias frühester Vergangenheit erfährt. Die Begebnisse mit ihrem Fluch werden zwar durchaus logisch aufgeklärt, aber eine Frage stellt sich trotz allem noch, die nur vage beantwortet wurde. Die Frage ist nun, ob das Absicht war, weil es eventuell in einem folgenden Band noch wichtig wird/werden könnte oder ob es einfach vergessen wurde. Ich weiß es nicht.
Was aber alles wieder herausreißt - und ich werde niemals müde das zu betonen - ist Coles Schreibstil. Diese Frau schreibt einfach dermaßen fesselnd, bildlich und sinnlich, dass meine Augen quasi wie Saugnäpfe an den Seiten hängen und ich das Buch am liebsten mit Klebstoff an meinen Händen festkleben würde, damit ich es ja nicht weglegen muss. Mich begeistert die Mythenwelt - auch wenn man diesmal nicht so viel Neues und Tieferliegendes erfährt - immer wieder.
Besonders fasziniert mich, neben dem Aufbau, auch, wie Cole es schafft so viele Handlungen teilweise parallel laufen zu lassen ohne dass es langweilig wird einem bestimmten Strang zu folgen. Fehler oder Unlogik hab ich bisher (noch?) nicht entdeckt. Als Leser kann man sich an bestimmten Punkten aus den anderen Bänden orientieren, was einerseits zu einem Aha-Effekt führt und andererseits wiederholt ohne dass es wirklich aufdringlich wäre.
Den Plot fand ich diesmal nicht ganz so megaspannend, aber das Ende hat definitiv Lust auf viel mehr gemacht. Apropos "Lust": Auch hier gibt es wieder ziemlich explizite und heiße Szenen. Denn eine große Prise Erotik ist bei jedem Cole-Band unabdingbar. Man muss diesen Kniff mögen, dann hat man sehr viel Spaß damit in die Mythenwelt abzutauchen.

Kurz: Einige Überschneidungen, ein paar kleine Kritikpunkte, aber dennoch wieder ein sehr schöner Band. Das Ende macht vor allem auf den folgenden extrem neugierig. Kresley Cole wie man sie kennt und liebt.

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851 Bibliotheken, 9 Leser, 5 Gruppen, 57 Rezensionen

liebe, luis, nikki, gang, familie

Du oder die große Liebe

Simone Elkeles , Katrin Weingran
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.04.2012
ISBN 9783570308080
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als Luis auf der Hochzeit seines älteren Bruders Alex ist, trifft er seinen Engel: Nikki. Doch Nikki versucht allem zu entgehen, was auch nur entfernt an eine Liebesbeziehung erinnert. Jungs sind schließlich alle doof, denn Nikki hat Liebeskummer wegen einem, der sie gewaltig an Luis erinnert.
2 Jahre später zieht Luis mit seiner Mutter in die alte Heimat nach Chicago und begegnet Nikki wieder. Doch die will immer noch nichts von ihm wissen - aus gutem Grund, denkt sie. Ob Luis ihr doch seine aufrichtige Liebe beweisen kann?

Der dritte und letzte Band um die Fuentes Brüder.
Zum Schreibstil kann ich nur immer wieder sagen: Absolut fesselnd und absolut unvergleichlich. Denn Simone Elkeles hat es mal wieder geschafft, mich vollkommen in die Geschichte um die Fuentes-Brüder hinein zu ziehen. Auch wenn sich die Inhaltsangabe, wie auch bei den vorherigen Bänden, jetzt nicht so extrem spannend anhört, wissen Kenner doch: Das täuscht nur!
Luis ist anders als seine Brüder. Er war und ist kein Krimineller, aber vor allem ein Beschützer - das haben die drei wohl dann doch gemeinsam. Er ist selbstsicher, aber kein Macho oder zu überzeugt von sich. Seine Familia steht an erster Stelle, was später noch zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt wird. Anfangs dachte ich echt, dass es mit Luis weniger... ähm, mexicano Probleme geben wird. Aber dann fiel mir eine Andeutung in den Vorgängerbänden ein, die mich dann aber doch überrumpelt hatte!
Zugegeben diese Wendung oder vielmehr ihre Konsequenzen fand ich etwas gezwungen. Nachvollziehbar in jedem Fall - keine Frage. Auch hat es mich - ja, ja - ein bisschen gestört, dass auch wieder Luis als... "großer Macker" hingestellt wird. Er ist, wie seine Brüder in den vorherigen Bänden, erst 17! Bei Alex, okay, eine Sache. Bei Carlos? Er ist eben der Großkotz und Draufgänger. Aber Luis? Nein, ich erwarte nicht, dass er jungfräulich ist, aber auch hier hatte ich (wieder) das Gefühl, dass er schon einmal im ganzen Staat war - böse ausgedrückt.
Ich kritisiere hier echt auf hohem Niveau und wer den Band liest ohne die Vorgänger zu kennen (möglich, verdirbt aber vielleicht ein bisschen den Spaß auf die ersten beiden Bände), dem wird das (vielleicht) auch nicht so negativ auffallen.
Nikki ist eine ganz herzliche Person. Anders als Brittany und Kiara. Nicht nur, weil sie eine Latina ist, die kein Spanisch spricht, sondern weil sie "verstecktes Temperament" hat. Nikki ist nicht offensichtlich schnell aus der Ruhe zu bringen, geht auch eher kühl mit ihrer Umgebung um und doch offenbart sie in manchen Szenen ein ganz bestimmtes Feuer und Kampfgeist.
Tatsächlich spielen auch wieder Alex und Carlos eine Rolle im Buch, eine untergeordnete, aber immerhin. Vor allem gibt es eine Szene mit den drei Brüdern und ihren Freundinnen, die so herzlich, lustig und einfach familiär ist... Wen das nicht berührt, der muss ein Herz aus Stein haben. Ich hab mich jedenfalls auf jeder Seite, in jeder Zeile und bei jedem Satz auf hohem Niveau unterhalten gefühlt. Der Epilog rundet die Geschichte um die Fuentes-Brüder dann noch ab, obwohl ich zugeben muss, dass ich es schon mit einem weinenden Auge sehe, weil mir alle Protagonisten während der drei Bände sehr ans Herz gewachsen sind.
Nach dem ersten Band konnte ich mir, ehrlich gesagt, nicht so gut vorstellen, ob mich die Geschichte um Carlos und Luis noch so mitziehen kann. Immerhin sind es ja "die kleinen Brüder", aber die beiden konnten mit meinen 'Vorurteilen' aufräumen, durchwirbeln und mich vollauf mitziehen.

Kurz: Ein gelungener Abschlussband um die drei aufwirbelnden Brüder. Auch Luis und Nikki wissen mit ihrer lustigen, tragischen und herzergreifenden Geschichte wieder auf ganzer Linie zu überzeugen. Die Trilogie sollte in keinem Buchregal fehlen, weil sie auch eine Geschichte zum immer und immer und immer wieder lesen ist!

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254 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 18 Rezensionen

liebe, tod, familie, brief, philosophie

Das Orangenmädchen

Jostein Gaarder ,
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.11.2005
ISBN 9783423133968
Genre: Romane

Rezension:

Als Georg vier war starb sein Vater. Georg kann sich nicht mehr an ihn erinnern - oder doch? Jetzt ist Georg fünfzehn und er weiß nicht, ob seine Erinnerungen "echte" Erinnerungen an seinen Vater sind oder nur "eingebildete" Erinnerungen - von Fotos und Videos, aus Erzählungen.
Georg lebt mit seiner Mutter, seinem Stiefvater und seiner kleinen Halbschwester immer noch im selben Haus in Oslo. Als eines Tages plötzlich seine Großeltern (väterlicherseits) auftauchen und ihm etwas ganz besonderes mitbringen: Einen Brief von seinem toten Vater an Georg adressiert. Dort schildert der Vater sein Erlebnis mit dem "Orangenmädchen" und schreibt den Brief in die Zukunft: An den 'großen' Georg.

Normalerweise entspricht Das Orangenmädchen nicht ganz meinem Beuteschema. Es hörte sich aber gut an, war dünn und der Autor kam mir auch bekannt vor. Ach ja, von Sofies Welt. Nein, gelesen hab ich dieses Buch nie, denn auch das entsprach nicht wirklich meinem Beuteschema. Aber dem Autor wollte ich eine Chance geben.
Ich will jetzt das Buch nicht schlecht machen, denn das ist es nicht. Es gab herzliche und rührige Szenen - keine Frage. Die Idee verdient auch einen Bonuspunkt. Nicht nur, weil der (sterbende) Vater dem Sohn in der Zukunft einen Brief schreibt, sondern auch wegen der Idee rund um das Orangenmädchen.
Das Buch wird aus zweierlei Sicht erzählt: Einmal aus Georgs-Sicht (Ich-Perspektive) und einmal aus der Sicht, in Briefform (mehr oder weniger) seines Vaters (ebenfalls ich Perspektive). Dadurch, dass Georg zum Geschehen Kommentare einwirft, Fragen beantwortet, die ihm sein Vater stellt(e), ist es auch manchmal eine Art Dialog zwischen den Beiden. Es ist schon ein recht dynamisches Buch und trotz seiner wenigen Seiten steckt unglaublich viel darin.
Es ist eine sehr philosophische Geschichte, finde ich. Denn Georgs Vater Jan-Olav erzählt nicht nur seine eigene große Liebesgeschichte, sein Leben, sondern streut immer wieder seine Gedankengänge ein - ähnlich wie sein Sohn. Georg schreibt ein bisschen jünger, direkter, konzentrierter, wirkt aber dennoch schon reifer. Beide sind sympathisch - keine Frage, doch Jan-Olav hat mich teilweise ein bisschen verzweifeln lassen. Er ist ein Träumer, muss man dazu sagen. Ein bisschen wie ein Goldfisch, der sich - scheinbar - nicht wirklich lange auf eine Sache konzentrieren oder sich gar für eine 'Traumwelt' entscheiden kann.
Das hat manch eine Passage wirklich schwer gemacht. Anfangs war es vielleicht noch niedlich, aber nach ein paar Seiten ging mir diese Träumerei und diese Hirngespinste echt auf die Nerven. Da fing es an mich zu quälen. Zum Glück hat es nie so lange gedauert. Zwar spielte ich zwischendrin mit dem Gedanken das Buch abzubrechen, aber ich wollte doch wissen, wer nun 'das Orangenmädchen' ist, obwohl ich es mir fast von Anfang an schon gedacht habe.
Woran Jan-Olav, bzw. Georgs Vater, nun genau gestorben ist - da kann ich nur mutmaßen. Es wäre schön gewesen, wenn man das noch genauer erfahren hätte.
Wer ein etwas tiefgründigeres Jugendbuch sucht, das in gewisser Weise dem Sinn des Lebens nachgeht. Wer sich gern in Gedankenwelten verliert und "Was wäre wenn..." spielt, der ist hier sicher richtig. Meins war's nicht ganz.

Kurz: Stellenweise etwas zäh und etwas zu träumerisch. Eine philosophische Komponente lässt sich auch nicht von der Hand weisen. Eine etwas schwere, nachdenkliche Lektüre über das Leben, die Liebe und das Glück.

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114 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

dystopie, science fiction, jugendbuch, upgrade, update

0.4 - Eine perfekte neue Welt

Mike Lancaster , Peter Knecht
Fester Einband: 271 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 26.08.2011
ISBN 9783789141201
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kyle lebt in einem kleinen Ort, wo jeder jeden kennt. Einmal im Jahr findet eine ganz besondere Veranstaltung statt: Ein Talentwettbewerb, zudem fast das ganze Dorf kommt. An diesem Wettbewerb nimmt auch Kyles Freund Danny teil, der die Leute hypnotisieren will.
Doch dann geschieht etwas... Kyle hat sich freiwillig gemeldet sich hypnotisieren zu lassen, aber als er und die anderen drei Freiwilligen wieder "aufwachen", ist nichts mehr wie es war...

Der Inhalt ist wirklich schwer zusammen zu fassen, wenn man nicht will, dass man zu viel verrät. Ich kann nur so viel sagen, dass es ein wirklich eindringliches Buch ist. Erst passiert nicht viel, man lernt die Protagonisten kennen, allen voran natürlich Kyle und genau diese eine Wendung ist Dreh- und Angelpunkt des gesamten Plots.
Aber erst einmal allgemein: Das Buch ist abgeschlossen und anders. Das sieht man schon allein an der Gestaltung. Nach dem Inhaltsverzeichnis wird der Leser vorm Weiterlesen gewarnt. Es folgt eine Vorbemerkung des Herausgebers (= Autors). Der Roman ist eine Erzählung von Kyle, die er auf Kassette gesprochen und aufgenommen hat - in Buchform. Gleichzeitig gibt es immer wieder Bemerkungen vom 'Herausgeber', die etwas (aus der 'Zukunft') erklären. Auch im Nachwort meldet sich wieder der 'Herausgeber' zu Wort und schließt das Buch damit ab.
Wie schon erwähnt, wird die Geschichte von Kyle aus der Ich-Perspektive erzählt. Er schildert seine Erlebnisse einer... nein, unserer Welt. Doch plötzlich ist von einem Augenblick auf den anderen alles anders. Das weiß man als Leser schon vorher, dass etwas im Argen liegt, dass etwas eingreifendes passiert ist, aber was genau findet man nur Stück für Stück - wie Kyle selbst - heraus.
Dem ein oder anderen mag der Anfang etwas zu zäh sein. Es wird lange darüber spekuliert, was genau passiert ist. Ich habe auch jegliche Optionen beim Lesen immer wieder hin und her geschoben, aber ein richtiges Bild kam nie so ganz raus. Es ist sehr spannend aufgebaut, es geht immer um dieses eine Rätsel, was denn los ist. Brotkrumen werden verfolgt - im wahrsten Sinne des Wortes. Bis es dann zum Schluss aufgelöst wird. Selbst durch die Anmerkungen erhält man keinen wirklich Hinweis.
Kyle selbst als Charakter ist ein netter Junge. Er erzählt seine Geschichte gut und eindringlich. Später konnte ich mehr mit ihm mitfühlen, obwohl ich von Anfang an mit ihm mitfieberte. Die anderen Charaktere werden (natürlich) nur durch Kyle gefiltert und so erfährt man jetzt nicht so extrem viel über sie. Ich würde behaupten, dass hier auch mehr der Plot und die rätselhaften Ereignisse im Vordergrund stehen statt die Protagonisten (die mehr eine Art 'Werkzeug' sind).
Zum Ende gibt es ein Zitat aus dem Buch: "Nein, es gibt kein Happy End, aber ein Ende muss schon sein." (S. 257) Was hier tatsächlich so zum Nachdenken und Nachgrübeln einläd ist das Ende. Nicht nur, weil man es durchaus weiterspinnen kann, obwohl die Geschichte an sich erzählt ist. Sondern auch, weil man sich dem vollen Umfang der "Wendung" bewusst werden kann (sollte/muss).

Kurz: Eine andere Art von "Zukunftsroman", den ich gar nicht so recht einordnen kann. Man könnte es als "Dystopie" bezeichnen, aber vielleicht auch als "Utopie". Kyles Geschichte läd zum Nachdenken ein, zum miträtseln und auch zum mitfühlen.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

liebe, abenteuer, schiff, arabien, 19. jahrhundert

Das falsche Herz des Meeres

Hilke Rosenboom
Flexibler Einband: 381 Seiten
Erschienen bei cbt, 01.07.2008
ISBN 9783570304853
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Leevke Magnussen und ihre kleine Schwester Ebba verlieren in einer Nacht ihre Mutter (bei der Geburt des kleinen Bruders) und den Vater. Leevkes Vater ist Kapitän, die Familie wohlhabend - eigentlich. Doch Leevke ist minderjährig und so übernimmt der Landvogt die Vormundschaft und eine befreundete Familie nimmt Leevke und ihre Schwester auf.
Doch Leevke ist ein aufbrausendes, junges Mädchen, das sich von ihrer besten Freundin überreden lässt, auszubrechen. Weg von der kleinen Insel Wangerooge. Nach Hamburg soll es gehen. Eine Anstellung als Dienstmädchen gebe es dort zu Hauf. Wie gut, dass Leevke das Meeresherz, ein Stück Bernstein in Form eines Herzens, vor den raffgierigen Händen des Landvogts retten konnte.
Als Leevke eben jenes Stück an Händler verkaufen will, die vor Wangerooge anlegen, gerät sie in die Fänge von Piraten... und mit ihnen auf eine weite und lange Reise.

Das falsche Herz des Meeres ist genau das richtige Buch für Fernweh, für Interesse an andere Kulturen und für starke Mädchen.
Der Einstieg fiel mir etwas schwer. Denn Leevke ist ein richtiges Seemannsmädchen und es kommen im gesamten Buch so viele "Fachwörter" der Seemanssprache vor, die man sicherlich schon mal gehört hat, aber eben nicht genau weiß, was es ist. Leider gibt es auch kein Glossar, das ich an dieser Stelle wirklich etwas vermisst habe. Man braucht es jetzt zwar nicht zum Verständnis der Geschichte, aber es hätte sie noch eindringlicher gemacht, finde ich, noch bunter und lebendiger.
Auch mit Leevke hatte ich anfangs Probleme. Sie ist 14 und schon da ein starkes Mädchen mit Charakter. Mutig, wenn auch noch manchmal unsicher. Besserwisserisch (oft mehr als gerade gut für sie ist) und ihrer Zeit einfach meilenweit voraus. Sie ist ein bisschen wie das Meer, das sich nicht von den Menschen zähmen lässt, das keine Grenzen kennt und doch auf welche stößt. Doch nach und nach mochte ich Leevke immer mehr und bewunderte dieses harte, salzige Mädchen. Sie ist klug, vielleicht ein bisschen naseweis, ungestühm und furchtbar neugierig und wissbegierig. Außerdem hat Leevke die ganz besondere Gabe das Meer zu lesen - was ich aber etwas unrealistisch fand. Nicht, weil ich nicht glaube, dass es Menschen mit diesem Talent tatsächlich so gibt. Sondern weil Leevke zwar von ihrem Vater viel über Seefahrt, das Meer gelernt hat, aber eben nie selbst direkt auf dem Meer war. Zumindest wird das so nicht im Buch erwähnt.
Den rauen Charme der Nordsee hat Hilke Rosenboom sehr gut eingefangen. Die Geschichte beginnt ja auf Wangerooge. Die Menschen sprechen noch verständlich, aber eben auch mit dem 'typischen' Dialekt. Der Leser begleitet Leevke in Form des Er-Erzählers (Vergangenheit) und ich würde behaupten, dass selbst im Orient und später in Venedig immer ein bisschen von Wangerooge mitschwingt - nicht nur durch Leevkes Gedanken. Gleichzeitig ist auch Hanrib el Aniil immer präsent, auch wenn er als Charakter an sich nicht so präsent ist. Die zarte Liebesgeschichte, die sich hier entspinnt, ist eher... ich will nicht sagen nebensächlich, denn sie nimmt durchaus einigen Raum ein, aber eher unterschwellig. Ja, unterschwellig.
Die Autorin entführt Leevke - und mit ihr die Leser - in eine so wunderbare, duftende, bunte Welt, die alles vermischt: Kultur, Liebe, Sehnsucht, Fernweh, Heimweh, Freundschaft, Verrat, Graumsamkeit, Freundlichkeit, Abneigung, Zerrissensein. Man lernt sicherlich auch noch einiges über Schifffahrt, Marokkos Kultur, das Venedig des 19. Jahrhunderts. Alle Charaktere haben dabei - wie auch die Welt und die Geschichte, der Plot an sich - ihre Ecken und Kanten. Aber das macht für mich einen Roman immer so lebendig und realistisch. Auch wenn sich einige Stellen etwas ziehen, wird es nie langweilig.
Fragen bleiben zum Schluss an sich keine offen. Der Leser kann die Geschichte im Kopf gut weiterspinnen, aber im Endeffekt ist alles gesagt. Die Wendung zwischen Leevke und ihrer besten Freundin Johanna hat mich zum Schluss sehr erschreckt und ich konnte es nicht ganz nachvollziehen. Da hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht.

Kurz: Ein Buch mit vielen Worten und doch ohne Worte. Das falsche Herz des Meeres hat seine Macken und doch war es eine so wunderbare Reise, die ich jederzeit wieder mitmachen würde - ohne Umschweife.

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189 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

liebe, jugendliebe, football, rachel gibson, texas

Küss weiter, Liebling!

Rachel Gibson
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 11.01.2010
ISBN 9783442470327
Genre: Liebesromane

Rezension:

Adele Harris sucht den Mann für's Leben - eigentlich. Aber alle Männer, die sie datet sind - um es kurz zu machen - Loser. Ihre Schwester scheint das perfekte Leben zu führen - eigentlich. Doch als die sich, schwanger, von ihrem Mann trennt, braucht sie Adeles Hilfe und Adele sieht sich gezwungen wieder in ihre Heimatstadt zu ziehen.
Dort begegnet sie wieder ihrer ersten Liebe: Zach Zemaitis. Der ließ sie damals wegen seiner Ex sitzen und Adele flüchtete vor ihm. Ob sie ihm diesmal auch wieder entkommen kann?

Es ist leichte, aber unterhaltsame Lektüre. Ich liebe Rachel Gibsons Schreibstil, weil er so fluffig ist, aber auch gleichzeitig so fesselnd und gefühlvoll, dass ich ihre Bücher kaum aus der Hand legen kann.
In Küss weiter, Liebling! geht es nicht nur, um ein bisschen Sport und eine heiße (Erwachsenen-)Romanze, sondern der Roman hat auch einen kleinen fantastischen Einschlag, der äußerst witzig wird. Wie oben schon gesagt, konnte ich auch dieses Buch wirklich kaum aus der Hand legen. Ich habe zwar einmal etwas vorgelesen, sodass ich die grobe Handlung (und das Ende) kannte, aber trotzdem habe ich die Geschichte mit viel Spannung verfolgt und sie ließ mich wirklich kaum aus ihren Fängen.
Zum einen mochte ich die Charaktere, auch wenn Zach fast ein bisschen zu machomäßig war. Zum anderen - das habe ich auch schon oben erwähnt - fesselte mich einfach Gibsons Schreib- und Erzählstil so sehr, dass ich einfach immer wissen musste, wie es mit Adele, Zach und den anderen weiter geht.
Wer hier eine besonders tiefgründige Geschichte erwartet, der ist definitiv falsch. Wer einen gewitzten Plot, ein bisschen "Fantasie" und ein paar heiße Szenen lesen möchte, die einfach unterhalten, der ist platinrichtig!
Erzählt wird die Geschichte übrigens hauptsächlich und abwechselnd aus Zachs und Adeles Sicht - dritte Person, Vergangenheit. Ich konnte mit beiden sehr gut mitfühlen und mitfiebern, auch wenn an sich nicht sooo viel passiert. Ich hatte - wie immer bisher - viel Spaß und kann diese 'schnelle' und locker-flockige Lektüre nur jedem ans Herz lesen, der genau das sucht.

Kurz: Witzig, spritzig, locker, leicht. Zum Lachen, Weinen und mit Spannung mitfiebern. Diesen tollen Mix findet man in Küss weiter, Liebling!. Die Seiten werden nur so dahin fliegen!

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104 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 18 Rezensionen

dystopie, liebe, gefühle, action, wizard

Dark Future - Herz aus Eis

Eve Kenin , Christiane Meyer
Flexibler Einband: 330 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2011
ISBN 9783426509241
Genre: Fantasy

Rezension:

Raina Bowen ist eine toughe junge Frau - und Truckerin. In der öden Eislandschaft, die sich in naher Zukunft über die nördliche Hemisphäre zieht, verdient sich Raina ihr Brot mit einem wirklich harten Geschäft. Sie muss als erstes am Ziel sein und eine Ladung Lebensmittel abgeben. So kann sie sich ein stattliches Preisgeld verdienen, ihre (ihr unbekannte) Schwester unterstützen und sich ihren Traum erfüllen... Raina ist nur eine Lizenz davon entfernt - und diese Lizenz soll ihr der geheimnisvolle Wizard besorgen, den sie selbst noch nie getroffen hat...
Doch Wizard kommt zu spät zum verabredeten Zeitpunkt - und steckt auch noch mächtig in der Tinte. Soll Raina ihm helfen und damit das Preisgeld auf's Spiel setzen oder...?

Der erste Band der Dark Future Serie.
Ich muss sagen, das Setting ist schon sehr speziell. Ich würde behaupten, dass dieser Teile keinerlei fantastische Einflüsse hat, sondern eher in die Richtung Science-Fiction-Realität geht.
Eve Kenins Schreibstil ist flüssig, aber der gewisse Funke ist bei mir nicht (immer) ganz übergesprungen. Erzählt wird zumeist aus Rainas Perspektive - dritte Person, Vergangenheit. Der Einstieg fiel mir etwas schwer, denn Raina ist echt eine starke, junge Frau, die aber zugleich sofort von Wizard angetan ist, obwohl sie ihn noch nicht mal richtig gesehen hat. Sie wehrt und sträubt sich ständig gegen diese Anziehung zwischen ihnen, aber das fand ich anfangs ein klein bisschen nervig.
Warum? Ich habe schon erwähnt, dass Raina eine starke Persönlichkeit ist. Sie kam erst einmal ganz anders rüber als 'normale' Heldinnen. Aber sobald Wizard auftaucht, scheint sie 'nur' noch eine Frau zu sein, die... ich weiß auch nicht recht... einfach eben eine Frau ist, die zu stur oder eigensinnig ist, sich einzugestehen, dass sie den Typen vor ihr anziehend findet. Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Ich hab nichts dagegen, wenn sie die Protagonistin gegen eine Beziehung oder dergleichen sträubt. Aber da es hier gleich vom ersten Moment an der Fall war, hat es mich ein bisschen genervt. Obwohl es aber besser wird.
Die Charaktere fand ich insgesamt gelungen und interessant - allen voran Wizard, der nicht nur so 'geheimnisvoll' beschrieben wird, sondern es tatsächlich auch für den Leser ist, obwohl auch aus seiner Perspektive die ein oder andere Passage erzählt wird. Ich geb's zu, ich hab derzeit ein Faible für die männliche Sicht in romantischen Romanen.
Es gibt allerdings noch einen kleinen Kritikpunkt: Bis der Plot ins Rollen kommt, bis ich wusste, worauf die Story aus ist, vergehen echt einige Seiten. Das fand ich schade, weil ich es mir ein bisschen dynamischer gewünscht hätte, gerade weil Raina auch so eine "Do-it-yourself" Frau ist, die handelt statt grübelt.
Nicht zu leugnen ist aber, dass hier mal ein etwas anderer Roman vorliegt. Es geht schon mal heiß her, der Plot ist auch nicht zu verachten (wenn er in die Gänge kommt) und es macht Spaß mit Raina und Wizard mitzufiebern und einfach mit Spannung auch ihre Geschichte zu verfolgen.

Kurz: Trotz kleiner Kritik-Punkte eine gelungene Zukunftsvision, in der es nicht nur eiskalt und spannend hergeht, sondern auch heiß und gefühlvoll!

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358 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 40 Rezensionen

hex hall, liebe, magie, dämonen, fantasy

Hex Hall - Dämonenbann

Rachel Hawkins , ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 08.03.2012
ISBN 9783802582417
Genre: Fantasy

Rezension:

Sophie ist gerade noch mal bekommen und wacht in einem düsteren Wald auf, nur um gleich von einer vermeintlichen 12-jährigen und einem Werwolf angegriffen zu werden. Ohne magische Kräfte ist es Sophie kaum möglich sich zu verteidigen. Aber da ist ja noch ihr "Schatten": Elodie.
Dennoch wird Sophie von den Brannicks überrumelt und wacht doch in der Obhut ihrer Mutter auf, denn die ist eine! Für Sophie steht allerdings fest, dass sie die Casnoffs um jeden Preis aufhalten muss - auch wenn sie gegen ihre eigene Familie angehen muss, die doch etwas liebenswürdiger ist als gedacht.
Die Casnoffs haben nur ein Ziel: Prodigien in ihre hauseigene Dämonenarmee verwandeln und damit die Welt beherrschen... oder?

Der dritte und damit abschließende Hex Hall Band.
Diesmal bin ich relativ gut wieder in die Geschichte eingestiegen. Ein Rätsel, das gleich zu Beginn des Buches gelöst wird, hatte ich schon am Ende des letzten Bandes dunkel vermutet und so war für mich die Überraschung nicht allzu groß.
Mit Sophie konnte ich wieder herrlich Lachen und mitfiebern. Ich liebe ihren Humor einfach und sie selbst natürlich auch. Sie hat dieses Mal einiges zu verkraften und doch gibt sie nicht auf. Auch die anderen Charaktere, allen voran natürlich Archer, Jenna und Cal, sind mir sehr ans Herz gewachsen. So war das Ende für mich sehr traurig - Taschentuch-Alarm-traurig. Die Wendung musste zwar sein und prinzipiell begrüße ich die etwas realistischeren Wendungen, aber in diesem Fall hat es mich wirklich sehr mitgenommen. Was ich nicht erwartet habe, da mir auch gar nicht klar war, dass ich so an dieser Figur hing.
Neben allem Heulen und Lachen gilt es natürlich auch Pläne zu schmieden, um die durchgedrehten Casnoffs aufzuhalten. Es ist spannend und zwischendurch kann man die Resignation und Hilfosigkeit von Sophie und ihren Freunden beinahe anfassen. Es wird auch endgültig geklärt, warum sich die Casnoffs so verhalten wie sie es tun.
Wie auch schon in den vorangegangenen Bänden lockert Sophies Humor jede noch so düstere Stimmung auf. Obwohl es, meiner Meinung nach, nicht mehr ganz so düster zugeht wie in Band zwei, so müssen Sophie und ihre Freunde sich doch noch einmal auf's Neue beweisen.
Das Ende ist ein... gefühlvolles, schönes, aber eben auch sehr trauriges Ende. Ich könnte glatt schon wieder ein paar Tränchen vergießen, obwohl ich sonst nicht so nah am Wasser baue...

Kurz: Ein würdiger Abschluss. Sophies Humor bleibt ungebrochen, die Ereignisse überschlagen sich im wahrsten Sinne des Wortes. Es wird lustig, spannend, mysteriös und zum Ende hin (leider) auch sehr traurig. Abschließend kann ich nur sagen, dass ich diese Serie wirklich liebe, weil sie gleichzeitig leicht und lustig, aber auch düster und ernst ist. Einfach wunderhexenzaubervoll!

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469 Bibliotheken, 5 Leser, 12 Gruppen, 50 Rezensionen

dystopie, endzeit, julianna baggott, memento, jugendbuch

Memento - Die Überlebenden

Julianna Baggott , Axel Merz
Fester Einband: 461 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 16.03.2012
ISBN 9783833901133
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Geschichte beginnt neun Jahre nachdem Bomben eine ganz Stadt vernichtet haben. Oder doch nicht ganz. Es gibt Überlebende, die Unglückseligen. Sie sind mit Gegenständen oder sogar mit Tieren und der Erde verschmolzen - manche mehr, manche weniger. Das Leben außerhalb des Kapitols, das unter einer Kuppel die "Reinen" (also ausgewählte, unmutierte Menschen) beherbergt, ist hart, sehr hart.
Und hier wächst Pressia mit ihrem Großvater auf. Nicht nur, dass das Mädchen ums buchstäbliche Überleben kämpft, denn es gibt genug Gefahren, deren sie sich stellen muss. Nein, mit 16 werden alle Mädchen und Jungen von der OSR eingefangen und man sieht sie nie wieder. Diesem Schicksal will Pressia undbedingt entrinnen und stolpert in ein noch viel größeres Abenteuer...

Der erste Band der Memento Reihe.
Zuerst ein paar Worte zur Aufmachung. Das Cover wurde vom Original übernommen. Es gibt eine Lesebändchen, das genau im selben Blauton ist wie der Schmetterling auf dem Cover (ich liebe Lesebändchen!). Auch das Vorsatzpapier passt perfekt zur übrigen Optik: Es ist in einem Braun mit einem Wasser- oder Rauchmuster und wenn man genau hinsieht, entdeckt man auch den Schmetterling vom Cover, der ebenfalls im selben Farbton gehalten wird.
Was mich gleich zu Anfang etwas irritiert hat: Es gibt eine Widmung im Buch, aber keine Danksagung. Nicht, dass ich besonderen Wert auf eine Danksagung legen würde, aber ich hatte schon lange kein Buch mehr, in dem keine war. Das nächste, was mich verwirrte, war die gefühlt recht kleine Schrift. Ich gewöhnte mich zwar recht schnell daran, aber die ersten paar Seiten kam sie mir ungewohnt klein vor. Einbildung? Ich glaube ja.
Die Geschichte in einer nicht allzufernen Zukunft wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei immer eine Dritte Person im Präsens erzählt. Hauptsächlich wird aus Pressias und Partridges Sicht erzählt. Aber es gibt auch Einblicke von Lyda und El Capitán.
Der Erzählstil ist zugegeben ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Teilweise muten die Sätze abgehackt an oder es werden nur Satzfragmente (pointiert) eingesetzt. Ich fand das sehr ungewöhnlich, aber ich persönlich mag es. Durch die Erzählperspektive wirkt es zu großen Teilen so als würde ein guter Bekannter oder Historiker/Dokumentar dem Leser die Geschichte erzählen. So wirken die Szenen auch oft etwas distanziert. Am Anfang war es für mich etwas schwer ganz in die Geschichte hineinzukommen. Aber je weiter ich las, je tiefer ich in der Geschichte um Pressia und die anderen drin steckte, desto interessanter und spannender wurde es.
Die Namen sind im gesamten Buch ziemlich ungewöhnlich. Ich denke, dass es zum einen ein bisschen zur Distanziertheit beiträgt, weil man vielleicht keine rechte Vorstellung von der Person bekommt. Andererseits muten sie aber auch futuristisch an und man kann sich vielleicht besser in eine zukünftige Zeit hineinversetzen.
Der Plot an sich ist sehr interessant. So wird die Geschichte doch kurz nach einer Katastrophe geschildert, die die (fiktive) Welt verändert hat. Das bietet natürlich unglaubliches Potential, weil man miterleben kann, warum die Welt so geworden ist, weil es noch Erinnerungen an das "Davor" gibt. Ich denke, es wäre noch eindringlicher, wenn Baggott die Ich-Perspektive gewählt hätte. Vor allem eben zu Beginn. Später konnte ich dann schon mit Pressia und Partridge mitfühlen und mitdenken, obwohl es beinahe über die Hälfte des Buches gedauert hat bis es soweit war.
Der Leser wird relativ langsam in die Welt eingeführt. Schließlich muss man sich erst einmal zurecht finden, verstehen, was es mit dem Kapitol auf sich hat, was die OSR ist und die Gefüge in Pressias Welt außerhalb der Kuppel zu verstehen. So wird auch Stück für Stück klar, dass mehr hinter allem steckt. Es gibt wahnsinnig viele Andeutungen und gleichzeitig nichts wirklich Konkretes. Was manche Stellen ein bisschen in die Länge zieht. Gleichzeitig wird in meinen Augen aber ein offensichtliches Geheimnis/Rätsel gelüftet. Auch hier zieht es sich dann etwas, weil die Charaktere diese "Wahrheit" nicht wahr haben wollen. Im Nachhinein finde ich es aber gut, weil keiner solche Neuigkeiten, die die eigene Welt mal eben um 180° dreht und auf den Kopf stellt als 'gegeben' hin. Es ist auch nichts, was die betreffenden Figuren so plötzlich trifft, denn sie spüren, dass etwas nicht stimmt.
Zum Schluss überschlagen sich dann die Ereignisse noch einmal, es werden noch mehr Andeutungen aufgedröselt, aber nicht alle Unklarheiten werden beseitigt. So stellt das Ende eher einen Anfang von noch mehr da. Logisch, da es ja eine Reihe wird. Es ist in dem Sinne kein Cliffhanger, aber bietet Raum für mehr.

Kurz: Eine düstere Zukunftsvision mit einem gewöhnungsbedürftigen, ein bisschen distanziertem Erzählstil. Die Charaktere nehmen nur langsam Form an, sind aber alles in allem sympathisch. Die Geschichte nimmt spätestens ab der Hälfte einen spannenden Verlauf an und bleibt bis zum Schluss auf diesem Niveau.

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455 Bibliotheken, 4 Leser, 4 Gruppen, 81 Rezensionen

liebe, musik, geige, wettbewerb, jugendbuch

Virtuosity - Liebe um jeden Preis

Jessica Martinez , Sabine Bhose
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Boje, 17.02.2012
ISBN 9783414823229
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Carmen Bianchi ist ein sogenanntes Wunderkind auf der Geige. Sie steht kurz vor dem bedeutendsten Wettbewerb ihres Lebens: Des Guarneri-Wettbewerbs. Doch seit einem Zwischenfall auf einem Konzert in Tokio plagt Carmen starkes Lampenfieber. An diesem Wettbewerb hängt ihre gesamte Karriere und so 'kundschaftet' sie ihren ärgsten Konkurrenten aus: Jeremy King, ebenfalls ein Geigenvirtuose.
Doch auch wenn ihr Jeremy anfangs nicht sympathisch ist und Carmen ihn am liebsten aus ihren Gedanken streichen würde, muss sie doch ständig an ihn denken. Als wäre das nicht genug macht ihr der immer stärker werdende Druck den Wettbewerb gewinnen zu müssen, immer mehr zu schaffen. Mit jedem Tag, mit dem der Guarneri näher rückt und mit dem sie mehr Zeit mit Jeremy verbringt, muss sich Carmen die Frage stellen: Sind ihre Gefühle echt und kann sie trotzdem den Wettbewerb gewinnen?

Der Titel und der Autorenname auf dem Cover sind leicht erhaben und glänzen. Das Buch ist gebunden, hat aber keinen Schutzumschlag. So ist das Cover doch irgendwie besonders griffig, finde ich. Eine solche Veredelung auf einem "nur" gebundenen Buch hatte ich auch noch nicht.
Der Untertitel könnte für den ein oder anderen ein bisschen irreführend sein. Denn das Hauptaugenmerk der Geschichte liegt auf Carmen und ihrem Leben als "Wunderkind". Diesem ungeheuren Druck, der auf ihr lastet, ihr "Geheimnis", das sie keinem anvertrauen kann (wovon lediglich ihre Mutter und ihr Geigenmentor wissen) und dann auch noch der starke Konkurrent: Jeremy King. Er zieht sie an, aber wirkt arrogant und unsympathisch auf Carmen. Aber doch scheint er der einzige zu sein, der sie verstehen muss, oder?
Vorweg: Ich kenne mich so gar nicht mit Geigen, dem Spielen und klassischer Musik aus. Mir kam es aber so vor als hätte Jessica Martinez sich ihr Wissen nicht nur angelesen, sondern, dass sie bis zu einem gewissen Grad auch aus Erfahrung spricht (was durch ihre Vita ja bestätigt wird). Gleichzeitig war es für mich als Laien auch nicht immer ganz einfach den "Fachwörtern" zu folgen, bzw. mir die Details auch vorzustellen. Sei es nun, weil ein (kleiner) Teil der Geige beschrieben wurde oder auf eine klassische Komposition eingegangen wurde. Mich persönlich hat das gar nicht gestört. Ich fand es zwar ein bisschen schade (wie immer, wenn von Musik geredet wird, die ich nicht kenne), dass ich es mir nicht genau vorstellen konnte, aber durch ihren Sprachstil hat Martinez das in meinen Augen wieder wett gemacht.
Ich weiß nicht genau, ob ich Carmen nun mag oder nicht. Nicht, weil sie unsympathisch ist oder dergleichen. Sie ist einfach nur so ganz anders, was ja auch sehr verständlich ist. Denn Carmen ist (und war) kaum unter Gleichaltrigen und führt im Prinzip auch kein normales Leben. Dennoch ist sie auch ein ganz normaler Teenager, der sich freut, der sich mit seinem ersten Gefühlschaos auseinander setzen muss, der finden muss, was er will. Carmen hat mich als Ich-Erzählerin auf jeden Fall sehr eindrucksvoll durch ihre Geschichte getragen, die gleichzeitig auch einen interessanten Einblick in das Leben eines (Geigen)Stars gibt.
Es gab noch so viele... Komponenten, möchte ich es mal nennen, die mich beeindruckt haben, aber da würde ich jetzt zu weit bei der Geschichte vorgreifen und euch Details verraten, die schon hart unter "Spoiler" laufen (und das will ich ja nicht).
Ob diese Dinge und Gegebenheit nun der Realität entsprechen oder entsprechen könnten, kann ich natürlich nicht sagen. Auf mich wirkte es durchaus natürlich und ich konnte, gerade Carmens Handlungen, nachvollziehen. Die zarte Schwärmerei, die sich zwischen Jeremy und Carmen entspinnt, ist genau das: zart, süß, ein bisschen schnell, verwirrend und prickelnd. Diese Beziehung wird nicht unbedingt logisch beschrieben. Die beiden haben ja auch kaum Zeit mit- und füreinander, aber doch ist es irgendwie so eine typische Teenagerromanze, die schon am Anfang eine schwere Hürde nehmen muss.

Kurz: Ein virtuoser Roman über die Schattenseiten eines Wunderkinddaseins. Aber er zeigt auch, dass es strahlendes Licht gibt, wenn man zu sich selbst findet - auch, wenn es eine gehörige Portion Mut erfordert.

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290 Bibliotheken, 2 Leser, 5 Gruppen, 31 Rezensionen

michelle raven, liebe, ranger, nationalpark, autumn

Vertraute Gefahr

Michelle Raven
Flexibler Einband: 382 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.01.2011
ISBN 9783802583711
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Autumn Howard will nach einem einschneidenden Erlebnis in ihrer Vergangenheit einen Neuanfang starten. Niemand darf wissen, wo. Durch Kontakte nimmt sie einen Job als Ranger im National Arches Park an und trifft dort auf den charmanten Shane Hunter, nachdem sie sich auf einer kleinen Erkundungstour durch den Park verletzt hat.
Shane fühlt sich von Anfang an zu Autumn hingezogen, die ihn aber immer wieder abblockt. Denn Autumn kann keinen Männern mehr vertrauen. Jedoch beweist Shane fiel Geduld und so kommen sich beide langsam näher bis Autumn doch von vergangenen Erlebnissen eingeholt wird...

Der erste Band der Hunter Reihe.
Prinzipiell schätze ich ja Ravens Schreibstil sehr. Aber diesem Roman merkt man an, dass er bereits ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, bzw. (soweit ich weiß?) ein Erstlingsroman ist. Zwischendurch habe ich tatsächlich überlegt, ob ich das Buch nicht abbrechen soll. Das hatte mehrere Gründe, aber auch überzeugende weiterzulesen.
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt - primär von Autumn und Shane, dritte Person, Vergangenheit. Der Erzählstil wirkt aber so... steif und gestelzt manchmal, dass ich mich (leider) oftmals quälen musste, um weiter zu lesen. Ich kann gar nicht genau sagen, woran das lag... Die Dialoge wirkten dazu noch wie aus einem Drehbuch, da die Charaktere richtig "Hochdeutsch" gesprochen haben und so korrekt einfach. Manchmal schimmerte etwas Farbe durch, aber diesen 'eigenen Stil' hatten sie trotzdem kaum. Vielleicht bin ich da auch zu sehr von den Ghostwalker Romanen beeinflusst.
Das nächste, was mich recht quälte, war Autumn selbst. Ich kann nicht sagen, dass ich sie nicht mochte oder unsympathisch fand. Aber ich konnte mich auch nicht wirklich in sie hineinversetzen und so mit ihr fühlen. Ich erkenne ihre Stärke durchaus an und respektiere sie. Aber ich war immer froh, wenn aus Shanes Sicht erzählt wird, obwohl er (bös' gesagt) ein bisschen wie ein liebeskranker Tölpel wirkte. Was aber auch sehr charmant war. Überhaupt fand ich Shane sehr sympathisch und niedlich, aber zwischen den beiden wurde es mir mit der Zeit ein bisschen zu kitschig.
Der Plot an sich war solide, aber auch nicht übermäßig spannend. Klar, kann man sich bei Romanen dieser Art das Ende denken - aber darum geht's mir nie. "Der Weg ist das Ziel", zumindest für mich. Es gab auch schon Passagen, die ich mit Spannung verfolgt habe, wo ich schmunzeln musste oder einfach nur schwärmerisch ein "hach, sooooo süß" in Gedanken ausstieß. So hielten sich die positiven und negativen Eindrücke in etwa die Waage. Außerdem wollte ich trotz allem wissen, wie es mit Autumn und Shane weitergeht.
Insgesamt habe ich wohl etwas viel erwartet. Der Roman ist nicht schlecht, aber eben (leider) in meinen Augen auch nichts besonderes. Er ist einfühlsam, sehr romantisch bis schon hin ins etwas kitschige, es gibt einen passabel spannenden Plot und eine "vertraute Gefahr".

Kurz: Die Erwartungen waren hoch und wurden leider nicht erfüllt. Trotzdem ein durchaus solides Werk. Autumn und ich lagen zwar nicht auf einer Wellenlänge, aber trotzdem gab es genügend Reize, sodass ich das Buch einfach beenden musste. Es gab prickelnde Gefühle, ein bisschen Spannung und ein nettes Liebespaar.

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641 Bibliotheken, 8 Leser, 9 Gruppen, 80 Rezensionen

entführung, thriller, vergewaltigung, familie, therapie

Still Missing – Kein Entkommen

Chevy Stevens , Maria Poets
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 28.01.2011
ISBN 9783596187164
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Annie O'Sullivan war eine erfolgreiche Immobilienmaklerin, eine offene junge Frau und mit Luke hatte sie auch einen verlässlichen Partner an ihrer Seite. Bis sie entführt wurde.
Ein Fremder, der sich selbst "David" nennt, überrumpelte Annie und verschleppte sie in eine Blockhütte in den Bergen. Dort hält er sie fest, hält sie unter Kontrolle und schädigt sie nicht nur physisch. Doch Annie hält durch...

Ich glaube es ist der erste Band einer Reihe.
Chevy Stevens zieht die Geschichte von einer anderen, ja ungewöhnlichen Seite auf. Denn Annie erzählt ihre Geschichte selbst - in Therapiesitzungen. Zuerst erzählt sie ihrer Therapeutin etwas, was sie beschäftigt, etwas aus ihrem Alltag. Nach diesem Absatz arbeitet Annie langsam ihre Entführung auf, fängt von vorn an, über ihre "Befreiung" bis hin zu den Folgen der Ermittlungen.
Es wird sozusagen ja schon ein "Spannungspunkt" vorweg genommen, da Annie ihre Geschichte ja selbst erzählt. Einerseits fand ich das nicht so schlimm, denn Annie selbst nach dieser grausamen Tat zu erleben und das Ganze mit ihr noch einmal zu durchleben, war... sehr befangen. Andererseits fehlt es eben teilweise ein bisschen an Spannung. Wobei die Geschichte um ihre Entführung und Gefangenschaft bis etwa zur Hälfte des Buches erzählt war. Der Rest beschäftigte sich mit den Folgen von Annies Entführungen und welche Auswirkungen es auf Annie selbst, ihre Freunde und Familie hat.
Annie ist eine... Wahnsinnsperson. Anders kann ich es nicht sagen. Sie lebte ein Jahr mit dem "Psycho" zusammen, wie sie ihren Entführer nennt. Doch trotzdem hat sie sich selbst nie aufgegeben. Überhaupt die Traumata nachzuvollziehen, ihre Gefühle, ihre Ängste, ihren Abscheu und dann noch die unglaubliche Wendung am Schluss. Ich habe wirklich mit Annie mitgefühlt und musste über die ein oder andere Tat den Kopf schütteln, war fassungslos. Aber zu viel will ich nicht erzählen, sonst macht das Lesen ja keinen Spaß mehr.
Es gab natürlich auch Passagen, die ich ein bisschen... steif, unrealistisch, zu glatt fand. Aber das waren wirklich nur wenige. Besonders mitgenommen hat mich das Ende (obwohl ich vor lauter Neugier schon mal mittendrin ein bisschen 'vorgespitzt' habe). Unter Thriller stelle ich mir aber etwas anderes vor: Mehr Spannung, ggf. mehr Action, auch in gewisser Weise mehr Angst und "nervenzerreißendes Feeling". Trotzdem möchte ich Still Missing deswegen nicht abwerten, weil es einfach auf psychologischer Ebene komplett überzeugt hat.
Den nächsten Band (Never knowing) werde ich mir auf jeden Fall auch kaufen und lesen.

Kurz: Ein mal ganz anderer "Psychothriller", wobei ich mir unter "Thriller" etwas anderes vorstelle. Dennoch konnte man sehr gut in die Geschichte eintauchen, es gab überraschende und auch vorhersehbare Wendungen. Es regt definitiv zum Grübeln an. Fans von Criminal Minds beispielweise könnte dieses Buch gefallen - aber auch solchen, die einfach mal einen etwas anderen "Psychothriller" lesen wollen.

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

autounfall, maggie, familie, drogen, liebe

Return to Paradise

Simone Elkeles
Flexibler Einband: 302 Seiten
Erschienen bei Llewellyn Worldwide Ltd, 08.09.2010
ISBN 9780738718682
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Caleb hat vor Monaten seine Heimatstadt Paradise verlassen und jeglichen Kontakt abgebrochen. Als die Polizei in Calebs Unterkunft eine Razzia macht und ihn verhaftet, wird es eng für Caleb. Denn seine Mitbewohner dealten mit Drogen und er wird bezichtigt dies ebenfalls zu tun. Der zuständige Polizist zwingt Caleb dazu seinen alten Bewährungshelfer anzurufen.
Damon boxt Caleb nur unter einer Bedinung heraus: Er muss an einem Programm teilnehmen, in dem sechs Jugendliche an Schulen und Ferienprogrammen über die Folgen von fahrlässigem Autofahren erzählen. Was Caleb noch nicht weiß: Er trifft dort auf Maggie...

Der zweite Band der Paradise Reihe und damit auch der Abschluss.
Im gewohnten Stil zieht Simone Elkeles ihre Leser wieder und vor allem weiter in Calebs und Maggies Geschichte - und auch nach Paradise. Wieder wird abwechselnd aus Calebs und Maggies Sicht erzählt, wobei ich finde, dass der Fokus doch mehr auf Caleb liegt. Denn sein Geheimnis macht ihm schwer zu schaffen.
Man merkt beinahe mit jeder Seite wie ein Ziegel nach dem anderen auf Calebs Schultern abgelegt wird. Während Maggie hier stärker auftritt, ein bisschen selbstbewusster ist. Trotzdem ziehen sich Caleb und Maggie noch an wie ein frisch aufgeladener Magnet. Sie stützen einander, brauchen einander, lieben einander - und trotzdem scheint es einfach nicht genug zu sein. Alles dreht sich um das Geheimnis, das Maggie nicht preisgeben kann und Caleb nicht preisgeben will.
Es ist wieder faszinierend, wie beide es schaffen und schaffen müssen mit dem Autounfall, der ihrer beider Leben verändert hat, klar zu kommen. Wie so oft steckt mehr dahinter als es scheint. Manchmal wollte ich Caleb schütteln, damit er endlich aufwacht und nicht vollends abstürzt. Seine machohafte, unnahbare Fassade versucht er in einer Tour aufrecht zu erhalten und doch ist er eben auch "nur ein Mensch".
Die Wendungen sind diesmal vielleicht nicht ganz so überraschend. Return to Paradise ist nicht ganz so spannend wie sein Vorgänger Leaving Paradise. Doch er zeigt einfach eine komplizierte (reale) Welt, in der man seine Probleme lösen muss und nicht vor ihnen davon laufen kann. Das gesamte, wacklige Gerüst, dass im ersten Band aufgebaut wurde und im zweiten weitergebaut wurde, droht von Seite zu Seite einzustürzen - bis es tatsächlich auch geschieht. Aber da ist noch nicht Schluss. Denn auch damit müssen alle Beteiligten fertig werden.
Was ich persönlich einfach so aufregend fand, ist dieses komplexe Lügen-Gefühls-Gebilde, das Elkeles hier schafft. Man kann durchaus dazu lernen und sich auch einmal bewusst machen, dass man durch einen solchen Unfall nicht nur physische Schäden davon trägt.

Kurz: Ein würdiger Abschluss-Band mit viel Gefühl und der auch zum Nachdenken anregt. Unwiderstehlich!

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(220)

452 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

mediale, gestaltwandler, sophia, liebe, nalini singh

Fesseln der Erinnerung

Nalini Singh , Nora Lachmann
Flexibler Einband: 399 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 08.09.2011
ISBN 9783802584039
Genre: Fantasy

Rezension:

Sophia Russo ist eine J-Mediale. Sie ist im Dienst der Justiz tätig und wird immer dann eingesetzt, wenn der Fall sehr schwierig ist. J-Mediale sind eher selten und Sophia hat eine besondere Gabe: Sie kann in den Erinnerungen der Menschen lesen und ihnen diese entziehen, sodass sie als Beweismittel vor Gericht verwendet werden können. Als sie an einem besonders harten Fall, dem Schlächter der Park Avenue, arbeitet, trifft sie auf den (menschlichen) Polizisten Max Shannon.
Die beiden fühlen sich sofort voneinander angezogen und wie es das Schicksal will, werden beide von Ratsfrau Nikita Duncan angefordert, um ihr bei einem Problem in ihrem Sicherheitsnetz zu helfen. Die beiden ermitteln in San Francisco rätselhafte Todesfälle von Nikitas Angestellten, die kurz hintereinander entweder Selbstmord begangen haben oder in tödliche Unfälle verwickelt wurden. Wer mag dahinter stecken? Wie groß ist die Gefahr wirklich? Und kann Sophia die kühle Fassade einer Medialen aufrecht erhalten?

Der mittlerweile achte Band der Gestaltwandler / Psy-Changeling Serie.
Ich habe mir wirklich Zeit gelassen bis ich den Band wirklich gelesen habe. Zum einen lag es daran, dass ich nicht so lange auf die Fortsetzung warten wollte. Zum anderen, dass ich ein bisschen... demotiviert vom Pairing war. "Max" sagte mir nicht wirklich etwas und 'schon wieder' ein Medialen-Mensch-Pärchen? Aber die Bedenken waren schon nach wenigen Seiten vergessen und ausgeräumt - die Ungeduld wieder da.
Denn Max und Sophia als Pärchen sind einfach lieb und auch anders als die bisherigen - jedenfalls meiner Erinnerung nach. Denn Max und Sophia werden zwar von Beginn an wie ein Magnet voneinander angezogen, aber keiner der beiden hat (allzu große) Bedenken ihrer Beziehung wegen. Sie entwickelt sich Stück für Stück, aber ohne Rückzieher. Die Gefühle zwischen den beiden sind so rein und echt und... zum Anfassen.
Dazu kommt die spannende Geschichte mit den Anschlägen auf Nikitas Personal, bzw. ihr Unternehmen.Singh führt den Leser hier lange an der Nase herum, bis die Motive klarer werden und der Verdacht sich langsam verdichtet. Aber auch Sophia wartet noch mit einigen Geheimnissen und Überraschungen auf. Auch Max' Vergangenheit wird näher beleuchet, ebenso wie Sophias und ich kann so viel sagen, dass es beide echt nicht leicht hatten und trotzdem sehr faszinierende Charaktere geworden sind.
Dahinter spinnt sich weiter der Plot um Silentium, die Medialen, die Rebellen und die Krämereien im Rat. Es gibt wieder ein paar Hinweise, die einfach nur neugierig auf mehr machen. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte in Fesseln der Erinnerung den Leser noch viel tiefer in die eigentliche Geschichte einführen. Es wird wieder einiges über die Medialen aufgedeckt und weiter gesponnen. Es bleibt im "Hintergrundplot" auf jeden Fall spannend.
Vielmehr kann ich auch gar nicht sagen, sonst würde ich zu viel von der Story an sich verraten. Wer die vorherigen Bände mochte, wird den hier auch wieder genauso gerne lesen.

Kurz: Ein spannender Band, der wieder ganz tief in die Geschichte der Medialen eindringt. Mit Max und Sophia hat man auch ein dynamisches und überaus harmonisches Pärchen an der Seite, das weiß, was es will. Mit einer guten Portion Kampfgeist, ein bisschen Intrigen und einem Schuss Erotik genau das Richtige für einen öden Nachmittag.

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865 Bibliotheken, 6 Leser, 7 Gruppen, 106 Rezensionen

dystopie, liebe, hebamme, gaia, sylum

Das Land der verlorenen Träume

Caragh O'Brien , Oliver Plaschka
Fester Einband: 462 Seiten
Erschienen bei Heyne, 20.02.2012
ISBN 9783453267282
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gaia und ihre kleine Schwester Maya erreichen mit letzter Kraft die Grenze des toten Waldes. Der Zuflucht zu der sie ihre Mutter kurz vor ihrem Tod geschickt hat. Gerettet werden sie vom jungen Chardo Peter, der sie zur Matrarch, der Vorsteherin des Dorfes, bringt.
Doch das Dorf Sylum ist nicht das erhoffte Paradies. Gaia muss sich entscheiden, ob sie bei ihrer Schwester bleiben soll, die dem Tod näher als dem Leben ist, oder sofort das Dorf verlassen will. Denn sobald Gaia die sogenannte Schwellenkrankheit bekommt, kann sie das Dorf nicht mehr verlassen.
Doch für die junge Hebamme steht fest: Sie bleibt zu jedem Preis, nur um in der Nähe ihrer Schwester zu sein. Doch das Leben in Sylum bricht Gaia beinahe...

Der zweite Band der Reihe um die junge Hebamme Gaia Stone.
Nachdem ich vom ersten Band ja restlos begeistert war, hatte ich natürlich auch hohe Ansprüche an den Nachfolger. Ich kann sagen, dass die voll und ganz erfüllt worden sind und ich nun mit großer Spannung dem dritten Band entgegenfiebere.
In Die Stadt der verschwundenen Kinder hat sich die Protagonistin Gaia ja von einem schüchternen Mädchen zu einer starken, jungen Frau entwickelt, die für ihre Überzeugung einsteht. Gaia war mir schon vom ersten Augenblick an sympathisch, weil sie eben nicht die "normale" Heldin ist. Sie ist durchaus klug, manchmal etwas unsicher und stur. Aber gleichzeitig ist sie auch sehr gefühlvoll und denkt eher logisch als emotional. Natürlich nicht im Übermaß, aber sie handelt in den meisten Fällen überlegt und instinktiv und lässt sich von ihren (pubertären) Gefühlen nicht so leicht ablenken. Denn Gaia musste schon sehr früh lernen erwachsen zu sein und das merkt man ihr auch an. Ihre Denkweise und ihre Charakterentwicklung zu verfolgen ist allein schon total spannend.
Gleichzeitig wird sie in diesem Band sehr hart auf die Probe gestellt, denn die unbändige Gaia, die zu allem eine eigene, beinahe störrische Meinung hat, soll sich unterordnen, unterwerfen und damit auch ihre Werte und Ideale aufgeben. In diesem Prozess, den sie durchmacht, habe ich so mit ihr mitgelitten und gegrübelt. Sie hat bestimmt falsche Entscheidungen getroffen, aber diesen starken Vogel in einem so engen Käfig zu sehen, aus dem er sich nicht befreien kann, war wirklich beinahe unerträglich. Ich weiß nicht, was ich an ihrer Stelle getan hätte.
Es geht hier also in erster Linie um die Hierarchie und die Beschaffenheit des Dorfes Sylum. Gaias "Gegenspielerin" ist die Matrarch, Lady Olivia. Sie ist ebenso stur, nein, viel sturer als Gaia und... ich weiß nicht, ob ich sie mochte oder nicht. Eher letzteres, aber gleichzeitig hat sie auch so eine einnehmende Autorität versprüht, sodass man ihr einfach Respekt zollen musste. Sie ist nicht in dem Sinn böse und handelt wirklich in gutem Glauben. Aber sie ist so eingefahren, dass sie es nicht mehr erkennt, dass Außenstehende ihr nur helfen wollen. Natürlich waren auch nicht alle Vorschläge von Gaia perfekt oder dergleichen, das will ich damit nicht sagen. Ein guter Austausch wäre sinnig gewesen, aber wo bliebe da die Spannung?
Die Entscheidungen aller Personen konnte ich gut nachvollziehen. Die Situation im Dorf wird von mehreren Seiten beleuchtet und die Angst auszusterben lauerte unterschwellig zwischen jeder Zeile. Zusätzlich kommt der Mädchen-/Frauenmangel hinzu. Gaia und manch andere Dorfbewohner denken hier fortschrittlich, während die 'regierende' Kaste eher im alten Trott bleiben will. Altbekannter Konflikt. Trotzdem hat es Caragh O'Brien geschafft ihn so spannend und mit viel Emotionen darzustellen, dass ich beim Lesen beinahe meinte selbst in Sylum zu sein.
Die zarte Liebesgeschichte, die im ersten Band begonnen hat, setzt sich auch hier mit einigen Hindernissen fort - oder anfangs eher nicht. Denn, wie oben bereits erwähnt, steht die Romantik nicht an erster Stelle, auch wenn es einige romantische, herzklopfende und -rasende Szenen gibt. Na, bei so vielen Männer im Verhältnis zu Frauen im Dorf kein Wunder.
Das Ende ist auch hier wieder relativ abgeschlossen. Es lässt Platz für (viel) mehr, aber die dringendsten Fragen wurden beantwortet und so ist es kein Cliffhanger. Trotzdem kribbelt es mir jetzt schon in den Fingern (endlich) weiter lesen zu können.

Kurz: Eine geniale Fortsetzung, die gut mit ihrem Vorgänger mithalten kann! Gaia zu verfolgen ist schlichtweg atemberaubend und spannend und gleichzeitig so schlimm, denn sie muss einige Hürden überwinden, um zu sich selbst zu finden. Ein bisschen Herzschmerz ist auch dabei, gemischt mit einer gehörigen Portion frischem Geist und Rebellion. So fliegen die Seiten nur dahin und alles, was ich zum Schluss denken konnte ist: Mehr, mehr, MEHR!

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

unfall, liebe, geheimnis, gefängnis, bein

Leaving Paradise

Simone Elkeles
Flexibler Einband: 303 Seiten
Erschienen bei Llewellyn Publications,U.S., 01.04.2007
ISBN 0738710180
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vor einem Jahr hat Caleb Becker seine Nachbarin Maggie Armstrong betrunken angefahren und Fahrerflucht begangen. Dafür musste er ein Jahr lang ins Jugendgefängnis, während sich Maggie zahlreichen Operationen und Physiotherapiestunden unterziehen musste.
Alles was Caleb nun will, ist sein altes Leben zurück. Alles soll wieder so sein wie zuvor. Doch nichts ist im kleinen Ort Paradise so wie vergangenes Jahr.
Caleb ist nun der Ex-Knacki, Maggie hat sich von ihren (beliebten) Freunden zurück gezogen, Calebs Zwillingsschwester Leah (und Maggies beste Freundin) ist ebenfalls zu einem Außenseiter geworden und auch Calebs Freunde haben sich verändert. Oder hat doch eher Caleb sich verändert?
Beide, Caleb und Maggie, sind nun die "Freaks" und auch wenn sie einander hassen sollten, sind doch beide in einer ähnlichen Situation...

Der erste Band der Paradise Reihe.
Wer schon die Bücher um die Fuentes Brüder gelesen und verschlungen, ja inhaliert hat, der wird auch hier wieder voll auf seine Kosten kommen.
Auch wenn ich nicht jedes Wort verstanden habe, so wusste ich doch eins: Simone Elkeles' Stil ist so einnehmend, so klar und voller Gefühl, dass es eigentlich egal ist, in welcher Sprache man ihre Bücher liest. Auch wenn die Thematik hier eine ganz andere ist, ist die Geschichte um Caleb und Maggie doch genauso fesselnd und mitfühlend und spannend wie die (bei uns bekannten) Geschichten um die Fuentes-Brüder.
Ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen, weil mich Calebs und Maggies Geschichte einfach so berührt hat. Beide haben ihre Fehler und Macken, beide sind aber auch gleichzeitig so herzlich und sympathisch. Man kann mit beiden mitfühlen, obwohl sie sozusagen auf unterschiedlichen Seiten stehen. Das wird auch durch die Erzählperspektive vertieft: Abwechselnd wird aus Calebs und Maggies Sicht, in der Ich-Perspektive, Präsens, erzählt.
Klar, wollte ich beide manchmal schütteln und sie benehmen sich auch mal daneben, statt einfach nur ehrlich miteinander zu sein. Immerhin sind die beiden keine Fremden, sondern eigentlich Freunde. Jeder der beiden hat sein ganz persönliches Päckchen zu tragen. Wer auchhier wieder vom Klischee ausgeht, dem zeigt Elkeles ein weiteres Mal, dass das eben nicht alles ist. Sie dringt so tief in die Charaktere, ihre Perspektive, ihre Gefühlswelt, dass man beinahe auch selbst meinen könnte in Maggies oder Calebs Haut zu stecken.
Das Ende könnte man als abgeschlossen betrachten. Doch zum Glück geht es weiter mit den beiden, denn sonst hätte ich das Ende als eher unbefriedigend empfunden. Es gibt bis dorthin drastische Wendungen und Lösungen. Ein dunkles Geheimnis wird gelüftet und Maggie und Caleb realisieren, dass sie sich verändert haben.

Kurz: Wieder mal ein Meisterstück. So berührend und fesselnd und vereinnahmend, dass man sich schon beinahe den Arm abhacken muss, um das Buch aus der Hand zu legen. Wunderbar!

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246 Bibliotheken, 2 Leser, 6 Gruppen, 80 Rezensionen

zombies, liebe, dystopie, steampunk, zukunft

Dark Love

Lia Habel , Diana Bürgel
Flexibler Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.11.2011
ISBN 9783492702195
Genre: Fantasy

Rezension:

Nora geht mit ihrer besten Freundin auf ein Mädchen-Internat. Die Ferien stehen bevor, doch Nora steht nicht der Sinn nach Hause zu fahren. Denn ihr Vater ist bereits seit einem Jahr tot und mit ihrer Tante, die nun ihr Vormund ist, versteht sie sich nicht besonders.
Als Nora die letzten Meter zu ihrem Zuhause zurück legt, wird sie von einem seltsamen Herrn angesprochen. Doch dabei denkt sie sich weiter nichts - bis sie eines Nachts Geräusche vor dem Fenster hört und plötzlich von Männern angegriffen wird, die sie entführen wollen...

Der erste Band der Dearly Reihe.
Kurz zur Aufmachung: Die ist wirklich sehr schön geraten. Mal etwas anderes. Aber Achtung! Die glänzenden silbernen Stellen sind sehr empfindlich. Ich habe Dark Love normal-vorsichtig gelesen, aber an manchen Stellen rieb sich der Silberlack (?) recht schnell und einfach ab.
Lia Habel erschafft eine ganz eigene Zukunft. Der Schreibstil ist flüssig und ich konnte durchaus auch mit den Protagonisten mitfühlen. Aber. Die Geschichte wird aus fünf unterschiedlichen Perspektiven erzählt (Nora, Bram, Wolfe, Victor und Pamela). Das fand ich ungewöhnlich, brachte aber auch eine gewisse Tiefe und Dynamik in die Geschichte. Das "aber" ist, dass sich der Stil bei den unterschiedlichen Personen leider nicht voneinander - in irgendeiner Weise - abhob. Manchmal hatte ich Schwierigkeiten mich zu orientieren, besonders wenn es Passagen waren, wo zwei der erzählenden Figuren zusammen waren. Trotzdem erhält man durch die wechselnden Erzählperspektiven weit tiefere Einblicke in die verschiedenen Schauplätze. Als Leser kann man sich so das ein oder andere zusammen reimen und einfach die Abläufe besser verstehen.
Zu Beginn sei auch gesagt, dass es eine düstere Version der Zukunft ist. Es geht um Zombies und Habel schmückt da auch nichts besonders aus. Mir persönlich hat das gefallen, aber ich bin mir durchaus im Klaren, dass es nicht jedermanns Geschmack ist. Der Prolog ist schon ziemlich gruselig, wobei diese Gänsehaut-Stimmung (leider) nicht anhält oder gar wiederkehrt(e) - zumindest bei mir.
Gleich am Anfang gibt Nora die Erklärung, warum die zukünftige Welt so ist wie sie ist. Ich fand das durchaus nachvollziehbar: Einerseits besannen sich die Menschen nach der Klima-Katastrophe auf alte Werte, behielten aber trotzdem einen gewissen technologischen Fortschritt bei. Es ist schon eine seltsame Welt - eine Mischung aus Vergangenheit und Zukunft, aus alt und modern. Auch das ist nicht jedermanns 'Ding'. Doch mir persönlich hat es ganz gut gefallen und diese "Werte" sorgen später auch noch für den ein oder anderen Schmunzler.
Es gab eine Wendung, die ich etwas vorhersehbar fand. Aber das will ich gar nicht groß anmäkeln, denn insgesamt hat mich Dark Love gefangen genommen und so schnell auch nicht mehr gehen lassen. Dabei mochte ich Brams Teile am liebsten. Nicht, dass ich die anderen Charaktere (bis auf einen) nicht mochte oder die Sichtweisen der anderen. Nein. Aber Bram war mir gleich sympathisch und sein Schicksal und seine Art, wie er damit zurecht kommt, was er daraus macht, fand ich einfach faszinierend.
Normalerweise gibt es in den Jugendbüchern ja immer eine 'Heldin'. Hier sind es zwei: Nora und Pamela. Beide sind auf ihre Weise stark. Während anfangs noch Nora im Rampenlicht stand, so entwickelt sich Pamela auch und wird von der blassen besten Freundin der Hauptprotagonisten zur einer wirklich starken Kämpferin. Dieser Umschwung mag anfang etwas seltsam anmuten, doch mit späteren Einblicken in Pamelas Denkweise ist es durchaus nachzuvollziehen. So stellt sie ihre beste Freundin Nora beinahe in den Schatten.
Die Zombies sind hier teilweise recht detailliert, und dementsprechend etwas eklig, beschreiben. Mich hat das weniger gestört. Sie waren beinahe so etwas wie Vampire - unkaputtbar, tot, dürstend nach menschlichem Fleisch/Blut. Doch der wesentliche - romantische - Unterschied besteht darin, dass es bei Vampiren ein "für immer und ewig" gibt, während es bei den Zombies "hier und jetzt" heißt. Das vergisst man bei der Geschichte um Nora und Bram schnell - und gern.
Denkt man genauer über die romantischen Teile nach, dann ist es eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Hat man die Wesen immer plastisch so vor Augen (vielleicht noch etwas grusliger oder wenn man an sich etwas sensibler ist), dann ist die Stimmung wohl kaum möglich. Es ist einfach zu absurd - und das nicht nur wegen deren Äußerem. Doch, das ist etwas, was ich schon immer gut konnte, ich habe es recht verdrängt. Zwar kam mir immer wieder der Gedanke: "Wie soll das dann weiter gehen?" Aber auch den habe ich brav verdrängt. Denn die "guten" Zombies sind einfach so... lebendig und witzig und ichmochte sie einfach fast von Anfang an.
Davon abgesehen mochte ich die Geschichte "dahinter". Es war ein bisschen Medizin-Krimi, ein bisschen Überlebenskampf, ein bisschen Intrige und ein paar wunderbare Charaktere mit denen es nicht langweilig wurde.

Kurz: Dark Love schleifte mich mit in die Schlacht und nahm mich gefangen. Ganz ohne Blessuren bin ich nicht davon gekommen - im positiven wie im negativen Sinn. Wer aber mit der Zombie-Thematik klar kommt, der bekommt eine berauschende, andersartige Geschichte geboten, die zwar kleine Schwächen aufweist, aber dennoch zu überzeugen weiß.

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

roald dahl, kinderbuch, fahrstuhl, charlie, weltraum

Charlie und der große gläserne Fahrstuhl

Roald Dahl , Adolf Himmel , Roswitha Fröhlich , Quentin Blake
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2003
ISBN 9783499212123
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Als Charlie, Willy Wonka und Großvater Josef die restliche Familie Buckett im großen gläsernen Fahrstuhl abholen, geschieht ein Missgeschick: Statt durch das Dach der Fabrik zu brechen, werden Charlie & Co. in den Weltraum katapultiert.
Dort beginnt ein kurioses Abenteuer...

Der zweite Band.
Dieser schließt auch nahezu nahtlos an den ersten, Charlie und die Schokoladenfabrik, an. Das Ende des ersten Bandes wird sogar gleich zu Beginn noch einmal kurz und grob zusammengefasst, was einen Einstieg sehr erleichtert - sollte man die Geschehnisse aus Charlie und die Schokoladenfabrik vergessen haben.
Dahls Schreibstil bleibt etwas älter und kurios, aber trotzdem lässt sich das Buch gut lesen. Zudem gibt es wieder Zeichnungen, welche die ganze Geschichte noch etwas aufpeppen.
Charlie gerät allerdings hier etwas in den Hintergrund. Seine Großeltern, Georg, Georgine, Josefine, machen sich etwas 'breiter' und auch andere Charaktere tauchen auf. Zumindest in der ersten Hälfte, wie der Präsident und sein Gefolge. So widmet sich auch der erste Teil der Geschichte dem Abenteuer der Bucketts und Willy Wonkas im Weltraum, die zweite dann (wieder) der Schokoladenfabrik.
Bei allem sollte man Bedenken, dass man die Story nicht ganz ernst nehmen darf und dass sie einfach für Kinder geschrieben ist. Sie ist so abgedreht und fantasievoll, ich bin mir sicher, dass es gerade den jüngeren Kindern gefallen würde. Mit einem Augenzwinkern darf man auch die Figuren des Präsidenten und seiner Gefolgschaft sehen, ebenso wie das Lied von Tante Tibbs. Das wiederum werden die jüngeren nicht so verstehen. So ist Charlie und der große gläserne Fahrstuhl in jedem Fall etwas für Groß und Klein.
Charlie und Großvater Josef bleiben die lieben Menschen, aber sie sind hier uach recht blass. Die drei anderen Großeltern Charlies haben mich hingegen ein klein wenig genervt (Absicht?). Charlies Eltern sind auch hier wieder relativ stumm und blass. Während ich mich beim Lesen oft gefragt habe, ob Willy Wonka nun genial oder einfach nur durchgedreht ist? Der Hauptaugenmerk liegt also mehr auf der Geschichte an sich als auf den Protagonisten.
Es geht, ganz im Stil von Willy Wonka, schon sehr abgedreht und chaotisch zu. Ich bin mir sicher, dass jüngere dieses "Chaos" lustig finden werden. Mir ging es da leider nicht ganz so. Teilweise war mir der Ablauf zu abstrakt, da gefiel mir der erste Teil wesentlich besser. Was aber vor allem auch an der ersten Hälfte lag, die es mir doch schwer machte, aber der zweiten ging es dann wesentlich besser.

Kurz: Typisch Willy Wonka. Abgedreht, skurril, lustig, chaotisch und ein bisschen sarkastisch. Die Protagonisten sind ein bisschen flach, dafür ist die Geschichte um so verworrener. Wer den ersten Teil mochte, der kann ohne Bedenken auf jeden Fall auch den zweiten Teil lesen.

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebe, mittelalter, historisch, jugendbuch

Der Zauber eines Augenblicks

Katrin Lankers , Xenia Schmidt
Flexibler Einband: 236 Seiten
Erschienen bei Planet Girl, 18.03.2011
ISBN 9783522501439
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Johannas Vater betreibt auf Burg Eckstein eine Pferdezucht. Vom höfischen Leben hat er sich zurück gezogen und auch Johanne ist alles andere als eine feine Dame, die nur an Hofklatsch interessiert ist. Ihre Leidenschaft sind die Pferde. Allen voran der Hengst Parzival, den sie selbst mit aufgezogen hat.
Die Menschen auf Burg Eckstein nehmen ihr etwas undamenhaftes Verhalten mit einem Lächeln hin. Doch die 14-jährige muss sich schon bald der Realität stellen. Finanziell geht es ihrer Familie nicht so gut und so entschließt sich ihr Vater die Pferdezucht zu verkleinern und will auch Parzival verkaufen. Johanna wehrt sich mit Händen und Füßen, doch ihr Vater bleibt hart...

Die Sprache, bzw. der Erzählstil ist leicht altertümlich angehaucht. So hat der Leser eine vage Vorstellung vom Mittelalter, kann aber trotzdem der Geschichte noch ohne Probleme folgen. Das ist besonders wichtig, denn die Geschichte an sich richtet sich eher an ein jüngeres Publikum. So sind die Wendungen oftmals leicht zu durchschauen, das Geschehen vorhersehbar und der Hauptaugenmerk liegt auf Johannas Leidenschaft zu den Pferden, auf ihrer Freundschaft zur Hofdame Adelhaid und auf ihr im Speziellen.
Trotzdem ist es eine schöne Geschichte und man 'lernt' doch einiges über das Mittelalter, die Gesellschaft (z. B. was Kleidung betrifft) und Pferde. Natürlich nicht wie in einem Sachbuch, aber die ein oder anderen Begriffe, die Gepflogenheiten. Die Liebesgeschichte setzt ein bisschen spät ein und war, alles in allem, auch etwas vorhersehbar. Aber ich denke gerade Jüngere finden sie bestimmt spannend und wenn man dann noch eine Schwäche für Pferde hat, ist die Geschichte wirklich perfekt.
Den Anfang fand ich ein klein wenig schleppend. Ich mag Pferde, aber aus dem "Pferde-Alter" bin ich wohl heraus. Trotzdem wusste Johanna mit ihrem ungestümen Wesen mich zu überzeugen. Sicherlich ist ihre Figur idealisiert, aber trotz ihrer kleinen Macken mochte ich Johanna und auch die anderen Charaktere. Der Böse geriet etwas flach und zu stereotyp, aber darum ging es im Kern auch nicht.

Kurz: Insgesamt war die Geschichte um Johanna und Parzival perfekt für einen Nachmittag. Die Charaktere sind wirklich liebreizend, das Setting hat auch überzeugt, einzig der schwächelnde Bösewicht hat den Lesespaß ein bisschen gemindert.

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342 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 35 Rezensionen

zukunft, dystopie, rose, liebe, xavier

Während ich schlief

Anna Sheehan , Karin Diemerling
Flexibler Einband: 351 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 17.10.2011
ISBN 9783442475650
Genre: Fantasy

Rezension:

Irgendwann in der Zukunft. Der junge Brendan findet im Keller eine alte Stase-Röhre. Dort drin befindet sich ein Mädchen. Aber nicht irgendeines. Es handelt sich um Rose Fitzroy, die verschwundene Tochter des Multikonzern-Chefs von UniCorp Mark Fitzroy.
Rose hat 62 Jahre in der Röhre, in künstlichem Schlaf zugebracht und nichts ist mehr wie es einmal war. Ihre Eltern sind tot, alle Freunde gestorben und Rose muss sich nun, mit ihren 16 Jahren, an ganz neue Lebensumstände anpassen.
Die Medien und die Öffentlichkeit stürzen sich förmlich auf das junge Mädchen und das ruft etwas Bedrohliches auf den Plan, dessen sich Rose und ihre Umgebung gar nicht bewusst sind...

Der erste Band einer Reihe. Wobei die Weiterführung bisher noch nicht betitelt wurde.
Anna Sheehan beschreibt hier eine sehr, sehr, sehr moderne Dornröschen-Adaption. Okay, im Prinzip ist nur der lange Schlaf, die Prinzessin und der "Kuss" identisch. Nichtsdestotrotz ist Während ich schlief ein so wunderbares, futuristisches Märchen. Der Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen und zieht einen vom ersten Wort, den ersten Sätzen direkt in die Geschichte.
Die Story beginnt ohne viel Vorplätschern. Es wird erst mal nicht groß erklärt, was genau passiert, bzw. passiert ist, sondern der Leser beginnt mit Rose an dem Punkt ihres 'Erweckens'. Das ist gut, denn als Leser ist man ähnlich orientierungslos in dieser Zeit wie Rose. So lernt man mit ihr diese Zeit, die Gepflogenheiten, die (neumodischen) Ausdrücke und den Aufbau kennen. Nicht in einer großen Protion, sondern löffelweise. Was ich als sehr gut empfand, denn so setzt sich das Wissen, geht irgendwie tiefer und wird auch - ein bisschen - verständlicher.
Nach den ersten Seiten und dem Klappentext, hatte ich eine Ahnung, wie Während ich schlief werden könnte. Kaum etwas davon bestätigte sich. Angefangen hat es beispielsweise mit Rose. Ich hatte so ein Bild einer verwöhnten, hochnäsigen Prinzessin im Kopf. Vielleicht auch ein sehr gefestigter und starker Charakter. Ein Mädchen voller Emotionen. Doch Rose ist beinahe das komplette Gegenteil. Anfangs konnte ich sie nicht recht einschätzen. Sie wirkt (nicht nur durch den langen Schlaf) sehr zerbrechlich, in sich gekehrt und eher empfindlich. Auch ihr Auftreten ist nicht harsch oder aufbrausend, sondern bedacht und ruhig. Rose hat alles verloren und natürlich ist sie traurig, entsetzt und fassungslos. Aber all das spielt sich mehr in ihrem Innern ab und weniger "außen".
Rose ist einfach ein wahnsinnig toller Charakter, der sich vom zerbrechlichen Samen zur biegsamen Knospe bis hin zur aufblühenden Rose entwickelt, die eben nicht nur "schön" ist. Ihren Werdegang zu verfolgen, ihre Wandlung, ihre Versuche sich anzupassen und das Leben wieder aufzunehmen, die Verarbeitung ihrer Vergangenheit - kurz: Man entwickelt sich mit Rose. Man leidet mit ihr. Manchmal ist es schwer, vor allem am Anfang, ihr Verhalten nachzuvollziehen. Aber das wird Stück für Stück aufgelöst.
Tja, Roses Eltern... sind ein Dreh- und Angelpunkt in der Geschichte. Spätestens als sie das zweite Mal (in Roses Erinnerungen) auftauchten, habe ich mein Urteil gefällt: Ich mag sie nicht. Anders: Sie sind krank! Aber genau das macht die Geschichte, finde ich, so... lebendig, so vereinnahmend. Denn sie hat gute Charaktere. Charaktere, die man mag, die man langsam ins Herz schließt, die man nicht mag und die man einfach nur abartig findet.
Ein bisschen hat mich das Buch an Zweiunddieselbe erinnert. Doch Während ich schlief ist viel einnehmender, spannender, es geht etwas mehr unter die Haut, regt dafür aber ein bisschen weniger zum Nachdenken an.
Das Ende ist soweit, finde ich, abgeschlossen. Es lässt sicherlich Raum für mehr, aber im Grunde ist alles gesagt und weitgehend aufgelöst.

Kurz: Überwältigend. Mit den wichtigsten Dornröschen-Elementen, einer dicken Portion Zukunftsvision und lebendigen, eckig-runden Charakteren zieht die Autorin den Leser wirklich in ihre Geschichte hinein und lässt ihn nicht mehr los.

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(249)

463 Bibliotheken, 5 Leser, 13 Gruppen, 103 Rezensionen

tod, krebs, monster, trauer, krankheit

Sieben Minuten nach Mitternacht

Patrick Ness , Siobhan Dowd , Bettina Abarbanell , Jim Kay
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei cbj, 29.08.2011
ISBN 9783570153741
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Conor hat einen seltsamen Traum. Er träumt von einem Baummonster, das er nicht recht ernst nehmen kann - als Monster. Es kommt immer Sieben Minuten nach Mitternacht.
Doch warum taucht es auf? Warum ist es da? Was will es von Conor?
Aber der junge Conor muss sich nicht nur mit dem nächtlichen Monster herumschlagen. Denn Conors Mutter ist krank. Sehr krank.

Ich möchte als aller erstes ein Zitat aus dem Vorwort anbringen: "Jetzt bist du dran. Lauf los. Stifte Unruhe. (...) Stiften Sie Unruhe."
Es war so bezeichnend für diese Geschichte, die so... anders und mit so viel Herz und Gefühl erzählt wird ohne es direkt anzugehen.
Zuerst einmal fallen einfach diese tollen Illustrationen auf! Da hat sich Jim Kay, der Illustrator, wirklich selbst übertroffen. Sie wirken einfach genau wie die Geschichte selbst: Bedrohlich, düster, aber doch auf ihre ganz eigene Art - lebendig. In der Leseprobe kann man sich davon überzeugen, wie toll da gearbeitet wurde. Beinahe auf jeder zweiten Seite finden sich größere und kleinere Bilder. Besonders toll fand ich das "Monster".
Die Sprache hat zudem ihren ganz eigenen Zauber. Ich will das jetzt gar nicht zerpflügen, denn das wäre einfach falsch. Ich kann nur so viel sagen, dass ich selten einen so poetisch und doch klaren Schreibstil erlebt habe, der trotz seiner "Andersartigkeit" dermaßen ins Kopfkino zieht, dass man denkt, man träume selbst vom "Monster".
Ab der ersten Seite berührt die Geschichte um Conor den Leser sanft und zart. Sie ist düster, ein bisschen gruselig, was von den Bildern noch mal unterstrichen wird, aber auch auf eine beinahe so unheimliche Art lebendig und kraftsprühend, wie es nichts anderes sein kann. Es regt definitiv zum Nachdenken an.
Das "Monster" erzählt Conor drei Geschichten, um Conor mehr oder weniger eine Lektion zu erteilen. Anfangs musste ich an Scrooge aus der Weihnachtsgeschichte denken. Doch die Geschichte dienen nicht dazu Mitgefühl zu erregen.
Vielmehr kann und will ich auch gar nicht sagen, denn ich finde keine Worte wären gut genug um zu beschreiben wie wunderbar und fantastisch dieses Buch ist!

Kurz: Wortlos. Überwältigend. Lebendig. Wunderschön.

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(306)

600 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

engel, liebe, vampire, erzengel, fantasy

Gilde der Jäger: Engelsblut

Nalini Singh , Cornelia Röser
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 04.11.2011
ISBN 9783802585951
Genre: Fantasy

Rezension:

Kurz nach Elenas und Raphaels Rückkehr ereignen sich mysteriöse Vorfälle: Naturkatastrophen, Vampire im Blutrausch und grauenhafte Morde. Elena versucht dem Mörder auf die Spur zu kommen, aber Raphael ahnt, was die Zeichen bedeuten: Ein uralter Engel erwacht, aber nicht irgendeiner.
Die beidengehen Intrigen und Spuren nach und versuchen einem drohenden Übel entgegen zu wirken.

Der dritte Band der Gilde der Jäger Reihe.
Ich finde es immer noch sehr schön, wenn eine Serie von den gleichen Charakteren handelt. Oder zumindest ist es eine tolle Abwechslung zu den wechselnden Paaren. So lernt man nämlich die Charaktere wesentlich besser kennen und erfährt einfach mehr von ihnen. Hier allen voran Elena und Raphael, aber auch über Illium und die anderen Sieben von Raphael.
Abwechselnd wird aus Elenas und Raphaels Sicht erzählt. Elena ist nach wie vor ein sehr starker Charakter, wobei ich diesmal aber das Gefühl hatte, dass sie auch sehr zerbrechlich ist. Genau das meinte ich oben mit "besser kennen lernen". Ich glaube, wenn sich Elena in einem Band so entwickelt hätte, wäre das sehr unglaubwürdig. Genauso Raphael der langsam etwas weichere Züge (natürlich nur in Elenas Gegenwart) annimmt.
Das Mysterium oder besser gesagt die Mysterien (die Wetterumschwünge, das drohende Erwachen eines (ur) alten Engels, die ausgeflippten Vampire, die Morde) ziehen sich wie ein dichtes, verknotetes Band durch das gesamte Buch. Größtenteils wird erst zum Schluss eine Erklärung abgegeben, was es nun mit allem auf sich hatte.
Das Ende, bzw. die ganze Geschichte ist mehr wie ein Aufglimmen vor dem eigentlichen, alles verzehrenden Feuer. Obwohl mir der Band wieder gut gefallen hat, hatte ich schon ein bisschen Schwierigkeiten damit. Es schwelte irgendwie ohne wirklich richtig Feuer zu fangen. Es liegt wohl auch daran, dass ich an Singh sehr hohe Ansprüche stelle. Insgesamt hat mir einfach dieser Funken gefehlt, der die Geschichte auflodern ließ. Etwas mehr Action oder mehr Spannung vielleicht, mehr Geheimnisse, die nicht gleich zu durchschauen sind.
Es klingt eher negativ, aber das ist es ganz und gar nicht. Meiner Meinung nach hat sich der Band mehr auf die Charaktere konzentriert, wenn auch deren Beziehung und Handlungen oftmals etwas 'verknotet' waren. Aber der große Vorteil ist einfach, dass man die liebgewonnenen Protagonisten einfach noch besser kennen lernt, noch 'tiefer' in ihre Vergangenheit eindringt, versteht, wie sie so geworden sind wie sie sind und dennoch noch nicht alles über sie weiß.

Kurz: Eine Fortsetzung, die in meinen Augen ein ganz klein wenig schwächelt. Doch wer Elena, Raphael und die anderen genauso ins Herz geschlossen hat wie ich, der wird trotzdem seine Freude dran haben. Es ist mehr eine Art Auftakt zu einem noch gewaltigerem Abenteuer. So kam es mir jedenfalls vor.

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(12.202)

16.170 Bibliotheken, 59 Leser, 28 Gruppen, 324 Rezensionen

fantasy, harry potter, magie, hogwarts, zauberei

Harry Potter und der Stein der Weisen

Joanne K. Rowling , Klaus Fritz
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.07.1998
ISBN 9783551551672
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Harry lebt, seitdem seine Eltern gestorben sind, bei seiner Tante Petunia, ihrem Mann Vernon und seinem Cousin Dudley. Von den Dursleys wird er nicht gerade freundlich behandelt, eher wie ein geduldetes Insekt.
Doch alles ändert sich. Kurz vor seinem elften Geburtstag geschehen seltsame Dinge. Harry bekommt einen Brief, den ihm sein Onkel aber gleich wegnimmt. Doch der Brief bleibt hartnäckig und sucht Harry immer wieder auf - egal wo die Familie auch hingeht.
So erfährt Harry schlussendlich an seinem Geburtstag, dass er ein Zauberer ist und ab dem kommenden Schuljahr auf die Zaubererschule Hogwarts gehen soll. Auf dem Weg zum Internat und auch dort findet Harry ein Zuhause, Freunde, aber auch den Anfang eines großen Abenteuers...

Der erste Band der Harry Potter Reihe.
Tatsächlich habe ich diesen Band zum ersten Mal gelesen, obwohl ich die Bände drei bis sieben bereits regelrecht inhaliert habe. Der Schreibstil, das hat mich mit am meisten überrascht, ist wie in den Nachfolgern: Fantastisch, lebendig, großartig, flüssig. Rowling schafft es schon mit ihrem ersten Werk den Leser vollkommen für sich, bzw. vielmehr für Harry und seine Welt zu gewinnen.
Auch oder obwohl ich den Verlauf der Geschichte bereits kannte, war der Band unheimlich spannend. Mit Harry Potter und der Stein der Weisen bin ich wieder ganz tief in Harrys Welt eingetaucht und er hat mich - nach wie vor - vollkommen verzaubert.
Natürlich mag ich die Charaktere - oder habe eine Abneigung gegen sie, was ja auch ganz im Sinne der Geschichte ist. Mir kamen Harry & Co aber doch recht "reif" und gefasst für ihr Alter vor. Auch Harry nimmt die Tatsache, dass er ein Zauberer ist recht gelassen auf. Er zweifelt zwar, aber irgendwie kam dieser Zweifel bei mir nicht ganz rüber. Vielleicht auch, weil ich die Nachfolger schon kannte/kenne.
Trotz des Altersunterschieds zwischen Harry und mir konnte ich auf jeder Seite vollkommen mitfiebern. Mir gefallen zwar die späteren Bände besser, aber nicht, weil Harry dann älter ist, sondern weil es einfach noch spannender und mysteriöser wird.
Ein weiterer Punkt (ich möchte nicht Vor- oder Nachteil sagen...) ist, dass ich diesmal auch Snape in einem anderen Licht sehe, kenne ich doch seine wahren Beweggründe.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel Spaß an diesem Teil haben könnte, denn ich hatte Bedenken, dass Harry doch etwas jung ist und ich es eher 'langweilig' finden würde. Aber diese Bedenken konnte ich vollkommen beiseite wischen.

Kurz: Die Charaktere und die Welt, ihre Gegeben- und Gepflogenheiten sind einfach nur phantastisch. Die Reihe sollte einfach in keinem Buchregal fehlen - auch wenn man dem skeptisch gegenüber steht (wie ich anfangs). Aber die Detailverliebtheit, die Protagonisten mit ihren ganz 'realen' Ecken und Kanten überzeugen einfach auf ganzer Linie und entführen nur zu gern in die magische Welt!

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