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552 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 177 Rezensionen

amoklauf, schule, trauer, mobbing, freundschaft

Es wird keine Helden geben

Anna Seidl , Cornelia Niere
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.01.2014
ISBN 9783789147463
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Du hörst einen Schuss und versteckst dich in der Toilette, denn du weißt, wenn er dich findet, bist du wahrscheinlich tot. Miriam will eigentlich gerade in die Pause gehen, da passiert ihr genau das. Danach ist nichts mehr, wie es war und ihre Welt droht auseinander zu brechen. Denn wie soll sie ihr Leben weiterleben zwischen all den Schuldgefühlen, der Wut und der Hoffnungslosigkeit?



Die Protagonisten

Die Ich-Erzählerin Miriam ist geradeheraus und für ihr Alter sehr selbstreflektierend, was wohl auch dem Umstand des Amoklaufs zuzuschreiben ist. Allerdings ist sie mir ein bisschen zu dreist am Anfang bzw. in der Rückschau ihrer Tage vor dem Ereignis. Sie weiß, dass sie gewisse Dinge besitzt, die andere Menschen nicht haben und das spielt sie auch aus.

Ihre Freundinnen sind sehr verschieden, und wie Miriam später mit ihnen interagiert, macht einen wesentlichen Teil dessen aus, was die gesamte Person Miriam sichtbar macht.

Die anderen Schüler sind eher Streiflichter, weil sie sich nicht alle in Miriams Radius befinden. Dafür lernt man aber ihre Eltern kennen und so wird manch anderes klar, was vorher noch sehr im Schatten lag.



Kulisse

Nun ist die Kulisse sehr eingeschränkt, denn Miriam ist erst mal sehr traurig und bleibt lange Zeit Zuhause. Aber die Schule konnte ich mir gut vorstellen und die anderen Dinge sind auch so gut beschrieben, dass ein Bild in meinem Kopf entsteht.



Handlung

Der Anlass selbst, der Amoklauf ist sehr kurz dargestellt und erst habe ich mich gewundert, denn ich habe es wie immer gehalten: kein Klappentext vorher und keine, irgendwo zu lesende Meinung oder ähnliches. Ich war nicht darauf vorbereitet, dass Miriam mehr darüber nachdenkt, als das wirklich etwas passiert. Aber am Anfang gefällt mir das sehr gut. Der Leser merkt, was sie mitgenommen hat, was sie verwirrt hat und durch ihre offenen Gedanken merkt man auch, dass es eine schwierige Situation ist. Die Ich-Perspektive ist aber auch sehr ungewöhnlich und ich kann mir vorstellen, dass viele mit ihr ein Problem haben werden, denn auch ich musste mich erst darauf einstellen.

Was mir dann nicht gefallen hat, waren die Reflexionen über den Amoklauf, die sehr eigensinnig und egoistisch dargestellt sind. Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich Miriam meine Meinung sagen will. Außerdem bewirkt ihr Verhalten manchmal, dass ich wahnsinnig gereizt bin.

Immer dann, wenn sie sich um andere Menschen kümmert, kommt es mir so vor, dass sie es nur macht, um sich selbst besser zu fühlen. Es ist klar, dass ich die Situation nicht zu 100% nachvollziehen kann – Gott bewahre! – aber irgendwie habe ich mir so ein Buch anders vorgestellt.



Die Gestaltung

“Es wird keine Helden geben” ist ein außergewöhnlicher Titel, der aufmerksam macht, denn es ist so, wie Miriam selbst sagt: In Filmen gibt es immer den einen Helden, der alle rettet.



Die Bewertung

Die Meinungen gehen weit auseinander und trotzdem bin ich es, die sich fehl am Platz fühlt, denn ich vergebe nur drei Sterne. Miriam war mir an vielen Stellen zu selbstbezogen. Die schwarzen Seiten von den Jugendlichen allgemein werden viel zu kurz dargestellt und ich finde der Sündenbock bleibt immer derselbe. Dabei nehme ich Amoklaufschützen nicht in Schutz, ganz im Gegenteil. Aber wenn das Buch versucht schon beide Seiten zu zeigen, sollte es sachlich bleiben und auch Matias nicht ganz vergessen.

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225 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

indien, adoption, amerika, familie, armut

Geheime Tochter

Shilpi Somaya Gowda , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.08.2012
ISBN 9783462044454
Genre: Romane

Rezension:

Zwei Familien, die für immer verbunden sein werden, haben einen schweren Weg vor sich. Somer, weil sie keine Kinder bekommen kann und ihre Ehe stark darunter leidet und Kavita, die nicht weiß, was sie tun soll. Ihre Tochter sollte eigentlich ein Junge sein, wenn es nach ihrem Mann ginge und so tut sie das einzig Richtige: Sie gibt ihr Kind zur Adoption frei …


Es existiert eine Hülle von Personen, die zum Teil auch noch schwer zu merkende Namen haben, denn indische Namen sind nicht immer leicht zu merken. Und so komme ich manchmal ins Trudeln, wenn ich eine indische Bekannte kennenlerne. Aber es ist tatsächlich alles vertreten.

Somer, die jahrelang für ihren Wunsch kämpft und meint nur damit wäre ihr Leben perfekt. Ich, als außenstehende Leserin hatte immer das Gefühl, sie hätte alles was das Herz begehrt. Dann wäre da noch ihr Mann, der eher ruhig ist, aber manchmal auch ganz schön starrköpfig.

Auf der indischen Seite des Buches ist alles viel exotischer, aber realer und handfester. Die Familie von Kavita lebt von recht wenig um so drastischer finde ich die Maßnahmen ihres Mannes für die ich ihn noch seitenweise hassen werden.


Die Kulisse ist schön aufgeteilt, damit auch der fernöstliche/westliche Konflikt in die Geschichte mit hineinspielen kann. Erwartungsgemäß bekommt der Leser einen recht guten Einblick in die reichen Familien Indiens. Der Blick in die nicht so rosigen Ecken fällt mir persönlich etwas zu kurz aus.



Zwei Familien, die sich eigentlich gar nicht kennen, lernt der Leser aber sehr gut kennen. In Abschnitten, die sich immer wieder abwechseln, werden beide Familiengeschichten erzählt. Ich erfahre also, warum Kavita ihr Kind abgeben muss, wie es ihr danach ergeht und noch viel mehr.

Als Kontrast lebe ich mit Somer in San Francisco und ärgere mich oft über ihre Engstirnigkeit und die Ruhe ihres Mannes. Wie die beiden Familien immer mehr miteinander zu tun haben werden, verrate ich hier nicht. Nur, dass die Autorin es sehr geschickt gelöst hat und dadurch sogar noch mehr Konflikte behandeln kann, die in einer Familie auftreten.



Das Buch verfügt über ein Schönwetter-Cover, versteckt dahinter aber eine Geschichte, die auch dunkle Seiten hat.


“Die geheime Tochter” hat 3-4 Bücherpunkte verdient. Ich habe bei gewissen Schicksalsschlägen sehr gelitten. Hätte mir aber etwas weniger Theatralik gewünscht, wenn es um die indische, arme Familie geht.

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(5.077)

7.117 Bibliotheken, 84 Leser, 13 Gruppen, 552 Rezensionen

träume, kerstin gier, silber, liebe, fantasy

Silber - Das erste Buch der Träume

Kerstin Gier
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 20.06.2013
ISBN 9783841421050
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was tust du, wenn deine Träume plötzlich real werden? Liv träumt eigenartige Sachen, aber es sind nur Träume, da muss sie sich keine Sorgen machen. Aber als sie die vier Jungs aus ihrem Traum in ihrer Schule wieder trifft, die ihren Namen kennen und noch einiges mehr, wird ihr doch ein bisschen mulmig zumute. Hat sie vielleicht gar nicht geträumt?



Mh, was hält man von Liv? Im ersten Moment halte ich nicht viel von ihr, sie wirkt ein bisschen neunmalklug, hält sehr viel von sich, aber nicht von Jungs. Aber mit der Zeit wird sie immer sympathischer, vor allem wenn sie beginnt, mit anderen Menschen zu interagieren. Sie ist nett zu den Jungs, obwohl sie ein freches Mundwerk hat und auch austeilen kann. Wenn sie mit ihrer kleinen Schwester umgeht, ist sie liebevoll. Aber sie kann auch ein Schlitzohr sein, wenn es um Träume und Türen geht. Sie hat einige Jungs zur Auswahl, da ist die Bandbreite nicht wirklich begrenzt.

Vom liebenswerten Chaot bis zum schweigsamen Helden, ist alles dabei. Da hat die Autorin tief in die Mottenkiste gegriffen und ich wusste nicht, welchen von den Jungs ich lieber mag. Namensfavorit ist Grayson, den Namen mag ich schon seit einigen anderen Büchern


Die Schule ist nicht wirklich interessant. Es ist einfach der Ort, an dem Liv merkt, da stimmt etwas nicht. Ich bin fast etwas neidisch, denn sie trofft die hübschen Jungs aus ihrem Traum wieder, ich habe meine “Traummänner” noch nie im wahren Leben getroffen

Viel interessanter und auch phantasievoller gestaltet Kerstin Gier den langen Korridor der Türen und die Träum, die Liv hat. Da gerät der Leser selbst ins Träumen und will, dass einige Träume wahr werden.


Türen, die in Träume führen – ein aufgewecktes Mädchen – und Jungs, alle Bestandteile sind in dieser turbulenten Geschichte vereint , die aber erst mal mit leisen und gemächlichen Schritten daher kommt. Am Anfang fragte ich mich, ob da noch irgendetwas passiert, denn ich gebe zu, so viel wie in “Rubinrot” passiert nun nicht. Das Buch wird es zum Ende hin spannend, brilliert aber vorher mit dem Setting und den Gesprächen der Jugendlichen.

Die Charakterentwicklung kann ich bei diesem Buch wirklich nur genießen. Als Liv auch noch eine neue Stieffamilie ertragen muss, wächst sie stetig in ihrem Verhalten und ihrem Umgang mit den anderen Familienmitgliedern. Es ist keine einfache Situation, die manchmal auch in komischen Situationen endet, aber Liv ist nicht auf den Mund gefallen und kann sich wehren.

Als Auftakt ist dieser erste Band völlig in Ordnung, denn er stellt die Personen ausführlich und witzig vor, lässt den Leser sanft in die Geschichte eintauschen und am Ende sogar etwas hilflos zurück, denn so ganz wollte ich mich nicht von Liv verabschieden.


Ich glaube, jeder, der dieses Buch gelesen hat, hat sich seine Traumtür vorgestellt. Wird sie zwei Schlösser haben oder nur eins? Ist sie blau, grün oder bunt? Passend dazu sticht der Buchumschlag ins Leserherz, und auch wenn ich nur das Buch in der Hand hatte, hat mich die Gestaltung fasziniert.

Ich habe mich mit der Edelsteintrilogie nicht anfreunden können. Ich habe auch die Frauenromane zum Teil gelesen und sie nicht gemocht. Und dann kommt Kerstin Gier einfach, knallt mir eine Traumtür vor die Nase und ich bin völlig fasziniert. So kann auch der größte Skeptiker überzeugt werden: tolle Protagonisten, eine traumhafte Idee und eine Geschichte, die weiter geht …

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

südstaaten, glaube, 19. jahrhundert, plantage, sklaven

Am Anfang eines neuen Tages

Lynn Austin , Dorothee Dziewas
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 04.01.2013
ISBN 9783868273632
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Weatherlys hatten alles – wunderschöne Tochter, eine große Plantage, einen stolzen Sohn und viele Sklaven. Doch dann kam der Krieg, die Männer mussten in den Krieg und starben, Besitz ist nicht mehr wichtig. Josephine, ihre Schwester Mary und ihre Mutter kämpfe,n um wieder etwas Normalität einkehren zu lassen. Aber was passiert, wenn ein Südstaatler und ein Nordstaatler sich verstehen, wenn die Sklaven die Farm verlassen und Missgunst die Seelen verpestet?


Der Leser ist sofort gefesselt, denn selten trifft er so einen starken und hingebungsvollen Charakter wie die junge Josephine. Sie ist anders, denn ihre Mutter hat Angst vor Veränderungen und sieht den Wandel ihrer Welt nicht und ihre Schwester ist noch zu jung, um einige Dinge zu verstehe. Josephine will die Ärmel hoch krempeln und sich nichts sagen lassen. Nicht immer funktioniert es so gut, wie sie gerne möchte. Aber manchmal geht sie mit dem Kopf durch die Wand und das gefällt mir.

Auch sehr schön waren die Darstellungen des Sklavenlebens und der Sklaven selbst. Mir wurde immer wieder vor Augen gehalten, wie sehr sie Menschen sind, die jahrelang gelitten haben, um zu dienen. Immer wieder merkt man, dass Josephine ihnen helfen möchte, aber nicht kann und darf.

Die anderen “weißen” Charaktere waren alle sehr gut abgestimmt. Einer böse, einer zweifelnd konnte ich mich gut mit ihnen identifizieren und/oder sie hassen.


Virginia als Kulisse in der Zeit des Bürgerkriegs reizt mich immer. Nicht nur seit “Vom Winde verweht” ist das eine Thematik, die viel Aufsehen erregt und gut verarbeitet werden kann. Mehr nebenbei werden ihr einige Wälder beschrieben, denn die Handlung spielt meist auf der Farm der Weatherlys oder in der kleinen Stadt.



Ein Krieg verändert vieles und auch der Bürgerkrieg und das Ende der Sklaverei ist vielen ein Begriff. Doch dieses Buch wirft einen viel eindringlicheren Blick auf die Veränderungen der Sklaven, als es alle Romane bisher getan habe. Sie wirken manchmal so verzweifelt und allein gelassen, dass der Leser mit ihnen leidet, aber auch mit ihnen nachdenkt.

Zusätzlich zu der Sklaventhematik gibt es etwas Liebe gemixt mit starkem Willen. Außerdem entwickeln sich fast alle Charaktere sehr stark innerhalb der Geschichte. Diese Veränderungen sind aber nicht willkürlich, sondern sind gut nachvollziehbar und liebevoll durchdacht.


Am der Gestaltung des Covers gibt es nicht viel zu meckern. Es passt zum Inhalt und auch Josephine ist recht gut getroffen, meine Vorstellung von ihr kommt der Dame auf dem Umschlag sehr nahe.

Wie immer schafft Lynn Austin es kirchliche Werte zu vermitteln, ohne aufdringlich zu wirken. Sie sind eigentlich so nebensächlich, dass sich niemand davon abschrecken lassen sollte. Die Kulisse und die Charaktere bilden ein harmonisches Bild und die Geschichte lädt dazu ein, lebendig in dieser Zeit zu versinken und gerührt wieder nach der letzten Seite aufzutauchen.

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74 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

fibelscheibe, suche, archäologie, ilyas, liebe

Assassino

Gerd Ruebenstrunk
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 05.03.2013
ISBN 9783760786810
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kati und Chris machen sich wieder einmal auf die Suche nach einem Schatz. Katis Vater sucht eine Fibelscheibe, die sehr, sehr wertvoll sein soll. Doch wo kommen plötzlich die Männer her, die Kati angreifen? Und wer ist dieser sonderbare Ilyas? Eine spannende Reise beginnt, die sehr gefährlich für Kati wird ...


Ich habe selten so einen ambivalenten Charakter erlebt, wie in diesem Buch. Kati hat mich wahnsinnig gemacht mit ihren Gefühlsschwankungen und ihrem kindischen Verhalten. Sie hat einen hohen IQ benimmt sich aber manchmal, wie ein Kleinkind. Als klar wird, dass ihr Vater nicht immer die Wahrheit gesagt hat und auch andere Dinge passieren, die sie nicht mag, weint sie nur noch. Anstatt mit anzupacken, igelt sie sich ein.

Auch eine Gefühlsentwicklung kann ich nicht nachvollziehen. Klar Hormone machen alles schwieriger, aber ich brauche eine wirklich nachvollziehbare Entwicklung, wenn es um das Zusammenspiel von Charakteren geht.

Chris ist das Gegenteil zu Kati. Während sie nicht nachvollziehbar mit dem Herzen denkt, ist es Chris, der mit dem Kopf handelt und vorher nachdenkt. Zwar ist er auch als Mensch kaum nachvollziehbar, weil er sich leicht beeinflussen lässt und schnell eifersüchtig ist, aber ein bisschen normales Verhalten hat er schon an sich.

Spoilerabsatz, bitte markieren, wenn Ihr ihn lesen wollt:

Und dann wäre da noch Ilyas, über den ich noch einige Worte verlieren muss. Das erste Kapitel, in dem er auftaucht, ist einfach der Wahnsinn. Geheimnisvoll, prickelnd geschrieben hatte ich richtig Lust mehr über ihn zu erfahren. Leider bleibt es bei diesem einen tollen Kapitel, denn Ilyas ist nur mürrisch und benimmt sich passend zu Kati, sehr unpassend.


Ich liebe die Kulissen von Gerd Ruebenstrunk und genau diese ist es auch, die die Geschichte vor dem totalen Absturz bewahrt. Es sind immer außergewöhnlich Kulissen sowie hier zum Beispiel: Dubrovnik. Der Charme, der Stadt hat mich auch gleich gefangen genommen, dass der Autor sehr gute und detaillierte Beschreibungen liefert. Auch in den späteren Städten sind es die Kleinigkeiten, die diese lebendig machen. Manchmal erscheint die Kulisse sogar lebendiger als die Figuren selbst.

"Komm, wir suchen einen Schatz!" - und dann verlieren wir uns in zwischenmenschlichen, komischen Beziehungen und wissen nicht weiter. So ähnlich kann dieses Buch beschrieben werden, denn die anfängliche Schatzsuche verkommt zu einem, am Rand der Geschichte, dümpelnde Kleinigkeit. Schade, denn die Idee, wenn sie später im Buch wieder aufgegriffen wird, ist keine schlechte, noch dazu ist der Cliffhanger mörderisch. Aber was es so wirklich mit der Fibelscheibe auf sich hat, vermag der Leser in weniger als drei Sätzen zu erfahren. Der Rest der Geschichte besteht aus Liebeskummer, Heulattacken und böse Gedanken gegen Menschen, die nicht immer die Wahrheit gesagt habe.

Unter einem Archäologie-Roman habe ich mir etwas anderes vorgestellt. Außerdem hatte ich am Anfang der Geschichte das Gefühl mir fehlt eine Vorgeschichte. Der Einstieg gab mir das Gefühl, dass ich ein Buch "davor" verpasst hätte, denn sie Figuren wirkten eingespielt und schon sehr Abenteuer erfahren. Erst nach etlichen Seiten konnte ich dieses Gefühl beiseite räumen und mich auf die Geschichte einlassen.


Die Buchgestaltung ist wirklich ein Hingucker. Die Person auf dem Cover schaut den Leser sehr lebendig an und die Schrift ist einfach toll gewählt.

Ich vergebe schweren Herzens etwas zwischen 2-3 Bücherpunkten. Die Kulisse ist wirklich genial, aber die unausgereiften Charaktere und die kurze Suche nach der Fibelscheibe haben mir gar nicht gefallen. Wer eine spannende Suche mit Gerd Ruebenstrunk erleben möchte, wendet sich an die Arthur-Bände, dich ich nur empfehlen kann.


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102 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

tod, thriller, jugendbuch, wandern, liebe

Slide - Durch die Augen eines Mörders

Jill Hathaway , Susanne Goga-Klinkenberg
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 26.09.2012
ISBN 9783841421494
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vee hat es nicht leicht – sie leidet unter Narkolepsie. Mitten im Unterricht schläft sie einfach ein. Doch dahinter verbirgt sich ein Geheimnis, denn Vee schlüpft in fremde Körper und sieht durch deren Augen. Bei einem dieser Ausflüge macht sie eine grausige Entdeckung: Die Freundin ihrer Schwester wird ermordet und Vee ist im Körper des Mörders …


Vee ist mir sofort ans Herz gewachsen. Durch ihre miese Stimmung und ihre Probleme ist sie es, die mich trotzdem zum Lachen bringt. In jedem Satz spürt man, dass sie ihr Leben nicht mag. Aber wenn sie mit ihrem besten Freund zusammen ist, ist da ein Glitzern in ihren Augen und sie hat manchmal sogar Spaß. Ihre Sorgen sind einfach zu groß und zu schwer.

Rollins, ihr bester Freund, war ein netter Charakter, der sich sehr um seine Freundin bemüht hat. Er war ein bisschen wie Sonnenschein, der hinter Wolken hervorbricht.


Amerikanische Highschool, die mir diesmal fast gefallen hat. Später im Verlauf der Geschichte finde ich es spannender in die anderen Körper zu schlüpfen und durch deren Augen zu sehen. Der Blickwinkel ist immer anders und dem Leser fallen nun auch Kleinigkeiten auf, die sonst verborgen wären.

Es ist ein Thriller, denn es geschieht ein Mord. Aber da ist auch noch die Fantasy-Komponente mit den Körperwanderungen, die dieses Buch zu etwas Besonderem machen. Außerdem legt die Geschichte viel wert auf die Gefühle der Protagonisten. Vee ist sehr einsam und traurig. Außerdem macht sie sich schnell Sorgen um ihre Freunde und um ihre Schwester.

Die Komponenten ergeben eine gute Mischung, sodass nie der Thriller oder die einfache Freundschaftsgeschichte dominieren kann.

Grüne Augen als Spiegel der Seele – sehr passend, dass auch auf dem Cover die Augen im Mittelpunkt stehen. Der Bröckel-Effekt in Vees Gesicht hat mich auch gut gefallen.

Das Buch wählte ich im genau richtigen Augenblick als Lektüre aus. Mich packte die Geschichte und spuckte mich erst nach der letzten Seite wieder in mein Leben zurück. Zwar ist das Ende etwas vorhersehbar, wofür ich auch einen Bücherpunkt abziehe, aber sonst ist es eine Geschichte, die nicht allzu viel Spannung braucht, um brillant zu sein.

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73 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

berlin, sommer, mops, liebe, hummer

Ein Hummer macht noch keinen Sommer

Tanja Wekwerth
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 17.06.2013
ISBN 9783442478125
Genre: Liebesromane

Rezension:

Natalie Schilling ist verrückt! Im Keller bekommt sie Angstattacken, ihre eigene Büchersendung mag sie nicht und auch ihre Kolumnen hängen ihr zum Hals raus! Dabei könnte das Leben so schön sein. Verzweifelt wendet sie sich an einen Psychiater. Aber was passiert, wenn dieser sich nicht selbst therapieren kann, Hummer die bevorzugten Tiere sind und ein Mops Flatulenz hat?

Natalie kann der Leser nur mögen. So verdreht und verkorkst, wie sie ist, hat sie etwas von allen Frauen dieser Welt. Oft nicht zufrieden, aber mit einigen netten Jobs gesegnet, würde ich ihr sofort die Hand reichen. Oft handelt sie, ohne nachzudenken, ist rasant an einem neuen Ort und der Leser merkt: Sie liebt Berlin! Die Touren, die sie in Cafés beginnt oder beendet, sind manchmal katastrophal, mal liebenswert und sehr, sehr oft steht die Gute auf der langen Leitung. Und ich habe immer gehofft, dass sie manche Dinge etwas schneller versteht!

Theodor, der Psychiater ist mir sympathisch. Wenn er seine Gefühle nicht unter Kontrolle hat oder bei Mutti sitzt, wird mir ganz warm ums Herz. Er tut mir zwischendurch auch immer sehr leid, weil sein Leben gerade nicht so einfach ist. Und manchmal wirkt er sehr fehl am Platz, wenn er Met trinken soll oder telefonieren muss.

Der Rest der Truppe ist wirklich sehr bunt zusammengewürfelt und sogar ein Kind fehlt nicht. Die Gruppe agiert sehr locke miteinander, es kommt zu einigen Verwicklungen und sie sind alle liebenswert.

Berlin im Sommer, mit tollen Wohnungen am Lietzensee, mit vielen Cafés und toller Stimmung. Einmal war ich erst in Berlin und damals mochte ich es nicht wirklich. Jetzt, nach der Lektüre, habe ich Lust einmal auf den Wegen von Natalie zu wandeln und vielleicht auch Bücher im See zu ertränken. Oder einfach gemütlich in einem Café sitzen und Prosecco trinken. Mit der süßen Idee ein Verzeichnis aller Cafés und Plätze habe ich sogar die Möglichkeit ganz genau zu wissen, wo Natalie überall war.

Vornehmlich geht es um eine Sinnkrise von mindestens drei Personen, zeitweise sogar glaube ich, dass alle Protagonisten eine Sinnkrise haben. Das ist vielleicht anstrengend! Außerdem geht es um eine Frau, die jemanden liebt, Bilder, die nicht verkauft werden und viele unnütze Dinge. Unnütze Dinge? Ja, zum Beispiel Gartenzwerge, Gollums, Keller, Vampirbücher, Selbsthilfebücher und die Liebe. Na und um Natalie, die wie aus dem Leben gegriffen älter wird, kauziger und eine extrem verstörende Lebenseinstellung hat. Teilweise habe ich sehr gelacht, denn Tanja Wekwerth schafft es schrullige Gespräche zu schreiben, Tiere weglaufen zu lassen und Gartenzwerge zu "dem" Bösen werden zu lassen. Eine Kunst, wenn man mich fragt, denn so witzig fand ich einen Frauenroman schon lange nicht mehr.

Ich lasse euch mal an meiner Leserunde teilhaben und zeige euch etwas von meinem Fazit:

"Alles in allem hat mich die Geschichte oft schmunzeln lassen und hat mir gut gefallen. Danke für den Hummer, den Mops und ein himbeerrotes Berlin!"


Das Cover:

Pink und ein Mops - nicht immer gefällt mir die Covergestaltung bei Frauenromanen. Warum können die nicht auch mal schwarz sein und trotzdem Fröhlichkeit und Bezug zum Genre ausstrahlen? Aber das ist nur meine Ansicht, ich glaube, das Cover fällt auf und macht dem Mops im Buch alle Ehre. Außerdem gefällt mir das Verzeichnis der Geschäfte.


"Ein Hummer macht noch keinen Sommer" bekommt von mir für eine locker, leichte Lektüre 4 Bücherpunkte. Natalie ist eine Büchertante nach meinem Geschmack und ich liebe ihre Lebenseinstellung, denn irgendwie ist erst mal alles schlecht ;)

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128 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

fantasy, magier, elfen, sidhe, werwölfe

Gefangene der Magie

Rebecca Wild , Barbara Klingenberg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.03.2013
ISBN 9783473584390
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gefangene der Magie:

Spoiler, bitte nur sichtbar machen, wenn Ihr es wirklich wissen wollt:

Die Reise für Kira und Cian geht weiter! Nachdem Kira so nett war, Cian zweimal zu retten, bereut sie es sofort. Immer noch wollen alle möglichen Magier und Paranormale sie töten. Aber als sie versucht seine Leiche auszugraben, gerät einiges außer Kontrolle ...
Kira ist echt verrückt. Erst denke ich, ich treffe ein zahmes Wesen - später entpuppt sie sich als verrückte Nudel mit magischen Kräften. Sie ist mir am Anfang zu sprunghaft und lässt mich nicht an ihren Gedanken teilhaben. Manche Handlungen sind so schnell vorbei, dass ich ihre Intention nicht verstehe. In "Gefangene der Magie" entwickelt sie sich weiter und wird für mich zu einem pfiffigen Charakter, den ich immer mehr mag.

Cian könnte ich manchmal schlagen. Wo sind seine Manieren? Magier hin oder her: Man kann sich nicht immer alles einfach nehmen! Da will ich ihn schon mal schütteln, aber wie? Er ist der Gegenpol zu Kira und als solcher gut charakterisiert und konzipiert.

Alle anderen Paranormalen lockern die Situation auf. Der Werwolf ist einfach nur ein Freak und der Leser lernt noch die richtige Verhaltensweise bei einem Treffen mit Werwolf. Der Mitbewohner von Kira, der Vampir, kommt leider etwas zu kurz. Mehr Zeit mit ihm hätte ich witzig gefunden.


 Ich mag die Beschreibungen der Autorin sehr, sie hat Fantasie, die mir gefällt. Ich kann es mir richtig vorstellen, wenn Kira mit ihren "Jungs" (gespoilert) abhängt und oder halsbrecherisch Auto fährt.Kira ist eine Paranormale, die nur geduldet wird, weil sie für die Magier schon irgendwie wichtig ist. Eingepfercht zu Leben ist wirklich nicht schön, aber bis zu dem Tag, wo sie ihren Körper mit Cian teilen muss, ist sie eigentlich ganz zufrieden. Die Idee, den Feind im Körper einer Paranormalen unterzubringen, ist toll. Es gibt viel Konfliktpotenzial und zum Teil lebt die Geschichte davon, dass Kira bissige Antworten gibt und schrullige Typen kennenlernt. Schon mal mit einem Werwolf geflirtet? Kira hat und das nicht zu knapp. Die Situationskomik kommt manchmal zu kurz, meiner Ansicht nach, weil dafür zu wenig Platz vorhanden war. Der Werwolf hätte ruhig noch ein paar Seiten länger mit Anwesenheit glänzen können.

Im zweiten Buch geht es nahtlos mit der Geschichte weiter, was ich mag. Ich habe die Bücher aber auch hintereinander weg gelesen. Trotzdem ist es für die Leser möglich mit Band 2 einzusteigen, denn eigentlich erklärt Rebecca Wild, was mit Kira und Co. passiert ist. Natürlich sind diese Informationen recht kurz gehalten, deswegen empfehle ich auch das komplette Paket.
Während die Schreibart gleich bleibt, verändert sich Kira und wir finden einen Draht zueinander. Ich finde sie wird weicher und ein Stück weit reifer im Umgang mit ihrer Welt und ihren Freunden. Das gefällt mir. Als Abschluss hätte ich mir zwar fast mehr Seiten gewünscht, aber das soll kein Grund sein, nicht 4 Bücherpunkte zu geben.

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193 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

magie, magier, fantasy, feen, werwölfe

Verräter der Magie

Rebecca Wild
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.08.2012
ISBN 9783473584178
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Verräter der Magie:

Kira und ihre Freunde sind Paranormale und das in einer Welt, in der sie als "das Böse" gelten. Magier, die sich als Politiker aufspielen, sperren sie in Reservate und halten sie so unter Kontrolle. Eigentlich beginnt der Tag ziemlich normal für Kira, bis sie irgendwann aufwacht und merkt: Sie ist ihn Ohnmacht gefallen. Und plötzlich hat sie einen seelischen Untermieter ...

Kira ist echt verrückt. Erst denke ich, ich treffe ein zahmes Wesen - später entpuppt sie sich als verrückte Nudel mit magischen Kräften. Sie ist mir am Anfang zu sprunghaft und lässt mich nicht an ihren Gedanken teilhaben. Manche Handlungen sind so schnell vorbei, dass ich ihre Intention nicht verstehe. In "Gefangene der Magie" entwickelt sie sich weiter und wird für mich zu einem pfiffigen Charakter, den ich immer mehr mag.

Cian könnte ich manchmal schlagen. Wo sind seine Manieren? Magier hin oder her: Man kann sich nicht immer alles einfach nehmen! Da will ich ihn schon mal schütteln, aber wie? Er ist der Gegenpol zu Kira und als solcher gut charakterisiert und konzipiert.

Alle anderen Paranormalen lockern die Situation auf. Der Werwolf ist einfach nur ein Freak und der Leser lernt noch die richtige Verhaltensweise bei einem Treffen mit Werwolf. Der Mitbewohner von Kira, der Vampir, kommt leider etwas zu kurz. Mehr Zeit mit ihm hätte ich witzig gefunden.

Es ist eine ganz eigene Kulisse, die sich die Autorin ausgedacht hat. Und auch wenn das Reservat für die Paranormalen schrecklich ist, ich finde die Idee super. Es hat was neues an sich, dass die Magier andere Wesen einsperren und irgendwie für ihre Sache nutzen. Außerdem sind die Plätze, die tatsächlich mit Kira zu tun haben, sehr verwunschen beschrieben.


Kira ist eine Paranormale, die nur geduldet wird, weil sie für die Magier schon irgendwie wichtig ist. Eingepfercht zu Leben ist wirklich nicht schön, aber bis zu dem Tag, wo sie ihren Körper mit Cian teilen muss, ist sie eigentlich ganz zufrieden. Die Idee, den Feind im Körper einer Paranormalen unterzubringen, ist toll. Es gibt viel Konfliktpotenzial und zum Teil lebt die Geschichte davon, dass Kira bissige Antworten gibt und schrullige Typen kennenlernt. Schon mal mit einem Werwolf geflirtet? Kira hat und das nicht zu knapp. Die Situationskomik kommt manchmal zu kurz, meiner Ansicht nach, weil dafür zu wenig Platz vorhanden war. Der Werwolf hätte ruhig noch ein paar Seiten länger mit Anwesenheit glänzen können.

In diesem Buch hatte ich ein Problem mit Kira, denn sie war mir zu sprunghaft. Als Leser konnte ich mich nicht richtig auf sie einstellen und hatte immer das Gefühl, sie läuft vor mir weg. Schade, denn die Idee ist sehr gut und Art, wie Rebecca Wild schreibt, mag ich auch.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

internetpornographie, sexualstudie, pornographie

Klick! Mich! An!

Sai Gaddam , Ogi Ogas , Bettina Spangler
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 01.04.2012
ISBN 9783764504311
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich benutzte es täglich. Sehe viele bunte Bilder, passe auf, was Kinder im Netz sehen – denn manchmal sind es nackte Bilder, Frauen und Männer, ob geschmackvoll oder nicht, steht hier gar nicht zur Debatte.

Aber was kann man mit Klicks und Wörter, die bei Google eingegeben wurden, anfangen? Findet der Forscher dann Dinge heraus, die wir gar nicht wissen wollen?

Amazon-Text:

Keine falsche Scham – Internet macht´s möglich!

Nicht jeder ist ehrlich, wenn es um sexuelle Bedürfnisse geht. Was man behauptet und sich wünscht, unterscheidet sich mitunter eklatant von dem, was man sucht, wenn sonst niemand hinsieht – zum Beispiel im Internet. Zwei Forscher haben sich genau das zunutze gemacht. Sie zählten Internet-Klicks und kamen zu überraschenden Ergebnissen: Warum das Playgirl-Magazin floppte. Welche Qualitäten Frauen wirklich an Männern schätzen. Warum Dominanz und Unterwerfung zwei Seiten derselben Hirnrinde sind. Warum ein Glas voll Münzen Männer anmachen kann – und Freud einen Penisneid hatte.

Kinsey reloaded! Umfassender, ehrlicher, transparenter.

Natürlich gestehe ich, dass ich nicht das ganze Buch aufmerksam gelesen habe, denn manchmal sind Sachbücher sehr schwere Kost. Dabei ist dieses Buch eher so geschrieben, dass ich es jedem empfehlen würde, denn es verfügt über keinen tadelnden Unterton oder hebt den Zeigefinger. Vielmehr bieten Gaddam und Ogas Ergebnisse, die manchmal überraschen und oft auch nicht.

Am Anfang finde ich das Buch etwas zu reißerisch aufgemacht, mit diesem ganzen “Klick.Mich.An” und habe Angst, dass es platte Anspielungen sein werden und die beiden kein Blatt vor den Mund nehmen. Letzteres machen sie tatsächlich nicht, bleiben dabei aber immer sachlich. Trotzdem enttäuschen sie mich manchmal auch nicht und drucken Suchhistorien ab, die sich lesen, wie ein schlechter Porno. Natürlich erwähnen sie auch Internetseiten wie Pornhub und ich hätte nicht gedacht, dass mich solche Dinge mal interessieren werden.

Aber alles in allem ist es eine gut untersuchte Studie, die viel versexter daher kommt, als sie wirklich ist. Nur die Suchwörter, tja dafür können die Autoren ja nichts, die haben mit Sex zu tun

Sehr gut haben mir Zitate gefallen, die passend zu jedem Kapitel über ihnen abgedruckt wurden. Da gab es Comedian, Exfreundinnen und Ehemänner, die zu Wort kommen.

Wer dem Thema völlig abgeneigt ist, der wird sich auch durch meine Rezension nicht dazu überreden lassen, dieses Buch zu lesen. Aber wer schon mal seine Suchhistorie im Netz angeschaut hat, und die komische Wörter (auch in sexueller Hinsicht) gesehen hat, die einen Blog auffindbar machen, ist vielleicht neugierig darauf, wie Menschen so ticken.

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406 Bibliotheken, 6 Leser, 9 Gruppen, 108 Rezensionen

drachen, fantasy, serafina, liebe, jugendbuch

SERAFINA - Das Königreich der Drachen

Rachel Hartman , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbj, 19.11.2012
ISBN 9783570152690
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Drachen und Menschen in einer Welt? Das funktioniert eigentlich nicht, denn Drachen sind viel stärker als die Menschen. Trotzdem sind die Menschen noch nicht tot. Serafina lebt erst seit Kurzem im Palast und wird in Mordermittlungen verwickelt. Dabei will sie selbst nur ihr Geheimnis bewahren, denn dies ist groß und mächtig …


Serafina ist eigentlich ein schlaues Mädchen, denn ihr Geheimnis weiß sie wohl zu hüten. Nur kommt sie mir dabei manchmal vor wie eine Irre oder sie ist in ihrem Buch fast schon so etwas wie eine Yogalehrerin, die sich selbst therapiert. Und das ist nicht mal böse gemeint. Außerdem ist sie immer sehr traurig und macht sich sehr, sehr viele Sorgen. Das ist anstrengend.

Trotz der Masse an Personen bleibt der Rest sehr schwammig und durchsichtig. Auch der Hauptmann ist eher nach einem Schablonenmuster entworfen.


Das Außergewöhnliche an der Kulisse ist der Mix zwischen altem Stoff, Drachen und ihr Problem mit den Menschen und neuen Begebenheiten, die ich nicht explizit nenne, damit IHR noch Spaß am Lesen habt.

Diese Wendung, denn eigentlich bin ich nicht der große Drachen Fan und habe auch “Eragon” nicht gelesen, hat mir sehr viel Spaß gemacht und Mut zur Geschichte verliehen. Ich würde das Buch nicht mit anderen Drachenbüchern vergleichen, denn macht ihr das, werdet ihr entweder enttäuscht sein wenn ihr Eragon Fan seid, oder sehr überrascht. Also spart euch den Vergleich und lasst euch auf die Geschichte ein.


Drachen und Menschen als Feinde ist keine neue Idee. Doch, dass sie eigentlich miteinander zu tun haben wollen und nur ein Mord dazwischen steht, ist schon mal ein guter Ansatz. Es ist auch der Anfang der Geschichte, bei dem ich denke: “Das könnte etwas werden!”. Leider verzettele ich mich später und tauche sehr verwirrt erst wieder auf. Denke ich am Anfang, ich habe den roten Faden gefunden, Serafina – ihr Geheimnis- der Mord, so verliere ich mich nachher in anderen Begebenheiten und der Anziehung eines gewissen Herren, dass ich den roten Faden nicht wiedersehe.

Schade, denn das hat die Geschichte gar nicht nötig, die schon außergewöhnlich genug ist. Aber es muss etwas Liebe geben, das verstehe ich noch, aber nicht so.

Und achtet mal auf Serafinas Geheimnis und wie sie damit umgeht. Das finde ich wirklich konfus.


Ein tolles Bild, vor allem weil ich immer das Gefühl hatte, die Dame auf dem Cover würde mich direkt anschauen. Die vielen Haare fand ich wunderbar und so hatte ich auch eine tolle Vorstellung von einer Protagonistin.



Ich vergebe drei Sterne für eine wirklich ordentliche Idee, die die Geschichte aber letztendlich etwas überfordert.

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125 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

fantasy, sadie kane, carter kane, brooklyn und ägypthen, götter

Die Kane-Chroniken - Der Feuerthron

Rick Riordan , Claudia Max
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 15.03.2013
ISBN 9783551555892
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ist die eine Gefahr besiegt, folgt meist eine Nächste! Sadie und Carter Kane haben keine richtige Zeit sich ihrem Nachwuchs zu widmen, den sie ausbilden wollen. Die Schlange Apophis strebt nach der Weltherrschaft und nur Ra kann ihnen helfen. Der ist aber zurzeit leider etwas unmotiviert …

Ich werde wohl eher nicht spoilern, aber wenn Ihr alles ganz genau wissen wollt:

Wegklicken – und Band 01 lesen!

Den ersten Band habe ich hier nicht besprochen, da habe ich noch nicht mitgemacht, könnte es aber, wenn gewünscht, nachholen.

Ihr müsst Band 01 nicht lesen, wenn ihr lieber mit “Der Feuerthron” beginnen wollt. Alle Dinge, die gebraucht werden, um die Handlung zu verstehen, werden in den Gedanken von Carter und Sadie noch mal erzählt.

Eigentlich dachte ich wird, der Band nicht ganz so gut, weil es eine Reihe ist oder eine Trilogie, aber das weiß man bei Rick Riordan nie so wirklich Aber für einen zweiten Teil ist die Spannung wirklich gut und er hat sich mit seiner Geschichte wirklich gesteigert. Zwar ist es immer das gleiche System, dass ein Gott die Welt bedroht, aber der ist auch wirklich gut durchdacht und kein billiger Abklatsch vom Ersten.

“Ich werde Dich vermissen Zwergenkönig.”

Denn der hat mich wirklich zum Lachen gebracht, was sehr skurril. Einen Zwergenkönig in Unterhose gibt es, glaube ich, nur hier. Auch die Götter, die immer recht haben und etwas besseres sind, haben coole und witzige Sprüche auf Lager. Oft musste ich lachen und habe eine Passage laut vorgelesen.

“Der Feuerthron” war spannender als Band 1, da hier einfach mehr passiert ist. Wird im ersten Band wert auf die Hintergrundinformationen gelegt, ist hier wirklich Action angesagt.

Ein bisschen geärgert habe ich mich über die Zwiegespräche von Carter und Sadie, die zwischendurch auftauche, denn die haben mich immer wieder aus dem Lesefluss rausgerissen. Ich wollte einfach wissen, wie die Geschichte ausgeht und nicht wie die beiden sich streiten.
5/5 Sternen 

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392 Bibliotheken, 4 Leser, 4 Gruppen, 115 Rezensionen

paris, liebe, san francisco, new york, handy

Nachricht von dir

Guillaume Musso , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 12.03.2012
ISBN 9783866123137
Genre: Romane

Rezension:

Handys vertauschen? Ein Albtraum. Und genau das passiert am Flughafen als Madeline und Jonathan aneinander stoßen. Sie bemerken es erst, als sie wieder zuhause sind. Der eine in San Francisco, die andere in Paris.

Doch was tun? Einfach zurückschicken? Oder doch vielleicht mal in den Kalender gucken, die Nachrichten lesen und die Mailbox abhören? Schließlich hat jeder Mensch Geheimnisse, die auch zusammenführen können.


Ich mag Jonathan sofort. Die Szene am Flughafen, wo er seine Ex-Frau sieht und wie er reagiert, hat ihn mir sofort sympathisch gemacht. Außerdem hat er eine Art mit Schicksalsschlägen umzugehen, die ich sehr mag. Er bleibt ruhig, auch im Umgang mit seinem Sohn und seinen Freund. Da bin ich fast ein bisschen traurig, dass er so viel erleiden musste, auch wenn Jonathan sich im Verlauf etwas zu schnell auf gewisse Dinge einlässt und recht offen mit allem umgeht.

Madeleine hingegen kann mich nicht wirklich begeistert. Sie ist so undurchschaubar, hat nur Geheimnisse und kommt mir vor wie eine Schlange, die sich sehr oft häutet. Das mag ich nicht so. Es trägt zwar zu der Geschichte bei, die deswegen ja auch eine überraschende Wendung hat, aber warm werden kann ich mit ihr nicht. Außerdem geht sie viel zu leichtfertig mit ihrer Beziehung um.


Paris und San Francisco, aber so viel sieht der Leser davon nicht, denn die Beschreibung sind eher sehr vage, was ich sehr schade finde, weil ich ein Paris Junkie bin.

Ansonsten mag ich am Anfang, dass es kurze Handynachrichten der beiden zu lesen gibt und später sogar EMails. So lange es diese Nachrichten gab, mochte ich das Buch sehr gerne. Dadurch wurde die Handlung viel schneller erzählt. Leider waren die meisten Nachrichten nicht wirklich tiefgreifend oder haben etwas über die Charaktere verraten.


Der Handytausch spielt natürlich die größte Rolle, weil die Protagonisten sich auch Nachrichten schreiben und beginnen in dem Leben des Anderen herumzuschnüffeln. Das ist keine nette Art, aber am Anfang eine nette Geschichte. natürlich ging ich davon aus, dass es schon eine Liebesgeschichte wird in gewissen Momente.

Dass die Wendung mich dann dermaßen überrascht, hätte ich nicht gedacht. Die Krimielemente wirken zwar nicht aufgesetzt und fließen gut in die Geschichte mit ein, aber leider haut mich das Buch ab da nicht mehr wirklich vom Hocker. Hat vielleicht auch mit der Häutung von Madeleine zu tun, die ich nicht leiden mochte, weil sie so vielen Menschen auch weh tut und es nicht zur Sprache kommt.


Ich glaube ja, dass Cover soll die Distanz zwischen den beiden Menschen ausdrücken, denn wenn man das Cover ganz umklappen würde, würde man erkennen, dass sie auf einen Eifelturm guckt und er auf eine Stadtsilhouette, die San Francisco ähnelt. Also ist es gar keine schlechte Idee einen visuellen Zusammenhang herzustellen.

Ach, ich bin Musso-Fan, aber so richtig mitgenommen hat mich die letzte Zeit keines seiner Bücher. Schade, denn er ist eigentlich ein Garant für außergewöhnliche und nicht zu kitschiges Liebesgeschichten. Aber ich habe einige Abstriche gemacht und komme auf drei Bücherpunkte:

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730 Bibliotheken, 12 Leser, 4 Gruppen, 104 Rezensionen

engel, liebe, fantasy, himmel, alexandra adornetto

Halo

Alexandra Adornetto , Katharina Naumann , Christiane Steen , Sonja Fiedler-Tresp
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.03.2012
ISBN 9783499216008
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Drei Engel landet auf der Erde, denn was die Menschen nicht ahnen ist, dass das Böse sich sammelt. In Venus Cove könnte es passieren und deswegen sind die drei Engel hier. Bethany gehört zu ihnen und soll sich unter ganz normale Schüler mischen. Aber haben die Engel an Gefühle, Verstrickungen und Probleme gedacht?







"Aaaaah", das Mädchen hat den Namen, den ich nicht leiden kann. Amerikanischer geht gar nicht und so heißt sie: Bethany. Ich schmeiße tatsächlich am Anfang noch alle Vorurteile über Board und gebe ihr Zeit mir zu beweisen, dass sie kein blondes, dünnes, naives Mädchen ist. Tatsächlich scheint sie ansatzweise Tiefe zu besitzen und denkt tatsächlich viel nach. Dies macht sie zu einem schwachen Engel und ich denke: Das könnte etwas werden.

Leider wird es nichts, denn die Sätze, die Bethany spricht sind so leer, dass ich ihr nicht zuhören möchte. Kein Gefühl, keine Emotionen. Ich dachte, wenn Engel noch nie auf der Erde waren, schauen sie alles mit großen Augen an und staunen. Davon habe ich nichts gemerkt.

Nur Xavier hat von Anfang an etwas, wofür sich ein zweiter Blick lohnt. Er hat Charakter und ist auf eine Art vorsichtig und dann mal ein Draufgänger. Nicht schlecht und es verspricht Potential. Wäre da nicht die anderen Engel, die genau so emotionslos sind wie Bethany.







Venus Cove - verschlafen, fast einsam und sooooooo schön im Sonnenuntergang. Noch mehr Kitsch in einem Dorf und ich wäre geflüchtet.







Engel, Erde, Junge, Liebe - so könnte das Buch zusammen gefasst werden. Wer jetzt unkt, ich dürfte nichts anderes erwarten, dem sei gesagt: Ich dachte mir, dass es fast nur um die Liebesgeschichte gehen würde. Wäre auch nicht schlimm gewesen, wenn das angedeutete Böse auch eine gleichwertigere Rolle eingenommen hätte oder die Religion oder ein Streit oder oder oder....

Außerdem ist mir alles viel zu perfekt. Bethany tut etwas, was verboten ist, aber dabei bleibt es auch. Sie sind schön, jung, naiv, wunderbar und Kritik ist für sie ein Fremdwort. Meiner Ansicht nach dürfen auch Engel mal Fehler habe, dass macht sie liebenswert.







Traumhaftes Cover, aber was ist wenn der Inhalt nicht überzeugt?







Habe mich selten so geärgert. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, ich würde eine Anleitung oder einen Beipackzettel zum Engel sein zu lesen. Schade, denn die Idee finde ich sehr gut, aber ein bisschen mehr Gefühl hätte nicht geschadet.

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166 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

die macht des schmetterlings, matt dickinson, chaostheorie, matt dickinso, macht des schmetterlings

Die Macht des Schmetterlings

Matt Dickinson , Alan C. Lyne
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 21.06.2013
ISBN 9783833901690
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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756 Bibliotheken, 4 Leser, 4 Gruppen, 203 Rezensionen

facebook, zukunft, liebe, freundschaft, jugendbuch

Wir beide, irgendwann

Jay Asher , Carolyn Mackler , Knut Krüger
Fester Einband: 395 Seiten
Erschienen bei cbt, 27.08.2012
ISBN 9783570161517
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang … (Amazon)

Kann ein Mädchen süßer sein? Emma ist toll, kein Wunder das Josh und auch andere Jungs sie gar nicht so schlecht finden. Aber sie ist auch typisch Mädchen: etwas verunsichert, dann wieder selbstsicher und sehr, sehr neugierig.

Prinzipiell mochte ich Josh aber lieber, denn er war irgendwie ruhiger, hat mehr nachgedacht und auch mehr mein Herz berührt. Emma wollte ich manchmal schütteln.

Ihre Eltern sind nur Randfiguren, aber gut ausgefüllte Statisten braucht jede Geschichte. Auch wenn sie nur Regeln verkünden und die Zukunft nicht wirklich beeinflussen können.

Die nahe Zukunft und die ferne Zukunft, sowie die Gegenwart können ganz nah beieinanderliegen. Ich frage mich: “Wie hätte ich reagiert? Hätte ich mein Facebookprofil löschen wollen? Hätte ich es wieder angeguckt?” Auf jeden Fall ist es eine witzige Idee,, zwei normale Teenager einen Blick in ihre Zukunft werfen zu lassen. Ich musste schon lächeln, als das tickernde Modem beschrieben wurde und als ihre Emmas Mutter meckerte, dass sie nicht telefonieren können, wenn Emma im Internet ist. Das waren noch Zeiten, in denen Streit vorprogrammiert war

Der erste Computer und dann kann Emma gleich mit ihm in die Zukunft sehen! Aber wie kommt sie damit zurecht und warum fehlt ihr gerade Josh ein, der ihr helfen soll? Alles ein bisschen komisch und viel und überhaupt …

Will Emma denn in der Zukunft so ein? Will sie heiraten? Will sie glücklich sein oder traurig? Und warum ist Josh überhaupt so komisch?

Die Idee in die Zukunft zu blicken, ohne eine Zeitreise zu machen? Super. Für mich gibt es nichts besseres, denn das erspart mir blöde Geschichten, warum Menschen gerade Zeitreisen können und warum gerade nicht. Natürlich ist der Reiz des Buches unverkennbar, wenn der Leser selbst Facebook nutzt. Immerhin kennen wir “Gefällt mir-Klicks” und die ewige Frage: “Was macht eigentlich…? Ach, ich guck mal eben….”

Ich musste oft über die beiden Jugendlichen lachen, weil sie so unbedarft an die Sache herangingen und gleichzeitig so ausgeliefert waren. Lachen ist garantiert, wenn sich der Leser selbst dabei beobachten kann, wie er früher Facebook erkundet hat.

Ein buntes Cover, das gar nicht soviel mit dem Inhalt zu tun hat. Aber muss es ja auch nicht immer. Manchmal verlangen Leser einfach zu viel. Aber es passt als farbenfrohe Aufmachung zu einem bunten Leben, das Emma bevorsteht – oder auch nicht.

10 von 10 Punkten für ein Buch aus dem ich viel vorgelesen haben. Außerdem musste ich sehr viel lachen und habe Emma und Josh in mein Leserherz geschlossen

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94 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

schattenschwingen, sphäre, erinnerung, lena, sam

Schattenschwingen - Zeit der Geheimnisse

Tanja Heitmann
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 23.04.2012
ISBN 9783570160695
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sam will nie wieder in die Sphäre zurück. Der letzte Kampf hat ihm gezeigt, wie gefährlich es für Mila dort ist. Außerdem hat Sam viel von seiner Kraft verloren. Die beiden verleben eine Zeit lang eine gute Zeit, bis jeder beginnt, Geheimnisse zu haben.

Mila tut etwas, was sie nicht soll – Sam beginnt sich zu sehnen nach der Sphäre. Und als ob Geheimnisse nicht schon schlimm genug wären, tauscht der Schatten wieder auf und steht vor Mila!

Die Protagonisten:

Sam und Mila sind in etwas das verliebt Pärchen geblieben, dass ich schon zwei Teile lang kenne. Das Einzige, was mich hier gestört hat: wenn sie Geheimnisse haben und lügen, interessiert sie das gar nicht. Sam wischt es einfach weg und Mila sagt: “Hey cool!” Und ich als Leser sitze da und denke, dass ich anders reagiert hätte.

Sonst sind die beiden richtig, richtig verliebt und zwar so sehr, dass Mila später doch einige vergisst. Aber mehr kann ich nicht verraten.

Wer mir diesmal sehr gut gefallen hat, ist ihre beste Freundin und ihr Bruder. Denn die beiden haben endlich mal etwas mehr Zeit im Buch bekommen, um sich zu entwickeln.

Die Kulisse:

Eine Art Zwischenwelt wird uns aufgetischt, in der große Veränderungen auftauchen. Auch einen Blick in die Vergangenheit dürfen wir werfen und ansonsten finden wir uns im alten Wohnwagen von Sam wieder.

Die Handlung:

Der Schatten kehrt zurück, dass darf ich ihr schreiben, denn in jedem Klappentext wird es auch erwähnt. Es beginnt ein Kampf auf Leben uns Tod, denn Mila lässt sich zu sehr auf ihn ein. Ihr denkt, dass ist eine Wiederholung zu Band 2? So ähnlich, aber es geht noch schlimmer für Mila.

Ich hätte sie teilweise sehr gern geschüttelt, weil sie Dinge tat, die ich unverständlich fand. Und Sam ist nicht viel besser. Nachdem mich der zweite Band schon etwas enttäuscht hat, wünschte ich mir ein fulminantes Ende, das leider ausblieb.

Zu viele sprunghafte Handlungen lösten sich nacheinander ab und einige Erklärungen von wichtigen Dingen habe ich nicht ganz verstanden.

Trotzdem waren Mila und Sam wiedermal ein eingespieltes Team, dem der Leser gerne folgen kann.

Die Gestaltung:

Der Buchumschlag ist wie immer sehr passend, das könnt ihr auch in meinem kleinen Artikelbild sehen. Zu dritt sehen sie wirklich gut aus im Regal.

Den Schreibstil der Autorin habe ich in diesen Büchern am liebsten gehabt. Mir fehlt ihr nur etwas mehr der rote Faden und ein bisschen weniger Sprunghaftigkeit hätte ich mir gewünscht.

Die Bewertung:

Ich hätte mir nicht vorstellen können, Sam und Mila einfach so gehen zu lassen. Aber es ist gut so, wie es ist. Adieu den beiden, die sich wacker geschlagen habe, aber am Ende etwas schwächeln.

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180 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 45 Rezensionen

engel, fantasy, flügel, motte, familie

Der letzte Engel

Zoran Drvenkar
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 01.10.2012
ISBN 9783570154595
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was tust du, wenn du am nächsten Morgen tot sein wirst? Und wie reagierst du auf eine Email, in der genau so etwas drin steht? Motte will eigentlich nur sein Referat fertig machen, als er eine Email bekommt:

“Sorry, für die schlechte Nachricht aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein wir wollten nur, dass du das weißt.” Dass es zu dieser Email eine dramatische Vorgeschichte gibt und Motte plötzlich die ganze Welt auf den Schultern trägt, ist nur ein kleiner Nebeneffekt. Denn das größte Problem ist: plötzlich hat er Flügel und fühlt sich aber gar nicht wie ein Engel….

Die Protagonisten:

Motte:

ziemlich unscheinbar
bester freund Lars, hat eine Freundin
der Vater ist eigenartig, dass ahnt Motte aber nicht
eigentlich heißt er Markus (na, klingelt’s?)
Lars

eigentlich ein Freund, aber ein ziemlich feiger
später unentbehrlich
sonst sehr unscheinbar
Ein Mädchen und ihr Begleiter

meine liebsten Charaktere
klein, verletzlich aber ein großes Geheimnis
schlau
Der Beschützer von einer anderen Welt oder auch nicht?
Was sehr wenig aussieht, ist eigentlich das, was man weiß. Der Rest führt hier zu weit. Lest es, lernt sie kennen. Bildet euch eine Meinung, denn alle haben etwas miteinander zu tun.

Die Kulisse:

Ein Bett und ein PC – mehr braucht es nicht um ein Leben komplett umzukrempeln. Der Rest ist schnell erklärt:

In der Vergangenheit gibt es viele Plätze, an denen das Buch spielt. Auch welche, die man Engeln und anderen Menschen nicht zu traut. Oder etwas Stinknormales wie Waisenhäuser oder Kellergewölbe oder Friedhöfe. Da sind dem Leser keine Grenzen gesetzt.

Und ganz wichtig, eigentlich im ganzen Buch: Auto fahren. Denn ohne Auto kommt man nirgendwo hin oder mit dem Boot.

Die Handlung:

Es ist schon ein harter Brocken, wenn man kurz Motte kennenlernt und dann all die anderen bunten, bösen und lieben Charaktere. Frauen, Männer, Zare und Raben alles wirbelt düster durcheinander und manchmal wollte ich rufen: STOP! Damit ich hinterher komme.

Trotzdem scheint sich die Story erst ab Seite 150 richtig zu entwickeln, wenn wir durch etliche Zeitschleifen, Verschachtelungen und über einige Kreuzungen gegangen sind. Ab da fesselte mich das Buch mit einer unglaublichen Kraft. Denn eins kann Zoran Drevenkar: mit seiner wunderbaren Sprache, eine wundersame, düstere und aufregende Geschichte zu erzählen. Strudelartig zieht sie den Leser immer weiter hinab, bis so viele Geheimnisse zurückbleiben, dass auch ich erschöpft das Buch zuklappe.

Eine Sache jedoch gefällt mir nicht. Die Überraschung, dass das Buch der Auftakt ist. Das da “noch mehr” kommt. Ohne Vorwarnung? Das ist nicht nett. Zwar ist das Ende so abrupt, fast ungewollt und sehr offen, aber ich hätte nicht mehr gebraucht. Denn nach meinem Sturz aus der Leserhöhe wollte ich nur Frieden schließen mit Motte, über den man gar nicht so viel erfährt, wie das Buch oder der Autor uns glauben lassen will.

Die Gestaltung:

Eine Hand, die Federn hält. Ein Titel, der eine Engelgeschichte vermuten lässt. Was wirklich gut gelungen ist, ist die Aufteilung der Kapitel. Da es wirklich, wirklich viele Personen gibt, die wichtig für die Geschichte sind, ist es so etwas einfacher, die Personen auseinanderzuhalten.

Zeitsprünge, Personenwechsel und Ortswechsel sind oft nicht leicht mitzumachen. Das Buch sollte man mit wachen Augen und wachem Geist lesen.

Die Bewertung:

Dieses Buch hat mich berührt. Nicht so, wie vielen seiner Bücher. Es war anders, das hat es gezeigt mit jedem Wort.

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(121)

245 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 41 Rezensionen

liebe, berlin, musik, freundschaft, jugendbuch

Ich würde dich so gerne küssen

Patrycja Spychalski
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei cbt, 13.02.2012
ISBN 9783570307809
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Frieda ist ein bisschen eigenwillig, aber nur ein ganz kleines bisschen. Ihrer Freundin kommt es da gerade recht, dass Frida Geburtstag hat und sie ihr komische Leute vorstellen kann. Jeffer gehört auch dazu. Er ist alles, was Frida nicht ist: hübsch, rebellisch und vor allem frei.

Und weil sie Freiheit erleben will, zieht sie einfach so zu ihm, nur um festzustellen, dass Herzen sich nicht täuschen lassen…

Die Protagonisten:

Jeffer:

geheimnisvoll
gewagt, und ziemlich von sich selbst überzeugt
hat tausend Freunde, aber niemanden der ihn berührt
steht immer im Mittelpunkt und ist doch irgendwie allein
Musiker, sollte alles sagen: gefühlvoll, kann singen, liebt seine Gitarre
Frida:

das graue Entlein unter all den Schwänen, oder sieht Jeffer etwas, was andere nicht sehen?
ihr Herz ist ihr Schatz
“Ja. Nein. Vielleicht.” – das trifft auf ihr Leben zu.
Verrückte Dinge tun? Eigentlich nicht und irgendwie doch
das Gegenteil von Jeffer oder ein fehlendes Puzzleteil
Die Kulisse:

Der Anfang ist eine Party mit recht fremden Leuten und dazwischen? Am besten gefallen hat mir die Phase im Buch, wo Frida und Jeffer sich in seiner Wohnung befinden. Wie in einem Kokon, unsichtbar für alle, leben sie vor sich in. Das ist eine intensive Phase, die Jeffer nachvollziehen kann, Frida eher nicht. Und gerade, weil die Phase so intensiv sein sollte, bin ich enttäuscht, dass die Figuren sehr wenig Grips besitzen.

Die Handlung:

Es ist die Liebe oder Nicht-Liebe zwischen zwei Jugendliche, die mich hier hinter dem Ofen herlocken soll. Dass sie es nicht tut, liegt nicht am Schreibstil der Autorin, denn der liest sich wie Butter, sondern an den Protagonisten selbst.

Am Anfang freunde ich mich noch mit Frida an und denke: so etwas hat sie nicht nötig. Dann beginnen aber ihre Gedankenspiele, ihr ewiges Fackeln mit Entscheidungen, und ihre “Nein.Ja.Doch.”- Sprünge. Spätestens an diesem Punkt müsste ich eine Gefühlsebene mit ihr haben, merken, wo sie hin möchte und vielleicht auch gedanklich ein paar Schritte voraus sein.

Aber das passiert alles nicht. Ihre Gedanken bleiben für mich ein bleierner Vorhang, den ich zum Teil einfach nicht verstehe und nachvollziehen kann. Die Frage ist: Ist dieses Buch dadurch so authentisch, wie ich es in Rezensionen oft gelesen haben?

Natürlich haben wir uns alle schon einmal in jemanden verliebt der das Gegenteil von uns ist, der vielleicht auch recht geheimnisvoll ist. Aber würde ich so reagieren? Nein. Aber ich darf mich auch nicht mit Frida vergleichen, denn sie ist die passende Figur zu einer Geschichte.

Gäbe es ihre komischen Gedanken nicht, hätte Jeffer nicht das recht so zu sein, wie er ist. Trotzdem bleiben beide Personen kühl und gedanklich unnahbar.

Nur das Ende, welches mich wirklich erschreckt hat, denn damit hätte ich nicht gerechnet, rettet das Buch um Meilen auf zwei Bücherpunkte.

Wer als Autor so eine festgeschriebene Geschichte verbreitet, denke ich als Leser, der hat auch ein herkömmliches Ende, dem ist aber nicht so.

Die Gestaltung:

Das Cover verspricht eine Geschichte zwischen zwei jungen Menschen. Diese findet auch statt, aber anders als für mich auf dem Rückentext geschildert. Die Erwartung ist doch die auf etwas anderes.

Die Bewertung:

Ich vergebe zwei Bücherpunkte, weil es einfach besser geht. Die Gefühle, welche das Buch aufrecht erhalten sollen und es lesenswert machen sollen, sind gänzlich unterkühlt und zum Teil recht unnatürlich.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Was, wenn es Liebe ist

Sophie van der Stap , Barbara Heller
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 02.04.2012
ISBN 9783426226148
Genre: Romane

Rezension:

ebe Madame de Grenelle,

ich bin schwer enttäuscht! Von ihnen, wie auch von ihrem Buch. Wie kann man als Hauptfigur zulassen, dass ein Geheimnis, welches keines ist, schon auf der Buchrückseite verraten wird? Ich zitiere:

“Madame de Grenelle ist blind, zurückgezogen lebt sie in der Pariser Rue du Désir. “

Nun ist blind sein nach unserem Verständnis eine Behinderung und ich kann verstehen, dass sie lieber ihre Ruhe haben wollten. Ich kann verstehen, dass sie NIEMANDEM etwas davon gesagt haben. Und wenn sie so leben wollen, dass es niemand bemerken kann, mit Schritten zählen, nur in ihrem Bezirk bleiben und ähnliches: Dann sei ihnen das gegönnt.

Warum ich mich so aufrege? Ich rechnete mit einer blinden Protagonistin und was bekomme ich: eine Heuchlerin, eine Schauspielerin und eine Geschichte, die die ersten 150 Seiten völlig verwirrend ist. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass sie ein Geheimnis haben. Und so halte ich, die Leser, sie als Protagonist, für völlig bekloppt. Sie benehmen sich am Anfang so seltsam, dass ich dachte, ich hätte meine Brille nicht geputzt. Oder noch schlimmer: so als ob ich geträumt hätte, dass hinter draufsteht, sie seien blind.

Also so geht es nicht. Außerdem beschreiben sie Paris als wäre es ein Gefängnis. Dabei machen sie diese Stadt doch selbst zu ihrem persönlichen Gefängnis, nur weil niemand ihren Stock sehen soll.

Mon Dieu, wie Tara sagen würde oder wie sie bloggen würde. Da gab es wahre Worte zu lesen und sie hätten einmal mehr auf Tara hören sollen. Auch wenn diese Männer wechselt, wie ihre Unterwäsche. Sie hat ihr Herz am rechten Fleck.

Es ist schon ein bisschen klischeehaft, dass sie in Paris leben und gerade dauernd über die Liebe philosophieren. Nur darum geht es doch eigentlich, oder? Um die einzige Chance im Leben, wenn man spürt, dass Liebe heißt, Zuhause zu sein. Angekommen sein, egal ob derjenige nun einen Schnauzbart hat oder nicht. Gerade sie Madame de Grenelle, die nichts sieht, ist zum Teil so oberflächlich auf diesen Seiten, dass ich sie schütteln wollte.

Aber nun denn, meine Reise in ihr Paris ist vorbei und wenn ich ehrlich bin: ein bisschen weniger Engstirnigkeit könnte ich von ihrer Seite aus schon erwartet. Bestimmt sind nicht alle Pariser solche, die ihnen ihr Mitleid aussprechen.

Hochachtungsvoll,

Bücherchaos

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

araber, christen, liebe, islam, arif

Der Kuss des Feindes

Titus Müller
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 05.04.2012
ISBN 9783596854455
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kappadokien um 800 n. Chr.: Über zehntausend Menschen leben in der geheimen unterirdischen Stadt Korama. Es sind Christen. Sie haben hier Zuflucht gefunden vor den Arabern, die das Land erobert haben. Arif, der Sohn eines arabischen Hauptmanns, entdeckt bei einem Streifzug das Christenmädchen Savina und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Unbemerkt folgt er ihr und entdeckt so den geheimen Zugang in das Höhlensystem der Christen. Eigentlich müsste Arif seinem Vater melden, dass er die Stadt der Christen entdeckt hat …

Die Protagonisten:
Savina ein Freigeist – Leben, Luft und Liebe und dann muss sich in der unterirdischen Stadt leben. Wie habe ich ihr Sucht nach Sonne und Wind verstanden! Auch sehr schön, dass sie trotzdem eine stille Seite hat, nachdenkt und uns an ihren Gefühlen teilhaben lässt. Sie ist für mich ein kluges Mädchen, dem ich gerne gefolgt bin, auch wenn sie mich zum Lachen gebracht hat, habe ich sie sehr gemocht.

Auch Arif hat mich mit seiner Welt in den Bann gezogen. So ganz anders als die unterirdische Stadt bewegte er sich zwischen Zelten und in einer Welt, die von Neid geprägt ist, da er der Sohn eines Hauptmanns ist. Witzigerweise ist mir dieser Umstand kaum aufgefallen, weil sich sein Vater sehr wenig wie ein Hauptmann benimmt. Auch Trauer und Schmerz sind für Arif nicht neu und so wächst mir der traurige, andächtige und aufgeweckte Junge ans Herz.

Die Kulisse:
Ich kannte vorher weder Christen, die sich in unterirdischen Städten versteckten, noch kannte ich Kappadokien. Mit viel Fantasie wird eine Stadt erschaffen, die seines gleichen sucht und eine Außenwelt, die karg und rau ist, aber die ich auch auf ihre Art mochte.

Die Handlung:
Immer wieder gibt es Krieg zwischen den Religionen. Wer hat wann, das erste heilige Wort niedergeschrieben und wer glaubt an den richtigen Gott? Auch Arif und Savina geraten in diese Spirale. Dabei sind es gerade diese beiden jungen Menschen, eine neue Generation, die sich beginnt darüber Gedanken zu machen. Können wir nicht alle gemeinsam Leben?
Ein schöner Gedanke, der in dieser Geschichte trotzdem nicht mit dem erhobenen Zeigefinger ausgesprochen wird. Der Leser darf selber denken und sich auf eine Seite schlagen, wenn er möchte, muss er aber nicht. Trotz des ernsten Themas eine wunderbare Geschichte.

Die Gestaltung:
Ein traumhaftes Cover, oder? Eine schemenhafte Verbindung, die noch wachsen kann.

Die Bewertung:
Mein zweites Buch von Titus Müller und wieder hat er mich mitgerissen. Ich lebte in der Höhlenstadt udn ich ritt durch die Steppe

  (4)
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(72)

127 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

russland, arbeitslager, stradivari, verbannung, geige

Der Geiger

Mechtild Borrmann
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Droemer, 20.08.2012
ISBN 9783426199251
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einer Nacht im Mai 1948 verliert der begnadete Geiger Ilja Grenko seine beiden wertvoll­s­ten Schätze: seine Familie und seine Stradivari. Erst dem eigensinnigen Sascha Grenko, Iljas Enkel, wird es viele Jahrzehnte später gelingen, Licht in das grausame Geschehen von damals zu bringen. Doch der Preis dafür ist hoch – viel zu hoch …
Mal ehrlich, dieses Buch ist so unscheinbar und dann klappe ich es auf, fange an zu lesen und weiß plötzlich: Dies ist Juwel, eines, das wahrscheinlich viel zu wenig Leser haben wird und dagegen muss ich etwas tun.
Die Protagonisten:
Ilja Grenko trifft mich mitten ins Herz. In jeder Faser seines Körpers und in jedem Satz spürt man die Liebe zur Musik und die Liebe zu seiner Geige. Es ist sein Besitz, etwas sehr wertvolles in einem Land, dass ihn bespitzelt, Angst vor allem hat und seine Menschen quält.
Seine Familie, der zweite wunde Punkt, ist durchdacht und voller Charaktere, die man durch ihre Eigenarten ins Herz schließt. Seine Kinder, später ist sein Sohn die Hauptperson, sind Menschen, denen das Leben auch nicht immer freundlich gesinnt war. Aber nie vergessen sie die Familie, die alles zusammenhält. Auch wenn bald niemand mehr davon da ist….
Die Kulisse:
Mai 1948 – sofort schrillen die Glocken. Nach dem Krieg, es ist ein schwere Zeit. Stalins Willkür regiert, foltert Menschen, verbannt Familien und kostet vielen das Leben. Egal, ob Kasachstan, Moskau oder später Köln, Mechthild Borrmann hat sie die richtigen Schauplätze ausgesucht. Gegensätze ziehen sich an und so ist es das weltoffene Köln, dass verlassen wird um ins immer noch sagenumwobene Geheimdienstland Russland zurückzugehen.
Die Handlung:
Erzählt wird in zwei handlungssträngen. Einmal in der Vergangenheit: 1948, die Geschichte von Ilja Greko und seiner Geige. Das Verschwinden und die Folter, das Arbeitslager und die immer währende Angst. Die Verbannung der Familie, ein versteckter Neuanfang und wieder ganz viel Angst – das ist die Vergangenheit.
Die Gegenwart: Köln, Jahre später. Ein Sohn auf der Suche nach der Wahrheit und einer Geige, die jetzt viel Wert ist. Verschlungene Pfade, Angst und ein hoher Preis, der fast stündlich gefordert wird.
Ilja und sein Leid, diese beiden Dinge haben mich tief berührt. Jeder weiß ein bisschen über die Machenschaften Stalin bescheid. Oft sagt man: “Ja, das war schlimm.” Erst hier, mit diesem Buch wird mir bewusst wie schrecklich es wirklich gewesen sein muss. Das Leider wird personalisiert, bekommt ein Gesicht und verletzt mich.
Vielleicht merkt ihr, dass mir der Erzählstrang in Russland besser gefallen hat. Ich vermute, dass die Gegenwart einfach mit dem Schrecken nicht mithalten kann. Trotzdem ist auch der andere Erzählstrang gut durchdacht und lesenswert.
Die Gestaltung:
Auf 300 Seiten gibt es eine sehr dichte, leidenschaftlich geschriebene Geschichte, die gelesen werden sollte. Die Aufteilung in zwei Zeitstränge lässt sich gut nachvollziehen und bietet dem Leser die Möglichkeit sich zu entscheiden, welchen Strang er besser finden mit welcher Figur er mehr leidet.
Das Cover ist für mich nach dem Lesen sehr eindringlich, spricht von Einsamkeit, Verlorensein aber auch ein bisschen von Hoffnung.
Die Bewertung:
Ich vergebe mit viel Herz fünf Bücherpunkte:

  (4)
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116 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

steampunk, katie macalister, luftschiff, krieg, liebe

Steamed

Katie MacAlister , Theda Krohm-Linke , Theda Krohm-Linke
Flexibler Einband: 335 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 08.09.2011
ISBN 9783802584305
Genre: Fantasy

Rezension:

Kapitänin Octavia Pye fällt buchstäblich aus allen Wolken, als sie zwei merkwürdig gekleidete blinde Passagiere an Bord ihres Luftschiffs entdeckt. Den Computertechniker Jack Fletcher und seine Schwester hat es in Octavias Welt verschlagen, nachdem eines von Jacks nanomechanischen Experimenten schiefgegangen ist. Octavia will ihre ungebetenen Gäste so schnell wie möglich wieder los werden. Auch wenn zwischen ihr und Jack schon bald gefährlich die Funken fliegen. Da erfahren sie von einem geplanten Attentat, das einen Krieg auslösen könnte. Nur gemeinsam kann es ihnen gelingen, das Schlimmste zu verhindern.

Jack Fletcher steht auf eigenwillige Experimente und scheint ein schlaues Kerlchen zu sein. Erst bin ich von ihm ganz angetan und auch seine Schwester scheint eine patente Frau zu sein. Er muss wohl ganz gut aussehen, der Jack, und die Geschichten, die er erzählt, hören sich recht witzig an.

Dass, die beiden dann plötzlich auf ein Luftschiff geschleudert werden, ist etwas das mich richtig stört. Wie kann das passieren? Und hätte man nicht gleich die ganze Geschichte in der Welt des Luftschiffes ansiedeln können?

Ich weiß, dass Steampunk-Romane etwas unrealistisch sind, aber muss man diese Tatsache noch mit diesen Zeitsprung-Dingsbums unterstreichen? Dadurch erschien mir einiges noch unwirklicher.

Octavia ist mir erst auch mächtig sympathisch, weil sie die erste Frau ist, die ein Luftschiff steuern darf. Aber dann passt irgendetwas nicht mehr zusammen. Dauernd meint sie, dass ihre Mannschaft sie testet, dass sie durch ihre Vergangenheit einen Vorteil hat, später ist die Vergangenheit ein Nachteil und so geht es immer weiter. Sie verhält sich oft anders, als man denken würde. Und ihr Handeln passt oft nicht zu dem, was sie sagt.

Dass es eine Liebesgeschichte gibt, ist leider unausweichlich und für meinen Geschmack viel zu aufgebauscht. Vor allem da unser hübscher Mann aus dem Nichts auftaucht und das gar nicht schlimm ist.

Ich habe mich sehr gequält mit diesem Buch und es war auch mein erstes Buch von Katie McAlister. Man muss alles mal probieren und ich habe es wirklich versucht, aber meine Welt ist es nicht. Einige Ansätze haben mir wirklich gefallen, aber später wurde mir die Geschichte etwas zu oberflächlich und der Liebe zu viel Raum gelassen.

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69 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 41 Rezensionen

verlag, mord, trixi, krimi, liebe

Cheffe versenken

Christiane Güth
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2012
ISBN 9783548284194
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Trixi hat bis zu ihrem dreißigsten Geburtstag nur selten gearbeitet. Aber als die Eltern plötzlich auswandern, der Scheck ausbleibt und ihre Schwester auch noch möchte, dass sie auszieht, ist es um ihre Ruhe geschehen. Was soll sie tun? Die Möglichkeit eine Verlagschronik zu schreiben, ist nicht ihre beste Idee, und als sie das Gebäude sieht, bleibt ihr die Luft weg. Aber woher sonst Geld nehmen und ihre Schwester vom Gegenteil überzeugen? Sie wird zur Büro Trixi mit allen Höhen und Tiefen zu denen eine Leiche und ein toller Mann gehört…
Gütersloh in einem Buch? Ich bin dabei. Und das ist nur eine Kleinigkeit, die mir an diesem Buch gefallen hat. Trixi hat einige Dinge, die mir bekannt vorkommen oder die ich auch gerne hätte. Noch hat sie ihren Weg im Leben nicht gefunden und auf eigenen Beinen stehen, ist auch ziemlich schwierig. Aber genau dieses Verhalten macht sie sympathisch. Sie ist chaotisch, quirlig, kreativ aber auch ganz schön faul. Gäbe es nicht ihre Schwester, die sie bei sich wohnen lässt und ihre Nichte Rachel, die Trixi ihren Grip leiht, ständen wir manchmal ganz schön auf dem Schlauch.
Außerdem arbeitet Trixi in einem Verlag und das ist auch mein größter Wunsch. Obwohl dieser Verlag in Gütersloh( ) ziemlich düster wirkt und auch der Besitzer ziemlich eigenartig ist, ist das Arbeitsleben nie langweilig. Viele verschiedene Charaktere bevölkern den Verlag und man kann lachen, den Kopf schütteln und mit Trixi leiden.
Die Leiche kommt auch nicht zu kurz, obwohl Trixi manchmal gedanklich Abzweigungen verpasst oder sich trottelig verhält. Schließlich ist der Roman nach einigen Seiten schon wieder vorbei. Trixi bleibt dem Leser in Erinnerung als witziges Mädchen, dass noch einiges Lernen muss.
Ein lockerer Roman mit Witz und viel Herz, der vier Sterne verdient ha!

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frankreich, bestie, wolf, wölfe, liebe

Wolfszeit

Nina Blazon
Fester Einband: 567 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 24.02.2012
ISBN 9783473400706
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lieber König von Frankreich,

wie kann es sein, dass in einer ihrer Provinzen, Menschen von einer Bestie gerissen werden? Und was tun sie? In Versailles sitzen und sich das Näschen pudern. Auch in der französischen Provinz denkt man an sie, meint sie müssten etwas tun. Warum erlauben sie uns also nicht endlich Waffen zu tragen? Damit wir Bauern uns selbst verteidigen können? Kann es sein, dass Ihnen der Tod von Bauern und Schäferinnen egal ist?

Nun geschah aber etwas womit sie bestimmt nicht rechnen und ihre Adligen auch nicht! Es wurde eine von Ihnen angegriffen!!! Es war Isabelle, die von der Bestie gerissen wurde, aber überleben konnte. Was sagen sie jetzt? Auch Hochmut ist nicht sicher und Geld hat noch niemanden gerettet!

Unser aller Glück liegt nun in diesem Thomas, den sie hierher geschickt haben und der diesen Brief für mich schrieb. Er ist ein gewitzter Kerl gewiss, aber bewaffnet mit Kohle zum Zeichnen glaube ich kaum, dass er etwa ausrichten kann. Also vertrauen wir auf ihre selbstsüchtigen Jäger, die nur auf das Geld aus sind.

Ich wünsche Ihnen die Bestie an den Hals!

Mit aufrichtigem Gruß aus Gevaudan,

Thérése Chastel

Dieser Brief wurde mir mit der obigen Karte zugespielt. Ich bin entsetzt wir sehr sich niemand um die armen Bauern in der Provinz Gevaudan kümmert. Gut, dass ich Thomas kennenlernen durfte. Gut, dass ich mir ein Bild von Isabelle machen durfte.

Extra bin ich mit Thomas mitgereist, um mir selbst ein Bild zu machen. Lest meine Gedanken zu der “Wolfszeit”, die gerade in der Provinz herrscht:

Thomas will die Bestie unbedingt zeichnen. Er ist ein kultivierter Mensch, kann gut mit Zeichenkohle umgehen und ganz hübsch ist er auch. Kein Wunder, dass er Isabelle gerne kennenlernen möchte. Natürlich nur der Wissenschaft wegen. Immerhin ist sie angefallen worden von der Bestie. Sie hat einige Kratzer davon getragen.

Leider wird sie abgeschottet von ihrem Bruder. Ansonsten habe sie nicht viel gemein. Thomas meint, da steckt ein Geheimnis dahinter. Aber das ganze Dorf schweigt, wenn man vermutet die richtigen Fragen zu stellen. Ansonsten stellt Thomas sich manchmal recht dumm an, hält zur falschen Zeit den Mund und öffnet ihn auch zur falschen Zeit.

Die anderen hier sind sehr herrisch. Vor allem die Jäger, die schmieden bestimmt auch Ränke gegen uns und die Welt.

Ansonsten ist das mit der Bestie eine wirklich wahre Geschichte. Falls noch einer daran zweifelt. Diejenige, die die Geschichte mitschreibt, während wir hier rum laufen, wird sie gut verpacken.

Die geschichtlichen Anteilen werden sich gut machen in dieser mysteriösen Geschichte. Außerdem sind wir als Figuren alle interessant und zeigen uns von unseren besten und schlechtesten Seiten.

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