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Rebekkas Melodie

Tamera Alexander , Silvia Lutz
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.08.2017
ISBN 9783868276619
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nach einem Vorfall mit ihrem Stiefvater wurde Rebekka von ihrer Großmutter als junges Mädchen nach Wien geschickt. Dort konnte sie ihre musikalische Begabung als Violinistin entfalten und viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Doch 10 Jahre später verstirbt ihre Großmutter und so ist die nun 24-Jährige Rebekka gezwungen wieder in ihre Heimat Nashville zurückzukehren. Doch auf keinen Fall will sie wieder bei ihrem Stiefvater und ihrer Mutter einziehen, deshalb sucht sie sich eine Arbeit. Ihr größter Traum ist es, in einem Orchester zu spielen. Doch eine Frau in einem Orchester ist für die meisten Menschen zu ihrer Zeit – im Jahre 1871 - undenkbar. Dennoch wagt sie es, dem neuen Dirigenten der Nashviller Philharmonie – Nathaniel Whitcomb  - vorzuspielen. Der junge Dirigent erteilt ihr jedoch eine Absage und Rebekka beginnt schließlich eine Anstellung auf dem berühmten Belmont Mansion als Violinlehrerin von Adelicia Cheathams Tochter. Doch ihre Wege kreuzen sich schneller als gedacht wieder mit denen Nathaniels.

Nathaniel Whitcomb, alias Tate, steht unter enormem Druck, die Erwartungen des Philharmonieausschusses zu erfüllen und bis zur Eröffnung des neuen Opernhauses von Nashville eine Sinfonie zu komponieren. Auch familiär bedrückt Tate die Sorge um seinen schwer kranken Vater. Doch dann taucht Rebekka in seinem Leben auf…

Dieser Roman ist der letzte Teil der „Belmont Mansion“ - Reihe der berühmten, christlichen Buchautorin Tamera Alexander. In jedem Band geht es um das Schicksal anderer Protagonisten, sodass die Bände auch völlig unabhängig voneinander sehr gut gelesen werden können.

Wie von der Autorin gewohnt trifft auch in diesem Roman eine starke, etwas eigensinnige junge Frau auf die damaligen gesellschaftlichen Grenzen mit ihren Träumen und Gaben. Nur langsam und durch besonders viel Mut verändert sich für Frauen dieser Zeit nach dem Krieg die Welt allmählich. Rebekka ist eine sehr sympathische Protagonistin. Doch auch der männliche Hauptprotagonist, Tate, ist m.M. ein sehr authentischer Charakter. Er ist kein vollkommener Held – sein Perfektionismus, seine Gereiztheit und Impulsivität, die er manchmal nicht ganz im Zaum halten kann, lassen ihn sehr menschlich, echt und dennoch sehr sympathisch erscheinen.

Das Thema des Buches – die klassische Musik – ist für mich ein absolutes Fremdgebiet gewesen, sodass ich etwas skeptisch war, ob ich mich dennoch richtig in die Geschichte einfinden können würde. Das mir einige Fachbegriffe hier nicht geläufig waren, hat mich aber insgesamt kein bisschen im Lesefluss oder Verständnis gestört und ich war positiv überrascht davon,  wie tief ich schließlich in diese Welt der Musik mit abtauchen konnte und wie sehr sie mich immer mehr faszinierte. Ich denke, ich werde klassische Musik durch das Lesen dieses Romans nun mit ganz „anderen Ohren hören“.

Der Roman hat mich an einigen Stellen zu Tränen gerührt. Die Romantik kommt nicht zu kurz und auch der christliche Glaube wird tiefgründig und wie selbstverständlich in die Geschichte eingewoben. Die inspirierendste Person bzgl. war für mich  Angus, der Vater von Tate, der seinem Sterben mit so einer tiefen Zuversicht und einem so starken Glauben entgegen sieht. Doch auch Tates Schicksal hinterlässt deutliche Spuren bei mir, die mich zu mehr Dankbarkeit und tieferem Gottvertrauen führen wollen.

Absolute Leseempfehlung meinerseits! Gleiches gilt für Band 1 („Geliebte Fälscherin“) und 2 („Unentdeckte Schönheit“) der Reihe. Außerdem empfehlenswert ist ein Besuch auf der Website der Autorin, wo sie wirklich viele Hintergrundinformationen und Bilder ihrer verwendeten historischen Gebäude, Menschen und Begebenheiten, veröffentlicht hat, sowie eine Playlist mit den Stücken, die in diesem Roman erwähnt werden, bzw. gespielt werden.

 

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Tags: christlicher glaube, glaube, klassische musik, romantik   (4)
 

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Wohin der Wind uns trägt

Elisabeth Büchle
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 01.05.2012
ISBN 9783865916815
Genre: Romane

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Geliebte Fälscherin

Tamera Alexander , Silvia Lutz
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 04.01.2013
ISBN 9783868273656
Genre: Romane

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Spielend leicht erziehen

Stefanie Diekmann
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 02.02.2017
ISBN 9783775157643
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Braut wider Willen

Jen Turano , Silvia Lutz
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 18.06.2018
ISBN 9783957344984
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Braut wider Willen“ ist eine historische, skurille Liebeskomödie von Jen Turano, die für ihre humorvollen, christlichen Romane bekannt ist. Der Roman ist der abschließende Teil einer Trilogie über drei Freundinnen und ihre jeweiligen Schicksale. Alle drei wurden von Abigail Hart, einer wohlhabenden, älteren Frau, unter die Fittiche genommen und in diesem Teil geht es um Lucetta Plum, die Schauspielerin unter ihnen. Lucetta flieht in einer „Nacht und Nebel - Aktion“ vor Silas Ruff, einem besessenen Verehrer, der sie ganz für sich haben will. Ihre Flucht verschlägt sie auf die Burg des attraktiven Enkels von Abigail, Bram Haverstein. Doch hier werden sie nicht gerade direkt freundlich begrüßt und ihre Ankunft verläuft turbulent. Brams Personal nimmt es etwas zu genau mit der „Verteidigung ihrer Burg“ zum Schutze ihres Arbeitsgebers, der ebenfalls ein „Problemchen“ mit ihn umschwärmenden Frauen hat, die quasi regelmäßig seine Burg „überfallen“. Bram hingegen schwärmt seit langer Zeit nur für eine einzige Frau und traut seinen Augen kaum, als plötzlich sein Schwarm Lucetta Plum leibhaftig vor ihm steht. Ganz Gentleman nimmt er die Damen natürlich bei sich auf, doch desto mehr er Lucetta nun kennenlernt, umso mehr muss er feststellen, dass sie so ganz anders ist, als er sie sich in seiner Schwärmerei und Fantasie immer vorgestellt hatte – kein zerbrechliches, sensibles und zartes Persönchen, sondern eine selbstbestimmte, unabhängige Frau. Auf Ravenwood geschehen währenddessen immer wieder sonderbare Dinge. Bram passt nur in einem Punkt zu seiner sonst eher mysteriösen, spukenden Burg – er ist ein wahrer Rittersmann, der es mit jedem Drachen aufnehmen würde, um (s)ein hübsches Burgfräulein zu retten. Lucetta wird durch Bram Haverstein mit ihr ganz neuen und unbekannten Gefühlen konfrontiert – weiche Knie, Schmetterlinge im Bauch – doch Erfahrungen aus ihrer Kindheit hindern sie daran, sich auf Liebe einlassen zu können. Pragmatisch erklärt er sich bereit Lucetta zu heiraten, um Silas Ruff loszuwerden, doch sie lehnt ab. Die beiden kommen sich in der Zeit auf der Burg jedoch dann doch näher und nach einem „Vorfall in einer Abstellkammer“ werden sie erneut zur Heirat gedrängt. Doch Bram wahrt ein großes Geheimnis, von welchem selbst seine Familie nichts ahnt und dass ihn schließlich so sehr vereinnahmt, dass er für einige Tage untertaucht. Schließlich erfährt Silas Ruff von Lucettas Aufenthaltsort und lässt sie entführen. Bram begibt sich mit einigen anderen auf ihre Rettungsmission.

Für mich war es der erste Roman von Jen Turano, den ich gelesen habe. So startete ich ganz unvorbereitet auf ihren Erzählstil in die Geschichte und war von dem Humor und den Übertreibungen erst etwas überrascht, aber schnell hatten die ominösen, teilweise komischen, bis hin zu absurden Aktionen und spritzigen „Gilmore-Girls-like-Dialoge“ auch mich gepackt. Hier darf man eben nichts auf die Goldwaage legen und allzu ernst nehmen. Es ist ein Buch zum Lachen und daher perfekt für „Zwischendurch“ als Aufheiterung und zur Unterhaltung. Die Ereignisse überschlagen sich nahezu und immer wieder wird eine Situation unterbrochen. Die Handlung des Romans ist daher auch immer wieder etwas überraschend in seinen Elementen – wer rechnet schon mit einem wahnsinnigen Ziegenbock - wenn auch grundsätzlich vorhersehbar. Selbstverständlich gibt es ein Happy End für alle.

Die Charaktere sind sehr interessant und haben prägnante Charakterzüge, die mir sehr gefallen haben und natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen sind. Selbst die Nebenfiguren bleiben einem im Kopf hängen.

Der christliche Glaube spielt eine Rolle im Roman, wird aber eher zurückhaltend, keineswegs belehrend o.ä. eingeflochten. Beide Hauptprotagonisten sind gläubig, aber ihr Glaubensleben wird nicht tiefgründig dargestellt. Dennoch wird eine unaufdringliche Botschaft vermittelt: Lucetta erkennt Gottes Führung in ihrem Leben und dass seine Weisheit höher ist als ihre.

Im Endeffekt passt der Titel m.M. nicht unbedingt. Er hatte mich annehmen lassen, dass Lucetta einen Mann gegen ihren Willen heiraten müsste und auch definitiv würde, doch dem ist nicht so. Vielleicht soll der Titel in die Irre führen, da man eine ganze Zeit lang noch denkt, dass sie Bram doch heiraten wird, ohne dass sie es wirklich will – aufgrund äußerer Umstände. „Playing the Part“ heißt der englische Originaltitel - dieser sagt mir mehr zu.

Fazit: Der Roman hat mich gut unterhalten, an einigen wenigen Stellen war es mir manchmal einen „Touch too much“ der Überspitzung, aber im Großen und Ganzen eine gelungene Liebeskomödie, die ich gerne weiterempfehle.

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Tags: christlicher glaube, humor, liebe, liebeskomödie   (4)
 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Das Meisterwerk

Francine Rivers , Eva Weyandt
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 18.06.2018
ISBN 9783957342331
Genre: Romane

Rezension:

Zwei Menschen – zwei dramatische Schicksale. Roman Valesco ist 34 Jahre jung und bereits ein sehr erfolgreicher Künstler. Doch genauso wie seiner riesigen Villa in Los Angeles, die er nur spartanisch eingerichtet hat und der es an Möbeln und Gemütlichkeit fehlt, herrscht in ihm eine tiefgreifende Leere, eine Sehnsucht nach mehr im Leben. Außerdem wohnt ein tiefer Zorn in ihm, für den sein einziges Ventil das illegale Sprayen als Graffiti-Künstler zu sein scheint. Als er Grace über eine Zeitarbeitsfirma als seine persönliche Assistentin einstellt, bringt sie nicht nur Ordnung in seinen Papierkram, sondern scheint auch etwas an sich zu haben, das er dringend braucht. Grace ist gläubige Christin, doch auch ihr Leben verlief nicht so, wie sie es sich gewünscht hätte und ganz im Gegensatz zu Romans Eindruck von ihr, kommt sie weder aus behüteten Verhältnissen, noch ist sie vollkommen im Reinen mit sich selbst. Sie trägt die Verantwortung ihrer Fehltritte und stellt sich der Herausforderung als junge alleinerziehende Mutter für ihren Sohn zu sorgen. Je näher Grace und Roman sich kennen lernen, desto größer wird die Anziehungskraft zwischen ihnen. Doch beide werden von Erfahrungen und Erlebnissen aus ihrer Vergangenheit bestimmt und kämpfen mit Misstrauen und Bindungsängsten. Lange ahnen sie nichts von den Gemeinsamkeiten, die sie miteinander teilen.

„Das Meisterwerk“ ist ein tiefgründiger Liebesroman der christlichen Bestseller-Buchautorin Francine Rivers. Es geht um Menschen aus schwierigen Familienverhältnissen, mit traumatischen Kindheitserfahrungen, die auch als Erwachsene noch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben. Die Hauptprotagonisten gewinnen dabei nach und nach durch Rückblenden in ihre Kindheit und Jugend an Profil für den Leser. Wirkte die Figur des Roman Valesco zunächst unsympathisch auf mich – arrogant, getrieben und unzufrieden, konnte ich durch die Rückblicke in seine Vergangenheit immer mehr Verständnis für ihn aufbringen. Roman steckt inmitten einer Identitätskrise, einer Sinnkrise. Er weiß nicht, wer er wirklich ist. Er will angenommen sein, will zugehörig zu etwas oder jemandem sein. Er ist haltlos und auf dem Weg sich in Grace zu verlieben, auch wenn er das nicht ganz wahrhaben möchte. Vermutlich verstärkt genau diese Liebe seine Sehnsucht danach, endlich er selbst sein zu können und so geliebt zu werden nur noch mehr. Angesichts dessen, welche Sehnsucht und Wünsche Grace in ihm auslöst, wird er sich seiner inneren Leere und des Mangels erst richtig bewusst, er spürt ihn vielleicht stärker als je zuvor. Und die einzig mögliche Reaktion hierauf scheint für ihn Flucht zu sein. Grace empfand ich hingegen von Beginn an als sympathischen, aber auch sehr selbstkritischen und perfektionistischen Charakter. Sie muss lernen sich selbst zu vergeben („Du solltest dich nicht den Rest deines Lebens verstecken und selbst bestrafen“).

Die Zeitsprünge sind dabei nicht chronologisch, sondern eher thematisch geordnet, was das Gesamtverständnis und die Zusammenhänge der Geschehnisse im Roman ein wenig komplexer gestaltet. Diese Aufmachung der Story fand ich wirklich meisterhaft umgesetzt. Geschickt wirft die Autorin immer wieder unzureichende Informationen ein, die sich erst viel später im Roman aufklären oder vertieft werden. Durch beiderlei stilistische Mittel verliert der Roman beim Lesen nicht an Spannung und hält immer wieder Überraschungen für den Leser bereit.

Die Inhaltsbeschreibung und Thematik lässt erahnen, dass der Roman sehr emotional geschrieben ist. An einigen Stellen hatte ich Tränen in den Augen. Francine Rivers schreibt sehr berührend und macht es dem Leser leicht, sich in die Protagonisten einzufühlen.

Wie von Francine Rivers gewohnt vermittelt auch dieser Roman tiefgründige christliche Botschaften. Das Glaubensleben der Protagonisten wird durch innere Gebete, an denen der Leser teilhaben darf, sehr deutlich. Thematisch geht es dabei nicht nur um die Leere, die die Hauptfigur Roman empfindet und die nur Gott in uns zu füllen vermag. Es wird auch die Frage der Theodizee, Gottes unfassbare Gnade, Vergebung, vorehelicher Sex, uvm. angesprochen. Besonders hervorzuheben sind auch eine Engelsbegegnung und eine Nahtoderfahrung im Buch, die für Leser, die mit Glaube und Gott nicht viel anzufangen wissen, durchaus schwierig nachzuvollziehen sein mögen, aber eine zum Nachdenken anregende Intensivität des Glaubens vermitteln. Mich persönlich hat der Roman in meinem Glaubensleben angestoßen und sehr zum Nachdenken angeregt. Francine Rivers zeigt, dass Gott aus all den Fragmenten unseres Lebens – mögen sie noch so zerbrochen, entstellt oder unzulänglich erscheinen – etwas Wunderbares machen kann, wenn wir sie ihm hinlegen.

Es ist ein Liebesroman, indem es nicht im erstem Zug um die Liebe der Protagonisten zueinander geht, sondern in welchem zunächst die Liebe zu Gott und die alleinige Abhängigkeit von ihm als Fundament der menschlichen Liebe zueinander im Vordergrund steht.

Fazit: Kein Buch für zwischendurch oder nebenbei zur Unterhaltung, sondern eines mit Tiefgang. In diesem Roman steckt wirklich so viel, dass man es nicht in ein paar Sätzen allein ausdrücken kann. Das Meisterwerk ist wirklich lesenswert und ein großartiger, moderner Roman von Francine Rivers! Aber mein persönliches Meisterwerk der Autorin bleibt ihr Roman „Die Liebe ist stark“ ;).

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Tags: bindungsängste, christlicher glaube, glaube, liebe, nahtoderlebnis, trauma   (6)
 

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93 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

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Der Korsar und das Mädchen

Elisabeth Büchle
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 16.01.2017
ISBN 9783957341884
Genre: Historische Romane

Rezension:

Amerika befindet sich im Krieg mit England. Catherine Hansen gibt sich in einer misslichen Lage auf einem amerikanischen Segelschiff als Schiffsjunge namens „Cato“ aus. Der etwas ungewöhnliche Schiffsjunge erregt immer wieder Aufsehen und gewinnt zunehmend die Sympathie des strengen aber noch sehr jungen Commanders Lennart Montiniere, der seine Mannschaft der Silver Eagle eigentlich fest im Griff hat. Sie geraten in einige Stürme und Gefechte. Lennart kommt schließlich hinter das Geheimnis von Cato. Doch statt sie direkt auffliegen zu lassen, spielt er das Spiel mit. Doch Cato bzw. Catherine schwebt noch aus anderen Gründen in Gefahr. Auf sie wurden Auftragsmörder angesetzt, die sich in die Schiffsbesatzung einschleichen. Die Gründe hierfür hängen mit Catherines wartendem, potentiellem Bräutigam in England zusammen.

 

Ein wirklich sehr romantischer, humorvoll geschriebener Abenteuerroman von Elisabeth Büchle, den ich förmlich verschlungen habe. Cat ist eine sympathische Protagonistin - eine stake junge Frau, die ihren ganz eigenen Kopf hat, ein Wildfang, mutig und etwas impulsiv. Sie denkt oft laut, was zu spitzen Bemerkungen führt und sie hin und wieder in Schwierigkeiten bringt und den Leser zum schmunzeln. Sie passt sich kein bisschen der Etikette an, ist nicht sehr damenhaft und liebt die Freiheit hoch in der Takelage. Schnell gewinnt sie den Beinamen 'Äffchen' für ihre Kletterkünste. Auch ihr Können im Fechten stellt sie unter Beweis.

Lennart ist ein selbstbewusster, junger Commander, der auf einen Spezialauftrag angesetzt wurde. Hinter seinem ernsten und strengen Auftreten ist aber ein weicher Kern in harter Schale verborgen, den Cat recht schnell entdeckt und für sich nutzt.

Zwischen beiden entwickelt sich eine ungewöhnliche Liebesbeziehung, die so gar nichts mit dem damals noch geforderten feinen “Hof machen“ zu tun hat. Lennart versucht seine wilde Cat zu beschützen, ohne ihr Geheimnis aufzudecken. Cat ahnt zunächst nicht, dass er längst weiß, dass sie eine Frau ist.

Auch die Nebenfiguren sind spannende Charaktere, denen die Autorin teilweise recht viel Aufmerksamkeit widmet. Es wird also nicht nur aus der Perspektive von Lennart und Catherine geschrieben, sondern auch aus der Perspektive einiger Nebenfiguren. Ich empfand dies nicht als störend, es ist klar gegliedert, wann ein Perspektivwechsel stattfindet. So lässt Elisabeth Büchle beispielsweise geschickt in die innere Entwicklung des Auftragsmörders Fraser einblicken, welcher beginnt seinen Auftrag zu hinterfragen. Cat gewinnt seine Sympathie und er hadert mit seinem eigentlichen Ziel. Ob er sie am Ende beschützten wollte oder nur aus Frust heraus seinen Auftraggeber erschießt bleibt offen.

Was den Lesefluss etwas stört sind die vielen Fachbegriffe rund ums Segeln und Segelschiffe, die die Autorin verwendet. Hinten gibt es eine Erläuterung dazu, die ich aber natürlich auch erst sehr spät entdeckt habe. Die meisten Begriffe hatte ich instinktiv aus dem Zusammenhang in etwa richtig eingeordnet und fand es am Ende eigentlich sogar gut, meinen Horizont erweitert zu haben.

Der Christliche Glaube spielt kaum eine Rolle im Romangeschehen. Das ist ein bisschen schade aus meiner Sicht.

Das Ende war mir ein bisschen zu konfuses Familiendrama. Mir hat die Geschichte rund um Cats Schicksal nicht so gefallen – das mag daran liegen, dass ich vor nicht allzu langer Zeit einen Roman mit ganz ähnlicher Familienkonstellation und Dramatik gelesen habe (Tränen aus Stein).

Aber das Happy Ending rund um Lennart und Cat war natürlich zauberhaft und auch der Prolog war nochmal sehr schön. Natürlich stillt Cat selbst! Gegen jegliche Konvention - das ist ja kein Stück damenhaft für die Zeit, aber sie bleibt sich treu und ihrem Freigeist, auch wenn es um diese Themen geht. Das hat mir sehr gefallen.  

Rund um ein sehr lesenswertes Buch.

 

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Die Lady von Milkweed Manor

Julie Klassen , Susanne Naumann , Sieglinde Denzel
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 19.03.2013
ISBN 9783775150781
Genre: Historische Romane

Rezension:

(Achtung Spoiler)

„Milkweed Manor“ ist ein Haus in London für mittellose, schwangere Frauen und wird auch für die 20 Jährige Charlotte Lamb unter anderem Namen zur Zufluchtsstätte. Als Pfarrerstochter aus gutem Hause wird sie aufgrund ihrer unehelichen Schwangerschaft verstoßen und ist fort an auf sich selbst gestellt. Der Vater des Kindes, Charles Harris, heiratet ihre Cousine des Geldes wegen und entzieht sich so jeglicher Verantwortung. In Milkweed Manor ist Charlotte unter Frauen, die aus ärmlicheren Verhältnissen kommen und sie mit einer ihr bis dahin fremden und ungeschönten Welt von Verzweiflung und Überlebenskampf konfrontieren. Viele der Frauen können ihr eigenes Kind nach der Geburt nicht behalten, da sie zu arm sind, um es zu versorgen. Der einzige Lichtblick für Charlotte ist der Arzt der Klinik, Daniel Taylor, den sie aus früheren Tagen bereits kennt. Daniel Taylor war damals bereits verliebt in Charlotte, wurde jedoch als potentieller Bräutigam von ihrem Vater abgewiesen. Doch auch er hat ein Geheimnis, das er in den Mauern von Milkweed Manor zu verstecken versucht. Seine schwangere Frau leidet an einer Wochenbettpsychose. Charlotte muss schließlich ihr eigenes Kind aufgeben, um ihrem Kind ein besseres Leben zu ermöglichen. Der Vater des Kindes bietet ihr an, seinen und Charlottes Sohn gegen das tote Baby seiner eigenen Frau einzutauschen, welches nur wenige Tage nach Charlottes Kind geboren wurde. Sie trennt sich schmerzhaft von ihrem Kind und findet Trost als Amme des Kindes von Daniel Tylor und seiner Frau. Gerade als Charlotte die Familie nach etwa fünf Monaten wieder verlassen will, stirbt Mrs Taylor aufgrund einer erneut einsetzenden Psychose. Charlotte bleibt somit noch eine weitere Zeit lang, um die Versorgung des Kindes zu übernehmen. Als Charlottes Cousine stirbt, bietet ihr Mr Harris an sie zu heiraten, sodass sie ihrem eigenen Kind wieder eine Mutter sein könnte. Doch was ist mit ihren Gefühlen für Daniel Taylor und seine Tochter?

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Am Anfang habe ich mich etwas schwer getan in das Buch hineinzufinden, doch nachdem Charlotte im Manor House angekommen war, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Die Handlung des Buches ist tragisch, schicksalshaft und spannend. Auch das Ende war meiner Meinung nach nicht voraussehbar. Charlotte zerbricht nicht an all dem, was ihr wiederfährt und wird zu einer bewundernswerten Frau, die selbstlose Liebe lebt. Ich hätte eigentlich erwartet (vielleicht aufgrund des Buchtitels), dass Charlotte schließlich als helfende Hand im Milkweed Manor House bleibt und das Haus als liebevolle und fürsorgliche Führungsperson weiter aufbaut und unterstützt, aber so kommt es nicht. Die Hauptprotagonisten Charlotte und Daniel sind sehr überzeugende, sympathische Charaktere, die mich vollkommen für sich gewinnen konnten.

Es wird aus Sicht mehrerer Figuren geschrieben. Ich bin meist kein Fan von Romanen, in denen aus mehr als zwei Perspektiven geschrieben wird, da ich dies strukturell wie auch inhaltlich für mich oft eher negativ empfunden habe, aber bei diesem Roman hatte ich keine Schwierigkeiten damit. Es wird ganz deutlich gekennzeichnet, das ein neuer Abschnitt und (ggf.) eine andere Person im Folgenden im Fokus steht. Das macht es dem Leser leicht der Erzählung zu folgen. Prolog und Epilog sind aus der Ich-Perspektive des Daniel Taylor geschrieben und heben sich dadurch von der Erzählung an sich ab. Auch das empfand ich als sehr gelungen. Die Autorin hat einen sehr bildreichen, oft nahezu poetischen Erzählstil.

Der christliche Glaube wird m.M. zurückhaltend in den Roman eingeflochten.

Die Seidenblume (Milkweed) hat wohl hauptsächlich eine metaphorische Bedeutung im Roman. Sie wird für Unkraut gehalten, doch Charlotte wird über die Entdeckung ihrer als Heilpflanze von Dr. Taylor aufmerksam gemacht. Strukturell ist jedes Kapitel mit einem Zitat aus dem 19. Jahrhundert überschrieben, das zumeist thematisch die Seidenblume, das Stillen bzw. den Beruf der Amme oder auch die Wochenbettpsychose beinhaltet. Mir hat dieses stilistische Mittel gefallen, wenn ich auch sagen muss, dass mir der Zusammenhang mancher Zitate und des Kapitelinhaltes nicht ganz einleuchten wollte bzw. war er vielleicht auch nicht immer vorhanden. Die Zitate unterstreichen in jedem Fall den historischen Charakter des Romans.Die Autorin hat einige zusammenhängende heikle Themen der damaligen Zeit in ihre Erzälung gepackt - uneheliche Schwangerschaften, Findelkinder, Wochenbettpsychosen, die Einstellung zum Stillen bzw. den Beruf der Amme. Die ganze Thematik rund um das Stillen und das „Amme sein/nehmen“ war für mich als selbst stillende Mutter sehr interessant. Es geht um Verlust und dramatische Schicksale, die eng miteinader verwoben werden (für manchen Geschmack vielleicht etwas zu eng und dramatisch). Das Buch stellt die damaligen Ansichten teilweise subtil kritisch dar und regt zum diskutieren und nachsinnen auch über heutige Meinungen zum Thema an, wie ich finde. Klassen schafft es, eine sehr interessante Perspektive auf die damalige Zeit und Gesellschaft zu geben.

Fazit: Ein fesselnder historischer Roman, eine sehr zarte Liebesgeschichte.

 

 

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Tags: amme, glaube, liebe, uneheliche schwangerschaft, verlust, wochenbettpsychose   (6)
 

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Wer um Liebe ringt

Tamera Alexander , Silvia Lutz
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.01.2016
ISBN 9783868275551
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags: ehe, glaube, liebe, pferde, rassendiskriminierung, vorurteile   (6)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

. . . einmal nur die Sonne küssen

Sylvia Renz
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien
ISBN 9783894376581
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem David und Jati ein ganzes Jahr getrennt waren, hat David nun seine Heimat aufgeben und heiratet Jati. Sie kaufen ein großes Haus und lassen die ehemalige Besitzerin, eine dunkelhäutige Frau aus Somalia und Muslimin, bei sich wohnen. Bei einem Einkauf in Jakarta findet Jati ihre Schwester Bagus wieder, jedoch in einem schlimmen Zustand. Drogenabhängig und hochschwanger nimmt sie Bagus mit zu sich nach Hause und versucht ihr zu helfen. Doch Bagus macht wieder einmal viel Ärger. Nach der Geburt des Kindes verschwindet sie schließlich und die muslimische Frau adoptiert ihr Kind, Muncak. Auch Jati und David werden Eltern eines kleinen Jungen, den sie Jonathan nennen. Auf einer nachgeholten Hochzeitsreise wird David schwer krank, sodass die Familie nach Deutschland fliegen muss, um ihn besser medizinisch behandeln zu können. Jati steht ein großer Kampf bevor. Sie muss sich schließlich die Frage stellen, welche Opfer sie bereit ist, für ihre Liebe zu bringen.

Dies ist der zweite Band über das Schicksal von Jati und David. Leider hat mich dieser nicht so sehr gefesselt wie der erste Band „…und wollte die Wolken umarmen“. Dafür ist der zweite Band tiefgründiger und kritischer bezüglich kultureller Differenzen und Themen, beispielweise wagt sich die Autorin an das Thema „Frauenbeschneidung“ in Teilen Afrikas heran und zeigt am Schicksal von Jamila die traumatischen Folgen dieser grausamen, kulturellen Tradition. Es wird außerdem über „wahre“ Liebe und die Rolle von Mann und Frau diskutiert. Dabei bringt die Autorin westliche Kultur, die Kultur der indonesischen Badui und muslimische Auffassungen zusammen. Ich empfand es als eine sehr offene Kulturbegegnung. Es wird keine Kultur generell abgelehnt, sondern Renz lässt ihre Figuren annehmend und wertschätzend einfach über Gott, ihren Glauben und ihre Meinungen sprechen. Dennoch wird die muslimische Lebensweise eher kritisch dargestellt, hinsichtlich Erziehung und der Rolle der Frau. Der christliche Glaube steht durch die Hauptfiguren Jati und David im Vordergrund. Ich fand es schön, wie Jatis Glaube in Gebeten und Gedanken immer wieder deutlich wird und eine tragende Rolle einnimmt. Nicht gefallen hat mir, die „schwarz-weiß-Malerei“ der Autorin bezüglich Jonathan und Muncak. Muncak wird derart negativ dargestellt und teilweise ist es für meinen Geschmack verachtend, was Jati für Gedanken über ihn hat, auch wenn es sie menschlich macht – dadurch, dass die Autorin mit dem Verlauf der Geschichte Jati in ihrem Denken sozusagen bestätigt, wirkt das Ganze für mich zu sehr abgestempelt. Dass Jatis Schwester Bagus eine derart große Rolle im zweiten Band einnehmen würde, hatte ich nicht erwartet. Die ganze Geschichte rund um bagus war mir etwas zu dramatisch, besonders die Ereignisse im Dorf der Badui. Da Renz auch im zweiten Band natürlich als „Ich-Erzähler“ aus der Perspektive von Jati schreibt und sie nicht im Dorf dabei war, wirken die Begebenheiten dort für mich noch unrealer und übertrieben dramatisch. Oft werden mir die Ereignisse auch zu schnelllebig erzählt. Die verspätete Hochzeitsreise von Jati und David war (endlich) wieder etwas unterhaltsamer, aber auch diese wird recht kurz abgehandelt.

Zusammengefasst hat mich der Roman mit sehr gemischten Gefühlen zurückgelassen und konnte mich weniger überzeugen als der erste Band. Deshalb vergebe ich einen Stern weniger, als bei eben diesem.

 

 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

glaube, gottesbilder, indonesien, kulturen, liebe, spannung

. . . und wollte die Wolken umarmen

Sylvia Renz
Geheftet
Erschienen bei Gerth Medien
ISBN 9783894376192
Genre: Sonstiges

Rezension:

„…und wollte die Wolken umarmen“ ist ein Roman von Sylvia Renz über eine mutige und neugierige junge Frau, die eine ganz neue Welt entdeckt, als sie sich aus ihrem kleinen Stammesdorf der Badui in Indonesien herauswagt. Jati lernt einen Fremden, den Arzt David, kennen und verliebt sich augenblicklich in ihn. Verständigen können sich beide zunächst nur mit Händen und Füßen. Als Jati zurück in ihrem Dorf von einer giftigen Spinne gebissen wird und von einem Baum fällt, scheint sie dem Tod geweiht. Doch ihr Vater, der Häuptling des Dorfes, erfährt von dem fremden Doktor David und holt ihn - entgegen aller „Badui-Regeln“ - in sein Dorf. David rettet nicht nur Jatis Leben, sondern heilt kurz darauf auch die anderen Dorfbewohner, die durch verseuchtes Trinkwasser erkrankt sind. Zum Dank verheiratet der Häuptling seine Tochter Jati mit David, ohne dass David so recht weiß, wie ihm geschieht. David bleibt einige Monate als Entwicklungshelfer und Arzt im Dorf. Jati lernt nach und nach seine Sprache, und assistiert ihm bei seiner Arbeit. Doch David behandelt sie immerzu wie eine kleine Schwester und Jati bemüht sich geduldig einen Weg in sein Herz zu finden. David erzählt ihr von seinem christlichen Glauben, einem liebenden Gott und Jati beginnt zu „Davids Gott“ zu beten. Als das Dorf von einem Feuer zerstört wird, kommt Jatis Mutter ums Leben, kurze Zeit später stirbt ihr Vater bei einer Auseinandersetzung mit einem anderen Stamm der Badui. Schließlich werden Jati und David nach der Wahl eines neuen Häuptlings aus dem Dorf ausgestoßen. David bringt Jati in der Stadt bei ihrer grausamen Schwester, die bereits vor einiger Zeit aufgrund eines Vergehens ausgestoßen worden war, unter. Als David Wochen später erfährt, dass Jati nicht gut behandelt wird, verspricht er ihr, sie woanders unter zubringen, doch ihre Schwester plant Jati schnell in einen Harem zu verkaufen. Jati kann den Männern, die sie dort hinbringen sollen, entfliehen und kommt bei Deutschen unter, die Kontakt zum deutschen Konsul haben. Dieser wiederrum beschafft ihr die nötigen Papiere, sodass sie mit David nach Deutschland fliehen kann. Doch dort trifft Jati auf Irene, Davids Verlobte. Irene setzt alles daran, Jati loszuwerden. Schließlich wird Jati als Hausmädchen bei Irenes wohlhabender Familie „eingestellt“. Nachdem Irene eine Intrige gegen sie geplant hat, um sie vor David schlecht da zustehen zu lassen und sie endlich ganz los zu werden, flieht Jati erneut. Ein Pastor hilft ihr zurück nach Indonesien zu kehren. Dort lebt sie bei den Deutschen, die ihr damals auf der Flucht geholfen hatten, und beginnt ein neues Leben ohne David. Sie lässt sich zur Dolmetscherin ausbilden, geht in den Gottesdienst und lässt sich taufen. Bei ihrer Arbeit lernt sie Samuel kennen, einen Krankenpfleger und Missionar, mit welchem sie in Badui-Dörfer geht und den Menschen dort hilft. Als Samuel ihr einen Heiratsantrag macht, taucht plötzlich David wieder auf.

Ein toller Roman, der den Kontrast zweier verschiedener Kulturen lebendig und durchaus humorvoll, aber auch teilweise kritisch darstellt. Abgeschnitten von der Zivilisation leben die Badui ganz einfach, primitiv und naturverbunden. Sie sind abergläubisch dem Zorn oder der Gunst ihrer gefürchteten Götter ausgesetzt. Als Jati in die Zivilisation kommt, wird auf humorvolle Weise beschrieben, wie sie den Fortschritt und seine Errungenschaften wahrnimmt. Ein Auto oder ein Fernsehen – das alles hat Jati noch nie gesehen und hat keine Vorstellung davon, wie diese Dinge funktionieren. Dennoch wird durch Zeitsprünge nicht ganz deutlich, wie Jati sich tatsächlich in der fremden Kultur einlebt – für mich war es teilweise erstaunlich, dass sie sich scheinbar schnell gut zurechtfindet. Ich hätte mir vorstellen können, dass sie die zerstörte Natur in der Großstadt auch schockiert haben müsste, da die Badui ja viel mehr für Naturbelassenheit bekannt sind. Ich persönlich hatte nicht den Eindruck, dass in dem Roman eine Kultur „negativer“ als die andere dargestellt wird. So ist z.B. der muslimische Jusef eine sympathische, hilfsbereite Figur und auch im Volk der Badui gibt es weise, kluge Menschen, wie auch selbstsüchtige, boshafte. Ebenso werden die Figuren in Deutschland sowohl positiv als auch negativ dargestellt. Es werden immer wieder Ausdrücke in der Sprache der Badui benutzt, die aber in Fußnoten erläutert sind. Wie realistisch die Darstellung der Badui in diesem Roman tatsächlich ist, ist für mich kaum zu beurteilen. Recherchiert man etwas, lassen sich sowohl Elemente finden, die im Buch abgewandelt wurden, als auch solche, die der Realität scheinbar entsprechen, z.B. dürfen Badui wohl keine Blumen tragen. Ich vermute, dass sie sie auch nicht pflücken dürfen, nur um etwas zu dekorieren (wie im Roman beschrieben). Außerdem nennen sie sich selbst wohl nicht Badui, sondern Kanekes. Es gibt aber tatsächlich sogenannte innere und äußere Badui, so wie im Roman dargestellt. Ich bin der Meinung, dass einem Roman eine gewisse literarische Freiheit zu Grunde liegt und somit die Realität nicht zwangsläufig eins zu eins abgebildet sein muss. Der Roman gibt einen Einblick in das Volk der Badui, aber er ist eben kein Sachbuch und daher auch keine „vertrauenswürdige Informationsquelle“.

Die Autorin schreibt aus Jatis Perspektive als „Ich-Erzähler“ und schafft es wunderbar, sich in Jati hinein zu versetzen. Vergleiche wie „Mein Herz klopfte einen wilden Tanz und es kribbelte in meinem Bauch, als hätte ich versehentlich eine Hand voll Termiten verschluckt“ lassen Jatis Gedanken und Gefühle bildlich werden. Dabei nimmt die Autorin den Leser wieder mit in Jatis kulturelle Vorstellungen und Herkunft und schreibt nicht etwa schlicht von „Schmetterlingen im Bauch“, wodurch Jati als Hauptprotagonistin sehr an Authentizität gewinnt. Mir hat die bildliche Sprache der Autorin, die sich so sehr an Jatis Welt orientiert, sehr gefallen.

Jati ist eine bewundernswerte und herzerfrischende Persönlichkeit. Es wird deutlich, dass sie schon als junges Mädchen neugierig ist und die Dinge um sie herum kritisch hinterfragt. So setzt sie sich vor allem mit den Göttern der Badui auseinander. Es quält sie eine tiefe innere Sehnsucht, die sie nicht zuordnen kann. Als sie „Davids Gott“ kennenlernt, der so ganz anders ist, als die Götter ihres Volkes, ist sie mutig genug, einfach zu diesem Gott zu beten, so wie sie es bei David beobachtet hat. David erklärt immer wieder in Gesprächen seinen Glauben und veranschaulicht ihn z.B. ganz praktisch anhand eines Kompass („Und er hat auch in das Herz des Menschen eine Sehnsucht hineingelegt, die ihn zu sich hinzieht. Er kann sich noch so schnell im Kreis drehen, sobald er zur Ruhe kommt, weist ihn eine innere Stimme zu Gott hin.“). Doch David bleibt nicht die einzige Begegnung, die Jati dem christlichen Glauben näher bringt. Sie ist eine starke Persönlichkeit und den Stolz auf ihre Herkunft, ihre Werte (z.B. Badui lügen nicht) gibt sie nicht auf, auch als sie in einer fremden Kultur als „Wilde“ gilt. Herzzerreißend kämpft sie um Davids Liebe, ohne ihn zu Bedrängen, sondern für sich in ihrem Innern, in Gebeten und durch Taten sucht sie einen Weg in sein Herz.

Der Roman kann schnell in einem durchgelesen werden. Es geschieht einfach ständig etwas, sodass die Spannung m.M. nicht abebbt (Aufgrund Dessen fiel es mir schwer, den Inhalt kürzer darzustellen). Oft hätte ich zu gerne gewusst, was in David vor sich geht, doch genau wie Jati, hat der Leser hier keinen Einblick in dessen Gedanken und Gefühle. Und so leidet man mit Jati, die immer wieder in ihrer Liebe von ihm zurückgewiesen wird. Am Ende kommt es dann beinahe etwas plötzlich, dass er sie auf einmal doch als seine „Frau behalten will“.

Für mich war der Roman von Sylvia Renz eine interessante und erfrischende Leseerfahrung! Es gibt eine Fortsetzung der Geschichte rund um Jati und David im zweiten Band, „…einmal nur die Sonne küssen“ von Sylvia Renz. Ich bin schon gespannt diesen zu lesen.

 

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Tags: das badui-volk, glaube, gottesbilder, indonesien, kulturen, liebe, spannung   (7)
 

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christlicher roman, ehe, gefühle, gefühlswelt, glaube, hass, hochzeit, hoffnung, karriere, kindheitserfahrungen, liebe, roadtrip, scheidung, trennung, verlust

Eine Woche im Gestern

Denise Hunter , Dorothee Dziewas
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.02.2018
ISBN 9783868277111
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ryan McKinley kämpft um seine große Liebe. Auf eine etwas unkonventionelle Weise versucht er, seine Exfrau Abby zurück zu gewinnen. Unerwartet erhält er die Chance eine Woche zusammen mit ihr zu verbringen, als die beiden zum Hochzeitstag ihrer Eltern eingeladen werden, denen sie ihre Scheidung verschwiegen hat. Abby und Ryan geben vor immer noch das liebende Ehepaar zu sein. Doch der Besuch bei Abby’s Eltern lässt Ryan seine Ex-Frau in einem ganz neuen Licht erkennen. Er entdeckt vieles über ihre Vergangenheit, von dem er nichts wusste und ganz langsam arbeiten die beiden schließlich ihre gescheiterte Ehe auf. Sie kommen sich wieder näher. Doch Abby hat große Angst erneut verletzt zu werden, sodass sie ihn immer wieder von sich stößt und Ryan läuft die Zeit davon.

„Eine Woche im Gestern“ ist ein christlicher Liebesroman und der vierte Band der „Chapel Springs“-Tetralogie von Denise Hunter. In jedem Teil dieser Serie geht es um die Liebesgeschichte eines der McKinley Kinder. Im vierten Band geht es um Ryan McKinley und seine große, verloren geglaubte Liebe Abby. Ich fand es spannend und erfrischend, dass Denise Hunter in diesem Roman über ein geschiedenes Paar schreibt und es somit nicht - wie so oft - um das Kennenlernen und Verlieben an sich geht. Es ist mal eine etwas andere Perspektive auf die Liebe zwischen zwei Menschen. Das Buch ist wieder sehr flüssig und leicht zu lesen, so wie von Denise Hunters Schreibstil gewohnt. Ohne große Umschweife wird man als Leser sofort in die Story von Ryan und Abby mit hineingenommen. Eine Vorkenntnis der anderen drei Bände ist nicht notwendig.

Ich fand es schön, dass man immer wieder in Rückblicken etwas über die Vergangenheit, über das „Gestern“ der beiden erfährt, z.B. wie sie sich kennen lernten und einiges über ihr Zusammenleben in der Ehe. Wie ein Puzzle, das sich langsam zusammen setzt, bekommt der Leser immer wieder einen Einblick in die Gründe, die zur Scheidung führten. Es wird aus beiderlei Perspektiven geschrieben, sodass der Leser einen Eindruck in die Gefühlswelten von beiden Hauptprotagonisten erhält. Die Autorin fokussiert sich sehr stark auf Abby und Ryan, sodass der Leser auf keiner Seite mit nebensächlichen Informationen gelangweilt wird – das macht es zu einem Paigeturner für Romantikfans. Andererseits bleiben Randfiguren für den Leser aber dadurch auch sehr undeutlich, sodass ich persönlich das Buch mit einigen offenen Fragen und Spekulationen beenden musste.

Denise Hunter schreibt sehr humorvoll und unterhaltsam und in einer sehr bildlichen Sprache, die es dem Leser leicht macht, sich in die beiden Figuren hineinzuversetzen. So wird man auf eine regelrechte Gefühlsachterbahn mitgenommen und schwebt mit den beiden in einem Moment romantisch auf Wolke 7, während man im nächsten mitfühlend verzweifelt oder sogar schockiert und verstört ist.

Thematisch setzt sich die Autorin in diesem Roman mit gescheiterten Beziehungen, seelischen und körperlichen Misshandlungen, sowie vorschneller Verurteilung auseinander und vermittelt dem Leser einen Weg hin zu seelischer Heilung, bzw. auch die Chance auf Heilung einer zerbrochenen Beziehung. Sie zeigt, wie die Erfahrungen in der Kindheit, die Erwartungen eines Menschen auch an spätere Beziehungen prägen kann. Insofern erhält der gut gewählte Titel „Eine Woche im Gestern“ eine doppelte Bedeutung. Der christliche Glaube wird in Gebeten der Protagonisten deutlich. Besonders Ryan muss lernen, Gott zu Vertrauen und Geduld zu haben. Abby, die sich verbittert von Gott entfernt hat, findet schließlich wieder zurück zum Glauben und lernt Gott wieder das Ruder in ihrem Leben zu übernehmen.

Mich hat der Roman wirklich gut unterhalten und ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen!

Da ich nun alle vier Bände gelesen habe, an dieser Stelle auch ein kleines Fazit zur gesamten „Chapel Springs“- Reihe der Autorin: Denise Hunter versteht es, moderne, christlich hinterlegte Liebesgeschichten auf eine sehr leichte, angenehme Weise zu erzählen, die eine gesunde Portion Romantik und Humor für den Leser bereit halten. Es fällt mir schwer zu sagen, welcher der Bände mir am besten gefallen hat. Vielleicht hat der zweite, „Eines Tages werden wir tanzen“, die Nase ein ganz bisschen vorn für mich persönlich. Wer einen Band der Reihe mit Begeisterung gelesen hat, dem werden auch die anderen Bände mit Sicherheit sehr gefallen! Lediglich der dritte Band rund um PJ konnte mich persönlich nicht ganz überzeugen und gefiel mir etwas weniger gut, als die anderen Teile.

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Tags: christlicher glaube, kindheitstrauma, kindliche prägung, liebe, romantik   (5)
 

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Die Liebe ist stark

Francine Rivers
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 15.01.2018
ISBN 9783957340504
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags: glaube, gottes liebe, hosea, liebe, liebesgeschichte, romantik   (6)
 

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band 3, christlicher roman, familie, glaube, liebe, pflegekind, restaurant, rivalität, roman, schuldgefühle, träume, usa, vergangenheit, verlag: francke, verwirklichung

Das Haus der großen Träume

Denise Hunter , Dorothee Dziewas
Flexibler Einband
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.06.2017
ISBN 9783868276657
Genre: Romane

Rezension:

Die vermögende Mrs Simmons eröffnet einen Wettbewerb um den Erwerb ihrer wunderschönen Familienvilla in Chapel Springs.  PJ McKinley und Cole Evans sind die Finalisten, die beide jeweils ganz verschiedene Projekte  in dem historischen Haus umsetzen wollen. Die etwas eigensinnige Mrs Simmons kann sich nicht zwischen PJ’s Idee von einem Restaurant mit Pension und Cole‘s „Crossroads“-Projekt, das 18jährigen Jugendlichen aus Pflegefamilien den Einstieg in die „Erwachsenenwelt“ erleichtern soll, entscheiden und so bekommt jeder eine Etage des Hauses um innerhalb eines Jahres zu beweisen, dass das jeweilige Projekt funktioniert. Beide Konkurrenten kämpfen für ihren Traum, aber zwangsläufig lernen sie sich auch immer näher kennen und die feindliche Spannung weicht einer ganz anderen Art von Spannung in der Luft.

„Das Haus der Träume“ ist der dritte Band der „Chapel Springs“ Serie von Denise Hunter. In diesem geht es um PJ, das „Nesthäkchen“ der McKinley Familie. Das Buchliest sich  flüssig und kann auch völlig unabhängig von Band 1 und 2 gelesen werden.

Die Thematik rund um das Schicksal von Pflegekindern wird im Roman m.M. aufgegriffen und vor allem in der Figur des Cole Evans verarbeitet. Es wird sehr deutlich mit welchen Schatten seiner Vergangenheit Cole zu kämpfen hat.  Insgesamt empfand ich dennoch, dass das Thema „Pflegekind“  noch tiefgründiger dargestellt hätte werden können. Aufgrund eigener Erfahrungen interessiert mich das Thema sehr und ich hatte mir mehr vom Roman erhofft. Die Jugendlichen, die Cole aufnimmt spielen leider nur sehr dezente Nebenrollen – hier hätte ich mir zum Beispiel Dialoge zwischen ihnen und Cole gewünscht, die zeigen, wie er eine vertrauensvolle Beziehung aufbaut, wie er sie unterstützt und mit ihnen zusammenlebt.  

Die Liebesgeschichte steht sehr im Vordergrund.  Die Dialoge haben mir zum Teil nicht so gut gefallen. Sie waren mir etwas zu flach. Ich bin auch mit den Protagonisten nicht wirklich warm geworden. Aber sie haben Ecken und Kanten und sind keine idealisierten Figuren – das gefiel mir wiederrum. Auf etwas mehr Tiefgang und auch auf „geistlichen Input“ muss der Leser bis zum Ende des Buches hin warten. Thematisch geht es dann besonders um den Umgang mit Schuldgefühlen. Hier vermittelt der Roman eine schöne Botschaft für Menschen, die sich in ihrem Leben von Schuldgefühlen gefangen halten und blockieren lassen.

Es ist eine moderne, unterhaltsame Lovestory, die vielleicht vor allem den Geschmack von Teenagern oder Jugendlichen Mädels trifft. Mich hat der Roman leider nicht vollkommen überzeugt. Band 1 und 2 haben mir etwas besser gefallen.

 

 

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Tags: liebe, pflegekind, schuldgefühle   (3)
 

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Wie ein Flüstern im Wind

Tamera Alexander , Silvia Lutz
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.09.2013
ISBN 9783868273915
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nashville 1866: Olivia Aberdeen lebte in einer grausamen Ehe mit einem kaltherzigen, brutalen Mann, der sich nicht nur ihr gegenüber schuldig gemacht hat, sondern Verrat an der Konföderation beging und sich auf schändliche Weise durch Betrug bereicherte. Enttarnt wurde er schließlich für diesen Verrat ermordet. Olivia wird für die Taten ihres Mannes von der Gesellschaft geächtet und steht vor dem Nichts. Doch eine liebe Freundin ihrer verstorbenen Mutter – Elisabeth Harding – ermöglicht ihr, bei ihrer Familie auf der Belle-Meade-Plantage, einem Gestüt für Vollblutpferde, zu wohnen. Bereits auf dem Weg nach Belle-Meade lernt sie Ridley Cooper kennen, den sie für einen dahergelaufenen Landstreicher hält. Nachdem er als Stallknecht auf Belle-Meade angestellt wird, kreuzen sich ihre Wege immer wieder. Wer ist dieser Mann, der ihr so direkt sagt, was er denkt und sie zu Dingen bewegt, von denen sie niemals geglaubt hätte, dass sie sie tun würde?

Ridley Cooper ist fest entschlossen nur für ein paar Wochen auf Belle-Meade zu arbeiten, um von dem talentierten Pferdeflüsterer Robert Green, genannt „Onkel Bob“, zu lernen. Er muss allerdings sehr bald feststellen, dass es ihm mehr Geduld abverlangt, diese Gabe zu erlernen, als gedacht und das ist nicht der einzige Grund für ihn, schließlich länger vor Ort zu bleiben, als geplant. Olivia Aberdeen’s wahre Persönlichkeit, die sie hinter ihrer gesellschaftlichen Schicklichkeit verbirgt, aus ihr heraus zu locken, wird zu einer unterhaltsamen Herausforderung für ihn. Doch riskiert er damit zu viel? Sein Geheimnis, von dem außer Robert Green niemand etwas erfahren darf, erlaubt es ihm nicht, für immer auf Belle-Meade zu bleiben und kann ihn zudem in große Gefahr bringen.

„Wie ein Flüstern im Wind“ ist der erste Band der Belle-Meade-Plantation Trilogie von Tamera Alexander. Sie entführt den Leser auf das größte Pferdegestüt des amerikanischen Südens um die Zeit kurz nach dem Bürgerkrieg. Sie wurde auch die „Königin der südlichen Plantagen“ genannt. Die Geschichte, die die Autorin hier erzählt, und ist eine gelungene Verschmelzung von Fiktion und historischen Begebenheiten bzw.  Persönlichkeiten. Sie erschafft dabei beeindruckende und einzigartige Figuren, wie „Onkel Bob“, der schnell meine ganze Sympathie gewonnen hatte. Man würde ihn vielleicht als einen „in sich ruhenden Menschen beschreiben“, aber passender erscheint es mir, ihn hinsichtlich seines Glaubens als einen „in Gott ruhenden Menschen“ zu betiteln. Er schafft es eine unvergleichliche Beziehung zu den Vollblutpferden aufzubauen. Mit dieser Gabe und seiner Persönlichkeit beeindruckt er auch Ridley Cooper nachhaltig.

Ridley Cooper ist dabei auf eine ganz andere Art ein bewundernswerter Mann mit Charakter, ein willensstarker Mann mit einem guten Herzen und besonders seine Schwächen, wie seine Ungeduld,  machen ihn sehr sympathisch. Er sagt geradeheraus, was er denkt, er steht zu dem, was er für richtig hält und verbiegt sich für niemanden, auch wenn er damit alles andere als ein galanter Südstaatengentleman ist und für diese Eigenschaften oft genug einen Preis zahlen muss. Das Richtige zu tun, bedeutet nicht, dass man dafür auch augenblicklich belohnt wird - ist die Botschaft, die durch diese Figur vermittelt wird.

Er weiß genau, wie er Olivia dazu bringen kann, über sich hinaus zu wachsen. Die Dialoge zwischen den beiden sind dabei wie von Tamera Alexander gewohnt oft sehr humorvoll – einfach köstlich amüsant. Olivia ist eine mutige, starke Frau – doch das entdeckt sie erst durch Ridley’s Einfluss auf sie. Sehr auf Schicklichkeit und Etikette bedacht ist sie vor der Begegnung mit ihm eher ein Schatten ihrer selbst. Olivia macht eine große Entwicklung in ihrer Persönlichkeit im Laufe der Geschichte. Die Autorin zeigt einmal mehr, wie wenig selbstbestimmt die Frauen zu dieser Zeit leben konnten. Einschneidende Entscheidungen über ihr Leben wurden einfach für sie getroffen und nicht von ihnen. In Olivia wächst ein Mut heran, endlich über ihr Leben mitzubestimmen, dabei muss sie lernen: „Entscheidungen kosten immer einen Preis“.

Die Veränderungen, die der Krieg mit sich brachte hinsichtlich der Rolle der ehemaligen Sklaven oder auch der Geschlechterrollen, werden auf Belle-Meade nur in Ansätzen deutlich, da der General darum ringt, diese Veränderungen solange von seinem Lebenswerk fernzuhalten wie möglich. Die Autorin zeigt in der Figur des General Harding, wie sich einige der Konföderierten mit ihrer Niederlage und deren Bedeutung für ihre Zukunft noch nicht abfinden konnten, wie sie starr und stur an ihrem Lebenskonzept versuchen festzuhalten. Der länger und länger werdende Bart des General ist ein Symbol für die Verweigerung der Akzeptanz einer neuen Zeit, einer anderen Zukunft. Die rassendiskriminierenden Ansichten des Generals sind teils erschreckend, obgleich er seine ehemaligen Sklaven scheinbar gut und fair behandelt(e). „Aber der Krieg ist vorbei, Sir“ -  Mit Ridley Cooper und General Harding treffen zwei Männer aufeinander, die gleichzeitig sehr unterschiedlich denken und sich doch in vielem ihrer Persönlichkeit so ähnlich sind. Ich mochte diesen Kontrast der Figuren und den Respekt mit dem sich beide begegnen, trotz ihrer verschiedenen Ansichten.

Glaubensthemen die Alexander hier anspricht sind beispielsweise die Fragen, inwiefern Gott in das Geschehen dieser Welt eingreift bzw. es lenkt, ob es einen tieferen Grund für die Dinge, die geschehen gibt. Mit diesen Fragen ringt Ridley Cooper aufgrund seiner Erlebnisse im Krieg. Die Autorin zitiert Chuck Swindoll der - ins Deutsche übersetzt - in etwa gesagt hat, dass Gott nichts, was auf seiner Welt passiert, überrascht. Sie entwickelt den Gedanken in der Figur des Ridley Cooper weiter und hinterfragt, ob Gott jedoch an allem die Schuld zugeschoben werden könne, vielmehr hätten sich die Menschen einiges selbst zuzuschreiben.

Der Roman ist eine einfach zu lesende, sehr unterhaltsame und romantische Liebesgeschichte, die die inneren Konflikte der Menschen in der Zeit nach dem amerikanischen Bürgerkrieg aus verschiedenen Perspektiven veranschaulicht. Natürlich ist er schon allein aufgrund des Handlungsortes ein Buch für Pferdeliebhaber – aber auch wenn man wie ich kein absoluter Pferdenarr ist, kann man es sehr gut lesen. Das Pferdethema ist m.M. nicht zu dominant und ich konnte mich durchaus dafür faszinieren. Nur zu gerne würde ich Olivia und Ridley auf ihren Abenteuern noch weiter begleiten…

 

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Tags: amerikanischer bürgerkrieg, pferde, romantik, sklaverei   (4)
 

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afrika, christ, christlicher glaube, kultur, mission

Mama Massai: Angelika Wohlenberg - die wilde Heilige der Steppe

Hanna Schott
E-Buch Text: 192 Seiten
Erschienen bei Brunnen Verlag Gießen, 27.02.2013
ISBN 9783765570766
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: afrika, christ, christlicher glaube, kultur, mission   (5)
 

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adoption, behörden, erziehung, familie, freuden, großfamilie, heimkinder, hilfe, kinder, lebenserfahrung, loslassen, pflegeeltern, pflegekinder, probleme, unterstützung

Wie Bäume ohne Wurzeln

Marie-Luise Schmidt
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.10.1995
ISBN 9783404612130
Genre: Biografien

Rezension:

Als ihre Tochter Tonia Anfang der 70er Jahre den kleinen David aus dem Kindergarten mit nach Hause bringt, der in einem Kinderheim im selben Dorf lebt, soll dies das ganze Leben der Schmidt’s verändern. Marie-Luise und ihr Mann entdecken unter welch traurigen, perspektivlosen Umständen die Kinder im Heim leben und beginnen sich zu engagieren. Über zwei Jahre lang verbringen sie regelmäßig Zeit im Heim mit den „Schmuddelkindern“, wie sie im Dorf genannt werden. Dann werden sie von der Heimleitung gebeten, eine Kindergruppe komplett zu übernehmen. Sie kündigt ihren Job, sie kündigen ihre Wohnung und ziehen in die Räumlichkeiten des Heims, die ihnen für ihre „Großfamilie“ zugeteilt wurden. Die Regeln und Strukturen des Heims werfen sie über den Haufen und verwirklichen ihre ganz eigene Vision „einer Familie“ für die Kinder. Dabei stehen sie immer wieder vor ungeahnten Schwierigkeiten und Herausforderungen. Ist es möglich, jemals „richtige Eltern“ für diese Kinder zu werden? Ist es möglich, wie eine „richtige Familie“ mit ihnen zusammen zu leben?

Mich hat das Thema des Buches aufgrund von persönlichen Erfahrungen angesprochen. Marie-Luise Schmidt schreibt in einer ehrlichen, emotional berührenden, aber auch humorvollen Weise über ihr Leben mit 11 Kindern. Sie schildert unterhaltsam, wie der Alltag mit ihren Kindern aussah. Besonders schön ist es, wie sie von Anfang an diese Kinder als „unsere Kinder“ betitelt. Die Verbundenheit wird dem Leser direkt deutlich. Die Vision, die Marie-Luise Schmidt und ihr Mann für die Heimkinder haben, ist toll und für die 70er Jahre fortschrittlich. Eine solche Entscheidung zu treffen, ist mutig und selbstlos. Wie viele hätten vielleicht schon nach dem ersten Besuch im Heim dem ganzen Gebäude und seinen „Schmuddelkindern“ einfach den Rücken gekehrt und sich weiter um ihr eigenes Leben gekümmert, statt so tätig zu werden und zu handeln? „Wenn wir wirklich etwas für diese Kinder tun wollten, mussten wir es konsequent und ausdauernd tun. Unzuverlässigkeit und Halbherzigkeit hatten sie in ihrem Leben oft genug erlebt.“ Als Leser entwickelt man immer mehr Bewunderung für diese Frau, die sich so tough für „ihre Kinder“ einsetzt und allen Widrigkeiten trotzt.

Viele dieser Hindernisse sind auch heute noch vielen Pflegefamilien sehr gut bekannt. Man fühle sich als Pflegeeltern nach Jahren des Behördenkriegs „missbraucht, ausgenutzt und verkannt“. Wie Marie-Luise sich aber einfach nicht unterkriegen lässt und für die Rechte der Kinder kämpft, ist inspirierend und ermutigend. Man erfährt hier und da etwas über die einzelnen Schicksale der Kinder und hat des Öfteren dabei einen Kloß im Hals. Marie-Luise schafft es, die vielen Jahre, die sie die Kinder großzogen, auf 364 Seiten fest zu halten und dem Leser einen guten Einblick in ihren Familienalltag zu gewähren, ohne sich arg zu verzetteln oder auszuschweifen.

Im Gegenteil - manches Mal hätte ich mir vielleicht sogar noch etwas mehr Tiefgang gewünscht. Manchmal wäre es übersichtlicher gewesen hier und da noch eine Leerzeile einzufügen und auch die Abfolge der Erzählungen konnte ich teilweise im Mittelteil nicht immer nachvollziehen (nicht durchgehend chronologisch, sondern auch thematisch gegliedert, teils schon Zukünftiges vorweggreifend, wirkt es manchmal etwas unstrukturiert und ist etwas verwirrend.). Das letzte Kapitel rundet für mich persönlich leider auch das Buch nicht so schön ab, denn hier wird die Autorin noch einmal sehr tiefgründig und ich hätte zudem auch in diesem Teil Anekdoten aus dem Alltag dann weggelassen.

In jedem Falle aber eine Leseempfehlung für thematisch Interessierte und ein super lesbares Buch, sehr lebendig.

 

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Tags: großfamilie, heimkinder, pflegeeltern, pflegekinder   (4)
 

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Wer sein Herz riskiert

Tamera Alexander , Silvia Lutz
Flexibler Einband
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.01.2018
ISBN 9783868277074
Genre: Historische Romane

Rezension:

Alexandra Jamison stammt aus einer angesehenen Gründerfamilie Nashvilles. Nachdem ihr Verlobter vor einem Jahr bei einem Zugunglück ums Leben kam, will ihr Vater sie nun mit einem älteren Herrn verheiraten. Doch Alexandra entscheidet sich, den Traum, den sie mit ihrem Verlobten David hatte, auf ihre eigene Weise zu verwirklichen. David hat ihr Denken und ihre Einstellung bezüglich der ehemaligen Sklaven sehr geprägt. Sie bewirbt sich an der Fisk-Universität für Freigelassene, doch wird sie mit den Folgen, die diese Entscheidung mit sich ziehen, leben können? Gleichzeitig taucht Sylas Rutledge auf der Bildfläche auf, der Besitzer einer Eisenbahnlinie, der den Auftrag ergattern will, eine Eisenbahnstrecke zur Belle Meade Plantage zu bauen und sich dafür gegen einige Konkurrenten durchsetzen muss. Sein wichtigeres Anliegen, dass ihn aus dem rauen Wilden Westen nach Tennessee führt, ist jedoch die Aufklärung des Zugunfalls in der Dutchman‘s Curve. Schnell wird er auf Alexandra aufmerksam und fühlt sich zu ihr hingezogen, doch wie wird sie reagieren, wenn sie von seiner Verbindung zum Zugunglück erfährt?

„Wer sein Herz riskiert“ ist der dritte Band der „Belle Meade Plantation“ –Trilogie von Tamera Alexander (Der Roman ist aber vollkommen unabhängig der vorangegangenen Teile lesbar).Ich habe das Buch sehr genossen. Tamera Alexander hat wieder eine wunderschön einfühlsame, historische Liebesgeschichte geschrieben und lässt den Leser in die problematische Zeit unmittelbar nach dem Krieg blicken, eine Zeit des Umbruchs besonders auch für die Frauen der Gesellschaft. Das Buch ist unterhaltsam und humorvoll. Christliche Werte und Botschaften hat die Autorin sehr tiefgründig in die Geschichte eingewoben. So macht vor allem Sy eine Entwicklung in seinem Glauben. Gottes Führung wird den Geschehnissen im Roman stets hinterlegt. Die Protagonisten gehen dabei durchaus hohe Risiken ein, um seiner Führung zu folgen.

Es ist das zweite Buch von ihr, das ich lese, das nicht im Wilden Westen spielt – dafür kommt der Wilde Westen aber in persona Sylas Rutledge nach Tennessee und ich mochte allein schon das Bild, wie er selbstbewusst, geheimnisvoll mit seinem langen dunklen Mantel, Cowboyhut und Stiefeln im Büro des feinen Herrn Anwalt Jamison steht. Die Figur des Sylas hat mir sehr gefallen, ebenso Alexandra – vielleicht hätte ich mir nur noch ein paar mehr Ecken und Kanten der beiden Hauptprotagonisten gewünscht. Beeindruckt haben mich aber vor allem auch die Charaktere Mr. White und Ella Sheppard - Mr. White mit seinem unendlichen Gottvertrauen und Ella mit ihrer unglaublichen Stärke und ihrer positiven Lebensart.

Ich fand es sehr interessant, durch diesen Roman von der Fisk-Universität und den Jubilee Singers zu erfahren und mich in ihre Welt, auf ihre Reise ein Stück weit mit zu begeben. Es wird deutlich, wie viel Bedeutung Bildung für die Freigelassenen hatte, in welch engem Zusammenhang Bildung und Freiheit miteinander stehen. Das Buch hinterlässt seine Spuren im Gedächtnis des Lesers vor allem bezüglich der Thematik Rassismus und Diskriminierung. Es regt zum Nachdenken über die wahre Motivation hinter vermeintlich „gutem“ Handeln an („Wir müssen aufpassen, wenn wir meinen, wir würden uns herablassen, um jemandem zu helfen, dem es weniger gut geht als uns.“ S.37).

Tamera Alexander sorgt für einige Gänsehautmomente beim Leser. „Wer sein Herz riskiert“ ist absolut lesenswert! Ich freue mich darauf, Band 1 und 2 der Trilogie zu lesen.

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Tags: amerikanischer bürgerkrieg, bildung, freigelassene, liebe, romantik, sklaven   (6)
 

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Das Parfum

Patrick Süskind
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.03.2015
ISBN 9783257069334
Genre: Romane

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Tauben im Gras

Wolfgang Koeppen , Michael Gratz , Michael Gratz , Siri Hölperl
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 01.06.2013
ISBN 9783518188927
Genre: Klassiker

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Der Schimmelreiter

Theodor Storm
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.05.2003
ISBN 9783596159826
Genre: Klassiker

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80er, adam langer, amerikanische literatur, chicago, familie, journalismus, juden, jugend, the washington story, washington

Die windige Stadt

Adam Langer , Grete Osterwald
Flexibler Einband: 494 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 22.04.2008
ISBN 9783499243271
Genre: Romane

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baby, bruder patrick, cal, chicago, christian, convater hartigan, cordelia, deirdre, deirdre purcell, flugzeugabsturz, geschwisterliebe, hochzeit, irland, rettung, schicksal

Tränen aus Stein

Deirdre Purcell , Uta Hege
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 10.12.2007
ISBN 9783442368150
Genre: Liebesromane

Rezension:

Es geht um das Schicksal zweier Familien, die durch einen Flugzeugabsturz auf tragische Weise miteinander verbunden werden. Susanna, das Baby, der Familie Smith aus Amerika, die unterwegs zu einer Europareise war, überlebt den Absturz und wird von einem Fischer an der Küste einer irländischen Insel gefunden. So wächst sie als „Molly“ in Irland mit zwei Brüdern auf ohne das Wissen um ihre wahre Herkunft. Auch ihre Brüder wissen nicht, dass sie nicht ihre leibliche Schwester ist. Die Gefühle, die zwischen ihr und ihrem „vermeintlichen Bruder“ Conor entstehen, versuchen beide über Jahre zu unterdrücken. Molly wird schließlich zu einer begehrten Schauspielerin und begegnet dem amerikanischen Journalisten Christian, der sich sogleich in sie verliebt. Die beiden heiraten und erst Jahre nach dem Tod ihrer „irländischen Eltern“ erfährt Molly von ihrer wahren Identität.

Das Buch ist nicht wirklich meins, obwohl die Geschichte den Leser durchaus fesselt, da man der Aufklärung von Molly’s wahrer Identität und dessen Bedeutung für ihre Beziehung zu Conor entgegenfiebert. Vermutlich ist es gerade das Bizarre und Tragische der Geschichte, das sie einen lesen lässt, obwohl die Atmosphäre des Romans m.M. zu düster ist und mir die Darstellung an sich nicht zusagt. Mindestens drei Personen ertränken ihre Probleme im Alkohol, der eine enorme Rolle im Roman einnimmt und ständig hervorgeholt wird. Das Leben der meisten Figuren des Romans wirkt trostlos, sinnlos. Probleme werden verdrängt und vor sich her geschoben.

Es wird aus vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben. Die Übergänge von der einen zur anderen Figur sind dabei maximal durch einen Absatz gekennzeichnet. Man kann als Leser zwar folgen, aber ich empfinde es dennoch als etwas unstrukturiert. Zudem stolpert man über einige Tippfehler (Personalpronomen, Verbformen, …), die den Lesefluss stören.

Die Handlung ist teilweise vorhersehbar. So ahnt man beispielsweise, dass sich Priester Morahan Tod fahren wird. Sowohl seinen, als auch den Tod des Christian finde ich fast ein bisschen grotesk dargestellt. Romantisch wird es auch nicht wirklich (der Roman ist auf keinen Fall schnulzig oder kitschig) und das Ende ist mir zu banal. Gerade am Ende fehlt ausgerechnet die Perspektive des Conor, als er die Wahrheit erfährt. Berührend traurig wird es, als Molly ihr Kind bekommt und es schließlich wieder hergeben muss. Mich überzeugt das „Innenleben“ der Figuren teils nicht. Die Euphorie, mit welcher Molly, schon so kurz nachdem sie von ihrer wahren Identität erfahren hat, erfüllt ist beispielsweise.

Die Dialoge sind teilweise „platt“, manchmal aber auch humorvoll. Über Gefühle wird an sich im Roman nicht viel zwischen den einzelnen Charakteren gesprochen. Die teilweise großen Zeitsprünge sind der Autorin gut gelungen, sprich sie fallen nicht ins Gewicht, wirken nicht störend o.ä. Teils beschreibt die Autorin zu weitgehend nebensächliche Dinge (und obwohl sie das wiederrum so gut macht, dass man das meiste davon trotzdem liest, habe ich mich hin und wieder dabei ertappt einige Zeilen übersprungen zu haben.)

Fazit: Ob man das Buch gut findet oder nicht, ist vielleicht Geschmackssache.

 

 

 

 

 

 

 


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Tags: drama, familiensaga, irland, schicksal, tragödie, verbotene liebe   (6)
 

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arzt, christlicher roman, freundschaft, hilfe, historischer roman, krankheit, licht, liebe, liebe und familie, medizin, mut, operation, rocky mountain, tod, trauer

Wer zu träumen wagt

Tamera Alexander , Silvia Lutz
Flexibler Einband: 378 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.12.2016
ISBN 9783868276268
Genre: Historische Romane

Rezension:

Rachel Boyd ist seit zwei Jahren verwitwet und kämpft darum, die Ranch, die sie sich mit ihrem Mann zusammen aufgebaut hat, zu halten. Zudem ist sie für ihre zwei Söhne verantwortlich. Ihr jüngerer Sohn Kurt bereitet ihr einige Schwierigkeiten. Und dann ist da ihr Interesse an der Medizin. Ihr Vater war Arzt und so hat sie viel auf diesem Gebiet gelernt. Gleichzeitig hat sie durch den Charakter ihres Vaters ein sehr negatives Bild von Ärzten als Menschen, das ihre Bekanntschaft mit dem neuen, attraktiven Arzt, Rand Brooksten, überschattet. Kann Rand ihre Vorurteile gegenüber Ärzten widerlegen? Um einem guten Freund ihrer Familie, der mit Herzproblemen kämpft, zu helfen, muss sie eng mit Rand zusammen arbeiten und ihm bei einer Operation assistieren.

Im dritten Teil der „Timber-Ridge-Reflections“ Reihe geht es nun endlich um Rachel Boyd. Die Figur spielte in den ersten beiden Bänden stets eine Rolle und hat von Anfang an meine Neugier geweckt. Rachel ist voller innerer Kämpfe und Konflikte. Ich habe gehofft, dass die Autorin eine Versöhnung zwischen Rachel und Daniel entwickeln würde.

Auch der Arzt Rand Brookston ist dem Leser aus den voran gegangen Romanen bereits bekannt und ein sympathischer Charakter. Rand hat einen starken Glauben und ist demütig. Sehr gelungen finde ich, wie der Leser ganz unvermittelt zu Beginn des Romans in ein einschneidendes Erlebnis in Rands Leben mit hineingenommen wird, das erst etwas später vom Leser eingeordnet werden kann. Spannender Auftakt und überraschend – wenn auch nur kurz, da man beim weiteren Lesen sehr schnell ahnt, dass es sich bei dem Mann im Grab im Prolog um Rand handeln muss.

Alexander beantwortet in diesem Teil einige offene Fragen der vorherigen Bände. Neben der Versöhnung zwischen Rachel und Daniel, erfährt der Leser auch genaueres über den Tod der Mullins Kinder, und über das Schicksal des Charlie Daggett. Ich fand die Wendung für Charlie besonders bewegend, der eine solche Last, eine solche vermeintliche Schuld mit sich trug. Er bleibt die ganze Zeit über eine Randfigur, aber genau diese „Hinwendung“ zu den Randfiguren einer Gesellschaft, zu denen, bei denen einfach zu wenige hinterfragen, was diese Menschen zu dem machte, was sie nun zu sein scheinen, finde ich berührend. Genau wie unser Herr Jesus Christus es vorgelebt hat, lässt Alexander in ihren Romanen, die „Verachteten, Schwachen und Kranken“ gesehen werden.

Themen, die in den ersten beiden Teilen sehr im Vordergrund standen wie Diskriminierung, Lügen und Schuld, treten hier mehr in den Hintergrund. In diesem Band geht es vielmehr um den Tod, Trauer, Ängste, aber auch tiefe Liebe, Demut und Hoffnung. Es geht um die Akzeptanz der Wünsche eines Sterbenden und den Umgang mit dem Wissen, dass ein Mensch bald sterben wird. Mit dem Abschied von Ben Mullins, verabschiedet sich der Leser auch allmählich von Timer Ridge - dieser Eindruck entstand bei mir. Ein passender Abschluss der Triologie. Die tiefe Liebe zwischen Ben und Lyda hat mich berührt.

Bisher war ich immer der Meinung, dass man die Bücher von T. Alexander unabhängig voneinander lesen kann, auch wenn sie einer Trilogie angehören. Dies ist das erste Buch einer Trilogie von Tamera Alexander, bei dem ich sagen würde, dass man die vorangegangen Teile gelesen haben sollte. Die Handlung kann man wohl auch so verfolgen, aber vor allem der Konflikt zwischen Rachel und Daniel wird in den vorangegangen Büchern m.M. viel deutlicher, da ihre Ablehnung Daniel gegenüber v.a. im ersten Teil noch sehr stark ist.

Auch ein Charakter aus einer anderen Trilogie von Alexander taucht hier kurz auf – Isaiah aus dem Buch „Die Rückkehr des Fremden“. Schade, dass es nur eine kurze Begegnung ist. Ich hatte damit gerechnet, dass er gegen Ende des Buches noch einmal vorkommt – dem ist aber leider nicht so. Vielleicht hätte Alexander dieser charakterstarken, faszinierenden Figur doch noch etwas mehr Raum auch in diesem Buch geben können.

Interessant sind auch die medizinischen Inhalte des Buches, die dem Leser einen kleinen Einblick in den Stand der Medizin des 19. Jahrhunderts gewähren. Als junger Arzt benötigt Rand viel Mut, um neue Verfahren und Operationen anzuwenden, da er dort im Westen ganz auf sich allein gestellt ist. Wie ungewöhnlich und unvorstellbar für viele Menschen damals noch die Reanimation war, hätte Alexander in ihrem Buch vielleicht noch in tiefgründigeren, ethischen Auseinandersetzungen verarbeiten können.

Der Leser muss etwas Geduld mit Rachel aufbringen und bis zur ersten romantischen Szene einige Kapitel lesen, aber meiner Meinung nach lohnt es sich. Besonders die letzen Seiten des Buches haben es in sich und sind bedeutungsschwer.

Der deutsche Titel hätte m.M. passender „Wer zu lieben wagt“ heißen können. Um Träume geht es vielmehr im ersten Teil der Reihe.
Das Cover ist Ok, gefällt mit im amerikanischen Original aber wieder einmal besser...

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Tags: 19. jahrhundert, arzt, liebe, medizin, tod, trauer, vergebung   (7)
 

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Herbstmilch. Lebenserinnerungen einer Bäuerin


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Erschienen bei Büchergemeinschaft, 01.01.1984
ISBN B005EIK3ZK
Genre: Sonstiges

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