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behinderung, freundschaft, inklusion, rollstuhl, kindheit

Schwer behindert / leicht bekloppt

Bernd Mann
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Münsterverlag, 04.10.2016
ISBN 9783905896619
Genre: Romane

Rezension:

Jetzt liegt es auf meinem Tisch, das langersehnte Belegexemplar zu „Schwer behindert / Leicht bekloppt“, ein Buch von Bernd Mann, das unter Mitarbeit von Christian Kenk und Holger Schaeben entstand. Letzterer hat mich für das Lektorat ins Boot geholt. Es war ein Lektorat der ganz besonderen Art, weil das Buch etwas ganz Besonderes ist. Es schildert die wahre Geschichte einer Freundschaft, die schöner nicht sein könnte – und auch nicht ungewöhnlicher, obwohl diese Art Freundschaft eigentlich das Gewöhnliche sein sollte.

Christian ist schwer körperbehindert, Bernd sein Pfleger und bester Freund. Kennengelernt haben sich die beiden vor vielen Jahren im Kinderzentrum Maulbronn, einer Klinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie. Bernd ist zu dieser Zeit 21 Jahre jung und Zivi, Christian 15 und eigentlich schon zu alt für das Kinderzentrum. Er leidet an einer schweren, genetisch bedingten Dystonie, seine Nerven lassen die Muskeln verrücktspielen, verursachen extreme Verspannungen und unkontrollierte Bewegungen. Die beiden befreunden sich, unternehmen Ausflüge, fahren zusammen in Urlaub. Irgendwann ist klar, dass Bernd seinen Freund nicht im Heim lassen kann, dass er ihn zu sich holen muss. So kommt es, dass Christian ein echtes Zuhause findet, Bernd sein Pfleger und sein Manager wird. Umgekehrt zeigt Christian Bernd den Weg zu einer erfüllenden Berufung und wird mit seinem beinahe unerschöpflichen Optimismus zur Kraftquelle für Bernd. Das Buch erzählt vom Wachsen der Freundschaft, von schönen und schweren Zeiten, klärt über medizinische Hintergründe auf, erzählt von Kämpfen mit Behörden und auch von Siegen, vom Unverständnis der Umwelt und von deren Unterstützung. 25 Jahre lang darf man die beiden sympathischen Freunde durch Höhen und Tiefen begleiten, darf sie im Alltag beobachten und mit ihnen durch die Welt reisen, um Vögel zu beobachten – Christians Lieblingsbeschäftigung.

Als Lektorin kann ich nicht einfach schnell über Stellen hinweglesen, wenn mir der Inhalt zu nahe geht, ich muss dranbleiben und tief in den Text einsteigen, also stellte ich mich auf eine belastende Lektüre ein, bevor ich mit dem Lektorat anfing. Doch es kam anders: „Schwer behindert / Leicht bekloppt“ ist ein optimistisches und humorvolles Buch, ein Buch, das Mut macht. Selbstmitleid darf schon mal sein, bleibt aber eine Episode, die zu neuen Ideen und Lösungen führt. Es ist ein Buch, das zeigt, wie sehr die Pflege eines behinderten Menschen Opfer verlangt, aber auch welch großes Geschenk sie sein kann. Und es zeigt, wie sehr wir uns um Lebensformen bemühen sollten, durch die wir Menschen mit Behinderung in unsere Mitte holen und nicht wegsperren sollten. Am Ende sind einem Bernd und Christian längst ans Herz gewachsen, man verlässt sie nur ungern und möchte wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Ich freue mich sehr, dass ich dieses wunderbare Buch lektorieren durfte. Danke!

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Tags: humorvoll, inklusion, tiefgehend   (3)
 

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Mein Mann, mein Haus und andere Katastrophen

Stefanie Diegelmann
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 16.07.2014
ISBN 9783832162450
Genre: Biografien

Rezension:

Die Geschichten, die Stefanie und Martin erleben, während sie fast ein Jahr lang in und um München ein "Eigenheim" suchen, sind einfach zu herrlich und, wie ich aus eigener Erfahrung bei der Haussuche weiß, absolut real. Ich möchte hier keine Einzelheiten verraten, aber ich kann Euch sagen, alle, die sich noch etwas kaufen wollen, können sich mit diesem Buch über mögliche Abenteuer informieren; alle, die schon etwas gekauft haben, werden Bekanntes wiederfinden; alle, die noch auf der Suche sind, werden feststellen, dass sie nicht allein sind, und alle, die zur Miete leben und es auch dabei belassen wollen, können sich weise lächelnd zurücklehnen.

Dabei hat das Paar, sie Besitzerin einer kleinen Werbeagentur, er Journalist, gar kein so kleines Budget zur Verfügung, in Schleswig-Holstein hätte es wohl für einen ganzen Pferdehof gereicht, aber München ist eben München (und in Stuttgart ist es ja auch nicht so viel anders). Und weil die beiden nicht arm sind und sich unter entsprechenden Leuten bewegen, wird mit liebevoller Ironie auch gleich der urban Lifestyle ins rechte Licht gesetzt.

Ganz besonders reizvoll macht dieses Buch aber, dass es eine Liebeserklärung an den Partner und generell an die Partnerschaft ist. Die Haussuche führt zu manchen Spannungen und Krisen in der achtjährigen Ehe von Stefanie und Martin. Dass dabei die jeweiligen Charaktereigenschaften stärker hervortreten, macht das Leben nicht unbedingt einfacher. Doch immer - und das sagt schon der Titel - bleibt der andere wichtiger, als alle Häuser dieser Welt es sind.

Ein witziges, sehr gut geschriebenes Buch, ideal zum Entspannen - von der Haussuche oder einfach vom ganz normalen Alltag. Hoffentlich gibt es eine Fortsetzung über das Renovieren des Traumhauses.

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