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91 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

selbstmord, usa, tod, teenager, jugendliche

Zehn Gründe, die todsicher fürs Leben sprechen

Albert Borris , Eike Schönfeld
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.05.2013
ISBN 9783551582768
Genre: Jugendbuch

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184 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

dystopie, weltall, kieran, waverly, weltraum

Sternenfeuer - Vertraue Niemanden

Amy Kathleen Ryan ,
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.12.2012
ISBN 9783426653272
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Eine Jugend-Dystopie-Perle!

"Sternenfeuer. Vertraue niemandem" ist der zweite Band der "Sternenfeuer"-Reihe von Amy Kathleen Ryan. Wie auch schon im ersten Teil befinden wir uns wieder auf einem Raumschiff und erleben mit, wie Waverly, Kieran und Seth alles versuchen, um ihre in Teil 1 entführten Eltern zurückzuholen.

Mir hat der zweite Band dieser Serie noch besser gefallen als der erste. "Sternenfeuer: Vertraue niemandem" ist ein unglaublich tiefgründiges Buch - tiefgründig und auch hart. Aus meiner Sicht handelt es sich eigentlich nicht mehr um ein Jugendbuch, denn es kamen mindestens zwei Stellen vor, die ich persönlich für ein Jugendbuch schon zu heftig fand.

Während im ersten Teil noch Erwachsene eine Rolle spielen, sind die Kinder in Band 2 alle auf sich allein gestellt. Denn ein Großteil der Eltern ist tot oder befindet sich auf dem Feindschiff, der "New Horizon" als Gefangene. Die an Bord der "Empyrean" verbliebenen Erwachsenen liegen im künstlichen Koma, um sich von Strahlenschäden zu erholen. Kieran, der sich im ersten Teil zum Anführer aufgespielt hat, wird von der Crew zunehmend infrage gestellt, zweifelt so auch immer mehr an sich selbst. Waverly entdeckt nach und nach ihre dunklen Seiten und muss mit den Konsequenzen ihrer Handlungen leben lernen. Und Seth entwickelt sich vom Außenseiter zum Helden.

Man merkt es schon: Die Charaktere entwickeln sich unglaublich, in so vielen Facetten. Außerdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass es sich gar nicht mehr um Kinder handelt. Wie sie sprechen, wie sie handeln, worüber sie nachdenken – all das erinnerte mich mehr an Erwachsene. Aber dies kam mir nicht deplatziert vor, sind doch die Kinder völlig auf sich allein gestellt und müssen nicht nur auf einem Raumschiff überleben, sondern auch dafür sorgen, dass sie zur "New Horizon" aufholen, um ihre Eltern zu retten.

Es ist schwer, einen tollen Roman zu besprechen, ohne zu viel zu verraten. Ich möchte "Sternenfeuer" allen Lesern ans Herz legen, die eine in erster Linie tiefgründige Dystopie lesen möchten, in der die Liebesgeschichte eher in den Hintergrund tritt, aber mit tollen, facettenreichen Charakteren und spannender Gesamthandlung. Das Weltraum-Setting kommt zweiten Band übrigens viel mehr zur Geltung. Eine starke Fortsetzung! Hätte ich Teil 3 schon im Regal, würde ich sofort weiterlesen wollen. Denn am Ende gibt es einen Cliffhanger ...

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

engel, fantasy, engelsnacht, trevor, hörbuch

Engelsnacht

Lauren Kate , Julia Nachtmann , Jacob Weigert
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 07.10.2010
ISBN 9783833726835
Genre: Fantasy

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Paranormales Liebesdreieck ohne Höhen und Tiefen

„Engelsnacht“ von Lauren Kate war ein Fehlkauf meinerseits, da ich eigentlich „Engel der Nacht“ von Becca Fitzpatrick haben wollte. Todesmutig ließ ich mich dennoch auf die Geschichte ein, wurde aber leider trotzdem enttäuscht.

Eine Inhaltsangabe von „Engelsnacht“ erspare ich mir an dieser Stelle, liegt doch in dieser das größte Problem dieses Hörbuchs: Sie nimmt viel zu viel vorweg! Dadurch konnte mich „Engelsnacht“ nicht wirklich fesseln, hielt keinerlei Überraschungen, Höhen oder Tiefen bereit. Ein typisches Liebesdreieck mit paranormalen Wesen – hier Engeln – erwartet den Hörer, gemischt mit einer üblichen Internatsstory (blöder Unterricht, fiese und erträgliche Lehrer, Partys mit viel Alkohol etc.)

Auch mit der Sprecherin dieses Hörbuchs, Julia Nachtmann, konnte ich leider nicht 100%ig warm werden. Einige Protagonisten werden von ihr so ähnlich gelesen, dass ich manchmal gar nicht genau wusste, wer eigentlich gerade spricht. Der Prolog und der Epilog hingegen werden von Jacob Weigert gelesen, was in meinen Ohren viel, viel besser klang. (Allerdings habe ich auch eine persönliche Vorliebe für Männerstimmen. Aber es wäre wohl seltsam, einen paranormalen Jugendroman mit einer HeldIN von einem Mann lesen zu lassen.)

Die Liebesgeschichte zwischen Lucinda (Luce) und Daniel war für mich ebenso wenig überzeugend wie der gesamte Plot. Wie so oft in Jugendbüchern ist auch hier die Liebe der beiden grenzenlos, aber dafür gibt es keinerlei Begründung oder Erklärung. Sie ist völlig durchschnittlich, aber er liebt sie abgöttisch, was sie wiederum überhaupt nicht verstehen kann – und ich auch nicht. Das typische Schema eben. Ich frage mich gerade, ob ich das Hörbuch überhaupt zu Ende gehört hätte, wäre es nicht eine gekürzte Lesung gewesen.

Empfehlen würde ich „Engelsnacht“ allen Engel-Fans, die am besten auch noch auf Internatsgeschichten stehen und sich nicht daran stören, wenn ein Hörbuch keine großen Überraschungen bereithält. Zwar ist „Engelsnacht“ der erste Teil einer Reihe, doch ich werde sie definitiv nicht weiterverfolgen. Für mich ein absolut durchschnittliches Hörbuch.

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330 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

dämonen, liebe, krankenhaus, eidolon, tayla

Demonica - Verführt

Larissa Ione , Bettina Oder
Flexibler Einband: 444 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 09.06.2011
ISBN 9783802583780
Genre: Fantasy

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Romantasy mit viel Sex und wenig Romantik

Als die Dämonenjägerin Tayla in einem Kampf schwer verwundet wird, kommt sie in ein Krankenhaus für übernatürliche Wesen. Dort kämpfen sexy Dämonenärzte um das Leben von – genau – Dämonen. Im UGH (Underworld General Hospital) lernt sie den Inkubus Eidolon kennen, den sie natürlicherweise auf der Stellt töten müsste. Aber immerhin hat er ihr das Leben gerettet! Innerhalb kürzester Zeit stellt er ihr Leben auf den Kopf. Tayla merkt bald, dass ihre schwarz-weiße Welt in allerhand Grauschattierungen zerfällt und muss sich für schließlich für eine Seite entscheiden.

Wow, was für ein Buch. Oder eher: Oh Mann, was für ein Höllenritt. Larissa Ione hat mit dem Auftakt der Demonica-Reihe, die im Original fünf Bände umfasst, ordentlich vorgelegt. Mit Tayla hat sie eine starke, aber verletzliche Heldin erschaffen, die sich von der hemmungslosen Killerin in ein Wesen mit Ecken und Kanten, mit einer völlig neuen Sicht auf die Dinge verwandelt. Denn nachdem sie Eidolon, den Sex-Dämon, kennenlernt, stellt sie fest, dass es nicht nur “gut” und “böse” gibt, sondern auch Vieles dazwischen. Noch dazu hat sie, wie wohl fast alle Heldinnen im Paranormal Romance-Genre, ihr Päckchen zu tragen, hat eine grauenvolle Kindheit hinter sich.

Eidolon, seines Zeichens Sex-Dämon und sexy Arzt im UGH, ist von Anfang an fasziniert von Tayla. Doch seine Brüder Wraith und Shade sehen es gar nicht gern, dass er mit einer Aegis-Hure anbändelt. (Die Aegis sind Menschen, die Dämonen jagen, wie Tayla.) Noch dazu hat er ein großes Problem, denn er ist jetzt 100 Jahre alt und seine Wandlung, seine S’Genesis, steht kurz bevor. Entweder muss er vorher eine Gefährtin finden, an die er sich sein Leben lang bindet (und Dämonen wie er werden viele hundert Jahre alt), oder er ist nach seiner Transformation dazu verdammt, dass seine dämonische Seite die Oberhand gewinnt, das Menschliche in ihm immer mehr in den Vordergrund rückt.

Klingt nach viel Sex und Gewalt – ist es auch! Larissa Iones Heldinnen und Helden werfen mit Kraftausdrücken nur so um sich, Organe fliegen durch die Gegend, Gemetzel sind an der Tagesordnung – und oft, sehr oft geht es richtig zur Sache. Nun muss man es Ione natürlich zugute halten, dass sie mit Eidolon einen Inkubus, also einen Sex-Dämon, erschaffen hat …

Auf der Verlagshomepage wird darauf verwiesen, dass Fans von Nalini Singh von Larissa Iones Romanen begeistert sein werden. Nun. Ich selbst habe zum gegenwärtigen Zeitpunkt die ersten vier Bände von Singhs Gilde der Jäger-Reihe gelesen, sowie die ersten beiden Bände der Gestaltwandler-Reihe. Auffällig ist, dass in Iones “Verführt” wirklich wesentlich weniger Romantikanteile vorhanden sind – eigentlich so wenig, dass das Genre eigentlich nicht “Paranormal Romance” heißen dürfte. Auch gibt es in der Tat mehr Sex – den ersten freilich bereits nach nur 36 Seiten. Wo Singhs Charaktere sich noch gegenseitig beschnuppern, sich einschätzen und einander heiß machen, haben Iones Helden bereits den dritten Orgasmus hinter sich. In etwa.

Ich persönlich habe “Verführt” gerne gelesen und werde die Reihe definitiv weiterverfolgen. Allerdings finde ich, dass sich die Reihe eher mit der Black Dagger Brotherhood von J.R. Ward vergleichen lässt. An einigen Stellen erschien mir “Verführt” ein Abklatsch von Wards Reihe zu sein, allein schon, weil es sich um paranormale Brüder handelt, die füreinander sterben würden und irgendwie eine Art Symbiose bilden. Bei J.R. Ward sind es Vampire, bei Ione sind es Dämonen. Bei Ward sind es Krieger, bei Ione Ärzte, die aber auch ordentlich austeilen können. Ein großer Unterschied besteht aber wohl bei den Heldinnen: Während Wards Frauen eher zerbrechlich wirken und ziemlich offensichtlich an den Beschützerinstinkt der Männer appellieren, ist Tayla aus “Verführt” schon eine echt harte Nuss mit großem Mundwerk.

“Verführt” von Larissa Ione ist der vielversprechende Auftakt zu einer Paranormal Romance-Reihe, die es in sich hat: Sex, Gewalt, Gemetzel und Flüche gehören hier zum Alltag. Wer mehr die romantische Schiene mag, sollte Iones Demonica-Reihe besser auslassen. Fans von J.R. Ward und mit Abstrichen auch von Nalini Singh (deren Bücher ich wesentlich romantischer finde), werden die Demonica-Reihe mit großer Wahrscheinlichkeit mögen.

Übrigens: Die Demonica-Reihe umfasst insgesamt fünf Bände und ist damit (im Original) bereits abgeschlossen. Aber die neue Reihe von Larissa Ione, Eternal Riders, spielt im Demonica-Universum und die Leser werden darin, laut Website der Autorin, viele alt-bekannte Gesichter wiedersehen.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

cindy gerard, herbststurm, barbara delinsky, benimmtraining, kindertausch

Herzen im Herbst

Roxanne St. Claire , Barbara Delinsky , Cindy Gerard , Beverly Barton
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.08.2012
ISBN 9783862783519
Genre: Romane

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Unterhaltsamer Schmöker für kalte Herbstabende

Der Band „Herzen im Herbst“, erschienen im Mira Taschenbuch Verlag, vereint vier Kurzromane von mehr oder weniger bekannten Autorinnen:

Roxanne St. Claire: Liebe – heiß und himmlisch!
Die Geschichte über den Kreativdirektor einer Werbefirma, Jackson und die Benimm-Trainerin Lily belegt bei mir Platz 3 von 4. Sie war nett, aber beide Protagonisten wuchsen mir nicht so sehr ans Herz wie andere in diesem Band. Dennoch kam der Herbst in dieser Geschichte wenigstens teilweise vor und auch Romantik und Erotik kamen nicht zu kurz. 4 Sterne

Barbara Delinsky: Der Herzenswunsch
Jenna möchte unbedingt ein Kind von Trevor, dem Bruder ihrer besten Freundin. Und mehr nicht! Doch beide entdecken nach und nach, dass sie doch mehr füreinander empfinden. / Diese Geschichte belegt Platz 2 von 4, sie hat mir sehr gut gefallen! Das Pärchen war mir sehr sympathisch und den Aufhänger für die Geschichte fand ich kreativ. Die zwei Wochen auf einer einsamen Insel (in der Wärme, wohlgemerkt) passte nicht so ganz zum Herbst, dennoch war diese Story sehr spannend! 5 Sterne

Cindy Gerard: Kann ich dir jemals widerstehen?
Meine Lieblingsgeschichte in diesem Band: Der Verleger Webster möchte die eigenbrötlerische Fotografin Tonya zu einem Job überreden, doch sie bleibt stur. Und dann gibt es ein Unwetter und die beiden müssen ein paar Tage alleine in Tonyas Waldhütte ausharren … Diese Geschichte ist mein Favorit! Aufgrund des Settings im herbstlichen Wald an der kanadischen Küste kam nicht nur die Herbststimmung am besten rüber. Auch die Protagonisten fand ich am interessantesten, da es zwischen der naturliebenden Tonya und dem Großstadthengst Webster einfach viele Gegensätze gibt, und sie am Ende – natürlich – trotzdem zusammenfinden. 5 Sterne

Beverly Barton: Gestern, heute, für immer?
Als Spencer erfährt, dass seine Nichte in Wahrheit seine Tochter ist, ist er natürlich geschockt. Aber der größte Schock steht ihm noch bevor: Die eigentliche Mutter des 14-jährigen Mädchens ist seine Jugendliebe Pattie! Diese hingegen glaubt, vor 14 Jahren eine Totgeburt durchlitten zu haben. Spencer fährt in die Heimatstadt von Pattie und möchte dort alles aufklären, wobei alte Gefühle wieder hochkommen. / Diese Geschichte hat mir in diesem Band am wenigsten gefallen, denn sie war eher dramatisch-tragisch und zog sich am Ende etwas in die Länge. Hier hat die Autorin versucht zu viel Geschehen in diesen Kurzroman zu „quetschen“. Dennoch riss das niedliche Ende den weniger positiven Gesamteindruck noch mal raus. 3 Sterne

Insgesamt ein toller Band mit vier zuweilen sehr erotischen Liebesgeschichten, in denen der Herbst eine mehr oder weniger große Rolle spielt. Definitiv ein sehr empfehlenswerter Schmöker für kühle Herbstabende und –nächte! Ich hatte die 558, eng bedruckten Seiten innerhalb von drei Tagen verschlungen!

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140 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

raben, fantasy, nikola hotel, prag, gestaltwandler

Rabenblut drängt

Nikola Hotel
E-Buch Text
Erschienen bei Nikola Hotel, 18.06.2012
ISBN B008CQYYQK
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Wunderbarer Liebesroman für Wald-Liebhaber

Die Biologiestudentin Isa arbeitet als Praktikantin an der deutsch-tschechischen Grenze. Eines Tages finden sie und ihre Kollegen einen nackten, bewusstlosen Mann, der einen toten Kolkraben im Arm hat. Sie bringen ihn ins Krankenhaus. Der Mann, der sich angeblich an nichts erinnern kann, stellt sich später als Alexej vor und wohnt eine Weile bei ihnen. Dann verschwindet er wieder. Doch Isa hat sich in den gutaussehenden Exoten verliebt und kann nicht anders, sie muss seinem Geheimnis auf die Spur kommen. Als sie dann auch noch merkwürdige Untersuchungsergebnisse von Alexej aus dem Krankenhaus bekommt, ist sie mehr als irritiert ...

Geschichten über Männer, die sich in irgendwelche Wesen verwandeln können und Frauen, die sich trotzdem in sie verlieben, sind nicht neu und haben derzeit Hochkonjunktur. Hauptsache sexy, stark und (anfangs) unnahbar - dann ist es egal, ob die Herren der Schöpfung in Wahrheit Vampire, Engel oder Dämonen sind oder sich in Werwölfe, Tiger oder Raben verwandeln können. Raben? Genau! In Kolkraben um genau zu sein. Denn in Alexejs Brust schlagen zwei Herzen, durch seine Adern fließt nicht nur menschliches, sondern auch Rabenblut. Dadurch hat Nikola Hotel einen interessanten und vor allem ungewöhnlichen männlichen Hauptprotagonisten erschaffen, denn durch sein Rabengemüt ist Alexej sehr freiheitsliebend, fühlt sich schnell eingeengt und ist ständig hin- und hergerissen zwischen einem Leben als Rabe und dem als Mensch.

Hotels Romandebüt wartet vor allem mit authentischen, liebenswürdigen Charakteren auf und mit einer Stimmung, in die man gerne versinkt. Denn wenn sie erst mal beginnt den Wald, seine Gerüche, seine Flora und Fauna zu beschreiben, fühlt man sich sofort in seinen Lieblingswald hineinversetzt, meint förmlich die beschriebenen Düfte selbst in der Nase zu haben. Der Wald und die Lebewesen darin scheinen im Herzen der Autorin einen großen Platz einzunehmen und das merkt man diesem Roman deutlich an. Und noch dazu kann der Leser hier einiges lernen, nicht nur über den Wald, sondern auch über Kolkraben und nicht zuletzt sogar ein wenig über die tschechische Geschichte.

Trotz alledem fiel negativ auf, dass die Handlung ziemlich langsam ins Rollen kam und am Anfang eine Prise Durchhaltevermögen nötig war, bis es richtig spannend wurde. Außerdem hätte ich persönlich auf die historischen Details verzichten können, aber auch das ist Geschmackssache.

Nichtsdestotrotz lässt das Ende auf einen Folgeroman hoffen, den ich auch auf jeden Fall lesen würde! Wer sich für Rabenvögel, den europäischen Wald und die östlichen Gefilde Europas interessiert, findet hier eine schöne Liebesgeschichte mit zurückhaltender Erotik und wunderbaren Wald- und Naturbeschreibungen. Empfehlenswert!

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129 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

china, freundschaft, tradition, füßebinden, liebe

Der Seidenfächer

Lisa See
Flexibler Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 13.08.2007
ISBN 9783442367573
Genre: Historische Romane

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Detailreiche Erzählung für China-Interessierte

China im 19. Jahrhundert. Lilie wächst in einer einfachen Bauernfamilie auf und kann sich eigentlich nichts sehnlicher wünschen, als halbwegs annehmbar verheiratet zu werden. Doch die Heiratsvermittlerin sieht etwas "Besonderes" in ihr: Sie schlägt Lilie für den Bund mit einer laotong, einer Weggefährtin, vor. Schneerose, ebenso jung wie Lilie, stammt aus einer wohlhabenden Familie aus der reichsten Stadt im Landkreis, Tongkou. Mit ihr geht Lilie den laotong-Bund ein. Fortan teilen die beiden Mädchen alles: Sie besuchen sich gegenseitig, stehen gemeinsam die grausame Tradition des Füßebindens durch und nichts kann ihre Freundschaft erschüttern. Bis Lilie eines Tages Dinge über Schneerose erfährt, die ihr den Boden unter den Füßen rauben und die die Freundschaft der beiden Mädchen auf eine harte Probe stellen.

Auf "Der Seidenfächer" von Lisa See bin ich aufmerksam geworden, weil das Buch verfilmt wurde: Ende Juni 2012 kam er ins Kino und Ende November erscheint er auf DVD. Da ich das Buch gerne vorher lesen wollte, nahm ich es in Angriff.

Zunächst kam die Geschichte recht langsam in Schwung und ich musste mich vor allem an die komischen Namen gewöhnen: Lilie und Schneerose, ok, aber dass die Geschwister mit "ältester Bruder" oder "dritte Schwester" bezeichnet wurden, war erst einmal ungewohnt. Die chinesischen Ortsnamen und - leider - wirklich wenigen chinesischen Worte, die im Buch vorkamen, machten mir als Chinesisch-Studierende keine Probleme. Man kann "Der Seidenfächer" aber definitiv völlig ohne (Vor-)Kenntnisse lesen.

Trotz des recht gemächlichen Beginns war ich bis zum Schluss des Buches immer neugierig, wie es mit Lilie und Schneerose weitergehen mag und Geschichten über tiefe Frauenfreundschaften faszinierten mich schon immer. Leider kam durch die Erzählweise keine rechte Sympathie für die Protagonisten auf, obwohl Lilie die Geschichte aus ihrer Sicht in Ich-Form erzählt. Dies geschieht leider aber auf eine sehr distanzierte Weise.

Das Große PRO an "Der Seidenfächer" ist eindeutig, dass man Vieles über die chinesischen Traditionen in Hunan erfährt, insbesondere über das Füßebinden und die vielen Heiratstraditionen und -zeremonien, die bis ins kleinste Detail geschildert werden. Wer sich dafür interessiert, wird Lisa Sees Bestseller sicher mögen.

Hätte ich das Buch einzig und allein nur zur Unterhaltung gelesen, wären es wohl nur 3 Sterne geworden, da ich nicht recht mit den beiden Mädchen mitfiebern konnte. Außerdem ist der Text sehr narrativ, denn es gibt wenig wörtliche Rede und im Grunde handelt es sich um einen einzigen Monolog. Auch gab es für ein einmaliges Lesevergnügen zu viele Details über chinesische Gebräuche und Traditionen. Da ich mich aber andererseits für sowas interessiere, vergebe ich insgesamt 4 Sterne.

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127 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 59 Rezensionen

tasmanien, mord, familie, australien, cottage

Dornentöchter

Josephine Pennicott , Julia Walther
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 14.09.2012
ISBN 9783471350867
Genre: Liebesromane

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Familiengeheimnis-Roman + Krimi = gute Unterhaltung

Sadie möchte ein Buch über ihre Großmutter Pearl schreiben, die eine anerkannte Kinderbuch-Autorin war. Allerdings wurde sie in den 1930er Jahren ermordet - und der Mörder wurde nie gefunden. Also zieht Sadie mit ihrer Tochter Betty von Sydney nach Pencubitt, Tasmanien (Australien), in das Familienanwesen Poet's Cottage. Im Keller des Hauses wurde Pearl vor vielen Jahren niedergestochen - wen wundert es da, dass es im Haus zu spuken scheint? In Pencubitt leben sogar noch einige Leute, die Pearl persönlich kannten und Sadie davon berichten können, allen voran die rüstige Birdie.

Zunächst möchte ich die wunderschöne Ausstattung dieses Buches loben, die für mich von vorne bis hinten stimmt: Das Schriftbild, der Satz, das Cover, einfach die gesamte Gestaltung dieses Romans ist herrlich und für einen Bücherfreund ein Augenschmaus!

Glücklicherweise wird der Inhalt dem Äußeren in jedem Falle gerecht. Ich kann kaum nachvollziehen, dass einige andere Rezensenten das Buch nicht spannend fanden - erst ganz zum Schluss wird aufgeklärt, wer Pearl ermordet hat und genau das war es, was ich unbedingt wissen wollte. Denn Möglichkeiten gab es viele, schließlich hatten viele Menschen einen Grund Pearl umzubringen.

Außerdem hatte das Buch ordentlich Schwung dadurch, dass vor allem Pearl einen besonders, sagen wir, schwierigen Charakter hat. Offenbar leidet sie unter einer psychischen Störung, die in den 1930er Jahren, zumindest in Tasmanien, weder diagnostiziert, noch behandelt wurde. Insofern verwundert es wenig, dass die anderen Einwohner Pearl alle nur als "verrückt" bezeichnen - das ist sie definitiv auch. Und teilweise völlig unberechenbar. Das machte das Lesen spannend für mich! Auch die Charaktere von Sadie, Betty, Birdie und Co. fand ich gut beschrieben, glaubwürdig und deren Handlungen nachvollziehbar.

Aber auch sprachlich konnte mich "Dornentöchter" überzeugen, denn es ließ sich flüssig lesen, ohne jedoch allzu oberflächlich zu wirken.

Insgesamt empfehle ich "Dornentöchter" allen, die gerne Familiengeheimnis-Romane lesen, wo gerne auch eine Mordaufklärung im Vordergrund stehen darf. Wer sich dazu noch für Geister und Übersinnliches interessiert, sollte unbedingt zuschlagen!

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488 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 111 Rezensionen

dystopie, liebe, mutter, elysium, gavin

Renegade - Tiefenrausch

J. A. Souders , Charlotte Lungstraß
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.08.2012
ISBN 9783492702812
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Trotz des kreativen Settings leider nur Durchschnitt

Die junge Evie lebt in Elysium, einer Stadt tief unten im Meer. Dort wird sie von der allgegenwärtigen Herrscherin, die nur Mutter genannt wird, zu ihrer Nachfolgerin ausgebildet. Als eines Tages einer der gefürchteten und verhassten Oberflächenbewohner in Elysium auftaucht, kann Evie nicht anders, als ihm zur Flucht zu verhelfen. Doch durch Gavin erfährt sie, dass einiges in Elysium nicht so ist, wie es scheint.

"Renegade: Tiefenrausch" ist das in der Ich-Form aus der Sicht von Evie verfasste Romandebüt der amerikanischen Autorin J.A. Souders. Wie in jeder Jugend-Dystopie lassen sich auch in "Renegade" die typischen Merkmale des Genres finden.

Besonders das Setting unter dem Meer hatte mich auf den Roman aufmerksam gemacht, ebenso wie das schöne blaue Cover. Leider reichte es dann doch nur zu einer durchschnittlichen Bewertung, da "Renegade" - für mich - nicht aus der Masse der derzeit erscheinenden Jugend-Dystopien heraussticht.

An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, die Autorin würde das Genre selbst ein wenig auf die Schippe nehmen - Absicht oder nicht? In jedem Falle war "Renegade" manchmal recht witzig geschrieben und auch der Aufbau - zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es Auszüge aus bestimmten Schriftstücken aus Evies Welt - gefiel mir ausnehmend gut.

"Renegade: Tiefenrausch" von J.A. Souders ist für mich persönlich nur eine durchschnittliche Dystopie. Von dem kreativen Setting hatte ich mir mehr erhofft, jedoch spielt sich lediglich das genre-übliche Szenario vor einem neuen Hintergrund ab. Schade!

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270 Bibliotheken, 5 Leser, 9 Gruppen, 71 Rezensionen

seuche, dystopie, endzeit, white horse, liebe

White Horse

Alex Adams , Birgit Reß-Bohusch
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.09.2012
ISBN 9783492702522
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Blutiges Debüt, nichts für schwache Nerven!

In einer Welt, in der 90% aller Menschen einer mysteriöse Seuche namens “White Horse” zum Opfer gefallen sind, kämpfen wenige Gesunde ums Überleben. Auch Zoe – und Zoe ist schwanger. Die Menschheit steht kurz vor dem Aussterben, doch Zoe trägt ein neues Leben in sich. Da der Vater des Kindes nichts von ihrer Schwangerschaft weiß, macht sie sich zu ihm auf den Weg – auf den gefährlichen Weg durch eine sterbende Welt.

“White Horse” ist der erste Band einer Trilogie und gleichzeitig das Debütwerk von Alex Adams. In Zeitsprüngen zwischen “damals” und “jetzt” wird die Geschichte aus der Sicht von Zoe erzählt. Auf ihrem Weg nach Griechenland, wo sie den Vater ihres Kindes zu finden hofft, trifft sie jedoch nicht nur freundliche, sondern auch geistesgestörte Überlebende. Von den zahlreichen Monstern, die durch die Seuche zu etwas Unbeschreiblichem mutiert sind, ganz abgesehen … Und dann ist da auch noch dieser mysteriöse Behälter, der eines Tages plötzlich in Zoes Wohnung auftauchte. Hat er etwas mit White Horse zu tun?

Wer “White Horse” lesen möchte, sollte sich auf viel Blut und Gewalt gefasst machen. Die Dosierung wirkte jedoch an keiner Stelle übertrieben, sondern unterstrich den Endzeit-Charakter der Geschichte. Der allgegenwärtige Tod und die Schwangerschaft Zoes stellen gleichzeitig die Angst zu Sterben, aber auch die Vorfreude auf neues Leben in den Vordergrund.

Besonders positiv anzumerken ist die Sprache von Alex Adams’ Debüt: An einigen Stellen wirkt sie nahezu poetisch, oft sarkastisch, ist aber dennoch immer leicht verständlich. Adams schafft es vor dem Auge des Lesers wirklich bedrückende Szenen heraufzubeschwören, sodass das Lesen emotional tatsächlich “an die Nieren gehen” kann.

Besonders der Anfang ist sehr spannungsgeladen, da man noch keinerlei Idee hat, wie White Horse, Zoe und das Gefäß zusammenhängen könnten. Gegen Mitte des Buches lässt die Lesefreude etwas nach, vor allem weil man einfach nach weiteren Informationen lechzt und langsam ungeduldig wird. Das Ende ist wieder spannend, bietet jedoch keinen direkten Cliffhanger. Notfalls hätte das Buch, obwohl einige Fragen ungeklärt bleiben, auch als Einzelband bestehen können.

“White Horse” ist aufgrund seines Themas ein trauriges, grausames und emotional aufwühlendes Buch und definitiv nichts für Leser mit schwachen Nerven! Fans von Endzeit-Romanen dürften aber vollends auf ihre Kosten kommen.

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227 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

magie, fantasy, masken, liebe, unterdrückung

Masken - Unter magischer Herrschaft

Mara Lang
Flexibler Einband: 602 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2012
ISBN 9783426510094
Genre: Fantasy

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Sprachgewaltiges, kreatives Debüt – Ein absolutes Lese-Muss!

Ferin lebt in einer Stadt, in der Schönheit den höchsten Stellenwert besitzt, doch als Pheytanerin ist ihr Gesicht von Geburt an mit hässlichen Narben übersät. Ungeduldig und voller Vorfreude sehnt sie den Tag herbei, an dem sie endlich maskiert wird: Von nun an gehört sie zur Gesellschaft, denn die Maske verleiht ihrem Gesicht Perfektion und Anmut – ihre Narben sind wie weggezaubert. Doch als sie versucht, mehr über die Konvention herauszufinden – dem Gesetz, das unmaskierte Pheytaner herabsetzt – stellt sie verwundert fest, dass niemand ihr etwas darüber sagen kann, oder will.

Bereits einen Tag nach ihrem Maskierungsritual bricht für Ferin jedoch eine Welt zusammen – die Maske fällt einfach von ihrem Gesicht. Sofort wird sie aus ihrem Zuhause, aus ihrer Familie gerissen und soll in ein Arbeitslager für Pheytaner gebracht werden, die sich der Maske widersetzen. Dabei kann sie doch gar nichts dafür, sie will die Maske ja schließlich tragen! Auf dem Gefangenentransport, mit dem sie in die Strafkolonie gebracht werden soll, lernt sie die taffe Pheytanerin Jasta näher kennen – und diese zeigt ihr den Weg in eine Welt jenseits all ihrer Vorstellungskraft.

Einerseits würde ich euch am liebsten alles erzählen, was jetzt noch kommt – andererseits möchte ich euch unbedingt dazu auffordern, dieses tolle Buch selbst zu genießen! Denn Mara Langs fantastisches Debüt (fantastisch in zweierlei Hinsicht) überzeugt mit einer niveauvollen, bildgewaltigen Sprache. Einige Sätze habe ich doppelt gelesen, weil sie mir so gefielen.

Vor allem gelingt es der Autorin die Liebesgeschichte alles andere als kitschig, sondern gefühlvoll rüberzubringen. Positiv fällt auch auf, dass sie auf unnötige Sexszenen verzichtet und sich die Annäherung zwischen Ferin und ihrem Auserwählten besonders auf geistiger Ebene vollzieht. Erfrischend anders!

Außerdem gefällt mir die Grundidee von „Masken“ total, handelt die Geschichte nicht zuletzt davon, sich selbst zu finden und sich zu akzeptieren wie man ist. Gerade in unserer heutigen, sehr auf Äußerlichkeiten bezogenen Welt eine erquickende Idee mit einer „Moral von der Geschicht“, die jedoch ohne erhobenen Zeigefinger daherkommt und versucht den Leser tief in seinem Innern anzusprechen. Bei mir ist es gelungen! Und auch die für mich persönlich so wichtige Zeichnung der Charaktere ist in „Masken“ mehr als gekonnt.

Ich kann es nur wiederholen: „Masken“ ist ein hervorragend gelungenes Debüt! Nicht nur, dass es sich um einen Fantasy-Einzelband und somit um eine Rarität handelt – vielmehr haben mich die niveauvolle Sprache, die einzigartigen Charaktere, die kreative Idee (ich sag nur: Dschungel, Tiger …) und die Liebesgeschichte restlos überzeugt. Unbedingt lesen!

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

frauen, perlenkette, familiengeschiche, borneo, abgebrochen

Perlentöchter

Jane Corry , Claudia Geng
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 27.08.2012
ISBN 9783764504335
Genre: Historische Romane

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Powered by Bookaddicted.de / Familiendrama hoch zehn!

“Perlentöchter” erzählt die über mehrere Familiengenerationen reichenden Lebensgeschichten aus der Sicht der Frauen. Zunächst geht es kurz um Louisa (1897 bis 1898), dann wird zu Caroline ins Jahr 1997 geschwenkt. Und danach geht es chronologisch mit Louisas Tochter Rose und deren Tochter Helen weiter. Caroline wiederum war die Tochter von Helen und so schließt sich der Kreis. Und dann spielt auch noch eine angeblich verfluchte Perlenkette eine Rolle, die seit langer Zeit von Mutter zu Tochter weitergegeben wird.

Ich muss zugeben, dass mich “Perlentöchter” nicht begeistern konnte. Von Anfang an hatte ich große Probleme mit dem Schreibstil. Jane Corry neigt zu Sätzen, die sie mit vielen Kommata extem verlängert. Ein Beispiel:

“Papa dachte zuerst, es liege an ihrem rasanten Körperwachstum, das Fremde immer zu der Annahme verleitete, dass sie die Älteste der Schwestern war, obwohl Rose auch nicht gerade klein war, ein Umstand, den Lydia gerne mit der Feststellung kommentierte, dies werde “leider die Auswahl deiner Verehrer einschränken”.”

Zugegeben, ich habe ein extremes Beispiel gewählt. Trotzdem kann ich nur jedem vor dem Kauf die Leseprobe empfehlen.

Nach gewisser Gewöhnungszeit hatte ich den Schreibstil verinnerlicht, jedoch kam trotzdem keine rechte Freude beim Lesen auf. Dies lag vor allem daran, dass sämtliche Frauen, von denen das Buch handelt, unglückliche Ehen führen und/oder von ihren Männern betrogen werden. Oder sie heiraten jemanden, den sie nicht lieben, weil sie schwanger sind. Abgesehen davon sterben nicht wenige der Frauen jung an Krebs … Diese ganze Dramatik hat sich auf mein Gemüt gelegt. Da die Geschichten der Frauen teilweise auch zu Kriegszeiten spielen, habe ich sogar nachts von Krieg geträumt.

Versteht mich nicht falsch: In Büchern, die ich mag, muss nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Aber wenn mich die Autorin schon durch fast 550 Seiten Familientragödien und Dramatik quält, erwarte ich am Ende wenigstens eine Lehre. Sodass ich nach dem Lesen sagen kann: “Ja, ich habe daraus etwas gelernt.” Aber so war es mit “Perlentöchter” leider nicht. (Ich dachte eigentlich während des Lesens die ganze Zeit nur: “Heirate bloß nicht. Und sei misstrauisch, denn fast alle Männer sind notorische Fremdgänger.”) Außerdem hat mir ein wenig die Sicht der Männer gefehlt. Fast alle gehen sie fremd, aber warum eigentlich? Da hier die Geschichten der Frauen erzählt werden, hat man darüber nichts erfahren.

Aber immerhin gelingt es Jane Corry gut aufzuzeigen, wie sich die Rolle der Frauen und auch deren Lebensgestaltung vom Ende der 1890er Jahre bis heute verändert haben.

Meiner Meinung nach eignet sich “Perlentöchter” für alle Leserinnen, die gerne etwas über Frauenschicksale lesen und kein Problem damit haben, wenn es dabei ausschließlich dramatisch, traurig und bedrückend zugeht. Außerdem erfährt man in “Perlentöchter” viel über die Veränderungen der Rolle der Frauen vom Ende der 1890er Jahre bis heute.

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451 Bibliotheken, 10 Leser, 9 Gruppen, 67 Rezensionen

dystopie, sicherheitszone, zukunft, flucht, liberty 9

Liberty 9 - Sicherheitszone

Rainer M. Schröder
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.08.2012
ISBN 9783570154649
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Leider nur eine durchschnittliche Dystopie

Kendira lebt in der Sicherheitszone Liberty 9, wo sie geboren und von Fremden aufgezogen wurde. Wer ihre Eltern sind und woher sie kommt, weiß sie nicht. Sie weiß nur eins: In Liberty 9 ist sie sicher und dort wird sie für den Dienst im Lichttempel ausgebildet. Eine dieser Electoren (Auserwählten) zu sein, ist die größte Ehre! Doch dann lernt sie den Servanten (Diener) Dante kennen – und er öffnet ihr die Augen darüber, was Liberty 9 in Wirklichkeit ist …

Rainer M. Schröder wird auf dem Schutzumschlag als „einer der profiliertesten deutschsprachigen Jugendbuchautoren“ angepriesen und entsprechend waren meine Erwartungen. Auch wenn es sich um ein bekanntes Setting alá „Die Tribute von Panem“ handelt, in der eine gewisse Gesellschaftsschicht unterdrückt wird und die Augen über ihr eigenes, elendes Dasein geöffnet bekommt, könnte man daraus eine packende Story machen. Könnte.

Zunächst: Eine gewisse Spannung war bis zum Schluss vorhanden. Zwar erfährt man schließlich, nachdem man das ganze Buch über immer nur ein paar Informationshäppchen erhielt – was den Reiz von Dystopien ja ausmacht – was Liberty 9 in Wirklichkeit ist. Was jedoch mit den Mädchen und Jungen passiert, die den Dienst im Lichttempel antreten sollen, wird wahrscheinlich erst im zweiten Band gelüftet. Auf eine gewisse Art und Weise empfand ich das Ende daher irgendwie unbefriedigend.

Leider kann ich jedoch nicht über authentische Charaktere, eine schöne Liebesgeschichte oder einen herausragend schönen Schreibstil berichten, im Gegenteil. Die Charaktere blieben für mich alle recht blass und widersprüchlich. Nur bei Kendiras Freundin Nekia konnte der Autor eine Authentizität und einen Charakter erschaffen, der auch bis zum Schluss „stabil“ bleibt. Bei Kendira hatte ich oft das Gefühl, dass sie Ausdrücke in den Mund nimmt, die nicht zu ihrem Charakter passen und dass sie oft gegen ihr Bauchgefühl handelt, wofür es dann meistens auch keine rechte Erklärung gab. Auch die beiden Gegenspieler Dante und Carson, die um Kendiras Gunst buhlen, fehlte es an Einzigartigkeit. Fast alle Charaktere waren für mich austauschbar und sich einfach zu ähnlich. Außerdem erschienen sie mir bisweilen extrem naiv: Fast jedem ihrer Freunde erzählen sie von ihrem Vorhaben, ohne Angst vor Verrat oder Vorsicht in irgendeiner Art und Weise. Wenn man die Strafen bedenkt, die auf Zuwiderhandlungen stehen, war dies für mich völlig unverständlich.

Auch sprachlich konnte ich an „Liberty 9“ leider keine positiven Besonderheiten entdecken. Im Gegenteil: Schröders Schreibstil ist unspektakulär, einseitig und oft sogar unter Durchschnitt, denn mir sind sehr viele Formulierungen aufgefallen, die immer wieder benutzt wurden. Auch die Dialoge kann man bisweilen als flach bezeichnen. Stellenweise hatte ich das Gefühl, ein Kinder- und kein Jugendbuch zu lesen.

Was mir auch sehr negativ auffiel, waren die Massen an Rechtschreib-, Grammatik- und Tippfehlern. „Liberty 9“ ist mein 68. vollständig gelesenes Buch in diesem Jahr und mir ist mit Abstand kein anderes untergekommen, in dem streckenweise auf jeder Buchseite mindestens ein Fehler auftauchte. (Ich sag nur „Geste“ statt „Gäste“, auweia … Gibt es das Wort „Verstoßung“?!)

Meine Kritik ist leider noch nicht zu Ende, denn auch die massenweise englischen Begriffe (Guardians, Happy Cube, Tube, Token, Cleansing …) haben mich gestört. Nach einer gewissen Zeit hatte ich mich eingelesen, aber die ersten Seiten habe ich mir dringend ein Glossar gewünscht, das es leider nicht gibt. Natürlich sind die Worte oft selbsterklärend, aber warum Schröder statt der „Auserwählten“ den Begriff „Electoren“ und statt der „Diener“ den Begriff der „Servanten“ ausgewählt hat – und dessen gibt es unzählige Beispiele mehr – erschließt sich mir nicht. Ist das cooler als deutsche Begriffe zu benutzen? Soll es über die recht einfach gestrickte Gesellschaftsstruktur hinwegtäuschen? Auch viele Ortsbezeichnungen sind auf Englisch (Devil’s Lip, White Wolf Mountain usw.), was irgendwie nicht in die Gesamtkomposition passt.

Letztendlich kam es gerade auf den letzten 30 Seiten zu so vielen Ungereimtheiten und Logikfehlern, dass ich beim besten Willen keine 4 Sterne mehr vergeben kann. Auf diese Kritikpunkte kann ich leider nicht näher eingehen, ohne etwas vom Ende zu verraten. Jedoch muss ich wirklich sagen, dass ich am Ende des Buches die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und laut gesagt habe: „Das ist doch total unlogisch!“

Insgesamt gehört „Liberty 9: Sicherheitszone“ für mich zu den durchschnittlichen Dystopien. Durch das eins zu eins übernommene Erfolgsrezept „unterdrückte Gesellschaftsschicht, die sich ihrer Unterdrückung nicht bewusst ist + viele kleine Informationshäppchen über die tatsächliche Gesellschaftsstruktur + Freiheitskampf der Unterdrückten“ ist noch eine solide Geschichte herausgekommen. Jedoch konnten mich weder die Charaktere, noch die ganz, ganz zarte Liebesgeschichte, noch die sprachliche Ausdrucksweise von Rainer M. Schröder mitreißen. Die vielen Druckfehler, das fehlende Glossar und die massenweise englischen Begriffe, sowie die Ungereimtheiten am Ende ließen mich leider enttäuscht zurück.

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1.206 Bibliotheken, 12 Leser, 4 Gruppen, 123 Rezensionen

irland, liebe, familie, familiengeschichte, ballett

Das Mädchen auf den Klippen

Lucinda Riley , Sonja Hauser
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.05.2012
ISBN 9783442477890
Genre: Romane

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Nicht so gut wie ihr Debüt, schade!

Grania Ryan hat eine schwere Zeit durchgemacht und fliegt in ihre Heimat Irland, wo sie eine Weile auf dem Hof ihrer Eltern abschalten und allem entfliehen will. Beim Spaziergang an den Klippen trifft sie eines Tages die kleine Aurora Lisle und beginnt sich liebevoll um sie zu kümmern. Als dann Auroras Vater auf Grania zukommt und sie bittet, sich für einige Wochen um seine Tochter zu kümmern, weil er verreisen muss, überlegt sie nicht lange. Und das obwohl ihre Mutter Kathleen andauernd seltsame Andeutungen macht, dass die Familiengeschichten der Ryans und der Lisles auf unglückliche Weise seit vielen Jahren miteinander verbunden seien …

„Das Mädchen auf den Klippen“ hat mir gut, aber nicht sehr gut gefallen, Riley Debüt „Das Orchideenhaus“ fand ich besser. Der Hauptgrund ist, dass ich eine der Hauptpersonen in diesem neuem Roman irgendwie nicht authentisch fand, und zwar Aurora Lisle. Für ein kleines und noch dazu traumatisiertes Kind macht sie einen viel zu erwachsenen und oft zu abgeklärten Eindruck. Zwar wird im Buch auch mehrmals darauf eingegangen, dass sie sehr reif für ihr Alter wäre. Aber teilweise liest sich das, was sie sagt, wie Worte aus dem Munde einer mindestens volljährigen Frau, nicht eines Kindes. Dies war mein persönlicher Knackpunkt an dieser Geschichte.

Ansonsten hat mir „Das Mädchen auf den Klippen“ gut gefallen und ich hatte es in sehr kurzer Zeit durchgelesen. Grania fand ich sympathisch (auch wenn ich den Namen grauenhaft finde), auch wenn sie aus meiner Sicht nicht immer überlegt gehandelt hat. Die ganze Story war an einigen Stellen etwas unrealistisch, aber das möchte ich Frau Riley nicht ankreiden, denn davon leben Familiengeschichten sicher zu einem gewissen Teil. Schade fand ich, dass man erst nach einer ganzen Weile herauskriegt, warum Grania vor ihrem Lebensgefährten Matt flieht und ihre Gründe sind alles andere als plausibel. Sie hat sich anscheinend in etwas verrannt. Der Grund, warum sie zu ihren Eltern flieht und mit ihrem Partner nicht mal mehr sprechen will, hätte etwas plausibler sein können.

Lucinda Riley Schreibstil ließ sich wieder sehr flüssig lesen, ist weder schlecht, noch irgendwie herausragend. Wie auch schon im „Orchideenhaus“ gelingt es ihr wieder, den Leser an weit entfernte Orte zu entführen und sie bildlich vor seinem inneren Auge entstehen zu lassen. Auch die Verknüpfung der Familiengeschichten war wieder sehr gelungen. Und trotzdem konnte ich mit den Protagonisten und der Geschichte nicht ganz so sehr mitfiebern wie beim „Orchideenhaus“, wo ich am Ende richtig traurig war, dass das Buch schon zu Ende ist.

Ich habe „Das Mädchen auf den Klippen“ gern gelesen und trotz einiger Kritikpunkte muss ich zugeben, dass es wieder sehr spannend war und ich es sehr schnell durchgelesen hatte, auch wenn ich ihr Debüt „Das Orchideenhaus“ insgesamt besser, berührender fand. Dennoch kann ich das nächste Buch aus Lucinda Rileys Feder kaum erwarten!

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1.118 Bibliotheken, 9 Leser, 6 Gruppen, 71 Rezensionen

fantasy, liebe, faun, jade, nina blazon

Faunblut

Nina Blazon
Flexibler Einband: 478 Seiten
Erschienen bei cbt, 03.12.2010
ISBN 9783570307083
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Fängt stark an, lässt dann aber stark nach

Jade lebt mit ihrem Vater in einem Hotel am Fluss Wila. Die mysteriösen Echos bedrohen ihre Stadt und bald ziehen ins Hotel Fremde ein, die offenbar etwas mit diesen gefährlichen Wesen zu tun haben – nur was? Einer der Gäste ist der schöne Faun, der Jade anfangs sehr arrogant gegenübertritt. Während die Rebellen den Aufstand gegen die böse Herrscherin über Jades Heimatstadt proben, muss sie sich fragen: Auf wessen Seite will ich stehen – und auf wessen Seite steht Faun?

„Faunblut“ war mein allererster Roman von Nina Blazon. Von ihrer bildgewaltigen Sprache hatte ich auch schon viel gehört und wollte unbedingt auch mal eins ihrer Bücher lesen.

Leider hatte ich mir von „Faunblut“ mehr erhofft. Anfangs zog mich die Geschichte um Jade und Faun total in ihren Bann. Die Stadt, die Nina Blazon erschaffen hat, und das Hotel, das direkt am Fluss Wila liegt, alles erschien mir sehr mysteriös, aber auf eine positive Art. Die Stimmung, die die Zeilen zunächst in mir auslöste, fand ich toll und ich wollte unbedingt wissen, was hinter den Echos und vor allem hinter Faun steckt. Auch der Schreibstil gefiel mir total!

Allerdings hat die Geschichte einen riesigen Knackpunkt, der mir auch heute, einige Wochen nach der Lektüre, noch stark im Gedächtnis haftet: Jade und Faun verlieben sich ineinander, plötzlich – nur das WARUM wurde überhaupt nicht beantwortet. Ich finde Liebe-auf-den-ersten-Blick-Geschichten grundsätzlich unrealistisch, lasse mich aber gerne überzeugen. „Faunblut“ hat dies leider nicht geschafft. Ganz plötzlich ziehen sich Faun und Jade gegenseitig an, obwohl sie sich vorher ausschließlich zickig gegenübertreten. Und als Jade Faun fragt, warum er sie auf einmal mag, antwortet er nur ausweichend alá „Manchmal tut man eben das Gegenteil von dem, was man tun sollte.“ oder etwas in der Art. Dies war mir allerdings viel zu an den Haaren herbeigezogen.

Möglicherweise ist die Liebe auf den ersten Blick ein Phänomen, an das vor allem Teenies glauben oder es selbst schon erlebt zu haben meinen. Von einem All Age-Fantasy-Roman erwarte ich jedoch mehr, als eine plötzliche Liebesgeschichte ohne jede Erklärung. (Zumal Jade, als sie sich in Faun verliebt, noch so gut wie nichts über ihn weiß.)

Die ganze Rahmenhandlung fand ich interessant, jedoch teilweise auch sehr verwirrend. Es gibt die Echos, von denen man lange Zeit nicht weiß, wer oder was sie überhaupt sind und ob gut oder böse. Dann gibt es die (relativ eindeutig) böse Lady, die vor einiger Zeit die Herrschaft über die Stadt an sich gerissen hat. Hinzu kommt Jades seltsames Spiegelbild in der Wila, das sich ganz anders verhält, als es ein Spiegelbild normalerweise tun würde. Erst am Ende kommen die ganzen Erzählstränge zusammen und erst ganz am Schluss ergeben sie halbwegs Sinn.

„Faunblut“ konnte mich sprachlich auf jeden Fall von Nina Blazon als Autorin überzeugen, inhaltlich jedoch leider überhaupt nicht. Die Welt, die die Autorin hier erschaffen hat, hat mich berührt – aber die plötzliche Liebe zwischen Faun und Jade war mir völlig unerklärlich. Insgesamt ein Buch für jüngere Jugendliche, aber wohl eher kein All Age-Fantasy.

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330 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 79 Rezensionen

tryll, trolle, fantasy, amanda hocking, wendy

Verborgen

Amanda Hocking , Violeta Topalova
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 27.08.2012
ISBN 9783570161449
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Jetzt kommen die Trolle, äh Tryll …

Wendy Everly ist ein normales Mädchen – naja, ganz normal nicht, denn sie hat keine Mutter mehr. Diese sitzt im Irrenhaus seit sie versuchte, Wendy an ihrem sechsten Geburtstag mit einem riesigen Messer zu erstechen. Sie behauptet seit Wendys Geburt, das Mädchen wäre nicht ihr Kind, sie wäre „nicht normal“ oder ihr richtiges Kind wäre ihr weggenommen worden.

Seitdem lebt Wendy, traumatisiert durch diese Ereignisse, zusammen mit ihrer Tante und ihrem älteren Bruder, muss immer wieder umziehen und ständig die Schule wechseln, weil sie überall aneckt. Sie scheint tatsächlich anders zu sein als andere Mädchen in ihrem Alter. Und dann lernt sie eines Tages Finn kennen – einen Tracker. Er behauptet, sie wäre eine Tryll (Troll) und müsste mit ihm kommen, um in einer der größten Städte der Tryll zu leben. Und nicht nur das: In der Welt der Trolle ist Wendy sogar eine Prinzessin!

„Die Tochter der Tryll: Verborgen“ ist der Roman, mit dem Amanda Hocking in den USA ihre Karriere als Autorin begann. Als alle Verlage, bei denen sie sich bewarb, ihre Manuskripte ablehnten, veröffentlichte sie sie bei Amazons eBook-Plattform, das war 2010. Innerhalb von 10 Monaten war sie Millionärin.

Liest man diese Geschichte von der ehemaligen Altenpflegerin, die nach dem klassischen „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Schema ablief, erwartet man viel von einem Romandebüt. Zu viel, muss ich leider sagen. Denn meinen persönlichen Bedürfnissen konnte „Verborgen“ nicht gerecht werden.

Zum einen waren mir die Charaktere viel zu platt. Finn ist der gut aussehende „Alleskönner“ ohne jegliche Ecken oder Kanten. Wendy war mir nicht total unsympathisch, blieb aber auch irgendwie überhaupt nicht in meinem Kopf hängen. Dafür, dass sie ein übernatürliches Wesen sein soll, war sie mir zu „normal“, zu menschlich. Zwar hat Hocking versucht, ihr einige Attribute zu verleihen, um sie „troll-like“ zu machen (sie mag weder Socken noch Schuhe tragen, isst nur Gesundes usw.), aber daraus hätte man eindeutig viel mehr machen können.

Leider war auch die Handlung des ganzen Buches … irgendwie nichtssagend, zu wenig originell. Es war nicht wirklich spannend und daher hätte ich das Buch auch jederzeit beiseite legen können. Es hätte mir nichts ausgemacht nicht zu wissen, wie es mit Wendy und Finn weitergeht. Es hat irgendwie der rote Faden gefehlt, etwas, wohin die ganze Geschichte steuert. Vieles wird aber nur angedeutet. Natürlich gibt es auch böse Trolle, die Wendy aus politischen Gründen entführen wollen usw., aber auch darüber erfährt man fast gar nichts.

Ein richtig krasser Cliffhanger hätte die Geschichte vielleicht noch herumreißen können, war aber auch nicht wirklich gegeben. Jedenfalls erinnere ich mich nicht an einen und das sagt auch viel aus.

Ich kann die Tryll-Reihe von Amanda Hocking somit leider nicht weiterempfehlen und werde die nächsten beiden Teile sicherlich auch nicht lesen. Wer geringere Ansprüche an einen Fantasy-Roman stellt, wird vielleicht trotzdem mit der Reihe glücklich, für mich war dieser Einstieg leider einfach zu flau, zu durchschnittlich.

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155 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

australien, liebe, familie, ballett, tasmanien

Der Wind der Erinnerung

Kimberley Wilkins , Susanne Goga-Klinkenberg
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur, 20.08.2012
ISBN 9783426652893
Genre: Romane

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Eine starke Frau kämpft um ihre Tochter … Prädikat „uneingeschränkt lesenswert“!

Tasmanien 1933. Die alleinerziehende Mutter Beattie Blaxland verdingt sich als Näherin und kann ihrer kleinen Tochter gerade das Nötigste bieten. Auf der Schaffarm Wildflower Hill findet sie schließlich eine Anstellung als Dienstmädchen. Obwohl die Farm im Ort als Sündenpfuhl angesehen wird, nimmt Beattie die Stelle an – alles ihrer Tochter zuliebe. Bald stellt sich heraus, dass Wildflower Hill die wohl entscheidendste Rolle in Beatties ganzem Leben spielen wird.

London 2009. Emma Blaxland-Hunter zerbricht fast daran, als sie, die Primaballerina des Londoner Balletts, wegen eines Unfalls nicht mehr tanzen kann. Und zu allem Überfluss erbt sie auch noch das Anwesen ihrer Großmutter Beattie, Wildflower Hill in Tasmanien! Zunächst ist sie gar nicht begeistert davon und plant, innerhalb von drei Wochen das Anwesen auszuräumen und zu putzen, um es schließlich zum Verkauf freizugeben. Doch als sie während ihrer Arbeiten ein altes Foto ihrer Großmutter findet, auf dem ein fremdes kleines Mädchen mit rotem Haar zu sehen ist, geht sie der Familiengeschichte auf die Spur …

Derzeit erscheinen im Genre „Familiengeheimnis“ unheimlich viele Romane, bedingt durch den Erfolg von Lucinda Riley und Kate Morton. Die allseits beliebte Orchidee, die fast jedes Cover dieser Literaturgattung ziert, scheint zugleich dessen Wahrzeichen geworden zu sein. Langsam aber sicher gilt es, die Perlen herauszufischen, denn nicht alle Familiengeheimnis-Romane sind lesenswert. Mit „Der Wind der Erinnerung“ legt Kimberley Wilkins jedoch ein sagenhaftes Debüt vor, das man definitiv als Perle des Genres bezeichnen kann!

„Wildflower Hill“, so der Originaltitel des Buches, ist eine Geschichte über zwei starke Frauen und vor allem über Mutterliebe, die keinerlei Grenzen kennt. Mit Beattie hat Kimberley Wilkins eine Heldin erschaffen, die bereit ist, ALLES für ihre Tochter zu tun, egal wie grausam die Konsequenzen auch sein mögen. Aufgrund dessen, dass die Handlung zum Großteil in Tasmanien ab den 1930er Jahren angesiedelt ist, sprechen wir hier nicht über die „Luxusprobleme“ von heute, sondern über die grundlegendsten Bedürfnisse eines Kindes: Essen, Kleidung, Bildung – und Liebe. Nichts davon ist in Beatties Welt, zu ihrer Zeit selbstverständlich, doch sie zerreißt sich fast in dem Versuch, ihrer Tochter das alles zu geben.

Auch Emma Blaxland-Hunter ist, auf ihre Art, eine starke Frau – eine starke Frau des 21. Jahrhunderts. Nach einem schweren Unfall kann sie nicht mehr tanzen, und tanzen ist das Einzige, was sie kann und das Einzige, was sie immer wollte. Wilkins schildert hier, wie Karrierebesessenheit ein Leben fast zerstören kann, da andere wichtige Dinge wie Freundschaften und eine erfüllte Partnerschaft auf der Strecke bleiben. So kreiert Kimberley Wilkins eine Brücke zwischen zwei Welten. Die eine Frau, die in den 1930er Jahren gerade ihre Grundversorgung aufrecht zu erhalten versucht und die andere, die in unserer heutigen Zeit mit Leistungsdruck und gesellschaftlichen Verpflichtungen fertig werden muss. Auf diese Art haben Beattie und Emma viele Gemeinsamkeiten, sind aber trotzdem zwei eigenständige Charaktere.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und die fast 500 Seiten vergehen wie im Fluge. Viele Familiengeheimnis-Romane haben spätestens ab der Mitte einen Hänger im Spannungsbogen – „Der Wind der Erinnerung“ bleibt jedoch bis zuletzt durchgehend spannend. Durch die zwei verschiedenen Handlungsorte- bzw. Zeiten wird die Spannung noch mal ordentlich aufgepeppt, denn immer dann, wenn es bei Beattie besonders spannend wird, liegt das Augenmerk erst mal wieder auf Emma. Auch auf das oftmals allzu kitschige Ende gelingt es Kimberley Wilkins zu verzichten, wodurch sie sich angenehm von anderen Vertretern des Genres abhebt und beweist, dass ein Familiengeheimnis-Roman ohne Kitsch durchaus nicht unmöglich ist.

„Der Wind der Erinnerung“ erhält von mir das Prädikat „uneingeschränkt lesenswert“! Leser von Lucinda Riley und Kate Morton oder Fans der „Schmetterlingsinsel“ von Corina Bomann werden begeistert sein. Im September 2012 soll der zweite Roman der gebürtigen Londonerin auf Englisch erscheinen. Kimberley Wilkins (die in englischer Sprache übrigens als Kimberley Freeman publiziert) ist mein neuer Stern am Himmel der Familiengeheimnis-Romane!

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103 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

thriller, brenna spector, mord, krimi, alison gaylin

Dornröschenschlaf

Alison Gaylin , Uta Hege
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 23.08.2012
ISBN 9783548283784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Spannender Thriller mit ungewöhnlicher Ermittlerin, bitte mehr davon!

Manchmal ärgern wir uns, wenn wir wunderschöne Situationen unseres Lebens nach einiger Zeit schon wieder vergessen haben. Wir würden uns so gerne daran erinnern, mit allen Sinnen. Doch ist es nicht auch ein Segen, das Vergessen? Schließlich gibt es auch schlechte Erlebnisse, traurige, bedrückende, ohnmächtige Erlebnisse. Würden wir uns auch daran erinnern wollen?

Brenna Spector, die Privatdetektivin in Alison Gaylins neustem Roman „Dornröschenschlaf“, kann das. Ob sie will oder nicht, denn sie leidet am hyperthymestischen Syndrom. (Ja, das gibt es wirklich!) Ständig wird sie, ohne etwas dafür zu tun oder es steuern zu können, durch Gerüche, Worte oder Dinge, die sie sieht, in die Vergangenheit zurückgerissen. Erlebt sie wieder aufs Neue, schöne, sowie traurige und auch traumatische Ereignisse. Mit allen Sinnen. Sie spürt alten Schmerz körperlich, erinnert sich mit jeder Faser ihres Körpers daran.

Eines Tages schliddert sie in einen Fall hinein, bei dem ein junges Mädchen schon vor Jahren verschwand und begibt sich auf die Suche nach ihr. Immer wieder wird sie dabei an das Verschwinden ihrer eigenen Schwester vor vielen Jahren erinnert. Als wäre dies nicht genug, stellt sich bald heraus, dass zwischen den beiden Fällen eine Verbindung zu bestehen scheint …

Mit „Dornröschenschlaf“ ist Alison Gaylin ein spannender Thriller gelungen, deren Hauptprotagonistin Brenna Spector durch ihre Fähigkeit (oder ihre Störung, wie sie es nennt) etwas Besonderes ist. Einerseits ist ihr die Möglichkeit, sich an fast alles in ihrem Leben mit allen Sinnen erinnern zu können (auch an Namen, Telefonnummern, Adressen) eine große Hilfe bei ihrem Job als Privatdetektivin. Andererseits lebt sie ständig auch und vor allem in der Vergangenheit, was ihr einige Probleme einbringt. So muss sie sich während längerer Autofahrten mit ihrem etwas durchgeknallten Assistenten Trent per Telefon unterhalten, um sich auf die Gegenwart konzentrieren zu können. Auch ihre Tochter Maya hat es nicht leicht mit Brenna, der die Vergangenheit oft wichtiger zu sein scheint als alles andere. Doch Brenna hat ihrer Mutter vor Jahren geschworen, ihre Schwester Clea wiederzufinden.

Besonders gut hat mir an „Dornröschenschlaf“ gefallen, dass ich bis zuletzt wirklich keinerlei, null, aber auch gar keine Ahnung hatte, wie der Fall aufgelöst werden würde. Somit war eine kontinuierliche Spannung gegeben und ich musste einfach immer weiterlesen. Außerdem ist Brenna durch ihre, schon erwähnte, Fähigkeit natürlich eine außergewöhnliche Ermittlerin, von der ich gerne mehr lesen würde. Auch mit dem etwas undurchsichtigen Polizisten Nick Morasco und Brennas spleenigem Assistenten Trent hat Gaylin Charaktere geschaffen, denen ich in einem weiteren Roman gerne wieder begegnen würde. Und da es sich hier um den 1. Fall der Brenna Spector handelt, wird es wohl auch dazu kommen.

Negativ aufgefallen ist mir vor allem zum Schluss, dass so viele Personen (wenigstens namentlich) vorkamen, dass der Lesefluss gestört wurde. Dauernd musste ich überlegen „Wer war das noch mal?“ und kam etwas langsamer voran als zu Beginn. Außerdem bleibt Brenna Spector selbst, ihr Innenleben meine ich, recht mysteriös. Denn außer, dass sie immer noch tief traumatisiert vom Verschwinden ihrer Schwester ist, ständig mit ihrem Syndrom zu kämpfen hat und noch Kontakt zu ihrem Exmann aufrecht erhält, erfährt man nicht sehr viel über sie. Hier hoffe ich, dass weitere Bände etwas mehr auf Brenna eingehen, die insgesamt recht traurig und düster herüberkam.

„Dornröschenschlaf“ hat mich nicht enttäuscht! Wer einen spannenden Thriller mit einer Ermittlerin lesen will, die eine ganz besondere Fähigkeit hat, sollte hier auf jeden Fall zugreifen!

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

diebstahl, tote bücher, geheimnis, bier, bücher

Die toten Bücher

Michael Kurfer
E-Buch Text
Erschienen bei dotbooks
ISBN 9783943835113
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Befriedigendes Debüt mit Schwächen

Andrea Campanella besitzt in München ein Geschäft namens „Bier und Bücher“, wo er gleichnamige Produkte vertreibt. Als eines Tages in seinen Laden eingebrochen wird, versucht er die Angelegenheit zunächst so schnell wie möglich zu vergessen. Doch dann bemerkt er, dass ein Buch gestohlen wurde, ein Buch, das irgendwie etwas Besonderes war. Zusammen mit seinem Kumpel Martin, seiner Wieder-Freundin Nikki und der Karrierefrau Melitta geht er dem Geheimnis um das gestohlene Buch nach und findet Erstaunliches heraus.

„Die toten Bücher“ ist das Romandebüt des Hochschullehrers und Kommunikationsberaters Dr. Michael Müller, der als Michael Kurfner schreibt. Der Roman erschien als eBook beim dotbooks Verlag, eine Printausgabe soll wohl noch folgen. Lohnt sich der Kauf?

Ein klares Jaein! Kurfners Debüt ist ein Roman mit vielen sehr guten Ansätzen, aber eben auch mit vielen Schwächen. Gut hat mir der Schreibstil gefallen, der bisweilen originell und ab und an auch ein wenig lustig ist. Ebenfalls gibt es ein Plus für die Idee an sich (die ich hier natürlich nicht verraten will) und die Story um den Waldbruder und die Berber, die ich originell und passend fand.

Allerdings hapert es beim Rest. Zunächst ist zu sagen, dass es sich hier um einen Kriminalroman handelt, jedoch kommt die Polizei im ganzen Buch nur zweimal vor – einmal ganz am Anfang und später noch einmal kurz. Anfangs, als in Andreas Laden eingebrochen wird und er zwar verärgert darüber ist, jedoch keinen großen Schaden feststellen kann, ist das ja noch glaubwürdig. Aber dass er nicht spätestens als seine Schwester bedroht wird die Polizei mit einbezieht, bleibt ein Rätsel. Ebenso kommen einige Details sehr unrealistisch rüber. Häufig wird gesagt, dass Andrea mit seinem Geschäft nur sehr wenig Geld verdient – aber fast immer trifft er sich mit seinen Freunden in Biergästen, Restaurants, Pubs und säuft dort ein Bier nach dem anderen. Schon komisch, woher er das Geld dafür hat …

Die Charaktere, die Michael Kurfner geschaffen hat, wirken vor allem am Anfang recht stereotyp. Der verhinderte Geisteswissenschaftler, der jetzt aus Not ein Geschäft betreibt (Andrea), der Verschwörungsfanatiker und Hausmann (Martin), die attraktive Karrierefrau, die jeden Mann kriegt (Melitta) und dann kommt noch Nikki ins Spiel, eine ebenfalls sehr gut aussehende Frau, die aber anscheinend irgendeine Psychose hat. Sprich: Sie hat irgendwie einen an der Waffel, aber Andrea liebt sie trotzdem. Diese klischeehaften Charaktere werden zum Ende hin zwar etwas differenzierter gezeichnet, bleiben aber im Groben irgendwie blass.

Auch kamen ab und an Anspielungen vor, die ich irgendwie unnötig und plump fand. Wieso massiert Melitta im Biergarten unter der Tischdecke auf einmal Andreas bestes Stück? Zwischen den beiden war mal was, aber das ist Jahre her. Auch während des Buches kommen die beiden sich nicht mehr näher. Wozu also diese Szene? Sie bringt die Handlung nicht weiter und wirkt deplatziert. Hier gab es noch einige andere Fälle, die ich irgendwie merkwürdig fand und die nicht recht ins Gesamtbild zu passen schienen. (Zum Beispiel warum Melitta ganz plötzlich einen Geistesblitz hat und feststellt, dass sie ihren Job eigentlich zum Kotzen findet. Das ist für den späteren Handlungsverlauf nämlich wichtig – jedenfalls, dass sie nicht richtig hinter ihrem Unternehmen steht – aber woher dieser Sinneswandel kommt, wird nicht erklärt.)

Das Größte Manko kommt erst noch, nur ist es schwer zu beschreiben, ohne das Ende vorwegzunehmen. Vielleicht so viel: Die Verschwörung, die hinter dem ganzen Rätselraten steckt, beruht zu einem Großteil auf subjektiven Einschätzungen. Was der andere wahnsinnig gut findet, findet der nächste schlecht. Diese Problematik wird zwar im Buch selbst auch von den Protagonisten diskutiert, jedoch nicht wirklich zu einem zufriedenstellenden Ende gebracht. Dem ganzen Rätsel fehlt irgendwie der Pepp, es gibt keine Toten, nur einen Verletzten und es sind auch nirgends Menschen körperlich in Gefahr – dadurch hätte man vielleicht mehr Spannung aufbauen können?

Ich könnte noch mehr zu diesem Romandebüt schreiben, belasse es nun aber hierbei. Ich kann Michael Kurfners Roman für München- und Krimi-Freunde empfehlen, die gerne Debüts lesen, denn dass es ein Debüt ist, merkt man diesem Roman – finde ich – eindeutig an. Trotzdem bietet Kurfner so viele gute Ansätze, dass ich ihn ermutigen möchte, weiterhin Romane zu schreiben – ich bin sicher, dass er sein Publikum finden wird!

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216 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 8 Rezensionen

liebe, stella, logan, blumen, kinder

Blüte der Tage

Nora Roberts , Evelin Sudakowa-Blasberg
Flexibler Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.03.2005
ISBN 9783453400344
Genre: Romane

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Wunderschöner Liebesroman vor blumiger Kulisse

Stella Rothchild hat alles, was man sich wünschen kann: einen tollen Mann und zwei wundervolle, kleine Söhne, die sie ganz schön auf Trab halten. Doch ihr perfektes Leben wird plötzlich zerstört, als ihr Mann bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt. Einige Zeit später zieht sie zurück in ihre Heimat, um dort als Geschäftsführerin eines Garten-Centers ein neues Leben für sich und ihre Kinder aufzubauen. Sie wohnt gemeinsam mit ihrer Chefin und bald guten Freundin Roz Harper in einem riesigen Haus. Nur der eigenwillige und allem Anschein nach streitsüchtige Logan, seines Zeichens Gartenbauer und ebenfalls Roz’ Geschäftspartner, macht ihr das Leben schwer. Bis sie eines Tages begreift, dass Gegensätze sich manchmal eben doch anziehen …

Ach, was soll ich zu “Blüte der Tage” nur schreiben? Mir hat so gut wie alles an diesem Roman gefallen! Es war mein allererster Roman von Nora Roberts. Besonders überrascht hat mich die Zeichnung der Charaktere, die für mich persönliches eine der wichtigsten Zutaten zu einem Buch ist. Alle Personen, die im Buch vorkommen, sei es die perfekt organisierte Stella, der launische, chaotische Logan, die etwas eigenwillige Roz oder die später dazukommende Haley, sie alle konnte ich mir bildlich vor meinem inneren Auge vorstellen. Ich hatte das Gefühl, diese Figuren zu “kennen” und zu wissen, wie sie in welcher Situation reagieren würden. Grandios! Und für mich unglaublich wichtig. Mehr gibt es an dieser Stelle kaum zu sagen.

Ebenso toll hat mir das Thema “Garten” bzw. Blumen, Pflanzen und Veredelung gefallen, durch Stellas Tätigkeit als Geschäftsführerin vermischt mit ein wenig Betriebswirtschaft. Hinzu kommt die ganze Geschichte um die “Harper-Braut”, ein Geist, der in Roz’ Haus sein Unwesen treibt. Alle halten sie für eher harmlos (auch wenn sich Stella anfangs nur schwer an sie gewöhnen kann), aber bald stellt sich heraus, dass sie doch nicht ganz ohne ist. So entstand bis zum Schluss spannender Mix aus Mystery, Liebesgeschichte und “wie führe ich ein Garten-Center” ;-)

Auch die Liebesgeschichte zwischen Logan und Stella fand ich recht gut umgesetzt. Vor allem, weil es nicht gerade “Liebe auf den ersten Blick” ist, was ich meistens unrealistisch finde. Sie lernen sich kennen und es knistert immer häufiger. Dadurch, dass es nicht KAWOOM! macht, fand ich es einfach authentisch und gut vorstellbar, nicht so kitschig.

Ein wenig ankreiden muss ich die teilweise etwas, tja, seltsam formulierten Gespräche. An der ein oder anderen Stelle habe ich mich gefragt “Würde Stella das wirklich so sagen?” oder “Würde sie das genau zu der Person sagen”. Beispiel: Stella sagt zu Roz und Haley “Ich werde jetzt zu Logan fahren, um Sex mit ihm zu haben.” Nunja, auch wenn Roz ihre Freundin ist, bei der sie wohnt, ist sie trotzdem immer noch ihre Chefin. Solche etwas merkwürdigen Sätze oder Gespräche, auch zwischen Logan und Stella, kamen mir mehrmals unter. Dies tat aber meinem super Gesamteindruck keinen allzu großen Abbruch. Übrigens waren die (relativ wenigen) Sexszenen auch etwas, sagen wir mal, übertrieben beschrieben. Die Ausdrucksweise, die Nora Roberts hier benutzt, ist heute schon veraltet, fürchte ich, und passte auch irgendwie nicht zu den modernen Beziehungen zwischen etwa Stella und Roz an anderer Stelle. Hier hätte ich mich teilweise kringeln können vor Lachen …

Mir hat “Blüte der Tage” insgesamt super toll gefallen und ich freue mich schon auf den zweiten Band in der Garten Eden-Trilogie! Noch ein Tipp: Wer Nora Roberts mag oder kennen lernen will, für den ist vielleicht die Weltbild Sammler-Edition etwas (sammler-editionen.de). Die habe ich nämlich auch bestellt und nun bekomme ich alle 4-6 Wochen einen Roman von Nora Roberts. Die zweite Lieferung beinhaltet den zweiten Teil der Garten Eden-Trilogie und ich freue mich schon, zu Stella, Logan, Roz und Co. zurückzukehren. Traumhaft!

Ach und noch eine Warnung: Trotz meiner Begeisterung verbirgt sich hinter “Blüte der Tage” natürlich ein LIEBESROMAN. Das heißt, es geht um die Liebe, nicht um schwere Schicksalsschläge usw. (Abgesehen von dem Tod von Stellas Mann zu Beginn des Buches.) Es geht also bisweilen etwas kitschig oder unrealistisch zu, wie es bei Liebesromanen nun mal meistens der Fall ist. Ich empfand es nicht so, aber den ein oder anderen Leser dürfte das vielleicht stören. Dann sollte man vielleicht keinen Liebesroman lesen, sondern zu anderen Genres greifen.

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510 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 86 Rezensionen

zeitreise, liebe, new york, vergangenheit, jugendbuch

Timeless

Alexandra Monir , Antoinette Gittinger
Fester Einband: 370 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 18.06.2012
ISBN 9783453267589
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / New York im 20. Jahrhundert, Jazz und ein bisschen Zeitreise

Die 17-jährige Michele fällt in ein tiefes Loch, als ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kommt. Als sie dann noch erfährt, dass laut Testament ihre reichen Großeltern die Vormundschaft übernehmen sollen, versteht sie gar nichts mehr. Schließlich hatte sich ihre Mutter vor langer Zeit mit ihnen überworfen. Wie konnte sie nur wollen, dass Michele bei ihnen lebte?

Schließlich findet Michele das Tagebuch einer lange verstorbenen Verwandten in dem riesigen Anwesen ihrer Großeltern – und wird dadurch ins Jahr 1910 teleportiert. Dort erlebt sie allerhand Abenteuer, lernt ihre eigene Vergangenheit und die Geheimnisse ihrer Familie kennen. Und Philip, ihre große Liebe, die sie schon ewig zu kennen glaubt …

„Timeless“ von Alexandra Monir ist der erste Band einer Reihe um die 17-jährige Michele Windsor und ihre Fähigkeit, durch die Zeit zu reisen. Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte und zahlreiche Verstrickungen und Geheimnisse, die nach und nach ans Tageslicht kommen.

Der Beginn von „Timeless“ war richtig gut, ich konnte mich gut in Michele hineinversetzen und litt mit ihr, als sie nach dem Tod ihrer Mutter plötzlich in ein völlig neues, privilegiertes Leben hineinkatapultiert wird. Monirs Schreibstil ließ sich flüssig lesen und innerhalb weniger Stunden hatte ich „Timesless“ schon durch.

Allerdings gibt es nicht wenige Kritikpunkte. Philip, Micheles große Liebe, sowie andere Protagonisten aus der Vergangenheit, agieren eindeutig zu modern. Philip nutzt im Jahr 1910 sogar einmal das Wort „Date“ und davon abgesehen ist er überhaupt nicht überrascht, als Michele sich als Zeitreisende outet. Auch ihre anderen Vorfahren nehmen es ziemlich gelassen, als Michele plötzlich vor ihnen steht. Die Beziehung der Vorfahren untereinander wirkt hingegen extrem zeitgemäß und so entsteht ein seltsamer Gegensatz, der nicht recht zu passen schien. Auch Michele verhält sich teilweise sehr, vielleicht zu erwachsen für ihr Alter.

Die Liebesgeschichte selbst ist relativ oberflächlich geschildert und zu mehr als Floskeln reichte es dann doch nicht, anscheinend war der Autorin die Beziehung zwischen Philip und Michele nicht wichtig genug. Stattdessen wirft sie mit Beschreibungen von Kleidungsstücken aus den 1910er und 1920er Jahren um sich, beschreibt, wie die Möbel aussahen usw.

Für ein Jugendbuch kamen teilweise einige sehr ungewöhnliche Wörter vor („pittoresk“ zum Beispiel) und wer weiß schon, was „Louis XIV.-Stil“ aussieht und was der Unterschied zum „Louis XV.-Stil“ ist oder wie man sich einen Brokatrock vorzustellen hat? Ebenso geht die Autorin in der Schilderung von Musikstücken und –stilen auf und schreibt auch im Nachwort, dass sie „die Geschichte des Jazz, seine Entstehung aus dem Ragtime und spätere Entwicklung zum Rhythm and Blues“ sie „leidenschaftlich interessiere“. Nur leider, so befürchte ich, können viele Jugendliche (und auch ich) nichts mit Namen wie Fletcher Henderson und Louis Armstrong anfangen. Vielleicht hat man den ein oder anderen mal gehört, aber wahrscheinlich kennt man die berühmten Songs dieser Musikszene nicht.

Ich persönlich habe ein paar im Buch angesprochene Songs bei Youtube angehört, aber ich konnte nicht so gut mitfiebern, da Jazz mich im Grunde überhaupt nicht interessiert und ich mich in dem Bereich nicht auskenne.

Ich habe „Timeless“ zwar gerne gelesen, werde aber eine Fortsetzung wahrscheinlich nicht zur Hand nehmen. Zumal auch das Thema der Zeitreise von den Protagonisten kaum hinterfragt, sondern eher „hingenommen“ wird. Schließlich reist Michele am Ende des Buches von einer Zeit in die nächste und ich verlor fast den Überblick, so schnell wechselten sich die Protagonisten und Zeitebenen ab.

„Timeless“ ist ein sehr schön geschriebener Zeitreise-Roman für Jugendliche, in dem eine Liebesgeschichte vorkommt, die aber hauptsächlich auf der Schilderung des New Yorks in den 1910er, 1920er und 1940er Jahren beruht. Wer sich für das New York des 20. Jahrhunderts und für Jazz bzw. Musik im Allgemeinen interessiert, wird hier auf seine Kosten kommen. Ich persönlich hatte allerdings das Gefühl, dass die Autorin etwas zu viel Wert auf Fakten und dafür zu wenig auf Figuren und die Story legte.

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92 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

duft, paris, reinkarnation, parfüm, parfum

Das Haus der verlorenen Düfte

Melisse J. Rose , Gesine Schröder
Flexibler Einband: 494 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 23.07.2012
ISBN 9783352008405
Genre: Historische Romane

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Brillant recherchiert, aber der Funke sprang einfach nicht über

Glaubst du an Wiedergeburt? Was wäre, wenn du bloß an einem Parfüm schnuppern müsstest, um dich an deine früheren Leben zu erinnern – und an deinen Seelenverwandten? Würde dies dein Tun verändern, deine Entscheidungen beeinflussen?

“Das Haus der verlorenen Düfte” von Melisse J. Rose beschäftigt sich, wie unschwer zu erkennen ist, mit den Themen Reinkarnation und Parfüm. Klingt komisch, macht aber Sinn: Vor sehr langer Zeit soll der Hofparfümeur von Königin Kleopatra einen Duft kreiiert haben, der bereits Genanntes möglich werden lässt: sich an seine früheren Leben zu erinnern. Dieses Parfüm befindet sich im Roman auf Tonscherben, Erinnerungshilfen genannt, die der Parfümeur Robbie L’Etoile dem Dalai Lama schenken möchte – quasi als unabdingbaren Beweis für die Reinkarnation. Doch China, das Tibet unter seine Kontrolle bringen möchte, ist natürlich überhaupt nicht damit einverstanden und geht über Leichen, um ein Treffen zwischen Robbie und dem Dalai Lama zu vermeiden. Und auch andere Menschen haben großes Interesse an solchen Erinnerungshilfen …

Irgendwo las ich, dass “Das Haus der verlorenen Düfte” eine Mischung aus “Das Parfüm” und den Thrillern von Dan Brown sei. Dies kann ich leider nicht bestätigen. Denn dieser Roman spielt auf drei verschiedenen Zeitebenen und enthält bereits zu Beginn fünf oder sechs verschiedene Handlungsstränge, die sich nach und nach miteinander verknüpfen. Da man anfangs kaum eine Ahnung hat, wie diese miteinander zusammenhängen, kommt erst zur Mitte des Buches eine gewisse Spannung auf.

Ebenso verwirrend wie die vielen Orte und Handlungsstränge fand ich die große Anzahl von Personen: Robbie L’Etoile, seine Schwester Jac L’Etoile, ihr Exfreund Griffin, ihr Psychiater Malachai, der Panchen Lama Xie und seine Freundin Cong, die Triaden – das alles sind nur die wichtigsten Charaktere, die “Das Haus der verlorenen Düfte” bevölkern. Wer also kein Freund von vielen Personen, Handlungssträngen und -orten ist, sollte diesen Roman wohl eher nicht zur Hand nehmen.

Leider war ich auch von der Zeichnung der Figuren enttäuscht. Es ist vielleicht irgendwo verständlich, dass in einem Roman, in dem so viele Personen auftauchen, nicht jede unvergesslich bleiben kann. Aber ich habe während des gesamten Lesens keine einzige Person richtig in mein Herz geschlossen, mit der ich mitfiebern konnte. Da dieser Aspekt für mich mit am wichtigsten ist, war ich auch hier unzufrieden. Von mir aus hätte die Autorin gerne einen Handlungsstrang und zwei, drei Personen weglassen können, und trotzdem wäre eine schöne Geschichte dabei herausgekommen – eventuell eine, bei der auch die Charaktere authentischer gezeichnet sind. Dadurch, dass ich die Charaktere alle so blass fand, ging für mich leider ein Großteil der Spannung verloren.

Was Melisse J. Rose aber gut kann, ist schreiben. Der Schreibstil an sich hat mir nämlich sehr gut gefallen, ebenso wie die Verknüpfung von Rechercheergebnissen und Fiktion. Man hat das Gefühl, auf wenig anstrengende Art und Weise beim Lesen etwas dazuzulernen, was mir sehr gefallen hat. (Allerdings finde ich, auch hier, dass es dem Buch auch nicht geschadet hätte, den ein oder anderen, für die Handlung nicht wichtigen Mythos wegzulassen.)

“Das Haus der verlorenen Düfte” von Melisse J. Rose dürfte vor allem Leser anziehen, die sich für Reinkarnation, Buddhismus und die Welt der Parfüms interessieren. Sie können sich auf eine brillant recherchierte Story und einen tollen Schreibstil freuen. Wer nichts mit vielen verschiedenen Charakteren, Handlungsorten und -zeiten anfangen kann und authentische Charaktere zum Mitfiebern sucht, sollte hier lieber nicht zugreifen.

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747 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 171 Rezensionen

dystopie, liebe, adam, juliette, gabe

Ich fürchte mich nicht

Tahereh H. Mafi , Mara Henke
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 23.07.2012
ISBN 9783442313013
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Leider erst am Schluss richtig gut

Stell dir vor, du könntest niemanden berühren. Stell dir vor, dass jeder, den du berührst, Schmerzen hat. Unerträgliche Schmerzen. Stell dir vor, dass jeder, den du nur einen Augenblick zu lange berührst, stirbt.

In “Ich fürchte mich nicht” geht Debüt-Autorin Tahereh Mafi genau dieser Frage nach: Wie würde sich so ein Leben anfühlen, ein Leben ohne Berührungen? Um dem Leser eine mögliche Antwort darauf authentisch näherzubringen, rief sie ihre Heldin Juliette ins Leben. Juliette lebt in einer Zukunft, in der das Reestablishment, die angeblich einzige Instanz, die ein totales Chaos verhindern kann, beinahe die totale Kontrolle über die Welt übernommen hat. Sie erfährt aufgrund ihres Fluchs ihrer Gabe schon früh die Ablehnung ihrer Eltern, aller Lehrer und fast aller Mitschüler. Niemand möchte etwas mit ihr zu tun haben, sie wird körperlich und geistig misshandelt.

Schließlich wird sie in ein Heim für Geisteskranke gesperrt, bis Warner, seines Zeichen machtbesessener Reestablishment-Anführer, auf sie aufmerksam wird. Er möchte sie als Foltermaschine einsetzen, um seine und die Macht des Reestablishments zu stärken. Doch Juliette ist nicht damit einverstanden und beginnt zu kämpfen. Dabei bekommt sie Hilfe. Und sie verliebt sich.

“Ich fürchte mich nicht” lässt mich nun, einige Tage nachdem ich die letzte Seite gelesen habe, noch immer etwas unentschlossen zurück.

Wer die Leseprobe liest, merkt sofort, dass Tahereh Mafi einen besonderen Schreibstil hat. Sie arbeitet nicht nur mit durchgestrichenen Wörtern oder Satzteilen, sondern auch mit teilweise extrem kurzen Sätzen, Wortwiederholungen, ungewöhnlich großen Wortzwischenräumen/ Zeilenabständen und vor allem mit sehr bildhaften Vergleichen. Mir hat dieser Schreibstil, im Nachhinein betrachtet, eigentlich ganz gut gefallen, wenn er auch nicht zu 100% konsequent durchgehalten wurde, vor allem zum Ende hin. Aber er ist mal etwas anderes und gerade die Vergleiche, wie Mafi Juliettes Gefühle beschreibt, sind teilweise grandios und so kann man sich in die Gefühlswelt von Juliette sehr gut hineinversetzen.

Ansonsten liefert “Ich fürchte mich nicht” meiner Ansicht nach leider keine besonderen Ideen oder Inhalte. Die Liebesgeschichte steht etwa ab der Mitte des Buches sehr stark im Vordergrund. Über die Welt, in der Juliette lebt, und wie sie zu dem geworden ist, was sie ist, darüber erfährt man als Leser so gut wie nichts. Gerade diejenigen, die “Ich fürchte mich nicht” als Dystopie lesen wollen, werden hiervon wohl enttäuscht sein.

Insbesondere die ersten hundert Seiten fand ich sehr langatmig. Bis die Handlung so richtig in Schwung kommt, hat es mir einfach zu lange gedauert. Ich war mir bis kurz vor Ende nicht sicher, ob ich den zweiten Teil würde lesen wollen. Denn bis auf Juliette blieben alle anderen Charaktere für mich relativ blass und wenig mitreißend, ebenso die Welt des Reestablishment.

Und jetzt kommt das große ABER. Denn auf den letzten 50 Seiten passiert so viel, so viele tolle Ideen kommen auf, dass ich das Gefühl hatte: Jetzt geht es erst richtig los. Warum nicht gleich so? An dieser Stelle hätte ich gerne sofort weitergelesen.

Ich empfehle “Ich fürchte mich nicht” vor allem den Lesern, die einen Liebesroman mit dystopischem Hintergrund lesen wollen. Für eine reine Dystopie erfährt man leider zu wenig über die Hintergründe der Welt, in der Juliette lebt. Wer aber Wert auf eine schöne, bisweilen etwas zu sehnsuchtsvolle, aber auch düstere Liebesgeschichte legt und dazu mit dem besonderen Schreibstil der Autorin etwas anfangen kann, dem kann ich “Ich fürchte mich nicht” auf jeden Fall ans Herz legen. Ich werden den zweiten Teil sicherlich lesen, zumal gerade am Ende dieses Romans Aspekte zur Handlung hinzukamen, die alles wesentlich interessanter machten.

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233 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 44 Rezensionen

erotik, liebe, tattoo, nie genug, melanie hinz

Nie genug

Melanie Hinz
E-Buch Text: 181 Seiten
Erschienen bei null, 27.06.2012
ISBN B008FR7P94
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Liebenswerte Charaktere + authentische Handlung = toller erotischer Liebesroman!

Emma ist Schriftstellerin, sie schreibt erotische Romane. Anders als es ihre Bücher vermuten lassen würden, ist sie selbst jedoch nicht gerade das, was man eine Sexbombe nennt, trägt einige Kilos zu viel mit sich herum und ist vor dem Mittagessen meist kaum ansprechbar und trägt viel zu oft Schlabberhosen. Eines Tages lernt sie den gut aussehenden Sam kennen und eine Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf. Nur schade, dass Emma das alles für einen schlechten Scherz hält. Wer sollte sie schon attraktiv finden?

“Nie genug” ist ein erotischer Liebesroman, der mir sehr gut gefallen hat. Es ist fast schon erschreckend wie gut es Melanie Hinz mit ihrer Hauptprotagonistin Emma schafft, dass man sich als Leserin sofort mit ihr identifizieren kann. Denn welche Frau ist schon mit ihrem Körper zufrieden? Und welche Frau mag nicht gerne Schokolade? Mit dieser Situation spielt Melanie Hinz und macht daraus einen flüssig zu lesenden, mit vielen erotischen Szenen angefüllten Liebesroman.

Unter der locker-flockigen Oberfläche befindet sich durchaus eine etwas ernstere Geschichte, die ich hier nicht vorwegnehmen will. Nur so viel: Sie bringt diesen Roman auf eine ernste, erwachsene Schiene, ohne ihn zu sehr zu beschweren. Denn “Nie genug” liest sich leicht und locker runter und es ist schade, dass der Roman über Emma und Sam schon nach 234 Seiten zu Ende ist.

Die erotischen Szenen fand ich bis auf zwei sprachliche Entgleisungen sehr gelungen und absolut authentisch. Keine olympischen Turnübungen im Bett, sondern liebevoller Sex, der nicht völlig abgehoben wirkt und nach Porno schreit. Schulnote 2+!

Warum ich dem Roman keine fünf Sterne vergeben kann, hat zwei Gründe. Zum einen vergebe ich fünf Sterne nur, wenn mich ein Buch vom Hocker reißt. “Nie genug” hat mir zwar super gut gefallen, aber es hat mich eben nicht vom Hocker gerissen. Einer der Gründe dafür, und das ist wiederum Punkt zwei, ist das Ende des Romans. Denn kurz vor Schluss erfährt der Leser noch etwas über Sam, das ich deplatziert fand und was für mich die insgesamt runde, schöne Geschichte doch etwas runtergezogen und einen leicht bitteren Beigeschmack hinterlassen hat. Auch ansonsten war es mir am Ende etwas “too much”, etwas zu viel Drama (z.B. dass Emma am Ende doch noch ihren Exfreund trifft).

Insgesamt ist “Nie genug” ein toller, mit ganz viel heißer Erotik versehener, bisweilen lustiger Liebesroman. Absolut authentische, liebenswerte Charaktere in alltäglichen Situationen runden das Lesevergnügen ab. Eine klare Leseempfehlung!

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160 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 32 Rezensionen

dystopie, liebe, verrat, stadt, lucas

Das letzte Zeichen

Gemma Malley , Friedrich Pflüger
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.06.2012
ISBN 9783570308172
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Powered by Bookaddicted.de / Weil einfach einfach langweilig ist

Auf die Story von “Das letzte Zeichen” hatte ich mich schon sehr gefreut, da ich eine spannende und actionreiche Dystopie erwartete. Leider wurde ich schwer enttäuscht. Letztendlich hat mir an “Das letzte Zeichen” eigentlich gar nichts gefallen.

Es geht damit los, dass der Roman mit etlichen Seiten voller Gehirnwäsche startet. Seiten, auf denen Evies Innenleben beschrieben wird. Dass sie sich für unheimlich böse und verdorben hält, aber doch eigentlich ein liebes, gutes Mädchen sein will, auf das ihre Eltern stolz sein können. Auch wird die ganze “Ideologie” des “Bruders” (des Anführers) seitenlang beschrieben und erst nach etwa 50 Seiten (oder so) passierte überhaupt mal was.

Die Liebesgeschichte zwischen Evie und Raffy fand ich vollkommen daneben. Plötzlich erfährt der Leser, dass ihre Affäre schon eine ganze Weile dauert, aber niemand weiß, warum die beiden sich überhaupt gegenseitig anziehen. Ok, Evie mag Raffy vielleicht, weil er einfach rebellisch ist und sie ihn irgendwie verwegen findet. (Das denke ich mir, gesagt wird im Buch darüber nichts.) Aber warum Raffy sich in Evie verliebt hat, ist mir völlig schleierhaft. Also auch noch eine unglaubwürdige, unlogische Liebesgeschichte. (Übrigens: Nicht nur Raffy verliebt sich in Evie, sondern noch ein anderer junger Mann. Gleiches Problem.)

Womit ich schon beim nächsten Punkt wäre, Evie. Ich merke in letzter Zeit immer deutlicher, wie wichtig für mich persönlich sympathische, nachvollziehbare Charaktere in Büchern sind. Evie ist für mich nichts davon gewesen, ich fand sie einfach nur ätzend. Im Gegensatz zu Heldinnen in anderen dystopischen Romanen hatte Evie für mich so überhaupt nichts heldenhaftes, nichts mutiges oder auflehnendes. Im Gegenteil, fast bis zum Ende des Buches hängt sie in der ihr aufgezwungenen Ideologie fest und hält sich selbst für ein ganz verdorbenes Mädchen, obwohl sie inzwischen eigentlich mal ahnen müsste – nach dem, was sie bis dato erfahren hat – dass nicht alles so ist, wie es scheint.

Ein weiterer Punkt, der mich unheimlich gestört hat, war die Einfachheit dieses Buches. Die Stadt, in der Evie und Co. leben, heißt “Stadt”. Die bösen Menschen, die außerhalb der Stadt leben und sooo gefährlich sind, heißen “die Bösen”. Und das System, das den Bürgern seine seltsame, dem eigenen Machterhalt dienende Ideologie aufzwingt, heißt “das System”. Der Anführer ist “der Bruder” usw. usf. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob diese Einfachheit an der mangelnden Kreativität der Autorin lag oder ob das Absicht gewesen sein soll!?

Mal ganz abgesehen von den Namen der Figuren, Evie und Raffy, also bitte. Grau-en-haft. Die Namen klingen beide schon so blöd, wie die Charaktere nachher auftreten.

Sorry, aber ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass es jemanden gibt, dem “Das letzte Zeichen” gefallen könnte, aber meist findet ja jedes Buch seine Fans. Von mir gibt es hier keine Leseempfehlung, im Gegenteil. Für mich war das Buch leider, leider (trotz der vielversprechenden Story) einfach nur Zeitverschwendung und ich werde die nächsten Teile definitiv nicht mehr lesen. Echt schade!

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