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28 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Hippie

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 26.09.2018
ISBN 9783257070491
Genre: Romane

Rezension:  
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148 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 88 Rezensionen

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Ein unvergänglicher Sommer

Isabel Allende , Svenja Becker
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.08.2018
ISBN 9783518428306
Genre: Romane

Rezension:


Isabel Allende wird am 2. August 1942 in der peruanischen Hauptstadt Lima als Kind chilenischer Diplomaten geboren. Nach der Scheidung ihrer Eltern lebt sie zunächst bei Ihren Großeltern in Chile. Das große, verwinkelte Haus, in dem sie aufwächst, wird später als Vorbild für ihren Jahrhundertroman Das Geisterhaus dienen. Bereits als Jugendliche bereist sie die Welt; sie wächst mehrsprachig auf und geht in La Paz, Beirut und Santiago de Chile zur Schule. Mit achtzehn kommt sie durch Zufall an ihren ersten Job als Journalistin. Kurz darauf moderiert sie bereits eine chilenische Fernsehsendung.
1962 heiratet sie den Bauingenieur Michael Frías, Trauzeuge ist ihr Onkel, der spätere Präsident Salvador Allende. Im Jahr darauf wird ihre Tochter Paula geboren, 1966 kommt ihr Sohn Nicolás zur Welt.
Als Journalistin setzt sich Allende leidenschaftlich für die Gleichstellung der Frau ein. Zusammen mit anderen Frauenrechtlerinnen gründet sie 1967 Paula, die erste feministische Zeitschrift in Chile. Außerdem schreibt sie Drehbücher für eine Comedy-Sendung, moderiert ihre eigene Talkshow, schreibt Theaterstücke und Musicals – in Chile kennt sie mittlerweile jeder.
Sie ist tief erschüttert, als Salvador Allende am 11. September 1973 von Augusto Pinochet gestürzt wird und kurz darauf stirbt. Dennoch bleibt sie zunächst in Chile und hilft politisch Verfolgten unterzutauchen, bis die Repressionen gegen Andersdenkende sie schließlich ins Exil zwingen. 1975 geht sie mit ihrer Familie nach Caracas, Venezuela. Hier muss sie beruflich wieder von vorne anfangen. Sie arbeitet für wenig Geld als einfache Journalistin.
1981 erfährt sie, dass ihr Großvater im Sterben liegt. Sie kann ihn in Chile nicht besuchen und beschließt, ihm einen langen Brief zu schreiben. An ihrem Küchentisch schreibt sie oft bis tief in die Nacht die Erinnerungen ihrer Familie auf, die untrennbar mit der Geschichte ihres Heimatlandes verwoben sind. Schließlich wird daraus das fünfhundert Seiten lange Manuskript ihres ersten Romans.
Ein Jahr später erscheint Das Geisterhaus und wird zu einem Weltbestseller. Nach dem märchenhaften Erfolg des Romans, der 1993 vom dänischen Regisseur Bille August verfilmt wurde, geht sie ausschließlich ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: schreiben, verschiedene Leben erzählen, Geschichten erfinden, versuchen, die Welt ein wenig besser zu verstehen, sowie sich selbst und anderen Kraft zu schenken durch die Schicksale ihrer Figuren. Inzwischen ist das Schreiben mehr als nur eine Leidenschaft für die Autorin: »Es erlaubt mir, das Leben zu ordnen, Ereignisse zu verstehen und untereinander in Verbindung zu bringen, Erinnerungen zu bewahren. Es ist ein Weg, der direkt zur Seele führt.«
Sogar als sie der schlimmste Schicksalsschlag ihres Lebens trifft, der Tod ihrer eigenen Tochter, schreibt sie weiter: Es entsteht Paula (1995), ein äußerst persönliches Bekenntnis, das ihr dabei hilft, ihre tiefe Trauer zu überwinden.
Romane wie Fortunas Tochter (1999), Porträt in Sepia (2001) oder Inés meines Herzens (2007) sind weitere Stationen ihrer literarischen Erfolgsgeschichte. Im Laufe der Jahre erweitert sie ihr schriftstellerisches Repertoire um viele Facetten. Sie schreibt unter anderem Aphrodite (1999), ein Kochbuch voller sinnlicher Anekdoten, Legenden und aphrodisierender Rezepte, Die Abenteuer von Aguila und Jaguar (2009), eine Trilogie von Abenteuergeschichten für Kinder und Jugendliche, sowie den Erzählungsband Ein diskretes Wunder (2010). Mit dem Historienroman Die Insel unter dem Meer(2011) und Mayas Tagebuch (2012) – bewegend, spannend und mit warmherzigem Humor geschrieben – setzt Isabel Allende ihre unaufhörliche Erfolgsgeschichte fort. 2014 erscheint Amandas Suche, ein Roman über das kostbare Band zwischen Müttern und Töchtern und die lebensrettende Kraft der Familie.
Heute lebt Isabel Allende mit ihrer Familie in Kalifornien. Sie ist mittlerweile eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen der Welt. Ihre Werke wurden in 37 Sprachen übersetzt und haben sich millionenfach verkauft. Immer wieder fasziniert die chilenische Bestsellerautorin ihre Leserinnen und Leser und führt sie an die atemberaubendsten Plätze der Erde, weckt die Neugier für andere, fremde Welten und spricht Themen an, die ihr und vielen anderen am Herzen liegen. Unermüdlich widmet sie ihr Leben ihrer größten Leidenschaft: dem Erzählen.


Rezension

INHALT/KLAPPENTEXT:

Ein Schneesturm in Brooklyn, und den Auffahrunfall tut Richard als belanglose Episode ab. Aber kaum ist der eigenbrötlerische Professor zuhause, steht die Fahrerin des anderen Autos vor der Tür. Evelyn ist völlig aufgelöst: In ihrem Kofferraum liegt eine Leiche. Zur Polizei kann sie nicht, denn das scheue guatemaltekische Kindermädchen ist illegal im Land. Richard wendet sich Hilfe suchend an Lucía, seine draufgängerische chilenische Untermieterin, die ebenfalls an der Uni tätig ist. Lucía drängt zu einer beherzten Aktion: Die Leiche muss verschwinden. Hals über Kopf machen sie sich auf den Weg in die nördlichen Wälder, auf eine Reise, die die drei zutiefst verändern wird. Und am Rande dieses Abenteuers entsteht etwas zwischen Richard und Lucía, von dem sie beide längst nicht mehr zu träumen gewagt hatten.

MEINE MEINUNG:

Die wunderbare Erzählkunst der beliebten und bekannten Schriftstellerin ISABEL ALLENDE  hat mir meine Spätsommerlesestunden im Garten total versüsst und ich kann eine absolute Leseempfehlung für dieses leichte, unterhaltsame Buch, welches vor sehr ernsten und dramatischen Hintergründen spielt, aussprechen und empfehlen.
 Zuerst die ernsten Tatsachen und Hintergründe, vor denen diese Geschichte erzählt wird. Es gibt elf Millionen Einwanderer aus Lateinamerika in den USA, die ohne Rechte und gültige Papiere im Land leben. Immer müssen sie befürchten plötzlich und unerwartet von einer Ausweisung bedroht zu werden, obwohl sie oft schon Jahrzehnte im Land geduldet wurden. Familien werden getrennt, Menschen ausgebeutet und von verantwortungslosen Schleppern in Lebensgefahr gebracht. Diese Probleme häufen sich zur Zeit weltweit an, die flüchtenden Migrationswellen von Menschen aus dem Kriegsland Syrien und dem riesigen Kontinent Afrika sind uns allen nur zu gut bekannt. Die Autorin beschreibt einfühlsam und genauestens neben der einnehmenden, humorvollen Rahmenhandlung des Buches, auch die vielen politischenTragödien des Südamerikanischen Kontinents mit seinen Kriegen, Militärputschen und Diktaturen. Sie verbindet die Lebensschicksale - und Geschichten der drei Hauptprotagonisten Richard aus New York , Lucía aus Chile und Evelyn aus Guatemala, perfekt mit ihren Herkunftsländern. Die Autorin führt den Leser spielend in die letzten dreissig Jahre südamerikanischer Geschichte ein. Gerade auch für junge Menschen, die keine Zeitzeugen waren, ist das eine wertvolle Bereicherung ihres Allgemeinwissen. Einige mystische Erzählungen, Bräuche und erschreckende Realitäten der einheimischen Bevölkerung aus Guatemala, Brasilien und Chile  hat die Autorin geschickt in diese Lebenswege eingebaut und den Leser in ein buntes und rätselhaftes, für uns oft fremdes Umfeld, mitgenommen. Mit Sicherheit hat Isabel Allende auch autobiografische Erfahrungen und Erinnerungen in den Roman eingebracht. 

All das hat Isabel Allende nebenher ruhig, eindrucksvoll mit besten Hintergrundwissen zu einem sehr bildhaften, warmherzigen und humorvollen Unterhaltungsroman verschmelzen lassen.  
Brooklyn im Winter bei Eis und Schnee, ein einsamer Professor, der mit vier Katzen in einem baufälligen, eiskalten Haus lebt, seine lebenslustige und fröhliche Untermieterin Lucía aus Chile und das guatemaltekische Kindermädchen Evelyn sorgen für Humor, Herzensgüte, gegenseitiges offenes Kennenlernen und letztendlich wird auch eine zarte, hoffnungsvolle Liebesgeschichte erzählt. Diese gemeinsame  Suche der drei unterschiedlichen Personen um ein Verstecken und Aufdecken einer merkwürdigen und gefährlichen Situation, um die Beseitigung einer Leiche, lässt keinerlei Spannungslücken vermissen.
Meine Bewertung : FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Suhrkamp Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar.

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Die Madonna der Berge

Elise Valmorbida , Pauline Kurbasik
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diana, 20.08.2018
ISBN 9783453292062
Genre: Romane

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

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Die Jahre der Leichtigkeit

Elizabeth Jane Howard , Ursula Wulfekamp
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.07.2018
ISBN 9783423146821
Genre: Historische Romane

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Jenseits des breiten Flusses

Sarah Maine , Sonja Hauser
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442487219
Genre: Romane

Rezension:

REZENSION

INHALT/Klappentext: Schottland 1893: Die 19jährige Evelyn Ballantyre macht sich auf, ihren Vater auf eine Reise nach Kanada zu begleiten. So kann sie die Grenzen des herrschaftlichen Anwesens hinter sich lassen, das für sie in den letzten Jahren eher ein Gefängnis als ein Zuhause war. Seit jener schicksalhaften Nacht, in der zwei Menschen starben, und ihr Jugendfreund, der Stallbursche James Douglas, der Tat beschuldigt fliehen musste. Doch als sie in der kanadischen Wildnis unverhofft auf James trifft, drängen die dunklen Geheimnisse der Vergangenheit an die Oberfläche. Und Evelyn muss sich entscheiden, wo ihre Zukunft liegt …

MEINE MEINUNG:
Ich hatte mich eigentlich bei der Anforderung des Buches auf eine Abenteuergeschichte in der kanadischen Wildnis gefreut, aber meine Erwartungen haben sich leider nicht ganz erfüllt. Der Roman plätscherte zu Anfang auf mindestens hundert Seiten langsam vor sich hin, in denen nicht viel passierte. Meine Ungeduld wuchs von Seite zu Seite , zumal die beiden Hauptprotagonisten Evelyn und James recht unscheinbar erschienen und keine  fesselnde Ausstrahlung besaßen. Zufällig treffen sie in Kanada wieder aufeinander. Ich empfand als Leser diese vielen Zufälle als zu offensichtlich konstruiert. Einen guten Zugang zu ihren Wünschen, Charakteren und Empfindungen zueinander bekam ich leider auch nur mässig.  James war etwas älter als Evelyn, sie kannten sich aus Kindertagen vom schottischen Anwesen. SIE schwärmt für ihn, ER beachtet sie wenig, sieht sie immer noch als das, was sie einmal war. Ein Kind. Auch in Kanada ändert sich zunächst nicht allzuviel an dieser Situation. Diese sanfte Schwärmerei wird leicht und einseitig aus Sicht der jungen Evelyn beschrieben. Sie erscheint nun zwar als junge, moderne Frau ihrer Zeit,  trotz allem hat sie ein so naives Weltbild, dass es mich oft entsetzt hat.  Die ganze Reise mit ihrem Vater und dessen Freund Larsen, das Aufeinandertreffen mit dem ausgewanderten James und die Suche nach dem Mörder und die Erklärungen  für die vergangenen Morde in Schottland, die Gespräche, Begegnungen darüber untereinander, wirken gesteuert, harmlos und ohne Schwung und Esprit. Der Schreibstil der Autorin erschien mir flüssig und angenehm zu lesen, aber es fehlen Spannungsbögen, die den Leser immer weiter tief in die Geschichte und zum Verständnis der Protagonisten hineinführen.  
Es war keine schwierige Lektüre , dafür aber eine unendlich langweilige Thematik, dabei hätte man aus dieser Reise in die Wildnis so viel machen können, sogar verbunden mit einer romantischen Liebesgeschichte und der Aufklärung der Morde, welche der Leser übrigens recht früh durchschaut. 
Es fehlen einfach Herzblut, Leidenschaft und eine emotionale Begeisterung, die von der Autorin nur mangelhaft und zögerlich vermittelt werden. 
Die wilde und eindrucksvolle kanadische Landschaft, die indianische Bevölkerung werden eindrucksvoll in schönen Bildern geschildert, aber auch das ist nicht gerade spannungsfördernd für den Lauf der Geschehnisse. 

Meine Bewertung: DREI *** Sterne für dieses Buch.  
Mein Dank geht an die Autorin und den Goldmann Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares. 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Anna

Niccolò Ammaniti , Luis Ruby
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Eisele Verlag, 10.08.2018
ISBN 9783961610099
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt /Klappentext:

Vier Jahre ist es her, dass der Virus kam und alle Erwachsenen tötete. Mittlerweile gibt es keine Elektrizität mehr, die Wasser- und Lebensmittelvorräte gehen zu Ende. Brände haben gewütet und von einem einst blühenden Sizilien eine gespenstische Wüstenlandschaft hinterlassen. In dieser Welt lebt die dreizehnjährige Anna mit ihrem kleinen Bruder in einem Haus im Wald und versucht mit allen Mitteln, ihn vor den Gefahren des Lebens draußen zu bewahren. Doch Anna weiß: Früher oder später muss sie mit ihrem Bruder ihre alte Welt verlassen, um woanders eine neue zu finden. 

Meine Meinung:
Was für ein hübscher Titel-Name für eine gar nicht hübsche Dystopie! Das gebundene Buch mit dem ansprechenden Cover und dem roten Lesebändchen war kaum bei mir angekommen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, habe es praktisch in einem Rutsch verschlungen. *Verschlungen* , dieses rohe und drohende Wort passt perfekt zu diesem Roman eines Weltunterganges. Der Autor erzählt fesselnd, erzeugt entsetzliche Kopfbilder durch eine abgeklärte und spannende Schreibweise. Eine Katastrophe wird von der nächsten abgelöst. Man glaubt auf jeder Seite fassungslos, dass es nun doch gar keine Steigerung von Entsetzen, Gewalt, Hilflosigkeit, Hunger, Not und Einsamkeit geben könne. Doch es geht immer weiter. Anna und ihr kleiner Bruder Astor leben zu Beginn in einem relativ geschützten Raum auf *Gut Maulbeerbaum*. Für die beiden verlorenen Kinder ist die *Zeit des Lichts *, wie Anna es nennt, untergegangen. Nichts in ihrem Leben ist mehr so, wie sie es kannten. Und doch machen sie hin und wieder gute Erfahrungen, gewinnen einen treuen, tierischen Gefährten und Anna tauscht ihre Kindheit gegen die Verantwortung und Sorge für ihren kleinen Bruder ein, den sie liebt und beschützt.

Die apokalyptischen Beschreibungen des Autors von brennenden , zerstörten Landschaften erzeugten Ängste in mir, Zweifel an unserem westlichen Lebensstil, der so total abhängig von Technik und Energie ist. Diese Kinder werden in ein Leben zurückgeworfen, in dem die Suche nach Überlebensmöglichkeiten zum Kernpunkt ihres Daseins wird. 
Aber sie sind kleine, zwar noch unfertige Kinder, handeln oft instinktiv menschlich, kreativ, liebevoll, manchmal auch grausam und gleichgültig gegenüber anderen Lebewesen. Ein Selbstschutz, dem sie instinktiv folgen. 
Diese Organisation von  Kinderbanden, ihren Gesetzen, die der Autor beklemmend beschreibt, hat mich tatsächlich ein wenig an *Herr der Fliegen* von William Golding erinnert. Aber *Anna* liegt viel näher an einer möglichen Realität , die der Menschheit das Fürchten lehren könnte. *Die Rote, das Virus* , könnte ja durch viele andere Katastrophen, die die Menschheit auslöschen  würde, ersetzt werden. Das ging mir  beim Lesen immer wieder durch den Kopf. Sei es ein weltweiter Atomschlag, oder auch eine Naturkatastrophe. 

Ein interessantes Buch, das vom extremen menschlichem  Überlebenswillen berichtet, von Mut, Tapferkeit und auch Liebe. Von der Gefahr einer Verrohung durch das Machtstreben einzelner Gruppen, das Durchsetzen von den Grundstrukturen einer Diktatur.

Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für ein grossartiges, aber auch schockierendes Buch, welches uns das Fürchten nahe bringt. 

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Zurück nach Fascaray

Annalena McAfee , Christiane Bergfeld
Fester Einband: 976 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070200
Genre: Romane

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Sommersturm über Cornwall

Louisa Leaman , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.05.2018
ISBN 9783442486496
Genre: Romane

Rezension:


Rezension

Inhalt/ Klappentext:
Nina Munroe ist eine Karrierefrau mit einem attraktiven Verlobten und einer exakt geplanten Zukunft. Bis der Tod ihres Vaters alles verändert: Bei der Testamentseröffnung erfährt Nina, dass ihre Eltern ein Strandhaus an der Küste von Cornwall besaßen, das sie nun erbt: Snare Cove. Als sie das Cottage besucht, entdeckt Nina, dass das Haus den Schlüssel zu einem Geheimnis birgt, das mit dem frühen Tod ihrer Mutter zu tun hat. Unterstützt von dem Lebenskünstler Danny kommt sie allmählich ihrer Familiengeschichte auf die Spur. Nina ahnt allerdings nicht, welche Geister der Vergangenheit sie mit ihren Nachforschungen geweckt hat ...

Meine Meinung: Dieses Buch lebt hauptsächlich von der schönen Atmosphäre an den windigen und wilden Stränden von Cornwall!
Schmuggleratmosphäre, Piratentum, alte Legenden, die voller Mystik und Geheimnissen stecken, geben dieser Geschichte die nötige Spannung und fesseln den Leser unterhaltsam mit sehr attraktiven und bunten Bildern von Meer und Küste. 
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, geübte Leser fliegen schnell durch das Buch und man kann gut aus der Realität abtauchen ins schöne Cornwall. 

Denn die Hauptprotagonisten fallen ein wenig durch unglaubhaftes und sprunghaftes Verhalten auf. Vor allem die junge Nina macht laufend überraschende Kehrtwendungen in ihrem Handeln während ihrer Suche nach den unheimlichen  Geheimnissen und Geschichten, die das alte und baufällige Strandhaus umgeben. Der Leser fängt an zu staunen über soviel Naivität und teenagermässiges Verhalten einer jungen Frau von sechsunddreissig  Jahren. Ja, sie hat es schwer, nie den Verlust der verstorbenen  Mutter verwunden, das männliche Familienoberhaupt brillierte in seiner Vaterrolle nicht, sondern war ein verantwortungsloser Geselle mit einem Hang zur Gewalt. Immer wieder tauchen vor ihrem inneren Auge Bildsequenzen aus ihrer Kindheit auf, die ihr fremd  und unheimlich erscheinen, sogar Angstzustände auslösen.  Aber wie die Autorin wohl vom richtigen Leben gut abgeschaut hat, so läuft es auch im Buch. Nina wählt in ihrer hilflosen Unsicherheit einen Verlobten, der ihrem Vater ein wenig ähnelt. Der ehrgeizige Karrieremann Jake hat alles unter Kontrolle, den Job, seine Finanzen als auch die naive Nina.
Aber nun taucht Danny auf, ein ganz anderer Typ Mann, der Nina mit seinem forschen und spontanem Verhalten als armer Künstler und seefahrender Küstenfischer auf ganz andere Gedanken und Empfindungen bringt,,,

Dieses nette Taschenbuch hat mich gut unterhalten und mir einige unbeschwerte Lesestunden geschenkt, wobei ich mit Nina's pubertärer Charakterbeschreibung und ihren Stimmungsschwankungen doch einige Probleme hatte. 
Meine Bewertung: DREI *** gute Sterne für diese unterhaltsame Liebes- und Küstengeschichte.  

Ein Dankeschön geht an die Autorin und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar mit dem hübschen Cottage-Cover! 

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Mitternacht zu sein ist nicht jedem gegeben

António Lobo Antunes ,
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 02.11.2015
ISBN 9783630874241
Genre: Romane

Rezension:  
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Die Unvollkommenheit der Liebe

Elizabeth Strout , Sabine Roth
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2018
ISBN 9783442716579
Genre: Romane

Rezension:

Rezension

INHALT: Die Schriftstellerin Lucy Barton liegt nach einem Routineeingriff und einer nachfolgenden unklaren Infektion wochenlang in New York in einer Klinik. Ihre Mutter, die sie Jahre nicht gesehen oder gesprochen hat, besucht sie und bleibt Tag und Nacht an ihrem Bett sitzen und begleitet sie. Eine ganze Woche,,,,

Meine Meinung:
Die Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout hat den vorliegenden Roman im Jahr 2016 unter dem Titel "My name is Lucy Barton" veröffentlicht.
Schüchtern und  sehr sensibel gewährt die Autorin dem Leser Einblick in die Seelenlage der Schrifststellerin Lucy Barton, die eine kritische Phase ihres Lebens, hervorgerufen durch eine mysteriöse Infektion, durchsteht. Durch die plötzliche Anwesenheit ihrer Mutter am Krankenbett, angereist aus Illinois , begeben sich beide Frauen auf eine gemeinsame Reise in die gemeinsame Vergangenheit der Familie. Lucy reflektiert plötzlich vergessene Erinnerungen aus ihrer ärmlichen Kindheit in einer Familie, in der Weinen und/oder Beschwerden streng von den Eltern untersagt wurden. Lucy's Geschwister, aber auch ihre Eltern, sahen in ihr immer eine Aussenseiterin, die anders war und ihren eigenen speziellen Weg ging. Der Zusammenhalt und die Gemeinsamkeiten der Kinder beschränkten sich auf das Durchwühlen von Lebensmittelmülleimern der Supermärkte oder gehobener Restaurants. Die Familie war unglaublich arm. Ihre Wohnung bestand aus einer Garage und Lucy litt und schämte sich dafür im reichen Amerika. All diese Gefühle aus dem Familienleben  waren nie ein Thema zwischen Mutter und Tochter, auch jetzt bleibt so vieles unausgesprochen, aber zwischen den Zeilen vermittelt die Autorin dem Leser diese ungesagten Worte über Schuld, Verbitterung, Verletzungen und unausgesprochener Liebe zu einander, eben ein unvollkommener Austausch von Liebe, Ablehnung,Vorwürfen und letztendlich auch vom Verzeihen.
Der Schreibstil besteht aus kurzen , einprägenden Sätzen, die von der Autorin oft eindringlich in noch kürzerer Satzform wiederholt werden. Ich konnte mich ruhig und gelassen darauf einlassen. Meine eigenen Vorstellungen über diese intimen Gespräche zwischen Mutter und Tochter bekamen dadurch genügend Raum.  
Viele Menschen hat Lucy mir in das Herz gelegt, wie den gütigen jüdischen Arzt des Krankenhauses, der sie täglich besucht, aber für die gesamte Zeit in der Klinik nur fünf Besuche berechnet. Oder ihren Nachbarn, mit dem sie ein stillschweigendes  seelisches Verstehen verbindet. 
Im Buch steht  die Persönlichkeit und das Empfinden  der *Lucy Barton* im Vordergrund ,  IHRE  Geschichte, nicht die Beziehung ihrer gescheiterten Ehe mit William, oder das liebevolle Verhältnis zu ihren beiden Mädchen und dem Sohn Jeremy. Das war klar und faszinierend  zu erlesen. Die Geschichte wirkt nicht überfrachtet mit Hinweisen  auf zu viele andere Komponenten ihres Lebens. 
Das kommt auch sehr gut durch diesen Satz zum Ausdruck:

"Diese Geschichte hier, das ist meine, Meine. Und ich bin Lucy Barton."

Ob dieser Roman autobiografische Hintergründe enthält, ist mir nicht klar. 
Nach meinem Gefühl könnte es vielleicht so sein!

Meine Bewertung: FÜNF STERNE ***** für diesen grossartigen Einblick in die Seele und die Gefühle einer ganz besonderen  Frau und Schriftstellerin.

Danke an die Autorin für diesen Roman und an den btb Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Irische Sehnsucht

Maeve Binchy , Gabriela Schönberger
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.06.2018
ISBN 9783426654149
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung: Sehnsucht nach Irland hat das wunderbare Cover des gebundenen Buches sofort bei mir entfacht. Damit meine ich nun nicht nur die menschliche Sehnsucht nach Liebe, Freundschaft und Harmonie , sondern ich hatte gehofft von dieser Autorin auch etwas mehr  über ihr Heimatland und speziell die irische Mentalität der Bevölkerung zu erfahren. Leider haben diese Geschichte meine Sehnsucht nach irischem Feeling  nicht wirklich mildern können. Aber ich habe mit dieser leichten Lektüre einige unbeschwerte Lesestunden genossen, die mir gute Laune bereitet haben. Ab und an  haben mich die  Geschichten auch zum Nachdenken angeregt. Der Schreibstil, der 2012 verstorbenen Autorin Maeve Binchy ist leicht, beschwingt und sehr flüssig zu lesen. Diese Kurzgeschichten stammen aus ihrem Nachlass und sind typische Frauenlektüren, die von sehr viel Menschenkenntnis der berühmten Autorin zeugen. Sie hat  auch Theaterstücke und Kolumnen für die  Irish Times   verfasst hat und ist eine echte  Bestseller Autorin. 
Lasst Eich mitnehmen auf eine vergnügliche Reise zu Beziehungsgeflechten , Liebesgeschichten und schnuppert ein wenig frische Luft von der grünen Insel Irland. 

Meine Bewertung: DREI *** STERNE für die guten und feinen Geschichten der Bestseller-Autorin!

Lieben Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Die Mittsommerlüge

Katrine Nørregaard , Lotta Rüegger , Holger Wolandt
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.05.2018
ISBN 9783453359796
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt /Klappentext:Zwanzig Jahre war Kristian spurlos verschwunden. Seine Tochter Louise verzeiht ihm nie, dass er die Familie ohne Erklärung verlassen hat. Und auch ihre Mutter versteht Louise nicht. Wieso hat sie ihr Schicksal klaglos ertragen? Doch als Kristians stirbt, können Mutter und Tochter nicht mehr schweigen. Denn er hinterlässt ihnen nicht nur viele Fragen, sondern auch ein idyllisches Sommerhaus am Limfjord – von dem niemand etwas wusste. Zusammen mit Louises Tochter Ida verbringen die Frauen eine Woche in dem Haus. Was hat Kristian dort so viele Jahre getan? Welches Geheimnis hütete er?



Meine Meinung:

Ich habe nun die dreihundertsechsundsechzig Seiten dieses Buches  bewältigt und bin ein wenig enttäuscht zurückgeblieben. In den ersten hundert Seiten geschieht nicht viel. Ich habe ernsthaft ans  Abbrechen  gedacht, aber dann  ballen  sich die Ereignisse und der  Leser  wird fast überrolt davon.  
Die Geschichte dieser Patchwork-Familie war eher ein Psychogramm und die versuchte Darstellung der Seelenlage jedes einzelnen Familienmitgliedes. Drei Frauen, Grossmutter, Mutter und Enkelin erzählen und beschreiben die Situationen aus ihrer jeweiligen  gegenwärtigen Perspektive und streifen auch ansatzweise immer wieder die Geschehnisse der  Vergangenheit in ihren Erinnerungen. Idyllisch und harmonisch sind diese Schilderungen sicher nicht. Sie triefen von unterschwelligem Hass der Protagonistinnen, Unmut, Schuld und unausgesprochenen Verletzungen  gegeneinander. Eine normale, oder gar heile Welt und ein vernünftiges  Miteinander  ist das in meinen Augen nicht.  Wahrscheinlich eher vielen realen, traurigen  Familiengeschichten  treffend abgeschaut und/oder aus dem Erfahrungsschatz der noch recht jungen und begabten Autorin geschöpft. Ihr  Schreibstil ist kein eswegs langweilig oder anstrengend. Sie schreibt flüssig und man kann angenehm durch die  Geschichte  fliegen, wenn man diese  vielen negativen Verletzungen der drei Generationen  gegeneinander   gut verarbeiten kann und nicht an sich  heranlässt. Sehr viel  Melancholie und Düsternis mutet sie dem Leser zu.

Als unpassend empfand ich den Titel des Romans. Er versucht eine heile nordische Welt in einem Ferienhaus am Fjord vorzugaukeln. Dem ist NICHT so. Diese Gehässigkeiten und Konflikte unter den Frauen sind nicht  angenehm  zu verarbeiten für den Leser und haben mir oft das Interesse am Buch und die  Lesefreude verdorben. 

Merkwürdig abweichend, viel zu harmonisch  war auch der Schluss dieser Familiengeschichte, der so gar nicht zu den vorherigen kleinen familiären Katastrophen gepasst hat. Ich möchte nicht Spoilern, aber Luise ist und war eine Betrogene und  Hintergangene  dieser Familie und hat mir am Ende richtig leid getan.
Auch die lasche Handhabung und  tolerante  Einstellung der Familie zum Thema sexuelle Beziehungen innerhalb einer Familie hat mir nicht  gefallen.   

Meine Bewertung: DREI *** Sterne für ein gutes, aber sehr konfliktreiches Buch.

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198 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 134 Rezensionen

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Die Schönheit der Nacht

Nina George
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.05.2018
ISBN 9783426654064
Genre: Romane

Rezension:


Rezension

INHALT/ KLAPPENTEXT:

Vor der beeindruckenden Kulisse der bretonischen Küste lässt Bestseller-Autorin Nina George zwei Frauen sich selbst neu entdecken: ihre Wünsche und Träume, ihre Sinnlichkeit, ihr Begehren. 

Die angesehene Pariser Verhaltensbiologin Claire sehnt sich immer rastloser danach, zu spüren, dass sie lebt und nicht nur funktioniert. Die junge Julie wartet auf etwas, das sie innerlich in Brand steckt – auf des Lebens Rausch, auf Farben, Mut und Leidenschaft. In der glühenden Sommerhitze der Bretagne, am Ende der Welt, entdecken die beiden unterschiedlichen Frauen Lebenslust und Leidenschaft neu – und werden danach nie wieder dieselben sein.



MEINE MEINUNG: 
Zitat Seite 195 : " Sie hatte es nie geschafft, sich aus ihrem eigenen Zimmer im Kopf so weit hinauszuwagen, um das, was hinter den verschlossenen Türen ihres Selbst geschah, einer anderen mitzuteilen."

Ein Buch, welches mich sehr gefesselt hat durch seinen wunderschönen Sprachstil und die treffende Aussagekraft der Autorin. Sie beschreibt das Innere Zueinanderfinden von zwei Frauen so faszinierend, dass ich bewusst langsam gelesen habe, um jeden Satz gebührend geniessen zu können. Ihre Beschreibungen des bretonischen Himmels und des Meeres in allen Schattierungen der Farben Blau, Grau, Weiss, Grün  lässt schillernde Bilder im Kopf entstehen, in denen sich die flirrende Hitze des Sommers und die sich entwickelnden Zuneigung der beiden Frauen zueinander geduldig, wie eine leichte  weisse Wolke, ausbreitet. Die Stimmung im Buch der lauwarmen Nächte am Meer, kann ich hier gar nicht gebührend beschreiben. Das muss man einfach selber erlesen.
Sommerhaus- und Ferienatmosphäre pur, gewürzt mit französischem Flair und vielen Ausdrücken aus dieser Sprache.

 Die beiden Protagonistinnen sind sehr unterschiedlich. Claire, eine gestandene Wissenschaftlerin in der Mitte ihres Leben, verheiratet mit dem Musik-Komponisten Gilles und Mutter des erwachsenen Nicola.
Julie, Nicola's Freundin, eine neunzehnjährige vor Lebenslust sprühende junge Frau, die am liebsten Sängerin werden möchte, es sich selber aber noch nicht zutraut. Von inneren Zweifeln geplagt, lässt sie sich auf den Urlaub am Meer mit Niklas und  seinen Eltern ein. 
Sie erlebt dort nicht nur das für sie neue Schwimmen im Meer,  sanft behütet von Claire, sondern auch das Schwimmen auf den Wogen ihres kommenden Lebens. 
Beide Frauen verlassen in diesem Sommer das einengende, konventionelle  Zimmer in ihrem Kopf und begeben sich auf eine Reise zu sich selber. 
Dass es dadurch Verletzungen der Menschen ihrer Lebenskreise gibt, ist bitter, aber unabänderlich. 
So kann das Leben in Beziehungen sein, mit all seinen möglichen Nuancen von Liebe, Glücksempfinden bis hin zu tiefer Trauer.

Auch die Halbgeschwister von Claire und alle anderen Protagonisten , wie Ehemann Gilles und Sohn Nicolas sind von der Autorin mit unterschiedlichen,  sehr beeindruckenden und ansprechenden Charakteren ausgestattet worden. 

Dieses Buch hat mich verzaubert, spielerisch an die bretonische Atlantik-Küste katapultiert und wahnsinnig beeindruckt. 

Meine Bewertung : FÜNF ***** STERNE für diese sehr schöne und grossartige Geschichte.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Knaur Verlag für das Leseexemplar! 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Señor Gonzalez und der Garten des Lebens

Claus Mikosch
Fester Einband
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 26.03.2018
ISBN 9783579087009
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rezension

INHALT/KLAPPENTEXT:

»Wir stürzen, damit wir lernen aufzustehen.« (Claus Mikosch)

Niklas, Anfang 30, gerade arbeitslos geworden und irgendwie entwurzelt, beschließt eine Auszeit in Andalusien. Dort begegnet er Señor Gonzalez, einem alten Gärtner, der seit Jahrzehnten Gemüse auf natürliche Weise anbaut, »immer mit der Natur als Freund und Gehilfe«. Zuerst besucht Niklas den alten Mann hin und wieder, dann hilft er ihm täglich einige Stunden bei der Gartenarbeit. Dabei lernt Niklas nicht nur etwas über den Anbau von Lauch und Tomaten, sondern vor allem etwas über Gelassenheit, Achtsam- und Genügsamkeit. Señor Gonzalez, sein Wissen und seine Weisheit öffnen Niklas die Augen und helfen ihm, sein Leben neu auszurichten.


MEINE MEINUNG: Ganz sicher ist meine Meinung zu diesem kleinen , netten Büchlein nicht sehr relevant. Aber eines muss ich nun für mich  im Nachhinein  zu diesem Buch feststellen:  Es hat mir einfach nicht gefallen.  Und zwar ist es nicht die wirklich wichtige  und interessante Thematik , sondern der fast kindlich und naiv  zu nennende Schreibstil des Autoren. ER konnte mich nicht fesseln. Der Hauptprotagonist Niklas hat mit seiner Charakterdarstellung eher Ähnlichkeit mit einem Jugendlichen und entspricht nicht meinem Bild von einem gerade arbeitslos gewordenen Erwachsenen von dreissig Jahren, der seinen Job bei einer Bank verloren hat. Sicher, dieser Roman soll eine Metapher im Kopf erzeugen - bei mir hat sich nur Langeweile eingestellt und die innere Antwort  von mir beim Lesen : " Ja , ja, ich weiss das schon lange"
Alles was Niklas an Lebensweisheiten von dem kleinen sympathischen andalusischem Gärtner lernt und erfährt, war mir nicht neu und unbekannt. 
Gelassenheit im Leben zu erringen ist wahrlich eine Kunst und mit Gelassenheit habe ich diesen Ausführungen vom kleinen Gärtner zustimmen können. Bescheidenheit und Achtsamkeit im Umgang mit der Natur und unseren Lebensgrundlagen sollten inzwischen eine Selbstverständlichkeit für jeden intelligenten Menschen sein.  Unsere Erde steht vor dem Kollaps , zu viel Konsum, zuviel Egoismus des Einzelnen, zuviel Machstreben der Mächtigen dieses Planeten.
Bescheidenheit, als ein wichtiges Charaktermerkmal eines  normalen Menschen - ein unmodern gewordenes Lebensgefühl, wird vom kleinen Gärtner sehr gut vermittelt.
Ob das etwas mit Weisheit zu tun hat kann ich nicht beurteilen. 
Ich kann nur hoffen, dass ganz junge Menschen von dieser Geschichte erreicht und berührt werden, denn das Thema ist einfach brisant.

Meine Bewertung: ** Zwei Sterne für diese kleine nette Geschichte.

Danke für die Bereitstellung des hübschen , gebundenen Rezensionsexemplar.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Das Meer so nah

Fiona Blum
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 23.04.2018
ISBN 9783442314782
Genre: Romane

Rezension:


Rezension

Inhalt: Lucy Skye Harper aus Manchester wurde von ihrem Job als Mathematiklehrerin für einige Zeit suspendiert.  Die Mutter der 18jährigen Chloé hat die Nerven verloren und einen Schuh nach einem Schüler geschmissen. Bisher lief ihr Leben in geraden Bahnen, doch es sollte noch schlimmer kommen für sie. Ein Anruf aus Irland geht ein. Ihr Vater möchte sie vor seinem Ende noch einmal sehen. Lucy ist geschockt von dieser neuen Nachricht. Ihre Eltern geben ihr auch keine Auskunft über ihren neuen Familienstatus als Tochter eines Iren und glauben an eine Verwechslung oder Versehen.  Kurzerhand macht sie sich auf den Weg und fliegt nach Irland um diese Geschichte aufzudecken,,,,

Meine Meinung:

Ich habe an einem wunderbaren Roadtrip durch Irland teilgenommen. Ein wahnsinniges Erlebnis für mich.  Da ich die Insel real sehr gut kenne, war ich gespannt was mir Fiona Blum da zeigt. Und siehe da , es war ausserordentlich grossartig und ein faszinierendes  Leseerlebis. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm und leicht zu erlesen, ihre sehr guten  Recherchekentnisse haben meine eigenen Erfahrungen als Reisende in diesem Land bestätigt. Für Irlandliebhaber ist diese Lektüre ein *Muss* zum Einstimmen auf die Atmosphäre im Land , das Klima, die freundlichen Iren , die grandiosen Landschaften. Sympathische Menschen lernt Hauptprotagonistin Lucy kennen. Es sind meist alles Freunde ihres Vaters George Miller. Aber ist er tatsächlich ihr Vater? Und diese Freunde , sind es nicht komische Freaks? Am Anfang scheint es so, aber die Autorin führt den Leser sanft in die unterschiedlichen Lebensgeschichten der Freunde um George Miller ein.  Und Lucy lernt endlich einmal vom geraden Weg ihres Lebens abzuweichen und macht erstaunliche Erfahrungen mit anderen Menschen, aber vor allem für sich selber,,,,,

Das gebundene Buch,  versehen mit einem hellgrünen ( grün ist die Farbe Irlands und meiner Blogseite) Einband und einer kleinen Karte des Landes  zur Orientierung plus einem Glossar der mitspielenden Freunde hat mich sehr erfreut und ich habe die Lesezeit genossen.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Goldmann Verlag für das schöne Rezensionsexemplar!

Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE für diese unterhaltende und wundervolle Reise in mein Sehnsuchtsland. 


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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Der Mut zur Freiheit

Katja Maybach
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2018
ISBN 9783426520086
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung:


Dieses Buch hat mich über den heutigen Tag begleitet und ich mochte es gar nicht aus der Hand legen. Die Autorin schildert fesselnd eine vergangene Zeit der Geschichte und zwar die Franco Diktatur Ende der 1940 er Jahre.  Sie hat diese komplizierte und gefährliche Zeit geschickt und faszinierend mit dem Schicksal drei starker Frauen verknüpft. Ihr Schreibstil  ist unkompliziert , flüssig und angenehm zu lesen. Ich konnte durch das Buch fliegen und alles wunderbar aufsaugen und miterleben. 


Diese  Zeit der Diktatur  in der realen Geschichte ist ja längst vergangen - aber nicht vergessen! Beklemmende Schilderungen von heimlicher Überwachung und Bespitzelung der Bevölkerung, die nicht regimetreu erschien, waren an der Tagesordnung und die Menschen haben sich eingerichtet damit. Diese Atmosphäre hat die Autorin sehr dicht und eindringlich geschildert. Alleinstehende und/oder alleinerziehende Frauen mit einem eigenen Willen und selbstbestimmten Leben waren zu der Zeit unbeliebt, selten und wurden von der Gesellschaft verachtet. Dagegen haben sich diese drei Frauen gestemmt und es fast geschafft, sich einen festen Platz in der Gesellschaft zu erobern. Aber die Liebe hat sie immer wieder in neue Bahnen und tragische Abenteuer geworfen. Das war aufregend, anregend und sehr fein mitzuerleben durch die bunten Schilderungen der Autorin. Es geht um  leidenschaftlichen Flamenkotanz, lebensgefährliche Stierkämpfe und um das Stadt - und Nachtleben in der funkelnden Metropole Madrid.


Margarita , Anfang des 19. Jahrhundert geboren beginnt in  diesem Frauenreigen, gefolgt von Tochter  Valentina  und deren Tochter Olivia.
Zitat  Seite 55 : " Bartolomé aber kam wieder auf Margarita zu sprechen: " Sie und ihre Tochter haben bewiesen, dass sie tief lieben können, ohne sich irgendwelchen gesellschaftlichen Zwängen zu unterwerfen. Den Mut zur Freiheit zu besitzen und sie offen leben. Das ist sehr bewundernswert." 


 Einige kleine Zweifel und Kritikpunkte möchte ich noch anfügen.  Die Denkweise und Einstellungen  dieser drei Frauen erschienen mir fast zu modern, sie würden viel eher in die heutige Zeit passen und ich bin nicht sicher, ob das mit der damaligen Wirklichkeit tatsächlich in Zusammenhang zu bringen ist. Es war mir  auch nicht bewusst, dass es  damals schon Tierschutzorganisationen gab, aber ich vertraue gern der sorgfältigen Recherche der sympathischen Autorin. 


Meine Bewertung: VIER **** STERNE für dieses tolle Zeitzeugnis.
Herzlichen Dank an die Autorin und den Knaur TB Verlag für die Zusendung des Buches !

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214 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 101 Rezensionen

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Die Charité

Ulrike Schweikert
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.06.2018
ISBN 9783499274510
Genre: Historische Romane

Rezension:

Rezension

Inhalt/Klappentext:

Sternstunden der Medizin
Berlin, 1831. Seit Wochen geht die Angst um, die Cholera könne Deutschland erreichen – und als auf einem Spreekahn ein Schiffer unter grauenvollen Schmerzen stirbt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. In der Charité versuchen Professor Dieffenbach und seine Kollegen fieberhaft, Überträger und Heilmittel auszumachen: ein Wettlauf gegen die Zeit. Während die Ärzte um das Überleben von Tausenden kämpfen, führen drei Frauen ihren ganz persönlichen Kampf: Gräfin Ludovica, gefangen in der Ehe mit einem Hypochonder, findet Trost und Kraft in den Gesprächen mit Arzt Dieffenbach. Hebamme Martha versucht, ihrem Sohn eine bessere Zukunft zu bieten, und verdingt sich im Totenhaus der Charité. Die junge Pflegerin Elisabeth entdeckt die Liebe zur Medizin und - verbotenerweise - zu einem jungen Arzt ...
Die Charité - Geschichten von Leben und Tod, von Hoffnung und Schicksal im wohl berühmtesten Krankenhaus Deutschlands. 

Meine  Meinung: Die Autorin hat dem Leser  mit diesem  grandiosen Buch ein wertvolles Stück Medizingeschichte,  aufbereitet für den Laien,  mit fiktionalen, warmherzigen und sehr sorgfältig ausgestatteten Charakteren geschenkt. Ihr Schreibstil lässt sich angenehm  und flüssig lesen. Er hätte vielleicht in der Wortwahl und Ausdrucksweise der damaligen Zeit etwas mehr angepasst werden können, aber das ist kein wirklicher Kritikpunkt am Buch.  Die Autorin hat reale  Persönlichkeiten , wie die des Dr. Dieffenbach gekonnt mit erzählerischer Bravour in diesen Roman eingebunden. Wir erfahren sehr viel über die damaligen Organisationsstrukturen einer Klinik und die mangelnde ärztliche Versorgung der Bevölkerung. Die sehr gute, historische Recherche der Autorin wird perfekt zum Leser transportiert und ist absolut glaubwürdig. 

Die Liebe, aufgezeigt zwischen Arzt und Fachpersonal spielt eine tragende Rolle in diesem ca. fünfhundert Seiten langem Roman und sorgt für viele Probleme.  
Elisabeth, eine junge Wärterin ( so wurden die Hilfskräfte in den Kliniken  damals  genannt) beginnt eine Ausbildung in der Charité und erobert durch ihre  Freundlichkeit , Fleiss und Fachwissen die Anerkennung der Patienten, Ärzte und auch die Sympathie des Lesers. 
Auch Gräfin Ludovica und Dr. Dieffenbach  beeindrucken durch ihre heimliche Zuneigung  füreinander ,   die auch von seiner Seite aus besteht, obwohl er glücklich verheiratet ist.  Die Hebamme Martha , die aus Menschlichkeit eine tragische Situation klärt, hat mich mit ihrer Verhaltensweise und Entscheidungen fast zu Tränen gerührt. 

Einen Kritikpunkt möchte ich allerdings anbringen. Die vielen detailreichen, blutigen und grässlichen  Beschreibungen von  schwierigen  Operationen hätten  für mich nicht so ausführlich und oft sein müssen. Man muss bedenken, es gab keine Narkosen, keine wirkliche Schmerzlinderung und Patienten wurden bei Bewusstsein mit roher Gewalt festgehalten und operiert.  Syphillis Patienten wurden  kurzerhand  mit Quecksilber behandelt , man kann sagen eher vergiftet. Tragische Schicksalsbeschreibungen werden dem Leser zugemutet. Aber die Wirklichkeit war  damals so. Kliniken stanken nach Blut. Eiter und allen menschlichen Ausscheidungen.
Von gepeinigten Schmerzensschreien, die  von überall ans Ohr drangen, begleitet.  Hygiene wurde  aus Unwissenheit , oft auch Faulheit nicht so ernst genommen und der Aufbau von Krankenpflegeschulen befand sich erst in seinem Anfang.
Ich musste beim Lesen oft an meinen Grossvater denken, der noch von den tragischen Cholerafällen durch   die  Erzählungen seiner Grosseltern von  dieser Zeit wusste und das mit einem  makabren Lied oft vortrug: " Juppheidi, juppheida - Schnaps ist gut gegen die Cholera"!

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn  der Roman einen kleinen Grusel -  und Ekelfaktor enthält, der nicht  jedermanns Sache ist. 

Meine Bewertung : VIER **** Sterne für diesen wertvollen und informativen Roman.

Danke an die Autorin und  den Rowohlt Verlang für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Zwei alte Frauen

Velma Wallis , Ursula Illert , Christel Dormagen
Audio CD
Erschienen bei steinbach sprechende bücher, 01.03.2009
ISBN 9783886988259
Genre: Romane

Rezension:


Meine Meinung: Gebannt habe ich heute diese beeindruckende Erzählung als Hörbuch in ungekürzter Form verfolgt. Die Sprecherin Ursula Illert hat mich mit ihrer angenehmen,  ruhigen Stimme und Sprechweise in das kalte und unwirtliche Alaska entführt. Das Überleben der beiden Frauen zeigt  Stärken, die Menschen, auch  Frauen im Kampf um Leben oder Tod entwickeln können. Diese Geschichte basiert auf den mündlichen Überlieferungen der Athabasken, die Velma Wallis von ihrer Mutter erzählt bekam. Die dort lebenden unterschiedlichen  Nomadenstämme sind erst ca. 1900 sesshaft geworden und so ist in der Erzählung sicher viel Authenzität verborgen.  Die Erzählung transportiert unser aller Hoffnung  auf Menschlichkeit, Mitgefühl und Verzeihen mit unserem Nächsten, sowie diese Eigenschaften auch in Extrem-Situationen zu bewahren und zu hüten.Dieses Anliegen ist der Autorin voll und ganz gelungen!

Ein grossartiges Werk, welches von mir FÜNF ***** Sterne bekommt !!


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88 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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The Big Five for Life

John Strelecky , Bettina Lemke , Bettina Lemke
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.02.2009
ISBN 9783423345286
Genre: Sachbücher

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81 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

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Revolution im Herzen

Claudia Beinert , Nadja Beinert
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426654330
Genre: Historische Romane

Rezension:


Rezension

INHALT/Klappentext:
Die heimliche Liebe des Karl Marx
Der historische Roman zum 200. Geburtstag von Karl Marx von den Autorinnen Claudia und Nadja Beinert und gleichzeitig eine große Liebesgeschichte.
In Zeiten todbringender Armut und Ausbeutung muss sich Lenchen Demuth schon früh als Dienstmädchen verdingen. Im Haushalt der Familie Marx wird sie der jungen Ehefrau Jenny zur engen Freundin – und bald auch Vertraute des großen Philosophen Karl Marx. Fasziniert verfolgt sie seine Studien und erkennt bald, dass diese auch mit ihrem eigenen Leben zu tun haben.
Doch dann verliebt sich Lenchen rettungslos in Karl Marx.. Als sie ein Kind erwartet, steht nicht nur ihre Freundschaft mit Jenny, sondern auch das Werk von Marx und Engels auf dem Spiel.
Mit tiefer historischer Kenntnis verweben die Beinert-Schwestern Fakten und Fiktion zu einem einfühlsamen Roman um eine geheime große Liebe.
MEINE MEINUNG: 
Dieses grossartige  Buch wurde für mich zum aktuellen Herzensbuch und hat mich tief beeindruckt.  Ein grossartig geschriebener historischer Roman, eine gekonnte Verknüpfung aus wahrer Geschichte und belebender Fiktion, belegt durch die  fabelhafte und sehr sorgfältige Recherche der beiden  jungen Autorinnen und ihren absolut fesselnden Schreibstil, der dieses geheime Liebes-Thema der Geschichte so eindringlich und fein schildert.  Karl Marx ist natürlich jedem Leser als Autor des Buches *Das Kapital* bekannt und ich hatte  bislang wenig Beziehung zu seinem berühmten Werk und seiner Persönlichkeit. Das hat sich nun deutlich verändert. Die Ich-Erzählerin  Helene Demuth aus Trier, liebevoll mit dem Kosenamen Lenchen genannt, erzählt vom jahrelangen Alltag ihres Lebens in Trier, London und Brüssel als Haus - und Kindermädchen bei der Familie von Jenny und Karl Marx. Das Geschehen im 19. Jahrhundert und die Umwandlung in eine Industriegesellschaft mit all ihren negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt bringt Lenchen ungeschminkt und ehrlich in diese Lektüre ein. Mit Warmherzigkeit und Klugheit ausgestattet , haben die beiden Autorinnen diese tapfere, fleissige und treue Seele von einer Haushaltshilfe wieder zum Leben auferweckt. Helene Demuth hatte eine schwere und entbehrungsreiche Kindheit, ging in ganz jungen Jahren fort in eine Dienststellung in den  Haushalt einer adeligen Familie. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse haben  mich sehr an die Erzählungen meiner Grossmutter erinnert. Auch in ihren jungen Jahren um die Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert war dieses noch eine übliche Arbeit für junge Mädchen und/oder Frauen. Dieser fast fünfhundert Seiten lange Roman war auf keiner Seite langweilig, ermüdend oder mit historischen Fakten überfrachtet, sondern aus sehr menschlicher und gütiger Sichtweise geschrieben. Die Liebe, Treue und Freundschaft zur Familie, gerade auch zu Jenny, Karl und den Kindern in armen und schwierigen Zeiten , die sie mit der Familie verbracht hat, wird dem Leser bildhaft nah gebracht, so dass ich sehr berührt und ergriffen war. Sie hat Karl Marx sogar bis zum Sterbebett begleitet am Ende seines Lebens laut Info im Nachwort. Die abschliessenden erklärenden Worte der Autorinnen empfand ich als sehr interessant  und haben noch einmal mein Hintergrundwissen bereichert. Das angehängte Glossar und die Bibliografische Hinweise vermittelten zusätzlich einen abschliessenden, sehr guten  Überblick. 
Zitat aus dem Nachwort  Seite 451:
 " Das neunzehnte Jahrhundert ist der Beginn unserer modernen Zeit - die Zeit des Durchbruchs der Industrialisierung in Deutschland, was vor allem Massenfertigungen, Globalisierung und unwürdige Arbeitsbedingungen bedeutete. Dampf, Stahl und Elektrizität zogen in den (Arbeits-)Alltag der Menschen ein und veränderten ihr Leben tiefgreifend und mit ähnlicher Wucht, wie dies heute Digitalisierung,Automatisierung und künstliche Intelligenz tun."

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch  über einen berühmten Revolutionär und sein Werk.

Danke an die Autorinnen und den  Droemer Verlag für das schön gebundene Rezensionsexemplar!
 

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Das brennende Mädchen

Claire Messud
E-Buch Text
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 14.08.2018
ISBN 9783455003949
Genre: Romane

Rezension:

Rezension

INHALT und KLAPPENTEXT:
Die besonnene Julia und die draufgängerische Cassie wachsen zusammen in einer Kleinstadt in Massachusetts auf und sind unzertrennlich. Doch eines Sommers zerbricht ihre Freundschaft schleichend, aber für immer. Was ist passiert? Claire Messud erzählt davon, warum der Verlust der ersten großen Freundschaft uns so sehr prägt, und stellt zugleich die großen Fragen: Wie gut können wir einander jemals kennen? Wie wahr sind die Geschichten, mit denen wir uns unser Leben und unsere Beziehungen zu erklären versuchen?

MEINE MEINUNG: Gebannt habe ich den Verlauf des Romanes und die Entwicklung der Freundschaft von Julia und Cassie verfolgt. Beide Kinder, sie sind zu Beginn des Buches zwölf Jahre alt, wachsen unzertrennlich und liebevoll zueinander, fast wie Zwillinge, auf. Sie erkunden zusammen geheimnisvolle Welten wie verfallene Häuser, alte Steinbrüche, bauen sich eine eigene Fantasiewelt dort auf und schirmen ihre Welt gegenüber den Erwachsenen ab. Sie sind beste Freundinnen der Welt und glauben es für immer zu bleiben. Und doch zeigen sich dem Leser zu Beginn schon immer wieder kleine Zweifel an dieser Aussage, die Claire Messud geschickt und unterschwellig vermittelt. Man hofft von Herzen, dass es anders ausgehen möge, weiss aber ahnungsvoll um die Aussichtslosigkeit dieses Wunsches.  Die Freundinnen spüren auch diese bestimmte leise Angst, die immer stärker wird und sich in den Vordergrund  ihrer Gedanken drängt. Es ist die Angst vor dem Erwachsenwerden, das Aufkeimen von Zweifeln an der Freundin und ihrer Zuneigung, die immer näher kommende, unbekannte und bedrohlich erscheinende Erwachsenenwelt. Die Zukunft scheint nebulös und drohend vor ihnen zu liegen. Sie verstehen plötzlich die Welt, sich selber und die Freundin nicht mehr!  

Die Autorin lässt Julia diese Geschichte im Rückblick aus ihrer  Perspektive erzählen.  Beide Mädchen stammen aus Elternhäusern, die recht unterschiedlich sind. Cassie wächst vaterlos  mit einer Mutter auf , die das kleine Mädchen zwar über alles liebt, aber recht verloren, einfach und rätselhaft in ihrer Charakter-Beschreibung durch die Autorin wirkt.  Julia dagegen bekommt alles! Zuwendung, Liebe und Bildung aus ihrem Elternhaus.  Sie entwickelt sich weiter, entdeckt das Theaterspiel für sich und der Kontakt zu Cassie's Welt, der plötzlich nur noch  aus Musik, Party und ersten Jungenbekanntschaften besteht, wird immer schwächer. 
Und  doch halten beide Mädchen krampfhaft am Mythos der grossen Freundschaft fest, obwohl sie das Auseinanderdriften deutlich spüren.  
Diese Entwicklung versucht die Autorin mit ihrem sanften und einfühlendem Schreibstil dem Leser nahe zu bringen. Es gelingt ihr  fast perfekt, durch Andeutungen, Gedankensplittern, aber eben nur aus  Julies Sicht der Dinge als fast erwachsene junge Frau. Der Leser beobachtet Cassie aus der Ferne, zieht daraus  Schlüsse für sich, aber immer nur fundierend aus Julies Gedankenwelt.  Auch der Titel passt in meinen Augen gut zum Roman, er erschreckt zwar beim ersten Wahrnehmen, aber er trifft zu. 
Eine brennende , klaffende innere Wunde trennt die ehemaligen Freundinnen auf immer und jeder von uns hat vielleicht schon einmal den Schmerz einer verlorenen Freundschaft empfunden und kann diese Aussage nachfühlen. 
Genau das vermittelt Claire Messud einfühlsam, machmal zwar etwas langatmig im Schreibstil und fast unlustig in traurigen Szenarien. 
Das ist kein vergnügtes und amüsantes Buch, eher etwas nachdenklich machend, aber absolut lesenswert. 

Meine Bewertung: VIER **** Sterne für diesen grossartigen Roman über den Verlust der Kindheit mit einer absoluten Liebe zum Mitmenschen, mit teilweise fesselnden  Einblicken in das Abhandenkommen dieser Fähigkeit. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 

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100 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

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Die Frauen am Fluss

Katherine Webb , Babette Schröder
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.05.2018
ISBN 9783453292079
Genre: Historische Romane

Rezension:

Rezension

INHALT:  Dieser typisch englische Frauenroman, versehen mit einer kleinen Prise Krimi und Geheimnis, entführt den Leser in das Jahr 1922 in das kleine Dörfchen Slaughterford, gelegen im ländlichen District Wiltshire. Die Dorfbevölkerung beobachtet die Heirat des grössten Gutsherren der Gegend Alistair Hadleigh mit der schüchternen Irene aus London mit äusserstem Argwohn. Alistair’s Tante und Ziehmutter Nancy, die auch auf dem Anwesen lebt, heisst sie auch nicht willkommen und begegnet ihr mit Kälte, ungerechter Kritik und Eifersucht.
Die sich sehr einsam fühlende Irene lebt sich schwer in die Dorf- und Naturidylle ein und gewinnt aber mit dem resoluten Stallmädchen Pudding Cartwright eine treue Freundin. Als Irene’s Mann Alistair brutal ermordet wird, machen sich die beiden ungleichen Gefährtinnen auf die Suche nach den geheimnisvollen Hintergründen dieser schrecklichen Tat,,,,,

MEINE MEINUNG: Dieses ist nicht mein erster Roman der bekannten Autorin und doch hatte ich das Gefühl, dass Katherine Webb sich eine etwas andere Schreibweise zugelegt hat. Die Idyllischen, sehr schönen Naturbeschreibungen bringt sie wie immer gekonnt und sehr bildhaft  zum Leser und begeistert auch mit vielen liebevollen Szenen des damaligen dörflichen Lebens und seiner Menschen.
Nur mit den beiden Hauptprotagonistinnen Irene und Pudding bin ich erst ab der Mitte des Buches  warm geworden. Irenes Charakter erscheint zu Beginn des Romans sehr blass, unverständlich und abweisend. Man mag sie einfach nicht sofort. Mit Pudding und ihrer Familie kommt man nach einiger Zeit besser klar. Dieser merkwürdige Spitzname wurde dem  stämmigen Stallmädchen als Kind gegeben, da sie gerne Süsses mochte . Ich finde diese Namenwahl von der Autorin nicht sehr geschickt. Das laufende Lesen dieses Spitznamen hat mich oft genervt.  Auch die Entwicklung der ungewöhnlichen  Freundschaft  dieser beiden Frauen wurde für mich nicht klar herausgearbeitet. Sie stammen ja beide aus völlig unterschiedlichen Gesellschaftsklassen und im damaligen Grossbritannien wurde sehr viel Wert auf eine Abgrenzung zur einfachen, dörflichen Bevölkerung gelegt. 

Ich wurde dieses mal beim Lesen einfach nicht genügend mit in die Geschichte hineingeführt, wie  sonst gewohnt von der Autorin aus ihren anderen Büchern.  Auch die Auflösung des Romans  fand ich nicht gelungen. Das ist ein wenig schade, hat aber meinem Lesevergnügen bei dieser leichten Geschichte kaum geschadet. Diese Lektüre passt perfekt zur aktuellen heissen Sommerzeit und man kann sie nebenher an einem kühlen Plätzchen ohne grosse Konzentration geniessen. 

Meine Bewertung für dieses noch gute Buch im Genre *Leichte Frauenlektüre*: 
DREI *** STERNE. 

Herzlichen Dank an den Diana Verlag und das Bloggerportal für das schön und ansprechend illustrierte, gebundene Buch - und Rezensionsexemplar! 



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Das Leuchten des Meeres

Liz Fenwick , Kristina Lake-Zapp
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.06.2018
ISBN 9783442487578
Genre: Liebesromane

Rezension:

INHALT: Wir befinden uns an der Küste Cornwall's während des 2. Weltkrieges auf dem Anwesen Windward der Familie Seaton. Die beiden Töchter Adele und Amelie beginnen ihren Dienst in der Women's Royal Naval Service, kurz WRENS genannt. Adele lässt sich als Telegraphistin ausbilden, verlässt Schwester und Familie. Amelie wird Fahrerin, wohnt weiterhin bei Mutter und Grossmutter auf Windward an der Küste.
Die Zwillinge Adele und Amelie haben ein sehr inniges und liebevolles Verhältnis zueinander und trennen sich ungern.  Die Geschwister geraten in die Wirren des Krieges und machen  tragische Erfahrungen, die ihr Leben in unerwartete Komplikationen wirft....

Gleichzeitig erlesen wir die Geschichte einer Familie aus Cape Code/ Massachusetts in Vergangenheit und Gegenwart. Die junge LARA sucht in Cornwall nach  den Familien-Wurzeln ihrer Vorfahren , die nach dem Ende des Weltkrieges von dort ausgewandert sind.   

ZITAT Seite 530: " Zeit und Gezeiten warten auf niemanden."
Chaucer, The Clerk's Tale



MEINE MEINUNG: Auf  fast sechshundert Seiten entführt uns die Autorin in einen aufregenden und romantischen Sommerroman , der mir beste Unterhaltung gegeben hat. Die Geschichte spielt im wunderschönen Cornwall und die Autorin vermittelt Küsten- und Meeratmosphäre in traumhaft schönen Bildern. Wäre da nicht der 2. Weltkrieg, indem dieser Landstrich eine bittere Erfahrung machen musste, die auf Tatsachen beruht. Während einer gemeinsamen Übung  für die geplante gemeinsame Invasion Europas von US-Amerikanern und Engländern greifen deutsche Truppen an und die Alliierten befeuern sich und ihre Schiffe  gegenseitig mit vielen Toten und Verletzten in den eigenen Reihen. Dieses schreckliche Ereignis prägt Adele in ihrer Ausbildung und öffnet ihr die Augen für die Wichtigkeit ihres Einsatzes. Die Angst der Armeeangehörigen und der Bevölkerung werden packend geschildert, sowie die verzweifelte Suche der jungen Menschen nach LIEBE und GLÜCK vor dem eventuell bevorstehendem baldigem Tod.  Eine grosse LIEBE erleben auch Adele und ihre Schwester.... 
Die Autorin hat über diese Zeit mit noch lebenden Zeitzeugen sehr sorgfältig recherchiert und die Idee zu dieser Geschichte von eigenen Familienangehörigen  und ihren authentischen Erzählungen übernommen. 
Ich habe das Buch mit Begeisterung und innerer Spannung aufgesogen , als Zeit- und Familiengeschichte verstanden, verpackt in einem fiktiven, dramatischen Liebesroman.

Meine Bewertung:  FÜNF ***** STERNE.
Herzlichen Dank an die Autorin und den Goldmann Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar

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Die Worte, die das Leben schreibt

Adelia Saunders , Jörn Ingwersen
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 16.04.2018
ISBN 9783336547937
Genre: Romane

Rezension:


Rezension

INHALT:  Wir begegnen drei Hauptprotagonisten in diesem Buch, die sich teilweise in Paris, London und Vilnius aufhalten und dem Leser ihre Lebens- und Familiengeschichte vermitteln. 
Die junge Magdalena aus Litauen besitzt eine ungewöhnliche, magische  Gabe , die sie als Kind sehr verunsichert hat und sie zu einer scheuen jungen Frau hat heranwachsen lassen. Sie kann auf der Haut ihrer Mitmenschen deren Schicksal und Erlebnisse erlesen, wie in einem Buch. 
Neil, ein junger Student wird dem Leser nahegebracht. Er hat Geschichte studiert und ein kompliziertes Verhältnis zu seinem Vater Richard aufgebaut.  
Und wir treffen Richard, der auf den Spuren seiner verstorbenen Mutter, einer bekannten Autorin, wandelt und darüber grübelt, ob ihn seine Mutter geliebt hat und welches ihre Beweggründe waren, ihn als Baby fortzugeben.
Alle drei Protagonisten erzählen kapitelweise  aus ihrem Leben und ihre Geschichten finden auf einem ungewöhnlichen ? Weg zueinander,,,,, oder eben auch nicht. 

MEINE MEINUNG: Als erstes hatte mich sofort das wunderschöne Cover angesprochen und in mir den Wunsch geweckt, diesem vielversprechendem Titel zu folgen. Magische Erlebnisse versprach ich mir durch die mystische Gabe von Magdalena von der Haut anderer Menschen ihr Schicksal deuten zu können. Leider stand diese Mystik überhaupt nicht im Vordergrund der ganzen Geschichte, obwohl plötzlich Magdalena’s Name auf Neil’s Wange auftaucht. Ich habe sehr lange gebraucht um überhaupt in die Roman hineinzukommen und konnte mir lange durch die laufend wechselnde Schreibweise der Autorin, die durch Zeiten, Erlebnisse und Orte irrt, gar keinen Reim machen. Manchmal las ich zwar recht schöne,  poetische Sätze in einem ansprechenden Geschehen, welches aber sofort wieder verlassen wurde. Es ging für mich einfach nur durcheinander, hin und her und ich hab teilweise meine eigene Orientierung und den berühmten roten Faden verloren beim Lesen. Das hat mich echt erschüttert und ich fing an, an mir und meinem Verstand zu zweifeln . Vielleicht war die Schreibweise zu klug und anspruchsvoll  für mich? Je mehr ich im Buch vorankam, desto grösser wurde leider meine Enttäuschung und Verwirrung. Auch eine echte Bindung zu den Protagonisten wie Richard (Neil’s Vater) habe ich vermisst und konnte sie nicht aufbauen. Er war mir als Person einfach unsympathisch und hat  für mich unverständlich gehandelt und vor allem gedacht. Seine Besessenheit von den roten Schuhen, die seine Mutter angeblich getragen hat, empfand ich als merkwürdig und abstoßend.
 Auch war die Charakterdarstellung von Neil blass und schwach, nur Magdalena und die Erlebnisse mit ihrer  Freundin Lina konnten mich beim Lesen etwas aufheitern. Magdalena beruhigte mich etwas mit ihren Gedankengängen und Überlegungen,  aber eine echte Sympathieträgerin war auch sie nicht durch ihre Unhöflichkeit und ihr Misstrauen gegenüber ihren Mitmenschen. Eine gute und ehrliche  Familiengeschichte über das Gefühl einer Zusammengehörigkeit oder auch Ablehnung zueinander konnte ich nicht wirklich erkennen. 

Letztendlich habe ich mich durch  das Buch gequält und es dann erleichtert in mein Regal zu den anderen tollen Bänden vom Wunderraum-Verlag gestellt. Das tut mir sehr leid für junge Autorin und den Verlag , aber zum Glück haben andere Leser einen besseren und anderen Leseeindruck bekommen und das auch in ihren Rezensionen klar dargestellt.
Macht Euch bitte ein eigenes Bild von diesem Buch, wenn es Euch interessiert. 

Leider nur ZWEI ** Sterne für ein Buch, welches mir gar nicht gefallen hat. 

Danke an die Autorin und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Kranichland

Anja Baumheier
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 13.03.2018
ISBN 9783805200219
Genre: Romane

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