Angie*s Bibliothek

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

frankreich, macht, mord, umweltskandal, geld

Die Treibjagd

Antonin Varenne , Susanne Röckel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.06.2017
ISBN 9783328101567
Genre: Krimi und Thriller

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20 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

www.die-rezensentin.de, kinkel

Grimms Morde

Tanja Kinkel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.10.2017
ISBN 9783426281017
Genre: Historische Romane

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(30)

70 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

roman, leben, poesie, bücherliebe, liebe

Ich treffe dich zwischen den Zeilen

Stephanie Butland , Maria Hochsieder-Belschner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.10.2017
ISBN 9783426520758
Genre: Liebesromane

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Kind ohne Namen

Christoph Poschenrieder
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 27.09.2017
ISBN 9783257070002
Genre: Romane

Rezension:




INHALT: Xenia kehrt dem Stadtleben den Rücken und zieht wieder nach Hause zu ihrer Mutter in ein kleines, abgelegenes, etwas hinterwäldlerisch anmutendes Dorf. Die junge Frau ist schwanger, behält das aber für sich. Es gibt in diesem Ort  kein Internet und der Handy-Empfang begrenzt sich auf einen Hügel mitten im Wald. Als der Ort ein Dutzend fremder Migranten aufnehmen muss, gerät die Bevölkerung in Unruhe. Nur Xenia’s Mutter empfängt die Flüchtlinge mit Wohlwollen und Freundlichkeit, sorgt mit Umsicht für die äusseren Umstände. Der heimliche Herrscher des Dorfes, der Burgherr im grünen Gewand, mit wippender Hahnenfeder am Hut, verfolgt allerdings eigene Pläne mit der Ankunft der Leute und richtet Gebäude her.  Er ist auch Mittelpunkt und  Anführer einer sogenannten Wehrsportgruppe, der auch Xenia’s Bruder Joseph angehört. Die Beziehung des Burgberg zu Xenia’s Mutter und den Kindern ist recht eng. Er muss täglich einen Durchgang durch die Scheune der Familie zu seiner Burg benutzen. Xenia hat diesen Weg auch oft benutzt, da sie sich aus der Bibliothek des Burgherrn Bücher ausleihen durfte.
MEINE MEINUNG: Dieses Buch ist eine kleine  Metapher und lehnt sich sehr an die Ereignisse in der  Novelle von Jeremias Gotthelf aus dem Jahr 1842 an. Ich hatte mich schon beim Lesen über die verschiedenen Geschehnisse und Ereignisse gewundert, die so gar nicht in unsere moderne Welt passen - und die  sich dann doch wieder in der Gegenwart  spiegeln und unser heutiges Land erkennen lassen.Der Schreibstil des Autoren ist total anregend, flapsig, witzig, eher frech und er nimmt kein Blatt vor den Mund. Ich habe mich nie gelangweilt und oft  meine/unsere lieben Mitmenschen mit all ihren Vorlieben,  Liebenswürdigkeiten, kleinen Fehlern, ihrem Hochmut und Egoismus wiedererkannt. Davon möchte ich mich auch nicht ausschliessen. Das Buch und seine Menschen, die ganze Geschichte wirken fremdartig und doch vertraut auf den Leser. Christoph Poschenrieder hat mit diesem Roman eine sehr eindringliche, aktuelle  Gesellschaftsbeschreibung in Bezug auf das Thema *Flüchtlinge im fremden Land*  auf das Papier gebracht und wer keine Angst vor der Ehrlichkeit seiner Ausführungen hat, wird das geniessen können.
Meine Bewertung : FÜNF ***** STERNE für dieses interessante und ehrliche Buch. 
Herzlichen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für das Leseexemplar!

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Seefahrerin

Catherine Poulain , Bettina Bach , Christiane Kuby
Fester Einband: 456 Seiten
Erschienen bei btb, 25.09.2017
ISBN 9783442757398
Genre: Romane

Rezension:

Catherine Poulain (Autorin)

Catherine Poulain, in Frankreich geboren, hat zehn Jahre auf den Meeren Alaskas verbracht. Zuvor hat sie unter anderem in einer Fischkonservenfabrik in Island, in einer Werft in den USA und als Barkeeperin in Hongkong gearbeitet. Die Seefahrerin ist ihr erster Roman, für den sie 2016 für den Prix Concourt du Premier Roman nominiert und vielfach ausgezeichnet wurde. Heute lebt sie gemeinsam mit ihrem Hund und ihren Schafen als Hirtin in den Weinbergen Südfrankreichs.


INHALT/Klappentext : Lili ist frei. Sie hat ihr Leben hinter sich gelassen. Vor der Westküste Alaskas fährt sie als einzige Frau mit einer Fischfangbesatzung über den Ozean. Sie ist dem eiskaltem Wind des Meers ausgesetzt, spürt das Salz auf der Haut, schuftet, schläft an Deck des Schiffes, geht an ihre Grenzen – und wird Teil der rauen Welt der hartgesottenen Matrosen. Doch einer unter ihnen ist anders als alle anderen: Lili und Jude ziehen sich magisch an, ihre Beziehung ist fast zerstörerisch. Als er sie bittet, mit ihm fortzugehen, muss Lili sich entscheiden zwischen der grenzenlosen Freiheit der Meere und der vielleicht größten Liebe ihres Lebens.


MEINE MEINUNG:

Das ist die Geschichte eines jungen Mädchens mit französischen Wurzeln, welches sich nicht nach üblichen, weiblichen Massstäben und den  Erwartungen der Gesellschaft an sie verhält. Als Leser erfährt man sehr wenig über Lili’s Vergangenheit, nur dass sie alles und jeden verlassen hat, was sie mit ihrem Heimatland Frankreich verbunden hat. Wir begleiten im Buch den Selbstfindungs-Proßess der jungen Lili, die einen unbändigen Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit auslebt und sich mutig und ohne Zögern in der Gefahr des Todes und im Kampf mit den Elementen auf hoher See beim Fischfang aufhält. Ja, sie legt es sogar darauf an, Schmerz und Angst zu empfinden. Nur dadurch fühlt sie sich lebendig und glücklich und es erinnert mich ein wenig an junge Mädchen, die selbstverletzendes Verhalten an sich ausführen. 

Der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich und die Sätze sind sehr aussagekräftig. Nur die fachliche Terminologie der Seeleute und ihres Handwerks auf dem Schiff hat mir manchmal Schwierigkeiten beim Verständnis bereitet. Das Glossar hätte für mich ruhig ausführlicher sein können. 

 Das Buch liest sich atemlos, flüssig, aufregend. Man lebt in Gedanken inmitten dieser Männerwelt, leidet mit der Protagonistin Lilli.  Der Leser freut sich für Lilli über jede kleine Anerkennung, die sie von den Fischern erhält. Ich habe mich oft gefragt, woher dieser obsessive Drang der jungen Lilli nach Kämpfen mit den Elementen Wasser, Wind und rauhen Männer-Charakteren kommt. Dieses Verlangen nach Freiheit, haben wir, damit meine ich Frauen und Männer, dieses alles auch in uns? Ist er verschüttet worden durch unsere Bequemlichkeit im sogenannten *zivilisiertem Leben*? Viele Lesepassagen sind ekelhaft, abstossend, erniedrigend. Das Töten der Kreatur Fisch auf einem Kutter, Boot, wird genauestens beschrieben. Diese Szenen haben sich leider eindrucksvoll in meinem Kopf festgesetzt. Das ist allerdings der einzige Punkt, auf den ich gern beim Lesen verzichtet hätte.Das lässt sich aber nun nicht mehr ändern oder verdrängen. Das Buch ist keine Lektüre für zartbesaitete Menschen, sondern eher handfeste Realität zwischen Meer, Reedern, Profit und dem Überlebenskampf von Fischern mit ihren massiven Alkoholproblemen. Ich glaube, dass dieses Buch  einige autobiografische Züge der Autorin ganz offen zeigt und sie mit dem Schreiben einen wichtigen Teil ihres Lebens verarbeitet hat. Das ist allerdings eine ganz persönliche Vermutung von mir und stützt sich nur auf einige Sätze in der Vita der Autorin und mein Bauchgefühl. 

Die leise Liebesgeschichte zwischen Jude und Lilli schiebt sich nur zögerlich in den Kopf, nimmt dann aber im zweiten Teil des Buches mit dem Titel * Der Grosse Seemann* Fahrt auf. Der erste Abschnitt des Buches nennt sich * Das Herz Des Heilbutts* und  diese Fischherzen spielen eine winzige Neben-Rolle im Buch, die bei mir kleine, unkontrollierbare Gefühle des Erschreckens ausgelöst haben. 


Zitat Seite 269: „Ich bin nicht so eine, die den Männern hinterherrennt,will ich damit sagen, Männer sind mir scheissegal, aber meine Freiheit brauche ich, sonst haue ich ab. Ich haue sowieso ab. Ich kann es nicht ändern. Es macht mich ganz wahnsinnig , wenn man mich zwingt, irgendwo zu bleiben, in einem Bett, einem Haus, dann werde ich zu einem schlechten Menschen. Unerträglich. Ein Heimchen am Herd zu sein ist nichts für mich. Ich will, dass man mich ziehen lässt.“


Meine Bewertung: Ein interessantes, grossartiges Buch, dem ich unbedingt FÜNF ***** STERNE geben möchte. 





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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

I'll push you

Patrick Gray , Justin Skeesuck
Fester Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Benevento, 24.08.2017
ISBN 9783710900280
Genre: Sachbücher

Rezension:


Rezension



INHALT: Justin Skeesuck und Patrick Gray sind seit Kindertagen allerbeste Freunde und haben auch nach Studium , Ausbildung, Familiengründung und räumlicher Distanz ihrer jeweiligen Lebensmitte nie den Kontakt zueinander verloren. Ihre Freundschaft hat unerschütterlich allen Stürmen des Lebens standgehalten und als Justin von einer schweren, unbekannten Krankheit getroffen wird, gelähmt im Rollstuhl sitzt , auf jede Art von Hilfe angewiesen ist, wird die enge Verbundenheit der beiden Freunde, ihrer Familien und Kinder zueinander nur noch fester, intensiver und sehr liebevoll.  Justin möchte trotz seiner Behinderung als Pilgerer den Jakobsweg in Spanien erleben und sein Freund Patrick antwortet ganz einfach mit grösster Selbstverständlichkeit:                                             “Ich schieb Dich“ .
Patrick, Zitat Seite 195: Ich schiebe meinen besten Freund achthundert Kilometer in einem Rollstuhl durch Spanien, treffe überall unter Fremden auf hilfsbereite Menschen und offene Herzen und bin umgeben von Gottes wunderbarer Schöpfung.Sabbat.

MEINE MEINUNG:Diese unglaubliche Geschichte liest sich wie ein Wunder, aber es ist eine wahre Geschichte, kein fiktiver Roman. *Das Unmögliche wird möglich*, so der Ausspruch eines Basken , den die beiden Freunde auf  dem CAMINO DE SANTIAGO, der Reise ihres Lebens treffen. Mit dem Rollstuhl 800 Kilometer diesen Weg über *Stock und Stein* um wahrsten Sinn des Wortes zurückzulegen , begleitet von Freunden und gestützt durch unerwartete Hilfe von fremden Pilgerern muss eine schöne , wunderbare  Erfahrung gewesen sein, die das Innere jedes Menschen in ihren Tiefen erschüttert.  Dieser Tatsachenbericht liest sich unglaublich spannend und abwechslungsreich. Justin und Patrick erzählen jeweils kapitelweise aus ihrer persönlichen Sichtweise  von ihrem Empfinden und Erleben dieser sehr anstrengenden Reise und ihrem früheren Leben. Durch Rückblicke und Erklärungen in ihren Ausführungen lernt man als Leser beide Jungen -  und später die erwachsenen Männer und auch ihre Familien sehr gut kennen - und entwickelt als Leser sehr viel Sympathie für diese aussergewöhnlichen Menschen und ihre  Beziehungen zueinander. Der sehr gute und ansprechende  Schreibstil hat mich in diese besondere Atmosphäre eines Pilgerweges schnell gefangen und eine stimmige Atmosphäre vermittelt. Ich habe mitgelitten bei den körperlichen Schmerzen der Wanderer, gezittert, habe Ängste ausgestanden und sogar beim Lesen Tränen vergossen vor Rührung, Freude und Ergriffenheit. Was suchen Menschen auf einem Pilgerweg und was erwartet sie dort? Dieses Buch hat einige klare Antworten gegeben auf diese Fragen.Sie finden Liebe und Freude am mitmenschlichem Erleben, christliche Tugenden wie Hilfsbereitschaft, Hilfe annehmen lernen in Warmherzigkeit, Verständnis für andere Menschen und ihre Lebensgeschichten und Lebenskrisen, sowie innere Läuterung und das Überdenken ihres eigenen  bisherigen Lebenslaufes.. Christliche und menschliche Eigenschaften werden gelebt und nicht in einem Gebäude, wie in einer Kirche, nur mündlich zelebriert.Diese Wanderung und spirituelle Erfahrung hat alle Teilnehmer,  (auch die Leser mit Sicherheit ), verändert . Patrick überdenkt zum Beispiel sein Verhalten der Familie gegenüber und stellt sich die innere Frage. „ Möchte ich *nur* ein finanzieller und materieller Versorger meiner Lieben sein ? „ Oder möchte ich als liebender Ehemann und Vater das Aufwachsen meiner Kinder mit ethischen Wertvorstellungen begleiten ?“ So hat jeder Teilnehmer dieser Tour sicher ganz persönliche Erfahrungen machen können, denn jeder Mensch geht ja mit einer eigenen Fragestellung seines Lebens  auf diese Odyssee. 
Diese aussergewöhnliche Begebenheit  wurde auch  von einem mitwanderndem  Kamerateam in Bildern festgehalten, die man auf Youtube unter dem Buch-Titel und einer Homepage  (siehe oben der Link) anschauen kann.
Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE für ein grossartiges Buch!

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Das Päckchen

Franz Hohler
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 11.09.2017
ISBN 9783630875590
Genre: Romane

Rezension:

Rezension

INHALT:  Ernst , ein biederer und ruhiger Zürcher Bibliothekar , seit vielen Jahren glücklich verheiratet mit Jaqueline, bekommt einen mysteriösen Telefonanruf von einer alten, halbblinden Frau namens Adele Schaefer. Die alte Dame besteht eigensinnig darauf, dass Ernst sich ein Päckchen  bei ihr zuhause  abholen soll. Ernst ist sehr verwundert, geht aber aus Neugier und einem unerklärlichem Bauch- Gefühl darauf ein und besucht Frau Schaefer, um der Sache auf den Grund zu gehen. Was ist mit diesem Päckchen? Diese Frage lässt Ernst Stricker nicht los und er ermittelt heimlich.  Er findet heraus, dass im Päckchen eine sehr alte Handschrift eines lateinisch-althochdeutschen Wörterbuches liegt. Ernst erkennt es als Fachmann und staunt über ein Exemplar des Abrogans So nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die der Bibliothekar Ernst Stricker nicht mehr aufhalten oder steuern kann,,,,,
MEINE MEINUNG: Schon beim Lesen der ersten Seiten bekomme ich das bekannte Gefühl des Wiedererkennens vom Schreibstil des Autoren Franz Hohler. Sehr flüssig und angenehm zu lesen , bedächtig, ruhig und  unaufgeregt entfaltet der Autor eine spannende Geschichte. Der ruhige Bibliothekar Ernst entwickelt Spürsinn und Methoden , die nur einem Detektiv zustehen sollten.  Der Autor beschreibt wunderbar das Schweizer Alltagsleben in Bern und Zürich. Er nimmt den Leser mit auf interessante Plätze, Strassen und zu vielen bekannten Sehenswürdigkeiten. Als Leser fühlt man sich toll begleitet,  ähnlich wie auf einem Stadtrundgang. 
Plötzlich befinden wir uns im Jahr 772 im Kloster Weltenburg bei Regensburg und treffen dort auf den begabten Schreiber und Mönch Haimo und seine geheime Freundin Maria.  Der Roman wird nun in zwei Zeitebenen und Handlungssträngen spannend immer enger zusammengeführt.   Die Atmosphäre und das Handeln der Klöster und Äbte im Mittelalter werden ausführlich und sehr stimmig beschrieben. Lateinische Worte und Redewendungen werden so geschickt vom Autor eingebaut und erklärt, dass auch Nicht-Lateiner Sinn und Inhalt verstehen können.  Aber auch die Ermittlungen von Ernst gestalten sich als eine überraschenden Folge von Aktivitäten, nach der alten Lebensweisheit * Eine Lüge führt unweigerlich zur nächsten Lüge,,,*.  Ein mystisches Ereignis auf einer Bergtour, die Ernst auch wieder heimlich und nur auf sich gestellt ausführt, entgegen seiner Gewohnheit und Überzeugung nie allein auf den Berg zu gehen, bringt neue Erkenntnisse über die Herkunft und den Weg des *Abrogans* über die Jahrhunderte hinweg.  Auch die geruhsame Zweisamkeit des Lebens von Ernst und Jaqueline erfahren eine überraschende Wende durch die Nachforschungen über die Herkunft des geheimnisvollen *Abrogans*,,,,,
Vielen Dank an den Autor Franz Hohler für diesen fesselnden Ausflug in das Mittelalter und die schöne, heutige Schweiz! Danke auch an den Luchterhand Verlag für dieses wertvolle Rezensionsexemplar!
Meine Bewertung: FÜNF *****STERNE für ein grossartiges Buch.

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94 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

schicksal, liebe, krankheit, musik, autorin

Der Herzschlag deiner Worte

Susanna Ernst
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426521236
Genre: Liebesromane

Rezension:

INHALT/Klappentext:


Susanna Ernsts „Der Herzschlag deiner Worte“ ist ein moderner Liebesroman über schicksalhafte Begegnungen, die das Leben verändern. Wie ihre bereits erschienenen Erfolgsromane „So wie die Hoffnung lebt“ und „Deine Seele in mir“ ist auch ihr neuer Roman wieder wunderbar gefühlvoll geschrieben.


Als der junge Musiker Alex vom plötzlichen Tod seines Vaters erfährt, wirft ihn das aus der Bahn. Auf der Beerdigung begegnet er seiner Patentante Jane zum ersten Mal und ist tief beeindruckt von der scheinbar unbekümmerten Lebensfreude der schwer erkrankten und an den Rollstuhl gefesselten Frau. Jane ist es, die Alex plötzlich neue Wege eröffnet. So führt sie ihn geradewegs in die Arme der temperamentvollen Jung-Autorin Maila, in die sich Alex Hals über Kopf verliebt.

Doch warum lässt Maila weder in ihren Geschichten noch im eigenen Leben ein Happy End zu? Und wieso wird Alex das Gefühl nicht los, dass Jane etwas verheimlicht? Und was hat all das mit seinem verstorbenen Vater zu tun?

Erst als sich Alex auf die Spuren alles Unausgesprochenen begibt, gelingt es ihm, zu erkennen, wie die unterschiedlichen Geheimnisse derer, die er liebt, miteinander verwoben sind. Kann er Maila mit diesem Hintergrundwissen davon überzeugen, dass doch noch alles gut wird?


Erfolgsautorin Susanna Ernst widmet sich in ihrem neuen Roman „Der Herzschlag deiner Worte“ wieder den ganz großen Themen – Liebe, Hoffnung, Trauer, Verlust des Vaters, Familie und Freundschaft – und begeistert mit wunderbar authentischen und warmherzig gezeichneten Figuren.


MEINE MEINUNG:

Ein Liebes-Roman, der diesen Namen völlig verdient. Denn liebevoll und voller Leben hat Susanna Ernst die Schilderungen der fünf Hauptcharaktere und einiger Nebencharakterbeschreibungen  mit Gefühl, Lebensweisheit und ganz viel Warmherzigkeit ausgefüllt. Zärtlich und hingebungsvoll entwickelt sich die Liebe von Alex zu Maila. Eine reine, starke Vaterliebe verkörpert die Beziehung von Vince zu Alex und/oder von Alex zu seiner reizenden Tochter Leni, die er total vergöttert. Dieses kleine, drollige rote Lockenköpfchen hat mein Herz sofort erobert. Der flüssige und sehr angenehme Schreibstil der Autorin führt uns zur ernsten Jane und deren Studienfreundin Vivian, die eine Sandkastenliebe von Vince ist.  Auch Cassie und Ned begegnen dem Leser voll authentisch und lebensnah. Ich kann nicht sagen, wie Susanna Ernst es schafft  den Leser in ihre ehrlichen Schicksals-und Lebensgeschichten zu ziehen, welches Zaubermittel sie dem Leser heimlich verabreicht. Auf jeden Fall habe ich lange, lange  keine so beeindruckende Story von  Menschen in einem Roman des Genre *Liebesroman* erlesen. 

Es ist mein zweites Buch von ihr, welches ich genossen habe und es hat mich ähnlich begeistert wie *Deine Seele in mir* von dieser begabten, jungen Autorin, mit  ihrem Herz-erfrischenden Schreibstil und ihren lebensecht und gefühlvoll beschriebenen Protagonisten.


Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für ein grossartiges Buch im Genre *Liebesroman*.


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(150)

238 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 128 Rezensionen

fantasy, horror, palast, expedition, roman

Palast der Finsternis

Stefan Bachmann , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257300550
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Rezension

INHALT: Fünf junge Menschen, Anouk, Lilly, Will , Jules und Hayden, die sich erst am Tag ihrer Abreise am JFK - Flughafen kennenlernen, fliegen nach Frankreich. Sie haben die ungewöhnliche Chance bekommen (anhand ihrer spezifischen Qualifikationen, Anouk zum Beispiel ist kunstbegeistert), an einem mysteriösen, archäologischem Forschungsprojekt teilzunehmen. Sie treffen dort Prof. Thibault Dorf, Kontaktperson und Organisator dieses aufregenden Vorhabens: Die französische Adelsfamilie Bessancourt hat vor zweihundert Jahren unter ihrem Anwesen einen geheimen Flucht- und Rückzugsort  erbaut. Dieser geheimnisvolle Palast wurde erst vor kurzer Zeit entdeckt und soll nun näher erforscht werden. Die fünf Jugendlichen, mit der verschlossenen Hauptprotagonistin und Erzählerin Anouk, lernen bei diesen Nachforschungen viel Neues über sich selber und ihre gegenseitigen Beziehungen zueinander ,,,,,, 

MEINE MEINUNG:  Dieses Buch hat mich von Beginn an gefesselt und ich habe diese Geschichte, die eine absolut gekonnte Mischung aus den Genren Fantasy, Mystery, Thriller, Horror und Young Adult ist, mit Begeisterung genossen.  Der Autor hat eine so düstere ,skurrile Atmosphäre des unterirdischen Palastes mit so vielen unterschiedlichen Räumen geschaffen, die den Leser förmlich aufsaugen und nicht mehr freigeben . Man fliegt durch die Seiten, besteht gefährliche Situationen in alten, prächtigen, geschichtsträchtigen  Sälen , die mit lebensgefährlichen Fallen versehen sind und die in ihrer heimtückischen  Ausstattung der Phantasie keine Grenzen setzen. Klingen, Messer, giftige Gase, aus verborgenen Verstecken hervorkommende, schnellende Metallpeitschen trachten den jungen Menschen  immer wieder nach dem Leben. Man wird als Leser immer wieder mit den inneren Fragen konfrontiert: Warum, wieso, was passiert gerade weshalb,,, und dann wirft eine plausible Erklärung wieder eine neue Frage auf. Und immer wieder tauchen symbolhafte Bilder ,wie Schmetterlingsflügel mit menschlichen Augenpaaren auf  - und menschliche Personen, die eine unheimliche und ekelhafte Ausstrahlung verströmen wie Gestank, schwärende offene Wunden und Abnormalität.
Der Autor springt kapitelweise in die Geschichte und das Erleben der Aurélie du Bessancourt von vor zweihundert Jahren und streut immer wieder französische Redewendungen und Sätze in diese Kapitel ein. Man versucht  fieberhaft einen Zusammenhang herzustellen, und tatsächlich  - ein Mosaiksteinchen kommt zum anderen. Stefan Bachmann führt geschickt die beiden Handlungsstränge immer enger zusammen,,,,
Meine Bewertung: Absolute Leseempfehlung mit fünf ***** Sternen in den Genren Fantasy, Psychothriller, Young Adult.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

familie, magie, zauber, fluch, tod

Mein dunkles Herz

Jorge Galán , Angelica Ammar
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 14.08.2017
ISBN 9783328101000
Genre: Romane

Rezension:

Rezension

INHALT:  Diese Geschichte spielt in El Salvador und der Autor Jorge Galàn zeigt die für uns fremdartige Atmosphäre dieses Landes, seiner Menschen und seiner Geschichte hervorragend in diesen Roman auf.  
Ein namenloser 90 jähriger Greis wandert ziellos durch die Landschaft,  zeugt in seinen letzten Lebensaugenblicken ein Kind  - und verstirbt.Sein Sohn Vincente wird 1920 geboren und als junger Mann  von Magdalena als Ehemann auserwählt. Sie ist eine besondere Frau und  besitzt eine *Gabe für böse Wünsche*. Dieser schlimme Fluch, anderen Menschen unbewusst und vorschnell Leid durch negative Vorstellungen anzutun , bedrückt sie lebenslang mit einem schlechten Gewissen.Vincente und Magdalena ziehen in einer glücklichen Ehe fünf Kinder gross und Magdalena erzählt nach Vincentes Tod  als Grossmutter ihrem  Enkel aus ihrem ereignisreichen Leben und der Familiengeschichte , so wie sie es auch von ihren Eltern und Grosseltern kennt und gehört hat,,,,
MEINE MEINUNG: Wenn ich meine eigene Inhaltsangabe lese, oder den angegeben Klappentext des Verlages , werde ich ganz unsicher, ob diese Angaben der Geschichte überhaupt gerecht werden können. Ich denke NEIN!Das Buch beinhaltet ganz viel mehr . Es ist nicht nur die Erzählung einer *Familiengeschichte* über Generationen hinweg, sondern verbirgt ganz viele mystische Lebensweisheiten und Erkenntnisse, die unserer heutigen  Generation eventuell verloren gegangen sind. Den Schreibstil des Autoren beschreibe ich als hochwertigen Literaturausdruck, weitab angesiedelt von jedweder trivialer Ausdrucksweise. Trotzdem lesen sich die Abschnitte leicht verständlich, einprägsam, beeindruckend und gar nicht abgehoben. Dieser Roman beinhaltet viele Schichten um Glauben, Wunder, Tragödien und menschlichen Schicksalen , er ist aber in keiner Weise religiös angehaucht oder versucht eine fanatische Einstellung zu vermitteln. 
Das Buch regt zum Nachdenken über das *WUNDER* unseres Lebens und Schicksals an und wird noch lange in mir nachhallen.
Meine Bewertung : FÜNF ***** Sterne für ein grossartiges Buch! 
Danke an den Autor und den Penguin Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplar.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

heimat, familie, farmleben, schicksal, anna quindlen

Unsere Jahre in Miller's Valley

Anna Quindlen , Tanja Handels
Fester Einband
Erschienen bei DVA, 21.08.2017
ISBN 9783421047588
Genre: Romane

Rezension:

INHALT: Die Autorin erzählt die Geschichte einer amerikanischen Farmer-Familie in den 50er und 60er Jahren, die schon über zweihundert Jahre in einem kleinen, ruhigen Tal namens Miller’s Valley lebt und zwar aus der Sicht vom jüngsten Mitglied der Familie, dem anfangs elfjährigen Mädchen Mimi Miller. Wir erleben ihre Kindheit und später ihren Entwicklungsprozess zur jungen, erwachsenen Frau in ihrem Heimatort. Doch das Tal soll geflutet und ein Fluss gestaut werden. Die ansässige Tal-Bevölkerung stemmt sich mit aller Kraft gegen diese schon langjährigen Pläne des Staates. Alle würden ihre Heimat und ihre persönliche Vergangenheit verlieren, wenn diese Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung, so die Meinung der Regierung, durchgeführt werden,,,,,


MEINE MEINUNG: Das gebundene Buch hat beim Betrachten des Covers bei mir tatsächlich ein angenehmes Heimatgefühl mit Erinnerungen im Kopf  an Düfte von Rosen, Lavendel, gebackenem Kuchen und frischen Früchten ausgelöst.

Diese freudige Erwartung auf ein angenehmes, zur Entspannung taugliches Buch wurden hauptsächlich auch eingelöst. Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr angenehm und gut verständlich. Ihre Protagonisten sind liebevoll, sorgfältig und ehrlich ausgestattete Charaktere , teilweise mit kauzigen  Eigenschaften, Geheimnissen und Gewohnheiten, wie sie in einer bunten, sozialen Talgemeinschaft immer zu finden sind.  

Aber Anna Quindlen springt, nach oft nur kurzen Sätzen, nach wenigen Augenblicken, immer wieder in eine andere  gedankliche Thematik und/oder Situation. Kurz gesagt, ich beschreibe das mit einer Redewendung : * Sie erzählt und kommt vom Hölzchen auf’s  Stöckchen* . Das war sehr mühsam und ich bin jetzt, am Ende des Buches der Meinung, dass es anfangs etwas mit dem Alter der elfjährigen jungen Mimi zu tun hat. Dieser hektische, anstrengende  Schreibstil verschwand nämlich plötzlich, als die Jugend der erzählenden Mimi zu Sprache kam.   

Anna Quindlen wollte dem Leser sicher damit die springende Denk- und Handlungsweise eines Kindes verdeutlichen, hat mich aber dadurch ein wenig verwirrt und enttäuscht. Auch der Epilog am Ende des Buches war in meinen Augen eher ein zu abrupt erzählter Schluss eines ganzen Menschenlebens und der Geschichte des Tales.  Als Leser hat man sich zwar  sagen können : „Aha, so ist also alles ausgegangen“, aber ich fand es nicht zwingend notwendig zum Verständnis des Romans und seiner vielen, unterschiedlichen Protagonisten, wie dem Bruder und Vietnam-Veteran Tommy, der psychisch gestörten Tante Ruth oder dem beständigen Jugendfreund Donald.  


Insgesamt gesehen ist es ein gutes, lesenswertes  Buch über unterschiedliche Familiencharaktere, vor allem aber  auch über das typische amerikanische Landleben während der 50er und 60er Jahre , welches ich mit drei  *** Sternen empfehlen möchte.     

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

verlag: heyne, sitzen, lebensweise, gesundheit, bewegun

Sitzen ist fürn Arsch

Vivien Suchert
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453604377
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rezension

INHALT/KLAPPENTEXT: Wer länger sitzt, ist früher tot! Evolutionär ist der Mensch zum Laufen gemacht. Doch was tun wir? Ob Auto, Büro oder Sofa – wir wechseln von einer Sitzgelegenheit zur nächsten. Und handeln uns damit allerlei Übel ein: von Rückenbeschwerden, Übergewicht und Diabetes bis hin zu Depressionen, Herzkrankheiten und Krebs. Die junge Wissenschaftlerin Vivien Suchert erklärt in diesem eigenhändig illustrierten Buch unterhaltsam, wie wir das Laufen verlernt haben, wo Sitzfallen lauern und warum Sport nur die halbe Miete ist.
MEINE MEINUNG:Wie recht die Autorin doch hat. Nun sitze ich schon wieder und schreibe  etwas über diesen guten Ratgeber.  Die Autorin erinnert uns auf humorvolle, lustige und einprägsame Weise  daran, den sogenannten *Sitzfallen* aus dem Weg zu gehen und erinnert immer wieder  in ihrem Text daran, dass der Mensch evolutionsmässig  zum *LAUFEN und BEWEGEN* geboren wird. Ihre kompetenten Literaturquellen dazu hat sie auf acht Seiten aufgelistet. Seit einigen tausend Jahren sind wir ja nun nicht mehr als Jäger und Sammler in Steppe und Wald tätig, sondern fahren  heute gemütlich mit dem Auto zum Supermarkt, wo uns Nahrung im Überfluss erwartet. Um dem Leser diese Probleme der Bewegungsarmut  ein wenig klarer  und bewusster zu machen, stellt sie uns auf witzige Art und Weise *Ottfried* und sein Leben vor. Ein Typ, der vor 50 000 Jahren durch die Steppe gestreift ist und sich höchstens mal einen Stein unter den *Allerwertesten* geschoben hat. Ottfried taucht immer wieder auf  und sie hat zusätzlich nette Comics zur Verdeutlichung  der Thematik  *Bewegungsarmut *in das Buch eingebunden. Zum Glück kennt  sie aber Tipps und Tricks  der *Sitzfalle* zu entkommen und lässt uns an ihrem wertvollem Wissen teilhaben. Denn auch mit zwei Stunden sportlicher Betätigung in der Woche, die nach ihrer Meinung längst nicht ausreichen, landet man zur Belohnung doch immer wieder in der *Sitzfalle*.Dr. Vivien Suchert macht natürlich in ihrem Buch auch darauf aufmerksam, dass wir zuviel und nicht unbedingt das Richtige essen. 
Insgesamt ist dieses nette Buch ein guter Ratgeber, der aufrüttelt und uns zu jeglicher Art von Bewegung auffordert. Dabei schneidet die übliche Arbeit einer fleissigen Hausfrau in ihren Augen  gar nicht schlecht ab,,,, und nun steh ich auf!Meine Bewertung : Drei gute *** Sterne !

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151 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

thriller, dänemark, mord, oxen, elitesoldat

Oxen. Das erste Opfer

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423261586
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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40 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

cristina caboni, caboni, familie, familiengeheimnis, die oleanderschwestern

Die Oleanderschwestern

Cristina Caboni , Ingrid Ickler
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.08.2017
ISBN 9783734105098
Genre: Liebesromane

Rezension:




Rezension

INHALT: Diese schöne Familienerzählung der Familie Donati spielt hauptsächlich in der Toscana, Amsterdam und in London. Iris Donati, eine junge Frau schreibt für eine Gartenzeitschrift und hat  durch ihre Reisen mit mit ihrem Vater Francesco Donati schon viel von der Welt gesehen, ist nun aber hauptsächlich in Amsterdam ansässig.Viola Donati lebt mit ihrer Mutter Claudia in London und arbeitet dort praktisch im Blumenladen der Mutter und in Gartenanlagen.Zufällig begegnen sich die beiden jungen Frauen Iris und Viola in London und sind sehr erschrocken über ihre äusserliche Ähnlichkeit. Sie gleichen einander wie ein Ei dem anderen. Es stellt sich heraus ,dass sie Zwillinge sind und in jungen Jahren von den Eltern Claudia und Francesco getrennt worden sind….
MEINE MEINUNG:Im ersten Moment, beim Lesen des Klappentextes habe ich sofort an *Das doppelte Lottchen* von Erich Kästner denken müssen und mich auf eine nette Verwechslungsgeschichte gefreut. Diese Vorahnung hat sich dann auch teilweise bewahrheitet. Die Autorin hat mich durch ihren bildhaften,verständlichen und schlichten Schreibstil schnell in ihre Geschichte geführt und ich habe mich am Beginn sehr wohl gefühlt beim Lesen. Die stimmigen und herrlichen Beschreibungen von Landschaft, Gärten, Blumen und Gartenliebhaber/rinnen fanden meine Bewunderung.Besonders gut haben mir ihre manchmal sogar etwas esoterischen Ausführungen am Anfang eines jeden Kapitel zu jeweils unterschiedlichen Pflanzen gefallen. Dass die beiden jungen  Zwillinge  ihrer Herkunft auf den Grund gehen wollten, war nur verständlich und das Treffen in der Toscana mit den Eltern,  der Grossmutter, Verwandten und Bekannten hat Licht und Verständnis in ihre Charakterentwicklung und ihr Leben und Schicksal für den Leser gebracht. Ein wenig unverständlich war das merkwürdige und schräge Verhalten der Grossmutter, die als eine der Protagonisten nicht unbedingt meine Sympathie bekommen hat, dafür aber Bianca Donati umso mehr, deren  geheimnisvolle Persönlichkeit in Extra-Beiträgen  beschrieben wurde.
Die  psychische Annäherung von Viola und Iris wurde mir mit zuviel Längen im Buch dargestellt und ich fand die beiden jungen Frauen vom Charakter nicht super sympathisch und konnte mich mit ihnen und ihren Handlungen nur teilweise identifizieren. Ich habe mich manchmal ein wenig gelangweilt beim Lesen und gehofft, dass die Autorin nun endlich zu den wichtigen Aspekten und Auflösungen dieser Familien-Geschichte kommt, die man als Leser ja schon lange ahnt. 
Insgesamt war es aber ein tolles Buch mit kleinen Schwächen im Genre Familiengeschichte, dem ich gerne vier **** Sterne gebe.
Herzlichen Dank an die Autorin und den Blanvalet Verlag für diese schöne Geschichte und das Rezensionsexemplar.

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hermann hesse, gedichte, literaturnobelpreisträger/in, themenband

Das Lied des Lebens

Hermann Hesse , Volker Michels
Flexibler Einband: 243 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.03.2002
ISBN 9783458345596
Genre: Gedichte und Drama

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Halali

Ingrid Noll , Nina Petri
Audio CD
Erschienen bei Diogenes, 26.07.2017
ISBN 9783257803839
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rezension

INHALT: Die 82 jährige Holda , auch Frau Holle oder nur Holle genannt , lebt mit ihrer Enkelin Laura, die der neuen Social media Generation  angehört , im gleichen Haus. Laura besucht ihre Grossmutter regelmäßig und bringt ihr oft etwas zum Essen vorbei , holt dafür gern ihre frisch gebügelte Wäsche ab. Aber am liebsten hört sie ihrer Grossmutter zu, wenn diese von ihren aufregenden Erlebnissen als junge Frau in den Fünfziger Jahren in Bonn/Bad Godesberg erzählt.
 Zusammen mit ihrer Freundin Karin haben beide junge Frauen im Innenministerium als Sekretärinnen gearbeitet. Holda vergleicht in ihren Erzählungen die Veränderungen des  alltäglichen Lebens von damals zu heute und bringt Laura dadurch gern zum Staunen und Lachen. Holda stammt aus einer fleissigen Bäckerfamilie in der Eifel und war wohl in ihrer Jugend ein braves, ehrliches und  recht bescheidenes Mädchen. Ihre Freundin Karin, aus einer adeligen Familie stammend,  war dagegen recht keck , lebenslustig und sehr fordernd . Durch diese  charakterlichen Gegensätze gab es natürlich oft kleine Reibungen zwischen den ungleichen Freundinnen.  Liebste Gesprächsthemen der Beiden unterschiedlichen Freundinnen waren : „ Wie angele ich mir einen Ehemann“? und das Austauschen von Informationen über Ihren ungeliebten Kollegen Burkhard Jäger,  von ihnen nur noch *Der Jäger* genannt. Karin’s erstrebtes Ziel ist es , durch Heirat zur Botschaftsgattin aufzusteigen, aber Holle träumt nur von einer romantischen Liebe.Holle und Karin stolpern zufällig in dunkle Machenschaften von Geheimdiensten, verdächtigen ihren *Jäger* und nun nimmt die Geschichte an Fahrt auf mit Leichen im Rhein, geheimen, toten Briefkästen mit mysteriösen Botschaften und Briefen. Holle und Karin geraten in immer tiefere - auch gefährliche und kriminelle Machenschaften - bis hin zum Mord.*Halali* wird ihr Schlachtruf , wenn ihre sogenannte Jagd auf einen vermeintlichen Spion, oder aus einer prickelnd gefährlichen Situation, dem Ende entgegengeht,,,,,
MEINE MEINUNG:Als erstes ist mir die melodische, tiefe und angenehme Stimme von Nina Petri aufgefallen, die gleichzeitig die alte Holle und die junge Sprechweise von der Enkelin Laura gekonnt auseinander gehalten hat. Durch ihre professionelle Interpretation der unterschiedlichen Stimmen aller Protagonisten wusste man beim Hören immer sofort, wer nun im Mittelpunkt der Geschichte stand. Ich musste sehr oft lächeln, wenn Holle ihrer jungen Enkelin mit feinsinnigem Humor und  viel Wissen von damals erzählt hat. Ingrid Noll hat dem Hörer eine perfekte Studie der Fünfziger Jahre - Gesellschaft durch die Protagonistin Holle erzählen lassen, fein verpackt in eine Kriminalkomödie , die sie mit rheinischem Lokalkolorit und vielen gängigen Redewendungen und Sprichwörtern ausgestattet hat. Ich habe mich dadurch oft wie  in meine Kindheit zurückgesetzt gefühlt und köstlich amüsiert. Manchmal hatte die Erzählung vielleicht sogar autobiografische Züge , bedingt durch das Alter der Autorin und ihrer erzählenden älteren Protagonistin Holle. Aber das ist ein ganz persönlicher Eindruck von mir.  Die Spannungsbögen  in dieser Geschichte lassen manchmal zu wünschen übrig, aber es wird nie langweilig  und die Gedanken schweifen NICHT ab. 
Ich hatte einige unterhaltsame Hörstunden, die mir viel Spass bereitet haben. Meine Bewertung: Eine absolute Hörempfehlung mit fünf ***** Sternen!
Herzlichen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für die unterhaltsame Audio-CD.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

landflucht, taubenzucht, krankheit, dtsch.bpreis-longlist, perspektivlosigkeit

Nach Onkalo

Kerstin Preiwuß
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.03.2017
ISBN 9783827013149
Genre: Romane

Rezension:


INHALT: Hans Matuschek, ein vierzigjähriger  einfacher , bodenständiger Mann , der noch immer bei seiner Mutter lebt und dort von ihr fürsorglich betreut wird, treffen einige schwere Schicksalsschläge. Seine Mutter stirbt plötzlich und er vermisst sie sehr - zwar nicht in jeder privaten Lebenslage ( beim Telefonsex verwünschte er oft ihre Anwesenheit im Haus, da sie ihn wegen der Kosten gern kontrolliert hat und schweigende Vorwürfe tätigte ) - aber da sind noch seine geliebten Tauben, um die er sich seit Kindertagen  verantwortungsvoll und mit Hingabe kümmert und die russischen Nachbarn Galina und sein Angelfreund Igor, der Matuschek  oft nachsichtig und belehrend mit dem Kosenamen Towarischtsch anspricht. Auch der alte, eigenbrötlerische Taubenzüchter Witt, ein ehemaliger Mitarbeiter im Kernkraftwerk Lubmin, hat immer ein Auge auf den unpraktischen Junggesellen Matuschek. Hans Matuschek ist zwar ein ungelernter Arbeiter, hat aber einen Job als fleissiger Wetterbeobachter auf einem russischen Flugplatz. Sein kleines, privates Glück findet er in seiner Liebe zu Irina. Doch als sie ihn verlässt (die Nachbarn verlassen ihn auch, Igor stirbt, Galina zieht fort und der windige Internethändler Lewandowski zieht in deren Haus ein) , bricht für ihn die Welt zusammen und er gibt sich verwahrlosend seiner Trauer und Verzweiflung hin. Zu allem Unglück verliert er auch noch seinen Arbeitsplatz, auf den er immer  sehr stolz war,,,,
Zitat auf Seite 104 über die Heimkehr von Matuschek's Tauben: Aber darum geht es ihm nicht, sondern da ist dieses Gefühl , das sich stumm in ihm ausweitet und ihn für alles entschädigt, was sonst fehlt. Wenn sie aus dem Himmel stürzen. Wenn sie die Flügel anlegen und zack, einfach da sind. Zu wissen, dass die Tauben kommen, dass sie immer wieder kommen , egal von wo, und sein Haus ist das Zentrum der Welt. Solange er sie fliegen lässt, kommen sie zurück. Das ist es, was er braucht, dafür kriegt er das Flattern, und langsam wird er nervös, weil Witt sich noch nicht gemeldet hat. 
MEINE MEINUNG: Die fast lyrisch anmutende, sprachgewaltige Ausdrucksweise von Kerstin Preiwuß hat mich ausserordentlich gepackt und mit einem unwiderstehlichem Sog immer wieder schnell zum Buch greifen lassen. Sie beschreibt ergreifend wie Matuschek unaufhaltsam in eine Depression abgleitet, sich selber nicht mehr wertschätzt , verwahrlost und sich auch noch vom neuen aggressiven  Nachbarn Lewandowski manipulierten lässt. Es macht eigentlich keine Freude diesen Absturz zu beobachten und zu lesen, aber das Buch beiseite legen oder gar zu vergessen, funktioniert überhaupt nicht. Kerstin Preiwuß versteht es meisterhaft die Einsamkeit, Hilflosigkeit und den Zweifel an sich selber bei Hans Matuschek zu beschreiben. Das Buch ist ein starkes Psychogram vom Hauptprotagonisten und seiner Mitmenschen , auch von der abgeschiedenen , ländlichen Umwelt an einem See. Die Idylle dieser Landschaft steht in krassem Gegensatz zum Denken und Handeln dieses zurückgelassenen, einsamen Menschen in Ostdeutschland. Ich empfand ihn nicht als sympathischen oder anziehenden Mann, aber seine naive Verzweiflung und Denkweise haben sehr an mein Mitleid appelliert. Er ist EINFACH NUR EIN MENSCH mit allen möglichen und unmöglichen Fehlern und Verhaltensweisen, die man sich nur vorstellen kann. Aber er hat auch Stärken und wie er es schafft, diese wieder zu aktivieren - das ist ein spannendes und am Ende doch wieder ein erschreckendes Erlebniss für den Leser…..
Meine Bewertung : Fünf *****Sterne für ein grossartiges Buch!
 Ein herzliches Dankeschön an die Autorin und den Berlin Verlag bei Piper für die Bereitstellung des Leseexemplars.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

Das Ohr des Kapitäns

Gisbert Haefs
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.08.2017
ISBN 9783453269309
Genre: Historische Romane

Rezension:

INHALT/Klappentext:

Sklavenhandel, Schmuggelware und ein Kriegsgrund,,,, 

Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs im Jahr 1713 erhalten englische Händler das Monopol für die Belieferung des spanischen Kolonialreichs in Südamerika mit schwarzen Sklaven. Eines Tages weigert sich der »Händler« Jenkins (de facto wohl Schmuggler), sich von der spanischen Küstenwache vor Kuba kontrollieren zu lassen, worauf der spanische Kapitän dem Zeternden kurzerhand das linke Ohr abschneidet. Als Jenkins das Beweisstück in London vorlegt, ist das in der aufgeheizten Stimmung für England Grund genug, mit dem größten Flottenaufgebot seit der Armada zu reagieren. Es kommt zum Kolonialkrieg in der Karibik. Der später berühmte Romanautor Tobias Smollett nimmt als junger Assistenzarzt an Bord eines britischen Linienschiffs an der Unternehmung teil. MEINE MEINUNG: Das schöne Cover mit den tollen Windjammern und mit Teilen einer historischen Landkarte hat mich sofort angesprochen und ich habe ein buntes und spannendes Historiendrama , das sich zwischen den beiden damals führenden Seemächten England und Spanien spielt, erwartet. Meine Erwartungen wurden auch erfüllt , leider aber  nicht ganz was die Spannungsbögen und meinen Zugang zu den Charakteren des Buches betraf.
Das geschichtliche Wissen, welches der Autor vermittelt ist ungeheuer gross und umfassend, was normalerweise für einen  historischen Roman sonst kaum üblich ist. Und doch hat mir ein wenig die Spannung und der Zugang zu den Protagonisten gefehlt. Da es hauptsächlich gestandene *Seebären* sind, hätte ich mir mehr Temperament und Buntheit in ihren Erzählungen gewünscht, wobei die Atmosphäre auf See und in den Häfen sehr stimmig und interessant vom Autor geschildert wurde. Ich bin mit diesen  See-Männern als Romanfiguren einfach nicht warm geworden und wurde nicht wirklich von ihnen beeindruckt.
Ein  Glossar wäre sehr hilfreich gewesen, denn viele Begriffe aus der Seefahrt sind mir völlig unbekannt, wie zum Beispiel eine  Schebecke .
Die schönen, alten und informativen Karten am Beginn des Buches haben mich aber schnell darüber hinweg getröstet.
Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Zitate vor jedem Kapitel von bekannten Persönlichkeiten wie zum Beispiel von Heinrich Heine,  Zitat Seite 322 vor dem Kapitel * Wunder in Cartagena*:

Aber das Leben ist im Grunde so fatal ernsthaft, daß es nicht zu ertragen wäre ohne solche Verbindung des Pathetischen mit dem Komischen.

oder von Harold Temperley (1909) Seite 44 vor dem Kapitel *Downing Street 1738*:

Man kann sagen, Jenkins Ohr symbolisierte die Empfindungen der englischen Öffentlichkeit ganz allgemein , ihren Haß auf die Spanier als grausame Papisten, ihre insulare Verachtung des Ausländers, und so weiter. Die Frage ist, wie ausschlaggebend diese Gefühle für die Kriegserklärung waren...Es war vielleicht der erste englische Krieg , bei dem wirtschaftliche Interessen den absoluten Vorrang hatten.

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, aber vor allem mein geschichtliches Wissen über diese Zeit  erweitert.
Meine Bewertung : **** Vier Sterne.

Herzlichen Dank an den Heyne Verlag und den Autor für dieses sehr informative Werk.

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27 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

irland, aberglaube, frauen, feenvolk, historisch

Wo drei Flüsse sich kreuzen

Hannah Kent , Leonie Reppert-Bismarck
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.09.2017
ISBN 9783426199794
Genre: Romane

Rezension:

INHALT:  

Wir schreiben das Jahr 1825 in Irland/County Kerry.

Nóra lebt seit  dem plötzlichen  Tod ihres innig geliebten Ehemannes einsam und abgeschieden mit ihrem Enkel Micheál in ihrer einfachen, mit Reet gedeckten Kate. Micheál ist der Sohn ihrer verstorbenen Tochter Johanna, der von dem Vater des Jungen  zu den Grosseltern in Obhut gegeben wurde. Micheál ist vier Jahre alt, ungewöhnlich zart und nicht altersgemäß entwickelt. Nóra sorgt sich sehr um den Kleinen und stellt nach dem Tod ihres Ehemannes Martin die vierzehnjährige Mary Clifford als Magd ein , die sich um das Kind kümmern soll. Die abergläubische Bevölkerung des abgeschiedenen Tales ist der festen Überzeugung, dass der zurückgebliebene Junge ein Wechselbalg ist, ein sogenanntes Feenkind.

 Nóra sucht Hilfe  für das kranke Kind bei der geheimnisvollen, alten  Kräuterfrau, Heilerin und Aussenseiterin Nance Roche, die die *Gabe*besitzt  mit der Anders-Welt und dem *guten Feenvolk* Kontakt aufzunehmen.

Eine verhängnisvolle Geschichte voller Heimlichkeit, Brutalität und Missverständnissen zwischen drei Frauen und der  in alten Traditionen und Aberglauben  verhafteten Talbevölkerung nimmt nun ihren tragischen Verlauf,,,


Zitat Seite 370. 

Beschreibung von Mary:

Sie war doch nur ein Mädchen vom Moor. Ein Mädchen von binsenbewachsenem, torfigen Grund, aus dem die Erde schwarz herausquoll und auf dem man immer Gras, Staub oder Lehm unter den Füßen hatte, nie Kopfsteinpflaster oder die lackierte Oberfläche von Holz.


Zitat Seite 51

 Nór’as Schicksalsschlag:

„Dein Sohn bleibt dein Sohn , bis er heiratet, aber deine Tochter bleibt deine Tochter , bis du stirbst. Und jetzt auch noch deinen Mann zu verlieren…Gott ist wirklich grausam: Er nimmt die , die wir am meisten lieben, am ehesten zu sich.“


Zitat Seite 215

Nance Roche, die Heilerin mit der Gabe: 

Nance saß in der Dunkelheit ihrer Kate und beobachtete durch die offenstehende Tür , wie das sterbende Jahr sich dem Schnee ergab. Die Nacht senkte sich heilig, als ob die Herrlichkeit Gottes im Wechsel von Hell zu Dunkel wohnte. In ihren zerlumpten Umhang gehüllt, hörte sie die Stille laut wie eine Klosterglocke. In dieser Nacht würden sie beginnen. Mit der Heilung. Dem mysteriösem Flehen. Dem Auftrennen alter Magie.


MEINE MEINUNG:

Lange hat mich ein Buch nicht so beeindruckt wie das Obige, denn es ist eine wahre Geschichte. Das Cover versetzte mich schon beim Betrachten in eine angespannte Stimmung voll unheimlicher Vorahnungen. Der Roman ist in drei Teile aufgeteilt und jedem Kapitel wird als Titel eine Kräuterpflanze gewidmet wie zum Beispiel die Wasserschwertlilie, Nesseln , das Kreuzkraut oder auch einem Baum wie der Esche. Der Schreibstil der Autorin, den ich schon in ihrem Buch *Das Seelenhaus* genossen habe, ist total flüssig, einprägsam , voll beeindruckender , bildhafter Sätze und fantasievoll. Ihre zarten und stimmigen Naturbeschreibungen der irischen Landschaft haben in meinen Augen sogar eine poetische Nuance.  Hannah Kent hat sich intensiv mit dem irischen Volks- und Brauchtum  beschäftigt und hervorragend in alten Archiven und Bibliotheken recherchiert.  Sicher hat sie auch alte, mündliche Überlieferungen aus der heutigen Bevölkerung einfliessen lassen. Für viele Ereignisse setzt sie sogar  gälische Begriffe in kursiver Schreibweise ein. Piseógs zum Beispiel sind Flüche, schlechte Wünsche, die man auch bildlich mit Steinen und Pflanzen errichten kann. Die inneren Widersprüche und Konflikte zwischen christlich-katholischem Glauben und alten , heidnischen Bräuchen,  die in der Bevölkerung zu dieser Zeit brodelten, hat sie perfekt und glaubhaft dargestellt. Irisches Landleben der damaligen Zeit pur. 

Die Armut und Unwissenheit  der Menschen vor der grossen Hungersnot und Auswanderungswelle in Irland sind mir durch diese Lektüre  wirklich zu Herzen gegangen. Was auch gerade Frauen durch Kindbett, Schwangerschaft und Armut aushalten mussten, war unglaublich.


Der Arzt der Armen ist der Tod.

Liagh gach boicht bas


Für dieses spannende und ungewöhnliche Buch gibt es eine absolute Leseempfehlung von fünf ***** Sternen von mir.

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22 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

smyrna, balkankrise, granatäpfel, liebesgeschichte, conradi

Das Haus der Granatäpfel

Lydia Conradi
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 02.10.2017
ISBN 9783866124257
Genre: Historische Romane

Rezension:




Rezension


INHALT/Klappentext: Wenn eine Epoche endet, muss die Liebe einen neuen Anfang wagen.

Smyrna, 1912: Das Paradies – so nennen viele die Metropole am Ägäischen Meer, die inmitten von Krisen wirkt wie ein weltvergessenes Idyll. In die Stadt, in der Menschen aus aller Herren Länder seit jeher in Eintracht leben, kommt die Berlinerin Klara, um mit Peter, dem Sohn eines Kaufhausmagnaten, eine Zweckehe einzugehen. Doch er kann die lebenshungrige junge Frau nicht glücklich machen, und Klara verliert ihr Herz an den Arzt Sevan. Aber auch er ist gebunden, und als der Erste Weltkrieg ausbricht, beschließen beide, trotz ihrer Liebe füreinander ihre Partner nicht im Stich zu lassen. Für eine Weile erweist sich das Paradies wahrhaftig noch als Oase im Grauen, doch dann entbrennt ein schicksalhafter Kampf um die Stadt. Und plötzlich muss Klara eine Entscheidung fällen, die über Menschenkraft hinausgeht, um etwas von Smyrnas Geist und ihrer Liebe zu Sevan zu bewahren …
MEINE MEINUNG:Ich habe diesen Roman absolut nicht nur als eine Liebesgeschichte zwischen der deutschen Kaufmannstocher Klara, Peter und Sevan wahrgenommen, sondern eher als ein  atmosphärisch dichtes, historisches Zeitzeugnis der Geschichte des Osmanischen Reiches in der Zeit von 1912 -1922, der heutigen Türkei. Die  Charaktere und Lebensgeschichten der vielen mitspielenden Protagonisten konnten mich zum Glück nicht zu sehr verwirren, da sie im Buchdeckel auf beeindruckende Weise von der Autorin in kurzen Stichworten beschrieben worden sind. Auch das sehr ausführliche Glossar über türkische, griechische und armenische Ausdrücke und Begriflichkeiten  hat mir sehr geholfen. Sonst wäre ich teilweise hilflos in diese Seiten hineingestolpert und hätte beim Lesen den berühmten roten Faden verloren. Es war nicht immer einfach, das Denken und  Geschehen der einzelnen Personen  den verschiedenen  Volksgruppen wie Türken, Griechen, Armenier, Italiener, Franzosen zuzuordnen. Das heutige Izmir/Smyrna  war wohl damals  (das wird immer wieder von der Autorin überzeugend geschildert) ein Schmelztiegel dieser verschiedenen Nationen, die dort in Frieden und Harmonie nebeneinander existiert haben sollen. War das wirklich so? Ich möchte es gerne glauben, doch es fällt mir schwer. Die Autorin hat mit ihrem flüssigen,fesselndem Schreibstil und mit der Rahmenhandlung einer Liebesgeschichte einen guten Reigen orientalischer, fast märchenhafter Lebensweise verschiedener Familien und Volksgruppen aufgezeigt. Doch die Schatten der Geschichte mit dem Beginn der Balkankriege und des 1. Weltkrieges beginnen sich abzuzeichnen. Die Unruhe zwischen den vielen Volksgruppen wird von Lydia Conradi (Charlotte Lyne) eindringlich durch eine sicher sehr sorgfältige, historische Recherche geschildert.Die Liebe zwischen Peter und der gebürtigen Berlinerin Klara steht unter einem unglücklichen Stern und schwierigen Umständen. Mit der naiven Protagonistin Klara bin ich leider nicht wirklich warm geworden. Ihr unreifes, merkwürdiges Verhalten  in Punkto Liebhaberauswahl spricht nicht für sie als Sympathieträgerin.  Auch ihre aufkommende Liebe zu dem sanften, armenischem  Arzt Sevan kann ich nicht wirklich ernst nehmen und verinnerlichen. Teilweise hat sich der Roman in viele Zwischengeschichten  der weitverzweigten Familien verloren, was mir nicht so gut gefallen hat. Das Buch  öfter weglegen - und nach einiger Zeit weiterlesen - hat bei 672  Seiten und diesem geschichtlich kompliziertem Thema nicht gut funktioniert! 
Trotzdem ist es ein faszinierender, fesselnder Roman, der mich aber leider nicht so begeistert hat wie die anderen Bücher der Autorin Charlotte Lyne.
Meine Bewertung : VIER **** Sterne für dieses tolle Zeitzeugnis! 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

landhaus, kindheit, erbe, geschwister, entscheidung

Damals

Tessa Hadley , Sabine Schwenk
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2017
ISBN 9783492057905
Genre: Romane

Rezension:




INHALT:Vier Geschwister treffen sich ,wie so oft schon, im alten langsam verfallendem Pfarrhaus der Grosseltern auf dem Land zu einem dreiwöchigen Aufenthalt , um über die Zukunft des renovierungsbedürftigen Hauses zu beraten. Harriet, die Älteste in dieser Runde, ist eine verschlossene und etwas spröde Frau, die in Kindertagen oft die Verantwortung für die Geschwister Alice, Roland und Fran übernommen hat. Ihre gemeinsame Mutter Jill verstarb in jungen Jahren, der Vater hat die Familie  früh verlassen  und die Kinder haben zeitweise  mit der Mutter bei den Grosseltern gelebt. Roland hat seine  frisch verliebte argentinische  Frau Pilar und die jugendliche Tochter Molly, aus erster Ehe, mitgebracht.  Die ledige Alice hat ohne Absprache mit den anderen Geschwistern überraschend den Halbwüchsigen Kasim eingeladen. Er ist der Sohn eines ihrer vielen Liebhaber. Fran reist mit Ivy ( neun Jahre alt) und Arthur (sechs Jahre  alt ) an.  Ihre Ehe mit Jeff steht auf der Kippe.  Er ist bei diesem Treffen nicht dabei. Familiäre Verwicklungen  und Auseinandersetzungen der Geschwister  und  der anderen Beteiligten, die bis in die Kindheit und Vergangenheit,  die bis zu den Grosseltern (einer Pfarrehe) reichen, bahnen sich an. Persönliche Katastrophen wie Krankheit und Versagen der Protagonisten werden nicht ausgelassen und mit Trauer,  Bedauern und viel Verständnis und Mitgefühl von Seiten  der Autorin erzählt .  Diese  romantisch, stimmige  Erzählweise eines romantischen Sommeraufenthaltes einer Familie  in einem alten , geheimnisvollen Haus tun ein Übriges um den Leser zu verzaubern,,,,,
MEINE MEINUNG: Der Roman ist in drei Abschnitte unterteilt. Zuerst wird die Gegenwart beschrieben, dann schweift die Autorin in die Vergangenheit ab, um im dritten Teil wieder in die Gegenwart zurückzukehren.Ich habe ca. fünfzig Seiten gebraucht bis ich in dieser Geschichte mit voller Aufmerksamkeit gelandet bin.  Dazu möchte ich sagen, dass es wohl  an meiner anfänglichen  Unkonzentriertheit gelegen hat und nicht am  wunderbaren Schreibstil der Autorin. Zitat Seite 11: In den Räumen standen noch immer die Möbel ihrer Grosseltern;silbrig schimmerten die Tapeten hinter den staksigen Stühlen, dem schwarz lackierten Klavier, dem Sekretär. Die an der Bilderschiene aufgehängten Gemälde waren dunkle Höhlen. Alice hatte ihrer Therapeutin erzählt, dass sie ständig von diesem Haus träumte. Alle anderen Häuser , in denen sie gelebt hatte, kamen ihr dagegen wie Bühnenbilder vor.
Die Autorin benutzt eine unglaublich ausschmückende Bildersprache mit einer immer wieder neuen Vielfalt der Begriffe. Diese Ausdrucksweise  hat mich magisch gefangen genommen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Sie spielt mit dem Leser, lässt einiges in Vergangenheit und Gegenwart offen und/oder deutet Geschehnisse oft  nur an. Für die eigene Fantasie bleibt immer genug Raum bei Lesen. Tessa Hadley hat mit unglaublichem Fingerspitzengefühl  ein Psychogram aller beteiligten Protagonisten erstellt, das mich sehr gefesselt hat.  Auffällig war, wie gut sie den Unterschied zwischen Denken und tatsächlichem Handeln der Geschwister herausgearbeitet hat.  Auch ihre fantasievollen Gedanken und Spiele  um die Kinder in einem verlassenen uraltem Cottage im Wald, das eine wichtige Rolle im Roman einnimmt , fand ich sehr interessant. Deutlich wurden die unterschiedlichen Denkweisen von Kindern und Erwachsenen erzählt. Seite 14 : Als die Kinder durch den von einer alten, weissen Kletterrose überwucherten, steinernen Torbogen in den Garten hinter dem Haus schlenderten, sahen sie aus wie Figuren eines altmodischen Theaterstücks: Ivy in einem langen, viktorianischen, rüschenbesetzten Rock aus kakifarbener Seide, dazu ein mit rosa Palietten besetztes Oberteil. Sie liebte es in ihrem Kopf Fantasiewelten zu erschaffen. 
Ich kann diesen Roman uneingeschränkt  mit fünf ***** Sternen empfehlen, was mich persönlich am Ende des Buches freudig überrascht hat. Herzlichen Dank an die Autorin und den Piper Verlag für das schöne ,  gebundene Rezensionsexemplar.

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34 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

2. weltkrieg, 1. weltkrieg, krieg, familiengeschichte, geheimdienste

Das kalte Blut

Chris Kraus
Fester Einband: 1.200 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.03.2017
ISBN 9783257069730
Genre: Romane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Judith und das liebe Vieh

Judith Reinhard , Bruni Prasske
Fester Einband
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 25.04.2017
ISBN 9783579086644
Genre: Biografien

Rezension:

Rezension
INHALT: Judith Reinhard, eine bekannte und erfolgreiche Modejournalistin, in der Kindheit auf dem Land an der Wümme aufgewachsen, besinnt sich nach einem oberflächlichem und glitzerndem Konsumleben auf ehrliche Werte wie Achtsamkeit, Bescheidenheit, Wertschätzung der Natur und dem Leben gegenüber.Sie übernimmt die Verantwortung für den geerbten zwanzig Hektar grossen Bauernhof der Eltern. Diese Wandlung in ihrem Denken und Handeln hat sie einer Mutterkuhherde von Galloway-Rindern zu verdanken ,,,,, 
MEINE MEINUNG: Dieses gebundene Buch (221 Seiten) mit einem Foto der Autorin Judith Reinhard auf dem Cover, welches SIE im Vordergrund abbildet und nicht die schwarzwolligen Galloways, konnte ich an einem Tag voller Lesezeit schnell durchlesen. Der Schreibstil der beiden Autorinnen Judith Reinhard und Bruni Prasske ist sehr einfach und gut verständlich gehalten. Stimmige und schöne  Beschreibungen von Landschaft  und Tieren haben mich gut unterhalten. Das Buch ähnelt  eher einem Tatsachenbericht mit einer autobiografischen Lebensbeichte und ist kein Roman im üblichen Sinn. Ich kann dieses Buch für mich in kein anderes Genre einordnen. Obwohl Frau Reinhard jahrelang während der Ausübung ihrer Arbeit entsetzliche, menschenverachtende  Produktionsstätten von Kleidung in Asien und Ausbeutung von Frauen beobachten konnte, haben es erst diese sanftmütigen Rinder und die Landschaft an der Wümme geschafft, sie in ihren Bann zu ziehen um ihren stressigen (und sogar in ihren Augen unsinnigen) Job aufzugeben, in dem man sogar hungert, um den Ansprüchen des Modebetriebs gerecht zu werden.Die Naivität und die Unwissenheit über das Leben auf dem Land, mit der sie sich dort auf dem Hof einbringt, haben mich allerdings ein wenig erstaunt. Das Buch berichtet über einen Zeitraum von ca. zwölf Jahren. Der Roman weist einige Längen und zu schnelle Zeitsprünge am Ende auf, die mir nicht gefallen haben. Seitenlange, ausführliche Beschreibungen über unterschiedliche  Schlachtmethoden  - und ihre Durchführungen wären meiner Meinung auch nicht nötig gewesen um darzustellen, dass das Tierwohl immer an erster Stelle stehen sollte bei der Fleischbeschaffung für die Bevölkerung.
Meine Bewertung: Ein gutes Buch, dem ich drei *** Sterne gebe.

Dankeschön an die Autorin und  das Gütersloher Verlags Haus in der Random House Group für das Rezensionsexemplar. 

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Buch der Ketzer

Walter Nigg
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 26.04.2017
ISBN 9783257069938
Genre: Biografien

Rezension:

MEINE MEINUNG: Das gebundene Buch vom Diogenes Verlag mit seinen 593 Seiten ist ein sehr wertvolles Nachschlagewerk über sogenannte *Ketzer*, deren Meinungen und Ansichten  von der christlichen Kirche teilweise abgelehnt wurden.

Der Schweizer  evangelisch-reformierte Theologe Walter Nigg (1903-1988) hat in seiner umfangreichen Arbeit viele wissenswerte Informationen über unterschiedliche Personen zusammengetragen und ausgewertet. In 24 Kapiteln stellt er bekannte Persönlichkeiten und ihr Wirken für die Gesellschaft dar.

Es handelt sich dabei um Menschen wie Martin Luther, der von der Katholischen Kirche  als Ketzer verurteilt wurde, aber nun als Begründer der evangelisch-lutherischen Kirche volles Ansehen und Beachtung erlangt hat.

Auch Schriftsteller , Philosophen, Theologen, Gottes-und Wahrheitssucher  und Wissenschaftler finden seine Beachtung und Beschreibung.

Die Waldenser und Katharer  und ihre Bewegungen werden erwähnt und erklärt. Hexenverfolgungen im Mittelalter und Inquisitionsverfehlungen der Kirche kommen nicht zu kurz, werden nicht verschwiegen und schonungslos mit gründlicher Recherche an den Pranger gestellt.

Auch bekannten Literaten  wie Leo Tolstoi, Gotthold Ephraim Lessing und Meister Eckhart  sind eigene Kapitel gewidmet. 

Der Autor schreibt sehr bildlich und mit viel christlicher  Empathie für diese Gruppen und Personen und das macht jeden Abschnitt für sich sehr lesenswert. Sein Wissen hat er anschaulich vermittelt und es stellt ein absolutes Highlight für Religionsinteressierte und *Suchende* Leser dar.  

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24 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

empfehlung, j paul henderson, rezension, diogenes, blogger

Letzter Bus nach Coffeeville

J. Paul Henderson , Jenny Merling
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.05.2017
ISBN 9783257243918
Genre: Romane

Rezension:

Zitat Seite 41, Nancy fragt  Gene (Doc):

"Ich weiss nicht, ob wir jemals heiraten, aber ich bin sicher , wir bleiben auf jeden Fall für immer Freunde. Du würdest alles für mich tun , oder? "

Dieser  Roman ist ein Roadtrip über unterschiedlichste  Menschen  und beschreibt den Verlauf einer von vielen möglichen Alzheimer Erkrankungen,,, und wie man auf ungewöhnliche Weise damit leben ( und sterben) kann und muss,,, ein Buch voll von schrägem Humor, witzigen Dialogen und Situationskomik der Protagonisten   -  aber auch die Ernsthaftigkeit und Gefühlstiefe der Romancharaktere  werden aufgezeigt !

Rezension (8.8.17)

MEINE MEINUNG:

Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt und der Autor stellt sorgfältig und genau die sehr unterschiedlichen Protagonisten Nancy, Gene (Doc), Bob, Jack, Eric vor, ihre Kindheit und Jugend, ihre Gemeinsamkeiten und Beziehungen  untereinander und ihre Lebensgeschichten vor. Das Thema Alzheimer wird am Anfang nur behutsam , eher gar nicht erwähnt. Man bekommt mehr Einblick in die Geschichte,  das Leben und gesellschaftliche  Geschehen der USA, was ich als sehr interessant  und lesenswert empfand! Nancy und Gene führen nach dem Zerbrechen ihrer jungen Liebe jeweils ein Familienleben mit anderen Partnern, fühlen sich aber freundschaftlich lebenslang miteinander verbunden. 
Der Schreibstil des Autoren ist sehr ansprechend, flüssig und angenehm zu lesen, langweilt nie und ich habe mich trotz des ernsten Thema sehr gut unterhalten gefühlt. Seine Schreibweise hat mein Herz berührt, traurig gemacht und mich plötzlich durch witzige Situationskomik wieder zum Lachen gebracht.  
Trotzdem steuert die Geschichte im zweiten Teil unaufhaltsam  auf das Thema Alzheimer und Demenz zu, welches am Ende jedes Menschenleben zu Charakterveränderungen und einem völlig anderem Lebensgefühl führen kann. 
Nancy und Gene haben sich vor Nancy's Erkrankung  eine Lösung zurecht gelegt und sie vertraut ihrer ersten Liebe und Jugendfreund Gene, der Arzt von Beruf ist , voll und ganz.  Auch für Gene ist es ein wichtiges Erlebnis in seinem Ruhestandsdasein und er mobilisiert all seine Kraft, Wissen und Beziehungen um Nancy beizustehen.  
Und er tut ALLES für sie, ob man das nun als Verfehlung ansehen mag oder als leichte, gleitende  Hilfe in das Jenseits.

Ein Buch, welches zum Nachdenken anregt über unsere Hilflosigkeit dem Sterben gegenüber. 
Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses wertvolle Rezensionsexemplar.

Meine Bewertung : FÜNF ***** STERNE 




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