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30 Bücher, 28 Rezensionen

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72 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

humor, lehrerin, schule, schulalltag, erfahrungen

Ghetto-Oma

Frl. Krise ,
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2012
ISBN 9783499629983
Genre: Humor

Rezension:

Frl. Krise unterrichtet in einer Gesamtschule und erlebt dort die unglaublichsten Geschichten. Gleichzeitig schildert sie ihren Werdegang, von der Referendarin - bis zur altgedienten Lehrkraft.
Mein Eindruck:
Die Leseprobe zu diesem Roman erschien mir humorvoll, nett und kurzweilig. Eine Schmunzellektüre über den Schulalltag eben, doch leider kann ich mit dem Roman nicht so viel anfangen. Er erscheint mir als eine lockere Sammlung von Kurzgeschichten, die durch die Erzählungen aus den Anfängen der Autorin als Junglehrerin unterbrochen wird. Die Geschichten sind weniger kurzweilig, als ich das vermutete. Für einen sozialkritischen Roman wiederum ist das Werk zu seicht. Der Schreibstil ist etwas nervig, es gibt einige Wiederholungen und auch die "Handlung" erscheint mir recht ermüdend.
Auch warum die Autorin ihr Werk unter einem Pseudonym veröffentlicht kann ich nicht wirklich verstehen. Sie wird wegen ihrer eher harmlosen Geschichtchen keine Repressalien befürchten müssen?!
Nachdem ich mich schon durch "Frau Freitags" Erstlingswerk gequält habe muss ich abschließend feststellen, dass Lehrergeschichten wohl einfach nicht mein Ding sind.
In einer Rezension über "Ghetto Oma" habe ich einen Satz gelesen, der mich zum Schmunzelt gebracht hat und den ich auch für mich anführen möchte: Wahrscheinlich bin auch ich schultechnisch bei der guten alten Feuerzangenbowle stehengeblieben und das ist gut so, denn dieser Roman ist nach wie vor unglaublich unterhaltsam und gut gemacht.

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91 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

liebe, hamburg, suizid, selbstmord, beziehung

Wenn die Nacht am stillsten ist

Arezu Weitholz
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 05.09.2012
ISBN 9783888977756
Genre: Romane

Rezension:

Anna und Ludwig sind ein seltsames Paar oder sind sie gar nicht zusammen? Ludwig, der egozentrisch und konsumbezogen ist möchte eigentlich keine Beziehung, er scheint vordergründig gefühlskalt zu sein, doch hat er Angst vor der Nähe, sich auf jemanden einzulassen. Anna, gerade aus Südafrika zurück, hat sich hoffnungslos in diesen Mann verliebt, gibt sich selbst auf, versucht alles richtig zu machen, damit Ludwig sie liebt. Nun sitzt sie an seinem Bett, denn er hat Schlaftabletten genommen, scheint dem Tode nahe, und erzählt ihm zum ersten Mal Episoden aus ihrem außergewöhnlichen, wilden Leben. Jetzt endlich kann sie ihm alles erzählen und weiß doch nicht, ob er sie hört. Doch „am Ende geht es um den Moment“.
Mein Eindruck:
Dieser Roman ist sehr poetisch und geht stellenweise unter die Haut. Gerade die Geschichte von Annas depressiver Mutter und den Mitbewohnern, die in einem Seniorenstift vor sich hin vegetieren ist sehr eindringlich. Hier erweist sich Anna als eine gute Beobachterin. Doch was die Liebesgeschichte zwischen Ludwig und Anna anbetrifft, so erschließt sich mir die Story nicht, lässt mich etwas ratlos zurück. Es fängt schon damit an, dass Anna am Bett ihres Freundes sitzt und ihm aus ihrem Leben erzählt, wo er doch offensichtlich in Lebensgefahr schwebt und sie ihn eventuell retten könnte. Möchte sie das nicht? Gleichgültig ist er ihr ja wohl nicht und so verstehe ihre Reaktion einfach nicht. Auch die Beziehung der Beiden ist mir ein Rätsel. Dass die junge Frau sich verliebt und zunächst versucht, den Mann zu halten verstehe ich halbwegs, obwohl Ludwig einfach oberflächlich und egoistisch rüberkommt. Doch dass sie sich vollständig verleugnet, immer so ist, wie er das erwartet und sein vollständiges Desinteresse an ihrer Person mühelos aushält kann ich nicht nachvollziehen.
Hinzu kommt, dass Anna so unglaublich emotionslos reagiert, dass es mir schon fast leblos vorkommt. Gerade weil sie einiges erlebt hat, das eine Menge Lebendigkeit, Lebensfreude und Eigenwilligkeit voraussetzt, kann ich ihr auch hier nicht folgen.
Als kleines Beispiel sei hier die Szene erwähnt, in der Ludwig die Beziehung völlig unvermittelt beendet. Er sagt beim Frühstück: „Es ist aus.“ So, als ob er um das Salz bitten würde. Anna hinterfragt diesen Satz nicht, glaubt zunächst an einen schlechten Scherz. Als ihr klar wird, dass das völliger ernst ist fragt sie lediglich, ob noch zu Ende gefrühstückt werden kann.
Vielleicht liegt es daran, dass mir solche Verhaltensweisen völlig fremd sind, doch kann ich mit diesem Roman nicht so viel anfangen und habe mich auf den letzten 50 Seiten echt durchkämpfen müssen. Schade eigentlich.

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

robin hood, historischer roman, barde, mittelalter, historisch

Der Barde

Angus Donald , Katharina Volk
Flexibler Einband: 445 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2010
ISBN 9783426503706
Genre: Historische Romane

Rezension:

Alan ist ein jugendlicher Dieb. Als er beim Stehlen einer Pastete erwischt wird, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich den Gesetzlosen, die den Sherwood Forrest unsicher machen anzuschließen. Ihr Anführer, Robin Hood, erkennt schnell, welche Fähigkeiten in Alan schlummern und setzt ihn als Spion am Hofe der Königin ein.
Mein Eindruck:
Ach herje - nicht wirklich noch ein Roman über Robin Hood! Das war mein erster Gedanke, doch ich habe mich gründlich geirrt. Dieses Buch hat alles, was einen guten Abenteuerroman ausmacht: Eine spannende Handlung, Action und Tempo satt, eine bildhafte Sprache und eine leidenschaftliche Liebesgeschichte. Allerdings ist dieser Roman nichts für Zartbesaitete, denn die Schilderungen von Schlachten und auch Folterungen sind schon heftig, doch das gehört einfach dazu.
Angus Donald schafft es mühelos, den Leser am Leben und Leiden eines Gesetzlosen teilhaben zu lassen. Hinzu kommt, dass er die Charaktere mit Leben erfüllt, mit Worten Bilder erschafft. Ich habe die knapp 400 Seiten in einem Zug ausgelesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen, habe mich mitten in die Geschichte fallen lassen können.
Fazit: Ein toller historischer Roman voller Blut, Leidenschaft und Action.

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

demenz, liebe, alzheimer, familie, jugendfest

Als der Regen kam

Urs Augstburger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 10.11.2012
ISBN 9783608939743
Genre: Romane

Rezension:

Helen ist an Alzheimer erkrankt, sie verfällt immer mehr und so kommt ihr Sohn Mauro nach langer Zeit heim, um seine Mutter zu besuchen und ihre Wohnung aufzulösen. Doch an dem Tag, an dem das jährlich stattfindende Jugendfest begangen wird, erwachen alte Erinnerungen in Helen. Sie tanzt mit einem unsichtbaren Geliebten über den verlassenen Tanzboden, lebt sichtlich auf. Ihr Sohn ahnt, dass Helen ein Geheimnis hat und versucht es zu ergründen.

Mein Eindruck: Noch immer ganz im Banne dieses Meisterwerkes schreibe ich die Rezension. Ich habe selten ein so poetisches, wunderbares und machtvolles Werk gelesen. Es erzählt von Liebe und Verrat, von ewiger Treue und einer schmerzlichen Trennung. Dabei wird Urs Augstburger mit keiner Zeile trivial, überschreitet nie die Grenze. Der Leser ist ganz gefangen in dieser wundersamen Geschichte, leidet und liebt mit den Protagonisten. Die Handlung entwickelt sich, wird nach und nach dramatisch, je näher man Helens Geheimnis kommt. Doch ist der Roman ein Buch der leisen Töne, besticht durch seine wunderbar potetische Sprache.
Gleichzeitig gelingt es dem Autor ein Gesellschaftsporträt der 50er Jahre zu zeichnen, dass mit seiner Genauigkeit besticht. Der Kleinstadtmief stinkt zu Himmel, doch auch hier gibt es keine Übertreibung.
Letztendlich kommt es zu einem guten Ende, doch es ist bitter-süß und hat mich melancholisch und trotzdem getröstet zurückgelassen.
Fazit: Welch ein wunderbares Werk, ich werde es immer wieder lesen und jedes Mal eine neue Facette entdecken.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

versteckte stadt, e-book (kindle), täuschung, wahnsinn, berlin-krimi

Die versteckte Stadt

Jonas Winner
E-Buch Text
Erschienen bei Berlin Gothic Media, 22.09.2011
ISBN B005OVCVZW
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Siehe Rezension der Vorgängerbände. Auch dieses eBook ist nicht viel besser!

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

täuschung, berlin-krimi, pageturner, verlockung, e-book (kindle)

Nachts bei Max

Jonas Winner
E-Buch Text
Erschienen bei Berlin Gothic Media, 03.02.2012
ISBN 9783943542097
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der erste Roman dieser Fortsetzungsgeschichten hat mich einigermaßen fasziniert und so habe ich mir hoffnungsfroh alle sechs bisher vorhandene Bände zugelegt, obwohl ich nicht begreife, warum das Werk in 7 kurze Teile zerstückelt worden ist.
Band 2, "Die versteckte Stadt", ist zum einen eine Aneinanderreihung von merkwürdigen Geschehnissen: Es scheint in/unter (?) der Hauptstadt eine 'Versteckte Stadt' zu geben. Dort werden obskure Handlungen an Menschen vorgenommen. Es finden Papageienkämpfe im Musikzimmer eines Autors statt.( Darauf muss man erst mal kommen... ;-) ). Ein Vater ist mit einem Kind irgendwo eingesperrt und zerstückelt sich selbst, weil es nichts zu essen gibt (aua). Ein Mensch, der sich die angenähten Arme vom Körper reißt. Hinzu kommen merkwürdig zusammenhanglose Traumsequenzen, Hinweise auf eine Krankheit, die es zum Anfang des letzen Jahrhunderts gab.
Tja - dann sind da noch Till und sein Freund Max. Die beiden Kinder, 12 Jahre alt, führen Dialoge wie Philosophiestudenten im letzten Semester...was meine Hoffnung auf einen einfach spannenden Thriller letztendlich schwinden ließ. (O-Text:"Die Empfindlichkeit, die nötig ist, um sich für die-im Vergleich mit der Natur-winzige Dimension des Menschlich erwärmen zu können." Das sagt ein Kind - verstehen SIE das?)
Sorry, der Ansatz ist sicherlich da, es hätte ein richtig guter Thriller werden können, doch ich glaube, hier steht der Autor sich selbst im Weg. Er will mehr als nötig und das ist einfach zu viel.
Es sei hier noch einmal erwähnt, dass die eBooks einen Euro pro Stück kosten, und die Ausgabe sicherlich zu verschmerzen ist!

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

thriller, berlin-krimi, pageturner, täuschung, verlockung

Berlin Gothic

Jonas Winner
E-Buch Text
Erschienen bei Berlin Gothic Media, 26.08.2011
ISBN B005JJDUJ0
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Von dieser Fortsetzungsgeschichte gibt es bisher sechs Romane, der siebte ist noch nicht veröffentlicht. Ich habe mir die eBooks heruntergeladen und war von Teil eins recht angetan, obwohl das Buch ziemlich kurz ist und viele Fragen offen lässt. Inzwischen habe ich mich bis zu Teil vier durchgekämpft und es aufgegeben weiterzulesen, denn die Romane sind mir einfach zu langweilig/ekelig/mystisch und unausgereift.
Doch muss ich gerechterweise sagen, dass "Berlin Gothic" pro eBook einen Euro kostet und das ist völlig in Ordnung. Wie oft habe ich schon ein langweiliges Printbook gekauft, das wesentlich teurer war und es ohne entsprechende Kritik weggelegt.
Man ist geneigt, schnell zu kritisieren, weil das einfach möglich ist!

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

dänemark, folter, politikerin, autounfall, skandinavien

Erbarmen

Jussi Adler-Olsen
E-Buch Text: 432 Seiten
Erschienen bei Deutscher Taschenbuch Verlag, 01.02.2011
ISBN B004UR7HEQ
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(550)

1.027 Bibliotheken, 19 Leser, 10 Gruppen, 95 Rezensionen

dänemark, thriller, mord, gewalt, rache

Schändung

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.09.2010
ISBN 9783423247870
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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79 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

familie, karriere, humor, vater, kinder

Superdaddy

Sören Sieg
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 08.06.2012
ISBN 9783471350768
Genre: Romane

Rezension:

Philipp Kirschbaum-Fahrenholz ist ein Komiker, was sich bei diesem Namen geradezu anbietet. Er liebt seine Familie über alles und regelt Haushalt und Beruf irgendwie, ist immer für die drei Kinder da. Seine Ehefrau Charlotte steht kurz vor ihrer ersten Professur in Familiensoziologie und kümmert sich wenig um Mann und Kinder.
Irgendwann wird Philipp klar, dass er sich entscheiden muss: Doch die Alternativen-Scheidung, Magengeschwüre oder Hausmann forever sein sind nicht gerade prickelnd.
Mein Eindruck:
Ich fange mit dem Positiven an. Das Cover ist richtig gut und passt hervorragend zum Thema. Sören Siegs Schreibstil ist locker und unverkrampft, man nimmt ihm die Erfahrungen als leidgeprüfter Vater (und Ehemann?) ab.
Doch leider reicht das einfach nicht, um einen richtig guten Roman zu schreiben. Hier wird der ganz normale Wahnsinn des Familienlebens mit mehreren Kindern beschrieben, nur dass in diesem Fall der Vater fast alle Probleme allein bewältigen muss. Das ist tragisch, doch nicht wirklich ungewöhnlich. Philipp ist meist ratlos, badet in Selbstmitleid und hangelt sich einfach mal zum nächsten Problem. Ab und zu gelingt es, den Leser schmunzeln zu lassen und Parallelen zu den eigenen Kinder bieten sich an. Doch was hier erzählt wird reißt den Leser nicht vom Hocker. Die Story ist vorhersehbar, sicherlich amüsant, doch nicht wirklich witzig. Es fehlt die Prise Pfeffer was mich verwundert, da der Autor doch ein Komiker ist.
Fazit: Ein nettes Urlaubsbuch, das man gleich wieder vergessen kann.

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1.652 Bibliotheken, 42 Leser, 10 Gruppen, 144 Rezensionen

new york, liebe, amerika, radio, gewalt

Der Junge, der Träume schenkte

Luca Di Fulvio , Petra Knoch
Flexibler Einband: 783 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 22.07.2011
ISBN 9783404160617
Genre: Historische Romane

Rezension:

New York, 1909. Cetta hat ihre süditalienische Heimat verlassen um in Amerika neu anzufangen. Mit ihr reist ihr kleiner Sohn Natale, die Frucht einer Vergewaltigung durch den Gutsherren. Sie hofft auf ein besseres Leben, doch bald schon holt sie die grausame Realität ein, denn man zwingt sie zur Prostitution.
Natale, genannt Christmas, wächst zu einem aufgeweckten jungen Mann heran. Er hat ein ganz besonderes Talent, mit dessen Hilfe er die Menschen in seinen Bann zieht: Er ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. So gründet er, zusammen mit seinen Freunden, einen illegalen Radiosender in Harlem.
Mein Eindruck:
Dieser Roman ist ein ganz besonderes Schmuckstück. Er nimmt den Leser mit auf eine Reise in das Amerika des frühen 20. Jahrhunderts und lässt ihn zusammen mit den Protagonisten leben, lieben und leiden. Der Leser taucht ein in die grausame und unbarmherzige Welt der Lower East Side New Yorks, in der die brutalen Gesetze der Gangs herrschen und nur der Stärkste überleben kann.
Luca di Fulvio gelingt es meisterhaft das Kopfkino in Gang zu setzen und eine Fülle bunter Bilder entstehen zu lassen, die faszinieren und nicht mehr loslassen.
Doch nicht nur von Grausamkeit und Brutalität wird in diesem Roman erzählt, auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Hier erzählt der Autor eine facettenreiche Geschichte, nichts ist vordergründig oder versponnen - unrealistisch.
Falls es überhaupt etwas zu meckern gibt, dann die Tatsache, dass Cover und Klappentext nicht sehr viel mit der Handlung des Romans zu tun haben.
Fazit:
Alles in allem ist „Der Junge, der Träume schenkte“ ein sehr empfehlenswerter Roman, der von der ersten bis zur letzten Zeile fasziniert.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

fälschungen, mittelalter, historisch, bayern, lepra

Die Fälscherin

Julia Freidank
E-Buch Text: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 09.03.2012
ISBN 9783843702003
Genre: Historische Romane

Rezension:

Für Blanka von Burgrain endet der zweite Kreuzzug im Lazariterspital in Jerusalem. Hier wird sie zurückgelassen, denn sie ist an Aussatz erkrankt. Einzig Bischof Otto von Freising gibt sie nicht auf. Das Wunder gelingt, Blanka wird geheilt und wird in Bayern als Laienschwester ausgebildet. Dort bietet Bischof Otto der begabten Schreiberin einen gefährlichen Pakt an: Blanka soll Urkunden für ihn fälschen.
Mein Eindruck:
„Die Fälscherin" ist ein toller historischer Roman mit authentischem Hintergrund. Julia Freidank gelingt es geschickt, Wahrheit und Fantasie miteinander zu verquicken und so ist ein mitreißendes Werk entstanden. Die Machtkämpfe zwischen der Kirche und den weltlichen Herrschern werden eindringlich geschildert, der historische Hintergrund dominiert.
Doch ist das Buch alles andere als trocken, den die Figuren sind voller Leben. Gerade Blanka, hin- und hergerissen zwischen der Treue zu ihrem Herrn, dem Bischof Otto von Fresing, und der Liebe zu einem Ritter seines Widersachers hat die Sympathie des Lesers. Auch die Idee Blanka als weibliche Fälscherin auftreten zu lassen hat etwas, denn gerade in der damaligen Zeit war die Kunst des Schreibens und Lesens für eine Frau ja etwas Besonderes.

Fazit: Insgesamt ist dies ein gut recherchierter Roman, der den Leser durch seine Facettenreichtum fesselt.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

familiengeschichte, gestapooffizier, verdrängung und schuld, weimarer republik, alkoholkranke mutter

Im schwarzen Mantel

Sylvia Smuda
E-Buch Text
Erschienen bei Vias Verlag, 13.06.2011
ISBN B0055UKDPC
Genre: Sonstiges

Rezension:

Christine kommt als drittes Kind von Heinrich und Anna Tjaben zur Welt. Ihr Vater ist ein führendes Mitglied der Gestapo. Die Mutter, als Alkoholikerin völlig überfordert, vernachlässigt Kinder und Haushalt gnadenlos, was zur Scheidung führt.
Als alte Frau erzählt Christine ihrem Sohn ihr Leben. Offenbart ein Geheimnis, das sie nicht zur Ruhe kommen lässt.
Mein Endruck:
Dieses Buch macht betroffen, gerade weil Christine die Geschichte ihrer Familie seltsam emotionslos erzählt. Sie ist präzise, wenn es um die äußeren Umstände der damaligen Zeit geht, doch hält sie sich sehr zurück was die Tätigkeit ihres Vaters bei der Gestapo angeht. Als Dienststellenleiter gehörte er zum Umfeld Hitlers, war sicherlich kein unbeschriebenes Blatt. Auch seine Intension zur Gestapo zu gehen, sich dort hochzuarbeiten bleibt im Dunkeln. Er wird als gradlinig und aufrecht beschrieben, doch muss er seine dunklen Seiten gehabt haben. Zwar glorifiziert seine Tochter ihn nicht, doch tritt die tiefe Liebe zum Vater deutlich in den Vordergrund.
Doch gerade durch diese Schilderung wirkt die Geschichte unglaublich authentisch. Nichts ist nur schwarz oder weiß, es dominieren die Mischfarben. Tjaben ist ein Nazischerge, jedoch kein schlechter Vater und Ehemann. Seine Tochter schildert ihn so, wie sie ihn erlebt hat und der Leser ist gleichermaßen fasziniert und entsetzt. Vor allem entsetzt darüber, wie leicht es diesem Mann gefallen ist, sich nach dem Krieg wieder einzugliedern, einige Zeit mit falschem Namen zu leben und dann zur Tagesordnung über zu gehen. Wenn dieser Roman auf Tatsachen beruht, so ist gerade DIESE TATSACHE wirklich erschreckend!
Wer hier einen prallen Roman erwartet, wird allerdings enttäuscht werden. Die Biographie bleibt eigenartig blutleer, ist eher eine Abfolge der Ereignisse mit einigen eingestreuten Anekdoten. Doch wer sich auf dieses Buch einlässt, erlebt einen eindringlichen Bericht deutscher Geschichte, der viel Platz für die eigene Fantasie lässt und den Leser dazu anregt, sich seine eigenen Gedanken zu machen!

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 24 Rezensionen

afrika, entführung, schweden, stockholm, lösegeld

Weißer Tod

Liza Marklund , Anne Bubenzer , Dagmar Lendt
Fester Einband: 378 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 08.03.2012
ISBN 9783550087523
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Stockholm wird die Leiche einer jungen Mutter gefunden und die Journalistin Annika ermittelt. Doch dann verändert eine Nachricht ihr Leben grundlegend: Ihr Mann Thomas wird, zusammen mit einer internationalen Delegation, bei einem Aufenthalt in Afrika entführt. Da der schwedische Staat sich nicht zuständig fühlt, versucht Annika zusammen mit dem Staatssekretär Jimmy Halanius das geforderte Lösegeld aufzubringen und ihren Mann aus der Geiselhaft zu befreien. Schließlich reist sie nach Afrika um ihrem Mann zu retten.
Mein Eindruck:
Dieses ist ein spannender Thriller mit realistischem Hintergrund. Liza Marklund gelingt es mühelos die Spannung zu steigern, herauszuarbeiten, wie hilflos und alleingelassen die Entführungsopfer und ihre Angehörigen sich angesichts des grausamen Terrors fühlen. Auch die Situation der Entführer wird beleuchtet; ihren ist oft nicht bewusst, wie überzogen ihre Forderungen sind, wie wenig die einzelnen Entführungsopfer bedeuten.
Annika, die Frau des entführten Staatsbeamten schwankt zwischen Panik, Hoffnung und Grauen, auch das schildert die Autorin eindringlich und doch mit leisen Tönen. Die Story wird abwechselnd aus der Sicht des Entführungsopfers und den Angehörigen (Thomas und Annika) erzählt, was die Story zusätzlich spannend macht.

Wäre da nur nicht der irreführende Titel des Romans und die nebenbei erzählte Mordstory um die toten jungen Frauen. Letztendlich hätte Liza Marklund gut daran getan, sich auf eine Story zu konzentrieren, was sie irgendwie ja getan hat, denn die Mordfälle in Schweden treten völlig in den Hintergrund, sind nur Beiwerk. Doch auch das wäre sicherlich eine interessante Geschichte gewesen, gerade im Hinblick auf die völlig überzogenen Reaktionen der Presse, die an nichts anderem interessiert ist, als die Auflagen zu steigern.

Der Roman hat, gerade im Mittelteil, sicherlich seine Längen, macht zuweilen ungeduldig. Trotzdem ist „Weisser Tod“ ein lesenswerter Thriller um ein brisantes Thema.

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58 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

liebe, hamburg, familie, selbstfindung, zwiebelmett

Das Schwein unter den Fischen

Jasmin Ramadan
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Tropen, 22.02.2012
ISBN 9783608501209
Genre: Romane

Rezension:

Stine hat es nicht leicht: Ihre französische Mutter macht sich kurz nach ihrer Geburt aus dem Staub und lässt das Kind in der Obhut Rainers, des zwar bauernschlauen, doch ansonsten ziemlich assigen Vaters zurück. Der lernt wenig später Ramona, eine ständig betrunkene, bauchtanzende Schlampe kennen und heiratet sie. Zusammen machen die Beiden einen Imbiss auf, der sich in erster Linie durch Rainers leckere Zwiebelmettbrötchen über Wasser hält. Hinzu kommt eine lesbische, durchgeknallte Tante, eine geizige Oma und jede Menge verrückte Bekannte. Stine versucht mit allen Mitteln ihren Weg zu finden, doch erst als sie Heinrich und Lilly, zwei ungewöhnlichen alten Leuten begegnet, weiß sie endlich, was sie will.
Mein Eindruck:
Die Geschichte fängt wirklich lustig an, wobei dem Leser mit der Zeit das Lachen vergeht und er ein unglaubliches Mitleid mit dem kleinen Mädchen bekommt, das in dieser Umgebung aufwächst.
Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto nerviger und unverständlicher wird sie. Die Figuren wirken allesamt künstlich, völlig exzentrisch. Sie agieren planlos, robben sich von Ereignis zu Ereignis. Hinzu kommt, dass sehr viel geschwafelt und noch mehr gekifft wird, was die Handlung nicht gerade vorwärts bringt.
Stine, die im Laufe der kruden Handlung endlich das Abi in der Tasche hat, hilft im Imbiss aus, kommt nicht wirklich auf den Gedanken ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie verschafft sich durch Erpressung (?) einen Job als Haushaltshilfe für alte Menschen. Vermittelt wird das Ganze durch eine christliche Organisation. Mal ehrlich, den Job hätte sie wohl auch so bekommen.
Hinzu kommt, dass die Geschichte sehr vorhersehbar ist. Irgendwie erinnern mich eine Menge Szenen an ähnliche, schon gelesene Romane. Hier ist von jedem etwas genommen und kräftig durchgeschüttelt worden. Lediglich der Schluss der Story ist überraschend, wenn auch verwirrend und viel zu glatt. Stine findet ihre Mutter, driftet in ein neues Leben ab. In diesen Kreisen haben die Leute zwar auch zum größten Teil einen an der Waffel, doch das scheint eher ihre Welt zu sein.
Fazit: Dieser Roman polarisiert. Es wird Leser geben, die das Buch lieben, andere wiederum werden nur genervt sein. Witzig ist, dass beides wohl denselben Grund hat: Die ersten mögen Jasmin Ramadans planlos agierende Figuren, können sich mit ihnen anfreunden, die anderen Leser sehen das völlig gegenteilig; leider gehöre ich zur letzteren Gruppe.

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(28)

39 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

schweden, koffer, geschichte, bali, elefant

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman

Jonas Jonasson
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann Verlag, 29.08.2011
ISBN B005IVZVT6
Genre: Romane

Rezension:

Welch ein Titel: sperrig bis zum geht nicht mehr! Doch das ist bezeichnend für diesen Roman, denn das Buch ist anders, unterscheidet sich wohltuend von der Masse.
Allan Karlson, der Hunderjährige, entschließ sich eines Tages dazu, das Altenheim durchs Fenster zu verlassen, klaut einen Koffer voller Geld, tritt eine abenteuerliche Flucht an, in deren Verlauf er auf einige obskure, doch liebenswerte Personen und einen Elefanten trifft. Gangster werden von dem Elefanten tot gesessen, erfrieren aus Versehen.
In Rückblenden erfährt der Leser mehr über Alan. Liest zu seinem Erstauen, dass er General Franco das Leben rettete, Truman unter den Tisch soff und ihm nebenbei die Bauanleitung für die Atombombe mitteilte. Dass er Maos spätere Frau rettete und Lenin ihn in den Gulag schickte, wo er zusammen mit Albert Einsteins dümmlichem und lebensmüdem Bruder flieht.

In der Anlage erinnert der Roman stark an Forrest Gump, doch ist hier der Protagonist nicht dumm - naiv, sondern mit stoischer Ruhe und Mutterwitz ausgestattet. Er meistert alle Situationen mit bemerkenswerter Gelassenheit. Das ist seine Kraft: Er steht wie ein Fels in der Brandung, nichts kann ihn erschüttern.
Diese Geschichte ist erfrischend anders und es gelingt Jonas Jonasson mithilfe seiner wunderbaren Sprache aus vielen kleine Fäden zwei faszinierende Handlungsstränge zu weben. Er zeichnet seine Figuren mit liebevoller Akribie, haucht ihnen Leben ein, lässt den Leser mitleiden und -lachen, denn diesem trockenen Humor kann niemand widerstehen!
Fazit: Ein wunderbares Buch!

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(71)

117 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

england, shakespeare, krimi, mord, pippa bolle

Dinner for one, Murder for two

Auerbach & Keller
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.02.2012
ISBN 9783548610382
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Pippa Bolle, erfolglose Übersetzerin, gerade von ihrem Lebenspartner getrennt, ist glücklich ein paar Wochen im südenglischen Hideaway verbringen zu dürfen. Hier soll sie das Haus ihrer Großmutter hüten und bekommt einen Job als Betreuerin des internationalen Ensembles der Shakespeare Festspiele, die in Stratfort-upon-Avon stattfinden sollen. Doch es geschieht ein Mord und Pippa ermittelt.

Mein Eindruck:
Der erste Gedanke war: ‚Warum heißt die arme Frau Pippa, wofür steht diese Abkürzung (so es eine ist)?‘ Aber gut, das soll wohl originell sein.

Nicht weniger originell ist die Personenbeschreibung am Anfang des Buches, für jede Person gibt es ein passendes Zitat aus „Hamlet“.
Weiterhin hat es das Autorinnenduo gut verstanden in ihrem Roman ein wenig britische Schrulligkeit unterzubringen. Leicht, locker und liebenswert wird hier das Dorf- und Tierleben in Hideaway geschildert. Natürlich gibt es Geheimnisse und Intrigen, doch alles in allem sind die Dorfbewohner einfach knuddelig. Unterschwelliger Humor lässt den Leser zuweilen schmunzeln, auch das ist very british.

Doch leider ist „Dinner for one“ eher ein Unterhaltungsroman, als ein Krimi. Die Mordfälle kommen am Rande vor, sind nicht wirklich wichtig.

Wie so oft gilt auch hier: Wer hat denn nur den Klappentext verbrochen, denn ich erwartete nach der vollmundigen Ankündigung einen spannenden Krimi mit Bezug zum großen Shakespeare, doch muss sich der Leser durch das halbe Buch kämpfen, ehe überhaupt etwas passiert.
Der, als erstes Mordopfer erwähnte, miese Regisseur wird erst im allerletzten Teil des Romanes vom Leben in den Tod befördert, was nach der Ansage verwunderlich ist
.
Auch das Cover finde ich langweilig und wenig gelungen, denn im Buch gibt es keinen Bezug auf den Sketch mit Freddy Frinton.

Sorry, so liebenswert das Buch geschrieben ist; gegen diese müde Kriminalgeschichte ist jeder Miss Marple Krimi ein blutrünstiger Thriller!

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(399)

605 Bibliotheken, 9 Leser, 8 Gruppen, 99 Rezensionen

shakespeare, liebe, humor, zeitreise, london

Plötzlich Shakespeare

David Safier , , ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 12.03.2010
ISBN 9783463405537
Genre: Humor

Rezension:

Bin ja ziemlich neu hier, dieses Buch fand ich in der Rubrik "Aktuell - bzw. neue Romane". Sorry, aber den Roman habe ich vor gut nem Jahr gelesen...
"Plötzlich Shakespeare" ist ein nettes Buch, hübsch gemacht. Mann/Frau tauschen ihre Identität, der Mann ist ausgerechnet Shakespeare. Doch gab es dieses Thema wirklich schon häufiger und origineller geschildert.
Dieses ist der dritte Roman, den ich von David Safier gelesen habe und auch der schwächste.
Nett gemacht, doch kann es "Plötzlich Shakespeare" in kleinster Weise mit dem superwitzigen Roman "Mieses Karma" aufnehmen.

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spannend, hamburg, thriller, hart, schnell

Glashaus

David Gray
E-Buch Text
Erschienen bei null, 09.09.2011
ISBN B005M5XGKO
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Boyle ist gerade zur Mordkommission versetzt worden und sieht sich schon einem brisanten Fall gegenüber. Der Sohn des Polizeipräsidenten Stiller ist erschossen worden. Stiller will den Mörder seines Sohnes tot sehen und macht das dem Kommissar unverblümt klar, schreckt nicht vor einer Erpressung zurück.
Boyle ermittelt auf seine ganz eigene Art und entdeckt bald eine Verschwörung ungeahnten Ausmasses.
Mein Eindruck:
Ich habe diesen Krimi verschlungen, denn „Glashaus“ ist ein unglaublich eindringlicher, lebensnaher Roman. Die Figuren sind so echt, handeln so nachvollziehbar, dass sich der Leser, teilweise mit Grauen, in sie hineinversetzen kann.
Gray ist es gelungen, eine spannende Story zu erzählen, wobei er nicht zimperlich ist. Er lässt seine Protagonisten zynisch, brutal und zugleich sensibel sein.
Es gibt einige wirklich böse Szenen, die unterschwellig wirken: Ein Türke will eine Anzeige bei der Polizei machen und wird von einem Döner essenden Polizisten abgewiesen. Ein Mordopfer wird geschächtet.
Grays Sprache ist der Handlung angepasst, fast zu hart und unvermittelt. Doch in diesem Fall passt sie einfach zur Geschichte, gibt ihr den nötigen Thrill.
Gleichzeitig lässt dieser ungewöhnliche Krimi den Leser sehr nachdenklich zurück, denn hier wird ein Stück deutscher Realität beschrieben.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ein Haus in Yorkshire

Caroline Benett
E-Buch Text
Erschienen bei null, 17.12.2011
ISBN B006NJSH98
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sarah ist frisch geschieden, sieht es als Wink des Schicksals, als sie ein Haus in Yorkshire erbt, sie ist begeistert. Vor Ort angekommen, macht sich schnell Ernüchterung breit. Das Haus ist baufällig, die Nachbarn gewöhnungsbedürftig. Sie stolpert von einem Fettnäpfchen zum nächsten.
Mein Eindruck: Ein nettes, unkompliziertes Buch über - natürlich - die Liebe und andere Katastrophen. Die Handlung ist vorhersehbar, doch trotzdem macht das Lesen einfach Spass, was sichtlich an Caroline Benetts flottem Schreibstil liegt. Flockig leicht erzählt sie die Geschichte und lässt den Leser schmunzeln.
Fazit: Ein entspannendes Lesevergnügen für kalte Wintertage vor dem Kamin.

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paris, historisch, verfolgung, krieg, liebe

Wolfswechsel

David Gray
Flexibler Einband: 257 Seiten
Erschienen bei David Gray, 05.08.2012
ISBN B004Y1VBKE
Genre: Sonstiges

Rezension:

Paris, Mai 1969. Nach einer Razzia warten in der Zelle eines Pariser Polizeireviers Prostituierte, Freier und Zuhälter auf ihre Vernehmung. Darunter befindet sich auch Wladislaus Wajda, der Chefchirurg des Warschauer Regierungskrankenhauses. Während die Verhafteten auf ihre Verhöre warten, bittet die junge Prostituierte Nathalie ihn ihr seine Geschichte zu erzählen: Vor dem Krieg floh er als Jude nach Paris, wo ihn die deutschen Besatzer schließlich verhafteten und in ein Vernichtungslager deportierten. In einer Welt, die weder Mitleid noch Hoffnung kannte, war Wajda entschlossen zu überleben, ganz gleich um welchen Preis, so geht er den Naziärzten zur Hand.In den Wirren der letzten Kriegsmonate gelingt es Wajda aus dem Vernichtungslager zu fliehen.
Verkleidet als Wehrmachtshauptmann Jakob Weiss schlägt er sich durch die Einsamkeit der ostpreußischen Wälder in Richtung der russischen Front. Halb tot und ausgehungert wird er von den Bewohnern des abgelegenen Gutes Bülow gefunden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Rote Armee über die Memel setzt und in Ostpreußen einfällt. So bietet Catherina, die Herrin des Gutes, dem vermeintlichen Hauptmann Weiss an das Ende des Krieges auf Bülow abzuwarten.
Doch als Wajda sich bei einer Wolfsjagd mit Tollwut infiziert, ist er nicht nur gezwungen, Catherina seine wahre Identität aufzudecken.
Ein unglaublich eindringliches Buch, das sprachlos macht vor Grauen. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, denn die Story lässt einen nicht los.

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paris, new york, mord, liebe, literatur

Unsichtbar

Paul Auster , Werner Schmitz ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 16.07.2010
ISBN 9783498000813
Genre: Romane

Rezension:

Hier stehe ich also, habe das Buch gelesen und bin völlig ratlos. Einerseits hat sich das Werk mir nicht wirklich erschlossen, ich blieb seltsam distanziert, obwohl alles das ist, was einen guten Roman ausmacht: Mord, Sex, intelligente Dialoge, geschickte Szenenwechsel, ein interessanter Hintergrund. Andererseits musste ich es zu Ende lesen.
Doch schaffte es Auster nicht, mich zu faszinieren.
Der Roman wird aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt, was sicherlich interessant ist und die Handlung vorantreibt. Und der Protagonist zunächst ein begabter, doch etwas naiver Student ist und im Laufe der Handlung seine Unschuld in jeder Beziehung verliert.
Auch der Schluss erscheint mir merkwürdig und sehr abrupt.
Fazit: Ein interessantes Werk, das zum nachdenken anregt: Wo beginnt die persönliche Schuld und sollte man bis an die absolute Grenze gehen...

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angie, popsongs, gwyneth, kurzbiografien, lovesongs

Das Mädchen aus dem Song

Michael Heatley , Madeleine Lampe , Thorsten Wortmann
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 01.08.2010
ISBN 9783896025791
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ob Lola, Suzanne, Rita, Maggie May, Carry Anne, Peggy Sue – oder Angie.
Ob es der Titel „Wonderful Tonight“, „Every Breath You Take” oder das “Girl From Ipanema”, ist. Immer hat ein Musiker sich von einer Frau inspirieren lassen.
Michael Heatly ist ein renommierter Musikjournalist und hat sich auf die Suche nach eben jenen faszinierenden Frauen gemacht. Herausgekommen ist ein kurzweiliges und gleichzeitig informatives Buch, das zu 50 Klassikern der Musikgeschichte die jeweilige Lovestory erzählt. Mit viel Hintergrundwissen und noch mehr Spaß an der Sache beschreibt Heatly Geschichten aus dem wirklichen Leben: vielschichtig, komplex, schillernd, manchmal schrecklich tragisch, aber oft einfach wunderschön. Dieses Buch ist eine faszinierende Reise durch die Pop-und Rockgeschichte.
Übrigens: Schon gewusst, dass Mick Jagger in dem Titel „Angie“ nicht David Bowies Frau Angela besungen hat?

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spanien, freundschaft, geheimnis, vergangenheit, mallorca

Töchter des Schweigens

Elia Barceló , Petra Zickmann
Fester Einband: 424 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 13.04.2011
ISBN 9783866122666
Genre: Romane

Rezension:

Sie haben dreißig Jahre nicht darüber gesprochen, haben gehofft, dass die Zeit alle Wunden heilt, dass sie vergessen können, was in jener schicksalsschweren mallorquinischen Nacht geschehen ist. Doch als sich die sieben Freundinnen nach Jahrzehnten wiedertreffen, müssen sie feststellen, dass nichts vergessen ist, die Schuld nichts von ihrem Schrecken verloren hat. Für eine von ihnen endet das Wiedersehen tödlich.

Mein Eindruck:
Welch ein wundervoller Roman, schön und schrecklich zugleich. Elia Barceló versteht es wie keine Andere, mit Worten zu malen. Situationen und Begebenheiten mit Leben zu füllen und den Leser zu fesseln, teilnehmen zu lassen.
Sieben Freundinnen, in den Siebzigern gerade einmal 18 Jahre alt, sind hoffnungsfroh, wollen Leben, Erleben und alles möglich machen. Doch ihr Traum zerplatzt wie eine Seifenblase, denn sie haben ein dunkles, schreckliches Geheimniss. Die Protagonistinnen dieses Romans sind so authentisch, so voller Leben, dass man den Eindruck gewinnt, sie vor sich zu sehen. Sie gut zu versteht und mit ihnen leidet.
Doch das ist nur eine Facette dieses wunderbaren Romans, auch der geschichtliche Hintergrund ist faszinierend. Spanien im Umbruch, der greise Franco, welcher seinen Zenit längst überschritten hat und nicht verhindern kann, dass der Staat liberaler wird. Die Situationen der Frauen, die von ihren Männern dominiert werden. All das ist hervorragend geschildert, eingebunden in die eigentliche Handlung.
Auch die Auflösung des eigentlichen Verbrechens hält den Leser in Atem, lässt ihn bis zur letzten Seite im Unklaren und verblüfft durch seine Klarheit.
Fazit: Dieser Roman muss ein Bestseller werden, denn er hat alles, was einen Erfolgsroman ausmacht.

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alkohol, familie, armut, belgien, kindheit

Die Beschissenheit der Dinge

Dimitri Verhulst , Rainer Kersten
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Sammlung Luchterhand, 03.09.2007
ISBN 9783630621203
Genre: Romane

Rezension:

Dimitri wächst bei seiner Großmutter in einem flämischen Dorf auf. Mit im Haushalt wohnen sein Vater und drei Onkel. Sozialamt, Kneipe, Klo sind die Eckpfeiler ihres Lebens und sie sind stolz darauf.
Mein Eindruck:
„Zum Gedenken an meine Großmutter, die sich die Schade ersparen wollte und starb, während ich an den letzten Seiten des Manuskriptes arbeitete.“ So fängt dieser autobiographische Roman an und erspart dem Leser nichts. Dimitri Verhulst erzählt die Geschichte seiner Kindheit, die sich irgendwo zwischen nächtlichen Zechtouren des Vaters und der Onkel und in Zwiebelmett ausgedrückten Zigarettenkippen abspielt. Zuweilen sind die Situationen so absurd und ironisch beschrieben, dass der Leser es nicht fassen kann. Dann wieder spürt man eine tiefe Melancholie, die Trauer um die verkorkste Kindheit.
Verhulst fasst seine Geschichte in 12 Kapiteln zusammen, wobei der letzte Teil des Buches von dem erwachsenen Dimitri handelt.
Wer einen Roman a la Flodder und Co. erwartet, wird enttäuscht sein, denn dieses Buch bietet viel mehr, als nur oberflächliche Beschreibungen des Assi - Daseins. Es ist vielmehr die Geschichte eines sensiblen Jungen, der seinen Platz in der Welt sucht und wohl auch gefunden hat.

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