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108 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

humor, reha, lustig, berlin, rentner

Das bisschen Hüfte, meine Güte

Renate Bergmann , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 31.07.2015
ISBN 9783499270444
Genre: Humor

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27 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

Der Lukas Rieger Code

Lukas Rieger , Josip Radović
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 09.10.2017
ISBN 9783959671705
Genre: Biografien

Rezension:

In "Der Lukas Rieger Code" erzählt der Teeniestar und Mädchenschwarm Lukas Rieger, unterstützt durch Josip Radovic, wie er sich seinen Traum vom Erfolg erfüllt hat und mit welchen  Hindernissen er dabei kämpfen musste. Beim Lesen merkt man gleich, dass die Musik für Lukas sehr wichtig ist und dass er zielstrebig seinen großen Traum verfolgt. Es gibt interessante Einblicke in das Privat- und Familienleben, Hintergrundinfos zu seiner Teilnahme bei Castingshows und natürlich dazu, wie er die sozialen Netzwerke und Communities nutzt, um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern und damit dem ersehnten Durchbruch immer näher kommt. 


Der Schreibstil ist sehr locker und flüssig zu lesen. Man hat das Gefühl, Lukas direkt gegenüber zu sitzen und ihm bei seiner Erzählung zuzuhören. Als erwachsener Leser könnte man nach einer Weile leicht allergisch auf die Worte "nice" und "fresh" reagieren, da sie sehr, sehr oft verwendet werden. Die jugendliche Fangemeinde, die ja auch die Zielgruppe ist, an die sich die Geschichte von Lukas Werdegang richtet, wird sich daran jedoch wohl kaum stören. Im Gegenteil, denn so kennen sie ihren Star ja und deshalb wird er dadurch noch authentischer wirken. Die Fotos im Innenteil werden die Herzen der Fans sicher auch höher schlagen lassen. 


Obwohl ich nicht zur jugendlichen Zielgruppe gehöre, ist mir Lukas Rieger durch seine Geschichte sehr sympathisch geworden. Sein Durchhaltevermögen und die Zielstrebigkeit, mit der er seinen Traum verwirklichen möchte, haben mich beeindruckt. Außerdem hat es mir gut gefallen, einen Einblick in sein Privatleben zu erhalten. Denn er gibt hier auch viel Persönliches preis. 

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506 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

thriller, mord, cry baby, gillian flynn, ritzen

Cry Baby - Scharfe Schnitte

Gillian Flynn , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.05.2015
ISBN 9783596032020
Genre: Krimi und Thriller

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191 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

paris, liebe, spontan, frankreich, london

Nachts an der Seine

Jojo Moyes , Karolina Fell
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.10.2016
ISBN 9783499290701
Genre: Romane

Rezension:

Nell hat bisher kaum etwas von der Welt gesehen und träumt schon lange davon, einmal nach Paris zu fahren. Obwohl sie sonst gar nicht zu spontanen Entschlüssen neigt, kauft sie zwei Fahrkarten und plant, die Stadt ihrer Träume mit ihrem Freund Pete zu besuchen. Sie organisiert alles und freut sich sehr auf ein romantisches Wochenende. Doch am Tag der Abfahrt steht Nell allein am Bahnhof. Pete schreibt ihr lediglich eine kurze SMS, dass er auf der Arbeit aufgehalten und später nachkommen wird. Für die eher schüchterne Nell ist die Vorstellung, allein in eine fremde Stadt zu reisen, in der sie sich auch eher schwierig verständigen kann, ein Graus. Doch Nell steigt tatsächlich in den Zug, in der Hoffnung, dass Pete schnell nachkommt. Doch das Wochenende verläuft ganz anders als geplant....


"Nachts an der Seine" ist eine Kurzgeschichte von gerade mal 144 Seiten. Dennoch gelingt es der Autorin hervorragend, Protagonisten und Handlungsorte lebendig zu beschreiben. Nell wächst einem vom ersten Moment an ans Herz, sodass man sich entspannt zurücklehnt und ihr Wochenende beobachtet. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, sodass man förmlich durch die Seiten fliegt und den gelegentlich eingestreuten Humor genießen kann.


Nells Geschichte, in der sie eine glaubhafte Wandlung durchmacht, liest sich quasi von selbst. Da die Erzählung ja recht kurz ist, kann man das kleine Büchlein gut zwischendurch lesen. Die Protagonisten wirken sehr lebendig. Dadurch kann man sich Nells Wochenende mühelos vorstellen. Ein wenig mehr Tiefgang und ein paar zusätzliche Seiten hätten dieser Geschichte auch nicht geschadet, da es einfach Spaß macht, diesen Paris-Trip zu begleiten.


Ich habe mich beim Lesen dieser Kurzgeschichte wirklich gut unterhalten, da ich ganz in die Handlung dieses kleinen Büchleins eintauchen konnte. Allerdings muss ich zugeben, dass ich gerne mehr gelesen hätte. Doch bei einer Kurzgeschichte liegt es ja auf der Hand, dass alles ein wenig schnell abgehandelt wird und dass man nicht zu viel Tiefgang erwarten darf. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt dieser literarische Kurztrip nach Paris vier von fünf möglichen Sternen.   

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Kleine Fluchten

Jojo Moyes , Karolina Fell
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 20.10.2017
ISBN 9783805200172
Genre: Romane

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(72)

176 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

jessica koch, missbrauch, dem abgrund so nah, leben, verarbeitung

Dem Abgrund so nah

Jessica Koch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.09.2016
ISBN 9783499290879
Genre: Romane

Rezension:

"Dem Abgrund so nah" ist nach " Dem Horizont so nah" der zweite Band der Danny-Trilogie von Jessica Koch. Im ersten Teil hat man ja schon einige Einblicke in Dannys furchtbare Kindheit bekommen und ihn als erwachsenen jungen Mann kennengelernt. In diesem Band bildet Dannys grausame Kindheit das Zentrum der Handlung. 

Jessica Koch startet ihre Erzählung mit dem Moment, in dem ein Schicksalsschlag dafür sorgt, dass in Dannys Familie nichts mehr so ist, wie es vorher war. Danny ist zu diesem Zeitpunkt gerade 10 Jahre alt. Er muss danach seine Heimat in Amerika verlassen und mit den Eltern nach Deutschland ziehen. Doch der Umgebungswechsel sorgt leider nicht dafür, dass die Familie das schicksalhafte Ereignis überwinden kann. Im Gegenteil: Der Vater verfällt dem Alkohol, die Mutter lebt in ihrer eigenen Welt und wird vom Vater sogar noch dabei unterstützt. Danny läuft zunächst nur nebenbei, obwohl er die Aufmerksamkeit und Liebe seiner Eltern dringend nötig hätte. Der Vater verändert sich immer mehr zum Schlechten und schon bald ist Danny  einem Strudel von ungeheuerlicher Gewalt, Missbrauch und unvorstellbaren Grausamkeiten ausgesetzt. Damit ist er ganz auf sich allein gestellt. 

Man mag kaum glauben, was man dort liest. Es ist einem ja auch stets bewusst, dass es sich nicht um einen fiktiven Roman handelt, sondern um Dannys Kindheitserlebnisse, die sich tatsächlich so zugetragen haben. Dieses Wissen macht das Buch zu einer Lektüre, die es wirklich in sich hat. Denn hier blickt man in finstere Abgründe, die hinter einer scheinbar normalen Familienfassade lauern. Man leidet mit Danny mit und kann einfach nicht fassen, dass sich Eltern tatsächlich so verhalten können und dass scheinbar niemand etwas bemerkt hat. 

Ich habe auch diesen Teil der Trilogie in Rekordzeit verschlungen, da ich mich einfach nicht von der Handlung lösen konnte. Dannys Schicksal hat mich erschüttert, tief berührt und zum Nachdenken angeregt. 

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54 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

thriller, verlag: suhrkamp, blind, zweiter fall, andreas pflüger

Niemals

Andreas Pflüger
Fester Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.10.2017
ISBN 9783518427569
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Von Kindesbeinen an, wurde Jenny Aaron von ihrem Vater auf ihren späteren Beruf vorbereitet. Sie ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Doch nun ist Jenny Aaron blind. Dennoch macht ihr das Berliner Spezialkommando, dem sie bereits als Sehende sechs Jahre lang angehörte, das Angebot zurückzukehren. Doch Aaron zögert. Dann erfährt sie, dass ihr ein ehemaliger Todfeind eine sehr hohe Summe hinterlassen hat. Um mehr zu erfahren und das Erbe anzutreten, muss sie nach Marrakesch reisen. Dort wartet der mächtigste Mann der Welt auf Aaron. Er hat nicht nur an dem Geld Interesse, sondern auch an Aaron. Als sie erfährt, was er ihr angetan hat, ist sie bereit alles zu opfern, um ihn zu töten..... 

 

"Niemals" ist der Folgeband zu "Endgültig". Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. Allerdings erfährt man in "Endgültig" wie es zu Jenny Aarons Erblindung gekommen ist,  bekommt außerdem viele Hintergrundinformationen zur Hauptprotagonistin und natürlich zu dem Berliner Spezialkommando. Es ist deshalb schon sinnvoll die Bände in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen, aber nicht zwingend notwendig. 

 

Wie auch schon der erste Band, wird auch dieser wieder im Präsens erzählt. Dadurch hat man das Gefühl, sofort mitten im Geschehen zu sein. Es gibt mehrere Handlungsstränge, die nicht nur in verschiedene Orte führen, sondern sich außerdem auf unterschiedlichen Zeitebenen zutragen. Neben der aktuellen Handlung gibt es Rückblicke in die Vergangenheit. Man braucht aber nicht zu befürchten, dass man dadurch die Übersicht verliert, denn die entsprechenden Kapitel sind mit Ort und Zeit gekennzeichnet. 

 

Das Tempo dieses Thrillers ist wirklich rasant. Einmal angefangen, mag man sich kaum noch davon lösen. Handlungsorte und Protagonisten werden so detailliert und lebendig beschrieben, dass man das Gelesene sofort vor Augen hat. Der Autor versteht es hervorragend Spannung zu erzeugen und diese durchgehend zu halten. Die actionreichen Szenen treiben einen förmlich durch das Buch.

 

Jenny Aaron scheint auf den ersten Blick eine eiskalte und durchtrainierte Superheldin zu sein, der einfach alles gelingt. Doch sie hat auch eine andere Seite und diese vermittelt der Autor ebenfalls perfekt. Die Charaktere wirken allesamt glaubwürdig. Man fasst spontane Abneigungen, entwickelt aber auch Sympathien. Man kann sich also ganz auf das spannende Geschehen einlassen und die actionreiche Handlung auf sich wirken lassen.

 

Ich habe mich beim Lesen dieses Thrillers sehr, sehr gut unterhalten und mochte ihn kaum aus der Hand legen. Ich habe vorher bereits den ersten Band gelesen und muss gestehen, dass ich mich am Anfang erst daran gewöhnen musste, dass das aktuelle Geschehen im Präsens erzählt wird. Hier wusste ich ja bereits was mich erwartet und hatte deshalb überhaupt keine Startschwierigkeiten. Vom ersten Moment an, war ich mitten im Geschehen und habe atemlos die spannende Handlung verfolgt. Ich vergebe deshalb begeisterte fünf Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung. Ich hoffe sehr, dass es bald ein Wiedersehen mit Jenny Aaron gibt.  

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289 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 109 Rezensionen

thriller, fbi, ethan cross, geiselnahme, spectrum

Spectrum

Ethan Cross , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.07.2017
ISBN 9783404175550
Genre: Krimi und Thriller

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

goldenen, rowhlt, wunderlich

Die fremde Schwester

Lauren Willig , Mechtild Sandberg-Ciletti
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.01.2017
ISBN 9783499269646
Genre: Romane

Rezension:

England, 1927: Rachel arbeitet als Erzieherin in einem französischen Haushalt. Ihren Vater hat sie bereits vor über zwanzig Jahren verloren. Deshalb ist ihr Entsetzen groß, als sie ein Telegramm aus der englischen Heimat erhält, in dem ihr mitgeteilt wird, dass ihre Mutter schwer an der Grippe erkrankt ist. Rachel bricht sofort nach England auf. Doch sie kommt zu spät. Ihre Mutter ist bereits gestorben und beerdigt. Unter den Sachen der Mutter findet Rachel ein Foto, auf dem Graf Ardmore mit seiner Tochter zu sehen ist. Rachel glaubt ihren Augen nicht zu trauen, denn der Graf sieht genauso aus, wie ihr Vater. Doch der soll doch bereits lange verstorben sein. Um hinter das Geheimnis dieses Fotos zu kommen, reist Rachel nach London. Dort findet sie heraus, dass es sich tatsächlich um ihren Vater handelt, der dort mit ihrer Halbschwester abgebildet ist. Der Klatschkolumnist Simon Montfort bietet Rachel seine Hilfe an. Mit seiner Unterstützung gelingt es ihr, unter fremdem Namen Zugang zur Londoner High Society zu bekommen und sich unerkannt im Umfeld ihrer Halbschwester zu bewegen....

Der Einstieg in diesen Roman gelingt mühelos, denn die Autorin versteht es hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten so lebendig zu beschreiben, dass man beinahe das Gefühl hat, selbst dabei zu sein. Die Atmosphäre der goldenen 20er Jahre wird eindrucksvoll beschrieben und ist zwischen den Zeilen förmlich spürbar. Dadurch kann man ganz in die Handlung eintauchen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar, sodass man regelrecht durch die Seiten fliegt.

Die Hauptprotagonistin Rachel wirkt sehr sympathisch. Deshalb beobachtet man gerne, wie sie sich in die gehobene Gesellschaft einschleust und damit auf die Suche nach ihrer Familie macht. Besonders die Wortgefechte, die sie sich im Verlauf der Handlung mit dem Klatschkolumnisten Simon liefert, sorgen dafür, dass diese beiden Charaktere äußerst lebendig wirken. Die Geschichte selbst hält einige Überraschungen bereit, denn vieles ist nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint. Dadurch kommt beim Lesen keine Langeweile auf. 

"Die fremde Schwester" ist für mich ein wunderschöner Schmöker, den man durch den flüssigen Schreibstil sehr gut und schnell lesen kann. Ich habe mit diesem Buch jedenfalls einige interessante Stunden verbracht, die im Nu verflogen sind. Ich muss allerdings zugeben, dass mir die Ereignisse zum Ende hin doch sehr klischeehaft erschienen, sodass ich damit nicht ganz zufrieden war. Dennoch vergebe ich auf meiner persönlichen Bewertungsskala vier von fünf möglichen Sternchen.  

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171 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

harry hole, norwegen, oslo, thriller, krimi

Durst

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 15.09.2017
ISBN 9783550081729
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Harry Hole arbeitet mittlerweile als Dozent an der Polizeihochschule. Als die Osloer Polizei es mit einem Serienkiller zu tun bekommt, der sich seine Opfer über die Dating-App Tinder sucht, versucht Hole, die Wellen die dieser Fall  in der Presse schlägt, zu ignorieren. Doch sein alter Chef Bellmann setzt Hole unter Druck. Da die Polizei im Dunkeln tappt, soll Harry Hole die Ermittlungen unterstützen. Schon bald wird Hole klar, dass der Killer kein Unbekannter ist...

"Durst" ist mittlerweile der elfte Fall für Harry Hole. Allerdings kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat. Der Einstieg verläuft zwar zunächst etwas gemächlich, doch das Interesse an dem Fall wird sofort geweckt. Sobald Harry Hole sich an den Ermittlungen beteiligt, steigt die Spannung sprunghaft an, sodass man das Buch kaum noch aus den Händen legen mag. 

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und dadurch ganz in die Handlung eintauchen. Das Geschehen wird aus wechselnden Perspektiven geschildert. Man bekommt einen guten Gesamtüberblick  und kann in einigen Kapiteln sogar dem Täter über die Schulter schauen. Dieser wird recht schnell enttarnt. Das tut der Spannung allerdings keinen Abbruch, da die Jagd nach ihm einiges zu bieten hat. Außerdem hält der Autor noch einige Überraschungen bereit, die das Buch, trotz der nicht gerade geringen Seitenanzahl, zu einem wahren Pageturner machen. 

Die Charaktere wirken authentisch und lebendig, sodass man mit ihnen mitfiebern kann. Harry Hole hat sich allerdings verändert, denn er ist mittlerweile trocken. Doch auch dieser veränderte Hole wirkt sehr sympathisch und lässt sich bei seinen Ermittlungen nur schwer in die Karten schauen. Dadurch bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten und gipfelt in einem nervenaufreibenden Finale.

Ich habe mich beim Lesen dieses Falls sehr gut und spannend unterhalten gefühlt. Zugegebenermaßen habe ich am Anfang ein wenig die Spannung vermisst, aber das hat sich recht schnell gelegt. Dann konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und habe es regelrecht verschlungen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt Harry Holes elfter Fall deshalb alle fünf Sternchen und eine klare Leseempfehlung!

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230 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

liebe, hochzeit, the one, liebesroman, maria realf

The One

Maria Realf , Sabine Längsfeld
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499273148
Genre: Liebesromane

Rezension:

Es dauert nur noch ein paar Wochen, bis Lizzie mit ihrem Verlobten Josh vor den Traualtar tritt. Josh ist Lizzies zweite große Liebe. Alex, der erste Mann, mit dem Lizzie sich eine Zukunft vorstellen konnte, verschwand vor zehn Jahren aus ihrem Leben, ohne sich richtig von ihr zu verabschieden. Lizzie war am Boden zerstört und hat lange gebraucht, um diesen Verlust zu überwinden. Doch ausgerechnet jetzt, in dem ganzen Trubel der Hochzeitsvorbereitungen, kehrt Alex zurück und möchte etwas Wichtiges mit Lizzie klären....

Der Einstieg in diesen Roman gelingt mühelos. Man beobachtet die Hauptprotagonistin Lizzie bei den Hochzeitsvorbereitungen. Lizzie wirkt sehr sympathisch und lebendig, sodass man sich gut in die Protagonistin und die Handlung hineinversetzen kann. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Er wirkt außerdem sehr locker, sodass man mühelos durch die Seiten fliegt.

Die Handlung wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Im aktuellen Handlungsstrang beobachtet man die Hochzeitsvorbereitungen. Diese werden durch Rückblicke in die Vergangenheit unterbrochen. Hier erfährt man nach und nach, wie die Liebe zwischen Lizzie und Alex war und was sich damals zugetragen hat. Beide Handlungsstränge sind durchgehend interessant, sodass man gespannt das Geschehen verfolgt. Da Lizzie so lebendig wirkt, fällt es leicht, sich in ihre Gefühle hineinzuversetzen. Man kann den Zwiespalt, in dem sie durch die Rückkehr von Alex steckt, sehr gut nachempfinden und beobachtet gespannt, wie sie damit umgeht. Einen allzu vorhersehbaren Liebesroman, bei dem man von Anfang an weiß, wie er ausgeht, braucht man nicht zu befürchten. Denn es gibt einige Wendungen, die dafür sorgen, dass man gebannt der Handlung folgt. Bis zum Schluss schwebt man im Ungewissen, welche Entscheidungen Lizzie treffen wird.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans sehr gut unterhalten und das will schon was heißen, da mir allzu romantische Liebesgeschichten, bei denen man schon auf der ersten Seite weiß, wie alles enden wird, ein Graus sind. Maria Realf ist es allerdings gelungen, mich von der ersten bis zur letzten Seite, mit dieser zu Herzen gehenden Erzählung, zu begeistern. Ich habe Lizzies Geschichte regelrecht verschlungen und konnte ganz in ihre Gefühle eintauchen. Deshalb bekommt das Buch auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch alle fünf Bewertungssterne.  

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

mauerfall, schweden, empfehlung, familie, rezension

Preiselbeertage

Stina Lund
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.09.2017
ISBN 9783499291449
Genre: Romane

Rezension:

Ariane ist mit ihren Eltern und ihrer Schwester Jolante in Schweden aufgewachsen. Trotzdem hat es sich für Ariane nie so angefühlt, als wäre dort ihre Heimat. Deshalb ist sie auch gleich nach der Schule nach Deutschland ausgewandert. Dort haben ihre Eltern bis zur Wende in der ehemaligen DDR gelebt. Über diese Zeiten zu reden, ist für Arianes Mutter ein absolutes Tabu. Als Ariane die Nachricht vom Tod des Vaters erreicht, der ihr ein geheimnisvolles Manuskript vererbt haben soll, das allerdings unauffindbar scheint, geht Ariane zurück nach Schweden. Sie versucht endlich herauszufinden, wohin sie gehört....

Der Einstieg in Stina Lunds Erzählung, die sich mit der deutsch-deutschen Geschichte beschäftigt, gelingt mühelos. Denn die Autorin versteht es hervorragend, Protagonisten und Handlungsorte so lebendig zu beschreiben, dass man sofort mitten im Geschehen ist und unbedingt erfahren möchte, was es mit dem geheimnisvollen Manuskript, oder vielmehr der Geschichte, die darin zu lesen sein wird, auf sich hat. 

Die Handlung wird auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart beobachtet man die Hauptprotagonistin Ariane dabei, wie sie ihrem Leben in Deutschland den Rücken kehrt und in Schweden einen Neuanfang wagt. Arianes Verhältnis zu ihrer Mutter und ihrer Schwester ist eher distanziert. Doch durch die Suche nach dem Manuskript, bzw. dem darin verborgenen Familiengeheimnis, gelingt es ihr, sich den beiden wieder anzunähern. Die andere Zeitebene gewährt Rückblicke in die Vergangenheit von Ina, Arianes Mutter, und umfasst den Zeitraum von 1986 bis 1990. Hier erfährt man nach und nach, was sich damals in Inas Leben zugetragen hat. Denn Ina bekam damals die einmalige Chance mit einem Chor aus der DDR für ein Festival nach Schweden auszureisen. Obwohl es niemals in ihrer Absicht lag, ihr Leben grundlegend zu ändern, schlug das Schicksal dann gnadenlos zu und beeinflusst damit noch immer das Verhältnis von Mutter und Tochter.

Die Charaktere wirken glaubhaft und lebendig. Dadurch kann man sich ganz auf diese schicksalhafte Geschichte einlassen. Stina Lund beschreibt einfühlsam, die schicksalhafte Wende, die Inas Leben durch eine Verkettung ungünstiger Umstände nahm. Man kann die Gefühle der Protagonisten sowohl im aktuellen Handlungsstrang, als auch in der Vergangenheit glaubhaft nachempfinden. Der Schreibstil ist außerdem sehr flüssig und angenehm lesbar, sodass man unwillkürlich in den Sog des Geschehens gerät und das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. 

Ich habe mich beim Lesen dieser einfühlsam erzählten Geschichte sehr gut unterhalten. Eigentlich wollte ich das Buch nur mal kurz in die Hand nehmen und kurz reinschnuppern. Doch dann konnte ich mich nicht mehr davon lösen und habe "Preiselbeertage" an einem Nachmittag begeistert verschlungen. Deshalb vergebe ich auch alle fünf Bewertungssternchen und eine ganz klare Leseempfehlung.  

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19 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

neuschwanstein, könig ludwig, geheimnis, waisenhaus, verschwendungssucht

Ins Herz

Markus Richter
Flexibler Einband: 372 Seiten
Erschienen bei edition tingeltangel, 18.09.2017
ISBN 9783944936321
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Jahr 1875 laufen die Bauarbeiten der Hohenschwangauer Neuen Burg auf Hochtouren, denn König Ludwig II. kann es kaum erwarten, die Fortschritte, die der Bau seines Märchenschlosses macht, zu begutachten. Tagsüber tummeln sich die Bauarbeiter auf der Baustelle, doch nachts ist es dort dunkel und einsam. Diesen Umstand will  der junge Hofbedienstete Lenz für sich ausnutzen, um seine Angebetete Klara endlich allein zu treffen. Doch es kommt vollkommen anders als gedacht, denn dunkle Gestalten haben sich ausgerechnet diese Nacht ausgesucht, um dem Bauführer Herold dort ein geheimnisvolles Päckchen abzunehmen, das ihm zur Aufbewahrung anvertraut wurde. Der Inhalt dieses Päckchens ist so brisant, dass König Ludwig in ernsthafte Schwierigkeiten geraten könnte, wenn es in die falschen Hände gerät. Bauführer Herold stirbt durch einen Schuss mitten ins Herz und Klara und Lenz geraten in den Sog einer mörderischen Intrige.....

Der Einstieg in diesen Neuschwanstein-Thriller gelingt mühelos, da der Autor es hervorragend versteht, vom ersten Moment an Spannung aufzubauen. Denn man befindet sich sofort mitten im Geschehen und beobachtet gebannt, wie Bauführer Herold verzweifelt versucht, den finsteren Gestalten zu entkommen, die es auf das geheimnisvolle Päckchen abgesehen haben. Die Atmosphäre ist düster und angespannt. Man fiebert sofort mit und gerät dadurch bereits von Anfang an in den Bann dieser mörderischen Intrige. 

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, die oft an spannenden Stellen wechseln, sodass man förmlich durch das Buch getrieben wird, weil man unbedingt erfahren möchte, wie es weitergeht. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar.  Handlungsorte und Protagonisten werden äußerst lebendig beschrieben. Dadurch kann man sich alles sehr gut vorstellen und hat schon fast das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Man erhält wichtige Informationen zu den einzelnen Akteuren und kann deshalb ihre Handlungen nachvollziehen. Außerdem werden interessante Erklärungen zu den damaligen Gegebenheiten in den Thriller eingestreut, sodass man ganz nebenbei noch etwas lernen kann. Die Spannung kann durchgehend gehalten werden, auch wenn es kleine Atempausen gibt, in denen man mit Hintergrundinformationen versorgt wird. Diese verfolgt man interessiert, da sie die Handlung abrunden. Dennoch ist man beim Lesen dieser Erklärungen leicht angespannt, da man unbedingt erfahren möchte, wie es im Haupthandlungsstrang weitergeht. 

Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und deshalb habe ich aus diesem Bereich schon einige Bücher gelesen. "Ins Herz" konnte mich vom ersten Moment an in seinen Bann ziehen, da ich mir die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und so ganz in die Handlung eintauchen konnte. Ich habe mit den Charakteren mitgefiebert und es genossen, die mörderische Intrige aus den verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Auch wenn ich zugeben muss, dass mich die Szenenwechsel an den spannenden Stellen manchmal ganz kribbelig vor lauter Anspannung und Neugier gemacht haben. Doch genau das macht für mich den Reiz dieses Thrillers aus. Deshalb bekommt das Buch auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch alle fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.   

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218 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 98 Rezensionen

thriller, blind, blindheit, berlin, spannung

Endgültig

Andreas Pflüger
Fester Einband: 459 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.03.2016
ISBN 9783518425213
Genre: Krimi und Thriller

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209 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

moon chosen, jugendbuch, gefährten, p.c.cast, fantasy

Moon Chosen

P.C. Cast , Christine Blum
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.09.2017
ISBN 9783841440143
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In einer Welt, die uralt und zukünftig zugleich ist, kämpfen drei verfeindete Stämme ums Überleben. Sie leben auf Waldlichtungen und Höhlen, in einer zerstörten Stadt und in einer Siedlung, die auf Plattformen in den Bäumen errichtet ist. Sie müssen sich nicht nur gegeneinander verteidigen, sondern todbringenden, mutierten Insekten und gefährlichen Krankheiten trotzen. Im Lauf der Zeit hat jeder Stamm seine eigene Kultur entwickelt und betet unterschiedliche, überirdische Mächte an. Mari, eine junge Erdwanderin vom Weberclan, ist die Tochter der Mondfrau. Ihre Mutter hofft sehr darauf, dass Mari einst ihre Nachfolgerin wird. Doch das Schicksal hat Größeres mit Mari vor, denn durch ihre Herkunft und ihre verborgenen Kräfte ist sie dazu auserwählt, alles zu verändern.... 

"Moon Chosen - Gefährten einer neuen Welt" ist der Auftaktband zu einer neuen Jugendbuchreihe, die den Leser in eine geheimnisvolle Welt, voller Gefahren, Geheimnisse und dunkler Mächte entführt. Beim Einstieg in das Buch sollte man konzentriert lesen, da man sich in dieser unbekannten Welt erstmal orientieren muss. Man wird mit unterschiedlichen Stämmen und ihren jeweiligen Gebräuchen, den Gefahren, denen man in dieser Welt ausgesetzt ist, und allerhand Protagonisten, die in den verschiedenen Stämmen leben, konfrontiert. Am Anfang wird man deshalb mit einer Flut von Informationen überschüttet, die man erstmal richtig zuordnen muss.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Die Hauptprotagonistin Mari gehört zu den Erdwanderern. Sie ist die Tochter der Mondfrau des Weberclans. Dieser Clan lebt gut versteckt im Wald. Da der Clan vom mysteriösen Nachtfieber heimgesucht wird, das nur die Mondfrau durch ein geheimnisvolles Ritual eindämmen kann, ist die Mondfrau und ihre spätere Nachfolgerin für den Clan von immenser Bedeutung. Nik, der Hauptprotagonist des zweiten Handlungsstrangs, gehört zu den Gefährten, die ihre Siedlung auf Plattformen in den Bäumen errichtet haben. Sie leben dort oben nach ihren Regeln, gemeinsam mit ihren treuen Hunden. Da dieser Stamm oft bei Verletzungen von einer tödlichen Hautfäule befallen wird, jagt und  versklavt er die Erdwanderer für die Feldarbeit. In einem weiteren, ziemlich brutalen Handlungsstrang lernt man Fahlauge kennen. Er ist die zentrale Figur bei den Hautdieben, die nichts Gutes im Schilde führen. 

Handlungsorte und Protagonisten werden sehr lebendig beschrieben, sodass man die fremde Welt und ihre Bewohner schnell vor Augen hat und nach und nach mit den unterschiedlichen Gebräuchen, den Gefahren und den damit verbundenen Regeln vertraut wird. Man entwickelt sowohl spontane Sympathien, als auch Abneigungen zu den Protagonisten. Da sich die Akteure im Verlauf der Handlung weiterentwickeln, überdenkt man bei manchen Protagonisten den ersten Eindruck und ändert seine Meinung. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm lesbar, sodass man förmlich durch die Handlung fliegt und staunend die fremde Welt entdeckt. Dabei kommt es sowohl zu Szenen, die manchmal etwas langatmig wirken, allerdings durch ihre Infos dazu beitragen, dass man die geheimnisvolle Welt besser versteht, als auch zu spannenden und manchmal sogar sehr brutalen Momenten. Bei diesen darf man nicht zu zartbesaitet sein, da der Stamm der Hautdiebe nicht gerade zimperlich vorgeht, um seine Ziele zu erreichen. Nicht alles erscheint in dieser geheimnisvollen Welt logisch und viele Fragen bleiben offen. Da es sich jedoch um der ersten Teil der Serie handelt, kann man großzügig darüber hinwegsehen und darauf hoffen, dass man in der Fortsetzung mehr erfährt. Das Buch endet mit einem sehr interessanten Epilog, der definitiv die Neugier auf den weiteren Verlauf der Reihe weckt. 

Auch wenn ich das empfohlene Lesealter, von ab vierzehn Jahren, bereits "geringfügig" überschreite, habe ich mich auch als erwachsene Leserin sehr gut beim Entdecken dieser neuen, geheimnisvollen Welt, unterhalten. Durch den flüssigen Schreibstil, die vielschichtige Welt und die interessanten Charaktere, bin ich förmlich durch das Buch geflogen und konnte es erst aus der Hand legen, als ich am Ende angekommen war. Ich werde die Reihe definitiv weiterverfolgen und hoffe auf eine baldige Fortsetzung. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt  das Buch deshalb auch vier von fünf möglichen Sternen.  

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(115)

223 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

roman, belgien, lize spit, kindheit, und es schmilzt

Und es schmilzt

Lize Spit , Helga van Beuningen
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 24.08.2017
ISBN 9783103972825
Genre: Romane

Rezension:

Jahrelang ist Eva nicht in ihrem Heimatort gewesen. Doch die Einladung ihres Jugendfreundes Pim soll das nun ändern. Mit einem Eisblock im Kofferraum macht sie sich auf die Reise. Dabei denkt sie an den Sommer zurück, der ihre Kindheit und die Kameradschaft zu ihren beiden engsten Freunden unwiderruflich beendet hat. 

Diese ganz und gar ungewöhnliche und schockierende Geschichte, die ihr Ausmaß nur nach und nach entfaltet, wird in der Ich-Form, aus der Sicht von Eva, geschildert. Dabei werden unterschiedliche Zeitebenen verwendet. In der Gegenwart beobachtet man Eva, die sich auf den Weg zum Treffen in ihrem Heimatort macht. Diese Kapitel sind mit den Uhrzeiten des Tages gekennzeichnet. Außerdem gibt es viele Rückblicke in den Sommer 2002. Den Sommer, der Evas sowieso schon nicht gerade rosige Kindheit, mit einem Paukenschlag beendet. Die gedanklichen Ausflüge in die Vergangenheit sind nicht immer chronologisch geordnet. Denn zuweilen springen Evas Erinnerungen ein wenig hin und her. Deshalb sollte man konzentriert lesen, um ja kein Detail zu verpassen und die jeweiligen Erinnerungen richtig zuzuordnen. Das ist allerdings kein negativer Kritikpunkt, denn genau dadurch wirkt die Erzählung eindringlich und lebendig.

Manchmal sogar viel zu lebendig. Denn auf das, was Eva nach und nach enthüllt, kann man sich kaum vorbereiten. "Und es schmilzt" ist wahrlich kein "Wohlfühlbuch". Dennoch wird man unweigerlich in den Sog der Ereignisse gerissen und mag sich kaum vom Gelesenen lösen. Obwohl man beim Lesen sicher das ein oder andere Mal in Versuchung geraten könnte, das Buch aus der Hand zu legen, weil das, was Lize Spit hier gnadenlos beschreibt, in Abgründe blicken lässt, die man lieber gar nicht genauer betrachten möchte, ist es einfach unmöglich, diese Geschichte abzubrechen. Das Grauen des damaligen Sommers schleicht sich nur langsam an, schlägt dann aber mit voller Härte zu. Abgestoßen und dennoch fasziniert blickt man auf Evas Kindheit zurück und mag kaum glauben, was passiert.

Der Schreibstil von Lize Spit ist  auf der einen Seite lebendig und detailliert, doch andererseits auch distanziert und eher emotionslos. Doch genau diese Mischung macht den Reiz der Geschichte aus. Denn man hat sofort das Gefühl, dass irgendwas ganz und gar nicht in Ordnung ist, doch was es ist, kann man nicht greifen. Diese Grundstimmung zieht sich durch das Buch und lässt einen nicht eher ruhen, bis man am Ende angekommen ist. Wobei man dann schockiert und tief erschüttert zurückbleibt.

"Und es schmilzt" unterscheidet sich von allen Büchern, die ich bisher gelesen habe. Es ist wahrlich kein Wohlfühlbuch, geht tief unter die Haut, regt zum Nachdenken an und wirkt noch lange nach.  

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(33)

65 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

familie, flucht, nachkriegszeit, brandenburg, familiengeschichte

Altenstein

Julie von Kessel
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 10.03.2017
ISBN 9783463406770
Genre: Romane

Rezension:

Im Winter 1944/1945 muss Gräfin Agnes von Kolberg schwere Entscheidungen treffen, denn sie ist nicht nur für ihre gemeinsamen Kinder , die aus der Ehe mit ihrem Mann Kuno von Kolberg hervorgegangen sind, verantwortlich, sondern auch noch für die, die beide mit vorherigen Ehepartnern haben. Die Lage in Ostpreußen wird immer gefährlicher und so entschließt Agnes sich dazu, ihre Kinder nach Brandenburg auf das Gut "Altenstein", das sich ebenfalls im Besitz der von Kolbergs befindet, zu schicken. Doch auch "Altenstein" müssen die von Kolbergs auf der Flucht vor dem Krieg verlassen, bevor sie sich schließlich in Bonn niederlassen. Dort lebt die Familie in eher bescheidenen Verhältnissen. Die Kriegserlebnisse und das Wesen der selbstherrlichen Mutter, die ihre Familie mit strengem Regiment führt, prägen die Kinder. Den jüngsten Sohn Konni, der der erklärte Liebling der Mutter ist, und seine nächstältere Schwester Nona, schweißen diese Erfahrungen besonders eng zusammen. Sie sind lebenslang füreinander da und unterstützen sich bei allem, was das Leben für sie parat hält. Nach der Wende wittert Konni seine Chance, Gut Altenstein zurückzugewinnen. Das Geld, das dafür nötig ist, hat er allerdings nicht und deshalb bittet er eine seiner älteren Schwestern um Hilfe. Doch letztendlich entbrennt ein bitterer Streit um das Gut....

Das Buch beginnt mit einer Auflistung der Familienmitglieder, die in dieser Geschichte eine zentrale Rolle spielen. Diese ist sehr hilfreich, um die Personen und ihre Verbindungen untereinander richtig zuzuordnen. Denn bei der Vielzahl der Charaktere fällt es zunächst nicht leicht, die Personen und ihre Beziehungen zu- und untereinander richtig zu durchschauen. Deshalb empfiehlt es sich, besonders den Anfang, konzentriert zu lesen, damit man dem Handlungsfaden folgen kann.

Da die Handlungsorte und Charaktere allerdings lebendig beschrieben werden, kann man sich die Szenen  sehr gut vorstellen und sich nach und nach ein Bild von der Familie und den jeweiligen Lebensumständen machen, sodass man der Handlung dann mühelos folgen kann. Die einzelnen Familienmitglieder sind sehr unterschiedlich. Jeder hat seine Besonderheiten und Eigenarten. Dadurch wirken die Charaktere sehr authentisch.  Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Man springt beim Lesen recht unsortiert in den Zeiten hin- und her.  Da diese Wechsel aber gut gekennzeichnet sind, ist man sich stets bewusst, zu welcher Zeit sich die beschriebene Handlung gerade zuträgt. 

Der Schreibstil der Autorin ist recht anspruchsvoll. Dennoch kann man der Erzählung mühelos folgen und ihre Schilderungen genießen. Denn dieser Schreibstil passt hervorragend zur Handlung. Allerdings wirkt er eher distanziert, sodass man das Gelesene  mit etwas Abstand betrachtet und keine besondere Beziehung zu den einzelnen Charakteren entwickelt. Obwohl man die Geschichte der einzelnen Protagonisten mit Interesse verfolgt, fiebert man nicht richtig mit ihnen mit.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans dennoch sehr gut unterhalten. Der Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen und da ich ein großer Fan von Familiengeschichten bin, kam ich hier voll auf meine Kosten. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt das Buch deshalb auch vier von fünf möglichen Sternen. Das eine ziehe ich ab, da mir die Distanz, mit der ich das Geschehen betrachtet habe, ein wenig zu groß war.  

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217 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

humor, berlin, twitter, alltag, internet

Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker

Renate Bergmann , ,
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.07.2014
ISBN 9783499236907
Genre: Humor

Rezension:


Renate Bergmann ist 82 Jahre alt, vierfache Witwe und mit der Pflege der Gräber ihrer verstorbenen Männer, die alle auf unterschiedlichen Friedhöfen in Berlin begraben sind, gut ausgelastet. Dennoch nimmt sie sich auch Zeit für eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung und sucht sich mit ihrer Freundin Gertrud nette Beerdigungen aus, zu denen die beiden dann schwarz gekleidet erscheinen und den anschließenden Leichenschmaus aufsuchen. Mal ehrlich, auf zwei alte Damen mehr oder weniger, achtet da ja niemand so genau. Doch auch den neuen technischen Errungenschaften steht Renate offen gegenüber, seitdem ihr Neffe ihr ein Smartphone überlassen hat, sind auch "Imehl" und "Fässbuck" nicht mehr vor ihr sicher....

Renate Bergmann ist das Pseudonym des Schriftstellers Torsten Rohde. 2014 erschien das erste Buch mit der Online-Oma-Renate. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe, die von Renates Fans mit großer Begeisterung gelesen wird. Der Einstieg in diesen Roman gelingt mühelos, da Renate sich selbst, ihre Freunde und alle, die in den folgenden Episoden eine Rolle spielen, erstmal genau vorstellt. So gehört es sich ja schließlich auch und dann weiß man genau, mit wem man es zu tun hat. Jedenfalls aus der Sicht von Renate und die hat genaue Vorstellungen, was sich gehört, wie man sich anzieht und wie man seinen Haushalt und das Treppenhaus zu pflegen hat. Da sie nicht auf den Mund gefallen ist, und sich keinesfalls im Alter die Butter vom Brot nehmen lassen will, kommt es manchmal zu kuriosen Situationen, denen Renate allerdings stets gewachsen ist.

Der Schreibstil ist wunderbar locker, sodass man das Gefühl hat, Renate direkt gegenüber zu sitzen und ihren lustigen Episoden zu lauschen. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch. Denn bei den manchmal sehr kuriosen Erzählungen merkt man gar nicht, wie die Zeit vergeht und muss oft unverhofft schmunzeln. Schlagfertig ist sie ja, die Online-Oma! 

Für mich war dieses Buch die zweite Begegnung mit Renate Bergmann. Ich mag ihre Ansichten und ihren Humor, sodass ich mich sehr auf die Lektüre gefreut habe. Ich wurde auch bei diesem Band wieder gut unterhalten und musste einige Male breit grinsen. Doch leider hat mir dieser Teil nicht so gut gefallen wie " Besser als Bus fahren", denn dort gibt es eine durchgehende Handlung und bei diesem Band handelt es sich um eine Aneinanderreihung einzelner Episoden. Die sind zwar locker zu lesen, doch für mich nicht so interessant, wie eine durchgehende Erzählung. So hat sich bei mir der Humor leider etwas abgenutzt. Deshalb bekommt dieser Band auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch "nur" drei von fünf Bewertungssternchen. Da ich die Online-Oma allerdings ins Herz geschlossen habe, bin ich nicht abgeneigt noch einen weiteren Band der Reihe zu lesen. Eine nette Lektüre für zwischendurch, die einem das ein oder andere Mal unverhofft ein Schmunzeln entlockt, ist auch dieser Band, doch für mich leider nicht so gelungen wie "Besser als Bus fahren". 

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(89)

124 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

thriller, gerechtigkeit, mord, band 6, phil brennan

Du sollst nicht leben

Tania Carver , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548613512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Richard Darren hat bei einem Autounfall zwei Menschen getötet. Er wurde dafür allerdings nie zur Rechenschaft gezogen, da sein Verteidiger Verfahrensfehler nachweisen konnte. Doch nun wacht er gefesselt auf einem Stuhl auf und sitzt einem eiskalten Killer gegenüber. Dieser verlangt Gerechtigkeit für die ungesühnte Tat und stellt Darren vor die Wahl: entweder stirbt er oder er opfert das Leben seiner Freundin und das der gemeinsamen Tochter. Vollkommen geschockt trifft Darren seine Wahl.

DI Phil Brennan wird zum grausigen Ort des Verbrechens gerufen und mit den Ermittlungen betraut. Der Killer nimmt Kontakt zu ihm auf und beginnt ein perfides Katz- und Mausspiel. Ausgerechnet jetzt muss Phil Brennan auf die Hilfe seiner Lebensgefährtin, der Profilerin Marina Esposito, verzichten. Marina ist in der Psychatrie in Colchester, um dort den Zustand einer Patientin einzuschätzen. Sie ahnt nicht, auf was sie sich da einlässt....

Nach "Entrissen", "Der Stalker", "Stirb mein Prinz", "Jäger" und "Morgen früh, wenn du willst", ist dieser Band bereits der sechste Fall für Phil Brennan und Marina Esposito. Da die Handlungen in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen aber auch problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Wenn man aber an der beruflichen und privaten Weiterentwicklung der Charaktere interessiert ist, empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. 

Der Einstieg in den Thriller gelingt mühelos, da man sofort mitten im Geschehen ist und beobachtet, vor was für eine perfide Wahl Richard Darren gestellt wird. Das Interesse wird damit sofort geweckt. Man möchte unbedingt erfahren, was den Killer antreibt und warum er sich ausgerechnet Phil Brennan als Ansprechpartner sucht. Die Ermittlungen treten zunächst etwas auf der Stelle, da der Killer dem Team immer einen Schritt voraus ist und ein perfides Spiel mit ihnen treibt. Doch nach und nach nehmen sie an Fahrt auf, sodass die Spannung stetig ansteigt. 

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Im Zentrum stehen die fieberhaften Ermittlungen, den geheimnisvollen Killer, der sich selbst "Rechtsprecher" nennt, zur Strecke zu bringen. Da der Rechtsprecher mit seinen Opfern nicht gerade zimperlich umgeht, sollte man beim Lesen dieser Szenen nicht allzu zartbesaitet sein. Eingefleischte Thrillerfans dürften hier voll auf ihre Kosten kommen. Doch auch der Handlungsstrang, der Marina Esposito nach Colchester führt, ist spannend und geheimnisvoll. Durch die unterschiedlichen Perspektiven, die oft an entscheidenden Stelle wechseln, gerät man förmlich in den Sog der Handlung und möchte unbedingt erfahren, was hinter allem steckt. 

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen, sodass sich beim Lesen ein manchmal viel zu lebendig wirkendes Kopfkino einstellt. Die Charaktere wirken vielschichtig und lebendig. Sie wecken sowohl Sympathien, als auch spontane Abneigungen. Deshalb kann man sich ganz auf die Handlung einlassen und die spannende Jagd nach dem Killer genießen.

Ich habe bisher alle Bände der Reihe gelesen und mich auch dieses Mal wieder sehr gut und spannend unterhalten. Durch die wechselnden Handlungsstränge, die auf mich beide sehr interessant wirkten, geriet ich förmlich in den Sog der Handlung und konnte das Buch erst aus der Hand legen, als alles aufgeklärt war. Das Ende macht mich neugierig auf den nächsten Band der Reihe, sodass ich gespannt auf die Fortsetzung warte. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt dieser Fall vier von fünf möglichen Sternen und eine klare Empfehlung für Fans der Reihe.  

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(64)

131 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

psychothriller, thriller, mord, selbstmord, vergewaltigung

Ich soll nicht lügen

Sarah J. Naughton , Marie Rahn
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783548289182
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Abe liegt im Koma, da er von einer Treppe zwölf Meter in die Tiefe gestürzt ist. Obwohl seine Schwester Mags bereits vor Jahren den Kontakt zu ihm verloren hat, wird sie, als nächste Angehörige, an sein Krankenbett gerufen. Dort trifft sie auf Jody, die sich als Verlobte von Abe vorstellt. Jody behauptet, dass Abe unter Depressionen litt und dass der Sturz ein Selbstmordversuch war. Die Polizei glaubt ihr. Doch Mags ist Anwältin und traut aus Prinzip niemandem. Sie vermutet, dass Abe gestoßen wurde und deshalb  im Koma liegt. Mags beginnt nach der Wahrheit zu suchen. Doch was genau passiert ist und wer welche Rolle bei Abes Sturz spielte, ist gar nicht so einfach herauszufinden....

Der Einstieg in diesen Psychothriller beginnt bereits sehr vielversprechend, da man beobachtet, was unmittelbar nach Abes Sturz passiert ist. Da allerdings kaum etwas verraten wird, ist man bereits von Anfang an gespannt darauf zu erfahren, was sich dort wohl wirklich zugetragen hat. 

Der Psychothriller wird in der Ich-Form, allerdings aus wechselnden Perspektiven, geschildert. Außerdem bekommt man Einblicke in die Vergangenheit, bei denen man sich fragt, wie sich diese Szenen wohl mit der aktuellen Geschichte verknüpfen werden. Da diese Rückblicke in kursiver Schrift gesetzt sind und die Wechsel der Perspektiven mit dem Namen des Protagonisten gekennzeichnet sind, in dessen Haut man quasi gerade steckt, gelingt es mühelos, den Überblick zu behalten. 

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Man fliegt förmlich über die Seiten, um zu erfahren, was wirklich geschehen ist. Man reimt sich zwar schnell zusammen, dass mit Jody irgendwas nicht stimmt, doch die genauen Hintergründe des Sturzes lassen sich nur schwer erahnen. Es gelingt der Autorin hervorragend, eine spannende Atmosphäre zu vermitteln und dafür zu sorgen, dass man hin- und hergerissen ist, was man eigentlich glauben soll. Wenn man gerade meint, dass man nun endlich ahnt, was passiert sein könnte, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man die eigenen Ermittlungen neu überdenken muss. Das sorgt dafür, dass man in den Sog der Ereignisse gerät und das Buch kaum aus der Hand legen mag. 

Die Charaktere lassen sich zunächst nur schwer einschätzen, denn nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Im Verlauf der Handlung erfährt man einiges über die Protagonisten, sodass man sich gut in sie hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen kann. Am Ende gibt es nicht nur eine überraschende Wendung, sondern auch das gute Gefühl, dass alle Handlungsfäden miteinander verknüpft wurden und ein schlüssiges Gesamtbild ergeben.

Ich habe mich beim Lesen dieses Psychothrillers sehr gut unterhalten und war ständig hin- und hergerissen, was ich eigentlich glauben sollte. Es ist der Autorin wunderbar gelungen, mich mit unvorhersehbaren Wendungen zu überraschen, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Bei  mir kam beim Lesen zwar keine Hochspannung auf, doch ich war durchgehend gespannt und habe mich keinen einzigen Moment gelangweilt. Deshalb vergebe ich auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch vier von fünf möglichen Sternchen. Das eine ziehe ich ab, da ich mir noch  einen Hauch mehr Spannung erhofft hatte. Allerdings ist das Jammern auf sehr hohem Niveau, da ich insgesamt gesehen, sehr zufrieden mit diesem Psychothriller bin.  

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(58)

125 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

amisch, thriller, linda castillo, painters mill, new york

Böse Seelen

Linda Castillo , Helga Augustin
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.07.2017
ISBN 9783596298013
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einer abgelegenen Amisch-Gemeinde im amerikanischen Bundesstaat New York wird die Leiche der fünfzehnjährigen Rachel gefunden. Es hat den Anschein, dass das Mädchen erfroren ist. Doch über die Hintergründe können die Polizisten vor Ort nichts herausfinden, da der Bischof dieser Gemeinde ein strenges Regiment führt. Die Gemeinde lebt zurückgezogen und beschränkt den Kontakt zur Außenwelt auf das Nötigste, deshalb dringt von den Vorkommnissen nichts nach außen. Allerdings gibt es Gerüchte, dass es innerhalb der Gemeinde nicht mit rechten Dingen zugeht. Deshalb wird Polizeichefin Kate Burkholder, die ja selbst als Amische aufgewachsen ist, gebeten, in diesem Fall verdeckt zu ermitteln. Kate ist bei diesem Einsatz auf sich allein gestellt und ahnt nicht, in welches Wespennest sie stochern wird...

"Böse Seelen" ist mittlerweile der achte Fall für die sympathische Polizeichefin Kate Burkholder, die früher als Amische aufgewachsen ist. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Charaktere und dem Privatleben der Ermittlerin interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Da aber kurze Rückblicke auf Details aus der Vergangenheit eingeflochten werden, dürfte man auch in diesem Bereich keine Probleme haben alles richtig zuzuordnen. 

Der aktuelle Fall trägt sich dieses Mal nicht in Kates Heimatrevier zu. Sie ermittelt verdeckt in einem anderen Bundesstaat und ist dabei ganz auf sich allein gestellt. Der Einstieg gelingt mal wieder mühelos, denn Linda Castillo beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man sofort mitten im Geschehen ist und sich alles gut vorstellen kann. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm lesbar.

Durch einen geheimnisvollen Prolog wird das Interesse an der Handlung sofort geweckt. Man möchte unbedingt erfahren, was sich in der amischen Gemeinde, die sich offensichtlich abschottet, vorgeht. Obwohl die Handlung zunächst gemächlich startet, ist die unterschwellige Anspannung, was vor sich geht und ob Kate enttarnt wird und in Gefahr gerät, ständig spürbar. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch und verfolgt gespannt das Geschehen. Zum Ende hin gibt es eine überraschende Wendung und die Spannung steigt steil nach oben. Dadurch hat man dann eigentlich kaum noch eine Chance das Buch aus der Hand zu legen, da man unbedingt erfahren möchte, wie es endet. 

Ich habe bisher alle Bände der Reihe mit Begeisterung gelesen und auch diesen Teil wieder in einem Rutsch beendet. Die Idee, Kate undercover in eine andere Gemeinde einzuschleusen und sie damit intensiv mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren, hat mir sehr gut gefallen. Obwohl ich die gesamte Handlung mit großem Interesse gelesen habe, muss ich allerdings gestehen, dass mir zunächst die Spannung ein wenig zu kurz kam. Das änderte sich zum Ende hin dann allerdings abrupt, da ich das Buch dann kaum noch aus der Hand legen konnte. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich vier von fünf möglichen Sternen. Das eine ziehe ich ab, da die Handlung am Anfang etwas vor sich hin plätscherte. Dennoch konnte mich auch dieser Teil in seinen Bann ziehen, sodass ich gespannt auf den nächsten Band warte.  

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(19)

33 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

humor, online-omi, kreuzfahrt, 2017, oma

Besser als Bus fahren

Renate Bergmann
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.07.2017
ISBN 9783499290947
Genre: Humor

Rezension:

Renate Bergmann ist 82 Jahre alt, vierfache Witwe und hat ihr Leben noch voll im Griff. Mit der Pflege der Gräber ihrer verstorbenen Männer nimmt sie es sehr genau und hat deshalb immer gut zu tun. Doch man muss sich ja auch mal Urlaub gönnen und da man ja bekanntlich kein Geld ins Jenseits mitnehmen kann, wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Gertrud Potter geht es auf Kreuzfahrt an Bord der Queen Mary 2. Da ein Tag im Altenheim immerhin 180 Euro kostet und ein Tag Kreuzfahrt nur 120 Euro, ist das ja schließlich ein richtiges Schnäppchen.... 

Renate Bergmann ist das Pseudonym des Schriftstellers Torsten Rohde. 2014 erschien das erste Buch mit der Online-Oma-Renate. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe, die von Renates Fans mit großer Begeisterung gelesen wird. Der Einstieg in diesen Roman gelingt mühelos, denn Renate erzählt ganz locker die Geschichte dieser Kreuzfahrt, sodass man das Gefühl hat, ihr gegenüberzusitzen und ihr bei ihrer Plauderei aus dem Nähkästchen direkt zuzuhören. Beim Lesen darf man nicht zimperlich sein, denn mit der Rechtschreibung und der korrekten Aussprache nimmt es die Rentnerin nicht so genau. Aber das macht gar nichts, denn genau das sorgt dafür, dass die Geschichte so wirkt, als ob Renate sie selbst erzählen würde.

Gertrud und Renate sind ein Rentnergespann, das man gerne beobachtet. Die beiden haben das Herz auf dem richtigen Fleck und lassen sich auch nichts vormachen. Sie wirken sehr sympathisch und direkt aus dem Leben gegriffen. Natürlich darf man nicht jedes Wort und jede Szene, die sich laut Renate so zugetragen haben soll, allzu ernst nehmen, aber genau das macht den Reiz dieser Geschichte aus und sorgt dafür, dass man schmunzelnd beobachtet, was die beiden Rentnerinnen an Bord alles so erleben. Und da tut sich wirklich einiges...

Für mich war es die erste Begegnung mit Renate Bergmann, aber garantiert nicht die letzte. Die Online-Oma ist mir beim Lesen richtig ans Herz gewachsen und ich habe schmunzelnd die Ereignisse beobachtet. Durch den lockeren Schreibstil bin ich förmlich durch das Buch geflogen und deshalb vergebe ich begeisterte vier von fünf Bewertungssternen. Das eine ziehe ich ab, da die Geschichte mir zwischendurch auch mal etwas in die Länge gezogen vorkam. Das hielt sich allerdings in Grenzen, da Renate dann meist sofort nachgelegt hat. Dennoch lasse ich in meiner Bewertung noch ein wenig Luft nach oben für die nächsten Romane mit ihr frei. 

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(63)

100 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

herzinfarkt, familie, adoption, new york, stress

Manchmal musst du einfach leben

Gayle Forman , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 19.07.2017
ISBN 9783810525291
Genre: Romane

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(23)

66 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

bürgerkrieg, usa, krieg, dystopischer roman, zukunftsvision

American War

Omar El Akkad , Manfred Allié , Gabriele Kempf-Allié
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 27.07.2017
ISBN 9783103973198
Genre: Romane

Rezension:

Sara T Chestnut, genannt Sarat, wächst während des zweiten amerikanischen Bürgerkriegs auf. Die Auswirkungen des Klimawandels sind deutlich spürbar und die Gefahr durch den Krieg ist allgegenwärtig. Dennoch führt Sarat gemeinsam mit ihren Eltern, ihrem Bruder und ihrer Zwillingsschwester ein relativ glückliches Leben. Das ändert sich allerdings schlagartig, als ihr Vater Opfer eines Selbstmordanschlags wird und die Mutter mit ihnen die Heimat verlässt, um im Flüchtlingslager Camp Patience unterzukommen. Die riesige Zeltstadt vermittelt der Familie ein wenig Sicherheit, auch wenn das Leben dort eintönig ist. Sarats Familie verbringt einige Jahre in dem Camp, bevor sich die vermeintliche Sicherheit als trügerisch erweist...

"American War" ist ein dystopischer Roman über den nächsten amerikanischen Bürgerkrieg. Die Gegner bekämpfen sich mit allen Mitteln. Krieg, Terrorismus, Selbstmordattentate, Folter, Drohnenangriffe, Hass, Rache und die Auswirkungen des Klimawandels sind nur einige Beispiele für den Hintergrund dieser Geschichte. Im Mittelpunkt steht die Hauptprotagonistin Sarat. Man beobachtet, wie sie in dieser Welt lebt, mit welchen Schicksalsschlägen sie konfrontiert wird und welche Auswirkungen diese Erlebnisse auf ihr Leben und den Krieg haben. Sarat ist eine Protagonistin, die zunächst sehr kindlich und naiv scheint, doch im Lauf der Zeit macht sie eine glaubhafte Wandlung durch, der man gebannt folgt. 

Dem Autor gelingt es hervorragend, das düstere Zukunftsbild zu beschreiben. Man kann sich das zerrüttete Amerika, die damit verbundene Gefahren und die Auswirkungen auf das Klima genau vorstellen und verfolgt deshalb fasziniert den Verlauf der Handlung. Das, was der Autor dort beschreibt, scheint gar nicht so abwegig zu sein und deshalb hat man beim Lesen das ungute Gefühl, dass es tatsächlich dazu kommen könnte.  "American War" rüttelt auf und regt zum Nachdenken an. 

Obwohl die Thematik dieses Buchs nicht unbedingt leicht zu lesen ist, konnte ich mich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kaum noch davon lösen. Ich habe fasziniert Sarats Geschichte verfolgt und mochte manchmal kaum glauben, was ich dort las. "American War" hat mich berührt um zum Nachdenken angeregt. Deshalb wird mir dieser Roman noch lange in Erinnerung bleiben.  

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(123)

257 Bibliotheken, 12 Leser, 4 Gruppen, 46 Rezensionen

thriller, chris carter, mord, los angeles, hunter

Death Call - Er bringt den Tod

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783548289526
Genre: Krimi und Thriller

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