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21 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

serie, reihe, fortsetzung, band 4

Aisha

Jesper Stein , Patrick Zöller
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 26.01.2018
ISBN 9783462050783
Genre: Krimi und Thriller

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(3)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

strandgut, benjamin cors, normandie, band 1

Strandgut

Benjamin Cors
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.02.2018
ISBN 9783423217163
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dem Personenschützer Nicolas Guerlain unterläuft ein peinlicher Fehler, als er ausgerechnet den angesehenen Minister, den er eigentlich schützen sollte, in einem unaufmerksamen Moment zu  Boden stößt. Die Bilder davon sind für die Presse ein gefundenes Fressen. Seine Karriere scheint damit beendet. Er wird in seinen alten Heimatort strafversetzt und soll die dortige Polizei in Sicherheitsfragen beraten. Als Nicolas eine abgetrennte Hand am Strand findet, beginnt er zu ermitteln....


Der Normandie-Krimi startet mit einem Rückblick in die Vergangenheit. Hier beobachtet man einen Abend, der der letzte für den Croupier eines Casinos sein soll. Dieser Einstieg ist interessant und weckt die Neugier, wie sich die damalige Ereignisse wohl mit der aktuellen Handlung verknüpfen werden. 


Danach lernt man Nicolas Guerlain kennen. Er ist zunächst nur schwer einzuschätzen, da ihm das spurlose Verschwinden seiner Freundin Julie, die ihn vor drei Jahren bei einem Konzert sitzengelassen hat, stark zu schaffen macht. Er kann sich einfach nicht davon lösen und sucht noch immer nach ihr. Das ist auch der Grund, der zu seiner Unaufmerksamkeit führt, die ihn den Job als Personenschützer kostet. Auch sonst lässt sich der Hauptprotagonist nicht so leicht in die Karten schauen. Er wirkt nicht unsympathisch, aber manchmal sind seine Handlungen und seine Wortkargheit nur schwer nachzuvollziehen. 


Der Schreibstil ist einzigartig. Es gelingt dem Autor hervorragend das französische Flair des Küstenortes zu beschreiben. Seine Wortwahl ist manchmal geradezu poetisch, sodass man manche Sätze gerne ein zweites Mal liest, um sie auf sich wirken zu lassen. Und das nicht, weil man sie beim ersten Mal nicht verstanden hat, sondern um sie einfach zu genießen. 


Der Krimi besteht aus mehreren Handlungssträngen. Die abgetrennte Hand stellt die örtliche Polizei vor ein Rätsel. Und genau das ist jetzt denkbar schlecht, da ein großes Gipfeltreffen ansteht und Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen.  Es gibt außerdem weitere Rückblicke in die Vergangenheit, die sich nur schwer zuordnen lassen, aber dafür sorgen, dass man unbedingt erfahren möchte, wie sich das alles verbinden wird. Außerdem kämpft Nicolas Guerlain noch immer gegen die Dämonen seiner Vergangenheit. 


Der Krimi ist durchgehend interessant, auch wenn er anfangs ein wenig auf der Stelle tritt. Man kann sich nicht erklären, wie sich das alles verbinden soll. Zum Ende hin überschlagen sich allerdings die Ereignisse, sodass man das Buch dann gar nicht mehr aus der Hand legen mag. 


Krimis und Thriller sind ja meine absoluten Favoriten. Bei diesem Exemplar hatte ich zunächst Schwierigkeiten, mich auf den Hauptprotagonisten einzulassen, doch das hat sich im Verlauf der Handlung dann zum Glück gelegt. Der Schreibstil konnte mich voll und ganz begeistern. Denn die Handlungsorte wurden für mich beim Lesen so lebendig, dass ich alles genau vor Augen hatte. Auch wenn, für meinen Geschmack, die Spannung ein wenig spät aufgekommen ist, hat das rasante Ende mich entschädigt. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt dieser Normandie-Krimi deshalb vier von fünf möglichen Sternchen. 

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(104)

206 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

thriller, familiendrama, amoklauf, trauma, familientragödie

Die gute Tochter

Karin Slaughter , Fred Kinzel , Silvia Kuttny-Walser
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.08.2017
ISBN 9783959671101
Genre: Krimi und Thriller

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(24)

73 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

physik, wissenschaft, einstein, zürich, liebe

Frau Einstein

Marie Benedict , Marieke Heimburger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.02.2018
ISBN 9783462049817
Genre: Romane

Rezension:


Mileva Maric ist eine der ersten Frauen, die am Ende des 19. Jahrhunderts Physik und Mathematik am Polytechnikum in Zürich studiert. Als Frau, die in Serbien, noch dazu mit einem Hüftleiden, geboren wurde, muss sie sich in der Männerwelt behaupten. Milevas Leistungen sind allerdings herausragend. Das erkennt auch ihr Kommilitone Albert Einstein. Doch er sieht auch die Frau in ihr und schon bald fühlen sich die beiden zueinander hingezogen. Sie führen zunächst eine Beziehung, in der beide ebenbürtig sind. Doch dann wird Mileva schwanger...

Im Zentrum der Geschichte steht Mileva Maric, die erste Frau von Albert Einstein. Im Nachwort kann man nachlesen, dass es sich um einen fiktiven Roman handelt, bei dem ein großer Teil der Handlung Spekulation ist. Dies sollte man beim Lesen im Hinterkopf behalten. In Physikerkreisen ist Mileva Maric allerdings keine Unbekannte. Es gibt heiße Debatten darüber, wie groß ihr Anteil an Einsteins Relativitätstheorie gewesen sein könnte.

Milevas Geschichte wird in der Ich-Form, aus ihrer Sicht, geschildert. Sie wirkt vom ersten Moment an sehr sympathisch, sodass man sich gerne zurücklehnt und in ihr Leben eintaucht. Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, denn die Autorin versteht es hervorragend, die damalige Zeit zum Leben zu erwecken. Handlungsorte und Protagonisten werden so beschrieben, dass man sich die Szenen problemlos vorstellen kann. Schnell wird klar, dass Frauen es schwer hatten, sich in dieser Männerwelt zu behaupten. Doch Mileva scheint zielstrebig ihren Weg zu gehen, bis die Liebe und eine ungewollte Schwangerschaft sie aus der Bahn werfen.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Dadurch kann man sich ganz auf die Handlung einlassen und Milevas Geschichte auf sich wirken lassen. Durch die gewählte Ich-Form erfährt man viel über ihre Gedanken und Gefühle und kann diese auch, zum größten Teil, nachvollziehen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Gesamtübersicht, durch diese Erzählperspektive, auch etwas eingeschränkt ist. Denn mit fortschreitender Handlung wirkt Albert Einstein zunehmend unsympathischer.

Ich habe mich beim Lesen der Geschichte von Einsteins erster Frau allerdings sehr gut unterhalten. Die Autorin schreibt so mitreißend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen mochte. Mileva Maric hat mich fasziniert und ich habe mit ihr mitgefiebert und mitgelitten. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt das Buch deshalb auch vier von fünf Sternchen. Man sollte beim Lesen allerdings im Hinterkopf behalten, dass es sich hier um einen fiktiven Roman handelt, der zwar auf Fakten beruht, aber auch künstlerische Freiheiten und Spekulationen mit in die Handlung einfließen lässt.

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(38)

57 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

münchen, drogen, krimi, mord, nicole neubauer

Scherbennacht

Nicole Neubauer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783734104510
Genre: Krimi und Thriller

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(41)

82 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

thriller, schottland, entführung, spannung, edinburgh

Die perfekte Gefährtin

Helen Fields , Frauke Meier
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783404176199
Genre: Krimi und Thriller

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(30)

39 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

rache, roman, frauen, clevere geschäftsidee, berlin

Die Königin von Lankwitz

Max Urlacher
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548290195
Genre: Humor

Rezension:

Bea und Irene sind gerade aus dem Knast entlassen. Nun stellt sich die Frage, wie beide ihren Lebensunterhalt verdienen sollen. Irene war vor ihrem Knastaufenthalt im KaDeWe angestellt und hat dort äußerst erfolgreich Dessous an den Mann, bzw. die Frau, gebracht. Nachdem sie aber ihren Ehemann im Rückwärtsgang mit dem Auto erledigt und dafür gesessen hat, ist an eine Rückkehr in das Berliner Kaufhaus sicher nicht zu denken. Deshalb kommt den beiden Frauen die Idee, Irenes Talent, im Umgang mit Fahrzeugen, dafür zu nutzen, anderen Frauen zu helfen. Kleinere oder größere Unfälle, die dafür sorgen, lästige Konkurrenten, unerträgliche Chefs oder verhasste Ehemänner aus dem Weg zu räumen, bzw. ihnen so einen Denkzettel zu verpassen, bilden das Angebot der Ich-AG, die Bea und Irene gründen. Zunächst läuft auch alles nach Plan, doch dann geraten die beiden ins Visier der Konkurrenz-Agentur "Revanche".....

Der Einstieg in diesen skurrilen Roman gelingt mühelos. Denn es macht einfach Spaß, die beiden Heldinnen beim Aufbau ihrer neuen Existenz zu beobachten. Auch wenn man es kaum glauben mag, wird schnell klar, dass die beiden Prinzipien haben. Das Geschäft läuft zunächst gut, sodass man sich entspannt zurücklehnen und den schwarzen Humor genießen kann.

Der Schreibstil ist kurz und knackig. Die Geschichte wird temporeich erzählt und da die beiden Heldinnen keine Heiligen sind, stört man sich auch nicht an der teilweise etwas derberen Wortwahl. Im Gegenteil, denn dadurch wirkt das Ganze noch authentischer. In dieser Erzählung trifft man auf ganz unterschiedliche Charaktere, die für Abwechslung sorgen. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, denn es hat den Anschein, dass Bea und Irene auf ihrer Meisterinnen treffen. Doch mit Dirty-Irene aus Lankwitz sollte man sich lieber nicht anlegen.

Ich habe mich beim Lesen recht gut unterhalten. Der Anfang hat mir besonders gut gefallen. Denn die Geschichte startet sehr humorvoll und deshalb habe ich mich oft dabei erwischt, dass ich spontan grinsen musste. Allerdings muss ich zugeben, dass es auch Szenen gab, bei denen ich mich ein wenig gelangweilt und auf mehr Humor gehofft habe. Das große Finale wirkte auf mich leider auch ein wenig zu gehetzt. Da hatte ich eigentlich mehr erwartet. Der Schreibstil gefiel mir allerdings sehr gut. Denn er passte sehr gut zur skurrilen Geschichte und den beiden Hauptprotagonistinnen. Als humorvolle Lektüre für Zwischendurch ist dieses Buch auf jeden Fall geeignet, da man gut unterhalten wird uns so manches Mal unverhofft schmunzeln muss.  

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(83)

120 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

spreewald, krimi, mord, hörsturz, lübbenau

Spreewaldgrab

Christiane Dieckerhoff
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.01.2016
ISBN 9783548287607
Genre: Krimi und Thriller

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(26)

37 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

thriller, psychothriller, brutal, schweden, mobbing

Böse Schwestern

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548288611
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach ihrem Zusammenbruch fährt die Kriminalreporterin Ellen Tamm zu ihrer Mutter. Es ist das erste Mal, dass sie nach langer Zeit ihre alte Heimat besucht. Noch immer macht ihr der ungeklärte Tod ihrer Zwillingsschwester, die im Alter von 8 Jahren starb, zu schaffen. Die Dämonen ihrer Vergangenheit geben einfach keine Ruhe. Ein Therapeut soll ihr helfen, die damaligen Ereignisse zu verarbeiten. Doch schon auf der Heimfahrt stößt Ellen auf einen mysteriösen Mordfall. Die Leiche einer unbekannten Frau wird gefunden und Ellen setzt alles daran, die Identität der Frau und die Umstände ihres Todes zu klären....

Nach "Glücksmädchen" ist "Böse Schwestern" der zweite Band, in dem man die Kriminalreporterin Ellen Tamm bei ihrer Arbeit beobachtet. Da die Fälle, die im Mittelpunkt stehen, in sich abgeschlossen sind, kann man die Bände unabhängig voneinander lesen.

Auch in diesem Psychothriller verwendet Mikaela Bley unterschiedliche Perspektiven. Man beobachtet abwechselnd die Hauptprotagonistin Ellen Tamm, die Lehrerin Hanna, die Mutter von zwei Kindern ist und mit Stoffe zusammenlebt, und die Hausfrau Alexandra, die mit ihrem Mann Patrik, ihren beiden Kindern und der Schwiegermutter unter einem Dach lebt. Die Handlung ist in Kapitel unterteilt, die mit dem jeweiligen Tag, der Uhrzeit und dem Namen der Person gekennzeichnet sind, der man gerade über die Schulter schaut. Zunächst ist nicht klar, wie diese unterschiedlichen Stränge zusammenhängen könnten. Doch das Interesse am Fall wird dadurch sofort geweckt. Die wechselnden Perspektiven sorgen außerdem dafür, dass die Geschichte temporeich erzählt wird.

Der Einstieg in die Handlung gelingt relativ mühelos, da man unbedingt erfahren möchte, was es mit dem geheimnisvollen Mord auf sich hat. Außerdem schwebt zwischen den Zeilen eine angespannte Atmosphäre. Man hat sofort das Gefühl, dass in dem kleinen Ort, der auf den ersten Blick recht idyllisch wirkt, irgendetwas nicht stimmt. Denn die Kinder des Orts scheinen äußerst aggressiv zu sein. Deshalb stellt man sich die Frage, was da los ist und wie sich das in die Handlung einfügen mag. Die Autorin legt einige Spuren aus, denen man beim Lesen bereitwillig folgt, doch was wirklich geschah und wie alles zusammenhängt, ist nicht so leicht zu entschlüsseln. Man tappt also lange Zeit im Dunkeln und wird zum Schluss noch mit einer unerwarteten Wendung konfrontiert.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb ganz in die Handlung eintauchen. Die Charaktere sind nur schwer einzuschätzen. Das bezieht sich auch auf die Hautprotagonistin Ellen, denn auch sie betrachtet man zunächst distanziert. Ihre Vergangenheit belastet sie schwer und außerdem schaut sie, jedenfalls am Anfang des Buchs, ziemlich häufig zu tief ins Glas, so dass es nicht leicht fällt, sich mit ihr zu identifizieren. Das legt sich allerdings im Verlauf der Handlung.

Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten. Am Anfang hatte ich zwar meine Schwierigkeiten mit der Hauptprotagonistin, doch das hat sich dann zum Glück gelegt. Ich habe gespannt beobachtet, wie sich die Handlungsfäden miteinander verknüpfen und bis zur Auflösung gerätselt, wie wohl alles enden wird. Deshalb konnte ich das Buch zum Schluss gar nicht mehr aus der Hand legen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb vier von fünf möglichen Sternchen.

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(4)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

schweden, missbrauch, gewalt in der ehe

Stets sollst du schweigen

Ninni Schulman , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 385 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.01.2018
ISBN 9783404176229
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Sozialarbeiterin Anna-Karin Ehn verschwindet spurlos. Ihr Mann ist verzweifelt und meldet seine Frau vermisst. Er hat große Angst, dass Anna-Karin etwas zugestoßen sein könnte, da sie bei ihrer Arbeit oft mit den Opfern häuslicher Gewalt zu tun hat und bereits bedroht wurde. Die Polizei hat Bedenken, dass Anna-Karin dem Vergewaltiger, der momentan sein Unwesen in der Gegend treibt, in die Hände gefallen sein könnte, obwohl das Verschwinden eigentlich nicht zu seinem bisherigen Vorgehen passt. Als Anna-Karins Mann das Auto seiner Frau an einer einsamen Stelle im Wald findet, gerät er selbst ins Visier der Ermittlungen. Von Anna-Karin selbst fehlt weiterhin jede Spur. Da in dem Wagen Blutspuren gefunden werden, drängt die Zeit......

"Stets sollst du schweigen" ist nach "Still ruht der Wald" der zweite Band der Värmland-Krimireihe um Petra Wilander und ihr Ermittlerteam. Die Journalistin Magdalena Hansson, die in den Kriminalromanen "Das Mädchen im Schnee" und "Feuerteufel" der Polizei von Hagfors mehr oder weniger unter die Arme greift, ist bei dieser Reihe ebenfalls dabei. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, können die Bücher auch unabhängig voneinander gelesen werden. Um die Weiterentwicklung der Charaktere und die privaten Nebenhandlungen zu beobachten, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.

Der Einstieg in den aktuellen Fall gelingt auch ohne Vorkenntnisse aus den anderen Bänden relativ mühelos. Es gibt unterschiedliche Handlungsstränge, die nach und nach eingeführt werden. Im Zentrum der Handlung steht natürlich die Suche nach der verschwundenen Anna-Karin. Man bekommt aber auch einen recht ausführlichen Einblick in das Privatleben der Ermittler. Außerdem beobachtet man die Journalistin Magdalena Hansson, die, ohne es eigentlich zu wollen, mitten in die Ermittlungen gerät. Ein weiterer Handlungsstrang beschäftigt sich mit der Familie, die die Sozialarbeiterin Anna-Karin vor ihrem Verschwinden aufsuchen wollte, da Magdalena Hansson dort häusliche Gewalt vermutet. Durch die wechselnden Handlungsstränge wirkt die Erzählung abwechslungsreich und durchgehend interessant.

Die Spannung wird früh geweckt, da die Geschichte, durch die wechselnden Stränge temporeich erzählt wird. Man gerät in den Sog der Ereignisse und möchte unbedingt erfahren, was hinter dem Verschwinden von Anna-Karin steckt. Man stellt beim Lesen eigene Vermutungen an, doch der Fall bleibt lange geheimnisvoll und punktet zum Schluss mit einer Überraschung. Als Krimileser kann man hier richtig mitfiebern und wird nicht so schnell auf die Lösung kommen.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb ganz in die Ermittlungen eintauchen. Die Charaktere wirken sehr lebendig. Durch die privaten Nebenhandlungen flacht die aufgebaute Spannung zwar manchmal ab, allerdings wirken auch diese Szenen interessant und helfen dabei, die Protagonisten besser einzuschätzen.

Ich habe mich beim Lesen dieses Krimis sehr gut unterhalten und mochte ihn kaum aus der Hand legen. Denn das Rätsel um Anna-Karins Verschwinden hat mich in den Bann der Geschichte gezogen und ich wollte unbedingt erfahren, was dahinter steckt. Die Nebenhandlungen wirkten auf mich ebenfalls sehr interessant. Obwohl ich zugeben muss, dass mir manches etwas zu konstruiert und übertrieben erschien. Dennoch habe ich diesen Krimi innerhalb kürzester Zeit verschlungen und werde diese Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala erhält "Stets sollst du schweigen" vier von fünf möglichen Sternchen und eine klare Leseempfehlung.

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(54)

101 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

london, krimi, menschenhandel, tony parsons, reihe

In eisiger Nacht

Tony Parsons , Dietmar Schmidt
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.01.2018
ISBN 9783404176212
Genre: Krimi und Thriller

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(389)

1.129 Bibliotheken, 66 Leser, 0 Gruppen, 116 Rezensionen

kerstin gier, hotel, wolkenschloss, liebe, jugendbuch

Wolkenschloss

Kerstin Gier
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 09.10.2017
ISBN 9783841440211
Genre: Jugendbuch

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(54)

75 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 56 Rezensionen

biografie, biographie, prinzessin, niederländisches königshaus, schicksalhafte begegnung

Die amerikanische Prinzessin

Annejet van der Zijl , Marianne Holberg
Fester Einband
Erschienen bei Theiss, Konrad, 01.01.2018
ISBN 9783806234824
Genre: Biografien

Rezension:

In "Die amerikanische Prinzessin" erzählt Annejet van der Zijl die Lebensgeschichte von Allene Tew, die 1872 in der amerikanischen Provinz geboren wurde, und im Jahr 1955 in Frankreich starb. In dieser wahren Geschichte erfährt man viel über die Frau, die eine der reichsten der Welt war, vom New Yorker Geldadel, sogar zur europäischen Prinzessin aufstieg und Patentante der niederländischen Königin Beatrix wurde.

Der Schreibstil von Annejet van der Zijl ist recht nüchtern, aber dennoch gut zu lesen. Es gelingt ihr hervorragend, die Lebensgeschichte dieser einzigartigen Frau, die, trotz vieler Schicksalsschläge, nie den Mut zum Leben verlor, so zu vermitteln, dass man schon beinahe meint, einen Roman zu lesen. Fakten und Hintergrundinformationen werden so in die Handlung eingestreut, dass man sich Allenes Leben mühelos vorstellen kann. Allene war fünf Mal verheiratet und hat zwei Weltkriege und den Bankenkrach erlebt. Das Schicksal hat es nicht immer gut mit ihre gemeint, doch sie hat nie aufgegeben, sondern immer versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen und sich selbst und ihren Werten treu zu bleiben.

Fotos, auf denen Allene, ihre Familie und andere Persönlichkeiten, die man im Verlauf der Handlung kennenlernt, zu sehen sind, lassen das Gelesene noch authentischer wirken. Man merkt beim Lesen, dass die Autorin jahrelang recherchiert und viel Herzblut in die Geschichte gesteckt hat.

Ich habe mich beim Lesen jedenfalls ausgesprochen gut unterhalten und Allenes Geschichte durchgehend interessiert verfolgt. Allerdings muss ich zugeben, dass mein Lesefluss gelegentlich von englischen Zitaten, was beispielsweise die damalige Presse über Allene oder ihre Familie schrieb, etwas unterbrochen wurde. Trotzdem habe ich viel über diese außergewöhnliche Frau, von der ich bisher nie gehört hatte, gelernt und werde diese interessante Lebensgeschichte noch lange in Erinnerung behalten.  

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(91)

176 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

thriller, narzissmus, mord, psychologie, wendy walker

Kalte Seele, dunkles Herz

Wendy Walker , Maria Poets
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 07.09.2017
ISBN 9783651025578
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor drei Jahren verschwanden die 15-jährige Cass und ihre zwei Jahre ältere Schwester Emma spurlos. Trotz intensiver Nachforschungen durch das FBI liefen alle Ermittlungen ins Leere. Dr. Abby Winter, forensische Psychologin beim FBI, hat diesen Fall nie vergessen und eine ungewöhnliche Theorie entwickelt. Als Cass völlig unverhofft wieder vor der Haustür ihrer Mutter steht, bekommt Dr. Winter die Chance, den Fall erneut aufzurollen. Cass hat den sehnlichen Wunsch, dass ihre Schwester Emma ebenfalls gefunden wird und erzählt deshalb alle Details, an die sie sich erinnern kann. Dr. Abby Winter kommt daran allerdings etwas merkwürdig vor. Was ist damals wirklich geschehen?

In Wendy Walkers Spannungsroman wird das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Cass erzählt die Geschichte ihres Verschwindens in der Ich-Form. Dabei geht sie allerdings nicht immer chronologisch vor. Es gibt außerdem Rückblicke in das Familienleben, sodass man auch erfährt, was sich innerhalb der Familie alles zugetragen hat, als die beiden Mädchen noch gemeinsam dort lebten. Dabei enthüllt Cass nach und nach einiges. In einer weiteren Perspektive beobachtet man Dr. Abby Winter. Von ihr erhält man psychologische Hintergrundinformationen und erfährt, dass ihr in Cass Geschichte Ungereimtheiten auffallen.

Der Einstieg in die Geschichte ist interessant. Man fragt sich sofort, was damals wohl passiert ist und ob Emma, die ja nicht gemeinsam mit Cass zurückkehrt, gefunden werden kann. Cass erzählt die Ereignisse sehr detailliert. Doch man hat schon bald das Gefühl, dass irgendwas merkwürdig ist. Doch was genau das ist, kann man nicht greifen. Die Einschätzungen von Dr. Abby Winter sind ebenfalls informativ, auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass sie sich ebenfalls nicht richtig in die Karten schauen lässt. Deshalb tappt man beim Lesen lange Zeit im Dunkeln und rätselt, wie das alles wohl enden wird. Obwohl beide Perspektiven interessant sind, kommt es in der ersten Hälfte des Buchs auch zu einigen Längen. Man hat das Gefühl, dass sich vieles wiederholt und dass Cass vom FBI ziemlich viel Zeit eingeräumt wird, um ihre Geschichte zu erzählen. Denn eigentlich sollte doch alles ganz schnell gehen, damit auch Emma zurückkehren kann. Da man das Rätsel um Emma unbedingt lösen möchte, bleibt man, trotz der am Anfang auftretenden Längen, dennoch gerne am Ball.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und mag bei einigen Schilderungen von Cass kaum glauben, was man dort liest. Dadurch steigt die Spannung an und ein ungutes, bedrohliches Gefühl schleicht sich ein. Auf die Auflösung muss man bis zum Schluss warten, denn nach und nach werden die einzelnen Puzzleteile aufgedeckt, die am Ende dann ein überraschendes Bild ergeben.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans im Großen und Ganzen gut unterhalten. Denn ich wollte unbedingt erfahren, ob es gelingt, auch Emma zu finden. Das hat mich allerdings viel Geduld gekostet, da es für mich einige Szenen gab, die auf mich zu langatmig wirkten. Deshalb war der Roman für mich nicht so spannend, wie ich mir das erhofft hatte. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb drei von fünf möglichen Sternchen.  

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(100)

171 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

thriller, berlin, marc raabe, mord, schlüssel

Schlüssel 17

Marc Raabe
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548289137
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Berliner Dom wird die grausam zugerichtete Leiche der Dompfarrerin gefunden. Sie hängt in der Kuppel und trägt einen Schlüssel um den Hals, in dem die Zahl 17 eingraviert ist. Tom Babylon vom LKA trifft als einer der ersten Ermittler vor Ort ein. Er glaubt seinen Augen nicht zu trauen, als er den Schlüssel entdeckt. Denn mit so einem Schlüssel verschwand vor vielen Jahren seine kleine Schwester Viola und wurde nie mehr gesehen. Tom Babylon will diesen Fall um jeden Preis. Doch ein unliebsamer Kollege leitet die Ermittlungen und Tom bekommt die Psychologin Sita Johanns an die Seite gestellt, die ihn, und seine Ermittlungen, genau im Auge behalten soll. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse, denn der Täter schlägt erneut zu und es hat den Anschein, dass er auf einem Rachefeldzug ist.....

"Schlüssel 17" ist der Auftaktband zu einer neuen Reihe um den Ermittler Tom Babylon. Ohne langatmiges Vorgeplänkel befindet man sich, durch einen spannenden Prolog, sofort mitten im Geschehen. Das Interesse wird dadurch sofort geweckt, sodass man bereits früh in den Sog der Handlung gerät.

Erzählt wird in zwei Zeitebenen. Im Zentrum der Handlung stehen natürlich die aktuellen Ermittlungen in der Gegenwart. Doch es gibt auch immer wieder Rückblicke in Tom Babylons Vergangenheit, sodass sich diese beiden Handlungsstränge nach und nach miteinander verknüpfen. Beide Stränge sind durchgehend interessant. Dem Autor gelingt es hervorragend, immer nur ein wenig preis zu geben, sodass man fast bis zum Schluss im Dunkeln tappt und bei den eigenen Ermittlungen, die man beim Lesen anstellt, oft neu ansetzen und die erhaltenen Informationen nochmals sortieren muss. Wer hier zu den Guten oder den Bösen gehört, ist nämlich gar nicht so leicht zu durchschauen. Beim Lesen ist man deshalb hin- und hergerissen und weiß nicht, was man glauben soll. Da man dem Ganzen aber auf den Grund gehen möchte, macht das den besonderen Reiz dieses Thrillers aus. Man klebt förmlich an den Seiten und mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Die Charaktere sind vielschichtig und interessant. Besonders Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns wirken sehr sympathisch. Man kann sich gut mit den beiden identifizieren und verfolgt deshalb gespannt die Jagd nach dem Killer. Der Schreibstil ist außerdem sehr flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb problemlos in das spannende Geschehen eintauchen. Hochspannung und Nervenkitzel sind bei diesem Thriller garantiert. Das Ende überzeugt mit einem rasanten Showdown und lässt auf ein baldiges Wiedersehen mit dem sympathischen Tom Babylon hoffen.

Thriller sind ja meine absoluten Favoriten. Bei diesem Exemplar habe ich mich besonders gut und spannend unterhalten gefühlt. Denn, einmal angefangen, geriet ich förmlich in den Sog der Handlung und mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Spannung und Nervenkitzel waren für mich allgegenwärtig, sodass ich den Thriller beinahe in einem Rutsch durchgelesen habe. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb alle fünf Sternchen und eine ganz klare Leseempfehlung.  

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(63)

165 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

musik, vinyl, liebe, freundschaft, plattenladen

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

Rachel Joyce , Maria Andreas
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 29.12.2017
ISBN 9783810510822
Genre: Romane

Rezension:

Frank hat einen kleinen Plattenladen in der Unity Street. Er hat das besondere Talent, für jeden Kunden genau die Musik zu finden, die er gerade braucht. Obwohl die Straße ein wenig heruntergekommen wirkt, halten die Bewohner zusammen und sind eng miteinander verbunden. Die Menschen kommen gerne in Franks Laden und genießen es, dass er sich Zeit für sie nimmt. Doch plötzlich taucht eine geheimnisvolle Frau vor Franks Schaufenster auf. Das Unfassbare geschieht: Frank kann nicht spüren, welche Musik sie glücklich machen könnte.....

Der Einstieg in diesen Roman, der märchenhaft mit den Worten "Es war einmal ein Plattenladen" beginnt, gelingt mühelos. Denn genau wie Mr. Frank, hat auch die Autorin Rachel Joyce eine besondere Gabe: Sie versteht es vom ersten Moment an, eine wunderbare Atmosphäre zu erschaffen, in der man sich einfach wohlfühlen muss. Man lernt ganz besondere Charaktere kennen, die, obwohl sie ganz unterschiedlich sind, eine eingeschworene Gemeinschaft bilden. Man spürt den Zusammenhalt und kann sich das Leben in der Unity Street mühelos vorstellen.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Rachel Joyce beschreibt Charaktere und Handlungsorte so lebendig, dass man sie regelrecht vor Augen hat. Außerdem gelingt es ihr, Franks Leidenschaft für die Musik so glaubhaft zu vermitteln, dass man schon beinahe meint, die Melodien der entsprechenden Lieder zwischen den Zeilen zu spüren.

Die Geschichte selbst plätschert zunächst ein wenig vor sich hin, was aber nicht negativ zu werten ist, da die Autorin sich Zeit nimmt, die Charaktere einzuführen und das Leben in der Straße zu beschreiben. Außerdem gibt es immer wieder Rückblicke in Franks Vergangenheit, die nach und nach erklären, wie er zu dem Mensch wurde, der er ist. In die Handlung eingeflochten ist eine zarte Liebesgeschichte, die anders verläuft, als man zunächst annimmt. Zum Ende hin gerät die Harmonie, die sich durch das Buch zieht, ein wenig ins Wanken und wartet förmlich darauf, neu belebt zu werden.

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, da die Autorin es geschafft hat, dass ich mich vom ersten Moment an in der Geschichte wohlgefühlt und die lebendigen Charaktere förmlich vor mir gesehen habe. Es fiel mir leicht, mich auf die Handlung einzulassen und mit den Protagonisten mitzufiebern. Allerdings muss ich zugeben, dass mir das Ende ein wenig zu kurz abgehandelt wurde und deshalb nicht ganz so harmonisch und rund auf mich wirkte, wie der Rest des Buchs.

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(83)

109 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

krimi, sauerland, spieluhr, mord, linus geschke

Das Lied der toten Mädchen

Linus Geschke
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.01.2018
ISBN 9783548289311
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Kölner Journalist Jan Römer bearbeitet gemeinsam mit seiner Kollegin Stefanie Schneider, genannt "Mütze" die Rubrik "Ungelöste Kriminalfälle". Die beiden haben sich dafür entschieden, den Mord an Sonja Risse, die im Herbst 1997 auf dem Wilzenberg erstochen, wie schlafend aufgebahrt und mit einer Spieluhr neben sich, aufgefunden wurde, neu aufzurollen und darüber zu berichten. Die beiden Journalisten fahren in Sonjas Heimatort und versuchen mehr über die Tote herauszufinden. Schon bald versucht man energisch die Nachforschungen zu stoppen. Plötzlich wird eine weitere Tote gefunden. Neben ihrer Leiche befindet sich ebenfalls eine Spieluhr. Haben Jan und Mütze in ein Wespennest gestochen und den Täter von damals aufgeschreckt?

Nach "Die Lichtung" und "Und am Morgen waren sie tot" ist dies der dritte Band, in dem sich Jan Römer und seine Kollegin Mütze mit alten, ungelösten Kriminalfällen beschäftigen. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man diesen Teil der Reihe auch ohne Vorkenntnisse lesen. Zum besseren Verständnis der privaten Nebenhandlungen und der Weiterentwicklung der Charaktere empfiehlt es sich aber, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Bände der Reihe nach zu lesen. Für den aktuellen Fall sind diese Kenntnisse aber nicht notwendig, denn auch als Quereinsteiger kann man dem Geschehen mühelos folgen.

Das Buch beginnt mit einem düsteren Prolog, der das Interesse an den damaligen Ereignissen weckt. Man fragt sich sofort, was damals wirklich geschehen ist und stellt spontan eigene Theorien auf. Danach lernt man in der Gegenwart die beiden Journalisten kennen. Sie wirken sofort sympathisch und bilden ein eingespieltes Team. Der Autor beschreibt die Protagonisten so lebendig, dass man sich gerne mit den beiden auf Spurensuche begibt. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar, sodass man schon nach wenigen Seiten in den Sog der Ereignisse gerät und mit Jan Römer und Mütze mitfiebert.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Dadurch hat man zwar mehr Hintergrundinformationen als die beiden Journalisten, kann diese aber nicht richtig ins Verhältnis setzen. Man stellt eigene Vermutungen an, doch Linus Geschke gibt nicht zu viel Preis, sodass man bis zum Schluss im Dunkeln tappt. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint, und deshalb wird die Spannung durchgehend gehalten.

Ich habe mich beim Lesen dieses Kriminalromans ausgesprochen gut und spannend unterhalten. Die Protagonisten wirkten auf mich glaubhaft und lebendig, sodass ich mich ganz auf die Ermittlungen einlassen konnte und ständig eigene Spekulationen angestellt habe, die ich dann wieder über den Haufen werfen musste, um neu anzusetzen. Das macht für mich einen guten Krimi aus und deshalb bekommt dieses Exemplar auf meiner persönlichen Bewertungsskala vier Sterne.  

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201 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 119 Rezensionen

thriller, hangman, daniel cole, london, köder

Hangman - Das Spiel des Mörders

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 02.01.2018
ISBN 9783548289212
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eineinhalb Jahre sind vergangen, seit Emily Baxter den Ragdoll-Killer zur Strecke gebracht hat. Mittlerweile ist sie zum Chief Inspector befördert worden. Nun ersuchen US-Ermittler um ihre Mithilfe, denn an der Brooklyn-Bridge wurde ein Toter aufgehängt und es hat den Anschein, als ob jemand den Ragdoll-Killer kopieren würde. Gemeinsam mit Agenten vom CIA und FBI versucht sie der Sache auf den Grund zu gehen. Doch schon bald droht der ganze Fall aus dem Ruder zu laufen. Der Killer scheint den Ermittlern immer einen Schritt voraus zu sein und schlägt nicht nur in Amerika, sondern auch in London zu. Ein gefährliches Katz- und Mausspiel beginnt....

"Hangman" ist nach "Ragdoll" der zweite Band um die Ermittlerin Emily Baxter. Man kann den zweiten Fall auch ohne Vorkenntnisse lesen, da der Autor immer wieder Informationen zu den Ereignissen des ersten Teils einstreut. Allerdings erschweren fehlende Kenntnisse aus dem ersten Teil den Einstieg in "Hangman" etwas. Denn ohne Vorwissen wird man am Anfang mit vielen Informationen geradezu erschlagen, sodass es nicht ganz leicht fällt, alles in den richtigen Zusammenhang zu bringen.

Das Buch beginnt mit einer interessanten Vernehmung, die sofort neugierig auf das Geschehen macht. Man möchte unbedingt erfahren, was wirklich geschehen ist und stürzt sich deshalb mitten in den Fall. Es gibt unterschiedliche Perspektiven und mehrere Handlungsstränge, die miteinander verknüpft werden. Dadurch wird bereits früh Tempo aufgebaut, sodass man schnell in den Sog der Ereignisse gerät.

Der Schreibstil von Daniel Cole ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen. Da der Killer einiges mit seinen Opfern und den Ermittlern anstellt, sollte man beim Lesen nicht allzu zartbesaitet sein. Denn gelegentlich hat man das Gefühl, dass das Blut förmlich aus den Seiten heraustropft. Dennoch gelingt es dem Autor hervorragend, neben der Ermittlungsarbeit und dem blutigen Gemetzel sogar noch eine Prise Humor einzustreuen, bei der man dann etwas aufatmen und unverhofft schmunzeln kann.

Die Charaktere sind nicht ganz einfach. Besonders Emily Baxter hat eine Art, mit der nicht jeder umgehen kann. Im Verlauf der Handlung gewöhnt man sich allerdings daran, dass sie niemandem vertraut, viel zu viel trinkt, immer sagt was sie denkt, auch wenn es nicht angebracht ist und stellenweise sogar sehr distanziert und etwas überheblich wirkt. Auch wenn man ihr Verhalten nicht immer nachvollziehen kann, wirkt sie sehr lebendig. Auch die anderen Charaktere sind facettenreich. Sie haben Ecken und Kanten und wirken dadurch ebenfalls glaubhaft, sodass man den Ermittlungen gespannt folgen kann.

Die Spannung baut sich bereits früh auf und kann durchgehend gehalten werden. Denn der Killer lässt sich immer wieder etwas Neues für seine Opfer und die Ermittler einfallen. Auch wenn sein Vorgehen und die Umsetzung seiner Pläne nicht immer logisch erscheinen, ist der Thriller doch spannend zu lesen und gipfelt in einem rasanten Showdown.

Ich habe mich beim Lesen dieses Thrillers sehr spannend unterhalten gefühlt, obwohl ich den ersten Fall nicht gelesen habe. Das hat mir zwar den Einstieg etwas erschwert, doch der aktuellen Handlung konnte ich trotzdem folgen. Mit Emily Baxter hatte ich zunächst meine Probleme, da sie mir durch ihre Art nicht sofort sympathisch war. Doch das hat sich zum Glück schnell gegeben, sodass ich das spannende Geschehen dann ganz auf mich wirken lassen konnte. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt "Hangman" deshalb vier von fünf möglichen Bewertungssternchen.  

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150 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 102 Rezensionen

colorado, roman, kent haruf, amerikanische kleinstadt, kleinstadt

Lied der Weite

Kent Haruf , Rudolf Hermstein
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070170
Genre: Romane

Rezension:

In der fiktiven Kleinstadt Holt, im US-Bundesstaat Colorado, lebt die 17-jährige Victoria. Als sie ungewollt schwanger wird, wirft ihre Mutter sie aus dem Haus. Ihre Lehrerin Maggie nimmt sie zunächst selbst auf, sorgt dann aber dafür, dass sie bei zwei alten Viehzüchtern unterkommt. Der Lehrer Tom Guthrie hat mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, denn seine Frau leidet unter Depressionen und die Ehe steht kurz vorm Scheitern. Guthrie muss sich um seine beiden Söhne kümmern und bekommt außerdem noch Schwierigkeiten mit einem Schüler. Die Schicksalsfäden der Kleinstadtbewohner verweben sich langsam miteinander....

Nach und nach lernt man die unterschiedlichen Protagonisten der Geschichte und ihre Probleme kennen. Zunächst scheinen die Handlungsfäden lediglich parallel zu verlaufen und nichts miteinander zu tun zu haben. Doch im Verlauf der Handlung nähern sie sich einander an.

Dem Autor gelingt es hervorragend, die Bewohner der Kleinstadt zu beschreiben. Man hat sie lebhaft vor Augen und kann sich gut in die jeweiligen Situationen hineinversetzen. Dadurch hat man das Gefühl, ein Teil der Geschichte zu sein und alles genau zu beobachten. Der Schreibstil ist recht einfach, aber sehr angenehm lesbar. Jedes Wort ist so treffend gewählt, dass man ganz in die Geschichte eintauchen kann und das Buch bereits nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen mag. Denn die zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich im Verlauf der Handlung entwickeln, gehen zu Herzen und regen zum Nachdenken an.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans sehr gut unterhalten und mochte ihn bereits früh nicht mehr aus der Hand legen. Denn die Bewohner und ihre Probleme sind mir schnell ans Herz gewachsen. Obwohl die Geschichte eher ruhig ist, habe ich jede Seite genossen und mochte mich zum Schluss nur ungern von den Kleinstadtbewohnern verabschieden. Von mir gibt es deshalb alle fünf Bewertungssterne und eine ganz klare Leseempfehlung.  

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297 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

geheimnis, england, liebe, liebesbrief, verbotene liebe

Der verbotene Liebesbrief

Lucinda Riley , Ursula Wulfekamp
Flexibler Einband: 680 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.09.2017
ISBN 9783442484065
Genre: Romane

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121 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

england, zweiter weltkrieg, musik, frauenchor, singen

Der Frauenchor von Chilbury

Jennifer Ryan , Andrea O´Brien
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2017
ISBN 9783462048841
Genre: Romane

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(3)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

anti-gewalt-training, jugendliche, gewalt, letzte chance

Befreiungsschlag

Uwe Zissener , Stefan Gemmel
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Arena, 06.01.2017
ISBN 9783401509525
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der 17-jährige Maik hängt am liebsten mit seiner Clique ab und wenn ihm einer dumm kommt, dann schlägt Maik zu. Doch damit muss jetzt Schluss sein, denn nach einer besonders aggressiven Prügelei landet er vor Gericht. Die Jugendstrafe wird zwar zur Bewährung ausgesetzt, um die Auflagen zu erfüllen, muss Maik allerdings Sozialstunden und ein Antigewalt-Training absolvieren. Auf dieses Psychogeschwätz, dass ihn, seiner Meinung nach, eh nicht weiterbringen wird, hat er allerdings überhaupt keine Lust. Als ihm dann aber bewusst wird, dass er dann in den Knast muss, entscheidet sich Maik dafür, dass das AGT wohl doch die bessere Alternative ist. Ohne große Motivation rafft er sich schließlich dazu auf und geht davon aus, dass die Trainer sich bestimmt schon ihre Meinung über ihn gebildet haben und dass das zu erwartende Psychogeschwätz ihm gewaltig auf die Nerven gehen wird. Doch dann kommt alles ganz anders....

Uwe Zissener ist Dipl.-Sozialarbeiter, Erlebnispädagoge, Mediator und AGT-Trainer. Er arbeitet seit Jahren in der Gewaltprävention und als Antigewalt-Trainer. Stefan Gemmel ist einer der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautoren im deutschsprachigen Raum. Er hat Uwe Zissener und seine Kollegen ein Jahr lang, mit dem Einverständnis der Teilnehmer, beim AGT-Training begleitet. Aus diesen Erfahrungen, bei denen er die Höhen und Tiefen und die Erfolge und Rückschläge, hautnah miterleben konnte, ist dieser Roman entstanden.

Da man beim Lesen merkt, wie viel Herzblut und Realität in Maiks Geschichte steckt, ist man von ersten Moment an mitten im Geschehen und verfolgt gespannt, welche Erfahrungen Maik sammelt und wie es überhaupt dazu kam, dass er zum aggressiven Schläger wurde, der seine Probleme nur auf diese Art lösen konnte. Obwohl Maik wahrlich kein Unschuldslamm ist, gelingt es dem Autoren hervorragend, ihn so zu beschreiben, dass er nicht unsympathisch wirkt. Man blickt hinter Maiks Fassade und bekommt dabei lebendige Einblicke in seine Gedanken und Gefühle. Obwohl man selbst seine Probleme wohl anders lösen würde, wird nachvollziehbar vermittelt, wie es bei Maik dazu kommen konnte.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und gerät schon bald in den Sog der Ereignisse. Man fiebert mit Maik mit und leidet mit seiner Mutter, die es alles andere als leicht hat, mit. Die Protagonisten wirken so lebendig, dass man sich mit ihnen und all ihren Problemen identifizieren kann. Die Einblicke in das Antigewalt-Training und die Prozesse, die dadurch ausgelöst werden, sind so interessant, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen mag. Natürlich gibt es auch Rückschläge. Doch auch das wird realistisch vermittelt, sodass dieser Roman noch glaubhafter wirkt.

Ich habe dieses Buch geradezu verschlungen und mochte es nach kurzer Zeit kaum noch aus der Hand legen. Ich habe selbst Kinder im Teenager-Alter und deshalb vieles, was so in den Schulen "abgeht", wiedererkannt. Deshalb konnte ich Maiks Werdegang glaubhaft nachvollziehen und habe wütend über das, was Mobbing auslösen kann, nachgedacht. Dieses Buch halte ich für sehr wichtig und würde mir deshalb wünschen, dass es als Schullektüre in den Klassen gelesen wird. Denn auch die Lehrer könnten daraus einige Denkanstöße für sich mitnehmen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt das Buch deshalb auch alle fünf Bewertungssterne und eine ganz klare Leseempfehlung!

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100 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

kuba, juden, judenverfolgung, zweiter weltkrieg, flucht

Das Erbe der Rosenthals

Armando Lucas Correa , Ute Leibmann
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783785726020
Genre: Romane

Rezension:

1939 wird das Leben für die jüdische Familie Rosenthal in Berlin immer gefährlicher. Einst hochangesehen und geachtet, werden sie nun beschimpft und wie Aussätzige behandelt. Die elfjährige Hannah Rosenthal hat zum Glück ihren Freund Leo, der ihr zur Seite steht und mit dem sie durch die Straßen von Berlin streifen kann. Doch dann beschließt die Familie Deutschland zu verlassen. Sie gehen an Bord der St. Louis, die insgesamt 937 jüdische Flüchtlinge von Hamburg nach Havanna bringen soll. Zu Hannahs großer Freude sind auch ihr Freund Leo und sein Vater dabei. Doch als das Schiff in Kuba ankommt, weigert sich die Regierung, trotz vorheriger Zusage, alle Flüchtlinge an Land zu lassen. Hannahs Familie wird auseinandergerissen.

Im Jahr 2014 lebt die elfjährige Anna gemeinsam mit ihrer Mutter in New York. Ihren Vater hat Anna nie kennengelernt, da er vor ihrer Geburt starb. Da der Vater Annas Mutter vor seinem Tod nie viel von seiner Familie erzählt hat, freut es Anna sehr, als ein Brief von ihrer Großtante aus Kuba eintrifft. Bald darauf bricht sie mit ihrer Mutter nach Kuba auf, um dort die Geschichte ihrer Familie kennenzulernen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Hannah und Anna erzählt. Hannahs Schilderungen beginnen im Jahr 1939 in Berlin. Man erlebt aus ihrer Sicht die letzten Tage in der alten Heimat und spürt förmlich, die Gefahr, der die Familie ausgesetzt ist. Die einzigen Lichtblicke in Hannahs Leben sind die Begegnungen mit ihrem Freund Leo. Annas Geschichte startet 2014 in New York. Hier beobachtet man Annas nicht ganz einfaches Leben an der Seite ihrer Mutter. Denn Annas Mutter fällt es noch immer schwer, sich mit dem Tod ihres Mannes abzufinden, der nach den Anschlägen auf das World Trade Center nie mehr nach Hause zurückkehrte.

Beide Handlungsstränge sind durchgehend interessant. Der Autor versteht es hervorragend, Protagonisten und Handlungsorte so lebendig zu beschreiben, dass man alles mühelos vor Augen hat und ganz in die ergreifende Familiengeschichte eintauchen kann. Hannahs letzte Tage in Berlin, die Überfahrt der St. Louis und die Ungewissheit bei der Ankunft in Havanna gehen einem dabei besonders nah. Dabei darf man nicht vergessen, dass diese Fahrt im Jahr 1939 wirklich stattgefunden hat. Doch auch die anderen Begebenheiten werden eindringlich erzählt, sodass das Buch nach kurzer Zeit eine regelrechte Sogwirkung auslöst, der man sich nur schwer entziehen kann und bei dem man ganz nebenbei noch sein Wissen erweitern kann.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans sehr gut unterhalten und ihn innerhalb eines Tages regelrecht verschlungen. Das Schicksal der Protagonisten hat mich berührt und zum Nachdenken angeregt. Das Bildmaterial, das man am Ende dieser Erzählung findet, rundet das Leseerlebnis ab und lässt es noch authentischer wirken. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb auch alle fünf Sternchen und eine ganz klare Leseempfehlung!  

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(55)

83 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

berlin, blutig, true-crime-thriller, ermittlungen ohne ergebnisse, fiktive aufarbeitun

Wolfswut

Andreas Gößling
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 12.01.2018
ISBN 9783426521328
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach dem Tod ihres allseits beliebten Vaters, beginnt Lotte Soltau seinen Nachlass zu sichten. Dabei findet sie einen Schlüssel zu einer Lagerhalle. Lotte fährt hin, um sich einen Überblick zu verschaffen. Als sie den Deckel eines dort gelagerten Fasses öffnet, traut sie ihren Augen kaum, denn es befinden sich Leichenteile darin. Vollkommen entsetzt ruft Lotte die Polizei, denn für diesen Albtraum muss es eine Erklärung geben. Kriminalhauptkommissarin Kira Hallstein und ihr Partner Max Lohmeyer vom LKA werden mit den Ermittlungen betraut. Sie entdecken in den vier weiteren Fässern ebenfalls Leichenteile. Es handelt sich um die Überreste von insgesamt fünf Frauen, die grausam gefoltert und zerstückelt wurden. Hat Soltau ein Doppelleben geführt?

Der Einstieg in diesen True-Crime-Thriller, der auf einer wahren Mordserie basiert, gelingt mühelos, denn der Autor versteht es von der ersten Seite an, Spannung zu erzeugen, die durchgehend gehalten werden kann. Das liegt sicher auch an seinem lebendigen Schreibstil, denn er beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so eindrucksvoll, dass man sie beim Lesen sofort vor Augen hat und ganz in die spannende Erzählung eintauchen kann. Allzu zartbesaitet sollte man allerdings nicht sein, da Andreas Gößling Einblicke in tiefste menschliche Abgründe gewährt. Abgestoßen und doch gleichermaßen fasziniert beobachtet man, zu welch entsetzlichen Taten dieser Killer fähig ist. Düstere Handlungsorte und dubiose Protagonisten sorgen außerdem für Gänsehautfeeling.

Das Ermittlerteam wirkt sehr sympathisch. Es arbeitet konzentriert und zielstrebig an der Lösung des Falls und geht dabei an seine Grenzen. Die Charaktere wirken außerdem sehr authentisch. Das liegt sicher auch daran, dass man oft an ihren Gedanken teilhaben darf und so ganz genau weiß, wer was von wem hält. Es gibt auch Einblicke in das Privatleben. Diese drängen sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern sorgen dafür, dass die Ermittler noch lebendiger wirken.

Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und bei diesem Exemplar habe ich mich extrem spannend unterhalten gefühlt. Ich konnte mir die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und habe dabei den ein oder anderen Gänsehautmoment erlebt. Die Handlung wirkte auf mich durchgehend spannend, sodass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen mochte und konnte am Ende noch mit einer Überraschung punkten. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt "Wolfwut" deshalb alle fünf Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung für Thrillerfans, denen es nichts ausmacht, wenn das Blut schon fast aus den Seiten tropft.  

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

roy grace, logan somerville, freya northrop, serienmord, dr. edward crisp

Dein Tod wird kommen

Peter James , Irmengard Gabler
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 21.09.2017
ISBN 9783651025271
Genre: Krimi und Thriller

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