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195 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

thriller, dänemark, kopenhagen, sonderdezernat q, jussi adler-olsen

Selfies

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.03.2017
ISBN 9783423281072
Genre: Krimi und Thriller

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298 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

physik, jugendbuch, verlust, trauer, sommer

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Harriet Reuter Hapgood , Susanne Hornfeck
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340335
Genre: Jugendbuch

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106 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

krimi, entführung, spanien, kriminalroman, monteperdido

Monteperdido – Das Dorf der verschwundenen Mädchen

Agustín Martínez , Lisa Grüneisen
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.02.2017
ISBN 9783596036585
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor fünf Jahren sind die beiden elfjährigen Mädchen Ana und Lucia spurlos aus ihrem Heimatdorf Monteperdido verschwunden. Was mit ihnen geschah oder wer sie entführt hat, wurde nie geklärt. Vollkommen unerwartet taucht nun die sechszehnjährige Ana bewusstlos in einem Wagen wieder auf, der in der Nähe des Ortes in eine Schlucht gestürzt ist. Ist auch Lucia noch am Leben? Kann der mysteriöse Fall nach all den Jahren endlich aufgeklärt werden? Kommissarin Sara Campos nimmt die Ermittlungen auf und versucht Licht ins Dunkle zu bringen. War es ein Fremder oder ein Dorfbewohner? Plötzlich ist in Monteperdido jeder verdächtig...

In der Dorfgemeinschaft von Monteperdido hat jeder Bewohner seinen ganz besonderen Platz. Man kennt sich Ewigkeiten und meint, alles übereinander zu wissen. Nach und nach werden die Dorfbewohner in die Erzählung eingeführt. Hier sollte man aufmerksam lesen, um Namen und Beziehungen untereinander richtig zu- und einzuordnen, damit man nicht die Übersicht über die Handlung verliert. Denn die Geschichte der verschwundenen Mädchen wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert, die oft wechseln.

Die Grundstimmung ist eher düster und beklemmend. Genau wie die Ermittlerin tappt man im Dunkeln und erfährt erst nach und nach von alten Begebenheiten und versucht Zusammenhänge zu sehen. Er hat den Anschein, als ob jeder Dorfbewohner etwas mit dem Verschwinden der Mädchen zu tun haben könnte, denn es gibt viele Geheimnisse zu ergründen. Das Interesse an der Handlung wird dadurch durchgehend gehalten. Es gibt verschiedene Spuren, denen man bereitwillig folgt, um dann festzustellen, dass sich alles doch ganz anders zugetragen haben könnte. Die Auflösung selbst ist überraschend und durch Wendungen kaum vorhersehbar.

Der Schreibstil ist ruhig und recht angenehm lesbar. Man kann sich die entsprechenden Szenen sehr gut vorstellen und dadurch ganz in die Suche nach Lucia eintauchen. Leider gerät die eigentliche Suche nach dem zweiten verschwundenen Mädchen etwas in den Hintergrund. Man hat beim Lesen das Gefühl, dass in dieser Hinsicht nicht viel passiert und das Geschehen auf der Stelle tritt. Die Kommissarin ist wirklich engagiert bei der Sache, dennoch hat man das Gefühl, dass sich die Handlung in Details verliert, die die Spannung hemmen.

Ich habe mich beim Lesen recht gut unterhalten. Nicht weniger - aber leider auch nicht mehr! Die düstere und eher beklemmende Atmosphäre hat mir gut gefallen, denn sie passte hervorragend zu dem Entführungsfall. Die Auflösung hat mich überrascht, da sie durch Wendungen kaum vorhersehbar war. Doch leider muss ich gestehen, dass mir die Spannung für einen Krimi einfach viel zu mager war und dass mich die Gesamthandlung einfach nicht richtig fesseln konnte. Deshalb bekommt das Buch auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch "nur" drei von fünf Sternchen.

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136 Bibliotheken, 47 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

italien, liebe, liebesroman, hamburg, freundschaft

Brausepulverherz

Leonie Lastella
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2017
ISBN 9783596035465
Genre: Liebesromane

Rezension:

Jiara lebt eigentlich in Hamburg. Dort studiert sie und wohnt mit ihrem Freund Jonas zusammen. Die beiden sind schon ewig ein Paar und die Heirat ist fest eingeplant. Den Sommer verbringt Jiara, wie jedes Jahr,  bei ihrem besten Freund Dario an der italienischen Riviera. Er führt dort eine Trattoria und Jiara hilft ihm. Dort trifft sie Milo. Und damit ist nichts mehr, wie es vorher war. Denn Milo löst Gefühle in Jiara aus, die einfach nicht sein dürfen. Denn schließlich wartet Jonas in Hamburg auf sie. Doch das Kribbeln und Bitzeln hört einfach nicht auf....

Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Man betrachtet das Geschehen immer in der Ich-Form, allerdings abwechselnd aus Jiaras und Milos Sicht. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in die Gefühle der beiden Hauptprotagonisten und erfährt, wie sie sich gegenseitig wahrnehmen und aufeinander wirken. Da die Kapitel immer mit dem Namen des Protagonisten gekennzeichnet sind, in dessen Haut man quasi gerade steckt, ist es leicht die Übersicht zu behalten.

Der Einstieg in die Handlung gelingt ebenso mühelos. Denn die Autorin hat einen wunderbar lockeren Schreibstil, der einen sofort mitreißt. Das Urlaubsgefühl, das an der italienischen Riviera herrscht, ist stets spürbar, sodass sich ein sonnig-leichtes Gefühl beim Lesen einstellt. Durch die gelungenen Beschreibungen hat man die entsprechenden Szenen vor Augen und kann ganz in die Geschichte von Jiara und Milo eintauchen.

Die beiden wirken meistens sehr sympathisch. Dennoch gibt es natürlich auch Szenen, in denen man ihre Handlungen nicht unbedingt nachvollziehen kann und sie einfach nur schütteln möchte. Doch das spricht ja für das Buch, denn man fiebert mit den beiden mit und ist erst zufrieden, wenn man weiß, wie es endet. Das Sommergefühl, die interessante Liebesgeschichte der beiden und das Brausepulverbitzeln, das man zwischen den Zeilen spürt, sorgen dafür, dass man regelrecht an den Seiten klebt und sich nur schwer von der Handlung lösen mag. Allzu romantische und kitschige Verwicklungen, bei denen die Heldin auf rosaroten Wolken schwebt und dem Helden ziemlich vorhersehbar und laut seufzend in die Arme sinkt, braucht man auch nicht zu befürchten. Denn Leonie Lastellas Geschichte ist locker, leicht und abwechslungsreich.

Obwohl ich sonst nur unter Protest und mit äußerstem Widerwillen zu Liebesromanen greife, da mit solche Handlungen meist zu vorhersehbar und zuckersüß sind, konnte mich dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite begeistern. Es ist locker und leicht geschrieben, hat Charaktere mit denen man mitfiebern kann und das ganz besondere Brausepulverbitzeln! 

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

drachen, fantasy, kai meye, kai mayer, drachenreigen

Drachenreigen: E-Only

Kai Meyer
E-Buch Text
Erschienen bei FISCHER digiBook, 26.01.2017
ISBN 9783104904191
Genre: Fantasy

Rezension:

Obwohl es in dieser Nacht verboten ist, treffen sich ein Junge und ein Mädchen außerhalb der Stadt, um den atemberaubenden Paarungstanz der Drachen am Himmel zu verfolgen. Dabei kommen sich die beiden im Schein des Drachenfeuers immer näher....

Kai Meyers fantastische Kurzgeschichte wird in der Ich-Form, aus der Sicht des verliebten Jungen, erzählt. Man schlüpft also quasi in seine Haut und erlebt seine Gedanken und Gefühle. Man merkt, dass diese Nacht schon länger her ist und dass der Junge in wunderbaren Erinnerungen schwelgt. Kai Meyer gelingt es hervorragend, die besonderen Gefühle und die damit verbundene Unsicherheit einzufangen und zu vermitteln. Zwischen den Zeilen kann man den Zauber dieser einzigartigen Nacht spüren und sich so ganz auf die Geschichte einlassen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm lesbar und die Geschichte wirkt zauberhaft und leicht. Man kann sich alles bildlich vorstellen und die besondere Atmosphäre auf sich wirken lassen. Leider ist die Geschichte ein wenig knapp, obwohl Kurzgeschichten das ja bekanntlich so an sich haben.

Normalerweise mache ich ja einen großen Bogen um Kurzgeschichten, da mir diese einfach zu knapp gehalten sind und mir damit zu wenig Lesefreude liefern. Denn kaum habe ich mich eingelesen, bin ich ja schon wieder am Ende angekommen. So war es auch hier, auch wenn ich gestehen muss, dass ich beim Lesen jede Seite genossen habe. Denn der Schreibstil und die wunderbare Geschichte haben mir sehr gut gefallen. Deshalb hätte ich gerne noch wenig mehr gelesen.

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133 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

fischer, tabletten, erinnerung, paige, drake

Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden

Emily Barr , Maria Poets
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.03.2017
ISBN 9783841440075
Genre: Jugendbuch

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171 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

liebe, janet clark, indianer, deathline, geheimnisse

Deathline - Ewig dein

Janet Clark
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbj, 20.03.2017
ISBN 9783570173664
Genre: Jugendbuch

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

provence, wein, kochen, mops, biochemie

Blutrote Provence

Pierre Lagrange
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 23.03.2017
ISBN 9783651025448
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als der pensionierte Commissaire Albin Leclerc eine Runde mit Mops Tyson dreht, erfährt er, dass bei Caromb drei Tote gefunden wurden. Zum großen Ärger seiner Kollegen macht Leclerc sich sofort auf den Weg zum Tatort, um sich selbst ein Bild zu machen und eigene Ermittlungen anzustellen. Leclerc zieht Parallelen zu einem alten Fall. Er kann es einfach nicht lassen, sich mit List und Tücke Informationen zu erschleichen. Da die Polizei im Dunkeln tappt, muss schließlich jemand dafür sorgen, dass das Verbrechen aufgeklärt wird und Leclerc ist sich sicher, dass er dafür bestens geeignet ist. Er ahnt allerdings nicht, in welche Gefahr er sich dieses Mal begibt.....

Nach "Tod in der Provence" ist "Blutrote Provence" der zweite Fall, den der pensionierte Kommissar, gemeinsam mit seinem Mops Tyson, in seinem eigentlich wohlverdienten Ruhestand verfolgt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind und nicht aufeinander aufbauen, kann man den Ermittlungen im zweiten Band auch dann mühelos folgen, wenn man den ersten nicht gelesen hat.

Das Geschehen wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Wobei Leclercs Ermittlungen im Zentrum der Handlung stehen. In diesem Band kommt außerdem eine neue Protagonistin, die Streifenpolizistin Catherine Castel, ins Spiel. Castel ist eigentlich überqualifiziert für ihren jetzigen Posten bei der Polizei. Es scheint so, als ob sie auf ein Abstellgleis geschoben wurde. Dadurch sieht Leclerc in ihr schon fast eine Seelenverwandte und bindet sie in seine eigenen Ermittlungen ein. Durch die Ermittlungen, die wechselnden Perspektiven und den parallel verlaufenden Handlungsstrang, der sich mit Castels Vergangenheit beschäftigt, bleibt die Handlung durchgehend interessant und abwechslungsreich. Relativ kurze Kapitel sorgen außerdem dafür, dass sich dieser Krimi fast von allein liest.

Der Schreibstil ist locker und leicht. Leclerc ist einfach ein Original und kann auch mal über sich selbst lachen. Seine manchmal recht sarkastischen Gedanken und die Gespräche mit Mops Tyson sorgen dafür, dass man oft unverhofft lächeln muss. Außerdem kann man gut nachvollziehen, wie er seine ehemaligen Kollegen mit seinen eigenmächtigen Aktionen langsam in den Wahnsinn treibt. Dieser Krimi ist also nicht nur spannend, sondern stellenweise auch noch sehr humorvoll.

Die Charaktere wirken lebendig, sodass man sie beim Lesen regelrecht vor Augen hat. Außerdem beschreibt der Autor die Provence so eindrucksvoll, dass man schon fast meint, den Lavendelduft in der Nase zu haben und die heiße Sommerhitze auf der Haut zu spüren. Man kann dadurch mühelos in die Handlung eintauchen und die eigenwilligen und äußerst eigenmächtigen Ermittlungen des Pensionärs genießen.

Bereits der erste Fall von Leclerc und Mops Tyson konnte mich begeistern und auch bei diesem zweiten Provence-Krimi habe ich jede einzelne Seite genossen. Die Kriminalhandlung wirkte auf mich durchgehend spannend und die Charaktere lebendig, sodass ich alles regelrecht vor Augen hatte. Besonders begeistern konnten mich wieder die Kreativität des Rentners, sich ungebeten in die Arbeit seiner ehemaligen Kollegen zu drängen, und diese dadurch beinahe in den Wahnsinn zu treiben, und die Gespräche mit Mops Tyson. Ich vergebe deshalb begeisterte fünf Bewertungssternchen und freue mich bereits jetzt auf den nächsten Fall für Leclerc und Tyson. 

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

pia korittki, ostsee

Ostseejagd

Eva Almstädt
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175109
Genre: Krimi und Thriller

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(33)

98 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

true crime, michael tsokos, rechtsmedizin, thriller, zerbrochen

Zerbrochen

Michael Tsokos , Andreas Gößling
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2017
ISBN 9783426519707
Genre: Krimi und Thriller

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123 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 18 Rezensionen

salzburg, beatrice kaspary, mord, entführung, österreich

Schatten

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 10.03.2017
ISBN 9783805250634
Genre: Krimi und Thriller

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781 Bibliotheken, 76 Leser, 5 Gruppen, 111 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, achtnacht, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

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60 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

familie, paris, simon van booy, chancen, liebevoll gezeichnet

Mit jedem Jahr

Simon Van Booy , Claudia Feldmann
Fester Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 26.03.2017
ISBN 9783458176992
Genre: Romane

Rezension:

Harvey verliert ihre Eltern durch einen Unfall viel zu früh. Zunächst kommt sie in einer Pflegefamilie unter. Doch eine engagierte Sozialarbeiterin sorgt dafür, dass ihr Onkel Jason, der auf den ersten Blick überhaupt nicht dazu geeignet zu sein scheint, ein kleines Mädchen aufzuziehen, sie bei sich aufnimmt und ihr ein neues Zuhause gibt. Jason, mit seinen Tattoos und der zweifelhaften Vergangenheit, krempelt sein ganzes Leben um, um sich dieser Herausforderung zu stellen.

Der Einstieg in Simon Van Booys gefühlvolle Erzählung gelingt mühelos. Zunächst lernt man Harvey kennen und erfährt ein wenig aus der Zeit, in der ihre Eltern noch leben. Auch Jasons schwierige Vergangenheit wird kurz angeschnitten.  Die eigentliche Geschichte, in der man die Beziehung zwischen Harvey und ihrem Onkel, der zu ihrem Dad wird,  beobachtet, wird allerdings nicht chronologisch erzählt. Sie startet etwa zwanzig Jahre später in Paris. Hier freut sich die mittlerweile erwachsene Harvey auf den Besuch ihres Vaters. Sie schenkt ihm zum Vatertag eine Kiste mit Dingen, die sie mit besonderen Momenten verbindet. Gemeinsam blicken die beiden zurück in die Vergangenheit und so erfährt man, wie diese beiden Menschen zu Vater und Tochter wurden.

Simon Van Booy beschreibt die besonderen Momente der beiden sehr gefühlvoll. Harvey und Jason wirken sehr lebendig und authentisch. Man merkt auch, dass Jason sich nicht von einem Moment zum anderen in einen pflichtbewussten Menschen verwandelt. Denn Jason ist alles andere als ein einfacher Charakter. Er ist gewaltbereit und kann seine Wut manchmal nur schwer kontrollieren. Doch für Harvey ist er bereit sich zu ändern und arbeitet ständig an sich. Man merkt, wie viel Kraft es ihn kostet. Man spürt allerdings auch, wie gern er Harvey hat und dass es für ihn kein Opfer ist, an sich zu arbeiten und für sie zu sorgen. Die Vater-Tochter-Beziehung, die sich zwischen den beiden entwickelt, wird durch Liebe und Vertrauen geprägt. Diese Gefühle kann man regelrecht zwischen den Zeilen spüren und sich so ganz auf die gefühlvolle Erzählung einlassen.

Der Schreibstil ist leicht und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen lebhaft vorstellen und die Gefühle, die hervorragend vermittelt werden, beim Lesen auf sich wirken lassen. Dadurch gerät man in den Sog der Handlung und mag sich kaum von dieser Erzählung lösen. Am Ende gibt es noch eine Überraschung, die zwar kaum vorhersehbar ist, aber leider ziemlich klischeehaft wirkt.

Ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten und die gefühlvolle Geschichte regelrecht genossen. Allerdings muss ich zugeben, dass die Überraschung am Ende auf mich etwas zu zuckersüß wirkte. Deshalb ziehe ich auch ein Sternchen ab. Sonst habe ich aber überhaupt nicht zu meckern und vergebe deshalb begeisterte vier Sternchen und eine klare Leseempfehlung. 

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(32)

75 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

thriller, fiona cummins, der knochensammler, die ernte, knochenkrankheiten

Der Knochensammler - Die Ernte

Fiona Cummins , Birgit Schmitz
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 23.03.2017
ISBN 9783651024991
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der kleine Jackey Frith leidet am Münchmeyer-Syndrom, einer Krankheit, die sein Binde- und Stützgewebe langsam verknöchern lässt und ihn dadurch irgendwann in ein Gefängnis aus Knochen einschließen wird. Die Ehe seiner Eltern ist kurz davor an dieser Krankheit zu zerbrechen, denn Erdman und Lillith versuchen alles, um Jackey ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen, doch ihr eigenes bleibt dabei scheinbar auf der Strecke. Die Familie Frith ahnt nicht, in welcher Gefahr Jackey zusätzlich schwebt. Denn der Junge hat das Interesse des Knochensammlers geweckt. Der Knochensammler ist ständig auf der Jagd nach deformierten menschlichen Knochen, die er seiner Sammlung hinzufügen kann. Und Jackeys Skelett, mit den zusätzlichen Knochen, soll künftig das Herzstück der Sammlung bilden. Deshalb schleicht er sich langsam an die Familie heran, um im entscheidenden Augenblick zuzuschlagen und Jackey in seine Gewalt zu bekommen....

Der Einstieg in den Thriller gelingt relativ mühelos. Die Autorin bereitet den Leser bereits auf den ersten Seiten darauf vor, was bald passieren wird. Das hemmt die Spannung allerdings nicht, sondern weckt eher die Neugier darauf, wann und in welchem Umfang sich die Schicksalsfäden der eingeführten Protagonisten kreuzen werden. Fiona Cummins verrät in ihren Andeutungen auch nicht zu viel von dem, was noch passieren wird. Man wartet also eher gespannt auf den Moment, in dem der Knochensammler zuschlagen wird und spürt zwischen den Zeilen eine bedrohliche Atmosphäre.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und diese wechseln dadurch relativ häufig. Da aber alle Protagonisten nach und nach gut eingeführt werden, fällt es leicht, die Übersicht über die Akteure und ihr Verhältnis zueinander zu behalten. Man erfährt einiges aus dem Privatleben der Protagonisten. Dadurch bekommt man zwar sehr viel Hintergrundinformationen zu den einzelnen Personen, hat zwischendurch aber auch das Gefühl, dass die Handlung dadurch etwas auf der Stelle tritt und sich in Nebensächlichkeiten verzettelt. Die Protagonisten wirken allerdings sehr lebendig. Doch nicht immer kann man ihre Handlungen nachvollziehen. Das nimmt man allerdings so hin und verfolgt dennoch gebannt das Geschehen.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und dadurch regelrecht in die Erzählung eintauchen. Die düstere und bedrohliche Atmosphäre sorgt dafür, dass man unbedingt erfahren möchte, wie es weitergeht und wie alles enden wird.

Die Spannung steigert sich im Verlauf der Handlung stetig und gipfelt in einem Finale, in dem sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Hier gibt es allerdings ein paar Szenen, die nicht ganz ausgereift und sogar leicht unglaubwürdig wirken. Außerdem fühlt man sich beim Lesen etwas gehetzt und mag am Ende kaum glauben, dass nun wirklich Schluss ist. Es gibt einige lose Handlungsfäden, die darauf hoffen lassen, dass bald eine Fortsetzung erscheint.

Ich habe mich beim Lesen dieses Thrillers eigentlich sehr gut und spannend unterhalten gefühlt, da mich die Geschichte regelrecht  mitgerissen hat. Das Ende konnte mich dann aber leider nicht ganz überzeugen, da mir das große Finale etwas zu gewollt erschien. Hier wäre für mich etwas weniger durchaus mehr gewesen. Einige Szenen kamen mir etwas unglaubwürdig vor und zum Schluss fühlte ich mich schon fast gehetzt. Deshalb ziehe ich auch ein Sternchen ab und vergebe auf meiner persönlichen Bewertungsskala vier von fünf möglichen Sternen. 

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(46)

79 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 41 Rezensionen

thriller, cold cases, john katzenbach, spannung, krimi

Die Grausamen

John Katzenbach , Anke Kreutzer , Eberhard Kreutzer
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 03.04.2017
ISBN 9783426306031
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die beiden Ermittler Gabriel Dickinson und Marta Rodriguez-Johnson stehen kurz vor dem Ausschluss aus dem Polizeidienst. Denn Gabriel greift durch ein traumatisches Erlebnis im Privatleben viel zu oft zur Flasche und Marta hat bei einem Einsatz versehentlich ihren Partner erschossen. Der Polizeichef schiebt sie regelrecht aufs Abstellgleis, da er für die beiden die Abteilung "Cold Cases" ins Leben ruft. Er rechnet nicht damit, dass die abgehalfterten Ermittler irgendetwas herausfinden. Doch er täuscht sich, denn die Gabriel und Marta entdecken unverhofft eine Spur im Fall der vor zwanzig Jahren spurlos verschwundenen Tessa. Die beiden ahnen nicht, dass ihre Nachforschungen äußerst gefährlich werden....

John Katzenbachs Thriller beginnt mit einem Prolog, in dem man zurück in den Herbst 1996 blickt und Tessas Eltern beobachtet, wie sie das Verschwinden ihrer dreizehnjährigen Tochter bemerken. Das Interesse an der Handlung wird damit sofort geweckt, da man unbedingt erfahren möchte, was damals geschehen ist.

Danach springt die Handlung in die Gegenwart. Man lernt das Ermittler-Duo Gabriel und Marta kennen und erfährt von den Hintergründen, die dazu geführt haben, dass sie in der neuen Abteilung "Cold Cases" aufs Abstellgleis geschoben werden sollen. Der Thriller plätschert zunächst eher gemächlich vor sich hin, doch in dieser Einführungszeit erhält man wichtige Hintergrundinformationen zu den Hauptcharakteren. Dadurch wirken sie lebendiger und man kann sich nach und nach besser in die beiden hineinversetzen.

Die Spannung steigert sich kontinuierlich, als die beiden auf eine erste Spur stoßen. Die Atmosphäre wirkt angespannt. Zwischen den Zeilen kann man förmlich spüren, dass damals irgendwas vorgefallen ist, über das niemand reden will. Man hat aber, genau wie die beiden Ermittler, keine Ahnung, wohin das alles führen wird. John Katzenbachs Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich beim Lesen die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und sich ganz auf die spannenden Ermittlungen einlassen. Die damaligen Ereignisse lassen sich nur schwer entwirren. Gabriel und Marta ahnen zwar, dass damals bei der Polizei selbst nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist, doch beweisen können sie es nicht. Man ist hin- und hergerissen, was man glauben soll und stellt beim Lesen die wildesten Spekulationen an. Dadurch gerät man regelrecht in den Sog der Handlung und mag das Buch erst aus der Hand legen, wenn man am Ende angekommen ist. Die Auflösung  selbst ist schlüssig und sehr gut konstruiert.

Ich habe mich beim Lesen dieses Thriller sehr gut unterhalten und ihn, trotz der nicht gerade geringen Seitenanzahl, fast an einem Tag durchgelesen. Nach dem eher gemächlichen Einstieg konnte ich mich der düsteren, angespannten Atmosphäre und den fesselnden Ermittlungen kaum noch entziehen. Deshalb vergebe ich begeisterte fünf Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung. 

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(22)

34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

rügen, krimi, mor, rache, serie

Rabenaas

Klara Holm
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.03.2017
ISBN 9783499272721
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich sollte es nur ein Routineeinsatz sein, zu dem Kerstin Sonntag, eine Kollegin von Hauptkommissar Luka Kroczek,  den Streifenpolizist Finn spontan begleitet. Doch dann eskaliert die Situation vor Ort unerwartet: Kerstin fühlt sich bedroht und schießt in Notwehr auf eine junge Frau. Die Frau gehört zu den Schreppers, einer Familie mit äußerst zweifelhaftem Ruf, die in Verdacht steht, in kleinkriminelle Machenschaften verwickelt zu sein. Martha Schrepper, die von allen "Rabenaas" genannt wird, ist Mutter und Anführerin der Sippe. Sie behauptet, dass die junge Frau kein Messer in der Hand hatte und dass Kerstin ihre Tochter somit völlig grundlos niedergeschossen hat. Es steht Aussage gegen Aussage. Eine unabhängige Untersuchung der Ereignisse läuft an und Kerstin wird vom Dienst freigestellt. Doch das reicht den Schreppers anscheinend nicht. Sie geraten völlig außer Kontrolle und wollen Rache. In der Siedlung überschlagen sich die Ereignisse. Luka Kroczek, der plötzlich auch privat in die Sache hineingezogen wird, ist ratlos und versucht verzweifelt, den eigentlichen Drahtzieher der Ereignisse zu überführen.....

"Rabenaas" ist nach "Möwenfraß" und "Krähennest" bereits der dritte Fall für Hauptkommissar Luka Kroczek. Da die Handlungen in sich abgeschlossen sind, können die Bände unabhängig voneinander gelesen werden. Zum besseren Verständnis der privaten und beruflichen Nebenhandlungen, und der Weiterentwicklung der Charaktere, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der vorgesehenen Reihenfolge. Den aktuellen Ermittlungen kann man allerdings problemlos ohne diese Vorkenntnisse folgen.

Der Einstieg in den Krimi gelingt mühelos, da Klara Holm es wieder hervorragend versteht, das Interesse an der Handlung von Anfang an zu wecken. Denn man befindet sich sofort mitten im Geschehen und beobachtet gebannt , wie Kerstin Sonntags Routineeinsatz vollkommen aus dem Ruder läuft. Man ist hin- und hergerissen, was oder wem man glauben soll.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und sich ganz auf die verzwickte Handlung einlassen. Die bereits früh aufgebaute Spannung wird durchgehend gehalten, denn es gibt einige Wendungen, die dazu führen, dass man die eigenen Überlegungen, wer hinter dem Ganzen stecken könnte, über den Haufen werfen und ganz neu ansetzen muss. Genau wie Luka Kroczek tappt man lange Zeit im Dunkeln und hat keine Ahnung, wer oder was die Ereignisse, die sich geradezu überschlagen, ausgelöst hat.  

Die Charaktere wirken äußerst lebendig und authentisch. Besonders die kleinkriminellen Schreppers hat man lebhaft vor Augen und ist beim Lesen insgeheim erleichtert, sie nicht selbst als Nachbarn zu haben. Da die Protagonisten so lebendig wirken, fiebert man mit ihnen mit und beobachtet gespannt das Geschehen. Dabei lässt man sich auch leicht von den eigenen Vorurteilen mitreißen. Das führt dazu, dass man schnell in den Sog der Handlung gerät und das Buch erst aus der Hand legen mag, wenn man am Ende angekommen ist und endlich Motiv und Drahtzieher kennt.

Ich habe mich beim Lesen dieses Krimis von der ersten bis zur letzten Seite spannend unterhalten gefühlt. Ich konnte mir die Charaktere lebhaft vorstellen und mich ganz auf sie einlassen. Der Fall wirkte für mich nicht vorhersehbar und deshalb habe ich bis zum Schluss der Auflösung entgegengefiebert. Ich vergebe deshalb begeisterte fünf Bewertungssternchen und eine ganz klare Leseempfehlung für Krimifans. 

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216 Bibliotheken, 23 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

barcelona, spanien, carlos ruiz zafón, zafón, der friedhof der vergessenen bücher

Das Labyrinth der Lichter

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Fester Einband: 944 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 16.03.2017
ISBN 9783100022837
Genre: Romane

Rezension:

Ein Auftrag der Politischen Polizei führt Alicia Gris in ihre Heimatstadt Barcelona. Sie ist dafür bekannt, sich hartnäckig auf Spurensuche zu begeben und dadurch selbst scheinbar unlösbare Fälle aufzuklären. Dieses Mal soll sie das geheimnisvolle Verschwinden des Ministers Mauricio Valls untersuchen. Obwohl Alicia sonst lieber allein arbeitet, wird ihr bei diesem Auftrag Unterstützung aufgedrängt. Die Untersuchungen gestalten sich gefährlicher als gedacht, denn schon bald stellt sich heraus, dass der Minister alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist. Es gibt einige dunkle Geheimnisse zu ergründen. Alicia stößt auf Unglaubliches und gerät dadurch in große Gefahr....

"Das Labyrinth der Lichter" ist  nach "Der Schatten des Windes", "Das Spiel des Engels" und "Der Gefangene des Himmels" der vierte Band der Tetralogie um den Friedhof der Vergessenen Bücher. Im Vorwort weist der Autor darauf hin, dass man jedes Buch als Eingang zur  Reihe um den  Friedhof der Vergessenen Bücher nutzen und die einzelnen Geschichten somit  in unabhängiger Reihenfolge lesen kann.

Obwohl man den Ereignissen des vierten Bandes tatsächlich mühelos folgen kann, ohne die Vorgeschichten aus den anderen Teilen zu kennen, empfiehlt sich dennoch die Einhaltung der Reihenfolge. Denn dann kann man das Wiedersehen mit altbekannten Charakteren aus den vorangegangenen Bänden genießen und verfolgen, wie sich die einzelnen Geschichten miteinander verknüpfen. Liest man den Abschlussband zuerst, bekommt man schon einige Erkenntnisse, die die Spannung, bzw. die Lesefreude, der anderen Bände etwas einschränken könnte.

Auch in diesem Band überzeugt der Autor wieder durch seinen einzigartigen, geradezu poetischen Schreibstil. Wenn man sich auf die relativ anspruchsvolle Erzählkunst einlässt und sich die Zeit nimmt, diese voll und ganz auszukosten, kann man sich von einer wunderbaren Geschichte verzaubern lassen. Es gelingt dem Autor hervorragend, verschiedene Stimmungen in die Handlung einfließen zu lassen, die man unbewusst wahrnimmt und dadurch noch intensiver in das Geschehen eintaucht. Einmal angefangen, gerät man in den Sog der Handlung, sodass man sich nur ungern davon lösen mag. Denn hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei, da der Autor die Geschichte um den Friedhof der Vergessenen Bücher facettenreich erzählt. Man bekommt einen Einblick in die politische Situation und hat zuweilen den Eindruck, einen gesellschaftskritischen Roman zu lesen. Dann gibt es aber auch viele abenteuerliche Szenen und Teile, in denen man meint, einen spannenden und stellenweise sogar recht blutrünstigen Thriller in den Händen zu halten. Dadurch ist die Handlung sehr abwechslungsreich und kaum vorhersehbar. Denn es gibt einige Wendungen, mit denen man so überhaupt nicht rechnet.

Obwohl der Schreibstil wunderbar und sprachgewaltig ist, gibt es aber leider auch manchmal Szenen, in denen man das Gefühl hat, etwas auf der Stelle zu treten und sich die Frage stellt, ob man nicht einiges auch etwas kürzer fassen könnte.

Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten. Ich konnte mir die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und durch die besondere Atmosphäre, die zwischen den Zeilen spürbar ist, regelrecht in die Handlung eintauchen, sodass ich den ziemlich umfangreichen Roman eigentlich doch recht schnell beenden konnte. Allerdings gebe ich zu, dass mir manche Beschreibungen doch etwas zu umfassend waren, sodass ich zwischendurch das Gefühl hatte, dass die Geschichte etwas auf der Stelle tritt und dadurch  einige Szenen etwas zäh wirkten. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb vier von fünf Sternchen.

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(7)

33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

horror, e-book, fantasy

Uns geht's allen total gut

Daryl Gregory
E-Buch Text
Erschienen bei FISCHER digiBook, 26.01.2017
ISBN 9783104902555
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Psychologin Jan hat eine ungewöhnliche Therapiegruppe zusammengestellt: Fünf Menschen, die außergewöhnliche Erfahrungen gemacht haben, die normale Menschen ganz sicher  nicht nachvollziehen können oder wollen. In dieser Gruppe sollen sich der Geisterjäger Harrison, Barbara, die einst dem Scrimshander zum Opfer fiel und der ihr dabei eine geheimnisvolle Botschaft in die Knochen ritzte, Martin, der seine Brille niemals absetzt, Stan, dem einige Körperteile fehlen, da diese von Kannibalen verspeist wurden, und Greta, die niemand richtig einschätzen kann, austauschen und von ihrer Vergangenheit berichten. Bald stellt sich heraus, dass das Zusammentreffen genau dieser Leute kein Zufall ist....

Es handelt sich bei dieser Erzählung um einen relativ kurzen Horror-Roman, der 11 Kapitel umfasst. Diese haben es allerdings in sich, sodass die kurze Geschichte lange nachwirkt. Zunächst lernt man die unterschiedlichen Menschen der Therapiegruppe kennen. Dabei wechseln die Perspektiven häufig, sodass es am Anfang nicht ganz einfach ist, die Übersicht zu behalten. Das legt sich allerdings nach kurzer Zeit. Denn dann gerät man förmlich in den Sog der Geschichte und kann kaum glauben, was sich nach und nach enthüllt.

Die Charaktere wirken ziemlich speziell, da sie unglaubliche Sachen erlebt haben. Der Autor beschreibt die Protagonisten und ihre jeweiligen Geschichten allerdings so lebendig, dass man ganz in die Handlung eintauchen und die düstere und mysteriöse Grundstimmung genießen kann. Stellenweise blitzt sogar etwas Humor auf, der die Geschichte auflockert und noch authentischer wirken lässt. Man kann sich also ganz darauf einlassen und wird am Ende damit belohnt, dass wirklich keine Frage offen bleibt.

Ich habe mich beim Lesen dieses kurzen Romans sehr gut unterhalten und konnte mich ganz auf die spannende und leicht abgefahrene Handlung einlassen. Obwohl die Charaktere keine wirklichen Sympathieträger sind, habe ich mit ihnen mitgefiebert und das kleine Büchlein in einem Rutsch durchgelesen. Ich vergebe deshalb alle fünf Bewertungssternchen und eine klare Leseempfehlung.

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(34)

53 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

thriller, cia, agenten, flucht, james rayburn

Sie werden dich finden

James Rayburn , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Tropen, 11.03.2017
ISBN 9783608503784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach dem Tod ihres Mannes hat die ehemalige CIA-Agentin Kate Swift die korrupten Machenschaften ihres Arbeitgebers ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Deshalb ist sie mit ihrer Tochter Suzie untergetaucht. Durch einen Zufall fliegt ihre Tarnung auf. Kate und Suzie müssen erneut fliehen. Dieses Mal setzen ihre Verfolger alles daran, Kate auch zu erwischen. Tot oder lebendig....

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos. Er startet bereits mit hohem Tempo. Denn man befindet sich sofort mitten im Geschehen und beobachtet, wie Kate und Suzies sorgfältig aufgebaute Tarnung auffliegt. Die beiden müssen schnell handeln und erneut untertauchen. Damit ist das Interesse sofort geweckt und man verfolgt gespannt den weiteren Verlauf.

Unterschiedliche Handlungsschauplätze und wechselnde Perspektiven, in denen man der jeweiligen Hauptperson über die Schulter schaut, sorgen dafür, dass das hohe Tempo durchgehend gehalten wird. Man fliegt förmlich durch die Seiten und gerät in den Sog der Ereignisse. Relativ kurze Kapitel und geschickte Szenenwechsel unterstützen die Sogwirkung. Allzu zartbesaitet darf man allerdings nicht sein, denn es gibt einige blutige und brutale Szenen. Nach und nach verknüpfen sich die unterschiedlichen Handlungsstränge schlüssig miteinander, sodass man immer mehr über Hintergründe und Motive der Protagonisten erfährt. Das Ende selbst überrascht und ist nicht unbedingt vorhersehbar.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und dadurch die actionreiche Handlung auf sich wirken lassen. Obwohl die Charaktere der actionreichen Erzählung entsprechend handeln und man auch Kates Flucht durchaus interessiert verfolgt, fällt es schwer, richtig mit den Personen mitzufiebern. Denn sie wirken unnahbar und man betrachtet sie eher distanziert.

In meiner Bewertung bin ich nun hin- und hergerissen. Denn ich muss zugeben, dass ich den Thriller in nur einem Tag verschlungen habe, da mich das hohe Tempo einfach mitgerissen hat. Die Charaktere konnten mich leider nur bedingt begeistern, da ich nicht richtig mit ihnen mitfiebern konnte. Da ist bei mir anscheinend der berühmte Funke einfach nicht übergesprungen. Ich schwanke zwischen drei und vier Sternchen, da aber die relativ kurze Zeit, die ich zum Lesen benötigt habe, dafür spricht, dass ich mich spannend unterhalten habe, runde ich auf und vergebe auf meiner persönlichen Bewertungsskala vier Sternchen.

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(85)

277 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

dystopie, infernale, liebe, sophie jordan, mördergen

Infernale – Rhapsodie in Schwarz

Sophie Jordan , Ulrike Brauns
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.03.2017
ISBN 9783785583692
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Davy Hamiltons Leben verläuft noch immer ganz anders, als sich das musikalische Ausnahmetalent früher erhofft hatte. Denn das positive Ergebnis des DNA-Tests hat gezeigt, dass Davy Trägerin des Mördergens ist. Gemeinsam mit ihren Freunden Sean, Sabine und Gil, die ebenfalls zu den Trägern gehören, gelingt Davy die Flucht aus dem Lager Mount Haven. Dort ist Davy zu dem geworden, was sie nie sein wollte: zur Mörderin! Damit wird Davy einfach nicht fertig und zieht sich sogar von Sean zurück. Die Flucht nach Mexiko soll nun aber alles ändern und Davy neue Perspektiven eröffnen. Doch alles läuft ganz anders als gedacht. Denn Davy wird angeschossen und von ihren Freunden getrennt. Caden, der Anführer einer Widerstandsbewegung, rettet sie im letzten Moment. Er nimmt sie mit zu seiner Gruppe, doch dort ist Davy einigen Anfeindungen ausgesetzt. Davy hat deshalb das Ziel, so schnell wie möglich ihre Freunde wiederzufinden....

"Rhapsodie in Schwarz" ist der finale Band des Jugendbuch-Zweiteilers Infernale. Auch in diesem Band schlüpft man in die Haut der Hauptprotagonistin Davy und erlebt das Geschehen in der Ich-Form, aus ihrer Perspektive. Davy wirkt nach wie vor sehr sympathisch und die Selbstzweifel und Gewissensbisse, die sie nach der Zeit in Mount Haven plagen, wirken zunächst nachvollziehbar.

Der erneute Einstieg in die Reihe gelingt allerdings nicht ganz so problemlos wie erhofft, da die Autorin kaum Rückblicke in die Ereignisse des ersten Bandes gewährt. Es empfiehlt sich deshalb, die Bände kurz hintereinander zu lesen oder noch einmal im ersten Teil zu stöbern, um die Erinnerungen aufzufrischen. Der Schreistil von Sophie Jordan ist gewohnt flüssig zu lesen, sodass man förmlich durch die Seiten fliegen kann.

Auf die drei Freunde Sean, Sabine und Gil muss man in diesem Teil der Handlung weitestgehend verzichten. Denn durch die verwendete Erzählperspektive hat man eine ziemlich eingeschränkte Sicht auf die Gesamthandlung. Denn man erfährt fast nur das, was Davy erlebt. Ausnahmen bilden kurze Einschübe, wie z.B. Zeitungsnotizen, SMS-Nachrichten oder Briefe, die einen kurzen Einblick in die Welt außerhalb von Davys Umgebung gewähren. Diese sind zwar nur kurz, aber hilfreich, um wenigstens ein paar Informationen zu erhalten.

Auf Davy kommt in diesem Band einiges zu. Obwohl sie eigentlich sehr sympathisch wirkt, gibt es aber auch Szenen, in denen man einige ihrer Ansichten und Handlungen nicht nachvollziehen kann und sie einfach nur schütteln möchte. Die eingeflochtene Liebesgeschichte entwickelt sich nicht ganz so vorhersehbar wie gedacht und fügt sich gut in die Gesamthandlung ein. Es gibt außerdem einige spannende Momente, in denen man mit den Charakteren mitfiebern kann. Leider gibt es allerdings auch Wendungen, die nicht ganz logisch erscheinen. Die Auflösung ist zwar schlüssig, aber nicht so spannend, wie man das, durch die Ereignisse des ersten Bandes, erhofft hatte. Insgesamt gesehen wirkt das Ende auch eher überhastet und schnell abgeschlossen.

Mir hat der erste Band sehr gut gefallen und ich habe sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet. Die hat mich nun leider aber etwas enttäuscht. Denn für mich gab es einige Wendungen, die mir nicht ganz logisch erschienen und das Ende wirkte auf mich zu abrupt. Da hatte ich mir einfach mehr erhofft. Deshalb fällt meine Bewertung dieses Mal auch etwas verhaltener aus, denn auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich drei von fünf Bewertungssternen. 

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(16)

29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

mord, mörder, krimi, winter, kindsmissbrauch

Wassersarg

Angelika Svensson
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2017
ISBN 9783426518991
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am Nord-Ostsee-Kanal wird die grausam zugerichtete Leiche eines Mannes gefunden. Kommissarin Lisa Sanders nimmt mit ihren Kollegen die Ermittlungen auf. Dabei stellt sich heraus, dass es sich bei dem Getöteten um Carsten Hunold, einen kürzlich entlassenen Sexualstraftäter, der vor siebzehn Jahren zwei Jungen missbraucht und danach ermordet hatte, handelt. Ist der Mord an Hunold ein Fall von Selbstjustiz? Lisa Sanders beginnt im Umfeld der damals betroffenen Familien zu ermitteln. Als ein weiterer Mann ermordet aufgefunden wird, stehen Polizei und Staatsanwaltschaft vor einem Rätsel. Es hat den Anschein, als ob viel mehr hinter den Morden stecken könnte....

"Wassersarg" ist nach "Kiellinie" und "Kielgang" der dritte Fall für Kommissarin Lisa Sanders. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Fällen folgen. Zum besseren Verständnis der privaten und beruflichen Nebenhandlungen empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der vorgesehenen Reihenfolge.

Der erneute Einstieg in die Reihe gelingt mühelos, da ein spannender Prolog, in dem man den Mord an Carsten Hunold beobachtet, dafür sorgt, dass man sofort mitten im Geschehen ist. Man stellt sich die Frage, wer den Mann mit unglaublicher Brutalität umgebracht hat.

Der Fall ist nicht nur für die Ermittler rätselhaft, denn auch als Leser bleibt man lange im Ungewissen und zieht verschiedene Möglichkeiten in Betracht.  Doch nichts scheint so zu sein, wie es auf den ersten Blick scheint. Durch überraschende Wendungen muss man die eigenen Ermittlungen und Spekulationen über den Haufen werfen und ganz neu ansetzen. Dadurch bleibt die aufgebaute Spannung bis kurz vor Schluss erhalten. Denn diese Auflösung ist überraschend und kaum vorhersehbar.

Das Thema regt außerdem zum Nachdenken an, da man einen Einblick in die Gefühlswelt der Eltern bekommt, die ihre Kinder durch Carsten Hunold verloren haben. Trauer, Schmerz und Wut der Hinterbliebenen werden einfühlsam vermittelt, sodass man die Brisanz des Themas auf sich wirken lassen kann.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und ganz in die Handlung eintauchen. Es gelingt Angelika Svensson hervorragend, die besondere Stimmung der Küstenregion einzufangen und zu vermitteln. Man ist sich stets bewusst, dass sich die Handlung im Winter zuträgt, denn die Schilderungen der Witterung sind so glaubhaft, dass man beim Lesen schon beinahe zu frösteln anfängt.

Die Protagonisten wirken ebenfalls authentisch und ihre Handlungen glaubhaft und lebendig. Man kann sich gut in sie hineinversetzen. Es gibt auch in diesem Band wieder einige Einblicke in das Privatleben von Lisa Sanders und Oberstaatsanwalt Thomas von Fehrbach. Die beruflichen und privaten Nebenhandlungen nehmen allerdings nicht zu viel Raum ein, sondern sorgen dafür, dass man sich ganz auf die Charaktere einlassen und mit ihnen mitfiebern kann.

Ich habe mich beim Lesen wieder sehr gut  unterhalten und gebannt den Kriminalfall und die Nebenhandlungen verfolgt. Das Ende war für mich überraschend und kaum vorhersehbar. Außerdem hat mich das Thema zum Nachdenken angeregt, sodass mir dieser Kriminalfall sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Ich vergebe deshalb begeisterte fünf Bewertungssterne und freue mich schon jetzt auf weitere Ermittlungen.

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(23)

52 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

italien, geheimnisse, backen, roman, cebeni

Die Zitronenschwestern

Valentina Cebeni , Sylvia Spatz , Brigitte Lindecke
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.03.2017
ISBN 9783328100409
Genre: Romane

Rezension:

Elettras Mutter Edda war das Herz der kleinen Familienbäckerei. Doch nun liegt Edda im Koma. Ob sie daraus erwachen wird, scheint mehr als ungewiss. Die Bäckerei steuert in den finanziellen Ruin und Elettra weiß nicht, wie es weitergehen soll. Da Edda stets darüber geschwiegen hat, wer Elletras Vater ist, fühlt Elletra sich in der schwierigen Situation allein gelassen und überfordert. Ein Hinweis darauf, dass Edda vor vielen Jahren eine überaus glückliche Zeit auf einer kleinen Mittelmeerinsel verbracht hat, veranlasst Elettra dazu, die Insel zu besuchen. Sie hofft darauf, mehr über ihre verschwiegene Mutter zu erfahren und sie besser zu verstehen. Ein baufälliges Kloster, umgeben von duftenden Zitronenhainen, scheint der Schlüssel zu Eddas Vergangenheit zu sein....

Im Zentrum der Handlung steht Elletra, die sich auf die Suche der Vergangenheit ihrer Mutter macht. Dabei kommt sie nicht nur einem alten Geheimnis auf die Spur, sondern findet außerdem heraus, wer sie selbst ist. Der Einstieg in diesen Roman gelingt mühelos, da man sich die beschriebenen Orte sehr gut vorstellen kann und sie deshalb beim Lesen ganz spontan vor Augen hat.

Elettra entdeckt auf der Insel ihr Interesse am Backen wieder. Die Düfte und Gerüche kann man regelrecht zwischen den Zeilen spüren, sodass einem beim Lesen das Wasser im Mund zusammenläuft. Der Roman weckt spontan die Lust, selbst zur Rührschüssel zu greifen und ebenfalls tätig zu werden. Unterstützt wird dieses Verlangen durch Elletras, bzw. Eddas Rezepte, die den Text nicht nur auflockern, sondern ihn durch die Backanleitungen noch authentischer wirken lassen.

Die Inselbewohner sind ein seltsames Völkchen. Sie leben nach ihren eigenen Regeln und wirken sehr verschlossen. Elettra hat es schwer, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Im Kloster scheint es ihr leichter zu fallen. Denn die Bewohnerinnen nehmen Elettra in ihre Gemeinschaft auf. Doch auch dort hat sie das Gefühl, dass ihr irgendwas verschwiegen wird. Trotz all dieser Probleme, die man durchaus nachvollziehen kann, wirkt die Hauptprotagonistin zwar sympathisch, doch irgendwie nicht richtig greifbar. Man beobachtet zwar interessiert die Handlung, doch richtig nahe geht es einem nicht. Das ist wirklich schade, da die Leidenschaft fürs Backen und die wunderbaren Düfte förmlich durch das Buch ziehen und zeigen, dass die Autorin eigentlich eine Meisterin der Beschreibung ist. Doch für die Protagonisten gilt das leider nur bedingt. Die eingeflochtene Liebesgeschichte wirkt auch eher belanglos. Man nimmt sie zwar zur Kenntnis, doch sie lädt nicht zum Mitfiebern ein, da man sie eher distanziert beobachtet.

Ich habe mich beim Lesen recht gut unterhalten. Nicht weniger - doch leider auch nicht mehr! Denn eigentlich hatte ich mir einen zu Herzen gehenden Roman erhofft, in dem ein altes Familiengeheimnis geklärt wird und der ganz nebenbei die Sinne anspricht. Die Beschreibungen der Insel fand ich sehr gelungen und auch die Leidenschaft fürs Backen konnte ich zwischen den Zeilen spüren. Doch die Protagonisten konnten mich nicht in ihren Bann ziehen. Sie wirkten auf mich zu blass, sodass ich ihr Handeln ziemlich distanziert betrachtet habe und mich die Geschichte selbst kaum berührt hat. Ich vergebe deshalb nur drei von fünf Bewertungssternchen. Da man über Geschmack ja bekanntlich streiten kann, ist es sicher gut, sich selbst ein Bild zu machen und dieser Geschichte trotzdem eine Chance zu geben. 

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(103)

246 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

alexander der große, fantasy, magie, makedonien, jugendbuch

Schattenkrone - Royal Blood

Eleanor Herman , Christine Strüh , Anna Julia Strüh
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.02.2017
ISBN 9783841422309
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kronprinz Alexander hofft darauf, endlich in die Fußstapfen seines mächtigen Vaters zu treten. Als der König eine Reise antritt, wird Alexander zum Prinzregenten benannt. Es stellt sich allerdings schnell heraus, dass der Rat Alexanders Ansichten nicht ernst nimmt und die Entscheidungen ohne ihn trifft. Alexander will sich und sein Können endlich beweisen und plant mit seinem engsten Vertrauten Heph eine Reise, die für ihn alles ändern soll. Am Tag des  Blutturniers trifft er auf Kat, die mit  ihrem Freund Jacob extra zu diesem Anlass an den Königshof gereist ist. Zwischen Kat und Alexander herrscht sofort eine seltsame Verbundenheit, die Alexander dazu veranlasst Kat als Gast einzuladen. Kat ist darüber hocherfreut, da sie am Hof den Tod ihrer Mutter rächen will. Jacob beobachtet die Vertrautheit zwischen dem Königssohn und Kat mit gemischten Gefühlen und auch Cyn, die Schwester des Kronprinzen, versucht ihre eigenen Ziele durchzusetzen.....

"Schattenkrone" ist der Auftaktband der Royal-Blood-Reihe von Eleanor Herman. Die Autorin erzählt in einem Mix aus Fantasy, Magie und historischem Roman die Geschichte von Alexander dem Großen. Dazu verwendet sie verschiedene Perspektiven, bei denen man abwechselnd den Hauptcharakteren Alex, Heph, Kat, Jacob, Cyn, Königin Olympias und der persischen Prinzessin Zofia über die Schulter schaut. Da man sich zunächst erstmal mit den verschiedenen Protagonisten vertraut machen muss, und dabei natürlich jede Menge Charaktere kennenlernt, die man ja nicht sofort zuordnen und untereinander ins richtige Verhältnis setzen kann, muss man beim Einstieg in die Handlung aufmerksam lesen, um nichts durcheinander zu bringen.

Da alle sieben Hauptprotagonisten einen eigenen Handlungsstrang haben, in dem sie ihre Ziele verfolgen, verläuft der Einstieg in die Geschichte zunächst ziemlich gemächlich. Die Charaktere wirken zwar meist lebendig, und bis auf wenige Ausnahmen auch sympathisch, doch richtig einschätzen kann man durch die ständigen Perspektivenwechseln niemanden. Man lernt zwar alle Charaktere und ihre Ziele kennen, doch sie bleiben dabei leider recht oberflächlich und blass. Außerdem handeln sie manchmal unlogisch und kaum nachvollziehbar.

Der Schreibstil wirkt allerdings locker und leicht zu lesen. Man kann sich die beschriebenen Szenen gut vorstellen und merkt, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat, um den Leser in die Vergangenheit zu versetzen. Denn die Handlung trägt sich etwa 340 v.Chr. zu. Durch kleine Details, die in die Handlung einfließen, ist man sich dessen auch stets bewusst und kann die historische, magische Kulisse genießen. Man darf sich allerdings nicht daran stören, dass der größte Teil der Handlung im Präsens erzählt wird. Denn dadurch wirkt die Erzählung manchmal etwas holprig und unrund.

Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen des Auftaktbandes aber recht gut unterhalten. Obwohl ich die vielen verschiedenen Protagonisten eher distanziert betrachtet habe, und zu keinem eine echte Beziehung aufbauen konnte, wirkte der Plot auf mich farbenprächtig und interessant. Da die Handlung zum Ende hin auch deutlich an Fahrt aufgenommen hat, werde ich zum nächsten Band greifen und schauen, was die Charaktere dort erwartet. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt das Buch drei von fünf Bewertungssternchen. Ich hoffe sehr, dass ich beim Folgeband etwas höher bewerten kann. 

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64 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

spanking, thriller, schweden, journalist, demut

Demut

Mats Olsson , Leena Flegler
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei btb, 27.02.2017
ISBN 9783442714643
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der ehemalige Reporter Harry Svensson muss nach einem Date, bei dem er die Wünsche der Frau offenbar falsch gedeutet hat, die Notaufnahme im Krankenhaus aufsuchen. Nach der Versorgung seiner lädierte Nase kehrt er allein in sein Hotel zurück. Da die Tür des Nachbarzimmers nur angelehnt ist, kann Harry seine Neugier  nicht bezwingen und wirft einen Blick ins Zimmer. Dort entdeckt er einen bekannten Musiker, der nahezu bewusstlos seinen Rausch ausschläft. Neben ihm liegt eine tote Frau. Harry ruft die Polizei und verfasst für seine ehemalige Zeitung Exklusivberichte. Als es nur kurze Zeit später zu einem ähnlichen Fall kommt, bei dem Harry die dort ermordete Frau näher kennt, als er die Polizei wissen lassen möchte, stellt er auf eigene Faust Ermittlungen an, die ihn auf die Spur eines Serienmörders mit ganz speziellen Neigungen führen....

Die Ermittlungen im Fall des "Spanking-Mörders" werden zum größten Teil in der Ich-Form, aus der Sicht von Harry Svensson, geschildert. Es gibt allerdings auch Szenen, bei dem man dem Mörder direkt über die Schulter schaut und Einblicke in seine Gedanken bekommt.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb problemlos in die Handlung eintauchen.

Harry ist ein recht gewöhnungsbedürftiger Ermittler. Er wirkt sehr sympathisch, doch er neigt dazu, gerne ausschweifend zu berichten und dadurch kommt es leider manchmal zu einigen Längen, die den Spannungsaufbau  hemmen. Der Fall selbst ist durchaus interessant und der Zeitraum, den die Nachforschungen einnehmen,  wirkt sehr realistisch. Harry kann auch mal über sich selbst lachen und deshalb blitzt zwischen den Zeilen hin und wieder auch etwas Humor auf. Dadurch wirkt die Erzählung sehr lebendig, denn man hat manchmal das Gefühl, Harry direkt gegenüber zu sitzen und seinen Worten zu lauschen. Harrys Suche nach dem Täter steht im Zentrum der Handlung. Von den polizeilichen Ermittlungen erfährt man leider wenig. Deshalb hat man beim Lesen auch das Gefühl, dass dort wenig unternommen wird.

Am Anfang plätschert die Geschichte ziemlich vor sich hin, was sicher mit daran liegt, dass Harry alles und jeden detailliert und ausschweifend beschreibt. Dadurch bekommt man zwar einen guten Überblick über die Gesamthandlung und Harrys Vorlieben, doch die Spannung bleibt auf der Strecke. Im letzten Drittel ändert sich das allerdings, denn dann zieht das Tempo ziemlich an, sodass sich doch noch das Gefühl einstellt, dass man einen Thriller liest.

Ich habe mich beim Lesen dieses recht umfangreichen Buchs gut unterhalten. Denn Harry ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber dennoch sympathisch. Der Plot ist spannend, aber leider zu ausschweifend erzählt. Hier wären, meiner Meinung nach, ein paar Seiten weniger deutlich mehr gewesen. Denn das hätte der gedrosselten Spannung sicher gutgetan. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala ziehe ich deshalb auch ein Sternchen ab und vergebe vier von fünf Bewertungssternen.

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(144)

194 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 128 Rezensionen

thriller, psychothriller, schweden, stockholm, krimi

Glücksmädchen

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548288444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die achtjährige Lycke verschwindet mitten in Stockholm spurlos. Kriminalreporterin Ellen Tamm bekommt von ihrem Chef den Auftrag in diesem Fall genau zu recherchieren, da er hier eine große Story wittert. Doch Ellen geht das Schicksal des Mädchens sehr nahe, da sie selbst ihre Zwillingsschwester in ihrer Kindheit durch einen Unfall verloren hat. Der Tod der Schwester macht ihr noch immer
schwer zu schaffen. Nun sucht sie verzweifelt nach der vermissten Lycke, um wenigstens sie zu retten.....


Mikaela Bley erzählt die Geschichte um das Verschwinden der kleinen Lycke aus verschiedenen Perspektiven. Man beobachtet abwechselnd die Hauptprotagonistin Ellen, Lyckes Vater Harald, Lyckes Mutter Helena, die Stiefmutter Chloe und die Nanny Mona. Dabei bekommt man einen interessanten Einblick, wer wie mit der nervenaufreibenden Situation umgeht und wem Lyckes Schicksal überhaupt am Herzen liegt. Das Buch ist in Kapitel unterteilt, die mit dem jeweiligen Tag, der Uhrzeit und der Person, der man beim Lesen gerade über die Schulter schaut, bezeichnet sind.


Der Einstieg in die Handlung gelingt relativ mühelos. Denn man möchte unbedingt erfahren, was mit Lycke passiert ist. Nach und nach stellt sich dabei heraus, dass Lyckes Leben alles andere als harmonisch und glücklich verlaufen ist. Die verschiedenen Perspektiven sind da äußerst aufschlussreich. Man fühlt mit dem verschwundenen Mädchen mit und hofft, dass sich bald alles aufklären und zum Guten wenden wird. Da man lange Zeit im Dunkeln tappt, und nicht weiß, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, gerät man förmlich in den Sog der Ereignisse.


Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Handlungsorte und Personen lebhaft vorstellen und deshalb mühelos in die Handlung eintauchen. Die Charaktere sind nur schwer einzuschätzen. Nur die Nanny Mona scheint ein wenig Liebe für das verschwundene Kind übrig gehabt zu haben und wirkt deshalb wie ein Sonnenstrahl in einer ziemlich unterkühlten Umgebung. Auch die Hauptprotagonistin Ellen wirkt ziemlich distanziert und gibt erst nach und nach ihre Geheimnisse preis.
Die Spannung lebt von der Ungewissheit, was mit Lycke passiert sein könnte und zieht sich deshalb durch das gesamte Buch. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und gipfeln in einem Paukenschlag, der zum Nachdenken anregt.


Ich habe mich beim Lesen recht gut unterhalten, da ich durchgehend mit Lycke mitgefiebert habe und unbedingt erfahren wollte, was mit ihr passiert ist. Durch den flüssigen Schreibstil bin ich förmlich über die Seiten geflogen und konnte das Buch dann erst aus der Hand legen, als ich alle Zusammenhänge kannte. Deshalb bekommt "Glücksmädchen" auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch vier von fünf möglichen Sternchen. Das eine ziehe ich ab, da ich die Protagonisten eher distanziert beobachtet habe und mich nicht richtig auf sie einlassen konnte.

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