Anja_Hilscher

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Die Kultur der Ambiguität

Thomas Bauer
Fester Einband: 462 Seiten
Erschienen bei Verlag der Weltreligionen, 19.05.2011
ISBN 9783458710332
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bei diesem Buch handelt es sich um ein derart epochales, wissenschaftliches Werk, dass es eine eigenständige Liga bildet und nicht in eine Reihe mit gewissen populärwissenschaftlichen Islam-Büchern gehört, wie etwa denen von Frau Kelek. Der gravierende Unterschied: Thomas Bauer ist Arabist und renommierter Islamwissenschaftler und recherchiert jahrelang mit akribischer Gründlichkeit. Dieses Buch ist eines der drei, vier Bücher, die mich in den letzten Jahrzehnten am meisten beeindruckt haben. Es gibt Bücher, die Geschichte schreiben, und ich hoffe, dass dieses, trotz seines hohen Anspruchs, dazu gehören wird.
Thomas Bauer erläutert in diesem Werk die Grundlagen der islamischen Lehre. Es geht also nicht um Detailfragen und Äußerlichkeiten, wie Kopftücher oder Beschneidungsriten - denn (kaum zu glauben, aber wahr) der Islam ist mehr als das! Wie Bauer durch die äußerst kenntnisreiche Analyse mittelalterlicher theologischer Schriften aufzeigt, zeichnete sich die islamische Lehre bis zum Anbruch der Moderne vor allem durch eines aus: Durch eine hohe Ambiguitätstoleranz. Warum? Weil bereits der Koran, die wörtlich offenbarte heilige Schrift des Koran, ursprünglich äußerst vielfältig interpretierbar war. Die frühen Muslime waren also exakt das Gegenteil dessen, was man denken mag: Gerade die Gelehrten waren gerade keineswegs engstirnige, intolerante Fanatiker. Vielmehr zeichneten sie sich durch eine beeindruckende Debattenkultur aus, durch eigenständige Denkleistungen, durch hohe Toleranz gegenüber Koraninterpretationen, die möglicherweise im Gegensatz zur eigenen standen. Die Frage, die sich das "aufgeklärte Abendland", geprägt vom Cartesianischen Richtig/Falsch-Denken, in Bezug auf einzelne Koranverse stellt, lautet: "Wie ist die korrekte Interpretation des Verses XY?" Nicht so die frühen Muslime! Die mittelalterlichen muslimischen Denker gingen wie selbstverständlich davon aus, dass ein Vers viele verschiedene "Lesarten" bzw. Interpretationen haben konnte. Dies ist der Schlüssel zu der Frage, wie ein heiliges Buch beanspruchen kann, für alle Zeiten und in allen Gesellschaftsordnungen Gültigkeit zu besitzen. Interessant ist, dass Bauer aufzeigt, dass die Vielfalt der Koranversionen offenbar von Anfang an durchaus beabsichtigt war: Etwa wurden Vokalzeichen absichtlich nicht hinzugefügt, obwohl diese durchaus schon bekannt waren. Warum dies? Weil das islamische Denken Vielfalt und Flexibilität als Wert, nicht als Manko betrachtete - gemäß der Überlieferung: "Die Meinungsvielfalt unter den Gläubigen ist eine Gnade Allahs". Erst im 13. Jahrhundert wurden die ursprünglich vielfältigen Koranversionen, die kursierten, zunehmend von einer sich immer stärker verbreitenden Version, in den Hintergrund gedrängt. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts infiltrierte das abendländische Cartesianische Denken auch die islamische Welt. Diese wollte den Missionsbestrebungen und dem Einfluss des Westens etwas entgegensetzen - und beging den folgenschweren Fehler, das westliche Denken unter umgekehrten Vorzeichen zu übernehmen. Dies war die Geburtsstunde des Islamismus. Der Islamismus propagiert also keineswegs den "ursprünglichen Islam" - im Gegenteil! Sein rechthaberisches Streben nach der "einzig wahren Koraninterpretation" steht völlig im Widerspruch zum Geist des Islam. Die islamische Lehre hielt ihre Anhänger ursprünglich nicht nur zum regelmäßigen Fasten, Beten und Spenden an, sondern darüber hinaus zu zwei Dingen:
1) Zur lebenslangen Suche nach der Wahrheit, sei es durch Aneignung von Wissen, eigenständigem Denken oder Befragung des Gewissens - immer im Bewusstsein, dass der Weg das Ziel ist, denn die letzte Antwort kennt nur Gott!
2) Sich darin zu üben, gerade NICHT Halt in Extremismen zu suchen, sondern vermeintliche Widersprüchlichkeiten zu ertragen - die Spannung mithin, die sich naturgemäß zwischen den überall in der Natur, wie auch im Koran, zu findenden Polen aufzubauen pflegt. Der Islam ist also eine zutiefst naturgemäße Religion - nicht umsonst werden die Verse des Korans mit demselben arabischen Wort bezeichnet wie die Naturphänomene: "Ayat" - Zeichen Allahs.

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

islam, religion, koran, sachbuch, glaube

Imageproblem

Anja Hilscher , Annemarie Gossmann , Annemarie Gossmann
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 23.04.2012
ISBN 9783579065762
Genre: Sachbücher

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berlin, tagebuch, vergewaltigung, hunger, 2. weltkrieg

Eine Frau in Berlin

Anonyma
Flexibler Einband: 282 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (TB), 01.04.2005
ISBN 9783442732166
Genre: Romane

Rezension:

Mich hat dieses Buch nachhaltig durcheinander gebracht, und ich würde es uneingeschränkt empfehlen. Es ist insofern bestürzend, als es - das ist jedenfalls mein subjektives Resumee - ein Tabu kippt. Und zwar von einer Betroffenen selbst, die nicht einmal irgendwie die Absicht hatte, das Geschriebene zu veröffentlichen und irgend eine Wirkung zu erziehlen. Man mag die sachliche Kühle, mit der die Autorin über ihre Erlebnisse berichtet, als Folge ihrer Traumatisierung auffassen. Man kann aber auch schlichtweg schlussfolgern: Offensichtlich wurde sie NICHT sonderlich traumatisiert. Vielmehr sind ihre Begegnungen mit den Russen zum Teil eklige Vergewaltigungen. Zum Teil auch gerade nicht so fürchterlich schlimm - einige unter den "Tätern" sind intellektuelle, sympathische Typen, die sie um Entschuldigung bitten und einen Mann erwählt sie sich sozusagen zum Beschützer und "Stammfreier". Einmal lässt sie gar durchblicken, dass durchaus Gefühle im Spiel waren. Als ihr Verlobter zurück kehrt, zerbricht die Beziehung. So wie ich es verstanden habe, kommt der Verlobter nicht nur mit den Vergewaltigungen als solchen nicht zurecht, sondern besonders auch nicht mit der Tatsache, dass die Autorin offenbar gar nicht so furchtbar traumatisiert war bzw. damit einigermaßen klar kam... Möglicherweise waren es aber auch besagte angedeutete Gefühle, die inzwischen zwischen beiden standen. Ein hoch interessantes Thema, aus psychologischer Sicht

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respekt

Respekt

Renan Demirkan , Renan Demirkan
Audio CD
Erschienen bei Verlag Herder, 29.09.2011
ISBN 9783451319747
Genre: Sachbücher

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kafka, liebe, berlin, tod, krankheit

Die Herrlichkeit des Lebens

Michael Kumpfmüller
Fester Einband: 237 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.08.2011
ISBN 9783462043266
Genre: Romane

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Kein schönes Land in dieser Zeit -

Mehmet Gürcan Daimagüler
Fester Einband: 239 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 19.10.2011
ISBN 9783579066943
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe dieses Buch in kürzester Zeit durchgelesen und finde es wirklich empfehlenswert! Es ist sehr interessant, gut geschrieben und der Autor kommt wirklich ausnehmend bescheiden und sympathisch rüber. Teilweise mag man kaum glauben, was er im Laufe seines Lebens alles so an Diskriminierungen und Misshandlungen erfahren hat.... Es ist die Geschichte eines hier geborenen "Türkenjungen" (so sein Grundschullehrer), der einfach gerne ein normales deutsches Kind wäre, das seine Heimat liebt, dem dies jedoch schlicht unmöglich gemacht wird. Nicht nur durch seine Eltern, die täglich predigen, sie würden ja bald in die "Heimat" zurückkehren, sondern auch durch das deutsche Umfeld. Z.B. den Grundschullehrer, der den kleinen "Türkenjungen" schon am Tag der Einschulung schmerzhaft am Ohr zieht, weil dieser sich nicht gemeldet hatte, als sein Name aufgerufen wurde. Er hatte ihn nicht verstanden, denn er war selbstverständlich völlig falsch ausgesprochen, aber wen interessiert das schon. Naja, in dem Stil geht es weiter. Er bekommt, trotz großer Intelligenz und guten Noten, selbstverständlich eine Hauptschulempfehlung. Er arbeitet sich bis zur Realschule, schließlich ins Gymnasium hoch, studiert dann Jura, geht in die Politik.... und wird dann auf der Ausländerbehörde gebeten, zum Zwecke der Einbürgerung einen Deutschkurs (Abinote 1...) zu absolvieren. Dies läge im Ermessen des Sachbearbeiters - und der besteht nun einmal drauf. Gott sei Dank ist er inzwischen so beschlagen, dass er den kleinen Sesselfurzer in Null Komma Nichts durch den Verweis auf entsprechende Paragraphen in seine SChranken weist. Schließlich wird er FDP-Mitglied, lernt Westerwelle, Erdogan und zahlreiche andere Politiker kennen, studiert in Harvard und Yale. Das Buch ist hoch interessant, aber auch traurig, denn psychisch bleibt der Autor eine zerrissene Person.

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Viktor E. Frankl - Gesammelte Werke / Trotzdem Ja zum Leben sagen

Viktor E. Frankl , Alexander Batthyany , Karlheinz Biller , Eugenio Fizzotti
Fester Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, 01.03.2005
ISBN 9783205773511
Genre: Biografien

Rezension:

...Ich weiß nicht, weshalb ich dieses Buch nicht sofort in mein Bücherregal gestellt habe. Dieses Buch ist eins aus der Kategorie: "Was ich mitnehmen würde, wenn ich als Schiffbrüchige ein Buch mit auf meine Insel retten könnte". Auch eins aus der Kategorie: "Was ich jemandem, der am Rande des Selbstmordes steht, empfehlen würde". Das Buch ist der Wahnsinn! Ein überkonfessionelles Buch, das uns verweichlichte Kleingläubige, die schon die kleinste Krise seelisch aus den Latschen kippt, wieder lehrt, was Glauben und Hoffen heißt. Victor Frankl ist ein KZ-Überlebender. Einer, der, wie Jesus, hinabgefahren ist, "in das Reich der Toten". Er hat dort alles gesehen, verlor Mutter, Vater und Frau. Und er hat dies nicht nur überlebt, und zwar offensichtlich ohne seelische Schäden, sondern mehr noch. Er ist gestärkt und gläubig daraus hervorgegangen und wirkte später noch lange und erfolgreicht. Eine der faszinierendsten Stellen ist für mich jene, in der er beschreibt wie er in einen Güterwagen gepfercht, eingekeilt zwischen Tote und Halbtote, unter unbeschreiblich höllischen Konditionen, durch eine Ritze hindurch ins Freie guckt - und die Schönheit der Natur bewundert. Das Buch ist Gold wert, weil es aufzeigt, wie es auch im tiefsten Dunkel immer - umso heller leuchtende - Momente des Lichts gibt. Man vergisst das leicht... (Im Koran heißt es: "Mit der Drangsal kommt die Erleichterung")!
Absolute Pflichtlektüre für alle, die wissen, was Zweifeln heißt!

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Mister Undercover

Alex Caine , Matthias C. Rehrl
Audio CD
Erschienen bei riva, 16.06.2011
ISBN 9783868831771
Genre: Biografien

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kindheit, armut, familie, usa, eltern

Schloss aus Glas

Jeannette Walls , ,
Buch: 384 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 01.03.2005
ISBN 9783455080049
Genre: Biografien

Rezension:

Ich habe wirklich viel gelesen in meinem Leben, aber dies ist wohl neben "Wir Kinder von Bahnhof Zoo" eins der zwei, drei Bücher, die ich nie vergessen werde. Das Buch ist der absolute Wahnsinn, und es hat mich so beschäftigt, dass ich gerne mehr darüber herausgefunden hätte. Zum Beispiel, ob sich wirklich alles so zugetragen hat: Dass die Autorin schwimmen lernte, indem sie von ihrem Vater, zu eben diesem Zwecke, als Fünfjährige einfach ins Wasser geschmissen wurde und beinahe ertrank. Oder dass sie einmal fragte, wann sie denn mal wieder die geliebte Oma besuchen würden - woraufhin die Mutter sinngemäß antwortete:"Ach, hab ich vergessen, es euch zu sagen? Die ist vor zwei Monaten gestorben!" Dass sie zum Schluss wirklich in einem dunklen, grässlichen, verregneten Nest voller Mobber und Perversen neben einer Müllhalde hausten und nichts zu fressen hatten ,während die Mutti ihr Selbstwertgefühl mit Hilfe eines Brilliantringes aufwertet und SChokolade bunkert...
Leider habe ich immer noch nicht rausgefunden, ob man den Erzählungen von Jeanette Walls, einer US-amerikanischen Klatschkoluministin, trauen sollte, oder ob sie mit diesem absoluten Reisser schlicht einen schnellen Dollar machen wollte! Einfach Wahnsinn,dieses Buch!!

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

gefängnisinsel, ausbruch

Papillon

Henri Charrière , Jean F Revel , Jean P Castelnau , Erika Ziha
Fester Einband: 581 Seiten
Erschienen bei Artemis & Winkler
ISBN 9783538069374
Genre: Biografien

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konversion, bericht, islam

Mein Gott ist jetzt Allah und ich befolge seine Gesetze gern

Cornelia Filter
Fester Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2008
ISBN 9783492051866
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nicht eins der besten, sondern DAS beste Buch zum Thema Islam, das ich kenne. Der Grund: Cornelia Filter schreibt interessant, interviewt wirklich interessante Muslime jenseits des Mainstream, und reflektiert vor allem immer wieder ihre eigene Haltung zum Thema. Als "Emma"-Autorin hat sie, wie sie erwähnt, selbst zuvor polemische Artikel über den Islam verfasst und gibt zu, voller Vorurteile und Halbwissen gewesen zu sein. Im Zuge der Recherchen für dieses Buch musste sie ihre Meinung mehr als einmal gründlich revidieren. Bemerkenswert zum Schluss ihre sehr persönliche, zu Herzen gehende Selbstreflektion. Auf die Frage einer ihrer Interviewpartnerinnen (die ihr großenteils offensichtlich ans Herz gewachsen waren), warum sie eigentlich nicht selbst konvertiere, antwortet sie mit einem Zitat:
"Die Botschaft hör ich wohl - allein, es fehlt der Glaube"

Eine sehr sympathische Autorin - habe das Buch gleich weiterempfohlen und -verschenkt!

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