Filtern nach
222 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

"liebe":w=1,"spannung":w=1,"tragik":w=1

Die Reservefrau

Karoline Gellauer
Flexibler Einband: 91 Seiten
Erschienen bei Independently published, 30.10.2017
ISBN 9781973131571
Genre: Sonstiges

Rezension:


Vorweg:
Ich habe netterweise ein Rezensionsexemplar von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen.


Inhalt:
Als Schülerin verliebt sich Bärbel in ihren Lehrer Bernd. Obwohl die Beziehung nicht hält, verfolgt sie Bärbel ihr ganzes Leben lang. Mit 70 scheint die Liebe wieder aufzuflammen. Allerdings haben beide Partner verschiedene Motive.
Meine Meinung:

Die Geschichte finde ich interessant. Es geht um eine Frau, die sich verliebt, und ein ganzes Leben lang nicht loslassen kann. Immer wieder kommt diese Liebe wie ein Bumerang zu ihr zurück und hat Einfluss auf ihr ganzes Leben. Zusätzlich wird durch das erste Kapitel (das eigentlich das Ende des Buches ist) Spannung erzeugt. Der Leser rast auf dieses Ende zu, nimmt immer mehr an Fahrt auf und will endlich wissen, warum es denn so enden muss.
Die Figuren selbst sind nicht so ganz mein Fall. Ich kann mich weder in die junge noch in die alte Protagonistin hineinversetzen. Ich glaube, auf diese Weise war ich einfach nie verliebt - soweit man das denn wirklich "Liebe" nennen will. Aber das wusste ich ja vorher und das finde ich auch nicht weiter schlimmer.
Schade finde ich dagegen, dass ich (außer am Ende vielleicht) kaum die Möglichkeit habe, etwas selbst zu beurteilen und mich wirklich in die konkrete Situation hineinzuversetzen. Das liegt daran, dass das ganze Buch eher wie eine Zusammenfassung geschrieben ist. Der Leser muss den Wertungen des Erzählers glauben. Er lernt z.B. nie Bärbels Mann kennen. Stattdessen wird sich auf Aussagen beschränkt, wie dass er ein sehr guter Mann ist und Bärbel jeden Wunsch von den Augen abliest. Ich hätte das lieber in einer Szene erlebt. Jetzt kann man natürlich sagen, dass dieser Mann nur eine Nebenfigur ist. Aber wie genau er sich tatsächlich verhält, finde ich ganz wichtig, um den Ausgang nachzuvollziehen. Da spielt mit Sicherheit mehr rein als nur die Vernarrtheit in eine Person.
Gegen Ende wird das durch die Chat-Verläufe anders. Dabei bekommt der Leser genauso viel mit, wie die Protagonistin auch.


Ergebnis:
Ich hatte das Buch sehr schnell durch. Die Geschichte ist interessant, da sie einen sehr langen Zeitraum beleuchtet. Ich persönlich bin aber kein Fan des Schreibstils. Wenn ich ein Buch lese, möchte ich alles miterleben und gedanklich in dem Buch versinken. Das war für mich leider nicht möglich.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die grossen Götter Indiens. Grundzüge von Hinduismus und Buddhismus.

Hans Wolfgang Schumann
Fester Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Diederichs Eugen, 01.02.2004
ISBN 9783896314291
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Die grossen Götter Indiens - Grundzüge des Hinduismus und Buddhismus" von Hans Wolfgang Schumann



Verlag: Diederichs gelbe Reihe, 2006
Preis: 19,99 € (gebundene Ausgabe)
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-7205-2854-2


Klappentext:
Das Buch befasst sich ausführlich mit den beiden großen Religionen Indiens: dem Hinduismus und dem Buddhismus. Es beschreibt kompakt und präzise ihre religiösen Grundlehren - die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten. Das Buch zeigt alle beschriebenen Götter und Buddhas und erläutert sie ikonographisch. Es vermittelt ein Basiswissen sowohl für Asienreisende, die Indiens faszinierende Kultur begreifen wollen, als auch für Menschen, die in indischen Religionen Orientierung für ihr Leben suchen.
Meine Meinung:
Ich habe mit dieses Buch bestellt, um mich auf meine Indienreise vorzubereiten. Da die Religion hier (mittlerweile bin ich in Bangalore) eine große Rolle spielt, empfinde ich es als wichtig, wenigstens ein paar Grundlagen zu kennen. Leider bin ich mir unsicher, ob ich mein Ziel mit diesem Buch erreichen konnte.

Positiv zu bewerten ist zweifellos das umfangreiche Wissen des Autors. Ich bin mir sicher, dass lange Recherchen die Grundlage für die Arbeit an dem Buch gebildet haben. Allerdings ist es mit nur geringen Grundkenntnisse gerade durch diese vielen Details sehr schwierig dem Buch zu folgen. Das ist beispielsweise bei den ausführlichen Beschreibungen der Götter der Fall. Es gibt zwar (sehr schöne) Skizzen, aber trotzdem ist das hin- und herschauen ziemlich umständlich. Vielleicht wäre es eine gute Alternative gewesen statt des Fließtextes die Figuren zu beschriften.

Gut gefallen haben mir die Geschichten und Sagen rund um die Götter. An einigen Stellen hätte lediglich etwas besser zwischen wichtigen und eher unwichtigen Sachen unterschieden werden können. Denn wer die Grundzüge kennenlernen will, braucht nicht über jedes Details bescheid zu wissen. Das alles kann man sich sowieso nicht merken. Dazu kommt, dass vieles sehr schwer zu verstehen ist, da der Autor sich wissenschaftlicher Ausdrücke bedient. Da das Buch im Klappentext auch Reisenden etc. empfohlen wird, hätte meiner Meinung nach deutlich mehr wert auf eine gute Lesbarkeit gelegt werden müssen.

Aber gut: All die genannten Dinge kann man mit Sicherheit verschieden sehen - insbesondere wenn man ein anderes Vorwissen hat. Wirklich Probleme habe ich dagegen mit dem Untertitel: "Grundzüge von Hinduismus und Buddhismus". Eine echte Einführung in die Religion an sich gibt es nämlich definitiv nicht. Stattdessen konzentriert sich der Autor auf die Götter und vor allem auf deren Äußerlichkeiten. Hin und wieder wirft er den Verehrern der einen oder anderen Gottheit/ Religion vor, dass sie manche Dinge auf eine bestimmte Weise darstellten um andere Götter/ Religionen zu schwächen. Dazu gibt es jedoch keinen Beleg. Um das Ausleben der Religion geht es dagegen so gut wie gar nicht. Das ist in so einem kurzen Band natürlich auch sehr schwierig bis unmöglich. (Allein über die Grundzüge des Buddhismus könnte man eine ganze Buchreihe schreiben.) Aber warum gibt es den Untertitel und den Hinweis darauf im Klappentext? Auf mich wirkt es so, als hätte die Zielgruppe vergrößert werden sollen.

Nach meiner Kritik nochmal zu positiven Dingen: Das Buch ist wirklich sehr schön gestaltet.  Gleichzeitig ist es klein und leicht. Das heißt, dass ich es mitnehmen kann, wenn ich mir Tempel ansehen oder verreise. Als Nachschlagewerk, um sich über die gesehenen Götter zu informieren, ist es sehr gut geeignet. Und auch sonst sind die enthaltenen Informationen für Interessierte empfehlenswert.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(132)

251 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

"schreiben":w=8,"stephen king":w=8,"leben":w=4,"biographie":w=4,"biografie":w=4,"autobiografie":w=4,"autobiographie":w=3,"autor":w=3,"sachbuch":w=2,"ratgeber":w=2,"horror":w=1,"schriftsteller":w=1,"lebensgeschichte":w=1,"lernen":w=1,"king":w=1

Das Leben und das Schreiben

Stephen King , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.02.2011
ISBN 9783453435742
Genre: Romane

Rezension:

Das Schreiben und das Leben von Stephen King



Verlag: Heyne, 2011
Preis: 9,99 €/ 10,99 € (ebook/ Taschenbuch)
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-453-43574-2


Inhalt: 

Der Titel ist gleichzeitig eine sehr gute Inhaltsangabe. Stephen King verrät in diesem Buch einige Anekdoten aus seinem Leben, die ihn zu Schriftsteller gemacht haben. Der zweite Teil des Buches enthält einen Schreibratgeber.



Meine Meinung:
Dieses Buch wurde mir sehr oft empfohlen, es hat gute Kritiken bekommen und da ich selbst schreibe, hat es mich gleich doppelt interessiert. Ich mag Stephen Kings Schreibstil, auch wenn seine Themen nur selten meinen Geschmack treffen. Deswegen wollte ich die Chance nutzen, etwas von ihm zu lernen. Das Buch lässt mich mit sehr unterschiedlichen Eindrücken zurück. Es besteht aus drei Teilen, auf die ich zuerst eingehen werde, bevor ich mich einigen allgemeinen Themen zuwende.


Teil 1: Das Leben
Der erste Teil besteht aus vielen (meist sehr kurzen) Kapiteln, in denen King Momentaufnahmen aus seinem Leben zeigt. Ich habe beim Lesen deutlich gemerkt, dass er die Szenen ganz bewusst ausgewählt und in Szene gesetzt hat. Das ist vollkommen okay und hat Spaß gemacht. Es sollte aber niemand das Buch in die Hand nehmen, weil er glaubt Stephen Kind danach zu kennen. Irgendwie hat er es trotz einiger sehr persönlicher Informationen geschafft, einen deutliche Distanz zu wahren. Aber wie gesagt: Ich finde das nicht schlimmer. Der Schreibstil ist flüssig und klar, sodass das Lesen Spaß macht.


Teil 2: Das Schreiben
Der Anfang gefällt mir gut. King bezeichnet das Schreiben als eine Art Telepathie. Ich mag den Vergleich und denke, dass man sich ihn beim Schreiben immer mal wieder vor Augen halten sollte. Nach der Einführung kommen für mich viele Sachen, die ich nicht mehr ganz so schön finde. Das erste, was mich stört, sind die nicht vorhandenen Überschriften. In Romanen ist mir vollkommen egal, ob über dem Kapitel eine Zahl, ein Wort oder ein kreativer Name steht. In einem Sachbuch finde ich gute Überschriften dagegen sehr wichtig. Denn in einen guten Ratgeber schaue ich immer wieder rein. Ich möchte etwas nachschlagen oder mir einzelne Kapitel mehrfach durchlesen. Aber ohne richtige Überschriften, ist es schwer die interessanten Stellen wiederzufinden.


Die Hinweise an sich waren allesamt altbekannt. Natürlich habe ich kein Wundermittel erwartet, aber vielleicht etwas tiefergehende Hinweise. Die Buchhinweise sind am Ende länger als manch ein Kapitel. Außerdem sollte man sich beim Lesen einer Sache bewusst sein: King schreibt klipp und klar, was er denkt. Teilweise klingt es so, als wäre es anders gar nicht möglich, einen guten Roman zu schreiben. Teilweise sehe ich das anders. Schon allein, weil ich schon von anderen erfolgreichen Autoren gehört habe, die andere Strategien verwenden. Es hängt eben alles vom Autor, seinen Erfahrungen und dem Genre ab. Aber dennoch bin ich mir sicher, dass jeder eine Kleinigkeit aus dem Buch mitnehmen und ausprobieren kann.


Teil 3: Der Autounfall
Hinten angehängt befinden sich einige Kapitel, die eigentlich in den ersten Abschnitt gehören. King ist während seiner Arbeit an diesem Buch von einem Auto angefahren worden. Danach musste er sich zahlreichen OPs unterziehen. In dem Buch beschreibt er, wie sich das angefühlt hat und wie er danach wieder zum Schreiben gekommen ist. Das liest sich beinahe wie ein Horror-Roman. Mir ist jedenfalls ein wenig schlecht geworden.
Ich finde es toll, dass King darüber geschrieben hat. Allerdings stört mich ein wenig das wie. Aber dazu komme ich im nächsten Abschnitt.


Allgemeine Anmerkungen:


Schreibstil:
Obwohl ich Kings Stil normalerweise liebe, ist er mir diesmal an einigen Stellen auf den Senkel gegangen. Meistens lag das an Stolperfallen, wie eingeschobenen Nebensätzen und in Klammern verpackte Einwürfe. Als ich relativ weit hinten gelesen habe, dass King sich durch den zweiten und dritten Teil des Buches durchquälen musste, habe ich ihm sofort geglaubt. So klingt es nämlich leider an vielen Stellen. Außerdem haben die unzähligen Buchnahmen genervt. Richtig schlimm wurde es, wenn auch noch die Originaltitel dabeistanden. Es hätte gereicht, wenn diese erst Register aufgetaucht wären. Ebenfalls sehr nervig waren die Fußnoten, die immer erst am Ende des Kapitels aufgetaucht sind und ein Zurückblättern erzwungen haben. Das ist mit dem Tolino (oder Kindle) doppelt nervig.


Die einzelnen kleinen Geschichten haben jedoch trotzdem gerade durch Kings Stil ihren Charme. Sie wirken teilweise wie Mini-Thriller. King hat immer versucht Spannung reinzubringen und ihm ging es scheinbar nie, um ein positives Ende. So ist er auch im 2. Teil vorgegangen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass er auf Teufel komm raus provozieren wollte. Das ist einerseits gut: Er hat klipp und klar seine Meinung dargestellt und seine Vorgehensweise beschrieben. Er setzt sich dafür ein und steht dahinter. Das gefällt mir tausend mal besser, als wenn er mir 22 Möglichkeiten aufzählt, die er aber selbst nicht nutzt. Andererseits geht das aber auch an einigen Stellen zu weit. Es ist eben ein Sachbuch und kein Horror-Roman.


Struktur:
Leider habe ich auch hier negative Anmerkungen. Von einer Struktur habe ich nämlich nichts gemerkt. Es waren anscheinend zwei Abschnitte geplant. Der erste hat von selbst ganz gut funktioniert, da King meistens chronologisch vorgegangen ist. Ab dem zweiten Abschnitt sah das anders aus. Hier ging irgendwie das eine oder andere durcheinander. Ich hatte vor allem bei der Einführung das Gefühl, dass er damals noch nicht wusste, was und wie genau er schreiben will. King betont, dass er so gut wie nie plottet und bei Horror-Romanen ist das vielleicht eine gute Vorgehensweise. Aber bei einem Sachbuch ist das eher unpraktisch. Auch der dritte Teil hätte deutlich besser eingebaut werden können. Stattdessen hat King ihn einfach ans Ende gehangen. Danach folgt dann nochmal ein längeres Beispiel für die Überarbeitung. Warum steht das nicht im Kapitel über die Überarbeitung?


Bleibt etwas in mir zurück?
King schreibt in dem Buch, dass es sein Ziel sei, dass die Leser nach der Lektüre etwas im Kopf behalten. Sie sollen noch eine Weile drüber nachdenken, diskutieren, etwas für ihr eigenes Leben mitnehmen. Das sehe ich genauso. Und ich muss sagen, dass King das trotz aller Kritikpunkte geschafft hat. Ich habe einige Bilder und Anregungen im Kopf behalten. Ich habe mir zwei, drei Dinge gemerkt, die ich unbedingt ausprobieren möchte und ich habe Motivation gefunden.


Insgesamt:
Es gibt sehr viel, was mich an diesem Buch stört. Aber der letzte Punkt ist der wichtigste. Deswegen habe ich sehr lange überlegt, ob es drei oder vier Katzen werden (halbe Katzen mag ich nicht). Ich denke, dass man im Zweifel, die positivere Alternative wählen sollte. Deshalb gibt es 4 von 5 Katzen. Es schwingt jedoch die Hoffnung mit, dass wenigstens der deutsche Verlag (also Heyne) bei einer Neuauflage die Kleinigkeiten ändert, die in seiner Macht stehen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(142)

355 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

"julianna grohe":w=9,"räuberherz":w=8,"fantasy":w=5,"märchen":w=4,"märchenadaption":w=4,"drachenmond verlag":w=4,"drachenmond":w=4,"liebe":w=3,"entführung":w=3,"schönheit":w=3,"drachenmondverlag":w=3,"jugendbuch":w=2,"die schöne und das biest":w=2,"angst":w=1,"romantik":w=1

Räuberherz

Julianna Grohe
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 08.06.2017
ISBN 9783959912105
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Räuberherz von Julianna Grohe



Verlag: Drachenmond Verlag, 2017
Preis: 4,99 € / 14,90 € (ebook/ Taschenbuch)
Seitenzahl: ca. 400
ISBN: 978-3-95991-210-5


Klappentext:
Als wäre sie in eine schräge Version von „Die Schöne und das Biest“ geraten, findet sich Ella in der Villa eines reichen Mannes wieder. Statt jedoch mit tollen Kleidern und Schmuck verwöhnt zu werden, soll sie putzen, während ihr Entführer eine Traumfrau nach der anderen mit nach Hause bringt.
Welches Geheimnis verbirgt er? Weshalb sind manchmal Stimmen im Haus zu hören, obwohl niemand in der Nähe ist? Und warum gibt es diese seltsamen elektrischen Schläge, wenn sie aus Versehen seine Haut berührt?
Ella ahnt, dass seine Hartherzigkeit nichts als Fassade ist … doch was wird sie dahinter finden?
Vielleicht etwas viel Gefährlicheres?
„Verdammt! Kochen, putzen, waschen, bügeln – und das alles für diesen super-arroganten Schönling?
Ein Traum. Genau so hab ich mir den Rest meines Lebens vorgestellt …“




Meine Meinung:
Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen - und das obwohl ich eigentlich überhaupt keine Zeit dafür hatte. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich mich schon sehr lange auf das Buch gefreut habe. Ich liebe "Die Schöne und das Biest" und so klang auch dieses Buch schon bei der ersten Ankündigung einfach toll.


Die Story ist wirklich gut gemacht. Schön finde ich vor allem, dass die ersten Zweidrittel des Buches viele Überraschungen enthalten. Denn obwohl es natürlich bekannte Elemente gibt (niemand kann das Rad neu erfinden) kommt vieles vollkommen anders als erwartet. Auch wenn einige Dinge aus "Die Schöne und das Biest" übernommen worden sind, hat sich die Autorin nicht darauf ausgeruht. Im Gegenteil: Sie hat etwas ganz eigenes geschaffen und die bekannten Elemente geschickt angepasst. Das hat dem Buch eine einzigartige Spannung verliehen. Gleichzeitig fällt mir dadurch das Schreiben der Rezension wirklich schwer, da ich nichts verraten darf, was über die ersten zwei oder drei Kapitel hinausgeht. Aus diesem Grund kann ich auch nicht näher darauf eingehen, wenn ich sage, dass es den einen oder anderen Logikfehler gab. Allerdings kommt man da bei Fantasy wohl nicht so ganz drumherum. Und schon gar nicht, wenn man sich etwas Neues ausdenkt und nicht einfach den Standard-Vampir wiederverwertet, den jeder Leser widerspruchslos hinnimmt.
Lediglich gegen Ende entsprechen die meisten Geschehnisse dem, was man schon aus dem meisten anderen Romantasy Büchern dieser Art kennt. Das ist ein bisschen schade.


Die Charaktere haben mir insgesamt auch sehr gut gefallen. Besonders gut geraten ist Ella, die sich im Laufe der Geschichte glaubwürdig weiterentwickelt. Crys wird ebenfalls toll dargestellt. Allerdings stört mich seine extreme Attraktivität. Ich finde es einfach langweilig, dass der männliche Protagonist in letzter Zeit ständig perfekt ist und die weibliche Protagonistin ständig Selbstzweifel hat (oder wirklich erstmal nicht schön ist) und sich dann zum Schwan entwickelt. Dieses Klischee wird derzeit gefühlt von allen Autoren in allen Genres verwendet, wo ein bisschen Liebe dabei ist. Außerdem ist die Frage teilweise offen geblieben, warum er Ella entführt und wie er das vor sich selbst rechtfertigt. (Leider darf ich auch hier nicht konkreter werden. Ich hoffe, es wird ungefähr klar, was ich meine.)


Auch die Nebencharaktere sind super. Ich habe das Gefühl mich (jedenfalls bei den wichtigsten Personen) an echte Menschen zu erinnern und nicht nur an Buchfiguren. Einziger Kritikpunkt: Die, die bescheid wissen, nehmen die Entführung ebenfalls etwas zu locker hin. Da hätte es gerne ein paar mehr Hintergrundinformationen geben dürfen.


Noch ein paar Worte zur Entführung: Das ist natürlich ein echt schwieriges Thema. Erst recht, wenn die Hauptpersonen wie in "Die Schöne und das Biest" nach und nach positive Gefühle entwickeln sollen. Was kann der Entführer rechtfertigen? Wofür kann er sich entschuldigen? Ich muss sagen, dass die Erklärungen und Beweggründe hier sehr gut gelungen sind, auch wenn mir persönlich nicht alles in den Kram passt. Und ich hätte mich auch definitiv nicht so verhalten wie Ella. Aber gerade bei solch einem schweren Thema kann es eine Autorin nun mal nicht allen Lesern recht machen. Muss sie auch nicht. Dafür sind ja alle Leser und Autoren verschieden. Ich finde es sogar richtig schön, dass das mal wieder ein Buch ist, über das man auch diskutieren kann. Hier könnten bei einer Buchdiskussion wirklich verschiedene Meinungen entstehen, die über Teambildung bei einer Dreiecksbeziehung hinausgehen. Und auch ohne eine Diskussion bleibt die Geschichte viel länger im Kopf hängen, weil ich noch immer über einzelne Szenen nachdenke.


Verfeinert wird die Geschichte von dem sehr gut lesbaren Schreibstil der Autorin. Der Leser erlebt die Geschichte aus der Perspektive von Ella. Die Ausdrucksweise im Buch verändert sich zusammen mit Ella und ihren Gefühlen.


Ganz zum Schluss möchte ich auch noch den Klappentext loben, den ich oben wörtlich übernommen habe. Normalerweise schreibe lieber meine eigene kurze Inhaltsangabe. Hier wollte ich das aber nicht machen, weil die Gefahr zu spoilern wirklich groß ist. Außerdem fängt der offizielle Klappentext perfekt die Stimmung im Buch ein. Man weiß, genau woran man ist, ohne zu viel zu erfahren.


Insgesamt bin ich begeistert. Der Roman ist bestimmt nicht für jede Leserin geeignet. Wenn Dich allerdings der Klappentext neugierig macht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Dir auch das Buch gefällt. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

36 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

Der Wandel

Kim Harrison , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.08.2017
ISBN 9783453318748
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Wandel von Kim Harrison



Verlag: Heyne, 2017
Preis: 14,99 € (Taschenbuch)
Seitenzahl: 592
ISBN: 978-3-453-31874-8


Inhalt:
Der Wandel ist die Vorgeschichte der Rachel Morgan-Reihe. Für die Reihe ist es wichtig, dass in den 60er Jahren eine genmanipulierte Tomatensorte einen großen Teil der Menschheit umgebracht hat. Nur deshalb konnten die Vampire, Hexen und Werwölfe ihre Existenz bekannt machen. In "Der Wandel" wird nun beschrieben, wie es überhaupt zu der Seuche kommen konnte und wer dafür verantwortlich war.


Meine Meinung:Ich bin ein großer Fan der Rachel Morgan-Reihe. Ich habe vor ca. 7 Jahren  den ersten Teil gelesen. Danach habe ich sogar die horrenden Versandkosten nach Thailand bezahlt, weil ich unbedingt im Austauschjahr weiterlesen wollte. (Und was hat meine Mama gemacht: Sie hat einen Band vergessen, sodass ich wochenlang Folgebände bei mir liegen hatte und wegen eines fehlenden Buches nicht weiterlesen konnte.) Lange Rede kurzer Sinn: Als ich Band 13 und alle Kurzgeschichten und Novellen verschlungen hatte, war ich ziemlich traurig. Als ich dann durch Zufall im Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House auf dieses neue Buch gestoßen bin, war ich dementsprechend begeistert. Aber natürlich schwang bei der Bestellung auch ein wenig Angst mit: Habe ich die falschen Erwartungen? Kann Kim Harrison überhaupt an den großen Erfolg anknüpfen? Und ist die Rachel Morgan-Reihe nicht gerade wegen Rachel so gut?

Auf die letztgenannte Frage kann ich definitiv mit Ja antworten. Das ist wohl auch der Grund warum die Protagonistin von "Der Wandel" sehr viele Ähnlichkeiten mit ihr hat. Trisk ist Ende zwanzig, sehr selbstständig, schlau, hartnäckig, fleißig und stark. Sie gibt sich nicht damit zufrieden, dass sie als Frau in den 60ern und als dunkelhaarige Elfe hinter den Männern zurückstecken und nur als Assistentin und ggf. Mutter in Erscheinung treten soll. Es macht Spaß sie auf ihrem Weg zu begleiten.

Ungewöhnlich ist jedoch, dass der Leser die Welt nicht nur aus Trisks Perspektive sieht. Stattdessen begleiten wir auch Daniel und Trenton Kalamack Senior. An sich stört es mich nicht, dass die Sichtweise wechselt. Dies ist sehr sinnvoll und spannend gemacht. Man fiebert meistens mit Rachel mit und weiß teilweise nicht, warum sie so handelt, wie sie handelt. Das ganze bringt nur ein Problem mit sich: Ich hasse Intrigen. Und ganz furchtbar finde ich es, wenn ich bereits über irgendwelche gemeinen Pläne bescheid weiß, die Protagonistin aber nicht. Und genau das macht ungefähr das erste Drittel des Buches aus, was mich ziemlich genervt hat. Aber das ist nur mein individueller Geschmack und kein objektives Mittel, um das Buch zu bewerten.

Nach und nach ändert sich die Geschichte. Es kommen mehr Elemente, Probleme und Personen dazu, die Schwung und Spannung hineinbringen. Spätestens ab der Hälfte wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Schön fand ich auch, dass zwischendurch bekannte Figuren aus der Rachel Morgan-Reihe hinzukamen. (Natürlich nicht die Protagonisten - die sind ja noch nicht mal geboren. Aber ihr könnt euch auf Al, Takata und weitere Bekannte freuen.) Ich habe von Anfang an gegrübelt, was zu dem Thema schon in der Reihe verraten wurde, aber ehrlich gesagt, kriege ich nicht mehr allzu viel zusammen. Mir sind jedenfalls keine Widersprüche aufgefallen, was bei den zahlreichen Details schon mal eine ziemlich große Leistung ist. Ich fand es lediglich ein bisschen komisch, dass die Elfen auf genau die gleiche Weise wie Rachel Kraftlinienmagie verwenden. Dabei wirkte es in der Rachel Morgan-Reihe immer so, als würden Elfen das vollkommen anders, wilder und mit einem engen Bezug zur Göttin machen. Das ist auch wichtig, weil Elfen und Kraftlinienhexen ansonsten(abgesehen von den Spitzen Ohren) kaum Unterschiede haben.

Trotz allem bleibt die Handlung gut verständlich und übersichtlich. Es ist fast unmöglich den Faden zu verlieren. Das liegt auch (oder vor allem) an Trisk, die einen eisernen Willen hat und (fast) nie davon abweicht. Auch die gewohnte Portion Action bekommen die Leser in diesem Buch. Allerdings ist die gesamte Handlung (vor allem gegen Ende) deutlich düsterer. Ohne etwas zu Spoilern kann ich sagen, dass meine Moral mit der Auflösung nicht zufrieden ist. Ein vollkommen neues Gefühl beim Kim Harrison. Aber für die Geschichte ist es notwendig. Und es gibt ja auch immer ein wenig Aufheiterung dazwischen. Dafür sorgt vor allem Orchid, die große Ähnlichkeiten mit James aufweist, d.h. dass sie sehr viel schimpft, loyal ist, aber trotzdem einen eigenen Kopf hat.

Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Auch der Schreibstil ist wie gewohnt klar, treffend und leicht zu lesen. Die Sprache hat mir die Bilder geradezu in den Kopf gemalt.  Ich bin gespannt, ob es zu dieser Vorgeschichte auch Fortsetzung geben wird. Genug Stoff ist auf jeden Fall vorhanden. Rachel wird nämlich erst zwei oder drei Jahre später geboren.

5 von 5 Katzen

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(50)

90 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 11 Rezensionen

familie, jugendbuch, jugendliche, jugendroman, krankheit, probleme, provokativ, psychiaterin, psychiatrie, psychologie, schweigen, selbsthass, selbstverletzendes verhalten, selbstverletzung, therapie

Cut

Patricia McCormick , Alexandra Ernst
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 01.03.2004
ISBN 9783596804610
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Cut - Bericht einer Selbstverletzung von Patricia McCormick 



Verlag: FISCHER Taschenbuch, 2004
Preis: 8,99 €
Seitenzahl: 190
ISBN: 978-3-596-80461-0


Inhalt:
Der Roman spielt in einer Klinik für psychisch kranke Jugendliche. Eine von den jungen Patientinnen ist die Protagonistin Callie. Sie spricht nicht. Sie hat kaum soziale Kontakte. Sie ignoriert die Therapeutin. Die Ärzte und ihre Familie sprechen bereits davon, dass die Therapie abgebrochen werden muss.


Meine Meinung:
Vor einiger Zeit habe ich die erste Rezension über ein Themenbuch auf diesem Blog geschrieben. In jenem ging es um ein Magersüchtiges Mädchen. Da ich neugierig war, wie andere Autoren ähnlich schwierige Themen umsetzen, habe ich speziell nach einem Buch über Selbstverletzung gesucht. "Cut - Bericht einer Selbstverletzung" ist der einzige deutsche Roman, den die Buchhändlerin für mich ausfindig machen konnte. Der Klappentext beschreibt direkt eine selbstverletzende Szene.


Wie ich in der Rezension von "Dann bin ich eben weg" bereits geschrieben habe, halte ich es für sehr schwierig einen authentischen Bericht zu schreiben, ohne Jugendliche auf die Idee zu bringen, es der Protagonistin nachzumachen. Die Autorin hat hier einen außergewöhnlichen und - wie ich finde - sehr interessanten Weg gewählt: Die Protagonistin Callie ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. Sie spricht den Leser direkt an. Nach und nach wird jedoch klar, dass nicht irgendwer, sondern ihre Therapeutin gemeint ist.

"Du sagst, dass ich das Reden übernehmen muss. Du beugst dich vor und stellst ein Kästchen mit Papiertaschentüchern vor mich. Bei der Bewegung stöhnt Dein Ledersessel auf wie ein Lebewesen."
Mit diesen drei Sätzen beginnt das Buch. Die Protagonistin sagt also nichts, spricht die Therapeutin aber in ihren Gedanken an. Das hat mich zunächst etwas verwirrt. Durch diesen Schreibstil und durch die Tatsache, dass der Leser die Protagonistin erst in der Therapie und nicht bei der Entstehung der Krankheit kennenlernt, entsteht ein recht großer Abstand. Man erlebt beispielsweise kaum Szenen mit, in der sich Callie beim ritzen "gut" fühlt. Stattdessen gibt es später nur allgemeinere und mit viel Abstand betrachtete Erinnerungen daran. Der Leser erlebt die Selbstverletzung also nie als scheinbare Lösung der Probleme. Stattdessen befindet er sich in einer sehr tristen und einsamen Umgebung. Er erlebt Callie in einer sehr traurigen Phase.
Diese Vorgehensweise hat Vor-, aber auch Nachteile. Ich beginne mit den negativen Punkten:

Ich konnte sehr lange nicht mit Callie mitfühlen, weil ich sie kaum kennengelernt habe. Die Entstehung der Krankheit und Callies Gefühle dabei werden kaum gezeigt. Der Leser lernt Callies Familie und ihr normales Umfeld so gut wie gar nicht kennen.Und hier kommen die Vorteile: Der Stil des Buches ist außergewöhnlich. Mich hat er neugierig gemacht und gefesselt. Obwohl die Ereignisse konsequent aus Callies Sicht geschildert werden, kann man sich wunderbar mit der Therapeutin identifizieren. Nach und nach findet der Leser alle wichtigen Puzzle-Teile. Er braucht am Anfang Geduld, aber wenn er diese aufbringen kann, wird er dafür belohnt. Alles, was man über die Familie und Nebenfiguren erfährt hat einen Sinn. Im ganzen Buch steht kein unnützes Wort. Das merkt der Leser und dadurch lernt er die Kleinigkeiten viel mehr zu schätzen.Es ist unschwer zu erkennen, dass die Vorteile aus meiner Sicht überwiegen. Das heißt aber nicht, dass ich von nun an ständig Romane in diesem Stil lesen möchte. Er passt genau zu diesem Buch und dieser Geschichte und zu mehr vermutlich auch nicht.
Ansonsten kann ich das Buch nur loben. Die Autorin hat einen fantastischen Stil, der vollkommen auf Callie ausgerichtet ist. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sie sehr gut recherchiert hat. Das heißt nicht, dass jemand, der "Cut" gelesen hat, danach alles über Selbstverletzung weiß. Das kann auch ganz anders laufen. (Dies wird sogar im Buch durch eine andere Patientin gezeigt.) Es handelt sich eben nicht um den Durchschnitt oder um Klischees. Stattdessen zeigt Patricia McCormick ein konkretes Schicksal, das sie mühevoll ausgearbeitet hat.
Mein Fazit:Das Buch ist kurz und die Sprache ist leicht zu lesen. Trotzdem muss man mit Kopf und Herz dabei sein. Deshalb empfehle ich euch, dass ihr euch ein paar ruhige Stunden für den Roman freihaltet. Außerdem braucht ihr Geduld und müsst euch auf etwas Neues einlassen. Wenn ihr darauf Lust habt, kann ich euch "Cut - Bericht einer Selbstverletzung" wärmstens empfehlen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"sachbuch":w=1,"kinderarbeit":w=1,"hände":w=1,"profit":w=1,"kleine":w=1,"grosser;":w=1

Kleine Hände – großer Profit

Benjamin Pütter , Dietmar Böhm
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453604407
Genre: Sachbücher

Rezension:

Verlag: Heyne, 2017Preis: 9,99 € (ebook), 12,99 € (Paperback)
Seitenzahl: 224
ISBN: 978-3-453-60440-7

Inhalt:
Benjamin Pütter engagiert sich sowohl beruflich als auch privat gegen Kinderarbeit. Das macht er schon seit Jahrzehnten. Dafür reist er regelmäßig nach Indien, wo er bei der Befreiung von Kindersklaven mithilft, mit Journalisten Dokumentationen dreht und die einzelnen Unternehmen sowie die Arbeitsplätze und Schulen der Kinder kontrolliert. In diesem Buch berichtet er von den verschiedenen Formen der Kinderarbeit, von den negativen und positiven Entwicklungen und vor allem von den zahlreichen Möglichkeiten, wie jeder Einzelne gegen die grausame Ausbeutung vorgehen kann.


Meine Meinung:
Woran denkst Du, wenn Dich jemand auf Kinderarbeit anspricht, die unsere Waren günstiger macht? Daran, dass es so etwas angeblich gar nicht (mehr) gibt? An billige Kleidung? An Kinder, die ihren armen Eltern nach der Schule bei der Arbeit helfen? Ich dachte (jedenfalls vor der Lektüre dieses Buches) vorrangig an Fußbälle. Als ich noch zur Schule ging, kam ein Mann in den Unterricht und hat uns gezeigt, wie Kinder diese stundenlang zusammennähen müssen. Allein der Gedanke war und ist furchtbar. Aber irgendwie geriet das Thema damals doch recht schnell wieder in Vergessenheit - schon allein, weil ich noch nie einen Fußball gekauft habe. Andererseits weiß ich aber auch, dass ähnliche Probleme bei der Herstellung von Kleidung bestehen. Dabei werden (wie Du vermutlich weißt) nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene ausgebeutet und sehr schlecht behandelt. Das Problem: Was wird denn wirklich fair hergestellt? Was soll ich kaufen? Auf welche Informationen kann ich mich verlassen?

Ihr fragt euch jetzt vielleicht, was dieser Vorspann soll. Worauf ich hinaus will ist eigentlich ganz einfach: Jeder weiß, dass es Kinderarbeit und grottenschlechte Arbeitsbedingungen gibt, aber kaum einer steigt so richtig durch. Das Gewissen lässt sich dadurch bereinigen, dass ja alle die so hergestellten Produkte kaufen und dass es keine Alternativen zu geben scheint.
Noch "einfacher" ist es natürlich, wenn man gar nichts von der Kinderarbeit in einem konkreten Produkt weiß: Ich war mir nicht einmal Bewusst, dass Kinder im Steinbruch eingesetzt werden. Teilweise wachsen sie dort auf, ohne jemals eine Schule, einen Spielplatz oder Freiheit zu sehen. Ihre Lebenserwartung beträgt häufig nur knappe 30 Jahre, weil ihr ganzer Körper durch die schwere Arbeit beschädigt wird. In Deutschland sind viele Hochschulabsolventen bei ihrem Berufseinstieg erst 30 Jahre alt.
Ich hatte auch keine Ahnung, dass Schlepper indische Kinder massenweise entführen und zur Arbeit an Knüpfstühlen zwingen - von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Teilweise sogar noch länger, wenn sie in Häusern mit elektrischem Lich arbeiten. Die Kinder beginnen diese Tätigkeiten oftmals im 5. Lebensjahr.
Genau bei dieser Unwissenheit setzt das Buch an. Zunächst einmal informiert es über die schlimmsten "Arbeitsplätze" für Kinder in Indien. Danach erklärt Benjamin Pütter die Ursachen. Er geht auch auf Gegenmaßnahmen und die Möglichkeiten zu helfen ein.

Wie ich schon geschrieben habe, wusste ich bis gestern Morgen kaum etwas über das Thema. Ich hatte zwar schon mal gehört, dass Teppiche von Kindern geknüpft werden, aber mir ehrlich gesagt, kaum Gedanken darüber gemacht, weil ich keine Ahnung hatte, wie groß der deutsche Markt für solche Teppiche ist. Durch meine bisherige Unwissenheit kann ich natürlich nicht sicher sagen, ob alles in dem Buch der Wahrheit entspricht oder ob irgendwelche Stellen zu subjektiv sind. Es wirkt jedoch so, als hätte der Autor ein sehr breites Wissen, viel Erfahrung und eine gute Übersicht. Seine Ausführungen sind sachlich. Er versteckt sich nicht hinter allgemeinen und schwammigen Behauptungen, sondern nennt Namen, konkrete Zahlen und den Hintergrund seiner Recherchen. Er prangert bestimmte Personenkreise an, aber im großen und ganzen versucht er vor allem zu sensibilisieren und zum Umdenken zu bewegen.

Wichtig scheint ihm vor allem eine Kernaussage zu sein: Wir können nicht ändern, was geschehen ist, aber wir können die Welt dieser Kinder jetzt verbessern. Hier ein paar Beispiele für Menschen, die etwas ändern können:

Die Mitglieder der indischen Regierung, entwerfen zwar tolle Gesetze, setzen diese aber nicht (richtig) um. Indische Beamte sehen für ein paar Rupien einfach weg, wenn Kinder entführt, verletzt, missbraucht und ausgebeutet werden. Schlepper "kaufen" Eltern unter falschen Versprechungen die Kinder ab. Teilweise machen sie sich nicht einmal diese Mühe und entführen die billigen Arbeitskräfte einfach aus ihrem Dorf. Eltern überlassen ihre Kinder den Schleppern oder beziehen sie in die eigene Arbeit ein. Die Regierung muss ein besseres Bildungssystem schaffen und eine Schulpflicht durchsetzen, damit nicht die Kinder von den Kindearbeitern ebenso schuften müssen wie ihre Eltern. Das klappt aber nur, wenn Lehrer auch zur Arbeit erscheinen. Mehr Mitgefühl brauchen die indischen Minenbesitzer und andere Unternehmer, die ihr gesamtes Handeln mit dem Kastensystem rechtfertigen. Das gleiche gilt für die deutschen Unternehmen, die selbst eindeutige Beweise noch leugnen. Unsere Regierung und die EU könnten strengere Einfuhrbestimmungen anordnen. Oder gelten Kinder- und Menschnrechte nur für europäische Kinder? Und nicht zuletzt sind auch wir als Verbraucher gefragt. Es gibt verschiedene Siegel, die nachweisen, dass keine Kinderarbeit schuld ist. Sie werden nur nicht genutzt, weil die Menschen nicht informiert sind. Wir können Hilfsprojekte starten, Geld sammeln und natürlich Boykotte unterstützen. Deshalb müssen Journalisten weiter auf das Thema aufmerksam machen.
Die Liste der beteiligten Menschen ist an dieser Stelle noch nicht abgeschlossen und trotzdem schon sehr lang. Viele Personen haben mehr oder weniger gute Gründe, warum sie weiter machen wie bisher und sich nicht in der Verantwortung sehen. Ich kann beispielsweise nachvollziehen, dass jemand, der einen Angehörigen beerdigen muss, nicht unbedingt über Kinderarbeit in Steinbrüchen nachdenkt, wenn er einen Grabstein kauft. Andererseits: Jeder Grabstein erzählt schon mindestens eine traurige Geschichte. Sollen auch noch die unzähligen Geschichten der Kinderarbeiter dazukommen, die bei Sprengungen im Steinbruch Körperteile oder sogar ihr Leben verlieren? Geschichten von Kindern, die nie spielen oder lernen dürfen und stattdessen schon vor der Pubertät ihr Gehör verlieren, weil die Maschinen so laut sind? Wenn Du das nicht willst, kannst Du etwas dagegen unternehmen. Genauso wie jeder andere Mensch.

Hier liegt die große Stärke des Buches: Der Autor geht auf jede Person in dieser Liste ein. Er macht konkrete Handlungsvorschläge anstatt nur anzuprangern. Er erzählt auch von Menschen, die bereits fantastische Arbeit geleistet haben. Und trotz allem bleiben die Kinder im Mittelpunkt. Benjamin Pütter zählt die Probleme in allgemeinen Zahlen und Fakten auf, vergisst dabei aber nicht, die Kinder selbst sprechen zu lassen. Die Mischung ist perfekt. Ich war vor allem am Anfang entsetzt und den Tränen nahe. Ich weiß, das hilft den Kindern auch nicht. Aber sicher ist, dass ich das Thema so schnell nicht vergessen und mich daran erinnern werde, wenn ich irgendwann mal einen Grabstein oder andere in dem Buch genannte Produkte kaufen muss. Dieses Buch sensibilisiert die Leser und regt zum Nachdenken an. Gleichzeitig lässt es sich auch noch fantastisch lesen, weil das Buch gut gegliedert und präzise geschrieben ist. Davon bin ich wirklich beeindruckt, denn Emotionen und diese Massen an Fakten zusammenzubringen war mit Sicherheit sehr schwierig. Man merkt, dass der Autor und weitere Menschen viel Zeit und Mühe in den Text gesteckt haben.

"Kleine Hände - grosser Profit" ist ein wichtiges Buch und ich hoffe, dass es noch viele weitere Menschen lesen werden. Denn wer es gelesen hat, kann nicht mehr sagen: "Ich kann ja doch nichts tuen." oder "Das geht mich nichts an. Das ist schließlich die Angelegenheit von Indien!" Nein, das ist es nicht. Wenn ich Geld spare, aber dafür ein indisches Kind leiden muss, dann ist das auch meine Angelegenheit.

Ich empfehle dieses Buch JEDEM. Und ich hoffe sehr, dass es etwas verändert.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

alltag, ex-diplomat, indien, journalist-in, länderporträt, land & leute, reihe, reihe: länderporträts, sachbuch, schweizer autor-in, verlag: links

Indien

Bernard Imhasly
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Links, Christoph, Verlag, 03.08.2016
ISBN 9783861538226
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Meinung:

Dies ist ein Buch, wo die durch das Cover und den Klappentext geweckten Erwartungen eine große Rolle spiele. Es gibt viele verschiedene Gründe ein Buch über ein Land zu lesen: Vielleicht möchte man sich fortbilden oder für sein Studium wissen sammeln. Ich wollte einfach nur mein Grundwissen über Indien erweitern, bevor ich im September nach Bangalore fliege. Auf dieses Buch bin ich in der Bibliothek gestoßen. Der Untertitel "Ein Länderporträt" klang für mich nach einem guten Überblick. Auch die Bezeichnung "Die besondere Reiseführerreihe" verstärkte den Eindruck. Und nach der Lektüre des Buches bin ich mir ziemlich sicher, dass der Autor genau dies als Ziel hatte. Leider ist er (meiner Meinung nach) weit über das Ziel hinausgeschossen.


Das Buch ist in ein Vorwort, einen Prolog, einem Epilog und in zwölf Kapitel unterteilt. Letztere befassen sich mit den größten Themen, die den meisten Menschen zu Indien einfallen. Dazu gehören beispielsweise die Ehe, Mythologie und Umwelt. So weit so gut. Beim Lesen hatte ich jedoch nicht das Gefühl einer Ordnung oder einem roten Faden zu folgen. Schon im Vorwort wird unsystematisch von all den Dingen berichtet, die es nicht in das Buch geschafft haben. Die im Prolog und Epilog aufgegriffenen Themen wirken bereits recht chaotisch. Und genau so geht es weiter. Ich sehe ein, dass es sehr schwer ist, sich für bestimmte Themen zu entscheiden und diese systematisch aufzuschreiben. Der Autor hat ohne Zweifel recht, dass dieses Länderporträt (und vermutlich auch jedes andere Buch über ein ganzes Land) sehr subjektiv und bruchstückhaft ist. Dies darf aber nicht als Ausrede dafür herhalten die Bruchstücke aneinander zu Reihen, wie sie dem Autor gerade einfallen.


Leider ist mir diese Vorgehensweise ständig aufgefallen. Die meisten Kapitel beginnen mit irgendeiner konkreten Geschichte oder Momentaufnahme. Vermutlich soll dadurch das Interesse geweckt werden. Das  könnte auch funktionieren, aber danach muss es dann systematisch weitergehen. Stattdessen folgen häufig Sätze im Sinne von "Da fällt mir gerade ein ...". Das hatte zur Folge, dass ich nur an jenen Stellen gut mitgekommen bin, mit denen ich mich schon ein wenig auskannte und an denen wenig bis gar keine fremden Namen genannt worden sind. Auf fast allen anderen Seiten geht vieles durcheinander. Das sorgt für Verwirrungen und nimmt die Lust am Lesen.


Ich möchte dem Autor auf keinen Fall sein Fachwissen absprechen. Er kennt sich mit Sicherheit hervorragend mit Indien aus und hat weit mehr zu sagen, als er in diesem Buch unterbringen kann. Er scheint dabei nur leider zu vergessen, dass der Leser möglicherweise noch kaum etwas über Indien weiß. Das hat auch zur Folge, dass der Leser nicht so leicht mit indischen Namen und Orten jonglieren kann. Natürlich kann der Autor nicht dafür sorgen, dass mir die Namen bekannter vorkommen, aber er und der Verlag hätten deutlich mehr Arbeit in die Leserfreundlichkeit stecken können und müssen. Warum werden keine Infokästen eingebaut, in denen Stammbäume schematisch dargestellt werden? Warum wird keine Karte mit Markierungen abgedruckt, wenn es um Orte geht? Warum gibt es keine grafisch hervorgehobenen Bereiche, wenn eine weiterführende Geschichte zwischen den eigentlich Text geschoben wird? Und was wäre so schlimm daran gewesen hin und wieder eine einfach Zeichnung einer beschriebenen Gottheit einzufügen? Schwarz-weiße, kleine Skizzen hätten vollkommen genügt. All das hätte helfen können. Stattdessen gibt es lediglich ein kleines Glossar und eine Karte am Ende, die aber ohne direkten Bezug zum Text kaum beim Verstehen oder Merken helfen.


Insgesamt denke ich, dass dem Autor und dem Verlag Testleser mit nur geringen Kenntnissen über Indien gut tuen würden. Es sollte mehr Wert auf eine gute Struktur und auf Leserfreundlichkeit gelegt werden. Deswegen gebe ich leider nur zwei Katzen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wo der Mond auf dem Rücken schläft

Mareike Schuldt , Mark Hobert , Mareike Schuldt
Flexibler Einband: 364 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 24.11.2010
ISBN 9783931989576
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt:
Mareike ist Mitte 20, hat sich zu spät auf einen Arbeitsplatz beworben und sich deshalb für eine Rucksackreise durch Indien entschieden. In 6 Monaten bereist sie sowohl den Norden als auch den Süden, macht gute und schlechte Erfahrungen und gelangt zu vollkommen neuen Ansichten.



Meine Meinung:
Ich bin in der Göttinger Stadtbibliothek auf das Buch gestoßen. Eigentlich wollte ich als Vorbereitung auf meine eigene Indienreise ein Sachbuch über Indiens Geschichte und Kultur lesen. Stattdessen hielt ich am Ende diesen Reisebericht in den Händen.


Das Buch besteht aus Reiseberichten, die Mareike für ihre Verwandten und Bekannten in Deutschland schrieb. Doch schon während der ersten Wochen der Reise hat sich Mareike für eine Buch-Veröffentlichung entschieden. Die Idee finde ich gut - allerdings denke ich, dass es besser gewesen wäre die Reiseberichte umzuformen. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen - du die Eindrücke sind extrem auf mich eingeprasselt. Die ursprünglichen Leser hatten viel mehr Zeit zum verarbeiten des Gelesenen.


Genervt haben mich die vielen Fußnoten. Ich sehe es so: Entweder ist eine Information so wichtig oder interessant, dass sie in den Text gehört oder man lässt sie weg. Den Inhalt der Fußnoten kann man sich vor lauter Informationen sowieso nicht merken. Außerdem lernt der Leser ja nicht nur die Reise und das Land kennen, sondern auch die Autorin. Die Freunde und Bekannte werden da keine großen Schwierigkeiten gehabt haben, aber Leser des Buches müssen noch mehr kennenlernen.


Das wird dadurch erschwert, das Mareike zunächst nur wenig über sich selbst und ihr Leben in Deutschland preisgibt. Natürlich muss niemand, der einen Erfahrungsbericht schreibt, alle Details über sich selbst verraten. Aber es wäre schon schön gewesen, zu erfahren, ob sie vor Indien auch meditiert hat, ob sie bereits Motorrad fahren konnte und ob sie nun verheiratet ist oder nicht. Das alles wurde im Text vorausgesetzt, ging aber erst spät aus ihm hervor. Im Fazit, also auf den letzten zwei Seiten, hat sie dann all das verraten. Da war es jedoch schon zu spät.


Abgesehen von diesen Mankos, gefällt mir das Buch gut. Während des Lesens vieler Szenen fühlte es sich an, als wäre ich dabei. Der Stil der Autorin spricht alle Sinne an und lässt den Leser Indien riechen und schmecken. Besonders spannend finde ich die vielen Treffen mit anderen Reisenden. Dieser Austausch mit eigentlich vollkommen fremden Personen, die einen für einige Tage oder Wochen total vertraut werden, ist etwas Besonderes. Schade ist nur, dass man die meisten Personen nie wieder sehen wird - aber vermutlich würde man sich im Alltag nicht halb so gut verstehen ...


Mareike lernt nicht nur zahlreiche Menschen kennen, sie kommt auch viel herum. Damit der Leser einigermaßen mithalten kann, stehen über jedem Reisebericht die besuchten Orte und der Zeitraum. Außerdem gibt es vorne im Buch eine handgezeichnete Karte von Indien, auf der die bekanntesten Stationen eingezeichnet worden sind. Sie ist wunderschön, aber ich habe eine Anmerkung (nur für den Fall, dass jemand vom Drachenmondverlag das hier liest und gerade an der Neuauflage arbeitet): Druckt die Karte auf die erste Seite, das heißt vor das Impressum und allem anderen. Wenn möglich auf die Innenseite des Buchdeckels. So, wie es jetzt ist, dauert das hin und her blättern zu lange und reißt den Leser aus dem Lesefluss.


Jetzt kritisiere ich schon wieder, sodass die positiven Seiten zu kurz kommen. Ich nehme aus dem Buch vieles mit. Zunächst einmal bin ich sehr froh, dass mein freiwilliges halbes soziales Jahr in Bangalore (und damit im Süden) stattfindet. Der Norden (beziehungsweise die dort lebende Männerwelt) scheint doch arg anstrengend zu sein - jedenfalls für indienunerfahrene Frauen. Außerdem werde ich auf keinen Fall während des Monsuns nach Aureville fahren. Auf schimmelnde Blasen und Pilzen an den Füßen habe ich nämlich keine Lust. Wo ich dagegen einen Abstecher machen möchte, ist Mysore. Allerdings weiß ich gerade nicht mehr so genau, was ich da so toll fand. Wie gesagt, viel zu viele Eindrücke, sodass ich kaum etwas zuordnen kann. Aber ein Blick in den Reiseführer wird meine Erinnerung mir Sicherheit auffrischen.


Insgesamt finde ich es toll, dass dieses Buch über eine "normale Rucksackreise" überhaupt veröffentlicht wurde. Vor allem die großen Verlage scheinen das langweilig zu finden und sind immer auf der Suche nach Leuten, die etwas vollkommen schräges erlebt haben. Das ist natürlich auch interessant, aber ich suche nach Berichten von Austauschjahren und Rucksackreisen und finde sie meistens nur zufällig und nie bei google oder amazon. Deswegen gebe ich auch - trotz der oben beschriebenen Fehler - vier Sterne. Bei einer Neuauflage würde ich mir jedoch wünschen, das an den ein oder anderen Problemen gearbeitet wird.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

petrag guge, petra gugel

Sirrah: Eine Rebellion aus Liebe gegen das System

Petra Gugel
E-Buch Text: 213 Seiten
Erschienen bei null, 09.06.2017
ISBN B071GGGJHD
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sirrah von Petra Gugel



Veröffentlicht in: 2017
Preis: 2,99
Seitenzahl: 215 (ebook)
ASIN: B071GGGJHD


Klappentext:
In ferner Zukunft leben zwei junge Menschen auf einer matriarchalen Welt: Sirrah, Tochter einer Gutsbesitzerin, und Tihal, Sohn eines Landarbeiters. Während Sirrah alle Wege offen stehen, bleibt Tihal nur das Leben auf den Feldern. Tihal umgibt ein Geheimnis, das Sirrahs Interesse weckt. Die beiden kommen sich näher, ihre Liebe zerbricht jedoch an Sirrahs Zukunftsplänen. Als Sirrah eine Karriere bei der Raumflotte anstrebt, verlässt Tihal seine Heimat und schließt sich einer Rebellengruppe an. Zunächst verdrängt Sirrah die Ungerechtigkeit des Gesellschaftssystems und stürzt sich mit Eifer in ihre Ausbildung. Als sie jedoch herausfindet, dass Tihal die Zwangsarbeit auf einem unwirtlichen Planeten droht, schmiedet sie einen waghalsigen Fluchtplan.





Meine Meinung:

Worum es in dem Buch geht, fasst der Klappentext sehr gut zusammen. Sirrah strebt eine steile Karriere an. Den gleichen Wunsch hat auch ihr Kindheitsfreund Tihal. Da er ein Mann ist, darf er jedoch weder zur Schule gehen noch studieren. Der Grundkonflikt zwischen den Hauptpersonen ist sehr aktuell. Zwar darf in Deutschland (fast) jeder jeden Beruf anstreben, allerdings sind die Karriereziele und finanziellen Möglichkeiten trotz allem sehr unterschiedlich und stellen manch eine Beziehung auf die Probe. Diese Situation wird in dem Buch sehr schön dargestellt. Es macht Spaß mit Sirrah ihre Ziele zu verfolgen und zu schauen, wie sie mit allem umgeht. Auch ihre Familie und Freunde wirken sehr authentisch. Das alles hat bei mir genug Interesse geweckt, um mich das Buch in zwei Tagen durchlesen zu lassen.

Allerdings war ich ein oder zwei Mal kurz davor es wegzulegen, weil die Spannung in der Geschichte gefehlt hat. Das lag vor allem am Klappentext. Ich habe ihn extra wortwörtlich übernommen, damit es später nicht heißt, ich hätte etwas gespoilert. Allerdings ist das kaum möglich, denn in dem Klappentext wird alles beschrieben, bis auf das letzte Kapitels, in dem der Ausgang des Fluchtplans beschrieben wird. (Der Klappentext ist demnach eine Zusammenfassung von den ersten 200 Seiten!)Mich stören Spoiler nur selten. Ich gehöre zu den Menschen, die hin und wieder gerne mit der letzten Seite beginnen. Ich lese ein Buch nicht wegen des Endes, sondern wegen des Wegs dorthin. Das Problem ist jedoch, dass ich aufgrund des Klappentexts das Gefühl hatte, dass beispielsweise die ganze Ausbildung von Sirrah nur ein Zwischenschritt ist, der eigentlich nicht wichtig ist. Ich dachte, die richtige Geschichte beginnt erst, wenn Tihal in der Zwangsarbeit landet. Dabei passierte das erst gegen Ende. Das ist sehr schade, denn so macht der Klappentext wirklich schöne und gut durchdachte Szenen kaputt, die für den Verlauf der Handlung sehr wichtig sind. Dabei steckt in ihnen so viel Arbeit. Das ist vor allem jetzt im Nachhinein unheimlich schade, denn das Buch ist wirklich gut.

Insgesamt erscheint es mir so, als würde es entgegen des Spruchs auf dem Cover ("Eine Rebellion aus Liebe gegen das System") weder um die Liebe, noch um die Rebellion zu gehen. Stattdessen beschäftigt sich jedenfalls dieser erste Band vielmehr mit der Entwicklung einer jungen Frau, die Liebe, Karriere und ihre eigene, sich wandelnde Moral unter einem Hut bringen muss. Ihre Liebe zu Tilhal kommt dagegen nur am Anfang und Ende vor und wird als gegeben angesehen. Die Rebellion wird immer nur so weit gestreift, wie sie für Sirrahs persönliche Entwicklung wichtig ist. Die dargestellten Schnipsel der Aufstände sind stimmig und könnten sich in einem möglichen zweiten Teil weiterentwickeln. Allerdings weiß ich nicht, warum die Rebellion wegen der Liebe stattfinden soll. Im Großen scheint jeder Mann für seine eigenen Rechte zu kämpfen. (Von unterstützenden Frauen habe ich jedenfalls nichts gelesen.) Und Sirrah rebelliert überhaupt nicht. Sie versucht lediglich die Person zu retten, die sie liebt. Das tut sie aber (noch) nicht, um etwas im System zu ändern. Das finde ich absolut nicht schlimm. Die Geschichte ist toll, wie sie ist. Es muss nicht immer um die Anführer der Rebellion, Action und Gewalt gehen. Im Gegenteil: Ich finde diese Sichtweise wahnsinnig spannend. Sie passt nur nicht so ganz zu diesem Spruch auf dem Cover.

Weg vom Cover und zurück zu Sirrahs Umgebung. Sirrahs Welt könnt ihr euch wie eine Mischung aus historischer Fantasy und Science Fiction vorstellen. Das hat einen gewissen Charme, obwohl es mir manchmal nicht ganz logisch erscheint. Das kann ich jedoch nicht Beurteilen, weil zu wenig über die Entwicklung der Menschen auf diesem Planeten bekannt ist. Dadurch komme ich jetzt allerdings auf die einzige Sache, die mir gar nicht gefallen hat: die Begründung für die Herrschaft der Frauen. Im Buch wird es erstmal so dargestellt, als wäre alles umgekehrt. Die größten Klischees über Frauen, treffen hier also auf die Männer zu und umgekehrt. Begründet wird das mit von Männern provozierten Unruhen, die einst auf den Raumschiffen stattfanden, die die Menschen nach einigen Jahrhunderten Fahrtzeit auf den Planeten gebracht haben. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber mich überzeugt das einfach nicht. So eine Unterdrückung braucht normalerweise einen etwas besseren Grund. Damit will ich nicht sagen, dass beispielsweise die Unterdrückung von Frauen in vielen Religionen und Kulturen gerecht oder richtig ist. Allerdings hat sich das aus einer Zeit (Steinzeit etc.) heraus entwickelt, in der diese Rollenverteilung nun mal notwendig war. Das ist keine Rechtfertigung an veralteten und mittlerweile sinnlosen Modellen festzuhalten, aber eine Erklärung dafür, wie dieses Denken über viele Jahrhunderte entstanden ist. Natürlich kann das auch schneller gehen, aber da braucht es, meiner Meinung nach, einfach mehr für.
Außerdem finde ich es auch nicht so spannend, wenn einfach alles umgedreht ist. Die Geschichte bleibt dann schließlich die gleiche. Ich hätte es viel interessanter gefunden, wenn sich etwas mehr geändert hätte. Vielleicht hätten die Menschen nach der Ankunft auf dem Planeten viele körperliche Arbeiter gebraucht, um die Wälder zu fällen und Felder zu bauen. Und da Männer dafür körperlich besser geeignet sind, war das ihre Aufgabe, während sich die Frauen, um die Verwaltung und alle anderen Kopfaufgaben gekümmert haben. Als dann die körperliche Arbeit dank der Technologien teilweise wegfiel, haben sich die Männer um den Haushalt und die Kinder gekümmert.
Das ist jetzt nur so eine spontane Idee, die einigermaßen in die Welt passt, aber mit Sicherheit auch ihre Probleme und Logikfehler mit sich bringt. Ich hätte mir jedenfalls mehr Informationen und einen etwas logischeren Hintergrund gewünscht. Außerdem hätte mit einer paar mehr Ecken und Kanten einfach viel mehr aus dieser Idee gemacht werden können.

Letzen Endes spielt dieser Hintergrund jedoch bis jetzt noch keine eigene Rolle. Das könnte aber natürlich im Verlauf der Rebellion noch wichtig werden. Ich bin wirklich neugierig, wie Petra Gugel das umsetzt und ob sie vielleicht noch mehr Ideen für einen möglichen zweiten Teil aufgehoben hat.

Weg von der Kritik zu einem weiteren positiven Punkt: Von der ersten bis zur letzten Seite lässt sich das Buch gut lesen. Der Stil ist gleichmäßig und enthält so gut wie keine Stolperfallen. Auch Tippfehler sind mir nur zwei oder drei aufgefallen. Die Worte bringen immer klar auf den Punkt, worum es geht, sodass man beispielsweise sehr schnell einen guten Überblick über die relevanten Räumlichkeiten und Personen bekommt.

Insgesamt gefallen mir die Charaktere und die Welt ebenso gut wie die etwas ruhigere Sicht auf die Rebellion von Sirrah. Lediglich die Begründung für den Ist-Zustand der Welt, war nicht mein Fall. Da der allerdings nicht allzu wichtig ist, gebe ich gerade noch 4 von 5 Katzen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

detektive, detektive & krimis, geheimnis, geschichte, jugendbuch, kinderbuch

Die Zeitdetektive - Francis Drake, Pirat der Königin

Fabian Lenk , Almud Kunert
Fester Einband: 157 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 13.01.2009
ISBN 9783473345335
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Die Zeitdetektive (Kim, Leon und Julian) fragen sich, wie der Pirat Francis Drake eines seiner berühmtesten Abenteuer meistern konnte. Kurzerhand entscheiden sie sich selbst auf dem Schiff vorbeizuschauen. Dort wartet bereits ein neuer Fall auf sie.


Meine Meinung:
Ich habe keine Kinder und bin, obwohl ich derzeit die jüngste Lesekatze bin, mit meinen 21 Jahren eigentlich ein wenig zu alt für Kinderbücher, die Lesern ab 9 Jahren empfohlen werden. Diese Serie ist jedoch etwas Besonderes. Ich habe sie als Kind nahezu verschlungen. Ab Band zwölf habe ich jedoch aufgehört sie zu sammeln, weil ich dann doch die lieber die historischen Romane für Erwachsenen gelesen habe. Als ich vor einigen Wochen bei einem Bücherverkauf der Bibliothek war, habe ich die Serie neu entdeckt, und musste mir einfach ein paar Fortsetzungen kaufen.

So, jetzt wisst ihr, warum ich das Buch gelesen habe und rezensiere. Natürlich ist es etwas schwierig für mich herauszufinden, ob das Buch wirklich kindgerecht ist etc., aber ich gebe mein Bestes. Deswegen fange ich jetzt direkt mit dem Inhalt an. Wie immer bei den Zeitdetektiven beginnt die Geschichte in der Gegenwart. Eine Ruderbootfahrt bringt die drei Kinder auf das Thema Piraten und zu der Frage, wie Francis Drake, die Cacafuego überfallen konnte, ohne jemanden ernsthaft zu verletzen. Das Thema hat Fabian Lenk sehr geschickt gewählt. Viele Kinder lieben Piratengeschichten und er hat es geschafft eines der wenigen historischen Ereignisse auszusuchen, das mit sehr wenig Blutvergießen auskam. Außerdem war tatsächlich ein Teenager mit an Bord, sodass sich Fabian Lenk keinen Freund ausdenken musste, sondern auf eine historische Person zurückgreifen konnte. Man merkt auf jeden Fall, das hinter der Geschichte eine gute Recherche und viele Überlegungen stehen.

Sprachlich finde ich das Buch nicht ganz so gelungen wie die Story an sich. Die Sätze sind - dem Alter entsprechend - sehr einfach gehalten. Es gibt auch immer mal wieder Einwürfe aus der Jugendsprache. Das wirkt auf einem Piratenschiff ein wenig komisch, stört mich aber nicht. Junge Leser sollen sich schließlich auch mit der Sprache identifizieren können. Ein wenig anstrengend ist es jedoch, dass recht viele Begriffe eingestreut werden, die Kinder nicht kennen können. Und auch mich haben sie immer ein wenig aus den Lesefluss gerissen, obwohl ich die Bedeutungen kannte. Sie werden ausnahmslos hinten im Glossar erklärt. Es ist also nicht so, dass man erst ein Wörterbuch raussuchen oder einen PC anmachen muss, aber trotzdem finde ich das recht nervig. Und ich erinnere mich daran, dass mich das früher auch schon gestört hat. Es wäre einfach schön, wenn ein paar mehr von diesen Begriffen, direkt im Text erklärt werden würden.

Deutlich besser gelungen sind aus meiner Sicht die Charaktere, die sich seit dem ersten Band treu bleiben. Sie sind ein wenig klischeehaft (ein dickköpfiges bzw. starkes Mädchen, ein schlauer Junge als Anführer und ein sportlicher/ geschickter Junge), aber da gibt es schlimmeres. So werden jedenfalls die meisten Kinder angesprochen. Was diesmal ein Problem dargestellt hat, ist die Tatsache, dass Kim ein Mädchen ist. Natürlich möchte ich Mädchen nicht aus solchen Abenteuern aussperren, aber auf sein Schiff hätte Drake bestimmt kein Mädchen mit genommen - und schon gar nicht ohne Diskussionen. Ich hätte es nicht schlimm gefunden, wenn schnell eine einfache (und nicht unbedingt historisch korrekte) Lösung gefunden worden wäre. Allerdings wurde die Problematik vollkommen ignoriert, was ich etwas zu einfach finde.
Die anderen Charaktere wurden alle auf ihr Wesentliches (und auf ihre kinderfreundlichste Seite) beschränkt. Drake ist sehr bestimmend, aber auch fair. Er verlässt sich vollkommen auf Diego, der immer hinter ihm steht, wie es möglicherweise auch wirklich war. Dadurch gewinnen Kinder einen Eindruck von den historischen Personen, ohne dass sie überfordert und mit Informationen erschlagen werden.

Genau dieses Ziel wurde auch mit dem kleinen Geschichtsabschnitt ganz am Ende des Buches verfolgt. Der liest sich naturgemäß etwas schwerer. Allerdings hat Fabian Lenk sich hier auf die wichtigsten Fakten und größtenteils auf den Inhalt des Buches beschränkt, sodass Kinder die ganze Zeit etwas wiederfinden, dass sie schon wissen. Außerdem können sie am Ende feststellen, was sich der Autor ausgedacht hat und was Realität war. Das verspricht gut Geschichtsnoten. ;)

Insgesamt hat mir der Band sehr gut gefallen. Ich wünsche mir, dass noch sehr viele Kinder diese Serie für sich entdecken. Von mir gibt es 4 von 5 Lesekatzen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

app, beziehungen, frauenroman, köln, körpertausch, rhein, sci-fi, technologie, utopi

SO SEIN WIE SIE

Juliane Ungaenz
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Juliane Ungaenz, 01.01.2015
ISBN 9783000494734
Genre: Sonstiges

Rezension:

Verlag: Selbstverlag
Preis: 9,99 €
Seiten: 200 (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-00-049473-4


Inhalt:
In dem Roman "So sein wie sie" geht es um Klara. Sie ist Mitte 30 und unzufrieden mit ihrem Leben. Eine Freundin zeigt ihr Experimore. Dabei handelt es sich um eine Erfindung, mit der eine Frau eine Zeit lang den Körper einer anderen Frau steuern kann. Am Anfang klingt das nach einem tollen Zeitvertreib. Doch nach und nach tauchen immer mehr Probleme, Ungereimtheiten und unmoralische Verhaltensweisen auf.

Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch schon vor einigen Wochen bei einer Buchverlosung auf Lovelybooks gewonnen. Beworben hatte ich mich, weil ich das Thema spannend klang. Aufgrund des Werbetextes auf Lovelybooks und den Verweis auf die "moderne Wissenschaft" bin ich eher davon ausgegangen, es ging um ein "Leben im PC". Und nicht, um den echten Austausch von Körpern gegen Geld. Außerdem dachte ich, dass es um die wissenschaftlichen Möglichkeiten, verschiedene Lebensweise und die moralischen Konsequenzen gehen würde.


So viel zu meinen Erwartungen. Leider wurden sie kaum erfüllt. Wenn ich nicht irgendwas ganz wesentliches in den Nachrichten übersehen habe, geht es nicht um Wissenschaft, sondern um reine Fiktion. Ich mag Fantasy und Science Fiction, wenn sie von Autoren geschrieben werden, die wirklich Ahnung von den angesprochenen Themen haben und es trotzdem schaffen ihre Idee für technisch Unbegabte zu erklären. Das ist hier aber nicht der Fall. Der Hintergrund wird mit der Begründung ignoriert, dass Klara es selbst nicht weiß.


Inhaltlich geht es beim Körpertausch vor allem um Sex. Bin ich naiv, wenn ich denke, dass man auch viele andere Dinge im Körper einer anderen erleben könnte? Die Idee, dass dieses Verhalten eventuell alles andere als treu oder den Partnern gegenüber fair ist, kommt Klara erst sehr spät. Aber was soll's, ihren Freund mag sie ja nicht wirklich, obwohl er sie über alles liebt.


Nach und nach nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Klara wird immer neugieriger, versucht immer mehr herauszufinden. Nur leider verstehe die ganzen Zusammenhänge nicht so richtig. Das Verhalten der meisten Charaktere erscheint mir unlogisch. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr. Das Buch lag viel zu lange nur herum. Jetzt habe ich es endlich zu Ende gelesen, wobei ich  recht viele Passagen nur überflogen habe. Auch der Schreibstil konnte mich nicht fesseln.


Es tut mir sehr leid, dass das Buch nicht mein Fall ist, da ich die Autorin sehr sympathisch finde. Sie hat beispielsweise die Bücher auf eine wirklich schöne Art signiert. Aber hier geht es nun mal, um die Bewertung des Buches und nicht der Autorin ...


Eine Szene, die mir ganz gut gefallen hat, ist das Ende. Allerdings möchte ich dazu natürlich nichts verraten.


Insgesamt:
Die Grundidee gefällt mir ebenso wie das Ende. Die Umsetzung ist jedoch nicht meins. Deswegen gebe ich leider nur zwei Katzen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"tod":w=1,"mörder":w=1,"erwachsen werden":w=1,"gothic":w=1,"cedric":w=1,"trauer bewältigen":w=1

Retrum

Francesc Miralles , Esther Fischer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 08.07.2013
ISBN 9783407744241
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Vier Freunde verbindet eine Leidenschaft:
Das Spiel mit dem Tod.
Doch das Spiel wird zur Gefahr …
und dann holt der Tod sie ein.
Was als Spaß begann, endet tödlich.

Inhalt:
Christian ist nach dem Tod seines Bruders zum Einzelgänger geworden. In der Schule interessiert ihn keiner seiner Mitschüler. Doch auf einem Friedhof begegnet er einem jungen und zwei Mädchen, die ihn zunächst nur anpöbeln, dann aber eine Mutprobe vorschlagen.

Meine Meinung:
Das Buch ist in der Ich-Form aus der Sicht von Christian geschrieben. Leider habe ich trotzdem sehr viele Seiten gebraucht, um wirklich zu verstehen, in wessen Kopf ich mich gerade befinde. Das liegt unter anderem an dem langen Rückblick am Anfang. Bis zum Ende des Buches verstehe ich Christian nicht. Das gleiche gilt leider auch für alle anderen Charaktere. Für mich sind alle nur Schatten, die das machen, was sie für den Verlauf der Geschichte nun einmal tuen müssen. Richtige Charaktere zum Mitfühlen habe ich (für mich) keine entdeckt. Dadurch konnte ich auch die meisten Entscheidungen nicht nachvollziehen.
Trotzdem ist der Schreibstil ganz gut, sodass ich die meiste Zeit neugierig auf weitere Informationen war. Am Ende wird es sogar richtig spannend. Allerdings las sich die Geschichte von dort an eher wie ein Krimi. Auf dessen Verlauf bekommt der Leser durch die Zitate vor jedem Kapitel schon kleine Hinweise. Die Zitate sind teilweise wirklich schön ausgewählt. Aber sie sind viel zu viel. Jedes Kapitel endet nach 3 bis 5 Seiten und das nächste wird mit einem neuen Zitat eingeleitet. Das hat mich aus meinem Lesefluss gerissen.
Das Cover des Buches finde ich wirklich schön gemacht. Es ist auch mal etwas anderes, dass die Seitenränder schwarz sind. So wird das Thema Tod nochmal aufgegriffen. Aber leider gab es auch hiervon zu viel des Guten. Ich habe vor der Entscheidung für das Buch eine Inhaltsangabe gelesen, die meiner selbst geschriebenen oben ähnelt. Auf der Rückseite des Buches steht aber der ganz oben zitierte Klappentext. Von da an hatte ich das Gefühl der Autor will einen Weltrekord aufstellen: die häufigste Verwendung der Worte Tod, tot und sterben in einem Buch. Ich habe nichts gegen das Thema, aber manchmal ist weniger einfach mehr. Denn so konnte ich es sehr früh nicht mehr ernst nehmen.
Insgesamt:
Das Buch war leider nicht mein Fall. Allerdings muss ich sowohl dem Autor als auch dem Verlag zu Gute halten, dass das Buch sehr aufwendig geschrieben und gestaltet worden ist. Tipp-Fehler habe ich keine gefunden und die Idee ist auch mal etwas anderes. Außerdem habe ich trotz der genannten Kritikpunkte gespannt auf die weiteren Geschehnisse gewartet. Deswegegen vergebe ich ganz knapp:

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(135)

363 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

"dystopie":w=5,"endgame":w=5,"james frey":w=4,"aliens":w=3,"spieler":w=3,"die auserwählten":w=3,"jugendbuch":w=2,"action":w=2,"rätsel":w=2,"apokalypse":w=2,"weltuntergang":w=2,"wettkampf":w=2,"endgame - die auserwählten":w=2,"liebe":w=1,"fantasy":w=1

Endgame. Die Auserwählten

James Frey , Katrin Steigenberger
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 14.10.2016
ISBN 9783841504531
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:Endgame beginnt mit dem Einschlag von 12 Meteoriten, woraufhin 12 auserwählte Spieler einen Kampf auf Leben und Tod starten. Jeder von Ihnen möchte sich selbst und sein Geschlecht vor dem Weltuntergang bewahren. Welche der 12 vollkommen verschiedenen Persönlichkeiten wird sich durchsetzen? Und was steckt wirklich hinter Endgame?








Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch schon ziemlich lange im Blick, es aber trotzdem bis jetzt nicht gelesen, weil so viel für das Rätsel und die App geworben worden ist. Vom Inhalt habe ich dagegen kaum etwas erfahren. Deswegen habe ich diesem nicht besonders viel zugetraut.
Nun habe ich es endlich gelesen – und bin begeistert. Schon das Vorwort baut Spannung auf. Mich hat es ein bisschen an Hungergames erinnert. Allerdings schreibt James Frey abwechselnd aus der Sicht aller Spieler. Das sorgt dafür, dass man bei sehr vielen Begegnungen nicht weiß, zu wem man halten soll. Eine Hauptperson kristallisiert sich trotzdem nach und nach heraus. Mal sehen, ob sich der Blickwinkel in den Folgebänden noch einmal verschiebt.
In erster Linie begeistert mich jedoch die Sprache. Das Buch hat zwar über 500 Seiten, ist aber groß geschrieben und beinhaltet viele freie Seiten und Zeilen. James Frey braucht nur sehr wenige Worte, um eine Szene, eine Person, einen Gedanken niederzuschreiben. Das liegt zweifellos an seinem sehr klaren Sprachstil. Er kommt mit wenigen Worten genau auf dem Punkt. Außerdem sind alle Charaktere und Handlungsorte sehr gut ausgearbeitet und recherchiert. Ich habe das Gefühl alle 13 Personen zu kennen und auch die Zusammenhänge der Handlungen verstanden zu haben. Ich musste nur sehr selten kurz zurückblättern, sodass mein Lesefluss weitestgehend ungestört blieb.
Das einzige, was mich ein wenig genervt hat, sind die Zahlen: Eine Person ist beispielsweise „seit 7,23456“ Tagen 13 Jahre alt. Außerdem wird ständig zwischen Meter, Fuß und anderen Maßeinheiten hin und her gewechselt. Ich vermute, dass diese Zahlen zum Rätsel gehören. Sicher bin ich jedoch nicht, da ich nicht versucht habe, es zu lösen. Vielleicht habe ich irgendwann in der Zukunft Lust darauf. Man merkt dem Buch jedoch an, dass sich die Hersteller sehr viel Mühe mit den Hinweisen gegeben haben. Die Bilder passen zwar meistens nicht direkt zum Text, tragen aber dennoch zur Spannung und Atmosphäre bei. Überhaupt ist das Buch sehr schön gestaltet. So hat beispielsweise jeder Spieler ein eigenes Symbol, das über jedem Kapitel, in dem er vorkommt, abgedruckt worden ist.
Trotz allem bin ich etwas skeptisch, was das Ende angeht. Schon in Band 1 gab es einige Stellen, an denen die Logik ein klein wenig überstrapaziert worden ist. Und Geschichten aufzulösen, in denen philosophische Fragen, wie der Beginn der Menschheit, eine Rolle spielen, ist bekanntlich schwer bis unmöglich. Ich werde mir Band 2 und 3 aber trotzdem durchlesen, denn ich möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Vielleicht überrascht mich James Frey ja erneut so positiv wie in Band 1.
Insgesamt:
Wenn Du das Prinzip von Hungergames und ähnlichen Geschichten magst, mit relativ brutalen Szenen umgehen kannst und vielleicht sogar ein Fan von Mysterien und der Frage nach dem Anfang und Ende der Welt bist, ist Endgame genau das richtige Buch für Dich.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2.167)

2.795 Bibliotheken, 23 Leser, 7 Gruppen, 69 Rezensionen

"japan":w=87,"geisha":w=55,"liebe":w=49,"kultur":w=19,"schicksal":w=17,"roman":w=10,"asien":w=10,"arthur golden":w=10,"frauen":w=9,"historischer roman":w=9,"kyoto":w=9,"krieg":w=8,"2. weltkrieg":w=7,"lebensgeschichte":w=7,"historisch":w=6

Die Geisha

Arthur Golden ,
Flexibler Einband: 572 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (TB), 05.12.2005
ISBN 9783442735228
Genre: Historische Romane

Rezension:



Inhalt:

Chiyo wächst in einfachen Verhältnissen in Japan auf. Trotzdem ist sie glücklich. Das ändert sich schlagartig, als ihre Mutter schwer erkrankt. Da ihr Vater schon sehr alt ist und sich nicht um Chiyo und ihre ältere Schwester kümmern kann, verkauft er sie an ein Geisha-Haus in der Stadt Kyoto. Dort muss das kleine Mädchen so einiges verkraften: Sie wird von ihrer gesamten Familie getrennt, lebt zum ersten Mal in einer Stadt mit Autos und nun soll sie auch noch eine Geisha werden. Die Tatsache, dass die einzige ausgebildete Geisha des Hauses sie quält, verschlimmert ihr Unglück noch weiter.



Meine Meinung:

Ich bin auf dieses Hörbuch gestoßen, weil ich mich für asiatische Kulturen interessiere. Über Japan weiß ich trotzdem fast nichts. Das Hörbuch kam mir beim Kauf deshalb ideal vor, um in eine vollkommen neue und spannende Welt einzutauchen. Und genau diese Erwartung hat es auch erfüllt.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Chiyo im mittleren Alter erzählt. Das ist eine kluge Entscheidung des Autors gewesen: Auf der einen Seite sorgt der personale Erzähler dafür, dass der Hörer wunderbar mit dem heranwachsenden Mädchen mitfühlen kann. Andererseits kann das spätere Ich aber auch Dinge erklären, die die junge Chiyo noch nicht weiß. Ohne diese Hinweise wäre es für einen Zuhörer, der sich nicht mit japanischen Traditionen auskennt, sehr schwer irgendetwas zu verstehen. Meiner Meinung nach ist die Mischung sehr gut gelungen. Die gleichmäßig eingestreuten Informationen wirken außergewöhnlich real und authentisch. Beim Hören dachte ich, dass es sich tatsächlich um eine japanische Autorin oder wenigstens um eine wahre Geschichte handelt. Ich war ziemlich erstaunt, als ich im Nachhinein erfahren habe, dass dem nicht so ist. Lediglich eine eigentlich sehr unwichtige und nur am Ende vorkommende Person gab es in der Realität. Sie war vermutlich die Inspiration für den ganzen Roman. Unbestreitbar ist jedoch, dass Arthur Golden sehr viel Energie in die Recherche gesteckt hat, um einen überzeugenden Plot mit vielen Details zu erarbeiten.

Aber worum geht es genau? Das ist schwer zusammenzufassen, da die Geschichte beinahe Chiyos gesamtes Leben abdeckt. Ich versuche mal die wichtigsten Themen zu erwähnen ohne zu viel zu verraten: Am Anfang geht es um ein kleines Mädchen, um ihr Leben, ihre Wünsche, ihre Hoffnungen und ihren Blick auf die Welt. Später geht es um die verzweifelte Sehnsucht nach Vertrautem. Doch Chiyo entwickelt sich, beginnt zu wissen, was sie will. Von da an bildet die Ausbildung zur Geisha den Mittelpunkt der Geschichte. Auch der zweite Weltkrieg wird thematisiert, wobei sich an dieser Stelle Chiyos Blickwinkel (und damit auch der des Lesers) von ihrer eigenen kleinen Welt auf die gesamte Geisha-Tradition und weitere Japaner erweitert. Und natürlich handelt der Roman auch von einer Liebesgeschichte. Diese hat mir nicht so gut gefallen. Allerdings passt sie sowohl zu Chiyo als auch zu der Umgebung.

Allein durch diese kurze Beschreibung wird schon deutlich, in wie viele Themen sich der Autor intensiv einarbeiten musste. Dieses ganze Wissen hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass das Hörbuch so lang geworden ist. Die Geschichte wurde jedoch nie langweilig, sodass ich sie sehr schnell durchgehört habe. Das lag mit Sicherheit auch an Elena Wilms, die fantastisch vorliest. Ich habe ihr die Rolle zu 100 % abgenommen.

Insgesamt bin ich von diesem Hörbuch begeistert. Ich würde es jedoch nicht jedem empfehlen. Du solltest auf jeden Fall Interesse für die neuere japanische Geschichte und für japanische Traditionen mitbringen. Ansonsten wirst Du Dich vermutlich langweilen. Und Du solltest Dich für die Lebensgeschichte und den Charakter einer Person begeistern können und dich nicht daran stören, dass sehr früh klar wird, wie der Roman weitergeht und endet. Wenn diese Punkte auf Dich zutreffen, solltest Du Dir das Hörbuch auf jeden Fall anhören (oder das Buch lesen).

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(261)

484 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

"magersucht":w=30,"essstörung":w=10,"jugendbuch":w=7,"essen":w=7,"freundschaft":w=6,"mädchen":w=5,"christine fehér":w=5,"liebe":w=4,"drama":w=4,"sucht":w=4,"klinik":w=4,"hunger":w=3,"pubertät":w=3,"problem":w=3,"essstörungen":w=3

Dann bin ich eben weg

Christine Fehér
Flexibler Einband: 186 Seiten
Erschienen bei cbt, 05.10.2005
ISBN 9783570301708
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Sina ist ein ganz normales Mädchen, das ein glückliches Leben führt. So lange bis sie plötzlich nicht mehr in die enge Jeans ihrer besten Freundin passt. Gleichzeitig beginnen Verwandte sich über sie lustig zu machen. Sina beschließt abzunehmen. Am Anfang klappt alles nach Plan - sogar ihr Schwarm beachtet sie plötzlich. Doch dann gerät das Kalorienzählen außer Kontrolle. Schließlich ist sogar ihr Leben in Gefahr.


Spoiler-Warnung:

Ich verrate in dieser Rezension das grobe Ende des Buches (ohne Details). Ich denke nicht, dass dieses Wissen, irgendetwas beim Lesen kaputt macht, zumal man sich die Richtung, in die das Buch geht, sehr schnell denken kann. Es geht um die einzelnen Szenen und die Entwicklung an sich und nicht um die letzten Sätzen. Wer trotzdem lieber im ungewissen bleiben möchte, sollte diese Rezension lieber nicht lesen.

Meine Meinung:

Themenbücher wie dieses hier sind, meiner Meinung nach, wirklich schwer zu bewerten. Es spielt hier noch stärker als sonst hinein, was man eigentlich gesucht hat: Einfach nur einen Roman, der in der Realität spielt, ein Selbsthilfebuch in Romanform, eine Hauptfigur zum identifizieren ... Ich habe keinen Bezug zu Magersucht. Stattdessen wollte ich einfach mal in dieses Genre reinschnuppern. In der Bibliothek habe ich dann dieses Buch entdeckt, dessen Schreibstil mir beim reinlesen gefallen hat.

Neben dem Schreibstil ist mir beim ersten Durchblättern noch etwas anderes aufgefallen: Jedes Kapitel beginnt mit einer List aller an diesem Tag gegessenen Lebensmittel. Jeder Tag ein Beispiel für viele Tage, die Sina zu dieser Zeit durchmacht. Dadurch enthält jede Liste eine wichtige Aussage. Teilweise wird auf die einzelnen Lebensmittel auch nochmal in den Kapiteln selbst eingegangen. Die nüchterne Aussage, dass Sina eine Pizza gegessen  hat, wirkt auf den ersten Blick wie ein gutes Zeichen. Interessant ist jedoch, wie sie sie gegessen hat und wie sie psychisch damit umging. Diese Idee gefällt mir sehr gut.

Schön ist ebenfalls Sinas Charakterentwicklung. Das Buch beginnt mit Sinas Idee abzunehmen und endet mit ihrer Genesung von der Magersucht. Am Ende ist sie ein anderer Mensch. Im Laufe der Magersucht wird deutlich, dass gewisse Veranlagungen zu einer solchen Krankheit die ganze Zeit da waren. Diese sind jedoch nicht in Stein gemeißelt. Sina arbeitet daran und zeigt dadurch, dass es auch andere Mädchen (und Jungen!) schaffen können.
Die anderen Charaktere verändern sich dagegen kaum. Nur ihre Beziehung zu Sina ändert sich. Das finde ich einen interessanten Ansatz, der auch zur Aussage des Buches passt. Sinas Therapeutin sagt an einer Stelle sinngemäß, dass Sina nicht ihre Mutter, aber ihre eigenen Reaktionen verändern könnte. Wer das wirklich erkennt und umsetzt, wird vermutlich nicht nur gegen die Magersucht gewinnen, sondern auch insgesamt ein glücklicheres Leben führen. Aber das schreibt sich leider nur so einfach ...

Eine Gefahr bei solchen Themenbüchern ist natürlich, dass jugendliche Leser genau die falsche Aussage mitnehmen. Das heißt, dass sie keine Hilfe, sondern eine Anleitung in die Magersucht finden. Wer nur den Anfang liest, dem könnte genau das passieren. Es ist unheimlich gut beschrieben, wie Sina ihre ersten Erfolge beim Abnehmen "feiert" (wirklich glücklich ist sie nicht) und wie sie sie erreicht. So nimmt sie das Hungergefühl schnell als Erfolg war. Hunger bedeutet, sie ist stark geblieben. Das könnte man auf den ersten Blick möglicherweise wirklich als "vorbildlich" empfinden.

Aber dann tauchen die schrecklichen Seiten der Magersucht auf. Und während Sina noch zu krank ist, um das zu begreifen, bemerkt der Leser zwangsweise in was für eine Lage sie sich selbst gebracht hat. Magersucht ist lebensgefährlich. Gleichzeitig kann sich der Leser sehr gut mit Sina identifizieren und möchte selbstverständlich nicht das sie stirbt. Und ich glaube, dass diese doppelte Sicht (Sinas Perspektive, in die man sich hineinversetzen kann, und der eigene gesunde Menschenverstand, mit dem man die Geschichte liest) dafür sorgt, dass betroffene Leser/Innen Motivation und einen Weg hinaus finden. Aber sicher weiß ich das natürlich nicht.

Was ich jedoch sicher weiß, ist das die Autorin sehr einfühlsam und geschickt mit den Gefühlen von Sina umgeht. Ich konnte Magersucht nie nachvollziehen. Und kann es auch jetzt nicht wirklich. Wenn ich ehrlich bin, fehlt mir vermutlich auch die Geduld. Dennoch hatte ich dank diesem Buch zum ersten Mal das Gefühl wenigstens ein klein wenig Ahnung zu bekommen und mit einer betroffenen Person mitfühlen zu können. Natürlich ist das in einem Roman einfacher als in der echten Welt. Aber vielleicht helfen solche Bücher, das ich (und andere Leser) generell ein klein wenig mehr Verständnis für die Mitmenschen bekommen und ein bisschen einfühlsamer werde. Wenn ein Buch das schafft, erreicht es meiner Meinung nach sehr viel.

Insgesamt:
Das Buch ist wirklich schön geschrieben und für jeden geeignet, der entweder ein konkretes Interesse an Magersucht hat oder gerne Romane liest, die auf wahren Tatsachen beruhen. Aus meiner Sicht verdient "Dann bin ich eben weg" 5 von 5 Katzen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(158)

301 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 127 Rezensionen

"liebe":w=25,"verlag":w=12,"autor":w=11,"lesereise":w=7,"humor":w=5,"familie":w=4,"lyx":w=4,"roman":w=3,"liebesroman":w=3,"liebesgeschichte":w=3,"pflegefamilie":w=3,"kristina günak":w=3,"vergangenheit":w=2,"romantik":w=2,"vertrauen":w=2

Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt

Kristina Günak
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei LYX, 24.04.2017
ISBN 9783736304659
Genre: Liebesromane

Rezension:


Vorweg:
Ich habe das Buch für eine Leserunde gewonnen, was aber natürlich nicht meine Meinung beeinflusst.


Inhalt:
Ein Verlag steht kurz vor dem finanziellen Ruin. Retten kann ihn nur ein ziemlich anstrengender Beststeller-Autor, indem er einen Preis gewinnt. Die Verlagsmitarbeiterin Bea muss dafür sorgen, dass genug Leser ihn und sein Buch ins Herz schließen und für ihn abstimmen.


Meine Meinung:
Ich fange ausnahmsweise mal mit den Sternen an. Ich habe nach der Lektüre des Buches lange hin und her überlegt ob ich 4 oder 5 Sterne gebe. Inhaltlich gab es kaum eine Wendung, die mich überrascht hat. Und große Literatur kann man dieses Büchlein auch nicht nennen. Aber das habe ich ja auch nicht gewollt. Das Buch ist eine lockere Lektüre für den Strand oder für einen freien Tag. Es ist (meiner Ansicht nach) genau das, was Cover und Inhaltsangabe vermuten lassen. Und ich habe es sehr gerne gelesen. Ich habe gelacht und geweint. Ich mag die Protagonistin sehr und finde es schön, dass sich die Feinheiten von dem unterscheiden, was ich sonst so in dieser Richtung lese. Außerdem mag ich die Welt in der die Geschichte spielt. Und deshalb gebe ich 5 Sterne. 


Für wen ist das Buch geeignet:
Wenn Du eine lockere Liebesgeschichte lesen möchtest, die auch einige ernste Hintergründe zu bieten hat, dann ist dieser Roman der richtige für Dich. Der Schreibstil ist sehr locker und die kleinen Sprüche sorgen immer wieder für einen Lachanfall. Das muss man mögen. Spannung solltest Du dagegen nicht erwarten. (Was nicht negativ gemeint ist. Aber auch das muss man halt mögen.)


Ich selbst habe das Buch schon vor etwas mehr als zwei Wochen bekommen. Ich habe es aber erst jetzt gelesen, obwohl die Leserunde schon begonnen hatte. Für so eine Geschichte brauche ich einfach den richtigen Moment. Ich muss Lust dazu haben. Ansonsten hätte sie mich vermutlich gelangweilt. Aber jetzt, ist die Geschichte für mich perfekt und ich empfehle sie sehr gerne weiter.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

17 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

cross cult, doctorwho, doctor who, douglas adam, fernsehserie, grossbritannien, james goss, k-9, kult, piraten, planeten, popkultur, rezension, romana, science fiction

Doctor Who

Douglas Adams
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 30.01.2017
ISBN 9783959811804
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Inhalt:
Dr. Who und seine neue Assistentin Romana müssen den zweiten Schlüssel der Zeit finden. Dabei landen sie versehentlich auf einem falschen Planet. Zum Glück für seinen Bewohner - und wie sich bald herausstellt auch für viele weitere Menschen. Denn auf diesem Planeten gibt es zwar einerseits viel Wohlstand andererseits aber auch wenig zu Essen und einen skrupellosen Regenten.


Meine Meinung:
Vor diesem Buch hatte ich keine Ahnung von Dr. Who. Ich wollte diese Wissenslücke aber schon länger schließen, weshalb mit die Leserunde zu diesem Buch sehr entgegenkam. Das Problem ist allerdings, dass ich noch immer nicht wirklich etwas von der Welt des Doktors verstehe - weder von jener in den Geschichten, noch die Vielfalt der Bücher und Serien. Aber okay. Das muss ja nicht nach einem Roman klar werden. ;)


Insgesamt erscheint mir das ganze Buch eher wie eine Parodie auf Science Fiction auf typische Fantasy-Welten. Der Doktor und auch der Bösewicht sind dermaßen überzogen, dass es einfach nur noch komisch ist. Das hat mich mehrfach schmunzeln lassen, aber auch dafür gesorgt, dass sich die Spannung in Grenzen hielt. Denn wenn der Doktor alles auf die leichte Schulter nimmt, warum sollte ich dann angespannt sein?


Stilistisch fällt das Buch auf jeden Fall auf. Ich habe meinem Freund eine lustige Stelle vorgelesen und er meinte nur "Oh man, ist das alles so anstrengend und unverständlich geschrieben." Ich dagegen mochte den Schreibstil sehr gern, auch wenn er mich an einigen Stellen etwas irritiert hat.


Die Welt habe ich - wie eingangs schon erwähnt - nicht durchblickt. Ich frage mich, ob der Leser das alles gar nicht verstehen soll, ich zu blöd bin (was in Sachen Naturwissenschaften gut möglich ist) oder ob der Autor selbst nicht so genau weiß, worum es eigentlich geht. Ich setze auf ersteres. Aber eigentlich ist das auch egal, da technische Beschreibungen nur begrenzt vorkommen. 


Die Charaktere sind wichtiger. Sie sind alles klischeehaft und überzogen und dann noch mit irgendwas außergewöhnlichen garniert. Manche Beschreibungen waren mit zu lang oder mit zu wenig Stoff gefüllt, da die Sichtweise wechselt. Aber es war wirklich auch sehr lustig und interessant, die Welt aus verschiedenen Augen zu sehen.


Insgesamt: 
Wer an Comedy und Science Fiction interessiert ist, sollte sich das Buch anschauen. Aber am wichtigsten ist, dass euch der Stil gefällt. Am besten lest ihr euch vor dem Kauf ein wenig in das Buch rein. Gefällt euch der Anfang, mögt ihr das ganze Buch.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

abenteuer, historisches, jugendbuch, junge frau, kämpfe, mädchen, meer, pirat, piraten, piratin, see, seefahrt, veränderung, veränderungen

Beginn eines Piratenlebens

Ann-Kathrin Speckmann
E-Buch Text: 186 Seiten
Erschienen bei neobooks, 30.04.2017
ISBN 9783742788573
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The New Companion to English Texts

Hermann Bendl
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Manz Verlag, 01.04.2006
ISBN 9783786321101
Genre: Sachbücher

Rezension:


Ich habe ein Buch gesucht, mit dem ich meine Englisch verbessern kann. Dafür habe ich in der Stadtbibliothek bei den Schulbüchern geguckt. Ich studiere zwar schon, hatte aber seit 2 1/2 Jahren kaum noch etwas mit Englisch zu tun. Deshalb dachte ich, dass ich mit diesem Buch die gängigsten Themen Rund um Texte wiederholen und gleich ein wenig das Lesen und vielleicht auch das Schreiben üben könnte. Weit gefehlt. Mir sind viele verschiedene Probleme aufgefallen.

Zunächst einmal scheint die Zielgruppe nicht klar zu sein. Die Texte unterscheiden sich beispielsweise extrem im Schwierigkeitsgrad. Teilweise wird Humbug erzählt. Das ist mir beispielsweise bei den Lesetechniken aufgefallen, da ich mich mit dem Thema schon recht intensiv beschäftigt habe. Selbst wenn es rein theoretisch nicht falsch ist, so ist es trotzdem weit entfernt von der Praxis. Tipps die auf "Lesen sie nicht zu schnell und nicht zu langsam!" oder "Nutzen Sie das Wörterbuch nicht zu oft und nicht zu selten!" herauslaufen, bringen kaum etwas. Es gibt keine richtigen Übungen, Wissensüberprüfungen o.ä. wie ich es von einem Buch u.a. für Schüler erwartet hätte.
Insgesamt glaube ich kaum, dass sich jemand hierdurch verbessert. Ich habe das BUch ungefähr bei Seite 100 abgebrochen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

drachen, drachentöter, fantasy, handbuch, humor, klische, science fiction

Handbuch für Drachentöter

Manuel Timm
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei TWENTYSIX, 31.03.2017
ISBN 9783740728465
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Vorweg:
Ich habe das ebook bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen. Das beeinflusst natürlich nicht meine Bewertung. Allerdings möchte ich trotzdem kurz erwähnen, dass der Autor während der Leserunde sehr aktiv war und zum Zeitpunkt der Rezension immer noch ist, was ich sehr schön finde.


Inhalt:
Es geht um Noob, der aufgrund eines schlimmen Erlebnisses in seiner Kindheit, Drachentöter wird. Da er gehört hat, dass nur einer von acht einen Drachenangriff überlebt, sucht er sich entsprechend viele Gefährten, die alle mehr oder weniger begabt sind.


Meine Meinung:
Wie auch vom Autor angekündigt lebt das Buch zu einem großen Teil von seinem Humor. Das Problem ist nur, dass ich in diesem Fall wenig damit anfangen kann. Ich lese gerne lustige Bücher, aber hier musste ich nicht ein Mal lachen. Das kann man mit Sicherheit auch anders sehen. In der Leserunde hat ein Leser beispielsweise geschrieben, dass er bei den Namen lauthals lachen musste. Nur bei mir funktioniert es leider nicht.
Leider konnte ich aber auch nichts anderes in der Geschichte finden, an dem ich mit festhalten konnte. Der Stil ist grundsätzlich nicht schlecht, begeistert mich aber auch nicht. Es gibt viele Beschreibungen, die eigentlich nur das allgemein Bekannte aufwärmen und wenig Neues bringen.
Das gleiche gilt für die Charaktere. Keiner ist mir vollkommen (un-)sympathisch. Keiner entwickelt sich oder hält Überraschungen bereit, die man sich nach der ersten Beschreibungen nicht auch hätte denken können.


Es tut mir sehr leid, so negativ zu schreiben und ich habe lange überlegt, ob ich nicht doch drei Sterne gebe. Aber im Vergleich zu meinen Bewertungen von anderen Büchern wäre das einfach nicht fair.


Insgesamt:
Ich persönlich mag das Buch nicht sonderlich, ABER ich bin mir in diesem Fall sicher, dass die Bewertung sehr unterschiedlich ausfallen kann. Wenn Du also auf Fantasy und Humor stehst, gib dem Buch eine Chance. Aber obwohl ich sonst Leseproben nicht leiden kann, empfehle ich ausnahmsweise in das Buch reinzulesen. Ist der Humor etwas für Dich, wird Dir das ganze Buch gefallen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(51)

89 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

frauenbuch, freundschaft, jugend, jugendbuch, leben, lieb, liebe, liebesroman, london, musik, rock, rockmusik, romance, selbstfindung, weltreise

Rockherz

Alexandra Fischer
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 15.03.2017
ISBN 9783959913737
Genre: Liebesromane

Rezension:


Vorweg:
Ich habe das Buch auf Lovelybooks für eine Leserunde gewonnen. Das beeinflusst natürlich nicht meine Bewertung. Trotzdem möchte ich es kurz anmerken, wie engagiert, nahbar und offen die Autorin ist. Das finde ich super!


Inhalt:
Almond lebt in zwei Welten: Ihren Alltag verbringt sie bei ihrer strengen Mutter und im Internat. Die Ferien erlebt sie dagegen bei ihrem Vater, der ein Rockband Musiker in Amerika ist. Eine Band (und vor allem ein Liedsänger) fällt ihr besonders auf. Es fäll ihr jedoch schwer Entscheidungen zu treffen, die ihr ganzes Leben verändern.


Meine Erwartungen:
Als ich mich für das Buch beworben habe, habe ich mit einem klassischen Teenager-Liebesroman gerechnet, bei dem es nebenbei, um die eine oder andere Entscheidung der Protagonistin geht. Damit lag ich falsch: Es ist eher umgekehrt. Der Leser beobachtet die zunächst 17-jährige Al in ihrer Entwicklung, zu der auch eine Liebesgeschichte gehört. Diese Variante finde ich viel besser und außergewöhnlicher als meine vorherige Vorstellung.


Die Geschichte:
Zur Geschichte möchte ich nicht allzu viel verraten, da ich ziemlich oft von Kapitel 2 an ziemlich oft überrascht worden bin und zukünftigen Lesern diese Momente nicht nehmen möchte. Nur so viel: Das Buch deckt einen recht langen Zeitraum ab. Manchmal fallen dadurch einige Dinge unter dem Tisch und vor allem am Anfang wird recht viel zusammengefasst berichtet, was auch lebendiger hätte geschrieben werden können. Allerdings hat sich die Autorin hier auch ein sehr hohes Ziel gesetzt und ich denke, das jedem Leser andere Stellen wichtig gewesen wären. Deswegen ziehe ich hierfür auch nur so wenige "Punkte" für ab, dass alle Sterne bleiben. An sich finde ich die Idee und Umsetzung, wie oben schon erwähnt, einfach super.


Charaktere:
In einigen Jahren kommen auch einige Charaktere vor. Al selbst ist einfach fantastisch dargestellt. Ich habe nur eine Stelle gefunden, die ich nicht hundertprozentig passend fand. Ansonsten war ihr ganzes Verhalten sie stimmig, wie ich es selten in anderen Büchern gelesen haben.
Die Nebenfiguren werden meistens nur so weit eingebracht, wie sie für Al wichtig sind. Bei Morris und Als Mum hatte es manchmal etwas mehr sein dürfen. Aber im Großen und Ganzen sind auch sie sehr gut gelungen. Besonders schön gestaltet ist Als Vater. Auch Matt, die Großmutter und Babara gefallen. Aber die vier müsst ihr beim Lesen selbst kennenlernen. ;)


Stil:
Weder die Charaktere noch die Handlung können richtig rübergebracht werden, wenn der Stil schlecht ist. Und da ich bisher begeistert bin, könnt ihr schon ahnen, wie gut sich das Buch lesen lässt. Es gibt auch keine Fehler oder Formulierungen, die den Leser aus dem Fluss reißen.


Insgesamt:
Wenn ihr gern die Entwicklung einer jungen Frau miterleben wollt, dann seit ihr hier genau richtig. Liebe und Rock kommen dabei natürlich auch nicht zu kurz.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(61)

102 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

"liebe":w=7,"selbstmord":w=7,"freundschaft":w=5,"deutschland":w=5,"schule":w=4,"mobbing":w=4,"island":w=4,"leben":w=3,"jugend":w=3,"homosexualität":w=3,"erwachsen werden":w=3,"klassenfahrt":w=3,"familie":w=2,"jugendbuch":w=2,"jugendliche":w=2

Das Licht und die Geräusche

Jan Schomburg
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.03.2017
ISBN 9783423281089
Genre: Romane

Rezension:


Vorweg:
Ich habe das Buch auf Lovelybooks für eine leserunde gewonnen. Das beeinflusst aber selbstverständlich nicht meine Meinung.


Worum geht es:
Das Buch ist aus der Sicht des Teenagers Johanna geschrieben. Im Verlauf des Romans erlebt sie eine gemeinsame Zeit mit der Freundin ihres besten Freundes, in den sie verliebt ist. Außerdem muss sie sich mit Problemen auf der Klassenfahrt und mit dem Verschwinden ihres Freund auseinandersetzen.


Meine Meinung zum Inhalt:
Meine Inhaltsangabe könnte deutlich besser sein, da ich sie nur schnell getippt habe. Aber sie setzt einen ganz anderen Akzent als der Klappentext (zu mind. habe ich das versucht). Ich finde es nämlich sehr schade, dass das Verschwinden von Boris so betont wird, obwohl er erst in der Mitte verschwindet. Vorher geht es um tausend andere Sachen. Auch Ana-Klara taucht bis zur Suchaktion nur kurz auf.
Allerdings scheint der Klappentext sehr mit dem Ziel des Autors zu übereinstimmen. Ihm ging es wohl vornehmlich darum und der Rest sollte Johannas Sicht auf die Dinge erklären. Allerdings ist es doch eher unpassend, wenn die eigentliche Geschichte deutlich kürzer als jene kleinen Geschichten sind, die das Große und Ganze erklären sollen.
Dabei fehlte mir auch immer wieder der rote Faden. Ja, irgendwie lässt sich am Ende alles zusammensetzen. Das Buch ist also ideal für eine ausführliche Analyse im Deutschunterricht. Aber es ist doch ein Roman, den ich auch beim Lesen genießen will. Und wenn man sich ständig fragt, was das jetzt alles soll, ist das nicht ideal.


Die Charaktere:
Wie der Klappentext schon vermuten lässt gibt es vor allem drei wichtige Charaktere.

Johanna ist die Protagonistin und Ich-Erzähler. Ich bin mir nicht sicher, wie alt sie genau ist. Aber sie ist sehr gut charakterisiert. Sie ist nicht immer sympatisch und keine Heldin. Aber ihre Gedanken sind unfassbar authentisch wiedergegeben. Das ist zusammen mit dem Schreibstil die größte Stärke an dem Buch. Boris ist Johannas bester Freund. Die meisten Szenen erklären sein Verschwinden. Aber was er für ein Mensch ist, geht aus dem Buch nicht hervor. Durch die ersten Szenen habe ich einen völlig falschen Eindruck bekommen. Mehr weiß ich über ihn nicht. Das sit sehr schade, da ich mir sicher bin, dass Johanna mehr wissen müsste. Anna-Clara ist Boris Freundin aus Portugal. Auch sie ist nicht besonders gut charakterisiert. Das kann aber tatsächlich an Johannas Perspektive liegen, da sie (jedenfalls unterbewusst) gar nicht nett von ihr denken will.
Zusätzlich sind Timo und Marcel für die erste Hälfte ziemlich wichtig. Timo wird überraschend gut dargestellt. Marcels Verhalten ist eher merkwürdig und nicht nachvollziehbar. Ich glaube zwar schon, dass es zu so einer Situation kommen kann. Aber der Grund dafür wurde hier einfach nicht besonders gut dargestellt.


Die Stimmung:
Insgesamt finde ich, dass Johannas Sicht sehr gut dargestellt worden ist. Aber dafür, dass sie eigentlich eine Teenagerin ist und ein unbekümmertes Leben hat, ist das Buch sehr Trist. Insbesondere in der ersten Hälfte hätten auch ein paar schöne Momente dazukommen dürfen.


Der Stil:
Der Schreibstil ist der Wahnsinn und macht das ganze Buch und vor allem Johannas sich authentisch. Der Lesefluss wird nicht einmal von Rechtschreibfehlern oder unpassenden Worten unterbrochen. Respekt! Dabei wird die Umgebung sehr plastisch und auf den Punkt beschrieben, was ich als sehr gelungen empfinde.


Aufbau:
Dafür ist der Aufbau des Buches leider nicht so gut gelungen. Der Autor springt ständig zwischen den Szenen hin und her. Ich weiß nicht, ob das mal ein anderer Ansatz sein sollte oder ob Johannas Gedankensprünge damit aufgezeigt werden sollen. Jedenfalls sind nur sehr wenige Sprünge wirklich ideal. So etwas sollte zur Geschichte beitragen und zur Figur passen. Manchmal ist das der Fall. Und manchmal wird dadurch nur künstlich Spannung aufgebaut. Sobald dann endlich das ausgelassene dastand, hat es mich kaum noch interessiert.


Insgesamt:
Das Buch hat etwas für sich: Es ist der authentische Blickwinkel eines Mädchens, der mit viel Mühe gezeigt wird. Autor und Verlag haben viel Arbeit in die Buchproduktion gesteckt. Trotzdem finde ich das der Aufbau des Romans und die Charakterisierungen der Personen besser gemacht werden könnten. Deswegen gebe ich nach langem hin und her 3 Sterne.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

anekdoten, literatur

Der Roman ohne E


Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei wissenmedia, 01.04.2012
ISBN 9783577091152
Genre: Comics

Rezension:

Ich habe dieses Büchlein zufällig in der Bibliothek entdeckt und es spontan mitgenommen. Die Auswahl der Anekdoten ist okay. Allerdings wurden sie lieblos hintereinander weg geschrieben. Einige davon sind durch die Daten und Namen schlecht zu lesen und noch schlechter zu merken. Ein roter Faden, der von Geschichte zu Geschichte führt (beispielsweise durch eine Sortierung nach Themen oder ähnliches) hätte sehr viel dazu beitragen können. So wurde aus meiner Sicht viel Potenzial verschenkt.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

aktuelle politische hintergründe, besonderes gespür, ein kurzweiliges lesevergnügen, feinsinniger humor, humor, humor& satire, israel, israelischer autor, judentum, kishon, kurzgeschichten, satire, unterhaltsam intelligent kurzweilig, zeitloses meisterwer

Paradies neu zu vermieten

Ephraim Kishon
Fester Einband: 359 Seiten
Erschienen bei Langen/Müller, 01.12.1988
ISBN 9783784417608
Genre: Humor

Rezension:


Mein Papa hat dieses Buch und die restlichen der Reihe schon so lange ich denken kann im Wohnzimmer stehen. Hin und wieder hat er mal eine Geschichte vorgelesen oder ich habe mir selbst eine angeschaut. Als ich neulich zu Besuch und dann auch noch krank war, habe ich eines herausgegriffen und endlich mal von vorne bis hinten gelesen.


Ich habe viel gelacht. Manche Geschichten sind einfach nur lustig (die Geschichte vom rohen Ei ist mir am besten in Erinnerung geblieben). Für andere braucht man ein wenig mehr Lebenserfahrungen, um sie zu verstehen (beispielsweise die Geschichte über die Entstehung eines neuen Wortes). Besonders am Ende geht es aber auch sehr viel um Israel und bekannte Persönlichkeiten. Die Auflage des Buches ist von 1999. Ich bin 1999 und muss zugeben, dass ich nicht allzu viel über Isreal etc. weiß. Das macht die Geschichten logischerweise schwer verständlich. Außerdem ist mir immer wieder aufgefallen, dass eine Anekdote von "den Juden" handelte. Natürlich macht man hier Witze über alle möglichen Länder und Religionen. Aber aufgrund unserer Geschichte höre ich nie jemanden einen über Juden machen. Kishon darf das, denn wenn ich das richtig verstanden habe, ist er selbst einer und er lebt in Israel. Aber trotzdem folgt darauf bei mir immer eine Schrecksekunde. Schon komisch wie beeinflusst wir doch alles von unserer Gesellschaft sind.


Insgesamt empfehle ich das Buch jedem, der Lachen, aber auch ein wenig ernst sein will (es sind halt Satiren). Und wenn Du dann noch Interesse an Israel hast, ist das Buch perfekt.

  (1)
Tags:  
 
222 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.