Leserpreis 2018

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Die Gentlemen vom Sebastian Club

Sophie Oliver
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 06.03.2018
ISBN 9783940855756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

FIGUREN: 
Lord Philip ist in diesem Buch meine Lieblingsfigur. Er ist eine wirklich angenehme Persönlichkeit, durch und durch Gentleman und sehr bedacht. Da die Autorin ihm auch ein paar kleine Ecken erlaubt hat, wirkt er auch sehr viel realistischer als Freddie. Die wiederum ist zwar die Hauptfigur, für mich aber nicht besonders bemerkenswert. Zwar erfüllt sie ein emanzipiertes Bild im viktorianischen Zeitalter, ist gebildet und mutig und behauptet sich unter all den Männern um sie herum, doch wirkt sie auf mich nur eindimensional. Im Gegensatz zu Lord Philip ist sie unglaublich aalglatt, weiß einfach immer sofort, wie ein Problem zu lösen ist und stellt für mich deswegen keinen interessanten Charakter dar.

SCHREIBSTIL: 
Sophie Oliver hat die Stimmung des viktorianischen Londons authentisch wiedergegeben und entführt gekonnt in den Sebastian Club. Allerdings ist mir nach und nach aufgefallen, dass ihr Schreibstil an einigen Stellen immer wieder zu träge für meinen Geschmack wird, weshalb ich das Buch oft während des Lesens für ein paar Minuten weggelegt habe. So richtig festsaugen konnte ich mich an der Geschichte nicht. Zwar ist genug Fundament da, doch hält sich die Spannung das gesamte Buch über zurück.

INHALT: 
Dank ihres Onkels wird Freddie, getarnt als Mann, in den Sebastian Club aufgenommen, der eigentlich eine frauenfreie Zone ist. Dieser Club hat sich der Aufklärung von Verbrechen verschrieben. Die Idee selbst hat mich sofort begeistert, denn für starke und eigenwillige Frauen in Büchern bin ich immer zu haben. Es dauert jedoch nicht lange, da entpuppt sich Freddie, wie bereits erwähnt, nicht als Heldin, sondern eher als unrealistisches bevorteiltes Glückskind. Das beste Beispiel für mich ist dabei die Tatsache, dass sie rein zufällig über abwegigste Weisen so ziemlich alles weiß, von dem sonst niemand auch nur eine Ahnung hat. Zugegebenermaßen hat mich das schon schnell angefangen zu nerven.
Neben Freddie sind für meinen Geschmack auch viele andere Charaktere zu unfehlbar. Die ganze Zeit haben mir die Ecken und Kanten an ihnen gefehlt, die einer Geschichte erst das richtige Leben einhauchen. Zudem führen besagte Figuren oft Konversationen, die nicht wirklich zur Handlung beitragen und das Ganze nur noch mehr in die Länge ziehen.
Ich habe mich so unglaublich auf dieses Buch gefreut und ich wollte es unbedingt mögen, doch macht die Langeweile für mich einfach zu viel in diesem Buch kaputt, um wirklich Fuß in der Geschichte fassen zu können. Zwar gibt es kleine und große Zwischenfälle, die die Spannung ein klein Wenig anheben, doch sinkt sie genauso schnell wieder. Auch eine Bindung zu den Figuren aufbauen zu können war für mich nicht möglich.

Es ist wirklich so viel Grundlage für einen genialen, historischen Krimi in diesem Buch vorhanden, deswegen ärgert es mich richtig, dass die Story so voller ungenutzter Substanz ist. Alles läuft zu geradlinig und auf wirklich große Herausforderungen stoßen die Ermittler auch nicht.

Trotz allem möchte ich diesem Buch nicht absprechen, dass es sicher viele begeisterte Fans erreichen kann. Für mich persönlich war einfach alles etwas zu glatt, zu farblos und zu unbesonders. Doch kann ich mir vorstellen, dass jemand, der eine ruhige, unaufgeregte Geschichte sucht, hier an der richtigen Stelle ist.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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A Head Full of Ghosts – Ein Exorzismus

Paul Tremblay
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 12.06.2018
ISBN 9783865526595
Genre: Romane

Rezension:

Figuren: 
Hauptfiguren in diesem Buch sind die beiden Schwestern Meredith, bzw. „Merry“ und Marjorie. Wobei Merry diejenige ist, die die Geschichte ihrer Familie und vor allem ihrer Schwester erzählt. Beide Mädchen sind lebensfroh und verkörpern eigentlich die pure Unschuld. Allerdings wird nach kurzer Zeit offensichtlich, dass etwas mit Marjorie nicht stimmt; Etwas, das über die alltäglichen pubertären Probleme hinausgeht. 
Während Merry als kleines Mädchen also darum kämpft, eine gewisse Normalität in der Familie wahren zu können, geht es mit Marjorie immer weiter bergab.

Schreibstil: 
Paul Trembleys Schreibstil ist sehr locker und unerwartet leicht zu lesen. Bei einem Buch über einen Exorzismus habe ich, ehrlich gesagt, mehr Düsternis und Schwere in den Worten des Autors erwartet. Während er es schafft, immer wieder kleine Schocker in die Geschichte zu flechten bleibt seine Art zu schreiben trotzdem unkompliziert und unterhaltend.

Inhalt:
Meredith ist erst 8, als ihre vierzehnjährige Schwester Marjorie beginnt, sich von Tag zu Tag anders als sonst zu verhalten. Was mit Kleinigkeiten beginnt wird bald zu mittelschweren Katastrophen.
Viele Jahre später spricht sie das erste Mal offen darüber mit einer Frau, die ein Buch über ihre Geschichte und die ihrer vermeintlich von einem Dämon besessenen Schwester veröffentlichen möchte. Dabei durchlebt sie nicht nur die guten Zeiten ihrer Kindheit erneut sondern auch die Gräuel. Merrys Geschichte aus der Sicht einer 8-Jährigen zu erleben und das spätere Fazit einer erwachsenen Frau dazu zu kennen war für mich nicht nur sehr ungewöhnlich sondern auch auf eine besondere Art aufreibend.
Für bemerkenswert halte ich hier auch die Tatsache, das Merry bei dem Interview eine sehr lockere Haltung hat und weder verstört noch besonders mitgenommen aus der Zeit wirkt.
Den Kreis der Fakten der gesamten Story schließt Karen, eine Bloggerin, die die damals mit und über die Familie produzierte Serie „Besessen!“ noch einmal sehr unverblümt und teils reißerisch Revue passieren lässt und somit auch die letzten Fragen die ich noch hatte beantwortet. Einerseits halte ich es ja für gut, wenn ich nicht völlig im Dunkeln gelassen werde was die Handlung eines Buches betrifft. Andererseits schwindet die Anspannung auch sehr, wenn einfach nichts mehr offen bleibt.
Auch aus der Sicht von der sehr jungen Merry werden die Serie, beziehungsweise eher die Dreharbeiten dazu, beschrieben. Und wie zu erwarten sorgt schon die Pilotfolge für heftiges Aufsehen unter der Bevölkerung. Ich habe nicht selten großen Frust und teilweise wirklich immense Wut verspürt, wenn es um die Demonstranten vor dem Haus von Merrys und Marjories Familie, die Priester, die den Exorzismus an Marjorie durchführen sollen oder um den Vater der beiden Mädchen ging.

Ich weiß nicht, wie ich es anders sagen soll. Auch, wenn „A Head Full of Ghosts“ sehr viel von dem hat, was ich an einem guten Buch schätze, hat mir etwas Essentielles an dem Ganzen gefehlt. Von all dem Guten ist es trotzdem immer noch ein Mü zu wenig um wirklich von weiterer Bedeutung zu sein. Im Großen und Ganzen ist dieses Buch weder gruselig noch „schlimm“ in einem nennenswerten Ausmaß. Eher würde ich die Geschichte als mitleiderregend und wütendmachend bezeichnen. Das wirklich schockierende Ende hat mich in dieser Meinung nur bestätigt, denn es reißt noch einmal auf ganz unerwartete Weise die Tragik der betroffenen Personen auf und wirft rückblickend ein neues Licht auf alles Erzählte.

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Invisible

Ursula Poznanski , Arno Strobel
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.03.2019
ISBN 9783499291579
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Figuren: 
Nina und Daniel sind die beiden Hauptfiguren in diesem Buch, wobei Nina stark am typischen Muster der ehrgeizigen und abgebrühten aber coolen Ermittlerin ausgerichtet ist. Mit Daniel gerät sie neben den Ermittlungen öfter aneinander, wobei er selbst privat genug Probleme hat, denn eine Frau sorgt für eine Menge Stress, hinter den Nina eher zu sehen scheint als er selbst.
Während die beiden zwar an sich nicht unbedingt neu in ihrer Art sind, haben Poznanski und Strobel trotzdem zwei interessante Charaktere geschaffen, deren Psychen und innere Kämpfe sehr real fühlbar und bildreich beschrieben werden.

Schreibstil: 
Vor „Invisible“ habe ich noch nie ein Buch von einem der beiden Autoren gelesen, weshalb ich jetzt leider nicht viel über die Fusion der Stile der beiden sagen kann. Was für mich jedoch sicher ist, ist, dass das Ergebnis mich von beiden überzeugt hat. Während die Stimmung zum Reißen gespannt ist und viele Taten unvorhersehbar geschehen hat mich dieses Buch immer mehr und mehr in seinen Bann gezogen.

Inhalt: 
In einem Krankenhaus in Hamburg beginnt ein Chirurg sich wie zwei verschiedene Menschen in einem Körper zu verhalten, nachdem er den Patienten eines Kollegen währen einer OP mit einem Skalpell tötet. Kurze Zeit später wird ein Immobilienmakler ermordet und wieder scheint der Täter geistig völlig neben der Rolle zu sein.
Während Nina und Daniel als eingespieltes Team mit gewissen Differenzen die Ermittlungen aufnehmen, fügen sich die ersten losen Enden beider Fälle zusammen ohne allzu viel zu verraten. Dabei sorgen allerdings nicht nur die Morde und ihre Aufklärung für Spannung, sondern auch die einzelnen kurzen Kapitel über eine unbekannte Person, die genau zu wissen scheint, was vor sich geht. Zwar hatte ich immer wieder Vermutungen in Sachen Auflösung des Falls, doch habe ich trotzdem nicht annähernd mit dem rechnen können, was am Ende kam.
Während ausnahmslos alle Charaktere, die ich in „Invisible“ kennengelernt habe, glaubwürdig konstruiert sind und nie Verhalten außerhalb ihrer Rolle zeigen, sind manche Reaktionen von Nina und Daniel für meinen Geschmack zu matt dargestellt, wodurch die zu Beginn noch spürbare Angst schnell flöten geht. Außerdem habe ich manchmal Probleme mit all den verschiedenen Namen gehabt, weshalb ich Täter und Opfer des Öfteren mal vertauscht habe.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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THE DIVINE CHRONICLES 2 - TÄUSCHUNG

M.R. Forbes
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 14.05.2018
ISBN 9783961880256
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Figuren: 
Landon hat sich mittlerweile mit seinen Kräften stark entwickelt und trotzdem wird immer wieder deutlich, wie viel er noch zu lernen hat. Gleichzeitig setzt er sich nun mehr mit Ulnyx und Josette auseinander, welche ja immerhin ein Teil seines Inneren geworden sind. So bekommt er nicht nur mehr Tiefe als Charakter an sich, sondern nimmt auch unweigerlich neue Facetten an.

Schreibstil: 
Gleich am Anfang setzt Forbes seine Charaktere vor einen Berg von Problemen: Kämpfe, Auseinandersetzungen und neue sowie alte Bedrohungen warten nur darauf, ihnen das Leben schwer zu machen. Für Spannung ist somit gleich garantiert. Ich habe selbst während einer sehr lauten Bandprobe und einer Menge schwatzender Leute alles um mich vergessen können, so einnehmend ist der Schreibstil des Autors (ich will sogar meinen, im zweiten Band einen Hauch düsterer und obskurer als im ersten).

Inhalt: 
„The Divine Chronicles 2“ spielt 5 Jahre nach den Geschehnissen aus Band 1 und schon nach dem Lesen des ersten Abschnitts bin ich wieder völlig verliebt in die Story.
Tote Mädchen tauchen plötzlich im unterirdischen Tunnelsystem der Stadt auf.- Von Vampiren ausgesaugt und noch mehr Fragen aufwerfend, als Landon sowieso schon hat. Als Sarah kurz darauf entführt wird, begibt sich Landon auf eine Rettungsmission, mit Obi als Unterstützung, der jedoch nur im Hintergrund agiert und zum Großteil von neuen Gefährten an Landons Seite abgelöst wird. 
Diese neuen Sidekicks kommen genauso unerwartet wie die Feinde, die sich gegen ihn verbunden haben. Somit hat nicht nur er sich verändert, sondern ein Großteil der Welt um ihn ebenfalls. Was dem Buch jedoch geblieben ist, ist die Schwärze der Handlung und der trockene Witz, der diese begleitet.

Der Reiz in der gesamten Handlung in den Divine Chronicles liegt nicht zuletzt darin, dass Landon zu einer gewissen Neutralität gezwungen ist und ich selten voraussehen kann, wie er wohl handeln wird oder auf welche Seite er sich in bestimmten Situationen schlägt.
Mit einem wirklich gewaltigen und unvorhersehbaren Finale setzt der Autor seinem kleinen Meisterwerk noch einmal die Kirsche auf und macht damit dem Ende von Band 1 große Konkurrenz.

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Tags: dämonen, dark fantasy, divine chronicles, m.r. forbes, täuschung, urban fantasy   (6)
 

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70 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

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Die Dämonenkriege

Michael Hamannt
Flexibler Einband: 752 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.02.2018
ISBN 9783453318380
Genre: Fantasy

Rezension:

Figuren: 
Wie es nun mal so oft im High Fantasy ist, haben wir mehrere handlungstragende Hauptcharaktere. Der erste, dem ich in „Die Dämonen kriege“ begegnet bin, ist Ryk, der Dämonenjäger, der nach einen Kampf gegen einen Dämon auf kurzer Zeit ungewöhnlich schnell gealtert ist und auch irgendwie der Vernünftigste der Gruppe ist. Ihm schließt sich nach einer Weile Ishan, der Prinz von Sharigor an, der nach einem Attentat auf seinen Vater auf der Flucht ist. Er ist eher aufbrausend und unerfahren mit seinen vielleicht 18 Jahren und sorgt regelmäßig für neue Probleme. Dann hätten wir da noch Catara, meine Lieblingsfigur im Buch. Sie ist die Assassine der Königin und kann die Gestalt ihrer Opfer annehmen, indem sie von ihrem Fleisch isst. Zwar macht sie zu Beginn noch einen kalten und skrupellosen Eindruck, doch erlaubt der Autor nach einer Weile auch Einblicke hinter diese Fassade.
Und als Letzte im Bund kommt Kela, eine Halbdämonin in die Runde. Sie mochte ich am Wenigsten, weil ihre vorlaute Art und ihr teilweise unnötig biestiges Wesen einfach sehr unsympathisch sind.
Was ich an den Figuren dieses Buches allerdings besonders mochte, waren ihre Entwicklungen. Sie alle zeigen schnell, dass sie nicht das sind, wofür ich zu zu Beginn gehalten habe. 

Schreibstil:
Ich muss gestehen, ich hatte direkt nach Erhalt des Buches bereits ein paar Seiten gelesen und es dann für längere Zeit wieder zur Seite gelegt. Mittlerweile verstehe ich aber gar nicht mehr warum, denn der Autor hat einen sehr einnehmenden Schreibstil und hat eine sehr authentische Welt mit Charakteren geschaffen, die in keine Form passen.

Inhalt 
Die Welt, in der „Die Dämonenkriege“ spielt, ist eine zerbrochene Welt.- Wortwörtlich. Sie besteht aus Bruchstücken eines großen Ganzen (Mir erschien es wie unsere Welt, nur in ferner, ferner Zukunft...), die über heiße Ströme miteinander verbunden sind wie schwebende Inseln. Diese „Inseln“ haben sich in zwei Parteien gespalten: Den Fünferbund und die Freien Reiche. Als die Herrscher der jeweiligen Inseln sich auf (eigentlich) neutralem Boden zu Verhandlungsgesprächen treffen, kippt jedoch der künstliche Frieden, denn Ishans Vater, der König von Sharigor, wird hinterrücks ermordet. Dass sich der Mörder buchstäblich in Luft auslöst und man Ishan allein mit der Leiche des Königs findet, führt logischerweise sofort zu seiner Verhaftung. Durch die Hilfe von Catara kommt er jedoch nach einer Weile wieder aus dem Gefängnis und stürzt sich sofort in das nächste gefährliche Abenteuer: Den Mörder seines Vaters dingfest machen und die eigene Unschuld beweisen. Dabei trifft er auf Ryk, der selbst auf der Suche nach Beweisen dafür ist, dass die Dämonen zurück in die Schwebenden Reiche gekommen sind, die eigentlich als sicher gelten. Kurze Zeit später stößt Kela zu der kleinen Gruppe dazu.
Dadurch, dass alle Hauptfiguren recht schnell zueinanderfinden (lediglich Catara geht immer wieder ihre eigenen Wege), bildet sich schnell ein konstanter Kern. Wie ich finde, ist das recht untypisch für High Fantasy, denn der lebt meistens davon, dass die Charaktere die Handlung aus verschiedenen Perspektiven und Welten erleben und man so ein möglichst großes Bild der Gesamtsituation bekommt. Auch ist die Anzahl der Figuren in „Die Dämonenkriege“ gering gehalten, denn neben den genannten Hauptfiguren tauchen nur wenige weitere wichtige Personen auf, die allerdings nur kurze Auftritte bekommen. An sich finde ich das sogar ganz gut, denn so muss man sich nicht immer wieder durch Personenverzeichnisse suchen oder ewig puzzlen, wer nun wer ist und was mit wem macht. Ich denke, dass gerade High-Fantasy-Beginner oder jene, die ihn wegen der vielen Figuren und oft wirren Beziehungen gemieden haben, diese Tatsache durchaus zu schätzen wüssten.
Außerdem ist dieses Buch frei von den meisten Stereotypen. Es gibt nicht „Das Abenteuer“, das alle Helden bewältigen müssen, um am Ende dafür zu sorgen, dass alles wieder gut ist. Es gibt nicht einmal so wirkliche Helden in dem Sinne. Denn alle vier haben ihre eigenen Ziele, gehen dabei ihre eigenen Wege (die oftmals nicht unbedingt die optimalsten sind) und begehen auch oft genug Fehler. Lange Schlachten und Kämpfe sucht man in dieser Story auch vergebens. Zwar gibt es hin und wieder mal kleinere Gefechte, Morde oder Jagden, doch arten die nie wirklich aus. Daher war ich sogar ziemlich überrascht, als die letzten Kapitel immer blutiger und dämonischer wurden.
Selbstverständlich gibt es trotzdem einige Punkte, in denen „Die Dämonenkriege“ durch und durch High Fantasy ist. Zum Beispiel „Der Böse“. Der ist nicht nur low-key-irre und sorgt damit immer wieder dafür, dass man ihn weniger und weniger leiden kann, sondern auch völlig unberechenbar und damit wirklich nicht zu unterschätzen, auch, wenn man anfangs dazu tendiert.
Der Autor hat außerdem für ein wirklich nervenaufreibendes Ende gesorgt, dass völlig unerwartet kam und große Wendungen für Band zwei verspricht.

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Tags: dämonen, die dämonenkriege, heyne, high fantasy, michael hamannt   (5)
 

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Dreizehn. Das Tagebuch. Band 1

Carl Wilckens
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 01.03.2017
ISBN 9783862824731
Genre: Fantasy

Rezension:

FIGUREN: 
Godric End sitzt im Gefängnis, in Block 13 und erzählt dort seinen Mithäftlingen seine tragisch finstere Geschichte. Unter allen anderen Menschen wirkt er wie ein Phantom, das jedoch durch seine Erinnerungen immer mehr an Gestalt gewinnt und sogar Emotionen zeigen kann, die ich ihm mit seiner pessimistischen und bitteren Art nie zugetraut hätte. Er ist wechselhaft, interessant, verletzlich und gefährlich.

SCHREIBSTIL: 
An Carl Wilckens Art zu schreiben muss man wirklich offen herangehen. Er passt zu dieser durch und durch merkwürdigen Geschichte und seinem weiteren Verlauf, doch wirkt er auf den ersten Seiten noch nicht ganz ausgereift. Die Sätze sind noch kurz und beginnen oft auf die gleiche Art und Weise und irgendwie holperten manche Absätze. Das ist etwas schade, aber nach kurzer Zeit konnte ich eine gewisse Entwicklung in seinem Schreibstil ausmachen. Er wird von Kapitel zu Kapitel immer gekonnter und letztendlich habe ich sogar eine regelrechte Schwäche für ihn entwickelt. Der Autor hat nämlich einen sehr ungewöhnlichen Schreibstil. Klar und direkt formt er trotz weniger Worte ideale Sätze, um jedes noch so blutige und schmutzige Detail hervorzuheben, was die Story für mich wirklich unheimlich schnell vorangetrieben hat.- Allerdings auf keine hektische Weise.

INHALT
Die Welt, die Carl Wilckens geschaffen hat, ist verrußt und schmutzig und der Himmel scheint mit ersten Zeichen den Weltuntergang anzukündigen.
Bei einem Überfall auf seine Heimatstadt landet Godric auf der „Schwimming Island“, einem gigantischen Schiff, das über das Meer treibt. Der Unterrumpf dieses Schiffes, ein lichtloses und gefährliches Labyrinth wird dadurch sein Gefängnis, in dem er mit Perlsüchtigen (Perl ist eine übernatürliche und sehr gefährliche Droge) um die simpelsten lebenserhaltenden Dinge kämpfen muss. Durch diese Umstände wird Godric schnell von einem zivilisierten wissbegierigen Jungen zum gerissenen Mörder und Überlebenskünstler. Es war wirklich zu gleichen Teilen faszinierend und mitleiderregend, wie die unmenschlichen Umstände ihn geformt haben. Dass er nach solch einer Tortur trotzdem noch zu Emotionen und Gnade (bis zu einem gewissen Grad) fähig ist, finde ich bemerkenswert.
Nachdem er wieder an die Oberfläche des Schiffs gelangt, gerät er an einen Piraten und macht seine blutige Vergangenheit zu seiner Profession: Er wird Auftragsmörder und rutscht somit in einen erneuten Strudel aus Mord, Rausch und Halluzinationen.
Irgendwann gelangt Godric an das Tagebuch eines Fremden und wie es der Zufall so will, erfährt er somit sogar etwas über seine ältere Schwester Emily, von der er bei dem Überfall in seiner Kindheit getrennt wurde. Somit spielt die Story von „13-Das Tagebuch“ auf verschiedenen Ebenen: Die erste ist Godric End, der im Gefängnis sitzt, die zweite Ebene (und auch die, der die meiste Zeit gewidmet wird) ist seine Vergangenheit, von der er erzählt und die dritte Ebene sind die Einträge im Tagebuch. Das klingt vorerst vielleicht verwirrend, doch lassen sich alle Ebenen leicht auseinanderhalten und unterbrechen sich gegenseitig auch nicht zu oft, sondern ergänzen sich und die Sprünge zwischen ihnen sorgen dabei für ein ganz besonderes Leseerlebnis. Denn das Rätselraten, das durch die Umbrüche zwischen den Zeiten entsteht, trägt ungemein zur Spannung und Unvorhersehbarkeit bei.

Schon auf der Buchmesse habe ich am Verlagsstand von Acabus erfahren, dass man selbst noch darüber grübeln würde, welchen Büchern „13“ auch nur annähernd nahe kommt, und auch ich wüsste nichts Vergleichbares. Dieses Buch ist eine obskure Mischung aus Steampunk, Dark Fantasy, Horror und gleichzeitig irgendwie sein ganz eigenes Genre.

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Tags: 13 - das tagebuch, carl wilckens, dark fantasy   (3)
 

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Stirb, du Bastard! Stirb!: Festa Extrem

Jan Kozlowski
E-Buch Text
Erschienen bei Festa, 15.11.2016
ISBN B01MYNABU2
Genre: Sonstiges

Rezension:

Figuren: 
Claire Valentin ist eine zynische und abgebrühte aber gleichzeitig auch sehr emotionale Rettungssanitäterin mit einer todtraurigen Kindheit. Sie, ihre Freundin Olivia und auch andere kleine Mädchen wurden vor vielen Jahren von ihrem Vater missbraucht und damit fast völlig gebrochen. 
Olivia hat schon von Anfang an ein wirklich zwielichtiges Auftreten, was Claire leider nicht rechtzeitig erkennen kann. Sie ist definitiv krank im Kopf, doch ist auch sie genauso unberechenbar wie jede andere Figur in diesem Buch.

Schreibstil: 
Die Autorin beweist schon sehr früh, dass sie wirklich sehr sehr sehr Schwarzen Humor besitzt. An sich würde ich jetzt davor warnen, aber wer nach einem Buch aus der Festa Extrem Reihe greift, der wird wohl nicht allzu zart besaitet sein.- Das hoffe ich zumindest für denjenigen.
Trotzdem muss ich sagen, dass ich Schlimmeres erwartet habe. Zwar ist dies mein erstes Extrem-Buch, doch wage ich mal zu behaupten, dass es eine gute Story zum Einstieg in den puren Horror ist, an den man sich erst noch herantasten muss. Jan Koslowski beschreibt zwar selbst die schlimmsten Szenen noch relativ vertragbar, doch hat sie trotzdem mit viel Spannung und Schwärze eine kleine verdreckte Welt voller Geisteskranker geschaffen, in der man sein verstecktes sadistisches Ich abtauchen lassen kann.

Inhalt: 
„Stirb, du Bastard! Stirb!“ bietet einen wirklich blutigen und verstörenden Beginn, in dem man Claire bei einem Rettungseinsatz kennen lernt, der sie wieder an ihre kaputte Vergangenheit erinnert. Schon auf den ersten Seiten wurde ich überrascht, denn sie hat nicht so auf das blutüberströmte Mädchen reagiert, wie ich es erwartet hätte. Offenbar hat Claire diese schlimmen Zeiten so gut es ging so weit wie möglich verdrängt, um annähernd „normal“ leben zu können. Claire ist insoweit eine interessante Hauptfigur, da diese erzwungene Normalität immer wieder zu gewissen Seitensprüngen in ihrem Kopf führt. Ihre Reaktionen auf alles mögliche sind also nie wirklich vorhersehbar, was dauerhaft für eine gereizte Luft um sie sorgt. Und das ist noch gar nicht der Anfang, denn das innere Brodeln in Claire lässt schnell erahnen, dass die über Jahre aufgebaute Mauer um sie herum bald zerbrechen wird und es ist einfach mitleidserregend, wie katastrophal sich ihr Geisteszustand ändert, als sie wieder auf ihren Vater trifft.

Der anfängliche Schrecken flaut recht schnell schon wieder ab, bricht jedoch nach ungefähr hundert Seiten mit umso mehr Wucht wieder über Claire herein. Sie ist nämlich Olivias perfidem Vorschlag, an ihrem Vater Rache zu nehmen, gefolgt und befindet sich nach kurzer Zeit wieder an dem Ort, an dem sie so oft gefoltert wurde. Wie der Klappentext bereits verrät, hat Olivia jedoch nicht die Wahrheit gesagt und verfolgt ein ganz anderes Ziel, in dem letztendlich Claire die Rolle des Opfers einnimmt, und nicht ihr Vater (der sich übrigens auch neue kranke Wege ausgedacht hat, seine Tochter zu schänden).  Ab hier beginnt der wirklich abstoßende Teil voller diverser Körperflüssigkeiten, Gewalt und Misshandlungen. Darauf folgen immer wieder einige unerwartete Wendungen, die jede einzelne Szene aufs Neue völlig ausreizen. Erwartet jedoch kein blankes Gemetzel oder pur stupide endlose Folter, denn Claire findet Wege, sich zu helfen, und wie gesagt: Auch sie tickt nicht ganz richtig. Ich wusste gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht, als alles eskalierte und deswegen konnte ich auch nicht anders, als diese aufreibende Story an einem Tag durchzulesen. Und obwohl die Autorin selbst zum Schluss noch einmal einen drauflegt, habe ich das Gefühl, dass dieser reale Alptraum immer noch nicht völlig ausgereizt wurde.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Mörderische Teatime

Ivy Paul
Flexibler Einband: 246 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 20.02.2018
ISBN 9783940258830
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Figuren: 
Oh, wie habe ich mich gefreut, als ich herausfand, dass meine geliebte Mae Pennywether aus „Der Tote im Whiskey-Fass“ die Hauptfigur in diesem Buch sein würde! Ich liebe einfach ihre liebenswert ruppige Art und Weise, die sie zu einer humorvollen, rebellischen Granny macht. Ihrem Enkel gefällt es allerdings gar nicht, dass sich seine Oma in die Ermittlungen zu dem Mord an ihrer Feindin einmischen will, also lässt er sie von seinem ehemaligen Kollegen Andrew O'Malley etwas bewachen. Er soll aufpassen, dass sich die vorlaute Mae nicht in Schwierigkeiten bringt.

Schreibstil: 
Es ist einfach herrlich, wie Maes Gedankengänge beschrieben werden. Allein schon durch sie bekommt dieser Krimi die richtige Prise Witz, wobei ich dazu sagen muss, dass dadurch das eigentliche Krimi-Feeling in Mitleidenschaft gezogen wird.- Obwohl sich die Handlung um einen Mord dreht. Somit lässt auch die Spannung manchmal nach. Erst, als der Giftmischer ein weiteres Opfer fordert, bekommt die Geschichte einen neuen, anderen Ton.
Trotzdem habe ich dieses Buch förmlich verschlungen, da die einzelnen Figuren und auch Ivy Pauls Erzählstil einen tollen Charme besitzen.

Inhalt: 
Mit der neuen Leiche habe ich als Leserin auch ein neues Getränk auf den Tisch gestellt bekommen: Tee statt des Whiskeys aus Band 1. Da dies erst der zweite Band ist, weiß ich nicht, ob sich das „Getränke-Thema“ auch durch folgende Krimis ziehen wird, allerdings fänd ich diese Idee persönlich genial. Es gibt dem ganzen einfach nochmal eine weitere kleine Befestigung des Roten Fadens. Abgesehen davon halte ich beide Bücher allerdings für unabhängig voneinander. Es ist vielleicht eine tolle kleine Nebensache, wenn man bereits den Ort und ein paar Figuren kennt, allerdings könnte man auch direkt bei „Mörderische Teatime“ einsteigen und würde nicht zu wenig Wissen besitzen.
Anne, das Mordopfer durfte ich noch ein kurzes Weilchen kennenlernen, bevor sie abgemurkst wurde und ich muss gestehen, dass mir diese Giftschleuder wirklich nicht gefehlt hat. Gleichzeitig wird dadurch allerdings sofort jeder verdächtig, da sie sich auch zu jedem wie ein Biest verhält und nach und nach immer mehr Leute ihre möglichen Motive offenbaren. Auch Mae selbst erwartet bereits, dass die Polizei sie ins Visier nimmt, denn sie war die letzte, die sich in aller Öffentlichkeit mit Anne gestritten hat. Damit sie dieses Unrecht direkt von sich abwenden kann, will sie selbst Initiative ergreifen und den wahren Täter dingfest machen. Wie bereits erwähnt soll Andrew dabei versteckt ihre „Nanny“ spielen, während er den ernsthaften Ermittlungen nachgeht. Mae ist allerdings nicht blöd und deshalb bekommt sie es sogar hin, diesen Trick für ihre Zwecke zu nutzen.
Ab dem Angriff auf eine weitere Person wird, wie bereits erwähnt, die gesamte Story etwas ernster und selbst Mae zeigt neue Züge. (Auch, wenn sie sich trotzdem die ganze Zeit 100% treu bleibt.) Und ein kleiner Hinweis am Ende lässt sogar schon auf den nächsten Band hoffen.

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Tags: irland, ivy a paul, krimi, mörderische teatime   (4)
 

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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Vollstrecker der Königin - Drei Tropfen Dunkelheit

Angelika Diem
Flexibler Einband: 292 Seiten
Erschienen bei Machandel-Verlag, 23.03.2017
ISBN 9783959590495
Genre: Fantasy

Rezension:

Figuren: 
Caitlynn ist eine Vollstreckerin-der-Gerechtigkeit, das bedeutet, dass sie eine besondere Gabe besitzt. Diese ermöglicht es ihr, die letzten Gefühle, die jemand vor seinem Tod in sich trug, selbst zu fühlen und in ihrem Schmerzstein zu speichern, um sie dem Täter (im Falle eines Mordes) einzuflößen und ihn damit zu bestrafen. Außerdem besitzt sie Charisma. Darunter versteht man in Angelika Diems Büchern aber nicht das gleiche, wie in unserer Welt.- Zumindest nicht genau das Gleiche. Charisma ist ebenfalls eine Art Gabe, beziehungsweise die Fähigkeit, in den Menschen gewissermaßen zu lesen, ihre Aura zu sehen und dergleichen. Grob gesagt, würde ich es gewissermaßen als „grob in den Kopf gucken“ bezeichnen. 
So, ich hoffe, ich konnte das jetzt halbwegs gut erklären. Ist gar nicht mal so einfach.
Wie ihr euch sicher denken könnt, ist Caitlynn die Hauptfigur im Buch. Sie ist sympathisch und eine Person, die man im echten Leben sicher gern haben würde, doch ist sie für meinen Geschmack leider zu aalglatt. Sie besitzt keine bemerkenswerte Persönlichkeit und geht dabei zwischen anderen Figuren manchmal unter. Zwar gewinnt sie ab der zweiten Hälfte von „Drei Tropfen Dunkelheit“ an Farbe und beginnt auch endlich, sich nicht nur ihren Mitmenschen sondern auch mir als Leserin zu beweisen, doch ging ihr vieles zu leicht von der Hand.

Schreibstil: 
Angelika Diem hat einen sehr schönen Schreibstil. Auch wirkt er in diesem Buch sicherer und solider, als ich ihn aus den vergangenen Bänden in Erinnerung habe. Trotz weniger Beschreibungen schafft sie detailreiche Bilder und baut damit eine vielfältige, einzigartige Welt auf. 
Was ihren Stil für mich unverkennbar macht, ist die Tatsache, dass sie diese Welt samt ihrer Natur nutzt, um die Story selbst auf unterschiedlichste Arten zu bereichern, wie ich es in noch keinem anderen Buch erlebt habe.

Inhalt:
Ohne viel Vorgeplänkel habe ich mich direkt in der Haupthandlung wiedergefunden. Zugegebenermaßen wollte ich eigentlich noch ein Re-Read von Band 1 und 2 machen, bevor ich mich auf dieses Buch stürze, doch bin ich dann letztendlich doch nicht mehr dazu gekommen. Das war allerdings auch gar nicht weiter schlimm, denn ich habe schnell gemerkt, dass sich viel aus dem Kontext ergibt, und sich selbst jemand, der direkt mit diesem Band einsteigt, in den Ibjadischen Reichen zurechtfinden wird. Natürlich ist ein gewisses Vorwissen immer von Vorteil, doch ist dies hier definitiv kein absolutes Muss.

Im Garten einer Schule für Charismabegabte, bzw. Schloss Maesinar, wurde eine Lehrerin ermordet und Caitlynn soll diesen Fall untersuchen, um den Täter zu fassen und ihm seiner gerechten Strafe zu unterziehen. Dabei wird sie unfreiwillig Belard zugeteilt. Auch er will ermitteln, unterschätzt Caitlynn in ihren Fähigkeiten jedoch extrem und drängt sie deswegen immer wieder vom Fall selbst ab, behandelt sie dabei sogar wie eine Sekretärin, die noch viel zu lernen hat. Ihr geht das natürlich gewaltig gegen den Strich, doch finde ich es schade, dass sie sich nicht aufbäumt. Caitlynn hat zwar ein ruhiges, beobachtendes Wesen, doch hinterfragt sie in ihrem Kopf selbst sehr viel und beim Lesen wurde mir immer wieder deutlich, wie sehr sie sich dagegen sträubt, wie sie behandelt wird. Da hätte ich mir etwas mehr Reaktion von ihr gewünscht.
Die Ermittlungen beginnen sofort, als sie und Belard am Tatort eintreffen. Erst seit relativ kurzer Zeit habe ich eine kleine Schwäche für Krimis entwickelt, weshalb es für mich nochmal ein Sahnehäubchen war, dass ein gewisses Krimi-Feeling immer wieder aufkommt. Mit den Nachforschungen Caitlynns beginnt auch der Spannungsaufbau, da immer mehr Ungereimtheiten im Mordfall auftauchen. Ich selbst hatte bis zum Schluss keine wirkliche Ahnung, wie es ausgehen würde und das macht für mich oft ein gutes Buch aus.
Es mag vielleicht nur eine Kleinigkeit sein, aber im Verlaufe der Handlung habe ich auch die Tote über die Erzählungen und Erinnerungen der Verdächtigen kennengelernt und somit eine gewisse Nähe zu ihr entwickelt, weshalb es für mich ab einem gewissen Punkt immer wichtiger wurde, dass ihr Mörder geschnappt wird.

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Tags: angelika diem, caitlynn, drei tropfen dunkelheit, fantasy, high fantasy, krimi   (6)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Blue Note Girl

Bernd Richard Knospe
Buch: 256 Seiten
Erschienen bei Pro-Talk, 15.03.2018
ISBN 9783939990468
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Figuren: 
Die Handlung kreist um verschiedene Figuren, die nach und nach zueinander finden. Die wichtigsten Personen hierbei sind Eric Teubner, ein von Janinas Fall besessener Journalist, der unbedingt ein Buch über das verschwundene Mädchen schreiben will, und Frank Jensen, ein krebskranker ehemaliger Privatdetektiv, der wieder aktiv wird, als eine weitere Frau verschwindet.
Einige Kapitel bekommen aber auch ein alkoholkranker Polizist und eine vielleicht etwas zu engagierte angehende Journalistin.

Schreibstil: 
Ich war tatsächlich sehr überrascht, als ich die ersten Seiten von „Blue Note Girl“ las. Einfach, weil ich so einen detaillierten und tiefgehenden Schreibstil bei Krimis nicht gewohnt bin. Da hat mich der Autor tatsächlich positiv überrascht. Ich konnte Janinas Musik und die dauerhafte Schwere, die diese über die Story legte, wirklich fühlen.
Leider kam jedoch über die ersten 200 Seiten nur wenig Spannung für mich auf. Nur hin und wieder, wenn größere Ereignisse einschlugen, hob sich für eine Weile der Spannungsbogen. 

Inhalt: 
Eigentlich würde ich mich als eine Leserin beschreiben, die recht schnell eine Bindung zu Buchfiguren aufbaut, egal, wie diese dann aussehen. Bei „Blue Note Girl“ hat es jedoch ein ganzes Weilchen gedauert, bis ich wirklich am Schicksal von Eric Teubner, Frank Jensen und Co. Interesse fand. Woran das genau liegt, weiß ich leider nicht einmal, denn der Autor hat seine Charaktere sehr vielschichtig und auch mit einer Menge eigenem Charakter kreiert. In meinem Kopf wollte ich all die Figuren vielleicht etwas zu unbedingt mögen. Erst mit der Zeit wurde mir die eine oder andere Figur wichtig. Dabei haben alle wichtigeren Charaktere etwas an sich gehabt, was ich in Büchern liebe: Puren, trockenen Zynismus. So richtig kommen sie alle nicht miteinander klar, doch raffen sie sich aus verschiedenen Gründen mehr oder weniger zusammen, wodurch ein „Ermittlerteam“ entsteht, dass in dem Sinne eigentlich gar keins ist und somit schon mal mit vielem Krimi-Klischees bricht.- Eine weitere positive Überraschung.
Selbst Janina, die man nur durch Erinnerungen und ihre Musik kennenlernt, wirkt sehr präsent, denn sie bewegt sich wie ein Geist durch die Köpfe der Leute und ist gleichzeitig absolut nicht greifbar.
Gewissermaßen hatte ich eine Handlung erwartet, in der ich über die intensive Bearbeitung zu Janinas Fall mitverfolgen würde, doch letztendlich fungiert sie eher als der Rote Faden, der alles zusammenhält und hin und wieder etwas im Hintergrund verschwindet, denn den Großteil der Story nimmt eine weitere, neue Entführung ein, die ohne Janinas Verschwinden zwar vielleicht nie stattgefunden hätte, mich aber trotzdem eine ganze Weile vom eigentlichen Kern der Geschichte abgelenkt hat. Ich möchte nicht direkt sagen, dass es zeitweise zwei Rote Fäden gab, doch konkurrieren Haupt- und Nebenhandlung stellenweise stark miteinander. Aber wer weiß, vielleicht hat das der Autor ja sogar beabsichtigt, um frischen Wind in trockene Nachforschungen zu bringen (die eigentlich gar nicht so trocken sind), á la „Der Weg ist das Ziel“.
Zwar war der Weg bis zum Finale für mich teilweise recht holprig, doch habe ich es absolut nicht kommen sehen, was auf den letzten Seiten auf mich gewartet hat. Die „Mauer“, die um das gesamte Phänomen „Janina“ hochgezogen wurde, bröckelte schnell und was dahinter lag, habe ich in gefühlt wenigen Sekunden völlig verschlungen.

Fazit: 
Zwar wird die Spannung zwischendurch recht dünn und auch die Nähe zu den Charakteren ist nicht wirklich immer da, doch hat der Autor mit einem Finale zum Luftanhalten und einer permanenten düsteren Stimmung einiges bei mir an Punkten gesammelt.

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Tags: bernd richard knospe, blue note girl, krimi   (3)
 

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60 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Wächter und Wölfe - Das Ende des Friedens

Anna Stephens , Michaela Link
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.01.2018
ISBN 9783734161308
Genre: Fantasy

Rezension:

FIGUREN: 
Wie so oft, wenn ich High Fantasy rezensiere, habe ich mir wieder nur ein Paar der auftretenden Charaktere herausgepickt, da sie mir am wichtigsten erscheinen.

Als Ersten hätten wir da Dom. Er ist der Calestar seines Volkes, was bedeutet, dass er immer wieder  relativ unkontrollierbare Anfälle hat, in denen  er die Zukunft oder wichtige Ereignisse sieht, die gerade woanders stattfinden. Am schlimmsten sind diese Visionen jedoch, wenn er Rillirin berührt. Diese landet eher zufällig in seiner Obhut, denn eigentlich ist sie eine Sklavin der Mirak, den Feinden der Wächter und der Wölfe. Dafür, dass Rillirin ungefähr in meinem Alter sein müsste, verhält sie sich nicht wirklich so. Sie wirkt mit ihrer Tollpatschigkeit und ihrer Angst noch sehr kindlich und immer fehl am Platz, entwickelt sich jedoch mit dem Verlauf der Geschichte immer weiter zu einer Figur, von der ich gern gelesen habe. Darüber bin ich auch sehr froh, denn anfangs hat sie mich eher gestört und schien absolut nichts Besonderes zu sein.

Die dritte Figur, die ich euch vorstellen will, ist Crys. Es gibt zwar noch andere relativ wichtige Charaktere, doch er ist mir besonders ans Herz gewachsen und trägt auch nicht gerade wenig zu den Geschehnissen bei. Crys ist die Wache der beiden Prinzen von Rilpor und auch, wenn man ihn zu Beginn als einen Spieler und Trinker kennenlernt, entpuppt er sich schnell zu einer sehr fähigen Person. Mit seiner leicht abgedroschenen Art, konnte ich einfach nicht anders, als ihn zu mögen. Zumal er am Ende des Buches etwas tut, das ich quietschend und breit grinsend verfolgt habe.

SCHREIBSTIL: 
Die derbe Art der Figuren aber auch der rohe Schreibstil der Autorin sorgen nicht nur für sehr realistisch geschriebenes Gemetzel sondern hin und wieder sogar für den einen oder anderen Lacher. 

Zuerst hatte ich ja etwas gestutzt, als der Wechsel zwischen rund zehn Charakteren scheinbar gar nicht mehr aufhören wollte. Hinzu kommt, dass jedes Kapitel nur einige Seiten lag ist und man damit gar nicht wirklich lange nur bei einer Person bleibt.- Und doch hat das Ganze irgendwie funktioniert. Vielleicht liegt es daran, dass man trotzdem bestimmte Gruppen von Figuren hat und sich immer in deren Umkreis befindet, aber je weiter ich in der Geschichte vorankam, desto weniger fielen mir die Wechsel tatsächlich wirklich bewusst auf. Die Autorin hat sich auch mit überflüssigen Details sehr zurückgehalten. Der Fokus des Ganzen lag nicht auf Nichtigkeiten sondern auf dem Vorankommen der Story.

INHALT: 
In „Wächter und Wölfe“ habe ich als Leserin (ganz grob genommen) zwei Seiten kennengelernt: Die Mirak, welche sich zu Beginn im Westen von Rilpor noch zusammenrotten und die Seite der Wächter und der Wölfe, welche zwar verschiedene Gruppen sind, aber immerhin ähnliche Interessen verfolgen und die Mirak als gemeinsamen Feind haben.

Die Geschichte beginnt bei den Mirak, bei welchen Rillirin als Sklavin lebt und dort einer blutigen Opferung beiwohnen muss, die so offenbar regelmäßig stattfindet (und von denen noch einige kommen werden). Von dort flieht sie jedoch Hals über Kopf, nachdem sie ihren Herren ermordet hat. Es dauert nicht besonders lange, bis sie auf Dom trifft, der sie bei sich aufnimmt und sich für ihre Rettung sogar mit seinen eigenen Leuten, den Wölfen, anlegt. Zu diesem Zeitpunkt ahnt er noch nicht, wie viele Probleme und Offenbarungen für ihn Rillirin mit sich zieht. 

Nicht nur unter den Mirak, sondern in so ziemlich allen Gruppen und Gemeinschaften und sogar im Königshaus kommt es immer wieder zu Reibereien und  der große Knall, der alle ins Unglück stürzen könnte, lässt somit nicht lange auf sich warten. 

Die Worte „Krieg wird kommen, Verrat wird lähmen, Tod wird herrschen.“ auf dem Klappentext treffen den Nagel auf den Kopf, denn genau diese Dinge treten ein. Die Story beginnt düster und dunkelt sich immer weiter ab, während ich das Gefühl hatte, dass das trotzdem erst der Anfang ist. Es kocht in allen Ecken und die Menschen fallen tot um wie die Fliegen.- Sei es durch Kämpfe, Opferungen oder Folterungen, die zum Schlechtwerden genau beschrieben sind. 

Wie bereits erwähnt wechselt mit jedem Kapitel auch die Sicht, aus der die Geschehnisse gerade beschrieben werden, doch gibt es im Großen und Ganzen trotzdem wenige abzweigende Handlungen. Alle Figuren bewegen sich auf ein und demselben Roten Faden, während dessen genauer Verlauf jedoch völlig in den Sternen steht. Sobald ich glaube, ich würde wissen, was nun kommen würde, wendete sich das Blatt drastisch und alles geriet wieder so durcheinander, dass ich mir meine Ideen neu zusammenlegen musste.- Die Spannung kommt also auch nicht zu kurz, sondern bleibt sogar permanent.

Bemerkenswert finde ich an diesem Buch, wie real Anna Stephens die Götter von Rilpor erscheinen lässt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie immer mehr mit der irdischen Welt verschmelzen und sogar zum Greifen nahe scheinen.

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101 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Die Eiskriegerin

Licia Troisi , Bruno Genzler
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453318991
Genre: Fantasy

Rezension:

Figuren: 
Wenn ich an Licia Troisi denke, denke ich an eine Autorin, die wirklich starke und selbstständige Charaktere in ihre Geschichten setzt, gern die Klischeebilder vertauscht und jeder ihrer Figuren etwas Besonderes gibt. Leider ist das in Die Eiskriegerin abhanden kommen. 
Auf den ersten Seiten habe ich in Myra, die Hauptprotagonistin, noch viele Züge von Licia Troisis Art, Charaktere zu formen, wiedererkannt. Sie wirkt entschlossen, nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand und ist mehr als wehrhaft. Doch je mehr ich von Myra gelesen habe, desto weniger mochte ich sie. Ihre Art ist nicht nur schroff, sondern sehr unsympathisch. Sie will mich nichts und niemandem etwas zu tun haben und trotzdem lässt sie es zu, dass man sich um sie sammelt und sie dann einfach nur unglaublich mies zu diesen Leuten ist. Vielleicht war das Ziel, eine unnahbare und ungewöhnliche Heldin zu schaffen, doch meiner Meinung nach führt sie sich die meiste Zeit einfach wie eine richtig unleidliche Figur auf, von der ich auch irgendwann gar nicht mehr lesen wollte. Auch ihre Wesenszüge schwanken auf eine sehr unharmonische Art. Mal ist sie sehr still, dann streut sie immer wieder selbst Salz in ihre psychischen Wunden und wird völlig kampfeswütig und währenddessen ist sie die Perfektion schlechthin.- Unglaublich talentiert, etwas ganz Besonderes, metzelt all ihre Gegner (so ziemlich) problemlos nieder und niemand kann sich ihr wirklich in den Weg stellen.
An ihrer Seite reist unter anderem Kyllen mit ihr. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass er die Hauptfigur ist und eigentlich galt auch die meiste Zeit meine Aufmerksamkeit ihm. Er ist emotional einfach viel interessanter und stabiler gebaut und die Art, wie er als Charakter funktioniert ist bei ihm auch viel besser nachzuvollziehen als bei Myra. Kyllen ist ein „Reiner“, der an dem System zweifelt, dem er dient. Gleichzeitig ist er auf der Suche nach dem „Befreier“. Sehr viel mehr kann ich euch da leider auch nicht zu seinen Aufgaben sagen, denn das ganze Gefüge habe ich bis zum Ende nicht richtig verstanden.

Schreibstil: 
Der Schreibstil, der mich in diesem Buch erwartet hat, entspricht nur zu einem geringen Teil dem, was ich von Licia Troisi gewohnt bin. Zwar treibt sie die Story zu Beginn noch schnell voran, ohne an Details zu sparen, und schafft viele deutliche und intensive Bilder, doch ist der Satzbau oft sehr merkwürdig gewählt und auch viele Worte wirken immer wieder fehl am Platz.- Wobei ich auch dazu sagen muss, dass ich glaube, dass das eher am Übersetzer liegen könnte. Denn, wie gesagt, eigentlich bin ich von Licia Troisi Besseres gewohnt. 

Inhalt: 
Myra habe ich samt dem Zeitpunkt kennengelernt, der ihr Leben veränderte und sie formte: Bei einem Überfall auf ihr Zuhause werden ihr Vater und eine Freundin der Familie getötet und sie selbst entkommt den Tätern nur sehr knapp. Damit verliert sie in einer Nacht alles, was sie jemals hatte. Als sie lange Zeit später auf einen ihrer Landsmänner trifft, wird die Ermordung ihrer Familie allerdings in ein neues Licht gerückt und damit holt sie die Vergangenheit urplötzlich wieder ein. Welche genauen Gedanken sie dabei hegt, oder ob sie nur auf stumpfe Rache aus ist, als sie beschließt, sie Männer zu finden, die ihr Leben zerstört haben, habe ich leider erst recht spät erfahren, als mein Interesse an Myras Schicksal schon so gut wie weg war. Auf der Suche nach Antworten und Rache geschehen einige Dinge, doch sind manche davon unschlüssig und ergeben für mich keinen Sinn im Zusammenhang mit der Handlung, die eigentlich sehr geradlinig voranschreitet. Zwar werden die Kapitel im Wechsel aus verschiedenen Sichten erzählt, doch befinden sie sich alle eigentlich auf Roten Fäden, die sehr parallel zueinander verlaufen.
Während der Handlung passieren immer wieder Zeitsprünge, die man immerhin dadurch erkennt, dass sie in einer Art „Tagebuchstil“ betitelt sind, der Zeitpunkt also immer genannt wird. Es gibt auch extra Tagesangaben, doch hat es sich die Autorin damit vielleicht etwas zu einfach gemacht, denn für mich ist dabei einiges an Tiefe verloren gegangen. Ein Satz, der aufgebaut ist wie „Innerhalb von X Tagen passierte Das-und-das“ fasst zwar schnell einen Zeitraum zusammen, der vielleicht sonst zu viel gewesen wäre, wenn man ihn über ein Kapitel erklärt hätte, doch kommen solche Stellen in Die Eiskriegerin nicht selten vor und somit fiel ich beim Lesen immer wieder aus dem Fluss heraus, sodass gar kein richtiger „Lesesog“ entstehen konnte. Genauere Erläuterungen der vergangenen Tage oder Wochen hätte ich eher begrüßt, selbst, wenn die nur ein bis zwei Absätze eingenommen hätten. Denn so wäre die Geschichte wenigstens zusammenhängender gewesen und hätte nicht stückchenweise wie eine stumpfe Nacherzählung gewirkt.
Beim Lesen der Kapitel, die aus Kyllens Sicht geschrieben sind, ist mir auch relativ schnell aufgefallen, was mir an denen von Myra gefehlt hat: Konversation. Alles, was man um Myras Welt mitbekommt, sind ihre Gedanken und Beobachtungen von Dingen, die sich den Großteil der Zeit gleichen und von Selbstmitleid überflutet werden. Auch ihre pseudo-philosophischen Gedankengänge und das regelmäßige „Mimimi, mir ist so kalt.“ haben nicht besonders zu Atmosphäre beigetragen, wenn ich ehrlich bin. Der Inhalt, der sich um sie dreht, hätte eigentlich auf halb so viele Seiten gepasst. Doch so, wie es ist, scheinen die meisten Dinge, die Myra erlebt, einfach überflüssig und vorhersehbar.

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81 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

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Das Auge von Licentia

Deana Zinßmeister
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Arena, 08.09.2017
ISBN 9783401603506
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Figuren: 
Ich muss zugeben, dass ich eine ganze Weile brauchte, um mich an Tristan, den Wolfsbanner und Jonata zu gewöhnen. Allerdings habe ich irgendwann in meinem Kopf einfach 3 bis 4 Jahre von ihrem Alter abgezogen und schon funktionierte das Ganze besser. Eigentlich ist Tristan im Buch ja 16 und Jonata 13, doch verhalten sie sich eher, als wären sie noch gar nicht richtig in der Pubertät. Kindisch und doch sehr naiv eben. Schade fand ich es auch, dass sich beide Figuren so unglaublich stark gleichen. Ihre Art ist fast dieselbe und selbst ihre Tagesabläufe sind sehr ähnlich strukturiert.
Auch alle anderen Figuren wirken nicht wirklich natürlich sondern in ihrer Art sehr aufgesetzt und hölzern. Bei den Erwachsenen kann ich das Ganze sogar noch verstehen, denn sie wissen, dass sie permanent beobachtet werden und ihr Leben eine Realityshow ist, dennoch verhalten sich auch die Kinder nicht anders. Dadurch konnte ich bei keiner einzigen Figur eine wirkliche Persönlichkeit erkennen, die sie einzigartig macht. Es war eher, als wären alle Figuren eine graue Masse.

Schreibstil: 
Mit dem Schreibstil von Deana Zinßmeister bin ich mir nicht so sicher. Sie schreibt relativ simpel, ohne völlig anspruchslos zu sein. Ihr Schreibstil ist eigentlich ideal für junge Leser, die sich vielleicht das erste Mal an ein längeres Buch, das keine Schullektüre ist, herantasten möchten.
Ihre Figuren in „Das Auge von Licentia“ leben ja in einem mittelalterlichen Dorf und dass die Personen etwas geschwülstig reden, ist sogar sehr passend und ich musste auch schmunzeln, als es sogar von den Erwachsenen angesprochen wurde, dass diese Sprechweise nervt, allerdings verfällt auch ihr Schreibstil manchmal in diese altertümliche Sprache, was dann doch irgendwie für mich nicht zum Rest passte.

Inhalt:
Auch, wenn ich eigentlich ungern das wiederhole, was bereits in vielen anderen Rezensionen erwähnt wurde, kann ich trotzdem nicht anders, als den Vergleich zur Truman-Show zu ziehen. Es ist nun mal einfach so, dass man das ganze Konzept wohl einfach nicht besonders neu erfinden kann, und die Autorin konnte es hin und wieder abwenden, doch ist das Truman-Feeling gerade in der ersten Hälfte des Buches sehr präsent. Immerhin kann ich euch auch sagen, dass sich das ab der zweiten Hälfte ändert und man nicht den völligen Inhalt der Story voraussehen kann, nur weil man den Film kennt, was ich ja anfangs befürchtet hatte. Abgesehen davon habe ich beim Lesen auch gemerkt, dass ich mich wohl etwas vergriffen hatte, was das Buch anging.- Oder Falsches erwartet hab. Nach einer Leseprobe und dem Klappentext dachte ich mir, dass dieses Jugendbuch auch etwas für Leser sein könnte, die etwas über der Altersempfehlung liegen (Die ich von 12 Jahren sogar noch etwas heruntersetzen würde), jedoch hatte ich mich da wohl getäuscht. Als Minuspukt kann ich das dem Buch allerdings nicht anrechnen, denn es war ja schließlich ein Fehler meinerseits.

Es brauchte seine Zeit, bis die ganze Story in Gang kam und ich wirklich wissen wollte, wie es denn nun weiter geht. Einen kleinen Puffer gab es da allerdings trotzdem, denn wer richtige Action erwartet ist bei „Das Auge von Licentia“ fehl am Platz. 
Nach dem Klappentext und den ersten Kapiteln hatte ich erwartet, dass die Manipulation der Moderatoren, beziehungsweise des Fernsehteams im Vordergrund stehe würde. Dass ich als Leserin miterleben würde, wie die Leben der Menschen streng von den Produzenten geleitet werden und man vielleicht sogar mehr Unwollen der Erwachsenen bemerkt. Diese Aspekte sind allerdings eher semi-präsent, obwohl einzelne Kapitel den Leuten „hinter den Kameras“ gewidmet sind. Stattdessen ist die plötzliche Romanze zwischen Jonata und Tristan eher der Mittelpunkt und der wurde mir leider auch viel zu plötzlich vor die Füße geworfen. Die beiden stoßen einmal im Wald im Dunkeln aufeinander und plötzlich beginnt die große Schwärmerei. Hier hätte ich es schöner gefunden, wenn sich das langsam aufgebaut hätte und nicht gleich in einem Schmachten nach dem jeweils anderen resultiert wäre. Eine Art „Romeo und Julia“ in neu quasi. Die Idee hinter all dem, also der „heimlichen“ Realityshow, einer verbotenen Romanze zwischen zwei sehr jungen Leuten, die aus rivalisierenden Dörfern stammen und die zwielichtigen Strippenzieher waren an sich eine sehr gute Idee und hätten mich in einer anderen Umsetzung sicher mehr angesprochen, doch leider waren mir viele Geschehnisse viel zu überstürzt, unrealistisch und die Figuren zu unecht und übertrieben.- Selbst, wenn ich danach gehe, dass dieses Buch für Leser ist, die um einiges jünger als ich sind.

Fazit: 
Ein Buch, das sich mit einer interessanten Thematik auseinandersetzt, jedoch für mich in den Punkten „Protagonisten“ und „Story“, beziehungsweise „Spanungsaufbau“ einiges einbüßt.

mehr auf: http://a-bookdemon.blogspot.de/2018/03/rezension-das-auge-von-licentia.html

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Tags: das auge von licentia, deana zinßmeister, fantasy, jugendbuch, realityshow, wölfe   (6)
 

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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Liebe geht immer

Myriam Klatt
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 09.03.2018
ISBN 9783746633930
Genre: Liebesromane

Rezension:

Figuren: 
Charlotte krempelt ihr ganzes Leben und auch sich selbst um, nachdem es mit allem plötzlich steil bergab geht. Sie ist eine Figur, die zwischen emanzipierter Entschlossenheit und dem öden Dasein im Mitgerissenwerden schwankt und auch andere kleine Makel, neben diesem, machen sie erst zu einer süßen und trotzdem ernstzunehmenden sympathischen Frau, mit der ich mich stellenweise sogar identifizieren konnte.
Ihre beste Freundin Matilda ist sozusagen das ideale Gegenstück zu Charlotte. Die optimistische Esoterik-Fanatikerin ist immer wieder darum bemüht, Charlotte auf die Beine zu helfen und das Glück um sich irgendwie zu maximieren. Umso spannender wird es, als dieser Art einen kleinen Knick bekommt.

Schreibstil: 
Myriam Klatts Schreibstil ist wahrer Würfelzucker für die Seele. Sämtliche Figuren und Szenen bekommen mit nur wenigen Worten eine schillernde Optik, wodurch ich mich mit beim Lesen die gesamte Zeit gefessselt in einer Rosa Blase befunden habe. Und dieser gewisse Hauch von Kitsch, der ihren Worten immer beischwingt sorgt für einen ganz sanften Charme.

Inhalt: 
Charlotte versucht nach mehreren Niederschlägen in Liebe und Karriere ihr Leben wieder zu flicken. Irgendwie schafft sie es mit Ach und Krach sich durch die neue Konstruktion ihres Alltags zu boxen und gerät dadurch nach und nach an ein Leben, nach dem sie eigentlich nie wirklich gefragt hat. Dass sie dabei immer wieder mit Anlauf in Fettnäpfchen springt, verleiht ihr eine gewisse Verpeiltheit, die aber zu ihrem Charisma beiträgt.
Ich bin selbst vielleicht nicht unbedingt eine Expertin in Sachen Liebe, aber davon zu lesen, wie sehr sich Lars von Anfang an abmüht, um Charlottes Aufmerksamkeit zu bekommen und wie blind sie trotzdem den eigenen Gefühlen gegenüber ist, weil sie aus kleineren nichtigen Problemen große Dramen macht, hat mich teilweise völlig fertig gemacht. Andererseits konnte ich ihr ihre Art nie übelnehmen, da ich  bis dahin schon über einige Seiten ein Stück ihres Weges mit ihr gegangen bin und daher verstand, woher ihre Angst vor dem Scheitern kommt. Dass da die Liebe nicht gerade an erster Stelle steht, ist da nur nachvollziehbar. Dass sie ihr aber dann trotzdem unverschämt die Tür einrennt, daran kann Charlotte letztendlich auch nichts mehr ändern. Dabei steht im Buch die sich entwickelnde Liebe zwischen ihr und Lars gar nicht so sehr im Vordergrund, sondern auch viele ihrer anderen Formen: Selbstliebe, die Leidenschaft für das, was man tut, Freundschaft und einfach mal Herz zu zeigen. Gerade das erkennt Charlotte allerdings erst lange nachdem es für mich als Leserin offensichtlich war, während sie sich noch in etwas verrannte, das nicht sie war.

Ich halte zwar selbst nicht gerade viel von Selbsthilfebüchern, muss aber gestehen, dass ich Dr. Hagenbecks Tipps am Anfang jedes Kapitels echt gut und einleuchtend finde. Wobei ich dazu auch sagen muss, dass es mir immer wieder so erschien, dass Charlottes Freunde und Bekannte mehr Ahnung haben als manch angepriesener Life-Coach.

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Tags: chicklit, liebe, liebe geht immer, myriam klatt, roman   (5)
 

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Das Fehlen des Flüsterns im Wind … und andere phantastische Kurzgeschichten aus dem Halbdunkel

Miriam Schäfer
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 27.02.2018
ISBN 9783862825639
Genre: Fantasy

Rezension:

Das hier ist nach Jahren die erste Rezension, die ich über eine Kurzgeschichtensammlung schreibe. Da alle 21 Kurzgeschichten in „Das Fehlen des Flüsterns im Wind“ recht individuell sind, habe ich mich dazu entschlossen, „Figuren“, „Schreibstil“ und „Inhalt“ nicht wie gewohnt getrennt zu bewerten, sondern meine Rezension in einem Fließtext zusammenzufassen. So fällt es mir einfach leichter, das Buch als Gesamtes zu rezensieren. Denn, seien wie ehrlich, wenn ich jede Geschichte einzeln bewerten würde, würde ich die kommenden Tage zu gar nichts mehr kommen.
Das nur als kleine Info am Rande.

Ich muss ja zugeben, dass ich eigentlich immer einen Bogen um Kurzgeschichten gemacht habe, einfach, weil ich annahm, dass sie mir nicht so viel geben könnten wie ein Buch, aber- Oh Boy!- Miriam Schäfer hat mich eines Besseren belehrt. 
Ich wollte mir die 21 Kurzgeschichten ursprünglich einteilen, um mehrere Tage etwas vom Buch zu haben, doch war es wie mit Keksen: Man gönnt sich dann doch noch eine Seite, und noch eine, und schon ist man am Ende angelangt. Dazu noch die Art und Weise, wie die Darstellungen „schmecken“!- Wie Bitterschokolade, die langsam auf der Zunge zergeht.
Schon von der ersten Geschichte an bekam ich ein Gefühl für den Schreibstil der Autorin. Ihre Storys sind immer sehr stimmungsvoll und geben eine ganz besondere Atmosphäre wider. 
Wer im Deutschunterricht ein bisschen aufgepasst hat, weiß ja, dass Kurzgeschichten fast immer wie ein Ausschnitt aus einem großen Ganzen wirken und darin sehr selten einfach Orts- oder Zeitsprünge stattfinden und die Enden für gewöhnlich offen sind. Meistens also auch ohne Vorgeschichte wird der Leser direkt vor eine Situation gesetzt. Logischerweise bringt das auch einige Geheimnisse über die Personen, Orte und ihre Vergangenheiten mit sich. Miriam Schäfer hat diese Tatsache sehr gekonnt für ihre Kurzgeschichten genutzt. Sie spielt förmlich mit dem Nichtvorhandensein von näheren Details, beziehungsweise den im Schatten liegenden Hintergründen und baut mit wenigen Worten sehr bildreiche Storys darum, die mal obskur, mal sehr emotional oder auch rabenschwarz und hoffnungslos sind.
Wie ein kleines Kunstwerk, das man länger betrachten muss, um verstehen zu können, was man sieht, brauchte es manchmal auch eine Weile des Grübelns, bis ich den Kern oder die Botschaft hinter der Geschichte, die ich gerade gelesen habe, erkennen konnte.- Wobei ich gestehen muss, dass ich sehr sicher bin, dass jeder Leser die Geschehnisse im Buch unterschiedlich wahrnimmt und erlebt.- Aber jede von ihnen, egal wie kurz, gab mir das Gefühl, mich in der einen oder anderen Art und Weise bereichert zu haben.
Hierzu möchte ich aber auch sagen, dass es für mich auch wichtig war, die Kurzgeschichten nicht zu sehr zu zerdenken. Sie alle waren, mal mehr, mal weniger, surreal und teilweise habe ich dann lieber die Absonderlichkeit mancher Handlungen und Szenen hingenommen, statt die gelesenen Seiten zu Tode zu analysieren. 

mehr auf: http://a-bookdemon.blogspot.de/2018/03/rezension-das-fehlen-des-flusterns-im.html

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Tags: fantasy, kurzgeschichten, kurzgeschichtensammlung, miriam schäfer, mystery   (5)
 

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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THE DIVINE CHRONICLES 1 - AUFERSTEHUNG

M.R. Forbes
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 09.04.2018
ISBN 9783961880539
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Figuren: 
„Divine“ erzählt die Geschichte von Landon, der bei seiner Arbeit im Museum von einer mysteriösen Frau umgebracht wird und sich plötzlich in der Welt zwischen Himmel und Hölle wiederfindet.- Tot, aber irgendwie auch nicht. Und mit seiner Ermordung nimmt sein „Leben“ erst wirklich Fahrt auf. Sein neuer „Job“ als Diuscrucis (halb Engel, halb Dämon) ist es nun, das Gleichgewicht zwischen beiden Seiten aufrecht zu halten, beziehungsweise es überhaupt wieder herzustellen, denn die Hölle gewinnt an Stärke. Zu Beginn stellt er sich bei dem Ganzen allerdings eher weniger fähig an, kämpft sich jedoch immer wieder mit einer Menge Glück durch und weiß sich sogar zu helfen, wenn ihm mal wieder ein viel stärkerer Feind ans Leder will.
Mit der Zeit kommen auch zwei Sidekicks dazu: Obi-Wan (Ja, der arme Kerl heißt wirklich so.), ein Ex-Soldat, der nicht nur Muskeln sondern auch eine Menge Hirn beisteuert, und Rebecca, die Landon ebenfalls immer wieder aus der Scheiße zieht und ein bisschen für ihn in die „Guide-Rolle“ schlüpft.

Schreibstil: 
M. R. Forbes beginnt „Divine“ lustig und mit viel düsterem Humor, lässt die Handlung aber auch schnell höchst blutig und grausam werden.- Allerdings nicht zu übertrieben. Als „gory“ würde ich das Ganze noch nicht bezeichnen.
Der Autor beschreibt die Szenen ohne viel Drumherum und gibt hin und wieder ein paar Details, die wirklich wichtig sind, wodurch genug Raum für die eigene Vorstellung bleibt. Es fiel mir sehr leicht, in die Story zu finden und eigentlich bin ich nie wirklich herausgekommen oder „abgedriftet“. 

Inhalt: 
Wenn in einem Buch der Hauptcharakter in eine völlig neue Welt katapultiert wird oder seine eigene auf ganz andere Weise neu kennenlernt, braucht es meist eine ganze Weile Vorgeplänkel, bis die Haupthandlung anfangen kann. Immerhin muss die Figur sich ja erst einmal mit allem vertraut machen. Forbes hat das Ganze allerdings sehr gekonnt umschifft, weil Landon einfach nicht die Person für lange Erklärungen ist. Abgesehen davon hat er auch gar keine Wahl, als sich sofort blind ins Getümmel zu stürzen, denn durch einen Angriff der Dämonen wird er von dem getrennt, der ihm eigentlich das Wichtigste beibringen soll. So habe ich mit Landon zusammen also all die neuen Monster und himmlischen Wesen kennengelernt, die sich so in seiner Stadt herumtreiben. Es baut sich allein schon dadurch unheimliche Spannung auf, dass Landon und ich immer ungefähr gleichviel, oder eher gleichwenig wussten, was um ihn herum überhaupt aus welchen Gründen passierte.
Ich scheue mich ja davor, Himmel und Hölle ins klassische „Gut und Böse“ einzuteilen, denn auch hiermit bricht der Autor und zeigt, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint und dass weder der Himmel durchgehend tadellos ist, noch dass die Hölle nur Schlechtes hervorbringt. Landon muss sich also mit beiden herumschlagen und ist der eine Gegner gerade besiegt oder ein Problem gelöst, steht der nächste Feind schon hinter der nächsten Ecke. Es geht also immer wieder vom Regen in die Traufe und währenddessen entpuppt sich die ganze Story auch noch als ein blutiger, übernatürlicher Selbstfindungstripp der etwas anderen Art. Denkt aber nicht, dass es in „Divine“ nur um stupides Geschredder der Gegner geht! Tatsächlich gibt es viel Handlung um die Kämpfe herum und es ist auch immer wieder eine Gewissenfrage von Landons Seite aus, was er tun soll.- Immerhin kämpft er auch gegen Engel, die im eigentlichen Sinne ja „das Richtige“ wollen und verkörpern sollen.
Als ich dann die letzte Seite gelesen hatte, konnte ich gar nicht wirklich glauben, dass in der Handlung nur wenige Tage vergangen sein sollen, denn für mich fühlte es sich an, als hätte die Story ganze Jahre gefüllt. Und das Ende selbst werde ich dem Autor sowieso niemals verzeihen. Er hat den Cliffhanger des Todes in das Finale eingebaut und ich muss möglichst schnell den zweiten Band in die Hände bekommen!

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Tags: dark fantasy, divine, m. r. forbes, the divine chronicles, urban fantasy   (5)
 

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atomkrieg, der aufbruch, dunkelheit, dystopie, kalte krieg, kalter krieg, kämpfen, katastrophe, leben unter der erde, menschen leben in der finsterniss, postapokalypse, science fiction, sci fi, sinneswahrnehmung, welt aus dunkelheit

Dark Universe - Der Aufbruch

Daniel F. Galouye
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 10.05.2017
ISBN 9783945493847
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Figuren: An sich ist die Anzahl der Figuren, die wirklich eine Rolle in der Handlung von Dark Universe spielen, recht gering gehalten. Das begrüße ich allerdings, da ich mich als Leserin sowieso mehr auf andere Dinge konzentrieren musste. So bleiben als wirklich wichtige Figuren nur zwei: Jared und Della.Jared scheint der einzige in seiner „Welt“ zu sein, der das Licht nicht nur als eine unnahbare Gottheit sieht, sondern mehr dahinter vermutet. Er ist eine sympathische Figur und muss auf seiner Suche nach Antworten einiges ertragen. Als besonders empfand ich vor allem, wie ich als Leserin wirklich mitfühlen konnte, wie sich seine Einstellung gegenüber der unterirdischen Welt, also seiner Heimat und seinem Volk, immer wieder geändert hat und wie er mit sich selbst haderte.Zu ihm gesellt sich nach einiger Zeit Della. Sie gehört einem anderen Volk an und soll mit Jared eine Verbindung eingehen, um die Welten der beiden einander näherzubringen. Ihre wahre Bedeutung für die Story wird erst recht weit am Ende des Buches offenbart, also werde ich jetzt nicht allzu viel verraten. 
Schreibstil: Ich muss zugeben, ich habe erst nachdem ich mit dem Lesen von Dark Universe begonnen hatte auf der Seite des Verlags bemerkt, dass dieses Buch erstmals 1962 veröffentlicht wurde. Überrascht hat es mich vor allem, weil ich bei dieser Jahreszahl sofort Flashbacks diverser Schul- und Unilektüre bekam. Hier kann ich euch aber beruhigen, denn dem Schreibstil merkt man sein Alter nicht an. Er lässt sich sogar wirklich angenehm lesen. Ich hatte da eher ein Problem mit der Aufteilung des Textes selbst, also mit den Absätzen. Denn teilweise finden größere Zeit- oder Ortssprünge statt, ohne, dass das optisch im Text erkennbar ist. Leider habe ich so teilweise erst nach mehreren Zeilen bemerkt, dass sich die Handlung mittlerweile irgendwann oder irgendwo anders abspielte. Nach circa der Hälfte des Buches war ich zwar darauf gefasst und auch aufmerksamer, was solche Wechsel anging, doch hat mich diese (nicht vorhandene) Trennung in den ersten Kapiteln immer wieder ins Stolpern gebracht.
Inhalt:Bei diesem Buch musste ich als Leserin wirklich vergessen, wie ich bisher gelesen habe. Denn Jared, Della und Co. leben in einer Welt unter der Erde in verschiedenen Höhlensystemen. Unsere Welt, also das „oben“ haben sie nie kennengelernt. Die Zeit, in der ihre Vorfahren auf der Erde gewohnt haben, ist so lange her, dass sich niemand mehr daran erinnert, was „oben“ überhaupt ist. Jared selbst lebt in absoluter Dunkelheit. Er und sein Volk sehen nicht wie wir, sie nehmen ihre Umwelt durch Schall wahr. Dies ist auch der Punkt, für den man wirklich offen sein muss. Natürlich werden Räumlichkeiten und Personen beschrieben.- Aber eben nicht, wie sie aussehen, sondern wie sie sich anhören, also wie der Schall zurückgeworfen wird. Ich befand mich also während des Lesens wirklich in einem „Dark Universe“. Trotzdem hat der Autor es geschafft, die gesamte Welt gerade so durch die verschiedenen Figuren zu beschreiben, dass ich mich immer zurechtfinden konnte und auch ein grobes Bild der Umgebung hatte. Öde ist es in den Höhlen allerdings nicht, auch, wenn man das vorerst meinen könnte. Denn die Menschen leben nicht allein dort unten. Es ist zu Beginn noch nicht ganz klar, was es mit den Zivvern und Subflatterern auf sich hat, aber genau das gibt dem Ganzen noch einen extra Hauch Spuk dazu. Man sieht die Gefahr, beziehungsweise das Monster, das einen verfolgt, nicht wirklich. Man kann es nur hören und riechen.Zu diesen Monstern kommt aber auch Gefahr aus den eigenen Reihen, denn die Überlebenden sind in höchst mittelalterliche Glaubensmuster zurückverfallen und Fehltritte (die sich Jared zu oft leistet) werden hart bestraft. Sie alle beten Gegenstände, „Reliquien“, aus der Vergangenheit an.- Also aus der Zeit, in der die Menschen noch auf der Erde lebten. Wozu Glühbirne und Co. allerdings so wirklich da waren, verstehen sie alle nicht, denn „hell“ und „dunkel“ kennt man dort unten auch nicht. Das einzig Gute, sofern man es so nennen will, was das Leben unter der Erde hervorgebracht hat, sind die besonderen Fähigkeiten der Bewohner. Da sie schon lange nicht mehr ihre Augen nutzen, haben sich andere Sinne wie Hören und Riechen stark verbessert. Manche einzelnen Personen haben sogar ganz besondere Fähigkeiten entwickelt, über die ich hier nicht zu viel verraten möchte.
Wenn euch Dark Universe interessiert, möchte ich euch hier auch noch ans Herz legen, wirklich am Ball zu bleiben, wenn ihr einmal mit dem Lesen angefangen habt. Es handelt sich hier um keinen dicken Schinken, also sollte das machbar sein. Denn ich muss gestehen, dass ich dieses Buch nicht seitenweise lesen konnte, sondern es kapitelweise verschlungen habe. Das allerdings nicht nur, weil es zum Ende heraus immer spannender wurde, sondern auch, weil man sonst schnell den Faden verlieren könnte. Allzu verwirrend ist zwar nichts beschrieben, aber durch die bereits erwähnten Zeit- und Ortssprünge kann man schnell aus dem Lesefluss kommen, wenn man nicht genug „Schwung“ hat. 
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227 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 104 Rezensionen

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Totenweg

Romy Fölck
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.02.2018
ISBN 9783785726228
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Figuren: Mit Frida, der Hauptprotagonistin, hat Romy Fölck nicht unbedingt das Rad neu erfunden. Sie fällt in die doch recht gut gefüllte Sparte „arschcoole Polizistin, die nach oben will und meistens ihre Emotionen herunterschluckt“. Das muss aber nicht unbedingt als etwas Schlechtes gewertet werden, da solche Figuren nun einmal am besten in Krimis passen.- Immerhin müssen sie ja auch einiges aushalten. Nur hin und wieder verlässt Frida diese bereits eingefahrene Spur und wird sogar auf ihre Art und Weise ganz liebenswürdig. Immerhin hat sie auch ihr Päckchen zu tragen, das ihr immer wieder die Menschlichkeit gibt, die manchen anderen abgebrühten Polizisten und Ermittlern fehlt.Eine weitere wichtige Rolle spielt Haverkorn. Er verhält sich zwar hin und wieder vor allem gegenüber Frida wie ein Arsch, da er der festen Überzeugung ist, sie wisse mehr über den weit zurückliegenden Tod ihrer Jugendfreundin, doch kann man seine emotionalen Ausbrüche auch teilweise verstehen, denn immerhin hat er eine schwer depressive Ehefrau zu Hause, die ihm das Leben nicht wirklich erleichtert. Zugegeben, manchmal tat er mir richtig leid.Dass sich zwischen Frida und Haverkorn immer wieder Auseinandersetzungen aufbauschen, ist hier natürlich vorprogrammiert. Doch merken beide zum Glück auch recht schnell, dass sie ein Miteinander sehr viel weiterbringt als ein Gegeneinander.
Schreibstil: Es hat einige Kapitel gebraucht, bis ich mich mit dem Schreibstil der Autorin angefreundet hatte. Sie schreibt nun einmal ohne großes Tohuwabohu von dem, was passiert und manchmal wirkte mir die gesamte Art des Erzählens zu distanziert von den Figuren. Weder Frida, noch Haverkorn, noch andere Charaktere hatten mich bis zu einem bestimmten Punkt überhaupt wirklich interessiert, weshalb auch erst spät eine richtige Spannung entstand, beziehungsweise sie sich auch nicht wirklich konstant halten konnte. Nach und nach passte der Schreibstil für mich zwar zum Handlungsstrang und den Figuren, doch wäre etwas mehr Nähe zu den Gefühlswelten von Frida, Haverkorn und Co. für mich persönlich schöner gewesen. (Und damit meine ich nicht nur, wie Frida ihre Metallica-Alben hoch- und runterdudelt.)
Inhalt: Frida kommt zurück nach Deichgraben auf den Apfelhof ihrer Eltern, weil jemand ihren Vater angegriffen und niedergeschlagen hat. In ihrer ehemaligen Heimat kochen aber auch alte Gefühle wieder hoch, da hier ihre ehemals beste Freundin Marit in einer Scheune tot aufgefunden wurde, als beide noch Teenager waren. Da Haverkorn in dem Fall ihres Vater ermittelt, treffen die beiden gezwungenermaßen aufeinander und es wird schnell klar, dass sie eine mehr als komplizierte Vorgeschichte miteinander haben. Einfacher wird das Verhältnis zwischen den beiden erst recht nicht dadurch gemacht, dass Haverkorn vor allem darauf hofft, jenen besagten Fall zum Abschluss bringen zu können.Während Frida irgendwie wieder mit dem Ort warm zu werden versucht, an dem sie aufgewachsen ist, werden immer wieder Kindheitserinnerungen von ihr durch verschiedene Orte und Begegnungen getriggert. Auf diese Weise bekam ich nach und nach auch ein Bild davon, wie die Zeit um die Ermordung ihrer Freundin aussah und wie sehr Frida dadurch geprägt wurde. Außerdem lernt man so auch wichtige kleine Details über verschiedene Personen aus Deichgraben kennen und kann selbst im Kopf ein wenig puzzlen. Diese Erinnerungsszenen wirkten auf mich jedoch irgendwie unschöner geschrieben als der Rest des Buches. Die professionelle Kühle, die die Stimmung in der Story, die in der Gegenwart spielt, gehalten hat, bricht in Fridas Erinnerungen völlig ab. Wobei es jedoch interessant war, sie auf diesem Wege auch auf einer persönlicheren Ebene kennenzulernen. Auch, wenn trotzdem nicht allzu viel über sie offenbart wird und ich mich ihr nicht unbedingt näher fühlte.
Wie bereits erwähnt brauchte ich eine gewisse Eingewöhnungsphase in „Totenweg“. Doch als die vorbei war, tüdelte sich auch nach und nach eine solide Story zusammen und ich blieb an den Seiten hängen wie es bei einem guten Buch sein soll. Es wurde nicht mehr an bereits bekannten Stereotypen herumgefimmelt, sondern es kamen auch neue Fragen auf.Natürlich drängt sich während des Handlungsverlaufes auch der alte Fall um Marit immer wieder in den Vordergrund, denn mittlerweile scheint der Täter wieder aufgewacht zu sein. Und er verteilt nicht nur Hinweise, sondern auch Denkzettel. Dabei bleibt er jedoch über einen sehr langen Zeitraum nicht mehr als ein Geist oder Phantom. Natürlich habe ich gerätselt, wer infrage käme, doch konnte ich mich nie auf eine Person allein konzentrieren, da bis dahin schon wieder eine andere verdächtiger war. Jede einzelne Spur, die ich mir ausmalte, wurde also immer wieder sofort im Keim erstickt. Ich bin dabei wirklich fast wahnsinnig geworden. So war mir Person A zu offensichtlich, Person B zu abwegig, Person C konnte es definitiv nicht sein und wenn mir die Lösung zum Greifen nahe schien, kam Romy Fölck und brachte den ganzen Laden wieder durcheinander. Sie hatte mich teilweise wirklich so weit, dass ich einfach alles und jeden verdächtigte.Und als wäre all das nicht bereits genug, um sich daran die Zähne auszubeißen, kämpft Frida während der Abwesenheit ihres Vaters gegen das größte Schwein, nämlich Schucht, um den Erhalt des Apfelhofes ihrer Eltern. Denn er versucht schon seit Längerem, sich in die privaten Apfelhöfe der Umgebung zu drängen. Damit hätten wir also einen weiteren Herd für eine ordentliche Schlammschlacht. (Eins muss man Romy Fölck lassen: Im Hassobjekte erschaffen ist sie wirklich verdammt gut.)Beim Ende selbst hatte ich dann trotzdem einen Gewissen „Auf-den-Tisch-hau-und-rufen-„Ich habs doch gesagt!“ “-Moment. Es war dann doch ein Puffer, dass das Finale nicht so spektakulär war, wie ich es mir nach all dem Hickhack erhofft hatte. Immerhin gab es genug Material für die Autorin, um ein Feuerwerk aus absolutem Abfuck zu starten.Im Großen und Ganzen werden also viele bereits erwähnte Klischees bedient: Ein verbitterter Ermittler, ein alter Fall, der niemandem jemals wirklich Ruhe gelassen hat und nun wieder aufgerollt wird und korrupte Gegenspieler. Allerdings ist das Ganze mit einer Menge Aha- und Oho-, aber auch vielen What-The-Fuck-Momenten gespickt.

ACHTUNG, möglicher Spoiler.Was ich persönlich doch recht schade finde, da ich in entsprechender Szene verkehre: Dass die böse böse Black Metal Musik wieder einmal einen Mörder geformt haben soll. Klar, die Texte entsprechender Bands drehen sich nicht unbedingt ums Blümchenpflücken und Ringelreihetanzen... Aber dass dadurch Mordlust in jemandem aufkochen soll, ist mir etwas zu stereotypisch gedacht. Da greife ich doch eher zum Arsen, wenn mir jemand Helene Fischer auf die Ohren legt.Das wollte ich nur noch loswerden.
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264 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 155 Rezensionen

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Das Glück an Regentagen

Marissa Stapley , Katharina Naumann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 07.11.2017
ISBN 9783499291708
Genre: Liebesromane

Rezension:

Figuren: Als erste Hauptfigur habe ich Mae kennengelernt. Sie ist recht blauäugig und kam mir auf den ersten Seiten etwas farblos vor. Allerdings entwickelt sie sich mit jedem Kapitel immer mehr zu einem recht interessanten emotionalen Charakter und ich konnte mich bis zum Ende nicht entscheiden, ob sie nun wirklich energisch oder eher schwach ist. Irgendwie ist sie wohl ein Mix aus beidem. Ähnlich ging es mir mit Gabe, Maes Freund aus Kindheitstagen. Auch, wenn er nach dem ersten „Kennenlernen“ wie jeder andere männliche „Love Interest“ aus anderen Büchern wirkt (schön, geheimnisvoll und erschreckend perfekt mit seiner eigenen kleinen düsteren Hintergrundgeschichte) beweist auch er schnell, dass mehr in ihm steckt.Um sie beide herum ist ganz Alexandria Bay voller zerbrechlicher Leute, deren Zerfall man langsam mitverfolgen kann.Ich konnte von ihnen allen bis zum Ende nicht genug bekommen. 
Schreibstil: „Das Glück an Regentagen“ ist nicht nur tragisch und dramatisch, sondern auch auf eine unverbesserliche Art tieftraurig und gleichzeitig aufmunternd. Ein gewisser Schwermut ist permanent spürbar, selbst, wenn die Quelle dafür noch gar nicht wirklich erkennbar ist. Als ich einmal begonnen hatte, hatte ich gar keine andere Wahl, als dieses Buch in einem Stück durchzulesen.
Inhalt:Wie zu erwarten bei einem Buch der schmaleren Sorte lernt man bereits innerhalb weniger Seiten die wichtigsten Figuren und Umstände kennen, um besser in die Story finden zu können.- Leider wurde ich davon fast ein bisschen überrumpelt. Nach und nach ergab alles einen Sinn, doch anfangs war es etwas schwer, die Familien- und Freundschaftsverhältnisse zu verstehen, oder wer jetzt was genau warum und mit welchen Konsequenzen getan hat. Ich traf kurz hintereinander in verschiedenen Kapiteln auf Mae, Virginia, Gabe, Lilly und noch andere Figuren, musste mich über die ersten Seiten hinweg allerdings erst mal damit abfinden, dass ihre Geschichten erst später intensiviert werden und sich dann auch alles zusammenfügt wie ein Puzzle, das lange auf seine Vervollständigung gewartet hat.
Erwartet hatte ich von „Das Glück an Regentagen“ eigentlich eine flatterige, leichte Liebesgeschichte zwischen Mae und Gabe, diese ist allerdings nicht der Hauptkern des Buches. Eine viel tiefgehendere Geschichte um die verschiedenen Leben der einzelnen Personen drängt diese Liebesgeschichte immer wieder an den Rand.- Was ich, ehrlich gesagt, begrüßt hatte, da das ganze Konstrukt der Story dadurch für mich viel interessanter und unvorhersehbarer wurde. Und immer wieder sickert es durch, wie die verschiedenen Schicksale all der einzelnen Personen ein großes Ganzes ergeben; wie sie unabänderlich miteinander verbunden sind und schon beschlossen wirken.
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Nebula Convicto. Grayson Steel und der Verhangene Rat von London

Torsten Weitze
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 07.09.2017
ISBN 9783862825257
Genre: Fantasy

Rezension:

Figuren: Grayson Steel ist Sonderermittler bei New Scotland Yard. Seine Lebensmittelpunkte sind Kaffee, die Arbeit und Zynismus.- Bis er an einem Einsatzort, an dem eine Frau ermordet wurde, von einer übernatürlichen Kreatur, genauer gesagt einer Banshee, angegriffen wird. Von da an ändert sich für ihn alles, denn die Nebula Convicto ist auf ihn und seine Fähigkeiten aufmerksam geworden. Er bekommt einen Mentor: Morgan. Morgan ist das Sinnbild von dem, was ich mir unter einem britischen älteren Gentleman vorstelle und somit das perfekte Gegenteil von Grayson. Der weiß zwar bei „normalen“ Verbrechen, wie er vorgehen muss, doch sind magische Wesen für ihn Neuland. Außerdem ist er absolut nicht der Überheld, den man jetzt vielleicht erwartet hätte, sondern bekommt auch oft genug den Arsch versohlt, und dadurch eine doch relativ realistische Seite, wofür man ihn einfach gernhaben muss.
Schreibstil: Torsten Weitze hat mich ohne viele Worte direkt in ein nebelverhangenes, düsteres London geschickt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er sich sehr gekonnt ausdrückt. Ich habe selbst angefangen, beim Lesen Schatten um mich huschen zu sehen. Wenn ich von den Orten las, die er beschrieb, war ich wirklich da.
Inhalt: Die Banshee und allgemein eigentlich alle Kreaturen, die der Autor auf seine Protagonisten hetzt, sind in der Tat auch wirklich Schreckensvisionen und keine verschönten Zauberwesen. Ich war so froh, in dieser Welt voller „Monster“, die plötzlich glitzern, heiße Collegegänger sind und junge Frauen verführen, endlich mal wieder von wirklich blutdurstigen Biestern zu lesen, dass mein Monster liebendes Herz Sprünge gemacht hat. Torsten Weitze hat also schon mit seinem ersten Band der Nebula Convicto bewiesen, dass es auch anders geht und er nimmt sogar diese Umstände im Buch aufs Korn, was ihm gleich Sympathiepunkte bei mir eingebracht hat.Es hat auch etwas Lustiges, wie Grayson, der hartgesottene Detective, diese ganze versteckte, magische Welt kennenlernt. Er wird mit ihr und der Nebula Convicto, der „Gemeinschaft des Nebels“, bekanntgemacht und nach anfänglichen Laufschwierigkeiten fühlt er sich auch dort wie ein Fisch im Wasser. Nichtsdestotrotz sickert seine „Elefant im Porzellanladen“-Attitüde doch manchmal noch durch, wobei er dabei zugegebenermaßen eher badass erscheint, auch, wenn seine Gedankengänge in den meisten Fällen anderes behaupten.Mit der Zeit schafft es sein Mentor Morgan, ihn die Welt mit anderen Augen sehen zu lassen und gleiches hat der Autor auch bei mir als Leserin erreicht. Plötzlich wurde jeder Gegenstand, jedes historische Ereignis irgendwie – wenn auch auf grausige und dunkle Weise – magisch. Ich hab es ja sowieso sehr gern, wenn Bücher, die in „unserer Welt“ spielen, auch auf die Vergangenheit eingehen. Und wenn dann auch noch plötzlich herauskommt, dass die Pest nur durch die Dummheit einer Person durch einen Unfall herbeigeführt wurde... Da kann ich gar nicht anders, als ganz Feuer und Flamme für die Story zu sein. Aber auch abgesehen davon habe ich mit jeder Seite und jedem Schritt, den Grayson in seinen Ermittlungen gemacht hat, mitgefiebert. Jedes Kapitel ist vollgepackt mit Handlung und kein einziger Satz war mir zu viel. Ganz im Gegenteil.- Ich bin jetzt schon ganz gespannt auf die folgenden Bände und muss dringend herausfinden, wie ich den Autor bestechen kann, damit er Grayson irgendwann auch mal nach Finnland schickt.:D
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Phoenix - Tochter der Asche

Ann-Kathrin Karschnick
Buch: 400 Seiten
Erschienen bei Papierverzierer Verlag, 02.10.2013
ISBN 9783944544052
Genre: Fantasy

Rezension:

FigurenDurch einen schweren Schicksalsschlag wurde Tavi, die Hauptprotagonistin, vor langer Zeit zu einer Phönix.- Einer „Seelenlosen“, wie sie die Menschen auch nennen. Allerdings ist sie nicht allein. Nicht nur sie, sondern auch andere übernatürliche Wesen leben versteckt unter der normalen Bevölkerung ein möglichst angepasstes und unauffälliges Leben. Ich muss ja zugeben, dass ich sehr froh bin, mal wieder von einer wirklich erwachsenen Frau zu lesen und nicht von einer Figur aus der 16- bis 18-Jährigen-Sparte. Denn Tavi ist nicht nur hunderte Jahre alt, ihr Geist ist es auch. In fast jeder Situation spricht die Lebenserfahrung aus ihr. Sie trifft reife Entscheidungen, verhält sich (meistens) sehr rational und durchdenkt, was sie tut. Die männliche Hauptrolle in diesem Buch hat Leon. Er ist das perfekte unperfekte Gegenstück zu Levi. Leon tritt meistens sehr kühl, ernst und distanziert auf, wirkt teilweise sogar fies. Allerdings muss ich ihm auch zugestehen, dass er seine eigenen sehr interessanten, emotionalen Schwächen hat.
SchreibstilAnn-Kathrin Karschnicks Schreibstil, ich kann es nicht anders sagen, geht runter wie Butter. Dadurch war es für mich ein wirklich Leichtes, mich im zwielichtigen Hamburg der Zukunft und den Köpfen der einzelnen Figuren zu verlieren. Besonders fand ich hier, dass die Autorin die Welt nicht möglichst fantasievoll und hochtrabend beschreibt, sondern alles passend zur Story irgendwie dreckig, rostig und scharfkantig darstellt. Lediglich die Figuren bringen eine gewisse Leichtigkeit und Weichheit mit hinein, was die Mischung perfekt macht und so einen unverwechselbaren Stil schafft. Immerhin hat es die Autorin geschafft, sogar Knöpfe wie das Interessanteste der Welt erscheinen zu lassen. Hut ab dafür.
InhaltAls Leon die Ermittlungen zu einem Mordfall in Hamburg aufnimmt, kreuzen sich die Wege der beiden das erste Mal. Denn Tavi beschließt, auf eigene Faust den Morden nachzugehen, die ihr offenbar irgendjemand in die Schuhe schieben will, was Leon selbstverständlich völlig gegen den Strich geht. Zwar sind sowohl Leon als auch Tavi sehr verschieden, doch nach und nach offenbaren sich bisher versteckte Gemeinsamkeiten, die die Luft zwischen den beiden ordentlich anheizen. Zum Glück entsteht zwischen ihnen jedoch keine stupide Liebe auf den ersten Blick. Sie stellen sich immer wieder mehr oder weniger freiwillig gegeneinander und erst während sie sich kennenlernen kristallisiert sich etwas Tieferes heraus, dass sie verbindet und mich sogar dazu gebracht hat, die beiden als Paar sehen zu wollen. Es bauscht sich allerdings derart viel zwischen ihnen auf, dass eine ganze Weile vergeht bis sie sich einander annähern. Und auch dann ist es kein Schmachten und Verzehren nacheinander, sondern eher eine Leidenschaft, die immer wieder unterdrückt werden muss. (In meinen Notizen habe ich dazu übrigens „Uiuiui!- Sexy Time!♥“ stehen. Ich fass es nicht.)
„Phönix – Tochter der Asche“ ist sehr viel futuristischer und düsterer, als ich anfangs erwartet hatte. Die Geschichte von Tavi und Leon spielt im Hamburg um 2033. Eigentlich liegt das nicht allzu fern in der Zukunft, doch hat sich schon viele Jahre zuvor alles geändert, wie man aus dem Klappentext erfährt. Wir befinden uns also in einer Art „Alternativwelt“ zu unserer. Mit anderen Wesen und etwas abgeänderter Historie. Und trotzdem spinnen sich das gesamte Buch über immer wieder kleine Fäden bis in „unsere Zeit“ und viele Jahrhunderte davor. So hat Tavi beispielsweise sogar die Hexenverfolgungen miterlebt. Es wird auch mit jedem Kapitel immer wieder bemerkbar, wie die Welt, die Ann-Kathrin Karschnick erschaffen hat, deutlich auf die Figuren abfärbt oder sie bereits geprägt hat. So haben alle Menschen und anderen Kreaturen, die man kennenlernt, etwas Totes in sich, dass so scheint, als könne man es nicht mehr retten. Das Ende selbst kam nicht komplett unerwartet, hier und da hatte die Autorin aber doch noch die eine oder andere Überraschungen einbauen können. Im Großen und Ganzen wurde ein sehr gutes Fundament mit einer Menge Material für die Folgebände geschaffen, auf die ich schon sehr gespannt bin.
FazitEine Dystopie der besonderen Art, in der die Melancholie teilweise zum Schneiden dick ist. Dazu zwei realistische Charaktere mit genug Schwächen und Stärken, die eine Menge Potential für weitere Teile bereithalten.

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Tags: ann-kathrin karschnick, dystopie, phönix, tochter der asche   (4)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

fantasy, kinderbuch, krakonos, wieland freund

Krakonos

Wieland Freund , Hans Baltzer
Fester Einband: 292 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 10.07.2017
ISBN 9783407823229
Genre: Kinderbuch

Rezension:


FigurenNik und Levi sind die Hauptfiguren in „Krakonos“. Die beiden Brüder leben getrennt von ihren Eltern in einer Art Internat (Allzu genau wird das leider nicht beschrieben). Während Levi, der Jüngere der beiden, wenig für den Unterricht übrig hat und sich lieber mit der Natur beschäftigt, übernimmt Nik die Rolle des Aufpassers, denn er teilt nicht die Unbesorgtheit seines Bruders.Zwar werden noch einige Kapitel aus der Sicht von Emma, einer Studentin der Mythobiologie, erzählt, doch würde ich sie nicht als Hauptfigur sehen, da sie erst zum Ende hin wirklich wichtig wird und ansonsten eher die Seite der Verfolger Krakonos' vertritt.Wo wir auch schon bei der letzten handlungstragenden Rolle sind: Riebe, Rübezahl oder eben Krakonos.- Ein uraltes Wesen, dass plötzlich in die Leben von Nik und Levi platzt und alles (wenn auch eher unbeabsichtigt) auf den Kopf stellt. 
SchreibstilDa dieses Buch bereits für Kinder (ab 11 Jahre) ist, ist der Schreibstil natürlich einfacher gehalten. Die Sätze sind verhältnismäßig kurz, es gibt so gut wie keine Schachtelsätze und alles wird möglichst einfach erklärt. Klingt vielleicht für ältere Leser erstmal öde, jedoch hat das dem Ganzen keinen Abbruch getan. Ich war beim Lesen tatsächlich überrascht, wie umfangreich alles erklärt wird, obwohl „Krakonos“ mit nichtmal 300 Seiten doch recht kurz ist. 
InhaltZugegebenermaßen haben mich die ersten Seiten ganz schön überrumpelt, denn vor lauter ge-“Qwip“-e wusste ich gar nicht so wirklich etwas mit der Handlung anzufangen. Erst nach einer ganzen Weile wird halbwegs mehr oder weniger erklärt, dass es sich bei dem Ganzen um eine Firma handelt. Ich würde es mit einer Internetgesellschaft vergleichen, so wie Google vielleicht, wobei ich mir da nicht so sicher bin. Allerdings nahm diese Firma und all die Technik um sie dann doch nicht so viel der Handlung ein wie ich befürchtet hatte. Im Großen und Ganzen hatte ich auch anderes erwartet. Nichts Besseres oder Schlechteres, einfach anderes. Denn ich persönlich bin nach dem Klappentext davon ausgegangen, dass Nik und Levi tatsächlich im Berlin der Zukunft zwischen Technik, Metall und Asphaltklötzen leben, dort dann irgendwie diesen Raben treffen und ich das ganze Buch über keinen Baum zu Gesicht bekomme.- Ganz so ist es dann aber doch nicht. Eigentlich ist es sogar ganz anders, denn ein Großteil der Handlung findet in Wald und Wiese statt, was für mich dann doch eine schöne Wendung war, mit der ich nicht gerechnet hätte.Die Geschichte beginnt mit dem plötzlichen Ausbruch Krakonos' aus seinem bisherigen Versteck. Sofort heften sich Forscher an seine Fersen, die bereits andere Wesen der Mythologie mit Sendern markiert und unter Beobachtung haben. Nik und Levi geraten dabei direkt ins Kreuzfeuer, da Krakonos keine andere Wahl hat, als sie in seine Fluchtpläne mit einzubeziehen. Natürlich ist der tierliebe Levi sofort himmelhoch begeistert von dem Raben, der seine Gestalt zu allem Möglichen verändern kann und beschließt in seiner kindlichen Naivität, ihm zu helfen. So hat Nik gar keine andere Wahl, als mit den beiden zu ziehen und vor ihren Verfolgern zu flüchten, denn alles, was ihm wichtig ist, ist die Sicherheit seines kleinen Bruders. Leider hat mir bei dem Ganzen allerdings etwas Tiefgang gefühlt. Natürlich kann man keine hochphilosophischen Theorien in ein Abenteuer für Kinder packen, doch fällt mir rückblickend auf, dass gar nicht allzu viel passiert ist. Das, was der Klappentext dem Leser preisgibt, ist bereits der Haupthandlungsstrang bis fast zum Ende. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass sich der Rote Faden einfach immer mehr aufdröselte und letztendlich vorhersehbar simpel zum Ende führte. Nichtsdestotrotz bin ich sicher, dass jüngere Leser mit den beiden Brüdern mitfiebern und auch von der wunderlichen Welt, in die Krakonos die beiden führt, begeistert sein werden. Und es ist für eigentlich jeden Geschmack etwas dabei: Zukunftsvisionen, Humor, Mythologie, Natur, Verfolgungsjagden und hin und wieder ein bisschen Traurigkeit.
mehr auf: http://a-bookdemon.blogspot.de/2018/01/rezension-krakonos.html

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Tags: fantasy, kinderbuch, krakonos, wieland freund   (4)
 

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Last Exit

Mirjam Mous , Verena Kiefer
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Arena, 26.06.2017
ISBN 9783401603674
Genre: Jugendbuch

Rezension:

FigurenEs versteht sich eigentlich von selbst, dass man in einem Buch, das in einem vollbesetzten Schulbus spielt, auch auf viele Personen trifft. Die Autorin hat es jedoch geschickt angestellt und lässt den Leser nur ein paar Charaktere wirklich kennenlernen. Diese teilen sich im Wechsel in die verschiedenen Kapitel ein. Ich möchte an dieser Stelle aber nur zwei vorstellen:Valentin tritt als Erster auf. Er nimmt sich der Rolle des Ermittlers an, als die Nachricht eintrifft, dass sich eine Bombe in dem Reisebus befindet, mit dem die 8c eigentlich in die Ardennen fahren wollte. Abgesehen davon ist er der Außenseiter der Klasse, welcher sich jedoch im Verlauf der Geschichte behaupten wird.Sein „Gegenstück“ ist Driss. Er ist derjenige, der die fertigmacht, die ihm im Weg stehen. Dass mehr dahintersteckt als pure Böswilligkeit bemerkt man jedoch auch schnell. Denn durch verschiedene Rückblenden in die Leben einzelner Personen lässt sich leicht in Erfahrung bringen, warum es zu gewissen Situationen in der Klasse gekommen ist. Ein richtiges „Brodeln“, wie es im Klappentext heißt, würde ich es aber trotzdem nicht nennen.Neben diesen beiden, ich wage es mal zu behaupten, Hauptcharakteren, treten noch viele andere Klassenmitglieder und die zwei Lehrer auf. Auch ein paar von ihnen bekommen ihre eigenen Kapitel und nach und nach ist irgendwann jeder einmal verdächtig.

SchreibstilDa es sich bei „Last Exit“ und ein Jugendbuch handelt, ist der Schreibstil der Autorin relativ einfach gehalten. Das Buch lässt sich mit 272 Seiten schnell durchlesen. Mirjam Mous muss ich jedoch anrechnen, dass sie es tatsächlich geschafft hat, mich immer wieder völlig in die Irre zu führen. Mal ist jeder verdächtig, dann macht es bei niemandem wirklich Sinn, warum ausgerechnet er/sie die Bombe in den Bus geschmuggelt haben sollte. Sie lockt immer wieder auf falsche Fährten und versteckt den wahren Täter bis zum Ende hin wirklich sehr gut.Leider kam jedoch für mich nie wirklich richtige Spannung auf. Natürlich wollte ich wissen, wer denn nun der Bombenleger ist, doch der Text ist an manchen Stellen doch etwas schlaff dahingeschrieben, weshalb eine wirkliche Panik in der Klasse nie zu spüren war.

InhaltEs ist ja bereits bekannt, dass die Bombe nur die Spitze des Eisbergs ist. Jeder im Bus hat sein Päckchen zu tragen und die meisten von ihnen sind wirklich nicht zu beneiden. Und entgegen meiner Erwartungen lauert auf die Schüler eine tatsächliche Gefahr. Denn ich muss zugeben, dass ich lange Zeit nicht geglaubt habe, dass die Bombe echt ist und sich am Ende vielleicht alles nur als schlechter Scherz herausstellt.Die Autorin hätte ziemlich viel aus der potentiellen Angst der Anwesenden machen können. Echte Panik, Zusammenbrüche oder Lebensangst trifft man jedoch eher spärlich an. Stattdessen liest man viel über die typischen Probleme in der Jugend: Mobbing, der Wunsch, ein Teil von etwas zu sein, Geld, Verknalltheit... Natürlich müssen diese Themen zwangsläufig in einem Bus voller Pubertierender auftreten, doch nehmen sie meiner Meinung nach zu viel vom Inhalt ein. Letztendlich haben mich Titel und Klappentext etwas völlig anderes erwarten lassen.- Nämlich wirklichen Horror. Die Angst davor, dass ein Bus jederzeit in die Luft fliegen könnte hätte alles ausfüllen müssen. Todesangst eben. Stattdessen wirkt das Ganze geradezu heruntergespielt. Leider.
mehr auf: http://a-bookdemon.blogspot.de/2017/12/rezension-last-exit-das-spiel-fangt.html

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Tags: jugenbuch, klassenfahrt, last exit, mirjam mous, spannung   (5)
 

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Scherben der Dunkelheit

Gesa Schwartz
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.09.2017
ISBN 9783570164853
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Figuren:Da hätten wir sie wieder. Eine der Figuren, die ich in Büchern eigentlich möglichst meide. Diese eine ganz besondere Schneeflocke: Anouk. Sie ist eine von denen, die es schafft, auf jeder Seite ihr Leid zu klagen und nicht mehr kann als „Mimimi“, auf die komischerweise aber alle bauen weil... weil wegen eben. Ich verstehe es selbst nicht. Sie scheint ein Charakter zu sein, der super sympathisch und aufregend hätte werden können. An irgendeiner Kreuzung ist die Autorin dann aber falsch abgebogen und hat nach Frankenstein-Manier aus allen möglichen Bella Swans den Supergau an Schneeflöckchen-Haftigkeit zusammengebastelt. Und wenn schon der Hauptcharakter nervt, und ich bei jedem pseudo-schlagfertigen Spruch von ihr, der eigentlich nur grauenhafter, peinlicher Konter war, die Augen verdrehe, wird es eng für den Rest der Geschichte.Ihr Gegenstück sticht leider auch nicht aus der Menge der bösen sexy Schnuckelchens heraus. Rhasgar ist ein Magier und der typische verführerische Anti-Held, der ein dunkles Geheimnis hütet und nicht er selbst ist, wenn er nicht mindestens gefühlt jedes Kapitel zu seiner Auserwählten sagt, wie gefährlich er für sie ist und dass sie sich fernhalten muss. Nicht, das Blödchen-Anouk darauf hören würde. Aber natürlich lässt unsere unscheinbare blasse Schönheit sein kaltes, unnahbares Herzchen schmelzen. Außerdem ist er irgendwie nichtmal ein richtiger „Bad-Boy“, wie ich ihn noch hätte akzeptieren können, sondern eher der Hanswurst von Anouk. Es passiert einfach immer und immer wieder, das Anouk-Schnuckiputz Scheiße baut (und zwar richtig) und er sich bei ihr entschuldigt weil... Ja. Pfff. Was weiß ich.
Schreibstil:Mit dem Schreibstil der Autorin bin ich mir nicht so sicher. Auf der einen Seite schafft sie kunstvoll vollkommen fesselnde Bilder und Szenerien und ich war teilweise völlig von dieser Magie gefesselt, die sie mich wirklich spüren lassen hat... Auf der anderen Seite sind aber viele Phrasen schon nach kurzer Zeit abgenutzt („Ins Bockshorn jagen“ und immer wieder irgendjemandes Atem irgendwo zu fühlen beispielsweise.) und alles ist einfach viel zu überladen. Die Metaphern, die Gesa Schwartz genutzt hat, hätten locker für fünf Bücher und ein kitschiges Gedicht gereicht. Mein Eindruck ist ja, dass alles möglichst poetisch und tiefgründig erscheinen sollte, das aber voll nach hinten losging. Wenn ihre Metaphern Zucker wären, würde ich ein Jahr zuckend im Kreis rennen. Manchmal kann man es eben auch zu gut meinen.Allerdings muss ich der Autorin eins lassen: Die guten Seiten ihres Schreibstils haben mich erst dazu gebracht, die völlig überstürzte Romanze zwischen Anouk und Rhasgar einfach erstmal hinzunehmen um abzuwarten, wie sich das alles entwickelt.

Inhalt:Die Magie des „Dark Circus“ explodiert auf den ersten Seiten förmlich und ich war ganz angetan von der gesamten Thematik. Dass dann jedoch sofort diese Liebelei zwischen Anouk und Rhasgar entsteht und alle von jetzt auf gleich ganz deep in Love sind, hat dem Ganzen einen bitteren Beigeschmack gegeben. Außerdem begibt Anouk sich regelmäßig trotz deutlicher, wiederholter Warnungen der anderen in Gefahr. Sie benimmt sich teilweise wirklich wie ein Kind, dem man ein Klappmesser in die Hand gedrückt hat.- Das kann einfach nicht gut gehen. Ihre Ausrede für so ein dämliches Verhalten ist immer wieder die blinde Trauer um ihren Bruder. Das konnte ich ihr allerdings wirklich nur bis zu einem gewissen Punkt verzeihen. Sie stürzt sich einfach viel zu oft wie ein freudloses Schäfchen von einem Unheil ins nächste, ohne die verdächtigsten Umstände auch nur einmal zu hinterfragen. Sowas wie „Misstrauen“ existiert nichtmal in ihrem Vokabular, fürchte ich.Alle restlichen Figuren sind zwar sehr viel liebenswürdiger und ich habe auch sehr gern von ihnen gelesen, allerdings sind auch sie alle auf Stereotypen aufgebaut, die man so eins zu eins auch in vielen vielen anderen Geschichten trifft. Anouk ist ihnen zwar nur ein tonnenschwerer Klotz am Bein, aber natürlich vergöttern die meisten sie trotzdem. Alle vertrauen auf ihr Talent und hoffen, durch sie gerettet zu werden, obwohl sie ihre Fähigkeiten gerade erst entdeckt hat. Diese werden zwar ziemlich genau erklärt und auch beschrieben, allerdings habe ich persönlich mehr Potential in den Talenten von manch anderer Person gesehen und nicht verstehen können, was an ihrer Zauberei so besonders ist. Warum einige dieser wirklich mächtigen Verbündeten es nicht schon allein geschafft haben, aus diesem Teufelskreis „Dark Circus“ auszubrechen, ist mir schleierhaft. Ja, Anouk ist die große Hoffnungsbringerin, aber letztendlich macht sie den kleinsten Teil der Arbeit. Sie fuchtelt ein bisschen mit ihrer Farbenmagie herum und schwuppdiwupp wird sie als Heldin gefeiert. Für meinen Geschmack wird ihr sowieso viel zu viel in die Hände gespielt und nicht geringen Anteil daran hat die Vorarbeit anderer, die sehr viel fähiger sind als sie.
Der eine oder andere von euch wird sich sicher denken, dass ich ruhig mal mehr über die Handlung schreiben sollte, als mich über die Figuren aufzuregen, aber allzu viel Handlung gibt es gar nicht. Die meiste Zeit trainiert jemand oder Anouk suhlt sich in ihrem Elend, wenn sie gerade mal weder sich noch jemand anderen in die Scheiße reitet.Gesa Schwartz hat am Ende das Ruder noch einmal mit voller Wucht herumgerissen und somit eine Punkte gutmachen können, doch darf ich hier leider nicht viel darüber verraten, da ich Spoiler vermeiden will. Jedoch wäre sie nicht die Gesa Schwartz, die ich beim Lesen von „Scherben der Dunkelheit“ kennenlernen durfte, wenn sie nicht noch einen, und noch einen, und noch einen draufgesetzt hätte. Letzten Endes hätte sie es bei der ersten großen Wendung der Handlung belassen sollen, wenn ihr mich fragt. Denn damit wäre das Finale völlig in Ordnung gewesen und auch ich hätte es sehr gut gefunden, da es viele Makel wettmacht. Aber nein.- Dabei blieb es ja nicht. Deshalb wirken die gesamten letzten Seiten wie völlig zufällig zusammengewürfelt; wie ein Flickenteppich aus verschiedenen Möglichkeiten.Da wurde leider eine Menge Potential verschenkt.
mehr auf: http://a-bookdemon.blogspot.de/2018/01/rezension-scherben-der-dunkelheit.html

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Tags: fantasy, gesa schwartz, scherben der dunkelheit, zirkus   (4)
 

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100 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

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Die Blausteinkriege - Sturm aus dem Süden

T.S. Orgel
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2016
ISBN 9783453317062
Genre: Fantasy

Rezension:

↠  Figuren ↞Im Vergleich zum ersten Band (hier meine Rezension) hat sich, was die Personenanzahl angeht, nicht allzu viel verändert, weshalb ich euch hier nur einmal meine liebsten vorstellen möchte. (Alles Weitere wäre sicherlich sowieso ein zu großer Spoiler.)Thoren ist immer noch der taktische Puppenspieler, der er auch in „Das Erbe von Berun“ war. Allerdings bekommt er in diesem Teil viel weniger Aufmerksamkeit. Der Fokus schwenkt auf ehemalige Nebencharaktere, die nun die Geschichte vorantragen.- Eine nette Abwechslung, wobei Thoren und Sara, seine Verbündete, ruhig ein paar mehr Seiten hätten gewidmet werden können. Vor allem Sara hat sich seit ihrem ersten Auftritt in den Blausteinkriegen weiterentwickelt und ich hätte sie gern öfter so erlebt, wie sie geworden ist.Und dann hätten wir da noch Meister Messer, den ich von Anfang an wegen seiner schrulligen Art sehr mochte, auch, wenn er eigentlich eher ein Antiheld ist. Er steht auf der Seite von dem, der am besten bezahlt oder ihm am meisten von Vorteil ist und außerdem ist er nicht gerade unbeteiligt an mehreren Schicksalen. Vielleicht macht ihn gerade das so spannend.Im Großen und Ganzen ist in den Blausteinkriegen sowieso kein Platz für schillernde Helden. Alle Figuren auf die man trifft haben irgendwo wenigstens ein bisschen Dreck am Stecken.
↠  Schreibstil ↞Die Autoren haben wenig Schönes in Tertys, der Welt der Blausteine, gelassen. Tatsächlich ist der besagte „Sturm aus dem Süden“ mehr als spürbar. Es findet kein klassischer „Gut gegen Böse“-Konflikt statt, sondern einfach ein allgemeiner Kampf ums Überleben. Ganz nach dem Motto „Fressen und gefressen werden“.Im Gegensatz zu Band 1 finden in diesem Teil der Trilogie deutlich öfter lange Konversationen um bestimmte Themen statt. Da diese jedoch mit einem gewissen Charakter geschrieben sind, liegen sie nicht so schwer im Magen wie es sonst im High Fantasy immer wieder der Fall ist.
↠  Inhalt ↞Man sollte definitiv den ersten Band kennen, um den zweiten verstehen zu können.- Allein schon, um nicht völlig überfordert zu sein, wenn die ersten politischen Debatten beginnen und der bereits (gefühlt) hundertste Charakter vorgestellt wird. Wenigstens hatte ich nie den Eindruck, eine Figur wäre besser ausgeblieben, da sie alle ihr kleines Stück zum Voranschreiten der Handlung beitragen.Was mich besonders gefreut hat: Man lernt in diesem Band viel mehr über die Hintergründe des Blausteins und wo er eigentlich herkommt. Und auch die Talente, die diese Droge stärkt, werden genauer erklärt und unzählige neue vorgestellt.Jedoch geht es schon lange nicht mehr nur um den seltenen Blaustein, sondern auch um die gesellschaftlichen und politischen Spaltungen, die unter anderem wegen ihm entstehen. Diese ziehen sich mitsamt clever gesponnener Intrigen durch wirklich alle Schichten und manch einer gibt dabei große Geheimnisse preis. Es braucht nur wenige Seiten, um alles was vorher war, in ein komplett neues Licht zu rücken und ab der Hälfte des Buches habe ich die ganze Geschichte sozusagen nur noch inhaliert. Denn während die ersten 300 Seiten eher dahingeplätschert sind, bauschen sich die folgenden enorm auf. Die ohnehin schon stellenweise blutige Story nimmt eine gewisse Finsternis und Grausamkeit an.
Mehr auf: http://a-bookdemon.blogspot.de/2017/11/rezension-die-blausteinkriege-2-sturm.html

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